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		<title>KasselWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Hans_R%C3%B6mhild</id>
		<title>Hans Römhild</title>
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				<updated>2016-03-16T14:07:04Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Hans Römhild,''' * 31. Dezember 1915 in Kassel, † 29. Juli 1975 in Kassel; Oberstudienrat in Kassel, Organist an der Lutherkirche; Liebhaber und Förderer der Kasseler Mundart.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Lebensweg==&lt;br /&gt;
[[Bild: Römhild Klassik.jpg|thumb|300px|right|kasseläner klassik, 1. Aufl. 1965]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Römhild Klee.jpg|thumb|300px|right|kasseläner klee, 3. Aufl. 1994]]&lt;br /&gt;
Hans Römhild wurde am 31. Dezember 1915 in Kassel-Wahlershausen geboren. Würdigung 1969: „Er wuchs in einem der letzten Bauernhöfe dieses Stadtteils auf, besuchte das Realgymnasium I, studierte Pädagogik, Musik und Germanistik. Seit 1946 unterrichtet er an der Albert-Schweitzer-Schule mit der gleichen Begeisterung, mit der er von seiner künstlerischen und wissenschaftlichen Arbeit erfüllt ist. – Diese Arbeit zeigt Römhild als einen vielseitigen Mann. Er klettert mit seinen Schülern auf den Druselturm und ins Rondell, er kriecht in unterirdische Gänge. Er sorgt für die Pflege von Gräbern Kasseler Künstler. Verschiedentlich schon regte er das Anbringen von Tafeln an Sehenswürdigkeiten an. Er gründete den Arbeitskreis nordhessischer Komponisten und eine kulturelle Forschungsgruppe mit jungen Menschen. Er drehte den Film ‚Verlöschende Spuren‘, in dem Überreste Altkassels festgehalten sind, die dem Wiederaufbau weichen mußten. Römhild ist auch Musiker, der komponiert, improvisiert und manches Konzert als Pianist, Organist oder Dirigent gestaltet hat. – Lang ist die Liste von Römhilds Veröffentlichungen in Zeitungen und Zeitschriften. Mit dem ,Singeborn‘ gab er das erste kulturkundliche Liederbuch heraus. Er verfaßte eine Kasseler Musikgeschichte, schrieb Biographien und Novellen über Kasseler Künstler. Der Mundart fühlte er sich seit Jugend auf zugetan. Er veröffentlichte Werke von Dialektdichtern, auch von solchen außerhalb Kassels. Mit der ,Kasseläner Klassik‘ schuf Römhild zum erstenmal eine Sammlung heiterer Kasseler Mundartgedichte, die auch eine Fülle biographischer und historischer Angaben enthält. Zur besseren Lesbarkeit hat er die verschiedenartigen Mundartschreibweisen der einzelnen Dichter vereinheitlicht und vereinfacht.“&amp;lt;ref&amp;gt;Hermsdorff 1969.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hans Römhild war verheiratet mit der 1916 geborenen Künstlerin und Musikpädagogin Marianne von Forstner.&amp;lt;ref&amp;gt;Mittl. v. Rektor a. D. Peter Gratzer.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Publikationen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eigenes:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Aus der Kasseler Musikgeschichte''. Enthalten in: Lieder und Sprüche [1952] (s. u.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Kleine Kasseler Musikgeschichte''. Enthalten in: Lieder und Sprüche [1954] (s. u.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Muse und Mars''. Gedanken und Gedichte aus meiner Soldatenzeit. Heft 1 – 5. Maschinenschr., Kassel 1967. – Darin auch eine Komposition, Biographie und Bibliographie seiner Werke.&amp;lt;ref&amp;gt;Vorhanden in der Universitätsbibliothek Kassel.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Aufschrei des Gewissens''. Weg meiner Denkschrift („Können wir auf Dich rechnen?“) [Denkschrift zur Erneuerung der sittlich-musischen Erziehung. Aufruf zur Aktivierung des Musiklebens und -erlebens]. Kassel (Selbstvlg.) 1968.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sammlungen, Bearbeitungen, Herausgabe:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Lieder und Sprüche für Unterricht, Lager, Fahrt und Feier''. [Erstaufl. 1952?]. – Neue verbess. Aufl. [1954]. – Folgeauflage unter dem Titel ''Singeborn''. Kulturkundliches Liederbuch. Lieder und Sprüche für Unterricht, Lager, Fahrt und Feier. Kassel 1965. – Unterschiedl. Ausg., wohl zeitgleich, erschienen in Frankfurt/Main, Waldeck, Marburg, Hamburg, Schleswig-Holstein. – Verbess. Aufl. Melsungen, Kassel 1969.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''kasseläner klassik''. Heitere Gedichte der Kasseler Mundart für stillvergnügte Stunden zum fröhlichen Vortragen. Gesammelt u. hrsg. v. Hans Römhild. Kassel [1965].  – 2. Aufl. Kassel [1966?]. – 3. verbess. Aufl. unter dem Titel Kasseläner Klassik. Volksbuch der Kasseler Mundart in Gedichten und Geschichten. Für stillvergnügte Stunden und zum fröhlichen Vortragen. Gesammelt u. hrsg. v. Hans Römhild. Kassel [1972].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Der gelöffelte Frühschoppen''. Heitere Mundartgedichte. Von Wilhelm Pfeiffer. Ausgew. u. bearb. v. Hans Römhild. Melsungen [1965]. – Körler Mundart; Wilhelm Pfeiffer (1904 – 1993) war blind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''kasseläner klee''. Volksbuch der Kasseler Mundart in Geschichten und Gedichten. Hrsg. v. Hans Römhild. Mit Federzeichnungen v. [[Ernst Metz]]&amp;lt;ref&amp;gt;Aus Ernst Metz: ''Alt-Cassel''. Federzeichnungen. 16 Bildtafeln. Mit Text v. [[Paul Heidelbach]]. Melsungen 1922. – Neuauflage Kassel 1973.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Melsungen [1970]. – 2. Aufl. Melsungen [1973]. – 3. unveränd. Aufl. Melsungen 1994.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hamecher, Holger: ''Bibliographie der selbständigen Veröffentlichungen Kasseler Mundartliteratur''. In: Zeitschr. d. Vereins f. hess. Geschichte u. Landeskunde Bd. 101, 1996, S. 159 ff.; hier: S. 171 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Hermsdorff|Hermsdorff, Wolfgang]]: ''Der Schöpfer der „Klassik“''. Vielseitig und der Mundart besonders zugetan: H. Römhild. In: Kasseler Deutsch und seine Dichter Nr. 21, Hess. Allgemeine v. 31. 10. 1969.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Querverweise==&lt;br /&gt;
* [[Kasseler Mundart]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Anmerkungen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Personen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG: Romhild, Hans}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;metadesc&amp;gt;Hans Römhild (1915-1975), Oberstudienrat in Kassel, Liebhaber u. Förderer der Kasseler Mundart.&amp;lt;/metadesc&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Kassel</id>
		<title>Kassel</title>
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				<updated>2015-12-07T13:00:05Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Kassel,''' Stadt an der Fulda, ehemals Hauptstadt des Kurfürstentums Hessen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Die historische Entwicklung der Stadt Kassel von den Anfängen bis zum 20. Jahrhundert&amp;lt;ref&amp;gt;Die folgenden Ausführungen sind fast ausschließlich dem Einführungsteil von Karl-Hermann Wegners ''Bilder aus dem alten Kassel'' (1995) wörtlich bzw. zusammenfassend entnommen. – Die Bilder sind aus anderen Publikationen übernommen.&amp;lt;/ref&amp;gt;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vom fränkischen Königshof zur Stadt Kassel===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: Chassalla 913.jpg|thumb|400px|right|Urkunde König Konrads I. 913 für Kloster Hersfeld (Ausschnitt). -- Ausstellungsort: ''Actum Chassalla'' = „Gegeben zu Kassel“.]]&lt;br /&gt;
„Am 18. Februar 913 unterzeichnete der Frankenkönig Konrad I. zwei Urkunden, die den Namen der Stadt (Chassalla, Chassella) zum ersten Mal nennen. Chassalla war ein Königshof, Mittelpunkt der Verwaltung umfangreichen Krongutes&amp;lt;ref&amp;gt;Die schon sehr alte Annahme, daß der Name der Stadt eine Ableitung von lat. ''castellum, castella'' sei, hat dazu geführt, eine früh vorhandene Burg anzunehmen, sozusagen als Keimzelle für die spätere Stadt. Diese Ansicht ist auch noch heutigentags immer wieder zu lesen; sie trifft nicht zu. Kassel war um 900 Ort eines Königshofes; eine Burg ist erst erheblich später gebaut worden.&amp;lt;/ref&amp;gt;, gelegentlich Herberge des deutschen Königs. Mehr als zweihundert Jahre später, vor 1148, erbauten Fürsten aus dem Thüringer Landgrafenhaus, dem Hessen inzwischen“ durch Erbschaft „zugefallen war, auf der Höhe des Ahnaberges ein [[Klosterkaserne|Kloster]].&amp;lt;ref&amp;gt;Hier steht heute die Max-Eyth-Schule, Weserstraße.&amp;lt;/ref&amp;gt; […] Bald darauf ließen sie die kleine Ansiedlung, die zwischen Königshof und Kloster entstanden war&amp;lt;ref&amp;gt;Als Vorläufer ist eine dörfliche Siedlung gleichen Namens anzunehmen. Die Normalform des Namens darf für die Ersterwähnung 913 als *''Kassella'' angesetzt werden (mit Betonung auf der ersten Silbe). Die Schreibung von ''Chassalla'', ''Chassella'' mit ''Ch'' statt ''K'' geht auf den südwestdeutschen Schreiber der Urkunden von 913 zurück (hingewiesen sei auf die bekannte schweizerdeutsche Aussprache von ''k''); -''salla'' ist als -''sella'' zu lesen: der Umlaut ''a'' &amp;gt; ''e'' wurde nach den damaligen (althochdeutschen) Schreibgewohnheiten oft nicht markiert. Der Name ist seit 400 Jahren unterschiedlich gedeutet worden. Er ist sicherlich nicht abgeleitet von lat. ''castellum'', ''castella'' – so die populäre Deutung –, sondern germanisch-deutschen Ursprungs. – Zusammenstellung und Diskussion der bisherigen Deutungen und Versuch einer Neudeutung gemäß dem gegenwärtigen Stand der onomastischen Forschung in: Werner Guth, [http://www.vhghessen.de/inhalt/zhg/ZHG_115/Guth_Kassel.pdf Kassel an der Fulda – Überlegungen zur Bedeutung des Ortsnamens], in: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde, Bd. 115, 2010, S. 1 – 20.&amp;lt;/ref&amp;gt;, mit turmbewehrten Mauern umziehen und machten sie dadurch zur Stadt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wegner 1995, S. 12.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Mittelalterliche Stadterweiterungen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Nach dem Erlöschen des thüringischen Fürstenhauses (1247) gewann Heinrich I. aus dem Hause Brabant&amp;lt;ref&amp;gt;''Brabant'' ist – entgegen einer weitverbreiteten Gewohnheit – nicht auf der zweiten Silbe, sondern auf der ersten zu betonen.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ein Enkel der heiligen Elisabeth, in langjährigen Kämpfen 1263 das Hessenland. Er baute Kassel aus, erneuerte die Burg (1277) und machte die Stadt zum Mittelpunkt seines hessischen Besitzes. Die beiden Ufer der Fulda verband er durch eine [[Alte Fuldabrücke|Brücke]], zu deren Schutz er vor 1283 auf dem rechten Fuldaufer eine kleine Neustadt anlegte“ (die erst nach der Stadterweiterung durch eine „obere“ Neustadt um 1700 den Zusatz „Unter-“ erhielt, also zur [[Unterneustädter Kirchen|„Unterneustadt“]] wurde). „Kassel wurde Knotenpunkt der großen Messestraßen von Köln nach Leipzig und von Frankfurt nach den Hansestädten. […] Kaum fünfzig Jahre nach Gründung“ der Neustadt „erweiterte der Enkel des ersten Brabanters, Heinrich II., die Stadt durch eine zweite Neustadt, die [[Martinskirche|‚Freiheit‘]], in dem welligen Gelände oberhalb der Altstadt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wegner 1995, S. 12 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zunächst hatten die drei „Teilstädte“ eine eigene Verwaltung mit je einem eigenen [[Rathaus am Altmarkt|Rathaus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kassel im 14. und 15. Jahrhundert===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In dem Existenzkampf des werdenden hessischen Territorialstaates im 14. Jahrhundert nahm Kassel unter einem selbstbewußten [[Rathaus am Altmarkt|Stadtrat]] an der Spitze eines Bundes niederhessischer Städte gegen den Landesherrn Partei. Nach seinem Sieg vernichtete der Landgraf 1384 die Herrschaft der Patrizierfamilien. Zwar wurden manche Rechte der Bürgerschaft bald wiederhergestellt, doch blieb ihre Abhängigkeit vom Landesherrn für die Zukunft bestimmend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 15. Jahrhundert wuchs die Stadt schnell; um 1500 mag sie 4000 bis 5000 Einwohner gehabt haben. Als hessische Hauptstadt übernahm Kassel die Mittelpunktfunktion des früher bedeutenderen mainzischen Fritzlar. Die staatsbildenden Kräfte, die nun von Kassel aus nach Süden wirkten, setzten sich gegen den mainzischen Rivalen durch und trugen den Namen ,Hessen‘, der ursprünglich auf die Landschaft an Fulda und Eder beschränkt war“, in der folgenden Zeit „bis an den Main, Rhein und Neckar.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wegner 1995, S. 13.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Landgraf Philipp.jpg|thumb|180px|right|Landgraf Philipp der Großmütige]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Dilich Kassel 1598.jpg|thumb|400px|right|Kassel 1598]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Landgraf Karl.jpg|thumb|180px|right|Landgraf Karl]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Guerniero Riesenschloß.jpg|thumb|180px|right|Herkules. - Aus dem Tafelwerk von G. F. Guerniero 1705.]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Kassel 1780.jpg|thumb|400px|right|Kassel 1780]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Grimm LE Brüder Grimm.jpg|thumb|180px|rigtht|Wilhelm und Jacob Grimm]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Grimm LE Magistrat 1830.jpg|thumb|400px|right|Kf. Wilhelm II. sagt dem Magistrat die Einberufung der Landstände zu, 1830]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Henschel-Lokomotive 1848.jpg|thumb|230px|right|Die erste Henschel-Dampflokomotive 1848]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Lüttebrandt Ballon.jpg|thumb|400px|right|Kassel aus dem Ballon, 1898]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Von der Reformation bis zum Dreißigjährigen Krieg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Lehre Luthers fand in Kassel schnell Eingang. Die Bürger bekannten sich schon vor dem Landgrafen zur Reformation (1521). Landgraf Philipp der Großmütige (1509 – 1567) einigte den deutschen Protestantismus politisch und führte ihn im Schmalkaldischen Bund gegen den Anspruch der katholischen Universalmonarchie Kaiser Karls V. Die Hauptstadt Kassel wurde Mittelpunkt dieser Politik; gewaltige Festungswerke sollten sie schützen. Das ,Großhessen‘ fiel jedoch nach Landgraf Philipps Tod (1567) zunächst in vier, bald endgültig in zwei Teile auseinander: Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt, die erst 1945 im Bundesland Hessen wieder vereinigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ruhigen Jahrzehnten zwischen dem Augsburger Religionsfrieden (1555) und dem Dreißigjährigen Krieg wuchs der Wohlstand der Kasseler Bürgerschaft. Viele der schönen Bürgerhäuser, die bis zum Bombensturm der Altstadt das Gepräge gaben, sind in dieser […] Zeit entstanden. Die Kultur des Hofes stand unter den Nachfolgern Philipps, Landgraf Wilhelm IV. dem Weisen (1567 – 1592) und dessen Sohn Moritz dem Gelehrten (1592 – 1627), weit über dem Niveau anderer deutscher Residenzen. Landgraf Wilhelm IV. galt als Autorität auf dem Gebiet der Mathematik und Astronomie; Tycho Brahe, der berühmte dänische Astronom, besuchte ihn 1575; Jost Bürgi zählte zu Wilhelms Mitarbeitern; er ersann in Kassel die Logarithmen. Für seine gelehrten Studien gründete der Landgraf die spätere Landesbibliothek.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wilhelms Sohn Moritz zeichnete zusätzlich ein künstlerisch schöpferischer Zug aus. Moritz, selbst Musiker, Komponist und Dichter (Mathematiker außerdem), entdeckte Heinrich Schütz (1585 – 1672) und ließ ihn in seiner Hofkapelle und Hofschule ausbilden. Die Leidenschaft dieses Landgrafen galt dem Theater, für das er (1603 – 1606), erstmals in Deutschland, einen ansehnlichen Steinbau, das erhaltene Ottoneum, errichtete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Festung Kassel, eine der stärksten im damaligen Deutschland, hat während des Dreißigjährigen Krieges keiner der feindlichen Feldherren anzugreifen gewagt. Im Westfälischen Frieden konnte Hessen-Kassel Marburg zurückgewinnen, wohin die in Kassel 1629 neu gegründete Landesuniversität 1653 umzog.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wegner 1995, S. 13.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Entfaltung der Residenz im Barock===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Vierzig Jahre nach dem Krieg rief Landgraf Karl (1677 – 1730) Glaubensflüchtlinge aus Frankreich und Savoyen (Hugenotten und Waldenser) in seine Hauptstadt. Für sie ließ er seit 1688 im Süden vor den Festungswerken eine eigene neue Stadt erbauen“, die Oberneustadt.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Oberneustadt war allerdings mehrheitlich von Deutschen bewohnt; siehe [[Karlskirche]].&amp;lt;/ref&amp;gt; „Sie hat den nachhaltigsten Einfluß auf das wirtschaftliche und kulturelle Leben der Hauptstadt, aber auch des ganzen Landes gehabt.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Plan, Kassel zur Industriestadt zu machen, schuf mit Manufakturgründungen Grundlagen für die künftige Entwicklung: So sollte sich beispielsweise aus dem landgräflichen [[Gießhaus]]“ auf dem Ahnaberg „das ,Weltunternehmen‘ Henschel entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Oberneustadt noch im Entstehen war, wurden in der Fulda-Aue und am Habichtswald Träume der barocken Bau- und Gartenkunst Wirklichkeit: die [[Karlsaue]] und der [[Herkules]] mit den Kaskaden. Hier begegneten sich die niederländisch-französische Garten- und Baukunst um die hugenottische Architektenfamilie du Ry mit dem italienischen Hochbarock Giovanni Francesco Guernieros, der mit einem eigenen Heer südlicher Künstler und Handwerker (nicht nur) die Anlage des Herkules 1700 – 1717 schuf – die großartigste Leistung des italienischen Barock nördlich der Alpen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Landgraf Karl war von den Naturwissenschaften begeistert und nutzte sie für die Entwicklung von Stadt und Land, wo immer er konnte. Die Erfindungen des Hugenotten Denis Papin in Kassel, Luft- und Wasserpumpen, hatten auch wirtschaftliche Bedeutung. Mit dem Dampfzylinder leitete er von hier aus eine neue Epoche ein. Das Collegium Carolinum, eine ,Halbuniversität‘ für die technische Fortbildung der Jugend, begründete 1709 die Hochschultradition in Kassel, die kontinuierlich“ bis zur Gesamthochschule Kassel führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Karls Sohn, Landgraf Wilhelm VIII. (1730/1751 – 1760), fügte den Bau- und Gartenschöpfungen […] das Schloß Wilhelmsthal, eine Perle des Rokoko, hinzu, die das heimische Handwerk um 1750 auf der Höhe der großen europäischen Kunstzentren ausweist. Wilhelms besondere Leistung für Kassel bleibt seine berühmte Bildergalerie, in der er eine Fülle von Werken der großen niederländischen Barockmaler sachverständig vereinigte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wegner 1995, S. 13 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Blüte zur Zeit von Aufklärung und Klassizismus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1767 ließ Landgraf Friedrich II. (1760 – 1785) die Kasseler Festungsanlagen niederlegen. Den so entstandenen freien Raum gestaltete der landgräfliche Baumeister Simon du Ry mit dem [[Königsplatz]] und dem [[Friedrichsplatz]], der nun die Oberneustand mit der Altstadt verband, „zu einem großzügigen und repräsentativen Stadtbild. Ab jetzt zählte man Kassel unter die schönsten Residenz- und Hauptstädte Europas.“ Am Friedrichplatz entstand „der früheste rein klassizistische Großbau in Mitteleuropa, das [[Museum Fridericianum]], das 1799 als erstes der allgemeinen Öffentlichkeit zugängliches Museum eingeweiht wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;„Goethe, der Kassel viermal besucht hat, rechnete die Stadt Friedrichs II. zu den kulturellen Zentren Deutschlands: ,Nun denken Sie aber‘, sagte er 1828 zu Eckermann, ,an Städte wie Dresden, München, Cassel … und ähnliche. Denken Sie an die großen Lebenselemente, die diese Städte in sich selber tragen, denken Sie an die Wirkungen, die auf die benachbarten Provinzen ausgehen und fragen Sie sich, ob das alles sein würde, wenn sie nicht seit langen Zeiten die Sitze von Fürsten gewesen wären.‘“ (Wegner 1995, S. 14)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrichs Sohn und Nachfolger Wilhelm IX. (1785 – 1821, seit 1803 Kurfürst Wilhelm I.) wandelte „die Aue und die Sommerresidenz am Habichtswald im englischen Geschmack“ um, d.h. Neubau der Sommerresidenz: [[Schloß Wilhelmshöhe]]. „Der Bergpark gelang ihm zum vollendeten Kunstwerk, das nach ihm Wilhelmshöhe heißt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wegner 1995, S. 14 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das 19. Jahrhundert===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Kassel besaß zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine derartige Ausstrahlung, daß bei der Bildung des Königreichs Westphalen durch Napoleon I. (1806/1807) die Wahl der Hauptstadt sofort auf Kassel fiel“. Herrscher war von 1807 bis zum Zusammenbruch des Königreichs Westphalen 1813 ,König Lustik‘ Jérôme, Napoleons jüngster Bruder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Durch die Brüder Grimm und ihre Freunde Brentano, von Arnim und von Savigny wurde Kassel ab 1807 zu einem Mittelpunkt der deutschen Romantik. Hier trugen die Brüder Grimm die ,Kinder- und Hausmärchen‘ zusammen. Der erste Band erschien in Kassel 1812. Hier verbrachten sie die längste und fruchtbarste Zeit ihres Lebens.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Kurfürst Wilhelm I. 1813 aus dem Exil zurückkehrte, beseitigte er die meisten unter Jérôme eingeführten „politischen und wirtschaftlichen Neuerungen. Sein Sohn Kurfürst Wilhelm II. (1821 – 1847) war wie der Vater ein großzügiger Bauherr.“ Er stattete das [[Hoftheater]] großzügig aus, „wo der gefeierte Hofkapellmeister Louis Spohr von 1822 bis 1857 wirkte, und für die Kunst allgemein gab der Kurfürst viel Geld aus; für die Wissenschaften dagegen hatte er wenig übrig. Hier regte sich zunehmend bürgerliches Mäzenatentum, das sich in zahlreichen Vereinen organisierte und auch mit seinen Geselligkeiten die Bedeutung des Hofes zurückdrängte.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Verbreitete wirtschaftliche und politische Mißstimmung führte 1830 unter dem Eindruck der Pariser Juli-Revolution in Kassel zu revolutionärer Bewegung und erreichte unter Führung des Stadtmagistrats mit Bürgermeister Schomburg die Einberufung der Landstände. Die Verfassung, welche diese am 5. Januar 1831 verabschiedeten, verwirklichte den Rechtsstaat.“ Das 1834 bis 1836 erbaute [[Ständehaus]] wurde Sitz des Kurhessischen Parlaments.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der 48er Revolution, ebenfalls ausgehend von Frankreich,  kam es „auch in Kassel im März 1848 zur offenen Revolution gegen die seit Jahren restaurative Regierung. Friedrich Wilhelm I., seit 1847 Kurfürst, kapitulierte […]. Er berief ein liberales Ministerium, das er entließ, sobald die Kraft der Revolution gebrochen war. Am kurhessischen Verfassungskampf drohte sich der Machtkampf zwischen Preußen und Österreich zu entzünden, da der Kurfürst von Österreich gestützt wurde, die Opposition dagegen, verkörpert vom Stadtrat der Residenz, durch Preußen. Im Auftrag des Deutschen Bundes und auf Wunsch des Kurfürsten besetzten bayerische Truppen (,Strafbayern‘) im Dezember für über ein Jahr Kurhessen und machten damit der Reaktion den Weg frei.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Krieg zwischen Preußen und Österreich, in dem Kurhessen auf österreichischer Seite stand, „rückten preußische Regimenter am 19. Juni 1866 in Kassel ein. Preußen annektierte die bisherigen Staaten Kurhessen und Nassau und vereinigte sie mit der Freien Stadt Frankfurt zur Provinz Hessen-Nassau. Kassel wurde die Hauptstadt der neuen Provinz und Sitz ihres Oberpräsidenten. Erst die allgemeine Kriegsbegeisterung der Jahre 1870/1871 und die Gründung des Deutschen Reiches versöhnten die Hessen mit der Annexion.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Kassel wandelte sich im Zuge des allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwungs nach 1871 zur Industriestadt. „Großunternehmen des Lokomotiv-, Waggon- und Maschinenbaus, aller Branchen der Textilherstellung, der Feinmechanik und Pharmazie brachten Reichtum in die Stadt. Die Dampfstraßenbahn nach Wilhelmshöhe, die erste des Kontinents, wurde 1877 eingerichtet.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Das Stadtgebiet dehnte sich schnell aus. Der Textilfabrikant Sigmund Aschrott legte das Hohenzollernviertel an. Mit der Eingemeindung des Dorfes [[Wehlheiden – Dorfplatz|Wehlheiden]] 1899 überschritt die Stadt die mittelalterlichen Grenzen ihrer Gemarkung. Bald wurden die Dörfer der näheren Umgebung eingemeindet. Anfang des 20. Jahrhunderts war die Einwohnerzahl auf 100 000 gestiegen: Kassel war Großstadt geworden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wegner 1995, S. 14 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das 20. Jahrhundert===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Zusammenbruch des Kaiserreiches beendete auch in Kassel die Herrschaft des liberalen Bürgertums, die es fast hundert Jahre ausgeübt hatte. Am 9. November 1918 übernahm der Arbeiter- und Soldatenrat die Macht in der Stadt. Zum ersten Male bekleidete ein Sozialdemokrat das Amt des Oberbürgermeisters: der Kasselaner [[Philipp Scheidemann]] (1920 – 1925). Trotz aller Inflation und aller wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Nachkriegszeit gelangen großartige Leistungen auf sozialem und kulturellem Gebiet“: Arbeitersiedlungen und Sozialbauten, 1919 die Anfänge der Volkshochschule (private Initiative), Tapetenmuseum, Städtische Galerie, 1925 eigener Rundfunksender. In der Weltwirtschaftskrise Ende der 20er Jahre, die die Kasseler Wirtschaft besonders hart traf, stiegen die Arbeitslosenzahlen ständig, „und das Defizit im Haushalt brachte die Stadt an den Rand des Bankrotts.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Am 22. März 1933 übernahmen die Nationalsozialisten die Macht in der Stadt. Kassel wurde bald Gauhauptstadt. Das Gesicht der ehemaligen Residenz veränderte sich. […] Während in den westlichen Stadtteilen militärische Zweckbauten (Generalkommando, Kasernen) neue Akzente setzten, entstand 1936 infolge der Eingemeindung weiterer Dörfer das Gebiet des heutigen Stadtkreises, und die Grenzen der Kasseler Gemarkung schoben sich bis an die Ränder des Fulda-Beckens hinauf. Die Zahl der Einwohner stieg auf ca. 226 000 an.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die ,Aufwertung‘ Kassels durch die Nationalsozialisten verdeckte für viele die grausame Verfolgung der Regimegegner“ und der Juden. 1938 wurde die im 19. Jahrhundert erbaute [[Synagoge]], ein baugeschichtliches Denkmal ersten Ranges, verwüstet und abgebrochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 22./23. Oktober 1943 zerstörte ein Luftangriff 85 Prozent der Wohnungen – die gesamte historische Innenstadt wurde vernichtet – und 65 Prozent der Industrieanlagen. Zuletzt lebten in der zerbombten Stadt nur noch rund 71 000 Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wegner 1995, S. 16 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wiederaufbau Kassels nach dem Krieg fand vielfach ohne Berücksichtigung der baulichen Überreste und ohne Rücksicht auf die historischen Strukturen statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quelle==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wegner, Karl-Hermann: ''Bilder aus dem alten Kassel''. Gemälde und Graphiken 1870 – 1940. Quellen und Perspektiven zur Entwicklung Kassels, Bd. 4. Hrsg. Verein Freunde des Stadtmuseums Kassel e.V. Kassel 1995.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Querverweise==&lt;br /&gt;
* [[Die Landgrafen und Kurfürsten in Hessen-Kassel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Netzverweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Kassel Kassel], Wikipedia&lt;br /&gt;
* [http://regiowiki.hna.de/Kassel Kassel], HNA Regiowiki&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Anmerkungen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;metadesc&amp;gt;Kassel, Stadt a. d. Fulda (Hessen). - Historische Entwicklung vom 10. bis zum 20. Jahrhundert.&amp;lt;/metadesc&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Kassel</id>
		<title>Kassel</title>
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				<updated>2015-12-06T13:47:32Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Kassel,''' Stadt an der Fulda, ehemals Hauptstadt des Kurfürstentums Hessen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Die historische Entwicklung der Stadt Kassel von den Anfängen bis zum 20. Jahrhundert&amp;lt;ref&amp;gt;Die folgenden Ausführungen sind fast ausschließlich dem Einführungsteil von Karl-Hermann Wegners ''Bilder aus dem alten Kassel'' (1995) wörtlich bzw. zusammenfassend entnommen. – Die Bilder sind aus anderen Publikationen übernommen.&amp;lt;/ref&amp;gt;==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vom fränkischen Königshof zur Stadt Kassel===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: Chassalla 913.jpg|thumb|400px|right|Urkunde König Konrads I. 913 für Kloster Hersfeld (Ausschnitt). -- Ausstellungsort: ''Actum Chassalla'' = „Gegeben zu Kassel“.]]&lt;br /&gt;
„Am 18. Februar 913 unterzeichnete der Frankenkönig Konrad I. zwei Urkunden, die den Namen der Stadt (Chassalla, Chassella) zum ersten Mal nennen. Chassalla war ein Königshof, Mittelpunkt der Verwaltung umfangreichen Krongutes&amp;lt;ref&amp;gt;Die schon sehr alte Annahme, daß der Name der Stadt eine Ableitung von lat. ''castellum, castella'' sei, hat dazu geführt, eine früh vorhandene Burg anzunehmen, sozusagen als Keimzelle für die spätere Stadt. Diese Ansicht ist auch noch heutigentags immer wieder zu lesen; sie trifft nicht zu. Kassel war um 900 Ort eines Königshofes; eine Burg ist erst erheblich später gebaut worden.&amp;lt;/ref&amp;gt;, gelegentlich Herberge des deutschen Königs. Mehr als zweihundert Jahre später, vor 1148, erbauten Fürsten aus dem Thüringer Landgrafenhaus, dem Hessen inzwischen“ durch Erbschaft „zugefallen war, auf der Höhe des Ahnaberges ein [[Klosterkaserne|Kloster]].&amp;lt;ref&amp;gt;Hier steht heute die Max-Eyth-Schule, Weserstraße.&amp;lt;/ref&amp;gt; […] Bald darauf ließen sie die kleine Ansiedlung, die zwischen Königshof und Kloster entstanden war&amp;lt;ref&amp;gt;Als Vorläufer ist eine dörfliche Siedlung gleichen Namens anzunehmen. Die Normalform des Namens darf für die Ersterwähnung 913 als *''Kassella'' angesetzt werden (mit Betonung auf der ersten Silbe). Die Schreibung von ''Chassalla'', ''Chassella'' mit ''Ch'' statt ''K'' geht auf den südwestdeutschen Schreiber der Urkunden von 913 zurück (hingewiesen sei auf die bekannte schweizerdeutsche Aussprache von ''k''); -''salla'' ist als -''sella'' zu lesen: der Umlaut ''a'' &amp;gt; ''e'' wurde nach den damaligen (althochdeutschen) Schreibgewohnheiten oft nicht markiert. Der Name ist seit 400 Jahren unterschiedlich gedeutet worden. Er ist sicherlich nicht abgeleitet von lat. ''castellum'', ''castella'' – so die populäre Deutung –, sondern germanisch-deutschen Ursprungs. – Zusammenstellung und Diskussion der bisherigen Deutungen und Versuch einer Neudeutung gemäß dem gegenwärtigen Stand der onomastischen Forschung in: Werner Guth, [http://www.vhghessen.de/inhalt/zhg/ZHG_115/Guth_Kassel.pdf Kassel an der Fulda – Überlegungen zur Bedeutung des Ortsnamens], in: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde, Bd. 115, 2010, S. 1 – 20.&amp;lt;/ref&amp;gt;, mit turmbewehrten Mauern umziehen und machten sie dadurch zur Stadt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wegner 1995, S. 12.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Mittelalterliche Stadterweiterungen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Nach dem Erlöschen des thüringischen Fürstenhauses (1247) gewann Heinrich I. aus dem Hause Brabant&amp;lt;ref&amp;gt;''Brabant'' ist – entgegen einer weitverbreiteten Gewohnheit – nicht auf der zweiten Silbe, sondern auf der ersten zu betonen.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ein Enkel der heiligen Elisabeth, in langjährigen Kämpfen 1263 das Hessenland. Er baute Kassel aus, erneuerte die Burg (1277) und machte die Stadt zum Mittelpunkt seines hessischen Besitzes. Die beiden Ufer der Fulda verband er durch eine [[Alte Fuldabrücke|Brücke]], zu deren Schutz er vor 1283 auf dem rechten Fuldaufer eine kleine Neustadt anlegte“ (die erst nach der Stadterweiterung durch eine „obere“ Neustadt um 1700 den Zusatz „Unter-“ erhielt, also zur [[Unterneustädter Kirchen|„Unterneustadt“]] wurde). „Kassel wurde Knotenpunkt der großen Messestraßen von Köln nach Leipzig und von Frankfurt nach den Hansestädten. […] Kaum fünfzig Jahre nach Gründung“ der Neustadt „erweiterte der Enkel des ersten Brabanters, Heinrich II., die Stadt durch eine zweite Neustadt, die [[Martinskirche|‚Freiheit‘]], in dem welligen Gelände oberhalb der Altstadt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wegner 1995, S. 12 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;Zunächst hatten die drei „Teilstädte“ eine eigene Verwaltung mit je einem eigenen [[Rathaus am Altmarkt|Rathaus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kassel im 14. und 15. Jahrhundert===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„In dem Existenzkampf des werdenden hessischen Territorialstaates im 14. Jahrhundert nahm Kassel unter einem selbstbewußten [[Rathaus am Altmarkt|Stadtrat]] an der Spitze eines Bundes niederhessischer Städte gegen den Landesherrn Partei. Nach seinem Sieg vernichtete der Landgraf 1384 die Herrschaft der Patrizierfamilien. Zwar wurden manche Rechte der Bürgerschaft bald wiederhergestellt, doch blieb ihre Abhängigkeit vom Landesherrn für die Zukunft bestimmend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 15. Jahrhundert wuchs die Stadt schnell; um 1500 mag sie 4000 bis 5000 Einwohner gehabt haben. Als hessische Hauptstadt übernahm Kassel die Mittelpunktfunktion des früher bedeutenderen mainzischen Fritzlar. Die staatsbildenden Kräfte, die nun von Kassel aus nach Süden wirkten, setzten sich gegen den mainzischen Rivalen durch und trugen den Namen ,Hessen‘, der ursprünglich auf die Landschaft an Fulda und Eder beschränkt war“, in der folgenden Zeit „bis an den Main, Rhein und Neckar.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wegner 1995, S. 13.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Landgraf Philipp.jpg|thumb|180px|right|Landgraf Philipp der Großmütige]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Dilich Kassel 1598.jpg|thumb|400px|right|Kassel 1598]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Landgraf Karl.jpg|thumb|180px|right|Landgraf Karl]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Guerniero Riesenschloß.jpg|thumb|180px|right|Herkules. - Aus dem Tafelwerk von G. F. Guerniero 1705.]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Kassel 1780.jpg|thumb|400px|right|Kassel 1780]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Grimm LE Brüder Grimm.jpg|thumb|180px|rigtht|Wilhelm und Jacob Grimm]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Grimm LE Magistrat 1830.jpg|thumb|400px|right|Kf. Wilhelm II. sagt dem Magistrat die Einberufung der Landstände zu, 1830]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Henschel-Lokomotive 1848.jpg|thumb|230px|right|Die erste Henschel-Dampflokomotive 1848]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Lüttebrandt Ballon.jpg|thumb|400px|right|Kassel aus dem Ballon, 1898]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Von der Reformation bis zum Dreißigjährigen Krieg===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die Lehre Luthers fand in Kassel schnell Eingang. Die Bürger bekannten sich schon vor dem Landgrafen zur Reformation (1521). Landgraf Philipp der Großmütige (1509 – 1567) einigte den deutschen Protestantismus politisch und führte ihn im Schmalkaldischen Bund gegen den Anspruch der katholischen Universalmonarchie Kaiser Karls V. Die Hauptstadt Kassel wurde Mittelpunkt dieser Politik; gewaltige Festungswerke sollten sie schützen. Das ,Großhessen‘ fiel jedoch nach Landgraf Philipps Tod (1567) zunächst in vier, bald endgültig in zwei Teile auseinander: Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt, die erst 1945 im Bundesland Hessen wieder vereinigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ruhigen Jahrzehnten zwischen dem Augsburger Religionsfrieden (1555) und dem Dreißigjährigen Krieg wuchs der Wohlstand der Kasseler Bürgerschaft. Viele der schönen Bürgerhäuser, die bis zum Bombensturm der Altstadt das Gepräge gaben, sind in dieser […] Zeit entstanden. Die Kultur des Hofes stand unter den Nachfolgern Philipps, Landgraf Wilhelm IV. dem Weisen (1567 – 1592) und dessen Sohn Moritz dem Gelehrten (1592 – 1627), weit über dem Niveau anderer deutscher Residenzen. Landgraf Wilhelm IV. galt als Autorität auf dem Gebiet der Mathematik und Astronomie; Tycho Brahe, der berühmte dänische Astronom, besuchte ihn 1575; Jost Bürgi zählte zu Wilhelms Mitarbeitern; er ersann in Kassel die Logarithmen. Für seine gelehrten Studien gründete der Landgraf die spätere Landesbibliothek.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wilhelms Sohn Moritz zeichnete zusätzlich ein künstlerisch schöpferischer Zug aus. Moritz, selbst Musiker, Komponist und Dichter (Mathematiker außerdem), entdeckte Heinrich Schütz (1585 – 1672) und ließ ihn in seiner Hofkapelle und Hofschule ausbilden. Die Leidenschaft dieses Landgrafen galt dem Theater, für das er (1603 – 1606), erstmals in Deutschland, einen ansehnlichen Steinbau, das erhaltene Ottoneum, errichtete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Festung Kassel, eine der stärksten im damaligen Deutschland, hat während des Dreißigjährigen Krieges keiner der feindlichen Feldherren anzugreifen gewagt. Im Westfälischen Frieden konnte Hessen-Kassel Marburg zurückgewinnen, wohin die in Kassel 1629 neu gegründete Landesuniversität 1653 umzog.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wegner 1995, S. 13.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Entfaltung der Residenz im Barock===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Vierzig Jahre nach dem Krieg rief Landgraf Karl (1677 – 1730) Glaubensflüchtlinge aus Frankreich und Savoyen (Hugenotten und Waldenser) in seine Hauptstadt. Für sie ließ er seit 1688 im Süden vor den Festungswerken eine eigene neue Stadt erbauen“, die Oberneustadt.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Oberneustadt war allerdings mehrheitlich von Deutschen bewohnt; siehe [[Karlskirche]].&amp;lt;/ref&amp;gt; „Sie hat den nachhaltigsten Einfluß auf das wirtschaftliche und kulturelle Leben der Hauptstadt, aber auch des ganzen Landes gehabt.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Plan, Kassel zur Industriestadt zu machen, schuf mit Manufakturgründungen Grundlagen für die künftige Entwicklung: So sollte sich beispielsweise aus dem landgräflichen [[Gießhaus]]“ auf dem Ahnaberg „das ,Weltunternehmen‘ Henschel entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Oberneustadt noch im Entstehen war, wurden in der Fulda-Aue und am Habichtswald Träume der barocken Bau- und Gartenkunst Wirklichkeit: die [[Karlsaue]] und der [[Herkules]] mit den Kaskaden. Hier begegneten sich die niederländisch-französische Garten- und Baukunst um die hugenottische Architektenfamilie du Ry mit dem italienischen Hochbarock Giovanni Francesco Guernieros, der mit einem eigenen Heer südlicher Künstler und Handwerker (nicht nur) die Anlage des Herkules 1700 – 1717 schuf – die großartigste Leistung des italienischen Barock nördlich der Alpen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Landgraf Karl war von den Naturwissenschaften begeistert und nutzte sie für die Entwicklung von Stadt und Land, wo immer er konnte. Die Erfindungen des Hugenotten Denis Papin in Kassel, Luft- und Wasserpumpen, hatten auch wirtschaftliche Bedeutung. Mit dem Dampfzylinder leitete er von hier aus eine neue Epoche ein. Das Collegium Carolinum, eine ,Halbuniversität‘ für die technische Fortbildung der Jugend, begründete 1709 die Hochschultradition in Kassel, die kontinuierlich“ bis zur Gesamthochschule Kassel führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Karls Sohn, Landgraf Wilhelm VIII. (1730/1751 – 1760), fügte den Bau- und Gartenschöpfungen […] das Schloß Wilhelmsthal, eine Perle des Rokoko, hinzu, die das heimische Handwerk um 1750 auf der Höhe der großen europäischen Kunstzentren ausweist. Wilhelms besondere Leistung für Kassel bleibt seine berühmte Bildergalerie, in der er eine Fülle von Werken der großen niederländischen Barockmaler sachverständig vereinigte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wegner 1995, S. 13 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Blüte zur Zeit von Aufklärung und Klassizismus===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1767 ließ Landgraf Friedrich II. (1760 – 1785) die Kasseler Festungsanlagen niederlegen. Den so entstandenen freien Raum gestaltete der landgräfliche Baumeister Simon du Ry mit dem [[Königsplatz]] und dem [[Friedrichsplatz]], der nun die Oberneustand mit der Altstadt verband, „zu einem großzügigen und repräsentativen Stadtbild. Ab jetzt zählte man Kassel unter die schönsten Residenz- und Hauptstädte Europas.“ Am Friedrichplatz entstand „der früheste rein klassizistische Großbau in Mitteleuropa, das [[Museum Fridericianum]], das 1799 als erstes der allgemeinen Öffentlichkeit zugängliches Museum eingeweiht wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;„Goethe, der Kassel viermal besucht hat, rechnete die Stadt Friedrichs II. zu den kulturellen Zentren Deutschlands: ,Nun denken Sie aber‘, sagte er 1828 zu Eckermann, ,an Städte wie Dresden, München, Cassel … und ähnliche. Denken Sie an die großen Lebenselemente, die diese Städte in sich selber tragen, denken Sie an die Wirkungen, die auf die benachbarten Provinzen ausgehen und fragen Sie sich, ob das alles sein würde, wenn sie nicht seit langen Zeiten die Sitze von Fürsten gewesen wären.‘“ (Wegner 1995, S. 14)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrichs Sohn und Nachfolger Wilhelm IX. (1785 – 1821, seit 1803 Kurfürst Wilhelm I.) wandelte „die Aue und die Sommerresidenz am Habichtswald im englischen Geschmack“ um, d.h. Neubau der Sommerresidenz: [[Schloß Wilhelmshöhe]]. „Der Bergpark gelang ihm zum vollendeten Kunstwerk, das nach ihm Wilhelmshöhe heißt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wegner 1995, S. 14 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das 19. Jahrhundert===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Kassel besaß zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine derartige Ausstrahlung, daß bei der Bildung des Königreichs Westphalen durch Napoleon I. (1806/1807) die Wahl der Hauptstadt sofort auf Kassel fiel“. Herrscher war von 1807 bis zum Zusammenbruch des Königreichs Westphalen 1813 ,König Lustik‘ Jérôme, Napoleons jüngster Bruder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Durch die Brüder Grimm und ihre Freunde Brentano, von Arnim und von Savigny wurde Kassel ab 1807 zu einem Mittelpunkt der deutschen Romantik. Hier trugen die Brüder Grimm die ,Kinder- und Hausmärchen‘ zusammen. Der erste Band erschien in Kassel 1812. Hier verbrachten sie die längste und fruchtbarste Zeit ihres Lebens.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Kurfürst Wilhelm I. 1813 aus dem Exil zurückkehrte, beseitigte er die meisten unter Jérôme eingeführten „politischen und wirtschaftlichen Neuerungen. Sein Sohn Kurfürst Wilhelm II. (1821 – 1847) war wie der Vater ein großzügiger Bauherr.“ Er stattete das [[Hoftheater]] großzügig aus, „wo der gefeierte Hofkapellmeister Louis Spohr von 1822 bis 1857 wirkte, und für die Kunst allgemein gab der Kurfürst viel Geld aus; für die Wissenschaften dagegen hatte er wenig übrig. Hier regte sich zunehmend bürgerliches Mäzenatentum, das sich in zahlreichen Vereinen organisierte und auch mit seinen Geselligkeiten die Bedeutung des Hofes zurückdrängte.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Verbreitete wirtschaftliche und politische Mißstimmung führte 1830 unter dem Eindruck der Pariser Juli-Revolution in Kassel zu revolutionärer Bewegung und erreichte unter Führung des Stadtmagistrats mit Bürgermeister Schomburg die Einberufung der Landstände. Die Verfassung, welche diese am 5. Januar 1831 verabschiedeten, verwirklichte den Rechtsstaat.“ Das 1834 bis 1836 erbaute [[Ständehaus]] wurde Sitz des Kurhessischen Parlaments.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der 48er Revolution, ebenfalls ausgehend von Frankreich,  kam es „auch in Kassel im März 1848 zur offenen Revolution gegen die seit Jahren restaurative Regierung. Friedrich Wilhelm I., seit 1847 Kurfürst, kapitulierte […]. Er berief ein liberales Ministerium, das er entließ, sobald die Kraft der Revolution gebrochen war. Am kurhessischen Verfassungskampf drohte sich der Machtkampf zwischen Preußen und Österreich zu entzünden, da der Kurfürst von Österreich gestützt wurde, die Opposition dagegen, verkörpert vom Stadtrat der Residenz, durch Preußen. Im Auftrag des Deutschen Bundes und auf Wunsch des Kurfürsten besetzten bayerische Truppen (,Strafbayern‘) im Dezember für über ein Jahr Kurhessen und machten damit der Reaktion den Weg frei.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Krieg zwischen Preußen und Österreich, in dem Kurhessen auf österreichischer Seite stand, „rückten preußische Regimenter am 19. Juni 1866 in Kassel ein. Preußen annektierte die bisherigen Staaten Kurhessen und Nassau und vereinigte sie mit der Freien Stadt Frankfurt zur Provinz Hessen-Nassau. Kassel wurde die Hauptstadt der neuen Provinz und Sitz ihres Oberpräsidenten. Erst die allgemeine Kriegsbegeisterung der Jahre 1870/1871 und die Gründung des Deutschen Reiches versöhnten die Hessen mit der Annexion.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Kassel wandelte sich im Zuge des allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwungs nach 1871 zur Industriestadt. „Großunternehmen des Lokomotiv-, Waggon- und Maschinenbaus, aller Branchen der Textilherstellung, der Feinmechanik und Pharmazie brachten Reichtum in die Stadt. Die Dampfstraßenbahn nach Wilhelmshöhe, die erste des Kontinents, wurde 1877 eingerichtet.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Das Stadtgebiet dehnte sich schnell aus. Der Textilfabrikant Sigmund Aschrott legte das Hohenzollernviertel an. Mit der Eingemeindung des Dorfes [[Wehlheiden – Dorfplatz|Wehlheiden]] 1899 überschritt die Stadt die mittelalterlichen Grenzen ihrer Gemarkung. Bald wurden die Dörfer der näheren Umgebung eingemeindet. Anfang des 20. Jahrhunderts war die Einwohnerzahl auf 100 000 gestiegen: Kassel war Großstadt geworden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wegner 1995, S. 14 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das 20. Jahrhundert===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Zusammenbruch des Kaiserreiches beendete auch in Kassel die Herrschaft des liberalen Bürgertums, die es fast hundert Jahre ausgeübt hatte. Am 9. November 1918 übernahm der Arbeiter- und Soldatenrat die Macht in der Stadt. Zum ersten Male bekleidete ein Sozialdemokrat das Amt des Oberbürgermeisters: der Kasselaner [[Philipp Scheidemann]] (1920 – 1925). Trotz aller Inflation und aller wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Nachkriegszeit gelangen großartige Leistungen auf sozialem und kulturellem Gebiet“: Arbeitersiedlungen und Sozialbauten, 1919 die Anfänge der Volkshochschule (private Initiative), Tapetenmuseum, Städtische Galerie, 1925 eigener Rundfunksender. In der Weltwirtschaftskrise Ende der 20er Jahre, die die Kasseler Wirtschaft besonders hart traf, stiegen die Arbeitslosenzahlen ständig, „und das Defizit im Haushalt brachte die Stadt an den Rand des Bankrotts.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Am 22. März 1933 übernahmen die Nationalsozialisten die Macht in der Stadt. Kassel wurde bald Gauhauptstadt. Das Gesicht der ehemaligen Residenz veränderte sich. […] Während in den westlichen Stadtteilen militärische Zweckbauten (Generalkommando, Kasernen) neue Akzente setzten, entstand 1936 infolge der Eingemeindung weiterer Dörfer das Gebiet des heutigen Stadtkreises, und die Grenzen der Kasseler Gemarkung schoben sich bis an die Ränder des Fulda-Beckens hinauf. Die Zahl der Einwohner stieg auf ca. 226 000 an.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Die ,Aufwertung‘ Kassels durch die Nationalsozialisten verdeckte für viele die grausame Verfolgung der Regimegegner“ und der Juden. 1938 wurde die im 19. Jahrhundert erbaute [[Synagoge]], ein baugeschichtliches Denkmal ersten Ranges, verwüstet und abgebrochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 22./23. Oktober 1943 zerstörte ein Luftangriff 85 Prozent der Wohnungen – die gesamte historische Innenstadt wurde vernichtet – und 65 Prozent der Industrieanlagen. Zuletzt lebten in der zerbombten Stadt nur noch rund 71 000 Menschen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wegner 1995, S. 16 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wiederaufbau Kassels nach dem Krieg fand vielfach ohne Berücksichtigung der baulichen Überreste und ohne Rücksicht auf die historischen Strukturen statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quelle==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wegner, Karl-Hermann: ''Bilder aus dem alten Kassel''. Gemälde und Graphiken 1870 – 1940. Quellen und Perspektiven zur Entwicklung Kassels, Bd. 4. Hrsg. Verein Freunde des Stadtmuseums Kassel e.V. Kassel 1995.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Querverweise==&lt;br /&gt;
* [[Die Landgrafen und Kurfürsten in Hessen-Kassel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Netzverweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Kassel Kassel], Wikipedia&lt;br /&gt;
* [http://regiowiki.hna.de/Kassel Kassel], HNA Regiowiki&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Anmerkungen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;metadesc&amp;gt;Kassel, Stadt a. d. Fulda (Hessen). - Historische Entwicklung vom 10. bis zum 20. Jahrhundert.&amp;lt;/metadesc&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Helmut_Thiele</id>
		<title>Helmut Thiele</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Helmut_Thiele"/>
				<updated>2015-09-21T18:57:43Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Helmut Thiele,''' * 16. Mai 1921 in Kassel, † 17. Juni 2008 in Kassel, Studiendirektor an der Heinrich-Schütz-Schule, bedeutender Kasseler Genealoge.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Bild:Thiele Porträt.jpg|thumb|300px|right|Helmut Thiele]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Hiltgunde Thiele.jpg|thumb|300px|right|Hiltgunde Thiele]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Polizeizeitung 1731.jpg|thumb|200px|right|Polizei- und Kommerzienzeitung, Startnummer 1731, Grundlage für ''Einwohner und Familien der Stadt Kassel'' (1986).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kasseler Stadtgeschichte – genealogisch==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Helmut Thiele übernahm 1979 die Federführung bei dem Projekt einer 1976 gegründeten Arbeitsgruppe der Gesellschaft für Familienkunde in Kurhessen und Waldeck: Diese hatte sich vorgenommen, die im Krieg verbrannten Kasseler Kirchenbuchbestände (Lücke von ca. 1730 bis ca. 1830) nach Möglichkeit datenmäßig zu rekonstruieren. Grundlage für das Projekt waren hauptsächlich die wöchentlich in der ''Casselischen Zeitung von Policey, Commercien'' etc. (1731 ff.) und den Nachfolgezeitungen veröffentlichten Mitteilungen aus den Kasseler Kirchengemeinden betr. Heiraten, Geburten und Sterbefälle.&amp;lt;ref&amp;gt;Guth 1978.&amp;lt;/ref&amp;gt; Unter dem Projektleiter Thiele waren rund ein Dutzend Mitarbeiter tätig, die die Zeitungsnachrichten exzerpierten, nach einem bestimmten System ordneten und damit zugänglich machen konnten. Das Ergebnis legte Thiele, der organisatorisch die Hauptlast trug, 1986 in den 13 Bänden ''Einwohner und Familien der Stadt Kassel'' vor, die rund 160 000 Daten enthalten. Damit konnte ein Kriegsschaden beseitigt werden, der die Forschungen zur Kasseler Stadtgeschichte im allgemeinen und die private Familienforschung im besonderen beträchtlich behindert hatte, oft genug auch unmöglich gemacht hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Zwei Beispiele für eine genealogische Klärung mit Hilfe von Thieles Publikationen: [[Hartmann Herzog|Vorfahren von Hartmann Herzog]] und [[Albrecht Rosengarten|Abstammung und Verwandtschaft von Albrecht Rosengarten]], ein stadtgeschichtliches Beispiel: [[Karlskirche|Die Oberneustadt und die Hugenotten]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Folgejahren wertete Thiele die Kasseler Kirchenbücher aus, die den Krieg überdauert hatten (bei den Einzelgemeinden bzw. im Staatsarchiv Marburg), zog vielfach auch weitere archivalische Materialien heran, so daß er schließlich sogar soziale Strukturen der Stadtviertel Altkassels aufdecken konnte. In mehreren umfangreichen Bänden machte Thiele seine Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thiele hatte seinen Blick nicht nur auf die christlichen, sondern auch auf die jüdischen Einwohner und Familien Kassels gerichtet; diese erfaßte und publizierte er in drei weiteren Bänden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Frau: '''Hiltgunde Thiele''' geb. Kusina, * 23. April 1923 in Kassel, Bibliothekarin, ebenfalls stadtgeschichtlich tätig, unter anderem Bearbeiterin von [[Wolfgang Hermsdorff|Wolfgang Hermsdorffs]] ''Blick zurück''; sie unterstützte Paul Schmaling beim ''Künstlerlexikon Hessen-Kassel 1777 – 2000''.&amp;lt;ref&amp;gt;Mit den Malerkolonien Willingshausen und Kleinsassen. Kassel 2001. Ergänzungsband ''Künstlerlexikon ... 2001 – 2010''. Kassel 2011. – Karl-Hermann Wegner im Vorwort zum ''Künstlerlexikon'' 2001: „Hier ist vor allem der unermüdliche Einsatz von Frau Hiltgunde Thiele zu nennen, die als ehrenamtliche Mitarbeiterin des Stadtmuseums Biographien historischer Persönlichkeiten erarbeitet und Fragen zur Personen- und Sozialgeschichte erforscht [hat]. Sie hat seit [1993] eine Fülle sicherer Daten beigesteuert.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Auszeichnungen für Helmut Thiele==&lt;br /&gt;
* 1986 Kasseler Stadtmedaille &lt;br /&gt;
* 1991 Ehrenbrief des Landes Hessen &lt;br /&gt;
* 2007 Wappenring der Stadt Kassel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Publikationen von Helmut Thiele==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einzelschriften'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Einwohner und Familien der Stadt Kassel. Eheschließungen, Geborene, Verstorbene 1731 – 183''9. 13 Bde. Hrsg. v. H. Thiele u. der Gesellschaft für Familienkunde in Kurhessen und Waldeck. Kassel: Thiele 1986. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Die israelitische Gemeinde zu Kassel im 19. Jahrhundert. Familien, Eheschließungen, Geborene, Verstorbene''. Kassel: Thiele 1986. 398 S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Die Kasseler Oberneustadt 1693 – 1735. Einwohner und Familien''. (Forschungen zur hessischen Familien- und Heimatkunde Bd. 72.) Frankfurt/Main, Kassel 1990. 390 S. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Die Kasseler Altstadt zur Zeit des Landgrafen Karl. Einwohner und Familien''. (Forschungen zur hessischen Familien- und Heimatkunde Bd. 76.) Frankfurt/Main, Kassel 1991. X + 729 S.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Die Kasseler Altstadt zur Zeit des Landgrafen Karl. Einwohner und Familien der Freiheiter Gemeinde''. 2 Bände. Band 1: 1680 – 1735, Copulationen, Taufen, Konfirmationen; X + 651 S., chronolog.; Band 2: 1680 – 1735, Begräbnisse; IV + 731 S., chronolog., Personenregister. Kassel: Thiele 1994.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Die Kasseler Hofgemeinde zur Zeit des Landgrafen Karl''. Kassel: Thiele 1996. 429 S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Die jüdischen Einwohner der Stadt Kassel im 18. Jahrhundert''. Kassel: Thiele 2000. 97 S. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Die Französische Gemeinde der Kasseler Altstadt 1686 – 1735''. Kassel: Thiele 2001. 328 S. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Die Einwohner der Stadt Kassel im 18. Jahrhundert. Adressen und soziale Strukturen''. Kassel: Thiele 2001. 549 S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Die jüdischen Einwohner zu Kassel 1700 – 1942''. Familiendaten und Adressen. Kassel: Thiele 2006.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Beiträge'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Einwohner und Familien der Stadt Kassel. Eheschließungen, Geborene, Verstorbene 1731 – 1839.'' In: Hess. Familienkunde 18, H. 8, 1987, Sp. 463 – 474.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Die israelitische Gemeinde in Kassel im 19. Jahrhundert''. In: Hess. Familienkunde 19, H. 2, 1988, Sp. 85 – 88.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Die Kasseler Oberneustadt 1693 – 1739''. In: Hess. Familienkunde 20, H. 5, 1991, Sp. 349 – 352.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Die Vororte der Residenzstadt Kassel im Spiegel ihrer Kirchenbücher und der ersten Zeitung 1680 – 1735''. In: ''Chronik der Stadt Baunatal'', Bd. 3: ''In Untertänigkeit absolutistischer Fürstenmacht''. Hrsg. v. Magistrat der Stadt Baunatal. [Baunatal] 1997. S. 141 – 156. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.nuernbergwiki.de/index.php/Werner_Guth Guth, Werner]: ''Sicherung und familienkundliche Auswertung der Kasseler Polizei- und Kommerzienzeitung (1731 ff.)''. In: Hessische Familienkunde, Bd. 14, Heft 2, 1978, S. 101 f. -- Text des obigen Artikels z. T. nach persönlicher Kenntnis (Guth).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Querverweise==&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Hermsdorff]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Netzverweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://wiki-de.genealogy.net/Hessische_Kirchenbuchbearbeitungen#Regierungsbezirk_Kassel Hessische Kirchenbuchbearbeitungen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise und Anmerkungen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Personen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG: Thiele, Helmut}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;metadesc&amp;gt;Helmut Thiele (1921-2008), StD an der Heinrich-Schütz-Schule in Kassel, bedeutender Genealoge für die Stadt Kassel.&amp;lt;/metadesc&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Wehlheiden_%E2%80%93_Dorfplatz</id>
		<title>Wehlheiden – Dorfplatz</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Wehlheiden_%E2%80%93_Dorfplatz"/>
				<updated>2015-08-28T15:25:08Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der frühere '''Dorfplatz von Wehlheiden.''' Wehlheiden ist seit 1899 Stadtteil von Kassel.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Jung Wehlheiden.jpg|thumb|600px|left|'''Der Dorfplatz von Wehlheiden, 1909.''' Ölgemälde von Julius Jung (1851 – 1929). -- K.-H. Wegner, ''Bilder aus dem alten Kassel'' (1995), S. 97.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erläuterung zu Jungs Gemälde:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wir blicken über den heutigen Georg-Stock-Platz in die Kohlenstraße und erkennen in der Bildmitte am Anfang des Kirchweges das alte Gemeindehaus Wehlheidens, das zugleich Kirchsaal (Wehlheiden war bis Ende des 19. Jahrhunderts nach Kirchditmold eingepfarrt) und Dorfschule beherbergte. – Der Fachwerkbau links ist heute noch erhalten, ebenso das gründerzeitliche Mietshaus an der Ecke Kohlenstraße/Kochstraße, das bereits den Einbruch großstädtischen Lebens in das Dorfbild dokumentiert. – Die Gesprächsgruppe im Vordergrund zeigt der Überlieferung nach den Kommerzienrat Sigmund Aschrott in Verhandlungen mit Wehlheider Gemeindevertretern über den Ankauf von Gelände für die Anlage des Hohenzollernviertels (heute ,Vorderer Westen‘).“ (Karl-Hermann Wegner: ''Bilder aus dem alten Kassel''. Gemälde und Graphiken 1870 – 1940. Kassel 1995. S. 96)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Querverweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Häuser, Straßen, Plätze]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;metadesc&amp;gt;Der frühere Dorfplatz von Wehlheiden. Wehlheiden ist seit 1899 Stadtteil von Kassel.&amp;lt;/metadesc&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Lenze_und_Lutze</id>
		<title>Lenze und Lutze</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Lenze_und_Lutze"/>
				<updated>2015-07-29T17:59:26Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
===Vorbemerkung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Text, Teil einer kürzlich in Fritzlar entdeckten mittelalterlichen Handschrift, wurde von mir in der Schreibung unverändert belassen, jedoch mit Umlaut- und Satzzeichen versehen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zur Aussprache:&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
1) ‚z‘ am Beginn eines Wortes ist stets als ‚z‘ auszusprechen, sonst als ‚z‘ oder ‚s‘ (man kann sich meist an der neuhochdeutschen Entsprechung orientieren); ‚v‘ ist stets als ‚f‘ auszusprechen, ‚ht‘ als ‚cht‘ und ‚lh‘ als ‚lch‘. 2) ‚e‘ am Ende eines Wortes wird nicht gesprochen, wenn das nachfolgende Wort mit Vokal beginnt; die beim Lesen zu verkürzenden Wörter sind von mir mit Sternchen (*) versehen worden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Kalli Klein, 2006''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: Lenz + Lutze, Titelseite.jpg|thumb|400px|right|'''Titelseite des Manuskripts''']]&lt;br /&gt;
:::::'''LENZE UND LUTZE'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::::'''Von argen buben ein mere in siben possen'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::::''Von Cunze von Leimbach (um 1300)''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::::– Mittelniederhessisch – &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::::'''Der vörlouf'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::::Manec sage mac man vinden&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::von verworhten, bösen kinden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::Solher zwene, wide* erkennet,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::Lenze* und Lutze sin genennet.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::wolde man mit klugen leren&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::zeme guden si bekeren,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::danne lacheten die schüllen&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::und uf daz begunden grüllen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::ja is iemer man bereide&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::zaller erge* und nidecheide!&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::menschen ranzen, dier verquelen,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::eppel unde biren stelen –&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::ane melde* is daz genemer&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::und ouch sunder wan bequemer,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::danne* in kirchen oder schule&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::stede sitzen ufme stule.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::doch ouwe! – sodane venden&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::müzen ockers übele* enden,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::und ein zil vele* ungemeit&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::Lenzen unde Lutzen beit.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::des is, daz die beiden triben,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::hie gemalet joch verschriben.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::::'''Die erste posse'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::::Hüner hat man allewege&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::gerne* in hude und in plege:&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::beide von der eiger wegen,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::die si vlize suchent legen,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::und daz man sich edewenne&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::braden mac ein veize henne.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::me noch bringet nützecheit&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::dirre diere vederkleit,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::so manz in daz bette dut:&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::gegen kelde is ez gut.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::ouch die alde wittib Behte&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::lac undankes küle* und slehte.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::driger hüner si gewielt&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::und ouch einen hanen hielt.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::Lenze* und Lutze sahen zu,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::wie man Behten argez du.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::dannen eines brodes ende&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::sniden si enzwei behende&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::in vier stumbel vingergroz.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::krüzewise man beschoz&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::mit zwein snüren dise stücke&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::unde leide si mit dücke&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::nu zer Behten ungemache&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::rehte* in ere hovesache.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::nu daz aber sach der hane,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::finc he lude krejen ane:&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::„kikriki, kikiriki!“&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::„dac dac dac!“ do quamen si.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::ieclich swulh da von dem brode&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::girliche* einen der vier schrode.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::so daz brot nu was geslicket,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::waren vele si bestricket.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::was begunde do ein zogen,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::zarren, dinsen unde gogen&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::krüzewise vör und wider!&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::uf si vlugen unde nider,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::biz der armen diere hast&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::nu besloz ein spacher ast.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::ere drozzen wurden lanc&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::unde dunkel ere sanc.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::ieclich rasch ein ei noch leide,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::danne quam der dot bereide.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::aber dirre starke riez&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::Behten kume slafen liez.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::in der döre wande Behte,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::daz si niht ensehe rehte!&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::sa man horde ere wuf&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::und ere* armen jamerruf:&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::„mines libes schönsten troum&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::stal zeware dirre boum!“&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::trurecliche hup daz wip&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::uf nu ere scharfen knip.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::ere was die schouwe leit,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::danne si die doden sneit&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::von des boumes aste nider&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::unde ginc zem huse wider.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::::'''Die andere posse'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::::Doch do Behte nu verwant&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::ere leit, des si bevant,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::dahte wider si und vör,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::daz ez si die beste kör,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::briede si die lieben dier&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::zeinem brasse alle vier,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::die so vrü zere* urloup namen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::Behten do die trene quamen:&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::ja was doch die trure groz,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::nu die hüner bar und bloz&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::lagen uf dem herde heizen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::ach, wie sus bevör der zeizen&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::diere quecker krat und sanc&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::trütliche* in dem hove klanc!&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::Behte aber gunde riezen&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::unde liez die zere vliezen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::sit die buben gudez smahten,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::uf zem dache si sich mahten,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::da si sahen dörch den slat&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::nidene die guden brat.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::in der panne uf dem vüre&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::sanc ez liepliche* und gehüre.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::Behte ginc mit eime deller&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::nider zeme vazze* im keller,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::da der sure kol was inne,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::wolde* en holen mit dem sinne,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::daz sin süde, wande heiz&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::smecket wol he, so man weiz.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::vlize was man uf dem dache&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::inne des bi arger sache.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::Lenze mide* enbore brahte&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::einen hamen mit bedahte.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::do da neic der ham und seic,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::snap! – ein hun gach ufwert steic,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::snap! – noch einez was im slade,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::snap! – daz dritte reis der brade,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::snap! – verswant daz leste dier –&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::obe waren alle vier.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::swie der hunt do bellen mohte,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::sin geschelle wenec dohte.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::doch die buben ungemach,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::rasch verliezen si daz dach.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::ockers werre musez stufen!&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::Behte sa begunde wufen,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::do si zu der panne quam&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::unde ledec si vernam.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::nu die hüner vuren hinnen,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::Behten quam der hunt ze sinnen:&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::„hunt, din übelheit is schin,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::des saldu gestrafet sin!“&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::Behte nam den leffel lanc&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::unde sa den hunt bedranc.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::gelle schallete sin gac,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::sit unrehtes he enplac.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::Lenze* und Lutze nach dem vraze&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::sliefen sat in einer saze,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::unde von dem brasse* alein&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::schinen uz zwei hunes bein.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Aus: Der Mundart-Kurier – Mitteilungen der Gesellschaft für Nordhessische Mundarten, Nr. 7, 2006, S. 12. Das folgende Gespräch ebd., S. 16.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Literaturfund „Lenz’ und Lutze“==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Werner Guth im Gespräch mit Kalli Klein===&lt;br /&gt;
[[Bild: Guth, stirnrunzelnd.jpg|thumb|250px|right|[[Werner Guth]]]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Carsten 2.jpeg|thumb|250px|right|„Kalli Klein“,&amp;lt;br&amp;gt;vor allem bekannt – allerdings unter anderem Namen – als Chef der nordhessischen Liedermacher-Band [http://regiowiki.hna.de/Rotkehlen_aus_Kassel „Die Rotkehlen“]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Werner Guth:''' Sensationell, Kalli, absolut sensationell! Mit „Lenz’ und Lutze“ haben wir jetzt das mit Abstand älteste niederhessische Sprachdenkmal!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalli Klein:''' Jo, gewiß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Von so etwas kann man in anderen Dialektgebieten wohl nur träumen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Stimmet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Mannomann – ich habe vor Aufregung die halbe Nacht nicht geschlafen, als Sie mir den Text zugeschickt haben, und ich kann’s immer noch nicht fassen. Aber nun mal Einzelheiten!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Perjament, zwölf Blatt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Ja, ja – wie waren denn die Fundumstände?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Die Handschrift is bei Renovierungsarbeiten in ’nem alten Fritzlarer Fachwerkhaus gefunden worden. Se laach unner den Dählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Und wie sieht sie aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Perjament, zwölf Blatt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Sagten Sie schon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Zwölf Blatt, macht 24 Seiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Versteht sich. Und weiter?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Eijentlich sinn’s je sechs Böjen, gefaltet, beidseitig beschrieben, also 24 Seiten, ungefähr Großquart, Schweinslederbindung, Text durchgehend illustriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Und der Erhaltungszustand?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Wie neu. Ich konnte’s gar nitt glauben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Wo ist denn die Handschrift jetzt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Beim Hausbesitzer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Wie bitte? Menschenskind, da müssen doch Wissenschaftler ran!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Jo, ich bin doch einer!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Wie kommen Sie denn auf die zeitliche Einordnung „um 1300“? Ist denn der Autor, dieser Cunze von Leimbach, irgendwie bekannt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Nee. Ich hab’ die Handschrift nach rein textimmanenten Kriterien datiert. Paläographisch spricht nix dagäjen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Völlig einverstanden. Der Sprache nach würde ich den Text ebenfalls in diese Zeit datieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Freut mich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Und wie schätzen Sie den Inhalt ein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Jo, ich hoffe doch: richtich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Ich meine die Handlung, die Fabel. Ich hatte beim Lesen manchmal das Gefühl, daß ich die Geschichte von Lenz’ und Lutze und dieser Witwe mit den Hühnern von irgendwoher kenne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Ich nitt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Einige Male hatte ich sogar das Gefühl, ich kenne ganze Zeilen . . .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Vielleicht is je der Text später moh ins Neuhochdeutsche üwwerdraachen worden. So was giwwet’s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Natürlich, man braucht nur an den spätmittelalterlichen Reflex des Hildebrandslieds zu denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Sähn Se.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Woher bloß kenne ich diese Geschichte von den beiden Lümmeln? Ich hab’ gegrübelt und gegrübelt, aber ich komme einfach nicht drauf . . .  Ich will Ihnen ja nicht zu nahe treten, Kalli, aber sind Sie sich denn auch ganz sicher, daß der Text wirklich echt ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Der is echt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Nehmen Sie’s mir nicht krumm, aber ein Schuß Skepsis gehört nun mal mit zum wissenschaftlichen Geschäft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Der Text is echt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Was mich außerdem noch irritiert, ist, daß diese Witwe auf ihrem Dach einen Schornstein hatte. Meines Wissens gab’s bei uns im Mittelalter auf Bauernhäusern keine Schornsteine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Saachen Sie. Laut Text gab’s awer welche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Im nordhessischen Dreizonenhaus war’s doch bis ins 19. Jahrhundert üblich, daß über der Küche, die am Ende des Erns, also der Mittelzone, lag, die Wurschtekammer war. Durch einen Holzrost in der Decke stieg der Rauch vom gemauerten offenen Herd in die Wurschtekammer, von dort dann weiter auf den Dachboden und zog rechts und links durchs Ullenloch ab. Ein Schornstein mit Küchenanbindung war also nicht nur überflüssig, er wäre im Hinblick auf Wurscht und Schinken geradezu kontraproduktiv gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Kann je alles sinn, awer der Schornstein is keine moderne Erfindung. Das Wort alleine, das is je doch schonn uralt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Unbestreitbar. Der Schornstein muß auf jeden Fall rauchen – d.h., wir drucken den von Ihnen vorbereiteten Textteil von „Lenz’ und Lutze“ im Mundart-Kurier ab. Dann haben wir wieder mal die Nase vorn! Oder ist schon irgendwo etwas veröffentlicht worden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Nee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Na, wunderbar!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Ich muß weg, Herr Guth. Ich muß in Wehren un Werkel noch AVON-Beratung machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Junge, Junge – hoffentlich verdienen Sie Ihre Brötchen bald auf andere Weise. Ich wünsche’s Ihnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Ich arweide dran.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Haben Sie denn zum Schluß wieder mal einen schönen Limerick für mich?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Moh üwwerläjen . . . Wie wär’s dann mit dem hier:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::Der Dachdegger Kunze uß Leimbach,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
::der knallte moh runner vun eim Dach,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
::hott im Liewe de Knochen&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
::sich alle gebrochen,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
::in Gips hä acht Wochen derheim’ laach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Na – ein bißchen klemmt er wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Awer er baßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' In Ihr Geschichtsbuch? Wieso?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Nee, da baßt er nitt. Awer ich arweide inzwischen doch schonn an ’ner niederheßschen Lidderadurgeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Leserbrief zu „Lenz’ und Lutze“==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Von Quirinus Quiddenbaum'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Literaturfund „Lenz und Lutze“, aus dem Sie in der letzten Ausgabe des Mundart-Kuriers einen Auszug abgedruckt haben, hat mich außerordentlich bewegt, und das aus zwei Gründen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstens haben wir endlich ein frühes Zeugnis des Niederhessischen, das ja aus dem Mittelalter nur fragmentarisch überliefert ist und aus Urkunden und Namensformen allenfalls ansatzweise rekonstruierbar ist. Zweitens haben wir nun endlich auch den Lenz-und-Lutze-Stoff in einer einheimischen Fassung. Ich selbst als lebenslanger passionierter Lenz-und-Lutze-Forscher darf feststellen: Der Stoff ist uralt, ja geradezu prähistorisch; er ist in zahlreichen Sprachen und Dialekten gestaltet worden, und – wie sich nun herausgestellt hat – auch in mittelalterlichem Niederhessisch (was ich ja eigentlich schon lange vermutet hatte).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden Lümmel Lenz und Lutze tragen in den verschiedenen Fassungen ganz unterschiedliche Namen: In der klassisch-lateinischen Fassung heißen sie Romulus und Remus, in der altgriechischen Kastor und Pollux.&lt;br /&gt;
[[Bild: MM, ägyptisch.jpg|thumb|300px|right|'''Papyrus-Fragment, unterägyptisch''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Lenz-und-Lutze-Stoff geht über das Griechische aufs Ägyptische zurück. Das älteste Zeugnis stammt aus Unterägypten aus dem 12. Jh. v. Chr. (Papyrus-Fragment) und beginnt folgendermaßen: ''jr ntf hr.tw sn 2 n wC(.t) mw.t n wC jt Mk3 s rn'' usw. (s. Abb.). Da die Ägypter nur Konsonanten schrieben, ist der Text leider etwas schwer zu lesen. Aus dem 1. Jh. v. Chr. ist allerdings eine oberägyptische Fassung in griechischer Schrift, also in einer gut lesbaren Fassung, überliefert, und zwar in sahidischem Dialekt. Da Sie ja an Mundartzeugnissen interessiert sind, teile ich Ihnen den Eingangspassus dieser Fassung mit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::''Ouoei hah nsop ancotm''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
::''e anosch etbehenschere euhoou''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
::''nthekje mpsisnau nreferpethoou emate''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
::''etoumoute eroou dsche: Maks hi Morits.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Aus: Der Mundart-Kurier, Nr. 8, 2006, S. 14.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Querverweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Niederhessische Mundart]]&lt;br /&gt;
* [[Kasseler Mundart]]&lt;br /&gt;
* [[Werner Guth]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;metadesc&amp;gt;„Lenze und Lutze“ – Von argen buben ein mere in siben possen. Mittelhochdeutsches Kleinepos (um 1300), aus Niederhessen.&amp;lt;/metadesc&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Lenze_und_Lutze</id>
		<title>Lenze und Lutze</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Lenze_und_Lutze"/>
				<updated>2015-07-29T17:49:47Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: /* Werner Guth im Gespräch mit Kalli Klein */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
===Vorbemerkung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Text, Teil einer kürzlich in Fritzlar entdeckten mittelalterlichen Handschrift, wurde von mir in der Schreibung unverändert belassen, jedoch mit Umlaut- und Satzzeichen versehen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zur Aussprache:&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
1) ‚z‘ am Beginn eines Wortes ist stets als ‚z‘ auszusprechen, sonst als ‚z‘ oder ‚s‘ (man kann sich meist an der neuhochdeutschen Entsprechung orientieren); ‚v‘ ist stets als ‚f‘ auszusprechen, ‚ht‘ als ‚cht‘ und ‚lh‘ als ‚lch‘. 2) ‚e‘ am Ende eines Wortes wird nicht gesprochen, wenn das nachfolgende Wort mit Vokal beginnt; die beim Lesen zu verkürzenden Wörter sind von mir mit Sternchen (*) versehen worden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Kalli Klein, 2006''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: Lenz + Lutze, Titelseite.jpg|thumb|400px|right|'''Titelseite des Manuskripts''']]&lt;br /&gt;
:::::'''LENZE UND LUTZE'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::::'''Von argen buben ein mere in siben possen'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::::''Von Cunze von Leimbach (um 1300)''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::::– Mittelniederhessisch – &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::::'''Der vörlouf'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::::Manec sage mac man vinden&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::von verworhten, bösen kinden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::Solher zwene, wide* erkennet,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::Lenze* und Lutze sin genennet.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::wolde man mit klugen leren&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::zeme guden si bekeren,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::danne lacheten die schüllen&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::und uf daz begunden grüllen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::ja is iemer man bereide&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::zaller erge* und nidecheide!&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::menschen ranzen, dier verquelen,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::eppel unde biren stelen –&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::ane melde* is daz genemer&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::und ouch sunder wan bequemer,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::danne* in kirchen oder schule&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::stede sitzen ufme stule.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::doch ouwe! – sodane venden&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::müzen ockers übele* enden,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::und ein zil vele* ungemeit&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::Lenzen unde Lutzen beit.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::des is, daz die beiden triben,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::hie gemalet joch verschriben.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::::'''Die erste posse'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::::Hüner hat man allewege&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::gerne* in hude und in plege:&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::beide von der eiger wegen,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::die si vlize suchent legen,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::und daz man sich edewenne&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::braden mac ein veize henne.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::me noch bringet nützecheit&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::dirre diere vederkleit,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::so manz in daz bette dut:&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::gegen kelde is ez gut.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::ouch die alde wittib Behte&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::lac undankes küle* und slehte.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::driger hüner si gewielt&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::und ouch einen hanen hielt.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::Lenze* und Lutze sahen zu,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::wie man Behten argez du.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::dannen eines brodes ende&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::sniden si enzwei behende&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::in vier stumbel vingergroz.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::krüzewise man beschoz&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::mit zwein snüren dise stücke&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::unde leide si mit dücke&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::nu zer Behten ungemache&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::rehte* in ere hovesache.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::nu daz aber sach der hane,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::finc he lude krejen ane:&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::„kikriki, kikiriki!“&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::„dac dac dac!“ do quamen si.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::ieclich swulh da von dem brode&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::girliche* einen der vier schrode.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::so daz brot nu was geslicket,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::waren vele si bestricket.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::was begunde do ein zogen,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::zarren, dinsen unde gogen&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::krüzewise vör und wider!&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::uf si vlugen unde nider,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::biz der armen diere hast&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::nu besloz ein spacher ast.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::ere drozzen wurden lanc&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::unde dunkel ere sanc.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::ieclich rasch ein ei noch leide,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::danne quam der dot bereide.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::aber dirre starke riez&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::Behten kume slafen liez.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::in der döre wande Behte,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::daz si niht ensehe rehte!&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::sa man horde ere wuf&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::und ere* armen jamerruf:&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::„mines libes schönsten troum&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::stal zeware dirre boum!“&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::trurecliche hup daz wip&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::uf nu ere scharfen knip.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::ere was die schouwe leit,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::danne si die doden sneit&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::von des boumes aste nider&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::unde ginc zem huse wider.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::::'''Die andere posse'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::::Doch do Behte nu verwant&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::ere leit, des si bevant,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::dahte wider si und vör,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::daz ez si die beste kör,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::briede si die lieben dier&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::zeinem brasse alle vier,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::die so vrü zere* urloup namen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::Behten do die trene quamen:&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::ja was doch die trure groz,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::nu die hüner bar und bloz&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::lagen uf dem herde heizen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::ach, wie sus bevör der zeizen&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::diere quecker krat und sanc&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::trütliche* in dem hove klanc!&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::Behte aber gunde riezen&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::unde liez die zere vliezen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::sit die buben gudez smahten,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::uf zem dache si sich mahten,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::da si sahen dörch den slat&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::nidene die guden brat.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::in der panne uf dem vüre&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::sanc ez liepliche* und gehüre.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::Behte ginc mit eime deller&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::nider zeme vazze* im keller,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::da der sure kol was inne,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::wolde* en holen mit dem sinne,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::daz sin süde, wande heiz&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::smecket wol he, so man weiz.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::vlize was man uf dem dache&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::inne des bi arger sache.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::Lenze mide* enbore brahte&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::einen hamen mit bedahte.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::do da neic der ham und seic,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::snap! – ein hun gach ufwert steic,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::snap! – noch einez was im slade,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::snap! – daz dritte reis der brade,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::snap! – verswant daz leste dier –&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::obe waren alle vier.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::swie der hunt do bellen mohte,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::sin geschelle wenec dohte.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::doch die buben ungemach,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::rasch verliezen si daz dach.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::ockers werre musez stufen!&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::Behte sa begunde wufen,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::do si zu der panne quam&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::unde ledec si vernam.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::nu die hüner vuren hinnen,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::Behten quam der hunt ze sinnen:&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::„hunt, din übelheit is schin,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::des saldu gestrafet sin!“&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::Behte nam den leffel lanc&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::unde sa den hunt bedranc.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::gelle schallete sin gac,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::sit unrehtes he enplac.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::Lenze* und Lutze nach dem vraze&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::sliefen sat in einer saze,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::unde von dem brasse* alein&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
:::::schinen uz zwei hunes bein.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Aus: Der Mundart-Kurier – Mitteilungen der Gesellschaft für Nordhessische Mundarten, Nr. 7, 2006, S. 12. Das folgende Gespräch ebd., S. 16.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Literaturfund „Lenz’ und Lutze“==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Werner Guth im Gespräch mit Kalli Klein===&lt;br /&gt;
[[Bild: Guth, stirnrunzelnd.jpg|thumb|250px|right|[[Werner Guth]]]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Carsten 2.jpeg|thumb|250px|right|„Kalli Klein“,&amp;lt;br&amp;gt;vor allem bekannt – allerdings unter anderem Namen – als Chef der nordhessischen Liedermacher-Band [http://regiowiki.hna.de/Rotkehlen_aus_Kassel „Die Rotkehlen“]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Werner Guth:''' Sensationell, Kalli, absolut sensationell! Mit „Lenz’ und Lutze“ haben wir jetzt das mit Abstand älteste niederhessische Sprachdenkmal!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalli Klein:''' Jo, gewiß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Von so etwas kann man in anderen Dialektgebieten wohl nur träumen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Stimmet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Mannomann – ich habe vor Aufregung die halbe Nacht nicht geschlafen, als Sie mir den Text zugeschickt haben, und ich kann’s immer noch nicht fassen. Aber nun mal Einzelheiten!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Perjament, zwölf Blatt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Ja, ja – wie waren denn die Fundumstände?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Die Handschrift is bei Renovierungsarbeiten in ’nem alten Fritzlarer Fachwerkhaus gefunden worden. Se laach unner den Dählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Und wie sieht sie aus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Perjament, zwölf Blatt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Sagten Sie schon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Zwölf Blatt, macht 24 Seiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Versteht sich. Und weiter?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Eijentlich sinn’s je sechs Böjen, gefaltet, beidseitig beschrieben, also 24 Seiten, ungefähr Großquart, Schweinslederbindung, Text durchgehend illustriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Und der Erhaltungszustand?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Wie neu. Ich konnte’s gar nitt glauben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Wo ist denn die Handschrift jetzt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Beim Hausbesitzer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Wie bitte? Menschenskind, da müssen doch Wissenschaftler ran!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Jo, ich bin doch einer!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Wie kommen Sie denn auf die zeitliche Einordnung „um 1300“? Ist denn der Autor, dieser Cunze von Leimbach, irgendwie bekannt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Nee. Ich hab’ die Handschrift nach rein textimmanenten Kriterien datiert. Paläographisch spricht nix dagäjen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Völlig einverstanden. Der Sprache nach würde ich den Text ebenfalls in diese Zeit datieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Freut mich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Und wie schätzen Sie den Inhalt ein?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Jo, ich hoffe doch: richtich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Ich meine die Handlung, die Fabel. Ich hatte beim Lesen manchmal das Gefühl, daß ich die Geschichte von Lenz’ und Lutze und dieser Witwe mit den Hühnern von irgendwoher kenne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Ich nitt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Einige Male hatte ich sogar das Gefühl, ich kenne ganze Zeilen . . .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Vielleicht is je der Text später moh ins Neuhochdeutsche üwwerdraachen worden. So was giwwet’s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Natürlich, man braucht nur an den spätmittelalterlichen Reflex des Hildebrandslieds zu denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Sähn Se.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Woher bloß kenne ich diese Geschichte von den beiden Lümmeln? Ich hab’ gegrübelt und gegrübelt, aber ich komme einfach nicht drauf . . .  Ich will Ihnen ja nicht zu nahe treten, Kalli, aber sind Sie sich denn auch ganz sicher, daß der Text wirklich echt ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Der is echt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Nehmen Sie’s mir nicht krumm, aber ein Schuß Skepsis gehört nun mal mit zum wissenschaftlichen Geschäft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Der Text is echt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Was mich außerdem noch irritiert, ist, daß diese Witwe auf ihrem Dach einen Schornstein hatte. Meines Wissens gab’s bei uns im Mittelalter auf Bauernhäusern keine Schornsteine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Saachen Sie. Laut Text gab’s awer welche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Im nordhessischen Dreizonenhaus war’s doch bis ins 19. Jahrhundert üblich, daß über der Küche, die am Ende des Erns, also der Mittelzone, lag, die Wurschtekammer war. Durch einen Holzrost in der Decke stieg der Rauch vom gemauerten offenen Herd in die Wurschtekammer, von dort dann weiter auf den Dachboden und zog rechts und links durchs Ullenloch ab. Ein Schornstein mit Küchenanbindung war also nicht nur überflüssig, er wäre im Hinblick auf Wurscht und Schinken geradezu kontraproduktiv gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Kann je alles sinn, awer der Schornstein is keine moderne Erfindung. Das Wort alleine, das is je doch schonn uralt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Unbestreitbar. Der Schornstein muß auf jeden Fall rauchen – d.h., wir drucken den von Ihnen vorbereiteten Textteil von „Lenz’ und Lutze“ im Mundart-Kurier ab. Dann haben wir wieder mal die Nase vorn! Oder ist schon irgendwo etwas veröffentlicht worden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Nee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Na, wunderbar!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Ich muß weg, Herr Guth. Ich muß in Wehren un Werkel noch AVON-Beratung machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Junge, Junge – hoffentlich verdienen Sie Ihre Brötchen bald auf andere Weise. Ich wünsche’s Ihnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Ich arweide dran.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Haben Sie denn zum Schluß wieder mal einen schönen Limerick für mich?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Moh üwwerläjen . . . Wie wär’s dann mit dem hier:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::Der Dachdegger Kunze uß Leimbach,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
::der knallte moh runner vun eim Dach,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
::hott im Liewe de Knochen&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
::sich alle gebrochen,&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
::in Gips hä acht Wochen derheim’ laach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' Na – ein bißchen klemmt er wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Awer er baßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guth:''' In Ihr Geschichtsbuch? Wieso?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klein:''' Nee, da baßt er nitt. Awer ich arweide inzwischen doch schonn an ’ner niederheßschen Lidderadurgeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Leserbrief zu „Lenz’ und Lutze“==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Von Quirinus Quiddenbaum'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Literaturfund „Lenz und Lutze“, aus dem Sie in der letzten Ausgabe des Mundart-Kuriers einen Auszug abgedruckt haben, hat mich außerordentlich bewegt, und das aus zwei Gründen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstens haben wir endlich ein frühes Zeugnis des Niederhessischen, das ja aus dem Mittelalter nur fragmentarisch überliefert ist und aus Urkunden und Namensformen allenfalls ansatzweise rekonstruierbar ist. Zweitens haben wir nun endlich auch den Lenz-und-Lutze-Stoff in einer einheimischen Fassung. Ich selbst als lebenslanger passionierter Lenz-und-Lutze-Forscher darf feststellen: Der Stoff ist uralt, ja geradezu prähistorisch; er ist in zahlreichen Sprachen und Dialekten gestaltet worden, und – wie sich nun herausgestellt hat – auch in mittelalterlichem Niederhessisch (was ich ja eigentlich schon lange vermutet hatte).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden Lümmel Lenz und Lutze tragen in den verschiedenen Fassungen ganz unterschiedliche Namen: In der klassisch-lateinischen Fassung heißen sie Romulus und Remus, in der altgriechischen Kastor und Pollux.&lt;br /&gt;
[[Bild: MM, ägyptisch.jpg|thumb|300px|right|'''Papyrus-Fragment, unterägyptisch''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Lenz-und-Lutze-Stoff geht über das Griechische aufs Ägyptische zurück. Das älteste Zeugnis stammt aus Unterägypten aus dem 12. Jh. v. Chr. (Papyrus-Fragment) und beginnt folgendermaßen: ''jr ntf hr.tw sn 2 n wC(.t) mw.t n wC jt Mk3 s rn'' usw. (s. Abb.). Da die Ägypter nur Konsonanten schrieben, ist der Text leider etwas schwer zu lesen. Aus dem 1. Jh. v. Chr. ist allerdings eine oberägyptische Fassung in griechischer Schrift, also in einer gut lesbaren Fassung, überliefert, und zwar in sahidischem Dialekt. Da Sie ja an Mundartzeugnissen interessiert sind, teile ich Ihnen den Eingangspassus dieser Fassung mit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::''Ouoei hah nsop ancotm''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
::''e anosch etbehenschere euhoou''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
::''nthekje mpsisnau nreferpethoou emate''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
::''etoumoute eroou dsche: Maks hi Morits.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Aus: Der Mundart-Kurier, Nr. 8, 2006, S. 14.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Querverweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Niederhessische Mundart]]&lt;br /&gt;
* [[Kasseler Mundart]]&lt;br /&gt;
* [[Werner Guth]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;metadesc&amp;gt;„Lenze und Lutze“ – Von argen buben ein mere in siben possen. Mittelhochdeutsches Kleinepos (um 1300), aus Niederhessen.&amp;lt;/metadesc&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Philipp_Scheidemann</id>
		<title>Philipp Scheidemann</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Philipp_Scheidemann"/>
				<updated>2015-07-13T11:37:55Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Philipp Scheidemann,''' * 26. Juli 1865 in Kassel, † 29. November 1939 in Kopenhagen; Buchdrucker, Redakteur in Kassel, sozialdemokratischer Politiker, Reichsministerpräsident, Oberbürgermeister von Kassel.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Bild:Scheidemann.jpg|thumb|310px|left|Philipp Scheidemann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lebensweg==&lt;br /&gt;
Philipp Scheidemann wurde 1865 als Sohn des Tapezierers Friedrich Scheidemann&amp;lt;ref&amp;gt;Der Vater fühlte sich dem hessischen Fürstenhause sehr verbunden und gab seinem Sohn im Hinblick auf Landgraf Philipp den Großmütigen den Vornamen Philipp. Als „1866 der Kurfürst sein Land verlassen mußte und nach Prag ins Exil ging, übernahm Vater Scheidemann die Verwaltung des böhmischen Schlosses Horowitz, das Privateigentum der kurfürstlichen Familie war.“ (Hermsdorff 1965).&amp;lt;/ref&amp;gt; in der Kasseler Altstadt, Michelsgasse 7&amp;lt;ref&amp;gt; Hermsdorff 1965.&amp;lt;/ref&amp;gt;, geboren. Er wuchs in Kassel auf und „erlernte nach dem Schulbesuch das Buchdruckerhandwerk. Seit 1890 war er in Kassel für die sozialdemokratische Partei und für die Gewerkschaften agitatorisch tätig. 1895 aber verließ er die Vaterstadt, um erst zehn Jahre später als leitender Redakteur des sozialdemokratischen Volksblatts wieder nach Kassel zurückzukehren. Als er 1911 in den Vorstand der Gesamtpartei gewählt wurde, verlegte er seinen Wohnsitz nach Berlin.“&amp;lt;ref&amp;gt;Hermsdorff 1965.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Scheidemann rief in Berlin am 9. November 1918 die Republik aus, war vom Februar bis Juni 1919 Reichsministerpräsident&amp;lt;ref&amp;gt;Mit Inkrafttreten der neuen Verfassung (11. 8. 1920) hieß der Regierungschef wieder Reichskanzler wie zuvor in der Kaiserzeit.&amp;lt;/ref&amp;gt;, von 1920 bis 1925 Oberbürgermeister von Kassel, von 1920 bis zu seiner Emigration nach Kopenhagen 1933 Mitglied des Reichstags.&amp;lt;ref&amp;gt;Ausführlicheres findet sich in jedem Buch zur neueren deutschen Geschichte, zugleich vielfach im Internet; auf Einzelheiten soll daher an dieser Stelle verzichtet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Scheidemann starb in Kopenhagen im November 1939 an einem Schlagfluß. 1953 wurde die Urne mit seiner Asche vom Kopenhagener Oberbürgermeister dem Kasseler Magistrat übergeben und auf dem Hauptfriedhof beigesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hermsdorff 1965. – Scheidemanns Grab wird von der Stadt Kassel als Ehrengrab unterhalten, siehe [http://regiowiki.hna.de/Hauptfriedhof Hauptfriedhof] im Regiowiki.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Scheidemann und Kassel==&lt;br /&gt;
[[Bild: Scheidemann Jungen.jpg|thumb|200px|right|Casseläner Jungen]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Scheidemann Gefechte.jpg|thumb|200px|right|Zwischen den Gefechten!]]&lt;br /&gt;
In seiner „Kasseler Redakteur-Zeit zwischen 1905 und 1911 […] entwickelt Scheidemann eine besondere Fähigkeit, die ihn bei den alten Kasselanern, gleich welcher politischen Anschauung auch immer, zu einem bis auf den heutigen Tag liebenswerten Menschen macht: er schreibt ,Geschichderchen‘ in Kasseler Mundart und hält damit manche ,Erinnerung an die scheene Lusejungenzidd’ fest. – Diese Geschichten erscheinen zunächst in zwangloser Folge im Volksblatt unter dem Titel ,Briefe us’m Dörfchen‘&amp;lt;ref&amp;gt;„Dörfchen“, „Derfchen“ war der Spottname für die Kasseler Unterneustadt.&amp;lt;/ref&amp;gt;. 1910 faßt er die schönsten zusammen und gibt sie unter dem Pseudonym ,Henner Piffendeckel‘&amp;lt;ref&amp;gt;Mundartlich für „Pfeifendeckel“. – „Piffendeckel“ ist in Kassel auch der trockene Kommentar zu einer Sache oder Rede, bedeutet dann soviel wie „Taugt nichts“, „Blödsinn“, „Nicht mit mir“.&amp;lt;/ref&amp;gt; und mit dem Titel ,Casseläner Jungen‘ […] heraus.“&amp;lt;ref&amp;gt;Hermsdorff 1965.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als er im Januar 1920 Kasseler Oberbürgermeister wurde, sagte er in seiner Antrittsrede vor dem Stadtparlament: „Ich bin entschlossen, mich mit meinen Kräften der Arbeit im Dienste meiner Vaterstadt zu widmen, die ich liebe, deren Schönheit ich geschildert und deren Ruhm ich verkündet habe, wo immer ich Gelegenheit dazu hatte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Hermsdorff 1965.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Buchveröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
* Henner Piffendeckel (Pseud.): ''Casseläner Jungen - Mundartliche Geschichderchen''. Kassel 1910&amp;lt;ref&amp;gt;Zu den Textzeichnungen siehe [[Blos'n baar Worde im vorus!]], Anmerkung 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;, 2. veränd. Aufl. 1910, 3. Aufl. 1926.&amp;lt;br /&amp;gt;Die erste Auflage enthält: [1.] [[Blos'n baar Worde im vorus!]] [= Vorwort, abgezeichnet mit &amp;quot;Cassel, im November 1909&amp;quot;]. [2.] De Schmanddibberchen. [3.] [[D’r Quetschenfrieder]]. [4.] De Drillerpiffe. [5.] Zappenschtreich. [6.] Schänkel Burzelbaum. [7.] Wie mä Oflaufe machden. [8.] D's Hosenknobbdheader. [9.] D'r kleine Ballewutz. [10.] Freikonzert. [11.] Bibbelhuhns Silwerne.&amp;lt;ref&amp;gt;Schilderung der Silberhochzeit von Piffendeckels Freund Henner Bibbelhuhn. „Mit dem ,Henner‘ ist zweifellos der Henschel-Arbeiter Heinrich Huhn gemeint […], der damals neben Pfannkuch einer der wichtigsten Männer in der Kasseler Sozialistenbewegung ist.“ (Hermsdorff 1965.)&amp;lt;/ref&amp;gt; [12.] Casseler Usschdellungen. [13.] D'r scheiwe Chrischtoff im Mannehwer. [14.] Hirschfang mit Schnubbdewack. [15.] Im Rotskeller. [16.] Casseläner Allerlei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Philipp Scheidemann: ''Zwischen den Gefechten !'' [Sammlung]. Berlin, Leipzig [1920]. - Enthält: [1.] Casseläner Jungen. [2.] Plaudereien. [3.] Eine Amerikafahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
* Hamecher, Holger: ''Bibliographie der selbständigen Veröffentlichungen Kasseler Mundartliteratur.'' In: Zeitschr. d. Vereins f. hess. Geschichte u. Landeskunde Bd. 101, 1996, S. 159 ff.; hier: S. 172 f.&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Hermsdorff|Hermsdorff, Wolfgang]]: ''Ein Blick zurück''. Nr. 162. In: Hess. Allgemeine v. 24.7.1965.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Querverweise==&lt;br /&gt;
* [[Kasseler Mundart]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Netzverweise==&lt;br /&gt;
* [http://regiowiki.hna.de/Philipp_Scheidemann Philipp Scheidemann] im Regiowiki&lt;br /&gt;
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_Scheidemann Philipp Scheidemann] in Wikipedia&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Anmerkungen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Personen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG: Scheidemann, Philipp}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;metadesc&amp;gt;Philipp Scheidemann (1865-1939), Reichsministerpräsident, Oberbürgermeister von Kassel.&amp;lt;/metadesc&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Werner_Guth</id>
		<title>Werner Guth</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Werner_Guth"/>
				<updated>2015-05-04T07:24:06Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: Guth m. Pfeife 2.jpg|thumb|280px|right|Werner Guth]]&lt;br /&gt;
'''Werner Guth,''' * 1941 in Kassel; Oberstudienrat i.R., Autor von Publikationen zu hauptsächlich nordhessischen Themen; wohnhaft in Kassel, dann in Niedenstein-Kirchberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Curriculum vitae im Überblick==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Abitur 1962 an der Goetheschule in Kassel und zweijähriger Bundeswehrzeit studierte Werner Guth an den Universitäten Göttingen und Marburg Germanistik und Geschichte, nebenher auch Indogermanistik und Skandinavistik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er war danach Referendar an der Jacob-Grimm-Schule in Kassel, unterrichtete seit 1973 an der Gesamtschule Fuldatal-Ihringshausen Deutsch und Geschichte, seit 1983 am Gymnasium König-Heinrich-Schule in Fritzlar Deutsch, Geschichte und Latein, parallel dazu dasselbe an der Gesamtschule in Gudensberg. 2004 wurde er in den Ruhestand versetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Guth war als Mitglied der „Gesellschaft für Familienkunde in Kurhessen und Waldeck e.V.“ seit 1977 Mitinitiator und Mitarbeiter, bis 1979 auch Federführender einer Arbeitsgruppe zur Rekonstruktion der im Zweiten Weltkrieg vernichteten Kasseler Kirchenbücher&amp;lt;ref&amp;gt;Arbeit sodann weitergeführt und erfolgreich zu Ende gebracht unter Leitung von [[Helmut Thiele]].&amp;lt;/ref&amp;gt;. Seit den 90er Jahren widmet er sich zunehmend der Erforschung der nordhessischen Orts- und Gewässernamen sowie der regionalen Mundarten. Er war 1998 Mitbegründer des inzwischen alljährlich stattfindenden „Nordhessischen Mundarttags“, 1999 Mitbegründer der „Gesellschaft für Nordhessische Mundarten e.V.“ und 2004 bis 2010 Schriftleiter des „Mundart-Kuriers“, der Vereinsschrift der Gesellschaft für Nordhessische Mundarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Guth hat gelegentlich unter folgenden Pseudonymen geschrieben: Lorenz Landsiedel, Quirinus Quiddenbaum, Kalli Klein, Carl Theophrast Seidelbast, Cunze von Leimbach, Hermann Amadeus Breitaxt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Veröffentlichungen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: SW, XXX.jpg|thumb|200px|right|]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Familienbuch Kirchberg.jpg|thumb|200px|right|]]&lt;br /&gt;
[[Bild: WBA, XXX.jpg|thumb|200px|right|]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Schildbürger.jpg|thumb|200px|right|]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Leimbachs Rache.jpg|thumb|200px|right|]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Firschtenbuch.jpg|thumb|320px|right|]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Seidelbast Titelseite.jpg|thumb|200px|right|]]&lt;br /&gt;
===Bücher –  Einzelschriften===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Das Marburger Trauungsbuch 1580 – 1605''. Mit Marbach und Ockershausen. Erg.-Bd. 1 zum Marburger Sippenbuch (= Bd. 24 der Gesamtreihe). Hrsg. v. der Gesellschaft f. Familienkunde in Kurhessen und Waldeck. Kassel 1989. – 236 S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Schwarz uff wiß''. Eine hessische Chronik in Kasseler Mundart. Von Lorenz Landsiedel. Hrsg. v. Quirinus Quiddenbaum in Verbindung mit Werner Guth. Niedenstein 1995. – 190 S. – Der Band ist zu großen Teilen von W. Guth illustriert. – Enthält u.a.: [[Wie de Hessen Chrisden geworrn sinn]]. – [[Das „Dippen“|Zungenbrecher]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Einwohner- und Familienbuch Kirchberg 1350 – 1900''. Mit Ortsadel Hund ab 1250. (= Kirchberg in Niederhessen Bd. 1.) Hrsg. vom Geschichts- u. Heimatverein Kirchberg. Niedenstein 1996. – 635 S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Das Kasseläner Wilhelm-Busch-Album''. Schmeggewehlerchen us Buschs Werken in Kasseler Mundart. Übertragen von W. Guth. Niedenstein 1997. – 220 S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Schildbürgers Rechtschreibreform oder Aus tiefer Not schrei(b) ich zu dir''. 46 S. Niedenstein 1998. – 46 S. – Satirische Betrachtung der sog. Rechtschreibreform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Leimbachs Rache''. Roman. Niedenstein 2003. – 356 S. – Humoristisch-satirischer Nordhessen-Roman; zu Gast sind u.a. der Tiroler Ritter und Liedermacher Oswald von Wolkenstein, der Kasseler Querkopf Philipp Scheidemann, der Marburger Komponentenanalytiker Prof. Walter Falk sowie Brunhilde Fleischhauer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Das Firschtenbuch''. Hessische Herrscher aller Zeiten, uff kasselänsch ins rechte Licht gerückt. Hrsg. v. Quirinus Quiddenbaum. Niedenstein 2004. – 82 S. – Vom Autor illustriert (49 Abb.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Ach, wie steh’me hier bedrippelt''. Casseläner Grab=Poeme us däm ganz un gar zerfledderten un bahle nit mehr läsbaren Nachlaß vum Carle Theophrast Seidelbast. Niedenstein 2012. – 36 S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Beiträge in Sammelschriften===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Sicherung und familienkundliche Auswertung der Kasseler Polizei- und Kommerzienzeitung (1731 ff.)''. In: Hessische Familienkunde, Bd. 14, Heft 2, 1978, S. 101 f. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Soldatenwerber in Kirchberg 1672''. In: ''Niedenstein''. Niedenstein – Ermetheis – Kirchberg – Metze – Wichdorf. Geschichte und Geschichten aus dem Herzen des Chattenlandes. Hrsg. von Kurt Prior und Peter Wieden. Gudensberg 1987. S. 87 – 90.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Die niederhessische Adelsfamilie Hund in Kirchberg''. Auszug aus: W. Guth: Einwohner- und Familienbuch Kirchberg 1350 bis 1900, Niedenstein 1996. In: Hessische Familienkunde, Bd. 23, Heft 7, 1997, S. 197 – 208.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Max un Moritz – ’ne Jungengeschichde in siwwen Streichen''. Niederhessisch (Kassel). In: Metamorphosen –         Neue Mundartübersetzungen des Max und Moritz. Hrsg. v. Manfred Görlach, Heidelberg 1998. S. 75 – 80.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Blisch un Blumm – Ins Kasselänsche iwwerdrahn''. In: Wilhelm Buschs Plisch und Plum in 40 deutschen Mundarten. Hrsg. v. Manfred Görlach, Heidelberg 1999. S. 143 – 147.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Iwwer de Lalen un ähre gewiddersche Närrschheit''. Das „Lalebuch“ von 1597, übertragen in Kasseler Mundart. Vom Autor illustriert. Hrsg. u. kommentiert v. Quirinus Quiddenbaum. In Vorbereitung. Vorabdruck von 6 gereimten Episoden. In: Heimatbrief (= Vereinsschrift d. Heimatvereins Dorothea Viehmann, Kassel), 2003, Heft 1 – 4, u. 2004, Heft 1 u. 2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''[http://www.vhghessen.de/inhalt/zhg/ZHG_109/04_Guth_Ortswuestungen.pdf Ortswüstungen und andere wüste Siedelstellen bei Niedenstein-Kirchberg]''. In: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde, Bd. 109, 2004, S. 51 – 70.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Sonderfälle bei germanischem p-, t-, k-Anlaut als Folge von s-mobile-Wirksamkeit''. In: Namenkundliche Informationen, Bd. 91/92, 2007, S. 15 – 39.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Itschenduller-Trilogie''. In: Heimatbrief (= Vereinsschrift d. Heimatvereins Dorothea Viehmann, Kassel), 2008, Heft 1 – 3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''[http://www.vhghessen.de/inhalt/zhg/ZHG_113/01_Guth_Mattium.pdf Mattium]''. Onomastische Überlegungen zu einem historischen Problem. In: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde, Bd. 113, 2008, S. 1 – 16.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''[http://www.vhghessen.de/inhalt/zhg/ZHG_115/Guth_Kassel.pdf Kassel an der Fulda]''. Überlegungen zur Bedeutung des Ortsnamens. In: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde, Bd. 115, 2010, S. 1 – 20.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''[http://www.vhghessen.de/inhalt/zhg/ZHG_116/Guth_Dissen.pdf „Dissen, Deute, Haldorf, Ritte, Baune, Besse ...“]''. Onomastische Überlegungen zu einem alten nordhessischen Ortsnamenspruch. In: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde, Bd. 116, 2011, S. 1 – 20.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''[http://www.qucosa.de/fileadmin/data/qucosa/documents/15076/13_Guth_FINAL-WEB.pdf Der Flußname Unstrut]''. – In: Namenkundliche Informationen, Bd. 101/102, 2012/13, S. 439 – 448.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Sakrale bzw. mythologische Ortsnamen in Niederhessen aus germanischer Zeit?'' – In Vorbereitung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Netzveröffentlichungen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''[http://dl.dropboxusercontent.com/u/20671287/Werner%20Guth/Amisia%20-%20Obervorsch%C3%BCtz.pdf Gudensberg-Obervorschütz - das antike Amisia?]'' Anmerkungen zu der Entschlüsselung von Ptolemaios' „Atlas der Oikumene“. Mai 2011.&amp;lt;ref&amp;gt;Kritische Betrachtung zu Dieter Lelgemann u.a.: ''Germania und die Insel Thule''. Die Entschlüsselung von Ptolemaios' „Atlas der Oikumene“. Darmstadt 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''[[Niederhessische Mundart|Niederhessisches Wörterbuch]]''. KasselWiki, 2013 ff. (in laufender Bearbeitung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Beiträge im „Mundart-Kurier“ (MAK)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Beiträge zu Sachthemen (Auswahl)'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Die heutige Raumstruktur des Hessischen''. Gliederung nach Dingeldein und Friebertshäuser. MAK 1, 2004, S. 2 f.&lt;br /&gt;
* ''[[Schnercheln und Kerksen – Ein noch immer ungelöstes Sprachrätsel]]''. MAK 1, 2004, S. 4.&lt;br /&gt;
* ''[[Heinrich Jonas]]''. MAK 1, 2004, S. 11.&lt;br /&gt;
* ''Mundartlexikon: [[Die „Anke“]]''. MAK 1, 2004, S. 14.&lt;br /&gt;
* ''Mundartlexikon: [[„anken“]]''. MAK 1, 2004, S. 14.&lt;br /&gt;
* ''Mal wieder in der alten Hauptstadt. MAK 3, 2005, S. 7.&lt;br /&gt;
* ''Geographische Namenwelt Nordhessen''. MAK 3, 2005, S. 11.&lt;br /&gt;
* ''Die Schwälmer – Nachkommen von Kelten?'' MAK 3, 2005, S. 11.&lt;br /&gt;
* ''Mundartlexikon: [[Die „Kliwwer“]]''. MAK 3, 2005, S. 14.&lt;br /&gt;
* ''[[Warum eigentlich „ahle“ Wurscht?]]'' MAK 4, 2005, S. 14.&lt;br /&gt;
* ''Mundartlexikon: [[Der „Fist“]]''. MAK 4, 2005, S. 16.&lt;br /&gt;
* ''Hochdeutsch und Mundarten – Pläne der Nazis''. MAK 5, 2005, S. 13.&lt;br /&gt;
* ''Neu-Nordhessisch''. MAK 5, 2005, S. 14.&lt;br /&gt;
* ''Mundartlexikon: Der „Sonnabend“''. MAK 5, 2005, S. 17.&lt;br /&gt;
* ''Nordhessen auf Vordermann: Heimat der Wellness''. MAK 6, 2006, S. 3.&lt;br /&gt;
* ''Johann Heinrich Kranz''. MAK 6, 2006, S. 5.&lt;br /&gt;
* ''[[Gustav Wentzell]] – Kasseler Mundartschriftsteller''. MAK 7, 2006, S. 6.&lt;br /&gt;
* ''[[Heinrich Müldner]] – ein Zwehrener Mundartdichter''. MAK 7, 2006, S. 7.&lt;br /&gt;
* ''Mundartlexikon: Der „Gartenhain“''. MAK 7, 2006, S. 9.&lt;br /&gt;
* ''[[Hartmann Herzog]] – Beobachter sprachlicher Veränderungen''. MAK 7, 2006, S. 13.&lt;br /&gt;
* ''Dialektgrammatik: Mäderchen mit roden Bäcklerchen un Näserchen''. MAK 7, 2006, S. 14.&lt;br /&gt;
* ''„Dä Hessen-Kenger, tummelt uch“ (1731)''. Von dem „lahmen Hessen-Franzosen“ H. M. – MAK 8, 2006, S. 10 f.&lt;br /&gt;
* ''Das Begrüßungs- und Huldigungsgedicht „Dä Hessen-Kenger, tummelt uch“''. MAK 8, 2006, S. 11.&lt;br /&gt;
* ''Der Kasseler Mundartdichter [[Gustav Weber]]''. MAK 9, 2007, S. 8.&lt;br /&gt;
* ''„Was heren mä doch itzt“ (1731)''. Von dem „nagelneuen Hessen-Poeten“ I. H. M. – MAK 9, 2007, S. 9.&lt;br /&gt;
* ''Die zwei niederhessischen Huldigungsgedichte von 1731''. MAK 9, 2007, S. 10.&lt;br /&gt;
* ''Mundartlexikon: [[Das „Dippen“]]''. MAK 9, 2007, S. 10.&lt;br /&gt;
* ''Nordhessen: Musik in und aus alter Zeit''. MAK 10, 2007, S. 4.&lt;br /&gt;
* ''Die „Rotkehlen“''. MAK 10, 2007, S. 9.&lt;br /&gt;
* ''Der Name „Rhön“. MAK 10, 2007, S. 13.&lt;br /&gt;
* ''Nachlese: Die niederhessischen Huldigungsgedichte von 1731''. MAK 10, 2007, S. 14.&lt;br /&gt;
* ''Dialektgrammatik: „Honn“ und „sunn“. MAK 11, 2007, S. 14.&lt;br /&gt;
* ''[[Friedrich Suck]] – nordhessischer Namenforscher.'' Fertiggestellt: „Ein etymologisches Ortsnamenlexikon von Kurhessen und Waldeck“. MAK 11, 2007, S. 15.&lt;br /&gt;
* ''Mundartlexikon: [[„Klowes“]]. MAK 11, 2007, S. 16.&lt;br /&gt;
* ''[[Hermann Elsebach|Elsebach]] – der Respektlose''. MAK 12, 2008, S. 8.&lt;br /&gt;
* ''Mundartlexikon: [[Das „Adel“]]''. MAK 12, 2008, S. 10.&lt;br /&gt;
* [[Das „Adel“|''Piston'']]. MAK 12, 2008, S. 10.&lt;br /&gt;
* ''Die Brüder Grimm und das Niederhessische''. MAK 12, 2008, S. 13.&lt;br /&gt;
* ''Mundartlexikon: „Musefallskerlen“''. MAK 13, 2008, S. 12.&lt;br /&gt;
* ''„Deutsch“ – ein Spottwort?'' MAK 14, 2008, S. 14.&lt;br /&gt;
* ''[[Spott mit Vornamen]]''. MAK 15, 2009, S. 12 f.&lt;br /&gt;
* '' Dialekträume in Hessen''. MAK 15, 2009, S. 14 f.&lt;br /&gt;
* ''Kasseler Mundart – nur ein Sprachmischmasch?'' MAK 15, 2009, S. 15.&lt;br /&gt;
* ''Mundartlexikon: [[„Wecke“]]''. MAK 15, 2009, S. 17.&lt;br /&gt;
* ''Der Kasseler Zissel.'' Vorgeschichte des alljährlichen Sommerfestes an und auf der Fulda – Paul Heidelbach auf Spurensuche. MAK 16, 2009, S. 1.&lt;br /&gt;
* ''[[De Schlacht im Deideburjer Waale|Was uns noch fehlt: Ein Kunzedenkmal]]''. MAK 16, 2009, S. 7.&lt;br /&gt;
* ''[[Nordhessische Orte in Redensarten|Nordhessische Ortsnamen in Redensarten]]''. MAK 16, 2009, S. 12.&lt;br /&gt;
* ''Invitation auf die Kirchmeß zu Loßhausen an der Schwalm [18. Jh.]''. MAK 16, 2009, S. 14 f.&lt;br /&gt;
* ''Lüders „Invitation auf die Kirchmeß zu Loßhausen“.'' MAK 16, 2009, S. 15 f.&lt;br /&gt;
* ''[[Kopf und Arsch und anderes]]''. MAK 17, 2009, S. 12 f.&lt;br /&gt;
* ''Mundartlexikon: „Hof und Hofreite“''. MAK 17, 2009, S. 16.&lt;br /&gt;
* ''Mundartlexikon: „als“''. MAK 17, 2009, S. 16&lt;br /&gt;
* ''[[Kasseler Mundart – Spuren 1860|Das Rosenfest auf der Schallhütte]]''. Kasseler Mundart – Spuren 1860. MAK 18, 2010, S. 10.&lt;br /&gt;
* ''Goethe und Dialekt''. MAK 18, 2010, S. 16.&lt;br /&gt;
* ''Mundartlexikon: Der „Puhl“''. MAK 19, 2010, S. 13.&lt;br /&gt;
* ''Goethe als „Mundartdichter“''. MAK 20, 2010, S. 12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mundartbeiträge (Auswahl)'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''[[Lenze und Lutze]] –  Von argen buben ein mere in siben possen'', von Cunze v. Leimbach.  MAK 7, 2006, S. 12. – Versepos in mittelalterlichem Niederhessisch (Auszug).&lt;br /&gt;
* ''[[De Schlacht im Deideburjer Waale]]''. MAK 16, 2009, S. 6. – Freie Übertragung des Liedes ''Als die Römer frech geworden'' in Kasseler Mundart.&lt;br /&gt;
* ''[[„Wecke“|Wecke]]''. MAK 18, 2010, S. 18. – Gedicht in Kasseler Mundart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kasseler Mundart – Hörbeispiele==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Kasseler Mundart – Hörbeispiele|Kasseler Mundart – von und mit Werner Guth]]&amp;lt;br&amp;gt;Inhalt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:* ''Bätsch''&lt;br /&gt;
:* ''Hä kimmet''&lt;br /&gt;
:* ''Uslänner''&lt;br /&gt;
:* ''Erlemann''&lt;br /&gt;
:* ''Vadder sucht''&lt;br /&gt;
:* ''Seidelbast: Grab-Poem uff den Schornsteinfächer Knurz''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Querverweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Kasseler Mundart]]&lt;br /&gt;
* [[Niederhessische Mundart]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Netzverweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.nuernbergwiki.de/index.php/Werner_Guth Werner Guth] – Biographie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Anmerkungen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Guth, Werner}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;metadesc&amp;gt;* 1941; Oberstudienrat i.R., Autor zu hauptsächlich nordhessischen Themen: Geschichte, Mundart, Genealogie, Namenkunde.&amp;lt;/metadesc&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_Grundseite</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_Grundseite"/>
				<updated>2015-02-09T07:02:08Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
==Wörterbuch der niederhessischen Mundart==&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Zusammengestellt und bearbeitet von [[Werner Guth]]'''&amp;lt;ref&amp;gt;Für KasselWiki begonnen 2013, fortgesetzt 2014, 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wird fortgesetzt. Die Quellenbasis wird erweitert.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''A – D''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''E – H''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''I – L''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''M – Q''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''R''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''S''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''T – V''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''W – Z''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Abkürzungen und Zeichen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''ahd.:''' althochdeutsch (ca. 800 – ca. 1100)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''f.:''' Femininum, Substantiv (Hauptwort) weblichen Geschlechts&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''hd.:''' hochdeutsch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''intrans.:''' intransitiv: Verb (Tätigkeitswort), das mit keinem Akkusativobjekt (auf die Frage ''wen oder was?'') verbunden werden kann (z.B. ''blicken'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''jidd.:''' jiddisch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''m.:''' Maskulinum, Substantiv (Hauptwort) männlichen Geschlechts&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''md.:''' mitteldeutsch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''mhd.:''' mittelhochdeutsch (ca. 1100 – ca. 1450)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''mnd.:''' mittelniederdeutsch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''n.:''' Neutrum, Substantiv (Hauptwort) sächlichen Geschlechts&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''nd.:''' niederdeutsch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''nhd.:''' neuhochdeutsch (seit ca. 1450)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Plur.:''' Plural, Mehrzahl&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Sing.:''' Singular, Einzahl&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''trans.:''' transitiv: Verb (Tätigkeitswort), das mit einem Akkusativobjekt (auf die Frage ''wen oder was?'') verbunden werden kann (z.B.''sehen'')&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Sternchen''' (*) vor einem Wort: rekonstruierte Form, nicht belegt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Quellen und ihre Abkürzungen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quellen:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Gr.:''' [[August Grassow|Grassow, August]]: ''Wörterbuch der Kasseler Mundart'' [Manuskriptabschluß 1894]. Hrsg. v. [[Paul Heidelbach]]. Kassel 1952.&amp;lt;br/&amp;gt;Grassow hat Wörter und Redewendungen aus den Werken von [[Hartmann Herzog]] und [[Heinrich Jonas]] mit aufgenommen (kenntlich gemacht). Grassows Herausgeber Heidelbach hat zusätzlich einzelne Wörter und Redewendungen aufgenommen aus Vilmar (s.u.), v. Pfister (s.u.), Saul (s.u.), Wilhelm Bennecke (1904), [[Wilhelm Lüttebrandt]] (1917, 1919), [[Christoph Müller]] (1925 f.) und F. Hofmann (1926) (kenntlich gemacht). Die Ergänzungen sind in das hier entwickelte Netz-Wörterbuch mit aufgenommen worden, ebenfalls kenntlich gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Hm.:''' Hofmann, Fritz: ''Niederhessisches Wörterbuch''. Zusammengestellt auf Grund der Mundart von Oberellenbach, Kreis Rotenburg (Fulda). Marburg 1926.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*'''Pfs.:''' v. Pfister, Hermann: ''Mundartliche und stammheitliche Nachträge zu A. F. C. Vilmar’s Idiotikon von Hessen.'' 1886. – In: A. Vilmar: ''Idiotikon von Kurhessen'', Bd. 2. Nachdr. Vaduz 1985.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*'''Pfs.1:''' v. Pfister, Hermann: ''Idiotikon von Hessen'', 1. Erg.-Heft, 1889. – In: A. Vilmar: ''Idiotikon von Kurhessen'', Bd. 2. Nachdr. Vaduz 1985.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*'''Pfs.2:''' v. Pfister, Hermann: ''Idiotikon von Hessen'', 2. Erg.-Heft, 1894. – In: A. Vilmar: ''Idiotikon von Kurhessen'', Bd. 2. Nachdr. Vaduz 1985.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*'''Sl.:''' Saul, D.: ''Ein Beitrag zum Hessischen Idiotikon.'' 1901. – In: A. Vilmar: ''Idiotikon von Kurhessen'', Bd. 2. Nachdr. Vaduz 1985.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Vil.:''' Vilmar, August F. C.: ''Idiotikon von Kurhessen''. Marburg 1868. – Nachdr. in 2 Bd., Vaduz 1985, hier Bd. 1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zusätzlich:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''DWB:''' ''Deutsches Wörterbuch''. Von Jacob u. Wilhelm Grimm. 1854 ff. (im ganzen 32 Bde., Abschluß 1961).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Lex.:''' Lexer, Matthias: ''Mittelhochdeutsches Handwörterbuch''. 3 Bde. Leipzig 1872 – 1878. Nachdr. Stuttgart 1992.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Lüb.:''' Lübben, August: ''Mittelniederdeutsches Handwörterbuch''. Leipzig 1888. Nachdr. Darmstadt 1980.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Pff.:''' ''Etymologisches Wörterbuch des Deutschen''. Erarbeitet unter der Leitung von Wolfgang Pfeifer. München, 8. Aufl. 2005.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Querverweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Niederhessische Mundart]]&lt;br /&gt;
*[[Kasseler Mundart]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Anmerkungen==&lt;br /&gt;
 &amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;metadesc&amp;gt;Niederhessisches Wörterbuch.&amp;lt;/metadesc&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_M_%E2%80%93_Q</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q</title>
