<?xml version="1.0"?>
<?xml-stylesheet type="text/css" href="http://www.kasselwiki.de/skins/common/feed.css?303"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
		<id>http://www.kasselwiki.de/api.php?action=feedcontributions&amp;feedformat=atom&amp;user=Manfred+Riebe</id>
		<title>KasselWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
		<link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://www.kasselwiki.de/api.php?action=feedcontributions&amp;feedformat=atom&amp;user=Manfred+Riebe"/>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Spezial:Beitr%C3%A4ge/Manfred_Riebe"/>
		<updated>2026-11-04T18:10:46Z</updated>
		<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
		<generator>MediaWiki 1.18.1</generator>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Rathaus_am_Altmarkt</id>
		<title>Rathaus am Altmarkt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Rathaus_am_Altmarkt"/>
				<updated>2012-08-01T17:48:22Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Manfred Riebe: /* Literatur */ Fritz Lometsch&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Kasseler '''Rathaus am Altmarkt''' (1408 – 1837) und die '''Fleischschirne''', das mittelalterliche Altstadt-Rathaus.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Metz Rathaus Altmarkt.jpg|thumb|510px|right|'''Der Marktplatz mit dem Rathaus und der Fleischschirne 1785.''' Gemälde von [[Ernst Metz]], 1953 (histor. Rekonstruktion). -- E. C. Metz: ''Residenzstadt Cassel'' (1980), S. 32.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: Grimm Rathaus.jpg|thumb|280px|right|'''Das Rathaus am Altmarkt, 1815.'''  Aquarell von [[Ludwig Emil Grimm]]. -- [[Paul Heidelbach|P. Heidelbach]]: ''Kassel'' (1957), S. 2.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Fleischschirne==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Bis zum Beginn des 15. Jahrhunderts hatte jeder der drei älteren Stadtteile, Altmarkt, Unterneustadt und Freiheit, [seine] eigene Verwaltung, jeder besaß sein eigenes Rathaus und führte auch sein eigenes Siegel. Das Rathaus der Altstadt lag an der Ecke des Altmarktes und der Marktgasse [links im Gemälde von Ernst Metz] und befand sich in dem stattlichen Fachwerkbau, der dem erst später errichteten Altstädter Rathaus gegenüber lag. Mit der Errichtung des auch nach außen hin repräsentableren Neubaues, der für die nunmehr zustandegekommene Zentralverwaltung der drei Stadtteile – von 1408 ab – entstand, verlor das alte Rathaus mehr und mehr seine Bedeutung. Es diente in der Folgezeit, bis zu seinem 1837 erfolgten Abbruch, der Bürgerschaft in erster Linie als Fleisch- und Brotschirne, wurde aber auch sonst für öffentliche Zwecke in Anspruch genommen. So enthielt es bis ins 18. Jahrhundert den sogenannten ‚bürgerlichen Gehorsam‘, ein Gewahrsam für leichtere Vergehen [...].“ Im Haus befand sich auch die ‚Bürgerwache‘, später ‚Marktwache‘ genannt. „Im Jahre 1778 wurde an diese Stelle eine Wache des erst kürzlich aufgestellten ,Carabinier-Corps‘ verlegt, die bis 1789 im Hause verblieb. Daß die Metzger, außer an den ,gewöhnlichen‘ Fleischtagen, Dienstag, Donnerstag und Sonnabend, noch an allen übrigen Tagen der Woche ihre Waren in der ,großen Fleischschirne‘ im alten Rathaus feilhielten, berichtet der Kasseler Chronist Friedrich Christoph Schmincke 1767.“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 85.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Rathaus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Allgemeines zum Gebäude'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Grundstein zum eigentlichen Rathaus wurde 1408 gelegt […].  – Das schmucke Bauwerk mit hohem Satteldach, dessen zum Markt hin gelegene Giebelfront zwei auf Konsolen ruhende polygonale Ecktürmchen und einen, aus dem steilen, schiefergedeckten Walmdach heraustretenden Mittelerker mit einer Lukarne für die Schlagglocke besaß, gliederte sich in das hohe, massive Keller- und Erdgeschoß und zwei darüberliegende vorkragende Fachwerkgeschosse. In der Mitte dieser Giebelseite befand sich ein gotisches Spitzbogen-Portal mit tiefer Leibung und profilierten Wänden. Zu ihm führte eine hohe Freitreppe, von deren Podest aus die Erlasse der Obrigkeit öffentlich verkündet wurden. Daneben lag, etwas in die Erde versenkt, der Zugang zum tiefgelegenen Ratskeller […]. – Als Zeichen seiner öffentlichen Bestimmung war links vom Hauptportal eine steinerne“ Tafel mit dem Kasseler Stadtwappen „in die Mauer eingelassen. […] Die Spitze des hohen geschweiften Walmdaches wurde von einem Turm- oder Wetterhahn bekrönt, der zu den Wahrzeichen der Stadt gehörte.&amp;lt;ref&amp;gt;„Von ihm schrieb ein weit herumgekommener Bäckergeselle […] 1763: , In Hessen Cassel auf dem Rathause, da stehet ein Hahn, da stehet dran geschrieben: wenn dieser Hahn wird krähn, so wird den Bürgern ihr Recht geschehen.‘“ (Metz, S. 86)&amp;lt;/ref&amp;gt; An der Front zur sehr engen Fischgasse hin befand sich noch bis zu Anfang des 19. Jahrhunderts ein an einer Kette hängendes eisernes Halseisen, das zur öffentlichen Bestrafung für leichtere Vergehen diente. […]“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 85 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die beiden oberen Stockwerke waren zugänglich „durch einen nach dem Judenbrunnen hin gelegenen runden Treppenturm […]. Über dem Eingang zu diesem Turm war eine Steintafel angebracht, die […] den Spruch trug: ,Eines Mannes red – ein halbe red – Man soll die part verhören bed.‘“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 87.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ratskeller'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Im steinernen Untergeschoß, zum großen Teil in der Erde, lag der geräumige Ratskeller, der im Gegensatz zu dem im Tuchhause am Ledermarkt befindlichen ,Oberen‘ der ‚Untere Keller‘ genannt wurde, in dem die Stadt einen sehr einträglichen Weinausschank betrieb […]. Auch hohe Herren besuchten damals diesen Keller häufig und der Landesfürst selbst verschmähte es nicht, die Einladungen der Stadtverwaltung zu einem fröhlichen Umtrunk […] huldvollst anzunehmen. Auch der Landgraf machte wohl gelegentlich den Wirt und veranstaltete ein „Traktement“, wobei die Ratsherren seine Gäste waren“, so etwa Ludwig I. am 9. Juni 1443. – Mit der Zeit büßte der alte Weinkeller sein Ansehen mehr und mehr ein und galt in den letzten Jahrzehnten seines Bestehens nur noch als ,Bier- und Schnapskneipe geringster Art‘.“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 86.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erdgeschoß'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der große Saal des steinernen Erdgeschosses mit schlanken Doppelfenstern diente in erster Linie als Kaufhalle. Er war von sieben steinernen Säulen durchsetzt, die das hohe gotische Gewölbe trugen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 86.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erstes Stockwerk'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ursprünglich bildete das [erste] Obergeschoß nur einen einzigen Raum, der zu Versammlungen und Beratungen der Bürgerschaft diente, der aber um 1572 in vier verschiedenartige Räumlichkeiten umgebaut wurde. So fand sich hier nun ,die kleine und die große Ratsstube‘, welch letztere den Namen ,Ratssaal‘ führte und die ganze fensterreiche Vorderfront des Geschosses einnahm &amp;lt;ref&amp;gt;„Erleuchtet wurde der Ratssaal von zwei sechsarmigen metallenen kunstvollen Kronleuchtern, deren Arme 1764 von der Frau eines Stadtdieners, die wohl die Räume zu reinigen hatte, entwendet und zu Geld gemacht wurden.“ (Metz, S. 86)&amp;lt;/ref&amp;gt; […]. Außer den Ratsstuben befanden sich im ersten Stockwerk noch die Kämmerei und das sogenannte ,Sommerhaus‘, ein luftiger, hallenartiger Raum, der im Sommer als Wohngemach, besonders zu den Schmausereien und Trinkgelagen der Ratsherren diente.“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 87.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zweites Stockwerk'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier „lag eine Reihe von Räumen, deren Bestimmung von Zeit zu Zeit wechselte. So befand sich hier bis zur Zeit der französischen Okkupation (1806 – 1813) das städtische Archiv, in dem auch der reiche Silberschatz der Stadt aufbewahrt wurde, ferner die Stadtrepositur, die Steuerstube und das bürgerliche Gefängnis, der ,Bürgergehorsam‘ […]. Daneben lag noch die städtische Rüstkammer. […]“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 87.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Abriß des Rathauses'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„[…] schon 1833 trugen sich die städtischen Behörden mit dem Plan, das Gebäude wegen seines schlechten baulichen Zustandes abzubrechen. – Im Frühjahr 1837 wurde das ehrwürdige Haus […] niedergerissen; die Glocke über der Uhr […] kam in den Dachreiter des neuen Stadtbauflügels an der Fuldabrücke.“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 87 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Fritz Lometsch]]: ''Häuser und Jahrhunderte. Historische Bauten der Stadt Kassel''. Kassel: Lometsch, 1971, [4] S., 30 Bl. (Druck der Arche; 64)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ernst Metz|Ernst Christopher Metz]]: ''Residenzstadt Cassel.'' Einführung von Gerhard Seib und Angelika Nold. Kassel 1980.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Querverweise==&lt;br /&gt;
* [[Altmarkt]]&lt;br /&gt;
* [[Häuser, Straßen, Plätze]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Netzverweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Altes Rathaus am Altmarkt - [http://regiowiki.hna.de/Altes_Rathaus_am_Altmarkt regiowiki.hna.de]&lt;br /&gt;
* Der Altmarkt Kassel, eine multimediale Präsentation. Eine Produktion des Stadtmuseums Kassel und der Hochschule Harz, Projektgruppe Kassel 2002 - http://www.cegemedia.de/referenzen/wallpaper/doku.pdf&lt;br /&gt;
* Altmarkt (Kassel) - [http://de.wikipedia.org/wiki/Altmarkt_%28Kassel%29 Wikipedia]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Anmerkungen und Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Historische Bauwerke]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Stadt Kassel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Manfred Riebe</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Rathaus_am_Altmarkt</id>
		<title>Rathaus am Altmarkt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Rathaus_am_Altmarkt"/>
				<updated>2012-08-01T17:21:45Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Manfred Riebe: /* Netzverweise */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Kasseler '''Rathaus am Altmarkt''' (1408 – 1837) und die '''Fleischschirne''', das mittelalterliche Altstadt-Rathaus.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Metz Rathaus Altmarkt.jpg|thumb|510px|right|'''Der Marktplatz mit dem Rathaus und der Fleischschirne 1785.''' Gemälde von [[Ernst Metz]], 1953 (histor. Rekonstruktion). -- E. C. Metz: ''Residenzstadt Cassel'' (1980), S. 32.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: Grimm Rathaus.jpg|thumb|280px|right|'''Das Rathaus am Altmarkt, 1815.'''  Aquarell von [[Ludwig Emil Grimm]]. -- [[Paul Heidelbach|P. Heidelbach]]: ''Kassel'' (1957), S. 2.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Fleischschirne==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Bis zum Beginn des 15. Jahrhunderts hatte jeder der drei älteren Stadtteile, Altmarkt, Unterneustadt und Freiheit, [seine] eigene Verwaltung, jeder besaß sein eigenes Rathaus und führte auch sein eigenes Siegel. Das Rathaus der Altstadt lag an der Ecke des Altmarktes und der Marktgasse [links im Gemälde von Ernst Metz] und befand sich in dem stattlichen Fachwerkbau, der dem erst später errichteten Altstädter Rathaus gegenüber lag. Mit der Errichtung des auch nach außen hin repräsentableren Neubaues, der für die nunmehr zustandegekommene Zentralverwaltung der drei Stadtteile – von 1408 ab – entstand, verlor das alte Rathaus mehr und mehr seine Bedeutung. Es diente in der Folgezeit, bis zu seinem 1837 erfolgten Abbruch, der Bürgerschaft in erster Linie als Fleisch- und Brotschirne, wurde aber auch sonst für öffentliche Zwecke in Anspruch genommen. So enthielt es bis ins 18. Jahrhundert den sogenannten ‚bürgerlichen Gehorsam‘, ein Gewahrsam für leichtere Vergehen [...].“ Im Haus befand sich auch die ‚Bürgerwache‘, später ‚Marktwache‘ genannt. „Im Jahre 1778 wurde an diese Stelle eine Wache des erst kürzlich aufgestellten ,Carabinier-Corps‘ verlegt, die bis 1789 im Hause verblieb. Daß die Metzger, außer an den ,gewöhnlichen‘ Fleischtagen, Dienstag, Donnerstag und Sonnabend, noch an allen übrigen Tagen der Woche ihre Waren in der ,großen Fleischschirne‘ im alten Rathaus feilhielten, berichtet der Kasseler Chronist Friedrich Christoph Schmincke 1767.“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 85.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Rathaus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Allgemeines zum Gebäude'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Grundstein zum eigentlichen Rathaus wurde 1408 gelegt […].  – Das schmucke Bauwerk mit hohem Satteldach, dessen zum Markt hin gelegene Giebelfront zwei auf Konsolen ruhende polygonale Ecktürmchen und einen, aus dem steilen, schiefergedeckten Walmdach heraustretenden Mittelerker mit einer Lukarne für die Schlagglocke besaß, gliederte sich in das hohe, massive Keller- und Erdgeschoß und zwei darüberliegende vorkragende Fachwerkgeschosse. In der Mitte dieser Giebelseite befand sich ein gotisches Spitzbogen-Portal mit tiefer Leibung und profilierten Wänden. Zu ihm führte eine hohe Freitreppe, von deren Podest aus die Erlasse der Obrigkeit öffentlich verkündet wurden. Daneben lag, etwas in die Erde versenkt, der Zugang zum tiefgelegenen Ratskeller […]. – Als Zeichen seiner öffentlichen Bestimmung war links vom Hauptportal eine steinerne“ Tafel mit dem Kasseler Stadtwappen „in die Mauer eingelassen. […] Die Spitze des hohen geschweiften Walmdaches wurde von einem Turm- oder Wetterhahn bekrönt, der zu den Wahrzeichen der Stadt gehörte.&amp;lt;ref&amp;gt;„Von ihm schrieb ein weit herumgekommener Bäckergeselle […] 1763: , In Hessen Cassel auf dem Rathause, da stehet ein Hahn, da stehet dran geschrieben: wenn dieser Hahn wird krähn, so wird den Bürgern ihr Recht geschehen.‘“ (Metz, S. 86)&amp;lt;/ref&amp;gt; An der Front zur sehr engen Fischgasse hin befand sich noch bis zu Anfang des 19. Jahrhunderts ein an einer Kette hängendes eisernes Halseisen, das zur öffentlichen Bestrafung für leichtere Vergehen diente. […]“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 85 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die beiden oberen Stockwerke waren zugänglich „durch einen nach dem Judenbrunnen hin gelegenen runden Treppenturm […]. Über dem Eingang zu diesem Turm war eine Steintafel angebracht, die […] den Spruch trug: ,Eines Mannes red – ein halbe red – Man soll die part verhören bed.‘“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 87.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ratskeller'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Im steinernen Untergeschoß, zum großen Teil in der Erde, lag der geräumige Ratskeller, der im Gegensatz zu dem im Tuchhause am Ledermarkt befindlichen ,Oberen‘ der ‚Untere Keller‘ genannt wurde, in dem die Stadt einen sehr einträglichen Weinausschank betrieb […]. Auch hohe Herren besuchten damals diesen Keller häufig und der Landesfürst selbst verschmähte es nicht, die Einladungen der Stadtverwaltung zu einem fröhlichen Umtrunk […] huldvollst anzunehmen. Auch der Landgraf machte wohl gelegentlich den Wirt und veranstaltete ein „Traktement“, wobei die Ratsherren seine Gäste waren“, so etwa Ludwig I. am 9. Juni 1443. – Mit der Zeit büßte der alte Weinkeller sein Ansehen mehr und mehr ein und galt in den letzten Jahrzehnten seines Bestehens nur noch als ,Bier- und Schnapskneipe geringster Art‘.“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 86.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erdgeschoß'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der große Saal des steinernen Erdgeschosses mit schlanken Doppelfenstern diente in erster Linie als Kaufhalle. Er war von sieben steinernen Säulen durchsetzt, die das hohe gotische Gewölbe trugen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 86.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erstes Stockwerk'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ursprünglich bildete das [erste] Obergeschoß nur einen einzigen Raum, der zu Versammlungen und Beratungen der Bürgerschaft diente, der aber um 1572 in vier verschiedenartige Räumlichkeiten umgebaut wurde. So fand sich hier nun ,die kleine und die große Ratsstube‘, welch letztere den Namen ,Ratssaal‘ führte und die ganze fensterreiche Vorderfront des Geschosses einnahm &amp;lt;ref&amp;gt;„Erleuchtet wurde der Ratssaal von zwei sechsarmigen metallenen kunstvollen Kronleuchtern, deren Arme 1764 von der Frau eines Stadtdieners, die wohl die Räume zu reinigen hatte, entwendet und zu Geld gemacht wurden.“ (Metz, S. 86)&amp;lt;/ref&amp;gt; […]. Außer den Ratsstuben befanden sich im ersten Stockwerk noch die Kämmerei und das sogenannte ,Sommerhaus‘, ein luftiger, hallenartiger Raum, der im Sommer als Wohngemach, besonders zu den Schmausereien und Trinkgelagen der Ratsherren diente.“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 87.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zweites Stockwerk'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier „lag eine Reihe von Räumen, deren Bestimmung von Zeit zu Zeit wechselte. So befand sich hier bis zur Zeit der französischen Okkupation (1806 – 1813) das städtische Archiv, in dem auch der reiche Silberschatz der Stadt aufbewahrt wurde, ferner die Stadtrepositur, die Steuerstube und das bürgerliche Gefängnis, der ,Bürgergehorsam‘ […]. Daneben lag noch die städtische Rüstkammer. […]“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 87.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Abriß des Rathauses'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„[…] schon 1833 trugen sich die städtischen Behörden mit dem Plan, das Gebäude wegen seines schlechten baulichen Zustandes abzubrechen. – Im Frühjahr 1837 wurde das ehrwürdige Haus […] niedergerissen; die Glocke über der Uhr […] kam in den Dachreiter des neuen Stadtbauflügels an der Fuldabrücke.“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 87 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [[Ernst Metz|Ernst Christopher Metz]]: ''Residenzstadt Cassel.'' Einführung von Gerhard Seib und Angelika Nold. Kassel 1980.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Querverweise==&lt;br /&gt;
* [[Altmarkt]]&lt;br /&gt;
* [[Häuser, Straßen, Plätze]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Netzverweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Altes Rathaus am Altmarkt - [http://regiowiki.hna.de/Altes_Rathaus_am_Altmarkt regiowiki.hna.de]&lt;br /&gt;
* Der Altmarkt Kassel, eine multimediale Präsentation. Eine Produktion des Stadtmuseums Kassel und der Hochschule Harz, Projektgruppe Kassel 2002 - http://www.cegemedia.de/referenzen/wallpaper/doku.pdf&lt;br /&gt;
* Altmarkt (Kassel) - [http://de.wikipedia.org/wiki/Altmarkt_%28Kassel%29 Wikipedia]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Anmerkungen und Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Historische Bauwerke]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Stadt Kassel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Manfred Riebe</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Rathaus_am_Altmarkt</id>
		<title>Rathaus am Altmarkt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Rathaus_am_Altmarkt"/>
				<updated>2012-08-01T17:19:24Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Manfred Riebe: /* Netzverweise */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Kasseler '''Rathaus am Altmarkt''' (1408 – 1837) und die '''Fleischschirne''', das mittelalterliche Altstadt-Rathaus.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Metz Rathaus Altmarkt.jpg|thumb|510px|right|'''Der Marktplatz mit dem Rathaus und der Fleischschirne 1785.''' Gemälde von [[Ernst Metz]], 1953 (histor. Rekonstruktion). -- E. C. Metz: ''Residenzstadt Cassel'' (1980), S. 32.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: Grimm Rathaus.jpg|thumb|280px|right|'''Das Rathaus am Altmarkt, 1815.'''  Aquarell von [[Ludwig Emil Grimm]]. -- [[Paul Heidelbach|P. Heidelbach]]: ''Kassel'' (1957), S. 2.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Fleischschirne==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Bis zum Beginn des 15. Jahrhunderts hatte jeder der drei älteren Stadtteile, Altmarkt, Unterneustadt und Freiheit, [seine] eigene Verwaltung, jeder besaß sein eigenes Rathaus und führte auch sein eigenes Siegel. Das Rathaus der Altstadt lag an der Ecke des Altmarktes und der Marktgasse [links im Gemälde von Ernst Metz] und befand sich in dem stattlichen Fachwerkbau, der dem erst später errichteten Altstädter Rathaus gegenüber lag. Mit der Errichtung des auch nach außen hin repräsentableren Neubaues, der für die nunmehr zustandegekommene Zentralverwaltung der drei Stadtteile – von 1408 ab – entstand, verlor das alte Rathaus mehr und mehr seine Bedeutung. Es diente in der Folgezeit, bis zu seinem 1837 erfolgten Abbruch, der Bürgerschaft in erster Linie als Fleisch- und Brotschirne, wurde aber auch sonst für öffentliche Zwecke in Anspruch genommen. So enthielt es bis ins 18. Jahrhundert den sogenannten ‚bürgerlichen Gehorsam‘, ein Gewahrsam für leichtere Vergehen [...].“ Im Haus befand sich auch die ‚Bürgerwache‘, später ‚Marktwache‘ genannt. „Im Jahre 1778 wurde an diese Stelle eine Wache des erst kürzlich aufgestellten ,Carabinier-Corps‘ verlegt, die bis 1789 im Hause verblieb. Daß die Metzger, außer an den ,gewöhnlichen‘ Fleischtagen, Dienstag, Donnerstag und Sonnabend, noch an allen übrigen Tagen der Woche ihre Waren in der ,großen Fleischschirne‘ im alten Rathaus feilhielten, berichtet der Kasseler Chronist Friedrich Christoph Schmincke 1767.“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 85.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Rathaus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Allgemeines zum Gebäude'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Grundstein zum eigentlichen Rathaus wurde 1408 gelegt […].  – Das schmucke Bauwerk mit hohem Satteldach, dessen zum Markt hin gelegene Giebelfront zwei auf Konsolen ruhende polygonale Ecktürmchen und einen, aus dem steilen, schiefergedeckten Walmdach heraustretenden Mittelerker mit einer Lukarne für die Schlagglocke besaß, gliederte sich in das hohe, massive Keller- und Erdgeschoß und zwei darüberliegende vorkragende Fachwerkgeschosse. In der Mitte dieser Giebelseite befand sich ein gotisches Spitzbogen-Portal mit tiefer Leibung und profilierten Wänden. Zu ihm führte eine hohe Freitreppe, von deren Podest aus die Erlasse der Obrigkeit öffentlich verkündet wurden. Daneben lag, etwas in die Erde versenkt, der Zugang zum tiefgelegenen Ratskeller […]. – Als Zeichen seiner öffentlichen Bestimmung war links vom Hauptportal eine steinerne“ Tafel mit dem Kasseler Stadtwappen „in die Mauer eingelassen. […] Die Spitze des hohen geschweiften Walmdaches wurde von einem Turm- oder Wetterhahn bekrönt, der zu den Wahrzeichen der Stadt gehörte.&amp;lt;ref&amp;gt;„Von ihm schrieb ein weit herumgekommener Bäckergeselle […] 1763: , In Hessen Cassel auf dem Rathause, da stehet ein Hahn, da stehet dran geschrieben: wenn dieser Hahn wird krähn, so wird den Bürgern ihr Recht geschehen.‘“ (Metz, S. 86)&amp;lt;/ref&amp;gt; An der Front zur sehr engen Fischgasse hin befand sich noch bis zu Anfang des 19. Jahrhunderts ein an einer Kette hängendes eisernes Halseisen, das zur öffentlichen Bestrafung für leichtere Vergehen diente. […]“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 85 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die beiden oberen Stockwerke waren zugänglich „durch einen nach dem Judenbrunnen hin gelegenen runden Treppenturm […]. Über dem Eingang zu diesem Turm war eine Steintafel angebracht, die […] den Spruch trug: ,Eines Mannes red – ein halbe red – Man soll die part verhören bed.‘“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 87.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ratskeller'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Im steinernen Untergeschoß, zum großen Teil in der Erde, lag der geräumige Ratskeller, der im Gegensatz zu dem im Tuchhause am Ledermarkt befindlichen ,Oberen‘ der ‚Untere Keller‘ genannt wurde, in dem die Stadt einen sehr einträglichen Weinausschank betrieb […]. Auch hohe Herren besuchten damals diesen Keller häufig und der Landesfürst selbst verschmähte es nicht, die Einladungen der Stadtverwaltung zu einem fröhlichen Umtrunk […] huldvollst anzunehmen. Auch der Landgraf machte wohl gelegentlich den Wirt und veranstaltete ein „Traktement“, wobei die Ratsherren seine Gäste waren“, so etwa Ludwig I. am 9. Juni 1443. – Mit der Zeit büßte der alte Weinkeller sein Ansehen mehr und mehr ein und galt in den letzten Jahrzehnten seines Bestehens nur noch als ,Bier- und Schnapskneipe geringster Art‘.“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 86.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erdgeschoß'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der große Saal des steinernen Erdgeschosses mit schlanken Doppelfenstern diente in erster Linie als Kaufhalle. Er war von sieben steinernen Säulen durchsetzt, die das hohe gotische Gewölbe trugen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 86.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erstes Stockwerk'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ursprünglich bildete das [erste] Obergeschoß nur einen einzigen Raum, der zu Versammlungen und Beratungen der Bürgerschaft diente, der aber um 1572 in vier verschiedenartige Räumlichkeiten umgebaut wurde. So fand sich hier nun ,die kleine und die große Ratsstube‘, welch letztere den Namen ,Ratssaal‘ führte und die ganze fensterreiche Vorderfront des Geschosses einnahm &amp;lt;ref&amp;gt;„Erleuchtet wurde der Ratssaal von zwei sechsarmigen metallenen kunstvollen Kronleuchtern, deren Arme 1764 von der Frau eines Stadtdieners, die wohl die Räume zu reinigen hatte, entwendet und zu Geld gemacht wurden.“ (Metz, S. 86)&amp;lt;/ref&amp;gt; […]. Außer den Ratsstuben befanden sich im ersten Stockwerk noch die Kämmerei und das sogenannte ,Sommerhaus‘, ein luftiger, hallenartiger Raum, der im Sommer als Wohngemach, besonders zu den Schmausereien und Trinkgelagen der Ratsherren diente.“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 87.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zweites Stockwerk'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier „lag eine Reihe von Räumen, deren Bestimmung von Zeit zu Zeit wechselte. So befand sich hier bis zur Zeit der französischen Okkupation (1806 – 1813) das städtische Archiv, in dem auch der reiche Silberschatz der Stadt aufbewahrt wurde, ferner die Stadtrepositur, die Steuerstube und das bürgerliche Gefängnis, der ,Bürgergehorsam‘ […]. Daneben lag noch die städtische Rüstkammer. […]“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 87.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Abriß des Rathauses'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„[…] schon 1833 trugen sich die städtischen Behörden mit dem Plan, das Gebäude wegen seines schlechten baulichen Zustandes abzubrechen. – Im Frühjahr 1837 wurde das ehrwürdige Haus […] niedergerissen; die Glocke über der Uhr […] kam in den Dachreiter des neuen Stadtbauflügels an der Fuldabrücke.“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 87 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [[Ernst Metz|Ernst Christopher Metz]]: ''Residenzstadt Cassel.'' Einführung von Gerhard Seib und Angelika Nold. Kassel 1980.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Querverweise==&lt;br /&gt;