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				<updated>2015-01-26T07:46:09Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch M – Q'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''M.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Machuller''' ● ,Wacholder‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Macht''' ● ''Moocht'' ,Kraft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mächtig''' ● ''mächdech'' ,kräftig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Macke''' f. ● ,Leiden, Fehler‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Magge'' ,Krankheit, Gebrechen֯‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mackelig''' ● ''mackelicht'', gewöhnlich ''mackelig'' ,dick, fleischig, rundlich (vom menschlichen Körper, am meisten für kleine Kinder)‘, lobend, gleichsam zärtlich, ganz Hessen, besonders Niederhessen (Vil. 1868); ''maggelich'' ,drall, von üppiger Figur‘; Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''maggelech'' ,fleischig, fett‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mad''' f. ● ''Mahd'', Plur. ''Maidhe'' ,Magd‘, Balhorn (Sl. 1901) ;''Mäht'', Plur. ''Mähre'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mädchen''' ● ''Mähchen'', Pl. ''Mäderchen'' ,Mädchen‘, auch ,Tochter‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Mäjen'', Pl. ''Maidhe'', Balhorn (Sl. 1901); ''Mähng'', Pl. ''Mähre'' ,Mädchen, Tochter‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● „Die Mägde pflegen jetzt die Bezeichnung Magd als erniedrigend, wo nicht gar als ehrenrührig zu betrachten, und verlangen, nur […] mit Mädchen bezeichnet zu werden.“ (Vil. 1868)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mädchenlecker''' ● ''Maidhelecker'' ,ein Bursch, der gern den Mädchen nachgeht und sie abküßt‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Mährenlägger'' ,Knabe, der besonders gern mit Mädchen spielt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mädchensding''' ● ''Mähngsdänk'' ,Mädchen‘, verächtlich, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mädehenne''' ● ,Junge, der lieber mit Mädchen als mit Jungen spielt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Henne'', ''Henn'' ist alter hess. Männername, bereits mittelalterlich belegt (keine Kurzform von ''Henner'' oder ''Johannes''), im 18. Jh. erloschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mähen''' ● ''meen'', nur in Bezug auf Gras (Getreide wird geschnitten), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mahl''' n. ● ''Mahl'' ,Mehl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel und andernorts ''Mähl''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mährbart''' ● ''Mährboort'' ,langweiliger Erzähler, Schwätzer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mähreln''' ●  ''märreln'' ,im Schmutz herumwühlen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mähren''' ● ''mären'' ,in nassen, kotigen, klebrigen Sachen herumwühlen‘, fast nur in Niederhessen gebräuchlich (Vil. 1868); ''mähren'' ,in Dreck, Matsch, Dreckbrühe herumwühlen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,in feuchten, schmutzigen Gegenständen herumwühlen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mähren''' ● ''mären'' ,langsam, ziehend, unzusammenhängend und mit lässiger Breite reden und erzählen‘, besonders in Niederhessen üblich (Vil. 1868); ,langweilig, gehaltlos reden; an alten Groll erinnern, verdrossen reden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,langsam und langweilig erzählen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mährsack''' ● ,langweilig erzählender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mährschledde''' ● ,langweiliger Erzähler, Schwätzer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maiklader''' ● ,Maikäfer‘, auch: ''Maikäwer'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maivogel''' ● ,Maikäfer‘, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''maiweln''' ● ,miauen; kläglich weinen, weinerlich reden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mäkeln''' ● ''mägeln'' ,makeln, kleinen Zwischenhandel treiben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mäkelsmann''' ● ''Meegelsmann'' ,Makler‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mal, -mal''' ● ''Mohl'', in Zusammensetzungen zu ''moh'' gekürzt: ''eimoh'', ''zweimoh'', ''dißmoh'', ''efdersch'' ''moh''; hingegen ''domohls'' (da ''l'' durch ''s'' gedeckt), Kassel 19., 20. Jh.; ähnlich Oberellenbach (Hm. 1926); Form von ''damals'' ebd. nicht belegt. ● ''En Mohler dreie'' (''viere'' usw.) ,so etwa dreimal (viermal usw.)‘, Kassel (Gr. 1894); ''’ne Mohler dreie'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Malstein''' ● ''Mohlsteeng'' ,Grenzstein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mampeln''' ● ''mambeln'' ,essen, kauen‘, scherzhaft, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''mampeln'', Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mänch''' ● ,manch‘, Kassel (Gr. 1894), restweise 20. Jh. (Gr. 1894); ''mänch'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''mäncher'', ''mänchmo'' (Gr., Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mang''' ● oft ''dermang'', ''dermank'' ,daruntergemischt, zwischen eingebracht, dazwischen eintretend oder befindlich, in der Diemelgegend und an der Schwalm (Vil. 1868);  ''mank'', oft für ''dermáng'' (-''mank'') ,dazwischen, darunter (unter, zwischen mehr als zweien)‘, ''midden dermang'', ''middenmang'' ,mitten dazwischen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Männerchen''' ● ,Männchen‘ (Plur.). ● ''Männerchen machen'' ,Männchen machen‘, d. h. ,aufrichten, aufbäumen (Pferd)‘, übertragen: ,sich wogegen sträuben‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''manschen''' ● ,zerwühlen zu flüssiger Speisen, bei Kindern, welchen die Speise nicht mundet‘ (Vil. 1868); ,Breiiges vermischen; darin (z.B. mit den Händen) herumrühren, auch: ''unnernannermanschen'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''marren''' ● ,knurren (von Hunden)‘, gutgemeintes Knurren, besonders wenn junge Hunde knurrend miteinander spielen, Ober- und Niederhessen (Vil. 1868); ,kreischen, weinen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Marucken''' Pl. ● ,Mucken, Verschrobenheiten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maruschel''' f. ● ,Frauenzimmer, dem man das Vagabundieren ansieht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Masch''' m. ● ''Möhsch'', auch ''Maasch'' ,Wirrwarr, Durcheinander‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Masche''' f. ● ''Maasche'' ,Masche, im Netz- oder Strickwerk‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Muschel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''maschen''' ● ''möhschen'' ,in Wirrwarr bringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''maschig''' ● ''möhschech'' ,durcheinander, verwirrt (von Fäden, Halmen und dgl.)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''maschinen''' ● ,mit der  Dreschmaschine dreschen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); Kirchberg 2014.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Massematten''' Pl. ● ''Massemadden'' ,Geschäfte‘, Kassel (Gr.  1894). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Matsch''' ● ,schmierige, unreinliche Halbflüssigkeit, z. B. Straßenkot, schmelzender Schnee, durch fehlerhaftes Kochen zu Brei und damit ungenießbar gewordene Speisen‘; übertragen ,ein unselbständiger Mensch‘, Althessen (Vil. 1868); ,flüssiger Dreck, flüssiger Straßenschmutz, schmelzender Schnee und dgl.‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''matschen''' ● ,in unreinlicher Weise in etwas Flüssigem, Weichen herumwühlen‘, Althessen (Vil. 1868); ,in Breiigem (Schmutz, Teig, Brei) herumrühren, herumhantieren‘, übertragen: ,beim Essen schmatzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mätschelig''' ● ''mädschelech'' ,weich, locker‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''matschig''' ● ''matschich'' ,weich, schlammig‘, Kassel 20. Jh., ''madschech'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mauen''' ● ,miauen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maul''' ● ''Mull'' ,Mund‘, nicht abwertend, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); auch ,Kuß‘ (Gr.), ''Müll'' ,Mund‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mäulchen''' ● ''Millchen'' ,kleiner Mund; Küßchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maulhübel''' m. ● ''Müllhebbel'' ,Maulwurfshügel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maulorgel''' ● ''Mullorjel'' ,Mundharmonika‘, Kassel 20. Jh.; ''Müllorjel'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maulschwätzer''' ● ''Müllschwätzer'' ,einer, der den Leuten nach dem Mund redet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maultrumpe''' ● ''Mulldrumbe'' ,Maultrommel, Maultrompete‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mausefallskerl''' ● ''Musefallskerle'' ,slovakischer Drahtwarenhändler‘, Balhorn (Sl. 1901); ,Ialiener‘, Kassel 20. Jh.; ''Müsefallskärle'' ,einer der Mausefallen umherträgt; Hausierer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mäusemutterstill''' ●  ''miesemodderstelle'' ,ganz still‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mausen''' ● ''müsen'' ,Mäuse fangen; in etw. herumwühlen, herumsuchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mausen''' ● ''sech müsen'' ,sich mausern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Melden''' Pl. ● ''Mählen un Beißen'' ,Melden und Bete, frühester Schnittkohl‘ (Gericht), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mellezin''' f. ● ,Medizin‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mengefett''' ● in Niederhessen beliebtes Zugebröte aus heißgemachtem Samenfett, ausgelassenem Speck sowie etwas Talg oder Schmalz (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mensch''' m. ● ''Mensch'', Pl. ''Menschen'', Kassel 20. Jh.; ''Mönsch'', Pl. ''Mönschen'', im Sing. fast ungebräuchlich, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Offenbar Angleichung ans Hochdeutsche, älter: ''Mensche'', erhalten in ''kimmensche'' (aus ''kinn Mensche'') ,niemand, kein Mensch‘, Kassel 19. Jh.; ''kämmönsche'', dasselbe (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mensch''' n. ● sehr häufig auch ''Wibesmensch'', ''Weibsmensch'' ,Frauensperson‘, ohne erniedrigenden oder gehässigen Nebensinn (Vil. 1868); ''Mensche'', Pl. ''Menscher'' ,weibliche Person‘, kann abwertend gebraucht werden, aber auch familiär-vertraulich ohne abwertenden Nebensinn, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Mönsch'', Pl. ''Mönscher'' ,weibliche Person‘, oft verächtlich, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Menschenspiel'''  ● ''Mönschenschbähl'' ,Menschenmenge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Menschheit''' ● ''Menscheet'' ,Menschenmenge‘ (sic), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''merkisch''' ● ''merksch'' ,aufpasserisch, alles beobachtend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''merrelich''' ● ,widerwärtig‘, Schwalm (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merten''' ● ''Merden'' ,Martin‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mertensabend''' ● ''Merdensowend'' ,Martinsabend (Kasseler Gärtnerball)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''meschant''' ● ,boshaft, schlecht, unangenehm, mißlich‘, Kassel (Gr. 1894), ''mischant'' ,böse, schlecht, nichtsnutzig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''méchant'' ,boshaft‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Meß''' s. ● ,Messer‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Messe''' ● ,Jahrmarkt‘, Kassel 20. Jh.; dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Meßware''' ● ,Jahrmarktsware, schlechte Ware überhaupt; Jahrmarktsgesindel‘; dazu ''Meßmaruschel'' (s. ''Maruschel''), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Meste''' f. ● Maßeinheit: 1 Meste = 1/8 Malter, außerdem in Niederhessen Ausdruck für beliebiges Gefäß in der Zusamensetzung ''Salzmeste'' (Pfs. 1886). ● Siehe ''Salzmeste''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Metzenkopf''' ● ''Mätzenkopp'' ,Dickkopf‘, d.h. jem. mit einem Kopf, so dick wie das Getreidemaß Metze, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mexter''' ● ''Mekster'' ,Metzger‘, üblich im Norden wie im Süden (Pfs. 1886); ''Mexder'', Kassel (Gr. 1894), Gudensberg 20. Jh. ● In Oberellenbach hingegen ''Mätzjer'' (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mickeln''' ● ''meggeln'' ,meckern; meckernd lachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mickelziege''' ● ''Meggelzäje'' ,Mädchen, das dauernd lacht‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mieken''' ● ''miegen'' ,weinen‘, in verächtlichem Sinn, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Miekmerten''' ● ''Miegmärden'' ,zum Weinen neigender Knabe‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Merten''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Miekschlette''' f. ● ''Miegschlädde'' ,Kind, das dauernd weint‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Milchert''' m. ● ''Melchert'' ,männlicher Hering‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''milde''' ● ''melle'' ,locker, weich (besonders vom Erdboden)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mißgünnisch''' ● ''mißgennsch'' ,mißgünstig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mist''' m. ● ,Mist, Dünger‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Mäst'' ,Dung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Miste''' f. ● ,Misthaufen, Stelle zur Mistablage‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Mesde'' ,Dungstätte, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mistkaule''' f. ● ''Mestekulle'' ,Mistgrube‘, Kassel 19. Jh. (Jonas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mitte''' f. ● ''Medde'' ,Lebensmitte, Taille‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mittel''' n. ● ''Meddel'' ,Mitte, Mittel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Möbelwerk''' ● ''Mewelwerk'' ,die Möbel‘, Kassel 19. Jh. (Jonas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mudderig''' ● ,moderig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Möhle''' f. ● ''Mähle'' ,Mühle‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Meele'', Oberellenbach (Hm. 1926); ''Mälle'', Kirchberg 20. Jh. ● Älteres ''Möle'' erscheint in Oberellenbach regulär entrundet als ''Meele''; diese Entrundungsform in Kassel angeglichen an ''Mähl'' ,Mehl‘ zu ''Mähle''; in Kirchberg dieselbe Entwicklung mit nachfolgender Vokalkürzung zu ''Mälle''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Möhlenstein''' ● ''Mählenstein'' ,Mühlstein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mohren und Türken''' ● ''Kotz Mohren un Derken!'' Fluchwort, Kassel (Gr. 1894). ● ''Kotz'' ist emphatisches ''Gotts'', wie in ''Kotzgemigge'' und ähnlichen Fluchwörtern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Möhrenwurst''' f. ● ''Meerenwurst'', Balhorn (Sl. 1901). ● „Eine absonderliche, von den Kindern für eine besondere Leckerei gehaltene Wurstart, die ich nirgens sonst angetroffen habe. Unter das Wurstfleisch werden Möhren gemengt.“ (Sl.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Moost''' n. ● ,Moos‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Oberellenbach hingegen ''Moos'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mootch''' ● ,Sumpf‘, untere Eder (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mördisch, mordisch''' ● ''mördsch'', meist ''mertsch'' gesprochen, „Superlativ der Verwunderung“, Mittelhessen (Vil. 1868);  ''mordsch'' ,vortrefflich, tüchtig‘, oft ironisch gemeint; Adv. ,überaus, sehr‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mor morgen''' ● ''more morgen'' ,morgen früh‘, inneres Hessen: Homberg, Wabern (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mörsel''' m. ● ''Merschel'' ,Mörser zum Zerstoßen des Zuckers‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''mörsel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''morzekabores''' ● auch: ''morzekaborze'' ,kaputt‘, stärker als ''kabores'', Kassel (Gr. 1894). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mucheln''' ● ,heimlich miteinander sprechen‘, östl. Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''müchen''' ● ,modern, faulen; modrigen Geruch von sich geben, östl. Hessen (Werragegend) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''müchzen''' ● ''michzen'', wie ''müchen'', Frequentativum dazu, in der Werragegend üblicher als ''müchen'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''müchzening''' ● ,modrig, einen Modergeruch von sich gebend‘, im östl. Hessen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mucke''' f. ● ''Muck'' ,Visier, Korn der der Flinte‘ (Vil. 1868), ziemlich allgemein üblich. ● Meist übertragen gebraucht: ''jem. auf der Muck haben'' ,jem. scharf, kontrollierend beobachten‘ (Vil.). In Oberellenbach scheinbar nur noch in übertragener Verwendung: ''Ech honn en of der Mogge.'' ,Ich habe ihn auf der Mucke; ich kann ihn nicht leiden.‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mucke''' ● ''mugge'' ,gescheit, schlau‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Muckeblock''' m. ● ,mürrischer Mensch, jem. von nicht offenem Wesen‘, Kassel (Gr. 1894); ''Moggeblock'' ,mürrischer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mucken''' ● meist reflex.: ''sich mucken'' ,sich regen, leisen Protest erheben (eventuell auch nur Gestik und Mienenspiel)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Der Maikäwer mucket'' ,Der Maikäfer ruckt die Flügel zum Wegfliegen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mucken''' Pl. ● ,Grillen, Launen‘ (Pfs. 1886); ,Streiche, Hinterlist; Widrigkeiten, Hindernisse‘, Kassel 19., 20. Jh. ● ''Hä hot sinne Mucken.'' ,Ihm ist nicht zu trauen‘. ''’s hot sinne Mucken'' ,die Sache ist voller Widrigkeiten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mudern''' ● ''mürern'' ,schwach regnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''muffeln''' ● ,einen Speise, vor allem eine trockene, kauen; eilfertig und gierig etwas kauen‘ (Vil. 1868); ,mit vollen Backen essen‘, Kassel (Gr. 1894); ''müffeln'' ,hastig kauen, viel essen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''muffen''' ● ''müffen'', ''miffen'' ,modrig, faulig riechen oder schmecken‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''muffen'' ,schlecht, abgestanden riechen; ungelüftet riechen (Zimmer)‘, Kassel 20. Jh.; ''sech müffen'' ,Winde ablassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''müffzen''' ● wie '''müffen''', Frequentativum dazu, sehr gebräuchlich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''müffzening''' ● ''miffzening'' ,einen Modergeruch oder Modergeschmack an sich tragend‘, sehr üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mügen''' ● ''miejen'' ,mögen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''müglich''' ● ''miechelich'' ,möglich‘, Kassel (Gr. 1894); ''maijelich'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Müglichkeit''' ● ''Miechelichkeit'' ,Möglichkeit‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Es äs dann de Menschenmiechelichkeit!'' Ausruf des Erstaunens (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Muhkuh''' ● ,Kuh‘, Kindersprache, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Muhkühchen''' ● ''Muhkiebchen'' ,kleine Muhkuh‘, übertragen: 1) ,einfältige Frauensperson, dummes Gänschen‘, Kassel (Gr. 1894). 2) ,Marienkäfer‘, Kassel 20. Jh. ● Zur Lautform siehe ''Kühchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mulch''' ● ,Molch‘, auch: ,kleines wohlgenährtes Kind‘, Kassel 20. Jh. ● Vgl. ''Schlammulch'' ,Säufer‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mulchert''' m. ● ''Molchert'' ,Feuersalamander‘, ''degger Molchert'' ,dicker, plumper Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mulde''' f. ● ''Muhle'' ,flacher Trog‘, Kassel (Gr. 1894), Gr. gibt als Bedeutung ,Mulde‘ an, womit er dasselbe meint); ''Mulle'' ,kleiner Fleischtrog‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Äs schettet wie met Muhlen vum Hemmel'' ,es regnet in Strömen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mull''' ● ''moll'', sehr oft ''mull'' gesprochen, ,weich, mild, feucht (z.B. Wäsche, Obst)‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''mull'' ,weich (z.B. Obst)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mummeln''' ● ''mummeln'' ,murmeln, mit geschlossenen Zähnen sprechen‘, Kassel (Gr. 1894), ,vor sich hin brummeln‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mumpch''' m. ● ''Momch'' ,Entzündung der Ohrspeicheldrüse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mümmeln''' ● ''memmeln'' ,mit geschlossenen Lippen sprechen; brummen (von Kühen)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mürmel''' m. ● ''Mermel'' ,feiner Staub‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mürmelig''' ● ''mermelich'' ,krümelig, aufgerührt, getrübt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mürmeln''' ● ''mermeln'', gesagt vom Bodensatz, der aufgerührt wird und in einer Flüssigkeit herumtreibt, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''murmelstutzig''' ● „in Niederhessen zumal recht üblich für einen Menschen, dem etwas quer gegangen, der übeler Laune, sodaß keine Worte aus ihm heraus zu bringen sind“ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mürmelwerk''' ● ''Mermelwerk'' ,Krümeliges, Aufgerührtes‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Murrkutz''' m. ● ,mürrische Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''murzeln''' ● ,etwas kurz und ungeschickt, mit stumpfem Instrument abschneiden‘ (Vil. 1868); ,(eine Sache) zerschneiden, zerlegen, verstümmeln‘, Kassel (Gr. 1894); ''morzeln'' ,mit einem stumpfen Werkzeug schneiden‘. ● Ein Junge, eine Bestrafung wegen eines Diebstahls fürchtend, hatte sich „mit einem ganz schlechten Kniff langsam den Hals abgemurzelt“, Nentershausen 1815 (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Muschel''' f. ● ''Müschel'' ,Masche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''muscheln''' ● ,heimlich, betrügerisch verfahren‘, sehr häufig im Spiel, besonders beim Kartenspiel, Niederhessen (Vil. 1868); „gilt an der unteren Edder ausschließlich für vorgesehenes redliches Mischen der Karten“ (Pfs. 1886); ,etwas durch Durcheinanderbringen verschleiern‘, z.B. ,beim Kartenspiel betrügen‘, Kassel 20. Jh.; ''müscheln'' ,durcheinandermengen, mischen (namentlich Karten)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''muschpeln''' ● ''müschbeln'' ,geräuschlos in etwas herumsuchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''musen''' ● ,kramen, suchend herumwühlen‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Unmus'' und ''mausen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Must''' m. ● ''Mus'' ,aus Zwetschen, Birnen, Äpfeln gekochter Brei (Kompott), welcher sich über den Winter aufbewahren läßt, beliebtes Zugebröte für Kinder und Gesinde‘, dafür die Bezeichnung ''Mus'' nur in Niederhessen, Hersfeld, Fulda (Vil. 1868); ''Muhst'' ,Mus‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Muhst'' ,Mus (Zwetschenmus, Birnenmus)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bedeutung ,Gehacktes‘ scheinbar nur in ''Mustenwecke''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mustbart''' ●  ''Muhsdboort'' ,Kind, das sich beim Essen beschmutzt hat‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mustenwecke''' m. ● ''Muhstenwegge'' ,mit Gehacktem belegtes Brötchen‘, Kassel 20. Jh. ● Gr. 1894, führt für Kassel auf: ''Muhstenbrot'', -''wecke'' ,Brot, Semmel, mit Mus beschmiert‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Muster''' n. ● Muster m. (sic) ,nichtswürdiger Mensch‘, „Inbegriff aller Nichtswürdigkeiten“, in neuerer Zeit häufiges Scheltwort (Vil. 1868); n. ,merkwürdiger, eigenwilliger Mensch mit abzulehnenden Gewohnheiten‘, Kassel 20. Jh.; ''Mosder'' n. ,Muster, auch Schimpfwort‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mutchig''' ● ,modrig, Moderduft von sich gebend‘, überall gebräuchlich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mutte''' f. ● ''Mudde'' ,Motte‘, Kassel (Gr. 1894), Pl. ''de Modden'' ,Schwindsucht‘, ebd. 20. Jh.; ''Modde'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ach, du krichst de Modden!'' Ausruf der Bestürzung, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Muttenkopf''' ● ''Muddenkopp'', etwa: ,kleiner Schelm‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''muttelig''' ● ''muddelich'' ,unrein‘ (in Bezug auf Getränke), Kassel 19. Jh. (Jonas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Muttich, Mutch''' m. ● ''Muttich'', ''Mutch'' ,Verwahrsam für Obst (zum Mürbewerden), meist aus Bettstroh bestehend; (heimlicher) Aufbewahrungsort für Geld und dgl.‘ (Vil. 1868); Motch ,Gewahrsam‘, untere Eder (Pfs. 1886); ''Muddich'' ,Sparecke, Versteck für Ersparnisse‘, Kassel (Gr. 1894); ''Modch'' ,(verborgener) Aufbewahrungsort für Obst oder Geld; Vorrat‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Was em Muddich lechchen hon'' ,Ersparnisse haben‘ (Gr.). ''Hä hott Gäld im Modch'' (Hm.) ● Gr. deutet das Wort – sicherlich unzutreffend – als ,„mottiges“ (modriges) Plätzchen, weil nie gelüftet‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mutz''' m. ● fem. (sic) ,weibliches Geschlechtsteil‘, sehr üblich (Vil. 1894); ,Bereich zwischen den Beinen: (weibliches) Geschlechtsteil, auch: Gesäß‘, Kassel 20. Jh.; ,unreine Luft‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Den Mutz lifden'' ,den Mutz lüften, die Sparpfennige angreifen‘ (Gr.), ''einem den Mutz lifden'' ,jem. vehement die Meinung sagen‘, Kassel 20. Jh. ''Dä wäll ech den Motz lifden''. ,Ich werde dich durchprügeln.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mutz''' m. ● ,etwas Abgestumpftes, ein abgebrochenes Stück‘ (Vil. 1868); ''Motz'' ,abgebrochenes Stück, (gestutzter) Schwanz‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''vermutzen''.	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mutzen''' ● ,faulig riechen‘ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mützening''' ● ''metzenink'' ,moderig riechend oder schmeckend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mutzig''' ● ''mutzig'', ''motzig'' ,faulig, besonders fauligen Geruch, Verwesungsgeruch von sich gebend‘, ''mutzig'' ''riechen'', sehr üblich (Vil. 1868); ''mutzich riechen'' ,nach modriger, unreiner Luft riechen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mutzpfeife''' ● ''Motzpiffe'' ,kleine Tabakpfeife‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Mutzpiffchen'' ,kurze Tabakpfeife‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mutzschwanz''' ● ''Motzschwanz'' ,gestutzter Schwanz, kurzer Schwanz‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''N.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''nachgehends''' ● ''nohgehnds'' ,nachher, hierauf‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch ''hernachgehends''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nachstehen''' ● ''noochstenn'' ,eine Schuldenforderung tilgen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nächten''' ● ''nächt'', auch ''nächten'' ,gestern‘, d.h. übernacht, so daß eine Nacht dazwischen liegt (Vil. 1868); ''nähchden'' ,gestern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hm. merkt an, daß das Wort fast völlig ausgestorben ist. ● Vgl. mhd. ''nehten'' ,in vergangener Nacht, gestern abend‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''närlich''' ● ,dürftig, sparsam, kaum‘, in ganz Hessen (Vil. 1868); ''nählech'' (sic) ,knapp, kaum‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nachtmahl''' ● ''Noochmohl'' (sic) ,kirchliches Abendmahl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nachtwerk''' ● ,Nachtkleidung‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nachtzeug''' ● ''Nachtzigg'' (Aussprache: ''Nachtzich'') ,Nachtkleidung‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nählen''' ● ,nörgelnd dahinreden‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nähler''' ● ,einer, der nörgelnd dahinredet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nählepeter''' ● ''Nählebeeder'' ,einer, der nörgelnd dahinredet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Namen''' Sg. u. Pl. ● ''Namen'' ,Name‘, Kassel 20. Jh.; ''Nomen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nappen''' m. ● ''Nabben'' ,Gelenkpfanne‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Narrenhaus''' ● ,Gefängnis‘, in ganz Hessen, besonders Niederhessen, bis 1806 ausschließlich, seit 1816 kaum noch gehört; in Kassel verschwand der Name mit dem Brande des Residenzschlosses 1811, das ein angebautes Narrenhäuschen hatte. (Vil. 1868)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''narrig''' ● ''norrech'' ,närrisch, töricht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''närrisch''' ● ''närrsch'' ,närrisch, komisch, eigenartig, sonderbar‘, Kassel 20. Jh., Balhorn (Sl. 1901), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Näselbart''' ● ,einer, der nörgelnd dahinredet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''näseln''' ● ,nörgelnd dahinreden‘, Kassel (Gr. 1894). ● Nach Gr. ist  ''näseln'' etwa mit ''nählen'' gleichzusetzen, „an das eigentliche Durch-die-Nase-Sprechen denken wir Kasselaner dabei nicht.“ ● Siehe ''nusseln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nasenbast''' m. ● ''Nosenbast'' ,naseweiser Bube‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zusammensetzung mit dem Vornamen ''Bast'', Kurzform von ''Sebastian''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nasenbaster''' m. ● ''Nasenbastert'' ,dicknäsiger, übermütiger Mensch‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Nasenbaster''  ,Naseweis; einer, der andere geringschätzig traktiert‘, Kassel (Gr. 1894). ● Offensichtlich Erweiterung von ''Nasenbast''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nasenquetscher''' ● ,Sarg, besonders ein ärmlicher, enger Sarg‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nast''' m. ● ,Ast‘, sehr gewöhnliche hessische Form (Vil. 1868); ''Nost'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''näufeln''' ● ''näufeln'', meist ''neifeln'' gesprochen, ,Hülsenfrüchte (auch Nüsse) aus der Schale nehmen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''nefeln'' ,enthülsen, aus der Schale nehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nauspelzen''' ● ''nüßbälzen'' ,hinautreiben, hinausjagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nauswischen''' ● ''nüßwöschen'' ,geräuschlos und hastig hinausgehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''necksen''' ● ,necken‘, allerwärts üblich (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''neer''' ● ,hinunter‘, Balhorn (Sl. 1901). ● Entwicklung vermutlich: *''neder'' ,nieder, abwärts‘ &amp;gt; *''nerer'' (''d''-Rhotazisimus) &amp;gt; ''neer''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Neffen''' Pl. ● ,Blattläuse‘, sehr üblich, am meisten in Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Neidhamel''' m. ● Nidhamel ,mißgünstiger Mensch‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''neinlappen''' ● ''ninnlabben'' ,sich auf hinterlistige Weise, durch Verleumdung Nachteil verschaffen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''neinwursten''' ● ''ninnwurschden'', siehe ''zusammenwursten''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nestern''' ● ''nähsdern'' ,das Nest zurechtmachen; emsig im Verschwiegenen arbeiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nestkauz''' m., ''-käuzchen'' n. ● ''Nestkützchen'' n. ,der jüngste, der kleinste Vogel im Nest, unter einer Brut (von Hühnern, Enten, Gänsen); das letzte Kind in der Ehe‘, allein üblicher Ausdruck durch ganz Ober- und Niederhessen (Vil. 1868); ''Nähsdkütz'' ,das zuetzt ausgebrütete Vöglein einer Brut; das jüngste Kind einer Familie‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von ''kauzen'' (''kuzen'') ,hocken‘, also Nesthocker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nestpuddel''' s. ●  ''Nestpuddelchen'', gleicbedeutend mit ''Nestkauz''-, ''käuzchen'', in der Kasseler Gegend (Pfs. 1886); ,Nestküken, Nestling; jüngstes, letztes Kind‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nete''' f. ● allein übliche Bezeichnung für ,Tonkugel‘, das bekannte Kinderspiel, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Netze''' f. ● ,nasse Stelle im Feld, Pfuhl; Urin‘, in letzterer Bedeutung in Oberhessen sehr gewöhnlich (Vil. 1868); ,Nässe, Feuchtigkeit; Urin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kommt in Oberellenbach in der allgemeinen Bedeutung ,Nässe, Feuchtigkeit‘ nur in einigen Komposita, wie ''Netzetüpfchen'' (''Nätzedebbchen''), ''Netzewasser'', als Vorderglied vor (Hm.). ● Vgl. mhd. ''netze'' ,Urin‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''netzen''' ● ,anfeuchten‘, in „neuerer Zeit“ auch: ,Branntwein trinken‘ (Vil. 1868); ,anfeuchten (den zu spinnenden Flachsfaden)‘, das dazu nötige ''Netzewasser'' befindet sich im ''Netzetüpfchen'', einem Blechgefäß, das am Spinnrad hängt, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Neufang''' m. ● ''Neifank'' ,neugieriger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); ''Nöifank'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''neufängisch''' ● ''neufängisch'', ''neufängsch'' ,neugierig‘ (Vil. 1868); ''neifängksch'', Kassel (Gr. 1894); ''nöifängsch'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''neuschierig''' ● ,neugierig‘, im östlichen Hessen die übliche Form (Vil. 1868); ''nöischierech'' ,neugierig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Nach Pfs. (1886) gibt es entsprechende Formen auch im Holländischen und Dänischen. Pfs. hat für die eigenartige Form eine plausible Erklärung gefunden: gebildet vermutlich aus ''gierig'' mit vorangestelltem Gen. ''neues'' (gekürzt zu ''neus''): in ''neus-gierig'' habe sich aus der Verbindung ''sg'' - wie aus ''sk'' - regelrecht ''sch'' gebildet. Wenn Pfs. recht hat, müßte der Vorgang vor der mhd. Phase liegen: ahd. *''niuwes girig'' &amp;gt; ahd. *''niuwe-sgirig'' (-''skirig'') (Verlagerug der Silbengrenze) &amp;gt; mhd. *''niuschiric''. Dies hypothetische Wort ist im Mhd. nicht belegt, auch Mnd. keine Entsprechung belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Neuntöter''' ● Vogelart, metaphorisch: ,versteckter, kleinlicher, auch hämischer und tückischer Mensch‘ (sehr gewöhnlich gebraucht) (Vil. 1868); ''Ninndeeder'', Vogelart, übertragen: ,begriffsstutziger, unbeholfener Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); ''Ningdeeder'', Vogelart, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nibeln''' ● ''niwweln'', unpersönl. Fügung: ''Es niwwelt.'' ,Es regnet nicht, aber die Luft näßt.‘ Allgemein verbreitet. ● Vgl. mhd. ''nibelen'' ,nebelig machen, dunkel machen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nichts''' ● ''nix'', Kassel und Umgebung 19., 20. Jh.; ''nüscht'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nickchen''' ● ''Neggchen'' ,Schläfchen (im Sitzen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nickel''' m. ● ''Neggel'' ,Taugenichts‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hm. vermutet darin Kurzform des Vornamens ''Nikolaus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''niederrucken''' ● ,wiederkäuen‘, Grafschaft Ziegenhain, auch in Niederhessen nicht unbekannt (Vil. 1868); ''neereroggen'' ,wiederkäuen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''niederträchtig''' ● ,herablassend, demütig‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''niesten''' ● ,niesen‘, in Niederhessen allgemein (Pfs. 1886), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Niet''' m. ● ,abstehendes Hautstückchen am Nagelbett‘, Kassel 20. Jh. ● Ist gleicher Herkunft wie der im Handwerk gebräuchliche ''Niet'', der im Dialekt allerdings ''Niete'' f. lautet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Niethaken''' ● ''Niethake'', ''Neidhake'' ,seitlich an den Nägeln sich abstoßende Haut, die aber noch haftet und bei Berührung entzündlich schmerzt‘, Hessen (Pfs. 1886); ''Niedhoogen'' ,die an den Fingernägeln sich lösende Haut, die oft teilweise hängen bleibt und einreißt und so zu empfindlichen Schmerzen Anlaß gibt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bei Hm. als ''Neidhaken'' verzeichnet, vermutl. in Anlehnung an Pfs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''niftelig''' ● ''nifdelich'' ,klein und armselig‘ (in Bezug auf Sachen, Garderobe), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nippchen''' s. ● ''Nebbchen'' ,Schläfchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nippen''' ● wie hd., dazu: ,die Lieder senken zu leichtem Schlummer‘ (Pfs. 1886); ''nebben'', ''nibben'', ,von einem Getränk nur ein wenig schmecken‘, dazu: ,leicht schlummern, halb schlafen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nispeln''' ● ''nesbeln'' ,nur wenig fressen, im Fressen wählerisch sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nissel, Nischel''' m. ● ,Kopf‘, abwertend, Kassel (Gr. 1894), im 20. Jh. scheinbar nur noch ''Nischel'', abwertend, scherzhaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nißkopf''' ● ,eigensinniger, störrischer Mensch‘, eigentlich: ,Kopf voller Nisse (Läuseeier)‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nixchen''' n. ● ''Nigschen'' ,ein kleines Nichts; Nichtigkeit‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Nechschen'' ,ein kleines Nichts‘, Kassel (Gr. 1894). ● Niederhess. Redensart, um die Geringfügigkeit oder Nichtigkeit einer Sache zu kennzeichnen: ''Ein silbernes Büchschen und ein goldenes Nigschen.'' (Pf.) Neckend: ''Ech hon dä en guldenes Nechschen medde gebracht.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nöte''' Adv. ● ,mit Not, schwer, ungern, widerwillig‘ (Vil. 1868); ''neede'' ,notdürftig, kaum‘(?), Kassel (Gr. 1894); ''neere'' ,mit Not, ungern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. versieht die von ihm angegebene Bedeutung mit Fragezeichen; offenbar war das Wort zu seiner Zeit in Kassel am Erlöschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nück''' m. ● ,heimlicher Groll, Tücke‘, mehr im Plural als im Singular gebraucht, überall vorkommend, am üblichsten in Oberhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nücken''' ● ''niggen'' ,in heimtückischer Weise necken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nückisch''' ● ,heimtückisch‘, am Knüll (Pfs.1, 1889); ''niggsch'' ,heimtückisch, anderen Böses gönnend, neidisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nudeltute''' ● ''Nudeldudde'' ,Nudeltüte‘, übertragen: ,begriffsstutziger, unbeholfener Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nulle''' f. ● ''Nolle'' ,Nadel‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Nolle'' ,Nadel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nuppe''' f. ● fast nur im Plural gebraucht, ,Schwierigkeit‘ (sehr üblich); ,Eigensinn, Störrischkeit‘, auch ,Tücke‘ (Vil. 1868); ''Nubben'' Pl. ,Launen, üble Laune‘, auch: ,arge Gedanken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Nobben''  Pl. ,Launen, Grillen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nur''' ● kommt in Hessen nur erweitert vor: ''nurt'', ''nurter'', ''nurst'' (gesprochen ''nurscht''), ''nurent'' (Vil. 1868); ''nuhrt'', auch ''nuhrscht'', Kassel 19. Jh. (Gr. 1894); ''nur'', ''nuhrt'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nüßchen''' ● ,valeriana olitoria‘, Ober- und Niederhessen (Pfs. 1886); ''Nißchen'' ,Feldsalat‘, Kassel 20. Jh.; ''Neßchen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nusselbart''' ● ''Nosselboort'' ,undeutlich sprechender, näselnder Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nusseln''' ● ''nosseln'' ,undeutlich sprechen, näseln‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. (1868) zusammenfassend: ''nöseln'', auch ''nösseln'', ''nusseln'', ''nüsseln'', ''nisseln'' ,in den Speisen herumstochern (mit der Gabel)‘; ,undeutlich, namentlich durch die Nase sprechen, halblaut (wie Unzufriedene und Hinterhältige tun) und kritisch‘, sehr üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nussen''' ● ''nossen'' ,herumstöbern, kleinliche Arbeiten verrichten‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''nusseln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nußhächer''' m. ● (''ä'' lang) ,Eichelhäher‘, Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nußpicker''' m. ● ''Nussebicker'' ,Nußknacker‘, übertragen: ,jem. mit zwischen den Schultern steckendem Kopf und mit breitem Mund‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nutscheln''' ● ,saugen (an Äpfeln, Birnen)‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''O.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Ochse''' ● ''Ochse'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Osse'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stadtkasselänsch ''Ochse'', ''wachsen'', ''Flachs'' (wie hochdeutsch) gegenüber ''Osse'', ''wassen'', ''Flaß'' im nächsten Umland, auch in nach Kassel eingemeindeten Dörfern. Spitzname der Harleshäuser: ''Ossen''. Die -''chs''-Formen (Aussprache: ''x'') sind keine Angleichung ans Hochdeutsche, sondern authentischer Dialekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ochsen''' ● von der Kuh gesagt, ,hitzig sein, nach dem Faselochsen begehren‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ochsenbottich''' ● ''Ossenboddch'' ,Ochsendarm (der mit Leberwurst gefüllt wird)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ochsenkopf''' ● ''Ochsenkopp'' ,geistig schwerfälliger Mensch‘, stärker als ,Schafskopf‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ochsensack''' ● ''Ossensack'' 1) ,Ochsendarm‘, 2) ,Acker-Witwenblume‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''öchsisch''' ● ''eßsch'' ,nach dem Ochsen verlangend, brünstig (von Kühen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ocker''' Adv. ● ''ockers'', ''ockerst'', auch ''ackerst'', zuweilen auch ''ockert'' ,nur‘, Althessen, außer dem niederdt. sprechenden Norden (Vil. 1868);  ''ogger'' ,nur, bloß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ohleibig''' ● Siehe ''ahleibig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ohmacht''' ● Siehe ''Ahmacht''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ohmächtig''' ● Siehe ''ahmächtig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ohmaden''' ● Siehe ''Ahmaden''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ohnamen''' ● Siehe ''Ahnamen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ohnamen''' ● Siehe ''ahnamen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Öhr''' s. ● ''Ehre'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Ehr'' ,Nadelöhr; Henkel oder Handgriff kleinerer Gegenstände (z.B. einer Tasse)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Für das Altkasselänsche galt offenbar dieselbe weite Bedeutung wie in Oberellenbach, siehe ''Zweiöhrentüpfen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ohrlitze''' f. ● ''Ohrlitze'' f., auch ''Ohrschlitz'' m. ,Ohrwurm‘ (Vil. 1868); ''Ohrletze'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Olei''' n. ● ,Öl‘ (Vil. 1868); ,Rüböl (aus Raps)‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ,Rüböl‘, Kassel (Gr. 1894), ,Öl‘, ebd. (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Oleianke''' f. ● ,Spottbezeichnung für einen, der sein Haar übertrieben pflegt‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Anke''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Opfermann''' ● ''Oppermann'' ,Küster, Kirchner, Meßner‘, volkstümlich, durch ganz Hessen (Pfs. 1886); ''Obbermann'' ,Küster‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Osterwasser''' ● ,in der Osternacht geholtes Wasser‘, es steht im Ruf der Heilkraft, vertreibt Sommersprossen und Hautunreinigkeiten, Flechte, Ausschlag usw., Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ozen''' ● ,angebotenes Futter nicht fressen (vom Vieh), eine Speise nicht mögen, zögernd darin herumstochern oder -löffeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''P.,''' siehe auch '''B.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''paaschen''' ● ''böhschen'' ,sich geschäftig hin und her bewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Panser''' m. ● ''Baanser'' ,Pansen; erster Magen der Wiederkäuer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Papoller''' m. ● ,Schmetterling‘, ''Papiller'', die oberhessische, ''Papoller'' die niederhessische an der Eder und nordwärts übliche Form; im östlichen Hessen, zwischen Fulda und Werra heißt der Schmetterling ''Buttervogel'', im niederdt. sprechenden Niederhessen ''Pipoldern'', ''Pipoltern'' (Vil. 1868). ● In Kassel heißt er ''Sommervogel'', ''Lattichvogel'', s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pappe''' m. ● ,Pfeife‘, Amt Netra (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pappen''' ● ,paffen, schmauchen‘, Amt Netra (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Papps''' m. ● ''Bapps'', ''Praps'' ,dicker Brei‘ (Vil. 1868); ''Babbs'' ,dick und steif Gekochtes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pappsack''' ● ''Babbsack'' ,dicke, schwerfällige Person‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pappstoffel''' ● ''Babbstoffel'' ,Tölpel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pariser''' ● ''Bariser'', Brötchensorte, feiner als 'Franzlaibchen, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Parücke''' ● ''Barricke'' ,Perücke‘, Kassel (Gr. 1894), ''Barigge'' ,Perücke; dichtes und langes Haar männlicher Personen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''De Barricke steht mä net d’rnach.'' ,Ich bin nicht dazu aufgelegt.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''päschen''' ● ''pähschen'' ,andere mit gutem Essen (Schmeckewöhlchen) traktieren und das Mahl mit ihnen teilen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''passening''' ● ''bassenink'' ,passend, sitzend (von Kleidung)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Paternostern''' n. Plur. ● ,Perlen‘, bei Alsfeld, Hersfeld und weiter südl. (Pfs.2, 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pätscheln''' ● ''pädscheln'' ,verzärteln, verweichlichen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Patschen''' m. ● ''Badschen'' ,Hausschuh, weicher Schuh, wollener Schuh‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pechfist''' m. ● ''Bechfist'' ,Schusterjunge‘, Kassel 19. Jh. (Jonas). ● Siehe [[ Der „Fist“|Fist]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pechkavalier''' ● ''Bechkawwelier'', Spitzname für Schuster, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pelmen''' ● ''pälmen'' ,Hitze ausströmen‘, Kassel (Gr. 1894); ''pelmen'' ,rauchen, qualmen; Tabak rauchen; tüchtig trinken, bis man angetrunken ist‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''Es pälmet.'' ,Es ist drückend heiß.‘ ''De Stuwwe is pälmend heiß.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pelzen''' ● ''bälzen'' ,hinaustreiben, hinausjagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''penterbieren''' ● ''penterwieren'' ,quälen‘, Niederhessen (ausgestorben, vor Jahrzehnten noch von älteren Leuten gebraucht) (Pfs. 1886); ''pänderwieren'' ,durch dauerndes Bitten oder Fragen belästigen, quälen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von lat. ''perturbare''? (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfalzgräfin''' ● ''Palzgräfen'', in der Redensart ''uffgedunnert wie ’ne Palzgräfen'' ,übertrieben herausgeputzt sein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfännchen''' ● Sehr übliche Redensart: ''Es geht Pännchen fett'', d.h. ,es wird allezeit gut und reichlich gegessen, geschmaust‘ (Vil. 1868); ''Pännchen fett läwen'' ,gut und reichlich essen, schmausen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.). ● Die Redensart erscheint in Oberellenbach abgewandelt als ''Bie uns gädd’s Blimmchen bloh un Kännchen fätt.'' ,Bei uns geht es Blümchen blau und Kännchen fett, wir leben herrlich und in Freuden.‘ (Hm. 1926) ● ''Pännchen fett'' = ''fettes Pfännchen'', mit altertümlicher Nachstellung des undeklinierten Adjektivs wie im Mittelhochdeutschen vorkommend; die Redensart dürfte demnach sehr hohen Alters sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfarr''' m. ● ''Parr'' ,Pfarrer‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Porr'', Pl. ''Perner'', dasselbe, ''Porrschen'' ,die Frau des Pfarrers‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zu ''Perner'' siehe ''Pferner''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfeifendeckel''' ● ''Piffendeggel!'' Ausruf der Ablehnung, der Verneinung, Kassel 20. Jh.; ''jo Piffendeggel!'' ,durchaus nicht!‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ● Als Anspielung auf diese Redensart ist ''Henner Piffendeckel'' zu verstehen, das Pseudonym, unter dem Philipp Scheidemann Geschichten in Kasseler Mundart veröffentlichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfeiler''' ● ''Pillert'', Kassel (Gr. 1894); ''Piller'' ,Säule‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pferd''' ● ''Pährd'' (ungebräuchlich), Pl. ''Pähre'', Kassel 19., 20. Jh.; singularische Form fehlt, Pl. ''Pähre'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Der Singular ist ''Gull'', Kassel, und ''Güll'', Oberellenbach (Hm.). Der alte Singular ''Pährd'' hat sich in Kassel wohl nur in Zusammensetzungen wie (kindersprachlich) ''Huschepährd(chen)'' (Gr. 1894) erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pferdezeh''' ● ''Pährezeh'' ,Pferdehuf‘, Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pferner''' ● ''Perrner'' ,Pfarrer‘, in Mittelhessen (nicht an der Fulda und Werra) und Oberhessen die ausschließliche Bezeichnung, im Volk gebräuchlich, gilt aber als „unedel“, so daß man den Pfarrer aus Höflichkeit nicht damit anredet. ● ''Perrner o Schulmeester'' ,blaue und dunkelblaue Wasserjungfern (Libellen)‘, Schwalm (Pfs.1, 1889). ● ''Perner'', in Dokumenten auch in der verhochdeutschten Form ''Pferner'', war in früheren Jahrhunderten weiter verbreitet (z.B. Kassel), ohne negative Konnotation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfetter''' m. ● ''Petter'', Pedder ,männlicher Pate‘, nördl. und westl. Niederhessen, Grafschaft Ziegenhain, Oberhessen, nicht aber an der oberen Fulda und in der Gegend zwischen Fulda und Werra, wo ''Gevatter'' die ausschließliche Bezeichnung ist oder ''Pate'' oder ''Dode''; wird im nördlichen Niederhessen auch für den männlichen Täufling gebraucht (Vil. 1868); ''Pedder'' ,Pate‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel hingegen ''Padde'', 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Mhd. ''pfetter'' ,Taufpate, Taufkind‘, von mittellat. ''patrinus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pfetzen''' ●  ''pätzen'' ,gewohnheitsmäßig viel Schnaps, Rum oder dgl. trinken‘, Kassel (Gr. 1894). ● Sicherlich Zusammenhang mit ''pitzen'' ,zwicken‘ u.ä. (siehe ''pfitzen''), Oberellenbach, und mhd. ''pfetzen'', dasselbe. Zumindest deutet darauf die Kasseler Redewendung en ''Wirfchen zwicken'' ,einen Schnaps trinken‘ hin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfetzer''' ● ''Pätzer'' ,jem., der oft und viel Schnaps u.ä. trinkt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pfitzen''' ● ''pitzen'' ,kneifen, zwicken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''pitzen'' sowie ''Pitzisen'' ,Waffeleisen‘, ''Pitzkuchen'' ,Waffel‘, Oberellenbach, werden von Hm. unter dem Stichwort ''pfetzen'' aufgeführt, da Zusammenhang mit mhd. ''pfetzen'' ,zupfen, zwicken, kitzeln‘. ● Siehe auch ''pfetzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfiff''' ● ''Piff'' (''i'' offen); Pl. ''Piffe'' ,Pfiffe; Tricks, Listen‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Ich kenne sinne Piffe.'' ,Ich kenne seine Tricks, Verschlagenheit.‘ (Gr.) ''En Piff!'' ,Durchaus nicht!‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pflanzholz''' ● ''Planzeholz'', übertragen: Spitzname des Gärtners, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pflaume''' ● Gegenüber üblichem ''Blumme'', ''Plumme'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Blümme'', Oberellenbach (Hm. 1926) heißt es in einigen niederhess. Gegenden, z.B. bei Felsberg ''Prume'' (Pfs.1, 1889). ● Aus dem Plur. der vulgärlat. *''prumum'', Nebenform zu lat. ''prunum'' ,Pflaume‘. Übernahme ins Germanische uneinheitlich, teils mit ''r'', teils ''r'' &amp;gt; ''l''; vgl. ahd. ''phrūma'', ''phlūma'', mhd. ''phlûme'', mnd. ''prūme'', niederländ. ''pruim'', engl. ''plum'' (mhd. ''ph'' ist als ''pf'' zu lesen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pflock''' ● Siehe ''verpflöcken''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pflügen''' ● ''pliechen'', ,pflügen; ,miteinander klatschen in innigem Einverständnis‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pföhl''' m. ● ''Peel'' ,Pfühl, kopfkeilähnliches Doppelkissen, das unter dem Kopfkissen liegt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfuhl''' m. ● ''Pful'', ''Puhl'', meistens nicht im Sinne von ,Sumpf, Lache, Pfütze‘ gebraucht, sondern speziell für ,Jauche vom Vieh‘, Niederhessen und südlch des Mains, für letzteres (,Jauche‘) im Norden doch eher ''Adelsudde'' (Pfs. 1886); ''Puhl'', Kassel (Gr. 1894). ● Gr. gibt als Bedeutung von ''Puhl'' hochdt. ''Pfuhl'' an, gemeint ist ,kleiner morastiger Teich‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfühlchen''' ● ''Piehlchen'' ,kleiner Pfuhl‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfütsche''' f. ● ''Pfütsche'', ''Pütsche'', ''Pitsche'' ,Pfütze‘ (Vil. 1868); ''Pitsche'' ,Pfütze‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Pödsche'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pieken''' ● ''biegen'' ,stochern, stecken‘, kindersprachlich, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Piepelding''' ● ''Biebeldenk'' ,piepsendes Kind und Tier; schwächliches Geschöpf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''piepeln''' ● ''biebeln'' ,piepsen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pinne''' f. ● ''Pinne'', ''Schuhpinne'' ,eiserner Schuhnagel mit kurzer Spitze und breitem runden Kopf‘ (Vil. 1868); ,dicker Schuhnagel, spitzer Nagel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Penn'' ,eiserner Schuhnagel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pinnschuh''' ● ''Pennschuch'' ,mit Nägeln beschlagener Schuh‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pips''' m. ● ''Bibs'' ,Kränklichkeit‘, Kassel (Gr. 1894); ''Bebbs'' ,Hühnerkrankheit, Verhärtung der Zunge; Erkrankung (in Redensarten)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Den Bibs hon'' ,gebrochene Gesundheit haben‘ (Gr.). ''Do hon ech mä den Bebs jelangt.'' ,Da habe ich mir den Pips geholt.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pischpeln, pispeln''' ● ''pispeln'', wohl meistens ''pischpeln'' gesprochen, ,flüstern‘; das hochdt. ''flüstern'' ist dem Volke völlig unbekannt (Vil. 1868); ''bisbeln'' ,von Natur mit leiser Stimme reden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''puschpeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pitschen''' ● ''pitschen'', auch wohl ''pütschen'' ,gelinde zischend knallen‘, Schießpulver ''pitscht'', der flach aufs Wasser geworfenen Stein ''pitscht'' (Vil. 1868); ''pitschen'' ,das Geräusch von abbrennendem Pulver, das Knistern von Salz, wenn es ins Feuer geworfen wird; feines schwaches Sprühen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pitzeln''' ● ''pitzeln'' ,prickeln‘ (wie z.B. das Salz auf der Zunge), Kassel (Gr. 1894), ''bitzeln'' ,prickeln‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pitzen''' ● ''pitzen'' ,den Schmerz bezeichnend, den z.B. ein scharfer Schlag mit einer dünnen Gerte hervorruft‘, Kassel (Gr. 1894), ''bitzen'' ,kurzen, brennenden Schmerz auf der Haut verursachen‘ (z.B. Schlag, Feuer- oder Brennesselberührung), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Plaatschen''' = ''Flaatschen'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Plage''' ● ''Plage'' n. ,Kind‘, zumal ,kleines Kind‘, keineswegs übel gemeint (Vil. 1868); ''Plage'' n., seltener m. ,halbwüchsiges Kind, zumal kleines Mädchen‘, nicht übel gemeint, Kassel und wohl im größten Teil Niederhessens (Pfs. 1886); ''Blaache'', ''Plaache'' ,Kind‘, Kassel 19. Jh. (Gr. 1894), 20. Jh. ● Gr. meint, ''Plage'' solle Genervtheit durch Kindergeschrei usw. andeutend, wie ''Balg'', ''Wanst''. Pfs. möchte ''Plage'' eher zum Verb ''pflegen'' ,warten‘ stellen, da Anknüpfung an hd. ''Plage'' lautlich, aber auch semantisch ncht paßt. Wahrscheinlich hat er recht. Mhd. ''pflegen'' ,wofür sorgen, sich mit freundlicher Sorge annehmen, behüten‘ u.a.m. hat die Stammformen mhd. ''pflege'', ''pflac'', Pl. ''pflâgen'', ''gepflegen'' (auch ''gepflogen''): Wegen des dialektal erhaltenen ''a'' könnte ''Plage'' abgeleitet sein von dem kurzvokalischen Präteritalstamm (spätmittelalterl. gelängt) und könnte dann etwa ,Pflegling, Schützling‘ bedeuten. Zu mhd. ''pflege'' ,Fürsorge, Obhut‘ gibt es übrigens die (offenbar seltene) Variante ''pflâge''; hiervon kann das Dialektwort ''Plage'' allerdings nicht kommen, da sich mhd. ''â'' spätmittelalterl. zu niederhess. langem offenem ''o'' entwickelt hat, erhalten in Kassel und Umgebung, sich im übrigen Nierhess. zu geschlossenem ''o'' weiterentwickelt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Plagenwerk''' ● ''Blagenwerk'' ,Art und Weise der Kinder‘, auch ,deren (unvollkommenen Arbeitsweise)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Plarr, Plärr''' ●  Siehe ''Blarr'', ''Blärr''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''plarren, plärren''' ● Siehe ''blarren'', ''blärren''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Platsch, Plätsch'''  ● Siehe ''Blatsch'', ''Blätsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''plätschen''' ● Siehe ''blätschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''plattfüßen''' ● benennt den Vorgang, wenn Vögel mit dem Schnabel sich Haut oder Schmutz unterm Fuß hinwegpicken, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Plemper'''  ● ''Plember'' ,dünne, fade Flüssigkeit (Kaffee, Brühe, Suppe)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Plemperbrühe'''  ● ''Plemberbrieh'' ,dünne, gehaltlose Flüssigkeit‘, Kassel 20. Jh., ''Blämberbrieh'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''plemperig''' ● ''plämberig'', sehr üblicher Ausdruck, um die unbehagliche Empfindung beginnenden Hungers zu bezeichnen (Vil. 1868); ''plemperig'' ,Eigenschaft dünner Brühe‘, abfällig, ,gehaltloses, wässeriges Reden‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''blemberig'', Gefühl der Magenleere bezeichnend, auch Gefühl bei fadem Geschwätz, Kassel 19. Jh. (Gr. 1894), ''plemberich'', Gefühl der Magenleere bezeichnend, auch den Geschmack dünner, gehaltloser, evtl. verwässerter Getränke, Kassel 20. Jh.; ''blämberech'', Bezeichnung für den Geschmack dünner, gehaltloser Flüssigkeiten, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''plempern''' ● ,in der Suppe zögernd herumlöffeln‘, wie es Kinder tun, wenn sie nicht essen wollen, Niederhessen (Pfs. 1886); ''blembern'' ,planschen; verdünnen‘, auch: ,ungereimtes Zeug reden‘, Kassel (Gr. 1894), ,planschen (mit oder in geringen Flüssigkeitsmengen)‘, Kassel 20. Jh. ●  ''Das Hern blembert emme vor Hitze.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Plocke''' f. ● ''Plocke'', ''Blocke'' ,Flocke‘ (Vil. 1868); ''Blogge'', dasselbe, kommt nur in ''Schnaiblogge'' ,Schneeflocke‘ vor, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Drauf schlagen, daß die Blocken stieben'', sehr übliche Redensart (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''plümpisch''' ● ''blemsch'' ,plump‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''plusterig''' ● ''blusderich'' ,aufgedunsen‘, eigentlich ,aufgeplustert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pökeln''' ● ''sich beegeln'' ,sich am Ofen oder Feuer ordentlich durchwärmen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Popel, Pöpel''' m. ● ''Pepel'' ,verhärteter Nasenschleim‘ (Vil. 1868); ''Bobel'', dasselbe, Kassel 20. Jh., ''Bobel'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''popeln, pöpeln''' ● ''pepeln'' ,mit dem Finger in der Nase wühlen‘ (Vil. 1868); ''bebeln'' ,popeln, den Finger oft in der Nase haben‘, Kassel (Gr. 1894), ''bobeln'' ,in der Nae bohren‘, ebd. 20 Jh.; ''bobeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pöpelnase''' ● ''Bebelnase'' ,Popelnase‘, übetragen: ,kein guter Gesellschafter‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Porläube''' ● Siehe ''Borläube''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Prahl''' m. ● ''Prohl'' ,Prahlerei‘, Balhorn (Sl. 1901). ● Sl. kennt nur Vorkommen des Wortes in der Redewendung ''us’n Prohl'' ,aus Großtuerei‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''preismachen''' ● ''jemanden preis (pries) machen'' ,verhöhnen, verfehmen, betäuben‘; ''briesmachen'' ,jem. in Aufregung versetzen, in Verwirrung bringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Prieme''' ● ,Schore Kautabak‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Prophete''' ● ,Abort‘, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Entstellt aus französ. ''privet'' ,heimliches Gemach, Abort‘ (Pfs.). ● Pfs. teilt folgende Anekdote mit: „Nach den kleinen und großen Propheten befraget, antwortet der Junge in der Schule: mä hon kinnen Prophete, mä schissen üwwern Knüppel.“ (S. 210)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''protzen''' ● Siehe ''brutzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''prutscheln''' ● ,um sich spritzen‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''puddeln''' ● ''puddeln'' ,sich im Wasser schütteln und reichlich abspülen‘, Kassel (Gr. 1894); s''ech borreln'' ,sich im Staub unter Flügelschlagen behaglich sonnen (von den Hühnern)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pudel''' m. ● ''Pürel'' ,Pudelhund; weibliche Person mit struppigem Haar‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Den Pudel machen'' ,im Hauswesen die geringsten Arbeiten verrichten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pudel''' m. ● ,Fehlwurf beim Kegeln‘ (Vil. 1868); ''Purel'' ,Fehler, Verstoß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pumpelbacken''' ● ''Bumbelbacken'' ,Hängebacken, Pausbacken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pumpelbrunnen''' ● ''Bumbelbrunnen'' ,Pumpbrunnen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pumpeln''' ● ''bumbeln'' ,pumpen‘, auch: ''bumben'', Kassel (Gr. 1894); ''bomben'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Puppel''' f. ● ''Bubbel'' ,Puppe‘, ''Bebbelchen'' ,Püppchen‘, Kassel (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''Bobbe'', ''Bäbbchen'' (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''puppern''' ● ''poppern'' ,klopfen‘, vom Herzen allgemein und fast ausschließlich gebraucht, auch vom Abfallen des Obstes, zumal beim Obstschütteln (Vil. 1868); ''bubbern'' ,zittern, schnell klopfen, hüpfend aufschlagen, mit geringem Gräusch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''bobbern'' ,in zitternder Bewegung sein, pochen (namentlich vom Herzen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Das Herze bubbert mä'' ,das Herz klopft mir (vor Angst oder Freude)‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''purenzig''' ● Betonung auf der zweiten Silbe; ''purenzig'' ,rein‘, Kassel 19. Jh. (Jonas); ''poränzech'' ,rein, unvermischt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Es ist, wie Pfs. (1886) sicherlich richtig sieht, Kompositum aus ''pur'' und ''einzig''. Er gibt als Bedeutung ,totum solum, einzig und allein‘ an, bezieht sich, wie sein angegebenes Beispiel zeigt, eher auf den oberhess. Gebrauch des Wortes (''E purenzicher Appel hung om Baam'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''puschen''' ● ''püschen'' ,blasen, fauchen; pusten, schwer atmen, stöhnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''puschpeln''' ● ''büschbeln'' ,absichtlich mit flüsternder Stimme reden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''pischpeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Putch''' m. ● ,ein kleines dreckiges Kerlchen, das weder körperlich noch geistig recht gedeihen will‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''putchen''' ● ,kränkeln, sich unwohl befinden, ohne eigentlich krank zu sein‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,kränkeln‘, Kassel (Gr. 1894); ''podchen'' ,kränkeln, sich unwohl fühlen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Äs putcht un putcht.'' ,Sie kränkelt immerzu.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''putschenaß, pütschenaß''' ● ''putschnaß'', ''pütschnaß'' ,durch und durch naß‘, sehr üblich (Vil. 1868);  ''butschenaß'' ,ganz durchnäßt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''bitschenaß'', dasselbe, ebd. 20 Jh.; ''pödschenaß'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Auch erweitert: ''putschedribbelnaß'', ''putschehagelnaß'' (Gr.); ''pütschepudelnaß'' (Aussprache: ''pödschepurerlnaß'') (Hm.). ● Bei Hm. aufgeführt unter den Stichworten ''pfütznaß'', ''pfützpudelnaß''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Q.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''quackelig''' ● als Eigenschaft von Kindern: ,lebendig, beweglich, auch; unruhig‘, als Eigenschaft Erwachsener: ,unstet, unselbständig, faselig‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''gwaggelech'' ,undeutlich, unverständlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quackeln''' ● ,niederdt. Mundart sprechen‘, konkret: bezogen auf jem., der aus Wolfhagen stammte, Kirchberg 17. Jh. (Prozeßakten, Dorfarch.); ''quaggeln'' ,eine fremde Sprache radebrechen‘, Kassel (Gr. 1894) ,schnell und undeutlich sprechen‘, Kassel 20. Jh.; ''quackeln'' ,niederdt. sprechen (auf den benachbarten Dörfern, z.B. Istha, Bründersen)‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quaddel''' f. ● ,mit Wasser untersetzte Hautschwellung‘, allgemein üblich (Pfs. 1886); ,Blase, Pustel, enstanden durch Brennessel, Insektenstich und dgl.‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quäken''' ● ''quägen'' ,schreien (von kleinen Kindern)‘, Kassel 20. Jh.; ''gwägen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quälholz''' ● ,Quälgeist; übermäßig lebhaftes Kind, lästige Person‘, Kassel (Gr. 1894); ,Kind, das den Eltern mit Fragen, Bitten und dgl. zusetzt‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Gwälholz'' ,Quälgeist, Mensch, der durch dauerndes Bitten, Drängen lästig wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quallerdocke''' f. ● ,dicke unflätige Frauensperson‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Docke''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Qualster''' f. ● ,zäher Auswurf, dicker ausgespuckter Schleimklumpen; jemand, der sich sehr spreizt und dadurch widerlich macht‘, Kassel (Gr. 1894), ,dicker, ausgespuckter Schleimklumpen‘, ebd. 20. Jh. ● ''Qualster'' ,dickes unförmiges Weib‘, Oberhessen (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Qualster''' f. ● ''Gwalsder'' ,Beerenwanze (cimex baccarum)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''qualstern''' ● ,Schleimklumpen hochwürgen und ausspucken‘, ''sich qualstern'' ,sich durch gespreiztes Benehmen widerlich machen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Qualstersack''' ● ''Gwalsdersack'' ,Schreihals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quankeln''' ● ,Gegenstände gegeneinander eintauschen, in der Absicht ein Geschäft zu machen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quanzen''' ● ,handeln, schachern, zumal im Kleinen und Kleinsten (besonders von Kindern) (Vil. 1868); ''gwaanzen'' ,handeln, im Kleinen Handel treiben (z.B. Kinder untereinander)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quappe''' ● ''Quabbe'' ,dicke, feiste Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quarr''' m. ● ''Gwarr'' ,plötzlich ausgestoßener Schrei‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quärren, quarren''' ● ''quarren'', ''quärren'' ,halbschreiend weinen (von Kindern)‘ (Vil. 1868); ''quärren'', ''quarren'' ,halblaut weinen, einem meist aus Ärger die Ohren vollquärren‘, Kassel (Gr. 1894), ''quärren'', dasselbe, ebd. 20. Jh.; ''gwarren'' ,halbschreiend weinen (besonders von kleinen Kindern)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quarrsack''' ● ,stets weinendes Kind‘ (Vil. 1868); ''Gwarrsack'' ,schreiendes Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quarrwanst, Quärrwanst''' ● ''Quarrwanst'' ,Kind, das viel und laut schreit‘, Kassel (Gr. 1894), ''Quärrwanst'', ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quaßen''' ● ''quaßen'', gesprochen ''quoßen'' ,schlemmen, vertun, über Gebühr essen‘, im Sprengel Schützeberg üblich (Pfs. 1886); ''quosen'', ''verquosen'' (''o'' offen) ,verschwenden, (mit Essen) verschwenderisch umgehen‘, Kassel (Gr. 1894). ● In nd. Lautform ''quoten'' bei Wolfhagen, Zierenberg (Pfs.). ● Vgl. mhd. ''quâzen'' ,schlemmen, prassen‘, ''quaz'' m. ,Gastmahl, Schlemmerei‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quat, Quaat''' m. ● ,Schlamm, Kot‘, im Haungrund, Eitragrund (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quatch''' m. ● ''Gwoodch'' ,feuchter Kot, tiefer nasser Schlamm; große Menge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quatchen''' ● ''gwoodchen'' ,aufspritzen (von feuchtem Schmutz oder Wasser)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quatsch''' ● ,langweiliges, verworrenes Geschwätz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gwadsch'' ,dummes Zeug, Unsinn‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quatsch''' ● Schallwort, Geräusch bezeichnend: wenn man nasse Wäsche hinwirft, tut es einen ''Quatsch''; wenn das Richtschwert durch den Hals des Hinzurichtenden fährt, tut es einen hellen ''Quatsch'' (Vil. 1868); ,Geräusch beim Aufschlagen eines Gegenstandes auf etwas Härteres als er selbst‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gwaadsch'' ,Geräusch, das entsteht, wenn man nasse Gegenstände hinwirft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quatschen''' ● ,langweiliges, verworrenes Geschwätz machen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quatschen''' ● den Laut bezeichnend, den von Feuchtigkeit durchdrungene Gegenstände hören lassen, wenn sie mit härteren, trockenen in Berührung kommen‘, auch ,Geräusch, wenn man Wasser in den Schuhen hat oder wenn man im Sumpf, in tiefem Kot watet‘ (Vil. 1868); ,mit einem plumpsenden Geräusch (Quatsch) aufschlagen‘, Kassel (Gr. 1894); ''gwaadschen'' ,im nassen Schmutz herumwaten oder ein ähnliches Geräusch hervorrufen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quatschetrüpfelnaß''' ● ''quaddschedribbelnaß'' ,ganz durchnäßt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quatsen''' ● gesprochen quoodsen ,schwer atmen infolge von Beleibtheit‘, Niederhessen, z.B. bei Naumburg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quelchen''' ● trans. ,aufquellen, Eingetrocknetes quellen lassen, hölzerne Gefäße wieder durch Flüssigkeit dicht machen‘, Kassel (Gr. 1894); ''quellchen'' ,etwas zum Quellen bringen; kochen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quellfleisch''' ● ''Gwallfleesch'' ,das Schweinefleisch, das gekocht und dann zu der Garwurst verwendet wird‘, als Frühstück am Tag des Schlachtfestes sehr beliebt, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quenzel''' m. ● ,dicker Bauch‘, halb scherzhaft, hin und wieder in Niederhessen gebräuchlich (Vil. 1868); ,vorgestreckter (dicker) Bauch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quenzeln''' ● ,den Bauch vorstrecken, besonders beim Sitzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''querch''' ● ,quer; verkehrt‘, überall üblich (Vil. 1868); ,quer; verkehrt, abwegig, unsinnig‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gwärch'' ,quer, verkehrt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Querchpfeife''' ● ''Querchpiffe'' ,Querpfeife‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quere''' f. ● ''Quäre'', Kassel 20. Jh.; ''Gwär'', Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''questen''' ● ''quästen'' ,prassen, ''Pännchen fett'' leben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''questen''' ● ''gwäsden'' ,drücken, zwängen‘, ''sech gwäsden'' ,sich drücken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. got. ''fraqistjan'' ,verderben‘, ''usqistjan'' ,zugrunde richten‘, ahd. ''fir''-, ''arquisten'' ,verderben‘, got. ''qisteins'' f., ahd. mnd. ''quist'' f. ,Verderben‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quetsche''' ●  ,Zwetsche‘, in ganz Hessen ausschließlich gebrauchte Form (Vil. 1868); Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gwädsche'' ,Zwetsche; weibl. Geschlechtsteil‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quetschenbeutel''' ● ''Quetschenbiedel'' ,kleiner, unreifer Mensch, entsprechendes Kind‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quetschenfresser''' ● ''Gwädschenfrässer'' ,kleiner Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quieksen''' ● ,kurze, hohe Schreie ausstoßen‘, Kassel 20. Jh.; ''gwiegsen'' ,laut und mit hoher Stimme schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quiele''' f. ● ,Sickerquelle; Quelle in weichem, morastigen Boden, die ihr Wasser nicht über die Bodenoberfläche hinaustreibt‘, Niederhessen (Vil. 1868). ● Das Wort ''Quelle'' ist nicht in Gebrauch, statt dessen heißt es ''Born'' (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quienen''' ● ''quinen'', ''verquinen'' ,schwinden, verschwinden‘, Niederhessen, namentlich noch im Waldeckischen lebendig (Pfs. 1886). ● Vgl. mhd. ''verquînen'', ''quînen'' ,dahinschwinden‘. ● Siehe ''Quintes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quintes, Quinte''' m. ● Name einer niederhessischen mythischen Sagengestalt, auch Schreckfigur, im und am Odenberg bie Gudensberg. Jacob Grimm (Dt. Mythologie II, 2. Aufl. 1854, S. 890 ff.) hat mehrfach die Form ''Quintes'', einmal ''Quinte'', Pfs. (1886, S. 219 f.) hat nur ''Quinte''. Volkstümlich bis zur Gegenwart scheint die Form ''Quintes'' zu sein. ● Im folgenden geht es nicht um die Sagengestalt selbst und ihre unterschiedlichen Deutungen – z.B. Identifizierung mit Karl d. Großen oder Karl V. (Carolus Quintus) –, sondern allein um die Etymologie des auffälligen Namens. Pfs. möchte ''Quinte'', den Namen des „sagenhaften chattischen Fürsten, der gebannet im Odenberg bei Besse“ weilt, mit dem Verb ''quienen'' ,(ver)schwinden)‘ in Verbindung bringen und deutet ihn als ,Schatten, Schemen‘, wozu allerdings Vorausetzung wäre, daß das starke Verb bereits im Ahd. eine schwache Variante ausgebildet hätte. In der Tat kann der Name nur an ''quienen'' angeschlossen werden, eine andere Ableitungsmöglichkeit ist nicht gegeben (ahd. ''quena'', got. ''qino'' ,Frau‘, vgl. neuengl. ''queen'', entfällt gewiß). Der Umweg über eine hypothetische schwache Variante des Verbs, offenbar um ein ''t''-haltiges Part. Perf. zu erzielen, das dem Namen zugrunde liegen könnte, ist unnötig. Die Stammformen des Verbs sind mhd. ''quînen'', ''quein'', ''gequinen''. Auszugehen wäre von kurzvokalischem ''quin''- (siehe 3. Stammform), damit Nominalbildung mittels eines Dentalsuffixes. Da ''Quinte'', ahd. sicherlich *''Quinto'', vokalisch endet (die auf ''s'' endende Form sei hier zunächst beiseite gelassen), kommt unter den zahlreichen Dentalsuffixen nur ein bestimmtes (mit Erweiterung) in Frage: Es „bildete im Nord- und Westgerm[anischen] maskuline Abstrakta, unter denen Bezeichnungen für Krankheiten oder andere körperliche und seelische Zustände den zentralen Platz einnehmen. Die [.]-Erweiterung ist hier Ausdruck einer beseelten Auffassung dieser Begriffe.“ (Krahe/Meid, German. Sprachwiss. III, 1969, S. 146 f.) ''Quinte'' müßte demnach etwa ,Schwindung, Verschwundenheit' (nota bene: maskulin) bedeuten, personalisiert etwa ,der Schwindende, Geschwundene‘, als Name (in freier Übertragung) vielleicht anzusetzen als „der Schwind“. Da das zugrunde liegende Verb nicht primär aufs Wegsein abzielt, sondern auf das Schwinden bzw. Verschwinden selbst, darf angenommen werden, daß es sich bei Quinte um die Gestalt eines germanischen Mythos handelt (so bereits Grimm), die aus irgendwelchen, uns heute unbekannten Gründen dahinschwindet, konkret: verschwindet - nämlich in einem Berg, hier: im Odenberg, aus dem sie alle sieben Jahre mit ihrem Heer herauskommt, um besorgt nach dem rechten zu sehen (vgl. Barbarossa im Kyffhäuser; zu weiteren in einen Berg entrückte Helden s. Grimm). Dann „schwindet“ Quinte wieder, verflüchtigt sich gewissermaßen, muß zurück in den Berg. Der Name dürfte als Euphemismus zu vestehen sein, um den eigentlichen Namen der mythischen Gestalt zu vermeiden. Die auf ''s'' auslautende Namenform ''Quintes'' kann nur sekundär sein. Vermutlich liegt hier dieselbe suffixale Erweiterung vor wie in diversen niederhess. Bezeichnungen, nicht nur, aber vor allem für männliche Personen: ''Brakes'', ''Brelakes'', ''Flerches'', ''Haches'', ''Kippes'', ''Klambes'', ''Labbes'', ''Larches'', ''Lewes'', ''Spulkes'', ''Staches'', ''Stampes'', ''Stülpes'', ''Rülpes''. Das Suffix -''es'' hat hier die Funktion, Großes, Ungeschlachtes, Ungefüges, Negatives zu bezeichnen. Da die übermenschliche Sagengestalt Quintes zugleich eine Schreckfigur ist, für Kinder etwa eine Art gefährlicher Buhmann, würde diese Erklärungsmöglichkeit gut passen. (W.G. 2014 f.) ● Siehe ''quienen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quitsch''' m. ● ,kleines (munteres) Kind‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quittengelb''' ● ''quiddegäle'' ,leuchtend gelb‘, Kassel 20. Jh., ''gwiddengaale'' ,ganz gelb‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quittelieren''' ● ''quiddelieren'' ,zwitschern (in Bezug auf Singvögel); seiner Freude Ausdruck geben, juchzen‘ (von kleinen Kindern, die noch nicht sprechen können), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quulch''' m. ● ,(dicker) Dampf, Rauch; Dampf- oder Rauchwolke‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quulchen''' ● ,(dicken) Dampf oder Rauch ausstoßen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quulchern''' ● ,gedrängt hervorquellen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quullern''' ● ''quullern'', ''quollern'' ,stark hervorquellen, mit Geräusch hervorsprudeln; im Leibe (in den Gedärmen) rumpeln‘, in beiden Bedeutungen überall üblich (Vil. 1868); ,gurgelnden Ton von sich geben (z. B. im Gedärm)‘, Niederhessen (Pfs. 1886, S. 82); ,brodelndes Geräusch machen; schnell und geräuschvoll aufquellen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gwollern'' ,ein sprudelndes, quellendes Geräusch hören lassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ''● Es quullert mä im Liewe'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ''Es quullert im Dibben'' (beim Kochen)‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quutschen''' ● ,quullern, mit Schnalzgeräusch verbunden‘, Kassel (Gr. 1894), ''quutschen'' (''u'' lang) ,quetschendes Geräusch machen‘ (in Bezug auf Flüssigkeit oder Breiiges), Kassel 20. Jh. ● ''Es quuhtscht'', wenn man z.B. Wasser in den Schuhen hat oder wenn man durch Schlamm watet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch M – Q'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
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:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

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		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=Werner_Guth</id>
		<title>Werner Guth</title>
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				<updated>2015-01-24T10:20:03Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: Guth m. Pfeife 2.jpg|thumb|280px|right|Werner Guth]]&lt;br /&gt;
'''Werner Guth,''' * 1941 in Kassel; Oberstudienrat i.R., Autor von Publikationen zu hauptsächlich nordhessischen Themen; wohnhaft in Kassel, dann in Niedenstein-Kirchberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Curriculum vitae im Überblick==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Abitur 1962 an der Goetheschule in Kassel und zweijähriger Bundeswehrzeit studierte Werner Guth an den Universitäten Göttingen und Marburg Germanistik und Geschichte, nebenher auch Indogermanistik und Skandinavistik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er war danach Referendar an der Jacob-Grimm-Schule in Kassel, unterrichtete seit 1973 an der Gesamtschule Fuldatal-Ihringshausen Deutsch und Geschichte, seit 1983 am Gymnasium König-Heinrich-Schule in Fritzlar Deutsch, Geschichte und Latein, parallel dazu dasselbe an der Gesamtschule in Gudensberg. 2004 wurde er in den Ruhestand versetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Guth war als Mitglied der „Gesellschaft für Familienkunde in Kurhessen und Waldeck e.V.“ seit 1977 Mitinitiator und Mitarbeiter, bis 1979 auch Federführender einer Arbeitsgruppe zur Rekonstruktion der im Zweiten Weltkrieg vernichteten Kasseler Kirchenbücher&amp;lt;ref&amp;gt;Arbeit sodann weitergeführt und erfolgreich zu Ende gebracht unter Leitung von [[Helmut Thiele]].&amp;lt;/ref&amp;gt;. Seit den 90er Jahren widmet er sich zunehmend der Erforschung der nordhessischen Orts- und Gewässernamen sowie der regionalen Mundarten. Er war 1998 Mitbegründer des inzwischen alljährlich stattfindenden „Nordhessischen Mundarttags“, 1999 Mitbegründer der „Gesellschaft für Nordhessische Mundarten e.V.“ und 2004 bis 2010 Schriftleiter des „Mundart-Kuriers“, der Vereinsschrift der Gesellschaft für Nordhessische Mundarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Guth hat gelegentlich unter folgenden Pseudonymen geschrieben: Lorenz Landsiedel, Quirinus Quiddenbaum, Kalli Klein, Carl Theophrast Seidelbast, Cunze von Leimbach, Hermann Amadeus Breitaxt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Veröffentlichungen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: SW, XXX.jpg|thumb|200px|right|]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Familienbuch Kirchberg.jpg|thumb|200px|right|]]&lt;br /&gt;
[[Bild: WBA, XXX.jpg|thumb|200px|right|]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Schildbürger.jpg|thumb|200px|right|]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Leimbachs Rache.jpg|thumb|200px|right|]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Firschtenbuch.jpg|thumb|320px|right|]]&lt;br /&gt;
[[Bild: Seidelbast Titelseite.jpg|thumb|200px|right|]]&lt;br /&gt;
===Bücher –  Einzelschriften===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Das Marburger Trauungsbuch 1580 – 1605''. Mit Marbach und Ockershausen. Erg.-Bd. 1 zum Marburger Sippenbuch (= Bd. 24 der Gesamtreihe). Hrsg. v. der Gesellschaft f. Familienkunde in Kurhessen und Waldeck. Kassel 1989. – 236 S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Schwarz uff wiß''. Eine hessische Chronik in Kasseler Mundart. Von Lorenz Landsiedel. Hrsg. v. Quirinus Quiddenbaum in Verbindung mit Werner Guth. Niedenstein 1995. – 190 S. – Der Band ist zu großen Teilen von W. Guth illustriert. – Enthält u.a.: [[Wie de Hessen Chrisden geworrn sinn]]. – [[Das „Dippen“|Zungenbrecher]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Einwohner- und Familienbuch Kirchberg 1350 – 1900''. Mit Ortsadel Hund ab 1250. (= Kirchberg in Niederhessen Bd. 1.) Hrsg. vom Geschichts- u. Heimatverein Kirchberg. Niedenstein 1996. – 635 S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Das Kasseläner Wilhelm-Busch-Album''. Schmeggewehlerchen us Buschs Werken in Kasseler Mundart. Übertragen von W. Guth. Niedenstein 1997. – 220 S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Schildbürgers Rechtschreibreform oder Aus tiefer Not schrei(b) ich zu dir''. 46 S. Niedenstein 1998. – 46 S. – Satirische Betrachtung der sog. Rechtschreibreform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Leimbachs Rache''. Roman. Niedenstein 2003. – 356 S. – Humoristisch-satirischer Nordhessen-Roman; zu Gast sind u.a. der Tiroler Ritter und Liedermacher Oswald von Wolkenstein, der Kasseler Querkopf Philipp Scheidemann, der Marburger Komponentenanalytiker Prof. Walter Falk sowie Brunhilde Fleischhauer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Das Firschtenbuch''. Hessische Herrscher aller Zeiten, uff kasselänsch ins rechte Licht gerückt. Hrsg. v. Quirinus Quiddenbaum. Niedenstein 2004. – 82 S. – Vom Autor illustriert (49 Abb.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Ach, wie steh’me hier bedrippelt''. Casseläner Grab=Poeme us däm ganz un gar zerfledderten un bahle nit mehr läsbaren Nachlaß vum Carle Theophrast Seidelbast. Niedenstein 2012. – 36 S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Beiträge in Sammelschriften===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Sicherung und familienkundliche Auswertung der Kasseler Polizei- und Kommerzienzeitung (1731 ff.)''. In: Hessische Familienkunde, Bd. 14, Heft 2, 1978, S. 101 f. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Soldatenwerber in Kirchberg 1672''. In: ''Niedenstein''. Niedenstein – Ermetheis – Kirchberg – Metze – Wichdorf. Geschichte und Geschichten aus dem Herzen des Chattenlandes. Hrsg. von Kurt Prior und Peter Wieden. Gudensberg 1987. S. 87 – 90.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Die niederhessische Adelsfamilie Hund in Kirchberg''. Auszug aus: W. Guth: Einwohner- und Familienbuch Kirchberg 1350 bis 1900, Niedenstein 1996. In: Hessische Familienkunde, Bd. 23, Heft 7, 1997, S. 197 – 208.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Max un Moritz – ’ne Jungengeschichde in siwwen Streichen''. Niederhessisch (Kassel). In: Metamorphosen –         Neue Mundartübersetzungen des Max und Moritz. Hrsg. v. Manfred Görlach, Heidelberg 1998. S. 75 – 80.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Blisch un Blumm – Ins Kasselänsche iwwerdrahn''. In: Wilhelm Buschs Plisch und Plum in 40 deutschen Mundarten. Hrsg. v. Manfred Görlach, Heidelberg 1999. S. 143 – 147.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Iwwer de Lalen un ähre gewiddersche Närrschheit''. Das „Lalebuch“ von 1597, übertragen in Kasseler Mundart. Vom Autor illustriert. Hrsg. u. kommentiert v. Quirinus Quiddenbaum. In Vorbereitung. Vorabdruck von 6 gereimten Episoden. In: Heimatbrief (= Vereinsschrift d. Heimatvereins Dorothea Viehmann, Kassel), 2003, Heft 1 – 4, u. 2004, Heft 1 u. 2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''[http://www.vhghessen.de/inhalt/zhg/ZHG_109/04_Guth_Ortswuestungen.pdf Ortswüstungen und andere wüste Siedelstellen bei Niedenstein-Kirchberg]''. In: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde, Bd. 109, 2004, S. 51 – 70.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Sonderfälle bei germanischem p-, t-, k-Anlaut als Folge von s-mobile-Wirksamkeit''. In: Namenkundliche Informationen, Bd. 91/92, 2007, S. 15 – 39.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Itschenduller-Trilogie''. In: Heimatbrief (= Vereinsschrift d. Heimatvereins Dorothea Viehmann, Kassel), 2008, Heft 1 – 3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''[http://www.vhghessen.de/inhalt/zhg/ZHG_113/01_Guth_Mattium.pdf Mattium]''. Onomastische Überlegungen zu einem historischen Problem. In: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde, Bd. 113, 2008, S. 1 – 16.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''[http://www.vhghessen.de/inhalt/zhg/ZHG_115/Guth_Kassel.pdf Kassel an der Fulda]''. Überlegungen zur Bedeutung des Ortsnamens. In: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde, Bd. 115, 2010, S. 1 – 20.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''[http://www.vhghessen.de/inhalt/zhg/ZHG_116/Guth_Dissen.pdf „Dissen, Deute, Haldorf, Ritte, Baune, Besse ...“]''. Onomastische Überlegungen zu einem alten nordhessischen Ortsnamenspruch. In: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde, Bd. 116, 2011, S. 1 – 20.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''[http://www.qucosa.de/fileadmin/data/qucosa/documents/15076/13_Guth_FINAL-WEB.pdf Der Flußname Unstrut]''. – In: Namenkundliche Informationen, Bd. 101/102, 2012/13, S. 439 – 448.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Sakrale bzw. mythologische Ortsnamen in Niederhessen aus germanischer Zeit?'' – In Vorbereitung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Netzveröffentlichungen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''[http://dl.dropboxusercontent.com/u/20671287/Werner%20Guth/Amisia%20-%20Obervorsch%C3%BCtz.pdf Gudensberg-Obervorschütz - das antike Amisia?]'' Anmerkungen zu der Entschlüsselung von Ptolemaios' „Atlas der Oikumene“. Mai 2011.&amp;lt;ref&amp;gt;Kritische Betrachtung zu Dieter Lelgemann u.a.: ''Germania und die Insel Thule''. Die Entschlüsselung von Ptolemaios' „Atlas der Oikumene“. Darmstadt 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''[[Niederhessische Mundart|Niederhessisches Wörterbuch]]''. KasselWiki, 2013 ff. (in laufender Bearbeitung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Beiträge im „Mundart-Kurier“ (MAK)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Beiträge zu Sachthemen (Auswahl)'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Die heutige Raumstruktur des Hessischen''. Gliederung nach Dingeldein und Friebertshäuser. MAK 1, 2004, S. 2 f.&lt;br /&gt;
* ''[[Schnercheln und Kerksen – Ein noch immer ungelöstes Sprachrätsel]]''. MAK 1, 2004, S. 4.&lt;br /&gt;
* ''[[Heinrich Jonas]]''. MAK 1, 2004, S. 11.&lt;br /&gt;
* ''Mundartlexikon: [[Die „Anke“]]''. MAK 1, 2004, S. 14.&lt;br /&gt;
* ''Mundartlexikon: [[„anken“]]''. MAK 1, 2004, S. 14.&lt;br /&gt;
* ''Mal wieder in der alten Hauptstadt. MAK 3, 2005, S. 7.&lt;br /&gt;
* ''Geographische Namenwelt Nordhessen''. MAK 3, 2005, S. 11.&lt;br /&gt;
* ''Die Schwälmer – Nachkommen von Kelten?'' MAK 3, 2005, S. 11.&lt;br /&gt;
* ''Mundartlexikon: [[Die „Kliwwer“]]''. MAK 3, 2005, S. 14.&lt;br /&gt;
* ''[[Warum eigentlich „ahle“ Wurscht?]]'' MAK 4, 2005, S. 14.&lt;br /&gt;
* ''Mundartlexikon: [[Der „Fist“]]''. MAK 4, 2005, S. 16.&lt;br /&gt;
* ''Hochdeutsch und Mundarten – Pläne der Nazis''. MAK 5, 2005, S. 13.&lt;br /&gt;
* ''Neu-Nordhessisch''. MAK 5, 2005, S. 14.&lt;br /&gt;
* ''Mundartlexikon: Der „Sonnabend“''. MAK 5, 2005, S. 17.&lt;br /&gt;
* ''Nordhessen auf Vordermann: Heimat der Wellness''. MAK 6, 2006, S. 3.&lt;br /&gt;
* ''Johann Heinrich Kranz''. MAK 6, 2006, S. 5.&lt;br /&gt;
* ''[[Gustav Wentzell]] – Kasseler Mundartschriftsteller''. MAK 7, 2006, S. 6.&lt;br /&gt;
* ''[[Heinrich Müldner]] – ein Zwehrener Mundartdichter''. MAK 7, 2006, S. 7.&lt;br /&gt;
* ''Mundartlexikon: Der „Gartenhain“''. MAK 7, 2006, S. 9.&lt;br /&gt;
* ''[[Hartmann Herzog]] – Beobachter sprachlicher Veränderungen''. MAK 7, 2006, S. 13.&lt;br /&gt;
* ''Dialektgrammatik: Mäderchen mit roden Bäcklerchen un Näserchen''. MAK 7, 2006, S. 14.&lt;br /&gt;
* ''„Dä Hessen-Kenger, tummelt uch“ (1731)''. Von dem „lahmen Hessen-Franzosen“ H. M. – MAK 8, 2006, S. 10 f.&lt;br /&gt;
* ''Das Begrüßungs- und Huldigungsgedicht „Dä Hessen-Kenger, tummelt uch“''. MAK 8, 2006, S. 11.&lt;br /&gt;
* ''Der Kasseler Mundartdichter [[Gustav Weber]]''. MAK 9, 2007, S. 8.&lt;br /&gt;
* ''„Was heren mä doch itzt“ (1731)''. Von dem „nagelneuen Hessen-Poeten“ I. H. M. – MAK 9, 2007, S. 9.&lt;br /&gt;
* ''Die zwei niederhessischen Huldigungsgedichte von 1731''. MAK 9, 2007, S. 10.&lt;br /&gt;
* ''Mundartlexikon: [[Das „Dippen“]]''. MAK 9, 2007, S. 10.&lt;br /&gt;
* ''Nordhessen: Musik in und aus alter Zeit''. MAK 10, 2007, S. 4.&lt;br /&gt;
* ''Die „Rotkehlen“''. MAK 10, 2007, S. 9.&lt;br /&gt;
* ''Der Name „Rhön“. MAK 10, 2007, S. 13.&lt;br /&gt;
* ''Nachlese: Die niederhessischen Huldigungsgedichte von 1731''. MAK 10, 2007, S. 14.&lt;br /&gt;
* ''Dialektgrammatik: „Honn“ und „sunn“. MAK 11, 2007, S. 14.&lt;br /&gt;
* ''[[Friedrich Suck]] – nordhessischer Namenforscher.'' Fertiggestellt: „Ein etymologisches Ortsnamenlexikon von Kurhessen und Waldeck“. MAK 11, 2007, S. 15.&lt;br /&gt;
* ''Mundartlexikon: [[„Klowes“]]. MAK 11, 2007, S. 16.&lt;br /&gt;
* ''[[Hermann Elsebach|Elsebach]] – der Respektlose''. MAK 12, 2008, S. 8.&lt;br /&gt;
* ''Mundartlexikon: [[Das „Adel“]]''. MAK 12, 2008, S. 10.&lt;br /&gt;
* [[Das „Adel“|''Piston'']]. MAK 12, 2008, S. 10.&lt;br /&gt;
* ''Die Brüder Grimm und das Niederhessische''. MAK 12, 2008, S. 13.&lt;br /&gt;
* ''Mundartlexikon: „Musefallskerlen“''. MAK 13, 2008, S. 12.&lt;br /&gt;
* ''„Deutsch“ – ein Spottwort?'' MAK 14, 2008, S. 14.&lt;br /&gt;
* ''[[Spott mit Vornamen]]''. MAK 15, 2009, S. 12 f.&lt;br /&gt;
* '' Dialekträume in Hessen''. MAK 15, 2009, S. 14 f.&lt;br /&gt;
* ''Kasseler Mundart – nur ein Sprachmischmasch?'' MAK 15, 2009, S. 15.&lt;br /&gt;
* ''Mundartlexikon: [[„Wecke“]]''. MAK 15, 2009, S. 17.&lt;br /&gt;
* ''Der Kasseler Zissel.'' Vorgeschichte des alljährlichen Sommerfestes an und auf der Fulda – Paul Heidelbach auf Spurensuche. MAK 16, 2009, S. 1.&lt;br /&gt;
* ''[[De Schlacht im Deideburjer Waale|Was uns noch fehlt: Ein Kunzedenkmal]]''. MAK 16, 2009, S. 7.&lt;br /&gt;
* ''[[Nordhessische Orte in Redensarten|Nordhessische Ortsnamen in Redensarten]]''. MAK 16, 2009, S. 12.&lt;br /&gt;
* ''Invitation auf die Kirchmeß zu Loßhausen an der Schwalm [18. Jh.]''. MAK 16, 2009, S. 14 f.&lt;br /&gt;
* ''Lüders „Invitation auf die Kirchmeß zu Loßhausen“.'' MAK 16, 2009, S. 15 f.&lt;br /&gt;
* ''[[Kopf und Arsch und anderes]]''. MAK 17, 2009, S. 12 f.&lt;br /&gt;
* ''Mundartlexikon: „Hof und Hofreite“''. MAK 17, 2009, S. 16.&lt;br /&gt;
* ''Mundartlexikon: „als“''. MAK 17, 2009, S. 16&lt;br /&gt;
* ''[[Kasseler Mundart – Spuren 1860|Das Rosenfest auf der Schallhütte]]''. Kasseler Mundart – Spuren 1860. MAK 18, 2010, S. 10.&lt;br /&gt;
* ''Goethe und Dialekt''. MAK 18, 2010, S. 16.&lt;br /&gt;
* ''Mundartlexikon: Der „Puhl“''. MAK 19, 2010, S. 13.&lt;br /&gt;
* ''Goethe als „Mundartdichter“''. MAK 20, 2010, S. 12.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mundartbeiträge (Auswahl)'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''[[Lenze und Lutze]] –  Von argen buben ein mere in siben possen'', von Cunze v. Leimbach.  MAK 7, 2006, S. 12. – Versepos in mittelalterlichem Niederhessisch (Auszug).&lt;br /&gt;
* ''[[De Schlacht im Deideburjer Waale]]''. MAK 16, 2009, S. 6. – Freie Übertragung und Bearbeitung des Liedes ''Als die Römer frech geworden''.&lt;br /&gt;
* ''[[„Wecke“|Wecke]]''. MAK 18, 2010, S. 18. – Gedicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kasseler Mundart – Hörbeispiele==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Kasseler Mundart – Hörbeispiele|Kasseler Mundart – von und mit Werner Guth]]&amp;lt;br&amp;gt;Inhalt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:* ''Bätsch''&lt;br /&gt;
:* ''Hä kimmet''&lt;br /&gt;
:* ''Uslänner''&lt;br /&gt;
:* ''Erlemann''&lt;br /&gt;
:* ''Vadder sucht''&lt;br /&gt;
:* ''Seidelbast: Grab-Poem uff den Schornsteinfächer Knurz''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Querverweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Kasseler Mundart]]&lt;br /&gt;
* [[Niederhessische Mundart]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Netzverweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.nuernbergwiki.de/index.php/Werner_Guth Werner Guth] – Biographie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Anmerkungen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Guth, Werner}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;metadesc&amp;gt;* 1941; Oberstudienrat i.R., Autor zu hauptsächlich nordhessischen Themen: Geschichte, Mundart, Genealogie, Namenkunde.&amp;lt;/metadesc&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_Grundseite</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite</title>
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				<updated>2015-01-24T10:17:49Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
==Wörterbuch der niederhessischen Mundart==&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Zusammengestellt und bearbeitet von [[Werner Guth]]'''&amp;lt;ref&amp;gt;Für KasselWiki begonnen 2013, fortgesetzt 2014, 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wird fortgesetzt. Die Quellenbasis wird erweitert.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''A – D''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''E – H''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''I – L''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''M – Q''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''R''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''S''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''T – V''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:::[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''W – Z''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Abkürzungen und Zeichen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''ahd.:''' althochdeutsch (ca. 800 – ca. 1100)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''f.:''' Femininum, Substantiv (Hauptwort) weblichen Geschlechts&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''hd.:''' hochdeutsch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''intrans.:''' intransitiv: Verben (Tätigkeitswörter), die mit keinem Akkusativobjekt (auf die Frage ''wen oder was?'') verbunden werden können (z.B. ''gehen'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''jidd.:''' jiddisch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''m.:''' Maskulinum, Substantiv (Hauptwort) männlichen Geschlechts&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''md.:''' mitteldeutsch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''mhd.:''' mittelhochdeutsch (ca. 1100 – ca. 1450)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''mnd.:''' mittelniederdeutsch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''n.:''' Neutrum, Substantiv (Hauptwort) sächlichen Geschlechts&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''nd.:''' niederdeutsch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''nhd.:''' neuhochdeutsch (seit ca. 1450)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Plur.:''' Plural, Mehrzahl&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Sing.:''' Singular, Einzahl&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''trans.:''' transitiv: Verben (Tätigkeitswörter), die mit einem Akkusativobjekt (auf die Frage ''wen oder was?'') verbunden werden können (z.B.''sehen'')&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Sternchen''' (*) vor einem Wort: rekonstruierte Form, nicht belegt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Quellen und ihre Abkürzungen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quellen:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Gr.:''' [[August Grassow|Grassow, August]]: ''Wörterbuch der Kasseler Mundart'' [Manuskriptabschluß 1894]. Hrsg. v. [[Paul Heidelbach]]. Kassel 1952.&amp;lt;br/&amp;gt;Grassow hat Wörter und Redewendungen aus den Werken von [[Hartmann Herzog]] und [[Heinrich Jonas]] mit aufgenommen (kenntlich gemacht). Grassows Herausgeber Heidelbach hat zusätzlich einzelne Wörter und Redewendungen aufgenommen aus Vilmar (s.u.), v. Pfister (s.u.), Saul (s.u.), Wilhelm Bennecke (1904), [[Wilhelm Lüttebrandt]] (1917, 1919), [[Christoph Müller]] (1925 f.) und F. Hofmann (1926) (kenntlich gemacht). Die Ergänzungen sind in das hier entwickelte Netz-Wörterbuch mit aufgenommen worden, ebenfalls kenntlich gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Hm.:''' Hofmann, Fritz: ''Niederhessisches Wörterbuch''. Zusammengestellt auf Grund der Mundart von Oberellenbach, Kreis Rotenburg (Fulda). Marburg 1926.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*'''Pfs.:''' v. Pfister, Hermann: ''Mundartliche und stammheitliche Nachträge zu A. F. C. Vilmar’s Idiotikon von Hessen.'' 1886. – In: A. Vilmar: ''Idiotikon von Kurhessen'', Bd. 2. Nachdr. Vaduz 1985.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*'''Pfs.1:''' v. Pfister, Hermann: ''Idiotikon von Hessen'', 1. Erg.-Heft, 1889. – In: A. Vilmar: ''Idiotikon von Kurhessen'', Bd. 2. Nachdr. Vaduz 1985.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*'''Pfs.2:''' v. Pfister, Hermann: ''Idiotikon von Hessen'', 2. Erg.-Heft, 1894. – In: A. Vilmar: ''Idiotikon von Kurhessen'', Bd. 2. Nachdr. Vaduz 1985.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*'''Sl.:''' Saul, D.: ''Ein Beitrag zum Hessischen Idiotikon.'' 1901. – In: A. Vilmar: ''Idiotikon von Kurhessen'', Bd. 2. Nachdr. Vaduz 1985.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Vil.:''' Vilmar, August F. C.: ''Idiotikon von Kurhessen''. Marburg 1868. – Nachdr. in 2 Bd., Vaduz 1985, hier Bd. 1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zusätzlich:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''DWB:''' ''Deutsches Wörterbuch''. Von Jacob u. Wilhelm Grimm. 1854 ff. (im ganzen 32 Bde., Abschluß 1961).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Lex.:''' Lexer, Matthias: ''Mittelhochdeutsches Handwörterbuch''. 3 Bde. Leipzig 1872 – 1878. Nachdr. Stuttgart 1992.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Lüb.:''' Lübben, August: ''Mittelniederdeutsches Handwörterbuch''. Leipzig 1888. Nachdr. Darmstadt 1980.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* '''Pff.:''' ''Etymologisches Wörterbuch des Deutschen''. Erarbeitet unter der Leitung von Wolfgang Pfeifer. München, 8. Aufl. 2005.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Querverweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Niederhessische Mundart]]&lt;br /&gt;
*[[Kasseler Mundart]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Anmerkungen==&lt;br /&gt;
 &amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;metadesc&amp;gt;Niederhessisches Wörterbuch.&amp;lt;/metadesc&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_W_%E2%80%93_Z</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_W_%E2%80%93_Z"/>
				<updated>2015-01-24T10:14:06Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch W – Z'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''W.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wabbelig''' ● ''wawwelich'' ,weich(lich)‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''wappelig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wabbeljohannes''' ● ''Wawwelgehannes'' ,weichlicher, weibischer Mann‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wabern''' ● ,sich schnell, aber schwankend hin und her bewegen‘, allgemein üblich (außer teilweise im Fuldischen‘) (Vil. 1868); ''wawern'' ,wanken, schwanken, sich hin und her bewegen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Bewaberung''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wacke''' f. ● ,Basalt‘, in Hessen die einzige Bezeichnung für diese Gesteinsart (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wacke''' m. ● siehe ''Wacken''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wackel''' f. ● ,kleine Spielkugel‘, Kassel (Pfs. 1886); ''Waggel'' ,Murmel, kleine Spielkugel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ●  ''Wackel'' war Mitte des 20. Jh. die allgemeine  Bezeichnung für Murmeln beim ''Wackelnspählen''. Es gab daneben, vor allem früher, auch andere Bezeichnungen, und zwar für bestimmte Murmelarten, je nach Material, Farbe, Größe und Verrechnungswert. Eine dataillierte „Wackologie“ findet sich bei Grassow unter ''Schosse''. ● Siehe ''Schosse'', ''knipsen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wackelstein''' ● ,Wacke, Basaltstein, Pflasterstein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wacken''' m. ● ''Wacke'' m., im östl. Hessen meist ''Wacken'' gesprochen, ,aus gebranntem Ton oder Marmor verfertigte Spielkugel der Kinder‘ (Vil. 1868); ''Waggen'', Ausdruck des Klickerspiels (Spiel mit kleinen Tonkugeln), ist Zuruf beim Spiel, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wackenstein''' ● ''Waggensteeng'' ,Wacke‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Waderung''' f. ● ,Bewegung‘, nur in der Verbindung ''in der Woderinge'' (''o'' offen) ,in Bewegung‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vermutlich *''Wadelunge'' &amp;gt; ''Waderunge''; das hieße, wäre zu stellen zu mhd. ''wadelen'', ''wedelen'', ,schweifen, schwanken, flattern, fließen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wagengeißel''' f. ● ''Weengsgöschel'' ,Wagendeichsel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wagenzeere''' f. ● ''Weengzähre'' ,Teer zum Schmieren des Wagens‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Zeer''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wähle''' f. ● ,Wahl, Auswahl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wahrhampel!''' ● ''wahrhambel! wahrhamblex!'' ,wahrhaftig!‘, Beteuerung, Kassel (Gr. 1894); ''warrhambel!'' ,wahrhaftig!‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wahrhanzig!''' ● ''warrhanzech!'' ,wahrhaftig!‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''walch''' ● ,lau‘, besonders in Bezug auf Wasser, Nieder- und Oberhessen (Vil. 1868); ,lau‘, übertragen auch: ,verschlagen, geknickt‘, Kassel (Gr. 1894); ''wolch'' ,lauwarm‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Walke''' f. ● ''Walge'' ,Prügel, Schläge‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''walken''' ● ''walgen'' ,durchprügeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wälzern''' ● ,wälzen, rollend fortbewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wambe''' f. ● ''Wampe'', selten ''Wambe'' gesprochen, ‚Bauch‘, meist in verächtlichem Sinne (Vil. 1868);  ''Wambe'' ,Bauch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), im 19. Jh. scheinbar oft im Plural gebraucht im Sinne von ,Wammen, Flanken‘ (Gr.). ● Vgl. mhd. ''wambe'', ''wampe'', ''wamme'' f. ,Bauch, Wanst‘, ahd. ''wamba'' f. ,Leib, Bauch, Schoß‘, ahd. ''wambo'' m. ,Bauch, Gebärmutter‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wambest''' m. ● ''Waambest'' ,dicker Leib beim Rindvieh (infolge Kolik)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Wambe'' + Suffix -''es'' &amp;gt; *''Wambes'' + schließender Dental (wie in ''als-t'', ''schon-t'', ''nur-t'', ''eben-d'' usw.). ● Siehe -''es''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wammen''' ● ,schwankend hin und her gehen‘, hier und da in Niederhessen (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wamsche''' f. ● nur im Plur. gebräuchlich ,Prügel, Hiebe‘, Kassel (Gr. 1894), nur im Sing., Kassel 20. Jh. ● Sicherlich sekundäre Bildung nach dem Verb ''wamschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wamschen''' ● ,Schläge geben‘ (Vil. 1868); ,prügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Jem. ''durchwamschen'' ,verprügeln‘ (Vil. 1868), Kassel 20. Jh. ● Ableitung von ''Wams'', also „einem das Wams ausklopfen“ (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wamschen''' ● ,viel und gierig essen‘ (Vil. 1868); (Essen) ''rinnwamschen'' ,gierig essen‘, Kassel 20. Jh.; ,viel und hastig essen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ableitung, wie Vil. zu Recht annimmt, von ''Wampe'' (''Wambe'') ,Bauch‘. Also wäre anzunehmen: ''wamschen'' &amp;lt; *''wambschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wanderding''' ● ''Wanderding'' (''Wanerding'') ,Gespenst‘, die übliche Bezeichnung (''Gespenst'' „ist dem Volke völlig fremd“) (Vil. 1868); ''Waanerdänk'' ,Gespenst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wandern''' ● „im Volksmund allenfalls vom Wandern der Wanderburschen üblich [Gesellenwanderung], sonst nur in der Redensart: ''es wandert'' (''wanert''), d.h. es gehen Gespenster um.“ (Vil 1868);  ''sech waanern'' ,spuken, umgehen von Gespenstern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es waanert sech.'' ,Es spukt.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wandlaus''' ● ,Wanze‘, ''Wandlaus'' bis in die 1820er Jahre auf dem Lande durchgängig allein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wank''' m. ● ,eine Wankbewegung als Einzelbewegung in einer Richtung‘, Kassel (Gr. 1894); ''im Wank'' ,im Vorbeigehen‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''En Wank krichen'', etwa: ,plötzlich nach einer Seite wanken.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wanne''' ● ,offenes, ziemlich flaches Faß (wie gemeinhd.)‘; ,kleiner flacher Korb‘, Nieder- und Oberhessen (Vil. 1868); ,runder, flacher Korb‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wannehr''' ● ,wann‘, Nebensatz-Konjunktion, „weit üblicher als das einfache ''wann''“ (Vil. 1868), Kassel 19. Jh. (Jonas?). ● Pfs. (1886) vermutet, daß ''wann eher'' nur für das nördliche und westliche Hessen gilt. ● Vgl. mnd. ''wannêr'' Adv. ,zu irgendeiner Zeit‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wanst''' m. ● ,Wanst‘, übertragen: ,Kind‘,eher abfällig, auch scherzhaft, sogar zärtlich, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,Bauch, Leib‘, in derber Rede; meist Plural: ,ungezogene Kinder‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wappeln''' ● ,zitteriges Bewegen, wie bei geronnenen Sachen, Gallerte z.B., aber auch von mackelichtem Fleisch‘ (Pfs. 1886), ''wabbeln'', Kassel 20. Jh. ● Siehe ''wabbeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wappelig''' ● Adj. zu ''wappeln'' (Pfs. 1886), ''wabbelich'', Kassel 20. Jh. ● Siehe ''wabbelich''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wappich''' ● ''Wappich'' f. ,feiste Frauenperson‘, Südhessen (Pfs. 1886); ''Wabbich'' m. ,dicke Person‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wapps''' ● auch: ''Wabbs-Babbs'' (= ''Stampes'') ,dicker Brei; dicke „schwulstige“ Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wärmede''' f. ● ,Wärme‘, übertragen auch: ,Schnaps‘ (scherzhaft), Kassel (Gr. 1894); ,Wärme‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wärmekächelchen''' ● ,niedriger Topf zum Aufwärmen der Speise‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''warum''' ● ''worimme'', oft ''brimme'', Kassel (Gr. 1894), ''worimme'', Kassel 20. Jh.; ''brem'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Entwicklung der Kasseler Form ''brimme'': ''worimme'' &amp;gt; *''wrimme'' &amp;gt; ''brimme''. Anders Oberellenbach: Hier ist wie auch in anderen südlichen Teilen des Niederhessischen (Schwalm) grundsätzlich das anlautende ''w'' von Fragewörtern zu ''b'' geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Warzel''' f. ● ''Wahrzel''  ,Warze‘, Kassel (Gr. 1894); ''Woorzel'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wäschen''' ● ,waschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''wöschen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wäschweib''' ● ''Wäschwibb'' ,Waschfrau‘, übertragen: ,jem., der gern ausplaudert‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wase''' f. ● ,Tante‘, Kassel (Gr. 1894); ,Vaters- und Muttersschwester‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Wose'' ,Tante‘, Anrede jeder älteren Frau, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ahd. ''wasa'' ,Tante väterlicherseits, Vatersschwester‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wasserharte''' ● ''de Stroße äs wasserhorde'' (nach starkem Regen, der den Schmutz weggespült hat), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wasserjost''' m. ● ''Wasserjoost'' ,Mensch, der sich stets laut und ungestüm gebärdet, Polterer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Jost'' ist früher in Niederhessen gebräuchlicher Vorname.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wasserwecke''' m. ● ''Wasserwegge'' (Sg. u. Pl.): Brötchenart, Kassel 20. Jh.; ''Wasserwägge'' ,mit Wasser gebackenes Brötchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).  ● Siehe ''Wecke''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''watchen''' ● ,unsicher gehen, sich mit sichtlicher Anstrengung fortbewegen, Oberhessen (Vil. 1868); ''wadchen'' ,watscheln, watschelnd gehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wätscheln''' ● ,watschelnd gehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Watsche''' f. ● ,Maulschelle, Ohrfeige‘, in den meisten Gegenden Hessens der gebräuchlichste Ausdruck (Vil. 1868); ''Wahdsche'' ,derbe Ohfeige‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Waule''' ● ,Murmel, Spielkugel‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Schosse''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Watz''' m. ● ,männliches zahmes Schwein, Eber‘, Mittelhessen (Vil. 1868); ''Watz'', ''Dickwatz'' ,dicke Person‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,Zuchteber‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. spezifiziert: ''Watz'' kommt vor in Fulda, der Werragegend, in Ziegenhain, Oberhessen, im Hanauischen; hingegen an der unteren Schwalm und Eder bis zur Diemel ''Ber'', an der Weser ''Kämpe''. ''Eber'' nirgends volksüblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wecke''' m. ● ''Weck'' […] „bedeutet nirgends in Hessen den eigentlichen Keil, sondern nur das ehedem (doppelt) keilförmige Gebäck“ (Vil. 1868); ''Wegge'', Sing. und Plur., ,Brötchen‘, Kassel 19., 20. Jh.; ''Wägge'', Sing. und Plur., ,Semmel, Brötchen, längliches Weißbrot zum Füllen von Gänsemagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Wecke'' ist bei Gr. 1894 nur indirekt durch ''Weckewerk'' belegt. ● Es gab in Kassel im 19. Jh. traditionell drei Brötchensorten: ''Wasserwecke'' (Seiltänzer), ''Laibchen'' ,Milchbrötchen‘ und ''Franzlaibchen'' ,Franzbrötchen‘ (als dem Franzbrötchen ähnlich wird 1894 auch ''Stitzchen'' erwähnt). Nach 1871 kamen ''Kaiserbrötchen'' hinzu. Der ''Wecke'' war ursprünglich ein längliches (keilförmiges) Brötchen; vgl. ahd. ''weggi'' ,Keil‘. Hingegen war das ''Laibchen'' rund bzw. abgerundet wie ein Brot: ''Laibchen'' = kleiner Laib (Brot). ● Siehe [[„Wecke“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weckewerk''' ● ,Wurstgehacktes mit Semmeln druntergeknetet‘, Kassel (Gr. 1894), mit weiteren Zutaten, wie etwa Zwiebeln und Kümmel, Kassel 20. Jh.; ''Wäggewärk'' ,Gemisch aus kleinen, beim Schlachten übrigbleibenden Teilen des Schweines mit Brötchen und Zwiebeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weckewurst''' ● ''Weckeworscht'', bei Gr. erwähnt, ohne Erklärung, nur Hinweis auf ''Weckewerk'', Kassel (Gr. 1894); ''Wäggworscht'' ,mit Weckewerk gefüllte Wurst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wecksoppe''' f. ● ''Wäggsobbe'' (''o'' offen) ,Fleischbrühe mit Brötchenstücken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weg''' m. ● wie hd.; fem. in bestimmten Redewendungen, in ganz Hessen üblich: ''auf der Wege sein'' ,auf dem Weg sein, im Begriff etwas zu tun‘, ''auf der Wege'' ,unterwegs‘, ''aus der Wege gehen'' ,ausweichen‘ (Vil.); ''Geh mä us der Wäje'', ''du stehst mä in der Wäje'', Kassel 20. Jh. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wegeschisser''' m. ● ''Wegscheißer'' ,Geschwür am Rande des Augenlids‘, östliches Hessen (Vil. 1868); ''Wäjeschesser'' ,Geschwür am Auge, Gerstenkorn‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Sonst auch ''Wern'', ''Wer'', ''Werner'' genannt, „dieses Geschwür gilt als Strafe dafür, daß man seine Notdurft am Wege verrichtet habe“ (Vil.). ● Siehe ''Werner''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weh''' n. ● ''Wieh'', nur in Kompositionen wie ''Büchwieh'' ,Bauchweh‘, ''Kobbwieh'' ,Kopfweh‘ u.a., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wehnen''' ● ''wähnen'' ,entwöhnen‘ (z.B Säugling, Kalb), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wehnig''' ● ''wähnech'' ,entwöhnt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wehtat''' ● ''Wiehdoot'' ,Schmerz, Leid‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''weicherlich''' ● ''weecherlech'' ,weich, kraftlos, saftlos (von Speisen); schwächlich, elend (von Personen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''weifen''' ● ''weefen'' ,haspeln (Garn)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ech weef dä eenge.'' ,Ich versetze dir eine Ohrfeige‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''weildeß''' ● ''wildeß'' ,unterdessen, indessen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weinkauf''' m. ● ''Wingköf'' ,Feier nach einem abgeschlossenen Handel, nach einer standesamtlichen Trauung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weintraubel''' f. ● ''Winndruwel'' ,Weintraube‘, Kassel (Gr. 1894); ''Wingdrüwel'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weise''' m. ● ''Wees'' ,Weizen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''weisen''' ● ,zeigen‘, das in ganz Hessen ausschließlich übliche Wort, hd. ''zeigen'' ist nirgends volksüblich (Vil. 1868); ''wiesen'' ,weisen‘, oft für ,zeigen‘, Kassel (Gr. 1894); ,zeigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weißbescheid''' ● ''ahler Weißbescheid'' ,superkluge Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weißpfennig''' ● ''Wißpennig'', alte Münzbezeichnung, Kassel (Gr. 1894). ● ''Wißpennige schwitzen'' ,große Tropfen schwitzen‘ (Gr.). ● „Weißpfennig, die mehrere Jahrhunderte lang ausschließlich gebräuchliche, mit dem 1. April 1835 gänzlich verschwundene kleine Baar- und Rechenmünze Hessens. Der niederhessische Weißpfennig, in großer Menge in Silber zuletzt unter Landgraf Friedrich II. geschlagen, betrug 12 Heller […], 32 Weißpfennige (Albus) gehörten zu einem Thaler (von 24 guten Groschen), 26 zu einem Kammergulden. […] Der niederhessische Bürger und Bauer rechnete im Kleinverkehr nur nach Weißpfennigen, und reducierte alle Groschenrechnungen auf Weißpfennige, bestimte auch Einkommen und Reichtum nach Weißpfennigen.“ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''welmen''' ● ''wälmen'' ,wölben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''welsch''' ● ''walsch'' ,fremdländisch, unverständlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''walscher Howwersack'' ,welscher Hafersack, unverständlich redender Mensch‘ (Hm.). ● Vgl. hd. ''welsch'' ,romanisch‘, hauptsächlich ,frazösisch‘, insbesondere aber ,italienisch‘; mhd. ''walhisch'', ''walsch'', ''welsch'' ,italienisch, französisch, romanisch‘, ahd. ''wal(a)hisk'' ,romanisch, lateinisch‘. Ableitung von german. *''Walhos'', Bezeichnung für die im Süden und Westen benachbarten Kelten, die abgeleitet ist von dem Namen des Keltenstammes der ''Volcae''. Später wurden mit westgerman. ''Walh'', ahd. ''Walah'' die romnisierte Nachkommen der Kelten bezeichnet, dann die Romanen allgemein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''welschen''' ● ,in unverständlicher Sprache reden, undeutlich und unverständlich sprechen‘, überall gebräuchlich (Vil. 1868)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''welscher Nuß''' m. (!) ● ''walscher Noß'' ,Walnuß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wendewisch''' m. ● ''Wängewösch'' ,lebhaftes Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Irr-wisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Werk''' ● 1) ,Grundbesitz, bäuerliches Besitztum, Haus und Hof, Acker und Wiesen nebst dem Viehbestand‘, sehr üblich; 2) Plur. ,Ungelegenheit, Weitläufigkeit, Ausflüchte, sehr üblich; 3) Plur. ,Menstruation‘, im östl. Hessen, nicht allzu häufig (Vil. 1868); ''Wärk'' ,Zeug, Stoff, Keidung; Gut, bäuerliches Besitztum, landwirtschaftliches Anwesen‘; meist Plur.: ,Werke, Umstände, Weitschweifigkeiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wermüte''' ● ''Wermiede'' ,Wermut; Wermutschnaps‘, Kassel (Gr. 1894); ''Wermede'' f. [!] (Betonung auf der ersten Silbe, diese hat kurzes geschlossenes ''e'', die folgenden zwei ''e'' sind „Murmel-e“), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Werner''' m. ● ''Wern'', auch ''Werner'' und ''Wer'' genannt, ,Blutgeschwür am Augenlid, sogenanntes Gerstenkorn‘, auch ''Wegscheißer'' genannt (Vil. 1868); ''Wärner'' ,Geschwür am Augenlid, Gerstenkorn‘, gewähltes Wort für das gewöhnliche ''Wegeschisser'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wesen''' n. ● ,Anzug‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Wäsen'' ,große Menge; Übertreibung, Aufheben, Aufbauschung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wibbeln''' ● ''wibbeln'', ''wiwweln'' ,wimmeln‘ (Vil. 1868); ''wewweln'' ,wimmeln‘, Kassel (Gr. 1894). ● Redewendung ''krewweln un wewweln'' ,kribbeln und wimmeln‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wibbelblau''' ● ''wiwwelblau'' (-''blo'') ,ganz blau‘, ganz Hessen (Vil. 1868). ● Neben ''wiwwelblo'' kommt auch ''wimmelblo'' vor. ''Einen wiwwelblo schlagen''. (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wichse''' f. ● ,Schläge‘ (Vil. 1868); ,Schuhwichse, Bartwichse; Prügel, Schläge‘, Kassel  19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''Wiggse'' ,Schuhwichse‘, Plural: ,Schläge, Prügel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Das es  eine  Wichse.'' ,Das ist einerlei, gehüpft wie gesprungen.‘ Kassel 19., 20. Jh. (Gr.). ''Es äs alles eenge Wigse'' (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wichsen''' ● ,Schläge geben, besonders Kindern gegenüber gebräuchlich‘ (Vil. 1868); ,mit Wichse bestreichen (Schuhe)‘, Kassel 20. Jh.; ''wiggsen'' ,mit Wichse bestreichen; schlagen, verhauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''verwichsen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wichtel''' m. und n. ● gewöhnlich ''Wichtelmännchen'', auch verderbt ''Wispelmännchen'' genannt (''Wichtelfrau'', ''Wichtelleute'') ,Elben, Berg- und Hauskobolde‘ (Vil. 1868). ● Siehe ''Wispelmännchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wickeln''' ● ''weggeln''[!] ,umwickeln, umwinden; durchhauen, verprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wickeln''' ● ''wiggeln''[!] ,bewirken, daß etwas wackelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wider''' ● Präp. mit Akk. und Dat., in den meisten Fällen gebräuchlich, wo man im Gemeinhd. ''an'', ''zu'' sagt (Vil. 1868); ''werre'' Präp. mit Akk., ,gegen; zu (nach sprechen und sagen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Beispiele (ohne Angabe, wo gebräuchlich) bei Vil.: mit Akk.: ''sich wider einen Gegenstand stoßen'', ''etwas wider die Wand stellen'', ''etwas wider jemanden sagen'' (Verbindung von ''sagen'' mit ''zu'' gänzlich unüblich); Dat. bei ''stehen'': ''der Rechen steht wider der Hecke''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''widerhalten''' ● ''werrehahlen'' ,für längere Zeit vorhalten, sättigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''widerkleiben''' ● ''werregleewen''; in der Redesart: ''Ech bän goor denne werrejegleewt''. ,Ich bin gar dünn widergekleibt, ich bin für Krankheitenleicht empfänglich.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Widerschein''' ● ''Werresching'' ,Leuchten in mehreren Farben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''widerscheinen''' ● ''werreschingen'' ,in mehreren Farben leuchten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''widerscheinig''' ● ''werreschingech'' ,in mehreren Farben leuchtend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''widerstoßen''' ● ''werrestoßen'' ,beim Sprechen mit der Zunge anstoßen, lispeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wiedehopch''' m. ● ,Wiedehopf‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.) ● ''Hä stinket wie’n Wiedehopch.'' ,Er stinkt übelst.‘ Kassel 20. Jh. ● Mundartl. ''pch'' ist keine verunglückte Wiedergabe von hochdt. ''pf''; siehe auch ''Kropch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wieke''' f. ● ''Wiege'', Plur. ''Wiegen'' ,kurze Fäden zerzupfter Leinwand, die in offene Wunden gelegt werden, um ein zu frühes Heilen zu vermeiden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wiekeln''' ● ''wiegeln'' ,langsame, wiegende Schaukelbewegungen machen‘, z.B. mit dem Stuhl bei Tische, Kassel (Gr. 1894). ● Vielleicht zerdehntes ''wickeln'' ,zum Wackeln bringen‘?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wilbert''' ● ,Wildbret‘, Kassel, scheinbar nur belegt in ''Wilbertschirne'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wilbertschirne''' f. ● ''Wilberdschirne'' ,Verkaufsstand für Wildbret‘, Kassel 1925 (Müller). ● Siehe ''Schirne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wildscheuer''' f. ● ''Wäldschiere'' ,Raum, in dem viele Gegenstände ungeordnet durcheinander liegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''willkomm!''' ● ''wellkom!'' (Betonung auf der ersten Silbe), Begrüßung eines eintretenden Gastes, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. Adj. ''willekome'', -''kume'', -''kom'', -''kum'' ,willkommen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wimber''' f. ● ''Wember'', ''Wimber'' ,schmale Dielen, Bretter oder Stangen an der Giebelseite der Häuser zum Abhalten der Windstöße, namentlich am Strohdach (Vil. 1868); ''Wember'' ,der über den Hausgiebel vorstehende Dachrand‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zugrunde liegt ahd. ''wintberga'' ,Windberge [vgl. nhd. ''bergen'' ,retten, schützen], Windschutz, Wimperg, Mauerzinne‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wimper''' f. ●  ''Wember'' ,Wimper, Augenbraue‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zugrunde liegt ahd. ''wintbrāwa'' ,Haarrand am Auge‘, vorwiegend ,Augenbraue‘, so noch bei mhd. ''wintbrâ(we)''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''windsch''' ● ''wängsch'' ,windschief, verlehrt, schief‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Winkel''' ● ,Kloake zwischen je zwei Häusern in manchen kleinen Städten‘, Kassel (Gr. 1894); ''Wenggel'' ,Platzneben dem Abort, der zur Unterbringung von allerlei Abfällen des Haushalts dient, die dann später als Wiesendünger dienen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''winterisch''' ● ''wändersch'' ,den Sonnestrahlen, der Wärme nicht zugänglich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Winterseite''' ● ''Wändersiede'' ,die der Sonne abgewandte Seite der Gemarkung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Winzchen''' ● ,Kätzchen‘, Kassel 20. Jh. ● ''Winzchen machen'' ,sich anbiedern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Herzog, Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Winz Winz!''' ● Lockruf für die Katze (Vil. 1868), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Winze''' f. ● ''Winze'' ,Katze‘, ganz Althessen (Vil. 1868); ''Winze'', Lockruf für Katze, Kassel (Gr. 1894); ,Katze‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Winzekatze''' ● ,Katze‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894). ● ''Hä es en Kerle wie ne Winzekatze''. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wippchen''' n. ● ,Flunkerei‘, Kassel 20. Jh.; ,Flausen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Mach keine Wibbchen!'' ,Flunker mir nichts vor!, Kassel; ''em en Wibbchen vormachen'' ,jem. etwas vorflunkern‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wispel''' f. ● ''Wesbel'' ,Wespe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wispelmännchen''' ● ,Wichtelmännchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wit''' f. ● ''Wäht'' ,Ordnung, Weise‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä äs ganz üs der Wäht.'' ,Er ist außer Rand und Band‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Witfrau''' ● ''Weddfrö'' ,Witwe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Witmann''' ● ''Weddmann'' ,Witwer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''witschen''' ● ,huschen‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe wutschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Witzbeutel''' ● ''Witzebiedel'' ,eingebildeter junger Mann‘ , Kassel (Gr. 1894). ● ''Witz'' hier nicht im Sinne von ,Scherz‘, sondern eher im Sinn von ,Verstand, Esprit‘ (ältere Bedeutung). Gemeint ist also nicht ,Witzbold‘, sondern jem., der sich auf seine geistige Beweglichkeit etwas einbildet‘. Siehe ''witzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''witzen''' ● ''sech witzen'' ,sich für wichtig halten, stolz sein‘, Verneinung ''sech nicks witzen'' ,sich nichts einbilden, bescheiden sein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wöllnechtig''' ● ''wellenächdech'' ,ähnlich wie Wolle‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wollust''' ● ,Übermut‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wollüstig''' ● ''wollistig'' ,übermütig‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wolmütig''' ● ''wolmüdich'' ,lüstern, wollüstig‘, hier und da in Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wuckelig''' ● ''wuckelich'' ,wackelig‘, Kassel (Gr. 1894); ''woggelech'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wuckeln''' ● ,wackeln‘, häufiger verwendet als ''wackeln'', besonders in Niederhessen, besonders wenn das Wort transitiv gebraucht wird (Vil. 1868); ,unruhig uf dem Stuhle sitzen, sich darauf hin und her wiegen‘, niederhess. (Pfs. 1886); ,rüttelnd etwas zum Wackeln bringen; auf Grund von Erschütterung wackeln; nahe am Bankrott stehen‘, Kassel (Gr. 1894); ''woggeln'' ,wackeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wuhlen''' ● ,wühlen; langandauernd verbissen arbeiten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wühlen''' ● ''wielen'' ,wühlen, unmäßig arbeiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wuhler''' ● ,einer, der langandauernd verbissen arbeitet; fast immer gemütlos‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wuhlersche''' f. ● weibliches Gegenstück zum Wuhler‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wulchern''' ● ''wulgern'' ,Welen schlagen (von kochendem, wallenden Wasser)‘, niederhess. (Pfs. 1886); 'wulchern'' ,dicht gedrängt einherziehen‘, oft vom Volksgewühl in den Straßen gebraucht, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wüllchen''' n. ● ''Willchen'' ,kleine Gans‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wulle Wulle!''' ● Lockruf für die Gänse, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wülle Wülle!''' ● ''Wille Wille!'', Lockruf für die kleinen Gänse, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wullegans''' ● ,Gans‘, kindersprachl., ,einfältige Frauensperson‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ,Gans; einfältiges Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wullwatz''' ● ,dicke Person; mit dichtem Pelz umgebener Hund usw.‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Wulle'' ,Wolle‘; siehe ''Watz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Würfchen''' ● ,(kleiner) Schnaps‘, verhüllend, verharmlosend, gemütlich, Niederhessen (Pfs.2, 1894); ''Wirfchen'' ,Branntweingläschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Drei Darreichungsformen des Brannweins: das kleinste Glas war das Würfchen, das nächstgrößere das halbe Kännchen (''Halkännchen''), auch Küheschelle (''Kieweschelle'') genannt; das größte ist das Kännchen, es wird in einem Fläschchen mit Beisetzgläschen (''Biesetzegläschen'') gereicht. (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wurfen''' ● ''worfen'' ,das ausgedroschene Getreide säubern, von der Spreu sondern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wurgen ● ''worgen'', ''wurgen'', „eigentlich mit ''ch''“ (Anm. von Gr.) ,würgen, mit Schwierigkeit schlingen; sich zum Essen und beim Essen zwingen‘, ,schlecht arbeiten, namentlich mit der Nähnadel‘, Kassel (Gr. 1894); ''wurjen'', ''wirjen'' ,beim Essen würgen, das Essen hineinzwingen‘, ,mit Mühe oder Unverstand an etwas herumarbeiten‘, Kassel 20. Jh.; ''worjen'' (''o'' geschlossen) ,würgen, mühsam schlingen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''würgen''' ● ''wärjen'' ,mühsam, auch hastig an etwas arbeiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Würgengel''' ● ''Werchengel'' ,Person (vor allem Kind), die durch Mangel an Schonung Spielsachen oder Kleidungsstücke ruiniert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wurstebrühe, Würstebrühe''' ● ''Wurschdebrieh'' ,Brühe in der der Metzger die Wurst gekocht hat, Kassel 20. Jh.; ''Werschdebrieh'' ,Brühe, in der die Wurst gekocht worden ist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wurstefritz''' ● ''Wurschdefritz'' ,jem., der nachlässig ist im Hinblick auf Gaderobe, Aussehen, Manieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Würsteläube''' ● ''Werschdeleewe'' , Raum zur Aufbewahrung der Wurstvorräte‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wurstel''' f. ● ''Wurschtel'' ,in Kleidern sich übel haltende und einen wüsten Haushalt führende Frauensperson‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wursteln''' ● ''wurschteln'' ,ungeschickt arbeiten, herumhantieren‘, Kassel 20. Jh.; ''worschdeln'' ,ungeschickt arbeiten, durcheinander bringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wursten''' ● ''wurschden'', siehe zusammenwursten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Würstewerk''' ● ''Werschdewärk'' ,kleingehacktes oder gemahlenens Fleisch, das zum Füllen der Därme benutzt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wurstig''' ● ''wurschdich'' ,nachlässig im Hinblick auf Gaderobe, Aussehen, Manieren‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wurstschale''' ● ''Wurschdeschale'', übertragen: ,schlechter, alter Mantel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Würstsoppe''' ● ''Werschdsobbe'' ,Schlachtfest‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Würze''' f. ● ''Wärze'' ,Gewürz‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Würzegarte''' m. ● ,der vorm Haus gelegene Gemüsegarten‘, in Niederhessen zuweilen vorkommend (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wurzeln''' ● ''gähle Worzeln'' ,Möhren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wuschelkopf''' ● ''Wuschelkopp'' ,zerwühltes oder ungepflegtes Haar; Person mit ungepflegtem Haar‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wuschelig''' ● ''wuschelich'' ,ungekämmt, struwwelig‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wuscheln''' ● ''wuscheln'', ''verwuscheln'' ,schnell oberflächlich über etwas hinwischen, dadurch etwas verwirren‘ (Pfs. 1886); ,in oder an etwas herumstreichen, damit Unordnung schaffend‘, Kassel 20. Jh. ● ''In den Haaren wuscheln'', ''das Bettzeug verwuscheln'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wusselig''' ● ''wusselech'' ,lebhaft, rege, emsig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wusseln''' ● ''wuseln'', ''wusseln'' ,sich eilig, aber halb kriechend, unsicher bewegen‘, am meisten von kleinen Kindern gebraucht, allgemein üblich (Vil. 1868); ,sich (gebückt) hastig bewegen‘, Kassel 20. Jh.; ,sich schnell bewegen, lebhaft kriechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wüste''' ● ''wiesde'' ,wild im Benehmen, in Unordnung‘, Kassel 20. Jh.; ,unbebaut; in Unordnung, durcheinander; wild, rauh, roh‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wutschen''' ● ,(unauffällig, unversehens) schlüpfen, schleichen‘; mit Richtungsangabe: ''ninnwutschen'', ''nuswutschen'', ''wegwutschen'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''witschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wutz''' f. ● ''Wuz'', ''Wutz'' ,Schwein‘, in schmeichelder, lockender Beziehung (''Wutzchen''), sehr gewöhnlich in Ziegenhain, Oberhessen und Fulda, nicht nördl. von der Eder, weniger gebräuchlich im südl. und östlichen Niederhessen (Vil. 1868); ''Wutz'', ''Wutzchen'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Z.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zackern''' ● ,zaudern‘, Sprengel Schützeberg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zackern''' ● bezeichnet das ,Laufen eines schlechten Pferdes in kurzem Trab‘, auch ,wackelndes schlechtes Reiten‘, nördl. Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zackergäulchen''' ● ,Pferd, das zackert‘, spöttisch (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zahnlade''' f. ● ''Zohnlore'' ,Kinnbacken, Kiefer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zahnraffe''' f. ● ''Zohnraffe'' ,unvollständige Zahnreihe; Mensch mit schlechtem Gebiß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zahnraffel''' f. ● Schimpfwort für alte Weiber, keine Angabe zur Verbreitung (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zammchen''' ● ,zitternde Bewegungen machen, mit Ungeduld auf etwas warten‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''zammen'' ,zucken, im Schmerz zusammenzucken‘, Haungrund (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zänkebock''' ● ,zänkischer, streitsüchtiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zänken''' ● ,zanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zarle''' f. ● ''Zorle'' ,weibliche Person, die in großer Breite unwichtige Dinge erzählt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zarlieren''' ● ''zorlieren'' ,unwichtige Dinge weitschweifig erzählen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zasseln''' Pl. ● ,die Fransen, die vom Zaum einer Zeugkante oder eines Kleidersaums abstehen‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''in Zasseln'' ,in zerlumptem Zustand‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zeckern''' ● ''zäggern'' ,sich mit kleinen Schritten sehr lebhaft fortbewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zehn, Zehne''' ● ,die Zehe‘, Plur. , die Zehen‘; ''der Zehn'', Plur. ''die Zehne'', Kassel (Gr. 1894); Plur. ''Zehnen'', Kassel 19. Jh. (Jonas); ''die Zehne'', Pl. ''die Zehnen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ahd. ''zēha'' f., mhd. ''zê'', ''zêhe'' f.; die niederhess. Singularformen mit ''n'' gehen auf den Plural zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zehr''' m. ● ''Zehr'' ,Teer‘,  „bis vor kurzem“ in Hessen ganz allgemein üblich, herrscht noch an der unteren Schwalm (Wabern und Umgebung) (Vil. 1868); ''Zeer'' [Aussprache: ''Zähr''] ,Teer‘, Kassel (Gr. 1894); ''Zähre'' f., Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Zehr'' ist korrekte hochdeutsche Enstsprechung zu nd. ''Teer'', das im 16. Jh. ins Hochdeutsche übernommenen  worden ist. Zeer kommt offenbar nur am nördl. Rande des Hochdeutschen vor, wozu das Niederhessische gehört. ''Zähre'' f., Oberellenbach, ist vermutlich in Form und Genus beeinflußt von ''Schmere'' (vgl. ''Weengschmähre'' – ''Weengzähre'', ,Wagenteer‘). ● Vgl. mnd. ''ter'', ''tere'' m.(?) ,Teer‘, niederländ. ''teer'' m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zehrigel''' ● ''Zeerigel'' ,Teer-Igel‘, nur als Fluch belegt: ''Du verfluchter Zeerigel!'', Kassel 1926 (Chr. Müller).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zeisen''' ● ''zeesen'' ,zausen, zupfen, die Wolle vor dem Spinnen zupfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''zeisen'' ,zausen, zupfen, besonders Wolle‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zeite''' f. ● ''Zaide'' ,Mündung an der Brunnenröhre (dann der Brunnen selbst)‘, Kassel 19. Jh. (Herzog); ''Zeede'' ,Ausguß aus einem Gefäß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zeitenstock''' ● ''Zeidenstock'' ,(öffentliche) Brunnensäule‘, Kassel 19. Jh., abgekürzt auch ''Zeide'' genannt, Kassel 19. Jh. ● Siehe [[Königsplatz|Zeitenstock auf dem Kasseler Königsplatz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zellerei''' ● ,Sellerie‘, Kassel 19. Jh., Gr. 1894). ● Komposita: ''Zellereistuden'' ,Selleriestauden‘, ''Zellereistiedchen'' ,Selleriestäudchen‘ (Gr.), ''Zellereiknullen'' ,Sellerieknollen‘, Kassel 19. Jh. (Jonas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zergen''' ● ,in bösartiger Form necken, zum Zorn reizen, durch wiederholte aufregende Neckerei‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''zerchen'' ,necken, reizen, ärgern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.) ''sich zerchen'' ,sich, evtl. handgreiflich, aber harmlos streiten‘, Kassel 20. Jh.; ''zerjen'' ,reizen, necken, ärgern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zibbe''' f. ● ''Ziwwe'' ,Hündin‘, in ganz Nieder- und Oberhessen gebräuchlich; ''Hündin'' wird niemals gebraucht (Vil. 1868); ''Zewwe'' ,Hündin; liederliches Frauenzimmer‘, Kassel (Gr. 1894); ''Zewwe'' (ertses ''e'' geschlossen) ,weibliches Kaninchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zickehäschen''' ● ''Zickehäschen machen'' ,so hintereinander hergehen, daß man sich an den Rock, am Saum des Kleides des Voranschreitenden hält, etwa wie ein Schleppenträger‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zicke-Zicke-Häschen!''' ● Aufforderung zu einem solchen Marsch, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zieche''' f. ● ''Ziege'', ''Bettziege'' [!] ,Bettüberzug‘, Kassel (Gr. 1894); ''Zieche'' ,Bettbezug, Kissenüberzug‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä hot ’n Magen wie ne Bettziege.'' (Gr.). ● Vgl. mhd. ''zieche'', ''ziech'' ,Bettedecken-, Kissenüberzug‘, ahd. ''ziahha'', westgerman. Lehnwort, von lat. ''theca'' &amp;lt;  griech. ''theke''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ziegel''' f. ● ''die Ziejel'' ,der Ziegel‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ziegenbock''' ● ''Zägenbock'' (''ä'' lang), übertragen: Übername für den Schneider, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ziegenhain''' ● ''su fäsde wie Zäjenhähng'' ,so fest wie Ziegenhain‘ (Ziegenhain galt früher als uneinnehmbar), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ziegenhörner''' ● ''Zägenherner'', in der Redensart: ''Hä es so derre wie ’n Sack vull Zägenherner.'' ,Er ist so dürr wie ein Sack voll Ziegenhörner‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ziegenschinder''' ● ,Nordostwind‘, Schmalkalden (kein Hinweis auf Hessen) (Vil. 1868); ''Zägenschenner'' ,scharfer, kalter Nordostwind‘, Kassel (Gr. 1894); ''Zäjenschenger'' ,scharfer, schneidender Wind, Nordostwind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ziehbetzel''' f. ● die weiße, an der Schwalm blaue Obermütze, die Frauen auf den Dörfern in Hessen über die eigentliche Mütze ziehen; hin und wieder so, daß dann noch ein schwarzsamtnes Mützchen auf die Ziehbetzel gesetzt wird; zum Abendmahl, zum Leichenzug; nur Mittelhessen (Vil. 1868); weiße, rundherum gekräuselte Mütze der Frauen, die den wesentlichen Bestandteil des Ziehbetzelwerks ausmachte, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Betzel'', ''Ziewe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ziehbetzelwerk''' ● Kostbarste Kopfbedeckung der Frauen. Es wurde früher zum Abendmahl oder zu Beerdigungen angelegt: Das mitten auf dem Kopf zu einem runden Häuptchen zusammengekämmte Haar wurde zunächst mit der kleinen schwarzen Futterbetzel bedeckt, die unter dem Kinn festgebunden wurde. Dann folgte die eigentliche Ziehbetzel, die vorn bis auf die Stirn, über die Ohren und hinten bis in den Nacken herab reichte. Sie wurde mit Stecknadeln auf der Futterbetzel befestigt. Auf die Ziehbetzel wurde schließlich noch eine kleine spitze, mit herabhängenden Bändern versehene Haube gesetzt, die man mit schmalen Bändern unter dem Kinn festband. Die weiße Ziehbetzel schaute dann rundherum unter der schwarzen Haube hervor; die Futterbetzel war nicht sichtbar. Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ziehbibel''' f. ● ''Ziehbiewel'' ,Ziehharmonika‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ziehmähre''' f. ● ''ahle Ziehmähre'' ,Zugpferd (von geringem Wert); Person, von der man viel saure Arbeit, Dienstleistung verlangen darf‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ziewe''' f. ● ,enganliegende Haube der Kasseler Frauen im 18. und Anfang des 19. Jh. (beim Abendmahl und dgl.)‘, Kassel (Gr. 1894); ,Abendsmahlsmütze der Frauen‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''Ziewe'', Verkürzung aus *''Ziehhauwe'' ,Ziehhaube‘. ● Siehe ''Ziehbetzel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ziffersch''' ● ,zyprisch‘? ● ''Äs macht ’n Gesichte wie ne ziffersche Katze.'' Kassel (Gr. 1894). ● Gr. vermutet in der ''zifferschen Katze'' ,Zypernkatze‘, die „schwarze Streifen auf grauem Grund“ hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zingern''' ● ''zingern'', ''zengern'' ,beben, längs durch die Glieder zucken (z.B. wenn man sich an den Ellenbogen gestoßen hat)‘, Kassel (Gr. 1894); ''zengern'' ,schmerzhaft in den Gliedern reißen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zinken''' m. ● ,Stück, z.B. Stück Brot, Knoblauchzehe; krumme Nase; kurze, ordinäre Tabakspfeife‘, Kassel (Gr. 1894), neben der üblichen Bedeutung: ,auffällig hervorstehende Nase‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zinshahn''' m. ● ''glühen wie ein Zinshahn'' ,im Eifer eines erregten Gsprächs einen roten Kopf bekommen‘; früher in allgemeinem Gebrauch (z.B. bei Lessing), heute noch in Niederhessen (Pfs.2, 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zipfel''' m. ● ''Zibbel'' ,Zipfel; Endstück (z.B Wurst)‘, Kassel 20. Jh.; ,äußerstes Ende (z.B. Wurstzipfel)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zipfen''' m. ● ''Zibben'' ,äußerstes Ende, Zipfel, Spitze (z.B. eines Ackers, eines Sackes)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zissel''' m. ● „wilde, rohe Musik, ausgeführt von einer Anzahl Dilettanten, z.T. mit improvisierten Instrumenten, nebst Illumination in Biergärten, besonders auf dem ,Bunten Bock‘ und auf der Fulda großes Sandschiff und an dreißig kleine Kähne. (Im Anfang der 1850er Jahre, als wir noch unter der ,Mißregierung‘ so ,unglücklich waren).“ Kassel (Gr. 1894); ,sommerliches Kasseler Volksfest an und auf der Fulda‘, Kassel, 20. Jh. ● Siehe ''zisseln'' und [[Zissel – Vorgeschichte|Der Zissel – Vorgeschichte]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zisseln''' ● ,auseinanderstreuen, ausschütten‘ (Vil. 1868); „ist das Verb zu Zissel“; ,zerstreuen, verzetteln‘, Kassel (Gr. 1894), ,Zissel feiern‘, Kassel 20. Jh.; ''zesseln'' ,auseinanderstreuen, streuen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. weist auf Vorkommen des Wortes in Schwaben hin: liegendes Gras wird mit der Hand oder dem Rechen ''gezisselt'', damit es dürr werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zitronat''' ● ''Zeddernahd'', „''was me in den Kuchen diehd''“, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zittel''' m. ● ''Ziddel'' ,Zettel‘, Kassel  1926 (Chr. Müller); ''Zerrel'' (erstes ''e'' geschlossen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zitterene, Zirene''' f. ● ''Zedderehne'', auch: ''Zerehne'' ,Flieder‘, Kassel (Gr. 1894); ''Citterene'' ,Syringe‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Zireene'' ,Flieder‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von ''syringa (vulgaris)'' ,Flieder‘. In ''Zitterene'' liegt sicherlich Beeinflussung durch ''Zitrone'' vor, siehe ''Zitronat''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zocker''' ● ,Zucker‘, Kassel (Gr. 1894), ''Zogger'' (''o'' offen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zockerstein''' ● ''Zoggersteeng'' ,Bonbon‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zockerwecke''' m. ● ''Zoggerwägge'' ,süße Semmel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zockerwerk''' ● ,Zuckergebäck‘, Kassel (Gr. 1894); ''Zoggerwärk'' ,Zuckergebackenes, Süßigkeiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Äs  verkeift sich wie Zockerwerk.'' ,Es verkauft sich gut.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zores''' m. ● ,Unfug, fröhliches Lärmen; barer Unsinn‘, Kassel (Gr. 1894); ,Unfug, lärmende Streiterei‘, Kassel 20. Jh. ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zotte''' m. ● ''Zodde'' ,Zote; Gußrinne oder Nase an einem Topf‘, Kassel (Gr. 1894); Plur. ''Zodden'' ,Zoten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zubafen''' ● ,zuschlagen, mit großer Heftigekit schließen (Tür)‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zublinzen''' ● ''zublenzen'' ,anblinzeln, durch Blinzeln etwas zu verstehen geben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zuckeln''' ● ,säumig, zögernd, langsam gehen‘, Niederhessen (Vil. 1868), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zuhameln''' ● ''sech zuhameln'' ,sich die Kleidung auf aufgeweichter Straße mit (feuchtem) Straßendreck beschmutzen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Hamel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zuklundern''' ● ''sech zuklunnern'' ,sich auf aufgeweichter Straße die Kleider beschmutzen‘, Kassel (Gr. 1984). ●  Siehe ''Klunder''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zuning''' ● Adj. ,geschlossen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Weiterbildung von ''zu''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zupfeln''' ● ''zupfeln'', gesprochen ''zuppeln'', ''zoppeln'' ,zupfen‘, aber gegenüber ''zupfen'' die weitaus vorherrschende Form (Pfs. 1886); ''zubbeln'' ,zupfen, zerren, ziehen‘, Kassel (Gr. 1894), 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zurichten''' ● ''sech zurichden'' ,sich schmutzig machen, einsauen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zurucke''' ● ''zerucke'' ,zurück‘, Kassel (Gr. 1894). ● Erloschen; Ersatzform im 20. Jh.: ''zerigge'', von ''zurück''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusammenballern''' ● ''zesammenballern'' trans. ,zusammenschießen, mit Getöse zusammenschlagen; jem. mit Worten fertigmachen, zusammenscheißen‘, Kassel 20. Jh.; intr. ,mit Getöse zusammenstoßen (z.B. Autos)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusammendribbeln''' ● ''zesammendriwweln'' ,etw. (zwischen Daumen und Zeigefinger) zusammendrehen (z.B. Fäden)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusammenknutteln''' ● ''zesammenknuddeln'' ,knotenartig zusammendrücken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusammenkraufen''' ● ''zesammengrüffen'' ,zusammenkriechen, zusammenschrumpfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusammenläppern''' ● ''sich zesammenläbbern'' ,sich nach und nach in kleinen Teilen zu einem Ganzen vereinigen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusammenwursten''' ● ''zesammenwurschden'' ,Stoffteile, Garderobe rücksichtslos und unordentlich zusammenpressen‘ (z.B. Garderobe in den vollen Schrank), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusauen''' ● ''zusauen'' ,beschmutzen, eindrecken‘, Kassel 20. Jh., ''zusöien'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gleichbedeutend: ''einsauen'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zuschustern''' ● ,bei etwas Geld zusetzen, opfern, verlieren; unterstützen‘, Kassel 19., 20. Jh (Gr. 1894); ,Geld aus eigenem Vermögen zusetzen; jem. einem Vorteil zukommen lassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zussel''' f. ● ,Büschel Haare‘, Plur. ''Zusseln'' ,ungekämmtes, struppiges Haar‘, Kassel (Gr. 1894), dasselbe, außerdem: ,ungekämmte, unordentliche Frauensperson, Kassel 20. Jh.; ''Zossel'' ,unfrisiertes, unordentliches Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''zûse'' ,Gestrüpp, Haarlocke‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zusselkopf''' ● ''Zusselkopp'' ,ungekämmter Kopf; ungekämmte Person‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusselig''' ● ''zusselich'' ,ungekämmt, unordentlich (Kleidung)‘, Kassel 20. Jh.; ''zosselech'' ,unfrisiert, unordentlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusseln''' ● ,zausen‘, Kassel (Gr. 1984); ,an einer Person oder Sache herumzausen, heftig daran ''rimmezubbeln''‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''verzusseln''. ● Vgl. mhd. ''zerzûsen'', ''erzûsen'' ,zausen, rupfen‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zustreckeweg''' ● ,näherer, abschneidender Weg‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Zusträckewäk'' ,kürzerer Weg, Abkürzung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zwars''' ● ''zworsch'' ,zwahr‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zwalge''' m. ● ,Spitze eines Astes mit zusamenhängendem Bündel Äpfel‘, untere Eder (Pfs. 1886). ● Vil. (1868) führt für den Haungrund auf: ''Zwalger'' f. ,Gabel an Gewächsen, gabelförmige Äste‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zwattern''' ● ''zwaddern'' ,fortgesetzt sich öffnen und schließen (Augen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zwehle''' f. ● ''Zwehle'' ,Tischtuch, Tuch aus linnenem Bildzeug, welches die Frauenspersonen auf den Dörfern beim Gehen über Feld, zumal beim Gehen zu Markte, über Kopf und Köze hängen, „nur noch“ in der Gegend von Kassel bis an die untere Schwalm (Wabern) und der Diemelgegend (''Tweile'') üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zwehle''' f. ● ''Zwahle'' ,gegabelter Ast‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zwick''' m. ● ''än Zwick'' ,einen Zwick, auf einmal, plötzlich, sehr schnell‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zwicken''' ● ,(ein Gläschen) rasch (aus-)trinken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zwirbel''' m. ● ''Zwerwel'' ,sehr bewegliche, lebhafte Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zwirbeln''' ● ,sich im Kreis herumdrehen‘, am üblichsten an der unteren Rhön (Kreis Hünfeld) (Vil. 1868). ● Siehe verzwirbeln, zwurbeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zwiesel''' f. ● ,gabelförmig gewachsener Ast, wie man sie zu Rechen, Sätteln und dgl. gebraucht‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Zwissel'' ,Zweig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zwitzvogel''' ● ,Schmetterling‘, in einigen Gegenden üblich: Rotenburg, Grandenborn, Grebendorf u.a. (Vil. 1868); ''Zwitzfeel'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gelegentlich ''Zwicksvogel'' gesprochen, die übliche Bezeichnung ist ''Buttervogel'' (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zwurbel''' m. ● ''Zwurwel'' ,sehr bewegliche, lebhafte Person (meist auf Kind bezogen)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zwurbellatz''' m. ● ''Zwurwellatz'' ,Kreisel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zwurbeln''' ● ''zwurweln'' ,zwirbeln, zwischen den Fingern drehen (z.B. Faden, Haar)‘, Kassel 20. Jh.; ,sich fortwährend im Kreise drehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch W – Z'''&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

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		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
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:'''Wörterbuch T – V'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''T.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe unter '''D'''. – Im ausgehenden Mittelalter ist im Wortanlaut ''t'' zu ''d'' geworden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