* [[Altmarkt]]&lt;br /&gt;
* [[Häuser, Straßen, Plätze]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Netzverweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Altes Rathaus am Altmarkt - [http://regiowiki.hna.de/Altes_Rathaus_am_Altmarkt regiowiki.hna.de]&lt;br /&gt;
* Der Altmarkt Kassel, eine multimediale Präsentation. Eine Produktion des Stadtmuseums Kassel und der Hochschule Harz, Projektgruppe Kassel 2002 - http://www.cegemedia.de/referenzen/wallpaper/doku.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Anmerkungen und Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Historische Bauwerke]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Stadt Kassel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Manfred Riebe</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Rathaus_am_Altmarkt</id>
		<title>Rathaus am Altmarkt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Rathaus_am_Altmarkt"/>
				<updated>2012-08-01T16:52:29Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Manfred Riebe: Kategorie: Historische Bauwerke&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Kasseler '''Rathaus am Altmarkt''' (1408 – 1837) und die '''Fleischschirne''', das mittelalterliche Altstadt-Rathaus.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Metz Rathaus Altmarkt.jpg|thumb|510px|right|'''Der Marktplatz mit dem Rathaus und der Fleischschirne 1785.''' Gemälde von [[Ernst Metz]], 1953 (histor. Rekonstruktion). -- E. C. Metz: ''Residenzstadt Cassel'' (1980), S. 32.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: Grimm Rathaus.jpg|thumb|280px|right|'''Das Rathaus am Altmarkt, 1815.'''  Aquarell von [[Ludwig Emil Grimm]]. -- [[Paul Heidelbach|P. Heidelbach]]: ''Kassel'' (1957), S. 2.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Fleischschirne==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Bis zum Beginn des 15. Jahrhunderts hatte jeder der drei älteren Stadtteile, Altmarkt, Unterneustadt und Freiheit, [seine] eigene Verwaltung, jeder besaß sein eigenes Rathaus und führte auch sein eigenes Siegel. Das Rathaus der Altstadt lag an der Ecke des Altmarktes und der Marktgasse [links im Gemälde von Ernst Metz] und befand sich in dem stattlichen Fachwerkbau, der dem erst später errichteten Altstädter Rathaus gegenüber lag. Mit der Errichtung des auch nach außen hin repräsentableren Neubaues, der für die nunmehr zustandegekommene Zentralverwaltung der drei Stadtteile – von 1408 ab – entstand, verlor das alte Rathaus mehr und mehr seine Bedeutung. Es diente in der Folgezeit, bis zu seinem 1837 erfolgten Abbruch, der Bürgerschaft in erster Linie als Fleisch- und Brotschirne, wurde aber auch sonst für öffentliche Zwecke in Anspruch genommen. So enthielt es bis ins 18. Jahrhundert den sogenannten ‚bürgerlichen Gehorsam‘, ein Gewahrsam für leichtere Vergehen [...].“ Im Haus befand sich auch die ‚Bürgerwache‘, später ‚Marktwache‘ genannt. „Im Jahre 1778 wurde an diese Stelle eine Wache des erst kürzlich aufgestellten ,Carabinier-Corps‘ verlegt, die bis 1789 im Hause verblieb. Daß die Metzger, außer an den ,gewöhnlichen‘ Fleischtagen, Dienstag, Donnerstag und Sonnabend, noch an allen übrigen Tagen der Woche ihre Waren in der ,großen Fleischschirne‘ im alten Rathaus feilhielten, berichtet der Kasseler Chronist Friedrich Christoph Schmincke 1767.“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 85.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Rathaus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Allgemeines zum Gebäude'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Grundstein zum eigentlichen Rathaus wurde 1408 gelegt […].  – Das schmucke Bauwerk mit hohem Satteldach, dessen zum Markt hin gelegene Giebelfront zwei auf Konsolen ruhende polygonale Ecktürmchen und einen, aus dem steilen, schiefergedeckten Walmdach heraustretenden Mittelerker mit einer Lukarne für die Schlagglocke besaß, gliederte sich in das hohe, massive Keller- und Erdgeschoß und zwei darüberliegende vorkragende Fachwerkgeschosse. In der Mitte dieser Giebelseite befand sich ein gotisches Spitzbogen-Portal mit tiefer Leibung und profilierten Wänden. Zu ihm führte eine hohe Freitreppe, von deren Podest aus die Erlasse der Obrigkeit öffentlich verkündet wurden. Daneben lag, etwas in die Erde versenkt, der Zugang zum tiefgelegenen Ratskeller […]. – Als Zeichen seiner öffentlichen Bestimmung war links vom Hauptportal eine steinerne“ Tafel mit dem Kasseler Stadtwappen „in die Mauer eingelassen. […] Die Spitze des hohen geschweiften Walmdaches wurde von einem Turm- oder Wetterhahn bekrönt, der zu den Wahrzeichen der Stadt gehörte.&amp;lt;ref&amp;gt;„Von ihm schrieb ein weit herumgekommener Bäckergeselle […] 1763: , In Hessen Cassel auf dem Rathause, da stehet ein Hahn, da stehet dran geschrieben: wenn dieser Hahn wird krähn, so wird den Bürgern ihr Recht geschehen.‘“ (Metz, S. 86)&amp;lt;/ref&amp;gt; An der Front zur sehr engen Fischgasse hin befand sich noch bis zu Anfang des 19. Jahrhunderts ein an einer Kette hängendes eisernes Halseisen, das zur öffentlichen Bestrafung für leichtere Vergehen diente. […]“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 85 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die beiden oberen Stockwerke waren zugänglich „durch einen nach dem Judenbrunnen hin gelegenen runden Treppenturm […]. Über dem Eingang zu diesem Turm war eine Steintafel angebracht, die […] den Spruch trug: ,Eines Mannes red – ein halbe red – Man soll die part verhören bed.‘“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 87.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ratskeller'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Im steinernen Untergeschoß, zum großen Teil in der Erde, lag der geräumige Ratskeller, der im Gegensatz zu dem im Tuchhause am Ledermarkt befindlichen ,Oberen‘ der ‚Untere Keller‘ genannt wurde, in dem die Stadt einen sehr einträglichen Weinausschank betrieb […]. Auch hohe Herren besuchten damals diesen Keller häufig und der Landesfürst selbst verschmähte es nicht, die Einladungen der Stadtverwaltung zu einem fröhlichen Umtrunk […] huldvollst anzunehmen. Auch der Landgraf machte wohl gelegentlich den Wirt und veranstaltete ein „Traktement“, wobei die Ratsherren seine Gäste waren“, so etwa Ludwig I. am 9. Juni 1443. – Mit der Zeit büßte der alte Weinkeller sein Ansehen mehr und mehr ein und galt in den letzten Jahrzehnten seines Bestehens nur noch als ,Bier- und Schnapskneipe geringster Art‘.“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 86.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erdgeschoß'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der große Saal des steinernen Erdgeschosses mit schlanken Doppelfenstern diente in erster Linie als Kaufhalle. Er war von sieben steinernen Säulen durchsetzt, die das hohe gotische Gewölbe trugen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 86.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erstes Stockwerk'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ursprünglich bildete das [erste] Obergeschoß nur einen einzigen Raum, der zu Versammlungen und Beratungen der Bürgerschaft diente, der aber um 1572 in vier verschiedenartige Räumlichkeiten umgebaut wurde. So fand sich hier nun ,die kleine und die große Ratsstube‘, welch letztere den Namen ,Ratssaal‘ führte und die ganze fensterreiche Vorderfront des Geschosses einnahm &amp;lt;ref&amp;gt;„Erleuchtet wurde der Ratssaal von zwei sechsarmigen metallenen kunstvollen Kronleuchtern, deren Arme 1764 von der Frau eines Stadtdieners, die wohl die Räume zu reinigen hatte, entwendet und zu Geld gemacht wurden.“ (Metz, S. 86)&amp;lt;/ref&amp;gt; […]. Außer den Ratsstuben befanden sich im ersten Stockwerk noch die Kämmerei und das sogenannte ,Sommerhaus‘, ein luftiger, hallenartiger Raum, der im Sommer als Wohngemach, besonders zu den Schmausereien und Trinkgelagen der Ratsherren diente.“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 87.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zweites Stockwerk'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier „lag eine Reihe von Räumen, deren Bestimmung von Zeit zu Zeit wechselte. So befand sich hier bis zur Zeit der französischen Okkupation (1806 – 1813) das städtische Archiv, in dem auch der reiche Silberschatz der Stadt aufbewahrt wurde, ferner die Stadtrepositur, die Steuerstube und das bürgerliche Gefängnis, der ,Bürgergehorsam‘ […]. Daneben lag noch die städtische Rüstkammer. […]“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 87.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Abriß des Rathauses'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„[…] schon 1833 trugen sich die städtischen Behörden mit dem Plan, das Gebäude wegen seines schlechten baulichen Zustandes abzubrechen. – Im Frühjahr 1837 wurde das ehrwürdige Haus […] niedergerissen; die Glocke über der Uhr […] kam in den Dachreiter des neuen Stadtbauflügels an der Fuldabrücke.“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 87 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [[Ernst Metz|Ernst Christopher Metz]]: ''Residenzstadt Cassel.'' Einführung von Gerhard Seib und Angelika Nold. Kassel 1980.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Querverweise==&lt;br /&gt;
* [[Altmarkt]]&lt;br /&gt;
* [[Häuser, Straßen, Plätze]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Netzverweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Altes Rathaus am Altmarkt - [http://regiowiki.hna.de/Altes_Rathaus_am_Altmarkt regiowiki.hna.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Anmerkungen und Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Historische Bauwerke]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Stadt Kassel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Manfred Riebe</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Rathaus_am_Altmarkt</id>
		<title>Rathaus am Altmarkt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Rathaus_am_Altmarkt"/>