'''U.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''übelnehmisch''' ● ''ewwelnähmsch'' ,leicht etwas übelnehmend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''über''' ● ''iwwer'', ''ewwer''. ● ''iwwer un diwwer'' ,über und über‘, Kassel 19. Jh.; ''ewwer un dewwer'' ,über und über, überall‘, Oberellenbach (Hm.  1926). ● Niederhess. ''un'' geht natürlich zurück auf älteres ''und''. Das auslautende ''d'' hat sich in der Redewendung ''iwwer un d-iwwer'' durch bindende Aussprache erhalten und ist an das Folgewort angewachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''überecks''' ● ,eckig, unfügsam‘ (Pfs.2, 1894); ''ewwerex(t)'' ,von ungefährt, unerwartet‘, Kassel (Gr. 1894); ''ewwereggs'' ,quer, verdreht, schief‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Adverbialer Genitiv, in der Mundart auch adjektivisch  benutzt: ''Ein übereckser Kerl. Stelle doch dich nit so überecks!'' (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''übereinzig''' ● ''überenzig'' ,übrig‘, üblich durch ganz Althessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''überhelfen''' ● ''éwwerhalfen'' ,zu jemandes Untergang, Tod beitragen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''überkäppisch''' ● ,schielend (nach oben gerichtete Augen)‘, allgemein üblich; ,verrückt, nicht recht bei Verstande, närrisch‘, so hin und wieder gebräuchlich (Vil. 1868); ''ewwerkäppsch'' ,schielend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''überläng''' ● Adj. und Adv. ,überflüssig, übrig‘, in ganz Hessen nicht nur die vorherrschende, sondern in den meisten Gegenden die allein übliche Bezeichnung; ''überflüssig'' und ''übrig'' sind nirgendwo in Gebrauch (Vil. 1868); ''ewwerlänk'' ,übrig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Überläufe''' Pl. ● ''Ewwerleefe'' ,Reste einer Mahlzeit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Übermann''' ● ''Ewwermann'' ,Obermann, d.h. Oberkörper‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Übermaul''' ● ''Ewwermüll'' ,Obermaul, d.h. Oberlippe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''überruspelt''' ● ''ewwerrusbeld'' ,leicht überfroren, mit ganz dünnem Eis überzogen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''überschießen''' ● ''éwwerschießen'' ,in Verwesung übergehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''überschwacken''' ● ''iwwerschwaggen'' ,überschwappen; zum Überschwappen bringen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''überstrippen''' ● ''iwwerstribben'' ,überstreifen‘ (etwa die Handschuhe, Bekleidungsstücke), Kassel 20. Jh.; ''ewwerstribben'' ,nachlässig über etwas streifen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''überstülpen''' ● ,überstürzen, zernichten‘, beliebter Ausdruck (Pfs. 1886). ● In der althessischen Militärsprache öfter die Wendung ''den Feind mit Schurri überstülpen'' ,den Feind unter Hurra mit dem Bajonett werfen‘. ''Druf, unn alles üwwergestülpet!'' war die Losung der Hessen in der Schlacht bei Francavilla auf Sizilien 1719, als sie die spanischen Reihen Glied für Glied durchbrachen. (Pfs.) ● Siehe ''schurri''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''überteufeln''' ● ''ewwerdaiweln'' ,übervorteilen, überlistn, überholen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Überwind''' ● ''Ewwerwänt''; wenn jemand im Tale steht, so hat er „Überwind“, d.h. der Wind weht über ihn hinweg, erreicht ihn nicht, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''überwindlich''' ● ''ewwerwindlech'' ,oberflächlich, unsorgfältig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''überzwerch''' Adv. ● ''ewwerzwerch'' ,quer, in die Quere, verkehrt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ulbeer''' m. ● ''Ühlbeer'' ,„Eulbeer“, halbverschnittener Eber‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Unart''' m. ● ,ungezogenes Kind‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Balhorn (Sl. 1901), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Unband''' m. ● Substantiv, das dem Adjektiv ''unbändig'' zugrunde liegt, in Ober- und Niederhessen viel gehört (Pfs.2, 1894); ,unbändiges, ungezogenes Kind‘, Balhorn (Sl. 1901); Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Unbändige''' Pl. ● ''Jetzt kummen de Unbännigen.'' ,Jetzt kommen die wilden Jungen, Kerle.‘ Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Unbaten''' m. ● ''Unbaden'' ,Unglück, Unfug (eigentlich: unnütze Dinge)‘, auch gelindes Scheltwort für wilde Kinder (Vil. 1868); ''Unbaden'' ,Unfug, Lärm, Ausartung‘, Kassel (Gr. 1894); ''Umboren'' ,Unheil, Unfug, Unordnung‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''unbate'' f. ,Ungewinn, Hilflosigkeit, Schaden‘; mnd. ''unbate'' ,Nachteil, Schaden‘. ● Siehe ''Bate''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''unbeschlabbert''' ● in der Redensart ''unbeschlawwert un unberufen'' ,unbesprochen, nicht beredet‘, damit eine Sache eintrete und nicht durch Verreden gar das Gegenteil eintrete, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''unblimpsch''' ● ,ungefüge, schwerfällig, klotzig, ungehobelt‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Unflat''' m. ● 1. „wie gemeinhochdeutsch“ [gemeint ist etwa ,widerlicher Dreck‘], 2. ,unkeuscher, ungezogener, widerwärtiger Mensch‘, Scheltwort, auch halb scherzhaft gebraucht (Vil. 1868); ''Unflat'' ,jem. ohne Benehmen‘, Kassel 20. Jh.; ''Unflot'' (''o'' offen) ,widerwärtiger Schmutz; widerwärtiger, ungeschliffener, unersättlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''unvlât'' m., n., (md. auch f.) ,Schmutz, Unsauberkeit‘; mnd. ''unvlât'' m., f. ,Unreingkeit, Schmutz; gemeiner, roher Mensch‘. – Mhd. ''â'' hätte spätmittelalterl. zu offenem ''o'' führen müssen, wäre in  Kassel und Umgebung als solches erhalten, hätte sich im übrigen Niederhessischen zu geschlossenem ''o'' weiterentwickeln müssen. Das Wort ist also – wegen seiner lautl. Gestalt – als nachmittelalterl. Übernahme aus dem Hdt. anzusehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''unflätisch''' ● ''unfläd’sch'' ,unflätig‘, Kassel (Gr. 1894); ''unflidsch'' ,unflätig, ungeschliffen, unersättlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Das Wort hat im Mhd. und Mnd. keine Parallele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ungel''' ● „fem., jetzt neutr.“ ,Talg‘, Niederhessen, hauptsächlich in der Umgegend von Kassel, besonders in dem Kompositum ''Ungellicht'' ,Talglicht‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ungetierze''' s. ● ''Ungedierze'' ,Untier, Ungetüm‘, vor allem Schimpfwort: ,körperlich häßliche oder moralisch fragwürdige Person‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ungezog''' ● ''Ungezoch'' (''o'' kurz) ,schlecht erzogener Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ungezwang''' ● ,schlecht erzogener Mensch‘, stärker als ''Ungezoch'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Unleid''' m. ● ,unleidlicher, widerwärtiger Mensch‘, wohl in ganz Hessen (Pfs.2, 1894); ,jem., der unleidig ist‘ (verhaltene Kritik ausdrückend, oft schäkernd), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Unmaßen''' Pl. ● ''Ummoßen'' (''o'' geschlossen) ,Beschwerden, Mühe‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Mach dä ogger keenge Ummoßen'' ,Mach dir nur keine Umstände‘ (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''unmâze'' f. ,Maßlosigeit, Unermeßlichkeit, Unziemlichkeit‘. Hm. sieht in dem Wort – was lautlich aber nicht paßt – das bei Vil. (1868) genannte ''Unmuße''. Möglich, daß es hier zu semantischer Beeinflussung gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Unmuß''' m. ● ,Durcheinander‘, Kassel 20. Jh. ● ''Mach doch nit so ’n Unmus.'' ,Richt doch nicht so ein Durcheinander an.‘, Kassel 20. Jh. ● Ist zu ''Unmuße'' zu stellen (siehe im folgenden), abgeleitet allerdings eher von der mhd. Variante ''unmuoz'' (für die auch mask. Geschlecht vermutet wird). Zu ''Unmuß'' gehört das geschäftige Anrichten des Durcheinanders, nicht allein das Ergebnis. Möglicherweise semantische Beeinflussung durch ''Mus'' (''Must'') ,Brei‘ (als Durcheinandergerührtes).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Unmuße''' f. ● ''Unmuße'', meist ''Unmust'' gesprochen, ,dringende, lästige Beschäftigung; Beschwerde, Beschwerlichkeit, Verdrießlichkeit‘, allgemein üblich (Vil. 1868). ● Vgl. mhd. ''unmuoze'' f., ''unmuoz'' (viell. auch m. und n.) ,Unruhe, Mangel an Zeit‘, auch ,freundliche Geschäftigkeit‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Untätchen''' ● ''Undähdchen'' ,kleine Beschädigung‘, Kassel (Gr. 1894); ,kleine Beschädigung, kleiner Fehler, Makel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Äs es noch kein Undähdchen drahne.'' ,Es ist noch nicht die geringste Beschädigung daran wahrzunehmen.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''unter''' ● ''unner'', ''unger'', ''ünger'', ''enger''. ● Siehe auch ''bunter''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Untergekochtes''' ● ''Unnergekochdes'' ,Eintopf‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Untermann''' ● ''Engermann'' ,Unterkörper‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Untermaul''' ● ''Engermüll'' ,Unterlippe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Untern''' n. ● ''Undern'', gesprochen ''Unnern'', ,Nachmittag‘, Gegend der unteren Schwalm und Eder bis über Gudensberg hinaus (Metze, Ermetheis), bis an die Grenze der ndt. Bezirke, nördl. Teil der Grafschaft Ziegenhain und Oberhessen, im übrigen Hessen völlig unbekannt (Vil. 1868). ● Vgl. mhd. ''undern'', ''untern'' m. ,Mittag‘, auch ,Mittagessen, Vesperbrot‘; mnd. ''undern'' ,Mittag‘; abgeleitet von ''unter'' im Sinne von ,zwischen‘, ''Untern'' also eigentlich ,Zwischenzeit‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Untucht''' f. ● ''Undocht'' ,Untugend, Ungezogenheit‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mnd. ''ducht'' f. ,Tüchgtigkeit, Tugend; Furcht, Ehrfurcht’, mnd. ''unduchtich'' ,nichts taugend, schlecht‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''unverkoren''' ● ,kränkend, beleidigend‘, meist mit ''Wort'' verbunden, mitunter auch: ,ohne Rückhalt, gerade heraus; derb‘, sehr üblich (Vil. 1868); ,verletzend (in der Rede, Wortwahl)‘, Kassel (Gr. 1894); ,dreist, unverfroren, gradaus, unverschämt‘, Balhorn (Sl. 1901); ,verkehrt, beleidigend, verletzend (Rede, Wortwahl)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Unzucht''' f. ● ,unordentliche Wirtschaft‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Upch''' m. ● ''Übch'' ,kleines, armseliges Geschöpf‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Ulpch'' ,Dummkopf, Tölpel‘, vorwiegend Oberhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''uräß''' ● (''ä'' lang) ,des Essens überdrüssig‘, Kassel bis in die 1820er Jahre, danach ausgestorben, erhalten hingegen das zugehörige Verb ''veruräßen'', s. d. (Vil. 1868). ● Zu Vil.s Zeiten kam das Wort noch im Oberhess. vor: ''ures'' ,des Essens überdrüssig, überdrüssig überhaupt‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ütsche''' ● Siehe ''Itsche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''V.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verahräßen''' ● ''verohräsen'' ,verderben, vergeuden; von Speise und Futter die Reste unbenutzt verderben lassen‘,  Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''ahräßig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verbabbeln''' ● ''sech verbabbeln'' ,sich irren beim Sprechen, versehentlich etwas verraten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,gegen seinen Willen etwas ausplaudern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verbaden''' ● ''sich verbaden'' statt (sonst üblichem) ''baden'', hier und da, z.B. an der Schwalm (Pfs.1, 1889)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verbaseln''' ● ,irre werden, sich verkehrt anstellen‘; ''verbaselt sein'' (üblicher als ''verbaseln'') ,seine volle Besinnung nicht haben, zerstreut und verkehrt sein‘, in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868); ''verbaselt'' ,verwirrt, wie in schlaftrunkenem Zustand‘, Kassel (Gr. 1894); ''verboselt'' ,aufgeregt, zerstreut, in Verwirrung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verbaselung''' ● ''Verbaselunge''  ,Verwirrtheit‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verblaxen''' ● ,viel, auch vergeblich Pulver beim Schießen vergeuden‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verblecksen''' ● ''verblexen'' ,verdutzt machen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. mhd. ''bleczen'' ,blitzen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verbleckst''' ● ''verbleckst'' ,betroffen‘ (Pfs. 1886); ''verblext'' ,verwirrt, betreten‘, Kassel (Gr. 1894); ''verbläggst'' ,perplex, im höchsten Grade erstaunt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Verbleckst'' entspricht etwa der Redensart ''wie vom Donner gerührt''. „Im Munde Halbgebildeter“ auch ''perbleckst'' in Anlehnung an ''perplex''. (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verblutzen''' ● ''verblotzen'' ,verhauen, veprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verbrasseln''' ● ,eine Sache nicht schon schonen‘(?), Kassel (Gr. 1894); ,eine Sache ruinieren, vergeigen, verspielen‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Brassel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verbuffen''' ● ,verpuffen (Pulver ohne Ziel, Ziel verfehlend); verpfuschen (Kleider u. dgl.)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verbumfeien''' ● ''verfumfeien'', Niederhessen, ''verpumpfeien'', Diemelgegend, ,eine Sache durch ungeschickte Behandlung gänzlich verderben‘ (Vil. 1868); ''verbumfeien'', Kassel (Pfs. 1886), ''verbumfeien'' ,verpfuschen‘ (= ''verbuffen''), Kassel (Gr. 1894), ''verbumfiedeln'', Kassel 20. Jh. ● ''verbumfiedeln'', spielerische Weiterbildung, offenbar unter Einfluß von gleicbedeutendem ,(eine Sache) vergeigen‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verbumm mich!''' ● ,Gott verdamm‘ mich!‘, euphemistische Abschwächung, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verdämern''' ● ,verdämmern‘, gemeint: ,eine Sache verdusseln, versäumen, vernachlässigen, einbüßen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verdanzig!''' ● Entstellung aus ''verdamm mich!'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verdehlach!''' ● ,Verdammt!‘, Beteuerung, Fluch, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verdemmeln''' ● ''verdämmeln'', auch: ''verdammeln'' ,zertreten, zertrampeln‘, Kassel (Gr. 1894); ''verdämmeln'' ,durch Demmeln, hartes Auftreten, Aufstampfen beschädigen oder verderben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verdeppelt''' ● ''verdebbelt'' ,verdammt, verflucht, verteufelt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Gebraucht 1) als Ausruf: ''verdebbelt (noch moh)!'', 2) adjektivisch, z.B: ''en ganz verdebbelter Kerle''. Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''verdäbbelt!'' Entstellung aus ''verteufelt!'' Auch: ''verdäbbelt no’ moh!'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verdohwerie!''' ● ,Verdammt!‘, Fluch, Beteurung,  Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verdubbeln''' ● ,verheimlichen, totschweigen, vor Veröffentlichung bewahren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verflämmt''' ● ''verflemmd'' ,verflucht‘, Kassel (Gr. 1894); ''verflähmt'' ,verflixt, nichtsnutzig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verflutchen''' ● ''verflodchen'' ,verprügeln, verhauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vergakeln''' ● ''vergageln'' ,verschwenden, vergeuden‘, Kassel 19., 20. Jh., &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vergampeln''' ● ''sech vergambeln'' ,sich versprechen; Fehler machen, irren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Vergang''' m. ● ''Vergank'' ,das Vergehen‘, Kassel 19. Jh. (Jonas); ''Vergaank'' ,Abnehmen, Einbuße an Wert‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es es gar kein Vergank ahn emme.'' ,Er ist unverwüstlich.‘ (Jonas)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vergehen''' ● Part. Perf. von ''vergehen'' ,vergangen, zurückliegend, letzt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''(Am) vergehenen Owend'' ,(am) vergangenen Abend, gestern abend‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Vergeß''' m. ● ,Vergessenheit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vergessen''' ● ,vergeßlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vergunnen''' ● ''vergonnen'' (''o'' geschlossen) ,mißgönnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''vergunnen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vergrellen''' ● ,verstauchen, lähmen (ein Glied)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''grellen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verhalsstärrigen''' ● ''verhalstärrejen'' [sic] ,halsstarrig, wiederspenstig machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verhurzelt''' ● ,eingeschrumpft und hutzelig‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vermutl. Mischform von ''verhutzelt'' und ''verknurzt''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verhutzeln''' ● ''verhotzeln'', ''verhutzeln'' ,einschrumpfen‘ (Vil. 1868); ,einschrumpfen, vertrocknen‘, Kassel 20. Jh.; ''verhotzeln'' ,zusammenschrumpfen, vertrocknen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verjahren''' ● ''verjohren'' ,verjährt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verjuckeln''' ● ''verjuggeln'' ,vergeuden, verschenden‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verjuxen''' ● ,vergeuden, verschwenden, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verkippen''' ● ''verkibben'' ,verrenken, verstauchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verklatschen''' ● ''verglödschen'' ,anschwärzen, Böses (über jem.) berichten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verklätschen''' ● ,verklatschen, denunzieren‘, Kassel 19. Jh. (Herzog).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verknacken''' ● ''Ech kann en net vergnaggen.'' ,Ich kann ihn nicht ausstehen, leiden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verknallen''' ● ''vergnallen'' trans. ,Beichlaf ausüben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verknozen''' ● ''Ech kann en net vergnotzen.'' ,Ich kann ihn nicht verknusen, habe große Abnegung gegen ihn‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verknurzt''' ● ,mißgestaltig und klein (Person, Sache, Apfel)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verknutteln''' ● ''verknuddeln'' ,(knotenartig) zusammendrücken‘, auch: ,(Stoff, Garderobe) knittrig machen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verknutscheln''' ● wie ''verknutteln'', nur stärker, Kassel 20. Jh.; ''vergnüdscheln'' ,durch derbes Drücken unbrauchbar machen, zerknittern, zerknüllen (namentlich ein Kleidungsstück)‘; Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verknutschen''' ● bedeutungsgleich mit ''verknutscheln'', Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verkohlen''' ● ,jem. anlügen, durch Flunkerei zum Hänschen halten‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verkröpeln''' ● ''vergrebeln'' ,verkrüppeln, verkrümmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verkröpelt''' ● ''verkrebelt'' ,missgestaltig, verkrüppelt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verkrumpeln''' ● ''verkrumbeln'' ,verknittern‘, Kassel 20. Jh.; ''vergrömbeln'' ,durch Krumpeln unbrauchbar machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verkullen''' ● ''verkollen'' ,vor Kälte erstarrt‘, auf Menschen bezogen, in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868); ''verkullen'' ,erkältet‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verkutzeln''' ● ''sich verkutzeln'' ,einen verwirrten Knoten bilden (Haar, Fäden)‘, übertragen: ,beim Reden den Faden verlieren, sich im Gedankengang verwirren‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''verkotzeln'' ,durcheinanderbringen (namentlich Garn, Zwirnsfäden u. dgl.)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verlaatschen''' ● ''Schuhe verlaatschen'' ,Schuhe durch nachlässiges Gehen (''Laatschen'') breit treten und dadurch unbrauchbar machen‘ (Vil. 1864); dasselbe, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vermeiern''' ● ''vermaiern'' ,verpachten, vermieten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vermögens''' ● ''vermegens'' ,möglich, fähig‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''Es war eme net vermegens.'' ,Es war ihm nicht möglich.‘ ''He war nit vermegens.'' ,Er war nicht imstande.‘ (Sl.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vermümpeln''' ● ''vermimbeln'' ,vertuschen, verheimlichen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Die Redewendung ''vermumpeln'' (''vermümpeln'', ''vermimpeln'') ''und'' ''vermampeln'' ,eine Sache bemänteln, so darstellen, daß die, wahrscheinlich zum Nachteil gereichende, Wahrheit nicht entdeckt werden kann‘ (Vil. 1868), scheint in Niederhessen nicht belegt zu sein; nach Pfs. (1886) belegt in der Marburger Gegend und im Odenwald.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vermummeln''' ● ''vermommeln'' ,vermummen, einhüllen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''einmummeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vermurzeln''' ● ,verstümmeln, verunstalten; zerschnitzeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vermutzen''' ● ,verstümmeln, zuviel von einem Gegenstand abschneiden‘, Kassel (Gr. 1894); ''vermotzen'' ,durch Schneiden unbrauchbar machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vernattert''' ● ,erpicht, versessen auf etwas‘ (Pfs. 1886); ''vernaddert uff'' ,versessen auf, sehr angetan von‘, ''vernaddert in'' ,sehr verliebt in‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vernußbäumen''' ● ,seltsam, altmodisch, der Mode zuwider, geschmacklos und albern ankleiden‘, meist reflexiv gebraucht (Vil. 1868); ''sich vernußbaimen'' ,sich gegen die Rauheit des Wetters in warme Kleidung einmummen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verohräßen''' ● Siehe ''verahräßen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verozen''' ● ,durch Ozen unbrauchbar machen, verderben‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Ozen'', ''verurzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verpflöcken''' ● ''verplecken'' ,einen Riegel, einen Pflock vorschieben‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verplätscheln''' ● ,verzärteln, verweichlichen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verplempern''' ● ''verplempern'' ,eine flüssige Speise vorbeilaufen zu lassen; Geld vegeuden‘, Oberhessen, „ähnlich in Niederhessen“, ''sich verplempern'' ,ein Verlöbnis ohne gediegene Grundlage eingehen‘ (Pfs. 1886); ''verblembern'' ,ein Getränk zu sehr verdünnen‘, ''sich verblembern'' ,sich verlieben (zuweilen mit nachteiligen Folgen)‘, Kassel (Gr. 1894), ''verplembern'' ,vertun, vergeuden (Geld, Zeit)‘, Kassel 20. Jh.; ''verblämbern'' ,verschütten (Wasser); vertrödeln, nutzlos verbringen (Zeit)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verpudeln''' ● ''verpyreln'' oder ''verpureln'' [sic] ,verderben, verkehrt ausführen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verputcht''' ● ''verpodcht'' ,verwöhnt, verzärtelt, verkümmert‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verputzen''' ● ''verbutzen'' ,wegtrinken (Schnaps)‘, Kassel 19. Jh. (Herzog); ''verbutzen'' ,verbrauchen, vergeuden (Geld, Vermögen), Kassel (Gr. 1894); ,etwas (schnell) aufessen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verquankeln''' ● trans. ,etwas durch Handeln (Preisdrücken) an den Mann bringen, unredlich tauschen‘, Kassel (Gr. 1894), ,mit etwas ein (unredliches) Geschäft machen, etwas billig an den Mann bringen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verquanzen''' ● ''verquaanzen'' ,verhandeln, verschachern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verquasen''' ● ''verquosen'' (''o'' offen) ,verschwenden‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verquaser''' ● ''Verquoser'' ,Verschwender‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verquästen''' ● ,verschwenden‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verrangeln''' ● ,(ein Bett, Sofa) durch Herumwälzen in Unordnung bringen, abnutzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verrungenieren''' ● ,ruinieren‘, stärker als ''rungenieren'', Kassel (Gr. 1894); ''verrongenieren'' ,zugrunde richten, verderben, zerstören‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verruscheln''' ● ''verrüscheln'' ,durch große Oberflächlicchkeit oder leichtsinniges Verhalten verschwinden machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verrustern''' ● ''verrosdern'' (''o'' geschlossen) ,verrosten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verschadeln''' ● ''verschareln'' ,entstellen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verschammerieren''' ● ''schamerieren'', ''verschamerieren'' ,einer Sache Unehre machen, sie herabsetzen, verderben‘ (Pfs. 1886); ''verschammerieren'' ,übel zurichten, arg verletzen, entstellen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Pfs. nimmt trotz den Bedeutungsunterschieds Herkunft von französ. ''charmer'' an und Anlehnung an ''Scham''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verschammerieren''' ● ''sich verschamerieren'' ,sich verlieben‘ (Pfs. 1886); ''sich verschammerieren'' ,sich verlieben‘, Kassel (Gr. 1894). ● Von französ. charmer (Pfs.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verschlaudern''' ● ''verschludern'' ,etwas verschleudern, durchbringen (z.B. Geld, Erbe), Kassel (Gr. 1894), ,etwas durchbringen, nachlässig abhanden kommen lassen‘, Kassel 20. Jh.; ''verschlüren'' ,verschleudern, vergeuden, verschwenden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verschlumpen''' ● ,durch Nachlässigkeit zugrunde gehen lassen‘ (Vil. 1868); ,durch Liederlichkeit abhanden kommen lassen‘, etwa schärfer als ''verschlampen'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verschlumpern''' ● ''verschlombern'' ,durch große Nachlässigkeit, infolge Liederlichkeit verlieren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verschmahsam''' ● ''verschmohsam'' ,empfindlich, durch Kränkung gereizt, so daß man nunmehr von dem zur Begütigung Dargebotenen nichts annehmen mag‘ (Vil. 1868); ''verschmohsam'' ,verschmähend‘, in Bezug auf jem., der unangemessen Dargebotenes nicht annimmt, oft entstanden aus einer schmollenden Stimmung, Kassel (Gr. 1894); ''verschmozen'' [sic] ,übertrieben empfindlich, leicht gekränkt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''versmâhen'' ,verächtlich oder geringfügig werden, erscheinen oder dünken, nicht gefallen‘; ''verschmahen'', ''verschmähen'' in diesem Sinne noch im 17. Jh. in Nordhessen belegt (Beispiel bei Vil., S. 358).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verschnuddeln''' ● ''(sinne Zitt) verschnuddeln'', ,(seine Zeit) mit einem Schwatz vertun‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verschnudeln''' ● durch Unreinlichkeit und Nachlässigkeit verkommen lassen‘ (z.B. Bekleidungsstücke), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verschnurbeln''' ● ''verschnurweln'' ,zusammenschrumpfen, verbrutzeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verschwacken''' ● ''verschwaggen'' ,eine Flüssigkeit in einem Gefäß durch ruckarige Bewegung zum Überfließen bringen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verschwiemelt''' ● ,verkatert, übernächtigt‘ (Gesichtsausdruck, die Nachwehen einer Zecherei, einer durchfeierten Nacht zeigend), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''versengern''' ● ,versengen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verspachern''' ● ,austrocknen und rissig werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''spachern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verstehstdumich''' ● ''Verstehtsemich'' [sic] s.,Verständnis‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894);  ''Verstehsdemech'' m. ,Verstand‘, scherzhaft, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä hot kein Verstehtsemich dervunne.'' ,Er hat kein Verständnis davon (dafür).‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verstickeln''' ● ''versteckeln'' ,verstecken‘, eigens hessisch, es heißt niemals ''verstecken'' (Pfs. 1886); ''verstickeln'' ,verstecken, verbergen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''versteggeln'' (''e'' geschlossen) ,verstecken, verbergen‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verstürzt''' ● ''verstürzt sein (auf etwas)'' ,falsch informiert sein, von falscher Annahme ausgehen‘, niederhess. (Pfs. 1886); ''verstärzt sin of wos'' ,irrtümlich an etwas denken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''versutzeln''' ● ''versützeln'' ,verunreinigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vertuckeln''' ● ''verduckeln'' ,verhehlen, bemänteln, nicht ruchbar werden lassen‘, halb scherzhaft, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Siehe ''tucken''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vertuckst''' ● ''verduxt'' ,gedemütigt, entmutigt, kleinlaut (gemacht)‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Tucks'', ''tucksen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Vertuer''' ● ''Verduher'' ,Verschwender‘, ''Verduhersche'' ,Verschwenderin‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vertuscheln''' ● ''verdüscheln'' ,vertuschen, verheimlichen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''veruräßen''' ● ''veruräßen'' ,Speisen, die man nicht mag, verschleudern oder verderben‘, Kassel und Umgebung (Vil. 1868); ''verohräsen'' ,verderben, vergeuden; von Speise und Futter die Reste unbenutzt verderben lassen‘, Kassel (Gr. 1894). ● „Die Kinder sind satt, sie veruräßen nur das Brod.“ (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verurzen''' ● Variante von ''verozen'', ,durch Ozen unbrauchbar machen, verderben‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vermutl. Mischbildung aus ''verozen'' und ''veruräßen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verwalken''' ● ''verwalgen'' ,durchprügeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verwamschen''' ● ,verprügeln‘, Kassel 20. Jh.; ,verhauen, durcchprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verwehnen''' ● ''verwähnen'' ,verzärteln‘ [eigentlich ,verwöhnen‘], Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''gewenen'' ,gewöhnen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verwettern''' ● ''verwäddern'' ,unter dem Einfluß des Wetters leiden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verwichsen''' ● ,verprügeln‘, Kassel 20. Jh.; ,schlagen, durchhauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verwürgen''' ● ''verwerchen'' ,erwürgen‘, hauptsächlich jedoch: ,durch schonungslose Handhabung beschädigen, verderben, kaputtmachen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''würgen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verzählchen''' ● ,kurze Unterhaltung, Plauderei‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verzählen''' ● ,erzählen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verzeisen''' ● ''verzeesen'' ,durch Zeisen (Auseinanderrupfen) verderben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verzisseln''' ● ,etwas zerstreuen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Ist vermutlich entrundetes *''verzüsseln'', Umlautform von ''verzusseln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verzusseln''' ● ,verwirren, durcheinanderbringen‘, z.B. Haar oder Stroh, was strack in Strähnen oder Halmen liegt, Kassel 19., 20. Jh (Gr. 1894). ● Siehe ''zusseln'', ''verzisseln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verzwabbeln''' ● ''verzwawweln'' ,verzweifeln, aus der Haut fahren‘, Kassel 1904 (Bennecke).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verzwatzeln''' ● bedeutungsgleich mit ''verzwunzeln'', im Fuldischen (Hünfeld) (Vil. 1868); ''verzwatzeln'', ''verzwazeln'' ,vor Ungeduld aus der Haut fahren‘, scherzhaft, niederhess. (Pfs. 1886); ''verzwatzeln'' ,vor Ärger, Unmut alle Fassung verlieren, aus der Haut fahren wollen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verzwirbeln''' ● ,vor Ungeduld außer sich kommen‘, scherzhaft: ,in Verzweiflung geraten wollen‘, allgemein üblich (Vil. 1868). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verzwunzeln''' ● ''verzwunzeln'', ''verzwinseln'', ohne Angabe der Bedeutung bei Vil. 1868; ,aus der Haut fahren‘, Kassel 1919 (Lüttebrandt). ● Nach Vil.  bedeutungsgleich mit ''verzwibbeln''; das Wort führt er jedoch nicht auf, es dürfte dem in Kassel belegten ''verzwabbeln'' (''verzwawweln'') entsprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Vesper''' n. [!] ● ''Fäsber'' ,nachmittägliche Zwischenmahlzeit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vespern''' ● ''fäsbern'' ,die Vesper einnehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Vetter''' ● ,Vater- und Mutterbruder‘, vielleicht so genannt auch älterer entfernterer Verwandter, Balhorn (Sl. 1901); ''Fädder'' ,Oheim, Onkel‘, Anrede eines jeden älteren Mannes im Dorf, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vexieren''' ● ''fägsieren'' ,foppen, zum besten halten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vissentieren''' ● ,visitieren, durchsuchen, untersuchen; besichtigen, besuchen‘, Kassel  (Gr. 1894), ,durchsuchen‘, Kassel 20. Jh.; ''fessendieren'' ,untersuchen, durchsuchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vichelett''' ● (''i'' kurz) ,violett‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Vicheline''' ● (''i'' kurz) ,Violine‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''viel''' ● ''vele'', ''väle'', wie hd., dazu im nördl. Hessen steigernd gebraucht wie ,recht, gar‘ (Pfs.1, 1889). ● ''Äs macht väle warm. Äs is väle warm.'' (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Viole''' f. ● ''Vijohle'' ,Veilchen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Faijule'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vorteilisch''' ● ''fordeelsch'' ,stets auf seinen Vorteil bedacht, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vorrippeln''' ● ''vorribbeln'' ,vorwerfen, vorhalten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vorten''' ● ''voorden'' ,vorher, zuvor‘, Kassel (Gr. 1894); foorden ,vorhin, vor kurzer Zeit‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''alsten''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Vüllede''' f. ● ''Víllede'' ,Völle, Vollheit‘, nicht ,Fülle‘ im Sinn von ,großer Menge‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vullklatern''' ● ''sich vullkladern'' (auch: -''kladdern'') ,sich mit Breiigem (feuchtem Dreck, Lehm, Farbe) beschmieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch T – V'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_S</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S</title>
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				<updated>2015-01-23T10:55:11Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
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:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''S.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Saal''' n. ● ''das Sool'' ,der Saal‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''saat''' ● ,satt‘, Kassel 19. Jh. (Jonas); ''soot'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''sätigen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Säbbelbart''' ● ''Säwwelbaart'' ,jem., der viel und langweilig daherredet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''säbbeln''' ● ''säwweln'' ,viel und langweilig daherreden‘ (= ''kneten''), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sacknaß''' ● ,völlig durchnäßt‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sage''' f. ● ''Saache'' ,Säge‘, Kassel (Gr. 1894), ''Sooche'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''sage''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sagen''' ● ''sahn'' ,verbal äußern‘, Kassel 19., Anf. 20. Jh. (Gr. 1894), ''säjen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen Kassel: ''sahn, sahde, gesaht''; Oberellenbach: ''säjen, sät (säde), jesät''. ● ''Sahn'' in Kassel nur noch zu Anfang des 20. Jh.; inzwischen ersetzt durch hdt. ''sagen'' in mundartlicher Aussprache: ''saachen'' (''sachde'', ''gesacht''; ''a'' kurz).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sagen''' ● ''saachen'' ,sägen‘, Kassel (Gr. 1894); ''soochen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sahl''' ● ,unsauber‘, Kassel, in Pfs.s Kindheit gebräuchlich (Pfs.2, 1894). ● Pfs. führt als weiteres Vorkommen Lindenstrut an, ebd. Bedeutung ,verwahrlost‘, nennt auch die Bedeutungen ,ärmlich, geringwertig‘. Nimmt (zu Recht) Identität des Wortes mit engl. ''sallow'', holl. ''zaluw'' an. ● Vgl. ahd. ''salawi'' ,dunkel‘, ''salawen'' ,beschmutzen, trüben, schwärzen, färben‘, mhd. ''sal'', Gen. ''salwes'' ,dunkelfarbig, welk, trübe, schmutzig‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salat''' ● ''Solad'' ,Salat‘, Kassel (Gr. 1894); ''Saloot'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saldate''' ● ''Saldade'' ,Soldat‘, Kassel (Gr. 1894); ''Saldode'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salfete''' f. ● ''Salvete'' ,Serviette‘, verbreitet, bereits im 17. Jh. belegt (Vil. 1868); ''Salfeede'' ,Serviette‘, Kassel (Gr. 1894); ''Sallfeede'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Pfs. (1886) wendet sich gegen die verbreitete Ansicht, daß ''Salvete'' aus französ. ''serviette'' entstellt sei, weist hin auf romanisch ''salveta'' und ital. ''salvietta''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salfett''' n. ● ''Salfett'' ,Walfischtran‘, in Hessen, besonders in Niederhessen allgemein üblich, bereits 1604 belegt (Vil. 1868); ''Saalfett'', ursprünglich ,Seehundstran‘, „jetzt“ wird auch ,Walfischtran‘ darunter verstanden, Kassel (Gr. 1894); ''Soolfett'' ,Tran, Fischtran, der zum Schmieren der Schuhe verwendet wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. weist hin auf engl. ''seal'' ,Seehund‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salweide''' ● ''Soolwiere'', übertragen: ,trauriges Geschöpf‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salwende, -wand''' ● ''Selbende'', ''Silbende'', ''Salbende'', ''Salband'' n. ,natürliches Tuchende, nicht durch Abschneiden entstanden‘ (Vil. 1868); ''Salwende'', ''Salwenne'' [offenbar n.] ,Salband‘, Kassel (Gr. 1894), ''Salwenne'' ,Webekante‘, Kassel (Lüttebrandt 1917); ''Salwenge'' n. ''Salwaant'' f. ,Salband, Webekante des Tuches, von groben Fäden am Tuch angewebter Rand‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es äs an Salwenne.'' ,Es ist zu Ende.‘ (Lüttebrandt) ''Ech bän om Salwenge.'' ,Ich bin am Ende meiner Kraft.‘ (Hm.) ● DWB 14, Sp. 1683: ''Salband'' ,das natüliche Ende des Tuchs, das Zettelende, Saum‘, möglicherweise Kompositum aus ''selb-'' ,selbst‘ und ''Ende'', worauf bestimmte Belege hindeuten: nd. ''sülwenne'', ''sülwend'', ''sulfegge'', ''sülfkante'', niederländ. ''self-ende'', ''self-eggh'', ''self-kant'' u.a.m. Möglicheweise stammt das Wort aus dem Niederländischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salz''' ● ''jemandem etwas im Salze lassen'' ,jemanden zu nächster Abrechnung und Vergeltung im Gedächtnis behalten‘, äußerst üblich (Pfs. 1886); ''einen im Salze honn'', dasselbe, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salzmeste''' f. ● ,kleines hölzernes Faß in der Küche mit dem Salze, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Salzmeste'' ,Gefäß zum Aufbewahren des Salzes‘, Kassel (Gr. 1894); ''Saalzmätze'' (!) ,Gefäß aus Holz, Porzellan oder Emaille zur Aufbewahrung des Salzes, das in der Küche hängt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Meste''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''salzdröge''' ● ''saalzdreje'' ,salztrocken, ganz trocken, völlig ausgetrocknet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Samen''' ● ''Somen'', wie nhd., dazu: ,Raps‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Samenfett''' ● ''Somenfätt'' ,Rüböl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Samenhaber''' m. ● ''Somenhowwer'' ,Saathafer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Samenkorn''' ● ''Somenkorn'' ,Saatroggen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sandhase''' ● ''Sandhaas'' ,Fehler beim Kegeln, die Kugel läuft neben der Bohle auf dem Sand‘ (Vil. 1868); ''Sandhase'' ,Wurf der Kegelkugel entlang der Laufbohle, auf dem Sande‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sappermenter''' m. ● ''Sabbermenter'' ,durchtriebener Bursche‘ (nicht nur abwertend, durchaus auch anerkennend), Kassel (Gr. 1894). ● Zurückgehend auf ''Sabberment!'' ,Ausruf des Unwillens oder der Überraschung‘, entstellt aus ''Sakrament!''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sappern''' ● ''sabbern'' ,wiederholt, anhaltend nippen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sarraß''' m. ● ,Sárraß, Säbel‘, übetragen: ,sehr lebendiges, auch aufsässiges Kind‘, Kassel (Gr. 1894); ''Saaras'' ,durchtriebener Kerl, Schwerenöter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sätigen''' ● ''sähdigen'' ,sättigen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Satte''' f. ● ''Sadde'' ,Milchschüssel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauaas''' ● ''Söioos'', Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saubiest''' ● ,widerspenstiger Mensch, Quertreiber‘, Kassel 20. Jh.; ''Söibiest'' ,störrisches, widerspenstiges Schwein; störrischer, halsstarriger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauel''' f. ● ''Söiwel'' ,Schusterahle‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauerkohl''' ● ''Surenkohl'' ,Sauerkraut‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''surer Kohl'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufbeere''' f. ● ''Süffbäre'' ,Feldbirne, Kelterbirne‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufen''' n. ● ''Süffen'' ,Suppe‘, bei Felsberg (Pfs. 1886); ''Suffen'', für ,Suppe, gebräuchlich, aber nur in ''sures Suffen'' ,heißgekochte Milch‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufjost''' ● ''Suffjost'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufmatz''' ● ''Suffmatz'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Matz'' ist hess. Kurzform von ''Matthias''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufmichel''' ● ''Suffmichel'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufnase''' ● ''Suffnase'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufschlutte''' ● ''Suffschludde'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Schlutte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufschnudde''' ● ''Suffschnudde'' ,einer, der gern mal einen trinkt; kein Trinker im engeren Sinne‘, nicht immer unfreundlich gemeint, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Schnute''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saugente''' ● ''Süjjeähnde'' ,Blutegel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saukopf''' ● ''Söikopp'' ,halsstarriger Mensch, Dickkopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saule''' ● ''Sûl'' ,hölzerne Ecksäule von Fachwerkhäusern‘, ganz Althessen (Vil. 1868); ''Sulle'' ,Säule‘, Kassel (Gr. 1894); ''Sühle'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Steinsäulen wurde bis um 1830 ''Ständer'' genannt. (Vil.) ● Siehe ''Ecksaule''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauloch''' ● ''Söiloch'' ,schmutziges Loch; unordentliches, unanständiges Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saumade''' ● ,Zotenreißer‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saumensche''' n. ● ,Frau von üblem Charakter‘, Schimpfwort, Kassel 20. Jh.; ''Söimönsch'' ,schmutziges oder moralisch minderwertiges Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauritte''' m. ● ''Sauredde'', -''ridde'', Schimpfwort für den Hund, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauschnitter''' ● ''Söischnedder'' ,Viehkastrator‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauschwanz''' ● ,der Wirbelwind‘ [also ,Windhose‘], womit der Schwanz des Teufels bezeichnet werden soll, ganz Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sausutte''' f. ● ''Söisudde'' ,Jauche der Schweine‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sautier''' ● ''Söidier'' ,schmutziges oder sittlich anrüchiges Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sawaukohl, Sawauschen''' ● ''Sawáu'' m., oft vollständig ''Sawaukohl'', ,Savoyerkohl‘, üblicher Name des ,Wirsings‘ in Hersfeld (Vil. 1868); ''Safaudschen-Kol'', in Kassel die ausschließliche Bezeichnung des ,Wirsings‘ (Pfs. 1886); ''Sawauschen'' Pl. ,Savoyer Kohl, Wirsing‘, Kassel (Gr. 1894); ''Zawauschen'', dasselbe, Kassel (Bennecke 1904); ''Sofáienkohl'' ,Wirsing‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabch''' m. ● ,Krätze‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabbesdeckel''' ● ''Schawwesdeggel'' ,Sabbatshut, Sonntagshut, Zylinderhut‘, Kassel (Gr. 1894); ,alter, schäbiger Hut‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabehals''' ● ''Schawehals'' ,Geizhals‘, Kassel 20. Jh.; ''Schowehals'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schabernäcken''' ● ''schowwernäggen'' ,einen Streich spielen, necken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabernäcker''' ● ''Schowwernägger'' ,Schabernack ausübender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schabernäcksch''' ● ''schowwernäggsch'' ,stets zu Schabernack aufgelegt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabracke''' f. ● ''Schabraggen'', meist Plur. ,alte, unansehnliche Bekleidungsstücke für Frauen, Klamotten‘, ''Schabragge'' ,unordentliche, lumpige Frau‘, Kassel 20. Jh.; ''Schawweragge'' f. ,verächtliche Bezeichnung für eine Gesamtheit von Gegenständen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schacke''' m. ● ''Schack'' ,Schecke: buntes Pferd, weißbraun oder weißschwarz‘, in Niederhessen ausschließlich gebrächliche Form von hd. ''Schecke'' (Vil. 1868); ''Schagge'' ,geschecktes, buntes Tier (besonders Pferd oder Rind)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Oberellenbach auch ''Schecke'', wie hd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schacker''' m. ● ,böser, bissiger Hund‘, übertragen; ,hinterhältiger, tückischer Mensch‘, in Niederhessen gebräuchlich wie auch im östl. und noröstl. Deutschland (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schackig''' ● ''schaggech'' ,gescheckt, gefleckt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ebd. auch ''scheckig'', wie hd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schadarme''' ● ,Gendarm‘, übertragen: ,Aufpasser‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schafrippe''' ● ''Schoofrebbe'' ,Schafgarbe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schafschelle''' ● ''Schofeschelle'' ,Schnapsglas‘, Balhorn (Sl. 1901). ● Entspricht der ''Küheschelle'', s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schafsschinken''' ● ''Schoofsschinken'' ,Gitarre‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schaken''' m. ● ''Schoken'' Plur. (selten ''Schoke'' im Sing., dann schon eher ''Schoken'' m.) ,grober, plumper, unförmiger Schuh‘, verächtlich, Niederhessen, „nur noch selten gebraucht“ (Vil. 1868); ''Schoken'' (''o'' offen) ,grober Schuh‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schälchen''' ● ''Schälchen'' ,Untertasse‘, ganz Hessen (Pfs. 1886), Kassel (Gr. 1894); ''Schalchen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die Obertasse hingegen heißt ''Köpfchen''. (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schale''' ● ,Untertasse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schalkjahr''' ● ''Schalkj(o)hr'' ,Schaltjahr‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schalgjohr'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. verzeichnet nur ''Schalkjahr'' (also ohne die dialektale Aussprache von -''jahr'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schallu''' ● ''schallú'' ,neidisch, ärgerlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''jaloux''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schalter''' ● ''Schalter'' f. ,Fensterladen‘, zumal der nachts inwendig gesetzte, der jetzt außer Gebrauch gekommen ist, ''Scheller'' m. ,Riegel‘, Schwalm (Vil. 1868); ''Schahler'', auch ''Schaller'' ,Fensterladen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Der Gleichsetzung von ''Schalter'' und ''Scheller'', von Vil. nur vermutet, ist zuzustimmen. ● Vgl. mhd. ''schalter'', ''schelter'' ,Riegel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schämede''' f. ● ,Scham‘, Kassel (Gr. 1894), ,Scham, Schamgefühl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hoste dann gar keine Schämede?'' ,Schämst du dich nicht?‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schämerig''' ● ''schämerech'' ,Scham bereitend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schammerieren''' ● Siehe ''verschammerieren''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schank''' m. ● ,Schrank‘, in Hessen ausschließliche Form (Vil. 1868); ''Schank'', Kassel (Gr. 1894), ''Schaank'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schanc'', ahd. ''scanc''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schanzläufer''' ● „war früher allgemein üblich für eine Gattung von Kittel, eigentlich nur einen Schurz mit Ermeln; später hieß, mindestens zu Kassel, jeglicher Arbeits-Anzug so – dann aber auch spöttisch ungeschickte, grobe Tracht, ein wunderlich geschnittenber Rock, u.s.w. Die Benennung beruhet auf der Bedeutung von ''schanzen'' für arbeiten überhaupt; ebenwol heißt es ''sich abschanzen'' in gleichem Sinne als sich abrackern.“ (Pfs. 1886)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schar''' n. ● ''Schor'' ,rundes Eisen, auf dem die Kartoffelpfannkuchen gebacken werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Andernorts auch Schareisen genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schare''' f. ● ''Schore'' ,Pflugschar‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scharkuchen''' ● ''Schorkuchen'' ,Kartoffelpfannkuchen, auf dem ''Schar'' gebacken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scharmuzieren''' ● ''scharmezieren'' ,karessieren, umschmeicheln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scharteke''' f. ● ''Schardeege'', meist: ''ahle Schardeege'' ,eigensinnige, etwas heruntergekommene Frau‘, Kassel 20. Jh.; ''Schadeege'', meist: ''ahle Schadeege'' ,altes, unbrauchbares Gerät‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scharwallchen''' ● ,hastig, aber planlos umherlaufen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scharwerk''' ● ,Handdienst‘, Bezeichnung für die Wegebauten in der Gemeinde, auch für alle übrigen Gemeindearbeiten, Balhorn (Sl. 1901). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scharwerken''' ● ,Handdienste leisten‘, in übertragenem Sinn: ,tüchtig aerbeiten, schaffen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schatz''' ●  für ,Geliebter, Geliebte‘ in Althessen ausschließlich herrschender Ausdruck (Vil. 1868); ,Liebhaber, Liebchen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schatzleute''' ● ,Liebespaar‘ (Vil. 1868); ''Schatzliere'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schauder''' m. ● ''Schuder'', Kassel (Gr. 1894); ''Schürer'' ,fröstelnde Empfindung‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ähnliches ''Schutter'' ,Schauer‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schauderig''' ● ''schürerech'' ,einen Schauder hervorrufend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schaudern''' ● ''schudern'' ,schaudern vor Gräßlichem‘, Kassel (Gr. 1894), ''schürern'' ,vor Frost oder Ekel zittern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ähnliches ''schuttern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schauer''' f. ● ''die Schure'' ,Regenschauer‘, auch: ,Schnee-, Hagelschauer‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,Regenschauer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schauern''' ● ''sich schuren'' ,sich bei Regen usw. unterstellen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schäumchen''' ● ''Schemmchen'', Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s handschriftl. Manuskript: ''Schémmchen'' (Aussprache also: geschlossenes ''e'' bzw. offenes ''i''). Bei Gr. Hinweis auf die Ableitungsgrundlage ''Schumm'' ,Schaum‘. Inwiefern ihm das ''Schäumchen'' einen eigenen Eintrag wert war, ist nicht ersichtlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schäumen''' ● ''schemmen'' ,schäumen‘, auch: ,abschäumen‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript: ''schémmen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schäumlöffel, Schaumlöffel''' ● Schemmleffel, Kassel (Gr. 1894, ohne Angabe der Bedeutung); Schümmleffel ,Löffelmit dem man den Schaum von kochenden Speisen abschöpft‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript: Schémmleffel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schaurechtig''' ● ''schurächtich'' ,schaurig‘, Kassel (Gr. 1894). ● Formerklärung: ''schur''- + Suffixkomination -''acht'' + -''ig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schaute''' m. ● ''Schode'', ''Schaude'' ,schlechter, geringer, niedrig denkender Mensch‘ (Vil. 1868); ''Schaude'' ,Schurke, Schuft‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schaurig''' ● ''schurig'' ,schaurig, gräßlich‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch ''schaurechtig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schawelande''' ● ,bizarr erscheinende alte Jungfer‘, Benennung zur Zeit von Pfs.s Kindheit, Kassel (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schawelle''' f. ● ,unruhiges, stets hin und her laufendes kleines Mädchen‘ (Vil. 1868); ,schmutzig und unansehnlich gewordene Puppe‘, Hersfeld (Pfs. 1886); ''ahle Schawelle'' ,gutmütige alte Frauensperson‘, Kassel (Gr. 1894). ● Nach Gr. von französ. ''javelle'' ,lose Garbe, Getreideschwaden‘, auch ,Wickelpuppe‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabbesdeckel''' ● ''Schawwesdeckel'' ,schlechter Hut‘, verächtlich, ursprünglich nur von Juden und Juden gegenüber gebraucht, sehr üblich (Vil. 1868); ,Sabbatshut, Sonntagshut, Zylinderhut‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schawwesdäggel'' ,alter, schäbiger Hut‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schebb''' ● ,schief‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Wird nur als Prädikatsnomen gebraucht, nicht atttributiv; Gr.: ''schebb'' steht „nicht vor dem Hauptwort: ''De Nadel es schebb.''“ ● Vil. (1868) ordnet ''schepp'' allein Oberhessen zu (was sichtlich unrichtig ist). ● Siehe ''scheib'', auch ''schiewes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheel, schal''' ● ''schael'' ,schielend, einäugig‘ (Vil. 1868); ''schäl'' ,schielend‘, Kassel 20. Jh.; ''schal'' ,einäugig, schielend; ''schal'', abgestanden, wertlos‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Schäl gucken'' ,mißgünstig blicken‘, Kassel 20. Jh. ''Hä güggt schaal''. ,Er guckt schielend, er schielt.‘ (Hm.) ● Vgl. nhd. ''schielen'', das nichts mit nhd. ''schal'' zu tun hat, siehe ''schilchen'' ,schielen‘. Vgl. mnd. ''schêl(e)'' ,schielend‘. Vgl. mhd. ''schal'' ,schal, trübe‘; ''die liehten ougen sint schal.'' Hier liegen offenbar wechselseitige Beeinflussungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheelblatt''' ● ,Augenschutz am Pferdegeschirr‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheen''' f. ● ''Schin'' f. ,Schienbein‘, vor allem im nördl. Niederhessen (Vil. 1868); ''Schänn'' f. Schienbein‘, pl. ''Schänn'' ,Schindeln, gespaltene Haselruten, die am Fachwerkgebälk festgenagelt werden, um den Strohlehm daran haften zu machern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheenbein''' ● ''Scheenbein'' ,Schienbein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheenen''' ● ''scheenen'' ,schienen, Schienen anlegen (Chirurgie)‘, Kassel (Gr. 1894); ''schännen'' ,mit Schindeln versehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheib''' ● ''scheib'' ,schief‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''scheib'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''scheep'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Wird attributiv und als Prädikatsnomen gebraucht gebraucht, also etwa: ''där scheiwe Baum'', ''där Baum is scheib''. Kassel. ''Hä güggt scheep.'' ,Er guckt mürrisch von der Seite.‘ ''Scheewes Oos'' ,schiefes Aas‘, beliebtes Schimpfwort. (Hm. 1926). ● Volkstümliche Straßenbezeichnung in Kassel: „''Scheiwe Fullegasse'', zum Unterschied von der kürzeren, geraden. Sie führte von der [ehemaligen] [[Alte Fuldabrücke|Fuldabrücke]] nach dem Renthof.“ (Gr.) ''Scheiwes Faß'': „wird bei der Hausschlachterei gebraucht“. (Gr.)  ● Siehe ''schebb'', auch ''schiewes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheibbein''' ● ''Scheebeeng'' ,Schiefbein, Person mit schiefen Beinen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheibes''' n. ● ''ein Scheiwes werfen'' ,die Kegelkugel schief, d.h. zur Seite werfen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheibmaul''' ● ''Scheebmüll'' ,Schefmaul, Kind, das dauernd senen Mund zum Weinen verzieht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheißen''' ● ''schissen'', Kassel 19., 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ''Ich will dä was schissen.'' ,Derbe Ablehnung einer Bitte oder Aufforderung‘. Kassel 20. Jh. ''Ech wäll dä wos schissen.'' Dasselbe, Oberellenbach. (Hm.) ''Hä kimmet schun widder aangeschissen.'' Kassel 20. Jh. ,Er kommt schon wieder hergelaufen‘. Kassel 20. Jh. ''Hä kemmt schon werre jeschässen''. Dasselbe, Oberellenbach (Hm.) ● Stammformen Kassel: ''schissen'' (mit geschlossenem ''i''), ''schiß'' (''scheß''), ''geschissen'' (''geschessen'') (Imperfekt und Part. Perf. mit offenem ''i'', läßt sich auch mit ''e'' wiedergeben). Stammformen Oberellenbach: ''schissen'', ''schäß'', ''jeschässen'' (Hm.). ● ) Bei Gr. Infinitiv bzw. Präsensstamm fehlerhaft: er setzt ihn mit ''é'' an, Aussprache also mit geschlossenem ''e'' bzw. offenem ''i''. Das trifft keineswegs zu: es handelt sich um ein geschlossenes ''i''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheißer''' m. ● ''Schisser'' ,kleines Kind‘, spöttisch, auch fast liebevolle Anrede für ein kleines Kind, Kassel 20. Jh. ● In der Grundbedeutung vor allem in dem Kompositum ''Hosenschisser'', Kassel 20. Jh.; vgl. auch ''Schluttenschisser''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheißerei''' ● ''Schisserei'' ,Durchfall‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheißern''' ● ''schessern'' ,sich nahenden Stuhlgang verspüren‘ (unpersönl. Verb), Kassel (Gr. 1894); ''schissern'' (mit gerschlossenem ''i'') ,zum Scheißen reizen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr.s Manuskript hat ''schéssern'', also geschlossenes ''e'' bzw. offenes ''i''. Scheinbar hier dieselbe Abweichung wie bei ''schissen'' ,scheißen‘, nach Gr. (fälschlich) ''schéssen''. Das korrekte geschlossene ''i'' zeigt sich in der Oberellenbacher Form ''schissern'', die ja, wenn sie lautliche Parallele wäre (mit niederhess. Senkung), ''schässern'' lauten würde. ● ''Äs schessert mech. Mech schessert.'' ,Ich muß gleich mal (kacken)‘, letzteres auch zur Bespöttelung der Rede eines anderen, mit der Hinzufügung „Ach, Herr Siewert!“ Kassel (Gr. 1894). ● Anmerkung hierzu in Gr.s Wörterbuch durch den Herausgeber Paul Heidelbach (1952): „Der frühere cand. theol. Otto Siebert (1822 – 1899) war Inhaber einer Privatschule zur Vorbereitung auf das Gymnasium. Seine Schüler pflegten, wenn sie während des Unterrichts ,mal hinaus‘ mußten, zu rufen: ,Herr Siewert, Herr Siewert!‘ Mit der Zeit war der Ausruf ,Herr Siewert, mech schessert‘ in Kassel sprichwörtlich geworden. Wilhelm Bennecke schreibt in seinem Buch ,Das Hoftheater in Kassel‘ über den Komiker Friedrich Hesse: ,Hesse hatte nur einmal etwas anderes gesagt, als in seiner Rolle stand, und das war ,Ach, Herr Siebert!‘ gewesen, ohne daß er die Bedeutung dieses Ausrufs kannte. Als darauf ein donnernder Applaus losbrach und auch der Kurfürst, der in den Kasseler Redensarten sehr auf dem laufenden war, lachte, wurde Hesse stutzig. Er erkundigte sich näher nach dem geflügelten Worte und verschwor von nun an jedes Extempore.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schelle''' f. ● ,Hautblase, z.B. Brandblase oder durch wilde Blattern hervorgerufen‘ (Vil. 1868); ''Schalle'' ,Hautblase, die durch Brennen entsteht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schelmenlied''' ● ,jedes nicht geistliche Lied, besonders das Liebeslied‘, Balhorn (Sl. 1901); ,weltliches Lied, Liebeslied‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bedeutungsgleich mit ''Schälmenschdeggchen'' ,Schelmenstückchen‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schenk''' ● Siehe ''Ballschlag''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schenkeln''' ● Bezeichnung für das Wetzen und Wundstreichen des hinteren Hufes bzw. der Fessel (vielleicht auch nur am Vorderbein) mit dem Stollen des anderen Hufeisens bei Pferden, Schwalm (Pfs. 1886); ,beim Gehen mit dem einen Fuß am andern herstreichen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheppeln''' ● ''scheppeln'', ''aufscheppeln'' ,kränzen‘, d.h. durchflechten des Haares mit rotem Band und künstlichen Blumen (bei abgelegter Betzel) als Ehrenschmuck der jungfräulichen Bräute zur Hochzeit, auch der jungfräulichen Gevatterinnen bei Kindstaufen, wie auch der jungfäulichen Begleiterinnen; nur in den Gebirgsteilen der Grfaschaft Ziegenhain üblich, doch auch sonst in dieser Gegend [d.h. Schwalm] bekannt, auch in anderen Teilen Deutschlands; in Niederhessen völlig unbekannt (Vil. 1868). ● Vgl. mhd. ''schapel'', ''schappel'' ,Kranz von Laub, Blumen (natürlichen oder künstlichen) als Kopfschmuck der Jungfrauen‘ (Lex.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scherbel''' f. ● ''Scherwel'' ,Scherbe‘, auch: ,Rest eines abgebrochenen Zahnes im Mund; Kopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scherbelware''' ● ''Scherwelwore'' ,Gegenstände aus Ton oder Porzellan‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheren''' ● ''sich scheren'' ,sich kümmern um‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheren''' ● ,schüren‘, Kassel (Gr. 1894); ''schären'' ,(Feuer) schüren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scherschante''' ● ''Scherschande'' (Bullezeischerschande) ,preußischer Schutzmann‘, Kassel (Gr. 1894). ● von französ. ''sergeant''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scherzen''' ● „schürzen, wohl richtiger, wie auch gesprochen wird: scherzen“, ,den Dienst verlassen (von Knechten und Mägden)‘, inneres Hessen, im Fuldaischen, Hersfeldischen, in der Grafschaft Ziegenhain, auch in Oberhessen nicht ungebräuchlich (Vil. 1868); ''schärzen'' ,den Dienst verlassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''scherzen'' mit der vermutlichen Bedeutung ,abschneiden, kürzen‘, so Lex. mit Verweis auf mhd. ''scherze'' m. ,abgeschnittenes Stück‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scherzköze''' f. ● ''Schärzekeeze'', in der Redensart: ''Hä (äs) gricht de Schärzekeeze jepaggt.'' ,Er (es) kriegt die Scherzköze gepackt, d.h. ein Knecht (eine Magd) tritt den Dienst an‘. Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheuch''' ● ''schich'' ,scheu‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''schiuch'', ''schiuhe'' ,scheu, verzagt‘; Entwicklung: ''schiuch'' (''iu'' = langes ''ü'') &amp;gt; ''schüch'' (belegt) &amp;gt; ''schich'' (Entrundung und Kürzung). Mhd. ''iu'' (= ''ü''), wurde nhd. zu ''eu'' diphthongiert, im Niederhess. weitgehend nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheuchterechtig''' ● ''schichterechtig'' ,gerne scheuend (von Pferden)‘, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Ableitung mit dem Suffix -''echtig'' (Pfs.), s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheuer''' f. ● ''Scheuer'', gesprochen ''Schier'', ,Aufbewahrungsort von Getreide, Stroh und Heu‘, im östl. Althessen‘ (Vil. 1868); ''Schiere'' ,Scheune‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Schiere'', Kirchberg 20. Jh. ● Im westl. Althessen hingegen ''Scheune'' üblich, gesprochen ''Schine'' (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schicke''' ● ''schegge'' ,betrunken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript ''schégge'' geschrieben, also geschlossenes ''e'' bzw. offenes ''i'' als Stammvokal. ● Ableitung ''angeschiggert'' ,angetrunken‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schicken''' ● ,auslangen, ausreichen, genügen‘, Hessen (Pfs. 1886); ''schiggen'' ,senden; ausreichen, genügen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926), ''sech in wos scheggen'' ,sich in etwas fügen‘ (Hm.). ● ''Es schigget.'' ,Es reicht, es ist genug.‘ Kassel 20. Jh. ''Äs scheggt'', dasselbe (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schickening''' ● ''scheggenink'' ,schickend, ausreichend‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Wos scheggenink machen'' ,etwas schickend machen, bewirken, daß es ausreicht‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schickern''' ● ''sich schickern'' ,sich zurückhaltend benehmen‘, Fritzlar und Umgebung (Vil. 1868). ● ''Schicker dich!'' ,Benimm dich! (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schickse''' f. ● ''Scheggse'' ,liederliches, ehrloses Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus der Studentensprache: ''Schickse'' ,leichtes Mädchen, Flittchen‘; älter: rotwelsch ''Schicksel'' n. ,Judenmädchen‘; aus dem Jiddischen: ''schickzo'', ''schickzel'', ''schickzeche'' ,nichtjüdisches Mädchen, christliches (Dienst-)Mädchen‘, zurückgehend auf hebräisch ''scheqes'' ,Unwürdiges, Abascheuliches‘ (Pff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiebekaren''' ● ''Schiewekahren'' ,Schubkarren‘, Kassel (Gr. 1894), Kassel 20. Jh. ● Siehe auch ''Schubkaren''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiebekühe''' ● ''Schiewekiewe'' ,Schiebe-, Zugkühe‘, Kassel 19. Jh. (Jonas 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schieben''' ● ''schiewen'', Kassel 20. Jh. ● Stammformen: ''schiewen'', ''schobb'', ''geschowwen''. ● Neben schieben auch ''schuben'', siehe das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schieber''' f. ● ''Schibber'' ,Splitter‘ (Vil. 1868); ''Schiber'' m., f. gesprochen ''Schiwwer'', ,Schiefer, Splitter‘ (Pfs. 1886); ''die Schewwer'' ,der Schiefer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''die Schiwwer'', Flurbezeichnung, Kirchberg 20. Jh. (''die Schieber'' in hd. Schreibweise, 17. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schieberchen''' ● ''Schewwerchen'' ,kleiner Splitter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schieberig''' ● ''schewwerech'' ,sich in kleine Splitter auflösend, splitterig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schiebern''' ● (''sich'') ''schibbern'' ,sich in kleine Splitter auflösen‘ (Vil. 1868); ''sich schewwern'' ,sich schiefern, abblättern‘, Kassel (Gr. 1894); ''sech schewwern'' ,sich in kleine Splitter zerlegen, sich abblättern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''schéwwern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schieberstein''' ●  ''Schewwerstein'' ,Schieferstein, Dachschiefer‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schewwersteeng'' ,Schiefertefel, Schultafel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''Schéwwerstein''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiebertafel''' ● ''Schiwwerdafel'' ,Schiefertafel‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schiebes''' ● ''schiwes gehn'' ,verloren gehen, draufgehen, untergehen‘, in Niederhessen sehr gebräuchlich (Vil. 1868); ''schiewes gehen'' ,schiefgehen, mißlingen, verloren gehen‘, Kassel (Gr. 1894); ''schiewes gän'' ,verloren gehen, zugrunde gehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schießel''' m. ● ,kleine Tonkugel für Kinderspiele‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiff''' n. ● ,Schiff, größeres Wasserfahrzeug‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiff''' m. ● ,die Funktion des Urinierens‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiffchen''' ● ,kleiner rechteckiger Kessel, in die Herdplatte eingelassen, zur Wassererwärmung bzw. zur dauernden Bereitstellung von warmem Wasser‘, Kassel 20. Jh. ● Sehr wahrscheinlich Umdeutung von *''Schäffchen'', vgl. mhd. ''schaf'', ''schaffes'' n. ,Gefäß für Flüssigkeiten‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiffe''' f. ● ,Seiche, Urin‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiffel''' m. ● ''Scheffel'' ,Weberschiffchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schiffen''' ● ,urinieren‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiffer''' ● ,Treideler; Mann, der Fuldakähne flußaufwärts zieht‘, Melsungen (Kirchenbuch 19. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schilchen''' ● ,schielen‘, ganz Hessen fast ausschließlich üblich (Vil. 1868); ''schelchen'' ,schielen‘, auch: ,verstohlen nach etwas sehen‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript ''schélchen'' geschrieben, also geschlossenes ''e'' bzw. offenes ''i'' als Stammvokal. ● Vgl. mhd. ''schilhen'' (Aussprache ''schilchen''). ● Siehe ''scheel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindaas''' s. ● Schimpfwort, ganz Hessen, belegt in Marburg 1658 (Vil. 1868); ''Schennoos'', häufiges Schimpfwort, Kassel (Gr. 1894); ''Schengoos'', starkes Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''Schénnoos''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schinden''' ● ''sech schengen'', auch: ''schennen'' ,sich quälen, abarbeiten‘, Kassel (Gr. 1894), ''sich schinnen'', Kassel 20. Jh.; ''schengen'' ,eine Gans schinden, d.h. die geschlachtete Gans nicht braten, sondern statt dessen in Stücke zerhacken und einsalzen‘, ,jem. quälen, peinigen‘, ''sech schengen'' ,sich schinden, sich quälen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''schéngen'', ''schénnen''; ''schengen'' (''schingen'') ist ländliche Form, kein Stadtkasselänsch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schinder''' ● ''Schenger'', auch: ''Schenner'' ,Schinder; grausamer Mensch, Tierquäler‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schinner'', Kassel 20. Jh.; ''Schenger'' ,Abdecker, Rasenmetzger; Tierquäler‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''Schénger'', ''Schénner''; ''Schenger'' ist ländliche Form, kein Stadtkasselänsch; richtiger siehe z.B. ''Ziegenschinder'' (''Zächenschenner'', Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindergasse''' ● ''Schingergasse'', ''Schengergasse'', die ,Schindergasse‘ in der Kasseler Unterneustadt, Waisenhausstraße (Gr. 1894). ● Die Unterneustadt war der „arme“ Stadtteil, scheinbar stärkerer Zuzug vom Lande (daher vermutlich auch die ländliche Form ''Schinger'' statt ''Schinner''); Übername der Unterneustadt: ''Derfchen'' ,Dörfchen‘. ● Anmerkung zu Gr.s Artikel durch den Herausgeber seines Wörterbuchs Paul Heidelbach (1952): „Die in der Unterneustadt gelegene Waisenhausstraße hieß früher nach der hier wohnenden Familie Langschenkel die Langschenkel- oder Schenkelgasse und wurde in ihrem östlichen Teil Schindergasse genannt; denn das hier gelegene Haus Nr. 29 wurde in den Häuserverzeichnissen 1603 als Scharfrichters Haus, 1605 als Henkershaus und 1622 als Schinderei bezeichnet. 1605 wohnte in ihm Meister Hans der Scharfrichter, und noch 1768 war es die Wohnung des Nachrichters.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindleich''' m. ● ''Schindleich'', Schimpfwort (Vil. 1868); ''Schingeleich'', ''Schengeleich'' ,Kadaver‘, auch derbes Scheltwort, Kassel (Gr. 1894); ''Schengleech'' m. ,Schindrasen, Bergungsstelle für das eingegangene Vieh‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel (Gr.) semantisch offenbar angelehnt an hd. ''Leiche'' (siehe aber ''Schindleichsweg''). Die eigentliche Bedeutung erhalten in Oberellenbach. ● Zur vermutlichen Bedeutungsentwicklung: Mhd. ''leichen'' ,hüpfen, aufsteigen, gelenkig biegen‘; foppen‘, ''leich'' m. ,Musikstück, Melodie, Gesang‘, ahd. ''leihhen'' ,zucken, wippen‘, ''leih'' m. ,Lied, Gesang, Melodie, Musik‘, got. ''laikan'' ,hüpfen, springen‘, ''bilaikan'' ,verspotten‘, ''laiks'' ,Tanz‘, altnord. ''leika'' ,spielen, fechten, jem. mitspielen‘, ''leikr'' ,Spiel, Spott‘, altengl. ''lācan'' ,sich schnell bewegen, spielen, fechten‘, ''lāc'' ,Spiel, Kampf, Beute, Gabe‘. Das in allen germanischen Sprachen verbreitete Substantiv, in mhd. Form ''leich'', bedeutete ursprünglich offenbar ,Tanz, Spiel, Kampfspiel, öffentliches Vergnügen‘ und scheint – zumindest in Nordhessen –  als Bezeichnung auf die Plätze, wo dergleichen stattfand, übergegangen zu sein. Sofern vor den Siedlungen gelegen, sind solche freien Plätze, Rasenplätze (später) offenbar auch als Schindrasen genutzt bzw. zu solchen umgewidmet worden, gewiß in einer Zeit, in der die ursprüngliche Bedeutung von ''Leich'' schon in Vergessenheit geraten war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindleichsweg''' ● ''Schingeleichsweg'', von Bettenhausen (heute Stadtteil von Kassel) zur Abdeckerei, Schinderei führender Weg, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● Gemeint: ,Weg zum Schindleich, d.h. zum Schindrasen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindluder''' n. ● ''Schindluder'', Schimpfwort (Vil. 1868); ''Schindluder mit einem driewen'' ,jem. schikanieren, übel behandeln‘, Kassel 20. Jh.; ''Schenglürer mit ämm schbälen'' ,mit jem. spielen, jem. verächtlich behandeln, dem Spott preisgeben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schippe''' f. ● ''Schippe'' ,eiserne Schaufel‘, im östl. Hessen auch für ''Spaten'' gebräuchlich (Vil. 1868); ''Schebbe'' ,Schaufel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schebbe'', Oberellenbach (Hm. 1926); Plur. auch: ,lange Finger- oder Zehnägel‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl mhd. ''schipfe'' m. ,Schaufel, Grabscheit‘, mhd. (md.) ''schippe'' f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schippe''' f. ● ,Mützenschirm‘, metaphorisch, wegen der Ähnlichkeit mit einer Schippe (Schaufel), ausschließlicher Ausdruck, ganz Hessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schippchen''' ● ,kleine Schippe (Schaufel); die vorgestreckte Unterlippe bei weinerlichen Kindern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schippenmist''' ● ''su füll wie Schebbenmäst'' ,so faul wie Schippenmist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schirlitzchen''' ● ,leichtes Kleidungsstück, namentlich Umhängsel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schirne''' f. ● ''Schirn'' ,öffentlicher Verkaufsplatz, in Hessen nur für Fleisch, daher ''Fleischschirn'', ''Wildpretschirn''‘ (Vil. 1868); ,Verkaufssplatz, -stand‘, Kassel, scheinbar nur belegt in ''Wilbertschirne'' (siehe das) und historisch: [[Rathaus am Altmarkt|die alte Fleischschirne am Altmarkt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiß''' m. ● ''Schiß'' ,Schiß, Scheiße, das Scheißen (also nicht nur das Produkt, sondern auch die Verrichtung des großen Geschäfts)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schäß'' ,menschliche und tierische Exkremente‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Schiß honn'' ,Angst haben‘, Kassel 20. Jh., (''jo''), ''en Schiß!'' ,derbe Ablehnung‘, Kassel 20. Jh., ''en Schäß!'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ''Du bäst en Kärle wie’n Schobben Schäß.'' ,Du bist ein minderwertiger, zu nichts zu gebrauchender Mensch.‘ (Hm.) ● Aussprache von ''Schiß'' in Kassel mit kurzem offenem ''i'', deshalb auch Schreibung ''Scheß''. Das Wort entspricht lautlich nicht dem hochdt. Wort ''Scheiße'', das im Niederhessischen keine lautliche Parallele hat. Gr. (1894, Kassel) verzeichnet ''Schiß'' an unterschiedlicher Stelle als ''Schäß'' und ''Scheß'', letzteres im Manuskript – mit Akzent – als ''Schèß'', d.h. die Aussprache ist also gleich: offenes ''e''. Gleichwohl schreibt er ''Scheßdebbchen''; das Manuskript hat ''Schéßdebbchen'': hier also ''Scheß'' mit geschlossener Aussprache des ''e''; auch Schreibung ''Schiß'' wäre möglich gewesen: sehr offenes ''i''. ''Schäß'' (mit „niederhessischer Senkung“ des i-/e-Lauts) ist ländliche Aussprache in Teilen des Umlands von Kassel und erklärt sich in Kassel sicherlich durch starken Zuzug vom Land im Zuge der Industrialisierung im 19. Jh. (vgl. etwa auch die Dubletten ''is''/''es'' – ''äs'' ,ist‘, ''Schinner'' – ''Schenger'' ,Schinder‘). Das ländliche ''Schäß'' hat sich gegenüber ''Schiß'' letztlich nicht durchgesetzt, gilt aber kurioserweise als sogenanntes „Kasseler Wörtchen“. – Gr. führt weiterhin an: ''Schäßarsch'', ''Schäßkobb''! Auch hier gegenüber dem „bürgerlichen“ ''Schißdibbchen'' (''Scheßdebbchen'') (Gr.) die derbere Unterschichten-Variante.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißarsch''' ● ''Schäßoorsch'' ,schmutziger Mensch; kleiner Kerl; Feigling, Angsthase‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißchen''' ● ''en Schäßchen'' ,ein bißchen; durchaus nicht!, keineswegs!‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißdreck''' ● ''en'' ''Schäßdräck''! ,Keineswegs!‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schisserig''' ● ''schesserig'' ,scheißerig, plötzlichen Stuhlgang verspürend‘, Kassel (Gr. 1894). ●  ''Es wird mä schesserig.'' (Gr.) ● In Gr.s Manuskript ''schésserig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schissig''' ● ''schässech'' ,mit Kot beschmutzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißtüpfen, -tüpfchen''' n. ● ''Schißdibben'' ,Nachttopf‘, Kassel 20. Jh., ''Scheßdebbchen'', ''Schißdibbchen'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schäßdebben'' ,Nachtgeschirr‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißwanst''' m. ● ''Schäßwanst'' ,ungezogenes Kind‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabber''' f. ● ''Schlawwer'' ,redselige Person, Plaudertasche; nicht stillstehender Mund‘, gleichbedeutend mit ''Schlabbermaul'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabberei''' ● ''Schlawwerei'' ,Geschwätz, ohrenbeleidigendes Schwatzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlabberig''' ● ''schlawwerich'' ,geschwätzig‘; auch: „verwandt mit ''ohliewig'' und ''blemberig''“, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabberjuck''' m. ● ''Schlawwerjuck'' ,dünne, gehaltlose Flüssigkeit, namentlich dünner Kaffee‘, gleicbedeutend: ''Schlawwerjucksbrieh'' ,Schlabberjucksbrühe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabbermaul''' ● ''Schlawwermull'' ,Schwätzerin redselige Person, Plaudertasche; nicht stillstehender Mund‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlabbern''' ● ''schlabbern'' ,eilig und undeutlich sprechen‘ (Vil. 1868); ''schlawwern'' ,Geschwätz machen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,viel und unnütz reden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabbertasche''' ● ''Schlawwerdösche'' ,Schwätzerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlachtemulde''' ● ''Schlochtemolle'' ,Fleischmude, Fleischtrog‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlächter''' ● ''Schlächder'' ,Hausschlachter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlachtewerk''' ● ''Schlachdewerk'', gemeint: Würste, Schinken usw., Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''Schlochdewärk'' ,das Eingeschlachtete‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlacke''' f. ● ''Schlagge'' ,großgewachsener Junge (Bursche); ungewöhnlich großer Hund, Fisch und dgl.‘, Kassel (Gr. 1894), ,Lümmel‘, gutmütig, Kassel 20. Jh.. ● Scheint Spitzname der Kasseler Atstadtjungen geworden zu sein, dann verallgemeinert: ''Kasseler Schlacke'' ,ungehobelter, pfiffiger Kasselaner (der Unterschicht), ungeniert Dialekt oder Halbdialekt sprechend‘, nicht nur außerhalb Kassels gebräuchlich, sondern durchaus in Kassel selbst, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlacken''' ● unpers. ,gleichzeitig regnen und schneien‘ (Vil. 1868); ''schlaggen'' ,kalt regnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''schlackern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlackerig''' ● ,trüb, naß‘, vom Wetter gesagt, besonders beim Auftauen des Winterfrostes (Vil. 1868); in der Verbindung ''schlaggeriches Wedder'', d.h. ''Schlackerwetter'' (siehe das), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlackern''' ● ''schlaggern'' ,kalt regnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlackern''' ● ''schlaggern'' ,wackeln, keinen festen Halt haben‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlackerwetter''' ● ,Wetter, bei dem Schnee mit Regen vermischt fällt‘, besonders in Niederhessen üblich (Vil. 1868); ''Schlaggerwedder'' ,Regenwetter mit aufgeweichter Straße‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,kaltes und nasses Wetter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlackwetter''' ● gleichbedeutend mit ''Schlackerwetter'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafbetzel''' f. ● ''Schlofbätzel'' ,verschlafen aussehender Mensch, Schlafmütze‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafbock''' ● ''Schlofbock'' ,verschlafen aussehender Mensch, Schlafmütze‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schläfern''' ● ''schleefern'', unpers.: ''Es schleefert mech.'' ,Es schläfert mich, mich drückt der Schlaf.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafezius''' m. ● ,ungeschickter Mensch; Schlingel‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlaffeez''' m. ● ,ungschliffener Mensch‘ (kein schlaffer!), Kasseler Gegend (Pfs.2, 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlaffeezig''' ● Adjektiv zu ''Schlaffeez'' (Pfs.2, 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafittchen''' s. ● ''am Schlafíttchen krichen'' ,beim Kragen packen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafittich''' ● ''Schlafittich'', ''Schlafitch'' m., „anstatt Schlagfittich“, in Hessen und anderwärts nur in Rdewendungen üblich: ''Einen beim Schlafittich kriegen''. ‚Jem. erwischen und festhalten.‘ (Vil. 1868); ''am Schlahfíddich krechchen'' ,beim Arm, beim Kragen packen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schlafídch'' m., nur in der Redensart ''om Schlafídch grijjen'' ,jem. am Kragen fassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● „An sich bedeutet ''Schlagfittich'', die Schwungfedern des Flügels, … indes ist der Ausdruck von den Vögeln nicht mehr in Uebung.“ (Vil.) Bei Vil.s Deutung als „Schlagfittich“ fällt auf, daß der Wortakzent bei ''Schlafíttich'' auf der zweiten Silbe liegt und nicht auf der ersten. Es müßte, wenn Vil. recht hat, eine Akzentverschiebung stattgefunden haben wie z.B. bei ''Holunder'', ''Hornisse'' und ''lebendig'' (zweite Silbe beschwert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafmatz''' m. ● ''Schlofmatz'' ,jem., der viel, oft, lange schläft‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Matz'' ist alter hessischer Vorname, Koseform von ''Matthias''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagd''' f. ● ''Schlacht'' ,Ladeplatz für die Schiffsfracht in Kassel‘ am linken Fuldaufer, Kassel 19., 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagdhase''' ● ''Schlachthase'' ,Lastträger, eigentlich Lastträger an der Schlagd‘, dann verallgemeinert: „ehe es Dienstmänner gab“; ,Eckensteher‘, auch: ,roher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagdlümmel''' ● ''Schlachtlemmel'' ,roher Mensch, Lümmel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlahen''' ● ''schlahn'' ,schlagen‘, Kassel (Gr. 1894), ''schlohn'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''schlahn'', ''schluhch'', ''geschlahn'', Kassel 19. (und frühes 20.) Jh.; ''schlohn'', ''schluck'', ''jeschlohn'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlahmöller''' ● ''Schlohmeller'' ,Schlagmüller, Ölmüller‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlahmühle''' ● ''Schlohmeele'' ,Schlagmühle, Ölmühle‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlahning''' ● ''schlohnink'' ,schlagend‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä färt sech wie vär’m schlohningen Güll''. ,Er fürchtet sich wie vor einem schlagenden Pferd.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlamasse''' ● ''Schlamassel'', ''Schlamassen'' ,unordentliche Masse, Masse von Unrat‘ (Vil. 1868); ''in de Schlammássen'' ''bringen'', ''kummen'' ,in übles Gerede bringen, kommen; in üble Lage, in Unglück geraten‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schlamásse'' f. ,unordentliche Masse, Unrat‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Entspricht hd. ''Schlamassel'' ,unangenehme Situation, Unglück, Mißgeschick‘; aus dem Jiddischen. (Pff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlamm-Mulch''' ● ''Schlammulch'', übertragen: ,Säufer‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlampampe''' f. ● ''Schlambámbe'' ,unordentliche, faule, unreinliche, nachlässige Frauensperson, doch meist gemütlich‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlampe''' f. ● ,nachlässige, unordentliche Frauensperson‘, in Hessen wie anderwärts sehr üblich (Vil. 1868); ''Schlambe'', gleichbedeutend mit ''Schlampampe'', Kassel (Gr. 1894), ,verlotterte Frauensperson‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Schlumpe''. ● Männliche Gegenstücke zu ''Schlampe'' nach Pfs. (1886) ''Schlamp'' und ''Schlampes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlanzieren''' ● ''schlanzieren gänn'' ,schlanzieren gehen, sich müßig herumtreiben‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. slenzic ,müßig, träge‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappe''' f. ● ,Pantoffel‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappen''' m. ● ''Schlabben'' ,Pantoffel, leichter (ausgetretener) Schuh, Sandale‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappenrat''' m. ● ''Schlabbenrad'' (richtiger: -''rot'', mit offenem ''o'') ,Schuster‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. fügt in Klammern hinzu: „Friedrich Schmidt, Wilhelmstraße 17“; dieser dürfte demnach als erster mit der humoristischen Bezeichnung gemeint gewesen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlapperbrühe''' ● ''Schlabberbrieh'' ,schwache Suppe, schwacher Kaffee‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlapperig''' ● ''schlabberich'' ,schwach, schlapp, fad‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''De Subbe schmecket mä schlabberich.'' ,Die Suppe schmeckt dünn, fad.‘ ''Äs es me so schlabberich.'' ,Mir ist unwohl, bin schwach.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlappern''' ● ''schlabbern'' ,mit Geräusch auflecken‘ (Vil. 1868); ''schlabbern'' ,geräuschvoll schlürfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''schluppern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlappern''' ● ''schlabbern'' ,wackeln, schaukeln‘ (Pfs. 1886); ''schlabbern'' ,wackeln, wackelnd herunterhängen (z.B. weite Garderobe), Kassel 20. Jh. ● Siehe ''schluppern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappich''' m. ● ''Schlabbich'' ,träger, nachlässiger Kerl‘, Kassel 20. Jh.; ''Schlabbch'' ,fauler Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappmaul''' ● ''Schlabbmull'' ,Mund mit Hängelippe‘, auch abwertend für ,Mund‘, insbesondere für ,Mund, der nicht stillsteht‘; übertragen: ,Schwätzer(in)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappsack''' ● ''Schlabbsack'' ,träger Kerl‘, Kassel 20. Jh., ,unordentlicher, träger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappschnude''' f. ● ''Schlabbschnudde'' = ''Schlabbmull'' ,Schlappmaul‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlarges''' ● ''Schlarjes'' ,lang aufgeschossener junger Mensch‘, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlauder''' m. ● ''Schludder'' ,Verschwender‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlauder''' f. ● ''Schlürer'' ,unordentliche, nachlässige weibliche Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. spätmhd. ''slūderer'' m. ,jem., der übereilt, nachlässig arbeitet‘&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlauderig''' ● ''schlürerech'' ,unordentlich, nachlässig, liederlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlaudermutz''' m. ● ''Schludermutz'' ,Leichtfuß‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlaudern''' ● ''schludern'' ,schleudern, mit weit ausholenden Armen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,nachlässig arbeiten‘, Kassel 20. Jh.; ''schlürern'' ,schleudern, schleudernd wegwerfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''slûdern'' ,schleudern, schlenkern‘. (Lex.) Nhd. ''schlaudern'',nachlässig gehen, schlendern‘ (Luther, Pff.) ● Siehe ''schluddern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlauderpreis''' ● ''Schluderpreis'' ,Schleuderpreis‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlaudersack''' ● ''Schlürersack'' ,unordentlicher, oberflächlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlaudrian''' ● ''Schluderjahn'' ,unordentlicher Mensch, oberflächlich arbeitender Mensch‘, Kassel 20. Jh.; ''Schlürerjohn'' ,unordentlicher, oberflächlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlaute''' ● ,Flasche‘, siehe ''Schlutte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlehne''' ● ''schlähne'' ,allmählich bergaufführend‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''lehne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schleicher''' ● ''Schlicher'', ''Schlichert'' ,Duckmäuser, Leisetreter‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schlicher'' ,schleichend sich bewegender Mensch, Aushorcher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schleierschloßeweiß''' ● ''schlaierschloßewiß'' ,schneeweiß‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''schloßeweiß''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schleifgele''' f. ● ,Mädchen von dummer bäurischer Manier, dazu faul, nachlässig‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Gele''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schleifschuh''' ● ''Schleefschuch'' ,nachlässig gehender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlenkerbein''' ● ,Mensch, welcher die Beine schlenkernd bewegt‘, Spottwort (Vil. 1868); ''Schlenkerbeeng'' ,Person, die beim Gehen die Beine schlenkert, in kreisende Bewegung versetzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Schlenkerbein'', offenbar auch in Kassel gebräuchlich: Eine Tochter der berüchtigten Kasseler Diebsfamilie Schebe (1830er Jahre) wurde ''Anne Marthe Schlenkerbein'' genannt (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlette''' f. ● ,großer Mund, zumal mit vorstehenden,aufgeworfenen Lippen‘, Schimpfwort für ,Mund‘ überhaupt (Vil. 1868); ''Schledde'' ,Unterlippe‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), ,Mund‘, scherzhaft, abfällig, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,Maul, Mund‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schleuse''' ● ''Schließe'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlicker''' m. ● ,leichter überraschender Stoß, Stups (der den Gestoßenen aus dem Gleichgewicht bringt oder bringen könnte)‘, Kassel 20. Jh. (C. Müller 1925).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlickern''' ● ,mit Heftigkeit bzw. rasch hinwerfen, hinschleudern‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''schleckern'', ''schliggern'' ,von sich schleudern, besonders: zähe, schleimige Flüssigkeit‘, Kassel (Gr. 1894), ,etwas durch kurze rasche Bewegung von sich schleudern‘, Kassel 20. Jh.; ''schleggern'',schleudern, werfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.’s handschriftl. Manuskript ''schléckeren''. Vil. führt das Wort unter ''schläckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schliere''' f., '''Schlier''' m. ● ,Skrofel, blindes Geschwür, Balggeschwulst und dgl.‘, nördl. Niederhessen, zumal Kassel (Vil. 1868); ''Schliere'' f. ,Luftbläschen in schleimiger Substanz, z.B. Farbe, Leim‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlimpe''' f. ● ''Schlembe'' ,Schlinge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlimpen''' ● ''schlemben'' ,eine Schlinge binden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlinze''' f. ● ''Schlenze'' ,Mund‘, gleichbedeutend mit ''Schlette'', Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.’s Manuskript ''Schlénze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlippen''' ● ''Schlippe'' f., üblicher: ''Schlippen'' m. ,Rockschoß, unterer Teil des Fracks oder Oberrocks‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Schleppen'' ,Rockschoß, besonders am Frack‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schlebben'' m. ,Rockschoß, Rockzipfel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.’s Manuskript ''Schléppen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlippchen''' ● ,windiges, wie ein Rockschlippe flatteriges Bürschchen‘ (Pfs. 1886); ,unzuverlässiges Bürschchen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlippenrock''' ● ''Schlebbenrock'' ,Gehrock‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schloße''' f. ● ,Hagelkorn‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schloßen''' ● ,hageln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schloßeweiß''' ● ''schloßweiß'' ,ganz weiß, rein weiß‘, in Hessen üblich (Vil. 1868); ''schloßewiß'',ganz weiß‘, wörtlich: ,hagelweiß‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.), ,ganz weiß, schneeweiß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlubbern''' ● ''schlubbern'' ,schlabbern, geräuschvoll schlürfen‘, Kassel (Gr. 1894), ,hastig und geräuschvoll Flüssiges oder Breiiges zu sich nehmen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlucken''' m. ● ,Schluckauf‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1984); ''Schloggen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluckespeck''' m. ● ''Schlukspeck'' (gewöhnlich ''Schlukspecht'' ausgesprochen und damit unverständlich gemacht) ,habsüchtiger Mensch, dessen Habsucht sich in auffallender, gemeiner Weise äußert‘ (eigentlich ,jem., der Speck schluckt, große Brocken schlingen kann‘), nördlichstes Hessen (Vil. 1868); ''Schluggespeck'' ,jem., der sich beim Essen egoistisch verhält, das Beste vorwegnimmt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schluffern''' ● ,schlurfen, schleppend gehen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluffert''' m. ● ,Duckmäuser, Leisetreter‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlumpe''' f. ● ,nachlässige, unordentliche Frauensperson‘, aber derber als ''Schlampe'' (s.d.) und fast noch üblicher (Vil. 1868). ● Siehe ''verschlumpen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlumpen''' ● intrans. ,schlumpig, schlampig einhergehen‘, trans. ,jem. verprügeln‘ (Pfs. 1886); wie bei Pfister, dazu: ,glücklich vonstatten gehen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlumper''' f. ● ''Schlomber'' ,unordentliche, leichtsinnige weibliche Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlumperig''' ● ''schlomberech'' ,unordentlich, liederlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlumpscherweise''' ● ''schlomscherwiese'' ,durch einen glücklichen Zufall‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlunk''' m. ● ,Schlund‘, überall in Hessen (Pfs. 1886); ,Schlund‘, übertragen: ,habgierige Person‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schlönk'' ,Schlund‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mnd. ''slunk'' m. ,Schlund, Kehle‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlunkhals''' ● ,habgierige Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlunzen''' ● ,in tadelnswerte Weise müßig gehen, nachlässig gekleidet sein, besonders im Hinblick auf Frauen‘ (Vil. 1868); ,nachlässig und trödelnd arbeiten, der Arbeit aus dem Weg gehen, sich dem Müßiggang hingeben‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlunze''' f. ● ,arbeitsscheue, träge, unordentliche und unsaubere Frauensperson‘, in ähnlichem Sinn wie ''Schlampe'', nur daß in ''Schlunze'' mehr der Müßiggang, in ''Schlampe'' mehr die Unordnung hervorgehoben scheint (Vil. 1868); ,Schlampe‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schlonze'' ,unsaubere, liederliche weibliche Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlüpfchen''' ● ''Schlibbchen'' ,(kleiner) Taugenichts, Schlitzohr‘, Kassel 20. Jh., ,leichtsinniger Mensch, Taugenichts‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlüpfchen''' ● ''Schlibbchen'' ''Kursiver Text'',einspänniges Fuder‘ (Raummaß, z.B. für Kohlen), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlupfen''' ● ''schlubben'' ,schlüpfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlüpfstreiche''' ● ''Schlebbstreeche'' ,leichtsinnige Streiche, Bubenstreiche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluppe''' f. ● ,Bandschleife‘, allgemein üblich, besonders in Niederhessen, wo an die Mützen der Bäuerinnen Bänder mit Schleifen (Schluppen) angeheftet zu werden pflegen; hd. ''Schleife'' ist unbekannt (Vil. 1868); ''Schlubbe'' ,Schleife, Haarschleife, Zierschleife, Zierknoten (eines Bandes, Halstuchs)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlupp''' ● niederhess. Interjektion im Sinne von ,wupp dich!‘ (Pfs.1, 1889); ''schlubb!'' auch: ''schlubbdich!'' Interjektion: ,flugs, im Nu‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlupperkohl''' ● ''Schlubberkohl'' ,dünnes Kohlessen‘, abwertend, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schluppern''' ● ''schlubbern'' ,mit schnellen Schlucken schlürfen‘, Kassel 20. Jh.; ''sich durchschlubbern'' ,kärglich auskommen, von der Hand in den Mund leben’, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''schlappern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlusser''' ● ,Schlosser‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vorform *''Schlooßer'' (&amp;lt; mhd. *''slôzer''), Ableitung von mhd. ''slôz'' (neben ''sloz''). Kürzung des langen, geschlossenen ''o'' hat geschlossenes kurzes ''o'' ergeben, das als ''u'' aufgefaßt worden  ist. In Oberellenbach (Hm. 1926) hingegen ''Schlosser'' wie hd. mit kurzem offenen ''o''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlüttchen''' ● ''Schliddchen'' ,kleine Schlutte‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlutte''' f. ●  ''Schlutte'' ,Krug von zylindrischer Form‘, Niederhessen, sonst unbekannt (Vil. 1868); ''Schlaute'', die schwälmerische (und oberhess.) Form von niederhess. ''Schlutte'' (Pfs.1, 1889); ''Schludde'' ,langer schmaler Krug, Steinflasche‘, Kassel (Gr. 1894); ,Flasche‘, Kassel 20. Jh.; ''Schlüdde'' ,bauchiger irdener Krug‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Im nd. Niederhessen ''slute''; früher Beleg: ''Eszig sluten'', Grebenstein 1430 (Vil.), hd. beeinflußt? Die korrekte nd. Form wäre ''slude'' (mnd. nicht belegt). ● Vgl. mhd. ''slûte'' ,weites Frauenkleid für den Oberkörper‘; so genannt vielleicht wegen der flaschen- oder krugähnlichen Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluttenbeere''' f. ● ''Schlüddenbäre'' ,dicke und längliche Birnenart‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluttendewes''' ● ''Schluddendehwes'' ,junger energischer, aber dummer Mensch, der noch Führung braucht‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Dewes'' ist hessische Kurzform des Vornamens ''Matthäus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluttenschisser''' ● ''Schluddenschisser'' ,junger energischer, aber dummer Mensch, der noch Führung braucht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlutterfaß''' ● ''Schlotterfaß'' ,aus Holz gedrehtes, spindelförmiges mit Wasser oder feuchtem Gras gefülltes Gefäß, was die Grasmäher an einem Gürtel auf dem Kreuz tragen, um den Wetzstein darin zu bewahren und feucht zu erhalten‘ (Vil. 1868); ''Schlodderfaß'' (''o'' geschlossen) ,mit Wasser angefülltes hölzernes oder blechernes Gefäß für den Wetzstein, den die Mäher am Leibriemen tragen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlutterig''' ● ''schlodderech'' (''o'' geschlossen) ,hin und her schwankend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schluttern''' ● ''schluddern'' ,schütteln, um etwas zu entfernen; in kurzen Stößen von sich wegstoßen, wegschleudern‘, Kassel (Gr. 1894); ''schloddern'' (''o'' geschlossen) ,hin und her schwanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Geht zurück auf mhd. ''slotern'', ''slottern'', ''sluttern'' ,zittern, schlottern‘. Kasselänsch ''schluddern'' ist semantisch offenbar beeinflußt von ''schludern'' ,schleudern‘ (siehe schlaudern). ● Kompositum: ''usschluddern'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmacht''' m. ● ,Heißhunger‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ,Hunger‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
		&lt;br /&gt;
'''schmächterlich''' ● ''schmächderlech'' ,schmächtig, schwach‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmachtlappen''' ● ''Schmachtlabben'', -''läbbchen'' ,Person, Kind von besonderer Willensschwäche und schwächlicher Erscheinung‘, Kassel (Gr. 1894), ,unansehnlicher, schwächlicher Mensch‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmachtriemen''' ● ,Hungerriemen‘, Kassel (Gr. 1894), ,Gürtel‘, Kassel 20. Jh. ● ''Den Schmachtriemen anziehen, engerschnallen'', Mahnung an Hungernde (Pf. 1886); ''den Schmachtriemen emmeschnallen'' ,darben‘ (Gr.), ''den Schmachtriemen engerschnallen'' ,den Gürtel wegen Hungers engerschnallen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmacken''' ● ,schmetternd hinwerfen, klatschend an den Boden oder gegen eine Wand werfen‘, Niederhessen (Pfs.1, 1889); ''schmaggen'' ,etwas werfen, so dass es beim Aufschlagen klatscht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmagucke''' f. ● ''Schmakucke'' f., meist Plur. ,leere Ausflucht, Intrige‘, allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''Schmaguggen'' Plur. ,Unwahrheiten, Vorspiegelungen (auch zum Spaß)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schmagugge'' f. ,Schwindel, Lüge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmaguckenmacher''' ● ''Schmaguggenmacher'' ,einer der andere an der Nase herumführt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''schmälzen, schmalzen''' ● ,Schmalz oder Butter an das Essen tun‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmant''' m. ● ''Schmand'' ,Rahm‘, in Hessen ausschließlich gebraucht (Vil. 1868); Schmand ,Sahne, Rahm; Schaum auf dem Bier; Tressen am Kragen der Unteroffiziere‘ (Pfs. 1886); ''Schmand'', ''Schmant'' ,Milchrahm; Tressen am Kragen von Soldaten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schmaant'' ,Rahm‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä hot schunt Schmand am Kragen.'' ,Er ist schon Unteroffizier.‘ (Gr.). ''Schmand am Kraachen hon'' ,kein einfacher Soldat mehr sein‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.). ● Vgl. mnd. ''smant'' ,Rahm der Milch‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmantkonfirmand''' m. ● ''Schmandkumfermand(e)'', Spitzname für den Konfirmanden an den Konfirmationstagen, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. ''Schmanttüpfen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmantkuchen''' ● ''Schmaantkuchen'' (''u'' kurz) ,Kuchen mit Rahmüberguß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmanttüpfen''' m. ● ''Schmanddibben'', Spitzname für den Konfirmanden an den Konfirmationstagen, Kassel (Gr. 1894); ''Schmaanddebben'' ,Topf zur Aufbewahrung des Rahms‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Schmantkonfirmand''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmarakel''' ● ''Schmarahkel'', auch ''Schmerahkel'' ,nasser Schmutz, Kot, besonders an ungehöriger Stelle, z.B. in Röhren, Schächten (Kanälen)‘, auch bildlich für ,Skandalgeschichte, Skandalangelegenheit‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schmaragel'' m. ,dicker Schlamm, Morast, Kot‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schmerakel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmatschen''' ● ,schmatzen (beim Essen)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmatter''' ● ''Schmatter'', ''Schmetter'', ''Schmadder'' ,weicher Kot, besonders Straßenkot‘ (Vil. 1868); ''Schmadder'' ,flüssiger Straßendreck‘, Kassel 20. Jh.; ,flüssiger Dreck, namentlich tiefer Straßenschmutz‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmatterig''' ● ''schmadderech'' ,morastig, schmierig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmeckewöhlchen''' ● ''Schmeggewehlchen'' ,Delikatesse‘, Pl. ''Schmeggewehlerchen'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Schmeckewehlchen machen'' ,etwas Gutes essen, sich dem Wohlleben hingeben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmeißen''' ● ,schlagen, werfen (im Sinn des Hinwerfens, Niederwerfens)‘, üblichster Ausdruck in Hessen (Vil. 1868); ''schmissen'' ,mit Wucht werfen‘; ,(etwas) fallen lassen‘, ,ausschlagen (vom Pferd)‘, Kassel (Gr. 1894); ,mit Wucht werfen‘, ''was hinneschmissen'' ,etwas fallen lassen‘, Kassel 20. Jh.; ,schlagen, heftig schlagen; ausschlagen (von Pferden)‘, namentlich in Zusammensetzungen häufig ,werfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● Vgl. mittelhochdt. ''smîzen'' ,schlagen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmerakel''' ● ''Schmeraagel'', ''Schmiraagel'' ,feuchter abgesetzter Schmutz; Schmiererei, Verschmiertes‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Schmarakel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmere''' f. ● ''Schmäre'' ,Schmiere, schmieriges Fett, schmieriger Schmutz‘, Kassel 20. Jh., ,schmierige Flüssigkeit, schmieriges Fett‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. smer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmeren''' ● ''schmieren'' ,schmeicheln‘, ausschließlicher Ausdruck in Hessen, ''schmeicheln''gänzlich unbekannt (Vil. 1868); ''schmären'' ,schmieren, bestreichen (Brot)‘, Kassel 20. Jh., ,streichen, bestreichen (ein Stück Brot); einfetten, ölen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Einem imme den Bart rimmer schmeeren'' ,jem. schmeicheln‘, Kassel (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmerkatze''' ● ''Schmärkatze'' ,Schmeichelkatze, sich anschmiegendes Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmerlatz''' m. ● ,schmutzige Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmerwerk''' ● ''Schmärwerk'' ,Brotaufstrich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmetsche''' f. ● ,Grasmücke‘, Vogelart, Gudensberg, Felsberg, Fritzlar und Umgebung (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmickse''' f. ● ''Schmegse'' ,Schnurre, lustige Anekdote‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmiß''' m. ● (''i'' offen) ,Schlag, Hieb‘, häufiger gebraucht im Plur.: ''Schmisse'' ,Schläge, Prügel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); übertragen: ,Häufchen, Anzahl‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''En ganzer Schmiß Geld'', etwa: ,ein ordentlicher Batzen Geld‘ (Gr.). ● Zur Wortbedeutung siehe ''schmeißen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmisser''' ● ''Schmesser'' ,Pferd, welches ausschlägt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmitz''' m. ● ,der von Zwirn geflochtene Ansatz an der ledernen Schnur der Peitsche, welcher zum Klatschen dient‘, östl. Hessen (Vil. 1868); ''Schmetz'' ,kurze Hanfschnur, die an den Peitschenriemen gebunden wird und das Knallen hervorruft‘,Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmorags''' m. ● ,nasser Unrat, aufgeweichter Straßenkot‘, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmu''' m. ● ,Betrug, Schummelei, unerlaubter Gewinn oder Vorteil bei Handelsgeschäften‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schmu machen'' ,sich heimlich aneignen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von jidd. ''schmu''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmuch''' m. ● ''Schmuch'' ,stiller Mensch, der jedoch mehr in sich trägt, als es den Anschein hat‘ (Vil. 1868); ''Schmuhch'' ,Duckmäuser, Leisetreter‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schmühch'' ,stiller, verschlossener, aber listiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hinterm Schmuchen soll man’s suchen.'' Schwalm (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmuckeln''' ● ,übel riechen‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmuddelig''' ● ''schmudelich'', ''schmuddelich'' ,unsauber, nicht gehörig rein, etwas schmutzig‘ (Vil. 1868); ''schmuddelich'' ''Kursiver Text'',unsauber, schmutzig‘, Kassel 20. Jh.; ''schmorrelech'' ,unsauber, schmutzig, schmierig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmudel''' m. ● ,schmutzige Person (etwa wie Schmerlatz, Schlampampe)‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Den Schmudel machen'' ,jemandes Aschenbrödel sein‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmunzen''' ● ''schmonzen'' ,schmunzeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. md. ''smunzen'', 14. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmürgelig''' ● ''schmirchelig'' ,ranzig, angebrannt riechend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmürgeln''' ● ''schmirgeln'' ,ranzig, angebrannt riechen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Ableitung von ''schmurgeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmutchen''' ● ''schmodchen'' ,feucht werden, modrig werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnabulieren''' ● ''schnawwelieren'' ,mit Wohlbehagen essen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,mit Behagen verzehren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnallen''' ● wie hochdeutsch, auch: ,gierig essen‘, Kassel 19. Jh. (Herzog); trans. ,eine schallende Ohrefeige geben‘, intrans. ,viel und schnell essen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnankern''' ●,naschen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnappe''' f. ● ,der äußerste Rand, die äußerste Ecke‘ (Vil. 1868); ergänzend zu Vil.: Plur. ,Prügel; Fliegenklatsche; Schmitz an der Peitschenschnur‘; ''Schnabbe'' ,Schläge, Prügel‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894), auch ,Schnappe an der Peitsche‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kippe, äußerster Rand‘, Kassel 20. Jh.; ,äußerstes Ende, Endpunkt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Setz doch die Teller nicht so auf die Schnappe'', d.h. so dicht an den Tischrand (Vil. 1868). ''Stell die Dasse nit so uff de Schnabbe'', d.h. an die Tischkannte. ''Das steht uff der Schnabbe.'' ,Das steht auf der Kippe.‘ Kassel 20. Jh. ''De Kuh schdätt off der Schnabbe.'' ,Die Kuh muß demnächst kalben.‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnappe''' ● ,hinkend‘, ziemlich allgemein (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnappen''' ● ,unversehens von einm Rande herabfallen; hinken‘ (Vil. 1868); ergänzend zu Vil: ,schlagen‘ (Pfs. 1886); ''schnabben'' ,ergreifen‘, ,mit Appetit, rasch, gierig, viel essen‘, ,prügeln, schlagen‘, ,unversehens (weg)kippen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), auch ,hinken (wenn ein Bein kürzer ist als das andere)‘, Kassel (Gr. 1894); trans. ,schlagen, prügeln‘, intrans. ,gierig nach etwas greifen; mit der Peitsche knallen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ech schnabbe dä ’n Oorsch.'' ,Ich verhaue dich.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnäpper''' m. ● ''Schnepper'', „an der unteren Eder einer der zahlreichen Namen jener kleinen Kartoffel-Pfannekuchen, die an die Ofenplatte geschnappt und daselbst geröstet werden“ (Pfs. 1886). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnarbeln''' ● ''schnarbeln'', ''schnerbeln'' ,schnell und unverständlich sprechen, viel und unnötigerweise reden, durch die Nase reden, mit dünner Stimme reden wie die kleinen Kinder‘, allgemein üblich (Vil. 1868)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnärcheln''' ● ''schnercheln'', Ausspracheeigentümlichkeit im Niederhessischen (Pfs. 1886); ''schnärcheln'' ,schnüffeln, Geräusch des Atmens durch eine unsaubere Nase‘, Kassel (Gr. 1894). ● Nach Pfs. verstand man im 19. Jh.  unter ''Schnercheln'' eine in Teilen Niederhessens (südl. von Kassel) vorkommende Sprechweise, die in der 2. Hälfte des 19. Jh. allmählich zurückgegangen ist: Sprechen mit gehobener Stimme, dazu ''i''-Nachschlag nach dem Stammvokal in manchen Wörtern („Jotierung“), z.B. ''uinse'' für ''unse'' (vgl. dazu [[Schnercheln und Kerksen – Ein noch immer ungelöstes Sprachrätsel|Schnercheln und Kerksen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnauben''' ● ''schnuwen'' ,schnaufen‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnäuben''' ● ''schniewen'' ,schnaufen‘, Kassel (Gr. 1894). ''Schniewen'' &amp;lt; *''schnüwen'', Umlautform von ''schnuwen'', siehe ''schnauben''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnecken''' m. ● ''Schnecke'' (sic) m. ,Nasenschleim‘, untere Eder (Pfs. 1886); ''Schnäggen'' m. ,zusammenhängende Masse Nasenschleim‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hd. ''Schnecke'' siehe ''Schnegel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schneckenbock''' ● ''Schnäggenbock'' ,naseweiser Bube‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schneckennase''' ● ''Schnäggennose'' ,Nase, die dauernd Schleim absondert; vorlautes Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnee''' ● ''Schnee'', Kassel 20. Jh.; ''Schnai'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schneeplocke''' ● ''Schnaiblogge'' ,Schneeflocke‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnegel''' m. ● ''Schnegel'', auch ''Schnaegel'', ''Schnael'', ''Schneel'', ''Schneil'' gesprochen, ,Schnecke‘ (Vil. 1868); ''Schnächel'' ,Schnecke‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894); ''Schnähl'' m., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnegelfett''' ● ''schnegelsfett'', beliebter Vergleich (Pfs.1, 1889); ''schnächelfett'' ,schneckefett, sehr fett, gemästet‘, übertragen: ,besoffen‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894); ''schnählfädde'' ,sehr fett‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnegelshäuschen''' ● ''Schnählshißchen'' ,Schneckenhaus‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnegelsnase''' ● ,rotzige Nase‘, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schneien''' ● ''schneen'' ,schneien‘, Kassel (Gr. 1894); ''schnaien'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnettern''' ● ''schnäddern'' ,rasseln, schnell dahinsausen (von Wagen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schniepe''' ● ''Schniebe'', an Kleidern: ,Schneppe, schnabelförmig spitz zulaufendes vorn, oft hinten an der Taille‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnipp''' m. ● ''Schnipp'', ''Schnipchen'', ''Schnipsel'' ,Speise aus Käsematte, saurem Rahm, Salz und Kümmel, vor allem als Brotaufstrich‘, hauptsächlich im östl. Hessen und Fuldischen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnippelbohne''' ● ''Schnibbelbohne'' ,Schnittbohne‘, beliebtes Gemüse, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnippeln''' ● ''schnibbeln'' ,woran herumschneiden; in kleine Stückchen schneiden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnipperbohne''' ● ''Schnebberbonn'' ,Schnittbohne, Gemüsebohne‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnippern''' ● ''schnebbern'' ,fortwährend schneiden, in kleine Teichen schneiden, schnitzeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnitze''' f. ● ,zerschnittene und Hurden gedörrte Apfelstücke, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Schnetze'' ,Obstschnitte‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gilt nur für Äpfel, gedörrte Birnen sind ''Hutzeln'' (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnitzen''' ● ''schnetzen'' ,zurechtschneiden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnucken''' ● in Niederhessen ausschließliches Wort für ,naschen‘ (Pfs. 1886); ''schnuggen'' ,naschen‘, Kassel (Gr. 1894), ''schnüggen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnucker''' ● ''Schnügger'' ,Nascher, Feinschmecker‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnücker''' ● ''Schnigger'' ,jem., der gern nascht‘, ,jem., der einfache Hauskost tadelt, daran etwas auszusetzen hat‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnückelchen''' ● ''Schnickelchen'', auch ''Schnuckelchen'': zärtliche Bezeichnung für Kinder, Kassel (Gr. 1894); ''Schnuggelchen'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnücksch''' ● ''schnuckisch'', Adjektiv zu ''schnucken'' (Pfs. 1886); ''schnicksch'' ,naschhaft‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894), ,wählerisch im Essen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuckmaul''' ● ''Schnuggmull'' ,jem., der gern nascht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnucksack''' ● ''Schnüggsack'' ,naschhafter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuckwanst''' ● ''Schnüggwanst'' ,naschhafter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuckwerk''' ● ''Schnuggewerk'' ,Naschwerk‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schnüggwärk'' ,leckere Speisen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnudel''' f. ● ,unreinliche Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnuffeln''' ● ,beständig durch die Nase schnaufen; Aufziehen des Schleimes‘, besonders Niederhessen (Pfs. 1886); ''schnuffeln'' ,schnüffeln, schnuppern‘, Kassel 20. Jh.; ''schnüffeln'' ,schnüffeln, den Schlem in der Nase hochziehen; an etwas herumriechen, schnuppern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuffelnase''' ● ''Schnuffelnase'' ,jem., der überall herumschnüffelt‘, Kassel 20. Jh.; ''Schnüffelnose'' ,Nase mit starker Schleimabsonderung; Kind, das dauernd die Nase hochzieht (Schimpfwort), Mensch, der überall herumriecht, Schnüffler‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuller''' ● ''Schnuller'', ''Schnüller'', ''Schniller'' ,Penis‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Schnuller'' ,Penis‘, vor allem der kleiner Jungen, bei Erwachsenen eher scherzhaft gemeint, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnullern''' ● ,pinkeln (von kleinen Jungen, männlichen Säuglingen)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnupfen''' ● ''sich schnuppen'', ''sich schnippen'' ,sich schneuzen; riechen, bemerken‘ (Vil. 1868); (''sich'') ''schnubben'' ,(sich) schneuzen‘, Kassel 20. Jh.; ''sech schnübben'' ,sich schneuzen‘,Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnupfern''' ● ''schnubbern'' ,stoßweise riechen, schnüffeln‘, trans. auch: ,etwas bemerken, meist Unangenehmes‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuppe''' m. ●  ''Schnübbe'' ,äußerstes Ende, Rand, z.B. eines Tisches, eines Brettes‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Schnappe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuppel''' m. ● ''Schnübbel'' ,das männliche Glied‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnüppel''' m. ●  ''Schnibbel'' ,Endstück, Teilstück, Zipfel (z.B. Wurst); Penis‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnurbel''' f. ● ''Schnurwel'' ,jem. mit runzliger (früher auch: durch Pockennarben entstellter) Haut‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnurbeln''' ● ''schnurweln'' ,schrumpfen, schrumpeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnurbeln''' ● ''schnorweln'' ,undeutlich vor sich hin reden, vor sich hin knurren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnurbes''' m. ● ''Schnurwes'' ,Schnurrbart‘, Niederhessen (Pfs. 1886), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnurcheln''' ● ,leise atmend schlafen‘, Kassel 20. Jh.; ''schnorcheln'' ,leise schnarchen, röcheln‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Auch übertragen: ''De Piffe schnorchelt.'' ,Die Pfeife schnurchelt.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnurr''' f. ● ''Schnur'', „fast“ ''Schnurr'', oft auch ''Schnor'', stets mit kurz ausgesprochenem Vokal, ,Schwiegertochter‘, üblicher als ''Schwiegertochter''; sehr oft, besonders im westlichen Hessen, schon in Hersfeld, deminuiert: ''Schnurchen'', ''Schnorche'', ''Schnörche'', ''Schnerch'' (Vil. 1868). ● Vgl. ahd. und mhd. ''snur'' ,Schwiegertochter‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnurren''' ● ''schnurren'' ,zusammenschnurren, verschnurren ,eintrocknen (halbverbrannter Braten, getrocknetes Obst, verwelkter Menschlicher Körper)‘ (Vil. 1868); ,sich schnell drehen (vor allem von Rädern), schnell von der Hand gehen‘, ''innschnurren'', ''zusammenschnurren'' ,einschrumpfen‘, ''schnurren gehn'' ,losgehen, um Gesellschaft zu suchen‘, Kassel 20. Jh.; ''schnorren'' ,sich schnell im Kreise drehen; müßig umhergehen, um zu schwatzen und Neuigkeiten zu erfahren‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Das schnurrt nur so.'' ,Das flutscht, geht schnell von der Hand.‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnürkel''' ● ''Schnirkel'' ,Schnörkel‘, Kassel (C. Müller, 1925)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnürzel''' ● ,anmutig, lieblich‘, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnütchen''' ● ''Schniddchen''  ,kleiner Mund; Kuß‘, Kassel (Gr. 1894); ,Mund kleiner Kinder; Schmollmund kleiner Kinder‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnute''' f. ● ''Schnute'' ,menschlicher Mund‘, verächtlich, Niederhessen (Vil. 1868); ''Schnudde'' ,Mund‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,Schmollmund‘, Kassel 20. Jh.; ''Schnüdde'' ,Schnauze, Mund‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä macht ’ne Schnudde.'' ,Er macht einen Schmollmund, ist unwirsch.‘ Kassel 20. Jh. ''Hä hängt de Schnüdde.'' ,Er macht ein mürrisches Gesicht.‘ ''Sinne Schnüdde schnitt Hoore op''. ,Sein Mund schneidet Haare ab, er hat ein böses Mundwerk.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuttel''' m. ● ''Schnuddel'' ,Schwatz, belanglose Unterhaltung‘ Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuttelchen''' ● ''Schnuddelchen'' ,kleiner Schwatz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnutteln''' ● ''schnuddeln'' ,anhaltend sprechen, schwatzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''schnüddeln'' ,schnell und anhaltend sprechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schöne''' ● ''scheene'' ,schön‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● Steigerung: ''scheene'', ''schenner'', ''am schennsden''. Der Positiv ''scheene'' ist nicht sehr häufig, wird meist ersetzt durch ''hibsch'', ''hebsch'' ,hübsch‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schöpferling''' ● ''Schepperling'', ein Kartoffelgebäck, Schönau, Gilserberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schore''' f. ● ,ein Mundvoll (Brot), ein Priem Kautabak‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schörchen''' ● ''Schaerchen'' ,Portion Kautabak, so viel auf einmal in den Mund genommen wird‘ (Vil. 1868); ''Scheerchen'' ,Mundportion Kautabak‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schoren''' ● ''scharen'', ''schoren'' ,Tabak kauen‘ (Vil. 1868); ''schoren'', Kassel (Gr. 1894); ''schoren'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schoren''' ● ''schoren'', ''zuschoren'' ,an Schule gegenseitiges Aushelfen mit dem Frühstück; verbotenes Zurufen an Befragte, heimliches Ablesen aus einem Buche, falls man dem Lehrer nicht antworten konnte‘, Kassel, 1840er und 1850er Jahre (Pfs. 1886); ,einem Mitschüler schriftliche Arbeiten absehen‘, Kassel (Gr. 1894); ,in der Schule bei einer Klassenarbeit vom Banknachbarn abschreiben‘, auch: ,von einem vorbereiteten Spickzettel (''Schorzettel'') abschreiben‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schores''' m. ● ,Gewinn, Nutzen, Profit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schorn''' m. ● ,zwei Fuß langes, schmales Weizengebäck‘, Niederhessen und Fulda (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schorn''' m. ● ,Erdscholle‘, Oberhessen (Vil. 1868); Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schörnerig''' ● ''schernerech'' ,schollig, voller Erdschollen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schortabak''' ● ''Schartabak'', ''Schortabak'' ,der in Rollen verkäufliche Kautabak‘ (Vil. 1868); ''Schordawwack'' ,Kautabak‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schosse''' ● allgemeine Bezeichnung für,Schnellkügelchen‘, Kügelchen, mit denen Kinder bestimmte Geschicklichkeitsspiele spielen, Kassel (Gr. 1894). ● Es gab davon mehrere Gruppen; Gr. zählt auf: 1) ''Kleiwachse'' oder ''Klimberde'' (unglasierte, weiße, gebrannt), 2) ''Schusser(de)'', dieselben mit brauner Glasur, 3) ''Wackeln'' oder ''Waulen'': a) gewöhnliche, b) ''Erweswackeln'' (erbsengroß), c) rot, grün oder blau lackierte Wackeln, d) ''Marmorwackeln'', fleischfarbig mit etwas rotem Geäder, e) ''Achatwackeln'' , f) ein ''Bickert'', wie 2., aber von der Größe eines Borstorfer Apfels (mit dem allerdings nicht geknipst wurde). ● Nach Bennecke (Kassel 1904) wird das Wackelspiel auf dreierlei Art betrieben: 1) ''Kuttenwerfen'' (s. ''Kaute''), wobei die Wackeln ''geschuckelt'' oder ''geschmackt'' werden, 2) ''Anwerfen'', wobei sie auf die Erde geworfen werden, 3) ''Knibbsen'', wobei sie in der [[Druselturm|Drusel]] (= Rinnstein) einfach aufeinander geknipst werden. ● Siehe ''Schosser'', ''Wackel'', ''Nete''; ''knipsen'', ''schuckeln'', ''schmacken''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schossen''' ● ,Schößlinge treiben‘, Kassel 20. Jh.; ,Schößlinge treiben, ins Kraut schießen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schozzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schosser''' m. ● ''Schosser'', ''Schossert'', Plur. ''Schosserte'' ,kleine Spielkugeln von geringerem Wert als die basaltenen Wackeln‘, Kassel (Pfs. 1886). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schotengebitze''' f. ● ''Schodenjebetze'' ,Bund Schotenstroh‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrabbeln''' ● ''schrawweln'' ,lallen (von Säuglingen), plaudern (von ganz kleinen Kindern, im Sinne von Gesprächigkeit)‘, Kassel (Gr. 1894), ,andauernd und schnell sprechen, eher unverständlich bzw. ohne Gehalt‘, Kassel 20. Jh.; ,andauernd und schnell sprechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schräh''' ● ''schreh'' ,schräg‘ Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrägläufer''' ● ''Schrehlaifer'' ,halbwüchsiger Junge (ungefähr vom 14. bis 17. Lebensjahr)‘, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrappchen''' ● ''schrabbchen'' ,schaben, mit einem Messer abkratzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrappen''' ● ,kratzend schaben‘ (Vil, 1868); ''schrabben'' ,abkratzen, abschaben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,schaben, mit einem Messer abkratzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''den Bart schrabben'' ,rasieren‘, humoristisch, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Bartschrapper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrebb''' ● ,mißvergnügt, unzufrieden, elend, hungerleidend aussehend‘, auch: ,neidisch‘, wohl nur (noch) in der Redensart ''en schrewwer Junge'', Kassel (Gr. 1894); ''schrebb'' ,hager, mager, dünn‘, Balhorn (Sl. 1901). In Gr.’s Manuskript ''schrèwwer Junge'', also offenes ''e''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schreben''' ● ''schräwen'' ,ein wenig gefrieren, mit leichter Frostdecke überzogen werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schreckstein''' ● ,Prellstein‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schräggsteeng'' ,starker behauener Stein, an Hausecken gesetzt, um Beschädigungen durch Fuhrwerke zu verhindern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schreibens''' s. ● ''en Schriewens'' ,ein Schreiben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,Schreiben, Geschriebenes, namentlich amtlicher Brief‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä brachte mä en Schriewens''. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrittschuh''' ● ''Schrettschuh'' ,Schlittschuh‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.’s Manuskript ''Schréttschuh''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schroh''' ● ''schro'', ''schra'', Plur. ''schrowe'', ''schrawe'', ,rauh beim Anfühlen, rauh überhaupt, schlecht, dürftig mangelhaft, armselig‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868); ''schroh'' ,elend, hungerleidend aussehend, wie von karger Kost lebend‘, Kassel (Gr. 1894), ,grob (in Bezug aus Speisen)‘, Kassel (Lüttebrandt 1917); ,hager, mager, dünn‘, Balhorn (Sl. 1901); ,rauh‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schrâch'', ''schrôch'' ,mager, dürr, rauh, grob‘.● Vil. gibt historische Belege aus Kassel 1607 (Gesangbuch des Landgrafen Moritz) und Eschwege 1657.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrubben''' ● wie hd., Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), auch: ,aus dem Groben hobeln‘, Kassel (Gr.); ''schrobben'', wie hd., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrubber, Schrubbert''' m. ● ,besenartiges Gerät zum Schrubben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); auch: ,jem., der aus Habgier viel, lange, rasch und darum oft schlecht arbeitet‘, Kassel (Gr.); ''Schrobber'', wie hd., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrumpel''' f. ● ,Runzel‘, in Hessen ausschließlich, ''Runzel'' ist unbekannt (Vil. 1868); ''Schrumbel'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schrömbel'' ,Runzel, Hautfalte‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrumpel''' f., m. ● ''Schrumpel'' ,Runzel‘ in übertragener Bedeutung; ''Schrumpel'' f., ''alte Schrumpel'' ,altes Weib‘, verächtlich (Vil. 1868); ''ahler Schrumbel'' m. ,runzlige, häßliche Person (kann Mann oder Frau sein)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrunde''' f. ● ,Riß in der Haut durch Nässe und Kälte‘ (Vil. 1868); ''Schrunne'', ''Schrunge'' ,bleibender Riß in der Haut der Hände, verursacht durch grobe Arbeit‘, Kassel 20. Jh., ''Schrungen'' Plur., Kassel (Gr. 1894); ''Schrönge'' ,Riß in der Haut, namentlich an der Hand‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kassel: ''Schrunge(n)'' ist ländliche Form (bedingt durch Zuzug vom Lande).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuben''' ● ''schuwen'' (stark konj.) ,schieben‘, Kassel (Gr. 1894); ''schüwen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen Oberellenbach: schüwen, schopp, jeschowwen (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuben''' ● ''schuben'' (schwach konj.) ,auf dem Eis gleiten‘, östl. und mittleres Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schubkaren''' m. ● ''Schuwekahren'' ,Schubkarren‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schübkorn'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schubstein''' ● ,Wetzstein größerer Art, etwa für schwere Messer und Äxte‘, besonders in Oberhessen (Vil. 1868); ''Schübsteeng'' ,Wetzstein, auf dem durch Hin- und Herschieben größere Gegenstände geschliffen werden‘,  Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schüchelchen''' s. ● ''Schiechelchen'', Plur. ''Schiechelerchen'', ,kleiner Schuh, kleiner Kinderschuh‘, Kassel  19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schiechelchen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Schuh''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuchten''' ● ''schüchden'' ,jauchzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schoch'', Interjektion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuckeln''' ● ''schuggeln'' ,in kurzen Stößen schaukeln (auf dem Stuhl); schütteln, rütteln; wackeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''Schosse''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuckerig''' ● ''schüggerech'' ,fröstelnd, vor Kälte oder Schreck zitternd‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuckern''' ● gleichbedeutend mit ''sich schuppern'', ,sich (von) etwas drücken‘, Niederhessen (Pfs.1, 1889); ''schüggern'', impers. ''es schüggert mech'' ,es überläuft mich (vor Kälte oder Schreck)‘, ''sech schüggern fär'' ,Abscheu vor etwas haben, ungern an etwas herangehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
		&lt;br /&gt;
'''Schuh, Schuch''' m. ● ''Schuh'', gewöhnlich in alter Weise, mitunter sogar im Plural, ''Schuch'' gesprochen (''u'' lang) (Vil. 1868); Sing. ''Schuh'', Plur. ''Schuh(e)'', Kassel 20. Jh.; Sing. ''Schuch'' (''u'' kurz), Plur. ''Schuh'' (''u'' lang), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Schüchelchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schuldsmann''' ● ''Scholdsmann'' ,Schuldner‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schulmeister''' ● ''Schollmeester'' ,Lehrer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schulpe''' f. ● ,Erdscholle‘, Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schulmeisterschin''' ● ''Schollmeesterschen'' ,Frau des Lehrers‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schultern''' ● ''sich schullern'' ,sich recken‘, übertragen: ,sich widersetzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppchen''' ● ''sich schobbchen'' ,sich infolge einer juckenden Empfindung schütteln, die Kleidungsstücke am Körper reiben‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''schuppen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppeln''' ● ''schubbeln'', ''schuppeln'', ''schüppeln'' (''schippeln'') ,wälzen, rollen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''schübbeln'' ,rollen, rollend fortbewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schuppelrad''' ● ''Schübbelroot'' ,kleines Rad aus Holz, das den Kindern als Spielzeug dient‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppen''' ● ''(sich) schubben'' ,(sich) jucken, reiben, wo ein Kitzel oder Reiz empfunden wird‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. ''schuppchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppen''' ● ''schobben'' ,Hafer, der auf dem Acker liegt, zu Garben bündeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schupperechtig''' ● ,schauderhaft‘, von Dingen gesagt, vor denen man sich schuppert, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Bildung mitdem Suffix -''echtig'', s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schupperig''' ● ''schubberig'' ,Schauder machend‘ (in Bezug auf Kühle, Kälte), Kassel (Gr. 1894). ● ''Es is mä so schubberich''. ,Es fröstelt mich.‘ Auch vom Wetter gesagt. (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppern''' ● ''sich vor etwas schuppern'' ,einen gelinden Schauder vor etwas haben, ungern an ein schwieriges Geschäft oder die Arbeit überhaupt gehen‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''sech schubbern'' ,(zurück)schaudern, sich scheuen, zögern, fürchten vor‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schuppert''' m. ● ''Schubbert'': eine Fischart, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. erwägt, ob vielleicht identisch mit ''Kullert''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schürgen''' ● ''schergen'', in Niederhessen oft ''schirgen'' ,schieben, fortschieben, fortstoßen (mit Anstrengung)‘ (Vil. 1868); ''schürgen'' ,schieben‘, hier und da vorkommend, z.B. Hersfeld; ''schärjen'' ,mit Anstrengung fortschieben, fortstoßen, ziehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schürgen'', ''schurgen'' ,schieben, stoßen, treiben‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schurri''' ● „ein kriegerischer, streitbarer Ruf ... zu kühner Herausforderung“, z.B. auf Kirmessen und bei anderen Anlässen; er ist alt: in den französ. Revolutionskriegen griffen die hessischen Truppen mit ''Schurri'' an (Pfs. 1886); ''schurri!'' Alter Kampf-, Angriffsruf der hessischen Soldaten, Kassel (Gr. 1894). ● Redensart  ''Schurri in’n Kohlenkasten'':  ein Hervorstürzen, -brechen, Draufloseilen bezeichnend (Gr. 1894). ''Schurri, schurri!'' Etwa: ,Mach los, beeil dich gefälligst!‘ Kassel, Mitte 20. Jh. ● Vermutl. von mhd. ''schür'' (mit md. Variante ''schur'') ,Andrang‘, zum Verb ''schürn'' ,Anstoß geben, antreiben, schüren‘ gehörig, verwandt mit mhd. ''schurge'' ,Anstoß, Angriff‘. ● Siehe ''überstülpen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schürzel''' ● ''Scherzel'' ,Schürze‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Schärzel'' n., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schürzen''' ● ''sech schärzen'' ,zur leichteren Bewegung bei der Arbeit die Kleider in die Höhe binden’, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schussel''' f. ● ,unordentliche Weibsperson‘, Ober- und Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schusterkarmenade''' f. ● ,Schusterkarbonade, Handkäse‘, scherzhaft, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schutt''' m. ● ,Regenguß‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schütten''' ● ''schedden'' ,schütten‘, auch: ,gießen‘; „letzteres gebraucht der Kasselaner nur von Metall, Talg usw., nie von Wasser, Milch und anderen Getränken“, Kassel (Gr. 1894). ● ''Es schiddet.'' ,Es regnet stark.‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schutteln''' ● ''schuddeln'' ,schütteln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Redensart ''schuddeln un ruddeln''  (und umgekehrt) ,schütteln und rütteln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schutter''' m. ● ''Schudder'' ,Schauer (vor Kälte oder Ekel), Kassel 20. Jh. ● ''Mä lief en Schudder iwwer den Riggen.'' ,Mir lief ein Schauer über den Rücken.‘ Kassel 20. Jh. ● Vgl. ähnliches ''Schuder'', siehe ,Schauder‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schüttern''' ● ,etwas Feststehendes in schwankende Bewegung versetzen‘, meist in der Konstruktion ''an etwas schüttern'' (Vil. 1868). ● ''Schütter doch nicht so am Tisch.'' (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuttern''' ● ,schüttern‘, weit verbreitet als Intransitiv gegenüber bei Vil. verzeichnetem Transitiv ''schüttern'' (Pfs. 1886); ''schuddern'' ,erschüttern, erschüttern machen; schaudern vor Kälte, Ekel‘, Kassel 19. (Gr. 1894), unpers., ,einen Schauder bekommen‘, Kassel 20. Jh. ● ''Es schuddert mich'' (vor Kälte oder Ekel), Kassel 20. Jh.; Überschneidung mit ''schudern'', s. ''schaudern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schüttfett''' ● ''Scherrefätt'' ,Rüböl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schütze''' f. ● ''Schetze'' ,Vorrichtung zum Stauen des Wassers‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schützen''' ● ,Wasser, Gerinne aufstauen, dämmen‘ (Vil. 1868); ''schetzen'' ,Wasseer abdämmen, stauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Do kamme jo de Foole met jeschetzen.'' ,Damit kann man die Fulda abdämmen (von einer großen Menge gesagt).‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwacken''' ● „bedeutet die Bewegung einer Flüßigkeit, welche in einem stark bewegten Glas befindlich ist“ (Vil. 1868); ''schwaggen'' ,eine Flüssigkeit in einem Gefäß durch ruckartige Bewegung zum Verschütten bringen oder in die Gefahr des Überfließens bringen; vergeuden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Geschwacket vull'' ,zum Überfließen voll‘, Kassel 19. Jh. (Herzog).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwackelfette''' ● ''schwaggelfädde'' ,infolge starker Verfettung hin und her schwankend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwadchen''' f. Plur. ●,Hülsen der Erbsen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwaden''' ● ''sech schworen'' ,ein Schwadenbad nehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwadenbad''' ● ''Schworenboot'': bei Halsschmerzen nimmt man gern ein Schwadenbad, d.h. man steckt den Kopf in die Dämpfe von gekochten Kartoffeln oder kochendem Viehfutter, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwäher''' ● ''Schwähr'' ,Schwiegervater‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''sweher''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwalbe''' ● ''Schwalwe'', übertragen: ,Ohrfeige‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwanden, schwanen''' ● ''schwanen'' unpers. ,ahnen‘, üblich, ganz Hessen (Vil. 1868); ''schwahnden'' ,ahnen‘, Kassel (Gr. 1894); ''schwaanden'', ''schwanen'' unpers., Kassel 20. Jh. ● ''Es schwant mir.'' ,Es ahnt mir, es steht mir dunkel vor.‘ (Vil.) ''Es schwaandet mä, schwant mä.'' ,Ich ahne (meist nichts Gutes).‘ Kassel 20. Jh. -  ● Vgl. mnd. ''swanen'' mit Dat. ,vorgefühlt, geahnt werden‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwandunge''' ● ''Schwahndunge'' ,Ahnung‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwane''' f. ● ,Schwan‘, feminin, Hessen, neuerdings durch den Einfluß der Schriftsprache maskulin (Pfs. 1886). ● Pfs. teilt mit, daß es in seiner Jugend „so ziemlich in allen hessischen Städten“ eine „Schwane“ gab, d.h. „Gasthof zur Schwane“. ● Vgl. ahd. ''swana'' f., ''swan'' m. ,Schwan‘; mhd. und mnd. ''swan(e)'' nur m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwank''' ● ''schwaank'' ,lang und dünn, biegsam‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwänzelénz''' m. ● ''Schwänzelänz'' ,Mensch, der beim Gehen die Röckschöße hin und her bewegt, affektiert gehender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwänzelieren''' ● ,schmeicheln, katzbuckeln‘, Kassel (Gr. 1894). ● Im selben Sinn: ''Schwänzelierchen machen.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwärdreck''' ● ''Schwährdräck'',Augenbutter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwarte''' ''●'' wie hd., von der Schweinshaut und der menschlichen Kopfhaut gebräuchlich (Vil. 1868); ergänzend zu Vil: auch ,Mund‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''Schwarde'' ,Schwarte; Redefertigkeit‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Schwoorde'' ,dicke, harte Haut, besonders Speckschwarte‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''’ne gude Schwarde am Kobbe hon'' ,das große Maul führen, jeden niederreden‘ (Gr.). ● Pfs. nimmt für die Nebenbedeutung Herkunft von ''suada'' an, Gr. von französ. ''suade'', etwa: ,Überredungskunst‘. ● Pfs.: „Daß hier ursprünglich jenes Suada für Redegabe [...] misverständlich in Absicht gewesen sei, ist wohl begründete Annahme.“ Heute werde eher der Gedanke an Lippen aufkommen. „Mindestens hatte ich als Kasseler Junge immer an eine richtige Schweine-Schwarte darbei gedacht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwarzammerse''' f. ● ''Schworzommersche'' ,Schwarzamsel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwebel''' m. ● Schwäwel ,Schwefel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schweher''' m. ● ''Schweher'', ''Schwäher'' ,Schwiegervater‘, ganz Hessen (Vil. 1868). ● ''Schwiegervater'' war bei der hessischen Landbevölkerung bis in die 1820er Jahre nicht im Gebrauch, z.T. sogar unverständlich (Vil. 1868); ''Schwähr'', Oberellenbach (1926). ● Vgl. mhd. ''sweher''. ● Siehe ''Schwieger''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schweigen''' ● ''schwichen'' (''i'' kurz) nur im Kompositum ''stilleschwichen'' ,schweigen‘, Kassel 20. Jh.; ebenfalls nur im Kompositum: ''stelleschwijjen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''swîgen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schweigen''' ● ''schweejen'' ,zum Schweigen bringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''sweigen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwein''' m. ● ,Schweinehirt‘, üblich nur noch im niederdeutsch sprechenden Niederhessen (Gegend von Hofgeismar und Wolfhagen), in Kassel und Frankenberg zu Anfang des 19. Jh. erloschen (Vil. 1868). Haus- und Familienbeiname „bie Schweins“, Kirchberg 2014. ● Vgl. ahd. ''swein'' ,Schweinehirt, Knecht‘, mhd. ''swein'' ,Hirte, Knecht‘, altnord. ''sveinn'' ,Knabe, Bursche, Diener, Hirt‘. Das Wort hat mit ahd. ''swīn'', mhd. ''swîn'' ‚Schwein‘ nichts zu tun. Der Unterschied ist auch in der mundartlichen Aussprache gewahrt: ''Schwein'' – ''Schwinn''. Erst mit Luthers Bibelübersetzung kam für die vorwiegende niederhess. Form ''Schwinn'' hd. ''Schwein'' auf, wodurch beide Wörter als zusammengehörig empfunden werden konnten. (Kleinere Teile des Niederhessischen haben allerdings altes ''î''zu ''ei'' diphthongiert.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schweiß''' ● ''Schweeß'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schwitz'', ''Schwitze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schweren''' ● ''schwären'' ,schwören‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl.mhd. ''swern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwerenangst''' f. ● ,Schwere Angst‘: ''Schwerenangest noch emo!'', Fluchwort, Kassel (Gr. 1894); ''Eerníngster!'' (Plur., Akzent auf der 2. Silbe) , Fluchwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwerenot''' f. ● ''Schwerrnót''!, auch: ''Eernót''!, Fluchwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwerenöter''' ● ''Schwerrneeder'' ,listiger, verschlagener Mensch, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwerenotsch''' ● ''schwerrnoodsch'' ,eigenartig, sonderbar‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwerfutterig''' ● ''schweerfudderech'' ,schwer zu füttern‘ im Sinne ,das Futter schlägt nicht an‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwerlich''' ● ''schwärrlech'' ,kaum‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwicke''' f. ● ,Steg, Brücke, aus Pfählen, welche mit Hürden und diese wiederum mit Rasenstücken übberdeckt werden, verfertigt, und zur meist nur sommerlichen Überbrückung eines kleinen Flusses oder eines Sumpfes dienend‘, in neuerer Zeit nur selten noch errichtet, Niederhessen (Vil. 1868); ''Schwegge'' ,Notbrücke‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwieger''' f. ● ,Schwiegermutter‘, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Schwäjer'' ,Schwägerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''swiger'' ,Schwiegermutter‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwiemel''' m. ● ''Schwimel'' ,Schwindel,Taumel‘, nur im nd. sprechenden nördlichsten Hessen [was offensichtlich nicht zutrifft] (Vil. 1868); ''Schwimmel'' ,Schwindel, Taumel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● vgl. mhd. ''swîmel'', ''swimmel'' ,Schwindel, Taumel‘. ● ''Schwimmel'' geht entgegen dem Anschein zurück auf die mhd. Form ''swîmel'' (''i'' erhalten, aber gekürzt, keine Senkung zu ''e'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwiemelei''' ● ,Völlerei, Nachtschwärmerei‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwiemelig''' ● ''schwiemelig'' ,betrunken‘, Kassel (Gr. 1894), unpersönl. ,benommen, schwindlig‘, Kassel 20. Jh.; ''schwimmelech'' ,schwindlig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Mä is ganz schwiemelich (zemude)''. ,Mir ist schwindelig, ich bin benommen.‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwiemeln''' ● ''schwimeln'' ,wanken, gehen wie ein Betrunkener‘, [angeblich nur] an der Diemel und Weser (Vil. 1868); ''schwimmeln'' ,schwindlig sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''swîmeln'', ''swimelen'', ''swimmeln'' ,schwindeln‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwinde''' ● ''schwinge'' ,geschwind, schnell‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd ''swinde'', ''swint'' ,heftig, ungestüm, schnell‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwippe''' f. ● , Peitsche‘, Umgebung von Kassel, fuldaaufwärts bis Spangenberg (Vil. 1868). ● Vgl. mhd. ''swippe'', ''sweppe'' f. ,Geißel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwitte''' f. ● ''Schwidde'' ,Gefolge, Troß, nach- und mitziehender Haufe‘, geringschätzig, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schwidden'' Pl. ,Lügen, Aufschneidereien‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Pl. ''Schwidden'' in der Redensart ''Schwidden machen'' ,Kleideraufwand, auch anderen Aufwand machen‘ (Gr.). ● Von französ. ''suite'' ,Folge, Gefolge, Begleitung‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwittenmacher''' ● ''Schwiddenmacher'' ,einer der (Kleider-)Aufwand betreibt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwittjee''' m. ● ''Schwiddjeh'' ,einer, der (Kleider-)Aufwand betreibt‘, Kassel (Gr. 1894), ,Blender‘, Kassel 20. Jh.; ,leichtsinniger, listiger Mensch, Lügner‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von franz. ''suitier''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwitz''' m. ● ,Schweiß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwitze''' f. ● ,Schweiß‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwofen''' ● ,schwiemeln, sich vergnügt umhertreiben‘, auch für ''tanzen'' verwandt (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwof''' m. ● ,schwiemelndes, wohl auch unehrbares Getreibe‘, bei Kassel (Pfs. 1886); ,Tanz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwubbeln''' ● ,schwabbeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwuckelfette''' ● ''schwoggelfädde'' ,infolge starker Verfettung sich hin und her bewegend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwuckelig''' ● ''schwoggelech'' ,sich hin und her bewegend (namentlich infolge Verfettung)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwuckeln''' ● ,schwabbeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwuddel''' m. ● ,schwulstartige Fett- oder Fleischablagerung‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwulch''' m. ● ,Geschwulst‘, Hersfeld, Knüllgegend (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwulch''' m. ● ,drückend heißer Dunst‘, z.B. in einer Stube, in welcher geheizt ist und dazu Wasser verdampft, in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868); ,Schwüle‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwulchig''' ● ,schwül‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwuppen''' ● ''schwubben'' ,ruckartig hin und her schwingen (von Schwerem)‘, Kassel 20. Jh.; ,infolge einer allzu schweren Last hin und her schwanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sebbchen''' n. ● ,Stückchen‘, bei Felsberg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''See''' n. ● ''das See'' ,der See‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seeb''' ● ''Sähp'' ,Sieb‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seelenbein''' ● Zärtlichkeitsausdruck, Kassel (Gr. 1894). ● ''Min einstiges (= einziges) Seelenbein!'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sehen''' ● Stammformen: ''sähn'', ''saach'', ''gesähn'', Kassel 19. Jh., Anf. 20. Jh.; ''sähn'', ''soch''(''o'' kurz), ''jesähn'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seibelbart''' ● ''Saiwelboort'' ,langweiliger Erzähler‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seibeln''' ● ''saiweln'' ,mit lästiger Breite sprechen, langweilig erzählen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiber''' m. ● ''Seiber'', ''Sebber'' ,aus dem Mund herabfließender Speichel‘ (Vil. 1868); ''Seiwer'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Seewer'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberbart''' ● ''Seiwerbard'' ,jem., dem der Geifer aus dem Mund fließt; unleidlicher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); ''Seewerboort'',Mensch, dem der Speichel aus dem Mund fließt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberglocke''' ● ''Seewerglogge'' ,Kind, dem der Speichel aus dem Mund herabfließt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberläppchen''' ● ''Seiberläppchen'', ''Seibertuch'' ,Tuch mit Bändern, das man kleinen Kindern umbindet, um herabfließenden Speichel aufzufangen‘ (Vil. 1868); ''Seiwerläbbchen'' ,Brustlatz des Säuglings zur Schonung der Bekleidung‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberlätzchen''' ● ''Seiwerlätzchen'' ,Tuch, das man kleinen Kindern vor dem Essen umbindet zur Schonung der Bekleidung vor herabrinnendem Speichel‘, Kassel 20. Jh.; ''Seewerlätzchen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seibern''' ● ''seibern'', ''sebbern'' ,den Speichel aus dem Mund fließen lassen‘, in Nieder- und Oberhessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''seiwern'' ,das Entäußern des Speichels bezeichnend (von Säuglingen)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''seewern'' ,Speichel aus dem Mund fließen lassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberschlette''' f. ● ''Seewerschledde'' ,Mensch, dem der Speichel aus dem Mund läuft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seich''' m. ●  ''Seech'' ,Harn, Urin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel 20. Jh. eher übertragen gebraucht: ''Där mit sim Seich''. ,Der mit seinem dummen Geschwätz.‘&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seichameise''' ● ,Ameise‘, die ''Seichammel'', gewöhnlich in neuester Zeit der ''Seichhammel'' gesprochen, nördlichstes nd. sprechendes Niederhessen, ebd. fast ausschließliche Bezeichnung der Ameise (Vil. 1868), ''Séchummelsche'' in Oberhessen (Vil. 1868); ''Seechmotze'' (''o'' geschlossen), fast ausgestorben, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hingegen Simplex ''Ummelsche'' ,Amsel‘, Oberhessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiche''' f. ● ,Urin‘ (Vil. 1868); Kassel 20. Jh. ● Dünn wie Pferdeseiche, übliche Verurteilung schlechten Bieres. (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seichen''' ● ‚ausschließlich gebrauchtes Wort für urinieren‘ (Vil. 1868); ''seichen'', Kassel 20. Jh.; ''seechen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Hochseicher''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seichfäßchen''' ●  ''Seechfäßchen'' ,kleines Faß, in dem der menschliche Urin gesammelt wird, um dann aufs Feld getragen zu werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seichtüpfen''' n. ●  ''Seechdebben'' ,Nachtgeschirr‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seidenbeutel''' ● ''Siedenbiedel'' ,jem., der auffällig glatt und geschmeidig in seinen Manieren ist, Einschmeichler‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiger''' ● ,Sieb, Durchschlag, besonders für Flüssiges‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seihe''' f. ● ,Sieb, Durchschlag, besonders für Flüssiges‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seihtuch''' ● ''Sidduch'' (''u'' kurz) ,leinenes Tuch, das zum Seihen der Milch benutzt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seil''' ● Plur. ''die Seiler'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Seel'', ''Seeler'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''En Seil drehn'' ,ein langes Schwätzchen halten‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seilerhans''' ● ,langweiliger Erzähler, Schwätzer‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seilermärten''' ● ''Seelermärden'' ,Seiler-Martin, langweiliger Erzähler‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seilern''' ● ''seelern'' ,eine Tätigkeit hinauszögern; langweilig erzählen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiltänzer''' ● ''Seildänser'': Brötchenart, auch ''Wasserwecke'' gen., Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seimig''' ● ''seemech'' ,dickflüssig, schleimig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sein-Muß''' m. ● ''Sinn-Muß'' ,etwas, das sein muß, Notwendigkeit‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Semft''' ● ''Senfft'' ,Senf‘, Kassel (Gr. 1894), ''Semft'', Kassel 20. Jh.; ''Sämft'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sengeln''' ● ,sengen‘ trans.: ,etwas anbrennen, sengen, Federkiele (bei Geflügel) absengen‘, intr.: ,glimmen, brenzlich riechen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sengern''' ● ,sengen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Senste''' ● ''Sänsde'' ,Sense‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''setzen''' ● Stammformen: ''setzen'', ''saßde'', ''jesaßt'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Setzwaage''' f. ● ,Dreispitz, Dreimaster, dreieckiger Hut‘, „wie ihn die Leichenträger oder ,Bullezeischerschanden‘ (Polizeisergeanten) in großer Uniform auch mit Gala bei feierlichen Gelegenheiten meist trugen“, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sick''' ● ''sick'' oder ''zick'', Lockruf des Schäfers für die Schafe, ganz Hessen (Vil. 1868); ''sick, sick!'' Lockruf für die Schafe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sickertär''' n. ● das ''Sickerdehr'' ,Sekretär im Sinne von Schreibtisch‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. verweist auf Jonas: ''Schribsicherdehr''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sieh''' ● ''sich'' (mit kurzem ''i''), Imperativ Sing. von ''sehen'', Kassel (Gr. 1894); ''säch!'' ,sieh da!‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Sich emo ahn!' ,Sieh einmal an!‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sieden''' ● Stammformen: ''sieden'', ''sood'', ''gesooden'', Kassel 19., Anf. 20. Jh.; ''sieren'', ''sott'', ''jesorren'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sime''' f. ● ''Sime'' ,Schnur, Strick, Bindfaden, besonders ein dünner und kürzerer‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Simme'' ,Schnur, Bindfaden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Simetze''' f. ● ''Simele'', ''Simeze'', ''Simze'' ,Binse, juncus‘, in großen Teilen unseres Gebiets (Pfs.1886); ''Sümmetze'' ,Simse, Binse‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Auf den Simetzen'', Flurbezeichnung in Kirchberg 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''simulieren''' ● ''simulieren'' ,nachdenken, sinnen‘, Hessen (Vil. 1868); ''simmelieren'' ,intensiv nachdenken, grübeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''sembelieren'' ,nachdenken, sinnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von lat. ''simulare'' ,nachahmen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''singen''' ● Stammformen: ''singen'', ''sung'', ''gesungen'', Kassel 19., Anf. 20. Jh.; ''sengen'', ''soong''(''o'' offen), ''jesöngen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Singleiche''' f. ● ''Singeliche'' ,Singleiche‘, Kassel (Gr. 1894); ''Singeliche'' ,Leichenbegängnis mit Gesangsbegleitung‘, Balhorn (Sl. 1901). ● Redensart ''’ne Singeliche (machen)'' ,weitläufig über etwas Unangenehmes sprechen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sinken''' ● Stammformen, entsprechen in Kassel und Oberellenbach denen von ''singen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sint''' ● ,seit‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl mhd. ''sint''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sipp''' ● Redensart ''mit Sipp un Sapp'' ,mit allem, was zu ihm gehört‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sippern''' ● ,ein wenig Feuchtigkeit von sich geben (meist von Wunden)‘, überall gebräuchlich (Vil. 1868); ''sibbern'', ''sebbern'' ,sickern, sintern‘, auch in Bezug auf nässende Wunden, Kassel (Gr. 1894). ● Bei Gr. zweimal mit unterschiedlicher Schreibung und Einordnung verzeichnet. Gr.s Manuskript hat für die zweite Form ''sébbern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sochern''' ● ''sochern'', ''soochern'', ''suchern'' ,kränkeln, zumal zehrend kränkeln‘, Schwalm, Oberhessen (Vil. 1868); ''sochern'' ,kränkeln; auftrocknen (vom Körper Schwindsüchtiger)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Socherung''' f. ● ,Schwindsucht‘, Schwalm, Oberhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''socken''' ● ,Galopp laufen‘, im Waldeckischen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Söffer''' ● ''Seffer'' ,Säufer‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sömmersch''' ● ,sommerlich (z.B. Kleidung), sonnig (z.B. Lage eines Feldes)‘ (Vil. 1868); ''semmersch'' ,den Sonnestrahlen zugänglich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sommervögel''' ● ''Sommerveele'' ,Sommersprossen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