				<updated>2012-08-01T16:49:58Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Manfred Riebe: /* Querverweise */ Häuser, Straßen, Plätze&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Kasseler '''Rathaus am Altmarkt''' (1408 – 1837) und die '''Fleischschirne''', das mittelalterliche Altstadt-Rathaus.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Metz Rathaus Altmarkt.jpg|thumb|510px|right|'''Der Marktplatz mit dem Rathaus und der Fleischschirne 1785.''' Gemälde von [[Ernst Metz]], 1953 (histor. Rekonstruktion). -- E. C. Metz: ''Residenzstadt Cassel'' (1980), S. 32.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: Grimm Rathaus.jpg|thumb|280px|right|'''Das Rathaus am Altmarkt, 1815.'''  Aquarell von [[Ludwig Emil Grimm]]. -- [[Paul Heidelbach|P. Heidelbach]]: ''Kassel'' (1957), S. 2.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Fleischschirne==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Bis zum Beginn des 15. Jahrhunderts hatte jeder der drei älteren Stadtteile, Altmarkt, Unterneustadt und Freiheit, [seine] eigene Verwaltung, jeder besaß sein eigenes Rathaus und führte auch sein eigenes Siegel. Das Rathaus der Altstadt lag an der Ecke des Altmarktes und der Marktgasse [links im Gemälde von Ernst Metz] und befand sich in dem stattlichen Fachwerkbau, der dem erst später errichteten Altstädter Rathaus gegenüber lag. Mit der Errichtung des auch nach außen hin repräsentableren Neubaues, der für die nunmehr zustandegekommene Zentralverwaltung der drei Stadtteile – von 1408 ab – entstand, verlor das alte Rathaus mehr und mehr seine Bedeutung. Es diente in der Folgezeit, bis zu seinem 1837 erfolgten Abbruch, der Bürgerschaft in erster Linie als Fleisch- und Brotschirne, wurde aber auch sonst für öffentliche Zwecke in Anspruch genommen. So enthielt es bis ins 18. Jahrhundert den sogenannten ‚bürgerlichen Gehorsam‘, ein Gewahrsam für leichtere Vergehen [...].“ Im Haus befand sich auch die ‚Bürgerwache‘, später ‚Marktwache‘ genannt. „Im Jahre 1778 wurde an diese Stelle eine Wache des erst kürzlich aufgestellten ,Carabinier-Corps‘ verlegt, die bis 1789 im Hause verblieb. Daß die Metzger, außer an den ,gewöhnlichen‘ Fleischtagen, Dienstag, Donnerstag und Sonnabend, noch an allen übrigen Tagen der Woche ihre Waren in der ,großen Fleischschirne‘ im alten Rathaus feilhielten, berichtet der Kasseler Chronist Friedrich Christoph Schmincke 1767.“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 85.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Rathaus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Allgemeines zum Gebäude'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Grundstein zum eigentlichen Rathaus wurde 1408 gelegt […].  – Das schmucke Bauwerk mit hohem Satteldach, dessen zum Markt hin gelegene Giebelfront zwei auf Konsolen ruhende polygonale Ecktürmchen und einen, aus dem steilen, schiefergedeckten Walmdach heraustretenden Mittelerker mit einer Lukarne für die Schlagglocke besaß, gliederte sich in das hohe, massive Keller- und Erdgeschoß und zwei darüberliegende vorkragende Fachwerkgeschosse. In der Mitte dieser Giebelseite befand sich ein gotisches Spitzbogen-Portal mit tiefer Leibung und profilierten Wänden. Zu ihm führte eine hohe Freitreppe, von deren Podest aus die Erlasse der Obrigkeit öffentlich verkündet wurden. Daneben lag, etwas in die Erde versenkt, der Zugang zum tiefgelegenen Ratskeller […]. – Als Zeichen seiner öffentlichen Bestimmung war links vom Hauptportal eine steinerne“ Tafel mit dem Kasseler Stadtwappen „in die Mauer eingelassen. […] Die Spitze des hohen geschweiften Walmdaches wurde von einem Turm- oder Wetterhahn bekrönt, der zu den Wahrzeichen der Stadt gehörte.&amp;lt;ref&amp;gt;„Von ihm schrieb ein weit herumgekommener Bäckergeselle […] 1763: , In Hessen Cassel auf dem Rathause, da stehet ein Hahn, da stehet dran geschrieben: wenn dieser Hahn wird krähn, so wird den Bürgern ihr Recht geschehen.‘“ (Metz, S. 86)&amp;lt;/ref&amp;gt; An der Front zur sehr engen Fischgasse hin befand sich noch bis zu Anfang des 19. Jahrhunderts ein an einer Kette hängendes eisernes Halseisen, das zur öffentlichen Bestrafung für leichtere Vergehen diente. […]“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 85 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die beiden oberen Stockwerke waren zugänglich „durch einen nach dem Judenbrunnen hin gelegenen runden Treppenturm […]. Über dem Eingang zu diesem Turm war eine Steintafel angebracht, die […] den Spruch trug: ,Eines Mannes red – ein halbe red – Man soll die part verhören bed.‘“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 87.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ratskeller'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Im steinernen Untergeschoß, zum großen Teil in der Erde, lag der geräumige Ratskeller, der im Gegensatz zu dem im Tuchhause am Ledermarkt befindlichen ,Oberen‘ der ‚Untere Keller‘ genannt wurde, in dem die Stadt einen sehr einträglichen Weinausschank betrieb […]. Auch hohe Herren besuchten damals diesen Keller häufig und der Landesfürst selbst verschmähte es nicht, die Einladungen der Stadtverwaltung zu einem fröhlichen Umtrunk […] huldvollst anzunehmen. Auch der Landgraf machte wohl gelegentlich den Wirt und veranstaltete ein „Traktement“, wobei die Ratsherren seine Gäste waren“, so etwa Ludwig I. am 9. Juni 1443. – Mit der Zeit büßte der alte Weinkeller sein Ansehen mehr und mehr ein und galt in den letzten Jahrzehnten seines Bestehens nur noch als ,Bier- und Schnapskneipe geringster Art‘.“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 86.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erdgeschoß'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der große Saal des steinernen Erdgeschosses mit schlanken Doppelfenstern diente in erster Linie als Kaufhalle. Er war von sieben steinernen Säulen durchsetzt, die das hohe gotische Gewölbe trugen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 86.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erstes Stockwerk'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ursprünglich bildete das [erste] Obergeschoß nur einen einzigen Raum, der zu Versammlungen und Beratungen der Bürgerschaft diente, der aber um 1572 in vier verschiedenartige Räumlichkeiten umgebaut wurde. So fand sich hier nun ,die kleine und die große Ratsstube‘, welch letztere den Namen ,Ratssaal‘ führte und die ganze fensterreiche Vorderfront des Geschosses einnahm &amp;lt;ref&amp;gt;„Erleuchtet wurde der Ratssaal von zwei sechsarmigen metallenen kunstvollen Kronleuchtern, deren Arme 1764 von der Frau eines Stadtdieners, die wohl die Räume zu reinigen hatte, entwendet und zu Geld gemacht wurden.“ (Metz, S. 86)&amp;lt;/ref&amp;gt; […]. Außer den Ratsstuben befanden sich im ersten Stockwerk noch die Kämmerei und das sogenannte ,Sommerhaus‘, ein luftiger, hallenartiger Raum, der im Sommer als Wohngemach, besonders zu den Schmausereien und Trinkgelagen der Ratsherren diente.“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 87.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zweites Stockwerk'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier „lag eine Reihe von Räumen, deren Bestimmung von Zeit zu Zeit wechselte. So befand sich hier bis zur Zeit der französischen Okkupation (1806 – 1813) das städtische Archiv, in dem auch der reiche Silberschatz der Stadt aufbewahrt wurde, ferner die Stadtrepositur, die Steuerstube und das bürgerliche Gefängnis, der ,Bürgergehorsam‘ […]. Daneben lag noch die städtische Rüstkammer. […]“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 87.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Abriß des Rathauses'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„[…] schon 1833 trugen sich die städtischen Behörden mit dem Plan, das Gebäude wegen seines schlechten baulichen Zustandes abzubrechen. – Im Frühjahr 1837 wurde das ehrwürdige Haus […] niedergerissen; die Glocke über der Uhr […] kam in den Dachreiter des neuen Stadtbauflügels an der Fuldabrücke.“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 87 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [[Ernst Metz|Ernst Christopher Metz]]: ''Residenzstadt Cassel.'' Einführung von Gerhard Seib und Angelika Nold. Kassel 1980.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Querverweise==&lt;br /&gt;
* [[Altmarkt]]&lt;br /&gt;
* [[Häuser, Straßen, Plätze]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Netzverweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Altes Rathaus am Altmarkt - [http://regiowiki.hna.de/Altes_Rathaus_am_Altmarkt regiowiki.hna.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Anmerkungen und Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Manfred Riebe</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Rathaus_am_Altmarkt</id>
		<title>Rathaus am Altmarkt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Rathaus_am_Altmarkt"/>
				<updated>2012-08-01T16:48:16Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Manfred Riebe: Netzverweise&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Kasseler '''Rathaus am Altmarkt''' (1408 – 1837) und die '''Fleischschirne''', das mittelalterliche Altstadt-Rathaus.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Metz Rathaus Altmarkt.jpg|thumb|510px|right|'''Der Marktplatz mit dem Rathaus und der Fleischschirne 1785.''' Gemälde von [[Ernst Metz]], 1953 (histor. Rekonstruktion). -- E. C. Metz: ''Residenzstadt Cassel'' (1980), S. 32.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: Grimm Rathaus.jpg|thumb|280px|right|'''Das Rathaus am Altmarkt, 1815.'''  Aquarell von [[Ludwig Emil Grimm]]. -- [[Paul Heidelbach|P. Heidelbach]]: ''Kassel'' (1957), S. 2.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Fleischschirne==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Bis zum Beginn des 15. Jahrhunderts hatte jeder der drei älteren Stadtteile, Altmarkt, Unterneustadt und Freiheit, [seine] eigene Verwaltung, jeder besaß sein eigenes Rathaus und führte auch sein eigenes Siegel. Das Rathaus der Altstadt lag an der Ecke des Altmarktes und der Marktgasse [links im Gemälde von Ernst Metz] und befand sich in dem stattlichen Fachwerkbau, der dem erst später errichteten Altstädter Rathaus gegenüber lag. Mit der Errichtung des auch nach außen hin repräsentableren Neubaues, der für die nunmehr zustandegekommene Zentralverwaltung der drei Stadtteile – von 1408 ab – entstand, verlor das alte Rathaus mehr und mehr seine Bedeutung. Es diente in der Folgezeit, bis zu seinem 1837 erfolgten Abbruch, der Bürgerschaft in erster Linie als Fleisch- und Brotschirne, wurde aber auch sonst für öffentliche Zwecke in Anspruch genommen. So enthielt es bis ins 18. Jahrhundert den sogenannten ‚bürgerlichen Gehorsam‘, ein Gewahrsam für leichtere Vergehen [...].“ Im Haus befand sich auch die ‚Bürgerwache‘, später ‚Marktwache‘ genannt. „Im Jahre 1778 wurde an diese Stelle eine Wache des erst kürzlich aufgestellten ,Carabinier-Corps‘ verlegt, die bis 1789 im Hause verblieb. Daß die Metzger, außer an den ,gewöhnlichen‘ Fleischtagen, Dienstag, Donnerstag und Sonnabend, noch an allen übrigen Tagen der Woche ihre Waren in der ,großen Fleischschirne‘ im alten Rathaus feilhielten, berichtet der Kasseler Chronist Friedrich Christoph Schmincke 1767.“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 85.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Rathaus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Allgemeines zum Gebäude'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Grundstein zum eigentlichen Rathaus wurde 1408 gelegt […].  – Das schmucke Bauwerk mit hohem Satteldach, dessen zum Markt hin gelegene Giebelfront zwei auf Konsolen ruhende polygonale Ecktürmchen und einen, aus dem steilen, schiefergedeckten Walmdach heraustretenden Mittelerker mit einer Lukarne für die Schlagglocke besaß, gliederte sich in das hohe, massive Keller- und Erdgeschoß und zwei darüberliegende vorkragende Fachwerkgeschosse. In der Mitte dieser Giebelseite befand sich ein gotisches Spitzbogen-Portal mit tiefer Leibung und profilierten Wänden. Zu ihm führte eine hohe Freitreppe, von deren Podest aus die Erlasse der Obrigkeit öffentlich verkündet wurden. Daneben lag, etwas in die Erde versenkt, der Zugang zum tiefgelegenen Ratskeller […]. – Als Zeichen seiner öffentlichen Bestimmung war links vom Hauptportal eine steinerne“ Tafel mit dem Kasseler Stadtwappen „in die Mauer eingelassen. […] Die Spitze des hohen geschweiften Walmdaches wurde von einem Turm- oder Wetterhahn bekrönt, der zu den Wahrzeichen der Stadt gehörte.&amp;lt;ref&amp;gt;„Von ihm schrieb ein weit herumgekommener Bäckergeselle […] 1763: , In Hessen Cassel auf dem Rathause, da stehet ein Hahn, da stehet dran geschrieben: wenn dieser Hahn wird krähn, so wird den Bürgern ihr Recht geschehen.‘“ (Metz, S. 86)&amp;lt;/ref&amp;gt; An der Front zur sehr engen Fischgasse hin befand sich noch bis zu Anfang des 19. Jahrhunderts ein an einer Kette hängendes eisernes Halseisen, das zur öffentlichen Bestrafung für leichtere Vergehen diente. […]“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 85 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die beiden oberen Stockwerke waren zugänglich „durch einen nach dem Judenbrunnen hin gelegenen runden Treppenturm […]. Über dem Eingang zu diesem Turm war eine Steintafel angebracht, die […] den Spruch trug: ,Eines Mannes red – ein halbe red – Man soll die part verhören bed.‘“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 87.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ratskeller'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Im steinernen Untergeschoß, zum großen Teil in der Erde, lag der geräumige Ratskeller, der im Gegensatz zu dem im Tuchhause am Ledermarkt befindlichen ,Oberen‘ der ‚Untere Keller‘ genannt wurde, in dem die Stadt einen sehr einträglichen Weinausschank betrieb […]. Auch hohe Herren besuchten damals diesen Keller häufig und der Landesfürst selbst verschmähte es nicht, die Einladungen der Stadtverwaltung zu einem fröhlichen Umtrunk […] huldvollst anzunehmen. Auch der Landgraf machte wohl gelegentlich den Wirt und veranstaltete ein „Traktement“, wobei die Ratsherren seine Gäste waren“, so etwa Ludwig I. am 9. Juni 1443. – Mit der Zeit büßte der alte Weinkeller sein Ansehen mehr und mehr ein und galt in den letzten Jahrzehnten seines Bestehens nur noch als ,Bier- und Schnapskneipe geringster Art‘.“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 86.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erdgeschoß'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der große Saal des steinernen Erdgeschosses mit schlanken Doppelfenstern diente in erster Linie als Kaufhalle. Er war von sieben steinernen Säulen durchsetzt, die das hohe gotische Gewölbe trugen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 86.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erstes Stockwerk'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ursprünglich bildete das [erste] Obergeschoß nur einen einzigen Raum, der zu Versammlungen und Beratungen der Bürgerschaft diente, der aber um 1572 in vier verschiedenartige Räumlichkeiten umgebaut wurde. So fand sich hier nun ,die kleine und die große Ratsstube‘, welch letztere den Namen ,Ratssaal‘ führte und die ganze fensterreiche Vorderfront des Geschosses einnahm &amp;lt;ref&amp;gt;„Erleuchtet wurde der Ratssaal von zwei sechsarmigen metallenen kunstvollen Kronleuchtern, deren Arme 1764 von der Frau eines Stadtdieners, die wohl die Räume zu reinigen hatte, entwendet und zu Geld gemacht wurden.“ (Metz, S. 86)&amp;lt;/ref&amp;gt; […]. Außer den Ratsstuben befanden sich im ersten Stockwerk noch die Kämmerei und das sogenannte ,Sommerhaus‘, ein luftiger, hallenartiger Raum, der im Sommer als Wohngemach, besonders zu den Schmausereien und Trinkgelagen der Ratsherren diente.“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 87.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zweites Stockwerk'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier „lag eine Reihe von Räumen, deren Bestimmung von Zeit zu Zeit wechselte. So befand sich hier bis zur Zeit der französischen Okkupation (1806 – 1813) das städtische Archiv, in dem auch der reiche Silberschatz der Stadt aufbewahrt wurde, ferner die Stadtrepositur, die Steuerstube und das bürgerliche Gefängnis, der ,Bürgergehorsam‘ […]. Daneben lag noch die städtische Rüstkammer. […]“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 87.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Abriß des Rathauses'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„[…] schon 1833 trugen sich die städtischen Behörden mit dem Plan, das Gebäude wegen seines schlechten baulichen Zustandes abzubrechen. – Im Frühjahr 1837 wurde das ehrwürdige Haus […] niedergerissen; die Glocke über der Uhr […] kam in den Dachreiter des neuen Stadtbauflügels an der Fuldabrücke.“&amp;lt;ref&amp;gt;Metz, S. 87 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* [[Ernst Metz|Ernst Christopher Metz]]: ''Residenzstadt Cassel.'' Einführung von Gerhard Seib und Angelika Nold. Kassel 1980.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Querverweise==&lt;br /&gt;
* [[Altmarkt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Netzverweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Altes Rathaus am Altmarkt - [http://regiowiki.hna.de/Altes_Rathaus_am_Altmarkt regiowiki.hna.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Anmerkungen und Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Manfred Riebe</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Kasseler_%E2%80%93_Kasselaner_%E2%80%93_Kassel%C3%A4ner</id>
		<title>Kasseler – Kasselaner – Kasseläner</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Kasseler_%E2%80%93_Kasselaner_%E2%80%93_Kassel%C3%A4ner"/>
				<updated>2012-07-11T16:48:55Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Manfred Riebe: /* Literatur */ Herwig, Axel: ''Kasselänisch von A bis Z. Ein wörterbuch der Kasseler Mundart''&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild: Herwig schallern.jpg|thumb|185px|left|Axel Herwig, ''Mäh schallern einen'' (1980)]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Scheidemann Jungen.jpg|thumb|185px|left|Henner Piffendeckel (= Philipp Scheidemann), ''Casseläner Jungen'' (1910)]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Treller Was ich me X.jpg|thumb|185px|left|Franz Treller, ''Was ich me so gedacht hon'' (3. Aufl. 1895)]]&lt;br /&gt;
==„Kasseler – Kasselaner – Kasseläner“ – ein Sprachscherz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Kasseler ist jemand, der in Kassel zugezogen ist, Kasselaner ist jemand, der in Kassel geboren ist, und Kasseläner ist jemand, dessen Eltern bereits in Kassel geboren sind.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese scherzhafte Definition ist in unterschiedlichen Formulierungen seit Jahrzehnten in Kassel geläufig.&amp;lt;ref&amp;gt;Von [[Axel Herwig]] 1977 in sein Wörterbuch der Kasseler Mundart ''Kasselänisch von A bis Z'' (S. 66 f.) aufgenommen, auch 1980 in den Untertitel seines Liederbuchs ''Mäh schallern einen'': „Ein Liederbuch für Kasseler, Kasselaner und Kasseläner“ (s. Abb. 1).&amp;lt;/ref&amp;gt; Trotz aller Bemühungen konnten Herkunft und Alter dieses Sprachscherzes bisher nicht festgestellt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Für Hinweise wären wir sehr dankbar. Kontaktaufnahme: s. Impressum.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er dürfte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgekommen sein, kaum früher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wörterbuchbelege aus dem 19. Jahrhundert für ''Kasselaner'' und ''Kasseläner'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem Stichwort „Kassel“ schreibt August Vilmar 1868&amp;lt;ref&amp;gt; Vilmar S. 194 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; in seinem „Idiotikon von Kurhessen“ unter anderem folgendes: „Als Idiotismus bemerkenswert ist, daß die Bewohner von Kassel mit der lateinisch-griechischen Endung Kassel'''aner''' ganz allgemein genannt werden und sich selbst nennen, eine monströse Abnormität, welche jedoch in der Benennung Hannoveraner ihre Parallele hat.“ Den ''Kasseläner'' erwähnt Vilmar nicht. Hingegen führt August Grassow in seinem „Wörterbuch der Kasseler Mundart“, abgeschlossen 1894, nur das Stichwort ''Kasseläner'' auf mit der Bedeutung „Kasseler“&amp;lt;ref&amp;gt;Grassow S. 48.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Daß bei ihm der ''Kasselaner'' fehlt, ist einleuchtend: Grassow sammelte Kasseler Mundartausdrücke, ''Kasselaner'' sah er wohl eher als hochdeutsches Wort an, vergleichbar mit Bildungen wie z.B. ''Hannoveraner'' und ''Weimaraner''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Beurteilung der  drei Wörter ''Kasseler'', ''Kasselaner'' und ''Kasseläner'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1) ''Kasseler'' ist gewissermaßen die Normalform, sowohl hochdeutsch als auch mundartlich&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa das bekannte „Kaßler Wertchen“ (Kasseler Wörtchen).&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie bedarf keiner weiteren Erläuterung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2) ''Kasselaner'' und ähnliche Bildungen gehen auf den im Mittelalter und darüber hinaus lateinisch bestimmten Sprachgebrauch in Kirche, Urkundenwesen und gelehrter Welt zurück. Ein Bürger von Kassel oder jemand, der aus Kassel stammte, war ein ''Casselanus''. Die lateinische Endung ''-anus'', die eine Zugehörigkeit ausdrückt, wurde – leicht eingedeutscht – vielfach als ''-aner'' übernommen (vgl. die Bezeichnungen der Ordenszugehörigkeit ''Dominicanus'' &amp;gt; ''Dominikaner'', ''Franciscanus'' &amp;gt; ''Franziskaner'') und in dieser Form schließlich als Endung frei verfügbar (vgl. ''Amerikaner'', ''Kantianer'', ''Veganer'' usw.). Ob der ''Kasselaner'' unmittelbar auf den mittelalterlichen und frühneuzeitlichen ''Casselanus'' zurückgeht oder eine davon unabhängige spätere Bildung ist, läßt sich natürlich nicht sagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3) ''Kasseläner'' ist diejenige der drei Bezeichnungen, die tatsächlich erklärungsbedürftig bleibt, denn der Umlaut ''-ä-'' hat weder im Hochdeutschen eine lautgesetzliche Grundlage, noch beruht er auf einem Lautgesetz des Niederhessischen, zu dem die Kasseler Mundart gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Hinweis zur Klärung gibt der ältere Sprachgebrauch. Hier seien einige Titel und Untertitel von Büchern bekannter Kasseler Mundartautoren vom Beginn des 20. Jahrhunderts betrachtet: Einerseits „Casseläner Jungen“, „Kasseläner Geschichderchen“ , „Gedichte in Casseläner Mundart“, „Kasseläner Verzählungen“, „Kasseläner Gauden“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Oswald Angersbach]], [[Konrad Berndt]], [[Hermann Elsebach]], [[Paul Heidelbach]], [[Philipp Scheidemann]], [[Gustav Wentzell]].&amp;lt;/ref&amp;gt;, andererseits „Erinnerungen eines alten Kasselaners“, „Erlebnisse … eines alten Casselaners“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gottlob Theuerkauf]], [[Franz Treller]].&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der unterschiedliche Sprachgebrauch ist offenbar nicht willkürlich. Bei der Bezeichnung des Einwohners von Kassel wird der Begriff ''Kasselaner'' bevorzugt, er ist Substantiv, wohingegen ''Kasseläner'' meist attributiv steht, sozusagen als unveränderliches Adjektiv.&amp;lt;ref&amp;gt;Abweichend [[Heinrich Jonas]]: ''Fimf Geschichderchen vun Kasseläneren, die de in der Wulle gefärwed sin''. Kassel 1899.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt zu ''Kassel'' die alte Adjektivbildung ''kasselänisch'' (dialektal ''kasselänsch''&amp;lt;ref&amp;gt;Grassow S. 48: ''kasselänsch''&lt;br /&gt;
„kasselisch“.&amp;lt;/ref&amp;gt;) abgeleitet von ''Kasselaner'', neuerdings wieder aufgegriffen von Axel Herwig&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe Anmerkung 1.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Endung ''-isch'' bewirkt regulär Umlaut, vgl. z.B. ''Franke'' – ''fränkisch'', ''Sachse'' – ''sächsisch'', ''Franzose'' – ''französisch'', dementsprechend also auch ''Kasselaner'' – ''kasselänisch''.&amp;lt;ref&amp;gt;Der regionale Sprachgebrauch ist im Hinblick auf die Bildungsweise von ''kasselän(i)sch'' regelkonformer, das heißt altertümlicher, als das moderne Hochdeutsch, in dem es beispielsweise ''Amerika'', ''Amerikaner'', ''amerikanisch'' (nicht etwa ''amerikänisch'') heißt. Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit läßt sich daraus schließen, daß die Bildung ''kasselän(i)sch'' recht alt ist. Das hieße natürlich, daß die Ableitungsgrundlage ''Kasselaner'' ebenfalls recht hohen Alters wäre.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das -''ä''- des Adjektivs ''kasselänisch'' ist ganz offensichtlich auf  ''Kasselaner'', sofern adjektivisch gebraucht, übertragen worden und ergab die Form ''Kasseläner''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fazit'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ursprüngliche Bedeutungsunterschied zwischen ''Kasselaner'' und ''Kasseläner'' ist im Laufe der Zeit offensichtlich in Vergessenheit geraten. So konnten schließlich die zwei Begriffe als gleichwertig und austauschbar erscheinen, ''Kasseläner'' – sicherlich wegen der größeren Abweichung vom Hochdeutschen – dann sogar als dialektgemäßer. Erst jetzt konnte jener Sprachscherz entstehen, um den es hier geht. --- (Guth)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[August Grassow|Grassow, August]]: ''Wörterbuch der Kasseler Mundart'' [Manuskript-Abschluß 1894]. Hrsg. u. erw. v. [[Paul Heidelbach]]. Kassel 1952.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Vilmar, August Friedrich Christian: ''Idiotikon von Kurhessen''. Marburg u. Leipzig 1868.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Römhild, Hans (Hrsg.): ''Kasseläner Klee. Volksbuch der Kasseler Mundart in Geschichten und Gedichten''. Mit Federzeichnungen von Ernst Metz. Melsungen: A. Bernecker Verlag, 1970, 155 Seiten; 3., unveränd. Auflage, 1994, 160 S., ISBN	3-87064-093-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Herwig, Axel: ''Kasselänisch von A bis Z. Ein Wörterbuch der Kasseler Mundart''. Im Auftrag der Stadtsparkasse Kassel. &lt;br /&gt;
Kassel: Stadtsparkasse, 1977, 144 S.; 2., erw. Auflage, 1978, 156 S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Herwig, Axel: ''Mäh schallern einen. Ein Liederbuch für Kasseler, Kasselaner und Kasseläner''. Herausgegeben von der Stadtsparkasse Kassel. Kassel: Paul Dierichs, 1980, 177 S. (Mit Noten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Keim, Heinrich: ''Kassel von A - Z. Das Lexikon der Kasseläner Begriffe''. Gudensberg-Gleichen: Wartberg-Verlag, 2003, 134 S., ISBN 3-8313-1032-7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Querverweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Kasseler Mundart]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise und Anmerkungen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;metadesc&amp;gt;„Kasseler – Kasselaner – Kasseläner“ - Anmerkungen zu einem in Kassel populären Sprachscherz.&amp;lt;/metadesc&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Manfred Riebe</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Kasseler_%E2%80%93_Kasselaner_%E2%80%93_Kassel%C3%A4ner</id>