'''Sonnabend''' ● in Althessen die ausschließliche Bezeichnung; ''Samstag'' ist gänzlich unbekannt (Vil. 1868); ''Sunnowend'', Kassel 20. Jh.; ''Sonnowet'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Soppe''' ● ''Sobbe'' (offenes ''o'') ,Suppe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sosen''' ● ''sich sosen'' ,sich beruhigen, nachlassen (von Schmerz), Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spacherhans''' ● ,Hungerleider, Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spacherig''' ● ,vertrocknet, rissig (z.B. Brot, Erdboden)‘ (Vil. 1868); ''spacherich'' ,karg, kargend, trocken‘, im Hinblick auf Holz: ,sich spaltend, faulend‘, Kassel (Gr. 1894); ''spacherig'' ,vertrocknet, rissig; allzu sparsam, geizig‘, Balhorn (Sl. 1901); ''spacherech'' ,ausgetrocknet (vom Brot, auch vom Erdboden)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spachern''' ● ,zusammentrocknen und Risse bekommen infolge von trockener Luft und Hitze‘ (Vil. 1868); ,austrocknen‘ (in Bezug auf Brot); ,karg, kümmerlich leben‘, Kassel (Gr. 1894); ,austrocknen und rissig werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spachteln''' ● ,viel essen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spanisch Lauch''' ● ''Spanschlauch'', ''Banschlauch'' ,Porree‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Bei ''Banschlauch'' (s.d.) dissimilatorischer ''sch''-Verlust.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spanisch Rohr, Röhrchen''' ● ''Spanschrohr'', Kassel 20. Jh., ''Banschrehrchen'', Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spanisch Rohrstock, -stöckchen''' ● ''Spanschrohrstock'', ''Banschrohrstock'', Kassel 20. Jh.; ''Spanschrohrstäggchen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spanne''' f. ● ,Bett, Bettgestell‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch ''Bettspanne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spannen''' ● ''sich spannen'' ,großtun, eingebildet tun, übertriebenes Selbstbewußtsein zur Schau stellen‘, Kassel (Gr. 1894; C. Müller 1925); ''sech spannen'' ,sich hochmütig benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spannmichel''' ● ''Spannmechel'' ,Stutzer, Geck, Modenluder‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sparren''' ● wie hd., dazu: ,Hochmut, Dünkel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spatzenköpfe''' ● ''Spatzenkebbe'' ,gröbste Gerste‘, Kassel (Gr. 1894); offenbar sind grobe Graupen gemeint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speckanke''' f. ● ,feister Nacken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Specke''' f. ● ,leichte Brücke, Steg, welcher aus Pfählen besteht, die mit Hürden und diese etwa wieder mit Rasen besetzt sind, Oberhessen, „jetzt gibt es fast gar keine Specken mehr“ (Vil. 1868). ● Auch Niederhessen: Büchenwerra um 2010, Flurname in Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speel''' ● ''Spiel'', gesprochen ''Speel'', ,Menge, Vielheit, Masse‘, in Hessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''Spähl'' ,Spiel (wie nhd.); große Menge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).● ''Ein großes Menschenspiel, ein Spiel Geld'' (Vil.); ''en Spähl Mönschen, en Mönschenspähl'' ,eine große Menge Menschen‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speelding''' ● ''Spähldänk'' ,Mundharmonika‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speelmann, -leute''' ● ''Spählmann'', -''liere'' ,Musikant, Musikanten‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''spilman'', Plur. ''spilliute'' ,Musikant, fahrender Sänger, Gaukler’, md. ''speleman''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speelwerk''' ● ''Spählwerk'' ,Spielzeug, Spielsachen‘, Kassel (Gr. 1894); ''Spählwärk'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spei''' ● ,Speichel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spellen''' ● ''spellen gehen'' ,den Nachbarn zu vertraulichem Geplauder aufsuchen; Besuchsgang übers Feld machen‘, Mittelhessen (Vil. 1868); ''spällen gänn'' ,am Abend den Nachbarn oder Verwandten besuchen, um ein Plauderstündchen zu machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''spellen'' ,erzählen, reden, schwatzen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spellgast''' ● ''Spällgost'' ,derjenige, der am Abend den Nachbarn oder Verwandten besucht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spellmaide''' f. Plur. ● ,Junge Mädchen, die ein Chor (n., eine Gruppe) bilden und mit ihren Spinnrädern oder auch sonstigen Handarbeiten verwandte oder befreundete Familien aufsuchen (nach Anmeldung am Abend zuvor)‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spellstube''' ● ''Spällstowwe'' ,Spinnstube‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spelzen''' ● ,weiße Zwiebeln‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spenge''' ● ''spenge'', ''speng'' ,sparsam, selten, in geringer Menge vorhanden‘ (Vil. 1868); ''spenge'' ,knapp, karg, kaum hinreichend‘, Kassel (Gr. 1894); ''spänge'' ,selten, knapp‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mnd. ''spenge'' ,knapp, eingeschränkt; mäßig in Essen und Trinken‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spennel''' f. ● ''Spennel'', auch ''Spennadel'' ,Stecknadel‘, in Hessen ausschließlich für ''Stecknadel'' (Vil. 1868); ''Spennel'',Stecknadel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Spännel'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kasseler Nebenform, „seltener“: ''Spengel'' (Gr.); offenbar beeinflußt von ''Spange''. ● Vgl. mhd. ''spenel'' ,Stecknadel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spenneln''' ● ,anheften‘ (Pfs.1, 1889); ''spenneln'', ''anspenneln'' ,mit Stecknadel anstecken, feststecken‘; übertragen: ,jem. eine Arbeit machen lassen, zu einer Arbeit bringen, die ihm die freie Zeit raubt‘, Kassel (Gr. 1894); ''spänneln'', ''oonspänneln'' ,mit Stecknadeln befestigen; jem. mit etwas beauftragen, jem. etwas aufdrängen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sperbelig''' ● ''sperwelech'' ,gesprenkelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sperleguckes''' m. ● ungefähr: ,unachtsamer, nichts richtig wahrnehmender Mensch‘, Niederhessen (Pfs.2, 1894). ● Die Defintion gilt für den Oberlahngau, „doch auch in Niederhessen ungefähr dasselbe“ (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sperlegucksen''' Pl. ● ,Narrheiten, Spiegelfechtereien‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sperlegucksenmacher''' ● ,jem., der Sperlegucksen macht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sperlementen''' Pl. ● ''Spärlemenden'' ,Umschweife, Umständlichkeiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sperrschlette''' f. ● ''Sparrschlädde'' ,Kind, das dauernd den Mund öffnet; neugieriger Mensch (Schimpfwort)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spertelig''' ● ''sperdelich'' ,(sich) sperrend, sich spertelnd‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sperteln''' ● ''sich sperdeln'' ,auseinanderklaffen, sperren‘, übertragen: ,sich sperren, sich weigern, sich widersetzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speuz''' m. ● ''Spitz'' ,Speichel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speuze''' f. ● ''Spitze'' ,Speichel‘, üblichste, ja wohl allein übliche niederhess. Form (Vil. 1868)	.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''speuzen''' ● ''spützen'', meist ''spitzen'' gesprochen, ,speien‘, in Althessen, die fast ausschließlich herrschende Form (Vil. 1868); ''spitzen'' ,speien, spucken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''spitzen'', ''spätz'', ''jespätzen''. (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speuzenschlucker''' ● ''Spitzenschlogger'' ,Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spinnesieren''' ● meist ,spionieren, auskundschaften‘, seltener für hd. ''spintisieren'' ,grübeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spinnrockel''' m. ● ''Spennroggel'' ,Spinnrocken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spinozerus''' ● ,jem., der spinnesiert; ein schlauer, verschlagener Bursche‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spirrwatz''' m. ● ,Sperling; dürrer Mensch‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spitakel''' s. ● ''Spidahkel'' ,Spektakel‘ im Sinn von ,Lärm, Aufhebens; unsinninger Kram‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Oberellenbach hingegen ''Spegdogel'' ,Lärm‘ (Hm. 1926)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spittel''' n. ● ''Spiddel'' ,Spital, Hospital, Pflegeheim für alte und schwanche Personen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''splattern''' ● ''spladdern'' ,umherspritzen, auf eine größere Fläche ringsum mit Geräusch niederfallen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''splinternackend''' ● ''splindernaggend'' ,splitternackt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''splinternackicht''' ● ''splindernaggecht'' ,splitternackt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sprickelicht''' ● ''sprickelicht'', ''spreckelicht'' ,gesprenkelt‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sprickelig''' ● ''spreggelech'' ,gesprenkelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''spreckel'' n. ,Flecken auf der Haut, Sprenkel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprie''' ● Mundkrankheit der Kinder, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprieße''' ● ,Spreize, Notstütze‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sprießen''' ● ,spreizen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Springinkel''' m. ● ,Sringinsfeld, Leichtfuß‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprinne, Sprieh''' f. ● ''Sprin'', auch ''Sprên'', ''Sprê'', ''Sprêhe'' ,Star‘, die weitaus üblichere Bezeichnung der Vogelart (''Star'' wird hier und da gar nicht verstanden) (Vil. 1868); ''Sprieh'' ,Sprehe, Star‘, Kassel (Gr. 1894); ''Sprinne'' f. ●,Star‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mnd. ''sprên'' m. ,Star‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spritzeln''' ● ,in kleinen Strahlen spritzen, wenig spritzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprutz''' m. ● ,aus dünnem Teig Gebackenes; Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894); ,Durchfall (bei Mensch und Tier)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sprutzen''' ● ,kurz und schnell spritzen, wenig spritzen‘, Kassel 20. Jh.; ,Durchfall haben‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''sprützen'' ,spritzen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprutzwerk''' ● ,aus dünnem Teig Gebackenes‘; ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spuk''' m. ● ,schlauer, durchtriebener Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spulken''' m. ● ,großer Splitter, Span, abgelöstes Teil‘, Kassel (Gr. 1894); ''Spolgen'' ,dicker Erdklumpen, Erdscholle‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spulkes''' m. ● ,grober, derber Gegenstand‘, übertragen: ,grobe, derbe Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sputze''' m. ● ,Spaß‘, in Niederhessen meist Plural (Pfs. 1886). ● einem Sputzen in den Kopf setzen , unklare Erwartungen usw. erwecken‘, Niederhessen (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stacheies''' m. ● ''Stacháies'' ,langer und unbeholfener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Staches''' m. ● ,Tölpel‘, ziemlich überall üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stadt''' ● ''Stadt'', Plur. ''Städde'', Kassel 19., 20. Jh.; ''Stoot'', Plur. ''Steere'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel mit Kürze des Stammvokals, vgl. etwa ''Ahleneistadt'' ,alte Neustadt, Unterneustadt‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stadtstock, -steckel''' m. ● ''Stoodstogg'', ''Stoodsteggel'' ,Spazierstock‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stahle''' f., '''Stählchen''' n. ●  ,Pröbchen von Tuch; schlechtes Subjekt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stallen''' ● ,Exkremente auswerfen (von Tieren, die im Stall stehen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stampes''' m. ● ''Stampes'', ''Stampfes'' ,dicker Brei, weiche dicke Masse‘, allgemein üblich, ,kurzer dicker, plumper Mensch‘ (Vil. 1868); ''Stambes'' ,dick und steif Gekochtes, fester Brei‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Stambest'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Standal''' m. ● ''Standál'' ,etwas, das das Gefühl empört; Lärm, Toben‘, Kassel (Gr. 1894); Standool ,Lärm‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von  hd. Skandal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stande''' f. ● ''Stande'', meist ''Stanne'' gesprochen, ,Faß in Form eines abgekürzten Kegels, in den Küchen und den Kellern gebräuchlich, um Wasser oder Bier darin aufzubewahren‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''standebéh''' ● ,stehenden Fußes‘, Kassel (Gr. 1894). ● Von lat. ''stante pede'' ,stehenden Fußes‘, vermutl. angeglichen an ''beabéh'' &amp;lt; franz. ''peu à peu'' ,allmählich, Stück für Stück‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stange''' ● wie hd., außerdem: ,das früher gebräuchliche hohe Glas ohne Henkel, das „eine Halbe“ faßte‘ (Pfs. 1886). ●  ''(Große) Stangen im Kopf haben'' ,hochmütig sein‘ (Vil. 1868); ''’ne Stange im Kobbe hon'' ,hochmütig, eingebildet sein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''starrsteckelsteif''' ● ''storrstäggelstiff'' ,völlig steif‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''starrsteif''' ● ''storrstiff'' ,ganz steif‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stäuben''' ● ''stiewen'' ,verjagen, wegjagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stauche''' f. ● ''Bund Flachs aus der Rose, der zum Trocknen aufgestellt wird'', nur in Niederhessen ''staucht''  man den Flachs (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stauchen''' pl. ● ,Unterärmel oder Armhandschuhe‘ vorzüglich bei den Landbewohnern, neuerdings auch bei den höheren Ständen (Vil. 1868); ''Stuchen'' (''u'' kurz, geschlossen) ,warmhaltende gestrickte Manschetten usw.‘, Kassel (Gr. 1894); ''Stüchen'' (''ü'' kurz) ,gestickte Pulswärmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stauchen''' ● ''stuchen'' (''u'' kurz, geschlossen) ,stauchen‘ und ,stauen‘, Kassel (Gr. 1894); ''stüchen'' (''ü'' kurz) ,durch heftiges Fallen oder Stoßen verrenken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Des Is hot sech gestucht.'' ,Das Eis hat sich gestaut (beim Eisgang)‘. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''-ste''' ● erweiterte Form der Konj. ''wann'' ,wenn‘ und ''ob'', nicht ganz so häufig bei ''weil'' und ''wie'' bei einer Verknüpfung mit einem Verb in der 2. Pers. Sing., Hessen. Beispiele: ''Wannste witt'' ,wenn du willst; ''ebste kümmest'' ,ob du kommst‘. (Pfs. 1886)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Steckel''' m. ● ''Stecken'' m., in Niederhessen lieber ''Steckel'' gesprochen, ,Stock, Stab‘ (Vil. 1868); ''Stäggel'' ,Stecken, Stab, Stock zum Gehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stehen''' ● Stammformen: ''ich stehn'', ''ich stund'' (Vil. 1868);  ''stehn'' (Inf.), ''stunn''/''stund'', ''gestehn'', Kassel 19., Anf. 20. Jh.; ''stänn'' (Inf.), ''sting'', ''jestänn'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● „Konjugiert noch in alter Weise“ (Vil.). Die alte ''n''-Form in der 1. Pers. Sing. (vgl. ich ''bin'', ich ''hon'') ist außer bei Vil. sonst wohl nicht mehr belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Steifigkeit''' ● ''Stiffechkeet'' ,Steifheit, steifes Benehmen, Wesen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Steifschlippen''' m. ● ''Stiffschlebben'' ,steifer, unbeholfener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schlippen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stellasche''' f. ● jede Art von ,Gestell‘, üblich (Pfs.1, 1889), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stellen''' ● Stammformen: ''stellen'', ''staalde'', ''jestaalt'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stelz''' m. ●,langer, unbeholfener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stengelsteif''' ● ''stängelstiff'' ,erstarrt, sehr steif; betrunken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sterngücker''' ● ''Sternegicker'' ,Sterngucker, Astronom; lange, dünne Zigarre‘, Kassel (Gr. 1894); ''Stärengigger'' ,Mensch, der dauernd in die Luft sieht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stete''' ● ''steere'' ,gleichmäßig, ruhig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stichböse''' ● ''stächbeese'' ,sehr böse, sehr zornig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stichfinster''' ● ''stächfinsder'' ,sehr dunkel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stickel''' ● ,steil‘, ausschließlich in Gebrauch (Vil. 1868); Kassel (Gr. 1894); ''steggel'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stickelechtig''' ● ,steil‘, Nebenbedeutung: ,unzugänglich‘ (Pfs. 1886). ● Erweiterung von ''stickel'' durch das Suffix -''echtig'', s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sticken''' ● ''steggen'' (''e'' geschlossen) ,stecken‘ und ,sticken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''steggen'', ''stoochde'', ''jestoocht''. (Hm. 1926)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stickhusten''' ● ''Stegghusden'' ,Keuchhusten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stiebel''' ● ''Stiwwel'', Plur. ''Stiwweln'' ,Stiefel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stiebelieren''' ● ''stewwelieren'' ,stiefeln, schnell gehen‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stiebeln''' ● ''stewweln'' ,stiefeln, schnell gehen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Das stiefelt sich nicht; es will nicht stiefeln.'' ,Es fügt sich nicht, will nicht passen.‘ (Vil.)  ''Jestewwelt un jespoort'' ,gestiefelt und gespornt, zum Gehen gerüstet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stillschweigening''' ● ''stelleschwiejenink'' ,stillschweigend, unter der Hand, im geheimen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stinkebock''' ● ,vor Faulheit stinkender Mensch‘, Faulpelz‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stinkepforte''' ● ''Stinkeporte'', Übername der ,Tränkepforte‘, eines Kasseler Gäßchens zwischen Graben und Marställerplatz, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stippchen''' ● ''Stibbchen'' ,Kleckschen, Pünktchen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stippen''' m. ● ''Stibben'' ,Klecks, Punkt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Vgl. mnd. ''stip'' n., ''stippe'' m. ,Punkt, Tupf‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stippen''' ● ''stibben'' ,kurz und knapp berühren, antippen, eintunken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). Vgl. mnd. ''stippen'' ,Tupfe oder Punkt machen; mit der Spitze (des Fingers, Stabes usw.) berühren; eintunken; steppen, sticken‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stipper''' f. ● ''Stibber'' ,Stütze, die eine Läst trägt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stippern''' ● ,mit Stützen versehen‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''stibbern'' ,mit einer Stütze versehen, stützen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stitz''' n., m. ● ''das Stitz'' ,kleines niedriges Zimmer; ärmliches Häuschen‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Stitz'' ,sehr kleines Zimmer‘, Kassel (Lüttebrandt 1917); ''der Stitz'' ,kleiner, enger Raum, kleiner Stall‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stitzchen''' ● ,sehr kleines, recht niedriges Zimmer‘; auch Brötchenart, ähnlich dem Franzbrötchen, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stock''' ● neben ,Stock‘ und ,Stockwerk‘: ,stockiger Geruch oder Geschmack‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stockrabenkohlekesselschwarz''' ● ''stockerawenkohlekesselschwarz'' ,stockfinster‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stokern''' ● ''stokern'', ''herumstokern'' ,in allen Winkeln umherkriechen, alles durchsuchen‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''(rimme)stogern'' ,herumsuchen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stolz''' ● ,schön gekleidet, geputzt‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,hochmütig; schön gekleidet, stattlich, prächtig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stöpel''' m. ● ''Stebel'' ,Stoppel, Stümpfchen‘, auch: ,kleiner Junge‘, Kassel (Gr. 1894), ,kleiner Junge‘, Kassel 20. Jh.; ,Stumpf, Stummel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stopfenblau''' ● ''stobbenblau'' ,waschblau‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ,heller als das Berliner Blau‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stoppel''' f. ● Stobbel ,Stumpf des angeschnittenen Getreidehalms‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stoppelkalb''' ● ,besonders dummer und ungeschickt sich anstellender Mensch‘, Schimpfwort (Vil. 1868); ''Stoffelkalb'' [sic], bei Naumburg (Pfs. 1886); ''Stobbelkalb'' ,dummer, tölpelhafter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Storch''' ● ''langer Storch'' ,lange Mannsperson‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''storchen''' ● ''zesammen storchen'' ,heimlich, dicht beieinanderstehend, einen Schwatz halten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strackenbach''' ● ''Straggenbach'' ,barscher, ungefälliger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strahlen''' ● ''strohlen'' ,hervorschießen, hhervorsprudeln (nur von Flüssigkeiten)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strählen''' ● ''str[e]hlen'' ,urinieren‘, wörtlich: ,einen Strahl machen‘, Gr. erläutert: „wie ''strullern'', der Strahl ist nur stärker, das Geräusch kaum so stark“, Kassel (Gr. 1894). ● Von ''Strohl'' ,Strahl‘: *ströhlen &amp;gt; strehlen. Gr. hat unverständlicherweise die nichtentrundete Form ''ströhlen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strakeln''' ● ''sech strahkeln'' ,sich beim Liegen recken und strecken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strambúlster''' m. ● ,heftiges Aneinandergeraten, heftiger Wortwechsel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strambúlstern''' ● ''sech strambulsdern'' ,heftig aneinandergeraten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strambúlsterig''' ● ''strampulsterig'' ,gegen etwas ankämpfend, sich beständig und kleinlich gegen alles auflehnend‘, in gutmütigem Sinne gebraucht (Pfs. 1886); ''strambulsderich'', Ajektiv zum ''Strambulster'', Kassel (Gr. 1894), ,widerborstig‘, Kassel (Bennecke 1904), ,stramm gepolstert, gespannt, widerspenstig‘, Kassel (Lüttebrandt 1919); ''strambolsderech'' ,störrisch, halsstarrig, widerspenstig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strampelchen''' Pl. ● ''Strambelerchen'' ,die Beinchen der kleinen Kinder‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strauen''' ● ''strauen'' ,streuen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. mhd. ''strouwen''; in Oberellenbach hingegen mit Umlaut: ''ströiwen'' (Hm. 1926), entspricht hd. ''streuen''; vgl. mhd. ''ströuwen'', ''strewen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''straufeln''' ● ''strüfeln'' ,beim Gehen mit den Füßen auf dem Boden her streichen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strenzen''' ● ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strickstock''' ● ,Stricknadel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Streggstock'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Striemel''' f. ● ''Strimmel'' ,Striemen, schmaler Streifen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Striffel''' f. ● ,Krause, Fältelung (an der Haube, den Ärmeln und am Kragen)‘, Kassel (Gr. 1894). ● Striffelkragen, Kassel 19. Jh. (Herzog), ''Streffelmetze'' ,Striffelmütze‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strippen''' ● Siehe ''strüpfen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stritzen''' ● ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''strüpsen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strohmann''' ● ,Vogelscheuche; einfältiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strotte, Strutte''' f. ● ''Strotte'' ,Luftröhre‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Strodde'' ,Schlund, Kehle, Gurgel, Luft-, Speiseröhre‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Strudde'' ,Luftröhre‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Us voller Strotte'' ,aus vuller Kehle‘, Kassel 19. Jh. (Herzog). ''Bi emme es alles de Strodde nunner gelaufen.'' ,Er hat alles versoffen.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strulchen''' ● ,strolchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strulcher''' ● ,Strolch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strullern''' ● ,dünn plätschern, mit Geräusch fallen‘ (Wasser- oder Urinstrahl in Gefäß oder andere Flüssigkeit), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strumpfbetzel''' f. ● ''Strumpbetzel'' ,Zipfelmütze‘, einziger Gebrauch von ''Betzel'' für eine Männerkopfbedeckung, Balhorn (Sl. 1901); ''Strumbbäzzel'', Kassel (Gr. 1894; hier ohne Erläuterung aufgeführt). ● Siehe ''Betzel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strupf''' m. ● ,Beute beim Diebstahl‘ (Pfs. 1886). ● Siehe ''strüpsen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strüpfen''' ● ''stribben'' ,streifen, abstreifen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,streifen‘ in der Art, „wie beim Melken die Zitze behandelt wird“; jem. die Börse durch Borg oder Bettel dünner machen‘ (Gr.). ● Vgl. mhd. ''strupfen'' ,streifen, abrupfen‘&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strüpfen, strüpfeln, strüpfern''' ● ''sich strippen'' ,uneinig werden, sich zanken, sich streiten‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''sich stribbeln'' ,sich streiten (harmlos)‘, Kassel 20. Jh.; ''sech stribbern'' ,sich neckend streiten, sich ohne böswillige Absicht zanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strüpsen''' ● ''stribsen'' ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Strupf''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strunt''' ● ,grobes Gewebe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strunze''' f. ● ,sich faul herumtreibende, widerliche Frauensperson‘, Niederhessen (Vil. 1868); Kassel 20 Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strutz''' m. ● ,kleines Büschel (vor allem Haare)‘, Kassel 20. Jh., ''Strütz'' ,Büschel von durcheinander liegenden Haaren oder durcheinander gewachsenem Gras‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strutzbart''' ● ''Strützboort'' ,verwilderter Bart‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stube''' ● ''Stuwwe'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Stowwe'' ,Zimmer, meist Wohnzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Die blaue Stowwe'': die „gute Stube“, sie war gewöhnlich blau, ultramarinblau, tapeziert, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stubentür''' ● ''Stuwwendähre'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Stow(w)endähre'' ,Streuselkuchen‘, scherzhaft, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
'''Stuffel''' m. ● ''Stüffel'' ,Stumpf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stuffig''' ● ''stüffech'' ,kurz und gedrungen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stulke''' f. ● ,großes junges Mädchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stülp''' m. ● ''Stilb'' ,wuchtiger Stoß, so daß der Gestoßene stolpert‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stülpe''' f. ● unterschiedliche Art von Frauenmützen auf dem Lande, besonders in der Schwalm, hier weiße Mütze zu kirchlichen Anlässen, anderwärts ''Ziehbetzel'' genannt (Vil. 1868); ''Stilbe'' ,Deckel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stulpen''' Plur. ● ,Manschetten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stülpen''' ● ''stilben'' ,wuchtigen Stoß geben‘, Kassel (Gr. 1894); ''stilpen'' ,umstülpen‘, Balhorn (Sl. 1901); ''stelben'' ,wenden, umkehren; pflügen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Balhorn: Die Kinder stülpen am Weihnachtsabend Töpfe auf den Tisch, setzen sie also umgekehrt darauf. Das Christkind legt dann seine Gaben darunter, hier und da auch eine Rute obenauf. ''Ich hon gestilpet.'' ,Ich bin beschert worden.‘ ''Ich hon emme gestilpet.'' ,Ich habe ihn beschert.‘ (Sl.) In Oberellenbach kommt ''stülpen'' nur in folgenden Verwendungen vor: ''en Laant stelben'' ,einen Acker pflügen‘, ''de Dasse stelben'': die umgewendete Obertasse gilt als Zeichen, daß man keinen Kaffee mehr wünscht (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stulpern''' ● ''stulbern'' ,stolpern‘ (Gr. S. 67, rechte Sp.); ''stolbern'' (''o'' geschlossen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stulpernoll''' ● ''Stolbernoll'' (beide ''o'' geschlossen) ,einer, der leicht stolpert, steifer, unbeholfener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vermutlich Zusammensetzung mit dem Vornamen ''Nolde'', Kurzform von ''Arnold'', &amp;gt; ''Nolle'', ''Noll''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stulprian''' ● ''Stolberjahn'' (''o'' geschlossen), dasselbe wie ''Stulpernoll'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stülpes''' m. ●  ''Stilbes'' ,unbeholfener, dummer Mensch, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. erläutert: einer, „der sich überall hin stilben (stülpen) stoßen läßt, mit dem me Stowwendähren inrennen kann: mit dem man gleich wie mit einem Sturmbock Türen und Tore einrennen kann.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stumpchen''' ● ''stomchen'' ,derb, unsaft stoßen; stampfen (z.B. Kartoffeln)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stumpfen''' ● ''stumben'', in der Redensart ''stumben un stoßen'' ,stark hin und her stupsen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stümpfen''' ● ''stemben'' ,stumpf machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stunz''' m. ● ,kleiner Zuber‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Stunz'' ,Zuber, wannenartiger Bottich, Wännchen‘, Kassel 19. 20. Jh. (Gr. 1894), übertragen: ,kleine, dicke Person ohne Taille‘, Kassel (Gr.); ''Stönz'' ,kleines, breites, aber niedriges Gefäß; kleine dicke Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stuppe''' f. ● ,Krankheitsanfall‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Stubbe'' ,Anfall, Grille, Laune‘, Kassel (Gr. 1894); ''Stüppe'' ,Krankheitsanfall, Anfall von Jähzorn‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mnd. ''stupe'' ,schüttelnder Krakheitsanfall, Konvulsion‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stuppenweise''' ● ''stubbenwiese'' ,zeitweise, periodenweise‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sturax, Sturiax''' m. ● ''Sturax'' ,mürrische, wortkarge Person‘, Kassel (Gr. 1894); ''Storjags'' (''o'' kurz und geschlossen) ,langbeiniger, steifer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stürmen''' ● ''stermen'' ,die Sturmglocke läuten (bei Feuersbrunst)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stürmer''' ● ''Stermer'' ,einer, der mit großem Eifer an eine Arbeit geht, dieser aber bald überdrüssige wird und sich anderem zuwendet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sturren''' ● ,starren‘, scheinbar nur in Redewendungen ''wie sturren vun Dreck, vun Guld'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stürze''' f. ● ,gegitterte Behälter ohne Boden zum Ästen des Federviehs‘ (Vil. 1868); ''Stärze'' ,gegitterter Käfig ohne Boden zum Aufenthalt für junges Federvieh im Freien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sturzegum''' ● ,Kapuzinerkresse‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sturzeniere''' f. ● ,Schwarzwurzel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Storzenier''-, ''Sturzenierworzel'', Kassel (Gr. 1894); ''Storzeniere'' , Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Scorzonera hispanica''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stutterbock''' ● ''Stodderbock'' (erstes ''o'' geschlossen) ,Stotterer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stuttern''' ● ''stoddern'' (''o'' geschlossen) ,stottern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stuttersack''' ● ''Stoddersack''(''o'' geschlossen) ,Stotterer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stutzglas''' ● ''Stotzglos'' ,kleines Trinkglas‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''su''' ● ''suh!'',so!‘, Interjektion, Ausdruck des Zweifels oder Erstaunens, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sucheln''' ● (''u'' kurz) ,schlecht nähen‘, auch: ,beharrlich nähen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sucht''' ● ''Socht'' ,Krankheit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Suckelkind''' ● ''Süggelkänt'' ,Säugling‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''suckeln''' ● Frequentativum zu ''saugen'' (von kleinen Kindern, Tieren) (Vil. 1868); ''suggeln'' ,in heftigen kleinen Zügen saugen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sulper''' m. ● ''Solper'', ''Sulper'' m., auch wohl n., ,die Einsalzung des Schweinefleischs‘ (Vil. 1868); ''Sulber'' ,Salzbrühe der Metzger‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Solber'' m. (''o'' geschlossen) ,salzige Flüssigkeit, Salzbrühe‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sulperfleisch''' ● ''Solperfleisch'' ,eingesalzenes Schweinefleisch‘, z.B. Rippenbraten „aus dem Solper“ (Vil. 1868); ''Solberfleesch'' ,Pökelfleisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sulperknochen''' ● ''Solperknochen'' ,Unterbeine [richtiger: Füße] und sonstige Knochenreste des Schweines, welche mit dem anhängenden Fleisch eingesalzen, dann gekocht werden und für besonders wohlschmeckende Teile des Schweinefleischs gehalten werden‘ (Vil. 1868); ''Sulberknochen'' ,eingepökeltes Schweinefleisch mit Ohren, Schnauze usw.‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Solbergnochen'', Oberellenbach (Hm. 1926, hier ohne Erläuterung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Summervogel''' ● ''Summervochel'' (''o'' in -''vochel'' kurz) ,Schmetterling‘, übertragen: ,Person in sehr sommerlicher, sehr heller Kleidung‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Lattichvogel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sündenknüppel''' ● ''Sindenknibbel'' ,hartgesottener Sünder‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sunsten''' ● ,sonst‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Bildung mit -''en''-Erweiterung wie ''alsten'' u.a.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Supchauge''' ● ''Subbchauge'' ,tränendes Auge‘, Kassel (Lüttebrandt 1917), Pl. ''Subchauchen'' ,verweinte Augen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''supchen''' ● ,anfangen zu weinen‘, Kassel (Gr. 1894); ,verhalten vor sich hin weinen‘, Kassel20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Supp''' m. ● ,der verhärtete Augenschleim‘, Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Suppauge''' ● ,tiefendes Auge‘ (Vil. 1868); ''Subbauge'' ,Triefauge; triefäugige Person‘, Kassel (Gr. 1894); ''Süppöhche'' ,triefendes, tränendes Auge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''suppen''' ● ,triefen (von den Augen)‘, Niederhessen (Vil. 1868); ,Flüssigkeit allmählich von sich geben‘, Kassel 20. Jh.; ''sübben'' ,triefen, tränen (der Augen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''surchelich''' ● ''sorchelech'' ,säuerlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süßmichel''' ● ''Sießmichel'' ,Einschmeichler‘, dasselbe wie ''Seidenbeutel'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süster''' f. ● ,Schwester‘, aussterbende Altform (Vil. 1868). ● Vil. sieht die Form – allerdings zu zu Unrecht – als niederdt. an, das heißt als Import, im niederdt. sprechenden Niederhessen die „übliche Form von Schwester“. „Das Wort weich successiv zurück; in und um Kassel war es noch in der Mitte des vorigen [18.] Jarhunderts gebräuchlich, wenn auch nicht mehr in allgemeiner Übung, jetzt ist es dort und schon einige Wegstunden weiter nördlich gänzlich ausgestorben.“ (Vil.) – Das Wort ist erhalten in:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süsterfeld''' ● ''Sisterfeld'', Flurbezeichnung bei Kassel, heute Name eines Kasseler Wohnviertels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süsterhaus''' ● ,Frauenhospital in Kassel, jetzt auf der Oberneustadt‘ (Vil. 1868); ''Sesterhus'', Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript ''Sésterhus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süsterweib'''  f. ● ''Sesterwibb'', Plur. ''Sesterwiewer'' ,Insassen des Süsterhauses‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript ''Sésterwibb'', ''Sésterwiewer''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sutch''' m. ● ,schmierige Flüssigkeit‘, Kassel 20. Jh.; ''Sodch'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sutchen''' ● ,Klebriges ablassen‘, Kassel 20. Jh. ●  ''De Piffe, des Rohr sutcht''. Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sutchen''' ● ,weinen, schluchzen (unterdrückend, heimlich)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sutte''' f. ● ''Sotte'', ''Sutte'' ,Jauche‘ (Vil. 1868) ; ''Sutte'' ,Schlamm, Dreckbrühe‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Sodde'' ,Jauche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sütte''' f. ● ''Sütte'', ''Südde'', ''Sutte'', meist ''Sitte'' gesprochen, ,Aufguß von heißem Wasser auf Gras, Strohstümpfe, abends dem Mlchvieh gegeben, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Serre'' ,mit heißem Wasser gebrühtes Viehfutter, meist aus Gras und Häcksel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Suttelbrühe''' ● ''Suddelbrieh'' ,schlechtes, dünnes Essen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. überträgt das Wort außerdem als ,Sudelbrühe‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sutter''' m. ● ,ablaufende, ab- oder durchtropfende Flüssigkeit (besonders vom Ablauf des gerauchten Tabaks)‘ (Vil. 1868); ''Sudder'' ,Tabaksaft als Rückstand in der Tabakspfeife‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''suttern''' ● ,sickern (besonders von unsauberer Flüssigkeit, auch von Wunden)‘ (Vil. 1868); ''suddern'' ,viel Sutter absetzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); auch: , unrein davon sein, danach schmecken‘. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sutzel''' f. ● ,eine unsauber sich haltende Frauensperson‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Sützel'' ,unreinliches Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sutzelig''' ● ''sutzelich'' ,unsauber gekleidet, unreinlich, besonders von Frauenspersonen gebraucht‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''sützelech'' ,unsauber gekleidet, unreinlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sutzeln''' ● ''sützeln'' ,unreinlich sein, eine Arbeit unsauber verrichten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch S'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_A_%E2%80%93_D</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch A – D'''&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
'''A.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abblaten''' ● Siehe ''blaten''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abgergeln''' ● ''sech obgärjeln'' ,sich mit einer schweren Arbeit abmühen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abkappen''' ● ''obkabben'' ,jem. derb zurechtweisen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abknuppen''' ● ''abknubben'' ,abzwacken, abkneifen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abknuppsen''' ● ''abknubbsen'' ,abknipsen, abschnipsen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abkribbeln''' ● ''obgrewweln'' ,etwas durch fortgesetztes Stochern von etwas anderem entfernen, lösen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Abrahämchen''' n. ● ''Awerämchen'' ,Kartoffelschälmesser, Küchenmesser‘, Kassel 1919 (Lüttebrandt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abschoren''' ● ,absehen, in der Schule vom Banknachbarn abschreiben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abschwarten''' ● ,verprügeln‘, Kassel 20. Jh. ● Der in Kassel aufgewachsene Pfs. verzeichnet nur Vorkommen des Wortes im Busecker Tal, Bedeutung ,jem. hauen, daß die Schwarte kracht‘ (Pfs.2, 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abstrippen''' ● ''abstribben'' ,herunterstreifen (z. B. Johannisbeeren)‘, Kassel 20. Jh.; ''obstrebben'' ,etw. nachlässig von etw. anderem herunterstreifen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abtribbeln''' ● ''obdrewweln'' ,durch dauerndes Drehen (zwischen Daumen und Zeigefinger) etw. abtrennen (z.B. Faden, Draht)‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''abdriwweln'', dasselbe, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abtun''' ● ''obdunn'' ,eine Kopfbedeckung absetzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''acheln''' ● ,essen‘, scherzhaft, besonders im östl. Hessen (Vil. 1868); ,(mit gutem Appetit) essen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Aus dem Jiddischen und der Gaunersprache (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''achtpassen''' ● ''Acht passen'' ,achtgeben, aufpassen‘, durch ganz Hessen üblich (Pfs. 1886); ''achdepassen'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Affenschwanz''' ● ,jem., der alles nachäfft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Affenstreich''' ● ''Affenstreech'' ,Dummerjungenstreich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Afterkuchen, -mehl, -wecke''' ● ,minderwertiger Kuchen bzw. Mehl, Wecke‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ah-''' Präfix ● ''oh''-. ● geht zurück auf mhd. ''â''- zur Bezeichnung des Gegensatzes, der Trennung (Lex.), nach Grimm auch Böses bezeichnend (Pfs. 1886); erscheint im Niederhess. durchweg als geschlossenes langes ''o''-, auch in Kassel, wo ''â'' gewöhnlich als offenes langes ''o'' erscheint. Damit gebildet die folgenden Wörter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ahleibig''' ● ''olibig'' ,klein, schmächtig, schwächlich‘, sehr üblich, Niederhessen (Vil. 1868); ''ohliewich'' ,schwach, elend, halb verhungert‘, Kassel (Gr. 1894), ,unwohl (im Sinne von Leibschmerzen)‘, Kassel 20. Jh.; ''ohliewech'' ,unwohl, fast ohnmächtig, kraftlos, schwächlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Mä is ganz ohliewich.'' ,Mir ist flau im Magen, mich befällt Schwäche.‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ahmacht''' ● ''Ohmacht'' ,Ohnmacht‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''âmaht'' ,Mangel an Kraft, Ohnmacht‘; vgl. auch mnd. ''amacht'' ,Ohnmacht, Schwäche‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ahmächtig''' ● ''ohmächdich'', Kassel 20. Jh.; ''ohmächdech'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''âmehtec'' ,schwach, ohnmächtig‘; vgl. auch mnd. ''amachtich'' ,ohnmächtig‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ahmaden''' ● ''Omaden'', ''Ömde'' n. ,Nachheu, Grummet‘, an der Efze und an der unteren Schwalm, Eder und Fulda üblich (Vil. 1868); ''Ohmade(n)'' f. ,Grummet‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. mhd. ''âmât'' n. ,das zweite Mähen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ahnamen''' ● ''Ohnamen'' Sing. und Plur. ,Spitzname‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. mhd. ''âname'' ,Spitzname‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ahnamen''' ● ''ohnomen'' ,jem. mit Schimpfnamen belegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''beohnamen'', dasselbe, Kassel 20. Jh. ● Bei Hm. verzeichnet unter ''annamen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ahräßig''' ● ''ohreeßech'' ,überdrüssig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Sech wos ohreeßech ässen'' ,sich etwas überdrüssig essen‘ (Hm.). ● Vgl. ''verohräsen'' ,verderben, vergeuden; von Speise und Futter die Reste unbenutzt verderben lassen‘,  Kassel (Gr. 1894). ● Zu mhd. ''ræze'' ,scharf von Geschmack, herbe, ätzend‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Albert''' ● ''ein alberner Mensch'', Balhorn (Sl. 1901); ''Olwert'' 1) Name, 2) ,jem., der sich albern benimmt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''alberig''' ● ''albern'' ,kindisch‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Alberjan''' ● ''Alwerjahn'' ,jem., der sich albern benimmt‘, Kassel 20. Jh.; ''Olwerjohn'' ,alberner Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Albrigkeit''' ● ''Olwerechkeet'' ,Albernheit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Albschuß''' m. ● ,alberner Mensch, Trottel‘, an der Eder und anderwärts, ''Albschoß'', Hersfeld, (Pfs. 1886); ''Albschoß'' ,Dummkopf‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''alchen''' ● ''sich alchen'' ,sich drücken, fortgehen‘, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Alexterchen''' ● Nur in der Redensart ''Hä äs'' (''sprengt doremm'') ''wie ’n Alägsderchen''. ,Er ist äußerst munter und fidel.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''alleweile''' ● ,jetzt, eben, im Augenblick‘, ganz Hessen (Vil. 1868), ''allewille'', Kassel (Gr. 1894), ''awülle'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Wendung ''jetzunner un allewille'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''allmächtig''' ● ,sehr groß, sehr stark‘ (neben der gemeindeutschen Bedeutung), Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''als''' Adv. ● 1) ,allezeit, beständig‘, 2) ,immerhin, weiter‘ (''als zu'', ''als fort''), 3) ,einstweilen‘, 4) ,zuweilen‘ (''als einmal'', gesprochen: ''alstemal''), 5) ,je‘ (Vil. 1868); ''als'', ''alst'', ''alsten'' ,immer‘, ''alszu'' ,immerzu‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''alsemoh'' ,immer mal wieder, bisweilen‘, ebd. 20. Jh. (Herwig); ''als'' ,fortwährend, beständig‘ (''alszu'', ''als onne'', dasselbe in verstärkter Form), ,immer‘, ,einstweilen, inzwischen (''alsemoh'')‘; ,immerhin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''als'' ist im Niederhessischen nie temporale Nebensatzkonjunktion; diese ist ''wie'', etwa: ''Wie hä kam, ...''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Amsel''' ● ''Amschel'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''an-''' ● als Vorderglied von Substantiven und Verben: (alte) Aussprache in Kassel lang (''aan''), im 20. Jh. zunehmend kurz wie die Präposition ''an''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anballern''' ● ,jem. laut und barsch anfahren‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anblinzen''' ● ''oonblenzen'' ,jem. durch Blinzeln etw.zu verstehen geben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''andätschen''' ● ''andätschen'' ,anstoßen‘, stärker als ''anditschen'', Kassel 20. Jh. ● Siehe ''dätschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anditschen''' ● ''anditschen'' ,anstoßen‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''ditschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anfitzen''' ● ''ahnfitzen'' ,denunzieren‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''fitzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''angeflammt''' ● ''angeflammt kommen'' ,heraneilen, heranstürmen‘, Kassel 20. Jh.; ''oonjeflammt kommen'', ,mit großer Geschwindigkeit herankommen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ängsterlich''' ● ,ängstlich‘, Kassel (Chr. Müller 1925/26).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anhältig''' Adv. ●  ''oonhälich'' ,andauernd‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Anke''' f. ● ,Hinterkopf, Nacken, Genick‘ (Vil. 1868); ,Nacken‘, Kassel 19., 20. Jh., (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe [[Die „Anke“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anken''' ● ,stöhnen, seufzen‘ (Vil. 1868);  Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe [[„anken“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ankohlen''' ● ,jem. anlügen, durch Flunkerei zum Hänschen halten‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anne''' Adv. ● ,fort, weg‘, niederhess., südl. bis Hersfeld (Vil. 1868); ''onne'' ,weg, fort, mit bestimmtem Ziel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''annebringen''' ● ''onnebrengen'' ,fortbringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''annefahren''' ● ''onnefohren'' ,jem. auf einem Gefährt wegbringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''annegehen''' ● ''onnegenn'' ,fortgehen, hingehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''annemachen''' ● ''onnemachen'' ,abreisen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''annespringen''' ● ''onnesprengen'' ,fortlaufen, hinlaufen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''annetragen''' ● ''onnedräjen'' ,forttragen, hintragen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anranzen''' ● ''aanranzen'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''oonranzen'', Oberellenbach (Hm. 1926) ,derb anfahren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Anschlag''' m. ● ,Freistätte beim Kriegenspielen (Fangen), die Gunst‘; wer dort anschlägt und ruft: „Anschlag für mich!“, darf ruhen und verschnaufen, Kassel und Umgebung (Pfs. 1886); so auch in Kassel Mitte 20. Jh., der Ruf bei Erreichen der Gunst war: „Anschlag!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anspenneln''' ● ''oonspänneln'' ,mit Stecknadeln befestigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● Siehe ''Spennel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anstreichen''' ● ''oonstrichen'' ,aufs Kerbholz setzen, sich merken, heimzahlen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anstrippen''' ● ''oonstribben'' ,nachlässig etwas überstreifen‘ (z.B. Schuhe, Handschuhe‘), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''antätscheln''' ● ''oondädscheln'' ,anfassen, mit der Hand berühren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''antun''' ● ''oondunn'' ,ein Kleidungsstück anlegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Anwand''' f., '''Anwender''' m. ● ,Acker, auf dessen lange Seite mehrere Äcker mit ihrer Schmalseite (Stirnseite) stoßen‘, sehr üblich (Vil. 1868). ● Beide Wörter im 19. Jh. erloschen, als die langen, schmalen Ackerbeete im Zuge der Verkoppelung (Flurbereinigung) zugunsten flächigerer Äcker beseitigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Apfellaibchen''' n. ● ''Abbellaibchen'', Pl. ''Abbellaiwerchen'', auch ''Äbbellaibchen'' ,Apfel in Teigumhüllung gebacken, Kassel 19. Jh. (Herzog; Gr. 1894 fehlerhaft); ''Appellaibchen'' ,ein bei Kindern sehr beliebtes Gebäck‘, ein ganzer Apfel wird mit Teig umhüllt und gebacken, Balhorn (Sl. 19019:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ärmelding''' ● in Hünfeld und Umgegend die beinahe ausschließliche Bezeichnung des Kamisols, welches Fremdwort dort unbekannt ist (Vil. 1868); ,blaue Jacke der Burschen‘, im Gegensatz zum Knöpfding, Schwalm (Pfs.1, 1889). ● Siehe ''Knöpfding''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Armen''' m. Sg. u. Pl. ● ''Armen'' ,Arm‘, Kassel (Gr. 1894), ''Oormen'' ,Arm‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Armetei''' f. ● ''Armedei'' ,armselige Hauswirtschaft, armseliges Gewerbe‘; so schon im 16. Jh. (Hans Sachs), früher auch anstrakt ‚Armut‘ (Vil. 1868). ''Armedei'' ,ärmliche Verhältnisse‘, Kassel (Gr. 1894), ''Oormedei'' ,armselige, elende Wirtschaft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Arschdarm''' ● ''Oorschdorm'' ,Mastdarm eines geschlachteten Stück Viehs‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Arschkippe''' f. ● ''Arschkibbe'' ,Gesäßtasche an der Hose‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Keipe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Arschkrotte''' f. ●  ''Oorschgrodde'' ,kleiner, unansehnlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''artlich''' ● ''-oordlech'', entspricht hochdt -''artig'', um Ähnlichkeit auszudrücken. ● ''Der Rähng äs schnaioordlech''. ,Der Regen ist schneeartig.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ase''' f. ● ,Balken oder Holzgestell im Rauchfang, an welches Speck und Würste zum Räuchern aufgehängt werden‘, in und bei Wetter (Vil. 1868). ● Vil. gibt nach Landau ein Liedchen wieder, das die Kinder in um Wetter zur Fastnacht singen, wenn sie mit hälzernen Spießen umherziehen und Speck und Würste oder dgl. erbetteln: ''Liebe, liebe Wasen / Steig se in de Asen, / Lang se me en Stück Speck armeslang, / Kann se’s nit geschneide, / Lang se me de ganze Seiten.'' Pfs. weist auf eine weitere Verbreitung des Wortes Ase hin, er habe das von Landau gebotene Lied in seiner Kindheit in Kassel gehört (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ast''' ● ,Ast; Buckel (als Gebrechen), Rücken‘, Kassel 20. Jh. ● ''Hä hot en Ast''. ,Er ist bucklig.‘ ''Nämm’s uffen Ast''. ,Nimm’s auf den Rücken.‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''asten''' ● ,schwer tragen, schwer arbeiten, sich abmühen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''atchen''' ● ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atel''' s. ● ''Adel'' ,Mistbrühe, Jauche‘, in ganz Hessen gebräuchlich, oft zusammengesetzt mit ''Sutte'' (Vil. 1868). Je nach Mundartbereich auch ''Arel'', ''Orel'' ausgesprochen. ● Siehe [[Das „Adel“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atelsutte''' f. ● ''Adelsutte'', ''Adelsotte'', ''Adelsette'', ''Aalsutte'' ,Mistbrühe, Jauche‘ (Vil. 1868); ''Adelsudde'' ,(Mist-)Jauche, schmutziges Wasser, schmutziges Seifenwasser‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Sutte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atzel''' f. ● ,Elster‘, vereinzelt östl. Hessen, Kassel um 1600 (Vil. 1868). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atzel''' f. ● ,zänkische Person‘ (Vil. 1868); ,griesgrämlicher, ärgerlicher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); ,leicht reizbarer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atzel''' f. ● ,(schlechte) Perücke‘, scherzhaft (Vil. 1868); ''Atzel'', ''Atzelbarricke'' ,Perücke‘, Kassel (Gr. 1894); ''Atzel'' ,Schopf, Perücke‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ●  ''Ech grick dech on der Atzel''. ,Ich pack’ dich (gleich) bei den Haaren.‘, Oberellenbach (Hm.) ● Ist offensichtlich ''Atzel'' ,Elster‘ in metaphorischer Verwendung für die im 18. Jh. getragenen kleinen enganliegenden weißen Perücken mit schwarzer Schleife im Zopf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atzel''' f. ● ,Raude, Hundekrankheit‘, östl. Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atzelbürste''' ● ''Atzelbärschde'' ,jähzorniger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''atzelig''' ● ''atzelich'' ,leicht reizbar, zänkisch‘ (Vil. 1868); dasselbe, Kassel 19., 20. Jh.(Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''atzeln''' ● ,necken‘ (Vil. 1868); „Verbum zu Atzel“, Kassel (Gr. 1894); ''sich atzeln'' ,sich streiten, mit Worten zanken‘ (Vil.), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auern''' ● ,laut jammern, wehklagen, weinerlich-klagend bitten (von kleinen Kindern)‘, in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868); ,unruhige Bewegungen machen‘, Kassel (Gr. 1894); ''zesammen auern'' ,unter vier Augen intensiv etwas besprechen (in redlicher und unredlicher Absicht)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Wendung ''ahler Auerjidde'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufbansen''' ● ''uffbansen'' ,aufhäufen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufdemmeln''' ● ''offdämmeln'' intrans. ,derb, plump auftreten‘, trans. ,durch Treten öffnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufdingen''' ● ''uffdingen'' ,als Lehrjungen in die Gilde aufnehmen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufgrutzen''' ● ''uffgrutzen'' ,(aus dem Magen) aufstoßen‘, Kassel (Gr. 1894), ''offgrotzen'' intr. ,aufstoßen‘ , Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Das sall emme noch iwwel uffgrutzen''. ,Das wird ihm noch übel bekommen.‘ Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufhenken''' ● ''uffhenken'' ,(etwas) aufhängen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufhuckeln''' ● ''uffhuggeln'' ,jem. oder sich selbst etwas aufladen, Beschwernis verursachen‘, Kassel 20. Jh.; ''offhoggeln'' ,auf den Rücken nehmen, namentlich kleine Kinder‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufhuppchen''' ● ''offhobbchen'' ,(ein Tier) veranlassen, den Fuß zu heben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufknuppern''' ● ''offgnübbern'' ,mit den Fingernägeln oder den Zähnen etwas nach einiger Mühe öffnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''uffknubbern'', dasselbe, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufkommen''' ● ''offkommen'' ,sich vom Boden erheben, von einer Krankheit genesen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufkrappeln''' ● ''sech offgrabbeln'' ,zum ersten Mal das Bett verlassen (von Genesenden)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe auch ''bekrappeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufkribbeln''' ● ''offgrewweln'' ,durch dauerndes Stochern etw. öffnen, z.B. ein Geschwür‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufkrullen''' ● ''uffkrullen'' ,die Haare aufkräuseln‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufläbbern''' ● ''uffläbbern'' ,hochpäppeln (kleines Kind ohne Mutter)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufliegen''' ● ''offlejjen'', nur in der Redensart ''Äs leit mä off''. ,Es liegt mir auf‘, d.h. ,Das tue ich nicht, ich lasse das bleiben.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufpassen''' ● ''uffbassen'' ,aufpassen‘, jem. ,auflauern’, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aufpässer''' m. ● ''Uffbässer'' ,Aufpasser, Aufseher‘, aber stets im ungüstigen Sinn, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufriffeln''' ● ''offreffeln'' ,das Maschenwerk von etw. Gestricktem lösen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''uffriffeln'', dasselbe, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Riffel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftruseln''' ● ''uffdruseln'' ,aufstöbern, nach langem Suchen etwas finden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1984). ● Siehe „truseln“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufsagen''' ● ''uffsahn'' ,kündigen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufschlubbern''' ● ''uffschlubbern'' ,aufschlabbern, geräuschvoll aufschlürfen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aufschnitter''' ● ''Offschnedder'' ,Aufschneider, Prahler‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Uffschnieder'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894) entspricht der hdt. Form ''Aufschneider''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufschnuffeln''' ● ''offschnüffeln'' ,nach großer Mühe etwas ausfindig machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufschnüffeln''' ● ''uffschniffeln'' ,etwas herausfinden‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufschuben''' ● ''offschüwen'' ,aufschieben‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Offschüwen äs färsch Beddschissen'' ,Aufschieben ist fürs Bettscheißen‘, d.h. ,unvorteilhaft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufsteigen''' ● ''offstijjen'' ,aufstehen, sich erheben, namentlich aus dem Bett; sich von einer Krankheit erholen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufstiefeln''' ● ''uffstiwweln'' ,jem. anstiften‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufstützig''' ● ,unwohl, unpäßlich‘, Niederhessen (Vil. 1868), ''offstetzich'' ,leicht erkrankt‘ (vom Vieh), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftappchen''' ● ''offdappchen'' ,derb, plump auftreten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftappen''' ● ''uffdabben'' ,fest auftreten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftribbeln''' ● ''offdrewweln'', ,durch dauerndes Drehen (zwischen Daumen und Zeigefinger) etw. in seine Teile zerlegen (z.B. einen Faden)‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''uffdriwweln'', Kassel 20. Jh., bedeutungsgleich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftrocknen''' ● ''uffdrockenen'' ,austrocknen, hinschwinden, einschrumpfen (was Säfte hat)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftrudeln''' ● ''offdrureln'' ,etw. auftreiben, mit großer Mühe auffinden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftruseln''' ● ''aufdruseln'' ,im Rinnstein (''Drusel'') etwas aufstöbern; unerwartet etwas auffinden‘, Kassel Pfs. 1886); ''uffdruseln'' ,unter schwierigen Umständen etw. finden, etw. aufstöbern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''truseln'', ''Trusel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftun''' ● ''offdunn'' ,öffnen; (eine Kopfbedeckung) aufsetzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufuzen''' ● ''uffuzen'' ,jem. etwas aufschwätzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aufwachs''' m. ● ''der jönge Offwoß'' ,die heranwachsende Jugend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufwäschen''' ● ''uffwäschen'' ,aufwaschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); hingegen ''offwöschen'' (= Entsprechung zu hochdt. ''aufwaschen''), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufwürgen''' ● ''offwärjen'' ,nach großer Anstrengung etw. öffnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aufzug''' m. ● ''Offzook'' ,Schuhlöffel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufzupfeln''' ● ''uffzubbeln'' ,aufzupfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''äugen''' ● ''sech eejen'' ,sich zeigen, umgehen (von Gespestern)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Augenstecher''' ● ''Libelle'', Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausätschen''' ● ''usähtschen'' etwa: ,jemanden lächerlich machen, dem Spott preisgeben‘, Kassel (Gr. 1894). ● Von der Interjektion ''ätsch!'' ,reingefallen, ausgetrickst!‘&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausdechseln''' ● ''ühsdässeln'' ,einem Schweinetrog, einer Mulde u. dgl. mit Hilfe der Dechsel die richtige Form geben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ausfahrt''' ● ,Frühling‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ausgeheckter''' m. ● ''en Ühsjehäggder'' ,ein durchtriebener, in allen Schlichen bewanderter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausglitschen''' ● ''usglitschen'' ,ausgleiten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''ühsglödschen'', Oberellenbach (Hm. 1926) ,ausgleiten, ausrutschen und hinfallen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausklugieren''' ● ''ühsglojieren'' ,ersinnen, erdenken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausknöcheln''' ● ''ühsgnecheln'' ,sämtliche Flüssigkeit aus einem Gegenstand entweichen lassen, austrocknen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auskraufen''' ● ''ühsgrüffen'' ,aus dem Ei auskriechen (von Vögeln)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausnäufeln''' ● ''ühsnefeln'' tr. ,etw. aus Schale herausnehmen (besonders Nüsse)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auspatschen''' ● ''ußbadschen'' (neben ''ußbaden'') ,etwas ausbaden‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auspitzen''' ● ''ühspitzen'' ,den Inhalt von etw. durch Pitzen völlig entfernen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausrücken''' ● ''ußriggen'' ,sich davonmachen‘, Kassel 20. Jh.; ''ühsreggen'' ,(ein Glied) ausrenken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausrütschen''' ● ''ußritschen'' ,ausrutschen’, Kassel (Gr. 1894), ''ühsrödschen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausschluddern''' ● ''ußschluddern'' ,mit kurzen Stößen etwas aus- oder abschütteln, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''außen''' ● ''ussen'', ''üssen'', siehe ''haußen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aussimulieren''' ● ''ühssimbelieren'' ,etw. erdenken, ersinnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausspeuzen''' ● ''ühsspidsen'' ,ausspucken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aussplissen''' ● ''ühssplissen'' intr. ,Knospen und Blätter treiben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''austappchen''' ● ''ühsdabbchen'' tr. ,unangenehme, schmutzige Arbeit verrichten., Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä muß alles ühsdabbchen''. ,Er muß alles ausbaden.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''austragen''' ● jemanden ''ühsdreejen'' ,nachteilige Äußerungen über jem. verbreiten, jem. verleumden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''austratschen''' ● ''ühsdraadschen'' ,etw. ausplaudern, an die große Glocke hängen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''austun''' ● ''ühsdunn'' ,ein Kleidungsstück ausziehen; Kartoffeln, Rüben u. dgl. ausgraben; eine Schuldforderung tilgen, im Schuldbuch streichen‘; ''sech ühsdunn'' ,sich entkleiden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausverschämt''' ● ''ühsverschämt'' ,unverschämt, besonders: unverschämte Forderungen, Ansprüche machend‘ , Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Auswart''' m. ● ''Auswart'' (''Auswärts, Auswert'') ,Frühling, Vorfrühling‘, früher ganz Hessen, jetzt nur noch im Amt Netra und im Amt Spangenberg, hier in der Form ''Ausfahrt'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auswatscheln''' ● ''ühswadscheln'' ,durch zu vieles Drehen ausweiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Auszöger''' ● ''Ühszeejer'' ,Auszüger; Bauer, der seinen Hof übergeben hat, Altenteiler‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''B.,''' siehe auch '''P.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Backsbeere''' f. ● ''Backsbeere'' ,gedörrte (gebackene) Birnen‘, auch ,getrocknete Äpfel, Zwetschen, Birnen‘, übertragen: ,kleines Gepäck, kleine Gerätschaften‘ (Vil. 1868); ''Baxbäre'' ,gebackene, gedörrte Birne, dann kleinere Menge‘, Kassel (Herzog 19. Jh.); ''Backsbere'' oder ''Hutzel'' (Pfs. 1886); ''Backsbeere'' ,Krembel, Kram, eine Partie von Waren, alten Gegenständen‘, ebd. (Gr. 1894); ''Baggebäre'', auch ''Baggsbäre'' ,wertloser Kram‘ (verächtlich), Oberellenbach (Hm 1926). ● ''Was kustet dann dann de ganze Baxbeere?'' Kassel (Gr. 1894). ● Siehe „Beere“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Backwerk''' ● ,Gebäck‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''baden''' ● ,baden‘, siehe auch ''verbaden''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''baf!''' ● ''baaf!'' Interjektion, das Geräusch eines mit großer Heftigkeit hingeworfenen Gegenstands nachahmend, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bafen''' ● ,hart zuschlagen, hart niederwerfen‘,ganz Althessen, neuerdings auch: ,Branntwein saufen‘ (Vil. 1868); ,mit großer Heftigkeit hinwerfen, die Tür zuschlagen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Wendung ''einen bafen'' (Vilm. 1868), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''änn bafen'', Oberellenbach (Hm. 1926) ,einen heben, zechen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bafian''' m. ● ''Bafejoon'' ,Grobian‘ , Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Balbier''' ● ''Ballewier'' ,Barbier, Friseur‘, Kassel (Gr. 1894). ● Scherzhaft umgeformt zu ''Ballewutz'', Kassel 20. Jh. ●  Zu der dissimilatorischen ''l''-Form von ''Balbier'' vgl. die hochdt. Redewendung ''über den Löffel balbieren''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Balbiersflügel''' ● ''Ballewierschfliechel'' ,Gitarre‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Balg''' ● ''Balch'' m. und n. ,Balg; ungezogenes Kind‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach, mask. (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Balken''' ● ''Balke'' m. ,Oberboden unterm Dach‘, in einigen Gebieten Niederhessens (Pfs. 1886); ''Balgen'' ,Balken; Boden, Speicher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''balláken''' ● ''balloogen'' ,Lärm machen, schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ballern''' ● ,dröhnen, donnern, dröhnend sprechen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ballewutz''' m. ● (Betonung auf der letzten Silbe) ,Friseur‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Balbier''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ballschlag''' m. ● Bezeichnung eines Ballspiels, Kassel (und andernorts) 19. Jh. (Pfs. 1886) ● Ein sog. ''Schenk'', dessen Amt wechselt, ''schenkt ein'', das heißt, er wirft den Ball mit möglichstem Geschick mäßig hoch, und der, der zum Schlagen an der Reihe ist, schlägt den Ball im Niederfallen mit dem ''Treiber'' aus der Luft. (Pfs.) ● Dasselbe Ballspiel, auch mit der Bezeichnung ''einschenken'', kennt Pfs. aus Darmstadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bambelhannes''' ● ,ein langsamer Mensch, der sich gern verspätet‘, Balhorn (Sl. 1901)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bambelmaul''' ● ''Bambelmull'' ,Hängelippe, Schmollmund; Person mit Schmollgesicht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''Maul''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bambeln''' ● ,schlaff herabhängen, herabhängen lassen, in schwankender Bewegung sein oder in dieselbe bringen‘ (Vil. 1868); ''bambeln'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (hier auch: ''baambeln'') ,baumeln, herabhängen, sich schaukelnd hin und her bewegen‘ (Hm. 1926). ● Früher Beleg: ''pampeln'', Frankenberg 1697 (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bändel''' m. ● ''Bengel'' ,der engere Vorsatz vorn an Hemd oder Kittel‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Bängel'' ,Garderobeband (Hemd, Kittel)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Einen am Bendel haben'' ,jem. am Narrenseil herumführen; jem. in Abhängigkeit halten, ihn mißbrauchen‘ (Sl.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bankrekel''' m. ● ''Bankrägel'' ,grober Mensch ohne Manieren‘, ursprünglich ,einer, der sich bei Tisch herumrekelt (''sich ragelt'')‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bannen''' ● ,Gewalt über jem. haben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Banschlauch''' m. ● ,Porree‘, Kassel, 20. Jh.. ●  Eigentlich ''Spanschlauch'' &amp;lt; ''Spansch Lauch'' (siehe ''Spanisch'' ''Lauch''); dissimilator. Verlust des ersten ''sch''-Lauts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Banschlauchbeutel''' ● ''Banschlauchbiedel'', Übername des Gärtners, Kassel 20. Jh. (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Banschrohrstock''' ● ,Stock aus Spanisch Rohr‘, Kassel, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Banschröhrchen''' ● ''Banschrehrchen'' ,Stöckchen aus Spanisch Rohr‘, Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Banse''' [f.] ● ,Nebenraum der Scheune‘ Kassel (Gr. 1894, S. 43).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bansen''' ● ,Heu, getrockneten Klee, Getreide in Garben, Strohgebunde auf den Scheunenboden (die Bühne) zusammendrängen‘, auch metaphorisch, etwa: ''den Ranzen vollbansen'' (Vil. 1868); ,mühsam Gegenstände aufschichten, auftürmen‘, Kassel (Gr. 1894); ,Getreide, Stroh u. dgl. aufschichten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bansen''' m. ● ,Haufe, zumal von Getreidegarben, Strohgebunden oder Holz, besonders wenn die Garben, Hozscheite usw. aufgeschichtet sind‘, vereinzelt vorkommend (Vil. 1868); ,aufgeschichteter Haufen von Garben; Menge, große Anzahl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● (Undurchsichtige) Redensart: ''Hobben un Bansen hon'' ,in Hülle und Fülle haben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bappelmaul''' ● ''Babbelmull'' ,Schwätzer, Plaudertasche‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''Maul''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bappelwasser''' ● ''Babbelwasser'' ,Schnaps‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bappeln''' ● ''babbeln'' ,ausdauernd schwatzen‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,fortgesetzt schwatzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''barbarisch''' ● ''barwarsch'' Adj. und Adv. ,stark, groß, bedeutend, mächtig‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bare''' f. ● ,Milchtopf (weit und niedrig), in welchem die Milch zum Gerinnen geschüttet wird‘, nördl. Niederhessen (Vil. 1868); ,Milchschüssel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bärenzucker''' ● ,Lakritz‘, zumal Kndern gegenüber, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bärendreck''' ● ,Lakritz‘, Kassel (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''barfuß''' ● ''barwes'' ,barfuß‘, Kassel (Gr. 1894), ''borwest'' ,barfuß (Adv.); ohne etwas dazu (Adj.)‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● ''Barwes gehn'' ,sehr arm sein, am Bettelstab gehen‘, Kassel (Gr. 1894). ''Mä ässen borwesde Gordüffeln''. ,Wir essen lediglich Kartoffeln, ohne etwas dazu.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Barfußpatsch''' m. ● ''Borwesdbadsch'' ,Kind, welches barfuß läuft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bärgel''' m. ● ''Bärgel, Börgel'' ,verschnittenes männliches Schwein‘, Hessen, besonders Niederhessen (Vil. 1868); ''Bärjel'' ,verschnittenes männliches Schwein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bartschrapper''' ● ,Barbierer‘, verächtlich (Vil. 1868); ''Bartschrabber'' ,Friseur‘, humoristisch, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''baselig''' ● ,zerstreut, ohne Überlegung‘, in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868). ● Siehe ''verbaseln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''baspeln''' ● ''basbeln'' tr. ,ein Kleidungsstück umsäumen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von hdt. ''Paspel'' ,Zierstreifen, farbiger Vorstoß an Kanten und Nähten, Biese‘ &amp;lt; franz. ''passepoil''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bate''' f. ● ''Bade'' ,Nutzen, Vorteil, Hilfe‘, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Bade'' ,Zuwendung, Hilfe‘, Kassel 19. Jh., ''Badde'' ,Summe Geld‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Redensarten: ''alle Bade hilft'' (Vil. 1868), Kassel  (Jonas, 19. Jh.), ''’ne hebsche Badde'' ,eine beträchtliche Summe Geldes‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Unbaten''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Batsch''' m. ● ,kotiges, nasses Wetter‘ (Vil. 1868); ,durch Regen oder Schnee aufgeweichter Straßendreck‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Batsche, batsche...''' ● ''Badsche-badsche-Kiechelchen'' ,Batsche, batsche, Küchelchen‘, Aufforderung an den Säugling, in die Hände zu schlagen, Kassel (Gr. 1894). ● ''Kiechelchen'' ,kleiner Kuchen‘; die Aufforderung entspricht also dem bekannten ''Backe, backe Kuchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Batschehändchen''' ● ,Hand, Hände kleiner Kinder‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''batschen''', '''bätschen''' ● ''bätschen'', wie hd. ,patschen‘, ,im Wasser mit den Händen, im Kot und schmelzenden Schnee mit den Füßen sich bewegen‘ (Vil. 1868); ''batschen'', ''betschen'', wie Vil. (Pfs. 1886); ''badschen'' ,patschen, plump einherschreiten, durch dick und dünn gehen‘, Kassel (Gr. 1894), ''batschen'' ,schwerfällig auftretend durch Feuchtes, Schlammiges gehen; mit der Hand woraufschlagen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Batschen''' ● f. Plur., ,die immer mehr ausdem Brauch komenden Hausschuhe, die aus zerschnittenen Salbenden geflochten sind‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Badschen'' Sing. ,plumper wollener Schuh‘, Kassel (Gr. 1894), Plur. ,Hände der kleinen Kinder‘, Kassel (Bennecke 1904); m. ,grober, weicher Hausschuh‘, Kassel 20. Jh. ● Dim. ''Bätscherchen'' Plur. ,Hände der kleinen Kinder‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Batschwetter''' ● ,Schlackwetter, halb Schnee, halb Regen‘ (Vil. 1868), schneeiges, regnerisches Wetter, das Batsch auf der Straße bildet‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bauchbläsig''' ● ''büchbleesich'' ,schweren Atem und Husten habend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bauerei''' ● ''Burei'' ,Bauernwirtschaft, Bauerngut‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bauersklunder''' ● ''Buhrschglunner'' ,Bauerntrampel, derbe Frauensperson ohne Manieren‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Klunder''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bauerswerk''' ● ''Buhrschwärk'' ,Bauerngut‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bausch''' m. ● ''Busch'' ,Gebund Stroh‘, Knüllgegend (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''baxen''' ● ''(sich) bagsen'' ,(sich) boxen‘, verstreutes Vorkommen, Kassel (Pfs. 1886); ''baxen'' ,boxen‘, auch: ,saufen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Nach Pfs. galt in seiner Kindheit in Kassel Boxen und Treten beim Ringkampf als unehrenhaft. Er bedauert, daß man sich statt des einheimischen Wortes des englischen ''box'' bedient.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Baxer''' ● ,einer, der viel trinkt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Baxhorn''' ● ,ein Rehhörnchen als Waffe der Schuljungen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bebern''' ● ''bäwern'' ,beben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bedappeln''' ● ,begreifen, einsehen, verstehen‘, allgemein üblich, meist im Scherz, aber nicht selten auch ernsthaft gebraucht (Vil. 1868); ''bedabbeln'' ,begreifen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bedumpfen''' Adj. ● ''bedumpe, bedompe'' ,dumpfig (Häuser, Zimmer), dumpf im Kopf, beginnende Engbrüstigkeit‘ (Vil. 1868); ''bedumben'' ,dumpf‘ , von Luft und Atmung, Kassel (Gr. 1894), ''bedömben'' ,dumpf, beklommen, schwül‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Bedömbene Loft'' ,schwüle Luft‘, ''bedömbenes Kobbwih'' ,dumpfer Kopfschmerz‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beed''' ● scheinbar nur in der Redewendung ''beed nähmen'' ,gefangen nehmen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Beere''' f. ● ''Beere'' ,Beere‘, Kassel (Gr. 1894), ''Bäre'' ,Beere‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Beere''' f. ● ''Bire'' (auch ''Bere'') ,Birne‘, in Hessen die einzig gebräuchliche Form, ''Birne'' bis vor nicht allzu langer Zeit unverstanden (Vil. 1868); ''Beere'', Kassel (Gr. 1894), ''Bodderbeeren'' ,Butterbirnen‘, Kassel (Gr. 1894), ''Baxbäre'' ,Backsbeere‘, Kassel (Herzog 19. Jh.); ''Bäre'' ,Birne‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''begacken''' ● ''sich begaggen'' ,sich bekacken, d.h. Bedenken tragen, Einwände machen‘, ironisch, wie umgangssprachl. ,sich in die Hose machen‘, Kassel (Gr. 1894), dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Begebenheit''' ● ''Begäwenheet'' ,Aufbauschung, Wichtigmachen einer Sache‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''begímmening''' Adj. ● ''begimmenink'' ,gierig, unersättlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beglissen''' ● nur in der Redensart ''Owen beglessen, öngen beschessen'' ,oben beglissen, unten beschissen‘, d.h. ,nach außen hin trägt er Reichtum zur Schau, während er in Wirklichkeit ein armer Teufel ist‘ , Oberellenbach (Hm. 1926).● Vgl. hochdt. ''gleißen'' ,strahlen, scheinen, glänzen‘; ''beglissen'' also etwa ,(vom Glück) bestrahlt‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''begrasen''' ● ''sech begrasen'' ,tüchtig zugreifen, wo etwas billig oder umsonst zu haben ist‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''begrußen''' ● jem. zu etw. ''begrußen'' ,an jem. eine Aufforderung oder Einladung richten, die für ihn eine Ehrung bedeutet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''behaltisch''' ● ''behaalsch'' ,leicht etw. im Gedächtnis behaltend‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● ''Hä hot en bahaalschen Kopp''. ,Er hat ein gutes Gedächtnis.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beheben''' Adj. ● ''beheewen'' ,von sanftem Wesen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''behen''' ● ''bähen'' ,Stöcke im heißen Backofen rösten, so daß sich die Rinde ablöst und das dann mit Öl eingeriebene Holz braun färbt‘, östl. Hessen (Vil. 1868); Aussprache: ''behe(n)'' ,Erweichen harter Geschwulste durch heiße Aufschläge‘, Umgebung von Kassel (Pfs. 1886). ● Vgl. mhd. ''bæhen'' ,durch Überschläge erwärmen‘; mhd. ''æ'' (= langes ''ä'') wurde nhd. zu langem geschlossenen ''e''; Vil. folgt mit ''bähen'' also der mhd. Schreibweise, nicht der nhd. bzw. mundartlichen Aussprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''behöhnen''' ● ''behehnen'' ,verspotten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beibeln''' ● ''beiweln'' ,fortgesetzt mit hoher piepsender Stimme unnützes Zeug reden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Beilen''' n. ● ''Billen'' ,Beil mit breiter Schneide, Werkzeug des Schreiners und Metzgers‘, Oberellenbach (Hm. 1926): sonst in Niederhess. ''Bill'' ,Beil‘ ● Vorform von ''Billen'' sicherlich  ''*bîlin'' n., von nicht belegtem mhd. ''*bîlîn'' ,Beilchen‘, zu mhd. ''bîl'' &amp;lt; ''bihel'' ,Beil‘, Ableitung durch Verkleinerungssuffix ''–în''; vgl. Bildung von ''Düppen'' (''Tüpfen'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Beißen un Mehlen''' ● ,Beete und Melden‘, ,frühester Schnittkohl‘ (Gericht), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beißig''' ● ''bissech'' ,von beißendem Geschmack‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beitun''' ● ''sich beituen'', in der niederhess. Wendung ,due dich bi‘ ,mach dich klein und bescheiden‘ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bekennt''' ● ,bekannt‘; ''Bekennte'' ,Bekannte‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bekenntlich''' ,bekannt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Nur in Redewendungen wie ''hä kemmt mä bekänntlich vähr'', sonst: ''bekaant'' , Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beklicken''' ● ''begliggen'' ,beklecksen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bekomeln''' ● ''sich bekomeln'' ,wieder in die Reihe kommen‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bekrappeln''' ● ''sich bekrabbeln'' ,sich von etwas halbwegs erholen, einigermaßen wieder auf die Beine kommen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''belfern''' ● ,mattes, unentschiedenes, halb winselndes Bellen, zumal junger Hunde‘, Niederhessen, Kasseler Gegend (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beluchsen''' ● ,jem. übel mitspielen‘; ''sech beluchsen'' ,sich selbst einen Streich spielen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beniesten''' ● ''beniesden'' ,beniesen‘, d.h. ,durch Niesen die Wahrheit einer Aussage bestätigen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''benschen''' ● intr. ,mit großer Emsigkeit kleinere Arbeiten verrichten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ber''' m. ● ,Eber‘, nördl. niederhess. Mundartgebiet, bis Homberg (Vil. 1868); ''Beer'' ,Zuchteber‘, gebrächlicher ist ''Watz'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bereis''' m. ● ''Berees'' (Betonung auf der 2. Silbe) ,Kram; Wichtigtuerei, Übertreibung‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Der ganze Berees'' ,der ganze Kram, Bettel‘. ''Hä macht äwer en Berees dervonne''. ,Er übertreibt die Sache‘. Oberellenbach (Hm. 1926).  ● Vgl. ''Bereitschaft'', ''Hofreise''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bereitschaft''' f. ● ''Bereedschaft'' ,Gerätschaft, eine Anzahl zusammengehöriger Gegenstände (meist iron.); Wichtigtuerei, Übertreibung‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bei ''Bereis'' und ''Bereit-schaft'' ist es offensichtlich zur Vermischung zweier Wörter bzw. Wortstämme gekommen (vgl. ''Hofreite'' – ''Hofreise''): 1) ''reit''- ,bereiten‘; 2) ''reis''- ,steigen usw.‘, vgl. mhd. ''rîsen'', Imperf. ''reis''/''risen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bernen''' ● ''bernen (birnen)'' ,brennen‘, die in Althessen übliche Normalform, doch vor allem vom Ofenfeuer gebraucht, sonst (z.B. bei Krankheitszuständen) ''brennen'' (Vil. 1868); ''brennen'' intrans. ,brennen‘, Niederhessen (Pfs. 1886); „ältere, jetzt fast ausgestorbene Form für ''brennen''“, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''birne'', ''barn'', ''gebornen'', diese Formen sind im Schwinden begriffen; keine Metathese (r-Umstellung) beim Transitiv; Stammformen: ''brenne'', ''brannde'', ''gebrannt'' (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bernnessel''' ,Brennessel‘. ''Wille Bernnessel'' ,wilde Bernnessel, Taubnessel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''bernen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''besaibeln''' ● ''beseiweln'' tr. ,betrügen, übers Ohr hauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beschlabbern''' ● 1) ,durch viele Worte überreden‘, 2) ,zu früh über eine Sache sprechen und diese damit gefährden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beschnatern''' ● ''beschnoodern'' ,durch Hersagen eines Zauberspruches jem. Unheil antun‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von mhd. ''snateren'' ,schnattern, schwatzen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Besse''' ● '',Ich muß‘, sprach die Braut von Besse.'' Hierzu siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Besserung''' ● ''Besseringe'' ,der bessere Teil eines Ganzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ●  ''Hä hot de Besseringe wäck''. ,Er hat die Besserung weg, er hat das Beste davon an sich genommen.‘ (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''bezzerunge'' ,Besserung, Entschädigung, Buße; Vorteil‘, niederhess. 16. Jh.: ''Besserung'' ,Gewinn, Ertrag (z.B. eines Ackers)‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betätscht''' ● ''bedätscht'' ,geistig minderbemittelt, beschränkt‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''tätschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betruddeln''' ● ''sich bedruddeln'' ,sich lächerlich machen, jemanden hofieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betrüpfelt''' ● ''bedribbelt'' ,niedergeschlagen‘, eigentlich ,betröpfelt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bett''' ● ''Bedd'', Pl. ''Bedder'', Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bettspanne''' ● ,Bett, Bettgestell‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bettwerk''' n. ● ,Bettzeug, Ober- und Unterbett‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bettzieche''' f. ● ,Bettüberzug‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Zieche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betuppchen''' ● ''bedobbchen'' ,bezahlen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betuppen''' ● ''bedubben'' ,jem. betupfen, d.h. betrügen, übervorteilen (beim Verrechnen)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Betzel''' f. ● ,Mütze‘, in ganz Althessen der gewöhnliche Ausdruck für Kopfbedeckungen von Männern und Frauen (Vil. 1868); ,weiche Mütze, Kappe‘, wenn sie sich ohne Schaden ganz klein zusammenpressen läßt, Kassel (Gr. 1894); ,Haube, Mütze‘, früher allgemeine Bezeichnung der männlichen und weiblichen Kopfbedeckung‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Strumpfbetzel'', ''Ziehbetzel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betzeln''' ● ''sich batzeln'' (''bätzeln'') ,sich streiten, zanken, bis nahe an Tätlichkeiten‘, Althessen, außer niederdt. Bereich (Vil. 1868); ''sech betzeln'' ,Wortwechsel haben‘, Kassel (Gr. 1894), ,sich streiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betzeln''' tr. ● ,mit Betzel versehen‘; am Hochzeitsmontag wurde zu Zeiten der Tracht die junge Frau ''gebetzelt'', d.h. der Kranz wurde ihr abgenommen und die ''Betzel'', das Wahrzeichen der Frau, wurde ihr aufgesetzt, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beutelig''' ● ''biddelich'' ,Beutel bildend (in Bezug auf schlecht sitzende, zu weite Kleider)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bewaberung''' ● Redewendung ''in der Bewawerunge sin'' ,in der Entstehung, im Vorhaben sein‘, Kassel (Gr. 1894); ''Bewaberung'' ,Bewegung‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''He eß alseweg in Bewaberunge.'' (Sl.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bibbelhuhn''' ● ,Huhn‘, kindersprachl., Kassel 19., 20. Jh., ''dummes Bibbelhuhn'' ,dumme Frauensperson‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bibberelse''' ● ,Frauensperson, die bald über dies, bald über jenes Übel klagt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bibberig''' ● ''bibberich'' ,verweichlicht, furchtsam‘, Kassel (Gr. 1894), schwächlich, empfindlich gegen Kälte‘, Kassel (Jonas 19. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bickel''' m. ● ,Spitzhacke‘, Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bickelfest''' ● ''bickelfest schlafen'' ,ungewöhnlich fest schlafen‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bickelhart''' ● bezeichnet gewisse Arten von Härte, z.B. hartgefrorenen Boden, durchgetrockneten Zement (Vil. 1868); ''beggelhorde'' ,ungewöhnlich hart‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''’s äs beggelhorde jefroren''. ,Es ist ungewönlich hart gefroren.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bickelstein''' ● ,behauener Quader‘, in Redensarten, bezeichnet evtl. auch den Abfall, der beim Behauen der Quader entsteht (Vil. 1868). ● ''Äs friert Biggelsteenge''. ,Es friert Bickelstein, d.h. ungewöhnlich hart.‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''bickelstein'' ,Würfel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bicken''' ● ''beggen'' ,in kleine Stücke zerhacken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Biele''' f. ● ,Ente‘, im inneren und nördlichen Hessen die gewöhnliche Bezeichnung, auch komponiert ''Bielentchen'', bisweilen ''Bieler'' ,Enterich‘, ''Biele'' auch Lockruf (Vil. 1868); ''Biele Biele!'' ,Lockruf für die Enten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bien''' m. ● ,Bienenschwarm, Bienenstock‘, Schwalm (Vil. 1868); ''Bänn'' ,Bienenschwarm‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Biene''' f. ● ''Bähne'', Kassel (Gr. 1894); ''Bänn'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bienenraße''' f. ● ''Bennroße'' ,Bienenwabe‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''râze'' ,Honigwabe‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Billen''' n. ● ,einfacher Kuchen in Hufeisenform, aus Weizenmehl und etwa mit Rosinen darin‘, in niederhess. Gegenden, z.B. bei Melsungen (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bimbelgicht''' f. ● ''Bimbelgicht'', Kassel (Gr. 1894), ''Bembeljecht'' ,Ungeduld, Verlieren der Fassung‘, scherzhaft, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Do grecht me wohl de Bembeljecht''. ,Da fährt man doch aus der Haut.‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ● Nach Gr. gleichbedeutend mit ''Gänseläuse''; siehe das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bimbeln''' ● ,läuten‘, abschätzig, Kassel (Gr. 1894); ,eintönig in hellem Ton klingen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bindseil''' ●  ,Bindfaden‘, üblich, die Bezeichnung ''Bindfaden'' ist völlig ungebräuchlich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''birnen''' ● ,wallen, sprudeln‘, Balhorn (Sl. 1901)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bispeln''' ● Siehe ''pispeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bitzeln''' ● Siehe ''pitzeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bitzen''' ● Siehe ''pitzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blaatsche''' f. ● ''Blöhdsche'' ,angestochene Zwetsche, die grün bleibt und keinen Kern enthält, aber bedeutend größer ist als die normale Zwetsche‘, Oberellenbach (Hm. 1926); Pl. ''Blöhdschen'' ,große Füße‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blacken''' m. ● ,Lappen, Flicken; Fleck, Schmutzstelle an Kleidungsstücken‘, Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blaff''' m. ● ,Augenstarre, das Gaffen‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''den Blaff krichen'' ,gaffen, Maulaffen feilhalten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blaffen''' ● ,gaffen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bläffen''' ● ''bleffen'' ,verblüffen, erschrecken‘, ganz Althessen (Vil. 1868); ''bläffen'', ''verbläffen'' ,verblüfft machen, einschüchtern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blähen''' ● ''bleewen'' ,blähen, Blähungen haben (Kuh)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''blæwen'' ,blähen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blarr''' m. ● eigentlich ,Starblindheit‘, so aber kaum noch üblich, desto gebräuchlicher in Redensarten (Vil. 1868). ● ''den Blarr kriegen'', ''den Blarr haben'' ,vor Verwunderung starr und stumm stehen‘ (Vil. (1868); ''den Blärr'' (''Blarr'') ''krichen'' ,Mund und Nase aufsperren‘, Kassel (Gr. 1894), ''den Blarr krichen'' ,vor Verwunderung oder Schrecken erstarren und Mund und Nase aufsprerren‘, Kassel 20. Jh. ''Ech honn en Blärr (sic) grecht'' ,ich war starr vor Staunen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blärr''' m. ● ,plärrendes Geschrei‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blarren''' ● ,etwas vor Verwunderung oder Schrecken mit stillstehenden Augen anstarren‘, hin und wieder gebräuchlich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blärren''' ● ''blarren'', üblicher als ''blärren'', ''blerren'' ,einen unartikulierten lauten, rauhen Ton von sich geben (von Menschen, weniger von Tieren, am meisten von jungen Kälbern); weinen (von ungezogegen Kindern)‘ (Vil. 1868); ''blärren'' ,plärren, schreien, kreischen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''blärren'' ,blöken; blökend schreien, schreien (von kleinen Kindern), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blärrwanst''' m. ● ,Kind, das viel schreit‘,  20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blasenkopf''' ● ,Hohlkopf; einer der großtut und sich brüstet‘ (Vil. 1868); ''Blosenkopp'' ,Dummkopf‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blasrohr''' ● ''Blosrohr'' ,Dummkopf , Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blästern, bläsern''' ● ''sech bleesdern'', auch: ''sech bleesern'' ,Blasen werfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blaten''' ● ,die Außenblätter der heranwachsenden Kohlpflanzen zur Viehfütterung ablesen‘ (Vil 1868); ''abblaaden'' ,abblättern‘, Kassel (Gr. 1894); ''blooren'' ,die Blätter der Runkelrüben als Viehfutter abpflücken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blatsch, Blatz''' m. ● ''Blatz'' ,Knall, besonders Peitschenknall‘ (Vil. 1868); ''Blatsch'' ,platschendes, klatschendes Geräusch‘, Kassel 20. Jh. ● Vgl. die Wechselformen ''Blutz'', ''Blutsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blätsch''' m. ● ''Bletsch'' ,leichtes Schlagen, zumal der Kinder‘, Niederhessen (Pfs. 1886);  ''Blätsch'' ,Ohrfeige, Schlag‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blätschbreit''' ● ''blädschbreet'' ,breit, wie mit einem schweren Gegenstand zusammengeschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blätschen''' ●  ''pletschen'', ''plätschen'' ,Geräusch von niederfallendem Regen bezeichnend oder von Wasser, in dem hantiert wird; breitdrücken‘ (Vil. 1868); ''bletschen'' ,einen leichten Schlag geben, besonders den Kindern‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''blädschen'' tr. ,klatschend schlagen, breitschlagen‘, auch ,ohrfeigen‘, intr. ,klatschend aufschlagen‘ (auch Regen auf die Erde), Kassel 20. Jh.; ''blädschen'' ,mit klatschendem Gräusch niederfallen (z.B. Regen); klatschend schlagen, breitschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blatt''' ● ''Bladd'', Pl. ''Bläder'', Kassel 19. Jh. (Jonas); ''Blood'', Pl. ''Bleeder'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blau''' ● ''blau'', Kassel; ''bloh'', Oberellenbach. ● ''De Finger blau machen'' ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894). ''Nu kannsde bloh jepiffen''. ,Nun kannst du blau pfeifen.‘ Redensart, mit der man ausdrückt, daß ein Wunsch oder eine Absicht nicht zu verwirklichen ist. Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Blümchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blaue''' f. ● ''Bluche'' ,Keile, Hiebe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blauel, Bleuel''' m. ● ,Schlagbrett‘; Vil. unterscheidet ''Flachsblauel'' zur Flachsbearbeitung nach dem Brechen, ''Garn''- und ''Waschblauel'' (Vil. 1868); ''Blöiwel'' ,Werkzeug zum Schlagen des Flachses‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blauen, bleuen''' ● ,schlagen‘; nur in Bezug auf Flachs-, Garn- und Wäscheschlagen mittels eines ''Blauels'' (Vil. 1868); ''blöiwen'' ,Flachs schlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''bluchen'' (u kurz) ,schlagen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blaulappen''' ● Redenwendung: ''Äs blaulabbet sech'' ,die Wolken teilen sich, der blaue Himmel kommt stellenweise zum Vorschein‘, Kassel (Gr. 1894); ''der Himmel blohlabbt sech'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blaxbüchse''' ● Kinderspielzeug: aus Lehm geknetete Büchse mit Steinstöpsel zum An-die-Wand-werfen; Holzzylinder mit Korkverschluß, auch gefüllter Schlüssel; Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blaxe''' f. ● Kinderspielzeug: ausgehöhltes Holunderstück, aus der Wergstopfen durch Druck verschossen werden; Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blaxen''' ● ''blecksen'' ,schießen, Kasseler Gegend‘ (Pfs.1, 1889); ''blaxen'' ,knallen, mit der Blaxbüchse (Schlüsselbüchse) oder einem Kleingewehr schießen‘, Kassel (Gr. 1894); ''blaxen'' ,mit der Blaxe spielen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blecken''' ● ,hohnlächeln, boshaft lachen‘, Schwalm (Vil. 1868). ● Nur in der Wendung ''de Zönge rüßbleggen'' ,die Zunge herausstrecken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bleifeder''' ● ''Bleifedder'' ,Bleistift‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bleischen''' ● ,zerstreuen‘, z.B. Stroh oder gemähtes Gras, damit es dürre wird, Niederhessen, allg. üblich (Vil. 1868); ''bleeschen'' ,Getreidehalme, Stroh und dgl. infolge nachlässiger Behandlung umherstreuen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''verbleischen'' ‚etwas so zerstreuen, daß es sich nicht wieder zusammenbringen läßt‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bleß''' m., '''Bleßkopf''' ● ''Bläß'', ''Bläßkopp'' ,Kuh mit weißem Flecken auf der Stirn; Dummkopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bletzen''' ● ,flüchtiges, anderen unangenehmes Hin-und-her-Rennen im Hause, von Zimmer zu Zimmer‘, Kasseler Gegend (Pfs. 1886); ,häufig die Tür auf- und zumachen, sie zuschlagen‘, Kassel (Gr. 1894); ''pletzen'' ,die Tür oder auch das Fenster öfters und heftig in andern belästigender Weise zuschlagen‘, Balhorn (Sl. 10901). ● Vielleicht Wechselform zu ''blätschen''. Sl. vermutet darin ein entrundetes ''plötzen'', Faktitiv zu dem anderwärts vorkommenden ''plotzen'' ,hart aufschlagen‘, weist hin auf ''Plotz'', ''Blutz''. Pfs. erwägt ''bletzen'', altes Trabsitiv zu ''blitzen'', oder Zusammenhang mit ''platzen'', ''blatzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blind''' ● ''blenk'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Besser schaal wie blenk'' ,besser scheel als blind‘, d.h., ,besser weniger als gar nichts‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blindschleife''' f. ● ''Blindschleife'', ,Blindschleiche‘, übertragen: ,Bratwurst‘, Kassel (Gr. 1894); ''Blängschleefe'' ,Blindschleiche‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Blindschleife'' ist keine Verballhornung von hdt. ''Blindschleiche'', vgl. mhd. ''slîfen'', ''sleif'', ''gesliffen'' ,gleiten‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blinzen''' ● ,blinzeln, zwinkern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blinzening''' Adj. ● ''blinzening'', selten ''blinzeling'' ,mit zugekniffenen Augen, blindlings‘, allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''blenzenink'' ,mit geschlossenen Augen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blinzer''' ● ,jem., der dauernd zwinkert‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blispern''' ● ''blispern'' ,leise reden‘ (Pfs. 1886); ''blisbern'' ,flüstern‘, Kassel (Gr. 1894); ''blispern'' ,flüstern, leise reden‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blöde''' ● ''bleere'' ,schüchtern, furchtsam‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bloßtun''' ● Wendung ''sech wos bloßdunn'' ,sich etw. anmerken lassen, was verborgen bleiben sollte‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bluddern''' ● ,durch stoßweise Erschütterung von Luft, Wasser, Sand  enstehender Laut‘ (Vil. 1868); ''blorrern'' intr. ,durch kurze Stöße etw. in Bewegung versetzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Der Wend blorrert''. ,Der Wind weht stoßweise.‘ ''De Hinner blorrern im Saane''. ,Die Hühner bluddern (baden) im Sand.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blümchen blau''' ● ''Da gehts blümchen blau'' ,herrlich und in Freuden, unbesorgt um den eigentlich zu großen Aufwand, unbekümmert um eine vielleicht bedenkliche Zukunft‘, sehr übliche hessische Redensart (Vil. 1868); ''Bei uns gedd’s ,Blimmchen bloh‘''. ,Bei uns geht es ,Blümchen blau‘, d.h. ,wir leben herrlich und in Freuden.‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ''Bliemchen blau un Pännchen fett'' ,Wohlleben, Prassen‘, Kassel 20. Jh.; siehe ''Pfännchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blummen''' Pl. ● ,Flaum(schmalz)‘, Kassel (Gr. 1894), ,Flomen, Bauch- und Nierenfett der Schweine‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blunze''' f. ● ,bunte Troddel als Schmuck der Betzel‘, übertragen: ,aus Band gemachte Schleife‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blunze''' f. ● ,Geld‘; meist nur im Plur. (Vil. 1868); ''Blunse'', Kassel, dasselbe (Herzog 19. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blut''' f. ● ,Blüte, das Blühen allgemein‘ (nicht die einzelne Blüte), ganz Hessen, besonders östl. Hessen, Ziegenhain (Vil. 1868); ,die Blüte als Gesamtheit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bluterig''' ● ''bluderich'' ,blutig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blutigel''' ● ''Bludijel'' ,Blutegel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blutt''' ● ,federlos, jung‘ (Vil. 1868). ● In Kassel scheinbar nur in der Wendung ''hä es noch en bludder Junge'' (Gr. 1894). ● Bei Großenritte liegen nebeneinander zwei Hügel, der eine, bewaldete, heißt Holzbürgel, der andere, unbewaldete, der ''blotte Bürgel''. (Vil. 1868). ● Vgl. mhd. ''blut'' ,nackt, bloß‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blutz, Blutsch''' m. ● ''Blutz'' ,Fall, besonders starker Fall‘ (Vil. 1868); ''Blutsch'' ,platschendes Geräusch‘, nicht so hell oder knallend wie ein ''Blatsch'', ,Fall mit dumpfem Klatschlaut‘, Kassel (Gr. 1894); ''Plotz'' ,Schlag, Knall‘, schallnachahmend, Balhorn (Sl. 1901); ''Blotz'' ,Fall eines schweren Körpers‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blutzen, blutschen''' ● ''blutzen'', seltener ''blotzen'' ,hart und schwer auffallen, zu Boden fallen‘, überall gebräuchlich (Vil. 1868); ''blutschen'', ''hinblutschen'' ,(hin)fallen‘, Kassel (Gr. 1894); ''blotzen'' tr. ,jem. prügeln, durchhauen‘; intr. ,schwer hinfallen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blutzen''' ● ,stark, auch viel rauchend, dabei viel Dampf erzeugend‘ (Vil. 1868); intrans. ,stark rauchen, dabei dicke Rauschwolken ausstoßend‘, Kassel (Gr. 1894), ''blotzen'' ,rauchen‘, Oberelllenbach (Hm. 1926). ● Trans. in der Wendung ''eine blutzen'' ,eine (Zigarette) rauchen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blutzer''' m. ● ,Raucher, starker Raucher‘ (Vil. 1868), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blutzer, Blützer''' m. ● ''Blutzer'' ,kurz uund dicke gewachsener Mensch (Vil. 1868); ''Blutzer'' ,gedrungene Gestalt, dickes Kind‘, Kassel (Gr. 1894); ''Bletzer'' ,dicker und kurzer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bock''' ● ''Es kimmet emme wie ’m Bogge de Milch''. ,Es kommt ihm wie dem Bock die Milch, d.h. er begreift ganz langsam (oder gar nicht).‘ Kassel, 20. Jh., entsprechend Oberellenbach (Hm. 1926). ''Däm kannsde ö färmachen, der Bock hätt eenge'' … ,Dem kannst du auch vormachen, der Bock hätte eine …(zu ergänzen: Vulva)‘, d.h. ,dem kannst du ein X für ein U vormachen.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bocken''' ● ,laut, ungestüm, unziemend rufen, brüllen‘ (von Rindvieh und Mensch), in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''böckisch''' ● ''beggsch'' ,nach dem Bock verlangend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bofist''' m. ● ''Bófist'' ,kleiner Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ist offenbar scherzhafte Erweiterung von ''Fist'': Übertragung des Pilznamens ''Bovist'' (richtig ausgesprochen: ''Bófist''), der auf mhd. ''vâhenvist'' ,Füchsinnenfürzchen‘ zurückgeht (&amp;gt; ''*Foh(n)fist'' &amp;gt; ''Bofist'', dissimilator. Änderung des Anlauts). ● Siehe ''Fist'' und [[Der „Fist“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''böken''' ● ''beegen'' ,laut rufen, schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''bocken''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bolganke''' f. ● ,ein Wust von Haaren im Nacken (in der ''Anke''). „Das Wort ist meines Wissen noch nicht gebucht.“ Balhorn (Sl. 1901); ''Polka-Anke'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bölken''' ● ,laut und grob rufen, ungeschlacht schreien‘, in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868); ''belken'' (mit Verweis auf ''ballern''): ,überlaut sprechen, rufen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bollchen''' ● Pl. ''Bollerchen'' ,Bonbon‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Borde''' f. ● (''o'' lang) ,bäuerliche Hofstelle, Hofreite‘, früher in Besse und wohl anderen Dörfern am Odenberg (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Borläube''' f. ● ''Borlaiwe'' ,Kirchenempore‘, Kassel (Gr. 1894); ''Borlewe'', dasselbe, ''Borschenborlewe'' ,Kirchenempore für die Burschen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Born''' m. ● 1) ,Quelle‘; (Vil. 1868); 2) ,Quellwasser, Trinkwasser‘ (Vil.), Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hochdt. ''Brunnen'' wird fast nur im Sinne von ,Quellenbehälter, Brunnenkammer, Ziehbrunnen, einen Brunnen graben‘ gebraucht (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bornkerse''' f. ● ''Bornkersche'' ,Brunnenkresse‘, Oberellenbach (Hm. 1926), ''Brunnenkerschen'' (halbverhochdeutscht und wohl an ''Kirschen'' angelehnt), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bornstande''' f. ● ''Bornstanne'' ,Faß in der Küche, in welche das mit Eimern oder Butten geholte Brunnenwasser, der Born, gegossen wird (Vil. 1868); ''Bornstanne'' ,Bornständer; Faß mit abhebbarem Deckel als Wasserbehälter in der Küche‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Born'' und ''Stande''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Borzellin''' n. ● ''Borzellihn'' ,Porzellan‘, Kassel (Gr. 1894); ''Borzelin'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''borzellinen''' ● ''borzellihnern'' ,aus Porezellan‘, auch ,zimperlich, schwächlich, zerbrechlich‘, Kassel (Gr. 1894); ''borzellin'' ,aus Porzellan; zerbrechlich, empfindlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bosheitskropch''' m. ● ''Boseedsgrobch'' ,Bosheitskropf‘, d.h. ,leicht reizbarer, jähzorniger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bosheitswanst''' ● ''Boseedswanst'' ,jähzorniger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Botter''' ● ''Bodder'' (mit offenem ''o'') ,Butter‘, Kassel 19., 20. Jh. (Jonas, Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Botterhund''' ● ''Bodderhund'' ,Zughund der ehemals zu Fuß nach Kassel kommenden Butterführer aus der Schwalm‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bottern''' ● ''boddern'' ,buttern, Butter bereiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''’s wäll nett boddern'' ,es will nicht gelingen‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bozemann''' ● ,Gespenst, Schreckbild‘, Niederhessen (Vil. 1868); ,jem., der bedrohlich blickt, evtl. grollend, weil er etwas nicht versteht oder ablehnt‘, Kassel (Gr. 1894); ''Bozemann'', auch ''Bozelmann'' ,Gespenst, Schreckbild‘, Oberellenbach (Hm. 1926),). ● Siehe ''bözen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bözen''' ● ,in Schrecken setzen, Furcht einjagen‘, allgemein üblich, Schwebda 1664 (Vil. 1868); ''beezen'' ,einschüchtern‘, Kassel (Gr. 1894), ,jem. in Furcht versetzen, besonders kleine Kinder‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die Kinder werden mit einem ''Bozemann'', Niklas und dgl. ''gebözt'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brabalisch''' ● ''brawaalsch'' ,großsprecherisch, gewalttätig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von hochdt. ''barbarisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brakes''' m. ● ''Brages'' ,einer, der sich breit macht, der sich’s bequem macht‘, Kassel (Gr. 1894); ''Bragest'' ,großer und starker Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brall''' m. ● ,aufgebrachtes Schreien‘, Kassel 20. Jh., ,kurz und heftig herausgestoßener Schrei‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brallen''' ● ,laut schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bralluden''' m. ● ,aufschneiderisches Prahlen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brämisch''' ● ''brämmsch'' ,nach dem Eber verlangend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brammen''' ● ,zum Gebet läuten‘: die Glocke wird nicht geschwungen, sondern nur zu einzelnen Schlägen angezogen (Vil. 1868). ● Gilt scheinbar nur für Fritzlar, hier: ''es brammt''; nach Vil. heißt es anderwärts ''stimmen'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brappeln''' ● ''brabbeln'' ,schnell und undeutlich sprechen, mit geringer Lautstärke‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brapps''' m. ● ,steifer Brei, zäher Straßendreck‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brassel''' m. ● ,Haufen wertloser Gegenstände; Schutt und Trümmer‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''verbrasseln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brast''' m. ● ,große Verlegenheit, Beschwernis, schwere Sorge, Druck, Kummer‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,Sorge, innerer Druck‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kummer, Sorge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bratabend''' m. ● ''Brohrowed'', Abend vor Aschermittwoch, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brausche''' f. ● ''Bruhsche'' ,Brause der Gießkanne oder des Duschbads‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''’s es in der Bruhsche'' ,es (sie) ist in den Brausejahren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brausen''' ● ''brusen'', Kassel 19. Jh.; ''brüsen'', ,brausen‘, auch ,brünstig sein‘ (von Schweinen gesagt), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Breitede''' f. ● ''Breidede'' ,Breite‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Breitmaul''' ● ''Breedmüll'' ,leicht zum Weinen neigendes Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brede''' f. ● ,Mütze, Kappe, Haube‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Ich gäwe dä einen uffs Bredenmuster''. ,Ich schlage dich auf die Bredenstickerei‘, also auf den Kopf. Kassel (Gr. 1894). ● Gr. erwägt Ableitung von ''Barett''. ''Prete'' ,Mütze‘, Diemelgegend (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brekelei''' ● ''Bregelei'' ,anhaltendes Nörgeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brekeln''' ● ''prekeln'', ''brekeln'' ,unaufhörliche, kleinliche Vorwürfe machen‘, in ganz Niederhessen üblich (Vil. 1868); ''bregeln'' ,anhaltend nörgeln‘, Kassel (Gr. 1894); ,verdrießlich tadeln, nörgeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brekelsuppe''' ● ''Bregelsobbe'' ,Strafpredigt in brekelnder Art‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brelaken''' ● ''brelaagen'' ,das große Wort führen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brelakes''' m. ● ''Prelackes'' ,großer, schwerfälliger Mensch‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Brelages'' ,einer, der das große Wort führt‘, meist aber: ,ungeschlachter, lauter Mensch; einer ohne Benehmen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Breme''' f. ● ''Bräme'' ,Bremse, große Stechfliege‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''brëm(e)'' m. ,Bremse, Stechfliege‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brenne''' f. ● ,Feuerstätte mit dem darauf brennenden Feuer, auch ein Haufen glühender Kohlen‘ (Vil. 1868). ● Redensart ''um die Brenne herumgehn'' ,um etwas oder um jemanden herumgehen, ohne sich zu trauen näherzukommen‘ (Vil. 1868); ''imme de Bränne rimmergehen'', Kassel (Gr. 1894); ''em de Bränge rem gänn'' ,wie die Katze um den heißen Brei herumgehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brennhorn''' ● ,Säufer‘, Anspielung auf die rote Nase, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brenzerig''' ● ''brenzerich'' ,brenzlich‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bretten''' ● ''bretten'', ''aufbretten'' ,Tischtuch und Teller werden ''aufgebrettet'', d.h. werden auf den Tisch gelegt bzw. gestellt‘, unterschiedlich in Althessen (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brettern''' ● Ausdruck für das Bestecken der Frauen am Rücken mit etwa dreifingerbreiten, unterschiedlich farbigen Bändern, die wie Besätze anliegen, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bretzel''' f. ● ,zur Acht geformtes Gebäck‘, Kassel (Pfs. 1886), 20. Jh. ● Das einfache runde Gebäck heißt hingegen ''Kringel''. (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brieb''' m. ● ''Brieb'', Pl. ''Briewe'' ,Brief‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brieße''' f. ● ,durch Launen und Empfindlichkeit unangenehme Frauensperson‘, ganz Niederhessen (Pfs.2, 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brill''' m. ● ''där Brill'' ,die Brille‘, Kassel (Gr. 1894), ''där Brell'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brippel''' m. ● ''Bribbel'' ,wässriger Straßen- und anderer dünner Dreck‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Britsche''' f. ● ''Britsche'', ''Pritsche'', Bezeichnung für jeden ,Gang (Flur) im Hause‘, an der Schwalm (Pfs.1, 1889); ''Brödsche'' ,Fläche, die den oberen Teil einer Treppe begrenzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''britschen''' ● intrans. ,unruhig hin und her rennen‘, trans. ,betrügen, jem. um etwas Erwartetes bringen‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''brödschen'', trans. ,jem. einen Schlag versetzen, jem. demütigen‘; intrans. ,dauernd hin und her laufen und dabei die Türen auf und zu schlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''britzeln''' ● ''bretzeln'' ,beim Braten hörbare Geräusche vernehmen lassen (Fett)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Das Fätt bretzelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brocke''' f. ● ''Brogge'' ,Brocken‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''broseln''' ● ,geräuschvollen Stuhlgang haben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bröten''' ● Redewendung ''das bredet gut'', d.h. dazu kann man viel Brot essen; Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bruppelei''' ● ''Brubbelei'' ,unzufriedenes Vor-sich-hin-Brummen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bruppelig''' ● ''pruppelig'' ,ungehalten‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bruppeln''' ● ''pruppeln'' ,schelten, schmählen‘ (Vil. 1868); ''brubbeln'' ,murren, nörgeln‘, Kassel (Gr. 1894), ''brobbeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brüppeln''' ● ''brebbeln'' ,über etw. murren, schelten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brüppelsuppe''' ● ''Brebbelsobbe'' ,dauerndes Schimpfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brunzen''' ● ,urinieren‘, weit verbreitet, in Hessen fast nur vom weiblichen Geschlecht und kleinen Knaben üblich, sonst ''seichen'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brummen''' ● ,brummen‘, auch ,schmollen‘, Kassel, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brutsche, Brotze''' f. ● ''Prutsche'' ,aufgeworfenes Maul; trotziges Maul oder Gesicht‘ (Vil. 1868); ''Brotze'' ,schmollendes Antlitz‘; ''Brutsche'' ,Schmollgesicht‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brutzen''' ● ''brotzen'', in Niederhessen ''brutzen'', ,großtun, schmollend die Lippen aufwerfen‘ (Pfs. 1886); ''brutzen'' ,protzen, schmollen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''brotzen'' ,schmollen, maulen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brutzig''' ● ,zum Schmollen geneigt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brutzkasten''' ● ''Brotzkoosden'' ,Kind, das dauernd mault‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brutzkopf''' ● ''Brotzkopp'' ,Kind, das dauernd mault‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''büber''' ● ,oberhalb, darüber‘, in unterschiedlichen mundartlichen Formen überall üblich (Vil. 1868);  ''biwwer'' ,über, oberhalb‘,  Kassel (Gr. 1894); ''bewwer'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926),. ● In der hess. Schriftsprache als ''bober'' bis Anfang 18. Jh. gebräuchlich (Vil 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Buchde''' f. ● ''Bughde'' ,armseliges Gelaß‘, auch scherzhaft, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Von ''buchen'', im Niederhessischen vorkommende Form von ''bauen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Büche''' f. ● ''Bieche'' ,Buche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Buckelinchen''' s. ● ''Buggelienchen'' ,verwachsene weibliche Person‘, Kassel 20. Jh.; ''Boggelienchen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926) .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Buckelkamel''' ● ''Buggelkameel'' ,Kamel; verwachsener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''buckern''' ● ,geheimnisvoll miteinander sprechen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''büchen''' ● ,die zu reinigende Wäsche in heißer Lauge einweichen‘ (Vil. 1868); (die Wäsche) ''bichen'' (Erklärung fehlt), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Buff''' m. ● ,Schlag, Stoß, Faustschlag, Fauststoß‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bühne''' ● ,Zimmerdecke‘, Kassel (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bulge''' f. ● ,Welle, zumal größere Welle, Wasserschwall, Woge‘, Niederhessen (Vil 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bullen''' ● ''bollen'' ,bellen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''bullen'' ,bellen, heulen, brüllen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bullerhans''' ● ,Penis‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bullerjahn''' m. ● ''Bollrian'' ,Polterer, Hitzkopf‘, an der Eder und anderwärts (Vil. 1868); ''Bullerjahn'' ,polternder, ungestümer Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); ''Bollerjohn'', Oberellenbach (Hm. 1926), dasselbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bullern''' ● ''bollern'' ,wild auffahren‘, Niederhessen, sehr üblich (Vil. 1868); ''bullern'' (''u'' offen) ,poltern, laut losschimpfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''bollern'' (''o'' geschlossen) ,poltern, fortgesetzt laut schelten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bullern''' ● ''bullern'', auch ''büllern'', ''billern'' ,urinieren‘ (hauptsächlich von Kindern, namentlich kleinen Knaben) (Vil. 1868); ''bullern'' (''u'' geschlossen) ,urinieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bullertüpfen''' s. ● ''Bullerdibben'', Kassel 20. Jh., ''Bullerdebben'', Oberellenbach (Hm. 1926) ,Nachttopf‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bullewatz''' m. ● ,dicke Person‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bullhexe''' f. ● ''Bulläxe'' ,weibl. Geschlechtsteil‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bullhusten''' ● ''Bollhuhsden'' ,bellender Husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bulzen''' m. ● ''Bulzen'' ,Bolzen‘, Kassel 20. Jh.; ''Bülzen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Bülzen stärzen'' ,Bolzen stürzen‘, d.h. ,Purzelbaum schlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bulzenkopf''' ● ''Bulzenkopp'' ,sehr dicker Kopf (auf niedrigem Hals)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bulzenstrack''' ● ''bolzenstrack'' ,steif aufrecht‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''bulzenstrack'' ,bolzengerade‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bumme''' f. ● ,große bauchige Flasche‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bumme''' f. ● ,Pauke‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bummen''' ● ''bummen'' ,dumpf auf etwas schlagen, pauken‘, Kassel (Gr. 1894); ''bommen'' ,stoßen, schlagen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bummern''' ● ,wiederholt auf etwas dumpf und heftig schlagen, klopfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bums''' m. ● ,Furz‘, in Niederhessen der gewöhnlichste Ausdruck dafür (Pfs. 1886); ,Furz‘, Kassel 20. Jh.; ''Boms'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bumsen''' ● ''bumsen'' ,furzen‘ Kassel 20. Jh.; ''bomsen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bundriemen''' ● nur in der Redensart ''wänn’s on den Bönkrimmen gätt'' ,wenn’s an den Bundriemen geht‘, d.h. ,wenn die Sache ernst wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bunter, bünter''' ● ''bunger'' ,unterhalb, darunter‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868); ''benger'' ,unter, unterhalb‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''dabunter''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bupsen''' ● ''bobsen'' ,herunterfallen‘ (nur in Bezug auf Obst, das vom Baum fällt), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''buschpeln''' ● Siehe ''puschpeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bussel''' m. ● ,jemand, der niedere Arbeiten verrichtet, ein „Aschenbrödel“ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''busseln''' ● ''bosseln'', auch: ''busseln'' (Kassel) ,kleine geringfügige, verhältnismäßig mühsame Arbeit verrichten, besonders klopfen, hämmern, schnitzen‘ (Vil. 1868); ''busseln'' ,mit der Hand geschäftig kleine Arbeiten verrichten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Butzebock''' ● ''den Bützebock machen'' ,in scherzhafter Weise mit der Stirn gegen die eines Kindes stoßen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''butzen''' ● ''sech bützen'' ,sich stoßen; anstoßen mit dem Kopf‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Butzen''' m. ● ,Haufen, Klumpen (Werg, Gras)‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,Klumpen‘, oft: ,Klumpen, der etwas Hohles verstopft‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''D.''' und '''T.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im späten Mittelalter sind im Niederhessischen anlautende ''t'' und ''d'' in ''d'' zusammengefallen. Die entsprechenden Wörter werden im folgenden – trotz Trennung bzw. Trennungsversuchen bei den hochdeutschen Stichwörtern – gemeinsam aufgelistet.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Daacht''' n. ● ''Doocht'' ,Lampendocht‘,  Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Daachtnase''' ● ''Doochtnase'' (''o'' offen) ,Dochtnase: beschränkter, schwerfälliger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dabberig''' ● ''dawwerig'' ,weich geworden‘ (z.B. Obst), ziemlich allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dabüber''' ● ''derbiwwer'' ,darüber‘, Kassel (Gr. 1894), ''derbéwwer'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''büber''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dabunter''' ● ''derbunner'' ,darunter‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch ''bunter''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dachhase''' ● Übername des Dachdeckers, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dachtel''' f. ● ,Ohrfeige‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Pl. ,Hiebe, Prügel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dachteln''' ● ,verhauen, durchprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tägerung''' ● ''Dajeringe'' ,Morgendämmerung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dakel''' ● ''Daagel'' ,freche, liederliche Frauensperson‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Talbauer''' ● ''Daalbure'' ,jem., der sich grob, plump benimmt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dalles''' m. ● ,Verderben, Untergang‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,der Garaus‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Hä hot den Dalles.'' ,Es ist aus mit ihm.‘ Kassel (Gr. 1894). ● Aus dem Jiddischen, ,Totenkleid‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dalmen''' ● ,manibus contrectare‘ (Vil. 1868); ,(im Scherz) balgen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''sech dalmen'' ,sich im Scherz streiten, necken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dalmern''' ● ,liebkosen‘, von einem Liebespaar gesagt, etwa: ''Die zweie dalmern'', Kassel (Gr. 1894), ,im Scherz miteinander rangeln‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dämelschneider''' ● ''Dämelschnierer'' ,Dummkopf, Träumer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dämern''' ● ,dämmern; vor sich hin träumen, mit den Gedanken woanders sein‘, Kassel (Gr. 1894); ,dämmern (im Sinn von hereinbrechender Dunkelheit); im Halbschlaf sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dämerung''' ● ''Dämerunge'', Kassel (Gr. 1894), ''Dämeringe'' ,Abenddämmerung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dämerig''' ● ''dämerich'' Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dämpfen''' ● ''dämben'', wie hd., dazu: ,Atembeklemmung verursachen‘, Kassel (Gr. 1894); ''dämpen'' ,dämpfen; jem. bezwingen, niederzwingen‘, Balhorn (Sl. (1901); ''dämben'', wie hd., dazu: ,Atembeklemmung verursachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä hott en gedämbet.'' ,Er hat ihn gewürgt.‘ Kassel (Gr.). ''Der Röhch dämbt mech''. ,Der Rauch nimmt mir die Luft.‘ Oberellenbach (Hm.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dämpfisch''' ● ''dämbsch'' ,schweratmig, asthmatisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dampfschiff''' ● ''Dammscheff'', neben ,Dampfschiff‘ auch ,korpulente Frau‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dankverdiener''' ● ,Person, die sich stets den Dank anderer zu erwerben sucht, Schmeichler‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Dankverdienersche'', die weibliche Form dazu, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tannenapfel''' ● ''Dannenabbel'' ,Tannenzapfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tappchen''' ● ''tappchen'', ''dappchen'' ,fest und hart, plump auftreten‘ (Vil. 1868); ''dabchen'' ,plump und schwerfällig auftreten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tappchig''' ● ,plump, schwerfällig, tölpelhaft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tappe''' f., '''Tappen''' m. ● ,Socke, aus Salbenden, Lumpen usw. verfertigter weiter Schuh‘, allgemein üblich (Vil. 1868.) ●  In Niederhessen neben ''Tappe'' auch ''Laatsche'' und ''Tatsche'' üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tappen''' m. ● ''Dabben'' ,Schritt‘, übertragen: ,Maß, Portion‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Hä hot sinnen Dabben rus'' ,er hat es erledigt, hat genug gearbeitet, getrunken usw.‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tappen''' ● ''dappen'' (neben ,schwerfällig aufteten‘:) ,ertappen‘, Balhorn (Sl. 1901); ''dabben'' ,schwerfällig auftreten‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tappich, Tappch''' m. ● ''Tapch'', ''Dapch'' ,ein plumper Mensch‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''Dabbich'' ,unbeholfener, schwerfälliger Mensch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Dabch'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''täppisch''' ● ''däbbsch'', Kassel 19. Jh. (Herzog).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tappmichel''' m.● ''Dabbmichel'' ,unbeholfener, schwerfälliger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tappmichelei''' ● ''Dabbmichelei'' ,Unbeholfenheit, Schwerfälligkeit‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''darren''' ● ,dörren‘ (von Obst, Malz, Flachs), Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dasselbichte''' ● ''dasselwichde'' ,dasselbe‘, Kassel 19. Jh., ''doossalwechde'' (neben ''doossalwe'', ''dessalwe''), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Entsprechend ''derselbichte'', ''dieselbichte'' usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Daster, Dester''' m. ● ''Daster'' ,klebriger, fettiger Überzug an Gegenständen durch Beschäftigung mit Fett oder an Kleidungsstücken durch langen Gebrauch‘ (Vil. 1868); ''Desder'' ,glänzender, fettiger Schmutz auf abgenutzter Bekleidung‘, Kassel (Gr. 1894); ''Dasder'' ,Schmutzrinde, die sich im Laufe der Zeit an Gegenstände ansetzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dasterig''' ● ''dasderech'' ,mit einer Schmutzrinde bedeckt, klebrig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''datern''' ● ''dattern'', ''daddern'', oft auch ''daadern'', in Hessen das gewöhnlich Wort für ,schnattern‘, d.h. ,viel und Unnützes sprechen‘ (Vil. 1868); ''dadern'' ,müßig schwätzen, recht schnell schwätzen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Dazu: ''Getater'', 1731 (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Daterkalatsche''' ● ''Daderkalaadsche'' ,gehässige übermäßige Schwätzerin‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tatsche''' f. ● ''Datsche'' ,Tatze‘; ,Hand‘ (verächtlich); übertragen: aus Lumpen oder Selbenden zusammengenähte oder -geflochtene Schuhe (Überschuhe) der ärmeren Leute, vor allem Frauen, sonst auch ''Laatsche(n)'' genannt (Vil. 1868); ''Datsche'' ,große (ungeschickte) Hand‘, seltener ,Tatze‘, scherzhaft, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Datschen von Bären'' ,Bärentatzen‘, 1584 brieflich von Landgraf Wilhelm IV. erwähnt (Vil. 1868). ● Davon ''Linkdatsch'', ''dätscheln'', ''dätschen'', ''Dätscher'', ''dätschern''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tätscheln''' ● ''dätscheln'' ,dauernd anfassen, betasten‘, Kassel 20. Jh., ''dädscheln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tätschen''' ● ''dätschen'', trans.: ,etwas leicht (an)stoßen, so daß eventuell ein kleiner Schaden entsteht‘ (etwa: ''ein Ei dätschen'') Kassel, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tätscher''' m. ● ''Dätscher'' ,Kuchen aus geriebenen Kartoffeln mit etwas Öl‘, Kassel Gr. 1894); ,mißratener Kuchen, besonders wenn er zu steif geblieben ist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tätschern''' ● ''dädschern'' ,mit den Händen knetend etw. bereiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dättelig''' ● ''däddelech'' ,unsicher in der Bewegung, zitternd; zum Tändeln neigend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dätteln''' ● ''däddeln'' 1) ,sich unsicher bewegen, zittern; tändelnd mit etw. spielen‘, Oberellenbach (Hm. 1926);  2) ,Kleinkindersprache reden‘, z.B. ''k'' wie ''d'' oder ''t'' aussprechen, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tatterich''' m. ● ''Dadderich'' ,Zittern‘, auch: ,krankhaftes bzw. altersbedingtes Zittern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tauber, Täuber''' ● ''Dubbert'' ,Täuberich‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Dibber'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''schäler Dubbert'' ,jemand, der schielt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Dubbert'' mit dem in Niederhessen häufigen schließenden Dental, vgl. ''Koffert'', ''Dewest'', ''ebend'', ''alst'', ''schond'', ''immert'', ''nurt''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Taum''' m. ● ''Döhm'' ,Lichtdunst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''taumen''' ● ''dehmen'' ,rußen‘ (nur Lampe), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tausche''' f. ● ''Düsche'' ,Tausch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dechsel''' f. ● ''Dässel'' ,Werkzeug zum Herstellen von Mulden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Deez''' m. ● ,Kopf‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh. ● Vermutlich humoristische Verkürzung von ''Deezelkopf''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''deezelig''' ● ''deezelich'' ,dusselig, jemand mit „langer Leitung“‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Hä hot en dumm un deezelig geschlahn'' (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Deezelkopf''' ● ''Deezelkobb'' ,jem., der deezelig ist‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Deibhenker''' m. ● ''Deiphenker'', wird als Übername des Teufels verstanden (Vil. 1868); ,Teufel‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Wendungen: ''Den Deiphenker auch!'' (Vil. 1868) ''Zum Deibhenker!'' (Gr.); ''Zum Deibhenker no mo ninn!'' ,Zum Teufel noch mal hinein!‘ ''Der Deibhenker sall dech holen!'' Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Teigaffe''' ● ''Deichaffe'', auch: ''Deichaffengesichde'' ,Gaffer mit trägem Gesichtsausdruck‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Teigblock , -pflock''' ● ''Deichblock'' ,Teigblock oder auch Teigpflock’ (gleiche mundartliche Aussprache), Übername des Bäckers, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Deise''' f. ● ''Deise'', ''Deese'' ,Rauchfang, Holzgestell im Rauchfang zum Räuchern von Schinken und Würsten‘, Umgebung von Spangenberg (Vil. 1868); ''Deise'' ,hölzernes Gestell um den Kachelofen in ländlichen Stuben‘, Gegend von Wabern (Pfs. 1886); ''Deese'' ,Hühnerschlag, Hühnerstall‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''demmeln''' ● ,hart und oft mit den Füßen aufstampfen‘ (Vil. 1868) ,mit den Füßen fest auftreten‘, auch tr. ,fest treten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dermedeutsch''' ● Nur belegt in der Redewendung ''Dermeditsch drunnermachen'' ,Verwirrung, Verundeutlichung daruntermachen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''derweilst''' ● ''därwillst'' ,unterdessen, inzwischen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dester''' m. ● ''Desder'' ,glänzender, fettiger Schmutz auf fadenscheiniger Kleidung‘ (KS 1894), ''Dasder'' ,Schmutzrinde, die sich im Laufe der Zeit an Gegenstände ansetzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Detsche''' f. ● ,durch Inektenstich mißbildete Zwetsche‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''deutsch''' ● ''ditsch'', Kassel (Gr. 1894). ● Dazu: ''Kirchditschenbach'', scherzhaft für ,Kirchditmold‘, Kassel 20 Jh.; siehe auch ''Dermedeutsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''deutschweg''' ● ''dittschwéck'' ,gerade heraus, freimütig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dewes''' m. ● ,Hirnkasten‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Ich schlah dä den Dewes inn''. Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dewes''' m. ● ,dummer, schläfriger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); ''Dewest'', Pl. ''Dewesder'' ,kleiner Kerl‘. ● ''Dewes'' ist hessische Kurzform des Vornamens ''Matthäus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dickede''' f. ● ''Diggede'' ,die Dicke, Stärke‘, Kassel (Gr. 1894); ''Deggde'' ,Ausdehnung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dickedurch''' ● ,mit Schwierigkeiten fertig geworden sein, reüssiert haben‘, Kassel (Gr. 1894) ● ''Hä es dickedorch''. ,Er hat seine Schwierigkeiten, den beschwerlichsten Weg hinter sich.‘ Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dicksack''' ● ,dicke Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dickwanst''' m. ● ,dicke Person‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dickwatz''' m. ● ,dicke Person‘ (Gr. 1894, S. 86).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dickwurzel''' ● ,Runkelrübe‘, Kassel 20. Jh.; ''Deggworzel'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dibbern''' ● ''dewwern'', in der Redewendung ''des Mull dewwern'' ,Schläge aufs Maul geben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tiefede''' f. ● ''Diefede'' ,Tiefe‘, Kassel (Gr. 1894), ''Diffde'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Diele''' ● ''Dähle'' ,langes Brett‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dielenwand''' ● ''Dilenwand'' ,Bretterzaun‘, in Niederhessen ausschließliche Bezeichnung (Pfs. 1886); ''Dählenwand'' ,Holzwand, Bretterzaun‘, auch: ,großer, platter Kuchen, Streuselkuchen‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dilltopp''' m. ● ''Dilltop'' ,kleiner Kreisel, Knopfform mit durchgestecktem Hölzchen‘, sehr übliches Winterspiel der Kinder in den Stuben und auf den Tischen, übertragen: ,ein läppischer, linkischer, überall anrennender Mensch‘ (Vil. 1868); ''Dilldobb'' ,Kreisel‘, ältere Bezeichnung für ''Dullerdobb'', Kassel (Lüttebrandt 1917). ● Siehe ''Dullertopp''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dilltopp''' m. ● ''Dilldop'' ,Kaulquappe‘, Sprengel Schützeberg (Pfs.2, 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ding''' ● ''Dink'', Pl. ''Dinger'' ,Ding, Gegenstand, Sache, Angelegenheit‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Dänk'', Pl. ''Dänger'', Bezeichnung für alles, was man nicht näher bestimmen will oder wofür der passende Ausdruck fehlt bzw. nicht parat ist, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dingelchen''' ● ,kleines Ding‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dingen''' s. ● Nebenform von ''Ding'' in gleicher Bedeutung, ohne Plur.-Form, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dinsebiest''' ● ,einer, der anstrengende Arbeit verrichtet‘, eigentlich: ,einer, der immer schwere Handwagen zieht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dinsen''' ● ,mit Kraftanstrengung ziehen‘, ganz Althessen (Vil. 1868), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammf.: ''dinsen'', ''duns'', ''gedunsen'', Kassel; ''dinsen'', ''dons'', ''jedonsen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tintemichel''' ● ''Dindemichel'' ,blöder, untertäniger, nicht freimütiger Mensch‘, ursprünglich ,der Schreiber, Scribax‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dispen''' ● ''disben'' ,dämpfen, lindern, unterdrücken, demütigen‘, Althessen, vor allem Niederhessen (Vil. 1868); daaselbe, Kassel (Gr. 1894); ''desben'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''disputieren''' ● ''disbedieren'' ,sich zanken, sich mit Worten streiten‘, Kassel (Gr. 1894); ''sech desbedieren'' ,sich mit Worten streiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''disteln''' ● ''desdeln'' ,sich mit kleinen Schritten leise und schnell bewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä kemmt jedesdelt''. ,Er kommt in trippelnden Schritten heran.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ditschen''' ● ,(mit hellem Geräusch) anstoßen, aneinanderstoßen‘, Kassel 20. Jh. ● ''einem eine ditschen'' ,jem. eine Kopfnuß verpassen‘, ''Waggeln ditschen'', ein Murmelspiel, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tob''' m. ● ''Doob'' (neben das ''Dowen'') ,Toben, Lärm, lautes Wüten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Docke''' f. ● ,Mutterschwein, Sau‘, ganz Althessen (Vil. 1868); ''Dogge'' ,Mutterschwein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tod''' ● Redensart ''Er sieht aus wie der Tod von Ypern'', bezeichnet totenähnliches Aussehen, Niederhessen, sehr üblich Anfang des 19. Jh., „seit 1830 wol gänzlich erloschen“ (Vil. 1868); in Kassel jedfoch noch im 20. Jh. bekannt. ● Nach Vil. althergebrachte Redensart; in seiner Kindheit habe es die Deutung gegeben, „daß die Gefangennehmung hessischer Truppenteile in Ypern (1793) das alte Sprichwort habe wahr machen müßen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dohle''' f. ● ,Dohle‘, Übertragungen des Vogelnamens: ,(Zylinder)hut, insbesondere ein altmodischer oder schlechter, ferner jeder ärmliche, schlechte Hut‘, Kassel (Gr. 1894), ,magere, hässliche Frauensperson‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Dolde''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dohlenkopf''' ● ''Dohlenkobb'' ,jem. mit abstoßender Physiognomie, entsprechendem Teint usw.‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dokes''' m. ● ,Gesäß‘, halb scherzhaft, Osthessen (Vil. 1868); ''Doges'', dasselbe, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Dogest'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''doktern''' ● ''dogdern'' ,in ärztlicher Behandlung sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dolde''' f. ● ''Dolle'' ,Baumwipfel‘ (Vil. 1868); ''Dohle'' ,ein mit Früchten behängter Zweig eines Baumes‘, Dim. ''Dehlchen'' ,kleine Dolde‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tölpel''' ● ''Dilbel'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tölpelig''' ● ''dilbelich'' ,tölpelhaft‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dombank''' ● ''Dohmbank'' ,Tresen, Ladentisch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Donnerletter!''' ● ''Dunnerledder!'' Kassel (Gr. 1894), ''Donnerlädder!'' Oberellenbach (Hm. 1926), Fluch. ● Abscwächung des Fluches ''Donnerwetter!'' Wird in Kassel zugleich als ,Donnerleder‘ verstanden; nicht so in Oberellenbach möglich, wo Leder nicht ''Ledder'', sondern ''Lärrer'' heißt. In Kassel Weiterentwicklung zu ''Dunnerlittchen'', 20. Jh., und ''Dunnerwiddchen'' (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Topch''' m. ● ''Dobch'' ,großer Topf, in den Herd eingemauerter Kessel‘, Oberellenbach (Hm.). ● Siehe ''Tüpfen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dorfteufel''' ● ''Dorfdeiwel'' ,hinterlistiger Mensch; armer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dorn''' ● wie hdt., außerdem: ,mit Dornen besetzter Strauch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dörnerig''' ● ''dernerich'' ,dornig, stachelig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Totenlade''' ● ,gewöhnliche Benennung des Sargs‘ (''Sarg'' unbekannt, zumindest ungeläufig) (Vil. 1868); ''Dodenlade'' ,Sarg‘, Kassel (Gr. 1894), ''Dodenladhe'' (auch nur: ''Ladhe'') ,Sarg‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Dorenlore'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Lade''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Totenhof''' ● ''Dorenhoop'' ,Friedhof‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''totschmeißen''' ● ''dodschmissen'' ,erschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''schmeißen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dotterarsch''' ● ''Dodderoorsch'' ,unterentwickeltes Küken oder Gänschen; schwerfällig sich bewegender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dotterig''' ● ''dodderech'' ,langsam und schwankend sich bewegend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dottern''' ● ''doddern'' ,sich langsam und schwankend bewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dottersack''' ● ''Doddersack'' ,langsam und schwankend gehender Mensch; Stotterer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tour''' f. ● ''Dure'', Kassel (Gr. 1894). ● ''in einer Dure'' ,fortwährend‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''traben''' ● ''drowen'' ,fortwährend hin und her laufen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''träbisch''' ● ''drähbsch'' ,träge, ungern an eine Arbeit herangehend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trafatsche''' f. ● ''Drafaatsche'' ,Schwätzerin, Wortführerin‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tralatsch''' m. ● ''scheiwer Tralatsch'', ohne Erläuterung erw. (Pfs. 1886); ''Dralaatsch'' ,großer Schwatz‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tralatschen''' ● ''dralaatschen'' ,längeren Schwatz halten‘; Nebenform: ''draraatschen'', Kassel (Gr. 1894); ''draloodschen'' ,klatschen, überall dummes Zeug reden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tralje''' f. ● ''Dralche'' ,Treppengeländer‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Dralje'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hochdt. ''Tralje'' ,Gitter-, Geländerstab‘, mittelniederdt. ''trallie'', dasselbe; aus dem Altfranzösischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drällern''' ● 1) ,Fäden und dgl. zu fest drehen, flechten‘, 2) ,trällern (ein Lied)‘, Kassel (Gr. 1894) ● Siehe ''drillern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tramm''' ● ,faul, arbeitsunlustig‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drämer''' ● ,langsamer, zögerlicher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trankgeld''' ● ,Trinkgeld‘, nördl. Hessen (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trant''' m. ● ''Trant'', ursprünglich ,ruhiger, gemessener Schritt, Gang‘, dann ,Gewohnheit, ungefähr Vergleichbares‘, ganz Althessen, besonders Niederhessen, nur in formelhaften Wendungen (Vil. 1868); ''Drand'' ,Trant‘ Kassel (Gr. 1894); ''Drant'' ,Schritt, Gang, Lebensgang, Gewohnheit‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Wie d’s Lehnchen starb, do war‘sch im Lawieschen sin’n Drande'' ,so alt, so groß wie ’s Louischen‘ (Gr. 1894). ''Es geht emmer em ahlen Drand'' ,nach alter Gewohnheit‘, ''die zwee senn en emm Drand'' ,in demselben Alter‘, ''em Drand remm'' ,um den Trant herum, ungefähr‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''traratschen''' ● = ''tralatschen'' (siehe oben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''traschaken''' ● ''traschaaken'' ,durchprügeln‘, hierzulande sehr üblich (Vil. 1868); ''draschaagen'' ,verprügeln‘, Kassel (Gr. 1894), ''draschoogeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Das Wort bedeutete ursprünglich das Hazardspiel ''Tréjaques'' (richtiger ''tre sciacchi'') spielen, jemandem dadurch das Geld abnehmen. Das Spiel wurde in Hessen durch Edikte von 1733 und 1774 schärfstens verboten. (Vil. 1868)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''trassaten''' ● ''trassaten gehn'' ,auf die Gasse laufen, müßig umherlaufen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''trätschen''' ● ''trätschen'' ,rauschend, platzend niederfallen, vom Regen, auch vom ausgeschütteten Wasser (Vil. 1868); ''drätschen'' ,stark regnen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926) .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Traubel''' f. ● ''Druwel'' ,Traube‘, Kassel (Gr. 1894), ''Drüwel'' ,Traube (Wein-, Johannesbeertraube), Bündel Ähren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''draufflammen''' ● ''drufflammen'' ,fest draufschlagen, prügeln‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''flammen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trausche''' f. ● ''Drausche'' ,Regenschauer‘, Kassel (Gr. 1894).● Siehe ''Treisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''trawatschen''' ● ''drawaatschen'' ,hin und her laufen, rennen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dreckerig''' ● ''dreggerich'' ,dreckig‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dreckkalt''' ● ''dräckkaalt'' ,naßkalt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Treff''' m. ● ''Dräff'' ,Schlag, körperliche Verletzung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drehpeter''' ● ''Drehbeeder'' ,langsamer und träger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dreidrähtig''' ● ''dreidrehdich'', z.B. ,Garn aus drei verdrillten Fäden‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''En dreidrehdicher Kaffee'' ,ein starker, kräftiger Kaffee‘ (Gr. 1894):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dreieckt''' ● ''dreieggt'' ,dreieckig‘ (neben ''dreieggech''), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Treisch''' m. ● ''Dreesch'' ,heftiger Regenguß‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Trausche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dreist''' ● ''drisde'' ,furchtlos, beherzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''drîste'' ,beherzt, kühn, wagemutig‘, auch ,frech‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trendeler''' ● ''Drendeler'' ,zögerlicher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''trendeln''' ● ''trändeln'' ,langsam gehen, zögern‘, tadelnd (Vil. 1868); ''drendeln'' ,langsam sein, trödeln, zögern, im Entschluß wanken‘, Kassel (Gr. 1894). ● Könnte Ableitung von ''Trant'' sein (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trendelpeter''' ● Drendelbeder ,zögerlicher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drete''' ● ''treede'' Adj., Adv. ,dicht, häufig‘, Niederhessen, sehr üblich (Vil. 1868); ''dreere'' ,dicht, häufig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Das Korn steht treede''. ''Die Stiche am Saum müssen treede gemacht werden''. ''Die Schläge fielen treede''. (Vil. 1868) ● Von mhd. ''dræte'' ,schnell‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tribbeln''' ● ''driwweln'' ,zwischen den Fingern oder Händen drehen, reiben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''drewweln'', nur in den Zusammensetzungen ''auftribbeln'', ''zusammentribbeln'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tribulieren''' ● ''driwwelieren'' tr. ,jem. ängstigen, quälen‘, intr. ,nörgeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Triesch''' s. ● ''Driesch'' ,unbebautes Land, das meist zur Schafweide benutzt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''triesch''' ● ''driesch'' ,dickfällig, träge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drillchskerl''' ● ''Drelchskerl'' ,der mit Drillich-Sachen hausierende Händler; jemand, der unablässig um etwas anhält‘, hier und da in Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drillern''' ● ''drellern'' ,drillen, stark und schnell drehen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drillitz''' ● ''Drellitz'' m. ,kleiner Kreisel: Schwefelhölzchen, halb in einer Knopfform steckend‘, Kassel (Gr. 1894); Drillitz n. ,Hosenknopf, durch den ein Streichholz gesteckt ist‘, primitives Kinderspielzeug, Balhorn (S. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tripsdrill''' m. ●  ''Drebsdréll'' ,einer, der sich alles bieten läßt und allem nachkommt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Einen zum Drebbsdrell machen'' ,jem. allerlei niedrige Verrichtungen und Arbeiten aufhalsen‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tripsdrille''' ● ''Dripsdrille'': fiktiver Ortsname, Quentel 20. Jh. ● ''Mach dich nach Dripsdrille!'' ,Hau ab!‘ Quentel 20 Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drisch''' ● ,gewandt, hurtig‘, am Knüll (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tristekutz''' m. ● ''Dristekutz'' ,melancholischer, mürrischer (auch schmollender) Mensch‘, wörtlich ,Kauz‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trittlinge''' ● ''Driddlinge'' ,Schuhe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trübetrost''' ● ''Triewetrost'' ,ein trauriger Mensch‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Driewedroost'' ,Trauerkloß‘, Kassel 20. Jh.; ,Mensch, der stets traurig ist und den Kopf hängen läßt‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''trübetrostig''' ● ''triewetrostig'' ,traurig, niedergeschlagen‘, Balhorn (Sl. 1901); ''driewedroosdech'' ,betrübt; langsam sich bewegend, träge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Truche''' f. ● nur in der Redensart ''ha äs in der Drüche'' ,er befindet sich in großer Verlegenheit, sitzt in der Klemme‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Truchenkater''' ● ''Drüchenkoder'' ,finster dreinblickender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drückdrauf''' m. ● ,Nachdruck, Entscheidung‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''Dreckdruff'' ,Bestätigung‘, eigentlich ,Besiegelung‘, Kassel (Gr. 1894); ''Dreggdroff'' ,Person, die alles, was sie erzählt, mit einem gewissen Nachdruck vorträgt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Den Dreckdruff gäwen'' ,etwas bestätigen‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trudch''' m. ● ''Trutch'' ,Kaffee-Ersatz‘, spöttisch für ,Kaffee‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Drodch'' ,dicke Flüssigkeit, besonders der Bodensatz vom Kaffee‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Truddelbrühe''' ● ''Druddelbrieh'' ,schwacher Kaffee‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trudel''' m. ● ''Drudel'' ,schlechter Kaffee‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drudel''' m. ● ,schlechte Musik‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drudeln''' ● sehr geläufiges Wort, jedoch fast nur in Verbindung mit Adverbien: ''aufdrudeln'', ''herbeidrudeln'', ''zusammendrudeln'' ,auftreiben, herbeischaffen, zusammenbringen‘, mit dem Nebensinn kleinlicher Sorge. (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drudeln''' ● ,schlecht musizieren, dudeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trulatsch''' m. ● ''Drulatsch'' ,dünner, schwacher Kaffee‘, Kassel (Gr. 1894), ''Drullatsch'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trulle''' f. ● abfällige Bezeichnng für einen Frauensperson, Balhorn (Sl. 1901). ● ''Trulle'', von den Grimms gebraucht in dem Märchen „Die Gänsehirtin am Brunnen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trümper''' m. ● ''Drember'', nur in der Redensart ''armer Drember'' ,armer Kerl, armer Teufel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Trümper'', alt für ''Trompeter''; unsicher, ob dies ursprünglich gemeint sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trüpfel''' m. ● ''Dribbel'' ,herabfallender Regentropfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''trüpfeln, tröpfeln''' ● ''dribbeln'', Oberellenbach (Hm. 1926), ''drebbeln'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Druse''' f. ● ,Pferdekrankheit mit Schleimausfluß aus Maul und Nase‘, auch ,Erkältung‘ beim Menschen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trusel''' f. ● ''Drusel'' ,die in den Straßen der Städte befindlichen Rinnsteine, Gossen‘, Althessen, besonders Niederhessen (Vil. 1868);  ''Drusel'' ,Rinnstein, Straßengosse‘, Kassel (Gr. 1894), ,Morast, Sumpf‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Trusel'' ist nicht, wie vielfach angenommen wird, der übertragene, verallgemeinerte Name der ''Drusel'' (alt: ''Trusel''), des Baches, der vom Habichtswald kommt und oberhalb der Kasseler Altstadt in die Fulda fließt. Allerdings sind Name und Begriff etymologisch verwandt. Siehe dazu [[Druselturm]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Truselmährer''' ● ''Druselmährer'' ,einer, der druselt‘, „bezeichnete früher Knaben von der niedrigsten Klasse“, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''truseln''' ● ''druseln'' ,im Schlamm der Straßengossen wühlen (in der Hoffnung auf kleine Funde, etwa Münzen)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drutschel''' f. ● ''Drutschel'', auch ''Drutschelchen'': „so nennt man oft seine gemütliche Frau, auch die eines anderen“, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch ''Dutschel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drutscheln''' ● ''drutscheln'', ''rimmerhärdrutscheln'' ,auf gemütliche Weise im Haushalt nach dem Rechten sehen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tüchelchen''' ● ''Diechelchen'', siehe ''Läppchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tücherseil''' ● ''Diecherseel'' ,Wäscheleine‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tück''' m. ● ''Dick'' ,geheimer Groll, Haß‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. hochdt. ''Tücke''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''duck-duck''' ● ''duck-duck'' oder ''duck-duck-duck'', Lockruf für Hühner, allgemein in Niederhessen (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tucken''' ● ''duggen'' ,ein-, untertauchen‘, ''sich duggen'' ,den Kopf einziehen, eine gekauerte Stellung einnehmen‘, übertragen: ,sich fügen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''düggen'' ,tunken, eintauchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tücken''' ● ''diggen'' trans. ,auf hinterlistige Weise gegen jem. vorgehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Heimtücker''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tuckfett''' ● ''Duggefedd'' ,gekreischtes Rüböl mit gebratenen Zwiebeln darin‘, Kassel (Gr. 1894); ''Duckefett'', ''Duckewerk'' ,Rahm mit Salz und Fett‘, hierein werden die gesottenen Kartoffeln getaucht, Balhorn (Sl. 1901); ''Düggfätt'' ,eine aus Mehl, Rahm und Speck bereitete Tunke‘, sie wird in einer großen Pfanne in die Tischmitte gestellt, die Herumsitzenden tauchen ihre Kartoffelstücke hinein; beliebte Abendmahlzeit. Oberellenbach (Hm. 1926) ● Siehe ''kreischen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tucks''' m. ● ''Tucks'', ''Ducks'' ,Schlag, Stoß, Krankheitsanfall‘ (Vil. 1868). ● Wendung ''Das hot emme d’n Ducks gegäwen.'' ,Das hat ihm den Rest gegeben.‘ Kassel (Gr. 1894, S. 33). ● Vgl. ''tucken'' und ''tucksen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tucksen''' ● ''tucksen'', ''ducksen'' ,einen empfindlichen Schlag geben, niederschlagen, entscheidend demütigen‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''ducksen'' ,demütigen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tuckwerk''' ● ''Duggewerk'' ,Feingebäck zum Kaffee‘, Kassel (Gr. 1894); ''Duckewerk'' = ''Duckefett'' (siehe ''Tuckfett''), Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Düft''' m. ● ''Deft'' ,Reif, kalter Wind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''düftig''' ● ''defdech'' ,schneidend kalt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dukatenschisser''' ● ''Dugadenschisser'', soviel wie ,Goldesel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894) ● ''Ich hon kein Dugahdenschisser; wo sall ich d’s Geld herkrechen?'' (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dulchern''' ● ,mit dem Dolcher verletzen, erdolchen‘, halb scherzhaft‘, Niederhessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dullern''' ● ,ungewöhnlich rasche Umdrehungen um die Achse machen‘; ,taumeln unmittelbar vor dem Hinfallen‘; ,den Kreisel peitschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,jemanden mit raschen Bewegungen prügeln‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: Wentzell Dullerdobb.jpg|thumb|185px|right|G. Wentzell, ''D'r Dullerdobb'']]&lt;br /&gt;
'''Dullertopp''' m. ● ''Dullerdobb'' ,Kreisel, der mit der Peitsche angetrieben wird‘, Kassel 20. Jh. ([[Gustav Wentzell]] 1917). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dummbach''' ● fiktiver Ortsname. ● ''Nit von Dummbach sinn'' ,nicht dumm sein‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tummeln''' ● ''sich tummeln'' ,sich eilen‘ (nie im hochdt. Sinn ,sich herumtummeln“) (Vil. 1868); ''sich dummeln'' ,sich beeilen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''sech dommeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dumpf''' m. ●  ''Domp'', ''Dump'' ,Asthma‘, Niederhessen (Vil. 1968); ''Dump'' m., Nebenform von ''Dampf'', auch ,Luftfeuchtigkeit‘, niederhess. (Pfs.1, 1889); ''Dump'', Asthma, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dümpfchen''' ● ''Dümpchen'' ,leichtes Gewölk‘, bei Kassel (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dune''' Adv. ● ''dune'', ''donne'' ,dicht, gedrängt, fest, straff‘, nur im niederdeutsch sprechenden nördlichen Hessen (Vil. 1868; trifft offensichtlich nicht zu); ''dune'' ,dicht gedrängt, straff, gespannt‘, Oberellenbach (Hm. 1926), ''dunne'' ,recht fest‘, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● ''Stellt üch net su dune zesammen.'' ,Stellt euch nicht so dicht zusammen.‘ ''Des Seel äs dune jezochen.'' ,Das Seil ist straff angezogen.‘ ''Das Fensder äs dune zu.'' ,Das Fenster ist fest geschlossen.‘ (Hm. 1926). In Kassel scheinbar nur die Wendung ''dunne hahlen'' ,recht fest halten‘ belegt (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dünnfett''' ● ''dinnefett sinn'' ,es an der nötigen Höflichkeit fehlen lassen‘; ''dinnefedd sinn'' oder ''duhn'' ,kleinlaut sein‘, Kassel (Gr.  1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dünnfett''' m. ● ''Dennefätt'' ,magerer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dünnschiß''' m. ● ''Dennescheß'' ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894), ''Dinnschiß'', Kassel 20. Jh., ''Dennschäß'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Du sißt üs wie Dennschäß un Wärk'' (''wie Dennschäß un Mährrättch''). ,Du siehst aus wie Dünnschiß und Werg (wie Dünnschiß und Meerrettich)‘, d.h. ,sehr schlecht‘. Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tüpfelchen''' ● ''Dibbelchen'' ,Tüpfelchen, Pünktchen, Kleinigkeit‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Dibbelchen'' ,Pünktchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tüpfeljohannes''' ● ''Dibbelgehannes'' ,einer, der alles bis aufs Dibbelchen erledigt, Kleingkeitskrämer, skrupulöser Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tüpfen''' ● ,Topf‘. ''Töpfen'', ''Tüpfen'', ''Düpfen'', noch gewöhnlicher ''Dübben'', ''Dibben'' gesprochen, in Althessen ausschließlich Bezeichnung für den Topf (Vil. 1868); ''Dibben'' ,Topf‘, Kassel 19. Jh., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Debben'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Althochdt. (westdt.) belegt als ''tuphin'' (Aussprache: ''tüpfin''), Ableitung von älterem ''*dupp-'' ,Topf‘ (&amp;gt; ''dopp''  &amp;gt; ''topf'') durch Diminutiv-Suffix ''-în'', dessen ''i'' den Umlaut ''u'' &amp;gt; ''ü'' bewirkte, regulär: ''*duppīn &amp;gt; tupfin &amp;gt; tüpfin'', hessisch: ''*duppīn &amp;gt; *tuppin &amp;gt; *tüppin &amp;gt; *tüppen'' (hochmittelalterlich) &amp;gt; ''düppen'' (spätmittelalterlich). ● Siehe [[Das „Dippen“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tüpfengücker''' ● ''Dibbengigger'' ,Topfgucker, Neugieriger; einer, der sich um Dinge kümmert, die ihn nichts angehen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tüpfenlecker''' ● ''Dippenlecker'' ,naschhafter Mensch‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tuppern''' ● ''duppern'' ,wankend und stolpernd gehen, wie mit Besorgtheit zu fallen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''dübbern'' ,sich langsam tastend vorbewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dürängeln''' ● ''dürangeln'', ''dürengeln'', hoch- und niederdt., in Hessen auch ''düringeln'' ,durchprügeln, quälen, plagen‘ (DWB 2, 1860); ''thürängeln'', ''dirängeln'', ''direngeln'' ,ängstigen, plagen, quälen‘, (in Hessen) allgemein üblich (Vil. 1868); ''dieringeln'' ,quälen, drangsalieren‘, Kassel (Gr. 1894), ''dierängeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Unterschiedliche Deutungen: DWB vermutet ''durch'' + ''rangeln'', Vil. vermutet als Sinn ,zwischen Tür und Angel bringen‘, Gr. vermutet Ableitung von ''Thüringen''. ● Bereits bei Hans Sachs als ''dürengeln'' belegt: ''o geh nur hin hin, du galgenschwengel, / du dölp, eh das ich dich dürengel''. (DWB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durch, dürch''' ● ''durch'', ''dorch'', Kassel 19., 20. Jh.; ''derch'' (&amp;lt; ''*dürch''), vielfach im übrigen Niederhessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchbringisch''' ● ''derchbrengsch'' ,verschwenderisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchflammen''' ● ''dérchflammen'' ,verprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchmusen''' ● ''dérchmüsen'' ,durchwühlen, durchsuchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchnaß''' ● ''dérchnaß'' ,durch und durch naß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchrustern''' ● ''dérchrosdern'' ,durchrosten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchschlupfern''' ● ''dorchschlubbern'' ,hindurchschlüpfen‘, ''sich dorchschlubbern'' ,sich kümmerlich durchschlagen, durch eine schwierige Situation kommen, evtl. schlau, unauffällig, ohne größere Blessuren‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchsieren''' ● ''dérchsieren'', Part. Perf. ''derchjesorren'' ,durchseihen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Wird bei Hm. 1926 unter „durchsieden“ geführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchwackeln''' ● ''dorchwaggeln'' ,verprügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchwalken''' ● ''durchwalgen'' ,verprügeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchwamschen''' ● ''dérchwamschen'' ,durchprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchwichsen''' ● ,verschwenden; verprügeln‘ , Kassel (Gr. 1894); ,verprügeln‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''turmelig''' ● ''dormelech'' ,taumelnd, schwindlig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''turmeln''' ● ''dormeln'' ,taumeln, sich schwankend bewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''turmeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Turn''' m. ● ''Dorn'' ,Turm‘, neben dem häufigeren ''Dorm'' (''o'' beidemale geschlossen), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dürrländer''' m. ● ''Derrlanger'' ,abgemagerter, flinker Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dürrlitz''' m. ● ''Derrlitz'' ,dürre, kleine Person‘, Kassel (Gr. 1894), ''Derrlatz'' ,magerer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dürrlitzig''' ● ,von magerer, schmächtiger Statur‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''duspeln''' ● ''düsbeln'' ,schläfrig sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dust''' m. und s. ● ''där Dust'' ,schläfriger, träumerischer Mensch‘ (Gr. 1894), ,jemand, der schwer von Begriff ist‘, Kassel 20. Jh.; ''das Düst'' ,dumme Frauensperson‘, meist: ''dommes Düst'', Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tütchenskrämer''' ● ''Diddchenskremer'' ,Tütenkrämer, Kleinkaufmann‘, Kassel (Gr. 1894); ''Dittchenskrämer'' ,kleiner Kaufmann‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tute''' ● ''Dudde'' ,Tüte‘, übetragen: ,Falte‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''Düdde'' ,Tüte‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Die Bluse macht Dudden'' ,schlägt Falten (wo keine hingehören)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tutehorn''' ● ''Duhdehorn'' ,Horn zum Tuten, Nachtwqächterhorn‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tuten''' ● ''dudden'' ,fälteln, in tütenförmige Falten legen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tuten''' ● ''duden'' ,auf dem Tutehorn blasen, ins Horn stoßen; ein Tutgeräusch hören lassen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''duden'', auch ''düden'', ,blasen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dutschel''' f. ● ,Schatz, Schätzchen‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Du bist minne liewe Dutschel'', ''minn liewes Dutschelchen''. Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch „Drutschel“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dutscheln''' ● ''dutscheln'' ,herzen, küssen, ans Herz drücken‘, Kassel (Gr. 1894), ''dütscheln'' ,saugen, lutschen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Duttelding''' ● ''Düddeldänk'' ,kleine, zierliche Person, kleiner Gegenstand‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''duttelig''' ● ''duddelich'' ,unbeholfen; sich unsinnig beschäftigend‘, Kassel (Gr. 1894); ''düddelech'' ,klein, zierlich, winzig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dutteln''' ● ''duddeln'' ,sich unbeholfen benehmen wie ein kleines Kind‘, auch: ,sich mit Spielarbeit beschäftigen, unsinniger Beschäftigung nachgehen‘, Kassel (Gr. 1894); ''düddeln'' ,eine Arbeit an winzigen Gegenständen verrichten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Duttelpeter''' ● ''Duddelbeder'' ,jemand, der fast so unbeholfen ist wie ein kleines Kind, der ohne Sinn herumhantiert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dützchen''' s. ● ''Ditzchen'' ,weibliche Brust‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dutzekopf''' ● ''Dutzekobb'' ● ''Hemme-hemme-Dutzekobb!'' sagt man zu Säuglingen beim Schäkern, indem man bei der Silbe ''Dutz'' mit der Stirn sanft an die des Kindes stößt. Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dutzelig''' ● ''dotzelech'' ,schwankend, schwindlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dutzeln''' ● ''dotzeln'' ,hin und her schwanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dutzen''' m. ● ''Dutzen'' ,Zitze, Brüste, Euter‘, im Hersfeldischen üblich (Vil. 1868); ''Dützen'' ,Euter‘, Oberellenbach (Hm. 1826).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch A – D'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_S</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S</title>
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				<updated>2015-01-23T10:34:38Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch S'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''S.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Saal''' n. ● ''das Sool'' ,der Saal‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''saat''' ● ,satt‘, Kassel 19. Jh. (Jonas); ''soot'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''sätigen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Säbbelbart''' ● ''Säwwelbaart'' ,jem., der viel und langweilig daherredet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''säbbeln''' ● ''säwweln'' ,viel und langweilig daherreden‘ (= ''kneten''), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sacknaß''' ● ,völlig durchnäßt‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sage''' f. ● ''Saache'' ,Säge‘, Kassel (Gr. 1894), ''Sooche'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''sage''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sagen''' ● ''sahn'' ,verbal äußern‘, Kassel 19., Anf. 20. Jh. (Gr. 1894), ''säjen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen Kassel: ''sahn, sahde, gesaht''; Oberellenbach: ''säjen, sät (säde), jesät''. ● ''Sahn'' in Kassel nur noch zu Anfang des 20. Jh.; inzwischen ersetzt durch hdt. ''sagen'' in mundartlicher Aussprache: ''saachen'' (''sachde'', ''gesacht''; ''a'' kurz).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sagen''' ● ''saachen'' ,sägen‘, Kassel (Gr. 1894); ''soochen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sahl''' ● ,unsauber‘, Kassel, in Pfs.s Kindheit gebräuchlich (Pfs.2, 1894). ● Pfs. führt als weiteres Vorkommen Lindenstrut an, ebd. Bedeutung ,verwahrlost‘, nennt auch die Bedeutungen ,ärmlich, geringwertig‘. Nimmt (zu Recht) Identität des Wortes mit engl. ''sallow'', holl. ''zaluw'' an. ● Vgl. ahd. ''salawi'' ,dunkel‘, ''salawen'' ,beschmutzen, trüben, schwärzen, färben‘, mhd. ''sal'', Gen. ''salwes'' ,dunkelfarbig, welk, trübe, schmutzig‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salat''' ● ''Solad'' ,Salat‘, Kassel (Gr. 1894); ''Saloot'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saldate''' ● ''Saldade'' ,Soldat‘, Kassel (Gr. 1894); ''Saldode'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salfete''' f. ● ''Salvete'' ,Serviette‘, verbreitet, bereits im 17. Jh. belegt (Vil. 1868); ''Salfeede'' ,Serviette‘, Kassel (Gr. 1894); ''Sallfeede'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Pfs. (1886) wendet sich gegen die verbreitete Ansicht, daß ''Salvete'' aus französ. ''serviette'' entstellt sei, weist hin auf romanisch ''salveta'' und ital. ''salvietta''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salfett''' n. ● ''Salfett'' ,Walfischtran‘, in Hessen, besonders in Niederhessen allgemein üblich, bereits 1604 belegt (Vil. 1868); ''Saalfett'', ursprünglich ,Seehundstran‘, „jetzt“ wird auch ,Walfischtran‘ darunter verstanden, Kassel (Gr. 1894); ''Soolfett'' ,Tran, Fischtran, der zum Schmieren der Schuhe verwendet wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. weist hin auf engl. ''seal'' ,Seehund‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salweide''' ● ''Soolwiere'', übertragen: ,trauriges Geschöpf‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salwende, -wand''' ● ''Selbende'', ''Silbende'', ''Salbende'', ''Salband'' n. ,natürliches Tuchende, nicht durch Abschneiden entstanden‘ (Vil. 1868); ''Salwende'', ''Salwenne'' [offenbar n.] ,Salband‘, Kassel (Gr. 1894), ''Salwenne'' ,Webekante‘, Kassel (Lüttebrandt 1917); ''Salwenge'' n. ''Salwaant'' f. ,Salband, Webekante des Tuches, von groben Fäden am Tuch angewebter Rand‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es äs an Salwenne.'' ,Es ist zu Ende.‘ (Lüttebrandt) ''Ech bän om Salwenge.'' ,Ich bin am Ende meiner Kraft.‘ (Hm.) ● DWB 14, Sp. 1683: ''Salband'' ,das natüliche Ende des Tuchs, das Zettelende, Saum‘, möglicherweise Kompositum aus ''selb-'' ,selbst‘ und ''Ende'', worauf bestimmte Belege hindeuten: nd. ''sülwenne'', ''sülwend'', ''sulfegge'', ''sülfkante'', niederländ. ''self-ende'', ''self-eggh'', ''self-kant'' u.a.m. Möglicheweise stammt das Wort aus dem Niederländischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salz''' ● ''jemandem etwas im Salze lassen'' ,jemanden zu nächster Abrechnung und Vergeltung im Gedächtnis behalten‘, äußerst üblich (Pfs. 1886); ''einen im Salze honn'', dasselbe, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salzmeste''' f. ● ,kleines hölzernes Faß in der Küche mit dem Salze, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Salzmeste'' ,Gefäß zum Aufbewahren des Salzes‘, Kassel (Gr. 1894); ''Saalzmätze'' (!) ,Gefäß aus Holz, Porzellan oder Emaille zur Aufbewahrung des Salzes, das in der Küche hängt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Meste''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''salzdröge''' ● ''saalzdreje'' ,salztrocken, ganz trocken, völlig ausgetrocknet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Samen''' ● ''Somen'', wie nhd., dazu: ,Raps‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Samenfett''' ● ''Somenfätt'' ,Rüböl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Samenhaber''' m. ● ''Somenhowwer'' ,Saathafer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Samenkorn''' ● ''Somenkorn'' ,Saatroggen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sandhase''' ● ''Sandhaas'' ,Fehler beim Kegeln, die Kugel läuft neben der Bohle auf dem Sand‘ (Vil. 1868); ''Sandhase'' ,Wurf der Kegelkugel entlang der Laufbohle, auf dem Sande‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sappermenter''' m. ● ''Sabbermenter'' ,durchtriebener Bursche‘ (nicht nur abwertend, durchaus auch anerkennend), Kassel (Gr. 1894). ● Zurückgehend auf ''Sabberment!'' ,Ausruf des Unwillens oder der Überraschung‘, entstellt aus ''Sakrament!''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sappern''' ● ''sabbern'' ,wiederholt, anhaltend nippen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sarraß''' m. ● ,Sárraß, Säbel‘, übetragen: ,sehr lebendiges, auch aufsässiges Kind‘, Kassel (Gr. 1894); ''Saaras'' ,durchtriebener Kerl, Schwerenöter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sätigen''' ● ''sähdigen'' ,sättigen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Satte''' f. ● ''Sadde'' ,Milchschüssel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauaas''' ● ''Söioos'', Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saubiest''' ● ,widerspenstiger Mensch, Quertreiber‘, Kassel 20. Jh.; ''Söibiest'' ,störrisches, widerspenstiges Schwein; störrischer, halsstarriger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauel''' f. ● ''Söiwel'' ,Schusterahle‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauerkohl''' ● ''Surenkohl'' ,Sauerkraut‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''surer Kohl'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufbeere''' f. ● ''Süffbäre'' ,Feldbirne, Kelterbirne‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufen''' n. ● ''Süffen'' ,Suppe‘, bei Felsberg (Pfs. 1886); ''Suffen'', für ,Suppe, gebräuchlich, aber nur in ''sures Suffen'' ,heißgekochte Milch‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufjost''' ● ''Suffjost'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufmatz''' ● ''Suffmatz'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Matz'' ist hess. Kurzform von ''Matthias''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufmichel''' ● ''Suffmichel'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufnase''' ● ''Suffnase'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufschlutte''' ● ''Suffschludde'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Schlutte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufschnudde''' ● ''Suffschnudde'' ,einer, der gern mal einen trinkt; kein Trinker im engeren Sinne‘, nicht immer unfreundlich gemeint, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Schnute''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saugente''' ● ''Süjjeähnde'' ,Blutegel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saukopf''' ● ''Söikopp'' ,halsstarriger Mensch, Dickkopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saule''' ● ''Sûl'' ,hölzerne Ecksäule von Fachwerkhäusern‘, ganz Althessen (Vil. 1868); ''Sulle'' ,Säule‘, Kassel (Gr. 1894); ''Sühle'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Steinsäulen wurde bis um 1830 ''Ständer'' genannt. (Vil.) ● Siehe ''Ecksaule''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauloch''' ● ''Söiloch'' ,schmutziges Loch; unordentliches, unanständiges Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saumade''' ● ,Zotenreißer‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saumensche''' n. ● ,Frau von üblem Charakter‘, Schimpfwort, Kassel 20. Jh.; ''Söimönsch'' ,schmutziges oder moralisch minderwertiges Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauritte''' m. ● ''Sauredde'', -''ridde'', Schimpfwort für den Hund, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauschnitter''' ● ''Söischnedder'' ,Viehkastrator‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauschwanz''' ● ,der Wirbelwind‘ [also ,Windhose‘], womit der Schwanz des Teufels bezeichnet werden soll, ganz Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sausutte''' f. ● ''Söisudde'' ,Jauche der Schweine‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sautier''' ● ''Söidier'' ,schmutziges oder sittlich anrüchiges Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sawaukohl, Sawauschen''' ● ''Sawáu'' m., oft vollständig ''Sawaukohl'', ,Savoyerkohl‘, üblicher Name des ,Wirsings‘ in Hersfeld (Vil. 1868); ''Safaudschen-Kol'', in Kassel die ausschließliche Bezeichnung des ,Wirsings‘ (Pfs. 1886); ''Sawauschen'' Pl. ,Savoyer Kohl, Wirsing‘, Kassel (Gr. 1894); ''Zawauschen'', dasselbe, Kassel (Bennecke 1904); ''Sofáienkohl'' ,Wirsing‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabch''' m. ● ,Krätze‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabbesdeckel''' ● ''Schawwesdeggel'' ,Sabbatshut, Sonntagshut, Zylinderhut‘, Kassel (Gr. 1894); ,alter, schäbiger Hut‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabehals''' ● ''Schawehals'' ,Geizhals‘, Kassel 20. Jh.; ''Schowehals'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schabernäcken''' ● ''schowwernäggen'' ,einen Streich spielen, necken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabernäcker''' ● ''Schowwernägger'' ,Schabernack ausübender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schabernäcksch''' ● ''schowwernäggsch'' ,stets zu Schabernack aufgelegt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabracke''' f. ● ''Schabraggen'', meist Plur. ,alte, unansehnliche Bekleidungsstücke für Frauen, Klamotten‘, ''Schabragge'' ,unordentliche, lumpige Frau‘, Kassel 20. Jh.; ''Schawweragge'' f. ,verächtliche Bezeichnung für eine Gesamtheit von Gegenständen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schacke''' m. ● ''Schack'' ,Schecke: buntes Pferd, weißbraun oder weißschwarz‘, in Niederhessen ausschließlich gebrächliche Form von hd. ''Schecke'' (Vil. 1868); ''Schagge'' ,geschecktes, buntes Tier (besonders Pferd oder Rind)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Oberellenbach auch ''Schecke'', wie hd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schacker''' m. ● ,böser, bissiger Hund‘, übertragen; ,hinterhältiger, tückischer Mensch‘, in Niederhessen gebräuchlich wie auch im östl. und noröstl. Deutschland (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schackig''' ● ''schaggech'' ,gescheckt, gefleckt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ebd. auch ''scheckig'', wie hd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schadarme''' ● ,Gendarm‘, übertragen: ,Aufpasser‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schafrippe''' ● ''Schoofrebbe'' ,Schafgarbe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schafschelle''' ● ''Schofeschelle'' ,Schnapsglas‘, Balhorn (Sl. 1901). ● Entspricht der ''Küheschelle'', s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schafsschinken''' ● ''Schoofsschinken'' ,Gitarre‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schaken''' m. ● ''Schoken'' Plur. (selten ''Schoke'' im Sing., dann schon eher ''Schoken'' m.) ,grober, plumper, unförmiger Schuh‘, verächtlich, Niederhessen, „nur noch selten gebraucht“ (Vil. 1868); ''Schoken'' (''o'' offen) ,grober Schuh‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schälchen''' ● ''Schälchen'' ,Untertasse‘, ganz Hessen (Pfs. 1886), Kassel (Gr. 1894); ''Schalchen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die Obertasse hingegen heißt ''Köpfchen''. (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schale''' ● ,Untertasse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schalkjahr''' ● ''Schalkj(o)hr'' ,Schaltjahr‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schalgjohr'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. verzeichnet nur ''Schalkjahr'' (also ohne die dialektale Aussprache von -''jahr'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schallu''' ● ''schallú'' ,neidisch, ärgerlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''jaloux''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schalter''' ● ''Schalter'' f. ,Fensterladen‘, zumal der nachts inwendig gesetzte, der jetzt außer Gebrauch gekommen ist, ''Scheller'' m. ,Riegel‘, Schwalm (Vil. 1868); ''Schahler'', auch ''Schaller'' ,Fensterladen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Der Gleichsetzung von ''Schalter'' und ''Scheller'', von Vil. nur vermutet, ist zuzustimmen. ● Vgl. mhd. ''schalter'', ''schelter'' ,Riegel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schämede''' f. ● ,Scham‘, Kassel (Gr. 1894), ,Scham, Schamgefühl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hoste dann gar keine Schämede?'' ,Schämst du dich nicht?‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schämerig''' ● ''schämerech'' ,Scham bereitend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schammerieren''' ● Siehe ''verschammerieren''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schank''' m. ● ,Schrank‘, in Hessen ausschließliche Form (Vil. 1868); ''Schank'', Kassel (Gr. 1894), ''Schaank'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schanc'', ahd. ''scanc''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schanzläufer''' ● „war früher allgemein üblich für eine Gattung von Kittel, eigentlich nur einen Schurz mit Ermeln; später hieß, mindestens zu Kassel, jeglicher Arbeits-Anzug so – dann aber auch spöttisch ungeschickte, grobe Tracht, ein wunderlich geschnittenber Rock, u.s.w. Die Benennung beruhet auf der Bedeutung von ''schanzen'' für arbeiten überhaupt; ebenwol heißt es ''sich abschanzen'' in gleichem Sinne als sich abrackern.“ (Pfs. 1886)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schar''' n. ● ''Schor'' ,rundes Eisen, auf dem die Kartoffelpfannkuchen gebacken werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Andernorts auch Schareisen genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schare''' f. ● ''Schore'' ,Pflugschar‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scharkuchen''' ● ''Schorkuchen'' ,Kartoffelpfannkuchen, auf dem ''Schar'' gebacken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scharmuzieren''' ● ''scharmezieren'' ,karessieren, umschmeicheln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scharteke''' f. ● ''Schardeege'', meist: ''ahle Schardeege'' ,eigensinnige, etwas heruntergekommene Frau‘, Kassel 20. Jh.; ''Schadeege'', meist: ''ahle Schadeege'' ,altes, unbrauchbares Gerät‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scharwallchen''' ● ,hastig, aber planlos umherlaufen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scharwerk''' ● ,Handdienst‘, Bezeichnung für die Wegebauten in der Gemeinde, auch für alle übrigen Gemeindearbeiten, Balhorn (Sl. 1901). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scharwerken''' ● ,Handdienste leisten‘, in übertragenem Sinn: ,tüchtig aerbeiten, schaffen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schatz''' ●  für ,Geliebter, Geliebte‘ in Althessen ausschließlich herrschender Ausdruck (Vil. 1868); ,Liebhaber, Liebchen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schatzleute''' ● ,Liebespaar‘ (Vil. 1868); ''Schatzliere'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schauder''' m. ● ''Schuder'', Kassel (Gr. 1894); ''Schürer'' ,fröstelnde Empfindung‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ähnliches ''Schutter'' ,Schauer‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schauderig''' ● ''schürerech'' ,einen Schauder hervorrufend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schaudern''' ● ''schudern'' ,schaudern vor Gräßlichem‘, Kassel (Gr. 1894), ''schürern'' ,vor Frost oder Ekel zittern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ähnliches ''schuttern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schauer''' f. ● ''die Schure'' ,Regenschauer‘, auch: ,Schnee-, Hagelschauer‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,Regenschauer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schauern''' ● ''sich schuren'' ,sich bei Regen usw. unterstellen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schäumchen''' ● ''Schemmchen'', Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s handschriftl. Manuskript: ''Schémmchen'' (Aussprache also: geschlossenes ''e'' bzw. offenes ''i''). Bei Gr. Hinweis auf die Ableitungsgrundlage ''Schumm'' ,Schaum‘. Inwiefern ihm das ''Schäumchen'' einen eigenen Eintrag wert war, ist nicht ersichtlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schäumen''' ● ''schemmen'' ,schäumen‘, auch: ,abschäumen‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript: ''schémmen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schäumlöffel, Schaumlöffel''' ● Schemmleffel, Kassel (Gr. 1894, ohne Angabe der Bedeutung); Schümmleffel ,Löffelmit dem man den Schaum von kochenden Speisen abschöpft‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript: Schémmleffel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schaurechtig''' ● ''schurächtich'' ,schaurig‘, Kassel (Gr. 1894). ● Formerklärung: ''schur''- + Suffixkomination -''acht'' + -''ig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schaute''' m. ● ''Schode'', ''Schaude'' ,schlechter, geringer, niedrig denkender Mensch‘ (Vil. 1868); ''Schaude'' ,Schurke, Schuft‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schaurig''' ● ''schurig'' ,schaurig, gräßlich‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch ''schaurechtig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schawelande''' ● ,bizarr erscheinende alte Jungfer‘, Benennung zur Zeit von Pfs.s Kindheit, Kassel (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schawelle''' f. ● ,unruhiges, stets hin und her laufendes kleines Mädchen‘ (Vil. 1868); ,schmutzig und unansehnlich gewordene Puppe‘, Hersfeld (Pfs. 1886); ''ahle Schawelle'' ,gutmütige alte Frauensperson‘, Kassel (Gr. 1894). ● Nach Gr. von französ. ''javelle'' ,lose Garbe, Getreideschwaden‘, auch ,Wickelpuppe‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabbesdeckel''' ● ''Schawwesdeckel'' ,schlechter Hut‘, verächtlich, ursprünglich nur von Juden und Juden gegenüber gebraucht, sehr üblich (Vil. 1868); ,Sabbatshut, Sonntagshut, Zylinderhut‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schawwesdäggel'' ,alter, schäbiger Hut‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schebb''' ● ,schief‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Wird nur als Prädikatsnomen gebraucht, nicht atttributiv; Gr.: ''schebb'' steht „nicht vor dem Hauptwort: ''De Nadel es schebb.''“ ● Vil. (1868) ordnet ''schepp'' allein Oberhessen zu (was sichtlich unrichtig ist). ● Siehe ''scheib'', auch ''schiewes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheel, schal''' ● ''schael'' ,schielend, einäugig‘ (Vil. 1868); ''schäl'' ,schielend‘, Kassel 20. Jh.; ''schal'' ,einäugig, schielend; ''schal'', abgestanden, wertlos‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Schäl gucken'' ,mißgünstig blicken‘, Kassel 20. Jh. ''Hä güggt schaal''. ,Er guckt schielend, er schielt.‘ (Hm.) ● Vgl. nhd. ''schielen'', das nichts mit nhd. ''schal'' zu tun hat, siehe ''schilchen'' ,schielen‘. Vgl. mnd. ''schêl(e)'' ,schielend‘. Vgl. mhd. ''schal'' ,schal, trübe‘; ''die liehten ougen sint schal.'' Hier liegen offenbar wechselseitige Beeinflussungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheelblatt''' ● ,Augenschutz am Pferdegeschirr‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheen''' f. ● ''Schin'' f. ,Schienbein‘, vor allem im nördl. Niederhessen (Vil. 1868); ''Schänn'' f. Schienbein‘, pl. ''Schänn'' ,Schindeln, gespaltene Haselruten, die am Fachwerkgebälk festgenagelt werden, um den Strohlehm daran haften zu machern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheenbein''' ● ''Scheenbein'' ,Schienbein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheenen''' ● ''scheenen'' ,schienen, Schienen anlegen (Chirurgie)‘, Kassel (Gr. 1894); ''schännen'' ,mit Schindeln versehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheib''' ● ''scheib'' ,schief‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''scheib'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''scheep'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Wird attributiv und als Prädikatsnomen gebraucht gebraucht, also etwa: ''där scheiwe Baum'', ''där Baum is scheib''. Kassel. ''Hä güggt scheep.'' ,Er guckt mürrisch von der Seite.‘ ''Scheewes Oos'' ,schiefes Aas‘, beliebtes Schimpfwort. (Hm. 1926). ● Volkstümliche Straßenbezeichnung in Kassel: „''Scheiwe Fullegasse'', zum Unterschied von der kürzeren, geraden. Sie führte von der [ehemaligen] [[Alte Fuldabrücke|Fuldabrücke]] nach dem Renthof.“ (Gr.) ''Scheiwes Faß'': „wird bei der Hausschlachterei gebraucht“. (Gr.)  ● Siehe ''schebb'', auch ''schiewes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheibbein''' ● ''Scheebeeng'' ,Schiefbein, Person mit schiefen Beinen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheibes''' n. ● ''ein Scheiwes werfen'' ,die Kegelkugel schief, d.h. zur Seite werfen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheibmaul''' ● ''Scheebmüll'' ,Schefmaul, Kind, das dauernd senen Mund zum Weinen verzieht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheißen''' ● ''schissen'', Kassel 19., 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ''Ich will dä was schissen.'' ,Derbe Ablehnung einer Bitte oder Aufforderung‘. Kassel 20. Jh. ''Ech wäll dä wos schissen.'' Dasselbe, Oberellenbach. (Hm.) ''Hä kimmet schun widder aangeschissen.'' Kassel 20. Jh. ,Er kommt schon wieder hergelaufen‘. Kassel 20. Jh. ''Hä kemmt schon werre jeschässen''. Dasselbe, Oberellenbach (Hm.) ● Stammformen Kassel: ''schissen'' (mit geschlossenem ''i''), ''schiß'' (''scheß''), ''geschissen'' (''geschessen'') (Imperfekt und Part. Perf. mit offenem ''i'', läßt sich auch mit ''e'' wiedergeben). Stammformen Oberellenbach: ''schissen'', ''schäß'', ''jeschässen'' (Hm.). ● ) Bei Gr. Infinitiv bzw. Präsensstamm fehlerhaft: er setzt ihn mit ''é'' an, Aussprache also mit geschlossenem ''e'' bzw. offenem ''i''. Das trifft keineswegs zu: es handelt sich um ein geschlossenes ''i''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheißer''' m. ● ''Schisser'' ,kleines Kind‘, spöttisch, auch fast liebevolle Anrede für ein kleines Kind, Kassel 20. Jh. ● In der Grundbedeutung vor allem in dem Kompositum ''Hosenschisser'', Kassel 20. Jh.; vgl. auch ''Schluttenschisser''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheißerei''' ● ''Schisserei'' ,Durchfall‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheißern''' ● ''schessern'' ,sich nahenden Stuhlgang verspüren‘ (unpersönl. Verb), Kassel (Gr. 1894); ''schissern'' (mit gerschlossenem ''i'') ,zum Scheißen reizen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr.s Manuskript hat ''schéssern'', also geschlossenes ''e'' bzw. offenes ''i''. Scheinbar hier dieselbe Abweichung wie bei ''schissen'' ,scheißen‘, nach Gr. (fälschlich) ''schéssen''. Das korrekte geschlossene ''i'' zeigt sich in der Oberellenbacher Form ''schissern'', die ja, wenn sie lautliche Parallele wäre (mit niederhess. Senkung), ''schässern'' lauten würde. ● ''Äs schessert mech. Mech schessert.'' ,Ich muß gleich mal (kacken)‘, letzteres auch zur Bespöttelung der Rede eines anderen, mit der Hinzufügung „Ach, Herr Siewert!“ Kassel (Gr. 1894). ● Anmerkung hierzu in Gr.s Wörterbuch durch den Herausgeber Paul Heidelbach (1952): „Der frühere cand. theol. Otto Siebert (1822 – 1899) war Inhaber einer Privatschule zur Vorbereitung auf das Gymnasium. Seine Schüler pflegten, wenn sie während des Unterrichts ,mal hinaus‘ mußten, zu rufen: ,Herr Siewert, Herr Siewert!‘ Mit der Zeit war der Ausruf ,Herr Siewert, mech schessert‘ in Kassel sprichwörtlich geworden. Wilhelm Bennecke schreibt in seinem Buch ,Das Hoftheater in Kassel‘ über den Komiker Friedrich Hesse: ,Hesse hatte nur einmal etwas anderes gesagt, als in seiner Rolle stand, und das war ,Ach, Herr Siebert!‘ gewesen, ohne daß er die Bedeutung dieses Ausrufs kannte. Als darauf ein donnernder Applaus losbrach und auch der Kurfürst, der in den Kasseler Redensarten sehr auf dem laufenden war, lachte, wurde Hesse stutzig. Er erkundigte sich näher nach dem geflügelten Worte und verschwor von nun an jedes Extempore.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schelle''' f. ● ,Hautblase, z.B. Brandblase oder durch wilde Blattern hervorgerufen‘ (Vil. 1868); ''Schalle'' ,Hautblase, die durch Brennen entsteht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schelmenlied''' ● ,jedes nicht geistliche Lied, besonders das Liebeslied‘, Balhorn (Sl. 1901); ,weltliches Lied, Liebeslied‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bedeutungsgleich mit ''Schälmenschdeggchen'' ,Schelmenstückchen‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schenk''' ● Siehe ''Ballschlag''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schenkeln''' ● Bezeichnung für das Wetzen und Wundstreichen des hinteren Hufes bzw. der Fessel (vielleicht auch nur am Vorderbein) mit dem Stollen des anderen Hufeisens bei Pferden, Schwalm (Pfs. 1886); ,beim Gehen mit dem einen Fuß am andern herstreichen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheppeln''' ● ''scheppeln'', ''aufscheppeln'' ,kränzen‘, d.h. durchflechten des Haares mit rotem Band und künstlichen Blumen (bei abgelegter Betzel) als Ehrenschmuck der jungfräulichen Bräute zur Hochzeit, auch der jungfräulichen Gevatterinnen bei Kindstaufen, wie auch der jungfäulichen Begleiterinnen; nur in den Gebirgsteilen der Grfaschaft Ziegenhain üblich, doch auch sonst in dieser Gegend [d.h. Schwalm] bekannt, auch in anderen Teilen Deutschlands; in Niederhessen völlig unbekannt (Vil. 1868). ● Vgl. mhd. ''schapel'', ''schappel'' ,Kranz von Laub, Blumen (natürlichen oder künstlichen) als Kopfschmuck der Jungfrauen‘ (Lex.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scherbel''' f. ● ''Scherwel'' ,Scherbe‘, auch: ,Rest eines abgebrochenen Zahnes im Mund; Kopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scherbelware''' ● ''Scherwelwore'' ,Gegenstände aus Ton oder Porzellan‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheren''' ● ''sich scheren'' ,sich kümmern um‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheren''' ● ,schüren‘, Kassel (Gr. 1894); ''schären'' ,(Feuer) schüren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scherschante''' ● ''Scherschande'' (Bullezeischerschande) ,preußischer Schutzmann‘, Kassel (Gr. 1894). ● von französ. ''sergeant''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scherzen''' ● „schürzen, wohl richtiger, wie auch gesprochen wird: scherzen“, ,den Dienst verlassen (von Knechten und Mägden)‘, inneres Hessen, im Fuldaischen, Hersfeldischen, in der Grafschaft Ziegenhain, auch in Oberhessen nicht ungebräuchlich (Vil. 1868); ''schärzen'' ,den Dienst verlassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''scherzen'' mit der vermutlichen Bedeutung ,abschneiden, kürzen‘, so Lex. mit Verweis auf mhd. ''scherze'' m. ,abgeschnittenes Stück‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scherzköze''' f. ● ''Schärzekeeze'', in der Redensart: ''Hä (äs) gricht de Schärzekeeze jepaggt.'' ,Er (es) kriegt die Scherzköze gepackt, d.h. ein Knecht (eine Magd) tritt den Dienst an‘. Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheuch''' ● ''schich'' ,scheu‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''schiuch'', ''schiuhe'' ,scheu, verzagt‘; Entwicklung: ''schiuch'' (''iu'' = langes ''ü'') &amp;gt; ''schüch'' (belegt) &amp;gt; ''schich'' (Entrundung und Kürzung). Mhd. ''iu'' (= ''ü''), wurde nhd. zu ''eu'' diphthongiert, im Niederhess. weitgehend nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheuchterechtig''' ● ''schichterechtig'' ,gerne scheuend (von Pferden)‘, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Ableitung mit dem Suffix -''echtig'' (Pfs.), s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheuer''' f. ● ''Scheuer'', gesprochen ''Schier'', ,Aufbewahrungsort von Getreide, Stroh und Heu‘, im östl. Althessen‘ (Vil. 1868); ''Schiere'' ,Scheune‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Schiere'', Kirchberg 20. Jh. ● Im westl. Althessen hingegen ''Scheune'' üblich, gesprochen ''Schine'' (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schicke''' ● ''schegge'' ,betrunken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript ''schégge'' geschrieben, also geschlossenes ''e'' bzw. offenes ''i'' als Stammvokal. ● Ableitung ''angeschiggert'' ,angetrunken‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schicken''' ● ,auslangen, ausreichen, genügen‘, Hessen (Pfs. 1886); ''schiggen'' ,senden; ausreichen, genügen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926), ''sech in wos scheggen'' ,sich in etwas fügen‘ (Hm.). ● ''Es schigget.'' ,Es reicht, es ist genug.‘ Kassel 20. Jh. ''Äs scheggt'', dasselbe (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schickening''' ● ''scheggenink'' ,schickend, ausreichend‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Wos scheggenink machen'' ,etwas schickend machen, bewirken, daß es ausreicht‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schickern''' ● ''sich schickern'' ,sich zurückhaltend benehmen‘, Fritzlar und Umgebung (Vil. 1868). ● ''Schicker dich!'' ,Benimm dich! (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schickse''' f. ● ''Scheggse'' ,liederliches, ehrloses Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus der Studentensprache: ''Schickse'' ,leichtes Mädchen, Flittchen‘; älter: rotwelsch ''Schicksel'' n. ,Judenmädchen‘; aus dem Jiddischen: ''schickzo'', ''schickzel'', ''schickzeche'' ,nichtjüdisches Mädchen, christliches (Dienst-)Mädchen‘, zurückgehend auf hebräisch ''scheqes'' ,Unwürdiges, Abascheuliches‘ (Pff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiebekaren''' ● ''Schiewekahren'' ,Schubkarren‘, Kassel (Gr. 1894), Kassel 20. Jh. ● Siehe auch ''Schubkaren''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiebekühe''' ● ''Schiewekiewe'' ,Schiebe-, Zugkühe‘, Kassel 19. Jh. (Jonas 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schieben''' ● ''schiewen'', Kassel 20. Jh. ● Stammformen: ''schiewen'', ''schobb'', ''geschowwen''. ● Neben schieben auch ''schuben'', siehe das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schieber''' f. ● ''Schibber'' ,Splitter‘ (Vil. 1868); ''Schiber'' m., f. gesprochen ''Schiwwer'', ,Schiefer, Splitter‘ (Pfs. 1886); ''die Schewwer'' ,der Schiefer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''die Schiwwer'', Flurbezeichnung, Kirchberg 20. Jh. (''die Schieber'' in hd. Schreibweise, 17. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schieberchen''' ● ''Schewwerchen'' ,kleiner Splitter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schieberig''' ● ''schewwerech'' ,sich in kleine Splitter auflösend, splitterig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schiebern''' ● (''sich'') ''schibbern'' ,sich in kleine Splitter auflösen‘ (Vil. 1868); ''sich schewwern'' ,sich schiefern, abblättern‘, Kassel (Gr. 1894); ''sech schewwern'' ,sich in kleine Splitter zerlegen, sich abblättern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''schéwwern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schieberstein''' ●  ''Schewwerstein'' ,Schieferstein, Dachschiefer‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schewwersteeng'' ,Schiefertefel, Schultafel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''Schéwwerstein''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiebertafel''' ● ''Schiwwerdafel'' ,Schiefertafel‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schiebes''' ● ''schiwes gehn'' ,verloren gehen, draufgehen, untergehen‘, in Niederhessen sehr gebräuchlich (Vil. 1868); ''schiewes gehen'' ,schiefgehen, mißlingen, verloren gehen‘, Kassel (Gr. 1894); ''schiewes gän'' ,verloren gehen, zugrunde gehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schießel''' m. ● ,kleine Tonkugel für Kinderspiele‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiff''' n. ● ,Schiff, größeres Wasserfahrzeug‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiff''' m. ● ,die Funktion des Urinierens‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiffchen''' ● ,kleiner rechteckiger Kessel, in die Herdplatte eingelassen, zur Wassererwärmung bzw. zur dauernden Bereitstellung von warmem Wasser‘, Kassel 20. Jh. ● Sehr wahrscheinlich Umdeutung von *''Schäffchen'', vgl. mhd. ''schaf'', ''schaffes'' n. ,Gefäß für Flüssigkeiten‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiffe''' f. ● ,Seiche, Urin‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiffel''' m. ● ''Scheffel'' ,Weberschiffchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schiffen''' ● ,urinieren‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiffer''' ● ,Treideler; Mann, der Fuldakähne flußaufwärts zieht‘, Melsungen (Kirchenbuch 19. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schilchen''' ● ,schielen‘, ganz Hessen fast ausschließlich üblich (Vil. 1868); ''schelchen'' ,schielen‘, auch: ,verstohlen nach etwas sehen‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript ''schélchen'' geschrieben, also geschlossenes ''e'' bzw. offenes ''i'' als Stammvokal. ● Vgl. mhd. ''schilhen'' (Aussprache ''schilchen''). ● Siehe ''scheel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindaas''' s. ● Schimpfwort, ganz Hessen, belegt in Marburg 1658 (Vil. 1868); ''Schennoos'', häufiges Schimpfwort, Kassel (Gr. 1894); ''Schengoos'', starkes Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''Schénnoos''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schinden''' ● ''sech schengen'', auch: ''schennen'' ,sich quälen, abarbeiten‘, Kassel (Gr. 1894), ''sich schinnen'', Kassel 20. Jh.; ''schengen'' ,eine Gans schinden, d.h. die geschlachtete Gans nicht braten, sondern statt dessen in Stücke zerhacken und einsalzen‘, ,jem. quälen, peinigen‘, ''sech schengen'' ,sich schinden, sich quälen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''schéngen'', ''schénnen''; ''schengen'' (''schingen'') ist ländliche Form, kein Stadtkasselänsch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schinder''' ● ''Schenger'', auch: ''Schenner'' ,Schinder; grausamer Mensch, Tierquäler‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schinner'', Kassel 20. Jh.; ''Schenger'' ,Abdecker, Rasenmetzger; Tierquäler‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''Schénger'', ''Schénner''; ''Schenger'' ist ländliche Form, kein Stadtkasselänsch; richtiger siehe z.B. ''Ziegenschinder'' (''Zächenschenner'', Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindergasse''' ● ''Schingergasse'', ''Schengergasse'', die ,Schindergasse‘ in der Kasseler Unterneustadt, Waisenhausstraße (Gr. 1894). ● Die Unterneustadt war der „arme“ Stadtteil, scheinbar stärkerer Zuzug vom Lande (daher vermutlich auch die ländliche Form ''Schinger'' statt ''Schinner''); Übername der Unterneustadt: ''Derfchen'' ,Dörfchen‘. ● Anmerkung zu Gr.s Artikel durch den Herausgeber seines Wörterbuchs Paul Heidelbach (1952): „Die in der Unterneustadt gelegene Waisenhausstraße hieß früher nach der hier wohnenden Familie Langschenkel die Langschenkel- oder Schenkelgasse und wurde in ihrem östlichen Teil Schindergasse genannt; denn das hier gelegene Haus Nr. 29 wurde in den Häuserverzeichnissen 1603 als Scharfrichters Haus, 1605 als Henkershaus und 1622 als Schinderei bezeichnet. 1605 wohnte in ihm Meister Hans der Scharfrichter, und noch 1768 war es die Wohnung des Nachrichters.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindleich''' m. ● ''Schindleich'', Schimpfwort (Vil. 1868); ''Schingeleich'', ''Schengeleich'' ,Kadaver‘, auch derbes Scheltwort, Kassel (Gr. 1894); ''Schengleech'' m. ,Schindrasen, Bergungsstelle für das eingegangene Vieh‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel (Gr.) semantisch offenbar angelehnt an hd. ''Leiche'' (siehe aber ''Schindleichsweg''). Die eigentliche Bedeutung erhalten in Oberellenbach. ● Zur vermutlichen Bedeutungsentwicklung: Mhd. ''leichen'' ,hüpfen, aufsteigen, gelenkig biegen‘; foppen‘, ''leich'' m. ,Musikstück, Melodie, Gesang‘, ahd. ''leihhen'' ,zucken, wippen‘, ''leih'' m. ,Lied, Gesang, Melodie, Musik‘, got. ''laikan'' ,hüpfen, springen‘, ''bilaikan'' ,verspotten‘, ''laiks'' ,Tanz‘, altnord. ''leika'' ,spielen, fechten, jem. mitspielen‘, ''leikr'' ,Spiel, Spott‘, altengl. ''lācan'' ,sich schnell bewegen, spielen, fechten‘, ''lāc'' ,Spiel, Kampf, Beute, Gabe‘. Das in allen germanischen Sprachen verbreitete Substantiv, in mhd. Form ''leich'', bedeutete ursprünglich offenbar ,Tanz, Spiel, Kampfspiel, öffentliches Vergnügen‘ und scheint – zumindest in Nordhessen –  als Bezeichnung auf die Plätze, wo dergleichen stattfand, übergegangen zu sein. Sofern vor den Siedlungen gelegen, sind solche freien Plätze, Rasenplätze (später) offenbar auch als Schindrasen genutzt bzw. zu solchen umgewidmet worden, gewiß in einer Zeit, in der die ursprüngliche Bedeutung von ''Leich'' schon in Vergessenheit geraten war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindleichsweg''' ● ''Schingeleichsweg'', von Bettenhausen (heute Stadtteil von Kassel) zur Abdeckerei, Schinderei führender Weg, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● Gemeint: ,Weg zum Schindleich, d.h. zum Schindrasen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindluder''' n. ● ''Schindluder'', Schimpfwort (Vil. 1868); ''Schindluder mit einem driewen'' ,jem. schikanieren, übel behandeln‘, Kassel 20. Jh.; ''Schenglürer mit ämm schbälen'' ,mit jem. spielen, jem. verächtlich behandeln, dem Spott preisgeben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schippe''' f. ● ''Schippe'' ,eiserne Schaufel‘, im östl. Hessen auch für ''Spaten'' gebräuchlich (Vil. 1868); ''Schebbe'' ,Schaufel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schebbe'', Oberellenbach (Hm. 1926); Plur. auch: ,lange Finger- oder Zehnägel‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl mhd. ''schipfe'' m. ,Schaufel, Grabscheit‘, mhd. (md.) ''schippe'' f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schippe''' f. ● ,Mützenschirm‘, metaphorisch, wegen der Ähnlichkeit mit einer Schippe (Schaufel), ausschließlicher Ausdruck, ganz Hessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schippchen''' ● ,kleine Schippe (Schaufel); die vorgestreckte Unterlippe bei weinerlichen Kindern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schippenmist''' ● ''su füll wie Schebbenmäst'' ,so faul wie Schippenmist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schirlitzchen''' ● ,leichtes Kleidungsstück, namentlich Umhängsel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schirne''' f. ● ''Schirn'' ,öffentlicher Verkaufsplatz, in Hessen nur für Fleisch, daher ''Fleischschirn'', ''Wildpretschirn''‘ (Vil. 1868); ,Verkaufssplatz, -stand‘, Kassel, scheinbar nur belegt in ''Wilbertschirne'' (siehe das) und historisch: [[Rathaus am Altmarkt|die alte Fleischschirne am Altmarkt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiß''' m. ● ''Schiß'' ,Schiß, Scheiße, das Scheißen (also nicht nur das Produkt, sondern auch die Verrichtung des großen Geschäfts)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schäß'' ,menschliche und tierische Exkremente‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Schiß honn'' ,Angst haben‘, Kassel 20. Jh., (''jo''), ''en Schiß!'' ,derbe Ablehnung‘, Kassel 20. Jh., ''en Schäß!'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ''Du bäst en Kärle wie’n Schobben Schäß.'' ,Du bist ein minderwertiger, zu nichts zu gebrauchender Mensch.‘ (Hm.) ● Aussprache von ''Schiß'' in Kassel mit kurzem offenem ''i'', deshalb auch Schreibung ''Scheß''. Das Wort entspricht lautlich nicht dem hochdt. Wort ''Scheiße'', das im Niederhessischen keine lautliche Parallele hat. Gr. (1894, Kassel) verzeichnet ''Schiß'' an unterschiedlicher Stelle als ''Schäß'' und ''Scheß'', letzteres im Manuskript – mit Akzent – als ''Schèß'', d.h. die Aussprache ist also gleich: offenes ''e''. Gleichwohl schreibt er ''Scheßdebbchen''; das Manuskript hat ''Schéßdebbchen'': hier also ''Scheß'' mit geschlossener Aussprache des ''e''; auch Schreibung ''Schiß'' wäre möglich gewesen: sehr offenes ''i''. ''Schäß'' (mit „niederhessischer Senkung“ des i-/e-Lauts) ist ländliche Aussprache in Teilen des Umlands von Kassel und erklärt sich in Kassel sicherlich durch starken Zuzug vom Land im Zuge der Industrialisierung im 19. Jh. (vgl. etwa auch die Dubletten ''is''/''es'' – ''äs'' ,ist‘, ''Schinner'' – ''Schenger'' ,Schinder‘). Das ländliche ''Schäß'' hat sich gegenüber ''Schiß'' letztlich nicht durchgesetzt, gilt aber kurioserweise als sogenanntes „Kasseler Wörtchen“. – Gr. führt weiterhin an: ''Schäßarsch'', ''Schäßkobb''! Auch hier gegenüber dem „bürgerlichen“ ''Schißdibbchen'' (''Scheßdebbchen'') (Gr.) die derbere Unterschichten-Variante.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißarsch''' ● ''Schäßoorsch'' ,schmutziger Mensch; kleiner Kerl; Feigling, Angsthase‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißchen''' ● ''en Schäßchen'' ,ein bißchen; durchaus nicht!, keineswegs!‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißdreck''' ● ''en'' ''Schäßdräck''! ,Keineswegs!‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schisserig''' ● ''schesserig'' ,scheißerig, plötzlichen Stuhlgang verspürend‘, Kassel (Gr. 1894). ●  ''Es wird mä schesserig.'' (Gr.) ● In Gr.s Manuskript ''schésserig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schissig''' ● ''schässech'' ,mit Kot beschmutzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißtüpfen, -tüpfchen''' n. ● ''Schißdibben'' ,Nachttopf‘, Kassel 20. Jh., ''Scheßdebbchen'', ''Schißdibbchen'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schäßdebben'' ,Nachtgeschirr‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißwanst''' m. ● ''Schäßwanst'' ,ungezogenes Kind‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabber''' f. ● ''Schlawwer'' ,redselige Person, Plaudertasche; nicht stillstehender Mund‘, gleichbedeutend mit ''Schlabbermaul'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabberei''' ● ''Schlawwerei'' ,Geschwätz, ohrenbeleidigendes Schwatzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlabberig''' ● ''schlawwerich'' ,geschwätzig‘; auch: „verwandt mit ''ohliewig'' und ''blemberig''“, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabberjuck''' m. ● ''Schlawwerjuck'' ,dünne, gehaltlose Flüssigkeit, namentlich dünner Kaffee‘, gleicbedeutend: ''Schlawwerjucksbrieh'' ,Schlabberjucksbrühe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabbermaul''' ● ''Schlawwermull'' ,Schwätzerin redselige Person, Plaudertasche; nicht stillstehender Mund‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlabbern''' ● ''schlabbern'' ,eilig und undeutlich sprechen‘ (Vil. 1868); ''schlawwern'' ,Geschwätz machen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,viel und unnütz reden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabbertasche''' ● ''Schlawwerdösche'' ,Schwätzerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlachtemulde''' ● ''Schlochtemolle'' ,Fleischmude, Fleischtrog‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlächter''' ● ''Schlächder'' ,Hausschlachter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlachtewerk''' ● ''Schlachdewerk'', gemeint: Würste, Schinken usw., Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''Schlochdewärk'' ,das Eingeschlachtete‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlacke''' f. ● ''Schlagge'' ,großgewachsener Junge (Bursche); ungewöhnlich großer Hund, Fisch und dgl.‘, Kassel (Gr. 1894), ,Lümmel‘, gutmütig, Kassel 20. Jh.. ● Scheint Spitzname der Kasseler Atstadtjungen geworden zu sein, dann verallgemeinert: ''Kasseler Schlacke'' ,ungehobelter, pfiffiger Kasselaner (der Unterschicht), ungeniert Dialekt oder Halbdialekt sprechend‘, nicht nur außerhalb Kassels gebräuchlich, sondern durchaus in Kassel selbst, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlacken''' ● unpers. ,gleichzeitig regnen und schneien‘ (Vil. 1868); ''schlaggen'' ,kalt regnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''schlackern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlackerig''' ● ,trüb, naß‘, vom Wetter gesagt, besonders beim Auftauen des Winterfrostes (Vil. 1868); in der Verbindung ''schlaggeriches Wedder'', d.h. ''Schlackerwetter'' (siehe das), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlackern''' ● ''schlaggern'' ,kalt regnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlackern''' ● ''schlaggern'' ,wackeln, keinen festen Halt haben‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlackerwetter''' ● ,Wetter, bei dem Schnee mit Regen vermischt fällt‘, besonders in Niederhessen üblich (Vil. 1868); ''Schlaggerwedder'' ,Regenwetter mit aufgeweichter Straße‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,kaltes und nasses Wetter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlackwetter''' ● gleichbedeutend mit ''Schlackerwetter'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafbetzel''' f. ● ''Schlofbätzel'' ,verschlafen aussehender Mensch, Schlafmütze‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafbock''' ● ''Schlofbock'' ,verschlafen aussehender Mensch, Schlafmütze‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schläfern''' ● ''schleefern'', unpers.: ''Es schleefert mech.'' ,Es schläfert mich, mich drückt der Schlaf.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafezius''' m. ● ,ungeschickter Mensch; Schlingel‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlaffeez''' m. ● ,ungschliffener Mensch‘ (kein schlaffer!), Kasseler Gegend (Pfs.2, 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlaffeezig''' ● Adjektiv zu ''Schlaffeez'' (Pfs.2, 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafittchen''' s. ● ''am Schlafíttchen krichen'' ,beim Kragen packen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafittich''' ● ''Schlafittich'', ''Schlafitch'' m., „anstatt Schlagfittich“, in Hessen und anderwärts nur in Rdewendungen üblich: ''Einen beim Schlafittich kriegen''. ‚Jem. erwischen und festhalten.‘ (Vil. 1868); ''am Schlahfíddich krechchen'' ,beim Arm, beim Kragen packen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schlafídch'' m., nur in der Redensart ''om Schlafídch grijjen'' ,jem. am Kragen fassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● „An sich bedeutet ''Schlagfittich'', die Schwungfedern des Flügels, … indes ist der Ausdruck von den Vögeln nicht mehr in Uebung.“ (Vil.) Bei Vil.s Deutung als „Schlagfittich“ fällt auf, daß der Wortakzent bei ''Schlafíttich'' auf der zweiten Silbe liegt und nicht auf der ersten. Es müßte, wenn Vil. recht hat, eine Akzentverschiebung stattgefunden haben wie z.B. bei ''Holunder'', ''Hornisse'' und ''lebendig'' (zweite Silbe beschwert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafmatz''' m. ● ''Schlofmatz'' ,jem., der viel, oft, lange schläft‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Matz'' ist alter hessischer Vorname, Koseform von ''Matthias''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagd''' f. ● ''Schlacht'' ,Ladeplatz für die Schiffsfracht in Kassel‘ am linken Fuldaufer, Kassel 19., 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagdhase''' ● ''Schlachthase'' ,Lastträger, eigentlich Lastträger an der Schlagd‘, dann verallgemeinert: „ehe es Dienstmänner gab“; ,Eckensteher‘, auch: ,roher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagdlümmel''' ● ''Schlachtlemmel'' ,roher Mensch, Lümmel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlahen''' ● ''schlahn'' ,schlagen‘, Kassel (Gr. 1894), ''schlohn'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''schlahn'', ''schluhch'', ''geschlahn'', Kassel 19. (und frühes 20.) Jh.; ''schlohn'', ''schluck'', ''jeschlohn'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlahmöller''' ● ''Schlohmeller'' ,Schlagmüller, Ölmüller‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlahmühle''' ● ''Schlohmeele'' ,Schlagmühle, Ölmühle‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlahning''' ● ''schlohnink'' ,schlagend‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä färt sech wie vär’m schlohningen Güll''. ,Er fürchtet sich wie vor einem schlagenden Pferd.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlamasse''' ● ''Schlamassel'', ''Schlamassen'' ,unordentliche Masse, Masse von Unrat‘ (Vil. 1868); ''in de Schlammássen'' ''bringen'', ''kummen'' ,in übles Gerede bringen, kommen; in üble Lage, in Unglück geraten‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schlamásse'' f. ,unordentliche Masse, Unrat‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Entspricht hd. ''Schlamassel'' ,unangenehme Situation, Unglück, Mißgeschick‘; aus dem Jiddischen. (Pff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlamm-Mulch''' ● ''Schlammulch'', übertragen: ,Säufer‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlampampe''' f. ● ''Schlambámbe'' ,unordentliche, faule, unreinliche, nachlässige Frauensperson, doch meist gemütlich‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlampe''' f. ● ,nachlässige, unordentliche Frauensperson‘, in Hessen wie anderwärts sehr üblich (Vil. 1868); ''Schlambe'', gleichbedeutend mit ''Schlampampe'', Kassel (Gr. 1894), ,verlotterte Frauensperson‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Schlumpe''. ● Männliche Gegenstücke zu ''Schlampe'' nach Pfs. (1886) ''Schlamp'' und ''Schlampes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlanzieren''' ● ''schlanzieren gänn'' ,schlanzieren gehen, sich müßig herumtreiben‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. slenzic ,müßig, träge‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappe''' f. ● ,Pantoffel‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappen''' m. ● ''Schlabben'' ,Pantoffel, leichter (ausgetretener) Schuh, Sandale‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappenrat''' m. ● ''Schlabbenrad'' (richtiger: -''rot'', mit offenem ''o'') ,Schuster‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. fügt in Klammern hinzu: „Friedrich Schmidt, Wilhelmstraße 17“; dieser dürfte demnach als erster mit der humoristischen Bezeichnung gemeint gewesen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlapperbrühe''' ● ''Schlabberbrieh'' ,schwache Suppe, schwacher Kaffee‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlapperig''' ● ''schlabberich'' ,schwach, schlapp, fad‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''De Subbe schmecket mä schlabberich.'' ,Die Suppe schmeckt dünn, fad.‘ ''Äs es me so schlabberich.'' ,Mir ist unwohl, bin schwach.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlappern''' ● ''schlabbern'' ,mit Geräusch auflecken‘ (Vil. 1868); ''schlabbern'' ,geräuschvoll schlürfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''schluppern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlappern''' ● ''schlabbern'' ,wackeln, schaukeln‘ (Pfs. 1886); ''schlabbern'' ,wackeln, wackelnd herunterhängen (z.B. weite Garderobe), Kassel 20. Jh. ● Siehe ''schluppern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappich''' m. ● ''Schlabbich'' ,träger, nachlässiger Kerl‘, Kassel 20. Jh.; ''Schlabbch'' ,fauler Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappmaul''' ● ''Schlabbmull'' ,Mund mit Hängelippe‘, auch abwertend für ,Mund‘, insbesondere für ,Mund, der nicht stillsteht‘; übertragen: ,Schwätzer(in)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappsack''' ● ''Schlabbsack'' ,träger Kerl‘, Kassel 20. Jh., ,unordentlicher, träger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappschnude''' f. ● ''Schlabbschnudde'' = ''Schlabbmull'' ,Schlappmaul‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlarges''' ● ''Schlarjes'' ,lang aufgeschossener junger Mensch‘, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlauder''' m. ● ''Schludder'' ,Verschwender‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlauder''' f. ● ''Schlürer'' ,unordentliche, nachlässige weibliche Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. spätmhd. ''slūderer'' m. ,jem., der übereilt, nachlässig arbeitet‘&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlauderig''' ● ''schlürerech'' ,unordentlich, nachlässig, liederlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlaudermutz''' m. ● ''Schludermutz'' ,Leichtfuß‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlaudern''' ● ''schludern'' ,schleudern, mit weit ausholenden Armen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,nachlässig arbeiten‘, Kassel 20. Jh.; ''schlürern'' ,schleudern, schleudernd wegwerfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''slûdern'' ,schleudern, schlenkern‘. (Lex.) Nhd. ''schlaudern'',nachlässig gehen, schlendern‘ (Luther, Pff.) ● Siehe ''schluddern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlauderpreis''' ● ''Schluderpreis'' ,Schleuderpreis‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlaudersack''' ● ''Schlürersack'' ,unordentlicher, oberflächlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlaudrian''' ● ''Schluderjahn'' ,unordentlicher Mensch, oberflächlich arbeitender Mensch‘, Kassel 20. Jh.; ''Schlürerjohn'' ,unordentlicher, oberflächlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlaute''' ● ,Flasche‘, siehe ''Schlutte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlehne''' ● ''schlähne'' ,allmählich bergaufführend‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''lehne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schleicher''' ● ''Schlicher'', ''Schlichert'' ,Duckmäuser, Leisetreter‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schlicher'' ,schleichend sich bewegender Mensch, Aushorcher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schleierschloßeweiß''' ● ''schlaierschloßewiß'' ,schneeweiß‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''schloßeweiß''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schleifgele''' f. ● ,Mädchen von dummer bäurischer Manier, dazu faul, nachlässig‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Gele''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schleifschuh''' ● ''Schleefschuch'' ,nachlässig gehender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlenkerbein''' ● ,Mensch, welcher die Beine schlenkernd bewegt‘, Spottwort (Vil. 1868); ''Schlenkerbeeng'' ,Person, die beim Gehen die Beine schlenkert, in kreisende Bewegung versetzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Schlenkerbein'', offenbar auch in Kassel gebräuchlich: Eine Tochter der berüchtigten Kasseler Diebsfamilie Schebe (1830er Jahre) wurde ''Anne Marthe Schlenkerbein'' genannt (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlette''' f. ● ,großer Mund, zumal mit vorstehenden,aufgeworfenen Lippen‘, Schimpfwort für ,Mund‘ überhaupt (Vil. 1868); ''Schledde'' ,Unterlippe‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), ,Mund‘, scherzhaft, abfällig, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,Maul, Mund‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schleuse''' ● ''Schließe'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlicker''' m. ● ,leichter überraschender Stoß, Stups (der den Gestoßenen aus dem Gleichgewicht bringt oder bringen könnte)‘, Kassel 20. Jh. (C. Müller 1925).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlickern''' ● ,mit Heftigkeit bzw. rasch hinwerfen, hinschleudern‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''schleckern'', ''schliggern'' ,von sich schleudern, besonders: zähe, schleimige Flüssigkeit‘, Kassel (Gr. 1894), ,etwas durch kurze rasche Bewegung von sich schleudern‘, Kassel 20. Jh.; ''schleggern'',schleudern, werfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.’s handschriftl. Manuskript ''schléckeren''. Vil. führt das Wort unter ''schläckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schliere''' f., '''Schlier''' m. ● ,Skrofel, blindes Geschwür, Balggeschwulst und dgl.‘, nördl. Niederhessen, zumal Kassel (Vil. 1868); ''Schliere'' f. ,Luftbläschen in schleimiger Substanz, z.B. Farbe, Leim‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlimpe''' f. ● ''Schlembe'' ,Schlinge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlimpen''' ● ''schlemben'' ,eine Schlinge binden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlinze''' f. ● ''Schlenze'' ,Mund‘, gleichbedeutend mit ''Schlette'', Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.’s Manuskript ''Schlénze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlippen''' ● ''Schlippe'' f., üblicher: ''Schlippen'' m. ,Rockschoß, unterer Teil des Fracks oder Oberrocks‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Schleppen'' ,Rockschoß, besonders am Frack‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schlebben'' m. ,Rockschoß, Rockzipfel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.’s Manuskript ''Schléppen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlippchen''' ● ,windiges, wie ein Rockschlippe flatteriges Bürschchen‘ (Pfs. 1886); ,unzuverlässiges Bürschchen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlippenrock''' ● ''Schlebbenrock'' ,Gehrock‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schloße''' f. ● ,Hagelkorn‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schloßen''' ● ,hageln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schloßeweiß''' ● ''schloßweiß'' ,ganz weiß, rein weiß‘, in Hessen üblich (Vil. 1868); ''schloßewiß'',ganz weiß‘, wörtlich: ,hagelweiß‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.), ,ganz weiß, schneeweiß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlubbern''' ● ''schlubbern'' ,schlabbern, geräuschvoll schlürfen‘, Kassel (Gr. 1894), ,hastig und geräuschvoll Flüssiges oder Breiiges zu sich nehmen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlucken''' m. ● ,Schluckauf‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1984); ''Schloggen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluckespeck''' m. ● ''Schlukspeck'' (gewöhnlich ''Schlukspecht'' ausgesprochen und damit unverständlich gemacht) ,habsüchtiger Mensch, dessen Habsucht sich in auffallender, gemeiner Weise äußert‘ (eigentlich ,jem., der Speck schluckt, große Brocken schlingen kann‘), nördlichstes Hessen (Vil. 1868); ''Schluggespeck'' ,jem., der sich beim Essen egoistisch verhält, das Beste vorwegnimmt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schluffern''' ● ,schlurfen, schleppend gehen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluffert''' m. ● ,Duckmäuser, Leisetreter‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlumpe''' f. ● ,nachlässige, unordentliche Frauensperson‘, aber derber als ''Schlampe'' (s.d.) und fast noch üblicher (Vil. 1868). ● Siehe ''verschlumpen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlumpen''' ● intrans. ,schlumpig, schlampig einhergehen‘, trans. ,jem. verprügeln‘ (Pfs. 1886); wie bei Pfister, dazu: ,glücklich vonstatten gehen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlumper''' f. ● ''Schlomber'' ,unordentliche, leichtsinnige weibliche Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlumperig''' ● ''schlomberech'' ,unordentlich, liederlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlumpscherweise''' ● ''schlomscherwiese'' ,durch einen glücklichen Zufall‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlunk''' m. ● ,Schlund‘, überall in Hessen (Pfs. 1886); ,Schlund‘, übertragen: ,habgierige Person‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schlönk'' ,Schlund‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mnd. ''slunk'' m. ,Schlund, Kehle‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlunkhals''' ● ,habgierige Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlunzen''' ● ,in tadelnswerte Weise müßig gehen, nachlässig gekleidet sein, besonders im Hinblick auf Frauen‘ (Vil. 1868); ,nachlässig und trödelnd arbeiten, der Arbeit aus dem Weg gehen, sich dem Müßiggang hingeben‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlunze''' f. ● ,arbeitsscheue, träge, unordentliche und unsaubere Frauensperson‘, in ähnlichem Sinn wie ''Schlampe'', nur daß in ''Schlunze'' mehr der Müßiggang, in ''Schlampe'' mehr die Unordnung hervorgehoben scheint (Vil. 1868); ,Schlampe‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schlonze'' ,unsaubere, liederliche weibliche Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlüpfchen''' ● ''Schlibbchen'' ,(kleiner) Taugenichts, Schlitzohr‘, Kassel 20. Jh., ,leichtsinniger Mensch, Taugenichts‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlüpfchen''' ● ''Schlibbchen'' ''Kursiver Text'',einspänniges Fuder‘ (Raummaß, z.B. für Kohlen), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlupfen''' ● ''schlubben'' ,schlüpfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlüpfstreiche''' ● ''Schlebbstreeche'' ,leichtsinnige Streiche, Bubenstreiche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluppe''' f. ● ,Bandschleife‘, allgemein üblich, besonders in Niederhessen, wo an die Mützen der Bäuerinnen Bänder mit Schleifen (Schluppen) angeheftet zu werden pflegen; hd. ''Schleife'' ist unbekannt (Vil. 1868); ''Schlubbe'' ,Schleife, Haarschleife, Zierschleife, Zierknoten (eines Bandes, Halstuchs)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlupp''' ● niederhess. Interjektion im Sinne von ,wupp dich!‘ (Pfs.1, 1889); ''schlubb!'' auch: ''schlubbdich!'' Interjektion: ,flugs, im Nu‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlupperkohl''' ● ''Schlubberkohl'' ,dünnes Kohlessen‘, abwertend, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schluppern''' ● ''schlubbern'' ,mit schnellen Schlucken schlürfen‘, Kassel 20. Jh.; ''sich durchschlubbern'' ,kärglich auskommen, von der Hand in den Mund leben’, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''schlappern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlusser''' ● ,Schlosser‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vorform *''Schlooßer'' (&amp;lt; mhd. *''slôzer''), Ableitung von mhd. ''slôz'' (neben ''sloz''). Kürzung des langen, geschlossenen ''o'' hat geschlossenes kurzes ''o'' ergeben, das als ''u'' aufgefaßt worden  ist. In Oberellenbach (Hm. 1926) hingegen ''Schlosser'' wie hd. mit kurzem offenen ''o''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlüttchen''' ● ''Schliddchen'' ,kleine Schlutte‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlutte''' f. ●  ''Schlutte'' ,Krug von zylindrischer Form‘, Niederhessen, sonst unbekannt (Vil. 1868); ''Schlaute'', die schwälmerische (und oberhess.) Form von niederhess. ''Schlutte'' (Pfs.1, 1889); ''Schludde'' ,langer schmaler Krug, Steinflasche‘, Kassel (Gr. 1894); ,Flasche‘, Kassel 20. Jh.; ''Schlüdde'' ,bauchiger irdener Krug‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Im nd. Niederhessen ''slute''; früher Beleg: ''Eszig sluten'', Grebenstein 1430 (Vil.), hd. beeinflußt? Die korrekte nd. Form wäre ''slude'' (mnd. nicht belegt). ● Vgl. mhd. ''slûte'' ,weites Frauenkleid für den Oberkörper‘; so genannt vielleicht wegen der flaschen- oder krugähnlichen Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluttenbeere''' f. ● ''Schlüddenbäre'' ,dicke und längliche Birnenart‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluttendewes''' ● ''Schluddendehwes'' ,junger energischer, aber dummer Mensch, der noch Führung braucht‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Dewes'' ist hessische Kurzform des Vornamens ''Matthäus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluttenschisser''' ● ''Schluddenschisser'' ,junger energischer, aber dummer Mensch, der noch Führung braucht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlutterfaß''' ● ''Schlotterfaß'' ,aus Holz gedrehtes, spindelförmiges mit Wasser oder feuchtem Gras gefülltes Gefäß, was die Grasmäher an einem Gürtel auf dem Kreuz tragen, um den Wetzstein darin zu bewahren und feucht zu erhalten‘ (Vil. 1868); ''Schlodderfaß'' (''o'' geschlossen) ,mit Wasser angefülltes hölzernes oder blechernes Gefäß für den Wetzstein, den die Mäher am Leibriemen tragen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlutterig''' ● ''schlodderech'' (''o'' geschlossen) ,hin und her schwankend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schluttern''' ● ''schluddern'' ,schütteln, um etwas zu entfernen; in kurzen Stößen von sich wegstoßen, wegschleudern‘, Kassel (Gr. 1894); ''schloddern'' (''o'' geschlossen) ,hin und her schwanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Geht zurück auf mhd. ''slotern'', ''slottern'', ''sluttern'' ,zittern, schlottern‘. Kasselänsch ''schluddern'' ist semantisch offenbar beeinflußt von ''schludern'' ,schleudern‘ (siehe schlaudern). ● Kompositum: ''usschluddern'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmacht''' m. ● ,Heißhunger‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ,Hunger‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
		&lt;br /&gt;
'''schmächterlich''' ● ''schmächderlech'' ,schmächtig, schwach‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmachtlappen''' ● ''Schmachtlabben'', -''läbbchen'' ,Person, Kind von besonderer Willensschwäche und schwächlicher Erscheinung‘, Kassel (Gr. 1894), ,unansehnlicher, schwächlicher Mensch‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmachtriemen''' ● ,Hungerriemen‘, Kassel (Gr. 1894), ,Gürtel‘, Kassel 20. Jh. ● ''Den Schmachtriemen anziehen, engerschnallen'', Mahnung an Hungernde (Pf. 1886); ''den Schmachtriemen emmeschnallen'' ,darben‘ (Gr.), ''den Schmachtriemen engerschnallen'' ,den Gürtel wegen Hungers engerschnallen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmacken''' ● ,schmetternd hinwerfen, klatschend an den Boden oder gegen eine Wand werfen‘, Niederhessen (Pfs.1, 1889); ''schmaggen'' ,etwas werfen, so dass es beim Aufschlagen klatscht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmagucke''' f. ● ''Schmakucke'' f., meist Plur. ,leere Ausflucht, Intrige‘, allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''Schmaguggen'' Plur. ,Unwahrheiten, Vorspiegelungen (auch zum Spaß)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schmagugge'' f. ,Schwindel, Lüge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmaguckenmacher''' ● ''Schmaguggenmacher'' ,einer der andere an der Nase herumführt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''schmälzen, schmalzen''' ● ,Schmalz oder Butter an das Essen tun‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmant''' m. ● ''Schmand'' ,Rahm‘, in Hessen ausschließlich gebraucht (Vil. 1868); Schmand ,Sahne, Rahm; Schaum auf dem Bier; Tressen am Kragen der Unteroffiziere‘ (Pfs. 1886); ''Schmand'', ''Schmant'' ,Milchrahm; Tressen am Kragen von Soldaten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schmaant'' ,Rahm‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä hot schunt Schmand am Kragen.'' ,Er ist schon Unteroffizier.‘ (Gr.). ''Schmand am Kraachen hon'' ,kein einfacher Soldat mehr sein‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.). ● Vgl. mnd. ''smant'' ,Rahm der Milch‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmantkonfirmand''' m. ● ''Schmandkumfermand(e)'', Spitzname für den Konfirmanden an den Konfirmationstagen, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. ''Schmanttüpfen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmantkuchen''' ● ''Schmaantkuchen'' (''u'' kurz) ,Kuchen mit Rahmüberguß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmanttüpfen''' m. ● ''Schmanddibben'', Spitzname für den Konfirmanden an den Konfirmationstagen, Kassel (Gr. 1894); ''Schmaanddebben'' ,Topf zur Aufbewahrung des Rahms‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Schmantkonfirmand''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmarakel''' ● ''Schmarahkel'', auch ''Schmerahkel'' ,nasser Schmutz, Kot, besonders an ungehöriger Stelle, z.B. in Röhren, Schächten (Kanälen)‘, auch bildlich für ,Skandalgeschichte, Skandalangelegenheit‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schmaragel'' m. ,dicker Schlamm, Morast, Kot‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schmerakel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmatschen''' ● ,schmatzen (beim Essen)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmatter''' ● ''Schmatter'', ''Schmetter'', ''Schmadder'' ,weicher Kot, besonders Straßenkot‘ (Vil. 1868); ''Schmadder'' ,flüssiger Straßendreck‘, Kassel 20. Jh.; ,flüssiger Dreck, namentlich tiefer Straßenschmutz‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmatterig''' ● ''schmadderech'' ,morastig, schmierig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmeckewöhlchen''' ● ''Schmeggewehlchen'' ,Delikatesse‘, Pl. ''Schmeggewehlerchen'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Schmeckewehlchen machen'' ,etwas Gutes essen, sich dem Wohlleben hingeben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmeißen''' ● ,schlagen, werfen (im Sinn des Hinwerfens, Niederwerfens)‘, üblichster Ausdruck in Hessen (Vil. 1868); ''schmissen'' ,mit Wucht werfen‘; ,(etwas) fallen lassen‘, ,ausschlagen (vom Pferd)‘, Kassel (Gr. 1894); ,mit Wucht werfen‘, ''was hinneschmissen'' ,etwas fallen lassen‘, Kassel 20. Jh.; ,schlagen, heftig schlagen; ausschlagen (von Pferden)‘, namentlich in Zusammensetzungen häufig ,werfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● Vgl. mittelhochdt. ''smîzen'' ,schlagen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmerakel''' ● ''Schmeraagel'', ''Schmiraagel'' ,feuchter abgesetzter Schmutz; Schmiererei, Verschmiertes‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Schmarakel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmere''' f. ● ''Schmäre'' ,Schmiere, schmieriges Fett, schmieriger Schmutz‘, Kassel 20. Jh., ,schmierige Flüssigkeit, schmieriges Fett‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. smer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmeren''' ● ''schmieren'' ,schmeicheln‘, ausschließlicher Ausdruck in Hessen, ''schmeicheln''gänzlich unbekannt (Vil. 1868); ''schmären'' ,schmieren, bestreichen (Brot)‘, Kassel 20. Jh., ,streichen, bestreichen (ein Stück Brot); einfetten, ölen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Einem imme den Bart rimmer schmeeren'' ,jem. schmeicheln‘, Kassel (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmerkatze''' ● ''Schmärkatze'' ,Schmeichelkatze, sich anschmiegendes Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmerlatz''' m. ● ,schmutzige Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmerwerk''' ● ''Schmärwerk'' ,Brotaufstrich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmetsche''' f. ● ,Grasmücke‘, Vogelart, Gudensberg, Felsberg, Fritzlar und Umgebung (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmickse''' f. ● ''Schmegse'' ,Schnurre, lustige Anekdote‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmiß''' m. ● (''i'' offen) ,Schlag, Hieb‘, häufiger gebraucht im Plur.: ''Schmisse'' ,Schläge, Prügel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); übertragen: ,Häufchen, Anzahl‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''En ganzer Schmiß Geld'', etwa: ,ein ordentlicher Batzen Geld‘ (Gr.). ● Zur Wortbedeutung siehe ''schmeißen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmisser''' ● ''Schmesser'' ,Pferd, welches ausschlägt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmitz''' m. ● ,der von Zwirn geflochtene Ansatz an der ledernen Schnur der Peitsche, welcher zum Klatschen dient‘, östl. Hessen (Vil. 1868); ''Schmetz'' ,kurze Hanfschnur, die an den Peitschenriemen gebunden wird und das Knallen hervorruft‘,Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmorags''' m. ● ,nasser Unrat, aufgeweichter Straßenkot‘, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmu''' m. ● ,Betrug, Schummelei, unerlaubter Gewinn oder Vorteil bei Handelsgeschäften‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schmu machen'' ,sich heimlich aneignen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von jidd. ''schmu''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmuch''' m. ● ''Schmuch'' ,stiller Mensch, der jedoch mehr in sich trägt, als es den Anschein hat‘ (Vil. 1868); ''Schmuhch'' ,Duckmäuser, Leisetreter‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schmühch'' ,stiller, verschlossener, aber listiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hinterm Schmuchen soll man’s suchen.'' Schwalm (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmuckeln''' ● ,übel riechen‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmuddelig''' ● ''schmudelich'', ''schmuddelich'' ,unsauber, nicht gehörig rein, etwas schmutzig‘ (Vil. 1868); ''schmuddelich'' ''Kursiver Text'',unsauber, schmutzig‘, Kassel 20. Jh.; ''schmorrelech'' ,unsauber, schmutzig, schmierig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmudel''' m. ● ,schmutzige Person (etwa wie Schmerlatz, Schlampampe)‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Den Schmudel machen'' ,jemandes Aschenbrödel sein‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmunzen''' ● ''schmonzen'' ,schmunzeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. md. ''smunzen'', 14. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmürgelig''' ● ''schmirchelig'' ,ranzig, angebrannt riechend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmürgeln''' ● ''schmirgeln'' ,ranzig, angebrannt riechen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Ableitung von ''schmurgeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmutchen''' ● ''schmodchen'' ,feucht werden, modrig werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnabulieren''' ● ''schnawwelieren'' ,mit Wohlbehagen essen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,mit Behagen verzehren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnallen''' ● wie hochdeutsch, auch: ,gierig essen‘, Kassel 19. Jh. (Herzog); trans. ,eine schallende Ohrefeige geben‘, intrans. ,viel und schnell essen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnankern''' ●,naschen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnappe''' f. ● ,der äußerste Rand, die äußerste Ecke‘ (Vil. 1868); ergänzend zu Vil.: Plur. ,Prügel; Fliegenklatsche; Schmitz an der Peitschenschnur‘; ''Schnabbe'' ,Schläge, Prügel‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894), auch ,Schnappe an der Peitsche‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kippe, äußerster Rand‘, Kassel 20. Jh.; ,äußerstes Ende, Endpunkt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Setz doch die Teller nicht so auf die Schnappe'', d.h. so dicht an den Tischrand (Vil. 1868). ''Stell die Dasse nit so uff de Schnabbe'', d.h. an die Tischkannte. ''Das steht uff der Schnabbe.'' ,Das steht auf der Kippe.‘ Kassel 20. Jh. ''De Kuh schdätt off der Schnabbe.'' ,Die Kuh muß demnächst kalben.‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnappe''' ● ,hinkend‘, ziemlich allgemein (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnappen''' ● ,unversehens von einm Rande herabfallen; hinken‘ (Vil. 1868); ergänzend zu Vil: ,schlagen‘ (Pfs. 1886); ''schnabben'' ,ergreifen‘, ,mit Appetit, rasch, gierig, viel essen‘, ,prügeln, schlagen‘, ,unversehens (weg)kippen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), auch ,hinken (wenn ein Bein kürzer ist als das andere)‘, Kassel (Gr. 1894); trans. ,schlagen, prügeln‘, intrans. ,gierig nach etwas greifen; mit der Peitsche knallen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ech schnabbe dä ’n Oorsch.'' ,Ich verhaue dich.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnäpper''' m. ● ''Schnepper'', „an der unteren Eder einer der zahlreichen Namen jener kleinen Kartoffel-Pfannekuchen, die an die Ofenplatte geschnappt und daselbst geröstet werden“ (Pfs. 1886). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnarbeln''' ● ''schnarbeln'', ''schnerbeln'' ,schnell und unverständlich sprechen, viel und unnötigerweise reden, durch die Nase reden, mit dünner Stimme reden wie die kleinen Kinder‘, allgemein üblich (Vil. 1868)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnärcheln''' ● ''schnercheln'', Ausspracheeigentümlichkeit im Niederhessischen (Pfs. 1886); ''schnärcheln'' ,schnüffeln, Geräusch des Atmens durch eine unsaubere Nase‘, Kassel (Gr. 1894). ● Nach Pfs. verstand man im 19. Jh.  unter ''Schnercheln'' eine in Teilen Niederhessens (südl. von Kassel) vorkommende Sprechweise, die in der 2. Hälfte des 19. Jh. allmählich zurückgegangen ist: Sprechen mit gehobener Stimme, dazu ''i''-Nachschlag nach dem Stammvokal in manchen Wörtern („Jotierung“), z.B. ''uinse'' für ''unse'' (vgl. dazu [[Schnercheln und Kerksen – Ein noch immer ungelöstes Sprachrätsel|Schnercheln und Kerksen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnauben''' ● ''schnuwen'' ,schnaufen‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnäuben''' ● ''schniewen'' ,schnaufen‘, Kassel (Gr. 1894). ''Schniewen'' &amp;lt; *''schnüwen'', Umlautform von ''schnuwen'', siehe ''schnauben''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnecken''' m. ● ''Schnecke'' (sic) m. ,Nasenschleim‘, untere Eder (Pfs. 1886); ''Schnäggen'' m. ,zusammenhängende Masse Nasenschleim‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hd. ''Schnecke'' siehe ''Schnegel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schneckenbock''' ● ''Schnäggenbock'' ,naseweiser Bube‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schneckennase''' ● ''Schnäggennose'' ,Nase, die dauernd Schleim absondert; vorlautes Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnee''' ● ''Schnee'', Kassel 20. Jh.; ''Schnai'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schneeplocke''' ● ''Schnaiblogge'' ,Schneeflocke‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnegel''' m. ● ''Schnegel'', auch ''Schnaegel'', ''Schnael'', ''Schneel'', ''Schneil'' gesprochen, ,Schnecke‘ (Vil. 1868); ''Schnächel'' ,Schnecke‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894); ''Schnähl'' m., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnegelfett''' ● ''schnegelsfett'', beliebter Vergleich (Pfs.1, 1889); ''schnächelfett'' ,schneckefett, sehr fett, gemästet‘, übertragen: ,besoffen‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894); ''schnählfädde'' ,sehr fett‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnegelshäuschen''' ● ''Schnählshißchen'' ,Schneckenhaus‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnegelsnase''' ● ,rotzige Nase‘, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schneien''' ● ''schneen'' ,schneien‘, Kassel (Gr. 1894); ''schnaien'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnettern''' ● ''schnäddern'' ,rasseln, schnell dahinsausen (von Wagen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schniepe''' ● ''Schniebe'', an Kleidern: ,Schneppe, schnabelförmig spitz zulaufendes vorn, oft hinten an der Taille‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnipp''' m. ● ''Schnipp'', ''Schnipchen'', ''Schnipsel'' ,Speise aus Käsematte, saurem Rahm, Salz und Kümmel, vor allem als Brotaufstrich‘, hauptsächlich im östl. Hessen und Fuldischen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnippelbohne''' ● ''Schnibbelbohne'' ,Schnittbohne‘, beliebtes Gemüse, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnippeln''' ● ''schnibbeln'' ,woran herumschneiden; in kleine Stückchen schneiden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnipperbohne''' ● ''Schnebberbonn'' ,Schnittbohne, Gemüsebohne‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnippern''' ● ''schnebbern'' ,fortwährend schneiden, in kleine Teichen schneiden, schnitzeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnitze''' f. ● ,zerschnittene und Hurden gedörrte Apfelstücke, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Schnetze'' ,Obstschnitte‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gilt nur für Äpfel, gedörrte Birnen sind ''Hutzeln'' (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnitzen''' ● ''schnetzen'' ,zurechtschneiden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnucken''' ● in Niederhessen ausschließliches Wort für ,naschen‘ (Pfs. 1886); ''schnuggen'' ,naschen‘, Kassel (Gr. 1894), ''schnüggen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnucker''' ● ''Schnügger'' ,Nascher, Feinschmecker‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnücker''' ● ''Schnigger'' ,jem., der gern nascht‘, ,jem., der einfache Hauskost tadelt, daran etwas auszusetzen hat‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnückelchen''' ● ''Schnickelchen'', auch ''Schnuckelchen'': zärtliche Bezeichnung für Kinder, Kassel (Gr. 1894); ''Schnuggelchen'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnücksch''' ● ''schnuckisch'', Adjektiv zu ''schnucken'' (Pfs. 1886); ''schnicksch'' ,naschhaft‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894), ,wählerisch im Essen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuckmaul''' ● ''Schnuggmull'' ,jem., der gern nascht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnucksack''' ● ''Schnüggsack'' ,naschhafter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuckwanst''' ● ''Schnüggwanst'' ,naschhafter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuckwerk''' ● ''Schnuggewerk'' ,Naschwerk‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schnüggwärk'' ,leckere Speisen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnudel''' f. ● ,unreinliche Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnuffeln''' ● ,beständig durch die Nase schnaufen; Aufziehen des Schleimes‘, besonders Niederhessen (Pfs. 1886); ''schnuffeln'' ,schnüffeln, schnuppern‘, Kassel 20. Jh.; ''schnüffeln'' ,schnüffeln, den Schlem in der Nase hochziehen; an etwas herumriechen, schnuppern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuffelnase''' ● ''Schnuffelnase'' ,jem., der überall herumschnüffelt‘, Kassel 20. Jh.; ''Schnüffelnose'' ,Nase mit starker Schleimabsonderung; Kind, das dauernd die Nase hochzieht (Schimpfwort), Mensch, der überall herumriecht, Schnüffler‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuller''' ● ''Schnuller'', ''Schnüller'', ''Schniller'' ,Penis‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Schnuller'' ,Penis‘, vor allem der kleiner Jungen, bei Erwachsenen eher scherzhaft gemeint, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnullern''' ● ,pinkeln (von kleinen Jungen, männlichen Säuglingen)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnupfen''' ● ''sich schnuppen'', ''sich schnippen'' ,sich schneuzen; riechen, bemerken‘ (Vil. 1868); (''sich'') ''schnubben'' ,(sich) schneuzen‘, Kassel 20. Jh.; ''sech schnübben'' ,sich schneuzen‘,Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnupfern''' ● ''schnubbern'' ,stoßweise riechen, schnüffeln‘, trans. auch: ,etwas bemerken, meist Unangenehmes‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuppe''' m. ●  ''Schnübbe'' ,äußerstes Ende, Rand, z.B. eines Tisches, eines Brettes‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Schnappe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuppel''' m. ● ''Schnübbel'' ,das männliche Glied‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnüppel''' m. ●  ''Schnibbel'' ,Endstück, Teilstück, Zipfel (z.B. Wurst); Penis‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnurbel''' f. ● ''Schnurwel'' ,jem. mit runzliger (früher auch: durch Pockennarben entstellter) Haut‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnurbeln''' ● ''schnurweln'' ,schrumpfen, schrumpeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnurbeln''' ● ''schnorweln'' ,undeutlich vor sich hin reden, vor sich hin knurren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnurbes''' m. ● ''Schnurwes'' ,Schnurrbart‘, Niederhessen (Pfs. 1886), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnurcheln''' ● ,leise atmend schlafen‘, Kassel 20. Jh.; ''schnorcheln'' ,leise schnarchen, röcheln‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Auch übertragen: ''De Piffe schnorchelt.'' ,Die Pfeife schnurchelt.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnurr''' f. ● ''Schnur'', „fast“ ''Schnurr'', oft auch ''Schnor'', stets mit kurz ausgesprochenem Vokal, ,Schwiegertochter‘, üblicher als ''Schwiegertochter''; sehr oft, besonders im westlichen Hessen, schon in Hersfeld, deminuiert: ''Schnurchen'', ''Schnorche'', ''Schnörche'', ''Schnerch'' (Vil. 1868). ● Vgl. ahd. und mhd. ''snur'' ,Schwiegertochter‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnurren''' ● ''schnurren'' ,zusammenschnurren, verschnurren ,eintrocknen (halbverbrannter Braten, getrocknetes Obst, verwelkter Menschlicher Körper)‘ (Vil. 1868); ,sich schnell drehen (vor allem von Rädern), schnell von der Hand gehen‘, ''innschnurren'', ''zusammenschnurren'' ,einschrumpfen‘, ''schnurren gehn'' ,losgehen, um Gesellschaft zu suchen‘, Kassel 20. Jh.; ''schnorren'' ,sich schnell im Kreise drehen; müßig umhergehen, um zu schwatzen und Neuigkeiten zu erfahren‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Das schnurrt nur so.'' ,Das flutscht, geht schnell von der Hand.‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnürkel''' ● ''Schnirkel'' ,Schnörkel‘, Kassel (C. Müller, 1925)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnürzel''' ● ,anmutig, lieblich‘, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnütchen''' ● ''Schniddchen''  ,kleiner Mund; Kuß‘, Kassel (Gr. 1894); ,Mund kleiner Kinder; Schmollmund kleiner Kinder‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnute''' f. ● ''Schnute'' ,menschlicher Mund‘, verächtlich, Niederhessen (Vil. 1868); ''Schnudde'' ,Mund‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,Schmollmund‘, Kassel 20. Jh.; ''Schnüdde'' ,Schnauze, Mund‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä macht ’ne Schnudde.'' ,Er macht einen Schmollmund, ist unwirsch.‘ Kassel 20. Jh. ''Hä hängt de Schnüdde.'' ,Er macht ein mürrisches Gesicht.‘ ''Sinne Schnüdde schnitt Hoore op''. ,Sein Mund schneidet Haare ab, er hat ein böses Mundwerk.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuttel''' m. ● ''Schnuddel'' ,Schwatz, belanglose Unterhaltung‘ Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuttelchen''' ● ''Schnuddelchen'' ,kleiner Schwatz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnutteln''' ● ''schnuddeln'' ,anhaltend sprechen, schwatzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''schnüddeln'' ,schnell und anhaltend sprechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schöne''' ● ''scheene'' ,schön‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● Steigerung: ''scheene'', ''schenner'', ''am schennsden''. Der Positiv ''scheene'' ist nicht sehr häufig, wird meist ersetzt durch ''hibsch'', ''hebsch'' ,hübsch‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schöpferling''' ● ''Schepperling'', ein Kartoffelgebäck, Schönau, Gilserberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schore''' f. ● ,ein Mundvoll (Brot), ein Priem Kautabak‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schörchen''' ● ''Schaerchen'' ,Portion Kautabak, so viel auf einmal in den Mund genommen wird‘ (Vil. 1868); ''Scheerchen'' ,Mundportion Kautabak‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schoren''' ● ''scharen'', ''schoren'' ,Tabak kauen‘ (Vil. 1868); ''schoren'', Kassel (Gr. 1894); ''schoren'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schoren''' ● ''schoren'', ''zuschoren'' ,an Schule gegenseitiges Aushelfen mit dem Frühstück; verbotenes Zurufen an Befragte, heimliches Ablesen aus einem Buche, falls man dem Lehrer nicht antworten konnte‘, Kassel, 1840er und 1850er Jahre (Pfs. 1886); ,einem Mitschüler schriftliche Arbeiten absehen‘, Kassel (Gr. 1894); ,in der Schule bei einer Klassenarbeit vom Banknachbarn abschreiben‘, auch: ,von einem vorbereiteten Spickzettel (''Schorzettel'') abschreiben‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schores''' m. ● ,Gewinn, Nutzen, Profit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schorn''' m. ● ,zwei Fuß langes, schmales Weizengebäck‘, Niederhessen und Fulda (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schorn''' m. ● ,Erdscholle‘, Oberhessen (Vil. 1868); Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schörnerig''' ● ''schernerech'' ,schollig, voller Erdschollen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schortabak''' ● ''Schartabak'', ''Schortabak'' ,der in Rollen verkäufliche Kautabak‘ (Vil. 1868); ''Schordawwack'' ,Kautabak‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schosse''' ● allgemeine Bezeichnung für,Schnellkügelchen‘, Kügelchen, mit denen Kinder bestimmte Geschicklichkeitsspiele spielen, Kassel (Gr. 1894). ● Es gab davon mehrere Gruppen; Gr. zählt auf: 1) ''Kleiwachse'' oder ''Klimberde'' (unglasierte, weiße, gebrannt), 2) ''Schusser(de)'', dieselben mit brauner Glasur, 3) ''Wackeln'' oder ''Waulen'': a) gewöhnliche, b) ''Erweswackeln'' (erbsengroß), c) rot, grün oder blau lackierte Wackeln, d) ''Marmorwackeln'', fleischfarbig mit etwas rotem Geäder, e) ''Achatwackeln'' , f) ein ''Bickert'', wie 2., aber von der Größe eines Borstorfer Apfels (mit dem allerdings nicht geknipst wurde). ● Nach Bennecke (Kassel 1904) wird das Wackelspiel auf dreierlei Art betrieben: 1) ''Kuttenwerfen'' (s. ''Kaute''), wobei die Wackeln ''geschuckelt'' oder ''geschmackt'' werden, 2) ''Anwerfen'', wobei sie auf die Erde geworfen werden, 3) ''Knibbsen'', wobei sie in der [[Druselturm|Drusel]] (= Rinnstein) einfach aufeinander geknipst werden. ● Siehe ''Schosser'', ''Wackel'', ''Nete''; ''knipsen'', ''schuckeln'', ''schmacken''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schossen''' ● ,Schößlinge treiben‘, Kassel 20. Jh.; ,Schößlinge treiben, ins Kraut schießen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schozzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schosser''' m. ● ''Schosser'', ''Schossert'', Plur. ''Schosserte'' ,kleine Spielkugeln von geringerem Wert als die basaltenen Wackeln‘, Kassel (Pfs. 1886). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schotengebitze''' f. ● ''Schodenjebetze'' ,Bund Schotenstroh‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrabbeln''' ● ''schrawweln'' ,lallen (von Säuglingen), plaudern (von ganz kleinen Kindern, im Sinne von Gesprächigkeit)‘, Kassel (Gr. 1894), ,andauernd und schnell sprechen, eher unverständlich bzw. ohne Gehalt‘, Kassel 20. Jh.; ,andauernd und schnell sprechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schräh''' ● ''schreh'' ,schräg‘ Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrägläufer''' ● ''Schrehlaifer'' ,halbwüchsiger Junge (ungefähr vom 14. bis 17. Lebensjahr)‘, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrappchen''' ● ''schrabbchen'' ,schaben, mit einem Messer abkratzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrappen''' ● ,kratzend schaben‘ (Vil, 1868); ''schrabben'' ,abkratzen, abschaben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,schaben, mit einem Messer abkratzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''den Bart schrabben'' ,rasieren‘, humoristisch, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Bartschrapper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrebb''' ● ,mißvergnügt, unzufrieden, elend, hungerleidend aussehend‘, auch: ,neidisch‘, wohl nur (noch) in der Redensart ''en schrewwer Junge'', Kassel (Gr. 1894); ''schrebb'' ,hager, mager, dünn‘, Balhorn (Sl. 1901). In Gr.’s Manuskript ''schrèwwer Junge'', also offenes ''e''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schreben''' ● ''schräwen'' ,ein wenig gefrieren, mit leichter Frostdecke überzogen werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schreckstein''' ● ,Prellstein‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schräggsteeng'' ,starker behauener Stein, an Hausecken gesetzt, um Beschädigungen durch Fuhrwerke zu verhindern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schreibens''' s. ● ''en Schriewens'' ,ein Schreiben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,Schreiben, Geschriebenes, namentlich amtlicher Brief‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä brachte mä en Schriewens''. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrittschuh''' ● ''Schrettschuh'' ,Schlittschuh‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.’s Manuskript ''Schréttschuh''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schroh''' ● ''schro'', ''schra'', Plur. ''schrowe'', ''schrawe'', ,rauh beim Anfühlen, rauh überhaupt, schlecht, dürftig mangelhaft, armselig‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868); ''schroh'' ,elend, hungerleidend aussehend, wie von karger Kost lebend‘, Kassel (Gr. 1894), ,grob (in Bezug aus Speisen)‘, Kassel (Lüttebrandt 1917); ,hager, mager, dünn‘, Balhorn (Sl. 1901); ,rauh‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schrâch'', ''schrôch'' ,mager, dürr, rauh, grob‘.● Vil. gibt historische Belege aus Kassel 1607 (Gesangbuch des Landgrafen Moritz) und Eschwege 1657.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrubben''' ● wie hd., Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), auch: ,aus dem Groben hobeln‘, Kassel (Gr.); ''schrobben'', wie hd., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrubber, Schrubbert''' m. ● ,besenartiges Gerät zum Schrubben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); auch: ,jem., der aus Habgier viel, lange, rasch und darum oft schlecht arbeitet‘, Kassel (Gr.); ''Schrobber'', wie hd., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrumpel''' f. ● ,Runzel‘, in Hessen ausschließlich, ''Runzel'' ist unbekannt (Vil. 1868); ''Schrumbel'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schrömbel'' ,Runzel, Hautfalte‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrumpel''' f., m. ● ''Schrumpel'' ,Runzel‘ in übertragener Bedeutung; ''Schrumpel'' f., ''alte Schrumpel'' ,altes Weib‘, verächtlich (Vil. 1868); ''ahler Schrumbel'' m. ,runzlige, häßliche Person (kann Mann oder Frau sein)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrunde''' f. ● ,Riß in der Haut durch Nässe und Kälte‘ (Vil. 1868); ''Schrunne'', ''Schrunge'' ,bleibender Riß in der Haut der Hände, verursacht durch grobe Arbeit‘, Kassel 20. Jh., ''Schrungen'' Plur., Kassel (Gr. 1894); ''Schrönge'' ,Riß in der Haut, namentlich an der Hand‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kassel: ''Schrunge(n)'' ist ländliche Form (bedingt durch Zuzug vom Lande).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuben''' ● ''schuwen'' (stark konj.) ,schieben‘, Kassel (Gr. 1894); ''schüwen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen Oberellenbach: schüwen, schopp, jeschowwen (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuben''' ● ''schuben'' (schwach konj.) ,auf dem Eis gleiten‘, östl. und mittleres Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schubkaren''' m. ● ''Schuwekahren'' ,Schubkarren‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schübkorn'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schubstein''' ● ,Wetzstein größerer Art, etwa für schwere Messer und Äxte‘, besonders in Oberhessen (Vil. 1868); ''Schübsteeng'' ,Wetzstein, auf dem durch Hin- und Herschieben größere Gegenstände geschliffen werden‘,  Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schüchelchen''' s. ● ''Schiechelchen'', Plur. ''Schiechelerchen'', ,kleiner Schuh, kleiner Kinderschuh‘, Kassel  19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schiechelchen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Schuh''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuchten''' ● ''schüchden'' ,jauchzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schoch'', Interjektion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuckeln''' ● ''schuggeln'' ,in kurzen Stößen schaukeln (auf dem Stuhl); schütteln, rütteln; wackeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''Schosse''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuckerig''' ● ''schüggerech'' ,fröstelnd, vor Kälte oder Schreck zitternd‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuckern''' ● gleichbedeutend mit ''sich schuppern'', ,sich (von) etwas drücken‘, Niederhessen (Pfs.1, 1889); ''schüggern'', impers. ''es schüggert mech'' ,es überläuft mich (vor Kälte oder Schreck)‘, ''sech schüggern fär'' ,Abscheu vor etwas haben, ungern an etwas herangehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
		&lt;br /&gt;
'''Schuh, Schuch''' m. ● ''Schuh'', gewöhnlich in alter Weise, mitunter sogar im Plural, ''Schuch'' gesprochen (''u'' lang) (Vil. 1868); Sing. ''Schuh'', Plur. ''Schuh(e)'', Kassel 20. Jh.; Sing. ''Schuch'' (''u'' kurz), Plur. ''Schuh'' (''u'' lang), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Schüchelchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schuldsmann''' ● ''Scholdsmann'' ,Schuldner‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schulmeister''' ● ''Schollmeester'' ,Lehrer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schulpe''' f. ● ,Erdscholle‘, Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schulmeisterschin''' ● ''Schollmeesterschen'' ,Frau des Lehrers‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schultern''' ● ''sich schullern'' ,sich recken‘, übertragen: ,sich widersetzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppchen''' ● ''sich schobbchen'' ,sich infolge einer juckenden Empfindung schütteln, die Kleidungsstücke am Körper reiben‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''schuppen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppeln''' ● ''schubbeln'', ''schuppeln'', ''schüppeln'' (''schippeln'') ,wälzen, rollen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''schübbeln'' ,rollen, rollend fortbewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schuppelrad''' ● ''Schübbelroot'' ,kleines Rad aus Holz, das den Kindern als Spielzeug dient‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppen''' ● ''(sich) schubben'' ,(sich) jucken, reiben, wo ein Kitzel oder Reiz empfunden wird‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. ''schuppchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppen''' ● ''schobben'' ,Hafer, der auf dem Acker liegt, zu Garben bündeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schupperechtig''' ● ,schauderhaft‘, von Dingen gesagt, vor denen man sich schuppert, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Bildung mitdem Suffix -''echtig'', s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schupperig''' ● ''schubberig'' ,Schauder machend‘ (in Bezug auf Kühle, Kälte), Kassel (Gr. 1894). ● ''Es is mä so schubberich''. ,Es fröstelt mich.‘ Auch vom Wetter gesagt. (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppern''' ● ''sich vor etwas schuppern'' ,einen gelinden Schauder vor etwas haben, ungern an ein schwieriges Geschäft oder die Arbeit überhaupt gehen‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''sech schubbern'' ,(zurück)schaudern, sich scheuen, zögern, fürchten vor‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schuppert''' m. ● ''Schubbert'': eine Fischart, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. erwägt, ob vielleicht identisch mit ''Kullert''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schürgen''' ● ''schergen'', in Niederhessen oft ''schirgen'' ,schieben, fortschieben, fortstoßen (mit Anstrengung)‘ (Vil. 1868); ''schürgen'' ,schieben‘, hier und da vorkommend, z.B. Hersfeld; ''schärjen'' ,mit Anstrengung fortschieben, fortstoßen, ziehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schürgen'', ''schurgen'' ,schieben, stoßen, treiben‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schurri''' ● „ein kriegerischer, streitbarer Ruf ... zu kühner Herausforderung“, z.B. auf Kirmessen und bei anderen Anlässen; er ist alt: in den französ. Revolutionskriegen griffen die hessischen Truppen mit ''Schurri'' an (Pfs. 1886); ''schurri!'' Alter Kampf-, Angriffsruf der hessischen Soldaten, Kassel (Gr. 1894). ● Redensart  ''Schurri in’n Kohlenkasten'':  ein Hervorstürzen, -brechen, Draufloseilen bezeichnend (Gr. 1894). ''Schurri, schurri!'' Etwa: ,Mach los, beeil dich gefälligst!‘ Kassel, Mitte 20. Jh. ● Vermutl. von mhd. ''schür'' (mit md. Variante ''schur'') ,Andrang‘, zum Verb ''schürn'' ,Anstoß geben, antreiben, schüren‘ gehörig, verwandt mit mhd. ''schurge'' ,Anstoß, Angriff‘. ● Siehe ''überstülpen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schürzel''' ● ''Scherzel'' ,Schürze‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Schärzel'' n., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schürzen''' ● ''sech schärzen'' ,zur leichteren Bewegung bei der Arbeit die Kleider in die Höhe binden’, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schussel''' f. ● ,unordentliche Weibsperson‘, Ober- und Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schusterkarmenade''' f. ● ,Schusterkarbonade, Handkäse‘, scherzhaft, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schutt''' m. ● ,Regenguß‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schütten''' ● ''schedden'' ,schütten‘, auch: ,gießen‘; „letzteres gebraucht der Kasselaner nur von Metall, Talg usw., nie von Wasser, Milch und anderen Getränken“, Kassel (Gr. 1894). ● ''Es schiddet.'' ,Es regnet stark.‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schutteln''' ● ''schuddeln'' ,schütteln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Redensart ''schuddeln un ruddeln''  (und umgekehrt) ,schütteln und rütteln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schutter''' m. ● ''Schudder'' ,Schauer (vor Kälte oder Ekel), Kassel 20. Jh. ● ''Mä lief en Schudder iwwer den Riggen.'' ,Mir lief ein Schauer über den Rücken.‘ Kassel 20. Jh. ● Vgl. ähnliches ''Schuder'', siehe ,Schauder‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schüttern''' ● ,etwas Feststehendes in schwankende Bewegung versetzen‘, meist in der Konstruktion ''an etwas schüttern'' (Vil. 1868). ● ''Schütter doch nicht so am Tisch.'' (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuttern''' ● ,schüttern‘, weit verbreitet als Intransitiv gegenüber bei Vil. verzeichnetem Transitiv ''schüttern'' (Pfs. 1886); ''schuddern'' ,erschüttern, erschüttern machen; schaudern vor Kälte, Ekel‘, Kassel 19. (Gr. 1894), unpers., ,einen Schauder bekommen‘, Kassel 20. Jh. ● ''Es schuddert mich'' (vor Kälte oder Ekel), Kassel 20. Jh.; Überschneidung mit ''schudern'', s. ''schaudern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schüttfett''' ● ''Scherrefätt'' ,Rüböl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schütze''' f. ● ''Schetze'' ,Vorrichtung zum Stauen des Wassers‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schützen''' ● ,Wasser, Gerinne aufstauen, dämmen‘ (Vil. 1868); ''schetzen'' ,Wasseer abdämmen, stauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Do kamme jo de Foole met jeschetzen.'' ,Damit kann man die Fulda abdämmen (von einer großen Menge gesagt).‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwacken''' ● „bedeutet die Bewegung einer Flüßigkeit, welche in einem stark bewegten Glas befindlich ist“ (Vil. 1868); ''schwaggen'' ,eine Flüssigkeit in einem Gefäß durch ruckartige Bewegung zum Verschütten bringen oder in die Gefahr des Überfließens bringen; vergeuden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Geschwacket vull'' ,zum Überfließen voll‘, Kassel 19. Jh. (Herzog).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwackelfette''' ● ''schwaggelfädde'' ,infolge starker Verfettung hin und her schwankend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwadchen''' f. Plur. ●,Hülsen der Erbsen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwaden''' ● ''sech schworen'' ,ein Schwadenbad nehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwadenbad''' ● ''Schworenboot'': bei Halsschmerzen nimmt man gern ein Schwadenbad, d.h. man steckt den Kopf in die Dämpfe von gekochten Kartoffeln oder kochendem Viehfutter, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwäher''' ● ''Schwähr'' ,Schwiegervater‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''sweher''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwalbe''' ● ''Schwalwe'', übertragen: ,Ohrfeige‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwanden, schwanen''' ● ''schwanen'' unpers. ,ahnen‘, üblich, ganz Hessen (Vil. 1868); ''schwahnden'' ,ahnen‘, Kassel (Gr. 1894); ''schwaanden'', ''schwanen'' unpers., Kassel 20. Jh. ● ''Es schwant mir.'' ,Es ahnt mir, es steht mir dunkel vor.‘ (Vil.) ''Es schwaandet mä, schwant mä.'' ,Ich ahne (meist nichts Gutes).‘ Kassel 20. Jh. -  ● Vgl. mnd. ''swanen'' mit Dat. ,vorgefühlt, geahnt werden‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwandunge''' ● ''Schwahndunge'' ,Ahnung‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwane''' f. ● ,Schwan‘, feminin, Hessen, neuerdings durch den Einfluß der Schriftsprache maskulin (Pfs. 1886). ● Pfs. teilt mit, daß es in seiner Jugend „so ziemlich in allen hessischen Städten“ eine „Schwane“ gab, d.h. „Gasthof zur Schwane“. ● Vgl. ahd. ''swana'' f., ''swan'' m. ,Schwan‘; mhd. und mnd. ''swan(e)'' nur m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwank''' ● ''schwaank'' ,lang und dünn, biegsam‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwänzelénz''' m. ● ''Schwänzelänz'' ,Mensch, der beim Gehen die Röckschöße hin und her bewegt, affektiert gehender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwänzelieren''' ● ,schmeicheln, katzbuckeln‘, Kassel (Gr. 1894). ● Im selben Sinn: ''Schwänzelierchen machen.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwärdreck''' ● ''Schwährdräck'',Augenbutter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwarte''' ''●'' wie hd., von der Schweinshaut und der menschlichen Kopfhaut gebräuchlich (Vil. 1868); ergänzend zu Vil: auch ,Mund‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''Schwarde'' ,Schwarte; Redefertigkeit‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Schwoorde'' ,dicke, harte Haut, besonders Speckschwarte‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''’ne gude Schwarde am Kobbe hon'' ,das große Maul führen, jeden niederreden‘ (Gr.). ● Pfs. nimmt für die Nebenbedeutung Herkunft von ''suada'' an, Gr. von französ. ''suade'', etwa: ,Überredungskunst‘. ● Pfs.: „Daß hier ursprünglich jenes Suada für Redegabe [...] misverständlich in Absicht gewesen sei, ist wohl begründete Annahme.“ Heute werde eher der Gedanke an Lippen aufkommen. „Mindestens hatte ich als Kasseler Junge immer an eine richtige Schweine-Schwarte darbei gedacht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwarzammerse''' f. ● ''Schworzommersche'' ,Schwarzamsel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwebel''' m. ● Schwäwel ,Schwefel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schweher''' m. ● ''Schweher'', ''Schwäher'' ,Schwiegervater‘, ganz Hessen (Vil. 1868). ● ''Schwiegervater'' war bei der hessischen Landbevölkerung bis in die 1820er Jahre nicht im Gebrauch, z.T. sogar unverständlich (Vil. 1868); ''Schwähr'', Oberellenbach (1926). ● Vgl. mhd. ''sweher''. ● Siehe ''Schwieger''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schweigen''' ● ''schwichen'' (''i'' kurz) nur im Kompositum ''stilleschwichen'' ,schweigen‘, Kassel 20. Jh.; ebenfalls nur im Kompositum: ''stelleschwijjen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''swîgen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schweigen''' ● ''schweejen'' ,zum Schweigen bringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''sweigen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwein''' m. ● ,Schweinehirt‘, üblich nur noch im niederdeutsch sprechenden Niederhessen (Gegend von Hofgeismar und Wolfhagen), in Kassel und Frankenberg zu Anfang des 19. Jh. erloschen (Vil. 1868). Haus- und Familienbeiname „bie Schweins“, Kirchberg 2014. ● Vgl. ahd. ''swein'' ,Schweinehirt, Knecht‘, mhd. ''swein'' ,Hirte, Knecht‘, altnord. ''sveinn'' ,Knabe, Bursche, Diener, Hirt‘. Das Wort hat mit ahd. ''swīn'', mhd. ''swîn'' ‚Schwein‘ nichts zu tun. Der Unterschied ist auch in der mundartlichen Aussprache gewahrt: ''Schwein'' – ''Schwinn''. Erst mit Luthers Bibelübersetzung kam für die vorwiegende niederhess. Form ''Schwinn'' hd. ''Schwein'' auf, wodurch beide Wörter als zusammengehörig empfunden werden konnten. (Kleinere Teile des Niederhessischen haben allerdings altes ''î''zu ''ei'' diphthongiert.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schweiß''' ● ''Schweeß'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schwitz'', ''Schwitze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schweren''' ● ''schwären'' ,schwören‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl.mhd. ''swern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwerenangst''' f. ● ,Schwere Angst‘: ''Schwerenangest noch emo!'', Fluchwort, Kassel (Gr. 1894); ''Eerníngster!'' (Plur., Akzent auf der 2. Silbe) , Fluchwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwerenot''' f. ● ''Schwerrnót''!, auch: ''Eernót''!, Fluchwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwerenöter''' ● ''Schwerrneeder'' ,listiger, verschlagener Mensch, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwerenotsch''' ● ''schwerrnoodsch'' ,eigenartig, sonderbar‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwerfutterig''' ● ''schweerfudderech'' ,schwer zu füttern‘ im Sinne ,das Futter schlägt nicht an‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwerlich''' ● ''schwärrlech'' ,kaum‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwicke''' f. ● ,Steg, Brücke, aus Pfählen, welche mit Hürden und diese wiederum mit Rasenstücken übberdeckt werden, verfertigt, und zur meist nur sommerlichen Überbrückung eines kleinen Flusses oder eines Sumpfes dienend‘, in neuerer Zeit nur selten noch errichtet, Niederhessen (Vil. 1868); ''Schwegge'' ,Notbrücke‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwieger''' f. ● ,Schwiegermutter‘, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Schwäjer'' ,Schwägerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''swiger'' ,Schwiegermutter‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwiemel''' m. ● ''Schwimel'' ,Schwindel,Taumel‘, nur im nd. sprechenden nördlichsten Hessen [was offensichtlich nicht zutrifft] (Vil. 1868); ''Schwimmel'' ,Schwindel, Taumel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● vgl. mhd. ''swîmel'', ''swimmel'' ,Schwindel, Taumel‘. ● ''Schwimmel'' geht entgegen dem Anschein zurück auf die mhd. Form ''swîmel'' (''i'' erhalten, aber gekürzt, keine Senkung zu ''e'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwiemelei''' ● ,Völlerei, Nachtschwärmerei‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwiemelig''' ● ''schwiemelig'' ,betrunken‘, Kassel (Gr. 1894), unpersönl. ,benommen, schwindlig‘, Kassel 20. Jh.; ''schwimmelech'' ,schwindlig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Mä is ganz schwiemelich (zemude)''. ,Mir ist schwindelig, ich bin benommen.‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwiemeln''' ● ''schwimeln'' ,wanken, gehen wie ein Betrunkener‘, [angeblich nur] an der Diemel und Weser (Vil. 1868); ''schwimmeln'' ,schwindlig sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''swîmeln'', ''swimelen'', ''swimmeln'' ,schwindeln‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwinde''' ● ''schwinge'' ,geschwind, schnell‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd ''swinde'', ''swint'' ,heftig, ungestüm, schnell‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwippe''' f. ● , Peitsche‘, Umgebung von Kassel, fuldaaufwärts bis Spangenberg (Vil. 1868). ● Vgl. mhd. ''swippe'', ''sweppe'' f. ,Geißel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwitte''' f. ● ''Schwidde'' ,Gefolge, Troß, nach- und mitziehender Haufe‘, geringschätzig, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schwidden'' Pl. ,Lügen, Aufschneidereien‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Pl. ''Schwidden'' in der Redensart ''Schwidden machen'' ,Kleideraufwand, auch anderen Aufwand machen‘ (Gr.). ● Von französ. ''suite'' ,Folge, Gefolge, Begleitung‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwittenmacher''' ● ''Schwiddenmacher'' ,einer der (Kleider-)Aufwand betreibt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwittjee''' m. ● ''Schwiddjeh'' ,einer, der (Kleider-)Aufwand betreibt‘, Kassel (Gr. 1894), ,Blender‘, Kassel 20. Jh.; ,leichtsinniger, listiger Mensch, Lügner‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von franz. ''suitier''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwitz''' m. ● ,Schweiß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwitze''' f. ● ,Schweiß‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwofen''' ● ,schwiemeln, sich vergnügt umhertreiben‘, auch für ''tanzen'' verwandt (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwof''' m. ● ,schwiemelndes, wohl auch unehrbares Getreibe‘, bei Kassel (Pfs. 1886); ,Tanz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwubbeln''' ● ,schwabbeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwuckelfette''' ● ''schwoggelfädde'' ,infolge starker Verfettung sich hin und her bewegend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwuckelig''' ● ''schwoggelech'' ,sich hin und her bewegend (namentlich infolge Verfettung)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwuckeln''' ● ,schwabbeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwuddel''' m. ● ,schwulstartige Fett- oder Fleischablagerung‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwulch''' m. ● ,Geschwulst‘, Hersfeld, Knüllgegend (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwulch''' m. ● ,drückend heißer Dunst‘, z.B. in einer Stube, in welcher geheizt ist und dazu Wasser verdampft, in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868); ,Schwüle‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwulchig''' ● ,schwül‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwuppen''' ● ''schwubben'' ,ruckartig hin und her schwingen (von Schwerem)‘, Kassel 20. Jh.; ,infolge einer allzu schweren Last hin und her schwanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sebbchen''' n. ● ,Stückchen‘, bei Felsberg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''See''' n. ● ''das See'' ,der See‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seeb''' ● ''Sähp'' ,Sieb‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seelenbein''' ● Zärtlichkeitsausdruck, Kassel (Gr. 1894). ● ''Min einstiges (= einziges) Seelenbein!'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sehen''' ● Stammformen: ''sähn'', ''saach'', ''gesähn'', Kassel 19. Jh., Anf. 20. Jh.; ''sähn'', ''soch''(''o'' kurz), ''jesähn'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seibelbart''' ● ''Saiwelboort'' ,langweiliger Erzähler‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seibeln''' ● ''saiweln'' ,mit lästiger Breite sprechen, langweilig erzählen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiber''' m. ● ''Seiber'', ''Sebber'' ,aus dem Mund herabfließender Speichel‘ (Vil. 1868); ''Seiwer'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Seewer'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberbart''' ● ''Seiwerbard'' ,jem., dem der Geifer aus dem Mund fließt; unleidlicher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); ''Seewerboort'',Mensch, dem der Speichel aus dem Mund fließt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberglocke''' ● ''Seewerglogge'' ,Kind, dem der Speichel aus dem Mund herabfließt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberläppchen''' ● ''Seiberläppchen'', ''Seibertuch'' ,Tuch mit Bändern, das man kleinen Kindern umbindet, um herabfließenden Speichel aufzufangen‘ (Vil. 1868); ''Seiwerläbbchen'' ,Brustlatz des Säuglings zur Schonung der Bekleidung‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberlätzchen''' ● ''Seiwerlätzchen'' ,Tuch, das man kleinen Kindern vor dem Essen umbindet zur Schonung der Bekleidung vor herabrinnendem Speichel‘, Kassel 20. Jh.; ''Seewerlätzchen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seibern''' ● ''seibern'', ''sebbern'' ,den Speichel aus dem Mund fließen lassen‘, in Nieder- und Oberhessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''seiwern'' ,das Entäußern des Speichels bezeichnend (von Säuglingen)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''seewern'' ,Speichel aus dem Mund fließen lassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberschlette''' f. ● ''Seewerschledde'' ,Mensch, dem der Speichel aus dem Mund läuft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seich''' m. ●  ''Seech'' ,Harn, Urin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel 20. Jh. eher übertragen gebraucht: ''Där mit sim Seich''. ,Der mit seinem dummen Geschwätz.‘&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seichameise''' ● ,Ameise‘, die ''Seichammel'', gewöhnlich in neuester Zeit der ''Seichhammel'' gesprochen, nördlichstes nd. sprechendes Niederhessen, ebd. fast ausschließliche Bezeichnung der Ameise (Vil. 1868), ''Séchummelsche'' in Oberhessen (Vil. 1868); ''Seechmotze'' (''o'' geschlossen), fast ausgestorben, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hingegen Simplex ''Ummelsche'' ,Amsel‘, Oberhessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiche''' f. ● ,Urin‘ (Vil. 1868); Kassel 20. Jh. ● Dünn wie Pferdeseiche, übliche Verurteilung schlechten Bieres. (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seichen''' ● ‚ausschließlich gebrauchtes Wort für urinieren‘ (Vil. 1868); ''seichen'', Kassel 20. Jh.; ''seechen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Hochseicher''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seichfäßchen''' ●  ''Seechfäßchen'' ,kleines Faß, in dem der menschliche Urin gesammelt wird, um dann aufs Feld getragen zu werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seichtüpfen''' n. ●  ''Seechdebben'' ,Nachtgeschirr‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seidenbeutel''' ● ''Siedenbiedel'' ,jem., der auffällig glatt und geschmeidig in seinen Manieren ist, Einschmeichler‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiger''' ● ,Sieb, Durchschlag, besonders für Flüssiges‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seihe''' f. ● ,Sieb, Durchschlag, besonders für Flüssiges‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seihtuch''' ● ''Sidduch'' (''u'' kurz) ,leinenes Tuch, das zum Seihen der Milch benutzt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seil''' ● Plur. ''die Seiler'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Seel'', ''Seeler'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''En Seil drehn'' ,ein langes Schwätzchen halten‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seilerhans''' ● ,langweiliger Erzähler, Schwätzer‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seilermärten''' ● ''Seelermärden'' ,Seiler-Martin, langweiliger Erzähler‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seilern''' ● ''seelern'' ,eine Tätigkeit hinauszögern; langweilig erzählen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiltänzer''' ● ''Seildänser'': Brötchenart, auch ''Wasserwecke'' gen., Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seimig''' ● ''seemech'' ,dickflüssig, schleimig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sein-Muß''' m. ● ''Sinn-Muß'' ,etwas, das sein muß, Notwendigkeit‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Semft''' ● ''Senfft'' ,Senf‘, Kassel (Gr. 1894), ''Semft'', Kassel 20. Jh.; ''Sämft'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sengeln''' ● ,sengen‘ trans.: ,etwas anbrennen, sengen, Federkiele (bei Geflügel) absengen‘, intr.: ,glimmen, brenzlich riechen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sengern''' ● ,sengen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Senste''' ● ''Sänsde'' ,Sense‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''setzen''' ● Stammformen: ''setzen'', ''saßde'', ''jesaßt'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Setzwaage''' f. ● ,Dreispitz, Dreimaster, dreieckiger Hut‘, „wie ihn die Leichenträger oder ,Bullezeischerschanden‘ (Polizeisergeanten) in großer Uniform auch mit Gala bei feierlichen Gelegenheiten meist trugen“, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sick''' ● ''sick'' oder ''zick'', Lockruf des Schäfers für die Schafe, ganz Hessen (Vil. 1868); ''sick, sick!'' Lockruf für die Schafe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sickertär''' n. ● das ''Sickerdehr'' ,Sekretär im Sinne von Schreibtisch‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. verweist auf Jonas: ''Schribsicherdehr''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sieh''' ● ''sich'' (mit kurzem ''i''), Imperativ Sing. von ''sehen'', Kassel (Gr. 1894); ''säch!'' ,sieh da!‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Sich emo ahn!' ,Sieh einmal an!‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sieden''' ● Stammformen: ''sieden'', ''sood'', ''gesooden'', Kassel 19., Anf. 20. Jh.; ''sieren'', ''sott'', ''jesorren'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sime''' f. ● ''Sime'' ,Schnur, Strick, Bindfaden, besonders ein dünner und kürzerer‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Simme'' ,Schnur, Bindfaden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Simetze''' f. ● ''Simele'', ''Simeze'', ''Simze'' ,Binse, juncus‘, in großen Teilen unseres Gebiets (Pfs.1886); ''Sümmetze'' ,Simse, Binse‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Auf den Simetzen'', Flurbezeichnung in Kirchberg 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''simulieren''' ● ''simulieren'' ,nachdenken, sinnen‘, Hessen (Vil. 1868); ''simmelieren'' ,intensiv nachdenken, grübeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''sembelieren'' ,nachdenken, sinnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von lat. ''simulare'' ,nachahmen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''singen''' ● Stammformen: ''singen'', ''sung'', ''gesungen'', Kassel 19., Anf. 20. Jh.; ''sengen'', ''soong''(''o'' offen), ''jesöngen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Singleiche''' f. ● ''Singeliche'' ,Singleiche‘, Kassel (Gr. 1894); ''Singeliche'' ,Leichenbegängnis mit Gesangsbegleitung‘, Balhorn (Sl. 1901). ● Redensart ''’ne Singeliche (machen)'' ,weitläufig über etwas Unangenehmes sprechen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sinken''' ● Stammformen, entsprechen in Kassel und Oberellenbach denen von ''singen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sint''' ● ,seit‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl mhd. ''sint''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sipp''' ● Redensart ''mit Sipp un Sapp'' ,mit allem, was zu ihm gehört‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sippern''' ● ,ein wenig Feuchtigkeit von sich geben (meist von Wunden)‘, überall gebräuchlich (Vil. 1868); ''sibbern'', ''sebbern'' ,sickern, sintern‘, auch in Bezug auf nässende Wunden, Kassel (Gr. 1894). ● Bei Gr. zweimal mit unterschiedlicher Schreibung und Einordnung verzeichnet. Gr.s Manuskript hat für die zweite Form ''sébbern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sochern''' ● ''sochern'', ''soochern'', ''suchern'' ,kränkeln, zumal zehrend kränkeln‘, Schwalm, Oberhessen (Vil. 1868); ''sochern'' ,kränkeln; auftrocknen (vom Körper Schwindsüchtiger)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Socherung''' f. ● ,Schwindsucht‘, Schwalm, Oberhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''socken''' ● ,Galopp laufen‘, im Waldeckischen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Söffer''' ● ''Seffer'' ,Säufer‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sömmersch''' ● ,sommerlich (z.B. Kleidung), sonnig (z.B. Lage eines Feldes)‘ (Vil. 1868); ''semmersch'' ,den Sonnestrahlen zugänglich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sommervögel''' ● ''Sommerveele'' ,Sommersprossen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