		<title>Kasseler – Kasselaner – Kasseläner</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Kasseler_%E2%80%93_Kasselaner_%E2%80%93_Kassel%C3%A4ner"/>
				<updated>2012-07-11T16:36:35Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Manfred Riebe: /* Literatur */ Keim, Heinrich: ''Kassel von A - Z. Das Lexikon der Kasseläner Begriffe''&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild: Herwig schallern.jpg|thumb|185px|left|Axel Herwig, ''Mäh schallern einen'' (1980)]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Scheidemann Jungen.jpg|thumb|185px|left|Henner Piffendeckel (= Philipp Scheidemann), ''Casseläner Jungen'' (1910)]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Treller Was ich me X.jpg|thumb|185px|left|Franz Treller, ''Was ich me so gedacht hon'' (3. Aufl. 1895)]]&lt;br /&gt;
==„Kasseler – Kasselaner – Kasseläner“ – ein Sprachscherz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Kasseler ist jemand, der in Kassel zugezogen ist, Kasselaner ist jemand, der in Kassel geboren ist, und Kasseläner ist jemand, dessen Eltern bereits in Kassel geboren sind.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese scherzhafte Definition ist in unterschiedlichen Formulierungen seit Jahrzehnten in Kassel geläufig.&amp;lt;ref&amp;gt;Von [[Axel Herwig]] 1977 in sein Wörterbuch der Kasseler Mundart ''Kasselänisch von A bis Z'' (S. 66 f.) aufgenommen, auch 1980 in den Untertitel seines Liederbuchs ''Mäh schallern einen'': „Ein Liederbuch für Kasseler, Kasselaner und Kasseläner“ (s. Abb. 1).&amp;lt;/ref&amp;gt; Trotz aller Bemühungen konnten Herkunft und Alter dieses Sprachscherzes bisher nicht festgestellt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Für Hinweise wären wir sehr dankbar. Kontaktaufnahme: s. Impressum.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er dürfte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgekommen sein, kaum früher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wörterbuchbelege aus dem 19. Jahrhundert für ''Kasselaner'' und ''Kasseläner'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem Stichwort „Kassel“ schreibt August Vilmar 1868&amp;lt;ref&amp;gt; Vilmar S. 194 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; in seinem „Idiotikon von Kurhessen“ unter anderem folgendes: „Als Idiotismus bemerkenswert ist, daß die Bewohner von Kassel mit der lateinisch-griechischen Endung Kassel'''aner''' ganz allgemein genannt werden und sich selbst nennen, eine monströse Abnormität, welche jedoch in der Benennung Hannoveraner ihre Parallele hat.“ Den ''Kasseläner'' erwähnt Vilmar nicht. Hingegen führt August Grassow in seinem „Wörterbuch der Kasseler Mundart“, abgeschlossen 1894, nur das Stichwort ''Kasseläner'' auf mit der Bedeutung „Kasseler“&amp;lt;ref&amp;gt;Grassow S. 48.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Daß bei ihm der ''Kasselaner'' fehlt, ist einleuchtend: Grassow sammelte Kasseler Mundartausdrücke, ''Kasselaner'' sah er wohl eher als hochdeutsches Wort an, vergleichbar mit Bildungen wie z.B. ''Hannoveraner'' und ''Weimaraner''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Beurteilung der  drei Wörter ''Kasseler'', ''Kasselaner'' und ''Kasseläner'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1) ''Kasseler'' ist gewissermaßen die Normalform, sowohl hochdeutsch als auch mundartlich&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa das bekannte „Kaßler Wertchen“ (Kasseler Wörtchen).&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie bedarf keiner weiteren Erläuterung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2) ''Kasselaner'' und ähnliche Bildungen gehen auf den im Mittelalter und darüber hinaus lateinisch bestimmten Sprachgebrauch in Kirche, Urkundenwesen und gelehrter Welt zurück. Ein Bürger von Kassel oder jemand, der aus Kassel stammte, war ein ''Casselanus''. Die lateinische Endung ''-anus'', die eine Zugehörigkeit ausdrückt, wurde – leicht eingedeutscht – vielfach als ''-aner'' übernommen (vgl. die Bezeichnungen der Ordenszugehörigkeit ''Dominicanus'' &amp;gt; ''Dominikaner'', ''Franciscanus'' &amp;gt; ''Franziskaner'') und in dieser Form schließlich als Endung frei verfügbar (vgl. ''Amerikaner'', ''Kantianer'', ''Veganer'' usw.). Ob der ''Kasselaner'' unmittelbar auf den mittelalterlichen und frühneuzeitlichen ''Casselanus'' zurückgeht oder eine davon unabhängige spätere Bildung ist, läßt sich natürlich nicht sagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3) ''Kasseläner'' ist diejenige der drei Bezeichnungen, die tatsächlich erklärungsbedürftig bleibt, denn der Umlaut ''-ä-'' hat weder im Hochdeutschen eine lautgesetzliche Grundlage, noch beruht er auf einem Lautgesetz des Niederhessischen, zu dem die Kasseler Mundart gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Hinweis zur Klärung gibt der ältere Sprachgebrauch. Hier seien einige Titel und Untertitel von Büchern bekannter Kasseler Mundartautoren vom Beginn des 20. Jahrhunderts betrachtet: Einerseits „Casseläner Jungen“, „Kasseläner Geschichderchen“ , „Gedichte in Casseläner Mundart“, „Kasseläner Verzählungen“, „Kasseläner Gauden“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Oswald Angersbach]], [[Konrad Berndt]], [[Hermann Elsebach]], [[Paul Heidelbach]], [[Philipp Scheidemann]], [[Gustav Wentzell]].&amp;lt;/ref&amp;gt;, andererseits „Erinnerungen eines alten Kasselaners“, „Erlebnisse … eines alten Casselaners“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gottlob Theuerkauf]], [[Franz Treller]].&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der unterschiedliche Sprachgebrauch ist offenbar nicht willkürlich. Bei der Bezeichnung des Einwohners von Kassel wird der Begriff ''Kasselaner'' bevorzugt, er ist Substantiv, wohingegen ''Kasseläner'' meist attributiv steht, sozusagen als unveränderliches Adjektiv.&amp;lt;ref&amp;gt;Abweichend [[Heinrich Jonas]]: ''Fimf Geschichderchen vun Kasseläneren, die de in der Wulle gefärwed sin''. Kassel 1899.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt zu ''Kassel'' die alte Adjektivbildung ''kasselänisch'' (dialektal ''kasselänsch''&amp;lt;ref&amp;gt;Grassow S. 48: ''kasselänsch''&lt;br /&gt;
„kasselisch“.&amp;lt;/ref&amp;gt;) abgeleitet von ''Kasselaner'', neuerdings wieder aufgegriffen von Axel Herwig&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe Anmerkung 1.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Endung ''-isch'' bewirkt regulär Umlaut, vgl. z.B. ''Franke'' – ''fränkisch'', ''Sachse'' – ''sächsisch'', ''Franzose'' – ''französisch'', dementsprechend also auch ''Kasselaner'' – ''kasselänisch''.&amp;lt;ref&amp;gt;Der regionale Sprachgebrauch ist im Hinblick auf die Bildungsweise von ''kasselän(i)sch'' regelkonformer, das heißt altertümlicher, als das moderne Hochdeutsch, in dem es beispielsweise ''Amerika'', ''Amerikaner'', ''amerikanisch'' (nicht etwa ''amerikänisch'') heißt. Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit läßt sich daraus schließen, daß die Bildung ''kasselän(i)sch'' recht alt ist. Das hieße natürlich, daß die Ableitungsgrundlage ''Kasselaner'' ebenfalls recht hohen Alters wäre.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das -''ä''- des Adjektivs ''kasselänisch'' ist ganz offensichtlich auf  ''Kasselaner'', sofern adjektivisch gebraucht, übertragen worden und ergab die Form ''Kasseläner''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fazit'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ursprüngliche Bedeutungsunterschied zwischen ''Kasselaner'' und ''Kasseläner'' ist im Laufe der Zeit offensichtlich in Vergessenheit geraten. So konnten schließlich die zwei Begriffe als gleichwertig und austauschbar erscheinen, ''Kasseläner'' – sicherlich wegen der größeren Abweichung vom Hochdeutschen – dann sogar als dialektgemäßer. Erst jetzt konnte jener Sprachscherz entstehen, um den es hier geht. --- (Guth)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[August Grassow|Grassow, August]]: ''Wörterbuch der Kasseler Mundart'' [Manuskript-Abschluß 1894]. Hrsg. u. erw. v. [[Paul Heidelbach]]. Kassel 1952.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Vilmar, August Friedrich Christian: ''Idiotikon von Kurhessen''. Marburg u. Leipzig 1868.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Römhild, Hans (Hrsg.): ''Kasseläner Klee. Volksbuch der Kasseler Mundart in Geschichten und Gedichten''. Mit Federzeichnungen von Ernst Metz. Melsungen: A. Bernecker Verlag, 1970, 155 Seiten; 3., unveränd. Auflage, 1994, 160 S., ISBN	3-87064-093-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Herwig, Axel: ''Mäh schallern einen. Ein Liederbuch für Kasseler, Kasselaner und Kasseläner''. Herausgegeben von der Stadtsparkasse Kassel. Kassel: Paul Dierichs, 1980, 177 S. (Mit Noten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Keim, Heinrich: ''Kassel von A - Z. Das Lexikon der Kasseläner Begriffe''. Gudensberg-Gleichen: Wartberg-Verlag, 2003, 134 S., ISBN 3-8313-1032-7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Querverweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Kasseler Mundart]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise und Anmerkungen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;metadesc&amp;gt;„Kasseler – Kasselaner – Kasseläner“ - Anmerkungen zu einem in Kassel populären Sprachscherz.&amp;lt;/metadesc&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Manfred Riebe</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Kasseler_%E2%80%93_Kasselaner_%E2%80%93_Kassel%C3%A4ner</id>
		<title>Kasseler – Kasselaner – Kasseläner</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Kasseler_%E2%80%93_Kasselaner_%E2%80%93_Kassel%C3%A4ner"/>
				<updated>2012-07-11T16:26:53Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Manfred Riebe: Korr.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild: Herwig schallern.jpg|thumb|185px|left|Axel Herwig, ''Mäh schallern einen'' (1980)]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Scheidemann Jungen.jpg|thumb|185px|left|Henner Piffendeckel (= Philipp Scheidemann), ''Casseläner Jungen'' (1910)]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Treller Was ich me X.jpg|thumb|185px|left|Franz Treller, ''Was ich me so gedacht hon'' (3. Aufl. 1895)]]&lt;br /&gt;
==„Kasseler – Kasselaner – Kasseläner“ – ein Sprachscherz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Kasseler ist jemand, der in Kassel zugezogen ist, Kasselaner ist jemand, der in Kassel geboren ist, und Kasseläner ist jemand, dessen Eltern bereits in Kassel geboren sind.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese scherzhafte Definition ist in unterschiedlichen Formulierungen seit Jahrzehnten in Kassel geläufig.&amp;lt;ref&amp;gt;Von [[Axel Herwig]] 1977 in sein Wörterbuch der Kasseler Mundart ''Kasselänisch von A bis Z'' (S. 66 f.) aufgenommen, auch 1980 in den Untertitel seines Liederbuchs ''Mäh schallern einen'': „Ein Liederbuch für Kasseler, Kasselaner und Kasseläner“ (s. Abb. 1).&amp;lt;/ref&amp;gt; Trotz aller Bemühungen konnten Herkunft und Alter dieses Sprachscherzes bisher nicht festgestellt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Für Hinweise wären wir sehr dankbar. Kontaktaufnahme: s. Impressum.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er dürfte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgekommen sein, kaum früher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wörterbuchbelege aus dem 19. Jahrhundert für ''Kasselaner'' und ''Kasseläner'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem Stichwort „Kassel“ schreibt August Vilmar 1868&amp;lt;ref&amp;gt; Vilmar S. 194 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; in seinem „Idiotikon von Kurhessen“ unter anderem folgendes: „Als Idiotismus bemerkenswert ist, daß die Bewohner von Kassel mit der lateinisch-griechischen Endung Kassel'''aner''' ganz allgemein genannt werden und sich selbst nennen, eine monströse Abnormität, welche jedoch in der Benennung Hannoveraner ihre Parallele hat.“ Den ''Kasseläner'' erwähnt Vilmar nicht. Hingegen führt August Grassow in seinem „Wörterbuch der Kasseler Mundart“, abgeschlossen 1894, nur das Stichwort ''Kasseläner'' auf mit der Bedeutung „Kasseler“&amp;lt;ref&amp;gt;Grassow S. 48.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Daß bei ihm der ''Kasselaner'' fehlt, ist einleuchtend: Grassow sammelte Kasseler Mundartausdrücke, ''Kasselaner'' sah er wohl eher als hochdeutsches Wort an, vergleichbar mit Bildungen wie z.B. ''Hannoveraner'' und ''Weimaraner''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Beurteilung der  drei Wörter ''Kasseler'', ''Kasselaner'' und ''Kasseläner'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1) ''Kasseler'' ist gewissermaßen die Normalform, sowohl hochdeutsch als auch mundartlich&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa das bekannte „Kaßler Wertchen“ (Kasseler Wörtchen).