'''Sonnabend''' ● in Althessen die ausschließliche Bezeichnung; ''Samstag'' ist gänzlich unbekannt (Vil. 1868); ''Sunnowend'', Kassel 20. Jh.; ''Sonnowet'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Soppe''' ● ''Sobbe'' (offenes ''o'') ,Suppe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sosen''' ● ''sich sosen'' ,sich beruhigen, nachlassen (von Schmerz), Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spacherhans''' ● ,Hungerleider, Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spacherig''' ● ,vertrocknet, rissig (z.B. Brot, Erdboden)‘ (Vil. 1868); ''spacherich'' ,karg, kargend, trocken‘, im Hinblick auf Holz: ,sich spaltend, faulend‘, Kassel (Gr. 1894); ''spacherig'' ,vertrocknet, rissig; allzu sparsam, geizig‘, Balhorn (Sl. 1901); ''spacherech'' ,ausgetrocknet (vom Brot, auch vom Erdboden)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spachern''' ● ,zusammentrocknen und Risse bekommen infolge von trockener Luft und Hitze‘ (Vil. 1868); ,austrocknen‘ (in Bezug auf Brot); ,karg, kümmerlich leben‘, Kassel (Gr. 1894); ,austrocknen und rissig werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spachteln''' ● ,viel essen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spanisch Lauch''' ● ''Spanschlauch'', ''Banschlauch'' ,Porree‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Bei ''Banschlauch'' (s.d.) dissimilatorischer ''sch''-Verlust.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spanisch Rohr, Röhrchen''' ● ''Spanschrohr'', Kassel 20. Jh., ''Banschrehrchen'', Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spanisch Rohrstock, -stöckchen''' ● ''Spanschrohrstock'', ''Banschrohrstock'', Kassel 20. Jh.; ''Spanschrohrstäggchen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spanne''' f. ● ,Bett, Bettgestell‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch ''Bettspanne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spannen''' ● ''sich spannen'' ,großtun, eingebildet tun, übertriebenes Selbstbewußtsein zur Schau stellen‘, Kassel (Gr. 1894; C. Müller 1925); ''sech spannen'' ,sich hochmütig benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spannmichel''' ● ''Spannmechel'' ,Stutzer, Geck, Modenluder‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sparren''' ● wie hd., dazu: ,Hochmut, Dünkel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spatzenköpfe''' ● ''Spatzenkebbe'' ,gröbste Gerste‘, Kassel (Gr. 1894); offenbar sind grobe Graupen gemeint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speckanke''' f. ● ,feister Nacken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Specke''' f. ● ,leichte Brücke, Steg, welcher aus Pfählen besteht, die mit Hürden und diese etwa wieder mit Rasen besetzt sind, Oberhessen, „jetzt gibt es fast gar keine Specken mehr“ (Vil. 1868). ● Auch Niederhessen: Büchenwerra um 2010, Flurname in Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speel''' ● ''Spiel'', gesprochen ''Speel'', ,Menge, Vielheit, Masse‘, in Hessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''Spähl'' ,Spiel (wie nhd.); große Menge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).● ''Ein großes Menschenspiel, ein Spiel Geld'' (Vil.); ''en Spähl Mönschen, en Mönschenspähl'' ,eine große Menge Menschen‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speelding''' ● ''Spähldänk'' ,Mundharmonika‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speelmann, -leute''' ● ''Spählmann'', -''liere'' ,Musikant, Musikanten‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''spilman'', Plur. ''spilliute'' ,Musikant, fahrender Sänger, Gaukler’, md. ''speleman''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speelwerk''' ● ''Spählwerk'' ,Spielzeug, Spielsachen‘, Kassel (Gr. 1894); ''Spählwärk'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spei''' ● ,Speichel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spellen''' ● ''spellen gehen'' ,den Nachbarn zu vertraulichem Geplauder aufsuchen; Besuchsgang übers Feld machen‘, Mittelhessen (Vil. 1868); ''spällen gänn'' ,am Abend den Nachbarn oder Verwandten besuchen, um ein Plauderstündchen zu machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''spellen'' ,erzählen, reden, schwatzen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spellgast''' ● ''Spällgost'' ,derjenige, der am Abend den Nachbarn oder Verwandten besucht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spellmaide''' f. Plur. ● ,Junge Mädchen, die ein Chor (n., eine Gruppe) bilden und mit ihren Spinnrädern oder auch sonstigen Handarbeiten verwandte oder befreundete Familien aufsuchen (nach Anmeldung am Abend zuvor)‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spellstube''' ● ''Spällstowwe'' ,Spinnstube‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spelzen''' ● ,weiße Zwiebeln‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spenge''' ● ''spenge'', ''speng'' ,sparsam, selten, in geringer Menge vorhanden‘ (Vil. 1868); ''spenge'' ,knapp, karg, kaum hinreichend‘, Kassel (Gr. 1894); ''spänge'' ,selten, knapp‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mnd. ''spenge'' ,knapp, eingeschränkt; mäßig in Essen und Trinken‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spennel''' f. ● ''Spennel'', auch ''Spennadel'' ,Stecknadel‘, in Hessen ausschließlich für ''Stecknadel'' (Vil. 1868); ''Spennel'',Stecknadel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Spännel'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kasseler Nebenform, „seltener“: ''Spengel'' (Gr.); offenbar beeinflußt von ''Spange''. ● Vgl. mhd. ''spenel'' ,Stecknadel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spenneln''' ● ,anheften‘ (Pfs.1, 1889); ''spenneln'', ''anspenneln'' ,mit Stecknadel anstecken, feststecken‘; übertragen: ,jem. eine Arbeit machen lassen, zu einer Arbeit bringen, die ihm die freie Zeit raubt‘, Kassel (Gr. 1894); ''spänneln'', ''oonspänneln'' ,mit Stecknadeln befestigen; jem. mit etwas beauftragen, jem. etwas aufdrängen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sperbelig''' ● ''sperwelech'' ,gesprenkelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sperlegucksen''' Pl. ● ,Narrheiten, Spiegelfechtereien‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sperlegucksenmacher''' ● ,jem., der Sperlegucksen macht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sperlementen''' Pl. ● ''Spärlemenden'' ,Umschweife, Umständlichkeiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sperrschlette''' f. ● ''Sparrschlädde'' ,Kind, das dauernd den Mund öffnet; neugieriger Mensch (Schimpfwort)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spertelig''' ● ''sperdelich'' ,(sich) sperrend, sich spertelnd‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sperteln''' ● ''sich sperdeln'' ,auseinanderklaffen, sperren‘, übertragen: ,sich sperren, sich weigern, sich widersetzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speuz''' m. ● ''Spitz'' ,Speichel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speuze''' f. ● ''Spitze'' ,Speichel‘, üblichste, ja wohl allein übliche niederhess. Form (Vil. 1868)	.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''speuzen''' ● ''spützen'', meist ''spitzen'' gesprochen, ,speien‘, in Althessen, die fast ausschließlich herrschende Form (Vil. 1868); ''spitzen'' ,speien, spucken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''spitzen'', ''spätz'', ''jespätzen''. (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speuzenschlucker''' ● ''Spitzenschlogger'' ,Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spinnesieren''' ● meist ,spionieren, auskundschaften‘, seltener für hd. ''spintisieren'' ,grübeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spinnrockel''' m. ● ''Spennroggel'' ,Spinnrocken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spinozerus''' ● ,jem., der spinnesiert; ein schlauer, verschlagener Bursche‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spirrwatz''' m. ● ,Sperling; dürrer Mensch‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spitakel''' s. ● ''Spidahkel'' ,Spektakel‘ im Sinn von ,Lärm, Aufhebens; unsinninger Kram‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Oberellenbach hingegen ''Spegdogel'' ,Lärm‘ (Hm. 1926)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spittel''' n. ● ''Spiddel'' ,Spital, Hospital, Pflegeheim für alte und schwanche Personen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''splattern''' ● ''spladdern'' ,umherspritzen, auf eine größere Fläche ringsum mit Geräusch niederfallen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''splinternackend''' ● ''splindernaggend'' ,splitternackt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''splinternackicht''' ● ''splindernaggecht'' ,splitternackt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sprickelicht''' ● ''sprickelicht'', ''spreckelicht'' ,gesprenkelt‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sprickelig''' ● ''spreggelech'' ,gesprenkelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''spreckel'' n. ,Flecken auf der Haut, Sprenkel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprie''' ● Mundkrankheit der Kinder, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprieße''' ● ,Spreize, Notstütze‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sprießen''' ● ,spreizen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Springinkel''' m. ● ,Sringinsfeld, Leichtfuß‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprinne, Sprieh''' f. ● ''Sprin'', auch ''Sprên'', ''Sprê'', ''Sprêhe'' ,Star‘, die weitaus üblichere Bezeichnung der Vogelart (''Star'' wird hier und da gar nicht verstanden) (Vil. 1868); ''Sprieh'' ,Sprehe, Star‘, Kassel (Gr. 1894); ''Sprinne'' f. ●,Star‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mnd. ''sprên'' m. ,Star‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spritzeln''' ● ,in kleinen Strahlen spritzen, wenig spritzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprutz''' m. ● ,aus dünnem Teig Gebackenes; Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894); ,Durchfall (bei Mensch und Tier)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sprutzen''' ● ,kurz und schnell spritzen, wenig spritzen‘, Kassel 20. Jh.; ,Durchfall haben‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''sprützen'' ,spritzen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprutzwerk''' ● ,aus dünnem Teig Gebackenes‘; ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spuk''' m. ● ,schlauer, durchtriebener Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spulken''' m. ● ,großer Splitter, Span, abgelöstes Teil‘, Kassel (Gr. 1894); ''Spolgen'' ,dicker Erdklumpen, Erdscholle‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spulkes''' m. ● ,grober, derber Gegenstand‘, übertragen: ,grobe, derbe Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sputze''' m. ● ,Spaß‘, in Niederhessen meist Plural (Pfs. 1886). ● einem Sputzen in den Kopf setzen , unklare Erwartungen usw. erwecken‘, Niederhessen (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stacheies''' m. ● ''Stacháies'' ,langer und unbeholfener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Staches''' m. ● ,Tölpel‘, ziemlich überall üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stadt''' ● ''Stadt'', Plur. ''Städde'', Kassel 19., 20. Jh.; ''Stoot'', Plur. ''Steere'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel mit Kürze des Stammvokals, vgl. etwa ''Ahleneistadt'' ,alte Neustadt, Unterneustadt‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stadtstock, -steckel''' m. ● ''Stoodstogg'', ''Stoodsteggel'' ,Spazierstock‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stahle''' f., '''Stählchen''' n. ●  ,Pröbchen von Tuch; schlechtes Subjekt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stallen''' ● ,Exkremente auswerfen (von Tieren, die im Stall stehen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stampes''' m. ● ''Stampes'', ''Stampfes'' ,dicker Brei, weiche dicke Masse‘, allgemein üblich, ,kurzer dicker, plumper Mensch‘ (Vil. 1868); ''Stambes'' ,dick und steif Gekochtes, fester Brei‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Stambest'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Standal''' m. ● ''Standál'' ,etwas, das das Gefühl empört; Lärm, Toben‘, Kassel (Gr. 1894); Standool ,Lärm‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von  hd. Skandal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stande''' f. ● ''Stande'', meist ''Stanne'' gesprochen, ,Faß in Form eines abgekürzten Kegels, in den Küchen und den Kellern gebräuchlich, um Wasser oder Bier darin aufzubewahren‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''standebéh''' ● ,stehenden Fußes‘, Kassel (Gr. 1894). ● Von lat. ''stante pede'' ,stehenden Fußes‘, vermutl. angeglichen an ''beabéh'' &amp;lt; franz. ''peu à peu'' ,allmählich, Stück für Stück‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stange''' ● wie hd., außerdem: ,das früher gebräuchliche hohe Glas ohne Henkel, das „eine Halbe“ faßte‘ (Pfs. 1886). ●  ''(Große) Stangen im Kopf haben'' ,hochmütig sein‘ (Vil. 1868); ''’ne Stange im Kobbe hon'' ,hochmütig, eingebildet sein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''starrsteckelsteif''' ● ''storrstäggelstiff'' ,völlig steif‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''starrsteif''' ● ''storrstiff'' ,ganz steif‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stäuben''' ● ''stiewen'' ,verjagen, wegjagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stauche''' f. ● ''Bund Flachs aus der Rose, der zum Trocknen aufgestellt wird'', nur in Niederhessen ''staucht''  man den Flachs (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stauchen''' pl. ● ,Unterärmel oder Armhandschuhe‘ vorzüglich bei den Landbewohnern, neuerdings auch bei den höheren Ständen (Vil. 1868); ''Stuchen'' (''u'' kurz, geschlossen) ,warmhaltende gestrickte Manschetten usw.‘, Kassel (Gr. 1894); ''Stüchen'' (''ü'' kurz) ,gestickte Pulswärmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stauchen''' ● ''stuchen'' (''u'' kurz, geschlossen) ,stauchen‘ und ,stauen‘, Kassel (Gr. 1894); ''stüchen'' (''ü'' kurz) ,durch heftiges Fallen oder Stoßen verrenken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Des Is hot sech gestucht.'' ,Das Eis hat sich gestaut (beim Eisgang)‘. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''-ste''' ● erweiterte Form der Konj. ''wann'' ,wenn‘ und ''ob'', nicht ganz so häufig bei ''weil'' und ''wie'' bei einer Verknüpfung mit einem Verb in der 2. Pers. Sing., Hessen. Beispiele: ''Wannste witt'' ,wenn du willst; ''ebste kümmest'' ,ob du kommst‘. (Pfs. 1886)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Steckel''' m. ● ''Stecken'' m., in Niederhessen lieber ''Steckel'' gesprochen, ,Stock, Stab‘ (Vil. 1868); ''Stäggel'' ,Stecken, Stab, Stock zum Gehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stehen''' ● Stammformen: ''ich stehn'', ''ich stund'' (Vil. 1868);  ''stehn'' (Inf.), ''stunn''/''stund'', ''gestehn'', Kassel 19., Anf. 20. Jh.; ''stänn'' (Inf.), ''sting'', ''jestänn'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● „Konjugiert noch in alter Weise“ (Vil.). Die alte ''n''-Form in der 1. Pers. Sing. (vgl. ich ''bin'', ich ''hon'') ist außer bei Vil. sonst wohl nicht mehr belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Steifigkeit''' ● ''Stiffechkeet'' ,Steifheit, steifes Benehmen, Wesen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Steifschlippen''' m. ● ''Stiffschlebben'' ,steifer, unbeholfener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schlippen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stellasche''' f. ● jede Art von ,Gestell‘, üblich (Pfs.1, 1889), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stellen''' ● Stammformen: ''stellen'', ''staalde'', ''jestaalt'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stelz''' m. ●,langer, unbeholfener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stengelsteif''' ● ''stängelstiff'' ,erstarrt, sehr steif; betrunken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sterngücker''' ● ''Sternegicker'' ,Sterngucker, Astronom; lange, dünne Zigarre‘, Kassel (Gr. 1894); ''Stärengigger'' ,Mensch, der dauernd in die Luft sieht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stete''' ● ''steere'' ,gleichmäßig, ruhig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stichböse''' ● ''stächbeese'' ,sehr böse, sehr zornig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stichfinster''' ● ''stächfinsder'' ,sehr dunkel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stickel''' ● ,steil‘, ausschließlich in Gebrauch (Vil. 1868); Kassel (Gr. 1894); ''steggel'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stickelechtig''' ● ,steil‘, Nebenbedeutung: ,unzugänglich‘ (Pfs. 1886). ● Erweiterung von ''stickel'' durch das Suffix -''echtig'', s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sticken''' ● ''steggen'' (''e'' geschlossen) ,stecken‘ und ,sticken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''steggen'', ''stoochde'', ''jestoocht''. (Hm. 1926)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stickhusten''' ● ''Stegghusden'' ,Keuchhusten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stiebel''' ● ''Stiwwel'', Plur. ''Stiwweln'' ,Stiefel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stiebelieren''' ● ''stewwelieren'' ,stiefeln, schnell gehen‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stiebeln''' ● ''stewweln'' ,stiefeln, schnell gehen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Das stiefelt sich nicht; es will nicht stiefeln.'' ,Es fügt sich nicht, will nicht passen.‘ (Vil.)  ''Jestewwelt un jespoort'' ,gestiefelt und gespornt, zum Gehen gerüstet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stillschweigening''' ● ''stelleschwiejenink'' ,stillschweigend, unter der Hand, im geheimen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stinkebock''' ● ,vor Faulheit stinkender Mensch‘, Faulpelz‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stinkepforte''' ● ''Stinkeporte'', Übername der ,Tränkepforte‘, eines Kasseler Gäßchens zwischen Graben und Marställerplatz, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stippchen''' ● ''Stibbchen'' ,Kleckschen, Pünktchen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stippen''' m. ● ''Stibben'' ,Klecks, Punkt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Vgl. mnd. ''stip'' n., ''stippe'' m. ,Punkt, Tupf‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stippen''' ● ''stibben'' ,kurz und knapp berühren, antippen, eintunken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). Vgl. mnd. ''stippen'' ,Tupfe oder Punkt machen; mit der Spitze (des Fingers, Stabes usw.) berühren; eintunken; steppen, sticken‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stipper''' f. ● ''Stibber'' ,Stütze, die eine Läst trägt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stippern''' ● ,mit Stützen versehen‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''stibbern'' ,mit einer Stütze versehen, stützen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stitz''' n., m. ● ''das Stitz'' ,kleines niedriges Zimmer; ärmliches Häuschen‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Stitz'' ,sehr kleines Zimmer‘, Kassel (Lüttebrandt 1917); ''der Stitz'' ,kleiner, enger Raum, kleiner Stall‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stitzchen''' ● ,sehr kleines, recht niedriges Zimmer‘; auch Brötchenart, ähnlich dem Franzbrötchen, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stock''' ● neben ,Stock‘ und ,Stockwerk‘: ,stockiger Geruch oder Geschmack‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stockrabenkohlekesselschwarz''' ● ''stockerawenkohlekesselschwarz'' ,stockfinster‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stokern''' ● ''stokern'', ''herumstokern'' ,in allen Winkeln umherkriechen, alles durchsuchen‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''(rimme)stogern'' ,herumsuchen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stolz''' ● ,schön gekleidet, geputzt‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,hochmütig; schön gekleidet, stattlich, prächtig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stöpel''' m. ● ''Stebel'' ,Stoppel, Stümpfchen‘, auch: ,kleiner Junge‘, Kassel (Gr. 1894), ,kleiner Junge‘, Kassel 20. Jh.; ,Stumpf, Stummel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stopfenblau''' ● ''stobbenblau'' ,waschblau‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ,heller als das Berliner Blau‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stoppel''' f. ● Stobbel ,Stumpf des angeschnittenen Getreidehalms‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stoppelkalb''' ● ,besonders dummer und ungeschickt sich anstellender Mensch‘, Schimpfwort (Vil. 1868); ''Stoffelkalb'' [sic], bei Naumburg (Pfs. 1886); ''Stobbelkalb'' ,dummer, tölpelhafter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Storch''' ● ''langer Storch'' ,lange Mannsperson‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''storchen''' ● ''zesammen storchen'' ,heimlich, dicht beieinanderstehend, einen Schwatz halten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strackenbach''' ● ''Straggenbach'' ,barscher, ungefälliger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strahlen''' ● ''strohlen'' ,hervorschießen, hhervorsprudeln (nur von Flüssigkeiten)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strählen''' ● ''str[e]hlen'' ,urinieren‘, wörtlich: ,einen Strahl machen‘, Gr. erläutert: „wie ''strullern'', der Strahl ist nur stärker, das Geräusch kaum so stark“, Kassel (Gr. 1894). ● Von ''Strohl'' ,Strahl‘: *ströhlen &amp;gt; strehlen. Gr. hat unverständlicherweise die nichtentrundete Form ''ströhlen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strakeln''' ● ''sech strahkeln'' ,sich beim Liegen recken und strecken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strambúlster''' m. ● ,heftiges Aneinandergeraten, heftiger Wortwechsel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strambúlstern''' ● ''sech strambulsdern'' ,heftig aneinandergeraten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strambúlsterig''' ● ''strampulsterig'' ,gegen etwas ankämpfend, sich beständig und kleinlich gegen alles auflehnend‘, in gutmütigem Sinne gebraucht (Pfs. 1886); ''strambulsderich'', Ajektiv zum ''Strambulster'', Kassel (Gr. 1894), ,widerborstig‘, Kassel (Bennecke 1904), ,stramm gepolstert, gespannt, widerspenstig‘, Kassel (Lüttebrandt 1919); ''strambolsderech'' ,störrisch, halsstarrig, widerspenstig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strampelchen''' Pl. ● ''Strambelerchen'' ,die Beinchen der kleinen Kinder‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strauen''' ● ''strauen'' ,streuen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. mhd. ''strouwen''; in Oberellenbach hingegen mit Umlaut: ''ströiwen'' (Hm. 1926), entspricht hd. ''streuen''; vgl. mhd. ''ströuwen'', ''strewen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''straufeln''' ● ''strüfeln'' ,beim Gehen mit den Füßen auf dem Boden her streichen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strenzen''' ● ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strickstock''' ● ,Stricknadel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Streggstock'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Striemel''' f. ● ''Strimmel'' ,Striemen, schmaler Streifen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Striffel''' f. ● ,Krause, Fältelung (an der Haube, den Ärmeln und am Kragen)‘, Kassel (Gr. 1894). ● Striffelkragen, Kassel 19. Jh. (Herzog), ''Streffelmetze'' ,Striffelmütze‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strippen''' ● Siehe ''strüpfen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stritzen''' ● ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''strüpsen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strohmann''' ● ,Vogelscheuche; einfältiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strotte, Strutte''' f. ● ''Strotte'' ,Luftröhre‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Strodde'' ,Schlund, Kehle, Gurgel, Luft-, Speiseröhre‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Strudde'' ,Luftröhre‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Us voller Strotte'' ,aus vuller Kehle‘, Kassel 19. Jh. (Herzog). ''Bi emme es alles de Strodde nunner gelaufen.'' ,Er hat alles versoffen.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strulchen''' ● ,strolchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strulcher''' ● ,Strolch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strullern''' ● ,dünn plätschern, mit Geräusch fallen‘ (Wasser- oder Urinstrahl in Gefäß oder andere Flüssigkeit), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strumpfbetzel''' f. ● ''Strumpbetzel'' ,Zipfelmütze‘, einziger Gebrauch von ''Betzel'' für eine Männerkopfbedeckung, Balhorn (Sl. 1901); ''Strumbbäzzel'', Kassel (Gr. 1894; hier ohne Erläuterung aufgeführt). ● Siehe ''Betzel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strupf''' m. ● ,Beute beim Diebstahl‘ (Pfs. 1886). ● Siehe ''strüpsen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strüpfen''' ● ''stribben'' ,streifen, abstreifen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,streifen‘ in der Art, „wie beim Melken die Zitze behandelt wird“; jem. die Börse durch Borg oder Bettel dünner machen‘ (Gr.). ● Vgl. mhd. ''strupfen'' ,streifen, abrupfen‘&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strüpfen, strüpfeln, strüpfern''' ● ''sich strippen'' ,uneinig werden, sich zanken, sich streiten‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''sich stribbeln'' ,sich streiten (harmlos)‘, Kassel 20. Jh.; ''sech stribbern'' ,sich neckend streiten, sich ohne böswillige Absicht zanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strüpsen''' ● ''stribsen'' ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Strupf''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strunt''' ● ,grobes Gewebe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strunze''' f. ● ,sich faul herumtreibende, widerliche Frauensperson‘, Niederhessen (Vil. 1868); Kassel 20 Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strutz''' m. ● ,kleines Büschel (vor allem Haare)‘, Kassel 20. Jh., ''Strütz'' ,Büschel von durcheinander liegenden Haaren oder durcheinander gewachsenem Gras‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strutzbart''' ● ''Strützboort'' ,verwilderter Bart‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stube''' ● ''Stuwwe'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Stowwe'' ,Zimmer, meist Wohnzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Die blaue Stowwe'': die „gute Stube“, sie war gewöhnlich blau, ultramarinblau, tapeziert, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stubentür''' ● ''Stuwwendähre'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Stow(w)endähre'' ,Streuselkuchen‘, scherzhaft, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
'''Stuffel''' m. ● ''Stüffel'' ,Stumpf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stuffig''' ● ''stüffech'' ,kurz und gedrungen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stulke''' f. ● ,großes junges Mädchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stülp''' m. ● ''Stilb'' ,wuchtiger Stoß, so daß der Gestoßene stolpert‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stülpe''' f. ● unterschiedliche Art von Frauenmützen auf dem Lande, besonders in der Schwalm, hier weiße Mütze zu kirchlichen Anlässen, anderwärts ''Ziehbetzel'' genannt (Vil. 1868); ''Stilbe'' ,Deckel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stulpen''' Plur. ● ,Manschetten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stülpen''' ● ''stilben'' ,wuchtigen Stoß geben‘, Kassel (Gr. 1894); ''stilpen'' ,umstülpen‘, Balhorn (Sl. 1901); ''stelben'' ,wenden, umkehren; pflügen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Balhorn: Die Kinder stülpen am Weihnachtsabend Töpfe auf den Tisch, setzen sie also umgekehrt darauf. Das Christkind legt dann seine Gaben darunter, hier und da auch eine Rute obenauf. ''Ich hon gestilpet.'' ,Ich bin beschert worden.‘ ''Ich hon emme gestilpet.'' ,Ich habe ihn beschert.‘ (Sl.) In Oberellenbach kommt ''stülpen'' nur in folgenden Verwendungen vor: ''en Laant stelben'' ,einen Acker pflügen‘, ''de Dasse stelben'': die umgewendete Obertasse gilt als Zeichen, daß man keinen Kaffee mehr wünscht (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stulpern''' ● ''stulbern'' ,stolpern‘ (Gr. S. 67, rechte Sp.); ''stolbern'' (''o'' geschlossen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stulpernoll''' ● ''Stolbernoll'' (beide ''o'' geschlossen) ,einer, der leicht stolpert, steifer, unbeholfener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vermutlich Zusammensetzung mit dem Vornamen ''Nolde'', Kurzform von ''Arnold'', &amp;gt; ''Nolle'', ''Noll''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stulprian''' ● ''Stolberjahn'' (''o'' geschlossen), dasselbe wie ''Stulpernoll'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stülpes''' m. ●  ''Stilbes'' ,unbeholfener, dummer Mensch, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. erläutert: einer, „der sich überall hin stilben (stülpen) stoßen läßt, mit dem me Stowwendähren inrennen kann: mit dem man gleich wie mit einem Sturmbock Türen und Tore einrennen kann.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stumpchen''' ● ''stomchen'' ,derb, unsaft stoßen; stampfen (z.B. Kartoffeln)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stumpfen''' ● ''stumben'', in der Redensart ''stumben un stoßen'' ,stark hin und her stupsen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stümpfen''' ● ''stemben'' ,stumpf machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stunz''' m. ● ,kleiner Zuber‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Stunz'' ,Zuber, wannenartiger Bottich, Wännchen‘, Kassel 19. 20. Jh. (Gr. 1894), übertragen: ,kleine, dicke Person ohne Taille‘, Kassel (Gr.); ''Stönz'' ,kleines, breites, aber niedriges Gefäß; kleine dicke Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stuppe''' f. ● ,Krankheitsanfall‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Stubbe'' ,Anfall, Grille, Laune‘, Kassel (Gr. 1894); ''Stüppe'' ,Krankheitsanfall, Anfall von Jähzorn‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mnd. ''stupe'' ,schüttelnder Krakheitsanfall, Konvulsion‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stuppenweise''' ● ''stubbenwiese'' ,zeitweise, periodenweise‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sturax, Sturiax''' m. ● ''Sturax'' ,mürrische, wortkarge Person‘, Kassel (Gr. 1894); ''Storjags'' (''o'' kurz und geschlossen) ,langbeiniger, steifer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stürmen''' ● ''stermen'' ,die Sturmglocke läuten (bei Feuersbrunst)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stürmer''' ● ''Stermer'' ,einer, der mit großem Eifer an eine Arbeit geht, dieser aber bald überdrüssige wird und sich anderem zuwendet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sturren''' ● ,starren‘, scheinbar nur in Redewendungen ''wie sturren vun Dreck, vun Guld'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stürze''' f. ● ,gegitterte Behälter ohne Boden zum Ästen des Federviehs‘ (Vil. 1868); ''Stärze'' ,gegitterter Käfig ohne Boden zum Aufenthalt für junges Federvieh im Freien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sturzegum''' ● ,Kapuzinerkresse‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sturzeniere''' f. ● ,Schwarzwurzel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Storzenier''-, ''Sturzenierworzel'', Kassel (Gr. 1894); ''Storzeniere'' , Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Scorzonera hispanica''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stutterbock''' ● ''Stodderbock'' (erstes ''o'' geschlossen) ,Stotterer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stuttern''' ● ''stoddern'' (''o'' geschlossen) ,stottern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stuttersack''' ● ''Stoddersack''(''o'' geschlossen) ,Stotterer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stutzglas''' ● ''Stotzglos'' ,kleines Trinkglas‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''su''' ● ''suh!'',so!‘, Interjektion, Ausdruck des Zweifels oder Erstaunens, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sucheln''' ● (''u'' kurz) ,schlecht nähen‘, auch: ,beharrlich nähen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sucht''' ● ''Socht'' ,Krankheit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Suckelkind''' ● ''Süggelkänt'' ,Säugling‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''suckeln''' ● Frequentativum zu ''saugen'' (von kleinen Kindern, Tieren) (Vil. 1868); ''suggeln'' ,in heftigen kleinen Zügen saugen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sulper''' m. ● ''Solper'', ''Sulper'' m., auch wohl n., ,die Einsalzung des Schweinefleischs‘ (Vil. 1868); ''Sulber'' ,Salzbrühe der Metzger‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Solber'' m. (''o'' geschlossen) ,salzige Flüssigkeit, Salzbrühe‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sulperfleisch''' ● ''Solperfleisch'' ,eingesalzenes Schweinefleisch‘, z.B. Rippenbraten „aus dem Solper“ (Vil. 1868); ''Solberfleesch'' ,Pökelfleisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sulperknochen''' ● ''Solperknochen'' ,Unterbeine [richtiger: Füße] und sonstige Knochenreste des Schweines, welche mit dem anhängenden Fleisch eingesalzen, dann gekocht werden und für besonders wohlschmeckende Teile des Schweinefleischs gehalten werden‘ (Vil. 1868); ''Sulberknochen'' ,eingepökeltes Schweinefleisch mit Ohren, Schnauze usw.‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Solbergnochen'', Oberellenbach (Hm. 1926, hier ohne Erläuterung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Summervogel''' ● ''Summervochel'' (''o'' in -''vochel'' kurz) ,Schmetterling‘, übertragen: ,Person in sehr sommerlicher, sehr heller Kleidung‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Lattichvogel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sündenknüppel''' ● ''Sindenknibbel'' ,hartgesottener Sünder‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sunsten''' ● ,sonst‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Bildung mit -''en''-Erweiterung wie ''alsten'' u.a.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Supchauge''' ● ''Subbchauge'' ,tränendes Auge‘, Kassel (Lüttebrandt 1917), Pl. ''Subchauchen'' ,verweinte Augen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''supchen''' ● ,anfangen zu weinen‘, Kassel (Gr. 1894); ,verhalten vor sich hin weinen‘, Kassel20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Supp''' m. ● ,der verhärtete Augenschleim‘, Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Suppauge''' ● ,tiefendes Auge‘ (Vil. 1868); ''Subbauge'' ,Triefauge; triefäugige Person‘, Kassel (Gr. 1894); ''Süppöhche'' ,triefendes, tränendes Auge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''suppen''' ● ,triefen (von den Augen)‘, Niederhessen (Vil. 1868); ,Flüssigkeit allmählich von sich geben‘, Kassel 20. Jh.; ''sübben'' ,triefen, tränen (der Augen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''surchelich''' ● ''sorchelech'' ,säuerlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süßmichel''' ● ''Sießmichel'' ,Einschmeichler‘, dasselbe wie ''Seidenbeutel'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süster''' f. ● ,Schwester‘, aussterbende Altform (Vil. 1868). ● Vil. sieht die Form – allerdings zu zu Unrecht – als niederdt. an, das heißt als Import, im niederdt. sprechenden Niederhessen die „übliche Form von Schwester“. „Das Wort weich successiv zurück; in und um Kassel war es noch in der Mitte des vorigen [18.] Jarhunderts gebräuchlich, wenn auch nicht mehr in allgemeiner Übung, jetzt ist es dort und schon einige Wegstunden weiter nördlich gänzlich ausgestorben.“ (Vil.) – Das Wort ist erhalten in:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süsterfeld''' ● ''Sisterfeld'', Flurbezeichnung bei Kassel, heute Name eines Kasseler Wohnviertels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süsterhaus''' ● ,Frauenhospital in Kassel, jetzt auf der Oberneustadt‘ (Vil. 1868); ''Sesterhus'', Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript ''Sésterhus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süsterweib'''  f. ● ''Sesterwibb'', Plur. ''Sesterwiewer'' ,Insassen des Süsterhauses‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript ''Sésterwibb'', ''Sésterwiewer''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sutch''' m. ● ,schmierige Flüssigkeit‘, Kassel 20. Jh.; ''Sodch'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sutchen''' ● ,Klebriges ablassen‘, Kassel 20. Jh. ●  ''De Piffe, des Rohr sutcht''. Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sutchen''' ● ,weinen, schluchzen (unterdrückend, heimlich)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sutte''' f. ● ''Sotte'', ''Sutte'' ,Jauche‘ (Vil. 1868) ; ''Sutte'' ,Schlamm, Dreckbrühe‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Sodde'' ,Jauche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sütte''' f. ● ''Sütte'', ''Südde'', ''Sutte'', meist ''Sitte'' gesprochen, ,Aufguß von heißem Wasser auf Gras, Strohstümpfe, abends dem Mlchvieh gegeben, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Serre'' ,mit heißem Wasser gebrühtes Viehfutter, meist aus Gras und Häcksel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Suttelbrühe''' ● ''Suddelbrieh'' ,schlechtes, dünnes Essen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. überträgt das Wort außerdem als ,Sudelbrühe‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sutter''' m. ● ,ablaufende, ab- oder durchtropfende Flüssigkeit (besonders vom Ablauf des gerauchten Tabaks)‘ (Vil. 1868); ''Sudder'' ,Tabaksaft als Rückstand in der Tabakspfeife‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''suttern''' ● ,sickern (besonders von unsauberer Flüssigkeit, auch von Wunden)‘ (Vil. 1868); ''suddern'' ,viel Sutter absetzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); auch: , unrein davon sein, danach schmecken‘. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sutzel''' f. ● ,eine unsauber sich haltende Frauensperson‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Sützel'' ,unreinliches Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sutzelig''' ● ''sutzelich'' ,unsauber gekleidet, unreinlich, besonders von Frauenspersonen gebraucht‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''sützelech'' ,unsauber gekleidet, unreinlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sutzeln''' ● ''sützeln'' ,unreinlich sein, eine Arbeit unsauber verrichten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch S'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_S</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S</title>
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				<updated>2015-01-23T10:22:12Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''S.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Saal''' n. ● ''das Sool'' ,der Saal‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''saat''' ● ,satt‘, Kassel 19. Jh. (Jonas); ''soot'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''sätigen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Säbbelbart''' ● ''Säwwelbaart'' ,jem., der viel und langweilig daherredet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''säbbeln''' ● ''säwweln'' ,viel und langweilig daherreden‘ (= ''kneten''), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sacknaß''' ● ,völlig durchnäßt‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sage''' f. ● ''Saache'' ,Säge‘, Kassel (Gr. 1894), ''Sooche'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''sage''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sagen''' ● ''sahn'' ,verbal äußern‘, Kassel 19., Anf. 20. Jh. (Gr. 1894), ''säjen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen Kassel: ''sahn, sahde, gesaht''; Oberellenbach: ''säjen, sät (säde), jesät''. ● ''Sahn'' in Kassel nur noch zu Anfang des 20. Jh.; inzwischen ersetzt durch hdt. ''sagen'' in mundartlicher Aussprache: ''saachen'' (''sachde'', ''gesacht''; ''a'' kurz).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sagen''' ● ''saachen'' ,sägen‘, Kassel (Gr. 1894); ''soochen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sahl''' ● ,unsauber‘, Kassel, in Pfs.s Kindheit gebräuchlich (Pfs.2, 1894). ● Pfs. führt als weiteres Vorkommen Lindenstrut an, ebd. Bedeutung ,verwahrlost‘, nennt auch die Bedeutungen ,ärmlich, geringwertig‘. Nimmt (zu Recht) Identität des Wortes mit engl. ''sallow'', holl. ''zaluw'' an. ● Vgl. ahd. ''salawi'' ,dunkel‘, ''salawen'' ,beschmutzen, trüben, schwärzen, färben‘, mhd. ''sal'', Gen. ''salwes'' ,dunkelfarbig, welk, trübe, schmutzig‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salat''' ● ''Solad'' ,Salat‘, Kassel (Gr. 1894); ''Saloot'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saldate''' ● ''Saldade'' ,Soldat‘, Kassel (Gr. 1894); ''Saldode'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salfete''' f. ● ''Salvete'' ,Serviette‘, verbreitet, bereits im 17. Jh. belegt (Vil. 1868); ''Salfeede'' ,Serviette‘, Kassel (Gr. 1894); ''Sallfeede'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Pfs. (1886) wendet sich gegen die verbreitete Ansicht, daß ''Salvete'' aus französ. ''serviette'' entstellt sei, weist hin auf romanisch ''salveta'' und ital. ''salvietta''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salfett''' n. ● ''Salfett'' ,Walfischtran‘, in Hessen, besonders in Niederhessen allgemein üblich, bereits 1604 belegt (Vil. 1868); ''Saalfett'', ursprünglich ,Seehundstran‘, „jetzt“ wird auch ,Walfischtran‘ darunter verstanden, Kassel (Gr. 1894); ''Soolfett'' ,Tran, Fischtran, der zum Schmieren der Schuhe verwendet wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. weist hin auf engl. ''seal'' ,Seehund‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salweide''' ● ''Soolwiere'', übertragen: ,trauriges Geschöpf‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salwende, -wand''' ● ''Selbende'', ''Silbende'', ''Salbende'', ''Salband'' n. ,natürliches Tuchende, nicht durch Abschneiden entstanden‘ (Vil. 1868); ''Salwende'', ''Salwenne'' [offenbar n.] ,Salband‘, Kassel (Gr. 1894), ''Salwenne'' ,Webekante‘, Kassel (Lüttebrandt 1917); ''Salwenge'' n. ''Salwaant'' f. ,Salband, Webekante des Tuches, von groben Fäden am Tuch angewebter Rand‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es äs an Salwenne.'' ,Es ist zu Ende.‘ (Lüttebrandt) ''Ech bän om Salwenge.'' ,Ich bin am Ende meiner Kraft.‘ (Hm.) ● DWB 14, Sp. 1683: ''Salband'' ,das natüliche Ende des Tuchs, das Zettelende, Saum‘, möglicherweise Kompositum aus ''selb-'' ,selbst‘ und ''Ende'', worauf bestimmte Belege hindeuten: nd. ''sülwenne'', ''sülwend'', ''sulfegge'', ''sülfkante'', niederländ. ''self-ende'', ''self-eggh'', ''self-kant'' u.a.m. Möglicheweise stammt das Wort aus dem Niederländischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salz''' ● ''jemandem etwas im Salze lassen'' ,jemanden zu nächster Abrechnung und Vergeltung im Gedächtnis behalten‘, äußerst üblich (Pfs. 1886); ''einen im Salze honn'', dasselbe, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salzmeste''' f. ● ,kleines hölzernes Faß in der Küche mit dem Salze, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Salzmeste'' ,Gefäß zum Aufbewahren des Salzes‘, Kassel (Gr. 1894); ''Saalzmätze'' (!) ,Gefäß aus Holz, Porzellan oder Emaille zur Aufbewahrung des Salzes, das in der Küche hängt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Meste''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''salzdröge''' ● ''saalzdreje'' ,salztrocken, ganz trocken, völlig ausgetrocknet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Samen''' ● ''Somen'', wie nhd., dazu: ,Raps‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Samenfett''' ● ''Somenfätt'' ,Rüböl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Samenhaber''' m. ● ''Somenhowwer'' ,Saathafer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Samenkorn''' ● ''Somenkorn'' ,Saatroggen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sandhase''' ● ''Sandhaas'' ,Fehler beim Kegeln, die Kugel läuft neben der Bohle auf dem Sand‘ (Vil. 1868); ''Sandhase'' ,Wurf der Kegelkugel entlang der Laufbohle, auf dem Sande‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sappermenter''' m. ● ''Sabbermenter'' ,durchtriebener Bursche‘ (nicht nur abwertend, durchaus auch anerkennend), Kassel (Gr. 1894). ● Zurückgehend auf ''Sabberment!'' ,Ausruf des Unwillens oder der Überraschung‘, entstellt aus ''Sakrament!''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sappern''' ● ''sabbern'' ,wiederholt, anhaltend nippen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sarraß''' m. ● ,Sárraß, Säbel‘, übetragen: ,sehr lebendiges, auch aufsässiges Kind‘, Kassel (Gr. 1894); ''Saaras'' ,durchtriebener Kerl, Schwerenöter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sätigen''' ● ''sähdigen'' ,sättigen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Satte''' f. ● ''Sadde'' ,Milchschüssel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauaas''' ● ''Söioos'', Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saubiest''' ● ,widerspenstiger Mensch, Quertreiber‘, Kassel 20. Jh.; ''Söibiest'' ,störrisches, widerspenstiges Schwein; störrischer, halsstarriger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauel''' f. ● ''Söiwel'' ,Schusterahle‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauerkohl''' ● ''Surenkohl'' ,Sauerkraut‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''surer Kohl'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufbeere''' f. ● ''Süffbäre'' ,Feldbirne, Kelterbirne‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufen''' n. ● ''Süffen'' ,Suppe‘, bei Felsberg (Pfs. 1886); ''Suffen'', für ,Suppe, gebräuchlich, aber nur in ''sures Suffen'' ,heißgekochte Milch‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufjost''' ● ''Suffjost'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufmatz''' ● ''Suffmatz'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Matz'' ist hess. Kurzform von ''Matthias''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufmichel''' ● ''Suffmichel'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufnase''' ● ''Suffnase'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufschlutte''' ● ''Suffschludde'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Schlutte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufschnudde''' ● ''Suffschnudde'' ,einer, der gern mal einen trinkt; kein Trinker im engeren Sinne‘, nicht immer unfreundlich gemeint, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Schnute''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saugente''' ● ''Süjjeähnde'' ,Blutegel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saukopf''' ● ''Söikopp'' ,halsstarriger Mensch, Dickkopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saule''' ● ''Sûl'' ,hölzerne Ecksäule von Fachwerkhäusern‘, ganz Althessen (Vil. 1868); ''Sulle'' ,Säule‘, Kassel (Gr. 1894); ''Sühle'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Steinsäulen wurde bis um 1830 ''Ständer'' genannt. (Vil.) ● Siehe ''Ecksaule''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauloch''' ● ''Söiloch'' ,schmutziges Loch; unordentliches, unanständiges Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saumade''' ● ,Zotenreißer‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saumensche''' n. ● ,Frau von üblem Charakter‘, Schimpfwort, Kassel 20. Jh.; ''Söimönsch'' ,schmutziges oder moralisch minderwertiges Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauritte''' m. ● ''Sauredde'', -''ridde'', Schimpfwort für den Hund, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauschnitter''' ● ''Söischnedder'' ,Viehkastrator‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauschwanz''' ● ,der Wirbelwind‘ [also ,Windhose‘], womit der Schwanz des Teufels bezeichnet werden soll, ganz Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sausutte''' f. ● ''Söisudde'' ,Jauche der Schweine‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sautier''' ● ''Söidier'' ,schmutziges oder sittlich anrüchiges Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sawaukohl, Sawauschen''' ● ''Sawáu'' m., oft vollständig ''Sawaukohl'', ,Savoyerkohl‘, üblicher Name des ,Wirsings‘ in Hersfeld (Vil. 1868); ''Safaudschen-Kol'', in Kassel die ausschließliche Bezeichnung des ,Wirsings‘ (Pfs. 1886); ''Sawauschen'' Pl. ,Savoyer Kohl, Wirsing‘, Kassel (Gr. 1894); ''Zawauschen'', dasselbe, Kassel (Bennecke 1904); ''Sofáienkohl'' ,Wirsing‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabch''' m. ● ,Krätze‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabbesdeckel''' ● ''Schawwesdeggel'' ,Sabbatshut, Sonntagshut, Zylinderhut‘, Kassel (Gr. 1894); ,alter, schäbiger Hut‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabehals''' ● ''Schawehals'' ,Geizhals‘, Kassel 20. Jh.; ''Schowehals'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schabernäcken''' ● ''schowwernäggen'' ,einen Streich spielen, necken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabernäcker''' ● ''Schowwernägger'' ,Schabernack ausübender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schabernäcksch''' ● ''schowwernäggsch'' ,stets zu Schabernack aufgelegt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabracke''' f. ● ''Schabraggen'', meist Plur. ,alte, unansehnliche Bekleidungsstücke für Frauen, Klamotten‘, ''Schabragge'' ,unordentliche, lumpige Frau‘, Kassel 20. Jh.; ''Schawweragge'' f. ,verächtliche Bezeichnung für eine Gesamtheit von Gegenständen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schacke''' m. ● ''Schack'' ,Schecke: buntes Pferd, weißbraun oder weißschwarz‘, in Niederhessen ausschließlich gebrächliche Form von hd. ''Schecke'' (Vil. 1868); ''Schagge'' ,geschecktes, buntes Tier (besonders Pferd oder Rind)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Oberellenbach auch ''Schecke'', wie hd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schacker''' m. ● ,böser, bissiger Hund‘, übertragen; ,hinterhältiger, tückischer Mensch‘, in Niederhessen gebräuchlich wie auch im östl. und noröstl. Deutschland (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schackig''' ● ''schaggech'' ,gescheckt, gefleckt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ebd. auch ''scheckig'', wie hd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schadarme''' ● ,Gendarm‘, übertragen: ,Aufpasser‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schafrippe''' ● ''Schoofrebbe'' ,Schafgarbe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schafschelle''' ● ''Schofeschelle'' ,Schnapsglas‘, Balhorn (Sl. 1901). ● Entspricht der ''Küheschelle'', s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schafsschinken''' ● ''Schoofsschinken'' ,Gitarre‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schaken''' m. ● ''Schoken'' Plur. (selten ''Schoke'' im Sing., dann schon eher ''Schoken'' m.) ,grober, plumper, unförmiger Schuh‘, verächtlich, Niederhessen, „nur noch selten gebraucht“ (Vil. 1868); ''Schoken'' (''o'' offen) ,grober Schuh‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schälchen''' ● ''Schälchen'' ,Untertasse‘, ganz Hessen (Pfs. 1886), Kassel (Gr. 1894); ''Schalchen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die Obertasse hingegen heißt ''Köpfchen''. (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schale''' ● ,Untertasse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schalkjahr''' ● ''Schalkj(o)hr'' ,Schaltjahr‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schalgjohr'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. verzeichnet nur ''Schalkjahr'' (also ohne die dialektale Aussprache von -''jahr'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schallu''' ● ''schallú'' ,neidisch, ärgerlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''jaloux''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schalter''' ● ''Schalter'' f. ,Fensterladen‘, zumal der nachts inwendig gesetzte, der jetzt außer Gebrauch gekommen ist, ''Scheller'' m. ,Riegel‘, Schwalm (Vil. 1868); ''Schahler'', auch ''Schaller'' ,Fensterladen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Der Gleichsetzung von ''Schalter'' und ''Scheller'', von Vil. nur vermutet, ist zuzustimmen. ● Vgl. mhd. ''schalter'', ''schelter'' ,Riegel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schämede''' f. ● ,Scham‘, Kassel (Gr. 1894), ,Scham, Schamgefühl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hoste dann gar keine Schämede?'' ,Schämst du dich nicht?‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schämerig''' ● ''schämerech'' ,Scham bereitend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schammerieren''' ● Siehe ''verschammerieren''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schank''' m. ● ,Schrank‘, in Hessen ausschließliche Form (Vil. 1868); ''Schank'', Kassel (Gr. 1894), ''Schaank'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schanc'', ahd. ''scanc''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schanzläufer''' ● „war früher allgemein üblich für eine Gattung von Kittel, eigentlich nur einen Schurz mit Ermeln; später hieß, mindestens zu Kassel, jeglicher Arbeits-Anzug so – dann aber auch spöttisch ungeschickte, grobe Tracht, ein wunderlich geschnittenber Rock, u.s.w. Die Benennung beruhet auf der Bedeutung von ''schanzen'' für arbeiten überhaupt; ebenwol heißt es ''sich abschanzen'' in gleichem Sinne als sich abrackern.“ (Pfs. 1886)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schar''' n. ● ''Schor'' ,rundes Eisen, auf dem die Kartoffelpfannkuchen gebacken werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Andernorts auch Schareisen genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schare''' f. ● ''Schore'' ,Pflugschar‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scharkuchen''' ● ''Schorkuchen'' ,Kartoffelpfannkuchen, auf dem ''Schar'' gebacken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scharmuzieren''' ● ''scharmezieren'' ,karessieren, umschmeicheln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scharteke''' f. ● ''Schardeege'', meist: ''ahle Schardeege'' ,eigensinnige, etwas heruntergekommene Frau‘, Kassel 20. Jh.; ''Schadeege'', meist: ''ahle Schadeege'' ,altes, unbrauchbares Gerät‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scharwallchen''' ● ,hastig, aber planlos umherlaufen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scharwerk''' ● ,Handdienst‘, Bezeichnung für die Wegebauten in der Gemeinde, auch für alle übrigen Gemeindearbeiten, Balhorn (Sl. 1901). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scharwerken''' ● ,Handdienste leisten‘, in übertragenem Sinn: ,tüchtig aerbeiten, schaffen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schatz''' ●  für ,Geliebter, Geliebte‘ in Althessen ausschließlich herrschender Ausdruck (Vil. 1868); ,Liebhaber, Liebchen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schatzleute''' ● ,Liebespaar‘ (Vil. 1868); ''Schatzliere'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schauder''' m. ● ''Schuder'', Kassel (Gr. 1894); ''Schürer'' ,fröstelnde Empfindung‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ähnliches ''Schutter'' ,Schauer‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schauderig''' ● ''schürerech'' ,einen Schauder hervorrufend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schaudern''' ● ''schudern'' ,schaudern vor Gräßlichem‘, Kassel (Gr. 1894), ''schürern'' ,vor Frost oder Ekel zittern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ähnliches ''schuttern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schauer''' f. ● ''die Schure'' ,Regenschauer‘, auch: ,Schnee-, Hagelschauer‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,Regenschauer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schauern''' ● ''sich schuren'' ,sich bei Regen usw. unterstellen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schäumchen''' ● ''Schemmchen'', Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s handschriftl. Manuskript: ''Schémmchen'' (Aussprache also: geschlossenes ''e'' bzw. offenes ''i''). Bei Gr. Hinweis auf die Ableitungsgrundlage ''Schumm'' ,Schaum‘. Inwiefern ihm das ''Schäumchen'' einen eigenen Eintrag wert war, ist nicht ersichtlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schäumen''' ● ''schemmen'' ,schäumen‘, auch: ,abschäumen‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript: ''schémmen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schäumlöffel, Schaumlöffel''' ● Schemmleffel, Kassel (Gr. 1894, ohne Angabe der Bedeutung); Schümmleffel ,Löffelmit dem man den Schaum von kochenden Speisen abschöpft‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript: Schémmleffel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schaurechtig''' ● ''schurächtich'' ,schaurig‘, Kassel (Gr. 1894). ● Formerklärung: ''schur''- + Suffixkomination -''acht'' + -''ig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schaute''' m. ● ''Schode'', ''Schaude'' ,schlechter, geringer, niedrig denkender Mensch‘ (Vil. 1868); ''Schaude'' ,Schurke, Schuft‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schaurig''' ● ''schurig'' ,schaurig, gräßlich‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch ''schaurechtig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schawelande''' ● ,bizarr erscheinende alte Jungfer‘, Benennung zur Zeit von Pfs.s Kindheit, Kassel (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schawelle''' f. ● ,unruhiges, stets hin und her laufendes kleines Mädchen‘ (Vil. 1868); ,schmutzig und unansehnlich gewordene Puppe‘, Hersfeld (Pfs. 1886); ''ahle Schawelle'' ,gutmütige alte Frauensperson‘, Kassel (Gr. 1894). ● Nach Gr. von französ. ''javelle'' ,lose Garbe, Getreideschwaden‘, auch ,Wickelpuppe‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabbesdeckel''' ● ''Schawwesdeckel'' ,schlechter Hut‘, verächtlich, ursprünglich nur von Juden und Juden gegenüber gebraucht, sehr üblich (Vil. 1868); ,Sabbatshut, Sonntagshut, Zylinderhut‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schawwesdäggel'' ,alter, schäbiger Hut‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schebb''' ● ,schief‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Wird nur als Prädikatsnomen gebraucht, nicht atttributiv; Gr.: ''schebb'' steht „nicht vor dem Hauptwort: ''De Nadel es schebb.''“ ● Vil. (1868) ordnet ''schepp'' allein Oberhessen zu (was sichtlich unrichtig ist). ● Siehe ''scheib'', auch ''schiewes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheel, schal''' ● ''schael'' ,schielend, einäugig‘ (Vil. 1868); ''schäl'' ,schielend‘, Kassel 20. Jh.; ''schal'' ,einäugig, schielend; ''schal'', abgestanden, wertlos‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Schäl gucken'' ,mißgünstig blicken‘, Kassel 20. Jh. ''Hä güggt schaal''. ,Er guckt schielend, er schielt.‘ (Hm.) ● Vgl. nhd. ''schielen'', das nichts mit nhd. ''schal'' zu tun hat, siehe ''schilchen'' ,schielen‘. Vgl. mnd. ''schêl(e)'' ,schielend‘. Vgl. mhd. ''schal'' ,schal, trübe‘; ''die liehten ougen sint schal.'' Hier liegen offenbar wechselseitige Beeinflussungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheelblatt''' ● ,Augenschutz am Pferdegeschirr‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheen''' f. ● ''Schin'' f. ,Schienbein‘, vor allem im nördl. Niederhessen (Vil. 1868); ''Schänn'' f. Schienbein‘, pl. ''Schänn'' ,Schindeln, gespaltene Haselruten, die am Fachwerkgebälk festgenagelt werden, um den Strohlehm daran haften zu machern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheenbein''' ● ''Scheenbein'' ,Schienbein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheenen''' ● ''scheenen'' ,schienen, Schienen anlegen (Chirurgie)‘, Kassel (Gr. 1894); ''schännen'' ,mit Schindeln versehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheib''' ● ''scheib'' ,schief‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''scheib'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''scheep'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Wird attributiv und als Prädikatsnomen gebraucht gebraucht, also etwa: ''där scheiwe Baum'', ''där Baum is scheib''. Kassel. ''Hä güggt scheep.'' ,Er guckt mürrisch von der Seite.‘ ''Scheewes Oos'' ,schiefes Aas‘, beliebtes Schimpfwort. (Hm. 1926). ● Volkstümliche Straßenbezeichnung in Kassel: „''Scheiwe Fullegasse'', zum Unterschied von der kürzeren, geraden. Sie führte von der [ehemaligen] [[Alte Fuldabrücke|Fuldabrücke]] nach dem Renthof.“ (Gr.) ''Scheiwes Faß'': „wird bei der Hausschlachterei gebraucht“. (Gr.)  ● Siehe ''schebb'', auch ''schiewes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheibbein''' ● ''Scheebeeng'' ,Schiefbein, Person mit schiefen Beinen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheibes''' n. ● ''ein Scheiwes werfen'' ,die Kegelkugel schief, d.h. zur Seite werfen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheibmaul''' ● ''Scheebmüll'' ,Schefmaul, Kind, das dauernd senen Mund zum Weinen verzieht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheißen''' ● ''schissen'', Kassel 19., 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ''Ich will dä was schissen.'' ,Derbe Ablehnung einer Bitte oder Aufforderung‘. Kassel 20. Jh. ''Ech wäll dä wos schissen.'' Dasselbe, Oberellenbach. (Hm.) ''Hä kimmet schun widder aangeschissen.'' Kassel 20. Jh. ,Er kommt schon wieder hergelaufen‘. Kassel 20. Jh. ''Hä kemmt schon werre jeschässen''. Dasselbe, Oberellenbach (Hm.) ● Stammformen Kassel: ''schissen'' (mit geschlossenem ''i''), ''schiß'' (''scheß''), ''geschissen'' (''geschessen'') (Imperfekt und Part. Perf. mit offenem ''i'', läßt sich auch mit ''e'' wiedergeben). Stammformen Oberellenbach: ''schissen'', ''schäß'', ''jeschässen'' (Hm.). ● ) Bei Gr. Infinitiv bzw. Präsensstamm fehlerhaft: er setzt ihn mit ''é'' an, Aussprache also mit geschlossenem ''e'' bzw. offenem ''i''. Das trifft keineswegs zu: es handelt sich um ein geschlossenes ''i''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheißer''' m. ● ''Schisser'' ,kleines Kind‘, spöttisch, auch fast liebevolle Anrede für ein kleines Kind, Kassel 20. Jh. ● In der Grundbedeutung vor allem in dem Kompositum ''Hosenschisser'', Kassel 20. Jh.; vgl. auch ''Schluttenschisser''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheißerei''' ● ''Schisserei'' ,Durchfall‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheißern''' ● ''schessern'' ,sich nahenden Stuhlgang verspüren‘ (unpersönl. Verb), Kassel (Gr. 1894); ''schissern'' (mit gerschlossenem ''i'') ,zum Scheißen reizen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr.s Manuskript hat ''schéssern'', also geschlossenes ''e'' bzw. offenes ''i''. Scheinbar hier dieselbe Abweichung wie bei ''schissen'' ,scheißen‘, nach Gr. (fälschlich) ''schéssen''. Das korrekte geschlossene ''i'' zeigt sich in der Oberellenbacher Form ''schissern'', die ja, wenn sie lautliche Parallele wäre (mit niederhess. Senkung), ''schässern'' lauten würde. ● ''Äs schessert mech. Mech schessert.'' ,Ich muß gleich mal (kacken)‘, letzteres auch zur Bespöttelung der Rede eines anderen, mit der Hinzufügung „Ach, Herr Siewert!“ Kassel (Gr. 1894). ● Anmerkung hierzu in Gr.s Wörterbuch durch den Herausgeber Paul Heidelbach (1952): „Der frühere cand. theol. Otto Siebert (1822 – 1899) war Inhaber einer Privatschule zur Vorbereitung auf das Gymnasium. Seine Schüler pflegten, wenn sie während des Unterrichts ,mal hinaus‘ mußten, zu rufen: ,Herr Siewert, Herr Siewert!‘ Mit der Zeit war der Ausruf ,Herr Siewert, mech schessert‘ in Kassel sprichwörtlich geworden. Wilhelm Bennecke schreibt in seinem Buch ,Das Hoftheater in Kassel‘ über den Komiker Friedrich Hesse: ,Hesse hatte nur einmal etwas anderes gesagt, als in seiner Rolle stand, und das war ,Ach, Herr Siebert!‘ gewesen, ohne daß er die Bedeutung dieses Ausrufs kannte. Als darauf ein donnernder Applaus losbrach und auch der Kurfürst, der in den Kasseler Redensarten sehr auf dem laufenden war, lachte, wurde Hesse stutzig. Er erkundigte sich näher nach dem geflügelten Worte und verschwor von nun an jedes Extempore.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schelle''' f. ● ,Hautblase, z.B. Brandblase oder durch wilde Blattern hervorgerufen‘ (Vil. 1868); ''Schalle'' ,Hautblase, die durch Brennen entsteht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schelmenlied''' ● ,jedes nicht geistliche Lied, besonders das Liebeslied‘, Balhorn (Sl. 1901); ,weltliches Lied, Liebeslied‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bedeutungsgleich mit ''Schälmenschdeggchen'' ,Schelmenstückchen‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schenk''' ● Siehe ''Ballschlag''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schenkeln''' ● Bezeichnung für das Wetzen und Wundstreichen des hinteren Hufes bzw. der Fessel (vielleicht auch nur am Vorderbein) mit dem Stollen des anderen Hufeisens bei Pferden, Schwalm (Pfs. 1886); ,beim Gehen mit dem einen Fuß am andern herstreichen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheppeln''' ● ''scheppeln'', ''aufscheppeln'' ,kränzen‘, d.h. durchflechten des Haares mit rotem Band und künstlichen Blumen (bei abgelegter Betzel) als Ehrenschmuck der jungfräulichen Bräute zur Hochzeit, auch der jungfräulichen Gevatterinnen bei Kindstaufen, wie auch der jungfäulichen Begleiterinnen; nur in den Gebirgsteilen der Grfaschaft Ziegenhain üblich, doch auch sonst in dieser Gegend [d.h. Schwalm] bekannt, auch in anderen Teilen Deutschlands; in Niederhessen völlig unbekannt (Vil. 1868). ● Vgl. mhd. ''schapel'', ''schappel'' ,Kranz von Laub, Blumen (natürlichen oder künstlichen) als Kopfschmuck der Jungfrauen‘ (Lex.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scherbel''' f. ● ''Scherwel'' ,Scherbe‘, auch: ,Rest eines abgebrochenen Zahnes im Mund; Kopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scherbelware''' ● ''Scherwelwore'' ,Gegenstände aus Ton oder Porzellan‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheren''' ● ''sich scheren'' ,sich kümmern um‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheren''' ● ,schüren‘, Kassel (Gr. 1894); ''schären'' ,(Feuer) schüren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scherschante''' ● ''Scherschande'' (Bullezeischerschande) ,preußischer Schutzmann‘, Kassel (Gr. 1894). ● von französ. ''sergeant''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scherzen''' ● „schürzen, wohl richtiger, wie auch gesprochen wird: scherzen“, ,den Dienst verlassen (von Knechten und Mägden)‘, inneres Hessen, im Fuldaischen, Hersfeldischen, in der Grafschaft Ziegenhain, auch in Oberhessen nicht ungebräuchlich (Vil. 1868); ''schärzen'' ,den Dienst verlassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''scherzen'' mit der vermutlichen Bedeutung ,abschneiden, kürzen‘, so Lex. mit Verweis auf mhd. ''scherze'' m. ,abgeschnittenes Stück‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scherzköze''' f. ● ''Schärzekeeze'', in der Redensart: ''Hä (äs) gricht de Schärzekeeze jepaggt.'' ,Er (es) kriegt die Scherzköze gepackt, d.h. ein Knecht (eine Magd) tritt den Dienst an‘. Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheuch''' ● ''schich'' ,scheu‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''schiuch'', ''schiuhe'' ,scheu, verzagt‘; Entwicklung: ''schiuch'' (''iu'' = langes ''ü'') &amp;gt; ''schüch'' (belegt) &amp;gt; ''schich'' (Entrundung und Kürzung). Mhd. ''iu'' (= ''ü''), wurde nhd. zu ''eu'' diphthongiert, im Niederhess. weitgehend nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheuchterechtig''' ● ''schichterechtig'' ,gerne scheuend (von Pferden)‘, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Ableitung mit dem Suffix -''echtig'' (Pfs.), s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheuer''' f. ● ''Scheuer'', gesprochen ''Schier'', ,Aufbewahrungsort von Getreide, Stroh und Heu‘, im östl. Althessen‘ (Vil. 1868); ''Schiere'' ,Scheune‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Schiere'', Kirchberg 20. Jh. ● Im westl. Althessen hingegen ''Scheune'' üblich, gesprochen ''Schine'' (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schicke''' ● ''schegge'' ,betrunken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript ''schégge'' geschrieben, also geschlossenes ''e'' bzw. offenes ''i'' als Stammvokal. ● Ableitung ''angeschiggert'' ,angetrunken‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schicken''' ● ,auslangen, ausreichen, genügen‘, Hessen (Pfs. 1886); ''schiggen'' ,senden; ausreichen, genügen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926), ''sech in wos scheggen'' ,sich in etwas fügen‘ (Hm.). ● ''Es schigget.'' ,Es reicht, es ist genug.‘ Kassel 20. Jh. ''Äs scheggt'', dasselbe (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schickening''' ● ''scheggenink'' ,schickend, ausreichend‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Wos scheggenink machen'' ,etwas schickend machen, bewirken, daß es ausreicht‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schickern''' ● ''sich schickern'' ,sich zurückhaltend benehmen‘, Fritzlar und Umgebung (Vil. 1868). ● ''Schicker dich!'' ,Benimm dich! (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schickse''' f. ● ''Scheggse'' ,liederliches, ehrloses Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus der Studentensprache: ''Schickse'' ,leichtes Mädchen, Flittchen‘; älter: rotwelsch ''Schicksel'' n. ,Judenmädchen‘; aus dem Jiddischen: ''schickzo'', ''schickzel'', ''schickzeche'' ,nichtjüdisches Mädchen, christliches (Dienst-)Mädchen‘, zurückgehend auf hebräisch ''scheqes'' ,Unwürdiges, Abascheuliches‘ (Pff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiebekaren''' ● ''Schiewekahren'' ,Schubkarren‘, Kassel (Gr. 1894), Kassel 20. Jh. ● Siehe auch ''Schubkaren''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiebekühe''' ● ''Schiewekiewe'' ,Schiebe-, Zugkühe‘, Kassel 19. Jh. (Jonas 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schieben''' ● ''schiewen'', Kassel 20. Jh. ● Stammformen: ''schiewen'', ''schobb'', ''geschowwen''. ● Neben schieben auch ''schuben'', siehe das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schieber''' f. ● ''Schibber'' ,Splitter‘ (Vil. 1868); ''Schiber'' m., f. gesprochen ''Schiwwer'', ,Schiefer, Splitter‘ (Pfs. 1886); ''die Schewwer'' ,der Schiefer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''die Schiwwer'', Flurbezeichnung, Kirchberg 20. Jh. (''die Schieber'' in hd. Schreibweise, 17. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schieberchen''' ● ''Schewwerchen'' ,kleiner Splitter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schieberig''' ● ''schewwerech'' ,sich in kleine Splitter auflösend, splitterig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schiebern''' ● (''sich'') ''schibbern'' ,sich in kleine Splitter auflösen‘ (Vil. 1868); ''sich schewwern'' ,sich schiefern, abblättern‘, Kassel (Gr. 1894); ''sech schewwern'' ,sich in kleine Splitter zerlegen, sich abblättern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''schéwwern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schieberstein''' ●  ''Schewwerstein'' ,Schieferstein, Dachschiefer‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schewwersteeng'' ,Schiefertefel, Schultafel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''Schéwwerstein''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiebertafel''' ● ''Schiwwerdafel'' ,Schiefertafel‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schiebes''' ● ''schiwes gehn'' ,verloren gehen, draufgehen, untergehen‘, in Niederhessen sehr gebräuchlich (Vil. 1868); ''schiewes gehen'' ,schiefgehen, mißlingen, verloren gehen‘, Kassel (Gr. 1894); ''schiewes gän'' ,verloren gehen, zugrunde gehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schießel''' m. ● ,kleine Tonkugel für Kinderspiele‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiff''' n. ● ,Schiff, größeres Wasserfahrzeug‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiff''' m. ● ,die Funktion des Urinierens‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiffchen''' ● ,kleiner rechteckiger Kessel, in die Herdplatte eingelassen, zur Wassererwärmung bzw. zur dauernden Bereitstellung von warmem Wasser‘, Kassel 20. Jh. ● Sehr wahrscheinlich Umdeutung von *''Schäffchen'', vgl. mhd. ''schaf'', ''schaffes'' n. ,Gefäß für Flüssigkeiten‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiffe''' f. ● ,Seiche, Urin‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiffel''' m. ● ''Scheffel'' ,Weberschiffchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schiffen''' ● ,urinieren‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiffer''' ● ,Treideler; Mann, der Fuldakähne flußaufwärts zieht‘, Melsungen (Kirchenbuch 19. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schilchen''' ● ,schielen‘, ganz Hessen fast ausschließlich üblich (Vil. 1868); ''schelchen'' ,schielen‘, auch: ,verstohlen nach etwas sehen‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript ''schélchen'' geschrieben, also geschlossenes ''e'' bzw. offenes ''i'' als Stammvokal. ● Vgl. mhd. ''schilhen'' (Aussprache ''schilchen''). ● Siehe ''scheel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindaas''' s. ● Schimpfwort, ganz Hessen, belegt in Marburg 1658 (Vil. 1868); ''Schennoos'', häufiges Schimpfwort, Kassel (Gr. 1894); ''Schengoos'', starkes Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''Schénnoos''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schinden''' ● ''sech schengen'', auch: ''schennen'' ,sich quälen, abarbeiten‘, Kassel (Gr. 1894), ''sich schinnen'', Kassel 20. Jh.; ''schengen'' ,eine Gans schinden, d.h. die geschlachtete Gans nicht braten, sondern statt dessen in Stücke zerhacken und einsalzen‘, ,jem. quälen, peinigen‘, ''sech schengen'' ,sich schinden, sich quälen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''schéngen'', ''schénnen''; ''schengen'' (''schingen'') ist ländliche Form, kein Stadtkasselänsch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schinder''' ● ''Schenger'', auch: ''Schenner'' ,Schinder; grausamer Mensch, Tierquäler‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schinner'', Kassel 20. Jh.; ''Schenger'' ,Abdecker, Rasenmetzger; Tierquäler‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''Schénger'', ''Schénner''; ''Schenger'' ist ländliche Form, kein Stadtkasselänsch; richtiger siehe z.B. ''Ziegenschinder'' (''Zächenschenner'', Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindergasse''' ● ''Schingergasse'', ''Schengergasse'', die ,Schindergasse‘ in der Kasseler Unterneustadt, Waisenhausstraße (Gr. 1894). ● Die Unterneustadt war der „arme“ Stadtteil, scheinbar stärkerer Zuzug vom Lande (daher vermutlich auch die ländliche Form ''Schinger'' statt ''Schinner''); Übername der Unterneustadt: ''Derfchen'' ,Dörfchen‘. ● Anmerkung zu Gr.s Artikel durch den Herausgeber seines Wörterbuchs Paul Heidelbach (1952): „Die in der Unterneustadt gelegene Waisenhausstraße hieß früher nach der hier wohnenden Familie Langschenkel die Langschenkel- oder Schenkelgasse und wurde in ihrem östlichen Teil Schindergasse genannt; denn das hier gelegene Haus Nr. 29 wurde in den Häuserverzeichnissen 1603 als Scharfrichters Haus, 1605 als Henkershaus und 1622 als Schinderei bezeichnet. 1605 wohnte in ihm Meister Hans der Scharfrichter, und noch 1768 war es die Wohnung des Nachrichters.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindleich''' m. ● ''Schindleich'', Schimpfwort (Vil. 1868); ''Schingeleich'', ''Schengeleich'' ,Kadaver‘, auch derbes Scheltwort, Kassel (Gr. 1894); ''Schengleech'' m. ,Schindrasen, Bergungsstelle für das eingegangene Vieh‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel (Gr.) semantisch offenbar angelehnt an hd. ''Leiche'' (siehe aber ''Schindleichsweg''). Die eigentliche Bedeutung erhalten in Oberellenbach. ● Zur vermutlichen Bedeutungsentwicklung: Mhd. ''leichen'' ,hüpfen, aufsteigen, gelenkig biegen‘; foppen‘, ''leich'' m. ,Musikstück, Melodie, Gesang‘, ahd. ''leihhen'' ,zucken, wippen‘, ''leih'' m. ,Lied, Gesang, Melodie, Musik‘, got. ''laikan'' ,hüpfen, springen‘, ''bilaikan'' ,verspotten‘, ''laiks'' ,Tanz‘, altnord. ''leika'' ,spielen, fechten, jem. mitspielen‘, ''leikr'' ,Spiel, Spott‘, altengl. ''lācan'' ,sich schnell bewegen, spielen, fechten‘, ''lāc'' ,Spiel, Kampf, Beute, Gabe‘. Das in allen germanischen Sprachen verbreitete Substantiv, in mhd. Form ''leich'', bedeutete ursprünglich offenbar ,Tanz, Spiel, Kampfspiel, öffentliches Vergnügen‘ und scheint – zumindest in Nordhessen –  als Bezeichnung auf die Plätze, wo dergleichen stattfand, übergegangen zu sein. Sofern vor den Siedlungen gelegen, sind solche freien Plätze, Rasenplätze (später) offenbar auch als Schindrasen genutzt bzw. zu solchen umgewidmet worden, gewiß in einer Zeit, in der die ursprüngliche Bedeutung von ''Leich'' schon in Vergessenheit geraten war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindleichsweg''' ● ''Schingeleichsweg'', von Bettenhausen (heute Stadtteil von Kassel) zur Abdeckerei, Schinderei führender Weg, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● Gemeint: ,Weg zum Schindleich, d.h. zum Schindrasen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindluder''' n. ● ''Schindluder'', Schimpfwort (Vil. 1868); ''Schindluder mit einem driewen'' ,jem. schikanieren, übel behandeln‘, Kassel 20. Jh.; ''Schenglürer mit ämm schbälen'' ,mit jem. spielen, jem. verächtlich behandeln, dem Spott preisgeben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schippe''' f. ● ''Schippe'' ,eiserne Schaufel‘, im östl. Hessen auch für ''Spaten'' gebräuchlich (Vil. 1868); ''Schebbe'' ,Schaufel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schebbe'', Oberellenbach (Hm. 1926); Plur. auch: ,lange Finger- oder Zehnägel‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl mhd. ''schipfe'' m. ,Schaufel, Grabscheit‘, mhd. (md.) ''schippe'' f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schippe''' f. ● ,Mützenschirm‘, metaphorisch, wegen der Ähnlichkeit mit einer Schippe (Schaufel), ausschließlicher Ausdruck, ganz Hessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schippchen''' ● ,kleine Schippe (Schaufel); die vorgestreckte Unterlippe bei weinerlichen Kindern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schippenmist''' ● ''su füll wie Schebbenmäst'' ,so faul wie Schippenmist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schirlitzchen''' ● ,leichtes Kleidungsstück, namentlich Umhängsel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schirne''' f. ● ''Schirn'' ,öffentlicher Verkaufsplatz, in Hessen nur für Fleisch, daher ''Fleischschirn'', ''Wildpretschirn''‘ (Vil. 1868); ,Verkaufssplatz, -stand‘, Kassel, scheinbar nur belegt in ''Wilbertschirne'' (siehe das) und historisch: [[Rathaus am Altmarkt|die alte Fleischschirne am Altmarkt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiß''' m. ● ''Schiß'' ,Schiß, Scheiße, das Scheißen (also nicht nur das Produkt, sondern auch die Verrichtung des großen Geschäfts)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schäß'' ,menschliche und tierische Exkremente‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Schiß honn'' ,Angst haben‘, Kassel 20. Jh., (''jo''), ''en Schiß!'' ,derbe Ablehnung‘, Kassel 20. Jh., ''en Schäß!'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ''Du bäst en Kärle wie’n Schobben Schäß.'' ,Du bist ein minderwertiger, zu nichts zu gebrauchender Mensch.‘ (Hm.) ● Aussprache von ''Schiß'' in Kassel mit kurzem offenem ''i'', deshalb auch Schreibung ''Scheß''. Das Wort entspricht lautlich nicht dem hochdt. Wort ''Scheiße'', das im Niederhessischen keine lautliche Parallele hat. Gr. (1894, Kassel) verzeichnet ''Schiß'' an unterschiedlicher Stelle als ''Schäß'' und ''Scheß'', letzteres im Manuskript – mit Akzent – als ''Schèß'', d.h. die Aussprache ist also gleich: offenes ''e''. Gleichwohl schreibt er ''Scheßdebbchen''; das Manuskript hat ''Schéßdebbchen'': hier also ''Scheß'' mit geschlossener Aussprache des ''e''; auch Schreibung ''Schiß'' wäre möglich gewesen: sehr offenes ''i''. ''Schäß'' (mit „niederhessischer Senkung“ des i-/e-Lauts) ist ländliche Aussprache in Teilen des Umlands von Kassel und erklärt sich in Kassel sicherlich durch starken Zuzug vom Land im Zuge der Industrialisierung im 19. Jh. (vgl. etwa auch die Dubletten ''is''/''es'' – ''äs'' ,ist‘, ''Schinner'' – ''Schenger'' ,Schinder‘). Das ländliche ''Schäß'' hat sich gegenüber ''Schiß'' letztlich nicht durchgesetzt, gilt aber kurioserweise als sogenanntes „Kasseler Wörtchen“. – Gr. führt weiterhin an: ''Schäßarsch'', ''Schäßkobb''! Auch hier gegenüber dem „bürgerlichen“ ''Schißdibbchen'' (''Scheßdebbchen'') (Gr.) die derbere Unterschichten-Variante.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißarsch''' ● ''Schäßoorsch'' ,schmutziger Mensch; kleiner Kerl; Feigling, Angsthase‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißchen''' ● ''en Schäßchen'' ,ein bißchen; durchaus nicht!, keineswegs!‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißdreck''' ● ''en'' ''Schäßdräck''! ,Keineswegs!‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schisserig''' ● ''schesserig'' ,scheißerig, plötzlichen Stuhlgang verspürend‘, Kassel (Gr. 1894). ●  ''Es wird mä schesserig.'' (Gr.) ● In Gr.s Manuskript ''schésserig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schissig''' ● ''schässech'' ,mit Kot beschmutzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißtüpfen, -tüpfchen''' n. ● ''Schißdibben'' ,Nachttopf‘, Kassel 20. Jh., ''Scheßdebbchen'', ''Schißdibbchen'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schäßdebben'' ,Nachtgeschirr‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißwanst''' m. ● ''Schäßwanst'' ,ungezogenes Kind‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabber''' f. ● ''Schlawwer'' ,redselige Person, Plaudertasche; nicht stillstehender Mund‘, gleichbedeutend mit ''Schlabbermaul'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabberei''' ● ''Schlawwerei'' ,Geschwätz, ohrenbeleidigendes Schwatzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlabberig''' ● ''schlawwerich'' ,geschwätzig‘; auch: „verwandt mit ''ohliewig'' und ''blemberig''“, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabberjuck''' m. ● ''Schlawwerjuck'' ,dünne, gehaltlose Flüssigkeit, namentlich dünner Kaffee‘, gleicbedeutend: ''Schlawwerjucksbrieh'' ,Schlabberjucksbrühe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabbermaul''' ● ''Schlawwermull'' ,Schwätzerin redselige Person, Plaudertasche; nicht stillstehender Mund‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlabbern''' ● ''schlabbern'' ,eilig und undeutlich sprechen‘ (Vil. 1868); ''schlawwern'' ,Geschwätz machen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,viel und unnütz reden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabbertasche''' ● ''Schlawwerdösche'' ,Schwätzerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlachtemulde''' ● ''Schlochtemolle'' ,Fleischmude, Fleischtrog‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlächter''' ● ''Schlächder'' ,Hausschlachter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlachtewerk''' ● ''Schlachdewerk'', gemeint: Würste, Schinken usw., Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''Schlochdewärk'' ,das Eingeschlachtete‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlacke''' f. ● ''Schlagge'' ,großgewachsener Junge (Bursche); ungewöhnlich großer Hund, Fisch und dgl.‘, Kassel (Gr. 1894), ,Lümmel‘, gutmütig, Kassel 20. Jh.. ● Scheint Spitzname der Kasseler Atstadtjungen geworden zu sein, dann verallgemeinert: ''Kasseler Schlacke'' ,ungehobelter, pfiffiger Kasselaner (der Unterschicht), ungeniert Dialekt oder Halbdialekt sprechend‘, nicht nur außerhalb Kassels gebräuchlich, sondern durchaus in Kassel selbst, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlacken''' ● unpers. ,gleichzeitig regnen und schneien‘ (Vil. 1868); ''schlaggen'' ,kalt regnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''schlackern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlackerig''' ● ,trüb, naß‘, vom Wetter gesagt, besonders beim Auftauen des Winterfrostes (Vil. 1868); in der Verbindung ''schlaggeriches Wedder'', d.h. ''Schlackerwetter'' (siehe das), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlackern''' ● ''schlaggern'' ,kalt regnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlackern''' ● ''schlaggern'' ,wackeln, keinen festen Halt haben‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlackerwetter''' ● ,Wetter, bei dem Schnee mit Regen vermischt fällt‘, besonders in Niederhessen üblich (Vil. 1868); ''Schlaggerwedder'' ,Regenwetter mit aufgeweichter Straße‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,kaltes und nasses Wetter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlackwetter''' ● gleichbedeutend mit ''Schlackerwetter'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafbetzel''' f. ● ''Schlofbätzel'' ,verschlafen aussehender Mensch, Schlafmütze‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafbock''' ● ''Schlofbock'' ,verschlafen aussehender Mensch, Schlafmütze‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schläfern''' ● ''schleefern'', unpers.: ''Es schleefert mech.'' ,Es schläfert mich, mich drückt der Schlaf.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafezius''' m. ● ,ungeschickter Mensch; Schlingel‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafittchen''' s. ● ''am Schlafíttchen krichen'' ,beim Kragen packen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafittich''' ● ''Schlafittich'', ''Schlafitch'' m., „anstatt Schlagfittich“, in Hessen und anderwärts nur in Rdewendungen üblich: ''Einen beim Schlafittich kriegen''. ‚Jem. erwischen und festhalten.‘ (Vil. 1868); ''am Schlahfíddich krechchen'' ,beim Arm, beim Kragen packen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schlafídch'' m., nur in der Redensart ''om Schlafídch grijjen'' ,jem. am Kragen fassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● „An sich bedeutet ''Schlagfittich'', die Schwungfedern des Flügels, … indes ist der Ausdruck von den Vögeln nicht mehr in Uebung.“ (Vil.) Bei Vil.s Deutung als „Schlagfittich“ fällt auf, daß der Wortakzent bei ''Schlafíttich'' auf der zweiten Silbe liegt und nicht auf der ersten. Es müßte, wenn Vil. recht hat, eine Akzentverschiebung stattgefunden haben wie z.B. bei ''Holunder'', ''Hornisse'' und ''lebendig'' (zweite Silbe beschwert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafmatz''' m. ● ''Schlofmatz'' ,jem., der viel, oft, lange schläft‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Matz'' ist alter hessischer Vorname, Koseform von ''Matthias''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagd''' f. ● ''Schlacht'' ,Ladeplatz für die Schiffsfracht in Kassel‘ am linken Fuldaufer, Kassel 19., 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagdhase''' ● ''Schlachthase'' ,Lastträger, eigentlich Lastträger an der Schlagd‘, dann verallgemeinert: „ehe es Dienstmänner gab“; ,Eckensteher‘, auch: ,roher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagdlümmel''' ● ''Schlachtlemmel'' ,roher Mensch, Lümmel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlahen''' ● ''schlahn'' ,schlagen‘, Kassel (Gr. 1894), ''schlohn'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''schlahn'', ''schluhch'', ''geschlahn'', Kassel 19. (und frühes 20.) Jh.; ''schlohn'', ''schluck'', ''jeschlohn'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlahmöller''' ● ''Schlohmeller'' ,Schlagmüller, Ölmüller‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlahmühle''' ● ''Schlohmeele'' ,Schlagmühle, Ölmühle‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlahning''' ● ''schlohnink'' ,schlagend‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä färt sech wie vär’m schlohningen Güll''. ,Er fürchtet sich wie vor einem schlagenden Pferd.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlamasse''' ● ''Schlamassel'', ''Schlamassen'' ,unordentliche Masse, Masse von Unrat‘ (Vil. 1868); ''in de Schlammássen'' ''bringen'', ''kummen'' ,in übles Gerede bringen, kommen; in üble Lage, in Unglück geraten‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schlamásse'' f. ,unordentliche Masse, Unrat‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Entspricht hd. ''Schlamassel'' ,unangenehme Situation, Unglück, Mißgeschick‘; aus dem Jiddischen. (Pff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlamm-Mulch''' ● ''Schlammulch'', übertragen: ,Säufer‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlampampe''' f. ● ''Schlambámbe'' ,unordentliche, faule, unreinliche, nachlässige Frauensperson, doch meist gemütlich‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlampe''' f. ● ,nachlässige, unordentliche Frauensperson‘, in Hessen wie anderwärts sehr üblich (Vil. 1868); ''Schlambe'', gleichbedeutend mit ''Schlampampe'', Kassel (Gr. 1894), ,verlotterte Frauensperson‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Schlumpe''. ● Männliche Gegenstücke zu ''Schlampe'' nach Pfs. (1886) ''Schlamp'' und ''Schlampes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlanzieren''' ● ''schlanzieren gänn'' ,schlanzieren gehen, sich müßig herumtreiben‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. slenzic ,müßig, träge‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappe''' f. ● ,Pantoffel‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappen''' m. ● ''Schlabben'' ,Pantoffel, leichter (ausgetretener) Schuh, Sandale‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappenrat''' m. ● ''Schlabbenrad'' (richtiger: -''rot'', mit offenem ''o'') ,Schuster‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. fügt in Klammern hinzu: „Friedrich Schmidt, Wilhelmstraße 17“; dieser dürfte demnach als erster mit der humoristischen Bezeichnung gemeint gewesen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlapperbrühe''' ● ''Schlabberbrieh'' ,schwache Suppe, schwacher Kaffee‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlapperig''' ● ''schlabberich'' ,schwach, schlapp, fad‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''De Subbe schmecket mä schlabberich.'' ,Die Suppe schmeckt dünn, fad.‘ ''Äs es me so schlabberich.'' ,Mir ist unwohl, bin schwach.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlappern''' ● ''schlabbern'' ,mit Geräusch auflecken‘ (Vil. 1868); ''schlabbern'' ,geräuschvoll schlürfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''schluppern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlappern''' ● ''schlabbern'' ,wackeln, schaukeln‘ (Pfs. 1886); ''schlabbern'' ,wackeln, wackelnd herunterhängen (z.B. weite Garderobe), Kassel 20. Jh. ● Siehe ''schluppern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappich''' m. ● ''Schlabbich'' ,träger, nachlässiger Kerl‘, Kassel 20. Jh.; ''Schlabbch'' ,fauler Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappmaul''' ● ''Schlabbmull'' ,Mund mit Hängelippe‘, auch abwertend für ,Mund‘, insbesondere für ,Mund, der nicht stillsteht‘; übertragen: ,Schwätzer(in)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappsack''' ● ''Schlabbsack'' ,träger Kerl‘, Kassel 20. Jh., ,unordentlicher, träger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappschnude''' f. ● ''Schlabbschnudde'' = ''Schlabbmull'' ,Schlappmaul‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlarges''' ● ''Schlarjes'' ,lang aufgeschossener junger Mensch‘, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlauder''' m. ● ''Schludder'' ,Verschwender‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlauder''' f. ● ''Schlürer'' ,unordentliche, nachlässige weibliche Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. spätmhd. ''slūderer'' m. ,jem., der übereilt, nachlässig arbeitet‘&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlauderig''' ● ''schlürerech'' ,unordentlich, nachlässig, liederlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlaudermutz''' m. ● ''Schludermutz'' ,Leichtfuß‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlaudern''' ● ''schludern'' ,schleudern, mit weit ausholenden Armen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,nachlässig arbeiten‘, Kassel 20. Jh.; ''schlürern'' ,schleudern, schleudernd wegwerfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''slûdern'' ,schleudern, schlenkern‘. (Lex.) Nhd. ''schlaudern'',nachlässig gehen, schlendern‘ (Luther, Pff.) ● Siehe ''schluddern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlauderpreis''' ● ''Schluderpreis'' ,Schleuderpreis‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlaudersack''' ● ''Schlürersack'' ,unordentlicher, oberflächlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlaudrian''' ● ''Schluderjahn'' ,unordentlicher Mensch, oberflächlich arbeitender Mensch‘, Kassel 20. Jh.; ''Schlürerjohn'' ,unordentlicher, oberflächlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlaute''' ● ,Flasche‘, siehe ''Schlutte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlehne''' ● ''schlähne'' ,allmählich bergaufführend‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''lehne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schleicher''' ● ''Schlicher'', ''Schlichert'' ,Duckmäuser, Leisetreter‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schlicher'' ,schleichend sich bewegender Mensch, Aushorcher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schleierschloßeweiß''' ● ''schlaierschloßewiß'' ,schneeweiß‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''schloßeweiß''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schleifgele''' f. ● ,Mädchen von dummer bäurischer Manier, dazu faul, nachlässig‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Gele''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schleifschuh''' ● ''Schleefschuch'' ,nachlässig gehender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlenkerbein''' ● ,Mensch, welcher die Beine schlenkernd bewegt‘, Spottwort (Vil. 1868); ''Schlenkerbeeng'' ,Person, die beim Gehen die Beine schlenkert, in kreisende Bewegung versetzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Schlenkerbein'', offenbar auch in Kassel gebräuchlich: Eine Tochter der berüchtigten Kasseler Diebsfamilie Schebe (1830er Jahre) wurde ''Anne Marthe Schlenkerbein'' genannt (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlette''' f. ● ,großer Mund, zumal mit vorstehenden,aufgeworfenen Lippen‘, Schimpfwort für ,Mund‘ überhaupt (Vil. 1868); ''Schledde'' ,Unterlippe‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), ,Mund‘, scherzhaft, abfällig, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,Maul, Mund‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schleuse''' ● ''Schließe'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlicker''' m. ● ,leichter überraschender Stoß, Stups (der den Gestoßenen aus dem Gleichgewicht bringt oder bringen könnte)‘, Kassel 20. Jh. (C. Müller 1925).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlickern''' ● ,mit Heftigkeit bzw. rasch hinwerfen, hinschleudern‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''schleckern'', ''schliggern'' ,von sich schleudern, besonders: zähe, schleimige Flüssigkeit‘, Kassel (Gr. 1894), ,etwas durch kurze rasche Bewegung von sich schleudern‘, Kassel 20. Jh.; ''schleggern'',schleudern, werfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.’s handschriftl. Manuskript ''schléckeren''. Vil. führt das Wort unter ''schläckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schliere''' f., '''Schlier''' m. ● ,Skrofel, blindes Geschwür, Balggeschwulst und dgl.‘, nördl. Niederhessen, zumal Kassel (Vil. 1868); ''Schliere'' f. ,Luftbläschen in schleimiger Substanz, z.B. Farbe, Leim‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlimpe''' f. ● ''Schlembe'' ,Schlinge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlimpen''' ● ''schlemben'' ,eine Schlinge binden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlinze''' f. ● ''Schlenze'' ,Mund‘, gleichbedeutend mit ''Schlette'', Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.’s Manuskript ''Schlénze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlippen''' ● ''Schlippe'' f., üblicher: ''Schlippen'' m. ,Rockschoß, unterer Teil des Fracks oder Oberrocks‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Schleppen'' ,Rockschoß, besonders am Frack‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schlebben'' m. ,Rockschoß, Rockzipfel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.’s Manuskript ''Schléppen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlippchen''' ● ,windiges, wie ein Rockschlippe flatteriges Bürschchen‘ (Pfs. 1886); ,unzuverlässiges Bürschchen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlippenrock''' ● ''Schlebbenrock'' ,Gehrock‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schloße''' f. ● ,Hagelkorn‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schloßen''' ● ,hageln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schloßeweiß''' ● ''schloßweiß'' ,ganz weiß, rein weiß‘, in Hessen üblich (Vil. 1868); ''schloßewiß'',ganz weiß‘, wörtlich: ,hagelweiß‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.), ,ganz weiß, schneeweiß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlubbern''' ● ''schlubbern'' ,schlabbern, geräuschvoll schlürfen‘, Kassel (Gr. 1894), ,hastig und geräuschvoll Flüssiges oder Breiiges zu sich nehmen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlucken''' m. ● ,Schluckauf‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1984); ''Schloggen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluckespeck''' m. ● ''Schlukspeck'' (gewöhnlich ''Schlukspecht'' ausgesprochen und damit unverständlich gemacht) ,habsüchtiger Mensch, dessen Habsucht sich in auffallender, gemeiner Weise äußert‘ (eigentlich ,jem., der Speck schluckt, große Brocken schlingen kann‘), nördlichstes Hessen (Vil. 1868); ''Schluggespeck'' ,jem., der sich beim Essen egoistisch verhält, das Beste vorwegnimmt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schluffern''' ● ,schlurfen, schleppend gehen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluffert''' m. ● ,Duckmäuser, Leisetreter‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlumpe''' f. ● ,nachlässige, unordentliche Frauensperson‘, aber derber als ''Schlampe'' (s.d.) und fast noch üblicher (Vil. 1868). ● Siehe ''verschlumpen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlumpen''' ● intrans. ,schlumpig, schlampig einhergehen‘, trans. ,jem. verprügeln‘ (Pfs. 1886); wie bei Pfister, dazu: ,glücklich vonstatten gehen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlumper''' f. ● ''Schlomber'' ,unordentliche, leichtsinnige weibliche Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlumperig''' ● ''schlomberech'' ,unordentlich, liederlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlumpscherweise''' ● ''schlomscherwiese'' ,durch einen glücklichen Zufall‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlunk''' m. ● ,Schlund‘, überall in Hessen (Pfs. 1886); ,Schlund‘, übertragen: ,habgierige Person‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schlönk'' ,Schlund‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mnd. ''slunk'' m. ,Schlund, Kehle‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlunkhals''' ● ,habgierige Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlunzen''' ● ,in tadelnswerte Weise müßig gehen, nachlässig gekleidet sein, besonders im Hinblick auf Frauen‘ (Vil. 1868); ,nachlässig und trödelnd arbeiten, der Arbeit aus dem Weg gehen, sich dem Müßiggang hingeben‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlunze''' f. ● ,arbeitsscheue, träge, unordentliche und unsaubere Frauensperson‘, in ähnlichem Sinn wie ''Schlampe'', nur daß in ''Schlunze'' mehr der Müßiggang, in ''Schlampe'' mehr die Unordnung hervorgehoben scheint (Vil. 1868); ,Schlampe‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schlonze'' ,unsaubere, liederliche weibliche Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlüpfchen''' ● ''Schlibbchen'' ,(kleiner) Taugenichts, Schlitzohr‘, Kassel 20. Jh., ,leichtsinniger Mensch, Taugenichts‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlüpfchen''' ● ''Schlibbchen'' ''Kursiver Text'',einspänniges Fuder‘ (Raummaß, z.B. für Kohlen), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlupfen''' ● ''schlubben'' ,schlüpfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlüpfstreiche''' ● ''Schlebbstreeche'' ,leichtsinnige Streiche, Bubenstreiche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluppe''' f. ● ,Bandschleife‘, allgemein üblich, besonders in Niederhessen, wo an die Mützen der Bäuerinnen Bänder mit Schleifen (Schluppen) angeheftet zu werden pflegen; hd. ''Schleife'' ist unbekannt (Vil. 1868); ''Schlubbe'' ,Schleife, Haarschleife, Zierschleife, Zierknoten (eines Bandes, Halstuchs)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlupp''' ● niederhess. Interjektion im Sinne von ,wupp dich!‘ (Pfs.1, 1889); ''schlubb!'' auch: ''schlubbdich!'' Interjektion: ,flugs, im Nu‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlupperkohl''' ● ''Schlubberkohl'' ,dünnes Kohlessen‘, abwertend, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schluppern''' ● ''schlubbern'' ,mit schnellen Schlucken schlürfen‘, Kassel 20. Jh.; ''sich durchschlubbern'' ,kärglich auskommen, von der Hand in den Mund leben’, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''schlappern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlusser''' ● ,Schlosser‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vorform *''Schlooßer'' (&amp;lt; mhd. *''slôzer''), Ableitung von mhd. ''slôz'' (neben ''sloz''). Kürzung des langen, geschlossenen ''o'' hat geschlossenes kurzes ''o'' ergeben, das als ''u'' aufgefaßt worden  ist. In Oberellenbach (Hm. 1926) hingegen ''Schlosser'' wie hd. mit kurzem offenen ''o''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlüttchen''' ● ''Schliddchen'' ,kleine Schlutte‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlutte''' f. ●  ''Schlutte'' ,Krug von zylindrischer Form‘, Niederhessen, sonst unbekannt (Vil. 1868); ''Schlaute'', die schwälmerische (und oberhess.) Form von niederhess. ''Schlutte'' (Pfs.1, 1889); ''Schludde'' ,langer schmaler Krug, Steinflasche‘, Kassel (Gr. 1894); ,Flasche‘, Kassel 20. Jh.; ''Schlüdde'' ,bauchiger irdener Krug‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Im nd. Niederhessen ''slute''; früher Beleg: ''Eszig sluten'', Grebenstein 1430 (Vil.), hd. beeinflußt? Die korrekte nd. Form wäre ''slude'' (mnd. nicht belegt). ● Vgl. mhd. ''slûte'' ,weites Frauenkleid für den Oberkörper‘; so genannt vielleicht wegen der flaschen- oder krugähnlichen Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluttenbeere''' f. ● ''Schlüddenbäre'' ,dicke und längliche Birnenart‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluttendewes''' ● ''Schluddendehwes'' ,junger energischer, aber dummer Mensch, der noch Führung braucht‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Dewes'' ist hessische Kurzform des Vornamens ''Matthäus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluttenschisser''' ● ''Schluddenschisser'' ,junger energischer, aber dummer Mensch, der noch Führung braucht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlutterfaß''' ● ''Schlotterfaß'' ,aus Holz gedrehtes, spindelförmiges mit Wasser oder feuchtem Gras gefülltes Gefäß, was die Grasmäher an einem Gürtel auf dem Kreuz tragen, um den Wetzstein darin zu bewahren und feucht zu erhalten‘ (Vil. 1868); ''Schlodderfaß'' (''o'' geschlossen) ,mit Wasser angefülltes hölzernes oder blechernes Gefäß für den Wetzstein, den die Mäher am Leibriemen tragen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlutterig''' ● ''schlodderech'' (''o'' geschlossen) ,hin und her schwankend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schluttern''' ● ''schluddern'' ,schütteln, um etwas zu entfernen; in kurzen Stößen von sich wegstoßen, wegschleudern‘, Kassel (Gr. 1894); ''schloddern'' (''o'' geschlossen) ,hin und her schwanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Geht zurück auf mhd. ''slotern'', ''slottern'', ''sluttern'' ,zittern, schlottern‘. Kasselänsch ''schluddern'' ist semantisch offenbar beeinflußt von ''schludern'' ,schleudern‘ (siehe schlaudern). ● Kompositum: ''usschluddern'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmacht''' m. ● ,Heißhunger‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ,Hunger‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
		&lt;br /&gt;
'''schmächterlich''' ● ''schmächderlech'' ,schmächtig, schwach‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmachtlappen''' ● ''Schmachtlabben'', -''läbbchen'' ,Person, Kind von besonderer Willensschwäche und schwächlicher Erscheinung‘, Kassel (Gr. 1894), ,unansehnlicher, schwächlicher Mensch‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmachtriemen''' ● ,Hungerriemen‘, Kassel (Gr. 1894), ,Gürtel‘, Kassel 20. Jh. ● ''Den Schmachtriemen anziehen, engerschnallen'', Mahnung an Hungernde (Pf. 1886); ''den Schmachtriemen emmeschnallen'' ,darben‘ (Gr.), ''den Schmachtriemen engerschnallen'' ,den Gürtel wegen Hungers engerschnallen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmacken''' ● ,schmetternd hinwerfen, klatschend an den Boden oder gegen eine Wand werfen‘, Niederhessen (Pfs.1, 1889); ''schmaggen'' ,etwas werfen, so dass es beim Aufschlagen klatscht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmagucke''' f. ● ''Schmakucke'' f., meist Plur. ,leere Ausflucht, Intrige‘, allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''Schmaguggen'' Plur. ,Unwahrheiten, Vorspiegelungen (auch zum Spaß)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schmagugge'' f. ,Schwindel, Lüge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmaguckenmacher''' ● ''Schmaguggenmacher'' ,einer der andere an der Nase herumführt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''schmälzen, schmalzen''' ● ,Schmalz oder Butter an das Essen tun‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmant''' m. ● ''Schmand'' ,Rahm‘, in Hessen ausschließlich gebraucht (Vil. 1868); Schmand ,Sahne, Rahm; Schaum auf dem Bier; Tressen am Kragen der Unteroffiziere‘ (Pfs. 1886); ''Schmand'', ''Schmant'' ,Milchrahm; Tressen am Kragen von Soldaten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schmaant'' ,Rahm‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä hot schunt Schmand am Kragen.'' ,Er ist schon Unteroffizier.‘ (Gr.). ''Schmand am Kraachen hon'' ,kein einfacher Soldat mehr sein‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.). ● Vgl. mnd. ''smant'' ,Rahm der Milch‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmantkonfirmand''' m. ● ''Schmandkumfermand(e)'', Spitzname für den Konfirmanden an den Konfirmationstagen, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. ''Schmanttüpfen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmantkuchen''' ● ''Schmaantkuchen'' (''u'' kurz) ,Kuchen mit Rahmüberguß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmanttüpfen''' m. ● ''Schmanddibben'', Spitzname für den Konfirmanden an den Konfirmationstagen, Kassel (Gr. 1894); ''Schmaanddebben'' ,Topf zur Aufbewahrung des Rahms‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Schmantkonfirmand''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmarakel''' ● ''Schmarahkel'', auch ''Schmerahkel'' ,nasser Schmutz, Kot, besonders an ungehöriger Stelle, z.B. in Röhren, Schächten (Kanälen)‘, auch bildlich für ,Skandalgeschichte, Skandalangelegenheit‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schmaragel'' m. ,dicker Schlamm, Morast, Kot‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schmerakel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmatschen''' ● ,schmatzen (beim Essen)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmatter''' ● ''Schmatter'', ''Schmetter'', ''Schmadder'' ,weicher Kot, besonders Straßenkot‘ (Vil. 1868); ''Schmadder'' ,flüssiger Straßendreck‘, Kassel 20. Jh.; ,flüssiger Dreck, namentlich tiefer Straßenschmutz‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmatterig''' ● ''schmadderech'' ,morastig, schmierig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmeckewöhlchen''' ● ''Schmeggewehlchen'' ,Delikatesse‘, Pl. ''Schmeggewehlerchen'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Schmeckewehlchen machen'' ,etwas Gutes essen, sich dem Wohlleben hingeben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmeißen''' ● ,schlagen, werfen (im Sinn des Hinwerfens, Niederwerfens)‘, üblichster Ausdruck in Hessen (Vil. 1868); ''schmissen'' ,mit Wucht werfen‘; ,(etwas) fallen lassen‘, ,ausschlagen (vom Pferd)‘, Kassel (Gr. 1894); ,mit Wucht werfen‘, ''was hinneschmissen'' ,etwas fallen lassen‘, Kassel 20. Jh.; ,schlagen, heftig schlagen; ausschlagen (von Pferden)‘, namentlich in Zusammensetzungen häufig ,werfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● Vgl. mittelhochdt. ''smîzen'' ,schlagen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmerakel''' ● ''Schmeraagel'', ''Schmiraagel'' ,feuchter abgesetzter Schmutz; Schmiererei, Verschmiertes‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Schmarakel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmere''' f. ● ''Schmäre'' ,Schmiere, schmieriges Fett, schmieriger Schmutz‘, Kassel 20. Jh., ,schmierige Flüssigkeit, schmieriges Fett‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. smer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmeren''' ● ''schmieren'' ,schmeicheln‘, ausschließlicher Ausdruck in Hessen, ''schmeicheln''gänzlich unbekannt (Vil. 1868); ''schmären'' ,schmieren, bestreichen (Brot)‘, Kassel 20. Jh., ,streichen, bestreichen (ein Stück Brot); einfetten, ölen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Einem imme den Bart rimmer schmeeren'' ,jem. schmeicheln‘, Kassel (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmerkatze''' ● ''Schmärkatze'' ,Schmeichelkatze, sich anschmiegendes Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmerlatz''' m. ● ,schmutzige Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmerwerk''' ● ''Schmärwerk'' ,Brotaufstrich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmetsche''' f. ● ,Grasmücke‘, Vogelart, Gudensberg, Felsberg, Fritzlar und Umgebung (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmickse''' f. ● ''Schmegse'' ,Schnurre, lustige Anekdote‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmiß''' m. ● (''i'' offen) ,Schlag, Hieb‘, häufiger gebraucht im Plur.: ''Schmisse'' ,Schläge, Prügel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); übertragen: ,Häufchen, Anzahl‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''En ganzer Schmiß Geld'', etwa: ,ein ordentlicher Batzen Geld‘ (Gr.). ● Zur Wortbedeutung siehe ''schmeißen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmisser''' ● ''Schmesser'' ,Pferd, welches ausschlägt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmitz''' m. ● ,der von Zwirn geflochtene Ansatz an der ledernen Schnur der Peitsche, welcher zum Klatschen dient‘, östl. Hessen (Vil. 1868); ''Schmetz'' ,kurze Hanfschnur, die an den Peitschenriemen gebunden wird und das Knallen hervorruft‘,Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmorags''' m. ● ,nasser Unrat, aufgeweichter Straßenkot‘, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmu''' m. ● ,Betrug, Schummelei, unerlaubter Gewinn oder Vorteil bei Handelsgeschäften‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schmu machen'' ,sich heimlich aneignen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von jidd. ''schmu''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmuch''' m. ● ''Schmuch'' ,stiller Mensch, der jedoch mehr in sich trägt, als es den Anschein hat‘ (Vil. 1868); ''Schmuhch'' ,Duckmäuser, Leisetreter‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schmühch'' ,stiller, verschlossener, aber listiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hinterm Schmuchen soll man’s suchen.'' Schwalm (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmuckeln''' ● ,übel riechen‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmuddelig''' ● ''schmudelich'', ''schmuddelich'' ,unsauber, nicht gehörig rein, etwas schmutzig‘ (Vil. 1868); ''schmuddelich'' ''Kursiver Text'',unsauber, schmutzig‘, Kassel 20. Jh.; ''schmorrelech'' ,unsauber, schmutzig, schmierig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmudel''' m. ● ,schmutzige Person (etwa wie Schmerlatz, Schlampampe)‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Den Schmudel machen'' ,jemandes Aschenbrödel sein‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmunzen''' ● ''schmonzen'' ,schmunzeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. md. ''smunzen'', 14. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmürgelig''' ● ''schmirchelig'' ,ranzig, angebrannt riechend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmürgeln''' ● ''schmirgeln'' ,ranzig, angebrannt riechen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Ableitung von ''schmurgeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmutchen''' ● ''schmodchen'' ,feucht werden, modrig werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnabulieren''' ● ''schnawwelieren'' ,mit Wohlbehagen essen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,mit Behagen verzehren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnallen''' ● wie hochdeutsch, auch: ,gierig essen‘, Kassel 19. Jh. (Herzog); trans. ,eine schallende Ohrefeige geben‘, intrans. ,viel und schnell essen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnankern''' ●,naschen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnappe''' f. ● ,der äußerste Rand, die äußerste Ecke‘ (Vil. 1868); ergänzend zu Vil.: Plur. ,Prügel; Fliegenklatsche; Schmitz an der Peitschenschnur‘; ''Schnabbe'' ,Schläge, Prügel‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894), auch ,Schnappe an der Peitsche‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kippe, äußerster Rand‘, Kassel 20. Jh.; ,äußerstes Ende, Endpunkt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Setz doch die Teller nicht so auf die Schnappe'', d.h. so dicht an den Tischrand (Vil. 1868). ''Stell die Dasse nit so uff de Schnabbe'', d.h. an die Tischkannte. ''Das steht uff der Schnabbe.'' ,Das steht auf der Kippe.‘ Kassel 20. Jh. ''De Kuh schdätt off der Schnabbe.'' ,Die Kuh muß demnächst kalben.‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnappe''' ● ,hinkend‘, ziemlich allgemein (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnappen''' ● ,unversehens von einm Rande herabfallen; hinken‘ (Vil. 1868); ergänzend zu Vil: ,schlagen‘ (Pfs. 1886); ''schnabben'' ,ergreifen‘, ,mit Appetit, rasch, gierig, viel essen‘, ,prügeln, schlagen‘, ,unversehens (weg)kippen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), auch ,hinken (wenn ein Bein kürzer ist als das andere)‘, Kassel (Gr. 1894); trans. ,schlagen, prügeln‘, intrans. ,gierig nach etwas greifen; mit der Peitsche knallen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ech schnabbe dä ’n Oorsch.'' ,Ich verhaue dich.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnäpper''' m. ● ''Schnepper'', „an der unteren Eder einer der zahlreichen Namen jener kleinen Kartoffel-Pfannekuchen, die an die Ofenplatte geschnappt und daselbst geröstet werden“ (Pfs. 1886). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnarbeln''' ● ''schnarbeln'', ''schnerbeln'' ,schnell und unverständlich sprechen, viel und unnötigerweise reden, durch die Nase reden, mit dünner Stimme reden wie die kleinen Kinder‘, allgemein üblich (Vil. 1868)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnärcheln''' ● ''schnercheln'', Ausspracheeigentümlichkeit im Niederhessischen (Pfs. 1886); ''schnärcheln'' ,schnüffeln, Geräusch des Atmens durch eine unsaubere Nase‘, Kassel (Gr. 1894). ● Nach Pfs. verstand man im 19. Jh.  unter ''Schnercheln'' eine in Teilen Niederhessens (südl. von Kassel) vorkommende Sprechweise, die in der 2. Hälfte des 19. Jh. allmählich zurückgegangen ist: Sprechen mit gehobener Stimme, dazu ''i''-Nachschlag nach dem Stammvokal in manchen Wörtern („Jotierung“), z.B. ''uinse'' für ''unse'' (vgl. dazu [[Schnercheln und Kerksen – Ein noch immer ungelöstes Sprachrätsel|Schnercheln und Kerksen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnauben''' ● ''schnuwen'' ,schnaufen‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnäuben''' ● ''schniewen'' ,schnaufen‘, Kassel (Gr. 1894). ''Schniewen'' &amp;lt; *''schnüwen'', Umlautform von ''schnuwen'', siehe ''schnauben''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnecken''' m. ● ''Schnecke'' (sic) m. ,Nasenschleim‘, untere Eder (Pfs. 1886); ''Schnäggen'' m. ,zusammenhängende Masse Nasenschleim‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hd. ''Schnecke'' siehe ''Schnegel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schneckenbock''' ● ''Schnäggenbock'' ,naseweiser Bube‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schneckennase''' ● ''Schnäggennose'' ,Nase, die dauernd Schleim absondert; vorlautes Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnee''' ● ''Schnee'', Kassel 20. Jh.; ''Schnai'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schneeplocke''' ● ''Schnaiblogge'' ,Schneeflocke‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnegel''' m. ● ''Schnegel'', auch ''Schnaegel'', ''Schnael'', ''Schneel'', ''Schneil'' gesprochen, ,Schnecke‘ (Vil. 1868); ''Schnächel'' ,Schnecke‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894); ''Schnähl'' m., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnegelfett''' ● ''schnegelsfett'', beliebter Vergleich (Pfs.1, 1889); ''schnächelfett'' ,schneckefett, sehr fett, gemästet‘, übertragen: ,besoffen‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894); ''schnählfädde'' ,sehr fett‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnegelshäuschen''' ● ''Schnählshißchen'' ,Schneckenhaus‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnegelsnase''' ● ,rotzige Nase‘, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schneien''' ● ''schneen'' ,schneien‘, Kassel (Gr. 1894); ''schnaien'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnettern''' ● ''schnäddern'' ,rasseln, schnell dahinsausen (von Wagen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schniepe''' ● ''Schniebe'', an Kleidern: ,Schneppe, schnabelförmig spitz zulaufendes vorn, oft hinten an der Taille‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnipp''' m. ● ''Schnipp'', ''Schnipchen'', ''Schnipsel'' ,Speise aus Käsematte, saurem Rahm, Salz und Kümmel, vor allem als Brotaufstrich‘, hauptsächlich im östl. Hessen und Fuldischen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnippelbohne''' ● ''Schnibbelbohne'' ,Schnittbohne‘, beliebtes Gemüse, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnippeln''' ● ''schnibbeln'' ,woran herumschneiden; in kleine Stückchen schneiden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnipperbohne''' ● ''Schnebberbonn'' ,Schnittbohne, Gemüsebohne‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnippern''' ● ''schnebbern'' ,fortwährend schneiden, in kleine Teichen schneiden, schnitzeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnitze''' f. ● ,zerschnittene und Hurden gedörrte Apfelstücke, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Schnetze'' ,Obstschnitte‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gilt nur für Äpfel, gedörrte Birnen sind ''Hutzeln'' (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnitzen''' ● ''schnetzen'' ,zurechtschneiden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnucken''' ● in Niederhessen ausschließliches Wort für ,naschen‘ (Pfs. 1886); ''schnuggen'' ,naschen‘, Kassel (Gr. 1894), ''schnüggen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnucker''' ● ''Schnügger'' ,Nascher, Feinschmecker‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnücker''' ● ''Schnigger'' ,jem., der gern nascht‘, ,jem., der einfache Hauskost tadelt, daran etwas auszusetzen hat‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnückelchen''' ● ''Schnickelchen'', auch ''Schnuckelchen'': zärtliche Bezeichnung für Kinder, Kassel (Gr. 1894); ''Schnuggelchen'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnücksch''' ● ''schnuckisch'', Adjektiv zu ''schnucken'' (Pfs. 1886); ''schnicksch'' ,naschhaft‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894), ,wählerisch im Essen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuckmaul''' ● ''Schnuggmull'' ,jem., der gern nascht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnucksack''' ● ''Schnüggsack'' ,naschhafter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuckwanst''' ● ''Schnüggwanst'' ,naschhafter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuckwerk''' ● ''Schnuggewerk'' ,Naschwerk‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schnüggwärk'' ,leckere Speisen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnudel''' f. ● ,unreinliche Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnuffeln''' ● ,beständig durch die Nase schnaufen; Aufziehen des Schleimes‘, besonders Niederhessen (Pfs. 1886); ''schnuffeln'' ,schnüffeln, schnuppern‘, Kassel 20. Jh.; ''schnüffeln'' ,schnüffeln, den Schlem in der Nase hochziehen; an etwas herumriechen, schnuppern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuffelnase''' ● ''Schnuffelnase'' ,jem., der überall herumschnüffelt‘, Kassel 20. Jh.; ''Schnüffelnose'' ,Nase mit starker Schleimabsonderung; Kind, das dauernd die Nase hochzieht (Schimpfwort), Mensch, der überall herumriecht, Schnüffler‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuller''' ● ''Schnuller'', ''Schnüller'', ''Schniller'' ,Penis‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Schnuller'' ,Penis‘, vor allem der kleiner Jungen, bei Erwachsenen eher scherzhaft gemeint, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnullern''' ● ,pinkeln (von kleinen Jungen, männlichen Säuglingen)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnupfen''' ● ''sich schnuppen'', ''sich schnippen'' ,sich schneuzen; riechen, bemerken‘ (Vil. 1868); (''sich'') ''schnubben'' ,(sich) schneuzen‘, Kassel 20. Jh.; ''sech schnübben'' ,sich schneuzen‘,Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnupfern''' ● ''schnubbern'' ,stoßweise riechen, schnüffeln‘, trans. auch: ,etwas bemerken, meist Unangenehmes‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuppe''' m. ●  ''Schnübbe'' ,äußerstes Ende, Rand, z.B. eines Tisches, eines Brettes‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Schnappe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuppel''' m. ● ''Schnübbel'' ,das männliche Glied‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnüppel''' m. ●  ''Schnibbel'' ,Endstück, Teilstück, Zipfel (z.B. Wurst); Penis‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnurbel''' f. ● ''Schnurwel'' ,jem. mit runzliger (früher auch: durch Pockennarben entstellter) Haut‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnurbeln''' ● ''schnurweln'' ,schrumpfen, schrumpeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnurbeln''' ● ''schnorweln'' ,undeutlich vor sich hin reden, vor sich hin knurren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnurbes''' m. ● ''Schnurwes'' ,Schnurrbart‘, Niederhessen (Pfs. 1886), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnurcheln''' ● ,leise atmend schlafen‘, Kassel 20. Jh.; ''schnorcheln'' ,leise schnarchen, röcheln‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Auch übertragen: ''De Piffe schnorchelt.'' ,Die Pfeife schnurchelt.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnurr''' f. ● ''Schnur'', „fast“ ''Schnurr'', oft auch ''Schnor'', stets mit kurz ausgesprochenem Vokal, ,Schwiegertochter‘, üblicher als ''Schwiegertochter''; sehr oft, besonders im westlichen Hessen, schon in Hersfeld, deminuiert: ''Schnurchen'', ''Schnorche'', ''Schnörche'', ''Schnerch'' (Vil. 1868). ● Vgl. ahd. und mhd. ''snur'' ,Schwiegertochter‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnurren''' ● ''schnurren'' ,zusammenschnurren, verschnurren ,eintrocknen (halbverbrannter Braten, getrocknetes Obst, verwelkter Menschlicher Körper)‘ (Vil. 1868); ,sich schnell drehen (vor allem von Rädern), schnell von der Hand gehen‘, ''innschnurren'', ''zusammenschnurren'' ,einschrumpfen‘, ''schnurren gehn'' ,losgehen, um Gesellschaft zu suchen‘, Kassel 20. Jh.; ''schnorren'' ,sich schnell im Kreise drehen; müßig umhergehen, um zu schwatzen und Neuigkeiten zu erfahren‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Das schnurrt nur so.'' ,Das flutscht, geht schnell von der Hand.‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnürkel''' ● ''Schnirkel'' ,Schnörkel‘, Kassel (C. Müller, 1925)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnürzel''' ● ,anmutig, lieblich‘, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnütchen''' ● ''Schniddchen''  ,kleiner Mund; Kuß‘, Kassel (Gr. 1894); ,Mund kleiner Kinder; Schmollmund kleiner Kinder‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnute''' f. ● ''Schnute'' ,menschlicher Mund‘, verächtlich, Niederhessen (Vil. 1868); ''Schnudde'' ,Mund‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,Schmollmund‘, Kassel 20. Jh.; ''Schnüdde'' ,Schnauze, Mund‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä macht ’ne Schnudde.'' ,Er macht einen Schmollmund, ist unwirsch.‘ Kassel 20. Jh. ''Hä hängt de Schnüdde.'' ,Er macht ein mürrisches Gesicht.‘ ''Sinne Schnüdde schnitt Hoore op''. ,Sein Mund schneidet Haare ab, er hat ein böses Mundwerk.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuttel''' m. ● ''Schnuddel'' ,Schwatz, belanglose Unterhaltung‘ Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuttelchen''' ● ''Schnuddelchen'' ,kleiner Schwatz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnutteln''' ● ''schnuddeln'' ,anhaltend sprechen, schwatzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''schnüddeln'' ,schnell und anhaltend sprechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schöne''' ● ''scheene'' ,schön‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● Steigerung: ''scheene'', ''schenner'', ''am schennsden''. Der Positiv ''scheene'' ist nicht sehr häufig, wird meist ersetzt durch ''hibsch'', ''hebsch'' ,hübsch‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schöpferling''' ● ''Schepperling'', ein Kartoffelgebäck, Schönau, Gilserberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schore''' f. ● ,ein Mundvoll (Brot), ein Priem Kautabak‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schörchen''' ● ''Schaerchen'' ,Portion Kautabak, so viel auf einmal in den Mund genommen wird‘ (Vil. 1868); ''Scheerchen'' ,Mundportion Kautabak‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schoren''' ● ''scharen'', ''schoren'' ,Tabak kauen‘ (Vil. 1868); ''schoren'', Kassel (Gr. 1894); ''schoren'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schoren''' ● ''schoren'', ''zuschoren'' ,an Schule gegenseitiges Aushelfen mit dem Frühstück; verbotenes Zurufen an Befragte, heimliches Ablesen aus einem Buche, falls man dem Lehrer nicht antworten konnte‘, Kassel, 1840er und 1850er Jahre (Pfs. 1886); ,einem Mitschüler schriftliche Arbeiten absehen‘, Kassel (Gr. 1894); ,in der Schule bei einer Klassenarbeit vom Banknachbarn abschreiben‘, auch: ,von einem vorbereiteten Spickzettel (''Schorzettel'') abschreiben‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schores''' m. ● ,Gewinn, Nutzen, Profit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schorn''' m. ● ,zwei Fuß langes, schmales Weizengebäck‘, Niederhessen und Fulda (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schorn''' m. ● ,Erdscholle‘, Oberhessen (Vil. 1868); Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schörnerig''' ● ''schernerech'' ,schollig, voller Erdschollen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schortabak''' ● ''Schartabak'', ''Schortabak'' ,der in Rollen verkäufliche Kautabak‘ (Vil. 1868); ''Schordawwack'' ,Kautabak‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schosse''' ● allgemeine Bezeichnung für,Schnellkügelchen‘, Kügelchen, mit denen Kinder bestimmte Geschicklichkeitsspiele spielen, Kassel (Gr. 1894). ● Es gab davon mehrere Gruppen; Gr. zählt auf: 1) ''Kleiwachse'' oder ''Klimberde'' (unglasierte, weiße, gebrannt), 2) ''Schusser(de)'', dieselben mit brauner Glasur, 3) ''Wackeln'' oder ''Waulen'': a) gewöhnliche, b) ''Erweswackeln'' (erbsengroß), c) rot, grün oder blau lackierte Wackeln, d) ''Marmorwackeln'', fleischfarbig mit etwas rotem Geäder, e) ''Achatwackeln'' , f) ein ''Bickert'', wie 2., aber von der Größe eines Borstorfer Apfels (mit dem allerdings nicht geknipst wurde). ● Nach Bennecke (Kassel 1904) wird das Wackelspiel auf dreierlei Art betrieben: 1) ''Kuttenwerfen'' (s. ''Kaute''), wobei die Wackeln ''geschuckelt'' oder ''geschmackt'' werden, 2) ''Anwerfen'', wobei sie auf die Erde geworfen werden, 3) ''Knibbsen'', wobei sie in der [[Druselturm|Drusel]] (= Rinnstein) einfach aufeinander geknipst werden. ● Siehe ''Schosser'', ''Wackel'', ''Nete''; ''knipsen'', ''schuckeln'', ''schmacken''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schossen''' ● ,Schößlinge treiben‘, Kassel 20. Jh.; ,Schößlinge treiben, ins Kraut schießen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schozzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schosser''' m. ● ''Schosser'', ''Schossert'', Plur. ''Schosserte'' ,kleine Spielkugeln von geringerem Wert als die basaltenen Wackeln‘, Kassel (Pfs. 1886). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schotengebitze''' f. ● ''Schodenjebetze'' ,Bund Schotenstroh‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrabbeln''' ● ''schrawweln'' ,lallen (von Säuglingen), plaudern (von ganz kleinen Kindern, im Sinne von Gesprächigkeit)‘, Kassel (Gr. 1894), ,andauernd und schnell sprechen, eher unverständlich bzw. ohne Gehalt‘, Kassel 20. Jh.; ,andauernd und schnell sprechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schräh''' ● ''schreh'' ,schräg‘ Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrägläufer''' ● ''Schrehlaifer'' ,halbwüchsiger Junge (ungefähr vom 14. bis 17. Lebensjahr)‘, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrappchen''' ● ''schrabbchen'' ,schaben, mit einem Messer abkratzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrappen''' ● ,kratzend schaben‘ (Vil, 1868); ''schrabben'' ,abkratzen, abschaben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,schaben, mit einem Messer abkratzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''den Bart schrabben'' ,rasieren‘, humoristisch, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Bartschrapper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrebb''' ● ,mißvergnügt, unzufrieden, elend, hungerleidend aussehend‘, auch: ,neidisch‘, wohl nur (noch) in der Redensart ''en schrewwer Junge'', Kassel (Gr. 1894); ''schrebb'' ,hager, mager, dünn‘, Balhorn (Sl. 1901). In Gr.’s Manuskript ''schrèwwer Junge'', also offenes ''e''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schreben''' ● ''schräwen'' ,ein wenig gefrieren, mit leichter Frostdecke überzogen werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schreckstein''' ● ,Prellstein‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schräggsteeng'' ,starker behauener Stein, an Hausecken gesetzt, um Beschädigungen durch Fuhrwerke zu verhindern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schreibens''' s. ● ''en Schriewens'' ,ein Schreiben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,Schreiben, Geschriebenes, namentlich amtlicher Brief‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä brachte mä en Schriewens''. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrittschuh''' ● ''Schrettschuh'' ,Schlittschuh‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.’s Manuskript ''Schréttschuh''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schroh''' ● ''schro'', ''schra'', Plur. ''schrowe'', ''schrawe'', ,rauh beim Anfühlen, rauh überhaupt, schlecht, dürftig mangelhaft, armselig‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868); ''schroh'' ,elend, hungerleidend aussehend, wie von karger Kost lebend‘, Kassel (Gr. 1894), ,grob (in Bezug aus Speisen)‘, Kassel (Lüttebrandt 1917); ,hager, mager, dünn‘, Balhorn (Sl. 1901); ,rauh‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schrâch'', ''schrôch'' ,mager, dürr, rauh, grob‘.● Vil. gibt historische Belege aus Kassel 1607 (Gesangbuch des Landgrafen Moritz) und Eschwege 1657.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrubben''' ● wie hd., Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), auch: ,aus dem Groben hobeln‘, Kassel (Gr.); ''schrobben'', wie hd., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrubber, Schrubbert''' m. ● ,besenartiges Gerät zum Schrubben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); auch: ,jem., der aus Habgier viel, lange, rasch und darum oft schlecht arbeitet‘, Kassel (Gr.); ''Schrobber'', wie hd., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrumpel''' f. ● ,Runzel‘, in Hessen ausschließlich, ''Runzel'' ist unbekannt (Vil. 1868); ''Schrumbel'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schrömbel'' ,Runzel, Hautfalte‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrumpel''' f., m. ● ''Schrumpel'' ,Runzel‘ in übertragener Bedeutung; ''Schrumpel'' f., ''alte Schrumpel'' ,altes Weib‘, verächtlich (Vil. 1868); ''ahler Schrumbel'' m. ,runzlige, häßliche Person (kann Mann oder Frau sein)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrunde''' f. ● ,Riß in der Haut durch Nässe und Kälte‘ (Vil. 1868); ''Schrunne'', ''Schrunge'' ,bleibender Riß in der Haut der Hände, verursacht durch grobe Arbeit‘, Kassel 20. Jh., ''Schrungen'' Plur., Kassel (Gr. 1894); ''Schrönge'' ,Riß in der Haut, namentlich an der Hand‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kassel: ''Schrunge(n)'' ist ländliche Form (bedingt durch Zuzug vom Lande).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuben''' ● ''schuwen'' (stark konj.) ,schieben‘, Kassel (Gr. 1894); ''schüwen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen Oberellenbach: schüwen, schopp, jeschowwen (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuben''' ● ''schuben'' (schwach konj.) ,auf dem Eis gleiten‘, östl. und mittleres Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schubkaren''' m. ● ''Schuwekahren'' ,Schubkarren‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schübkorn'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schubstein''' ● ,Wetzstein größerer Art, etwa für schwere Messer und Äxte‘, besonders in Oberhessen (Vil. 1868); ''Schübsteeng'' ,Wetzstein, auf dem durch Hin- und Herschieben größere Gegenstände geschliffen werden‘,  Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schüchelchen''' s. ● ''Schiechelchen'', Plur. ''Schiechelerchen'', ,kleiner Schuh, kleiner Kinderschuh‘, Kassel  19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schiechelchen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Schuh''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuchten''' ● ''schüchden'' ,jauchzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schoch'', Interjektion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuckeln''' ● ''schuggeln'' ,in kurzen Stößen schaukeln (auf dem Stuhl); schütteln, rütteln; wackeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''Schosse''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuckerig''' ● ''schüggerech'' ,fröstelnd, vor Kälte oder Schreck zitternd‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuckern''' ● gleichbedeutend mit ''sich schuppern'', ,sich (von) etwas drücken‘, Niederhessen (Pfs.1, 1889); ''schüggern'', impers. ''es schüggert mech'' ,es überläuft mich (vor Kälte oder Schreck)‘, ''sech schüggern fär'' ,Abscheu vor etwas haben, ungern an etwas herangehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
		&lt;br /&gt;
'''Schuh, Schuch''' m. ● ''Schuh'', gewöhnlich in alter Weise, mitunter sogar im Plural, ''Schuch'' gesprochen (''u'' lang) (Vil. 1868); Sing. ''Schuh'', Plur. ''Schuh(e)'', Kassel 20. Jh.; Sing. ''Schuch'' (''u'' kurz), Plur. ''Schuh'' (''u'' lang), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Schüchelchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schuldsmann''' ● ''Scholdsmann'' ,Schuldner‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schulmeister''' ● ''Schollmeester'' ,Lehrer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schulpe''' f. ● ,Erdscholle‘, Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schulmeisterschin''' ● ''Schollmeesterschen'' ,Frau des Lehrers‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schultern''' ● ''sich schullern'' ,sich recken‘, übertragen: ,sich widersetzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppchen''' ● ''sich schobbchen'' ,sich infolge einer juckenden Empfindung schütteln, die Kleidungsstücke am Körper reiben‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''schuppen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppeln''' ● ''schubbeln'', ''schuppeln'', ''schüppeln'' (''schippeln'') ,wälzen, rollen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''schübbeln'' ,rollen, rollend fortbewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schuppelrad''' ● ''Schübbelroot'' ,kleines Rad aus Holz, das den Kindern als Spielzeug dient‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppen''' ● ''(sich) schubben'' ,(sich) jucken, reiben, wo ein Kitzel oder Reiz empfunden wird‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. ''schuppchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppen''' ● ''schobben'' ,Hafer, der auf dem Acker liegt, zu Garben bündeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schupperechtig''' ● ,schauderhaft‘, von Dingen gesagt, vor denen man sich schuppert, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Bildung mitdem Suffix -''echtig'', s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schupperig''' ● ''schubberig'' ,Schauder machend‘ (in Bezug auf Kühle, Kälte), Kassel (Gr. 1894). ● ''Es is mä so schubberich''. ,Es fröstelt mich.‘ Auch vom Wetter gesagt. (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppern''' ● ''sich vor etwas schuppern'' ,einen gelinden Schauder vor etwas haben, ungern an ein schwieriges Geschäft oder die Arbeit überhaupt gehen‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''sech schubbern'' ,(zurück)schaudern, sich scheuen, zögern, fürchten vor‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schuppert''' m. ● ''Schubbert'': eine Fischart, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. erwägt, ob vielleicht identisch mit ''Kullert''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schürgen''' ● ''schergen'', in Niederhessen oft ''schirgen'' ,schieben, fortschieben, fortstoßen (mit Anstrengung)‘ (Vil. 1868); ''schürgen'' ,schieben‘, hier und da vorkommend, z.B. Hersfeld; ''schärjen'' ,mit Anstrengung fortschieben, fortstoßen, ziehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schürgen'', ''schurgen'' ,schieben, stoßen, treiben‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schurri''' ● „ein kriegerischer, streitbarer Ruf ... zu kühner Herausforderung“, z.B. auf Kirmessen und bei anderen Anlässen; er ist alt: in den französ. Revolutionskriegen griffen die hessischen Truppen mit ''Schurri'' an (Pfs. 1886); ''schurri!'' Alter Kampf-, Angriffsruf der hessischen Soldaten, Kassel (Gr. 1894). ● Redensart  ''Schurri in’n Kohlenkasten'':  ein Hervorstürzen, -brechen, Draufloseilen bezeichnend (Gr. 1894). ''Schurri, schurri!'' Etwa: ,Mach los, beeil dich gefälligst!‘ Kassel, Mitte 20. Jh. ● Vermutl. von mhd. ''schür'' (mit md. Variante ''schur'') ,Andrang‘, zum Verb ''schürn'' ,Anstoß geben, antreiben, schüren‘ gehörig, verwandt mit mhd. ''schurge'' ,Anstoß, Angriff‘. ● Siehe ''überstülpen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schürzel''' ● ''Scherzel'' ,Schürze‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Schärzel'' n., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schürzen''' ● ''sech schärzen'' ,zur leichteren Bewegung bei der Arbeit die Kleider in die Höhe binden’, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schussel''' f. ● ,unordentliche Weibsperson‘, Ober- und Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schusterkarmenade''' f. ● ,Schusterkarbonade, Handkäse‘, scherzhaft, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schutt''' m. ● ,Regenguß‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schütten''' ● ''schedden'' ,schütten‘, auch: ,gießen‘; „letzteres gebraucht der Kasselaner nur von Metall, Talg usw., nie von Wasser, Milch und anderen Getränken“, Kassel (Gr. 1894). ● ''Es schiddet.'' ,Es regnet stark.‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schutteln''' ● ''schuddeln'' ,schütteln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Redensart ''schuddeln un ruddeln''  (und umgekehrt) ,schütteln und rütteln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schutter''' m. ● ''Schudder'' ,Schauer (vor Kälte oder Ekel), Kassel 20. Jh. ● ''Mä lief en Schudder iwwer den Riggen.'' ,Mir lief ein Schauer über den Rücken.‘ Kassel 20. Jh. ● Vgl. ähnliches ''Schuder'', siehe ,Schauder‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schüttern''' ● ,etwas Feststehendes in schwankende Bewegung versetzen‘, meist in der Konstruktion ''an etwas schüttern'' (Vil. 1868). ● ''Schütter doch nicht so am Tisch.'' (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuttern''' ● ,schüttern‘, weit verbreitet als Intransitiv gegenüber bei Vil. verzeichnetem Transitiv ''schüttern'' (Pfs. 1886); ''schuddern'' ,erschüttern, erschüttern machen; schaudern vor Kälte, Ekel‘, Kassel 19. (Gr. 1894), unpers., ,einen Schauder bekommen‘, Kassel 20. Jh. ● ''Es schuddert mich'' (vor Kälte oder Ekel), Kassel 20. Jh.; Überschneidung mit ''schudern'', s. ''schaudern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schüttfett''' ● ''Scherrefätt'' ,Rüböl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schütze''' f. ● ''Schetze'' ,Vorrichtung zum Stauen des Wassers‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schützen''' ● ,Wasser, Gerinne aufstauen, dämmen‘ (Vil. 1868); ''schetzen'' ,Wasseer abdämmen, stauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Do kamme jo de Foole met jeschetzen.'' ,Damit kann man die Fulda abdämmen (von einer großen Menge gesagt).‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwacken''' ● „bedeutet die Bewegung einer Flüßigkeit, welche in einem stark bewegten Glas befindlich ist“ (Vil. 1868); ''schwaggen'' ,eine Flüssigkeit in einem Gefäß durch ruckartige Bewegung zum Verschütten bringen oder in die Gefahr des Überfließens bringen; vergeuden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Geschwacket vull'' ,zum Überfließen voll‘, Kassel 19. Jh. (Herzog).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwackelfette''' ● ''schwaggelfädde'' ,infolge starker Verfettung hin und her schwankend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwadchen''' f. Plur. ●,Hülsen der Erbsen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwaden''' ● ''sech schworen'' ,ein Schwadenbad nehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwadenbad''' ● ''Schworenboot'': bei Halsschmerzen nimmt man gern ein Schwadenbad, d.h. man steckt den Kopf in die Dämpfe von gekochten Kartoffeln oder kochendem Viehfutter, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwäher''' ● ''Schwähr'' ,Schwiegervater‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''sweher''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwalbe''' ● ''Schwalwe'', übertragen: ,Ohrfeige‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwanden, schwanen''' ● ''schwanen'' unpers. ,ahnen‘, üblich, ganz Hessen (Vil. 1868); ''schwahnden'' ,ahnen‘, Kassel (Gr. 1894); ''schwaanden'', ''schwanen'' unpers., Kassel 20. Jh. ● ''Es schwant mir.'' ,Es ahnt mir, es steht mir dunkel vor.‘ (Vil.) ''Es schwaandet mä, schwant mä.'' ,Ich ahne (meist nichts Gutes).‘ Kassel 20. Jh. -  ● Vgl. mnd. ''swanen'' mit Dat. ,vorgefühlt, geahnt werden‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwandunge''' ● ''Schwahndunge'' ,Ahnung‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwane''' f. ● ,Schwan‘, feminin, Hessen, neuerdings durch den Einfluß der Schriftsprache maskulin (Pfs. 1886). ● Pfs. teilt mit, daß es in seiner Jugend „so ziemlich in allen hessischen Städten“ eine „Schwane“ gab, d.h. „Gasthof zur Schwane“. ● Vgl. ahd. ''swana'' f., ''swan'' m. ,Schwan‘; mhd. und mnd. ''swan(e)'' nur m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwank''' ● ''schwaank'' ,lang und dünn, biegsam‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwänzelénz''' m. ● ''Schwänzelänz'' ,Mensch, der beim Gehen die Röckschöße hin und her bewegt, affektiert gehender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwänzelieren''' ● ,schmeicheln, katzbuckeln‘, Kassel (Gr. 1894). ● Im selben Sinn: ''Schwänzelierchen machen.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwärdreck''' ● ''Schwährdräck'',Augenbutter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwarte''' ''●'' wie hd., von der Schweinshaut und der menschlichen Kopfhaut gebräuchlich (Vil. 1868); ergänzend zu Vil: auch ,Mund‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''Schwarde'' ,Schwarte; Redefertigkeit‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Schwoorde'' ,dicke, harte Haut, besonders Speckschwarte‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''’ne gude Schwarde am Kobbe hon'' ,das große Maul führen, jeden niederreden‘ (Gr.). ● Pfs. nimmt für die Nebenbedeutung Herkunft von ''suada'' an, Gr. von französ. ''suade'', etwa: ,Überredungskunst‘. ● Pfs.: „Daß hier ursprünglich jenes Suada für Redegabe [...] misverständlich in Absicht gewesen sei, ist wohl begründete Annahme.“ Heute werde eher der Gedanke an Lippen aufkommen. „Mindestens hatte ich als Kasseler Junge immer an eine richtige Schweine-Schwarte darbei gedacht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwarzammerse''' f. ● ''Schworzommersche'' ,Schwarzamsel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwebel''' m. ● Schwäwel ,Schwefel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schweher''' m. ● ''Schweher'', ''Schwäher'' ,Schwiegervater‘, ganz Hessen (Vil. 1868). ● ''Schwiegervater'' war bei der hessischen Landbevölkerung bis in die 1820er Jahre nicht im Gebrauch, z.T. sogar unverständlich (Vil. 1868); ''Schwähr'', Oberellenbach (1926). ● Vgl. mhd. ''sweher''. ● Siehe ''Schwieger''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schweigen''' ● ''schwichen'' (''i'' kurz) nur im Kompositum ''stilleschwichen'' ,schweigen‘, Kassel 20. Jh.; ebenfalls nur im Kompositum: ''stelleschwijjen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''swîgen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schweigen''' ● ''schweejen'' ,zum Schweigen bringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''sweigen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwein''' m. ● ,Schweinehirt‘, üblich nur noch im niederdeutsch sprechenden Niederhessen (Gegend von Hofgeismar und Wolfhagen), in Kassel und Frankenberg zu Anfang des 19. Jh. erloschen (Vil. 1868). Haus- und Familienbeiname „bie Schweins“, Kirchberg 2014. ● Vgl. ahd. ''swein'' ,Schweinehirt, Knecht‘, mhd. ''swein'' ,Hirte, Knecht‘, altnord. ''sveinn'' ,Knabe, Bursche, Diener, Hirt‘. Das Wort hat mit ahd. ''swīn'', mhd. ''swîn'' ‚Schwein‘ nichts zu tun. Der Unterschied ist auch in der mundartlichen Aussprache gewahrt: ''Schwein'' – ''Schwinn''. Erst mit Luthers Bibelübersetzung kam für die vorwiegende niederhess. Form ''Schwinn'' hd. ''Schwein'' auf, wodurch beide Wörter als zusammengehörig empfunden werden konnten. (Kleinere Teile des Niederhessischen haben allerdings altes ''î''zu ''ei'' diphthongiert.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schweiß''' ● ''Schweeß'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schwitz'', ''Schwitze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schweren''' ● ''schwären'' ,schwören‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl.mhd. ''swern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwerenangst''' f. ● ,Schwere Angst‘: ''Schwerenangest noch emo!'', Fluchwort, Kassel (Gr. 1894); ''Eerníngster!'' (Plur., Akzent auf der 2. Silbe) , Fluchwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwerenot''' f. ● ''Schwerrnót''!, auch: ''Eernót''!, Fluchwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwerenöter''' ● ''Schwerrneeder'' ,listiger, verschlagener Mensch, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwerenotsch''' ● ''schwerrnoodsch'' ,eigenartig, sonderbar‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwerfutterig''' ● ''schweerfudderech'' ,schwer zu füttern‘ im Sinne ,das Futter schlägt nicht an‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwerlich''' ● ''schwärrlech'' ,kaum‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwicke''' f. ● ,Steg, Brücke, aus Pfählen, welche mit Hürden und diese wiederum mit Rasenstücken übberdeckt werden, verfertigt, und zur meist nur sommerlichen Überbrückung eines kleinen Flusses oder eines Sumpfes dienend‘, in neuerer Zeit nur selten noch errichtet, Niederhessen (Vil. 1868); ''Schwegge'' ,Notbrücke‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwieger''' f. ● ,Schwiegermutter‘, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Schwäjer'' ,Schwägerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''swiger'' ,Schwiegermutter‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwiemel''' m. ● ''Schwimel'' ,Schwindel,Taumel‘, nur im nd. sprechenden nördlichsten Hessen [was offensichtlich nicht zutrifft] (Vil. 1868); ''Schwimmel'' ,Schwindel, Taumel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● vgl. mhd. ''swîmel'', ''swimmel'' ,Schwindel, Taumel‘. ● ''Schwimmel'' geht entgegen dem Anschein zurück auf die mhd. Form ''swîmel'' (''i'' erhalten, aber gekürzt, keine Senkung zu ''e'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwiemelei''' ● ,Völlerei, Nachtschwärmerei‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwiemelig''' ● ''schwiemelig'' ,betrunken‘, Kassel (Gr. 1894), unpersönl. ,benommen, schwindlig‘, Kassel 20. Jh.; ''schwimmelech'' ,schwindlig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Mä is ganz schwiemelich (zemude)''. ,Mir ist schwindelig, ich bin benommen.‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwiemeln''' ● ''schwimeln'' ,wanken, gehen wie ein Betrunkener‘, [angeblich nur] an der Diemel und Weser (Vil. 1868); ''schwimmeln'' ,schwindlig sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''swîmeln'', ''swimelen'', ''swimmeln'' ,schwindeln‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwinde''' ● ''schwinge'' ,geschwind, schnell‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd ''swinde'', ''swint'' ,heftig, ungestüm, schnell‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwippe''' f. ● , Peitsche‘, Umgebung von Kassel, fuldaaufwärts bis Spangenberg (Vil. 1868). ● Vgl. mhd. ''swippe'', ''sweppe'' f. ,Geißel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwitte''' f. ● ''Schwidde'' ,Gefolge, Troß, nach- und mitziehender Haufe‘, geringschätzig, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schwidden'' Pl. ,Lügen, Aufschneidereien‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Pl. ''Schwidden'' in der Redensart ''Schwidden machen'' ,Kleideraufwand, auch anderen Aufwand machen‘ (Gr.). ● Von französ. ''suite'' ,Folge, Gefolge, Begleitung‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwittenmacher''' ● ''Schwiddenmacher'' ,einer der (Kleider-)Aufwand betreibt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwittjee''' m. ● ''Schwiddjeh'' ,einer, der (Kleider-)Aufwand betreibt‘, Kassel (Gr. 1894), ,Blender‘, Kassel 20. Jh.; ,leichtsinniger, listiger Mensch, Lügner‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von franz. ''suitier''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwitz''' m. ● ,Schweiß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwitze''' f. ● ,Schweiß‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwofen''' ● ,schwiemeln, sich vergnügt umhertreiben‘, auch für ''tanzen'' verwandt (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwof''' m. ● ,schwiemelndes, wohl auch unehrbares Getreibe‘, bei Kassel (Pfs. 1886); ,Tanz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwubbeln''' ● ,schwabbeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwuckelfette''' ● ''schwoggelfädde'' ,infolge starker Verfettung sich hin und her bewegend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwuckelig''' ● ''schwoggelech'' ,sich hin und her bewegend (namentlich infolge Verfettung)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwuckeln''' ● ,schwabbeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwuddel''' m. ● ,schwulstartige Fett- oder Fleischablagerung‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwulch''' m. ● ,Geschwulst‘, Hersfeld, Knüllgegend (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwulch''' m. ● ,drückend heißer Dunst‘, z.B. in einer Stube, in welcher geheizt ist und dazu Wasser verdampft, in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868); ,Schwüle‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwulchig''' ● ,schwül‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwuppen''' ● ''schwubben'' ,ruckartig hin und her schwingen (von Schwerem)‘, Kassel 20. Jh.; ,infolge einer allzu schweren Last hin und her schwanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sebbchen''' n. ● ,Stückchen‘, bei Felsberg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''See''' n. ● ''das See'' ,der See‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seeb''' ● ''Sähp'' ,Sieb‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seelenbein''' ● Zärtlichkeitsausdruck, Kassel (Gr. 1894). ● ''Min einstiges (= einziges) Seelenbein!'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sehen''' ● Stammformen: ''sähn'', ''saach'', ''gesähn'', Kassel 19. Jh., Anf. 20. Jh.; ''sähn'', ''soch''(''o'' kurz), ''jesähn'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seibelbart''' ● ''Saiwelboort'' ,langweiliger Erzähler‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seibeln''' ● ''saiweln'' ,mit lästiger Breite sprechen, langweilig erzählen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiber''' m. ● ''Seiber'', ''Sebber'' ,aus dem Mund herabfließender Speichel‘ (Vil. 1868); ''Seiwer'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Seewer'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberbart''' ● ''Seiwerbard'' ,jem., dem der Geifer aus dem Mund fließt; unleidlicher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); ''Seewerboort'',Mensch, dem der Speichel aus dem Mund fließt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberglocke''' ● ''Seewerglogge'' ,Kind, dem der Speichel aus dem Mund herabfließt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberläppchen''' ● ''Seiberläppchen'', ''Seibertuch'' ,Tuch mit Bändern, das man kleinen Kindern umbindet, um herabfließenden Speichel aufzufangen‘ (Vil. 1868); ''Seiwerläbbchen'' ,Brustlatz des Säuglings zur Schonung der Bekleidung‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberlätzchen''' ● ''Seiwerlätzchen'' ,Tuch, das man kleinen Kindern vor dem Essen umbindet zur Schonung der Bekleidung vor herabrinnendem Speichel‘, Kassel 20. Jh.; ''Seewerlätzchen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seibern''' ● ''seibern'', ''sebbern'' ,den Speichel aus dem Mund fließen lassen‘, in Nieder- und Oberhessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''seiwern'' ,das Entäußern des Speichels bezeichnend (von Säuglingen)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''seewern'' ,Speichel aus dem Mund fließen lassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberschlette''' f. ● ''Seewerschledde'' ,Mensch, dem der Speichel aus dem Mund läuft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seich''' m. ●  ''Seech'' ,Harn, Urin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel 20. Jh. eher übertragen gebraucht: ''Där mit sim Seich''. ,Der mit seinem dummen Geschwätz.‘&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seichameise''' ● ,Ameise‘, die ''Seichammel'', gewöhnlich in neuester Zeit der ''Seichhammel'' gesprochen, nördlichstes nd. sprechendes Niederhessen, ebd. fast ausschließliche Bezeichnung der Ameise (Vil. 1868), ''Séchummelsche'' in Oberhessen (Vil. 1868); ''Seechmotze'' (''o'' geschlossen), fast ausgestorben, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hingegen Simplex ''Ummelsche'' ,Amsel‘, Oberhessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiche''' f. ● ,Urin‘ (Vil. 1868); Kassel 20. Jh. ● Dünn wie Pferdeseiche, übliche Verurteilung schlechten Bieres. (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seichen''' ● ‚ausschließlich gebrauchtes Wort für urinieren‘ (Vil. 1868); ''seichen'', Kassel 20. Jh.; ''seechen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Hochseicher''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seichfäßchen''' ●  ''Seechfäßchen'' ,kleines Faß, in dem der menschliche Urin gesammelt wird, um dann aufs Feld getragen zu werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seichtüpfen''' n. ●  ''Seechdebben'' ,Nachtgeschirr‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seidenbeutel''' ● ''Siedenbiedel'' ,jem., der auffällig glatt und geschmeidig in seinen Manieren ist, Einschmeichler‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiger''' ● ,Sieb, Durchschlag, besonders für Flüssiges‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seihe''' f. ● ,Sieb, Durchschlag, besonders für Flüssiges‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seihtuch''' ● ''Sidduch'' (''u'' kurz) ,leinenes Tuch, das zum Seihen der Milch benutzt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seil''' ● Plur. ''die Seiler'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Seel'', ''Seeler'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''En Seil drehn'' ,ein langes Schwätzchen halten‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seilerhans''' ● ,langweiliger Erzähler, Schwätzer‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seilermärten''' ● ''Seelermärden'' ,Seiler-Martin, langweiliger Erzähler‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seilern''' ● ''seelern'' ,eine Tätigkeit hinauszögern; langweilig erzählen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiltänzer''' ● ''Seildänser'': Brötchenart, auch ''Wasserwecke'' gen., Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seimig''' ● ''seemech'' ,dickflüssig, schleimig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sein-Muß''' m. ● ''Sinn-Muß'' ,etwas, das sein muß, Notwendigkeit‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Semft''' ● ''Senfft'' ,Senf‘, Kassel (Gr. 1894), ''Semft'', Kassel 20. Jh.; ''Sämft'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sengeln''' ● ,sengen‘ trans.: ,etwas anbrennen, sengen, Federkiele (bei Geflügel) absengen‘, intr.: ,glimmen, brenzlich riechen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sengern''' ● ,sengen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Senste''' ● ''Sänsde'' ,Sense‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''setzen''' ● Stammformen: ''setzen'', ''saßde'', ''jesaßt'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Setzwaage''' f. ● ,Dreispitz, Dreimaster, dreieckiger Hut‘, „wie ihn die Leichenträger oder ,Bullezeischerschanden‘ (Polizeisergeanten) in großer Uniform auch mit Gala bei feierlichen Gelegenheiten meist trugen“, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sick''' ● ''sick'' oder ''zick'', Lockruf des Schäfers für die Schafe, ganz Hessen (Vil. 1868); ''sick, sick!'' Lockruf für die Schafe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sickertär''' n. ● das ''Sickerdehr'' ,Sekretär im Sinne von Schreibtisch‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. verweist auf Jonas: ''Schribsicherdehr''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sieh''' ● ''sich'' (mit kurzem ''i''), Imperativ Sing. von ''sehen'', Kassel (Gr. 1894); ''säch!'' ,sieh da!‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Sich emo ahn!' ,Sieh einmal an!‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sieden''' ● Stammformen: ''sieden'', ''sood'', ''gesooden'', Kassel 19., Anf. 20. Jh.; ''sieren'', ''sott'', ''jesorren'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sime''' f. ● ''Sime'' ,Schnur, Strick, Bindfaden, besonders ein dünner und kürzerer‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Simme'' ,Schnur, Bindfaden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Simetze''' f. ● ''Simele'', ''Simeze'', ''Simze'' ,Binse, juncus‘, in großen Teilen unseres Gebiets (Pfs.1886); ''Sümmetze'' ,Simse, Binse‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Auf den Simetzen'', Flurbezeichnung in Kirchberg 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''simulieren''' ● ''simulieren'' ,nachdenken, sinnen‘, Hessen (Vil. 1868); ''simmelieren'' ,intensiv nachdenken, grübeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''sembelieren'' ,nachdenken, sinnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von lat. ''simulare'' ,nachahmen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''singen''' ● Stammformen: ''singen'', ''sung'', ''gesungen'', Kassel 19., Anf. 20. Jh.; ''sengen'', ''soong''(''o'' offen), ''jesöngen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Singleiche''' f. ● ''Singeliche'' ,Singleiche‘, Kassel (Gr. 1894); ''Singeliche'' ,Leichenbegängnis mit Gesangsbegleitung‘, Balhorn (Sl. 1901). ● Redensart ''’ne Singeliche (machen)'' ,weitläufig über etwas Unangenehmes sprechen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sinken''' ● Stammformen, entsprechen in Kassel und Oberellenbach denen von ''singen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sint''' ● ,seit‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl mhd. ''sint''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sipp''' ● Redensart ''mit Sipp un Sapp'' ,mit allem, was zu ihm gehört‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sippern''' ● ,ein wenig Feuchtigkeit von sich geben (meist von Wunden)‘, überall gebräuchlich (Vil. 1868); ''sibbern'', ''sebbern'' ,sickern, sintern‘, auch in Bezug auf nässende Wunden, Kassel (Gr. 1894). ● Bei Gr. zweimal mit unterschiedlicher Schreibung und Einordnung verzeichnet. Gr.s Manuskript hat für die zweite Form ''sébbern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sochern''' ● ''sochern'', ''soochern'', ''suchern'' ,kränkeln, zumal zehrend kränkeln‘, Schwalm, Oberhessen (Vil. 1868); ''sochern'' ,kränkeln; auftrocknen (vom Körper Schwindsüchtiger)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Socherung''' f. ● ,Schwindsucht‘, Schwalm, Oberhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''socken''' ● ,Galopp laufen‘, im Waldeckischen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Söffer''' ● ''Seffer'' ,Säufer‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sömmersch''' ● ,sommerlich (z.B. Kleidung), sonnig (z.B. Lage eines Feldes)‘ (Vil. 1868); ''semmersch'' ,den Sonnestrahlen zugänglich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sommervögel''' ● ''Sommerveele'' ,Sommersprossen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
'''Sonnabend''' ● in Althessen die ausschließliche Bezeichnung; ''Samstag'' ist gänzlich unbekannt (Vil. 1868); ''Sunnowend'', Kassel 20. Jh.; ''Sonnowet'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Soppe''' ● ''Sobbe'' (offenes ''o'') ,Suppe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sosen''' ● ''sich sosen'' ,sich beruhigen, nachlassen (von Schmerz), Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spacherhans''' ● ,Hungerleider, Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spacherig''' ● ,vertrocknet, rissig (z.B. Brot, Erdboden)‘ (Vil. 1868); ''spacherich'' ,karg, kargend, trocken‘, im Hinblick auf Holz: ,sich spaltend, faulend‘, Kassel (Gr. 1894); ''spacherig'' ,vertrocknet, rissig; allzu sparsam, geizig‘, Balhorn (Sl. 1901); ''spacherech'' ,ausgetrocknet (vom Brot, auch vom Erdboden)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spachern''' ● ,zusammentrocknen und Risse bekommen infolge von trockener Luft und Hitze‘ (Vil. 1868); ,austrocknen‘ (in Bezug auf Brot); ,karg, kümmerlich leben‘, Kassel (Gr. 1894); ,austrocknen und rissig werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spachteln''' ● ,viel essen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spanisch Lauch''' ● ''Spanschlauch'', ''Banschlauch'' ,Porree‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Bei ''Banschlauch'' (s.d.) dissimilatorischer ''sch''-Verlust.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spanisch Rohr, Röhrchen''' ● ''Spanschrohr'', Kassel 20. Jh., ''Banschrehrchen'', Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spanisch Rohrstock, -stöckchen''' ● ''Spanschrohrstock'', ''Banschrohrstock'', Kassel 20. Jh.; ''Spanschrohrstäggchen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spanne''' f. ● ,Bett, Bettgestell‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch ''Bettspanne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spannen''' ● ''sich spannen'' ,großtun, eingebildet tun, übertriebenes Selbstbewußtsein zur Schau stellen‘, Kassel (Gr. 1894; C. Müller 1925); ''sech spannen'' ,sich hochmütig benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spannmichel''' ● ''Spannmechel'' ,Stutzer, Geck, Modenluder‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sparren''' ● wie hd., dazu: ,Hochmut, Dünkel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spatzenköpfe''' ● ''Spatzenkebbe'' ,gröbste Gerste‘, Kassel (Gr. 1894); offenbar sind grobe Graupen gemeint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speckanke''' f. ● ,feister Nacken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Specke''' f. ● ,leichte Brücke, Steg, welcher aus Pfählen besteht, die mit Hürden und diese etwa wieder mit Rasen besetzt sind, Oberhessen, „jetzt gibt es fast gar keine Specken mehr“ (Vil. 1868). ● Auch Niederhessen: Büchenwerra um 2010, Flurname in Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speel''' ● ''Spiel'', gesprochen ''Speel'', ,Menge, Vielheit, Masse‘, in Hessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''Spähl'' ,Spiel (wie nhd.); große Menge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).● ''Ein großes Menschenspiel, ein Spiel Geld'' (Vil.); ''en Spähl Mönschen, en Mönschenspähl'' ,eine große Menge Menschen‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speelding''' ● ''Spähldänk'' ,Mundharmonika‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speelmann, -leute''' ● ''Spählmann'', -''liere'' ,Musikant, Musikanten‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''spilman'', Plur. ''spilliute'' ,Musikant, fahrender Sänger, Gaukler’, md. ''speleman''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speelwerk''' ● ''Spählwerk'' ,Spielzeug, Spielsachen‘, Kassel (Gr. 1894); ''Spählwärk'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spei''' ● ,Speichel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spellen''' ● ''spellen gehen'' ,den Nachbarn zu vertraulichem Geplauder aufsuchen; Besuchsgang übers Feld machen‘, Mittelhessen (Vil. 1868); ''spällen gänn'' ,am Abend den Nachbarn oder Verwandten besuchen, um ein Plauderstündchen zu machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''spellen'' ,erzählen, reden, schwatzen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spellgast''' ● ''Spällgost'' ,derjenige, der am Abend den Nachbarn oder Verwandten besucht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spellmaide''' f. Plur. ● ,Junge Mädchen, die ein Chor (n., eine Gruppe) bilden und mit ihren Spinnrädern oder auch sonstigen Handarbeiten verwandte oder befreundete Familien aufsuchen (nach Anmeldung am Abend zuvor)‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spellstube''' ● ''Spällstowwe'' ,Spinnstube‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spelzen''' ● ,weiße Zwiebeln‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spenge''' ● ''spenge'', ''speng'' ,sparsam, selten, in geringer Menge vorhanden‘ (Vil. 1868); ''spenge'' ,knapp, karg, kaum hinreichend‘, Kassel (Gr. 1894); ''spänge'' ,selten, knapp‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mnd. ''spenge'' ,knapp, eingeschränkt; mäßig in Essen und Trinken‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spennel''' f. ● ''Spennel'', auch ''Spennadel'' ,Stecknadel‘, in Hessen ausschließlich für ''Stecknadel'' (Vil. 1868); ''Spennel'',Stecknadel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Spännel'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kasseler Nebenform, „seltener“: ''Spengel'' (Gr.); offenbar beeinflußt von ''Spange''. ● Vgl. mhd. ''spenel'' ,Stecknadel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spenneln''' ● ,anheften‘ (Pfs.1, 1889); ''spenneln'', ''anspenneln'' ,mit Stecknadel anstecken, feststecken‘; übertragen: ,jem. eine Arbeit machen lassen, zu einer Arbeit bringen, die ihm die freie Zeit raubt‘, Kassel (Gr. 1894); ''spänneln'', ''oonspänneln'' ,mit Stecknadeln befestigen; jem. mit etwas beauftragen, jem. etwas aufdrängen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sperbelig''' ● ''sperwelech'' ,gesprenkelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sperlegucksen''' Pl. ● ,Narrheiten, Spiegelfechtereien‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sperlegucksenmacher''' ● ,jem., der Sperlegucksen macht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sperlementen''' Pl. ● ''Spärlemenden'' ,Umschweife, Umständlichkeiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sperrschlette''' f. ● ''Sparrschlädde'' ,Kind, das dauernd den Mund öffnet; neugieriger Mensch (Schimpfwort)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spertelig''' ● ''sperdelich'' ,(sich) sperrend, sich spertelnd‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sperteln''' ● ''sich sperdeln'' ,auseinanderklaffen, sperren‘, übertragen: ,sich sperren, sich weigern, sich widersetzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speuz''' m. ● ''Spitz'' ,Speichel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speuze''' f. ● ''Spitze'' ,Speichel‘, üblichste, ja wohl allein übliche niederhess. Form (Vil. 1868)	.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''speuzen''' ● ''spützen'', meist ''spitzen'' gesprochen, ,speien‘, in Althessen, die fast ausschließlich herrschende Form (Vil. 1868); ''spitzen'' ,speien, spucken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''spitzen'', ''spätz'', ''jespätzen''. (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speuzenschlucker''' ● ''Spitzenschlogger'' ,Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spinnesieren''' ● meist ,spionieren, auskundschaften‘, seltener für hd. ''spintisieren'' ,grübeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spinnrockel''' m. ● ''Spennroggel'' ,Spinnrocken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spinozerus''' ● ,jem., der spinnesiert; ein schlauer, verschlagener Bursche‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spirrwatz''' m. ● ,Sperling; dürrer Mensch‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spitakel''' s. ● ''Spidahkel'' ,Spektakel‘ im Sinn von ,Lärm, Aufhebens; unsinninger Kram‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Oberellenbach hingegen ''Spegdogel'' ,Lärm‘ (Hm. 1926)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spittel''' n. ● ''Spiddel'' ,Spital, Hospital, Pflegeheim für alte und schwanche Personen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''splattern''' ● ''spladdern'' ,umherspritzen, auf eine größere Fläche ringsum mit Geräusch niederfallen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''splinternackend''' ● ''splindernaggend'' ,splitternackt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''splinternackicht''' ● ''splindernaggecht'' ,splitternackt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sprickelicht''' ● ''sprickelicht'', ''spreckelicht'' ,gesprenkelt‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sprickelig''' ● ''spreggelech'' ,gesprenkelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''spreckel'' n. ,Flecken auf der Haut, Sprenkel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprie''' ● Mundkrankheit der Kinder, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprieße''' ● ,Spreize, Notstütze‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sprießen''' ● ,spreizen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Springinkel''' m. ● ,Sringinsfeld, Leichtfuß‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprinne, Sprieh''' f. ● ''Sprin'', auch ''Sprên'', ''Sprê'', ''Sprêhe'' ,Star‘, die weitaus üblichere Bezeichnung der Vogelart (''Star'' wird hier und da gar nicht verstanden) (Vil. 1868); ''Sprieh'' ,Sprehe, Star‘, Kassel (Gr. 1894); ''Sprinne'' f. ●,Star‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mnd. ''sprên'' m. ,Star‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spritzeln''' ● ,in kleinen Strahlen spritzen, wenig spritzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprutz''' m. ● ,aus dünnem Teig Gebackenes; Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894); ,Durchfall (bei Mensch und Tier)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sprutzen''' ● ,kurz und schnell spritzen, wenig spritzen‘, Kassel 20. Jh.; ,Durchfall haben‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''sprützen'' ,spritzen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprutzwerk''' ● ,aus dünnem Teig Gebackenes‘; ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spuk''' m. ● ,schlauer, durchtriebener Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spulken''' m. ● ,großer Splitter, Span, abgelöstes Teil‘, Kassel (Gr. 1894); ''Spolgen'' ,dicker Erdklumpen, Erdscholle‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spulkes''' m. ● ,grober, derber Gegenstand‘, übertragen: ,grobe, derbe Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sputze''' m. ● ,Spaß‘, in Niederhessen meist Plural (Pfs. 1886). ● einem Sputzen in den Kopf setzen , unklare Erwartungen usw. erwecken‘, Niederhessen (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stacheies''' m. ● ''Stacháies'' ,langer und unbeholfener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Staches''' m. ● ,Tölpel‘, ziemlich überall üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stadt''' ● ''Stadt'', Plur. ''Städde'', Kassel 19., 20. Jh.; ''Stoot'', Plur. ''Steere'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel mit Kürze des Stammvokals, vgl. etwa ''Ahleneistadt'' ,alte Neustadt, Unterneustadt‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stadtstock, -steckel''' m. ● ''Stoodstogg'', ''Stoodsteggel'' ,Spazierstock‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stahle''' f., '''Stählchen''' n. ●  ,Pröbchen von Tuch; schlechtes Subjekt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stallen''' ● ,Exkremente auswerfen (von Tieren, die im Stall stehen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stampes''' m. ● ''Stampes'', ''Stampfes'' ,dicker Brei, weiche dicke Masse‘, allgemein üblich, ,kurzer dicker, plumper Mensch‘ (Vil. 1868); ''Stambes'' ,dick und steif Gekochtes, fester Brei‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Stambest'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Standal''' m. ● ''Standál'' ,etwas, das das Gefühl empört; Lärm, Toben‘, Kassel (Gr. 1894); Standool ,Lärm‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von  hd. Skandal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stande''' f. ● ''Stande'', meist ''Stanne'' gesprochen, ,Faß in Form eines abgekürzten Kegels, in den Küchen und den Kellern gebräuchlich, um Wasser oder Bier darin aufzubewahren‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''standebéh''' ● ,stehenden Fußes‘, Kassel (Gr. 1894). ● Von lat. ''stante pede'' ,stehenden Fußes‘, vermutl. angeglichen an ''beabéh'' &amp;lt; franz. ''peu à peu'' ,allmählich, Stück für Stück‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stange''' ● wie hd., außerdem: ,das früher gebräuchliche hohe Glas ohne Henkel, das „eine Halbe“ faßte‘ (Pfs. 1886). ●  ''(Große) Stangen im Kopf haben'' ,hochmütig sein‘ (Vil. 1868); ''’ne Stange im Kobbe hon'' ,hochmütig, eingebildet sein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''starrsteckelsteif''' ● ''storrstäggelstiff'' ,völlig steif‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''starrsteif''' ● ''storrstiff'' ,ganz steif‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stäuben''' ● ''stiewen'' ,verjagen, wegjagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stauche''' f. ● ''Bund Flachs aus der Rose, der zum Trocknen aufgestellt wird'', nur in Niederhessen ''staucht''  man den Flachs (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stauchen''' pl. ● ,Unterärmel oder Armhandschuhe‘ vorzüglich bei den Landbewohnern, neuerdings auch bei den höheren Ständen (Vil. 1868); ''Stuchen'' (''u'' kurz, geschlossen) ,warmhaltende gestrickte Manschetten usw.‘, Kassel (Gr. 1894); ''Stüchen'' (''ü'' kurz) ,gestickte Pulswärmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stauchen''' ● ''stuchen'' (''u'' kurz, geschlossen) ,stauchen‘ und ,stauen‘, Kassel (Gr. 1894); ''stüchen'' (''ü'' kurz) ,durch heftiges Fallen oder Stoßen verrenken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Des Is hot sech gestucht.'' ,Das Eis hat sich gestaut (beim Eisgang)‘. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''-ste''' ● erweiterte Form der Konj. ''wann'' ,wenn‘ und ''ob'', nicht ganz so häufig bei ''weil'' und ''wie'' bei einer Verknüpfung mit einem Verb in der 2. Pers. Sing., Hessen. Beispiele: ''Wannste witt'' ,wenn du willst; ''ebste kümmest'' ,ob du kommst‘. (Pfs. 1886)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Steckel''' m. ● ''Stecken'' m., in Niederhessen lieber ''Steckel'' gesprochen, ,Stock, Stab‘ (Vil. 1868); ''Stäggel'' ,Stecken, Stab, Stock zum Gehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stehen''' ● Stammformen: ''ich stehn'', ''ich stund'' (Vil. 1868);  ''stehn'' (Inf.), ''stunn''/''stund'', ''gestehn'', Kassel 19., Anf. 20. Jh.; ''stänn'' (Inf.), ''sting'', ''jestänn'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● „Konjugiert noch in alter Weise“ (Vil.). Die alte ''n''-Form in der 1. Pers. Sing. (vgl. ich ''bin'', ich ''hon'') ist außer bei Vil. sonst wohl nicht mehr belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Steifigkeit''' ● ''Stiffechkeet'' ,Steifheit, steifes Benehmen, Wesen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Steifschlippen''' m. ● ''Stiffschlebben'' ,steifer, unbeholfener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schlippen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stellasche''' f. ● jede Art von ,Gestell‘, üblich (Pfs.1, 1889), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stellen''' ● Stammformen: ''stellen'', ''staalde'', ''jestaalt'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stelz''' m. ●,langer, unbeholfener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stengelsteif''' ● ''stängelstiff'' ,erstarrt, sehr steif; betrunken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sterngücker''' ● ''Sternegicker'' ,Sterngucker, Astronom; lange, dünne Zigarre‘, Kassel (Gr. 1894); ''Stärengigger'' ,Mensch, der dauernd in die Luft sieht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stete''' ● ''steere'' ,gleichmäßig, ruhig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stichböse''' ● ''stächbeese'' ,sehr böse, sehr zornig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stichfinster''' ● ''stächfinsder'' ,sehr dunkel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stickel''' ● ,steil‘, ausschließlich in Gebrauch (Vil. 1868); Kassel (Gr. 1894); ''steggel'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stickelechtig''' ● ,steil‘, Nebenbedeutung: ,unzugänglich‘ (Pfs. 1886). ● Erweiterung von ''stickel'' durch das Suffix -''echtig'', s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sticken''' ● ''steggen'' (''e'' geschlossen) ,stecken‘ und ,sticken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''steggen'', ''stoochde'', ''jestoocht''. (Hm. 1926)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stickhusten''' ● ''Stegghusden'' ,Keuchhusten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stiebel''' ● ''Stiwwel'', Plur. ''Stiwweln'' ,Stiefel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stiebelieren''' ● ''stewwelieren'' ,stiefeln, schnell gehen‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stiebeln''' ● ''stewweln'' ,stiefeln, schnell gehen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Das stiefelt sich nicht; es will nicht stiefeln.'' ,Es fügt sich nicht, will nicht passen.‘ (Vil.)  ''Jestewwelt un jespoort'' ,gestiefelt und gespornt, zum Gehen gerüstet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stillschweigening''' ● ''stelleschwiejenink'' ,stillschweigend, unter der Hand, im geheimen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stinkebock''' ● ,vor Faulheit stinkender Mensch‘, Faulpelz‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stinkepforte''' ● ''Stinkeporte'', Übername der ,Tränkepforte‘, eines Kasseler Gäßchens zwischen Graben und Marställerplatz, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stippchen''' ● ''Stibbchen'' ,Kleckschen, Pünktchen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stippen''' m. ● ''Stibben'' ,Klecks, Punkt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Vgl. mnd. ''stip'' n., ''stippe'' m. ,Punkt, Tupf‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stippen''' ● ''stibben'' ,kurz und knapp berühren, antippen, eintunken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). Vgl. mnd. ''stippen'' ,Tupfe oder Punkt machen; mit der Spitze (des Fingers, Stabes usw.) berühren; eintunken; steppen, sticken‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stipper''' f. ● ''Stibber'' ,Stütze, die eine Läst trägt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stippern''' ● ,mit Stützen versehen‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''stibbern'' ,mit einer Stütze versehen, stützen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stitz''' n., m. ● ''das Stitz'' ,kleines niedriges Zimmer; ärmliches Häuschen‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Stitz'' ,sehr kleines Zimmer‘, Kassel (Lüttebrandt 1917); ''der Stitz'' ,kleiner, enger Raum, kleiner Stall‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stitzchen''' ● ,sehr kleines, recht niedriges Zimmer‘; auch Brötchenart, ähnlich dem Franzbrötchen, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stock''' ● neben ,Stock‘ und ,Stockwerk‘: ,stockiger Geruch oder Geschmack‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stockrabenkohlekesselschwarz''' ● ''stockerawenkohlekesselschwarz'' ,stockfinster‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stokern''' ● ''stokern'', ''herumstokern'' ,in allen Winkeln umherkriechen, alles durchsuchen‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''(rimme)stogern'' ,herumsuchen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stolz''' ● ,schön gekleidet, geputzt‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,hochmütig; schön gekleidet, stattlich, prächtig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stöpel''' m. ● ''Stebel'' ,Stoppel, Stümpfchen‘, auch: ,kleiner Junge‘, Kassel (Gr. 1894), ,kleiner Junge‘, Kassel 20. Jh.; ,Stumpf, Stummel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stopfenblau''' ● ''stobbenblau'' ,waschblau‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ,heller als das Berliner Blau‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stoppel''' f. ● Stobbel ,Stumpf des angeschnittenen Getreidehalms‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stoppelkalb''' ● ,besonders dummer und ungeschickt sich anstellender Mensch‘, Schimpfwort (Vil. 1868); ''Stoffelkalb'' [sic], bei Naumburg (Pfs. 1886); ''Stobbelkalb'' ,dummer, tölpelhafter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Storch''' ● ''langer Storch'' ,lange Mannsperson‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''storchen''' ● ''zesammen storchen'' ,heimlich, dicht beieinanderstehend, einen Schwatz halten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strackenbach''' ● ''Straggenbach'' ,barscher, ungefälliger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strahlen''' ● ''strohlen'' ,hervorschießen, hhervorsprudeln (nur von Flüssigkeiten)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strählen''' ● ''str[e]hlen'' ,urinieren‘, wörtlich: ,einen Strahl machen‘, Gr. erläutert: „wie ''strullern'', der Strahl ist nur stärker, das Geräusch kaum so stark“, Kassel (Gr. 1894). ● Von ''Strohl'' ,Strahl‘: *ströhlen &amp;gt; strehlen. Gr. hat unverständlicherweise die nichtentrundete Form ''ströhlen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strakeln''' ● ''sech strahkeln'' ,sich beim Liegen recken und strecken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strambúlster''' m. ● ,heftiges Aneinandergeraten, heftiger Wortwechsel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strambúlstern''' ● ''sech strambulsdern'' ,heftig aneinandergeraten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strambúlsterig''' ● ''strampulsterig'' ,gegen etwas ankämpfend, sich beständig und kleinlich gegen alles auflehnend‘, in gutmütigem Sinne gebraucht (Pfs. 1886); ''strambulsderich'', Ajektiv zum ''Strambulster'', Kassel (Gr. 1894), ,widerborstig‘, Kassel (Bennecke 1904), ,stramm gepolstert, gespannt, widerspenstig‘, Kassel (Lüttebrandt 1919); ''strambolsderech'' ,störrisch, halsstarrig, widerspenstig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strampelchen''' Pl. ● ''Strambelerchen'' ,die Beinchen der kleinen Kinder‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strauen''' ● ''strauen'' ,streuen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. mhd. ''strouwen''; in Oberellenbach hingegen mit Umlaut: ''ströiwen'' (Hm. 1926), entspricht hd. ''streuen''; vgl. mhd. ''ströuwen'', ''strewen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''straufeln''' ● ''strüfeln'' ,beim Gehen mit den Füßen auf dem Boden her streichen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strenzen''' ● ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strickstock''' ● ,Stricknadel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Streggstock'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Striemel''' f. ● ''Strimmel'' ,Striemen, schmaler Streifen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Striffel''' f. ● ,Krause, Fältelung (an der Haube, den Ärmeln und am Kragen)‘, Kassel (Gr. 1894). ● Striffelkragen, Kassel 19. Jh. (Herzog), ''Streffelmetze'' ,Striffelmütze‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strippen''' ● Siehe ''strüpfen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stritzen''' ● ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''strüpsen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strohmann''' ● ,Vogelscheuche; einfältiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strotte, Strutte''' f. ● ''Strotte'' ,Luftröhre‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Strodde'' ,Schlund, Kehle, Gurgel, Luft-, Speiseröhre‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Strudde'' ,Luftröhre‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Us voller Strotte'' ,aus vuller Kehle‘, Kassel 19. Jh. (Herzog). ''Bi emme es alles de Strodde nunner gelaufen.'' ,Er hat alles versoffen.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strulchen''' ● ,strolchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strulcher''' ● ,Strolch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strullern''' ● ,dünn plätschern, mit Geräusch fallen‘ (Wasser- oder Urinstrahl in Gefäß oder andere Flüssigkeit), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strumpfbetzel''' f. ● ''Strumpbetzel'' ,Zipfelmütze‘, einziger Gebrauch von ''Betzel'' für eine Männerkopfbedeckung, Balhorn (Sl. 1901); ''Strumbbäzzel'', Kassel (Gr. 1894; hier ohne Erläuterung aufgeführt). ● Siehe ''Betzel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strupf''' m. ● ,Beute beim Diebstahl‘ (Pfs. 1886). ● Siehe ''strüpsen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strüpfen''' ● ''stribben'' ,streifen, abstreifen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,streifen‘ in der Art, „wie beim Melken die Zitze behandelt wird“; jem. die Börse durch Borg oder Bettel dünner machen‘ (Gr.). ● Vgl. mhd. ''strupfen'' ,streifen, abrupfen‘&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strüpfen, strüpfeln, strüpfern''' ● ''sich strippen'' ,uneinig werden, sich zanken, sich streiten‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''sich stribbeln'' ,sich streiten (harmlos)‘, Kassel 20. Jh.; ''sech stribbern'' ,sich neckend streiten, sich ohne böswillige Absicht zanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strüpsen''' ● ''stribsen'' ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Strupf''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strunt''' ● ,grobes Gewebe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strunze''' f. ● ,sich faul herumtreibende, widerliche Frauensperson‘, Niederhessen (Vil. 1868); Kassel 20 Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strutz''' m. ● ,kleines Büschel (vor allem Haare)‘, Kassel 20. Jh., ''Strütz'' ,Büschel von durcheinander liegenden Haaren oder durcheinander gewachsenem Gras‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strutzbart''' ● ''Strützboort'' ,verwilderter Bart‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stube''' ● ''Stuwwe'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Stowwe'' ,Zimmer, meist Wohnzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Die blaue Stowwe'': die „gute Stube“, sie war gewöhnlich blau, ultramarinblau, tapeziert, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stubentür''' ● ''Stuwwendähre'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Stow(w)endähre'' ,Streuselkuchen‘, scherzhaft, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
'''Stuffel''' m. ● ''Stüffel'' ,Stumpf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stuffig''' ● ''stüffech'' ,kurz und gedrungen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stulke''' f. ● ,großes junges Mädchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stülp''' m. ● ''Stilb'' ,wuchtiger Stoß, so daß der Gestoßene stolpert‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stülpe''' f. ● unterschiedliche Art von Frauenmützen auf dem Lande, besonders in der Schwalm, hier weiße Mütze zu kirchlichen Anlässen, anderwärts ''Ziehbetzel'' genannt (Vil. 1868); ''Stilbe'' ,Deckel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stulpen''' Plur. ● ,Manschetten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stülpen''' ● ''stilben'' ,wuchtigen Stoß geben‘, Kassel (Gr. 1894); ''stilpen'' ,umstülpen‘, Balhorn (Sl. 1901); ''stelben'' ,wenden, umkehren; pflügen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Balhorn: Die Kinder stülpen am Weihnachtsabend Töpfe auf den Tisch, setzen sie also umgekehrt darauf. Das Christkind legt dann seine Gaben darunter, hier und da auch eine Rute obenauf. ''Ich hon gestilpet.'' ,Ich bin beschert worden.‘ ''Ich hon emme gestilpet.'' ,Ich habe ihn beschert.‘ (Sl.) In Oberellenbach kommt ''stülpen'' nur in folgenden Verwendungen vor: ''en Laant stelben'' ,einen Acker pflügen‘, ''de Dasse stelben'': die umgewendete Obertasse gilt als Zeichen, daß man keinen Kaffee mehr wünscht (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stulpern''' ● ''stulbern'' ,stolpern‘ (Gr. S. 67, rechte Sp.); ''stolbern'' (''o'' geschlossen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stulpernoll''' ● ''Stolbernoll'' (beide ''o'' geschlossen) ,einer, der leicht stolpert, steifer, unbeholfener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vermutlich Zusammensetzung mit dem Vornamen ''Nolde'', Kurzform von ''Arnold'', &amp;gt; ''Nolle'', ''Noll''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stulprian''' ● ''Stolberjahn'' (''o'' geschlossen), dasselbe wie ''Stulpernoll'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stülpes''' m. ●  ''Stilbes'' ,unbeholfener, dummer Mensch, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. erläutert: einer, „der sich überall hin stilben (stülpen) stoßen läßt, mit dem me Stowwendähren inrennen kann: mit dem man gleich wie mit einem Sturmbock Türen und Tore einrennen kann.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stumpchen''' ● ''stomchen'' ,derb, unsaft stoßen; stampfen (z.B. Kartoffeln)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stumpfen''' ● ''stumben'', in der Redensart ''stumben un stoßen'' ,stark hin und her stupsen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stümpfen''' ● ''stemben'' ,stumpf machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stunz''' m. ● ,kleiner Zuber‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Stunz'' ,Zuber, wannenartiger Bottich, Wännchen‘, Kassel 19. 20. Jh. (Gr. 1894), übertragen: ,kleine, dicke Person ohne Taille‘, Kassel (Gr.); ''Stönz'' ,kleines, breites, aber niedriges Gefäß; kleine dicke Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stuppe''' f. ● ,Krankheitsanfall‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Stubbe'' ,Anfall, Grille, Laune‘, Kassel (Gr. 1894); ''Stüppe'' ,Krankheitsanfall, Anfall von Jähzorn‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mnd. ''stupe'' ,schüttelnder Krakheitsanfall, Konvulsion‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stuppenweise''' ● ''stubbenwiese'' ,zeitweise, periodenweise‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sturax, Sturiax''' m. ● ''Sturax'' ,mürrische, wortkarge Person‘, Kassel (Gr. 1894); ''Storjags'' (''o'' kurz und geschlossen) ,langbeiniger, steifer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stürmen''' ● ''stermen'' ,die Sturmglocke läuten (bei Feuersbrunst)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stürmer''' ● ''Stermer'' ,einer, der mit großem Eifer an eine Arbeit geht, dieser aber bald überdrüssige wird und sich anderem zuwendet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sturren''' ● ,starren‘, scheinbar nur in Redewendungen ''wie sturren vun Dreck, vun Guld'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stürze''' f. ● ,gegitterte Behälter ohne Boden zum Ästen des Federviehs‘ (Vil. 1868); ''Stärze'' ,gegitterter Käfig ohne Boden zum Aufenthalt für junges Federvieh im Freien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sturzegum''' ● ,Kapuzinerkresse‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sturzeniere''' f. ● ,Schwarzwurzel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Storzenier''-, ''Sturzenierworzel'', Kassel (Gr. 1894); ''Storzeniere'' , Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Scorzonera hispanica''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stutterbock''' ● ''Stodderbock'' (erstes ''o'' geschlossen) ,Stotterer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stuttern''' ● ''stoddern'' (''o'' geschlossen) ,stottern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stuttersack''' ● ''Stoddersack''(''o'' geschlossen) ,Stotterer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stutzglas''' ● ''Stotzglos'' ,kleines Trinkglas‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''su''' ● ''suh!'',so!‘, Interjektion, Ausdruck des Zweifels oder Erstaunens, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sucheln''' ● (''u'' kurz) ,schlecht nähen‘, auch: ,beharrlich nähen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sucht''' ● ''Socht'' ,Krankheit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Suckelkind''' ● ''Süggelkänt'' ,Säugling‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''suckeln''' ● Frequentativum zu ''saugen'' (von kleinen Kindern, Tieren) (Vil. 1868); ''suggeln'' ,in heftigen kleinen Zügen saugen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sulper''' m. ● ''Solper'', ''Sulper'' m., auch wohl n., ,die Einsalzung des Schweinefleischs‘ (Vil. 1868); ''Sulber'' ,Salzbrühe der Metzger‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Solber'' m. (''o'' geschlossen) ,salzige Flüssigkeit, Salzbrühe‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sulperfleisch''' ● ''Solperfleisch'' ,eingesalzenes Schweinefleisch‘, z.B. Rippenbraten „aus dem Solper“ (Vil. 1868); ''Solberfleesch'' ,Pökelfleisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sulperknochen''' ● ''Solperknochen'' ,Unterbeine [richtiger: Füße] und sonstige Knochenreste des Schweines, welche mit dem anhängenden Fleisch eingesalzen, dann gekocht werden und für besonders wohlschmeckende Teile des Schweinefleischs gehalten werden‘ (Vil. 1868); ''Sulberknochen'' ,eingepökeltes Schweinefleisch mit Ohren, Schnauze usw.‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Solbergnochen'', Oberellenbach (Hm. 1926, hier ohne Erläuterung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Summervogel''' ● ''Summervochel'' (''o'' in -''vochel'' kurz) ,Schmetterling‘, übertragen: ,Person in sehr sommerlicher, sehr heller Kleidung‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Lattichvogel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sündenknüppel''' ● ''Sindenknibbel'' ,hartgesottener Sünder‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sunsten''' ● ,sonst‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Bildung mit -''en''-Erweiterung wie ''alsten'' u.a.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Supchauge''' ● ''Subbchauge'' ,tränendes Auge‘, Kassel (Lüttebrandt 1917), Pl. ''Subchauchen'' ,verweinte Augen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''supchen''' ● ,anfangen zu weinen‘, Kassel (Gr. 1894); ,verhalten vor sich hin weinen‘, Kassel20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Supp''' m. ● ,der verhärtete Augenschleim‘, Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Suppauge''' ● ,tiefendes Auge‘ (Vil. 1868); ''Subbauge'' ,Triefauge; triefäugige Person‘, Kassel (Gr. 1894); ''Süppöhche'' ,triefendes, tränendes Auge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''suppen''' ● ,triefen (von den Augen)‘, Niederhessen (Vil. 1868); ,Flüssigkeit allmählich von sich geben‘, Kassel 20. Jh.; ''sübben'' ,triefen, tränen (der Augen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''surchelich''' ● ''sorchelech'' ,säuerlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süßmichel''' ● ''Sießmichel'' ,Einschmeichler‘, dasselbe wie ''Seidenbeutel'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süster''' f. ● ,Schwester‘, aussterbende Altform (Vil. 1868). ● Vil. sieht die Form – allerdings zu zu Unrecht – als niederdt. an, das heißt als Import, im niederdt. sprechenden Niederhessen die „übliche Form von Schwester“. „Das Wort weich successiv zurück; in und um Kassel war es noch in der Mitte des vorigen [18.] Jarhunderts gebräuchlich, wenn auch nicht mehr in allgemeiner Übung, jetzt ist es dort und schon einige Wegstunden weiter nördlich gänzlich ausgestorben.“ (Vil.) – Das Wort ist erhalten in:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süsterfeld''' ● ''Sisterfeld'', Flurbezeichnung bei Kassel, heute Name eines Kasseler Wohnviertels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süsterhaus''' ● ,Frauenhospital in Kassel, jetzt auf der Oberneustadt‘ (Vil. 1868); ''Sesterhus'', Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript ''Sésterhus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süsterweib'''  f. ● ''Sesterwibb'', Plur. ''Sesterwiewer'' ,Insassen des Süsterhauses‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript ''Sésterwibb'', ''Sésterwiewer''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sutch''' m. ● ,schmierige Flüssigkeit‘, Kassel 20. Jh.; ''Sodch'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sutchen''' ● ,Klebriges ablassen‘, Kassel 20. Jh. ●  ''De Piffe, des Rohr sutcht''. Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sutchen''' ● ,weinen, schluchzen (unterdrückend, heimlich)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sutte''' f. ● ''Sotte'', ''Sutte'' ,Jauche‘ (Vil. 1868) ; ''Sutte'' ,Schlamm, Dreckbrühe‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Sodde'' ,Jauche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sütte''' f. ● ''Sütte'', ''Südde'', ''Sutte'', meist ''Sitte'' gesprochen, ,Aufguß von heißem Wasser auf Gras, Strohstümpfe, abends dem Mlchvieh gegeben, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Serre'' ,mit heißem Wasser gebrühtes Viehfutter, meist aus Gras und Häcksel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Suttelbrühe''' ● ''Suddelbrieh'' ,schlechtes, dünnes Essen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. überträgt das Wort außerdem als ,Sudelbrühe‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sutter''' m. ● ,ablaufende, ab- oder durchtropfende Flüssigkeit (besonders vom Ablauf des gerauchten Tabaks)‘ (Vil. 1868); ''Sudder'' ,Tabaksaft als Rückstand in der Tabakspfeife‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''suttern''' ● ,sickern (besonders von unsauberer Flüssigkeit, auch von Wunden)‘ (Vil. 1868); ''suddern'' ,viel Sutter absetzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); auch: , unrein davon sein, danach schmecken‘. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sutzel''' f. ● ,eine unsauber sich haltende Frauensperson‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Sützel'' ,unreinliches Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sutzelig''' ● ''sutzelich'' ,unsauber gekleidet, unreinlich, besonders von Frauenspersonen gebraucht‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''sützelech'' ,unsauber gekleidet, unreinlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sutzeln''' ● ''sützeln'' ,unreinlich sein, eine Arbeit unsauber verrichten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch S'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

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		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R</title>
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				<updated>2015-01-23T08:08:14Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''R.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Rabattentappch''' ● ''Rawaddendabch'' ,tölpelhafter, plumper Kerl‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rabattentrampler''' ● ''Rawaddendrambeler'', Spitzname des Gärtners, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rabbelhans''' ● ''Rawwelhans'' ,jem., der rasch und undeutlich spricht‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rabbeln''' ● ''rawweln'' ,rasch und undeutlich sprechen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rabe''' f. ● ''die Rawe'' ,der Rabe‘, Kassel (Gr. 1894), ''die Rowe'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Räbel''' f. ● ''Räwel'' ,Kind, das sehr viel und sehr schnell spricht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''räbeln''' ● ''räweln'' ,sehr viel und sehr schnell sprechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rachgierig, rachbegierig''' ● ''rachgierig'' ,habgierig, habsüchtig‘, in Hessen allgemein (Vm. 1868); ''rach(be)gierech'' ,habgierig, habsüchtig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zugrunde liegt wohl ''hachig'' ,habgierig‘; Weiterbildung, welcher ''habgierig'' und ''den Rachen nicht vollkriegen'' zugrunde liegt. Auch Vm. schließt an ''Rachen'' an, schließt ''Rache'' aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rabhuhn''' ● ''Rabbhuhn'' ,Rebhuhn‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Racker, Rackert''' m. ● ''Racker'' ,bissiger Hund, böser verlotterter Mensch‘, als Schimpfwort nicht selten (Vm. 1868); ''Rackert'' ,Racker (Henkersknecht, Hund, Schurke)‘, Kassel (Gr. 1894); ''Ragger'' ,wüster, umtriebiger Junge‘, tadelnd, aber durchaus gutmütig gemeint, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rade''' f. ● ''Rore'' ,Kornrade‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rade''' m. ● ,Radensieb‘ (Vm. 1868), siehe das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rädebeutel''' ● ''Rärebiddel'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Nur in der Redensart ''Däm gätt de Schnüdde wie’n Rärebiddel'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''raden, räden''' ● ''raden'', ''räden'', ''reden'' ,gröberen Unrat mittels Radensieb aus der Frucht aussieben‘ (Vm. 1868; ''rären'' ,das ausgedroschene Getreide von Spreu und Unkraut reinigen (durch Sieben)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''rären – rädde – jerätt'' (Hm.). ● Das Verb ist bereits ahd. als ''redan'' ,sieben‘ belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Radensieb''' ● ,Sieb, mit dem der gröbste Unrat aus der Frucht gesiebt wird‘ Vm. 1868); ''Rorensähp'': sehr engmaschiges Sieb, um das Getreide von den Fruchtkapseln der Rade (Kornrade) zu befreien, fast ausschließlich für das zur Aussaat bestimmte Getreide benutzt, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die von Hm. nahegelegte Ableitung von ''(Korn-)Rade'' – wahrscheinlich greift er damit eine volksetymologische Deutung auf –, ist nicht richtig, siehe oben unter ''raden''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Raffel''' f. ● Siehe ''Zahnraffe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''raffen''' ● ''sech raffen'' ,sich packen‘, nur in der Redewendung ''Raff dech!'' ,Mach dich weg!‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rageharte''' ● ''raacheharde'' ,stengelsteif‘ (in Bezug auf den toten Körper eines Menschen oder Tieres); ,stark betrunken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rakeln''' ● ''sech rageln'' ,sich rekeln, in Bewegungen und Haltung unschicklich, ohne Manieren dasitzen oder herumliegen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''riekeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ramasch''' ● ''Ramasch'' (Betonung auf der 2. Silbe) m. und f. ,Lärm, Verwirrung durcheinandergeworfener Gegenstände, wilder Eifer‘ (Pf. 1886); ''Ramöhsch'' m. ,Lärm, Durcheinander‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Rawasche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ramaschen''' ● ''ramöhschen'' ,sich geräuschvoll bewegen, unruhig arbeiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ramassieren''' ● ''rammesieren'' ,übel zurichten, derb zurechtweisen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Wohl von französ. ''ramasser'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rambest''' ● ''rahmbest'' ,ramschweise, in Bausch und Bogen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ramenze''' f. ● ,Ameise‘, Sprengel Schützeberg (Pfs. 1886).0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ramft''' m. ● ,Ranft, Anfang oder Endstück eines Brotlaibs, großes Stück Brot‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rammel''' m. ● ,ein tüchtiges Stück (z.B. Brot, Holz)‘, Balhorn (Sl. 1901); ,eine größere Menge (z.B. Wäsche, Holz, Kohlen), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rammel''' f. ● ,Prügel, Schläge‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rammeln''' ● ,lärmen, poltern‘; ,begatten‘ (von kleinen Tieren, wie Hasen, Kaninchen)‘, Kassel (Gr. 1894), ,ungestüme Bewegungen machen‘, Kassel 20. Jh.; ,wälzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''sich rammeln'' ,sich prügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,sich wälzen, sich hin und her werfen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rammler''' m. ● ,männliches Kaninchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ramschnase''' ● ''Ramsnase'' ,gebogene Nase, von Mensch und Tieren, zumal von Pferden‘, überall gebräuchlich (Vm. 1868); ''Ramschnase'' ,Widdernase‘, Kassel 19. Jh. (Gr.), ,große krumme Nase‘, Kassel 20. Jh.; ''Ramschnose'' ,große krumme Nase (namentlich von Pferden)‘. ● Von ahd. ''ram'' ,Widder, Schafbock‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rand''' m. ● 1) ,Rand‘, ,Mund‘ (abwertend), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), auch ,Stoß‘, (Gr.). ● ''Hahl ’n Rand!'' ,Halt den Mund!‘ Kassel 19., 20. Jh. (Gr.). ''Hä gab emme ’n Rand.'' ,Er gab ihm einen Stoß‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Range''' m. ● ,rasch aufgeschossener Junge‘ mit dem Nebengedanken eines ,ungezogenen Schlingels‘ (Pfs. 1886); ,ungezügelter Halbwüchsiger; Schlingel‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Range''' f. ● ,wucherndes Unkraut‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rappel''' f. ● ''Rabbel'' ,Instrument zum Rappeln, Klappern; Kinderspielzeug‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926); ''Rappel'' (in größerem Format) ,Schnarre des Nachwächters‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rappel''' m. ● ''Rabbel'' ,Verrücktheit, plötzlicher Zorn‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,kurzes lautes Geräusch‘, Kassel 20. Jh.; ,lauter Knall‘, ,Anfall von Verrücktheit, sonderbarer Einfall‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Du host wohl en Rabbel!'' ,Du bist wohl nicht bei Sinnen!‘ Kassel 20. Jh, Oberellenbach (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rappelig''' ● ''rabbelich'' ,verrückt, nicht bei Sinnen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rappelkopf''' ● ''Rabbelkobb'' ,jem., der sich leicht aufregt und zornig wird‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rappelköpfisch''' ● ''rabbelköbbsch'' ,zornig aufgeregt‘, Kassel (Gr. 1894). ● Zu Gr.: Richtiger wäre ''rabbelkebbsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rappeln''' ● ''rabbeln'' ,klappern; verrückt sein‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.), ,Geräusch von Kinderrappel, Glocke, oder losen Gegenständen‘, Kassel 20. Jh.; ,klappern, lebhaft klingeln; verrückt sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rappeltasche''' ● ''Rabbeldösche'' ,geschwätzige weibliche Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rapps''' m. ●  ''Rabbs'', stärkerer Ausdruck für ''Rappel'' ,Verrücktheit‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rapsche''' f. ● ''Rabbsche'' ,Gier, etwas zu erraffen, an sich zu reißen‘, ,Lage, Situation ohne Sicherheit, Schutz‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''In de Rabbsche (Rabuse) gewen (nehmen)'' (Gr.); ''in de Rabbsche schmissen'' ,unter die Leute werfen, so daß sie darüber herfallen, so daß sie darüber herfallen und rabbschen, grabbschen, raffen‘, Kassel (Lüttebrandt 1917). ''Wos in de Rabbsche wärfen'' ,etwas in die ''Rapsche'' werfen, etwas (meist Geld) unter eine Menge werfen, die sich dann darüberher stürzt und es hastig an sich reißt‘. Oberellenbach (Hm. 1926; Hm. definiert ''Rabbsche'' nicht, gibt nur die Redensart an).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rapschen, rapsen''' ● ,an sich reißen, aufraffen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''rabbschen'' ,erraffen, schnell nehmen, hastig an sich reißen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rapuse''' f. ● ''Rappuse'', ''Rebbuse'', ein Kartenspiel für Kinder, wobei, wie man volkstümlich auslegt, ''gerapscht'' wird (Pfs. 1886); ''Rabuse'' = ''Rapsche'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rare''' ●  ''rar'' ,trefflich, vorzüglich, ausgezeichnet‘ (Vm. 1868); ''rare'' ,selten‘, vor allem aber: ,wertvoll, wundervoll, auserlesen‘, Kassel 19. Jh. (Herzog, Jonas); ''rore'' ,selten, vorzüglich, auserlesen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rasen''' ● ''rosen'' ,fiebern, phantasieren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''raspeln''' ● ''rasbeln'' ,leicht frieren (vom Wetter)‘, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Raße''' f. ● ''Roße'' ,Honigwabe‘ (Vm. 1868); ''Rosse'' ,Bienenwabe‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● „Wabe ist unbekannt und unverständlich.“ (Vm.)  ● Von mhd. ''râze'' ,Bienenwabe‘ (Aussprache von ''z'' ist stimmloses ''s'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Raßmann, Pfarrer''' m. ● „Durch ganz Hessen [...] lebet der würdige geistliche Herr im Volks-Munde. Wann oder ob er irdisch geleibet hat und welche geschichtliche Vorkommnis etwa Anlaß zu solcher Berühmtheit geworden sei, daß weiß ich nicht. – ,Er machet es wie der Pfarrer Raßmann!‘ – Na, wie machet es denn der? – ,Immer wie er wollte!‘“ (Pfs. 1886); der sprichwörtliche ''Pfarrer Raßmann'', der es machte, wie er’s wollte, Kassel 20. Jh. ● Lt. Pfs.’s Nachträgen läßt sich der Pfarrer und die mit ihm verbundene Redensart (brieflich) bis in den 7jährigen Krieg (1756 – 1763) zurückverfolgen (Pfs.2, 1894). Sl. nimmt an, daß der Pfarrer identisch ist mit Joh. Sebastian Raßmann, Pfarrer in Balhorn 1734 - 1766 (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rathältig''' ● ''rodhälech'' ,zu Rate haltend, sparsam‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ratsch''' m. ● ,Geräusch beim Zerreißen von Textilien; Ruck (als Ursachen des Reißens)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rätschel''' f. ● ,dauernd redender Mund‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rätscheln''' ● ,fortwährend reden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rätschelschlette''' f. ● ''Rädschelschlädde'' ,schwatzhafte Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schlette''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ratschen''' ● Verb zu ''Ratsch'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rätschen''' ● ''rätschen'' (mit kurzem, wohl aber auch mit langem ''ä'') ,Karten spielen‘, verächtlich (Vm 1868); ''Kaarden rätschen'' ,lange Zeit oder oft Karten spielen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rätscher''' ● ''Rätscher, Kahrdenrätscher'' ,aufs Kartenspiel versessener Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ratte''' f. ● ''Radde'' 1) ,Ratte‘, 2) ,Rate‘, Kassel (Gr. 1894); für Oberellenbach nur Bedeutung ,Ratte‘ verzeichnet (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ratz''' m. ● ,Iltis‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä schleeft wie en Ratz.'' Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894; Gr. erläutert ''Ratz'' nicht, gibt nur die Redewendung an). ''Schdalen wie’n Rads'' ,stehlen wie ein Ratz‘, ''schlofen wie’n Ratz'' ,schlafen wie ein Ratz‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ratzbalgen''' ● ''ratzbalchen''(stärker als ''balgen'') ,rangeln‘, Kassel (Gr. 1894). ● Wohl Wortspiel zu ''katzbalgen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ratzen''' ● ,fest schlafen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ratzfalle''' ● .Iltisfalle‘. scherhaft für ,Bett‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ratzfell''' ● ,Fell im Nacken‘ (nur auf Tiere bezogen) = ''Gripsfell'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''räucheln''' ● ''reicheln'' ,räuchern‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Oberellenbach hingegen ''reechern'' (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rauchhuhn''' ● ''Röhchhuhn'' ,schmutziges Frauenzimmern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Rauchhühner, also geräucherte Hühner, gehörten früher zu den Abgaben an den Grundherrn (für die Hofreite).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rauhwerk''' ● ''Ruhwärk'' ,Rauhfutter‘, Sammelbezeichnung für Heu, Gras, Klee u. dgl. im Gegensatz zum Getreide, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''raumen, räumen''' ● ''raumen'' (mit Dativ der Person) ,vonstatten gehen‘, allgemein üblich (Vm. 1868); ''rimmen'' intrans. ,vonstatten gehen (von einer Arbeit)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''De Ärwet rimmt ämm'' ,die Arbeit geht ihm von der Hand, er ist schnell damit fertig‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Raupe''' ● ''Rübe''; dazu Dim. ''Ribbchen'' ,Räupchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ribbchen un Kehlchen'' ,Räubchen und Köhlchen‘, d.h. ,samt und sonders’, ,ausnahmslos‘. ''Hä hod’s Ribbchen un Kehlchen medjenommen'' ,er hat es restlos mitgenommen‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Raupenschisser''' m. ● ''Raupenscheißer'', gesprochen ''Rupenschisser'', ,der gemeine Kohlweißling‘, üblich, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rausblecken''' ● ''rüßbläggen'' ,herausstrecken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''De Zönge rüßbläggen'' ,die Zunge herausstrecken‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rausgewickelt''' ● ''rusgewickeld'', Kassel (Lüttebrandt 1917). ● „''De Hänne sin zu frieh rusgewickeld'' sagt man von Leuten, ''die nix liggen lossen wie heiß Eisen und Mählensteine''. Die Redensart läßt darauf schließen, daß den kleinen Kindern die Hände in den Einbund gewickelt wurden, damit sie nicht nach allem greifen konnten.“ (Lüttebrandt, zit. in der 1952 besorgten und ergänzten Gr.-Ausgabe).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rawasche''' ● ,Lärm, Unruhe, lebhaftes Hin- und Herlaufen‘, Kassel (Gr. 1894), ● Von franz. ''ravage'' ,Verwüstung, Verheerung, Unheil‘ (Gr.). ● Siehe ''Ramasch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rawaschen''' ● ,unruhig hantieren, lärmend betriebsam sein‘, allgemein (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rebbes, Rebbest''' n. ● ''Rebbes'' (auch ''Röbbes'') ,bauchiges törnenes Milchgefäß von größerer Breite als Tiefe, worin die Milch gerinnen (sauer werden) soll‘, niederhessisch (Vm. 1868); ''Rewwest'' ,größeres bauchiges irdenes Gefäß, in dem die Mlch aufbewahrt und der Rahm zu Butter gerührt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Redemaus''' ● ''Räremüß'' ,Wühlmaus‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''reer''' ● ,herunter‘, niederhess. (Pfs. 1886), Balhorn (Sl. 1901), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Wortentwicklung etwa: *''hernedder'' &amp;gt; *''ernerrer'' (''d''-Rhotazismus) &amp;gt; *''rerrer'' &amp;gt; ''reer''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Reff''' n. ● ,Gestell aus Stäben oder Brettchen, mit Tragbändern versehen, zum Tragen von Lasten auf dem Rücken bestimmt, hauptsächlich zum Klee- und Grastragen seitens der Mägde; im Gebrauch auch von Federviehhändlern, Butteträgern und dgl., die daher Reffträger genannt werden (Vm. 1868); ,Tragreff; langes, altes Frauenzimmer‘, Kassel (Gr. 1894); ''Räff'' ,aus Stäben bestehendes Tragegestell‘, wie die Köze auf dem Rücken zu tragen (namentlich von Hausierern getragen), Oberellenbach (Hm. 1926); ,Schubkarrenteil‘, wölbt sich über dem Rad (Hm.), ,magere, häßliche Person, mageres Tier‘. ● ''Ahles Reff'' ,alte, lange Frau‘, Kassel 20. Jh.;  ''derres Reff'' ,dürres Frauenzimmer‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Reffe''' f. ● ,mit eisernen Zinken gespicktes Holzbrett, durch das der reife Flachs zur Befreiung von den Samenkapseln hindurchgezogen wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''reffen''' ● ,den ausgejäteten (geräuften) Flachs durch eiserne Kämme hindurchziehen, um die Knoten abzustreifen‘ (Vm. 1868); ,den reifen Flachs durch die Reffe ziehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Reffträger''' ● ''Räffdräjer'' ,Hausierer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rehlamm''' ● ,Rehkitz‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rehziege''' ● ''Rehzäje'' ,Ricke‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''reftig''' ● ''refdich'' ,hart bzw. trocken geworden‘, in Bezug auf die Schnittfläche eines Brotes, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''reiche''' ● ''riche'' (''i'' kurz) ,reich‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Reien''' m. ● ,Reigen, Tour im Tanzen‘, allgemein volksüblich. „Vorzugsweise wurden in älterer Zeit und noch am Ende des vorigen [18.] Jarhunderts unter ''Reien'' die langsam sich bewegenden Tänze verstanden, welche bis dahin noch nicht ausgestorben waren, wenigstens in der Erinnerung der älteren Personen noch fest standen. An und für sich aber bedeutet ''Reien'' (''Reigen'') seit dem Ende des 12. Jarhunderts denjenigen Tanz, bei welchem nicht bloß von den Zuschauenden, sondern von den Tanzenden selbst, ''gesungen'' wurde, wodurch eine langsame, wenigstens mäßige Körperbewegung bedingt war. Einer der letzten dieser übrig gebliebenen und noch in das gegenwärtige [19.] Jarhundert hineinreichenden Singetänze war der sogenannte ''Schwälmer'' (Schwälmer Reien, Schwälmer Tanz).“ (Vm. 1868) – ''Rejen'' ,Reigen, Tanztour‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''reihern''' ● Bezeichnung des Begattens des männlichen Wasservogels (Gans, Ente) mit dem weiblichen, in Niederhessen, zumal im östlichen, ausschließliche Bezeichnung (Vm. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''reisen''' ● ''risen'' ,sinken, fallen (reifes Obst, Blätter in Spätherbst)‘, allgemein üblich (Vm. 1868); ''riesen'' schw. ,zur Erde fallen (von reifem Obst, Getreide, Blättern)‘. ● Vgl. mhd. ''rîsen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Reiserbesen''' ● ''Rieserbäsen'', Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Reiste''' f. ● ''Resde'' ,kleines Bündel Flachs‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Reißteufel''' ● ''Rißdeiwel'' ,Kind, das viele Kleider zerreißt‘, Balhorn (Sl. 1901); Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Reißwolf''' ● ''Rißwolf'' ,Kind, das viele Kleider zerreißt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Reiswalle''' f. ● ''Rieswalle'' ,Reiswelle, Reisigbündel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Reitbock''' ● ''Rierebock'' ,Ziegenbock‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Reitding''' ● ''Rieredänk'' ,Wühlmaus‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Redemaus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''reite''' ● ''reide, rede'' ,fertig mit der Arbeit‘, in ganz Hessen üblich (Vm. 1868); ''reere'' ,fertig (mit einer Arbeit)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. nhd. ''bereit''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Reitsche''' f. ● ''lange Reitsche'' ,lange, dürre, meist noch junge Frauensperson‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Reiwelbart''' ● ''Raiwelbort'' ,sehr viel und sehr schnell sprechender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''reiweln''' ● ,sehr viel und sehr schnell sprechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rejohlen''' ● etwa: ,''Rawaasche'' machen; wie ein Fieberkranker sich auf seinem Lager wälzen und dieses derangieren‘, Kassel (Gr. 1894). ● Von ''rajohlen'' ,den Boden doppelt so tief als gewöhnlich umpflügen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rejohler''' ● ,eine Person, die ''rejohlt'', die überhaupt von großer Unruhe zeugende Bewegungen ausführt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rekel''' m. ● ''Rägel'' ,einer, der sich rekelt (''raagelt''); ,grober Kerl, großer Hund‘, Kassel (Gr. 1894). ● Bei Gr. unter ''sech rahkelen'' verzeichnet; mit Hinweis auf ''Bankregel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Replikaner''' ● ,Republikaner‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ressenant''' m. ● ''Resenant, Rissenand, Ressenand'' ,große Klappe‘, Kassel 19., 20. Jh. (Herzog, Gr. 1894, Bennecke 1904). ● Von französ. ''raisonnant'' ,zum Widerspruch geneigt‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ressenieren''' ● ,schimpfen, lauthals Widerspruch äußern, belfernd das große Wort führend‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rest''' ● ''Rest'', pl. ''die Rester'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ret''' m. ● ''Rätt'' ,Lärm sprechender Menschen, lebhafte Unterhaltung‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hm. weist auf ''Retirade'' hin, scheinbar faßt er ''Ret'' als Küerzung davon auf, deshalb wohl auch seine Stichwortschreibung Ret (mit einfachem ''t'', obwohl der Vokal davor kurz gesprochen wird).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Retirade''' m. ● ''Redderoot'' (Betonung auf der letzten Silbe), gleichbedeutend mit ''Ret'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''retirieren''' ● ''redderieren'' ,irgendwohin geraten‘ (oft mit der Nebenbedeutung: ,an der betr. Stelle übel hausen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''retour''' ● ''reduhr'' „sehr häufig für: ''zerucke''“, Kassel (Gr. 1894), auch noch im 20. Jh. zu hören; ''reduhr'' ,zurück‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die vielfältigen bei Hm. aufgeführten Zusammensetzungen mit Verben lassen erkennen, daß auch in Oberellenbach ''retour'' sehr üblich ist bzw. war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ribbel''' ● Siehe ''Ribbelsuppe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ribbeln''' ● Frequentativ von ''reiben'', sehr üblich (Vm. 1868); ''riwweln'' ,schnell in kurzen Strichen hin und her reiben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''rewweln'' ,dauernd reiben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ribbelsuppe''' ● ,eine besonders in Niederhessen sehr übliche Mehlsuppe mit Bröckchen aus Ei und Mehl, welche mit den flachen Händen zu ''Ribbeln'' (einer Art Nudeln) getrieben werden‘ (Vm. 1868); ''Rewwelsobbe'' ,Mehlsuppe mit kleinen Klößchen, die mit der Hand ''geribbelt'' werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Richte''' f. ● ,gerade Richtung, Richtigkeit, Ordnung, auch: die Senkrechte‘ (Vm. 1868); ''Rechde'' ,gerade Richtung, Richtigkeit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Richtweg''' ● ,der kürzeste Weg‘ (Vm. 1868). ● Siehe ''Richte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''riechisch''' ● ''riechsch'', offenbar: ,gute Geruchswahrnehmung habend, witternd‘, auch: ,aufpasserisch‘, Kassel (so ist aus Gr. 1894 die Worterklärung zu erschließen). ● Von Gr. nur verzeichnet in der Redewendung ''Hä ho ’ne riechsche Nase'', „fast wie: ''Hä es merksch.''“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Riefe, Riefen''' ● ''Riefe'' f. ,Rille, kleine längliche Einkerbung‘, Kassel 20. Jh.; ''Riefen'' m. ,Rille, kleine hohlrunde Furche, besonders im Holze; Streifen, Striemen auf der Haut, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''riefig''' ● ''riefech'' ,voller Rillen, voller Striemen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''riekeln''' ● ''sech riegeln'' ,unruhig sitzen oder liegen, untätig und unanständig herumsitzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''rakeln''; vgl. hdt. ''rekeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Riekelsack''' ● ''Riegelsack'' ,unanständig und träge herumsitzender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''riesen''' ● ,rieseln‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. verweist auf fläm. ''ryzen''. ● In Oberellenbach hingegen ''rieseln'' (Hm. 1926)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Riester''' ● ''Riester'' n., auch wohl n. ,Lederflicken auf das Oberleder der Schuhe und Stiefel‘ (Vm. 1868); ''Riester'' m. ,Flicken auf dem Oberleder eines Schuhs‘, Kassel (Lüttebrandt 1919), auch: ,Tunichtgut‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Riesder'' m. ,Flicken am Schuh‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''riestern''' ● ,Schuhe und Stiefel mit Restern flicken‘, auch: ,etwas in grober, nicht fachgerechter Weise ausbessern‘ (Vm. 1868); ,einen Riester setzen‘, d.h. einen Flicken aufs Oberleder eines Schuhs, Kassel (Lüttebrandt 1919); ''riesdern'' ,mit Lederstreifen flicken (Schuhe)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Riffelgarn''' ● ''Riffelgahren'' ,gelöste, geriffelte Fäden‘, d.h. Garn zur Zweitverwendung, Kassel 20. Jh. (Lüttebrandt 1917); ''Riffelgoren'' ,Garn von aufgeriffelten Strümpfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''riffeln''' ● ,ausfädeln, auffädeln; Gestricktes in seine Fäden lösen‘; ''sich riffeln'' ,sich in Fäden auflösen (locker gewebtes Zeug, Band)‘ (Vm. 1868). ● In Kassel und Niederellenbach: ''aufriffeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rimmediß, -dist''' ● ''Remmedist'' ,Rheumatismus‘, Kassel (Gr. 1894); ''Rimmediß'', ebd. (Lüttebrandt 1917); ''Remmediß'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Rem''- von Gr. im Manuskript mit ''é'' geschrieben; Aussprache: offenes ''i'' bzw. sehr geschlossenes ''e''; Lautschriftschreibung bei Hm. mit geschlossenem ''e''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rindlich''' ● ''rinndlich'' ,reinlich‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), ''rendlich'' (Aussprache: ''rändlich''), ebd. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rindlichkeit''' ● ''Rendlichkeit'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rinken''' m. ● ,Ring‘, fast ausschließliche Form (Vm. 1868); ''Rinken'' ,Ring‘, Kassel 19. Jh. (Jonas); ''Renggen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Fingerrinken'' ,Fingerring; Fingerhut‘, ''Schuhrinken'' ,Schuhschnalle‘ (''Schnalle'' war noch bis ca. 1830 gar nicht volksüblich). (Vm. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rinne''' ● ,Dachrinne‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rippelment''' n. ● ''Rebbelmänt'' ,Verweis, Abfuhr, derbe Zurechtweisung‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''réprimande'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rippeln''' ● ''sich rippeln'' ,sich regen, leise Bewegungen machen, besonders: sich gegen einen Stärkeren gelinde auflehnen‘, allgemein üblich; nördlich der Eder auch: ,sich eilen, sich zusammennehmen, um mit einer Arbeit fertig zu werden‘ (Vm. 1868); ''sich ribbeln'' ,sich regen, rühren‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''sech rebbeln'' ,sich rühren, sich bewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Wenn de dech ribelst!'' ,Rühr dich ja nicht!‘, Drohung, Kassel (Gr. 1894). ''Hä ribbelt un rächt sich nit.'' Kassel 20. Jh. ''Hä riert un rebbelt sech net.'' Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''risch''' ● ''rysch'' ,schnell, schleunig‘, Frankenberg (Gerstenbg. Stadtchron., um 1506), ausgestorben (Vil. 1868); Pfs. weist dies zurück: ''risch'' ,kurz angebunden, wild, rauh‘, im Landesinneren, z.B. am Knüll (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Risse''' Pl. ● Pluralwort, ,Schläge, zumal derbe Schläge, als Züchtigung‘, allgemein üblich (Vm. 1868); ,Risse; Prügel, Schläge‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Rässe'' ,Risse; Späße, Witze‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rissen und Sprissen''' ● ''Rissen un Sprissen'': redensartliche erfundene Dorfnamen, Kassel (Lüttebrandt 1917). ●  ''Es kamen väle Liede von Rissen un von Sprissen'' (Lüttebrandt). ● Vgl. ''Risse''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Riste''' f. ● ,Handrücken‘, der auch gelegentlich wie der Fußrücken ''Frist'' (''Handfrist'') genannt wird (Vm. 1868);  ''Resde'' ,Fußrücken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von mhd. ''riste''. ●  In Kassel wird der Fußrücken ''Frist'' f. genant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Riste''' f. ● ,Flachsbüschel‘, soviel wie eine Hand umgreifen kann; fünf ''Risten'' gehechelten Flachses ergeben eine in der Regel eine ''Kaute'' (Vm. 1868). ● ''Resde'' ,kleines Bündel Flachs, etwa 1/6 Kaute‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ristrator''' ● ''Restrator'' ,Registrator‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr.’s Manuskript hat ''é''; Aussprache: offenes ''i'' bzw. sehr geschlossenes ''e''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ritt''' ● in Redensarten im Sinne von ''Mal'': ''allen Ritt'' ,jedesmal‘, ''auf einen Ritt'' ,auf einmal, auf einen Hieb, Schlag‘; in Hessen sehr gewöhnlich, früher fast ausschließlich für ''Mal''. ● ''Uff einen Ritt'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ritter, arme''' ● ''arme Ridder'' ,in Milch geweichte, in der Pfanne gebackene und mit Zucker bestreute Wecke‘, Kassel (Gr. 1894); ,in Milch geweichte, in der Pfanne mit viel Fett gebackene Wecke, mit Zucker und Zimt bestreut‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ritz''' ● Lock- und Schmeichelwort für Schweine: ''Ritz dä! Komm, Ritz!'', südliches und inneres Niederhessen (Vm. 1868). ● Siehe ''Rutzeschwein''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ritz, ritz!''' ● Lockruf für die Schweine, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ritzchen''' ● ,Ferkel‘, südliches und inneres Niederhessen (Vm. 1868); ,Schwein‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Rutzchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ritzchens-Öl''' ● ''Ritzchensehle'' ,Rizinusöl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rockel''' m. ● ,Spinnrocken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rockschisserisch''' ● in der Redensart ''samfde Rockschissersche'' ,eine, die schöntut, Heuchlerin‘, Kassel 19. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rögen'''  ● ''Regen'' ,Rogen, Eier im Fisch‘, Kassel (Gr. 1894). ● Aussprache: ''Reechen'', im Unterschied zu ''Rähchen'' ,Regen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rögener''' ● ''Regener'' ,männlicher Hering‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Roggen:''' siehe ''Rücken''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''roh''' ● ,ungekocht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rohm''' ● ,Rum‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Röling''' m. ● ,der Wasserfrosch‘, allgemein üblich (Vm. 1868); ''Relink'' ,Wasserfrosch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rollen''' ● ,Beischlaf ausüben, müßig und neugierig umherlaufen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rosemarie''' ● ,Rosmarin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rosenlappen''' ● ''Rosenlabben'' ,mit roten Rosengeschmücktes Tuch, das von jungen Mädchen um Schultern und Hals gelegt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Roße''' f. ● ''Roße, Flachsroße'' ,die mit Wasser gefüllte Grube, in welcher der gereffte Flachs gelegt wird, um zu ''roßen''‘, d.h. zu faulen (Vm. 1868); ,Flachsroße‘, ,kleiner Wassertümpel, in dem der gereffte Flachs eingeweicht wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Anm. von Hm.: „in den Nachbarort wird der Flachs in fließendes Wasser (Fulda) gelegt.“ ● Zu mhd. ''rôz'' ,mürbe‘ (Aussprache von ''z'' ist stimmloses ''s'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Roße''' ● ,Honigwabe‘. ● Siehe ''Raße''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rosseln''' ● ,mit Getöne (durch vorliegenden Schleim hin) atmen; röcheln‘, sehr üblich (Vm. 1868); ,schwer und hörbar atmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''röcheln'' ist ungebräuchlich (Vm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rösseln''' Plur. ● ,Röteln‘, Kinderkrankheit, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rossig''' ● ,hitzig, nach der Begattung verlangend‘, von der Sau (Vm. 1868); ''rossech'' ,brünstig (von Pferden), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rost''' m. ● ,Rost, Eisenoxid‘, Kassel 19., 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rost''' m. ● ,Feuerrost‘, siehe ''Ruhst''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rosterig''' ● ,rostig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rostern''' ● ,rostig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rostern''' ● ,rosten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''röstern''' ● ''röstern'' (''ö'' lang) ,rösten‘,  Niederhessen (Vil. 1868), ''reesdern'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rotechtig''' ● ''rodächdech'' ,rotähnlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''röten''' Pl. ● ''Reeren'' ,Röteln‘, Kinderkrankheit, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rotzaffe''' ● ,naseweiser Bube, Lausbub‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rotzefaul''' ● ,durch und durch faul, gänzlich in Verwesung übergegangen‘ (Vm. 1868); ''rutzefull'' ,in starker Fäulnis befindlich‘ (nicht auf Faulheit bezogen), Kassel (Gr. 1894); ''rotzefüll'' ,durch und durch faul, verfault‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rotzlöffel''' ● ''Rotzläffel'' ,vorlauter Bube, Naseweis‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rotzmaul''' ● übliches Schimpfwort, besonders für ungezogene vordringliche Kinder (Vm. 1868); ''Rotzmull'', dasselbe, auch in wörtlicher Bedeutung: ,mit aus der Nase laufendem Rotz verschmierter Mund‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rotznase''' ● ''Rutznase'' ,laufende Nase‘, Schimpfwort für sehr junge Person, Rüge für Vorlautsein, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); Rotznose ,Nase, die dauernd läuft, naseweises Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rotzschnecken''' Pl. ● ''Rotzschnäggen'' ,zusammenhängende Masse von Nasenschleim‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rotztrichter''' ● ''Rotzdrichter'' ,vorlauter Junge, Naseweis‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rotztute''' ● ''Rotzdüdde'' ,Rotztüte‘: ,Nase‘, scherzhaft, ,Kind, dem dauernd die Nase läuft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rübenbiest''' ● ''Riewenbiest'', Schimpfwort, Kassel (Gr. 1894); ,plumper, tölpelhafter Mensch, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rück''' m. ● ''Reck'' ,Rücken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel hingegen ''Riggen'' ,Rücken‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rücken''' ● ,Roggen‘. ● Die übliche Bezeichnung für ''Roggen'' ist ''Korn''. Das mundartliche ''Rücken'' ist als Simplex im Niederhessischen erloschen, es hat sich aber in Zusammensetzungen gehalten; diese werden weder mit ''Roggen'' noch mit ''Korn'' gebildet (Vm. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rückenbrei''' ● ,Roggenbrei‘ (Vm. 1868); ''Reggenbrei'', dasselbe, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rückenbrot''' ● ,Roggenbrot‘ (Vm. 1868)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rückenkleie''' ● ,Roggenkleie‘ (Vm. 1868); ''Reggenklejen'', Pluralwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rückenmehl''' ● ,Roggenmehl‘ (Vm. 1868); ''Reggenmehl'', Kassel (Gr. 1894); ''Reggenmahl'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rückenrindvieh''' ● ''Reggenrengvieh'' ,Roggenrindvieh‘, sehr starkes Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rückenspreu''' ● ''Reggensprei'' ,Roggenspreu‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rückenstroh''' ● ,Roggenstroh‘ (Vm. 1868); ''Reggenstroh'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rudeln''' ● ,rudern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rufen''' ● rufen: ''ich rufe, du rief(e)st, hä rief(e)t, mä rufen'' usw., Kassel 10., 20. Jh. (Gr. 1894). ● 2. und 3. Pers. Sing. entrundet aus ''rüf(e)st, rüf(e)t.'' (Der Kommentar bei Gr. ist problematisch.) – Stammformen ''rufen, roff, jeroffen'', Oberellenbach (Hm. 1926); Stammformen in Kassel wie nhd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ruhren''' ● ,den Acker zum zweiten Mal pflügen‘ (Vm. 1868); ,das zum Flachs- oder Krautanbau bestimmte Stück Land kurz vor dem Bepflanzen noch einmal umpflügen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rühr-Rebbest''' n. ● ''Riehrrewwest'' ,bauchiger, irdenener Topf (''Rebbest''), in dem früher der Rahm zu Butter gerührt wurde‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ruhst''' m. ● ,(Feuer-)Rost, Gitter‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Oberellenbach hingegen ''Rost'' ,Feuerrost‘ wie nhd. (Hm. 1926). ● Von mhd. ''rôst''. Oberellenbach hat das mhd. ''ô'' gekürzt, Kassel hat die Länge des Stammvokals bewahrt, ''ô'' &amp;gt; ''ū'' vermutlich in Anlehnung an ''Ruhst'' ,Ruß‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ruhst''' m. ● ,Ruß‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ruhsternase''' ● ''Ruhsdernose'' ,Rußnase‘, gemeint: ,schmutziges Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ruhstertüpfen''' n. ● ''Ruhsderdebben'' ,Rußtopf‘, gemeint: ,schmutziges Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ruhstwürstchen''' ● ''Ruhstwerschtchen'', Pl. ''Ruhstwerschderchen'' ,Rostbratwurst‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rülpes''' m. ● ''Rölps'' ,Aufstoßen, Rülpser; ungeschliffener und unflätiger Mensch‘, Schimpfwort (Vm. 1868); ''Rilbes'' ,Rüpel‘, Kassel 20. Jh.; ''Relbes'' ,plumper, sich rüpelhaft benehmender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rümm, rümme, rümmer''' ● ,herum, umher‘, ''remmer'', Kassel (Gr. 1894), ''rimme'', ebd. 20. Jh. (ist natürlich älter, wenn auch bei Gr. nicht verzeichnet); ''rem'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rümmerherflankieren''' ● ''rimmerherflankieren'' ,umherlaufen‘ , Kassel 19. Jh. (Jonas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rümmerherkarjäckern''' ● ''rimmerherkarjäckern'' ,herumreiten‘, Kassel 19. Jh. (Jonas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rümmerherkarjohlen''' ● ''rimmerherkarjohlen'' ,herumfahren‘, Kassel 19., 20. Jh. (Jonas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rümmewabern''' ● ''rimmewawern'' ,herumtreiben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rümmewürgen''' ● ''rimmewirchen'' ,angestrengt und nicht sachgemäß (woran) herumhantieren‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rümmhin''' ● ''remhän'', scheinbar nur fragend: ''Wu wälde dänn remhän?'' ,Wo willst du denn hin? Wohin willst du eigentlich?‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rümmochsen''' ● ''remmossen'' ,zum zweiten Male vom Ochsen besprungen werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rümmträger''' m. ● ''Remmdräjer'' ,Herumträger, d. h. Hausierer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Runge''' f. ● ''Runge'' ,die vier senkrechten Hölzer, die die Wagenleitern halten‘, Raum Kassel 20. Jh.; ''Rönge'' 1),Wagenrungen‘, 2) ,die beiden senkrechten Eisenstücke am Vorderpflug, mit der die Pflughöhe eingestellt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Waachenrungen'', Spitzname der Wehlheider (Dorf Wehlheiden, heute Stadtteil von Kassel).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rungenieren''' ● ,ruinieren‘, Kassel (Gr. 1894); ''röngenieren'' ,verderben, zugrunde richten‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''verrungenieren'', „etwas kräftiger als ''rungenieren''“ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Runke''' f., '''Runken''' m. ● ''Runke'' f., auch ''Runken'' m. ,großes Stück Brot‘, allgemein üblich (Vm. 1868); ''Runke'' f. ,großes Stück Brot‘, Kassel (Gr. 1894), ''Runke'' f. u. ''Runken'' m., Kassel 20. Jh.; Röngge f., Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. verzeichnet ''Runke'' auch als mask.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''runken''' ● ''rönggen'' ,grunzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä schleeft, bis der Watz rönggt.'' ,Er schläft, bis der Zuchteber grunzt, d.h. bis in den hellen Tag hinein‘. (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rupp''' m. ● ''Rop'' ,Schorf auf einer zuheilenden Wunde‘ (Vm. 1868); ''Rupp'' ,Wundkruste, Schorf‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ruppelharte''' ● ''robbelhorde'' ,ganz hart, steinhart‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ruppelig''' ● ''rubbelich'' ,uneben‘, Kassel 20. Jh., ''robbelech'' ,uneben, holprig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ruschel''' f. ● ''Rüschel'' ,hastige, unordentliche weibliche Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ruscheln''' ● ,rascheln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''rüscheln'' ,unordentlich, oberflächlich handeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ruschpeln''' ● ''rüschbeln'' ,ein knitterndes, knisterndes Geräusch hören lassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ruspel''' f. ● ''Rospel'' ,Stück gefrorener Erde‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ruspelig, rusperig''' ● ''rusperig'', vom Erdboden gesagt oder vom Schnee, wenn die Oberfläche durch Frost ein wenig angehärtet ist (Vm. 1868); ''rosbelech'' ,uneben, holprig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ruspeln, ruspern''' ● ''ruspern'' ,ganz leichtes Überfrieren von weichem Erdboden, Kot (Straßenschmutz), Schnee, leicht anhärtend (Vm. 1868);  ''rusbeln'' ,mit dünnem Eis bedecken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rüsseln''' Pl. ● ''Rüsseln'' ,Röteln‘, Kassel (Gr. 1894). ● Bei Gr. mit ''ü'' verzeichnet, richtige Aussprache wäre offenes ''i'' / geschlossenes ''e''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rutschen''' ● ''rödschen'' ,sich gleitend fortbewegen; gut vonstatten gehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rütschen''' ● ''retschen'' ,rutschen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr.’s Manuskript hat ''é''; Aussprache: offenes ''i'' bzw. sehr geschlossenes ''e''; ist als entrundetes ''ü'' zu verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rutsche''' f. ● ''Rutsche, Rotsche, Rütsche'' ,steiniger und steiler Abhang‘ (Vm. 1868); ''Rutsche'' ,Rutschbahn (auf dem Eis)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Rödsche'' ,steiler Abhang, steil abfallender Feld- oder Waldweg; Schlittenbahn, Rodelbahn‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rutscher, Rütscher''' ● ''Rutscher'' ,kleiner, niedriger Schlitten ohne Lehne‘, Kassel (Gr. 1894); ''Riddscher'' ,Rutscher, d.h. kleiner Rodelschlitten, wurde stehend mit einer Stange mit Eisenspitze gefahren‘, Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rutteln''' ● ''ruddeln'' trans. u. intrans. ,rütteln, schütteln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''roddeln'' intrans. ,hin und her gerüttelt werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Redewendung ''ruddeln un schuddeln'' ,rütteln und schütteln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''rütteln''' ● ''reddeln'' trans. ,schütteln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rutzchen''' ● ,Schweinchen‘, Kindersprache, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Ritzchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Rutzeschwein''' ● ''Rutzeschwinn'' ,Schwein‘, Kindersprache, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Ritz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch R'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_M_%E2%80%93_Q</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q</title>
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				<updated>2015-01-23T07:57:30Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch M – Q'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''M.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Machuller''' ● ,Wacholder‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Macht''' ● ''Moocht'' ,Kraft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mächtig''' ● ''mächdech'' ,kräftig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Macke''' f. ● ,Leiden, Fehler‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Magge'' ,Krankheit, Gebrechen֯‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mackelig''' ● ''mackelicht'', gewöhnlich ''mackelig'' ,dick, fleischig, rundlich (vom menschlichen Körper, am meisten für kleine Kinder)‘, lobend, gleichsam zärtlich, ganz Hessen, besonders Niederhessen (Vil. 1868); ''maggelich'' ,drall, von üppiger Figur‘; Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''maggelech'' ,fleischig, fett‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mad''' f. ● ''Mahd'', Plur. ''Maidhe'' ,Magd‘, Balhorn (Sl. 1901) ;''Mäht'', Plur. ''Mähre'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mädchen''' ● ''Mähchen'', Pl. ''Mäderchen'' ,Mädchen‘, auch ,Tochter‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Mäjen'', Pl. ''Maidhe'', Balhorn (Sl. 1901); ''Mähng'', Pl. ''Mähre'' ,Mädchen, Tochter‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● „Die Mägde pflegen jetzt die Bezeichnung Magd als erniedrigend, wo nicht gar als ehrenrührig zu betrachten, und verlangen, nur […] mit Mädchen bezeichnet zu werden.“ (Vil. 1868)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mädchenlecker''' ● ''Maidhelecker'' ,ein Bursch, der gern den Mädchen nachgeht und sie abküßt‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Mährenlägger'' ,Knabe, der besonders gern mit Mädchen spielt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mädchensding''' ● ''Mähngsdänk'' ,Mädchen‘, verächtlich, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mädehenne''' ● ,Junge, der lieber mit Mädchen als mit Jungen spielt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Henne'', ''Henn'' ist alter hess. Männername, bereits mittelalterlich belegt (keine Kurzform von ''Henner'' oder ''Johannes''), im 18. Jh. erloschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mähen''' ● ''meen'', nur in Bezug auf Gras (Getreide wird geschnitten), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mahl''' n. ● ''Mahl'' ,Mehl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel und andernorts ''Mähl''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mährbart''' ● ''Mährboort'' ,langweiliger Erzähler, Schwätzer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mähreln''' ●  ''märreln'' ,im Schmutz herumwühlen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mähren''' ● ''mären'' ,in nassen, kotigen, klebrigen Sachen herumwühlen‘, fast nur in Niederhessen gebräuchlich (Vil. 1868); ''mähren'' ,in Dreck, Matsch, Dreckbrühe herumwühlen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,in feuchten, schmutzigen Gegenständen herumwühlen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mähren''' ● ''mären'' ,langsam, ziehend, unzusammenhängend und mit lässiger Breite reden und erzählen‘, besonders in Niederhessen üblich (Vil. 1868); ,langweilig, gehaltlos reden; an alten Groll erinnern, verdrossen reden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,langsam und langweilig erzählen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mährsack''' ● ,langweilig erzählender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mährschledde''' ● ,langweiliger Erzähler, Schwätzer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maiklader''' ● ,Maikäfer‘, auch: ''Maikäwer'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maivogel''' ● ,Maikäfer‘, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''maiweln''' ● ,miauen; kläglich weinen, weinerlich reden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mäkeln''' ● ''mägeln'' ,makeln, kleinen Zwischenhandel treiben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mäkelsmann''' ● ''Meegelsmann'' ,Makler‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mal, -mal''' ● ''Mohl'', in Zusammensetzungen zu ''moh'' gekürzt: ''eimoh'', ''zweimoh'', ''dißmoh'', ''efdersch'' ''moh''; hingegen ''domohls'' (da ''l'' durch ''s'' gedeckt), Kassel 19., 20. Jh.; ähnlich Oberellenbach (Hm. 1926); Form von ''damals'' ebd. nicht belegt. ● ''En Mohler dreie'' (''viere'' usw.) ,so etwa dreimal (viermal usw.)‘, Kassel (Gr. 1894); ''’ne Mohler dreie'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Malstein''' ● ''Mohlsteeng'' ,Grenzstein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mampeln''' ● ''mambeln'' ,essen, kauen‘, scherzhaft, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''mampeln'', Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mänch''' ● ,manch‘, Kassel (Gr. 1894), restweise 20. Jh. (Gr. 1894); ''mänch'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''mäncher'', ''mänchmo'' (Gr., Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mang''' ● oft ''dermang'', ''dermank'' ,daruntergemischt, zwischen eingebracht, dazwischen eintretend oder befindlich, in der Diemelgegend und an der Schwalm (Vil. 1868);  ''mank'', oft für ''dermáng'' (-''mank'') ,dazwischen, darunter (unter, zwischen mehr als zweien)‘, ''midden dermang'', ''middenmang'' ,mitten dazwischen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Männerchen''' ● ,Männchen‘ (Plur.). ● ''Männerchen machen'' ,Männchen machen‘, d. h. ,aufrichten, aufbäumen (Pferd)‘, übertragen: ,sich wogegen sträuben‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''manschen''' ● ,zerwühlen zu flüssiger Speisen, bei Kindern, welchen die Speise nicht mundet‘ (Vil. 1868); ,Breiiges vermischen; darin (z.B. mit den Händen) herumrühren, auch: ''unnernannermanschen'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''marren''' ● ,knurren (von Hunden)‘, gutgemeintes Knurren, besonders wenn junge Hunde knurrend miteinander spielen, Ober- und Niederhessen (Vil. 1868); ,kreischen, weinen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Marucken''' Pl. ● ,Mucken, Verschrobenheiten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maruschel''' f. ● ,Frauenzimmer, dem man das Vagabundieren ansieht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Masch''' m. ● ''Möhsch'', auch ''Maasch'' ,Wirrwarr, Durcheinander‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Masche''' f. ● ''Maasche'' ,Masche, im Netz- oder Strickwerk‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Muschel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''maschen''' ● ''möhschen'' ,in Wirrwarr bringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''maschig''' ● ''möhschech'' ,durcheinander, verwirrt (von Fäden, Halmen und dgl.)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''maschinen''' ● ,mit der  Dreschmaschine dreschen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); Kirchberg 2014.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Massematten''' Pl. ● ''Massemadden'' ,Geschäfte‘, Kassel (Gr.  1894). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Matsch''' ● ,schmierige, unreinliche Halbflüssigkeit, z. B. Straßenkot, schmelzender Schnee, durch fehlerhaftes Kochen zu Brei und damit ungenießbar gewordene Speisen‘; übertragen ,ein unselbständiger Mensch‘, Althessen (Vil. 1868); ,flüssiger Dreck, flüssiger Straßenschmutz, schmelzender Schnee und dgl.‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''matschen''' ● ,in unreinlicher Weise in etwas Flüssigem, Weichen herumwühlen‘, Althessen (Vil. 1868); ,in Breiigem (Schmutz, Teig, Brei) herumrühren, herumhantieren‘, übertragen: ,beim Essen schmatzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mätschelig''' ● ''mädschelech'' ,weich, locker‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''matschig''' ● ''matschich'' ,weich, schlammig‘, Kassel 20. Jh., ''madschech'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mauen''' ● ,miauen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maul''' ● ''Mull'' ,Mund‘, nicht abwertend, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); auch ,Kuß‘ (Gr.), ''Müll'' ,Mund‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mäulchen''' ● ''Millchen'' ,kleiner Mund; Küßchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maulhübel''' m. ● ''Müllhebbel'' ,Maulwurfshügel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maulorgel''' ● ''Mullorjel'' ,Mundharmonika‘, Kassel 20. Jh.; ''Müllorjel'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maulschwätzer''' ● ''Müllschwätzer'' ,einer, der den Leuten nach dem Mund redet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maultrumpe''' ● ''Mulldrumbe'' ,Maultrommel, Maultrompete‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mausefallskerl''' ● ''Musefallskerle'' ,slovakischer Drahtwarenhändler‘, Balhorn (Sl. 1901); ,Ialiener‘, Kassel 20. Jh.; ''Müsefallskärle'' ,einer der Mausefallen umherträgt; Hausierer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mäusemutterstill''' ●  ''miesemodderstelle'' ,ganz still‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mausen''' ● ''müsen'' ,Mäuse fangen; in etw. herumwühlen, herumsuchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mausen''' ● ''sech müsen'' ,sich mausern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Melden''' Pl. ● ''Mählen un Beißen'' ,Melden und Bete, frühester Schnittkohl‘ (Gericht), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mellezin''' f. ● ,Medizin‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mengefett''' ● in Niederhessen beliebtes Zugebröte aus heißgemachtem Samenfett, ausgelassenem Speck sowie etwas Talg oder Schmalz (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mensch''' m. ● ''Mensch'', Pl. ''Menschen'', Kassel 20. Jh.; ''Mönsch'', Pl. ''Mönschen'', im Sing. fast ungebräuchlich, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Offenbar Angleichung ans Hochdeutsche, älter: ''Mensche'', erhalten in ''kimmensche'' (aus ''kinn Mensche'') ,niemand, kein Mensch‘, Kassel 19. Jh.; ''kämmönsche'', dasselbe (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mensch''' n. ● sehr häufig auch ''Wibesmensch'', ''Weibsmensch'' ,Frauensperson‘, ohne erniedrigenden oder gehässigen Nebensinn (Vil. 1868); ''Mensche'', Pl. ''Menscher'' ,weibliche Person‘, kann abwertend gebraucht werden, aber auch familiär-vertraulich ohne abwertenden Nebensinn, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Mönsch'', Pl. ''Mönscher'' ,weibliche Person‘, oft verächtlich, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Menschenspiel'''  ● ''Mönschenschbähl'' ,Menschenmenge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Menschheit''' ● ''Menscheet'' ,Menschenmenge‘ (sic), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''merkisch''' ● ''merksch'' ,aufpasserisch, alles beobachtend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''merrelich''' ● ,widerwärtig‘, Schwalm (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merten''' ● ''Merden'' ,Martin‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mertensabend''' ● ''Merdensowend'' ,Martinsabend (Kasseler Gärtnerball)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''meschant''' ● ,boshaft, schlecht, unangenehm, mißlich‘, Kassel (Gr. 1894), ''mischant'' ,böse, schlecht, nichtsnutzig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''méchant'' ,boshaft‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Meß''' s. ● ,Messer‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Messe''' ● ,Jahrmarkt‘, Kassel 20. Jh.; dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Meßware''' ● ,Jahrmarktsware, schlechte Ware überhaupt; Jahrmarktsgesindel‘; dazu ''Meßmaruschel'' (s. ''Maruschel''), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Meste''' f. ● Maßeinheit: 1 Meste = 1/8 Malter, außerdem in Niederhessen Ausdruck für beliebiges Gefäß in der Zusamensetzung ''Salzmeste'' (Pfs. 1886). ● Siehe ''Salzmeste''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Metzenkopf''' ● ''Mätzenkopp'' ,Dickkopf‘, d.h. jem. mit einem Kopf, so dick wie das Getreidemaß Metze, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mexter''' ● ''Mekster'' ,Metzger‘, üblich im Norden wie im Süden (Pfs. 1886); ''Mexder'', Kassel (Gr. 1894), Gudensberg 20. Jh. ● In Oberellenbach hingegen ''Mätzjer'' (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mickeln''' ● ''meggeln'' ,meckern; meckernd lachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mickelziege''' ● ''Meggelzäje'' ,Mädchen, das dauernd lacht‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mieken''' ● ''miegen'' ,weinen‘, in verächtlichem Sinn, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Miekmerten''' ● ''Miegmärden'' ,zum Weinen neigender Knabe‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Merten''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Miekschlette''' f. ● ''Miegschlädde'' ,Kind, das dauernd weint‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Milchert''' m. ● ''Melchert'' ,männlicher Hering‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''milde''' ● ''melle'' ,locker, weich (besonders vom Erdboden)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mißgünnisch''' ● ''mißgennsch'' ,mißgünstig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mist''' m. ● ,Mist, Dünger‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Mäst'' ,Dung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Miste''' f. ● ,Misthaufen, Stelle zur Mistablage‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Mesde'' ,Dungstätte, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mistkaule''' f. ● ''Mestekulle'' ,Mistgrube‘, Kassel 19. Jh. (Jonas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mitte''' f. ● ''Medde'' ,Lebensmitte, Taille‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mittel''' n. ● ''Meddel'' ,Mitte, Mittel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Möbelwerk''' ● ''Mewelwerk'' ,die Möbel‘, Kassel 19. Jh. (Jonas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mudderig''' ● ,moderig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Möhle''' f. ● ''Mähle'' ,Mühle‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Meele'', Oberellenbach (Hm. 1926); ''Mälle'', Kirchberg 20. Jh. ● Älteres ''Möle'' erscheint in Oberellenbach regulär entrundet als ''Meele''; diese Entrundungsform in Kassel angeglichen an ''Mähl'' ,Mehl‘ zu ''Mähle''; in Kirchberg dieselbe Entwicklung mit nachfolgender Vokalkürzung zu ''Mälle''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Möhlenstein''' ● ''Mählenstein'' ,Mühlstein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mohren und Türken''' ● ''Kotz Mohren un Derken!'' Fluchwort, Kassel (Gr. 1894). ● ''Kotz'' ist emphatisches ''Gotts'', wie in ''Kotzgemigge'' und ähnlichen Fluchwörtern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Möhrenwurst''' f. ● ''Meerenwurst'', Balhorn (Sl. 1901). ● „Eine absonderliche, von den Kindern für eine besondere Leckerei gehaltene Wurstart, die ich nirgens sonst angetroffen habe. Unter das Wurstfleisch werden Möhren gemengt.“ (Sl.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Moost''' n. ● ,Moos‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Oberellenbach hingegen ''Moos'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mootch''' ● ,Sumpf‘, untere Eder (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mördisch, mordisch''' ● ''mördsch'', meist ''mertsch'' gesprochen, „Superlativ der Verwunderung“, Mittelhessen (Vil. 1868);  ''mordsch'' ,vortrefflich, tüchtig‘, oft ironisch gemeint; Adv. ,überaus, sehr‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mor morgen''' ● ''more morgen'' ,morgen früh‘, inneres Hessen: Homberg, Wabern (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mörsel''' m. ● ''Merschel'' ,Mörser zum Zerstoßen des Zuckers‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''mörsel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''morzekabores''' ● auch: ''morzekaborze'' ,kaputt‘, stärker als ''kabores'', Kassel (Gr. 1894). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mucheln''' ● ,heimlich miteinander sprechen‘, östl. Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''müchen''' ● ,modern, faulen; modrigen Geruch von sich geben, östl. Hessen (Werragegend) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''müchzen''' ● ''michzen'', wie ''müchen'', Frequentativum dazu, in der Werragegend üblicher als ''müchen'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''müchzening''' ● ,modrig, einen Modergeruch von sich gebend‘, im östl. Hessen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mucke''' f. ● ''Muck'' ,Visier, Korn der der Flinte‘ (Vil. 1868), ziemlich allgemein üblich. ● Meist übertragen gebraucht: ''jem. auf der Muck haben'' ,jem. scharf, kontrollierend beobachten‘ (Vil.). In Oberellenbach scheinbar nur noch in übertragener Verwendung: ''Ech honn en of der Mogge.'' ,Ich habe ihn auf der Mucke; ich kann ihn nicht leiden.‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mucke''' ● ''mugge'' ,gescheit, schlau‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Muckeblock''' m. ● ,mürrischer Mensch, jem. von nicht offenem Wesen‘, Kassel (Gr. 1894); ''Moggeblock'' ,mürrischer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mucken''' ● meist reflex.: ''sich mucken'' ,sich regen, leisen Protest erheben (eventuell auch nur Gestik und Mienenspiel)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Der Maikäwer mucket'' ,Der Maikäfer ruckt die Flügel zum Wegfliegen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mucken''' Pl. ● ,Grillen, Launen‘ (Pfs. 1886); ,Streiche, Hinterlist; Widrigkeiten, Hindernisse‘, Kassel 19., 20. Jh. ● ''Hä hot sinne Mucken.'' ,Ihm ist nicht zu trauen‘. ''’s hot sinne Mucken'' ,die Sache ist voller Widrigkeiten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mudern''' ● ''mürern'' ,schwach regnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''muffeln''' ● ,einen Speise, vor allem eine trockene, kauen; eilfertig und gierig etwas kauen‘ (Vil. 1868); ,mit vollen Backen essen‘, Kassel (Gr. 1894); ''müffeln'' ,hastig kauen, viel essen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''muffen''' ● ''müffen'', ''miffen'' ,modrig, faulig riechen oder schmecken‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''muffen'' ,schlecht, abgestanden riechen; ungelüftet riechen (Zimmer)‘, Kassel 20. Jh.; ''sech müffen'' ,Winde ablassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''müffzen''' ● wie '''müffen''', Frequentativum dazu, sehr gebräuchlich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''müffzening''' ● ''miffzening'' ,einen Modergeruch oder Modergeschmack an sich tragend‘, sehr üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mügen''' ● ''miejen'' ,mögen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''müglich''' ● ''miechelich'' ,möglich‘, Kassel (Gr. 1894); ''maijelich'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Müglichkeit''' ● ''Miechelichkeit'' ,Möglichkeit‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Es äs dann de Menschenmiechelichkeit!'' Ausruf des Erstaunens (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Muhkuh''' ● ,Kuh‘, Kindersprache, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Muhkühchen''' ● ''Muhkiebchen'' ,kleine Muhkuh‘, übertragen: 1) ,einfältige Frauensperson, dummes Gänschen‘, Kassel (Gr. 1894). 2) ,Marienkäfer‘, Kassel 20. Jh. ● Zur Lautform siehe ''Kühchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mulch''' ● ,Molch‘, auch: ,kleines wohlgenährtes Kind‘, Kassel 20. Jh. ● Vgl. ''Schlammulch'' ,Säufer‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mulchert''' m. ● ''Molchert'' ,Feuersalamander‘, ''degger Molchert'' ,dicker, plumper Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mulde''' f. ● ''Muhle'' ,flacher Trog‘, Kassel (Gr. 1894), Gr. gibt als Bedeutung ,Mulde‘ an, womit er dasselbe meint); ''Mulle'' ,kleiner Fleischtrog‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Äs schettet wie met Muhlen vum Hemmel'' ,es regnet in Strömen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mull''' ● ''moll'', sehr oft ''mull'' gesprochen, ,weich, mild, feucht (z.B. Wäsche, Obst)‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''mull'' ,weich (z.B. Obst)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mummeln''' ● ''mummeln'' ,murmeln, mit geschlossenen Zähnen sprechen‘, Kassel (Gr. 1894), ,vor sich hin brummeln‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mumpch''' m. ● ''Momch'' ,Entzündung der Ohrspeicheldrüse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mümmeln''' ● ''memmeln'' ,mit geschlossenen Lippen sprechen; brummen (von Kühen)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mürmel''' m. ● ''Mermel'' ,feiner Staub‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mürmelig''' ● ''mermelich'' ,krümelig, aufgerührt, getrübt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mürmeln''' ● ''mermeln'', gesagt vom Bodensatz, der aufgerührt wird und in einer Flüssigkeit herumtreibt, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''murmelstutzig''' ● „in Niederhessen zumal recht üblich für einen Menschen, dem etwas quer gegangen, der übeler Laune, sodaß keine Worte aus ihm heraus zu bringen sind“ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mürmelwerk''' ● ''Mermelwerk'' ,Krümeliges, Aufgerührtes‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Murrkutz''' m. ● ,mürrische Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''murzeln''' ● ,etwas kurz und ungeschickt, mit stumpfem Instrument abschneiden‘ (Vil. 1868); ,(eine Sache) zerschneiden, zerlegen, verstümmeln‘, Kassel (Gr. 1894); ''morzeln'' ,mit einem stumpfen Werkzeug schneiden‘. ● Ein Junge, eine Bestrafung wegen eines Diebstahls fürchtend, hatte sich „mit einem ganz schlechten Kniff langsam den Hals abgemurzelt“, Nentershausen 1815 (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Muschel''' f. ● ''Müschel'' ,Masche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''muscheln''' ● ,heimlich, betrügerisch verfahren‘, sehr häufig im Spiel, besonders beim Kartenspiel, Niederhessen (Vil. 1868); „gilt an der unteren Edder ausschließlich für vorgesehenes redliches Mischen der Karten“ (Pfs. 1886); ,etwas durch Durcheinanderbringen verschleiern‘, z.B. ,beim Kartenspiel betrügen‘, Kassel 20. Jh.; ''müscheln'' ,durcheinandermengen, mischen (namentlich Karten)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''muschpeln''' ● ''müschbeln'' ,geräuschlos in etwas herumsuchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''musen''' ● ,kramen, suchend herumwühlen‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Unmus'' und ''mausen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Must''' m. ● ''Mus'' ,aus Zwetschen, Birnen, Äpfeln gekochter Brei (Kompott), welcher sich über den Winter aufbewahren läßt, beliebtes Zugebröte für Kinder und Gesinde‘, dafür die Bezeichnung ''Mus'' nur in Niederhessen, Hersfeld, Fulda (Vil. 1868); ''Muhst'' ,Mus‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Muhst'' ,Mus (Zwetschenmus, Birnenmus)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bedeutung ,Gehacktes‘ scheinbar nur in ''Mustenwecke''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mustbart''' ●  ''Muhsdboort'' ,Kind, das sich beim Essen beschmutzt hat‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mustenwecke''' m. ● ''Muhstenwegge'' ,mit Gehacktem belegtes Brötchen‘, Kassel 20. Jh. ● Gr. 1894, führt für Kassel auf: ''Muhstenbrot'', -''wecke'' ,Brot, Semmel, mit Mus beschmiert‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Muster''' n. ● Muster m. (sic) ,nichtswürdiger Mensch‘, „Inbegriff aller Nichtswürdigkeiten“, in neuerer Zeit häufiges Scheltwort (Vil. 1868); n. ,merkwürdiger, eigenwilliger Mensch mit abzulehnenden Gewohnheiten‘, Kassel 20. Jh.; ''Mosder'' n. ,Muster, auch Schimpfwort‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mutchig''' ● ,modrig, Moderduft von sich gebend‘, überall gebräuchlich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mutte''' f. ● ''Mudde'' ,Motte‘, Kassel (Gr. 1894), Pl. ''de Modden'' ,Schwindsucht‘, ebd. 20. Jh.; ''Modde'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ach, du krichst de Modden!'' Ausruf der Bestürzung, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Muttenkopf''' ● ''Muddenkopp'', etwa: ,kleiner Schelm‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''muttelig''' ● ''muddelich'' ,unrein‘ (in Bezug auf Getränke), Kassel 19. Jh. (Jonas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Muttich, Mutch''' m. ● ''Muttich'', ''Mutch'' ,Verwahrsam für Obst (zum Mürbewerden), meist aus Bettstroh bestehend; (heimlicher) Aufbewahrungsort für Geld und dgl.‘ (Vil. 1868); Motch ,Gewahrsam‘, untere Eder (Pfs. 1886); ''Muddich'' ,Sparecke, Versteck für Ersparnisse‘, Kassel (Gr. 1894); ''Modch'' ,(verborgener) Aufbewahrungsort für Obst oder Geld; Vorrat‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Was em Muddich lechchen hon'' ,Ersparnisse haben‘ (Gr.). ''Hä hott Gäld im Modch'' (Hm.) ● Gr. deutet das Wort – sicherlich unzutreffend – als ,„mottiges“ (modriges) Plätzchen, weil nie gelüftet‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mutz''' m. ● fem. (sic) ,weibliches Geschlechtsteil‘, sehr üblich (Vil. 1894); ,Bereich zwischen den Beinen: (weibliches) Geschlechtsteil, auch: Gesäß‘, Kassel 20. Jh.; ,unreine Luft‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Den Mutz lifden'' ,den Mutz lüften, die Sparpfennige angreifen‘ (Gr.), ''einem den Mutz lifden'' ,jem. vehement die Meinung sagen‘, Kassel 20. Jh. ''Dä wäll ech den Motz lifden''. ,Ich werde dich durchprügeln.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mutz''' m. ● ,etwas Abgestumpftes, ein abgebrochenes Stück‘ (Vil. 1868); ''Motz'' ,abgebrochenes Stück, (gestutzter) Schwanz‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''vermutzen''.	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mutzen''' ● ,faulig riechen‘ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mützening''' ● ''metzenink'' ,moderig riechend oder schmeckend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mutzig''' ● ''mutzig'', ''motzig'' ,faulig, besonders fauligen Geruch, Verwesungsgeruch von sich gebend‘, ''mutzig'' ''riechen'', sehr üblich (Vil. 1868); ''mutzich riechen'' ,nach modriger, unreiner Luft riechen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mutzpfeife''' ● ''Motzpiffe'' ,kleine Tabakpfeife‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Mutzpiffchen'' ,kurze Tabakpfeife‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mutzschwanz''' ● ''Motzschwanz'' ,gestutzter Schwanz, kurzer Schwanz‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''N.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''nachgehends''' ● ''nohgehnds'' ,nachher, hierauf‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch ''hernachgehends''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nachstehen''' ● ''noochstenn'' ,eine Schuldenforderung tilgen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nächten''' ● ''nächt'', auch ''nächten'' ,gestern‘, d.h. übernacht, so daß eine Nacht dazwischen liegt (Vil. 1868); ''nähchden'' ,gestern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hm. merkt an, daß das Wort fast völlig ausgestorben ist. ● Vgl. mhd. ''nehten'' ,in vergangener Nacht, gestern abend‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''närlich''' ● ,dürftig, sparsam, kaum‘, in ganz Hessen (Vil. 1868); ''nählech'' (sic) ,knapp, kaum‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nachtmahl''' ● ''Noochmohl'' (sic) ,kirchliches Abendmahl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nachtwerk''' ● ,Nachtkleidung‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nachtzeug''' ● ''Nachtzigg'' (Aussprache: ''Nachtzich'') ,Nachtkleidung‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nählen''' ● ,nörgelnd dahinreden‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nähler''' ● ,einer, der nörgelnd dahinredet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nählepeter''' ● ''Nählebeeder'' ,einer, der nörgelnd dahinredet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Namen''' Sg. u. Pl. ● ''Namen'' ,Name‘, Kassel 20. Jh.; ''Nomen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nappen''' m. ● ''Nabben'' ,Gelenkpfanne‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Narrenhaus''' ● ,Gefängnis‘, in ganz Hessen, besonders Niederhessen, bis 1806 ausschließlich, seit 1816 kaum noch gehört; in Kassel verschwand der Name mit dem Brande des Residenzschlosses 1811, das ein angebautes Narrenhäuschen hatte. (Vil. 1868)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''narrig''' ● ''norrech'' ,närrisch, töricht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''närrisch''' ● ''närrsch'' ,närrisch, komisch, eigenartig, sonderbar‘, Kassel 20. Jh., Balhorn (Sl. 1901), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Näselbart''' ● ,einer, der nörgelnd dahinredet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''näseln''' ● ,nörgelnd dahinreden‘, Kassel (Gr. 1894). ● Nach Gr. ist  ''näseln'' etwa mit ''nählen'' gleichzusetzen, „an das eigentliche Durch-die-Nase-Sprechen denken wir Kasselaner dabei nicht.“ ● Siehe ''nusseln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nasenbast''' m. ● ''Nosenbast'' ,naseweiser Bube‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zusammensetzung mit dem Vornamen ''Bast'', Kurzform von ''Sebastian''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nasenbaster''' m. ● ''Nasenbastert'' ,dicknäsiger, übermütiger Mensch‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Nasenbaster''  ,Naseweis; einer, der andere geringschätzig traktiert‘, Kassel (Gr. 1894). ● Offensichtlich Erweiterung von ''Nasenbast''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nasenquetscher''' ● ,Sarg, besonders ein ärmlicher, enger Sarg‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nast''' m. ● ,Ast‘, sehr gewöhnliche hessische Form (Vil. 1868); ''Nost'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''näufeln''' ● ''näufeln'', meist ''neifeln'' gesprochen, ,Hülsenfrüchte (auch Nüsse) aus der Schale nehmen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''nefeln'' ,enthülsen, aus der Schale nehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nauspelzen''' ● ''nüßbälzen'' ,hinautreiben, hinausjagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nauswischen''' ● ''nüßwöschen'' ,geräuschlos und hastig hinausgehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''necksen''' ● ,necken‘, allerwärts üblich (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''neer''' ● ,hinunter‘, Balhorn (Sl. 1901). ● Entwicklung vermutlich: *''neder'' ,nieder, abwärts‘ &amp;gt; *''nerer'' (''d''-Rhotazisimus) &amp;gt; ''neer''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Neffen''' Pl. ● ,Blattläuse‘, sehr üblich, am meisten in Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Neidhamel''' m. ● Nidhamel ,mißgünstiger Mensch‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''neinlappen''' ● ''ninnlabben'' ,sich auf hinterlistige Weise, durch Verleumdung Nachteil verschaffen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''neinwursten''' ● ''ninnwurschden'', siehe ''zusammenwursten''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nestern''' ● ''nähsdern'' ,das Nest zurechtmachen; emsig im Verschwiegenen arbeiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nestkauz''' m., ''-käuzchen'' n. ● ''Nestkützchen'' n. ,der jüngste, der kleinste Vogel im Nest, unter einer Brut (von Hühnern, Enten, Gänsen); das letzte Kind in der Ehe‘, allein üblicher Ausdruck durch ganz Ober- und Niederhessen (Vil. 1868); ''Nähsdkütz'' ,das zuetzt ausgebrütete Vöglein einer Brut; das jüngste Kind einer Familie‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von ''kauzen'' (''kuzen'') ,hocken‘, also Nesthocker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nestpuddel''' s. ●  ''Nestpuddelchen'', gleicbedeutend mit ''Nestkauz''-, ''käuzchen'', in der Kasseler Gegend (Pfs. 1886); ,Nestküken, Nestling; jüngstes, letztes Kind‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nete''' f. ● allein übliche Bezeichnung für ,Tonkugel‘, das bekannte Kinderspiel, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Netze''' f. ● ,nasse Stelle im Feld, Pfuhl; Urin‘, in letzterer Bedeutung in Oberhessen sehr gewöhnlich (Vil. 1868); ,Nässe, Feuchtigkeit; Urin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kommt in Oberellenbach in der allgemeinen Bedeutung ,Nässe, Feuchtigkeit‘ nur in einigen Komposita, wie ''Netzetüpfchen'' (''Nätzedebbchen''), ''Netzewasser'', als Vorderglied vor (Hm.). ● Vgl. mhd. ''netze'' ,Urin‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''netzen''' ● ,anfeuchten‘, in „neuerer Zeit“ auch: ,Branntwein trinken‘ (Vil. 1868); ,anfeuchten (den zu spinnenden Flachsfaden)‘, das dazu nötige ''Netzewasser'' befindet sich im ''Netzetüpfchen'', einem Blechgefäß, das am Spinnrad hängt, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Neufang''' m. ● ''Neifank'' ,neugieriger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); ''Nöifank'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''neufängisch''' ● ''neufängisch'', ''neufängsch'' ,neugierig‘ (Vil. 1868); ''neifängksch'', Kassel (Gr. 1894); ''nöifängsch'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''neuschierig''' ● ,neugierig‘, im östlichen Hessen die übliche Form (Vil. 1868); ''nöischierech'' ,neugierig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Nach Pfs. (1886) gibt es entsprechende Formen auch im Holländischen und Dänischen. Pfs. hat für die eigenartige Form eine plausible Erklärung gefunden: gebildet vermutlich aus ''gierig'' mit vorangestelltem Gen. ''neues'' (gekürzt zu ''neus''): in ''neus-gierig'' habe sich aus der Verbindung ''sg'' - wie aus ''sk'' - regelrecht ''sch'' gebildet. Wenn Pfs. recht hat, müßte der Vorgang vor der mhd. Phase liegen: ahd. *''niuwes girig'' &amp;gt; ahd. *''niuwe-sgirig'' (-''skirig'') (Verlagerug der Silbengrenze) &amp;gt; mhd. *''niuschiric''. Dies hypothetische Wort ist im Mhd. nicht belegt, auch Mnd. keine Entsprechung belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Neuntöter''' ● Vogelart, metaphorisch: ,versteckter, kleinlicher, auch hämischer und tückischer Mensch‘ (sehr gewöhnlich gebraucht) (Vil. 1868); ''Ninndeeder'', Vogelart, übertragen: ,begriffsstutziger, unbeholfener Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); ''Ningdeeder'', Vogelart, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nibeln''' ● ''niwweln'', unpersönl. Fügung: ''Es niwwelt.'' ,Es regnet nicht, aber die Luft näßt.‘ Allgemein verbreitet. ● Vgl. mhd. ''nibelen'' ,nebelig machen, dunkel machen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nichts''' ● ''nix'', Kassel und Umgebung 19., 20. Jh.; ''nüscht'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nickchen''' ● ''Neggchen'' ,Schläfchen (im Sitzen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nickel''' m. ● ''Neggel'' ,Taugenichts‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hm. vermutet darin Kurzform des Vornamens ''Nikolaus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''niederrucken''' ● ,wiederkäuen‘, Grafschaft Ziegenhain, auch in Niederhessen nicht unbekannt (Vil. 1868); ''neereroggen'' ,wiederkäuen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''niederträchtig''' ● ,herablassend, demütig‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''niesten''' ● ,niesen‘, in Niederhessen allgemein (Pfs. 1886), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Niet''' m. ● ,abstehendes Hautstückchen am Nagelbett‘, Kassel 20. Jh. ● Ist gleicher Herkunft wie der im Handwerk gebräuchliche ''Niet'', der im Dialekt allerdings ''Niete'' f. lautet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Niethaken''' ● ''Niethake'', ''Neidhake'' ,seitlich an den Nägeln sich abstoßende Haut, die aber noch haftet und bei Berührung entzündlich schmerzt‘, Hessen (Pfs. 1886); ''Niedhoogen'' ,die an den Fingernägeln sich lösende Haut, die oft teilweise hängen bleibt und einreißt und so zu empfindlichen Schmerzen Anlaß gibt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bei Hm. als ''Neidhaken'' verzeichnet, vermutl. in Anlehnung an Pfs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''niftelig''' ● ''nifdelich'' ,klein und armselig‘ (in Bezug auf Sachen, Garderobe), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nippchen''' s. ● ''Nebbchen'' ,Schläfchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nippen''' ● wie hd., dazu: ,die Lieder senken zu leichtem Schlummer‘ (Pfs. 1886); ''nebben'', ''nibben'', ,von einem Getränk nur ein wenig schmecken‘, dazu: ,leicht schlummern, halb schlafen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nispeln''' ● ''nesbeln'' ,nur wenig fressen, im Fressen wählerisch sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nissel, Nischel''' m. ● ,Kopf‘, abwertend, Kassel (Gr. 1894), im 20. Jh. scheinbar nur noch ''Nischel'', abwertend, scherzhaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nißkopf''' ● ,eigensinniger, störrischer Mensch‘, eigentlich: ,Kopf voller Nisse (Läuseeier)‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nixchen''' n. ● ''Nigschen'' ,ein kleines Nichts; Nichtigkeit‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Nechschen'' ,ein kleines Nichts‘, Kassel (Gr. 1894). ● Niederhess. Redensart, um die Geringfügigkeit oder Nichtigkeit einer Sache zu kennzeichnen: ''Ein silbernes Büchschen und ein goldenes Nigschen.'' (Pf.) Neckend: ''Ech hon dä en guldenes Nechschen medde gebracht.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nöte''' Adv. ● ,mit Not, schwer, ungern, widerwillig‘ (Vil. 1868); ''neede'' ,notdürftig, kaum‘(?), Kassel (Gr. 1894); ''neere'' ,mit Not, ungern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. versieht die von ihm angegebene Bedeutung mit Fragezeichen; offenbar war das Wort zu seiner Zeit in Kassel am Erlöschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nück''' m. ● ,heimlicher Groll, Tücke‘, mehr im Plural als im Singular gebraucht, überall vorkommend, am üblichsten in Oberhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nücken''' ● ''niggen'' ,in heimtückischer Weise necken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nückisch''' ● ,heimtückisch‘, am Knüll (Pfs.1, 1889); ''niggsch'' ,heimtückisch, anderen Böses gönnend, neidisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nudeltute''' ● ''Nudeldudde'' ,Nudeltüte‘, übertragen: ,begriffsstutziger, unbeholfener Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nulle''' f. ● ''Nolle'' ,Nadel‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Nolle'' ,Nadel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nuppe''' f. ● fast nur im Plural gebraucht, ,Schwierigkeit‘ (sehr üblich); ,Eigensinn, Störrischkeit‘, auch ,Tücke‘ (Vil. 1868); ''Nubben'' Pl. ,Launen, üble Laune‘, auch: ,arge Gedanken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Nobben''  Pl. ,Launen, Grillen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nur''' ● kommt in Hessen nur erweitert vor: ''nurt'', ''nurter'', ''nurst'' (gesprochen ''nurscht''), ''nurent'' (Vil. 1868); ''nuhrt'', auch ''nuhrscht'', Kassel 19. Jh. (Gr. 1894); ''nur'', ''nuhrt'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nüßchen''' ● ,valeriana olitoria‘, Ober- und Niederhessen (Pfs. 1886); ''Nißchen'' ,Feldsalat‘, Kassel 20. Jh.; ''Neßchen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nusselbart''' ● ''Nosselboort'' ,undeutlich sprechender, näselnder Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nusseln''' ● ''nosseln'' ,undeutlich sprechen, näseln‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. (1868) zusammenfassend: ''nöseln'', auch ''nösseln'', ''nusseln'', ''nüsseln'', ''nisseln'' ,in den Speisen herumstochern (mit der Gabel)‘; ,undeutlich, namentlich durch die Nase sprechen, halblaut (wie Unzufriedene und Hinterhältige tun) und kritisch‘, sehr üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nussen''' ● ''nossen'' ,herumstöbern, kleinliche Arbeiten verrichten‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''nusseln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nußhächer''' m. ● (''ä'' lang) ,Eichelhäher‘, Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nußpicker''' m. ● ''Nussebicker'' ,Nußknacker‘, übertragen: ,jem. mit zwischen den Schultern steckendem Kopf und mit breitem Mund‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nutscheln''' ● ,saugen (an Äpfeln, Birnen)‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''O.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Ochse''' ● ''Ochse'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Osse'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stadtkasselänsch ''Ochse'', ''wachsen'', ''Flachs'' (wie hochdeutsch) gegenüber ''Osse'', ''wassen'', ''Flaß'' im nächsten Umland, auch in nach Kassel eingemeindeten Dörfern. Spitzname der Harleshäuser: ''Ossen''. Die -''chs''-Formen (Aussprache: ''x'') sind keine Angleichung ans Hochdeutsche, sondern authentischer Dialekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ochsen''' ● von der Kuh gesagt, ,hitzig sein, nach dem Faselochsen begehren‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ochsenbottich''' ● ''Ossenboddch'' ,Ochsendarm (der mit Leberwurst gefüllt wird)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ochsenkopf''' ● ''Ochsenkopp'' ,geistig schwerfälliger Mensch‘, stärker als ,Schafskopf‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ochsensack''' ● ''Ossensack'' 1) ,Ochsendarm‘, 2) ,Acker-Witwenblume‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''öchsisch''' ● ''eßsch'' ,nach dem Ochsen verlangend, brünstig (von Kühen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ocker''' Adv. ● ''ockers'', ''ockerst'', auch ''ackerst'', zuweilen auch ''ockert'' ,nur‘, Althessen, außer dem niederdt. sprechenden Norden (Vil. 1868);  ''ogger'' ,nur, bloß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ohleibig''' ● Siehe ''ahleibig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ohmacht''' ● Siehe ''Ahmacht''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ohmächtig''' ● Siehe ''ahmächtig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ohmaden''' ● Siehe ''Ahmaden''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ohnamen''' ● Siehe ''Ahnamen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ohnamen''' ● Siehe ''ahnamen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Öhr''' s. ● ''Ehre'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Ehr'' ,Nadelöhr; Henkel oder Handgriff kleinerer Gegenstände (z.B. einer Tasse)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Für das Altkasselänsche galt offenbar dieselbe weite Bedeutung wie in Oberellenbach, siehe ''Zweiöhrentüpfen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ohrlitze''' f. ● ''Ohrlitze'' f., auch ''Ohrschlitz'' m. ,Ohrwurm‘ (Vil. 1868); ''Ohrletze'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Olei''' n. ● ,Öl‘ (Vil. 1868); ,Rüböl (aus Raps)‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ,Rüböl‘, Kassel (Gr. 1894), ,Öl‘, ebd. (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Oleianke''' f. ● ,Spottbezeichnung für einen, der sein Haar übertrieben pflegt‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Anke''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Opfermann''' ● ''Oppermann'' ,Küster, Kirchner, Meßner‘, volkstümlich, durch ganz Hessen (Pfs. 1886); ''Obbermann'' ,Küster‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Osterwasser''' ● ,in der Osternacht geholtes Wasser‘, es steht im Ruf der Heilkraft, vertreibt Sommersprossen und Hautunreinigkeiten, Flechte, Ausschlag usw., Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ozen''' ● ,angebotenes Futter nicht fressen (vom Vieh), eine Speise nicht mögen, zögernd darin herumstochern oder -löffeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''P.,''' siehe auch '''B.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''paaschen''' ● ''böhschen'' ,sich geschäftig hin und her bewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Panser''' m. ● ''Baanser'' ,Pansen; erster Magen der Wiederkäuer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Papoller''' m. ● ,Schmetterling‘, ''Papiller'', die oberhessische, ''Papoller'' die niederhessische an der Eder und nordwärts übliche Form; im östlichen Hessen, zwischen Fulda und Werra heißt der Schmetterling ''Buttervogel'', im niederdt. sprechenden Niederhessen ''Pipoldern'', ''Pipoltern'' (Vil. 1868). ● In Kassel heißt er ''Sommervogel'', ''Lattichvogel'', s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pappe''' m. ● ,Pfeife‘, Amt Netra (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pappen''' ● ,paffen, schmauchen‘, Amt Netra (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Papps''' m. ● ''Bapps'', ''Praps'' ,dicker Brei‘ (Vil. 1868); ''Babbs'' ,dick und steif Gekochtes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pappsack''' ● ''Babbsack'' ,dicke, schwerfällige Person‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pappstoffel''' ● ''Babbstoffel'' ,Tölpel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pariser''' ● ''Bariser'', Brötchensorte, feiner als 'Franzlaibchen, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Parücke''' ● ''Barricke'' ,Perücke‘, Kassel (Gr. 1894), ''Barigge'' ,Perücke; dichtes und langes Haar männlicher Personen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''De Barricke steht mä net d’rnach.'' ,Ich bin nicht dazu aufgelegt.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''päschen''' ● ''pähschen'' ,andere mit gutem Essen (Schmeckewöhlchen) traktieren und das Mahl mit ihnen teilen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''passening''' ● ''bassenink'' ,passend, sitzend (von Kleidung)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Paternostern''' n. Plur. ● ,Perlen‘, bei Alsfeld, Hersfeld und weiter südl. (Pfs.2, 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pätscheln''' ● ''pädscheln'' ,verzärteln, verweichlichen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Patschen''' m. ● ''Badschen'' ,Hausschuh, weicher Schuh, wollener Schuh‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pechfist''' m. ● ''Bechfist'' ,Schusterjunge‘, Kassel 19. Jh. (Jonas). ● Siehe [[ Der „Fist“|Fist]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pechkavalier''' ● ''Bechkawwelier'', Spitzname für Schuster, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pelmen''' ● ''pälmen'' ,Hitze ausströmen‘, Kassel (Gr. 1894); ''pelmen'' ,rauchen, qualmen; Tabak rauchen; tüchtig trinken, bis man angetrunken ist‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''Es pälmet.'' ,Es ist drückend heiß.‘ ''De Stuwwe is pälmend heiß.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pelzen''' ● ''bälzen'' ,hinaustreiben, hinausjagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''penterbieren''' ● ''penterwieren'' ,quälen‘, Niederhessen (ausgestorben, vor Jahrzehnten noch von älteren Leuten gebraucht) (Pfs. 1886); ''pänderwieren'' ,durch dauerndes Bitten oder Fragen belästigen, quälen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von lat. ''perturbare''? (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfalzgräfin''' ● ''Palzgräfen'', in der Redensart ''uffgedunnert wie ’ne Palzgräfen'' ,übertrieben herausgeputzt sein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfännchen''' ● Sehr übliche Redensart: ''Es geht Pännchen fett'', d.h. ,es wird allezeit gut und reichlich gegessen, geschmaust‘ (Vil. 1868); ''Pännchen fett läwen'' ,gut und reichlich essen, schmausen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.). ● Die Redensart erscheint in Oberellenbach abgewandelt als ''Bie uns gädd’s Blimmchen bloh un Kännchen fätt.'' ,Bei uns geht es Blümchen blau und Kännchen fett, wir leben herrlich und in Freuden.‘ (Hm. 1926) ● ''Pännchen fett'' = ''fettes Pfännchen'', mit altertümlicher Nachstellung des undeklinierten Adjektivs wie im Mittelhochdeutschen vorkommend; die Redensart dürfte demnach sehr hohen Alters sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfarr''' m. ● ''Parr'' ,Pfarrer‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Porr'', Pl. ''Perner'', dasselbe, ''Porrschen'' ,die Frau des Pfarrers‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zu ''Perner'' siehe ''Pferner''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfeifendeckel''' ● ''Piffendeggel!'' Ausruf der Ablehnung, der Verneinung, Kassel 20. Jh.; ''jo Piffendeggel!'' ,durchaus nicht!‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ● Als Anspielung auf diese Redensart ist ''Henner Piffendeckel'' zu verstehen, das Pseudonym, unter dem Philipp Scheidemann Geschichten in Kasseler Mundart veröffentlichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfeiler''' ● ''Pillert'', Kassel (Gr. 1894); ''Piller'' ,Säule‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pferd''' ● ''Pährd'' (ungebräuchlich), Pl. ''Pähre'', Kassel 19., 20. Jh.; singularische Form fehlt, Pl. ''Pähre'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Der Singular ist ''Gull'', Kassel, und ''Güll'', Oberellenbach (Hm.). Der alte Singular ''Pährd'' hat sich in Kassel wohl nur in Zusammensetzungen wie (kindersprachlich) ''Huschepährd(chen)'' (Gr. 1894) erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pferdezeh''' ● ''Pährezeh'' ,Pferdehuf‘, Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pferner''' ● ''Perrner'' ,Pfarrer‘, in Mittelhessen (nicht an der Fulda und Werra) und Oberhessen die ausschließliche Bezeichnung, im Volk gebräuchlich, gilt aber als „unedel“, so daß man den Pfarrer aus Höflichkeit nicht damit anredet. ● ''Perrner o Schulmeester'' ,blaue und dunkelblaue Wasserjungfern (Libellen)‘, Schwalm (Pfs.1, 1889). ● ''Perner'', in Dokumenten auch in der verhochdeutschten Form ''Pferner'', war in früheren Jahrhunderten weiter verbreitet (z.B. Kassel), ohne negative Konnotation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfetter''' m. ● ''Petter'', Pedder ,männlicher Pate‘, nördl. und westl. Niederhessen, Grafschaft Ziegenhain, Oberhessen, nicht aber an der oberen Fulda und in der Gegend zwischen Fulda und Werra, wo ''Gevatter'' die ausschließliche Bezeichnung ist oder ''Pate'' oder ''Dode''; wird im nördlichen Niederhessen auch für den männlichen Täufling gebraucht (Vil. 1868); ''Pedder'' ,Pate‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel hingegen ''Padde'', 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Mhd. ''pfetter'' ,Taufpate, Taufkind‘, von mittellat. ''patrinus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pfetzen''' ●  ''pätzen'' ,gewohnheitsmäßig viel Schnaps, Rum oder dgl. trinken‘, Kassel (Gr. 1894). ● Sicherlich Zusammenhang mit ''pitzen'' ,zwicken‘ u.ä. (siehe ''pfitzen''), Oberellenbach, und mhd. ''pfetzen'', dasselbe. Zumindest deutet darauf die Kasseler Redewendung en ''Wirfchen zwicken'' ,einen Schnaps trinken‘ hin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfetzer''' ● ''Pätzer'' ,jem., der oft und viel Schnaps u.ä. trinkt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pfitzen''' ● ''pitzen'' ,kneifen, zwicken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''pitzen'' sowie ''Pitzisen'' ,Waffeleisen‘, ''Pitzkuchen'' ,Waffel‘, Oberellenbach, werden von Hm. unter dem Stichwort ''pfetzen'' aufgeführt, da Zusammenhang mit mhd. ''pfetzen'' ,zupfen, zwicken, kitzeln‘. ● Siehe auch ''pfetzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfiff''' ● ''Piff'' (''i'' offen); Pl. ''Piffe'' ,Pfiffe; Tricks, Listen‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Ich kenne sinne Piffe.'' ,Ich kenne seine Tricks, Verschlagenheit.‘ (Gr.) ''En Piff!'' ,Durchaus nicht!‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pflanzholz''' ● ''Planzeholz'', übertragen: Spitzname des Gärtners, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pflaume''' ● Gegenüber üblichem ''Blumme'', ''Plumme'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Blümme'', Oberellenbach (Hm. 1926) heißt es in einigen niederhess. Gegenden, z.B. bei Felsberg ''Prume'' (Pfs.1, 1889). ● Aus dem Plur. der vulgärlat. *''prumum'', Nebenform zu lat. ''prunum'' ,Pflaume‘. Übernahme ins Germanische uneinheitlich, teils mit ''r'', teils ''r'' &amp;gt; ''l''; vgl. ahd. ''phrūma'', ''phlūma'', mhd. ''phlûme'', mnd. ''prūme'', niederländ. ''pruim'', engl. ''plum'' (mhd. ''ph'' ist als ''pf'' zu lesen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pflock''' ● Siehe ''verpflöcken''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pflügen''' ● ''pliechen'', ,pflügen; ,miteinander klatschen in innigem Einverständnis‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pföhl''' m. ● ''Peel'' ,Pfühl, kopfkeilähnliches Doppelkissen, das unter dem Kopfkissen liegt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfuhl''' m. ● ''Pful'', ''Puhl'', meistens nicht im Sinne von ,Sumpf, Lache, Pfütze‘ gebraucht, sondern speziell für ,Jauche vom Vieh‘, Niederhessen und südlch des Mains, für letzteres (,Jauche‘) im Norden doch eher ''Adelsudde'' (Pfs. 1886); ''Puhl'', Kassel (Gr. 1894). ● Gr. gibt als Bedeutung von ''Puhl'' hochdt. ''Pfuhl'' an, gemeint ist ,kleiner morastiger Teich‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfühlchen''' ● ''Piehlchen'' ,kleiner Pfuhl‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfütsche''' f. ● ''Pfütsche'', ''Pütsche'', ''Pitsche'' ,Pfütze‘ (Vil. 1868); ''Pitsche'' ,Pfütze‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Pödsche'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pieken''' ● ''biegen'' ,stochern, stecken‘, kindersprachlich, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Piepelding''' ● ''Biebeldenk'' ,piepsendes Kind und Tier; schwächliches Geschöpf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''piepeln''' ● ''biebeln'' ,piepsen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pinne''' f. ● ''Pinne'', ''Schuhpinne'' ,eiserner Schuhnagel mit kurzer Spitze und breitem runden Kopf‘ (Vil. 1868); ,dicker Schuhnagel, spitzer Nagel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Penn'' ,eiserner Schuhnagel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pinnschuh''' ● ''Pennschuch'' ,mit Nägeln beschlagener Schuh‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pips''' m. ● ''Bibs'' ,Kränklichkeit‘, Kassel (Gr. 1894); ''Bebbs'' ,Hühnerkrankheit, Verhärtung der Zunge; Erkrankung (in Redensarten)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Den Bibs hon'' ,gebrochene Gesundheit haben‘ (Gr.). ''Do hon ech mä den Bebs jelangt.'' ,Da habe ich mir den Pips geholt.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pischpeln, pispeln''' ● ''pispeln'', wohl meistens ''pischpeln'' gesprochen, ,flüstern‘; das hochdt. ''flüstern'' ist dem Volke völlig unbekannt (Vil. 1868); ''bisbeln'' ,von Natur mit leiser Stimme reden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''puschpeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pitschen''' ● ''pitschen'', auch wohl ''pütschen'' ,gelinde zischend knallen‘, Schießpulver ''pitscht'', der flach aufs Wasser geworfenen Stein ''pitscht'' (Vil. 1868); ''pitschen'' ,das Geräusch von abbrennendem Pulver, das Knistern von Salz, wenn es ins Feuer geworfen wird; feines schwaches Sprühen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pitzeln''' ● ''pitzeln'' ,prickeln‘ (wie z.B. das Salz auf der Zunge), Kassel (Gr. 1894), ''bitzeln'' ,prickeln‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pitzen''' ● ''pitzen'' ,den Schmerz bezeichnend, den z.B. ein scharfer Schlag mit einer dünnen Gerte hervorruft‘, Kassel (Gr. 1894), ''bitzen'' ,kurzen, brennenden Schmerz auf der Haut verursachen‘ (z.B. Schlag, Feuer- oder Brennesselberührung), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Plaatschen''' = ''Flaatschen'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Plage''' ● ''Plage'' n. ,Kind‘, zumal ,kleines Kind‘, keineswegs übel gemeint (Vil. 1868); ''Plage'' n., seltener m. ,halbwüchsiges Kind, zumal kleines Mädchen‘, nicht übel gemeint, Kassel und wohl im größten Teil Niederhessens (Pfs. 1886); ''Blaache'', ''Plaache'' ,Kind‘, Kassel 19. Jh. (Gr. 1894), 20. Jh. ● Gr. meint, ''Plage'' solle Genervtheit durch Kindergeschrei usw. andeutend, wie ''Balg'', ''Wanst''. Pfs. möchte ''Plage'' eher zum Verb ''pflegen'' ,warten‘ stellen, da Anknüpfung an hd. ''Plage'' lautlich, aber auch semantisch ncht paßt. Wahrscheinlich hat er recht. Mhd. ''pflegen'' ,wofür sorgen, sich mit freundlicher Sorge annehmen, behüten‘ u.a.m. hat die Stammformen mhd. ''pflege'', ''pflac'', Pl. ''pflâgen'', ''gepflegen'' (auch ''gepflogen''): Wegen des dialektal erhaltenen ''a'' könnte ''Plage'' abgeleitet sein von dem kurzvokalischen Präteritalstamm (spätmittelalterl. gelängt) und könnte dann etwa ,Pflegling, Schützling‘ bedeuten. Zu mhd. ''pflege'' ,Fürsorge, Obhut‘ gibt es übrigens die (offenbar seltene) Variante ''pflâge''; hiervon kann das Dialektwort ''Plage'' allerdings nicht kommen, da sich mhd. ''â'' spätmittelalterl. zu niederhess. langem offenem ''o'' entwickelt hat, erhalten in Kassel und Umgebung, sich im übrigen Nierhess. zu geschlossenem ''o'' weiterentwickelt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Plagenwerk''' ● ''Blagenwerk'' ,Art und Weise der Kinder‘, auch ,deren (unvollkommenen Arbeitsweise)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Plarr, Plärr''' ●  Siehe ''Blarr'', ''Blärr''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''plarren, plärren''' ● Siehe ''blarren'', ''blärren''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Platsch, Plätsch'''  ● Siehe ''Blatsch'', ''Blätsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''plätschen''' ● Siehe ''blätschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''plattfüßen''' ● benennt den Vorgang, wenn Vögel mit dem Schnabel sich Haut oder Schmutz unterm Fuß hinwegpicken, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Plemper'''  ● ''Plember'' ,dünne, fade Flüssigkeit (Kaffee, Brühe, Suppe)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Plemperbrühe'''  ● ''Plemberbrieh'' ,dünne, gehaltlose Flüssigkeit‘, Kassel 20. Jh., ''Blämberbrieh'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''plemperig''' ● ''plämberig'', sehr üblicher Ausdruck, um die unbehagliche Empfindung beginnenden Hungers zu bezeichnen (Vil. 1868); ''plemperig'' ,Eigenschaft dünner Brühe‘, abfällig, ,gehaltloses, wässeriges Reden‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''blemberig'', Gefühl der Magenleere bezeichnend, auch Gefühl bei fadem Geschwätz, Kassel 19. Jh. (Gr. 1894), ''plemberich'', Gefühl der Magenleere bezeichnend, auch den Geschmack dünner, gehaltloser, evtl. verwässerter Getränke, Kassel 20. Jh.; ''blämberech'', Bezeichnung für den Geschmack dünner, gehaltloser Flüssigkeiten, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''plempern''' ● ,in der Suppe zögernd herumlöffeln‘, wie es Kinder tun, wenn sie nicht essen wollen, Niederhessen (Pfs. 1886); ''blembern'' ,planschen; verdünnen‘, auch: ,ungereimtes Zeug reden‘, Kassel (Gr. 1894), ,planschen (mit oder in geringen Flüssigkeitsmengen)‘, Kassel 20. Jh. ●  ''Das Hern blembert emme vor Hitze.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Plocke''' f. ● ''Plocke'', ''Blocke'' ,Flocke‘ (Vil. 1868); ''Blogge'', dasselbe, kommt nur in ''Schnaiblogge'' ,Schneeflocke‘ vor, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Drauf schlagen, daß die Blocken stieben'', sehr übliche Redensart (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''plümpisch''' ● ''blemsch'' ,plump‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''plusterig''' ● ''blusderich'' ,aufgedunsen‘, eigentlich ,aufgeplustert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pökeln''' ● ''sich beegeln'' ,sich am Ofen oder Feuer ordentlich durchwärmen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Popel, Pöpel''' m. ● ''Pepel'' ,verhärteter Nasenschleim‘ (Vil. 1868); ''Bobel'', dasselbe, Kassel 20. Jh., ''Bobel'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''popeln, pöpeln''' ● ''pepeln'' ,mit dem Finger in der Nase wühlen‘ (Vil. 1868); ''bebeln'' ,popeln, den Finger oft in der Nase haben‘, Kassel (Gr. 1894), ''bobeln'' ,in der Nae bohren‘, ebd. 20 Jh.; ''bobeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pöpelnase''' ● ''Bebelnase'' ,Popelnase‘, übetragen: ,kein guter Gesellschafter‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Porläube''' ● Siehe ''Borläube''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Prahl''' m. ● ''Prohl'' ,Prahlerei‘, Balhorn (Sl. 1901). ● Sl. kennt nur Vorkommen des Wortes in der Redewendung ''us’n Prohl'' ,aus Großtuerei‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''preismachen''' ● ''jemanden preis (pries) machen'' ,verhöhnen, verfehmen, betäuben‘; ''briesmachen'' ,jem. in Aufregung versetzen, in Verwirrung bringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Prieme''' ● ,Schore Kautabak‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Prophete''' ● ,Abort‘, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Entstellt aus französ. ''privet'' ,heimliches Gemach, Abort‘ (Pfs.). ● Pfs. teilt folgende Anekdote mit: „Nach den kleinen und großen Propheten befraget, antwortet der Junge in der Schule: mä hon kinnen Prophete, mä schissen üwwern Knüppel.“ (S. 210)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''protzen''' ● Siehe ''brutzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''prutscheln''' ● ,um sich spritzen‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''puddeln''' ● ''puddeln'' ,sich im Wasser schütteln und reichlich abspülen‘, Kassel (Gr. 1894); s''ech borreln'' ,sich im Staub unter Flügelschlagen behaglich sonnen (von den Hühnern)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pudel''' m. ● ''Pürel'' ,Pudelhund; weibliche Person mit struppigem Haar‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Den Pudel machen'' ,im Hauswesen die geringsten Arbeiten verrichten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pudel''' m. ● ,Fehlwurf beim Kegeln‘ (Vil. 1868); ''Purel'' ,Fehler, Verstoß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pumpelbacken''' ● ''Bumbelbacken'' ,Hängebacken, Pausbacken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pumpelbrunnen''' ● ''Bumbelbrunnen'' ,Pumpbrunnen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pumpeln''' ● ''bumbeln'' ,pumpen‘, auch: ''bumben'', Kassel (Gr. 1894); ''bomben'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Puppel''' f. ● ''Bubbel'' ,Puppe‘, ''Bebbelchen'' ,Püppchen‘, Kassel (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''Bobbe'', ''Bäbbchen'' (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''puppern''' ● ''poppern'' ,klopfen‘, vom Herzen allgemein und fast ausschließlich gebraucht, auch vom Abfallen des Obstes, zumal beim Obstschütteln (Vil. 1868); ''bubbern'' ,zittern, schnell klopfen, hüpfend aufschlagen, mit geringem Gräusch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''bobbern'' ,in zitternder Bewegung sein, pochen (namentlich vom Herzen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Das Herze bubbert mä'' ,das Herz klopft mir (vor Angst oder Freude)‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''purenzig''' ● Betonung auf der zweiten Silbe; ''purenzig'' ,rein‘, Kassel 19. Jh. (Jonas); ''poränzech'' ,rein, unvermischt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Es ist, wie Pfs. (1886) sicherlich richtig sieht, Kompositum aus ''pur'' und ''einzig''. Er gibt als Bedeutung ,totum solum, einzig und allein‘ an, bezieht sich, wie sein angegebenes Beispiel zeigt, eher auf den oberhess. Gebrauch des Wortes (''E purenzicher Appel hung om Baam'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''puschen''' ● ''püschen'' ,blasen, fauchen; pusten, schwer atmen, stöhnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''puschpeln''' ● ''büschbeln'' ,absichtlich mit flüsternder Stimme reden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''pischpeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Putch''' m. ● ,ein kleines dreckiges Kerlchen, das weder körperlich noch geistig recht gedeihen will‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''putchen''' ● ,kränkeln, sich unwohl befinden, ohne eigentlich krank zu sein‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,kränkeln‘, Kassel (Gr. 1894); ''podchen'' ,kränkeln, sich unwohl fühlen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Äs putcht un putcht.'' ,Sie kränkelt immerzu.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''putschenaß, pütschenaß''' ● ''putschnaß'', ''pütschnaß'' ,durch und durch naß‘, sehr üblich (Vil. 1868);  ''butschenaß'' ,ganz durchnäßt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''bitschenaß'', dasselbe, ebd. 20 Jh.; ''pödschenaß'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Auch erweitert: ''putschedribbelnaß'', ''putschehagelnaß'' (Gr.); ''pütschepudelnaß'' (Aussprache: ''pödschepurerlnaß'') (Hm.). ● Bei Hm. aufgeführt unter den Stichworten ''pfütznaß'', ''pfützpudelnaß''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Q.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''quackelig''' ● als Eigenschaft von Kindern: ,lebendig, beweglich, auch; unruhig‘, als Eigenschaft Erwachsener: ,unstet, unselbständig, faselig‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''gwaggelech'' ,undeutlich, unverständlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quackeln''' ● ,niederdt. Mundart sprechen‘, konkret: bezogen auf jem., der aus Wolfhagen stammte, Kirchberg 17. Jh. (Prozeßakten, Dorfarch.); ''quaggeln'' ,eine fremde Sprache radebrechen‘, Kassel (Gr. 1894) ,schnell und undeutlich sprechen‘, Kassel 20. Jh.; ''quackeln'' ,niederdt. sprechen (auf den benachbarten Dörfern, z.B. Istha, Bründersen)‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quaddel''' f. ● ,mit Wasser untersetzte Hautschwellung‘, allgemein üblich (Pfs. 1886); ,Blase, Pustel, enstanden durch Brennessel, Insektenstich und dgl.‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quäken''' ● ''quägen'' ,schreien (von kleinen Kindern)‘, Kassel 20. Jh.; ''gwägen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quälholz''' ● ,Quälgeist; übermäßig lebhaftes Kind, lästige Person‘, Kassel (Gr. 1894); ,Kind, das den Eltern mit Fragen, Bitten und dgl. zusetzt‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Gwälholz'' ,Quälgeist, Mensch, der durch dauerndes Bitten, Drängen lästig wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quallerdocke''' f. ● ,dicke unflätige Frauensperson‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Docke''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Qualster''' f. ● ,zäher Auswurf, dicker ausgespuckter Schleimklumpen; jemand, der sich sehr spreizt und dadurch widerlich macht‘, Kassel (Gr. 1894), ,dicker, ausgespuckter Schleimklumpen‘, ebd. 20. Jh. ● ''Qualster'' ,dickes unförmiges Weib‘, Oberhessen (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Qualster''' f. ● ''Gwalsder'' ,Beerenwanze (cimex baccarum)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''qualstern''' ● ,Schleimklumpen hochwürgen und ausspucken‘, ''sich qualstern'' ,sich durch gespreiztes Benehmen widerlich machen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Qualstersack''' ● ''Gwalsdersack'' ,Schreihals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quankeln''' ● ,Gegenstände gegeneinander eintauschen, in der Absicht ein Geschäft zu machen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quanzen''' ● ,handeln, schachern, zumal im Kleinen und Kleinsten (besonders von Kindern) (Vil. 1868); ''gwaanzen'' ,handeln, im Kleinen Handel treiben (z.B. Kinder untereinander)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quappe''' ● ''Quabbe'' ,dicke, feiste Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quarr''' m. ● ''Gwarr'' ,plötzlich ausgestoßener Schrei‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quärren, quarren''' ● ''quarren'', ''quärren'' ,halbschreiend weinen (von Kindern)‘ (Vil. 1868); ''quärren'', ''quarren'' ,halblaut weinen, einem meist aus Ärger die Ohren vollquärren‘, Kassel (Gr. 1894), ''quärren'', dasselbe, ebd. 20. Jh.; ''gwarren'' ,halbschreiend weinen (besonders von kleinen Kindern)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quarrsack''' ● ,stets weinendes Kind‘ (Vil. 1868); ''Gwarrsack'' ,schreiendes Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quarrwanst, Quärrwanst''' ● ''Quarrwanst'' ,Kind, das viel und laut schreit‘, Kassel (Gr. 1894), ''Quärrwanst'', ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quaßen''' ● ''quaßen'', gesprochen ''quoßen'' ,schlemmen, vertun, über Gebühr essen‘, im Sprengel Schützeberg üblich (Pfs. 1886); ''quosen'', ''verquosen'' (''o'' offen) ,verschwenden, (mit Essen) verschwenderisch umgehen‘, Kassel (Gr. 1894). ● In nd. Lautform ''quoten'' bei Wolfhagen, Zierenberg (Pfs.). ● Vgl. mhd. ''quâzen'' ,schlemmen, prassen‘, ''quaz'' m. ,Gastmahl, Schlemmerei‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quat, Quaat''' m. ● ,Schlamm, Kot‘, im Haungrund, Eitragrund (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quatch''' m. ● ''Gwoodch'' ,feuchter Kot, tiefer nasser Schlamm; große Menge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quatchen''' ● ''gwoodchen'' ,aufspritzen (von feuchtem Schmutz oder Wasser)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quatsch''' ● ,langweiliges, verworrenes Geschwätz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gwadsch'' ,dummes Zeug, Unsinn‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quatsch''' ● Schallwort, Geräusch bezeichnend: wenn man nasse Wäsche hinwirft, tut es einen ''Quatsch''; wenn das Richtschwert durch den Hals des Hinzurichtenden fährt, tut es einen hellen ''Quatsch'' (Vil. 1868); ,Geräusch beim Aufschlagen eines Gegenstandes auf etwas Härteres als er selbst‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gwaadsch'' ,Geräusch, das entsteht, wenn man nasse Gegenstände hinwirft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quatschen''' ● ,langweiliges, verworrenes Geschwätz machen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quatschen''' ● den Laut bezeichnend, den von Feuchtigkeit durchdrungene Gegenstände hören lassen, wenn sie mit härteren, trockenen in Berührung kommen‘, auch ,Geräusch, wenn man Wasser in den Schuhen hat oder wenn man im Sumpf, in tiefem Kot watet‘ (Vil. 1868); ,mit einem plumpsenden Geräusch (Quatsch) aufschlagen‘, Kassel (Gr. 1894); ''gwaadschen'' ,im nassen Schmutz herumwaten oder ein ähnliches Geräusch hervorrufen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quatschetrüpfelnaß''' ● ''quaddschedribbelnaß'' ,ganz durchnäßt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quatsen''' ● gesprochen quoodsen ,schwer atmen infolge von Beleibtheit‘, Niederhessen, z.B. bei Naumburg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quelchen''' ● trans. ,aufquellen, Eingetrocknetes quellen lassen, hölzerne Gefäße wieder durch Flüssigkeit dicht machen‘, Kassel (Gr. 1894); ''quellchen'' ,etwas zum Quellen bringen; kochen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quellfleisch''' ● ''Gwallfleesch'' ,das Schweinefleisch, das gekocht und dann zu der Garwurst verwendet wird‘, als Frühstück am Tag des Schlachtfestes sehr beliebt, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quenzel''' m. ● ,dicker Bauch‘, halb scherzhaft, hin und wieder in Niederhessen gebräuchlich (Vil. 1868); ,vorgestreckter (dicker) Bauch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quenzeln''' ● ,den Bauch vorstrecken, besonders beim Sitzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''querch''' ● ,quer; verkehrt‘, überall üblich (Vil. 1868); ,quer; verkehrt, abwegig, unsinnig‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gwärch'' ,quer, verkehrt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Querchpfeife''' ● ''Querchpiffe'' ,Querpfeife‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quere''' f. ● ''Quäre'', Kassel 20. Jh.; ''Gwär'', Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''questen''' ● ''quästen'' ,prassen, ''Pännchen fett'' leben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''questen''' ● ''gwäsden'' ,drücken, zwängen‘, ''sech gwäsden'' ,sich drücken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. got. ''fraqistjan'' ,verderben‘, ''usqistjan'' ,zugrunde richten‘, ahd. ''fir''-, ''arquisten'' ,verderben‘, got. ''qisteins'' f., ahd. mnd. ''quist'' f. ,Verderben‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quetsche''' ●  ,Zwetsche‘, in ganz Hessen ausschließlich gebrauchte Form (Vil. 1868); Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gwädsche'' ,Zwetsche; weibl. Geschlechtsteil‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quetschenbeutel''' ● ''Quetschenbiedel'' ,kleiner, unreifer Mensch, entsprechendes Kind‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quetschenfresser''' ● ''Gwädschenfrässer'' ,kleiner Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quieksen''' ● ,kurze, hohe Schreie ausstoßen‘, Kassel 20. Jh.; ''gwiegsen'' ,laut und mit hoher Stimme schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quiele''' f. ● ,Sickerquelle; Quelle in weichem, morastigen Boden, die ihr Wasser nicht über die Bodenoberfläche hinaustreibt‘, Niederhessen (Vil. 1868). ● Das Wort ''Quelle'' ist nicht in Gebrauch, statt dessen heißt es ''Born'' (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quienen''' ● ''quinen'', ''verquinen'' ,schwinden, verschwinden‘, Niederhessen, namentlich noch im Waldeckischen lebendig (Pfs. 1886). ● Vgl. mhd. ''verquînen'', ''quînen'' ,dahinschwinden‘. ● Siehe ''Quintes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quintes, Quinte''' m. ● Name einer niederhessischen mythischen Sagengestalt, auch Schreckfigur, im und am Odenberg bie Gudensberg. ● ''Quintes'' (J. Grimm, Dt. Mythologie II, 2. Aufl. 1854, S. 890 ff.); ''Quinte'' (Pfs. 1886). ● Grimm hat mehrfach die Form ''Quintes'', einmal ''Quinte'', Pfs. nur ''Quinte''. Volkstümlich bis zur Gegenwart scheint die Form ''Quintes'' zu sein. ● Pfs. möchte ''Quinte'', den Namen des „sagenhaften chattischen Fürsten, der gebannet im Odenberg bei Besse“ weilt, mit dem Verb ''quienen'' ,(ver)schwinden)‘ in Verbindung bringen und deutet ihn als ,Schatten, Schemen‘, wozu allerdings Vorausetzung wäre, daß das starke Verb bereits im Ahd. eine schwache Variante ausgebildet hätte. In der Tat kann der Name nur an ''quienen'' angeschlossen werden, eine andere Ableitungsmöglichkeit ist nicht gegeben (ahd. ''quena'', got. ''qino'' ,Frau‘, vgl. neuengl. ''queen'', entfällt gewiß). Der Umweg über eine hypothetische schwache Variante des Verbs, offenbar um ein ''t''-haltiges Part. Perf. zu erzielen, das dem Namen zugrunde liegen könnte, ist unnötig. Die Stammformen des Verbs sind mhd. ''quînen'', ''quein'', ''gequinen''. Auszugehen wäre von kurzvokalischem ''quin''- (siehe 3. Stammform), damit Nominalbildung mittels eines Dentalsuffixes. Da ''Quinte'', ahd. sicherlich *''Quinto'', vokalisch endet (die auf ''s'' endende Form sei hier zunächst beiseite gelassen), kommt unter den zahlreichen Dentalsuffixen nur ein bestimmtes (mit Erweiterung) in Frage: Es „bildete im Nord- und Westgerm[anischen] maskuline Abstrakta, unter denen Bezeichnungen für Krankheiten oder andere körperliche und seelische Zustände den zentralen Platz einnehmen. Die [.]-Erweiterung ist hier Ausdruck einer beseelten Auffassung dieser Begriffe.“ (Krahe/Meid, German. Sprachwiss. III, 1969, S. 146 f.) ''Quinte'' müßte demnach etwa ,Schwindung, Verschwundenheit' (nota bene: maskulin) bedeuten, personalisiert etwa ,der Schwindende, Geschwundene‘, als Name (in freier Übertragung) vielleicht anzusetzen als „der Schwind“. Da das zugrunde liegende Verb nicht primär aufs Wegsein abzielt, sondern auf das Schwinden bzw. Verschwinden selbst, darf angenommen werden, daß es sich bei Quinte um die Gestalt eines germanischen Mythos handelt (so bereits Grimm), die aus irgendwelchen, uns heute unbekannten Gründen dahinschwindet, konkret: verschwindet - nämlich in einem Berg, hier: im Odenberg, aus dem sie alle sieben Jahre mit ihrem Heer herauskommt, um besorgt nach dem rechten zu sehen (vgl. Barbarossa im Kyffhäuser). Dann „schwindet“ Quinte wieder, verflüchtigt sich gewissermaßen, muß zurück in den Berg. Der Name dürfte als Euphemismus zu vestehen sein, um den eigentlichen Namen der mythischen Gestalt zu vermeiden. Die auf ''s'' auslautende Namenform ''Quintes'' kann nur sekundär sein. Vermutlich liegt hier dieselbe suffixale Erweiterung vor wie in diversen niederhess. Bezeichnungen, nicht nur, aber vor allem für männliche Personen: ''Brakes'', ''Brelakes'', ''Flerches'', ''Haches'', ''Kippes'', ''Klambes'', ''Labbes'', ''Larches'', ''Lewes'', ''Spulkes'', ''Staches'', ''Stampes'', ''Stülpes'', ''Rülpes''. Das Suffix -''es'' hat hier die Funktion, Großes, Ungeschlachtes, Ungefüges, Negatives zu bezeichnen. Da die übermenschliche Sagengestalt Quintes zugleich eine Schreckfigur ist, für Kinder etwa eine Art gefährlicher Buhmann, würde diese Erklärungsmöglichkeit gut passen. (W.G. 2013) ● Siehe ''quienen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quitsch''' m. ● ,kleines (munteres) Kind‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quittengelb''' ● ''quiddegäle'' ,leuchtend gelb‘, Kassel 20. Jh., ''gwiddengaale'' ,ganz gelb‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quittelieren''' ● ''quiddelieren'' ,zwitschern (in Bezug auf Singvögel); seiner Freude Ausdruck geben, juchzen‘ (von kleinen Kindern, die noch nicht sprechen können), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quulch''' m. ● ,(dicker) Dampf, Rauch; Dampf- oder Rauchwolke‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quulchen''' ● ,(dicken) Dampf oder Rauch ausstoßen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quulchern''' ● ,gedrängt hervorquellen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quullern''' ● ''quullern'', ''quollern'' ,stark hervorquellen, mit Geräusch hervorsprudeln; im Leibe (in den Gedärmen) rumpeln‘, in beiden Bedeutungen überall üblich (Vil. 1868); ,gurgelnden Ton von sich geben (z. B. im Gedärm)‘, Niederhessen (Pfs. 1886, S. 82); ,brodelndes Geräusch machen; schnell und geräuschvoll aufquellen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gwollern'' ,ein sprudelndes, quellendes Geräusch hören lassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ''● Es quullert mä im Liewe'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ''Es quullert im Dibben'' (beim Kochen)‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quutschen''' ● ,quullern, mit Schnalzgeräusch verbunden‘, Kassel (Gr. 1894), ''quutschen'' (''u'' lang) ,quetschendes Geräusch machen‘ (in Bezug auf Flüssigkeit oder Breiiges), Kassel 20. Jh. ● ''Es quuhtscht'', wenn man z.B. Wasser in den Schuhen hat oder wenn man durch Schlamm watet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch M – Q'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_I_%E2%80%93_L</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L</title>