&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie bedarf keiner weiteren Erläuterung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2) ''Kasselaner'' und ähnliche Bildungen gehen auf den im Mittelalter und darüber hinaus lateinisch bestimmten Sprachgebrauch in Kirche, Urkundenwesen und gelehrter Welt zurück. Ein Bürger von Kassel oder jemand, der aus Kassel stammte, war ein ''Casselanus''. Die lateinische Endung ''-anus'', die eine Zugehörigkeit ausdrückt, wurde – leicht eingedeutscht – vielfach als ''-aner'' übernommen (vgl. die Bezeichnungen der Ordenszugehörigkeit ''Dominicanus'' &amp;gt; ''Dominikaner'', ''Franciscanus'' &amp;gt; ''Franziskaner'') und in dieser Form schließlich als Endung frei verfügbar (vgl. ''Amerikaner'', ''Kantianer'', ''Veganer'' usw.). Ob der ''Kasselaner'' unmittelbar auf den mittelalterlichen und frühneuzeitlichen ''Casselanus'' zurückgeht oder eine davon unabhängige spätere Bildung ist, läßt sich natürlich nicht sagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3) ''Kasseläner'' ist diejenige der drei Bezeichnungen, die tatsächlich erklärungsbedürftig bleibt, denn der Umlaut ''-ä-'' hat weder im Hochdeutschen eine lautgesetzliche Grundlage, noch beruht er auf einem Lautgesetz des Niederhessischen, zu dem die Kasseler Mundart gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Hinweis zur Klärung gibt der ältere Sprachgebrauch. Hier seien einige Titel und Untertitel von Büchern bekannter Kasseler Mundartautoren vom Beginn des 20. Jahrhunderts betrachtet: Einerseits „Casseläner Jungen“, „Kasseläner Geschichderchen“ , „Gedichte in Casseläner Mundart“, „Kasseläner Verzählungen“, „Kasseläner Gauden“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Oswald Angersbach]], [[Konrad Berndt]], [[Hermann Elsebach]], [[Paul Heidelbach]], [[Philipp Scheidemann]], [[Gustav Wentzell]].&amp;lt;/ref&amp;gt;, andererseits „Erinnerungen eines alten Kasselaners“, „Erlebnisse … eines alten Casselaners“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gottlob Theuerkauf]], [[Franz Treller]].&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der unterschiedliche Sprachgebrauch ist offenbar nicht willkürlich. Bei der Bezeichnung des Einwohners von Kassel wird der Begriff ''Kasselaner'' bevorzugt, er ist Substantiv, wohingegen ''Kasseläner'' meist attributiv steht, sozusagen als unveränderliches Adjektiv.&amp;lt;ref&amp;gt;Abweichend [[Heinrich Jonas]]: ''Fimf Geschichderchen vun Kasseläneren, die de in der Wulle gefärwed sin''. Kassel 1899.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt zu ''Kassel'' die alte Adjektivbildung ''kasselänisch'' (dialektal ''kasselänsch''&amp;lt;ref&amp;gt;Grassow S. 48: ''kasselänsch''&lt;br /&gt;
„kasselisch“.&amp;lt;/ref&amp;gt;) abgeleitet von ''Kasselaner'', neuerdings wieder aufgegriffen von Axel Herwig&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe Anmerkung 1.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Endung ''-isch'' bewirkt regulär Umlaut, vgl. z.B. ''Franke'' – ''fränkisch'', ''Sachse'' – ''sächsisch'', ''Franzose'' – ''französisch'', dementsprechend also auch ''Kasselaner'' – ''kasselänisch''.&amp;lt;ref&amp;gt;Der regionale Sprachgebrauch ist im Hinblick auf die Bildungsweise von ''kasselän(i)sch'' regelkonformer, das heißt altertümlicher, als das moderne Hochdeutsch, in dem es beispielsweise ''Amerika'', ''Amerikaner'', ''amerikanisch'' (nicht etwa ''amerikänisch'') heißt. Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit läßt sich daraus schließen, daß die Bildung ''kasselän(i)sch'' recht alt ist. Das hieße natürlich, daß die Ableitungsgrundlage ''Kasselaner'' ebenfalls recht hohen Alters wäre.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das -''ä''- des Adjektivs ''kasselänisch'' ist ganz offensichtlich auf  ''Kasselaner'', sofern adjektivisch gebraucht, übertragen worden und ergab die Form ''Kasseläner''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fazit'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ursprüngliche Bedeutungsunterschied zwischen ''Kasselaner'' und ''Kasseläner'' ist im Laufe der Zeit offensichtlich in Vergessenheit geraten. So konnten schließlich die zwei Begriffe als gleichwertig und austauschbar erscheinen, ''Kasseläner'' – sicherlich wegen der größeren Abweichung vom Hochdeutschen – dann sogar als dialektgemäßer. Erst jetzt konnte jener Sprachscherz entstehen, um den es hier geht. --- (Guth)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[August Grassow|Grassow, August]]: ''Wörterbuch der Kasseler Mundart'' [Manuskript-Abschluß 1894]. Hrsg. u. erw. v. [[Paul Heidelbach]]. Kassel 1952.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Vilmar, August Friedrich Christian: ''Idiotikon von Kurhessen''. Marburg u. Leipzig 1868.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Römhild, Hans (Hrsg.): ''Kasseläner Klee. Volksbuch der Kasseler Mundart in Geschichten und Gedichten''. Mit Federzeichnungen von Ernst Metz. Melsungen: A. Bernecker Verlag, 1970, 155 Seiten; 3., unveränd. Auflage, 1994, 160 S., ISBN	3-87064-093-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Herwig, Axel: ''Mäh schallern einen. Ein Liederbuch für Kasseler, Kasselaner und Kasseläner''. Herausgegeben von der Stadtsparkasse Kassel. Kassel: Paul Dierichs, 1980, 177 S. (Mit Noten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Querverweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Kasseler Mundart]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise und Anmerkungen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;metadesc&amp;gt;„Kasseler – Kasselaner – Kasseläner“ - Anmerkungen zu einem in Kassel populären Sprachscherz.&amp;lt;/metadesc&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Manfred Riebe</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Kasseler_%E2%80%93_Kasselaner_%E2%80%93_Kassel%C3%A4ner</id>
		<title>Kasseler – Kasselaner – Kasseläner</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Kasseler_%E2%80%93_Kasselaner_%E2%80%93_Kassel%C3%A4ner"/>
				<updated>2012-07-11T16:19:01Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Manfred Riebe: /* Literatur */ Herwig, Axel: ''Mäh schallern einen. Ein Liederbuch für Kasseler, Kasselaner und Kasseläner''&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild: Herwig schallern.jpg|thumb|185px|left|Axel Herwig, ''Mäh schallern einen'' (1980)]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Scheidemann Jungen.jpg|thumb|185px|left|Henner Piffendeckel (= Philipp Scheidemann), ''Casseläner Jungen'' (1910)]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Treller Was ich me X.jpg|thumb|185px|left|Franz Treller, ''Was ich me so gedacht hon'' (3. Aufl. 1895)]]&lt;br /&gt;
==„Kasseler – Kasselaner – Kasseläner“ – ein Sprachscherz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Kasseler ist jemand, der in Kassel zugezogen ist, Kasselaner ist jemand, der in Kassel geboren ist, und Kasseläner ist jemand, dessen Eltern bereits in Kassel geboren sind.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese scherzhafte Definition ist in unterschiedlichen Formulierungen seit Jahrzehnten in Kassel geläufig.&amp;lt;ref&amp;gt;Von [[Axel Herwig]] 1977 in sein Wörterbuch der Kasseler Mundart ''Kasselänisch von A bis Z'' (S. 66 f.) aufgenommen, auch 1980 in den Untertitel seines Liederbuchs ''Mäh schallern einen'': „Ein Liederbuch für Kasseler, Kasselaner und Kasseläner“ (s. Abb. 1).&amp;lt;/ref&amp;gt; Trotz aller Bemühungen konnten Herkunft und Alter dieses Sprachscherzes bisher nicht festgestellt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Für eventuelle Hinweise wären wir sehr dankbar. Kontaktaufnahme: s. Impressum.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er dürfte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgekommen sein, kaum früher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wörterbuchbelege aus dem 19. Jahrhundert für ''Kasselaner'' und ''Kasseläner'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem Stichwort „Kassel“ schreibt August Vilmar 1868&amp;lt;ref&amp;gt; Vilmar S. 194 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; in seinem „Idiotikon von Kurhessen“ unter anderem folgendes: „Als Idiotismus bemerkenswert ist, daß die Bewohner von Kassel mit der lateinisch-griechischen Endung Kassel'''aner''' ganz allgemein genannt werden und sich selbst nennen, eine monströse Abnormität, welche jedoch in der Benennung Hannoveraner ihre Parallele hat.“ Den ''Kasseläner'' erwähnt Vilmar nicht. Hingegen führt August Grassow in seinem „Wörterbuch der Kasseler Mundart“, abgeschlossen 1894, nur das Stichwort ''Kasseläner'' auf mit der Bedeutung „Kasseler“&amp;lt;ref&amp;gt;Grassow S. 48.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Daß bei ihm der ''Kasselaner'' fehlt, ist einleuchtend: Grassow sammelte Kasseler Mundartausdrücke, ''Kasselaner'' sah er wohl eher als hochdeutsches Wort an, vergleichbar mit Bildungen wie z.B. ''Hannoveraner'' und ''Weimaraner''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Beurteilung der  drei Wörter ''Kasseler'', ''Kasselaner'' und ''Kasseläner'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1) ''Kasseler'' ist gewissermaßen die Normalform, sowohl hochdeutsch als auch mundartlich&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa das bekannte „Kaßler Wertchen“ (Kasseler Wörtchen).&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie bedarf keiner weiteren Erläuterung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2) ''Kasselaner'' und ähnliche Bildungen gehen auf den im Mittelalter und darüber hinaus lateinisch bestimmten Sprachgebrauch in Kirche, Urkundenwesen und gelehrter Welt zurück. Ein Bürger von Kassel oder jemand, der aus Kassel stammte, war ein ''Casselanus''. Die lateinische Endung ''-anus'', die eine Zugehörigkeit ausdrückt, wurde – leicht eingedeutscht – vielfach als ''-aner'' übernommen (vgl. die Bezeichnungen der Ordenszugehörigkeit ''Dominicanus'' &amp;gt; ''Dominikaner'', ''Franciscanus'' &amp;gt; ''Franziskaner'') und in dieser Form schließlich als Endung frei verfügbar (vgl. ''Amerikaner'', ''Kantianer'', ''Veganer'' usw.). Ob der ''Kasselaner'' unmittelbar auf den mittelalterlichen und frühneuzeitlichen ''Casselanus'' zurückgeht oder eine davon unabhängige spätere Bildung ist, läßt sich natürlich nicht sagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3) ''Kasseläner'' ist diejenige der drei Bezeichnungen, die tatsächlich erklärungsbedürftig bleibt, denn der Umlaut ''-ä-'' hat weder im Hochdeutschen eine lautgesetzliche Grundlage, noch beruht er auf einem Lautgesetz des Niederhessischen, zu dem die Kasseler Mundart gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Hinweis zur Klärung gibt der ältere Sprachgebrauch. Hier seien einige Titel und Untertitel von Büchern bekannter Kasseler Mundartautoren vom Beginn des 20. Jahrhunderts betrachtet: Einerseits „Casseläner Jungen“, „Kasseläner Geschichderchen“ , „Gedichte in Casseläner Mundart“, „Kasseläner Verzählungen“, „Kasseläner Gauden“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Oswald Angersbach]], [[Konrad Berndt]], [[Hermann Elsebach]], [[Paul Heidelbach]], [[Philipp Scheidemann]], [[Gustav Wentzell]].&amp;lt;/ref&amp;gt;, andererseits „Erinnerungen eines alten Kasselaners“, „Erlebnisse … eines alten Casselaners“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gottlob Theuerkauf]], [[Franz Treller]].&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der unterschiedliche Sprachgebrauch ist offenbar nicht willkürlich. Bei der Bezeichnung des Einwohners von Kassel wird der Begriff ''Kasselaner'' bevorzugt, er ist Substantiv, wohingegen ''Kasseläner'' meist attributiv steht, sozusagen als unveränderliches Adjektiv.&amp;lt;ref&amp;gt;Abweichend [[Heinrich Jonas]]: ''Fimf Geschichderchen vun Kasseläneren, die de in der Wulle gefärwed sin''. Kassel 1899.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt zu ''Kassel'' die alte Adjektivbildung ''kasselänisch'' (dialektal ''kasselänsch''&amp;lt;ref&amp;gt;Grassow S. 48: ''kasselänsch''&lt;br /&gt;
„kasselisch“.&amp;lt;/ref&amp;gt;) abgeleitet von ''Kasselan-er'', neuerdings wieder aufgegriffen von Axel Herwig&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe Anmerkung 1.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Endung ''-isch'' bewirkt regulär Umlaut, vgl. z.B. ''Franke'' – ''fränkisch'', ''Sachse'' – ''sächsisch'', ''Franzose'' – ''französisch'', demensprechend also auch ''Kasselaner'' – ''kasselänisch''.&amp;lt;ref&amp;gt;Der regionale Sprachgebrauch ist im Hinblick auf die Bildungsweise von ''kasselän(i)sch'' regelkonformer, das heißt altertümlicher, als das moderne Hochdeutsch, in dem es beispielsweise ''Amerika'', ''Amerikaner'', ''amerikanisch'' (nicht etwa ''amerikänisch'') heißt. Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit läßt sich daraus schließen, daß die Bildung ''kasselän(i)sch'' recht alt ist. Das hieße natürlich, daß die Ableitungsgrundlage ''Kasselaner'' ebenfalls recht hohen Alters wäre.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das -''ä''- des Adjektivs ''kasselänisch'' ist ganz offensichtlich auf  ''Kasselaner'', sofern adjektivisch gebraucht, übertragen worden und ergab die Form ''Kasseläner''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fazit'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ursprüngliche Bedeutungsunterschied zwischen ''Kasselaner'' und ''Kasseläner'' ist im Laufe der Zeit offensichtlich in Vergessenheit geraten. So konnten schließlich die zwei Begriffe als gleichwertig und austauschbar erscheinen, ''Kasseläner'' – sicherlich wegen der größeren Abweichung vom Hochdeutschen – dann sogar als dialektgemäßer. Erst jetzt konnte jener Sprachscherz entstehen, um den es hier geht. --- (Guth)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[August Grassow|Grassow, August]]: ''Wörterbuch der Kasseler Mundart'' [Manuskript-Abschluß 1894]. Hrsg. u. erw. v. [[Paul Heidelbach]]. Kassel 1952.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Vilmar, August Friedrich Christian: ''Idiotikon von Kurhessen''. Marburg u. Leipzig 1868.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Römhild, Hans (Hrsg.): ''Kasseläner Klee. Volksbuch der Kasseler Mundart in Geschichten und Gedichten''. Mit Federzeichnungen von Ernst Metz. Melsungen: A. Bernecker Verlag, 1970, 155 Seiten; 3., unveränd. Auflage, 1994, 160 S., ISBN	3-87064-093-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Herwig, Axel: ''Mäh schallern einen. Ein Liederbuch für Kasseler, Kasselaner und Kasseläner''. Herausgegeben von der Stadtsparkasse Kassel. Kassel: Paul Dierichs, 1980, 177 S. (Mit Noten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Querverweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Kasseler Mundart]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise und Anmerkungen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;metadesc&amp;gt;„Kasseler – Kasselaner – Kasseläner“ - Anmerkungen zu einem in Kassel populären Sprachscherz.&amp;lt;/metadesc&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Manfred Riebe</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Kasseler_%E2%80%93_Kasselaner_%E2%80%93_Kassel%C3%A4ner</id>
		<title>Kasseler – Kasselaner – Kasseläner</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Kasseler_%E2%80%93_Kasselaner_%E2%80%93_Kassel%C3%A4ner"/>
				<updated>2012-07-11T16:12:54Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Manfred Riebe: /* Literatur */ Römhild, Hans (Hrsg.): Kasseläner Klee&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild: Herwig schallern.jpg|thumb|185px|left|Axel Herwig, ''Mäh schallern einen'' (1980)]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Scheidemann Jungen.jpg|thumb|185px|left|Henner Piffendeckel (= Philipp Scheidemann), ''Casseläner Jungen'' (1910)]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Treller Was ich me X.jpg|thumb|185px|left|Franz Treller, ''Was ich me so gedacht hon'' (3. Aufl. 1895)]]&lt;br /&gt;
==„Kasseler – Kasselaner – Kasseläner“ – ein Sprachscherz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Kasseler ist jemand, der in Kassel zugezogen ist, Kasselaner ist jemand, der in Kassel geboren ist, und Kasseläner ist jemand, dessen Eltern bereits in Kassel geboren sind.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese scherzhafte Definition ist in unterschiedlichen Formulierungen seit Jahrzehnten in Kassel geläufig.&amp;lt;ref&amp;gt;Von [[Axel Herwig]] 1977 in sein Wörterbuch der Kasseler Mundart ''Kasselänisch von A bis Z'' (S. 66 f.) aufgenommen, auch 1980 in den Untertitel seines Liederbuchs ''Mäh schallern einen'': „Ein Liederbuch für Kasseler, Kasselaner und Kasseläner“ (s. Abb. 1).&amp;lt;/ref&amp;gt; Trotz aller Bemühungen konnten Herkunft und Alter dieses Sprachscherzes bisher nicht festgestellt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Für eventuelle Hinweise wären wir sehr dankbar. Kontaktaufnahme: s. Impressum.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er dürfte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgekommen sein, kaum früher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wörterbuchbelege aus dem 19. Jahrhundert für ''Kasselaner'' und ''Kasseläner'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem Stichwort „Kassel“ schreibt August Vilmar 1868&amp;lt;ref&amp;gt; Vilmar S. 194 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; in seinem „Idiotikon von Kurhessen“ unter anderem folgendes: „Als Idiotismus bemerkenswert ist, daß die Bewohner von Kassel mit der lateinisch-griechischen Endung Kassel'''aner''' ganz allgemein genannt werden und sich selbst nennen, eine monströse Abnormität, welche jedoch in der Benennung Hannoveraner ihre Parallele hat.“ Den ''Kasseläner'' erwähnt Vilmar nicht. Hingegen führt August Grassow in seinem „Wörterbuch der Kasseler Mundart“, abgeschlossen 1894, nur das Stichwort ''Kasseläner'' auf mit der Bedeutung „Kasseler“&amp;lt;ref&amp;gt;Grassow S. 48.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Daß bei ihm der ''Kasselaner'' fehlt, ist einleuchtend: Grassow sammelte Kasseler Mundartausdrücke, ''Kasselaner'' sah er wohl eher als hochdeutsches Wort an, vergleichbar mit Bildungen wie z.B. ''Hannoveraner'' und ''Weimaraner''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Beurteilung der  drei Wörter ''Kasseler'', ''Kasselaner'' und ''Kasseläner'''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1) ''Kasseler'' ist gewissermaßen die Normalform, sowohl hochdeutsch als auch mundartlich&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa das bekannte „Kaßler Wertchen“ (Kasseler Wörtchen).&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie bedarf keiner weiteren Erläuterung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2) ''Kasselaner'' und ähnliche Bildungen gehen auf den im Mittelalter und darüber hinaus lateinisch bestimmten Sprachgebrauch in Kirche, Urkundenwesen und gelehrter Welt zurück. Ein Bürger von Kassel oder jemand, der aus Kassel stammte, war ein ''Casselanus''. Die lateinische Endung ''-anus'', die eine Zugehörigkeit ausdrückt, wurde – leicht eingedeutscht – vielfach als ''-aner'' übernommen (vgl. die Bezeichnungen der Ordenszugehörigkeit ''Dominicanus'' &amp;gt; ''Dominikaner'', ''Franciscanus'' &amp;gt; ''Franziskaner'') und in dieser Form schließlich als Endung frei verfügbar (vgl. ''Amerikaner'', ''Kantianer'', ''Veganer'' usw.). Ob der ''Kasselaner'' unmittelbar auf den mittelalterlichen und frühneuzeitlichen ''Casselanus'' zurückgeht oder eine davon unabhängige spätere Bildung ist, läßt sich natürlich nicht sagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3) ''Kasseläner'' ist diejenige der drei Bezeichnungen, die tatsächlich erklärungsbedürftig bleibt, denn der Umlaut ''-ä-'' hat weder im Hochdeutschen eine lautgesetzliche Grundlage, noch beruht er auf einem Lautgesetz des Niederhessischen, zu dem die Kasseler Mundart gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Hinweis zur Klärung gibt der ältere Sprachgebrauch. Hier seien einige Titel und Untertitel von Büchern bekannter Kasseler Mundartautoren vom Beginn des 20. Jahrhunderts betrachtet: Einerseits „Casseläner Jungen“, „Kasseläner Geschichderchen“ , „Gedichte in Casseläner Mundart“, „Kasseläner Verzählungen“, „Kasseläner Gauden“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Oswald Angersbach]], [[Konrad Berndt]], [[Hermann Elsebach]], [[Paul Heidelbach]], [[Philipp Scheidemann]], [[Gustav Wentzell]].&amp;lt;/ref&amp;gt;, andererseits „Erinnerungen eines alten Kasselaners“, „Erlebnisse … eines alten Casselaners“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gottlob Theuerkauf]], [[Franz Treller]].&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der unterschiedliche Sprachgebrauch ist offenbar nicht willkürlich. Bei der Bezeichnung des Einwohners von Kassel wird der Begriff ''Kasselaner'' bevorzugt, er ist Substantiv, wohingegen ''Kasseläner'' meist attributiv steht, sozusagen als unveränderliches Adjektiv.&amp;lt;ref&amp;gt;Abweichend [[Heinrich Jonas]]: ''Fimf Geschichderchen vun Kasseläneren, die de in der Wulle gefärwed sin''. Kassel 1899.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt zu ''Kassel'' die alte Adjektivbildung ''kasselänisch'' (dialektal ''kasselänsch''&amp;lt;ref&amp;gt;Grassow S. 48: ''kasselänsch''&lt;br /&gt;
„kasselisch“.&amp;lt;/ref&amp;gt;) abgeleitet von ''Kasselan-er'', neuerdings wieder aufgegriffen von Axel Herwig&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe Anmerkung 1.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Endung ''-isch'' bewirkt regulär Umlaut, vgl. z.B. ''Franke'' – ''fränkisch'', ''Sachse'' – ''sächsisch'', ''Franzose'' – ''französisch'', demensprechend also auch ''Kasselaner'' – ''kasselänisch''.&amp;lt;ref&amp;gt;Der regionale Sprachgebrauch ist im Hinblick auf die Bildungsweise von ''kasselän(i)sch'' regelkonformer, das heißt altertümlicher, als das moderne Hochdeutsch, in dem es beispielsweise ''Amerika'', ''Amerikaner'', ''amerikanisch'' (nicht etwa ''amerikänisch'') heißt. Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit läßt sich daraus schließen, daß die Bildung ''kasselän(i)sch'' recht alt ist. Das hieße natürlich, daß die Ableitungsgrundlage ''Kasselaner'' ebenfalls recht hohen Alters wäre.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das -''ä''- des Adjektivs ''kasselänisch'' ist ganz offensichtlich auf  ''Kasselaner'', sofern adjektivisch gebraucht, übertragen worden und ergab die Form ''Kasseläner''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fazit'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ursprüngliche Bedeutungsunterschied zwischen ''Kasselaner'' und ''Kasseläner'' ist im Laufe der Zeit offensichtlich in Vergessenheit geraten. So konnten schließlich die zwei Begriffe als gleichwertig und austauschbar erscheinen, ''Kasseläner'' – sicherlich wegen der größeren Abweichung vom Hochdeutschen – dann sogar als dialektgemäßer. Erst jetzt konnte jener Sprachscherz entstehen, um den es hier geht. --- (Guth)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[August Grassow|Grassow, August]]: ''Wörterbuch der Kasseler Mundart'' [Manuskript-Abschluß 1894]. Hrsg. u. erw. v. [[Paul Heidelbach]]. Kassel 1952.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Vilmar, August Friedrich Christian: ''Idiotikon von Kurhessen''. Marburg u. Leipzig 1868.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Römhild, Hans (Hrsg.): ''Kasseläner Klee. Volksbuch der Kasseler Mundart in Geschichten und Gedichten''. Mit Federzeichnungen von Ernst Metz. Melsungen: A. Bernecker Verlag, 1970, 155 Seiten; 3., unveränd. Auflage, 1994, 160 S., ISBN	3-87064-093-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Querverweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Kasseler Mundart]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise und Anmerkungen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;metadesc&amp;gt;„Kasseler – Kasselaner – Kasseläner“ - Anmerkungen zu einem in Kassel populären Sprachscherz.&amp;lt;/metadesc&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Manfred Riebe</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Benutzer:Manfred_Riebe</id>
		<title>Benutzer:Manfred Riebe</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Benutzer:Manfred_Riebe"/>
				<updated>2012-07-10T14:08:58Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Manfred Riebe: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[http://marjorie-wiki.de/wiki/Manfred_Riebe Manfred Riebe]. Ich betreibe seit 2010 das [http://www.nuernbergwiki.de NürnbergWiki]. Ich öffnete das NürnbergWiki erst Anfang Februar 2012 für Benutzer, aber auf Grund schlechter Erfahrungen in offenen Wikis nur für Benutzer mit Klarnamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe einige Fakten über die Wikiszene möglichst neutral zusammengestellt in einem Schlüsselartikel&lt;br /&gt;
* [http://www.nuernbergwiki.de/index.php/Wikis_in_Franken Wikis in Franken]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich stellte auch dies KasselWiki hinein.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Manfred Riebe</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Benutzer:Manfred_Riebe</id>
		<title>Benutzer:Manfred Riebe</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Benutzer:Manfred_Riebe"/>
				<updated>2012-07-10T14:08:34Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Manfred Riebe: Benutzer:Manfred Riebe&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[http://marjorie-wiki.de/wiki/Manfred_Riebe Manfred Riebe]. Ich betreibe seit 2010 das [http://www.nuernbergwiki.de NürnbergWiki]. Ich öffnete das NürnbergWiki erst Anfang Februar 2012 für Benutzer, aber auf Grund schlechter Erfahrungen in offenen Wikis nur für Benutzer mit Klarnamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe einige Fakten über die Wikiszene möglichst neutral zusammengestellt in einem Schlüsselartikel&lt;br /&gt;
* [http://www.nuernbergwiki.de/index.php/Wikis_in_Franken Wikis in Franken]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich stellte auch dies KasselWiki hinein. --[[Benutzer:Manfred Riebe|Manfred Riebe]] 16:08, 10. Jul. 2012 (CEST)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Manfred Riebe</name></author>	</entry>

	</feed>