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				<updated>2015-01-23T07:51:27Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch I – L'''&lt;br /&gt;
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:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''I.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Icke''' f. ● ,Frosch‘, Schwalm (Pfs. 1886). ● Pfs. vermutet als Vorform *''Ücke'', verweist auf bair. ''Aukchen'', ''Auchen'' (Pfs., S. 305).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ickengeschlicker''' ● ,Froschlaich‘, Schwalm (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Icker''' m. ● ,Muscheltier‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ickermulde''' f. ● ''Ickermulle'', ''Ickermüllchen'', Pl. ''Ickermüllerchen'' ,Schale der Flußmuschel‘, d.h. die Mulde, in der sich der Icker befindet, an der Schwalm (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ickern''' ● ,necken‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''iggern'' ,necken‘, Kassel 20. Jh.; ,necken, ärgern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Iewest''' ● ''Iwest'' n. ,leinener viereckiger Einsatz n der Vorderseite des Unterrocks Verheirateter‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Iewest'' ,andersfarbiges, in die Vorderseite des Rockes vom Frauenkleide eingenähtes, wie eine Schürze aussehendes Stück Zeug', Kassel (Gr. 1894). ● Der Iewest, mir nur als Maskulinum bekannt, war der Einsatz im (Trachten-)Rock (nicht des Unterrocks), der durch die Schürze verdeckt wurde. (Gt.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''iewest''' ● ''iebes'' (''iewes'', ''iewest'') ,einigermaßen, nur etwa‘, Niederhessen, mit anderen Lautungen und Formen in ganz Hessen (Vil. 1868); iwewes, iewest ,irgendwie, wo nur immer‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''iewest'' ,irgendwie, halbwegs‘, Kassel (Gr. 1894); ''iewest'' ,irgendwie, einigermaßen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''iewesthand''' ● ''iebesthand(s)'' ,zuweilen, mitunter‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''iewesdhaant'' ,häufig, öfters‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''illern''' ● Siehe ''eulern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Imbiß''' m. ● ''Immes'' ,Schmaus‘, Ziegenhain, Oberhessen (Vil. 1868); ''Emmes'' ,geselliges Schmausen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''indärlich''' ● ''indärlech'' ,sanft, treuherzig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. (1868) verzeichnet das Wort für Niederhessen nicht, allerdings als ''indüerlich'' ,mitleiderregend, eindringlich‘ für Schmalkalden und als ''indellig'' für Bereiche südlich des Niederhessischen; er sieht darin ein *''inteuerlich'' ,sehr teuer‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ineinander''' ● ''innanner'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); übertragen: ,aufgeräumt, lebhaft‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''innanner sinn'' ,(sehr) zuvorkommend sein‘, scherzhaft, Steigerung: ''innanner sinn wie Schuhwichse'' (Gr.). ''Hä äs innanner wie ‘ne Kährberschde''. ,Er ist in freudiger Erregung.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''infamicht''' ● ,abscheulich, niederträchtig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ingescheit''' ● ,sehr gescheit, pfiffig‘, äußerst üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''inzweiern''' Adj. ● ''innzweiern'' ,entzwei, zerbrochen, kaputt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''innzweiernes Dibbchen'' ,zerbrochenes Töpfchen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''inzweimachen''' ● ''innzweimachen'' ,entzwei machen, zerbrechen, kaputtmachen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ippen''' ● ''ebben'', ''ibben'' ,kurzen, heftigen Schmerz empfinden‘ (z. B. bei Stoß), ,jucken, brennen‘ (z. B. bei Brennesselberührung, Insektenstich), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Irrgewirr''' n. ● ,Durcheinander‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Irrwisch''' m. ● ,Irrlicht‘, üblichste Benennung, auch: ,unruhige hn und her fegende Person‘ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itsche''' f. ● ,Kröte‘, in Althessen die alleinige Bezeichnung (Vil. 1868); ,Eidechse‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kröte‘, Kassel (Bennecke 1904), ,Kröte, Frosch; zickiges kleines Mädchen‘, Kassel 20. Jh.; ,Kröte, Frosch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Du kleine Idsche'', schwaches Scheltwort, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).  ● Vil. sieht zu Recht in ''Itsche'' entrundetes *''Ütsche'', verweist auf Marburger Hexenprozeßakte 1633: ''Die fraw Eyla hab ein stecken genommen, vnd in ein vtsche oder kröte gestochen.'' Pfs. (1886) verweist auf oberhess. ''Eutsche'', das langes ''ü'' voraussetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itschenditsch''' ● ,das Junge von einem Hasen und einer Ente‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itschengegritsche''' n. ● ''Idschenjegridsche'' ,Froschlaich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itschenquitsch''' m. ● Bezeichnung für ein itschiges Kind, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''itschig''' ● ''itschich'' ,zickig, zänkisch‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itzelei''' ● ,Zänkerei, Keiferei‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''itzeln''' ● ,necken‘ (Vil. 1868); ''sech itzeln'' ,miteinander zanken, keifen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''J.,''' siehe auch '''G.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''jacken''' ● ''jaggen'' ,schnell fahren‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''karjäckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jackern''' ● ,schnell reiten, schnell fahren‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868). ● Vgl. ''karjäckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jagden''' ● ''sech jochden'' ,sich spielend necken, sich neckend umhertummeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jahn''' ● ''Jahne'' f. ,die Reihe, Linie, Strich Arbeit, z.B. beim Kornschnitt, im Heumähen, gerade vor sich hin bei dem, was man sich davon vorgenommen hat‘, in Hessen allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''John'' m., Pl. ''Jehne'' (Dim. ''Jehnchen'') ,bestimmte Arbeitsfläche; Ackerabschnitt, der zu bearbeitet ist‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''in einer Jahne stehen'' ,in gerader Linie stehen‘, z.B. Bäume, aber auch von Menschen gebräuchlich (Vil.); ''fär Johne hen'' ,vor Jahne hin, der Reihe nach‘ (Hm.); ''zejohnehenne'' ,ziemlich, (so) einigermaßen‘, Kassel (Gr. 1894), ''zijohne'' ,langsam‘, Kassel (Lüttebrandt 1919). ● Nach Vil. ursprünglich maskulin, er verweist auf mhd. ''jân''; in Hessen „durchgängig“ feminin – was kaum stimmen kann, vgl. Oberellenbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jähnen''' ● ,gähnen‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jahren''' ● ''sech johren'' ,sich finanzielle erholen, zu Mitteln kommen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jammer''' ● ,Heimweh‘, Balhorn (Sl. 1901); ,Jammer‘, selten, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jammern''' ● ,seufzen, klagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''jimmern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jären''' ● ,gären‘, Kassel (Gr. 1894); ''jären'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jätehäckchen''' ● ''Jädehäckchen'', übertragen: ,hervorstehendes, meist aufwärts gebogenes Kinn‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jährehäggchen'' ,kleine Hacke zum Ausjäten des Unkrauts‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jätsch''' m. ● ''Jädsch'' ,einer, der die Schuhe schief tritt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jätschen''' ● ''jädschen'' ,die Schuhe schief treten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jauker''' ● ''jauger'' ,teuer, gefährlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jaunern''' ● ,winseln (von Menschen und Hunden), beständig nörgeln (von Kindern)‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ,Schmerzlaute von sich geben, weinerlich klagen‘, Kassel (Gr. 1894), ,Schmerzlaute von sich geben (von Menschen und Hunden)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jembern''' ● etwa: ,kläglich, sich sehnend, armrudernd herumgehen‘, Kassel (Gr. 1894) ● Vgl. ''embern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jende''' ● ''dulle Jende'' ,Frauenzimmer, das kein gesetztes Benehmen hat‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jetzunder''' ● ''jitzunner'' ,jetzt‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ''jetzunner'', Kassel (Gr. 1894), ''itzund'', ''gitzund'', ''itzunder'', ''gitzunder''. ● Kürzere Formen: ''jitzt'' (hauptsächlich für ,jetzt‘), Kassel; ''itz'', ''gitz'', ''itzet'', Balhorn (Sl.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jexe''' ● ,Hiebe, Schläge‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jexen''' ● ,hauen, schlagen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jicht''' f. ● ,Gicht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jichtbeere''' ● ,schwarze Johannesbeer‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jichtig''' ● ,eifrig (im Schaffen), jähzornig‘, Gegend von Felsberg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jimmern''' ● ,kläglich, mit einem hohen Ton jammern, winseln‘, ganz Althessen (außer dem niederdt. sprechenden Teil) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jippe''' f. ● ,Kippe; schwankendes Ende‘ (daneben auch ''Kippe'' gebräuchlich) Kasseler Gegend (Pfs. 1886);  ''Jebbe'' ,Kippe‘, Kassel (Gr. 1894). ●  ''uff der Jeppe stehn'' ,auf der Kippe stehen, vor dem Bankrott, vor der Katastrophe stehen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jippe''' f. ●  ''Jebbe'' ,Knabenschlitten‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jippen''' ● ,schwanken, schaukeln‘, Kasseler Gegend (Pfs. 1886); ''jebben'' ,kippen, rasch aus dem Gleichgewicht fallen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jippen''' ● ,Schlitten fahren, wie die Kinder es tun‘, östl. Hessen (Waldkappel) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jippen''' ● ,hell pfeifen‘, von Rädern oder Maschinen, deren Teile sich mit schrillem Ton reiben, Hersfeld (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jirscht''' m. ● ''Jirsch'' ,Schaum, welcher sich beim Gären bildet‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Jirscht'' ,Schaum‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hingegen in Kassel ''Girscht'' (s. d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Juchtelfuchtel''' m. ● ,Schnaps‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jü''' ● Zuruf an das Zugvieh, um dasselbe zum Fortgehen anzutreiben, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''juckeln''' ● ''juggeln'' ,unruhig sitzen, dabei mit dem Stuhl ruckeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''juckern''' ● ,unruhig, erschütternd sitzen‘, Kasseler Gegend (Pfs. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jücken''' ● ''jeggen'' ,jucken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jüde''' ● ''Jidde'' ,Jude‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Balhorn (Sl. 1901); ''Jerre'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jüdenmensch''' n. ● ''Jerrenmönsch'' ,Jüdin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jüdschen''' f. ● ''Jedschen'' ,Jüdin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jumfter''' f. ● ''Jumfder'' ,Jungfer‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jomfder'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''juppern''' ● ''jubbern'' ,unruhig auf etwas sitzen, wie mit Ungeduld sich zum Fortgehen anschicken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''K.,''' siehe auch '''G.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Kabe''' f. ● ,Spreu‘, Niederhessen, nördl. von Fritzlar; an der Schwalm, Amt Frankenberg (Vil. 1868); ''Kowe'' ,Spreu; auch der Spreu ähnlich sehende Teile des Kerngehäuses von Kernobst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kabefresser''' ● ''Kawefresser'' ,jem. der aus Geiz karge Kost genießt; Geizhals‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kowenfrasser'' ,Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kabehals''' ● ''Kawehals'', wie ''Kabefresser'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kabig''' ● ''kawich'' ,geizig, aus Geiz kargend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kabores''' ● ,entzwei, zerstört, kaputt‘, Kassel (Gr. 1894). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kächzebeutel''' ● ''Kächzebiedel'' ,einer, der viel hustet, keucht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kächzen''' ● ,stark stark husten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kahre''' f. ● ''Kohre'' ,Kehre; Wendung mit dem Fuhrwerk, Krümmung des Weges‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kahren''' m. ● ''Kahren'' ,Karren‘, Kassel (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''Korrn'' (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalátsche''' f. ● ''Kalaadsche'' ,eine, die tratscht, alles ausplaudert, Klatschbase‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kalöhdsche'' ,Klatschbase, Schwätzerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Karbatsche''.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''kalátschen''' ● ''kalaadschen'' ,tratschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''kalöhdschen'' ,über jemanden etwas in tadelnder Weise sprechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''karbatschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kälbern''' ● 1) ,sich erbrechen‘, sehr üblich, 2) ,Possen treiben, alberne plumpe Scherze machen‘, ziemlich üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalch''' ●  ,Kalk‘, Hessen (Pfs. 1886), Kassel (Gr. 1894); hingegen ''Kalk'' in Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalfakter''' ● ''Kalfacter'' ,jemand, der überall herumstreicht, horcht, zuträgt und ausplaudert; Spion‘, Schimpfwort (Vil. 1868); ''Kalfagder'' ,Person, die überall herumstreicht, Aushorcher, Zuträger‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kalfaktern, kalfatern''' ● ''kalfactern'' ,überall herumlaufen, horchen, zutragen und ausplaudern‘, oft scherzhaft (Vil. 1868), ''kalfagdern'' ,die Leute aushorchen, ihnen etwas zutragen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''kalfadern'' ,alles auskundschaften‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalopp''' ● ,Galopp‘, Kassel (Gr. 1894), ,schneller Ritt, schnelle Fahrt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kaloppieren''' ● ''kallebieren'' ,galoppieren‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''kallebierende Uszehrunge'' ,galloppierende Schwindsucht‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalummer''' ● ''Kalummer Vauhl'', ''Kalummer'' m. ,Kanarienvogel‘, üblich, Nierhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kamasche''' ● ''Kamasche'' ,Gamasche‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kamösche'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kammbank''' ● Siehe ''Kannbank''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kanal''' s.(!) ● ,Kanalschacht und dessen Deckel‘, Kassel (Gr. 1894), 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kandel''' f. ● ''Kanel'', ''Kenel'', „jetzt gewöhnlich Kandel gesprochen“, ,Röhre, besonders Dachrinne, Dachröhre‘ (Vil. 1868); ''Kannel'' ,Dachrinne, auch Abfallrohr‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kaanel'' ,Straßengosse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kannbank''' m.(!) ● ''Kannbank'' m., gesprochen ''Kammbank'', ,an der Stubenwand in Manneshöhe angebrachtes Brett, zur Ablage von Bierkrügen, Gläsern, Tassen und Büchern; an der Unterseite des Kammbanks Hakenleiste zum Aufhängen von gesponnenem Garn und Bekleidungsstücken‘, östl. Hessen (Vil. 1868); ''Kammbank'' ,Gerätesims in Küchen und ländlichen Stuben‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''Kammbank'' ,Küchenrepositur‘, Kassel (Gr. 1894), ''Kammbaank'' m. ,an der Wohnzimmerwand angebrachtes Brett, auf dem allerlei kleine Gegenstände aufgestellt werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Pfs. bezweifelt Vil.s (naheliegende) Annahme, daß das Vorderglied als ''Kann(e)'' zu deuten sei; er sieht darin ''Kamm'' und faßt das damit gebildete Kompositum bildlich auf. Mhd. ''banc'' ist fem., aber auch mask., insofern erklärt sich ''der Kannbank''; die Bildung dürfte sehr alt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kannbanksläufer, -laufer''' ● ''Kammbanksläufer'' ,kleiner, unverständiger und zu Geschäften unbrauchbarer Knabe‘, östl. und inneres Hessen (Vil. 1868); ''Kambanks-Läufer'' ,Laufbursche, der eben Sachen einholt, die auf den Kambank, d.h. rasch aus der Hand gesetzt werden‘, Niederhessen (Pfs.2, 1894); ''Kammbankslaufer'' ,Lohnläufer; einer, der sich mit kleinen Aufträgen mühsam durchschlägt‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kammbangsleefer'' ,jemand, der sich die Gunst von anderen zu erwerben weiß, indem er ihnen allerlei kleine Dienste erweist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kannbrett''' ● ''Kambret'', entspricht ''Kannbank'', Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kappenieren''' ● ''kabbenieren'' tr. ,zerbrechen, entzweischlagen; erschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kaprisig''' ●  ''kabrísech'' ,kapriziös, launenhaft, auffahrend, jähzornig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kapuster''' m. ● ,dicker, kurzer Mensch‘, besonders von einem dicken Kind gesagt, scherzhaft, überall verbreitet (Vil. 1868); ''Kabuster'' ,pausbäckige, robuste Person‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vil. vermutet Herkuft von russ. ''Kapustra'' (''Kappus'' ,Weißkraut‘), also Vergleich mit einem Kohlkopf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karbatsche''' f. ●  ''Karwaatsche'' ,aus ledernen Riemen geflochtene Peitsche mit lederüberzogenem Stiel‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vil. (1868) erwähnt zwar ''Karbatsche'', gibt aber keine Bedeutung an, das Wort sei bekannt, aber nur wenig geläufig, meist im östl. Hessen. Nach Gr. von französ. ''cravache'' ,Reitpeitsche‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karbatsche''' f. ● ''Karwöhdsche'' ,Schwätzerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ist wohl ''Karbatsche'' ,Peitsche‘ mit Bedeutungsübertragung von lautlich ähnlichem ''Kalatsche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karbatschen''' ● ''karwaatschen'' ,(ver)prügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karbatschen''' ● ''karwöhdschen'' ,überall umherlaufen, um zu plaudern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''kalatschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karch''' m. ● ''Korch'' ,starker Husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karchen'''  ● ''korchen'' ,stark husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karges'''  ● ''karges machen'' ,Schaden stiften‘, auch: ,listig jemandes Vorhaben vereiteln‘, Felsberg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karjäckerchen''' ● ,Träbchen, kleiner kurzer Trab‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karjäckern''' ● ,traben, laufen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. ''jacken'', ''jackern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karmenade''' ● ,Karbonade‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karnette''' f. ● ''Karnette'', gewöhnlich: ''Karnettchen'', ,Weibermütze‘, diese wurde getragen in Kassel (von älteren Bürgerinnen) bis gegen 1830 und „jetzt“ noch in der näheren Umgebung von Kassel (Vil 1868);&lt;br /&gt;
''Karnette'' ,Spitzbetzel‘ (Pfs. 1886); ''Karrnedde'' ,steife und spitze Haube der Bäuerinnen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Aus französ. ''cornette'' ,Haube der Frauen‘ (Gr.). ● Siehe ''Spitzbetzel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karnuffeln''' ● ''karnuffeln'', ''karnüffeln'', 1) ,stoßen, prügeln‘; besonders „stumpen“ mit Faust oder Ellenbogen, allgemein üblich; 2) ''karniffeln'' ,mit dem Kinderschlitten fahren‘, Gegend von Philippsthal-Kreuzberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kartenrätscher''' ● ''Kaardenrätscher'' ,leidenschaftlicher Kartenspieler‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kartuffelschnipper''' ● ''Gordüffelschnebber'' ,geröstete Kartoffelscheibe‘, beliebt als Zuspeise zum Morgenkaffee, besonders im Winter, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''käsen''' ● ,klatschend werfen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kassel''' ● redensartlicher Spaß, Niederhessen: „Man hebet Kinder hoch, indem man ihren Kopf bei Ohren zwischen Hände nimt, um ihnen angeblich ,Kassel zu zeigen‘.“ (Pfs. 1886) ''Ech wäll dä moh Kassel wiesen!'' Mit diesen Worten pflegt man kleine Kinder am Kopf hochzuheben. Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel, 20. Jh., heißt die Frage an kleine Kinder: „Soll ich dir mal den Herkules zeigen?“ Bei Bejahung folgt dieselbe schmerzliche Prozedur. ● Siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kastaniel''' f. ● ''Kastanjel'' ,Kastanie‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ''Kastanchel'', ebd. (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''Gresdanjel'' (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kastrullbursche''' ● ,Köchin, Küchenmädchen‘(!), scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kastrulle''' f. ● ''Kastrulle'' ,Kasserolle‘, Kassel (Gr. 1894);  ''Kasdrolle'' ,kleiner Blechtopf mit Stiel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''casserole'' ,Tiegel, Schmorpfanne‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käte''' f. ● ''Käde'' ,Schweinsklaue‘, Kassel (Gr. 1894), ''Käden'' ,Schuhe‘, Kassel 20. Jh. (z.B. Bennecke 1904); ''Keede'' f. ,Klaue der Wiederkäuer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die Oberellenbacher Form paßt im Vokalsimus nicht zu der Kasseler Form; Hm. führt sie denn auch unter dem Stichwort ''Köte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''katern''' ● ''kodern'' ,vertraulich miteinander verkehren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kathrine''' ● ,Katharina‘ ● ''De schnelle Katriene'' ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894); diese Wendung muß früher sehr üblich gewesen sein, denn Gr. merkt an: „Einziger Fall, wo der Kasseläner ''schnell'' gebraucht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kätschel''' f. ● ''Kädschel'' ,Mund‘, verächtlich; übertragen: ,Schwätzerin, Person, die dauernd nörgelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kätscheln''' ● ,die Schuhe schieftreten‘, Amt Schönstein, Jesberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kätscheln''' ● ''ketscheln'' ,langsam kauen‘, untere Eder (Pfs. 1886); ,ohne Appetit essen, an etwas herumkauen‘, Kassel 20. Jh.; ''kadscheln'', dasselbe, und übertragen: ,dauernd dummes Zeug reden, dauernd verdrießlich mäkeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kätschelschlette''' f. ● ''Kädschelschlädde'' ,Person, die dauernd unvernünftiges Zeug redet, dauernd nörgelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schlette''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kätschen''' ● ''kädschen'' ,langsam und ohne Appetit an etwas herumkauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Katzenfleisch''' ● ''Katzenfleesch'' ,sehniges Fleisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kauchen''' ● ''kauchen'', gesprochen meist ''kuhchen'' ,niederkauern, niederhocken‘ (Vil. 1868; Vorkommen nach ihm: Oberhessen); ''kuchen'' (''u'' kurz) ,kauern, hocken‘, Kassel (Gr. 1894); ''sech küchen'' (''ü'' kurz) ,sich niederkauern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaule''' f. ● ''Kule'', ''Kaule'' ,Grube‘, im niederdt. sprechenden Niederhessen und fuldaaufwärts bis in die Gegend von Rotenburg vorkommend (Vil. 1868); ''Kulle'' ,Kuhle, Grube, Mulde, Vertiefung‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaule''' ● Siehe auch ''Kulle''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaulert''' m. ● ''Kullert'' ,Kaulbarsch, kleiner Fisch mit Rückenstacheln‘, Kassel (Gr. 1894); ,kleiner, dunkler, häßlicher Stachelflosser‘, ebd. (Lüttebrandt 1919). ● ''Kullert'' &amp;lt; ''Kuller'' + mit Dentalzusatz wie ''Koffert'', ''alst'', ''ebend'' u.a.m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käutchen''' ● ''Kiddchen'' ,Backengrübchen‘, wörtlich: ,kleine ''Kudde'' (''Kaute'')‘, Kassel (Gr. 1894). ● Redensart ''En Kittchen im Backen, en Schelmen im Nacken.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaute''' f. ● ''Kaute'', ''Kutte'' ,Grube, jede Vertiefung‘ (Vil. 1868); ''Kudde'' ,kleine Grube‘, Kassel (Gr. 1894); ''Küdde'' ,Grube, Vertiefung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaute''' f. ● ''Kaute'', ''Kutte'' ,der in einen runden mit einer Spitze versehene Knäuel zusammengedrehten gehechelten Flachses, bereit zur Verarbeitung am Spinnrad‘ (Vil. 1868); ''Kudde'' ,Zopf, Bund (Garn, Flachs), kleine Garbe‘, Kassel (Gr. 1894); ''Küdde'' ,kegelförmig zusammengedrehtes Bündel gehechelten Flachses‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''käuweln''' ● ,kauen‘, niederhess. (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käuzchen''' ● ''Kützchen'' ,die Gestalt eines zusammengekauerten Menschen‘, Niederhessen (Vil. 1868). ●  Redewendung ''Kützchen machen'', ''Kützchen sitzen'' ,niederkauern, sich zusammenkauern‘ (Vil. 1868); ''en Kitzchen machen'' ,in gekauerter Haltung auf dem Eis schurren (''glieden'')‘, Kassel (Gr. 1894), ,niederkauern, sich in die Knie herablassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''kauzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kauzen''' ● ''kuzen'' ,kauern, hocken‘, ''sich kuzen'' ,sich hinhocken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Vil. hat das Wort nicht, verweist aber unter ''Kützchen'' auf verwandtes ''kauchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käwweler''' ● ,jem., der käwwelt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kawweln, käwweln''' ● ''kabbeln'', ''käbbeln'', ''kawweln'' ,beschwerlich (zahnlos) kauen‘; an der Diemel: ,plappern, plaudern‘, abfällig (Vil. 1868); käwweln ,gehaltlos reden (wie aus zahnlosem Mund); mit vergeblichem Speichelaufwand an etwas herumbeißen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Frequentativum von ''kauen'' (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kehrdreck''' ● ,Kehricht‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kährdräck'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kehr''' f. ●  Nur in den Redensarten ''üsser der Kehr'' ,außer der Kehr, abgelegen‘, ''von enger Motz Kehr'' ,von einer Mutz (Schwanz?) Kehr, plötzlich, unerwartet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''keilen''' ● tr. ,(an)treiben, drängen; durch unverschämte Lockungen herbeiziehen‘ (Vil. 1868); ''kielen'' tr. ,jem. zu etwas drängen, andauernd mit Bitten belästigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zu ''Kiel'' ,Keil‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keipe''' f. ● ,Tasche‘, in Niederhessen bis Hünfeld ausschließliche Bezeichnung; ''Tasche'' auf dem Land vielfach unverständlich (Vil. 1868); ''Kibbe'' ,Tasche an der Bekleidung‘, Kassel 19., 20 Jh., auch: ,Umhängetasche‘ (Gr. 1894); ''Kibbe'' ,Tasche (am Kleid)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Kiepe'' im niederdt. (nördlichen) Niederhessen, ''Keipe'' in Oberhessen (Vil. 1868). ● Früher hess. Beleg: „Sie [die Indios] tragen jhre Kinder auf dem rücken, in ''keipen'' von Baumwollen garn gemacht“, so Hans Staden 1567; als Homberger hat er sicherlich ''Kiepen'' gesprochen und das Wort regelhaft hochdeutsch umgesetzt (Aussprache mit Vokalkürzung, ''Kibbe'', erst nach dem 16. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keipengeld''' ● ''Kibbengalt'' ,Taschengeld‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kelleresel''' m. ● ,Kellerassel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kalleräsel'' m., dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kersche''' f. ● ,Kresse, Brunnenkresse‘, ganz Althessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kesper''' f. ● ,Kirsche‘, in ganz Niederhessen die ausschließliche Bezeichnung, nie ''Kirsche'', ''Kersche'' (Vil. 1868); ''Kesber'', dasselbe, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Lüttebrandt, Kassel, bezeichnet 1917 ''Kesbern'' als „bäurisch“, d.h., in Kassel war zu seiner Zeit ''Kesper'' wohl bereits weitgehend durch hochdt. ''Kirsche'' ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kesselwurst''' ● ''Kässelworscht'' ,Leberwurst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keuchbeutel''' ● ''Kichebiedel'' ,einer, der viel keucht, hustet‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. auch ''Kichhusten'' ,Keuchhusten‘ (Gr.). Das beiden Begriffen zugrunde liegende Verb *''kichen'' ,keuchen‘ wird von Grassow nicht aufgeführt, scheint also in Kassel im 19. Jh. bereits erloschen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''keuchen''' ● ''kichen'', bezeichnet auch den Anfall jähzornger Kinder, die rot und keuchend vor Erregung plötzlich in einen Starrkrampf verfallen, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keule''' ● ''Kiele'' ,großes Stück Fleisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kiebitzchen''' ● Pl. ''Kiewitzerchen'', Kassel (Lüttebrandt 1917). ● ''de Kiwiddzerchen hieden'' ,die Kiebitzchen hüten‘, d.h. ,müßig zu Hause bleiben‘ (Lüttebrandt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kienrauch''' ● ''Kinnröhch'': ,Kienruß, schwarze Farbe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kilsen''' ● ,klatschend werfen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kippe''' ● Siehe ''Keipe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kippes''' ● gleichbedeutend mit ''Fickfacker'' ,Schwänkemacher, Aufschneider, Betrüger‘, Schwalm (Pfs.1, 1889). ● Pfs. weist auf Vickvecker hin, vermutet Ableitung von  „Kippe, Keipe, d. ist Tasche oder Vicke, für einen der gleichsam in der Tasche spielt, seine Wippchen macht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kirmese''' f. ● ''Kirmes'' ,Kirchmesse, Kirchweihfest‘, ganz Althessen (Vil. 1868); ''Kirmese'' ,Kirmes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kermese'' ,alljährlich im Herbst stattfindendes Volksfest‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kissenzieche''' f. ● ''Kessenzieche'' ,Kissenüberzug‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kitzen''' ● ,junge Katzen zur Welt bringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Zieche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klabuster''' m. ● ''Klawuster'' ,zähes Klebrig-Breiartiges, z.B. klebriger Schmutz, zäher Leim, Kleister‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klabusterbeeren''' Pl. ●  ,Hämorrhoiden‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klabustern''' ● ''klawustern'' ,die Hände in Klebrig-Breiartigem bewegen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klabustrig''' ● ''klawusterich'' ,zäh-klebrig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klackern''' ● ''klaggern'' ,kleckern‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klackerpapier''' ● ,Löschpapier‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klacks''' m. ● ''Klaggs'' ,Klecks, geringe Menge‘, Kassel 20. Jh.; ,Klecks‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Du host wohl en Klaggs!'' ,Du bist wohl nicht bei Sinnen, bei Trost!‘ Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klacksen''' ● ,klecksen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Dä glaggsd’s wohl!'' ,Dir klackst es wohl! Du bist wohl nicht recht gescheit!‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläffen''' ● ''kleffen'' intrans. ,etwas offen stehen‘, trans. ,etwas öffnen‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); intrans. ,klaffen, auseinanderstehen (z.B Wundränder), einen Spaltbreit offenstehen (z.B. Tür, Fenster)‘, trans. ,etwas zum Klaffen bringen, einen Spaltbreit öffnen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gläffen'' ,nicht ganz geschlossen sein, halb offenstehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klambastern, klabastern''' ● ''klabastern'', auch ''klambastern'' ,sich unruhig bewegen‘, tr. ,jem. in unruhige Bewegung versetzen, hin und her treiben‘ (Vil. 1868);  ''klambastern'', ''klabbastern'' ,holprig gehen‘, auch: ,umständlich arbeiten‘, Kassel (Lüttebrandt 1917); ''glambasdern'' ,mühsam an etwas arbeiten, sich abquälen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Klabastern'' dürfte sicherlich Verkürzung aus ''klambastern'' sein; wenn ursprünglich, wäre die Aussprache ''klawastern'' (vgl. ''klabustern'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klambes''' m. ● ''Glambes'' ,plumper, schwerfälliger Mensch in Gangart und Ausdruck‘, Kassel (Gr. 1894), ''Klampes'', ebd. (Bennecke 1904); ''Glambest'' ,dicker schwerfälliger Mensch,  auch schwerfälliges Tier, unhandlicher Gegenstand‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klamm''' m. ● ''Glaam'' ,Emfindungslosigkeit der Finger‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klammerbeutel''' ● ''Klammerbiedel'' ,dürre Person, bestehend aus Haut und Knochen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klänen''' ● ''glähnen'' ,indiskret weitererzählen, was einem gesagt wurde‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläppern''' ● In der Redewendung ''en Ei kläbbern'' ,ein Ei aufschlagen‘, Kassel (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''glabbern'' ,kleppern, quirlen, mit dem Rührlöffel zerschlagen (Ei)‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klapperschiß''' ● ''Klabberschäß'' ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klapperschulden''' ● ''Glabberscholden'' ,kleine, geringfügige Schuldbeträge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klapperwerk''' ● In der Redewendung ''d’s Klabberwerk hon'' ,krankhaftes bzw. altersbedingtes Zittern haben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klärisch''' ● ''klährsch'' ,wählerisch‘ (nur im Hinblick auf Speisen und Getränke), ''net klährsch'' ,dreist, unverschämt zulangend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klaterig''' ● ,schmutzig und naß (Straße, Wetter, Angelegenheit)‘, in Niederhessen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klatern''' ● Siehe ''vullkladern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klatschen''' ● ''glödschen'' ,angeben, Anzeige machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kläuel''' m. ● ''Glöiwel'' ,Knäuel, Garnknäuel, derb-unförmige Masse‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von mhd. ''kliuwel''. ● Siehe ''Kluchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläuelig''' ● ''glöiwelech'' ,knäuelig, unförmig, schwerfällig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläueln''' ● ''glöiweln'' ,knäueln, zu einer wirren unförmigen Masse zusammenfügen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klaute''' f.● ''Klaute'', gesprochen ''Klude'', ''Kluide'' ,Quaste‘, östl. Niederhessen, z.B. Asbach (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kledasche''' f. ● ''Kledaasche'' ,Bekleidung‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kleiben''' ● ''gleewen'' ,mit Lehm verschmieren; dick auftragen (besonders vom Brotaufstrich)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klemensen''' ● ''klehmensen'' ,beim Essen nicht ordentlich zugreifen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klemenser''' ● ''Klehmenser'' ,einer, der beim Essen nicht ordentlich zugreift‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klemenzen''' ● ,allzu schleppend sprechen‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886). ● Wohl identisch mit ''klemensen''. Gemeinsame Vorstellung vermutlich: ,mit dem Mund langsam sein‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klemme''' f. ● ,ordinäre Wurst‘, Kassel (Gr. 1894), ,minderwertige Leberwurst‘, ebd. (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klemmhölzer''' ● ''Klemmhelzer'', übertragen: ,schiefe Beine‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klengen''' ● ,klingen machen; die Samenkapseln des Spätflachses auf einem Tuch in der Sonne ausbreiten, damit sie klingend aufspringen und den Samen fallen lassen‘ (Vil. 1868); ''glängen'', dasselbe, weiterhin: ,jem. ängstigen, quälen, zu etwas zwingen, mit Bitten in jem. dringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Die „Kliwwer“|'''Klieber''']] f. ● ''Klibber'', ''Kliwwer'' ,Splitter Holz zum Küchengebrauch‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Kliwwer'' ,abgespaltenes Holzstück‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), außerdem: ''die Kliwwern'' ,die Finger‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Glewwer'' ,gespaltenes Holzstück, fertig zum Gebrauch in der Küche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kliebern''' ● ''klibbern'' ,zerschlagen, in Stücke, zumal in Splitter schlagen oder zerbrechen lassen‘ (Vil. 1868); ''kliwwern'' ,Holzklötze in Klibbern schlagen; etwas zerbrechen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Früher Beleg bei Hans Staden aus Homberg (1567): ''kliebern'' ,(gefällten Baum) zu Kleinholz machen‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klimper''' f. ● ,kleine Gattung von Schossern, Murmeln‘, Kassel, in Pfs.s Jungenzeit gebräuchlich (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klimperklein''' ● ,äußerst klein, winzig‘ (Vil. 1868); ''klimberkleine'', Kassel 20. Jh. ● Variante in Oberellenbach ''klumperklein'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klingel''' ● ''Klengel'' ,Kaltpisse‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klinke''' f. ● ''Glingge'' ,Türklinke; Rockfalte, die von der Schneiderin in den Weiberrock gelegt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klittern''' ● ''kleddern'' ,kleckern, klecksen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klopfe''' f. ● ''Klobbe'' (Sg.) ,Schläge, Hiebe, Prügel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klopfechtig''' ●  ,''klóbbächdich''  ,zum Klopfen geeignet‘, z.B. von einem Gegenstand gesagt, der einen Hammer ersetzen kann, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe -''echtig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klöpfen''' ● ''klöppen'' ,mit nur einer Kirchenglocke läuten‘, Amt Frankenberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kloster''' ● ,Irrenanstalt‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''He eß riffe veors Kloster.'' ,Er ist fürs Irrenhaus reif.‘ (Sl.) ●  Bedeutungserweiterung bzw. -verschiebung, da die Klöster Merxhausen und Haina in Pflegeanstalten (Merxhausen für weibliche Schwachsinnige) umgewandelt worden sind (Sl.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klosterbruder''' ● ,Verrückter, Narr‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klosterschwester''' ● ,irrsinige Frauensperson‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klotz''' ● wie hd., dazu: ,Absatz‘, Schwalm (Pfs.1, 1889). ● ''Klötz schlahn'', schwälmerische Eigenheit beim Tanze, indem zum Takte der Musik mit dem rechten Absatz an den linken geschlagen wird, der Brauch ist nahezu geschwunden (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klotzen''' ● ,schlagen, klopfen in einzelnen Stößen oder Schlägen (Pulsschlag, Klopfen bei Geschwüren, zumal am Finger)‘, Oberhessen (Vil. 1868), Schwalm, in Redewendung (Pfs.1, 1889). ● ''Du kreichst des Klotze, bannste net hörst!'' Schwalm. Pfs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[„Klowes“|'''Klowes''']] ● ''Klaus'', auch ''Klas'', gewöhnlich ''Klowes'', Abkürzung von ''Nikolaus'' (Vil. 1868); ''Klowes'' ,ein massiver, tölpelhafter Mensch, Balhorn (Sl. 1901); ''Klowes'' ,Tölpel, dummer, unbeholfener Mann oder Junge; ,zum Klowes-Abend (6. Dez.) verkleidetes Kind‘, Kassel und Umgebung 20. Jh.; ''Glowes'' ,St. Nikolaus; verkleideter Erwachsener, der am Abend des 6. Dez. zu den Kindern kommt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Klowes'', bis ins 18. Jh. in Niederhessen regulärer Vorname, so auch durchaus in den Kirchenbüchern zu finden, bis ins 19. Jh. übliche Rufform für ''Nikolaus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klowes-Abend''' ● Ohne diesen Begriff zu nennen, führt Vil. aus: „Der Umzug des ''Klaus'', ''Klas'', ''Klowes'', ''Niklowes'' am 6. Dezember Abends ist noch jetzt in manchen Gegenden, namentlich in und um Hersfeld, Marburg, Kassel regelmäßig üblich; bis 1840 wurde derselbe noch häufig von Erwachsenen, auch noch mit dem alten Schläge-Austeilen und Nüsse-Werfen, vollzogen; seitdem ist der Umzug zu einer Kindermummerei und einem Gaben-Erbitten Seitens der vermummten Knaben herabgesunken.“ (Vil. 1868) ''Klowes-Owend'': Als ''Klöwese'' vermummte Kinder gehen von Haus zu Haus und erbitten mit dem Aufsagen kleiner Verschen Gaben, Kassel und Umgebung, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kluchen''' ● (''u'' kurz) ,Knäuel‘, z.B. ''en Kluchen Garen'' ,ein Knäuel Garn‘, Kassel (Gr. 1894). ● Eng verwandt mit ''Kläuel'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kluft''' f. ● ,Feuerzange‘,  „durch unser ganzes Gebiet“ (Pfs. 1886), Kassel (Gr. 1894). ● Nach Gr. ausdrücklich nicht ,Bekleidung‘; fehlt in beiden Bedeutungen in Niederellenbach (Hm. 1926); bei Vil. (1868) nicht verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klüftchen''' ● ,dünner, auch schlechter, abgenutzter Rock, besonders wird der Frack so bezeichnet‘, sehr üblich, besonders in den Städten (Vil. 1868); ''Kleftchen'' ,ärmliches Kleid‘, Kassel (Gr. 1894); ''Glefdchen'' ,schlechter abgetragener Rock, schlechter Anzug‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klumper''' ● ''glümber'' ,sehr klein‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klumperklein''' ● ''glümbergleen'' ,sehr klein, winzig, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Siehe auch ''klimperklein''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klunde''' f. ● ''Glonde'' ,liederliches Frauenzimmer‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klunder''' f. ● ,kotiger Ansatz am unteren Rand der Weiberröcke, auch Kotklumpen überhaupt‘, allgemein üblich (Vil. 1868), ''Klunner'', meist im Pl. ''Klunnern'' verwendet: ,kleine feuchte Klumpen, Schmutzklümpchen, Schmutzansatz am unteren Teil der Kleider, an Schuhen usw.‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Glönder'' ,Schmutzansatz am unteren Rand  des Frauenrocks, an der Wolle der Schafe, den Oberschenkeln des Rindviehs usw.; schmutziges Frauenzimmer‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ●  Siehe ''zuklundern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klundermarsch''' ● ''Klunnermarsch'' ,„landverlaufene“ Dirne‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kluppe''' f. ● ''Globbe'' ,Werkzeug mit verstellbarem Schieber zum Messen des Umfang des Baums‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Kluppe'' wird außer im speziell technischen Sinne nur metaphorisch gebraucht: ''einen in die Kluppe kriegen'' ,einen in seine Gewalt bekommen, um ihn zu bedrängen‘, sehr übliche Redensart (Vil. 1868); ''Klubbe'', nur in der Redewendung ''einen in der Klubbe hon'' ,jem. in die Enge getrieben haben, festgenagelt haben, in der Gewalt haben‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Knuppe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klutt''' m. ● ,ein halbgefüllter Sack‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klutzig''' ● ''klutzich'' ,klumpig gewordener Teig oder Kleister‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knabbeln''' ● ''knawweln'' ,knabbern‘, Kassel 19. Jh. (Jonas). ● Siehe ''knauweln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knäckern''' ● ''gnäggern'' ,ein knackendes Geräusch verursachen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knaffen''' ● ''gnaffen'' ,nach etwas schnappen; an etwas herumnagen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knallen'''  ● ''gnallen'' intr. ,knallen‘, tr. ,Beischlaf ausüben mit‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knapp''' ● ,knapp‘, in Kassel fast immer: ,kaum‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnapp'', als Adjektiv ,knapp‘, als Adverb ,kaum‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knappen''' ● ,mit der Geißel [Peitsche] knallen‘, an der mittleren Eder; ,sich den Knöchel vertreten‘, allgemen üblich (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knarbeln''' ● ,an etwas Hartem hörbar nagen‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knarchen''' ● ,knarren‘ (mit tieferem Ton als ''knirchen''), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatsch''' m. ● ,weicher Kot, besonders wie er sich bei Tauwetter bildet‘ (Vil. 1868); ''Knaatsch'' ,nasse, zähe Masse‘, insbesondere ,Straßenschmutz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), übertragen auch: ,Mißhelligkeiten, Dauerstreit‘, Kassel 20. Jh.; ''Gnaadsch'' ,Schmutz, Straßenschmutz‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knatschen''' ● ,weiche Gegenstände zerdrücken, in Weichem die Hände knetend bewegen; hörbar kauen‘ (Vil. 1868); ''knaatschen'' ,beim Essen schmatzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knatschig''' ● ''knaatschich'' ,feucht-schmutzig‘, vor allem in Bezug auf den Straßenzustand,  Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1984); ''gnaadschech'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatschwetter''' ● ,starkes Tauwetter mit Regen‘ (Vil. 1868); ''Knaatschwedder'' ,Wetter, das alles aufweicht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gnaadschwädder'' ,feuchtes, schmutziges Wetter‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatz''' m. ● ''Gnatz'' ,Krätze‘, in ganz Hessen die ausschließliche Bezeichnung; ,Grind, besonders Kopfgrind; schmutziger Geiz‘ (Vil. 1868); ''Gnatz'' ,Krätze, Grind‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● In der hess. Mundart wird mit geringen Ausnahmen ''Knatz'' statt ''Gnatz'' gesprochen (Vil.); Hm. führt ''Gnatz'' unter dem Stichwort ''Knatz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatzkopf''' ● ''Gnatzkopf'' ,Grindkopf‘, meist in übertragener Bedeutung gebraucht: ,eckiger, launischer, eigensinniger, unverträglicher Mensch‘, Tadel- und Scheltwort, allgemein verwendet (Vil. 1868); ''Gnatzkopp'' ,launischer, unverträglicher Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knaubeln''' ● ''knauweln'' ,knaupeln(!), knabbern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knäubeln''' ● ''gnaiweln'' ,mit zahlosem Mund kauen, langsam und mit Mühe kauen; beständog kleinlich, verdrießlich mäkeln‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneif, Kneip''' m. ● ''Kneif'' ,Messer‘; ''Kneif'' im Bereich von Fulda, ''Kniff'' ,Zulegemesser, Taschenmesser; schlechtes Messer‘ im östl. Hessen, ''Knipp'' in Hersfeld und weiter westlich (Vil. 1868); ''Kniff'' ,Messer‘, Kassel (Bennecke 1904); ''Gnipp'' ,schlechtes, stumpfes Messer‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kneipen''' ● ''knibben'' ,kneifen, zwicken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnibben'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneipkuchen''' ● ''Knibbkuchen'' ,Waffeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneipzange''' ● ''Gnibbzange'' ,Kneifzange‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneller''' m. ● ,Tabak übler Sorte‘ (Pfs. 1886); ,minderweriger Tabak‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knellern''' ● ''knällern'' ,Kneller rauchen; einen hohen Preis fordern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knepen''' Pl. ● ''Kneben'' ,Grillen, Launen, Tücken‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gneben'' ,hinterlistige Gedanken‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Es hot sinne Kneben.'' ,Die Sache hat ihre Tücken.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knerbeln''' ● ,unaufhörlich, in widerlichem, verdrießlichen Eigensinn ausdrückenden Ton tadeln‘ (Vil. 1868); ''knerweln'' ,nörgeln, halblaut unzufrieden vor sich hin reden, vor sich hin maulen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnärweln'' ,fortgesetzt vor sich hin knurren, in verdrießlicher Weise tadeln‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vil. verzeichnet ''knerbeln'' beim Stichwort „knarbeln“, sieht es wohl als Nebenform dazu an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knerbelpeter''' ● ''Knerwelpeter'' ,ein unaufhörlich in weinerlichem oder murrendem Tone sich beklagender Mensch, dem nichts rechtzumachen ist‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Gnärwelbeeder'' ,Nörgler‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knerren''' ● ''gnärren'' ,schreien (bei kleinen Kindern), Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetebart''' ● ''Knädebart'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnähreboort'' ,breit und langweilig redender Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetebeutel''' ● ''Knädebiedel'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894), ,einer, der durch dauerndes Daherreden nervt‘, ebd. 20. Jh.; ''Gnährebiddel'' ,breit und langweilig redender Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetemichel''' ● ''Knädemichel'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kneten''' ● ''knäden'' ,kneten; breit und langweilig reden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''kneten'' ,langsam und langweilig reden‘, Balhorn (Sl. 1901); ''gnähren'' ,kneten; breit und langweilig reden‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetepeter''' ● ''Gnährebeeder'' ,breit und langweilig redender Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetesack''' ● ''Knädesack'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetsch''' m. ● ,nasse, zähe Masse‘, insbesondere ,Straßenschmutz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Das ''e'' in ''Knetsch'' ist kurz, im Gegensatz zu dem langen ''a'' in dem verwandten ''Knatsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knetschen''' ● ,quetschen, zerquetschen‘ (Vil. 1868); ,(zusammen)drücken, quetschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''gnäddschen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Quetschen'', ''zerquetschen'' ist hingegen unüblich. (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetscher''' ● ,Weißbinder‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knettern''' ● ''gnäddern'' ,knattern, krachen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knick''' m. ● ''Knick'' ,kleine steile Anhöhe‘, in Nieder- und Oberhessen sehr üblich (Vil. 1868); ''Gneck'' ,Riß, Sprung, Bruch; kleine steile Anhöhe‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knickeln''' ● ''gneggeln'' ,in die Knie fallen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kniegurte''' f. ● ''Gniegorde'' ,Strumpfband‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kniehälsen''' ● ''gniehälsen'' ,erschlagen, um die Ecke bringen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knipsen''' ● ''knipsen'', ''knupsen'' ,mit Wackeln und Schossern schießen‘, Kassel (Pfs. 1886); ''knipsen'', wie hd., dazu: ,mit Wackeln schießen, sie abschnellen‘, Kassel um 1950. ● Siehe ''knupsen'', ''Wackel'', ''Schosse(r)''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knirchen''' ● ''knerchen'' ,knarren‘ (mit höherem Ton als ''knarchen''), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knittern''' ● ''kneddern'' ,knirschen‘, wie z.B. die Wagenräder auf gefrorenem Schnee, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knobelinchen''' ● ''Knowelienchen'' ,Knoblauchwürstchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knöchen''' ● ,peinigen, quälen‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knöpfding''' ● ''Knöppding'', Bezeichnung für die vom Mieder unterschiedenen Leibchen; Gegensatz zum ''Knöpfding'': das ''Ärmelding'', die blaue Jacke der Burschen, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knopfe''' f. ● ''Knopfe'', ''Knoppe'' ,Knospe; Finne im Gesicht‘, allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''Knobbe'' ,Knospe; Gesichtspickel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnobbe'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926); ''Knobbe'' ,Knospe‘, Lohne 2014.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knorschen''' ● ''gnoorschen'' ,mit den Zähnen zerkleinern‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knoten''' ● ,Samenkapsel des Flachses‘, im größten Teil des Landes (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knotenfurz''' ● ''Gnoorenforz'' ,kleiner Kerl, Dreikäsehoch‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel hingegen ''Furzknoden'', 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knoz''' m. ● ,kleiner, unansehnlicher Mensch‘ (Vil. 1868); ''Knooz'' ,kleines Kind‘, auch: ,ungewöhnlich kleiner Erwachsener‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gnooz'' ,kleiner Kerl‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knozen''' ● ,derb und unordentlich zusammendrücken, namentlich zusammenbinden; sich mit einer Sache abmühen, damit nicht fertig werden können‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''knozen'' ,sich mit (kleiner) Arbeit abmühen, Arbeit unsorgfältig verrichten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnoozen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuffelarbeit''' ● ''Knuffelarweit'' ,schwierig auszuführende (Hand-)Arbeit‘, Kassel 19., 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuffeln''' ● ,kleine Handarbeiten (pfuscherhaft) verrichten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuffig''' ● ''knuffich'' ,übertrieben, übermäßig‘ (z.B. Preis, Benehmen), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knullch''' m. ● ''Gnollch'' ,derber Schuh‘, auch: ,grober unhandlicher Gegenstand‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knullchen''' ● ''gnollchen'' ,derb stoßen, schlagen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knulle''' f. ● ''Knulle'' ,Knolle; großes Stück Brot, großer Knust‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnülle'' ,unförmig großes Stück Brot‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knülle''' ● ,hochgradig besoffen‘, beliebter, wohlmeinender Ausdruck, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''knille'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knullig''' ● ''knullich'' ,ungehörig groß, grob, unverschämt‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnollech'' ,übermäßig, übertrieben‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knüpftuch''' ● ''Knibbeduch'', Dim. ''Knibbediechelchen'' ,kleines Halstuch‘, Kassel 19. Jh. (Herzog, Gr. 1894), 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppe''' f. ● ''Knupe'', ''Knaupe'' ,Auswuchs am Körper, Beule‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppe''' f. ● ''Knubbe'' ,geizige Frau, namentlich Händlerin, die beim Wiegen und Messen abknuppt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppe''' f. ● Redensart ''än inn de Gnübbe grijjen'' ,jem. in die Knuppe kriegen, in seine Gewalt bekommen, jem. seine Überlegenheit fühlen lassen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Umdeutung von ''Kluppe'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppel''' m. ● ,Auswuchs am Körper, Beule‘, Niederhessen (Pfs. 1886), ''Knubbel'' ,knotenartige Verdickung (nicht nur am Körper)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuppen''' ● ''knubben'' ,kargen, abzwacken‘, Kassel (Gr. 1894). ●  Siehe ''abknuppen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperarbeit''' ● ''Knubberarweit'' ,Geduld heischende Arbeit‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperbeinchen''' ● ,die kleinen dünnen „Knöchelerchen“ am Geflügel, wo die Fleisches-Fasern zuletzt nur noch mit den Zähnen gesucht, abgeknuppert werden‘ (Pfs. 1886). ● ''Bis aufs Knupperbeinchen'' ,einer Sache bis auf den tiefsten inneren Grund gehen‘ (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperfleisch''' ● ''Knubberfleisch'' ,Fleisch dicht am Knochen, das nur abgeknuppert werden kann‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnobberfleesch'' ,sehniges, knorpeliges Fleisch, besonders das Fleisch an den Ohrmuscheln‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Bis uffs Knubberfleisch'' ,aufs gründlichste‘ (Gr., auch 20. Jh.). ''Se zänggen sech bis offs Gnobberfleesch'' ,sie zanken sich bis aufs Messer‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knupperig''' ● ,was beim Zerbeißen den Knupperlaut erzeugt (siehe ''knuppern''); scharf gebacken (Brot, Kuchen)‘ (Vil. 1868); ''knubberich'' ,zum Knabbern geeignet (z.B. Gebäck)‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnobberech'', ''gnübberech'' ,nicht leicht zu zerbeißen‘, ''gnübberech'' auch: ,überaus sparsam, geizig‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuppern''' ● ''knuppern'' ,an Hartem mit kleinen Bissen nagen; sich an Hartem mit den Fingern versuchen, um etwas davon abzulösen‘; auch Laut, welchen das Nagen hervorbringt (Vil. 1868); ''knubbern'' ,geräuschvoll kauen, knabbern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnobbern'', ''gnübbern'' ,harte Gegenstände zerbeißen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperwerk''' ● ''Knubberwerk'' ,irgendein feiner Genußgegenstand‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knups''' m. ● ''Knups'', zuweilen auch ''Knupch'', ''Knopch'' ,kleiner Mensch‘, Spottwort (Vil. 1868); ''Knups'' ,kleines Kind‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knups''' m. ● ,Schlag, Stoß‘ (Vil. 1868); ,leichter Stoß, auch: die Folgen davon‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnobs'' ,leichter Stoß, Schlag, meist in scherzhafter Absicht erteilt‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Das Dibben hot en Knubs gekricht''. ,Der Topf hat einen Stoß (Riß, Sprung) bekommen‘. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knupsen''' ● ,schlagen, stoßen‘, aber in  gelinderem Sinn, überwiegend scherzhaft‘ (Vil. 1868); ,schnippen, einen Gegenstand mit Daumen und Zeigefinger anschnippen, auf diese Weise (verstohlen) einem Kind eine Kopfnuß geben‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnobsen'' ,leicht anstoßen, schlagen, meist in scherzhafter Absicht‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''knipsen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knurbel''' m. ● ''Knorwel'' ,kratziger Fusel‘, mancherwärts im Lande gebräuchlich (Pfs. 1886); ''Knurwel'' ,Knorpel‘, Kassel 19., 20. Jh.; auch ,Schnaps‘, ebd. (Gr. 1894); ''Gnorwel'' ,fester Knochenansatz; verwachsener Mensch‘, als Schimpfname sehr gebräuchlich, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knurbeln''' ● ''gnorweln'' ,knurren, murren‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''knerbeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knust''' m. ● ''Knust'' ,Rand des Brotlaibs, Randstück vom Brotlaib‘, in Niederhessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''Knuhst'' ,Anfangs- oder Endstück des Brotlaibs‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Gnühst'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knüstchen''' ● ''Kniestchen'' ,kleiner Knust‘, Pl. ''Kniesderchen'' auch: ,obere Wangen (auf den Wangenknochen), insbesondere wenn gerötet oder gebräunt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knutschelchen''' ● ,jemand, den man gern knutschelt‘, Zärtlichkeitsausdruck, Kassel (Gr. 1894). ● ''Du bist minn liewes Knutschelchen.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutschelig''' ● ''knutschelich'' ,zerknauscht, zerdrückt, voller Falten‘, Kassel 20. Jh.; ''gnüddschelich'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutscheln''' ● ,in den Händen drücken, zusammendrücken; liebkosend drücken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnüddscheln'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutschen''' ● ,drücken, zusammendrücken, zusammenknüllen, in Falten drücken‘; Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnüddschen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutteln''' ● ''knuddeln'' ,knotenartig zusammendrücken, ballen; liebkosen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutterig''' ● ''knudderich'' ,murrend, mäkelnd‘, Kassel 20. Jh.; ''gnodderech'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuttergehannes''' ● ''Knuddergehannes'' ,Knutterjohannes; einer, der viel knuttert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knutterjörge''' ● ''Knudderjerche'' ,einer, der viel knuttert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuttern''' ● ,murren, murrend tadeln, kleinlich tadeln‘ (Vil. 1868); ''knuddern'' ,verhalten Unmut äußern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnoddern'' ,verdrießlich murren, kleinlich mäkeln, ärgerlich brummen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuttersack''' ● ,einer, der viel knuttert‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr.1894); ''Gnoddersack'' ,brummiger, stets nörgelnder Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kochening''' ● ''kochenink'' ,kochend‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Koffert''' m. ● ,Koffer‘, Kassel (Gr. 1894), Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlbütte''' f. ● ''Kohlberre'' ,Holzgefäß zum Aufbewahren des Sauerkrauts‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kohlen''' ● ,flunkern‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlenlips''' ● ,heruntergekommenes Individuum‘, eigentlich ,Kohlenträger‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Lips'' ist alte Kurzform von ''Philippus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlhase''' ● ,Gemüsegärtner‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlvogt''' ● ''Kohlvoocht'' ,Ausrufer‘, übertragen: ,Ausplauderer‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Köpfchen''' ● ,Tasse, Obertasse‘, ganz Hessen (Pfs. 1886). ● Die Untertasse hingegen heißt ''Schälchen''. (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kopfer''' ● ''Kobber'' ,Kupfer, Kupfergeschirr, Kupfergeld‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kupfer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kopfernase''' ● ''Kobbernase'' ,rote Nase‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Koppel''' f. ● ''Kobbel'' ,Aufhaltekette, zweiteilige Kette vorn an der Wagendeichsel, an die ein Gespann angekoppelt wird‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''köppeln''' ● ''sech kebbeln'' ,sich ins Lederzeug, die Ketten oder Stricke verwickeln (vom Zugvieh); sich zanken, sich streiten‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''körisch''' ● ''körsch'' ,wählerisch‘, in ganz Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Körle''' ● Zum ''Körler Esel'' siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Köze''' f. ● ,Rückenkorb mit Tragbändern‘, Niederhessen, Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868); ''Keeze'' ,Tragekorb auf dem Rücken‘, scherzhaft übertragen: ,Bauch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Sich die Köze flicken'' ,sich im Essen ein Gütchen tun‘ (Pfs. 1886); ''sich de Keeze flicken'' ,einen trinken‘, Kassel (Bennecke 1904), ,tüchtig essen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Közengücker''' ● ''Közengucker'' ,Visitator, Mautbeamter, Accisbeamter‘ (Vil. 1868); ''Keezengicker'' ,einer, der gern und oft in die Marktkörbe guckt‘, übertragen: ,einer, der spioniert, aushorcht‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. setzt gleich mit ''Fiskal'' und ''Kalfaktor''; s. d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krabbelig''' ● ''grawwelich'' ,lebhaft, beweglich, äußerst tätig‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grawwelech'' ,lebhaft kriechend, ungemein regsam‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krabbeln''' ● ''krawweln'' ,wimmeln, in großer Zahl kriechen‘, Kassel (Gr. 1894), ,auf allen Vieren (eilig) kriechen‘, Kassel 20. Jh.; ''grawweln'' ,auf Händen und Füßen kriechen, sich lebhaft kriechend bewegen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. „krappeln“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krabbeln''' ● ''krawweln'' ,kraulen, gelinde kratzen, kitzeln‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grawweln'' ,mit den Fingerspitzen dauernd betasten‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kracke''' f. ● ,ganz schlechtes, unbrauchbares Pferd‘ (Vil. 1868); ''Gragge'' ,altes, unbrauchbares Pferd‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krackel''' ● ''Krackel'' m. ,verzogener Schriftzug; irgendwelche mißbildete Gestalt‘, Kassel (Pfs. 1886); ''Kraggel'' f. ,schlechte Handschrift‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krackelig''' ● ''kraggelich'' ,mit schlechter Handschrift geschrieben‘, Kassel 20. Jh.; ''graggelech'' ,schief, verbogen (besonders von schlechter Schrift)‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krackelwerk''' ● ''Graggelwärk'' ,unregelmäßig durcheinanderliegende Gegenstände‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krafts Katze''' ● Nur in der Redensart ''Hä is im Arsche wie Krafts Katze.'' ,Er ist unrettbar verloren, ganz und gar erledigt.‘ Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krakeel''' m. ● ''Krageel'' ,lärmendes Gestreite‘, Kassel 20. Jh.; ''Grageel'' ,Zank, Streit, Lärm‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krakeelisch''' ● ''grageelsch'' ,streitsüchtig‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krambol''' ● ''Krambóhl'' ,Lärm‘, Kassel (Gr. 1894), ,Streit‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krankheit''' ●  ''schlimme Kranket'' ,Epilepsie‘, Balhorn (Sl. 1901); ''de fallninge Graanget'' ,die fallende Krankheit, Epilepsie‘, ''de engelsche Graanget'' ,die englische Krankheit, Rachitis‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kränksch''' ● ,kränkelnd, ungesund‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kranne''' f. ● ''Gronne'' ,Krähe, Rabe‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krapfe''' m. ● ''Krappe'' ,Haken (um etwas aufzuhängen)‘, Schwalm und Oberhessen (Vil. 1868); ''Krabben'' m., dasselbe, Holzhausen am Hahn 20. Jh. (Umbach). ● Vgl. ahd. ''krapfo'' m. ,Haken, Kralle, Krapfen, Widerhaken‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kräpfel, Krapfel''' f. ● ''Kreppel'', ''Krappel'', in Hessen und anderwärts sehr beliebtes Backwerk, das ursprünglich und teilweise noch jetzt die Form eines Hakens hat, gebacken zu Fastnacht, in der Fulda- und Werragegend beim Ende des jährlichen Ausdreschens (Vil. 1868); ''Kräbbel'' ,Krapfen‘, Gebäck, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Zusatz bei Gr.: ‚Fastnachtsgebäck‘; ''Grabbel'' ,Krapfen‘, Gebäck, besonders zu Fasstnacht, Neujahr, zum Ausdreschen des letzten Getreides, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Diminutiv von ''Krappe'', s. ''Krapfe''. ● Vgl. ahd. ''krapfilīn'' (mit doppeltem Dim.-Suffix) ,Häklein, Haken, Widerhaken, Krapfengebäck’.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krappelbauer''' ● ''Krebbelbure'' ,ein ärmlicher, unansehnlicher Bauer, der etwa mit einer Kuh an den Acker zieht‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Grabbelbuhre'' ,Kleinbauer‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krappeln''' ● ,fortkriechen mit eilfertiger, käferartiger Bewegung der Arme und Beine‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''krabbeln'' ,(eilig) kriechen, klettern‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grabbeln'' ,sich langsam und unbeholfen bewegen, kriechen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''sich uffgrabbeln'' ,sich mühsam von einer Krakheit erholen‘ (Gr.). ● Vgl. ''krabbeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kraß''' ● ''graß'' ,starr (vom Blick)‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krätsch''' m. ● ''Krähtsch'' ,Lärm, Aufhebens (um eine Sache)‘, Kassel (Gr. 1894); ,kleines Kind (das noch am Fußboden herumkriecht)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kratzbürste''' ● ,launige, doch auch ernste Schelte für einen zänkischen oder widerborstigen Menschen‘ (Pfs. 1886); ''Kratzbirschde'' ,zänkische Mensch, vor allem Frau oder Mädchen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Gratzbärschde'' ,reizbarer, zanksüchtiger Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krätzer''' ● ''Grätzer'' ,schlechter Branntwein‘; ''ahler Grätzer'' ,alter Kerl‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kraufdingen''' n. ● ''Kruffdingen'' ,Kind, das noch umherkriecht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kraufen''' ● ''krufen'', ''kraufen'', ''kroffen'', ''kröffen'' ,kriechen‘; in Gebrauch vom niederdt. Niederhessen (wo es ''krupen'' heißt) bis südl. in die Gegend von Spangenberg und Wabern, von dort östl. bis Eschwege bzw. Waldkappel (Vil. 1868);  ''kruffen'' ,kriechen‘, Kassel 19., 20. Jh.; ''grüffen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''ich kruffe'', ''du kriffest'', ''hä kriffet'', ''mä kruffen'' usw., ''kroff'', ''gekroffen'', Kassel; die entrundeten Umlautformen ''kriffest'', ''kriffet'' (aus *''krüffest'', *''krüffet'') waren in der 2. Hälfte des 19. Jh. bereits am Erlöschen. ''Grüffen'', ''gröff'', ''gröffen'', Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kraufhühnchen''' ● ''Kruffhühnchen'' ,klein gewachsene Frauensperson‘, Spottwort, in Kassel sehr üblich (Vil. 1868); ''Kruffhienchen'' ,Kriechhühnchen (kleine Art)‘, sehr oft: ,kleines Mädchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kräuschen, Kräuselchen''' ● ''Kries’chen'', ''Krieselchen'' ,kleiner Krug‘, Kassel (Gr. 1894).  ● Abgeleitet von ''Krus'' ,Krug‘, das 1894 in Kassel offenbar bereits außer Gebrauch gekommen war; nach Vil. (1868) als ''Krus'', ''Kraus'', ''Krause'' gebräuchlich in Mittel- und Oberhessen, wenig im niederdt. sprechenden Niederhessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krawaller''' ● ,Krawallmacher‘, insbesondere ,politsch unruhiger Kopf‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kregel''' ● ''kregel'', auch kontrahiert ''kreel'' ,beweglich, munter, rührig‘, besonders von Kindern und Rekonvaleszenten gesagt, in ganz Hessen sehr üblich (Vil. 1868); ''kreechel'' ,gut aufgelegt‘, Kassel (Gr. 1894); ''krichchel'', dasselbe, ebd. 19. Jh. (Herzog); ''greejel'' ,munter, beweglich, gesund‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kreideln''' ● ,sich mit Herd- oder Ofenfeuer zu schaffen machen, es schüren, in Gang bringen oder halten‘, Kassel (Gr. 1894). ● Statt ''kreideln'' oft auch ''kriedeln'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kreideweißchen''' ● ''Kridewißchen'', ''Kriddewißchen'' ,der als Todverkünder gefürchtete Raubvogel Strix noctus, das Käuzchen, Leichenhuhn‘ (Vil. 1868); ''Kriedewißchen'' ,Käuzchen‘, Kassel (Gr. 1894); ''Grierewißchen'' ,Steinkauz, Totenvogel‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Hin und wieder, z.B. in der Umgebung von Fritzlar, heißt der Vogel ''die wisse Kritt'' (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kreisch''' m. ● ''Greesch'' ,Schrei‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Krisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kreischen''' st. ● wie hochdeutsch, dazu in Niederhessen der herrschende Ausdruck für ,weinen‘ (Vil. 1868); ''krischen'' (intr.) ,kreischen, schreien; weinen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''grüschen'' ,weinen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''krischen'', ''krisch'', ''gekrischen'' (im Präs. ''i'' geschlossen, im Imp. und Part. Perf. ''i'' offen), Kassel; ''grüschen'', ''grösch'', ''jegröschen'', Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kreischen''' schw., trans. ● ,Öl zum Sieden bringen, um die herben oder auch widrigen Bestandteile auszuscheiden‘ (Vil. 1868); ''kreischen'' (trans.) ,Öl sieden, Fett auslassen‘, Kassel (Gr. 1894); ''greeschen'' ,(ein Kind) zum Weinen veranlassen; Öl zum Sieden bringen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''kreischen'', ''kreischte'', ''gekreischt'', Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krekeln''' ● neben ''krakeelen'' in gleicher bedeutung, Kassel (Pfs. 1886), ''kreegeln'' ,krakeelen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krellen''' trans. ● ,eine plötzliche, wenn auch vorübergehende Erstarrung und das damit verbundene unangenehme Gefühl hervorbringen (z.B. Frost)‘, überall in Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krepen, krepeln''' ● ,in etwas Hohlem herumstochern‘, z.B. in der Ofenröhre, in der Nase; sehr üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kresten''' ● ''kresten'', Aussprache ''krästen'', ,stöhnen (von Gebärenden)‘, nördl. Hessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kribbel''' m. ● ''Grewwel'' ,Werkzeug zum Stochern‘, z.B. Pfeifenkribbel, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kribbel''' m. ● ''Kriwwel'' ,unangenehmer Kitzel, Jucken‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kribbeln''' ● ''kriwweln'' ,prickeln, jucken, unangenehm kitzeln in Nase, Hand usw., Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grewweln'' ,stochern; jucken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Redensart ''es kriwwelt und wiwwelt'' (von Läusen u. dgl.) (Vil. 1868); ''krewweln un wewweln'' ,kribbeln und wimmeln‘ (Gr.); ''grimmeln un wimmeln'' ,krimmeln und wimmeln‘ (Hm.). ● ''krimmeln'', wohl nur in Verbindung mit ''wimmeln'' vorkommend; die Redensart ''es krimmelt und wimmelt'' erstmals belegt in Schwebda 1673 in Bezug auf einen Heuschreckenschwarm (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kribbsen''' ● Bei Gr. 1894 (Kassel) nur Verweis auf ''gribbsen''; dies Wort fehlt allerdings an entsprechender Stelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kriminal''' ● zur Verstärkung gebraucht, z.B. ''Kremmenahlhersch'' ,Kapitalhirsch‘, ''Kremmenahljunge'' ,ungewöhnlich großer Säugling‘, Kassel (Gr. 1894), ''kriminalscheenes'' Mädchen, Kassel (Bennecke 1904); ''kriminal'' ,sehr stark, übermäßig‘, z.B. ''kriminale Hawer'', Balhorn (Sl. 1901); ''grimmenal'' ,vorzüglich, ausgezeichnet, außergewöhnlich‘, z.B. ''en grimmenales Steck Vieh'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kringel''' m. ● ,der einfache Gebäckring‘, Kassel (Pfs. 1886). ● Der zur Acht verschlungene Gebäckring heißt hingegen ''Bretzel'' (Pfs.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krippengäker''' m. ● ''Grebbengäger'' ,Pferd, das die Vorderzähne auf die Krippe aufzusetzen und die hastig eingeschluckte Luft wieder auszustoßen pflegt; Mensch, der dauernd aufstößt, rülpst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krisch''' m. ● „in unserem ganzen Stammes-Gebiete“ üblichster Ausdruck für hd. ''Schrei'' (Pfs. 1886); ''Kresch'' ,Schrei‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''En luden Kresch duhn'' ,schreien‘ (Gr.). ● Vgl. ''Kreisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krittelkopf''' ● ''Kriddelkopp'' ,einer der zum Kritteln neigt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kritteln''' ● ''kriddeln'' ,(wiederholt) tadeln; tadelnd Unzufriedenheit, üble Laune äußern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kropch''' m. ● ''Kroppich'', ''Krupch'' ,Kropf‘ (Pfs. 1886), ''Kroppich'' ,kleiner unansehnlicher Mensch‘, mittlere Eder (Pfs.); ''Kropch'' ,Kropf, Vogelkehle‘, Kassel (Gr. 1894); ''Grobch'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mundartl. ''pch'' ist keine verunglückte Wiedergabe von hochdt. ''pf''; ''Kropch'' ist *''Krop'' + ''ch''-Suffix (&amp;lt; germ. ''k''-Suffix); siehe auch ''Wiedehopf''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kröpel''' ● ,Krüppel‘ in Hessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''Krebel'' ,Krüppel‘, auch ,etwas, das in der Form mißlungen ist (z.B. Brötchen), Kassel (Gr. 1894), im 20. Jh. in Kassel meist nur noch Schimpfwort für einen widerlichen Menschen; ''Grebel'' ,Krüppel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kröpelig''' ● ''krebelich'' ,krüppelhaft‘, als Scheltwort: ,elend, widerlich‘, z.B. im Hinblick auf Benehmen, Kassel (Gr. 1894); ''greebelech'' ,krüppelig, verkrüppelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krucke''' f. ● ''Kruke'' ,Krug‘, besonders ,Krug mit engem Hals‘, im niederdt. sprechenden Niederhessen (Vil. 1868); ''Kruke'' ,Krug‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Krugge'', Kassel (Gr. 1894). ● Vielfach scherzhaft für ,kleinen scheiben (schiefen) Menschen‘ (Pfs. 1886); ''Du ahle Krugge!'', ''Das is dä ‘ne Krugge!'' Hier ''Krugge'' etwa ,Versager, Taugenichts‘, eher milder Spott, Kassel 20. Jh. Fraglich, ob es sich hier tatsächlich um eine Übertragung handelt und nicht viel eher um eine Altform von ''Krücke''. Dafür spricht, daß man auch anderes, etwas Verkrüppeltes so bezeichnen kann, etwa einen unansehnlichen, krummen Baum (Christbaum), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krulle''' f. ● ''Krolle'', ''Krulle'', zuweilen auch ''Kroll'' m. ,Haarlocke‘ (''Locke'' ist ungebräuchlich, unverständlich) (Vil. 1868); ''Krulle'' ,(enge) Haarlocke‘, Kassel 20. Jh.; ''Grolle'' ,Haarlocke‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''krolle''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krüllen''' ● ,Schoten aufknicken und Erbsen herausstreichen‘, Teile Niederhessens (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krullenkopf''' ● ''Krollkopf'' ,Lockenkopf, Krauskopf‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''Krullenkopp'', dasselbe, Kassel 20. Jh.; ''Grollenkopp'' ,Lockenkopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krullig''' ● ''grollech'' ,lockig, kraus‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krumbel''' f. ● ''Krumpel'' ,unregelmäßige, aus Versehen oder Unordentlichkeit entstandene Falte in Sachen mit regulär glatter, glattgebügelter Oberfläche (Tuch, Papier)‘, ganz Hessen (außer niederdeutschen Gebieten, wo es ''Krünkel'' heißt) (Vil. 1868); ''Krumbel'' ,Falte in Stoff oder Papier, dort wo keine sein sollte‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Grömbel'' ,unregelmäßige Falte, etwa in einem Kleid, durch Unvorsichtigkeit entstanden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krumbelig''' ● ''krumpelig'' ,voll Krumpeln‘ (Vil 1868); ''krumbelich'' ,verknittert‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''grömbelech'' ,voll unregelmäßiger Falten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krumbeln''' ● ''krumpeln'' ,in unregelmäßige und ungehörige Falten drücken‘ (Vil. 1868); ''krumbeln'' ,knittern, faltig werden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''grömbeln'' ,in unregelmäßige Falten drücken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krümmede''' f. ● ''Gremmede'' ,Krümmung, meist Wegbiegung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krumme Not''' ● ,Epilepsie‘, besonders in Niederhessen sehr üblich, ist zum Fluchwort geworden, sehr häufig verwendet (Vil. 1868). ● ''Du sat de Krummenot krechchen!'' ,Du sollt die krumme Not kriegen!‘ Kassel (Gr. 1894); ''Krumme Nott!'' Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krustellieren''' ● ,mit Appetit essen; vespern, kleinen (kalten) Imbiß zu sich nehmen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Von französ. ''croustiller'' ,knuspern, knabbern‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krüsten''' ● ''gräsden'' ,seufzen, stöhnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krutsch''' m. ● ,kleines Kind‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küchel''' n. ● ''Kichel'' (''i'' kurz) ,Küken’, Kassel (Gr. 1894). ● ''Dummes Kichel'' ,dumme, auch: bescheidene Person‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küchen''' n. ● ''Kichen'' (''i'' kurz) ,Küken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küchendragoner''' ● ''Kichendragoner'', bedeutungsgleich mit ''Kastrullbursche'' ,Frau, die übereifrig in der Küche herumfuhrwerkt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuh''' ● ''Kuh'', Pl. ''Kiewe'', Kassel 19. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. (1894) führt ''Kuh'', ''Kiewe'' für Kassel nicht auf; siehe aber die nächsten Einträge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kühchen''' s. ● ''Kiebchen'' ,kleine Kuh‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küheleetscher''' m. ● ''Küweleetscher'' ,schwerfällig nur mit Kühen fahrender Bauer‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küheschelle''' ● ''Kieweschelle'' ,Schnapsglas, ähnlich einer Herdenglocke‘, Kassel (Gr. 1894), ,großes, trichterförmiges Schnapsglas‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kühn''' ● ''kiene'' ,dreist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kukummer''' f. ● ''Kukummer'' ,Gurke‘, das übliche Wort, ''Gurke'' ist kaum bekannt (Vil. 1868), ''Gugummer'', nördl. Hessen (Pfs. 1886), ,''Gugummer'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullarsch''' ● ,Hühnerart ohne Schwanz‘, an Fulda und Werra (Vil. 1868). ● Vgl. ''Kullmutz'' und ''Kupper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kulle''' ● Siehe auch ''Kaule''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kulle''' f. ● ''Kulle'' ,Kugel‘, in ganz Hessen üblich, wohingegen hochdt. ''Kugel'' nicht üblich ist und sich erst in der neuesten Zeit hier und da einbürgert (Vil. 1868). ● Kontraktion von  mhd. ''kugele'' zu ''kūle'', dann im Niederhessischen gekürzt zu ''Kulle''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuller''' m. ● ''Kuller'' ,Koller‘, Kassel 20. Jh. ● Nur Redewendungen: ''Host du dann ’n  Kuller?'' ,Bist du denn verrückt?‘ Kassel 20. Jh. ''Den Koller honn'' ,den Koller haben, verrückt sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926); hierzu auch ''Dä kollert’s wohl?'' ,Du bist wohl verrückt?‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kullerig''' ● ''kullerich'' ,den Koller habend; heftig, ungestüm, cholerisch‘, Kassel 19., 20. Jh.(Gr. 1894); ''kollerech'' ,kollerig, verrückt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kullern''' ● ''kullern'' ,rollen‘, allgemein üblich (Vil. 1868), ''kullern'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kullern''' ● ''kullern'' ,kollern‘, Geräusch, z.B. Stimme des Truthahns, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullmutz''' ● ,Hühnerart ohne Schwanz‘, an Fulda und Werra (Vil. 1868). ● Vgl. ''Kullarsch'' und ''Kupper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullrabe''' f. ● ''Kullerawe'' ,Kohlrabi‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), ''Gullerawe'', ebd. (Gr. 1894); ''Kolrowe'' ,unter der Erde wachsender Kohlrabi‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullskopf''' ● ''Kullkopf'', ''Kullskopf'', 1) ,Kaulquappe‘ 2) der Fisch cottus gobio (Vil. 1868); ''Güllskopp'' ,Kaulquappe‘, Umdeutung in ,Gaulskopf‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullsquappe''' ● ''Kullsquabbe'', Kassel (Gr. 1894); &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kulltüpfen''' ● ''Kulldüppen'' ,bauchiger Topf ohne Beine‘, Kassel (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kulstern''' ● ''kulstern'' ,räuspern, husten, mit Schleimauswurf‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kummer''' m. ● ,Schutt, namentlich Bauschutt, unfruchtbares Erdreich‘ (Vil. 1868); ,Kehricht, Schutt‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kommer'' ,unfruchtbares, sandiges Erdreich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Für ''Kummer'' im hochdt. Sinn ist in Niederhessen ''Brast'' üblich; ''Schutt'' wird nicht gebraucht, kaum verstanden (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kummermann''' ● ,Mann, der die Abfuhr des Kehrichts besorgt‘, Kassel (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kummerwagen''' ● ,Kehrichtwagen‘, Kassel (Pfs. 1886); (städtischer) Kehrichtwagen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumpf''' m. ● ''Kumpf'' ,größerer Napf‘, überall gebräuchlich (Pfs. 1886); ''Kump'' ,größeres Gefäß; der Dorfbrunnen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumfate''' f. ● ''Kumfate'' ,erhöhte Flächen, Bänke, die sämtlich auf freien Plätzen gelegen sind‘, Allendorf in den Soden und in einigen Nachbarorten; ''Komfade'' ,Herberge, Wirtshaus‘, östl. Niederhessen (Pfs.1, 1889). ● Die Identität beider Wörter und anzunehmende ursprüngliche Bedeutungsgleichheit ist kaum von der Hand zu weisen; zumindest bei ''Kumfate'' denkt Pfs. an ,Ort für Gemeindeversammlungen‘. Er könnte recht haben: Ließe sich an lat. ''convada-ri'' ,vor Gericht laden‘ anschließen, so ergäbe sich als ursprüngliche Bedeutung ,(Ort der) Gerichtsversammlung‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumpfen, Kumpfe''' m. ● ''Kumpen'' ,großer Trinkbecher, Bierkrug‘, Kassel 20. Jh.; ''Kömbe'' ,Gefäß, große Schüssel, großer Becher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumwiefchen''' s. ● ''Kumwiefchen'', in der Redensart ''das ganze Kumwiefchen'' ,die ganze Gesellschaft‘, im Sinne einer ,Gruppe mit (bedenklichem) innigem Einverständnis untereinander‘, z.B. Stammtisch-, Zech- und Schmausbrüder, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894). ● Von französ. ''convive'' ,Gast, Genosse‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kunterquant''' m. ● ''Kondergwant'' ,Kunterbunt, Durcheinander‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kunte(r)wítte''' f. ● ''Kundewidde'' ,Aufführung, Lebenswandel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Konderwidden'' Pl. ,schlaue Einfälle, hinterlistige Gedanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''conduite''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kunterwittig''' ● ''konderwiddech'' ,schlau, durchtrieben‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kunnerbande''' f. ● ''Kunnerbanne'' ,Schleichhandel, Schmuggelgut‘, nicht bloß von Waren gesagt, sondern auch von etwas heimlich und unerlaubt an irgendeinem Ort Mitgebrachtem, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küppel''' m. ● ''Küppel'', gewöhnlich ''Kippel'' gesprochen, eigentlich ,kleiner Kopf‘, gebraucht gewöhnlich für kleine Feldhügel, mit Buschwerk oder einzelnen Bäumen bestanden  (Vil. 1868); ''Kebbel'' ,Erderhöhung, Hügel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kuppeln''' ● ,rollen, sich wälzen‘, wird von größeren sich abwärts bewegenden Massen gesagt (Vil. 1868); ''kubbeln'' ,kollern, wälzen, rollen (auch von Tränen)‘, Kassel (Gr. 1894); ''kübbeln'' intr. ,rollen, sich wälzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kuppeln''' ●  ''kubbeln'' ,unerlaubte Vereinbarungen treffen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kupper''' m. ● ,Hühnerart ohne Schwanz‘, Umgegend von Fritzlar (Vil. 1868). ● Vgl. ''Kullarsch'' und ''Kullmutz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuren''' Plur. ● ''Küren'' ,Narrenpossen‘, mittlere Werra (Vil. 1868); ''Kuren'' (nur an der Werra mit ''ü'') ,Neigungen, Wunderlichkeiten; Schliche, Kniffe‘, recht üblich, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kurzab''' ● ''korzop'' ,barsch, kurz angebunden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuschemucken''' ● ''Kuschemúggen'' Plur. ,Heimlichtuerei‘, Kassel (Gr. 1894), ,Betrügereien, betrügerisches Spiel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutte''' f. ● ,wollenes, öfters schwarzes Tuch, das sich Frauen und Mädchen im Winter gegen Kälte um den Kopf binden‘, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutteln''' ● ''kutteln'' trans. und intrans. ,rollen, rollend fallen‘ (Pfs. 1886); ''kuddeln'' trans. u. intrans. ,wackelnd, ungleichmäßig rollen, kullern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutz''' m. ● ,das zu einem Knäuel zusammengewickelte Haupthaar der Frauen‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Kutz'' ,Haarknoten auf dem Kopf oder am Hinterkopf von Frauen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kütz'' ,das zu einem Knäuel zusammengelegte Haar der Frauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutz, Kutzen''' m. ● ,Menge, Haufen, zumal willkürlich zusammengetragener und unordentlich durcheinanderliegender Dinge‘ (Vil. 1868); ''Kotzen'' ,Menge, Haufen durcheinander liegender Dinge, wirre Masse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutz''' m. ● ''Kotz'' ,Husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzbeutel''' ● ''Kotzbiddel'' ,einer, der dauernd hustet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutze''' f. ● ,Erbrochenes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzel''' f. ● ,verwirrte (verknotete) Stelle in Haar, Garn, Faden; Zusammengeballtes‘, Kasel 19., 20. Jh.; ,wirrer Haarknäuel der Weiber; Person mit unordentlichem Schopf‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Kotzel'' ,Haufen durcheinander geschlungener Fäden, Haare oder dgl.‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzelanke''' f. ● ,verwirrtes Kopfhaar‘, übertragen: ,Person mit ungepflegtem, verkutzeltem Haar‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzelkopf''' ● ,ein Kopf mit ungekämmten Haaren‘ (Vil. 1868); ''Kutzelkopp'' ,verwirrtes Kopfhaar‘, übertragen: ,Person mit ungepflegtem, verkutzeltem Haar‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kotzelkopp'' ,Kopf mit wirrem Haar; dickköpfiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzeln''' ● ,verwirren, durcheinander bringen (Haare, Fäden un dgl.)‘, Kassel 20. Jh.; ''kotzeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzen''' ● ''kotzen'' ,sich übergeben; die Kehle durch Auswurf reinigen (räuspern); (heftig) husten‘ (Vil 1868); ''kutzen'' ,kotzen, sich erbrechen‘, Kassel (Gr. 1894), ''kotzen'' ,husten‘, ''sech kotzen'' ,sich erbrechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzerig''' ● ''kutzerich'' ,vor dem Erbrechen stehend‘ bzw. entsprechendes Gefühl bezeichnend, Kassel (Gr. 1894). ● ''Es wird mä ganz kutzerich.'' ,Es wird mir übel‘, oft auch ironisch gebraucht, um die Worte eines anderen als widerlich zu bezeichnen, also: heftige Ablehnung anzeigend. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzern''' ● ''kutzern'' ,zum Erbrechen reizen‘, Kassel (Gr. 1894), ''kotzern'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).  ● Nur in unpersönl. Redewendungen: ''es kutzert einen'' (Gr.), ''es kotzert mech'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kuzen''' ● Siehe „kauzen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''L.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Laatsch''' m. ● Latsch ,nachlässig gehender Kerl; dünnflüssiger Straßenkot‘ (Pfs. 1886); ,nachlässige Gangart‘, Kassel 20. Jh.; ''Laadsch'' ,nachlässig gehender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laatsche''' f., '''Laatschen''' m. ● ,aus Lappen zusammengenähter oder aus zerschnittenen Salbenden geflochtener Schuh‘, sehr üblich, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Latsche'' f. ,Schuh aus Salbenden, worin man latschig geht; schlunziges Frauenzimmer‘ (Pfs. 1886); ''Laatschen'' m. ,schiefer, ausgetretener Schuh‘, auch scherzhaft oder verächtlich für ,Schuh‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ''Laadschen'' (nur Plur.), ,schiefe, ausgetretene Schuhe‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Letschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laatschen''' ● ,wackelnd und schleppend gehen‘ (Vil. 1868); ,langsam, nachlässig, schleppend gehen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''laadschen'' ,sich nachlässig, schleppend fortbewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laatschen''' ● ,eine Ohrfeige verpassen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''laadschen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ich laadsch dä eine'' (''eenge'') ,ich gebe dir eine Ohrfeige‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laatschhühnchen''' ● ''Laatschhiehnchen'' ,Hühnchen mit Bauschfüßchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laatschmichel''' ● ,(meist langer) phlegmatischer Bursche‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laban''' m. ●  ''langer Lawan'' ,langer Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''labet''' ●  ''lawéht'' ,müde, abgespannt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Labberhannes''' ● ''Lawwerhannes'' ,einer, der gehaltloses Zeug redet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''labberig''' ● ''lawwerich'' ,gehaltlos (von der Rede)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''labbern''' ● ''lawwern'' ,gehaltlos reden, schwatzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Labbes''' m. ● ''Lawwes'' ,plumper Kerl‘, auch durchaus wohlwollend, bei Kindern im Sinn von gesund, kräftig gemeint, in der Kasseler Gegend recht üblich (Pfs. 1886); ''Lawwes'' ,großer Kerl‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lach''' m. ● ,kurzes Auflachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Läche dun'' Pl. ,Läche tun, in Gelächter ausbrechen‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lächerig''' ● ''lächerech'' ,zum Lachen reizend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lächern''' ● ,zum Lachen reizen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es lächert mech.'' ,Es macht mich lachen‘. (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lack''' m. ● ''en Kärle wie Lack'' ,ein tüchtiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lacks''' m. ● ,fauler Mensch‘ (Vil. 1868); ,großes Exemplar von Tier oder Mensch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Laggs'' ,großer starker Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. dürfte sich geirrt haben; er bezieht sich wohl auf den ''Faullacks'' (s.d.), Kassel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lacksen''' ●  ''sich lacksen'' ,sich lümmeln, flegeln, grob betragen‘, weitverbreitet (Pfs. 1886); ''sich lachsen'' ,sich lümmeln, bequem hinsetzen‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), 20. Jh.; ''sech laggsen'' ,sich räkeln, sich flegelhaft benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ladderei''' ● ,Herumtreiberei‘, Kassel 19. Jh. (Gr. 1894), auch: ,oberflächliches Arbeiten, Pfuscherei‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ladderhans''' ● ,ein träger Mensch, Müßiggänger‘ (Vil 1868); ''Ladderhannes'' ,Herumtreiber, Tagedieb‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Ladderhans'' ,leichtsinniger Mensch, Müßiggänger‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ladderig''' ● ''ladderich'' ,unordentlich‘, Kassel 20. Jh.; ''ladderech'' ,leichtsinnig, unordentlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laddern''' ● ,die Zeit müßig hinbringen, vertändeln‘ (Vil. 1868); ,sich müßig hermtreiben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laddersack''' ● wie ''Ladderhans'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lade''' f. ● ,Kleiderkiste der Landbewohner in Althessen‘ (Vil. 1868); ''Ladhe'', ,Kleiderkiste, wie von Vil. angegeben, außerdem ,Sarg‘ (hierfür auch ''Dodenladhe'' in Gebrauch), Balhorn (Sl. 1901); ''Lore'' ,große, schwere Truhe mit Eisenbeschlägen zur Aufbewahrung der Kleidung und namentlich des Leinenvorrats; Sarg‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Größer als die Lade ist in Niederhessen die ''Kiste'', diese ist schwerer und größer, hat Eisenbeschläge. In der Schwalm verhält es sich umgekehrt. (Vil.) ● Siehe ''Totenlade''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laffen''' ● ,mit herausgestreckter Zunge lecken, schlürfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''laffen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laib''' m. ● ''Laib (Brot)'' ,Brotlaib‘, Kassel 19., 20. Jh.; ''Leep'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laibchen''' ● ''Laibchen'', Pl. ''Laiwerchen'', kleine Teigwaren, Brötchen; dazu gehören im 19. Jh. Milchbrötchen, Franzbrötchen, Pariser; Kassel (Gr. 1894), auch Apfellaibchen (s.d.); ''Leebchen'' ,Laibchen, kleiner, runder Kuchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. hat merkwürdigerweise trotz pluralischem ''Leiwerchen'' als Singular ''Libb'', so auch als eigenes Stichwort. ''Libb'' heißt ,Leib‘ und ist von ''Laib'' getrennt zu halten, vgl. Niederellenbach ''Liep'' und ''Leep'' (Hm.) sowie mhd. ''lîp'' ,Leib‘ und ''leip'' ,Laib, geformtes Brot‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lakwerge''' ● ''Lakwerche'' ,Latwerge‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lakrezius''' ● ''Lakrezijus'' ,Lakritz‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lallepatsch''' m. ● ,Tölpel‘, übliches Schimpfwort in den Mittelständen (Vil. 1868);  ''Lallebatsch'' ,großer Tölpel; einer, der schwerfällig geht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lallepatschig''' ● ''lallebatschig'' ,sich benehmend wie ein Lallebatsch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lamberie''' f. ● ,Abschlußbretter unten an den Zimmerwänden, untere Täfelung‘, Kassel 20. Jh.; ,Täfelung der Zimmerwände‘, Oberellenbach (Hm. 1926), Kirchberg 2014 (W.G.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Landviole''' ● ''Landfijohle'' ,Frau, deren Aufmachung die Provinzstädterin verrät‘, Kassel (Gr. 1894), ,Frau vom Lande, der Aufmachung nach‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Längede''' f. ● ''Lengde'' ,Länge‘, in Hessen sehr üblich (Vil. 1868); ''Längede'', dasselbe, Kassel (Gr. 1894); ''Längde'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''lengede''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''langen''' ● ,holen, reichen, darreichen‘ (Vil. 1868); ,herreichen‘, Kassel 20. Jh.; ,holen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die „gemeinhochdeutsche Ausdrücke“ ''holen'', ''reichen'', ''darreichen'' „waren bis um das Jahr 1820 im östlichen und inneren Hessen so gut wie gar nicht bekannt und dem Volke meist schlechthin unverständlich“. (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lapparsch''' ● ,läppischer, schlaffer Kerl, erbärmlicher Kerl‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Labboorsch'' ,erbärmlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läppchen''' ● ''Das es us dem Läbbchen ins Diechelchen''. ,Das ist einerlei‘, Kassel Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lappen''' ● , flicken, ausbessern‘, jetzt fast nur noch von Kleidungsstücken, früher auch von Geräten und Bauwerken (Vil. 1868); ''labben'' ,zerrissen sein, in Fetzen herabhängen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läppisch''' ● ''läbbsch'' ,schlaff, schwach, unbedeutend; fade, abgestanden (z.B. Bier)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ''läbbsch'' ,von fadem Geschmack, saftlos, schlapp, schlaff (von Personen und Gegenständen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Larches''' m. ● ,großer Kerl‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lärmen''' m. ● ,Lärm‘, üblich, ganz Hessen (Pfs.2, 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lärmetieren''' ● ''lärmedieren'' ,Lärm machen, lamentieren‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kontamination von ''Lärm'' und ''lamentieren'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lasche''' f. ● ,Prügel‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laschen''' tr. ●,durchprügeln‘ (Vil. 1868); ,schlagen, peitschen, durchprügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,verhauen, durchprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laschig''' ● ''laschech'' ,unordentlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lassen''' ● wie hd. ''lassen'', außerdem ,gut stehen‘, Niederhessen, auch nd. Niederhessen (Pfs.1, 1889), Kassel 20. Jh. ● ''Ähre Farwe läßt. Daaß leßt uch ockert nit.'' ,Dss steht euch nicht gut.‘ (Pfs.1) ''Das läßt dä nitt.'' ,Das steht dir nicht (gut).‘ Kassel 20. Jh. ● Vil. (1868) führt ähnlichen Gebrauch nur für das nd. Niederhessen auf: ''laten'' ,sich geziemen, scheinen, das Ansehen haben‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lattich''' m. ● ''Laddch'' ,Kopfsalat‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Laddich machen'' ,Spaß, Vergnügen machen‘, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● Gr. hat ''Lattich'' wohl nicht als Dialektwort aufgefaßt, insofern auch nicht verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lattichvogel''' ● ''Laddichvochel'' (''o'' kurz) ,Schmetterling; Person im sehr sommerlichem Anzug‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Sommervogel''. ● Pfs.1 (1889) nennt die Redewendung ''Mer spießen se uff alse de Laddichvöchel!'', die er aus seiner Kindheit in Kassel kennt, stellt aber ausdrücklich fest, daß ihm die Bedeutung von ''Lattichvogel'' unbekannt sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läube''' f. ● ''Läube'', ''Leibe'' […] ,der obere Teil des Hauses, oberes Stockwerk, Bodenraum‘, in älterer Zeit vorzugsweise die zur Aufbewahrung des Getreides bestimmten oberen Räume des Gebäudes, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Lewe'', Bezeichnung der Zimmer im zweiten Stockwerk eines Bauernhauses‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Man unterscheidet namentlich die Schlachte- oder Wursteläube, die zur Augbewahrung der Schlachtvorräte dient, und die Früchteläube, in der das gedroschene Getreide untergebracht wird. (Hm.) ● ''Läube'' gehört zu ''Laube''; siehe auch ''Borläube''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läubede''' f. ● ''Läubede'', ''Läuwede'', ''Laiwede'', Nebenform von ''Läube'', Niederhessen, davon lautl. Variante ''Laimede'' bei Netra im Ringgau (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lauern''' ● ''luren'' ,lauern, warten‘, Kassel (Gr. 1894); ,warten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laufer''' ● ,Läufer‘, in: ''Forstlaufer'' ,(Unter-)Förster‘, Kirchberg 19. Jh. (W.G.), ''Kammbankslaufer'' ,Lohnläufer‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Kannbanksläufer''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läuferchen''' ● ''Leiferchen'' ,kleines Kind, das schon einigermaßen gehen kann‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läuferisch''' ● ''liffersch'' ,was gut und schnell vonstatten geht‘, Niederhessen, äußerst üblich (Vil. 1868); ''liffersch'' ,schnell vonstatten gehen, leicht zu bewältigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läufig''' ● ''leefech'' ,geläufig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lauseding''' ● ''Lüsedänk'' ,vorwitziges Mädchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lausehuttich''' m. ● mit Verweis auf ''Hottich'' erwähnt bei Vil. (1868); ''Lusehuddich'', Bedeutung wie ''Lausejunge'', Kassel 20. Jh.; ''Liesehodch'' ,mit Läusen behafteter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lausejunge''' ● ''Lusejunge'' ,unnützer Bube‘, Scheltwort (Vil. 1868); ,Junge, der Unfug treibt, Ärgernis gibt‘, Kassel 20. Jh.; ''Lüsejönge'' ,vorwitziger Junge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lausert''' m. ● ''Lusert'' ,Lümmel‘, Kassel 20. Jh.; ''Lüsert'' ,vorwitziger Junge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läuten''' ● ''lieden'', Kassel 19. 20. Jh. (Gr. 1894); ''lieren'', Oberellenbach (Hm. 1926). ●  Stammformen: ''lieden – lidd – gelidden'', Kassel (Gr., fehlerhaft); ''lieren – lüdde – lüdden'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lech''' ● ,ausgetrocknet‘, von hölzernen Gefäßen gesagt (Vil. 1868); ,leck‘, Kassel (Gr. 1894); ''läch'' ,leck, ausgetrocknet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lechen''' ● ''lechen'', gewöhnlich ''auslechen'', auch ''verlechen'', ,durchtröpfeln‘, gesagt von hölzernen Gefäßen, deren Dauben eingetrocknet sind, die also für Flüssigkeiten durchlässig geworden sind (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leckebrett''' ● ,Zunge‘, schmähend, besonders kleinen Kindern gegenüber, Niederhessen (Vil. 1868); ''Leggebrett'' ,Zunge‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lecken''' ● ''leggen'' ,lecken, nippen, naschen‘; ,in niederträchtiger Weise schmeicheln‘, Kassel (Gr. 1894); ''läggen'' ,naschen, nippen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lecken''' ● ,besprengen, begießen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''leggen'' ,Wasser vor dem Kehren auf dem Boden aussprengen‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Das Tuch lecken'' ,die zum Bleichen ausgespannte Leinwand begießen‘, ''die Wäsche einlecken'' ,die getrocknete Wäsche leicht besprengen und hiermit zum Bügeln vorbereiten‘ (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leckermaul''' ● ''Leggermull'' ,jem., der gern nascht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leckwerk''' ● ''Läggwark'' ,süße Speisen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ledig''' ● ''leddich'' ,unverheiratet‘, Kassel  (Gr. 1894); ''lärrech'' ,leer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''leddich un lose'' ,unverheiratet‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lege''' ● ,niedrig, kärglich, mager, jämmerlich‘, nd. sprechendes Niederhessen und Gegend um Maden (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lehne''' f. ● ,Abhang, Bergabhang‘, allgemein im Gebrauch (Vil. 1868). ● Siehe nachfolgendes ''lehne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lehne''' Adv. ● ,mäßig abhängig, gelinde abschüssig‘, allgemein im Gebrauch (Vil. 1868); ''lähne'' ,sanft ansteigend‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''lehneruff'' ,mit sanfter Steigung aufwärts‘, Kassel (Gr. 1894); ''lähne nof'' ,bergauf, ein wenig ansteigend‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lehnen''' ● ,leihen, verleihen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); dasselbe, Kassel (Gr. 1894). ● ''leihen'' ist völlig unbekannt (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leibchen''' n. ● ,ärmelloses Bekleidungstück für den weiblichen Oberkörper‘ (Vil. 1868); ''Libbchen'' ,Schnürbrust ohne Steifung‘, Kassel (Gr. 1894); ,Mieder (für die Frau), Weste (für den Mann)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leibchenskeipe''' f. ● ''Libbchenskibbe'' ,Westentasche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leich''' n. ● ,die auf die Spielbahn einzeln aufgesetzte Tonkugel‘, auf die im Frühlingsspiel der Knaben mit Tonkugeln geschossen (geknipst) wird, fast ausschließlich östl. Hessen, wo das Spiel zu Hause ist (Vil. 1868). ● Vgl. ahd. ''leih'' ,Spiel, Melodie, Gesang‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leichdorn''' ● ,Hühnerauge‘, in Hessen ausschließlich geltende Bezeichnung (Vil. 1868); ''Lichdorn'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Eigentliche Bedeutung ist ,Körperdorn‘, vgl. ahd. ''līh'' ,Körper, Leib, Leichnam‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leiche''' ● ''Liche'' (i kurz) ,Begräbnis, Trauerzug‘, seltener: ,Leiche‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,Beerdigung, Leichenbegängnis‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''uff ’ne Liche gehn'' ,an einer Beerdigung teilnehmen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leichenleute''' ● ''Lichenliere'' ,Teilnehmer an einem Begräbnis‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leichmahl''' ● ''Lichmohl'' ,Trauermahl nach dem Begräbnis‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leidmut''' ● ''Leidmut'' f. ,Wehmut‘, volkstümlich, Hessen‘ (Pfs. 1886); ''Leedmut'' m. ,Wehmut, Trauer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''leidmütig''' ● ,wehmütig‘, in der Kasseler Gegend ''lairemürich'' ausgesprochen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leier''' ● ''Liere'', Kassel (Gr. 1894) ● ''emmer de ahle Liere'' ,immer das alte Einerlei‘ (Gr).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leimen''' m. ● ''Leimen'' ,Lehm‘, Kassel (Gr. 1894); ''Lemen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Leimen un Stroh'' ,Kartoffelbrei und Sauerkraut‘, ebd. 19., 20.Jh. (Gr. 1894), übertragen von der Lehm-Stroh-Füllung, mit der die Gefache der Fachwerkhäuser ausgekleidet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leimenkaute''' f. ● ''Lemenküdde'' ,Lehmgrube‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leimrute''' ● ''uff der Limmrude gefangen'' ,durch List überführt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leinwat''' ● n., ,Leintuch‘, selten, in den größten Teilen von Hessen unüblich (Vil. 1864); ''Linnwoot'' f. ,Leinwand‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''lînwât''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leist''' m. ●  ''Leest'' ,Spur, Striemen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lenze''' f. ● ,Lenz, Frühling‘, Balhorn (Pfs. 1886). ● ''In der Lenze'' ,im Frühling‘, besonders in der Zeit der Aussaat, Balhorn (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''leppen''' ● ,nur ganz wenig besprengen, vorsichtig bespritzen‘ (Vil. 1868). ● Vil. faßt ''leppen'' „als eine Art Deminutiv“ zu ''lecken'' auf (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lepperkind''' ● ''Läbberkend'' ,aufgeleppertes Kind‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''leppern''' ● ,in einzelnen kleinen Schlucken trinken‘, allgemein üblich; ''aufleppern'' ,ein Neugeborenes (Mensch oder Tier) durch Einflößen von Milch ohne Mutterbrust aufziehen‘, auch: ,mit Mühe großziehen‘ (Vil. 1868); ''läbbern'' ,ein Kind ohne Muttermilch aufbringen; oft und in kleinen Portionen trinken‘, Kassel (Gr. 1894), ''sich läbbern'' ,sich allmählich ansammeln, vermehren‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ''läbbern'' ,von einer Speise oder einem Getränk nur wenig und in kurzen Zügen genießen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es läbbert sich (zesammen)'' ,aus wenig wird allmählich viel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lerche''' ● neben dem Vogelnamen auch ,liederliches Frauenzimmer‘, allgemein verbreitet (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lerchelchen''' ● ,kleine Lerche‘, Zungenprobe der Nüchternheit: Wer ''Lerchelchen'' nicht mehr sprechen kann, hat zuviel getrunken, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lerchen''' Pl. ● ,die ersten Kinderschuhe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lerchen''' ● ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lernisch''' ● ''lärnsch'' ,gelehrig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Letschen''' m. ● 1) ''Ledschen'' ,Stiefel (Schuhe), die durch Abschneiden des Schaftteils und Anschrägung des Oberleders zu Pantoffeln gemacht worden sind‘, Kassel (Gr. 1894); ''Letschen'' ,Schlappschuh‘, Balhorn (Sl. 1901); ,weicher, ausgetretener Schuh; Pantoffel‘, abfällig für ,Schuh‘, Kassel 20. Jh.; ,Zunge‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr.). ● &lt;br /&gt;
''Kumm heim, din Mutter hat de uf‘m Letschen gepiffen.'' Balhorn; Sl. gibt die Bedeutung ,Zunge‘ nicht an, nimmt also ,Schlappschuh‘ an, sieht also darin humoristischen Gebrauch („scherzhaft“); ''uff dem Letschen piffen'' ,Zungenpfiff machen‘, ebd.,  19., 20. Jh. (u.a. Lüttebrandt 1917); ''en Letschen honn'' ,betrunken sein‘, ebd. (Lüttebrandt), offenbar im Sinne ,schwere Zunge haben‘. ''Einen im Letschen honn'' ,betrunken sein‘, ebd. 20. Jh.; ''en Lädschen machen'' ,ein trauriges Gesicht machen‘, ebd. (Lüttebrandt). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''letterbeinig''' ● ''letterbeenig'' ,eigensinnig, störrisch, ungehorsam‘, besonders für heranwachsene Knaben gebräuchlich, an der Schwalm (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''letzten''' ● ''letzden'' ,kürzlich, neulich, letzthin‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leuchte''' ● ''Lichde'' (''i'' kurz), Kassel (Gr. 1894), ''Liechde'', nur in vereinzelten Redewendungen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''in der Lichde stehn'' ,im Licht stehen, durch Vortreten verdunkeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''geh mo üs der Liechde'' ,geh mal aus dem Licht!‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leuchtefett''' ● ''Lichdefedd'' ,Lampen- und Brennöl‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lewes''' m. ● ,großer Hund‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''libern''' ● ''lübbern'' ,coagulare, gerinnen‘, Niederhessen, allgemein üblich (Pfs. 1886); ''lewwern'' ,gerinnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''liberen'' ,gerinnen‘. ● Siehe ''Lubermilch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Licht, Lichtchen''' ● ,Licht, Kerze‘, Kassel (Gr. 1894), auch: ,Schnutznase‘, ebd. 20. Jh. ● Redensarten, mit Genuswechsel: ''Du stehst mä in der Lichte'', ''geh mä us der Lichte'', Kassel 20. Jh.; siehe dazu ''Weg''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lichterbaum''' ●  „der bei uns häufigere Name für den ,weihnachtlichen Christbaum‘“ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lichterkirche''' ● ,Weihnachtsgottesdienst‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lichterzieher''' m. ● ''Lichderzier'' ,Kind, das den Schnutz offen zur Schau stellt; Schnutznase‘, Kassel (Gr. 1894). ● Der Lichterzieher ist eigentlich der Kerzenzieher, -macher; es handelt sich also um eine humoristische Übertragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lid''' n. ● ''Led'' ,Luke‘, belegt in ''Boddenled'' ,Bodenlid, Bodenluke‘, Kassel (Gr. 1894); ''Läht'' ,Holzverschlag, der eine Öffnung verschließt; Augenlid‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lied''' n. ● ,Glied‘, in Kassel und anderwärts gelegentlich gebräuchlich (Vil. 1868). ● Mhd. ''lit''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''liefern''' ● ''liwwern'' ,liefern, kaputtmachen‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), 20. Jh. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lieser''' Pl. ● meist ''Lieserchen'' ,kleine Pusteln auf der Haut, geringer Ausschlag, Niederhessen (Vil. 1868). ● „Ohne Zweifel der alte Name der Krätze bzw. der Krätzmilbe, im 16. Jh. als ''Lies'' und ''Lisse'' belegt; nach Aufkommen von ''Krätze'', ebenfalls 16. Jh., umgedeutet (Vil.). ● Sing. ''Liese'' steckt möglicherweise in ''Gänseliese'', Kassel, hier aber (Gr.) aufgefaßt als ,Gänseläuse‘ (s. d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Linktatsch''' m. ● ''Linkdatsch'' ,Linkshänder‘, verächtlich (Vil. 1868); dasselbe, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Ländadsch'' (sic) ,Linkshänder‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Tatsche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Livländer''' ● ''Lifflänger'' ,magerer und flinker Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''löchericht''' ● ''lächerecht'' ,voller Löcher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lock''' m. ● ,kleines Fuder‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Loh''' n. ● ''Loh'', Pl. ''Löcher'' ,Hain, kleines Gehölz, Buschwerk, welches einzeln mitten im angebauten Feld liegt‘, als Begriff nur noch selten gebraucht, als Name häufig (Vil. 1868); ,Wald, Gehölz‘, nur noch in zwei Flurbezeichnungen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mh. ''lô''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Löhnchen''' ● ''Lehnchen'' ,kleine Flamme‘, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● ''En Lehnchen in’n Owwen machen'' ,nur wenig Feuer machen‘ (Lüttebrandt) ● Verwandt mit ''Lohe'' ,flammender Brand‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lose''' ● ,locker‘, auch: ,zu wenig gesalzen‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe auch ''ledig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Löwer''' ● ,Lohgerber‘, noch jetzt in mehreren Städten üblich, z.B. in Treysa und Frankenberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lubermilch''' ● ,geronnene, saure (dicke) Milch‘, hin und wieder vorkommend, z.B. auf dem Habichtswald (Vil. 1868). ● Siehe ''libern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Luche''' f. ● ''Lüche'' ,Öffnung in der Scheunendecke, durch die am Luchenseil etwas nach oben befördert werden kann‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Luche'' ist die hd. Entsprechung zu nd. ''Luke'.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lügenfittich''' m. ● ''Liejenfidch'' ,zum Lügen neigender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lügenjohannes''' ● ''Liechengehannes'' ,Lügner‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lügenmajor''' ● ''Liechenmajor'' ,großer Lügner‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lullen, lüllen''' ● ,weinen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lumbe''' f. ● ,Lende, Weiche‘ ● ''Einen in die Lumben hauen'' ,gehörig abprügeln‘, ganz allgemein üblich (Vil. 1868); ''in de Lumben dreden'' ,grob abweisen‘, Kassel (Gr. 1894), ''in de Lumben haun'' ,jem. tätlich angehen‘, ebd. 20. Jh.; wird in Kassel nicht mehr verstanden, sondern auf ''Lumpen'' im Sinne von ''Klamotten'' bezogen; bereits Gr. überträgt ''Lumben'' als ,Lumpen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lumm''' ● ,schlaff, locker, lose‘ (Vil. 1864); ''lomm'' ,locker, lose‘ (z. B. Kuchenteig, Ackerboden), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lumpen''' Pl. ● ''Lumben un Fleh'' ,Lumpen und Flöhe‘, Gericht: Weißkraut mit Kümmel, Kassel 20. Jh. (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lumpensämmler''' ● ,Lumpensammler‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lümper''' ● ''Limberd'' ,Lump‘, Kassel (Lüttebrandt 1917), ,Taugenichts‘, ebd. 20. Jh.; ''Lember'' ,Lumpensammler, zerlumpter Mensch, armer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Limber'' ,Lumpensammler‘, Großenritte 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunke''' ● ''lunke-lunke machen'' ,hinlegen und schlafen‘, Kindersprache, Kassel (Gr. 1894); ''lunke-lunke-lunke!'' ,Leg dich hin, schlaf jetzt!‘, Aufforderung an kleine Kinder, ein Schläfchen zu machen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lunkebettchen''' ● ,Bettchen‘, an kleine Kinder gerichtet, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunken''' ● ''sich lunken'' ,sich zur Ruhe niederlegen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lunzekatze''' f. ● Bezeichnung für jedes schwache, dünne Gewebe, auch Interjektion in abwertendem Sinn, Kassel (Gr. 1894); ''Lönzekatze'' ,wertloses Zeug‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunze''' ● ''lonze-lonz machen'' ,schlummern‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunzen''' ● ,leicht schlummern, halbschlummernd sich im Bett halten, sich behaglich zum Schlummern niederlegen‘ (Vil. 1868); ,schlummern‘, Kassel (Gr. 1894), ''lonzen'', dasselbe, ''sech lonzen'' ,sich schlafen legen‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lurch''' ● ''Lurch'', ''Lorch'' m. und n. ,ein Trunk („Suff“)‘, im Fuldischen üblich (Vil. 1868); ''Lorch'' m. ,Saft von gekeltertem Obst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lusch''' n. ● ,wirres Stroh; im Feld wachsende wilde Halme‘, untere Eder (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lusche''' f. ● ,Kohl, der kein Haupt geschoben hat, sondern in lange Blätter geschossen ist‘, Balhorn (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''luschig''' ● Adj. zu ''Lusch'' (Pfs. 1886); ''lüschech'' ,wirr (vom Stroh), locker, ungefüllt (von Krautköpfen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lüttich''' ● ''lüttig'', ''lüttich'' ,leichtfertig, eilfertig, oberflächlich (von Menschen und deren Verrichtung)‘, in ganz Niederhessen üblich (Vil. 1868); ''lüttich'', ''lütche'', auch im Hinblick auf zu leichte, dünne Kleidung bei rauher Jahreszeit gesagt (Pfs. 1886); ''leddech'' ,schwach, leicht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lutterbaß''' m. ● ''Lodderbaß'' ,unordentlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lutterig''' ● ''lotterig'', ''lodderig'', ''loddericht'' ,zottig, zerlumpt, nachlässig in der Kleidung‘, in Althessen allgemein (Vil. 1868); ''ludderich'' ,lotterig, unordentlich, wackelig, schwankend‘, Kassel (Gr. 1894), ,verlottert, unordentlich‘, ebd. 20. Jh.; ''lodderech'' ,zerlumpt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch I – L'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_W_%E2%80%93_Z</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z</title>
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				<updated>2015-01-23T07:46:03Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch W – Z'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''W.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wabbelig''' ● ''wawwelich'' ,weich(lich)‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''wappelig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wabbeljohannes''' ● ''Wawwelgehannes'' ,weichlicher, weibischer Mann‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wabern''' ● ,sich schnell, aber schwankend hin und her bewegen‘, allgemein üblich (außer teilweise im Fuldischen‘) (Vil. 1868); ''wawern'' ,wanken, schwanken, sich hin und her bewegen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Bewaberung''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wacke''' f. ● ,Basalt‘, in Hessen die einzige Bezeichnung für diese Gesteinsart (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wacke''' m. ● siehe ''Wacken''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wackel''' f. ● ,kleine Spielkugel‘, Kassel (Pfs. 1886); ''Waggel'' ,Murmel, kleine Spielkugel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ●  ''Wackel'' war Mitte des 20. Jh. die allgemeine  Bezeichnung für Murmeln beim ''Wackelnspählen''. Es gab daneben, vor allem früher, auch andere Bezeichnungen, und zwar für bestimmte Murmelarten, je nach Material, Farbe, Größe und Verrechnungswert. Eine dataillierte „Wackologie“ findet sich bei Grassow unter ''Schosse''. ● Siehe ''Schosse'', ''knipsen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wackelstein''' ● ,Wacke, Basaltstein, Pflasterstein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wacken''' m. ● ''Wacke'' m., im östl. Hessen meist ''Wacken'' gesprochen, ,aus gebranntem Ton oder Marmor verfertigte Spielkugel der Kinder‘ (Vil. 1868); ''Waggen'', Ausdruck des Klickerspiels (Spiel mit kleinen Tonkugeln), ist Zuruf beim Spiel, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wackenstein''' ● ''Waggensteeng'' ,Wacke‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Waderung''' f. ● ,Bewegung‘, nur in der Verbindung ''in der Woderinge'' (''o'' offen) ,in Bewegung‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vermutlich *''Wadelunge'' &amp;gt; ''Waderunge''; das hieße, wäre zu stellen zu mhd. ''wadelen'', ''wedelen'', ,schweifen, schwanken, flattern, fließen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wagengeißel''' f. ● ''Weengsgöschel'' ,Wagendeichsel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wagenzeere''' f. ● ''Weengzähre'' ,Teer zum Schmieren des Wagens‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Zeer''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wähle''' f. ● ,Wahl, Auswahl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wahrhampel!''' ● ''wahrhambel! wahrhamblex!'' ,wahrhaftig!‘, Beteuerung, Kassel (Gr. 1894); ''warrhambel!'' ,wahrhaftig!‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wahrhanzig!''' ● ''warrhanzech!'' ,wahrhaftig!‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''walch''' ● ,lau‘, besonders in Bezug auf Wasser, Nieder- und Oberhessen (Vil. 1868); ,lau‘, übertragen auch: ,verschlagen, geknickt‘, Kassel (Gr. 1894); ''wolch'' ,lauwarm‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Walke''' f. ● ''Walge'' ,Prügel, Schläge‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''walken''' ● ''walgen'' ,durchprügeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wälzern''' ● ,wälzen, rollend fortbewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wambe''' f. ● ''Wampe'', selten ''Wambe'' gesprochen, ‚Bauch‘, meist in verächtlichem Sinne (Vil. 1868);  ''Wambe'' ,Bauch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), im 19. Jh. scheinbar oft im Plural gebraucht im Sinne von ,Wammen, Flanken‘ (Gr.). ● Vgl. mhd. ''wambe'', ''wampe'', ''wamme'' f. ,Bauch, Wanst‘, ahd. ''wamba'' f. ,Leib, Bauch, Schoß‘, ahd. ''wambo'' m. ,Bauch, Gebärmutter‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wambest''' m. ● ''Waambest'' ,dicker Leib beim Rindvieh (infolge Kolik)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Wambe'' + Suffix -''es'' &amp;gt; *''Wambes'' + schließender Dental (wie in ''als-t'', ''schon-t'', ''nur-t'', ''eben-d'' usw.). ● Siehe -''es''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wammen''' ● ,schwankend hin und her gehen‘, hier und da in Niederhessen (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wamsche''' f. ● nur im Plur. gebräuchlich ,Prügel, Hiebe‘, Kassel (Gr. 1894), nur im Sing., Kassel 20. Jh. ● Sicherlich sekundäre Bildung nach dem Verb ''wamschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wamschen''' ● ,Schläge geben‘ (Vil. 1868); ,prügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Jem. ''durchwamschen'' ,verprügeln‘ (Vil. 1868), Kassel 20. Jh. ● Ableitung von ''Wams'', also „einem das Wams ausklopfen“ (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wamschen''' ● ,viel und gierig essen‘ (Vil. 1868); (Essen) ''rinnwamschen'' ,gierig essen‘, Kassel 20. Jh.; ,viel und hastig essen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ableitung, wie Vil. zu Recht annimmt, von ''Wampe'' (''Wambe'') ,Bauch‘. Also wäre anzunehmen: ''wamschen'' &amp;lt; *''wambschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wanderding''' ● ''Wanderding'' (''Wanerding'') ,Gespenst‘, die übliche Bezeichnung (''Gespenst'' „ist dem Volke völlig fremd“) (Vil. 1868); ''Waanerdänk'' ,Gespenst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wandern''' ● „im Volksmund allenfalls vom Wandern der Wanderburschen üblich [Gesellenwanderung], sonst nur in der Redensart: ''es wandert'' (''wanert''), d.h. es gehen Gespenster um.“ (Vil 1868);  ''sech waanern'' ,spuken, umgehen von Gespenstern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es waanert sech.'' ,Es spukt.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wandlaus''' ● ,Wanze‘, ''Wandlaus'' bis in die 1820er Jahre auf dem Lande durchgängig allein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wank''' m. ● ,eine Wankbewegung als Einzelbewegung in einer Richtung‘, Kassel (Gr. 1894); ''im Wank'' ,im Vorbeigehen‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''En Wank krichen'', etwa: ,plötzlich nach einer Seite wanken.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wanne''' ● ,offenes, ziemlich flaches Faß (wie gemeinhd.)‘; ,kleiner flacher Korb‘, Nieder- und Oberhessen (Vil. 1868); ,runder, flacher Korb‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wannehr''' ● ,wann‘, Nebensatz-Konjunktion, „weit üblicher als das einfache ''wann''“ (Vil. 1868), Kassel 19. Jh. (Jonas?). ● Pfs. (1886) vermutet, daß ''wann eher'' nur für das nördliche und westliche Hessen gilt. ● Vgl. mnd. ''wannêr'' Adv. ,zu irgendeiner Zeit‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wanst''' m. ● ,Wanst‘, übertragen: ,Kind‘,eher abfällig, auch scherzhaft, sogar zärtlich, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,Bauch, Leib‘, in derber Rede; meist Plural: ,ungezogene Kinder‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wappeln''' ● ,zitteriges Bewegen, wie bei geronnenen Sachen, Gallerte z.B., aber auch von mackelichtem Fleisch‘ (Pfs. 1886), ''wabbeln'', Kassel 20. Jh. ● Siehe ''wabbeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wappelig''' ● Adj. zu ''wappeln'' (Pfs. 1886), ''wabbelich'', Kassel 20. Jh. ● Siehe ''wabbelich''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wappich''' ● ''Wappich'' f. ,feiste Frauenperson‘, Südhessen (Pfs. 1886); ''Wabbich'' m. ,dicke Person‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wapps''' ● auch: ''Wabbs-Babbs'' (= ''Stampes'') ,dicker Brei; dicke „schwulstige“ Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wärmede''' f. ● ,Wärme‘, übertragen auch: ,Schnaps‘ (scherzhaft), Kassel (Gr. 1894); ,Wärme‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wärmekächelchen''' ● ,niedriger Topf zum Aufwärmen der Speise‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''warum''' ● ''worimme'', oft ''brimme'', Kassel (Gr. 1894), ''worimme'', Kassel 20. Jh.; ''brem'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Entwicklung der Kasseler Form ''brimme'': ''worimme'' &amp;gt; *''wrimme'' &amp;gt; ''brimme''. Anders Oberellenbach: Hier ist wie auch in anderen südlichen Teilen des Niederhessischen (Schwalm) grundsätzlich das anlautende ''w'' von Fragewörtern zu ''b'' geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Warzel''' f. ● ''Wahrzel''  ,Warze‘, Kassel (Gr. 1894); ''Woorzel'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wäschen''' ● ,waschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''wöschen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wäschweib''' ● ''Wäschwibb'' ,Waschfrau‘, übertragen: ,jem., der gern ausplaudert‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wase''' f. ● ,Tante‘, Kassel (Gr. 1894); ,Vaters- und Muttersschwester‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Wose'' ,Tante‘, Anrede jeder älteren Frau, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ahd. ''wasa'' ,Tante väterlicherseits, Vatersschwester‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wasserharte''' ● ''de Stroße äs wasserhorde'' (nach starkem Regen, der den Schmutz weggespült hat), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wasserjost''' m. ● ''Wasserjoost'' ,Mensch, der sich stets laut und ungestüm gebärdet, Polterer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Jost'' ist früher in Niederhessen gebräuchlicher Vorname.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wasserwecke''' m. ● ''Wasserwegge'' (Sg. u. Pl.): Brötchenart, Kassel 20. Jh.; ''Wasserwägge'' ,mit Wasser gebackenes Brötchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).  ● Siehe ''Wecke''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''watchen''' ● ,unsicher gehen, sich mit sichtlicher Anstrengung fortbewegen, Oberhessen (Vil. 1868); ''wadchen'' ,watscheln, watschelnd gehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wätscheln''' ● ,watschelnd gehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Watsche''' f. ● ,Maulschelle, Ohrfeige‘, in den meisten Gegenden Hessens der gebräuchlichste Ausdruck (Vil. 1868); ''Wahdsche'' ,derbe Ohfeige‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Waule''' ● ,Murmel, Spielkugel‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Schosse''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Watz''' m. ● ,männliches zahmes Schwein, Eber‘, Mittelhessen (Vil. 1868); ''Watz'', ''Dickwatz'' ,dicke Person‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,Zuchteber‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. spezifiziert: ''Watz'' kommt vor in Fulda, der Werragegend, in Ziegenhain, Oberhessen, im Hanauischen; hingegen an der unteren Schwalm und Eder bis zur Diemel ''Ber'', an der Weser ''Kämpe''. ''Eber'' nirgends volksüblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wecke''' m. ● ''Weck'' […] „bedeutet nirgends in Hessen den eigentlichen Keil, sondern nur das ehedem (doppelt) keilförmige Gebäck“ (Vil. 1868); ''Wegge'', Sing. und Plur., ,Brötchen‘, Kassel 19., 20. Jh.; ''Wägge'', Sing. und Plur., ,Semmel, Brötchen, längliches Weißbrot zum Füllen von Gänsemagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Wecke'' ist bei Gr. 1894 nur indirekt durch ''Weckewerk'' belegt. ● Es gab in Kassel im 19. Jh. traditionell drei Brötchensorten: ''Wasserwecke'' (Seiltänzer), ''Laibchen'' ,Milchbrötchen‘ und ''Franzlaibchen'' ,Franzbrötchen‘ (als dem Franzbrötchen ähnlich wird 1894 auch ''Stitzchen'' erwähnt). Nach 1871 kamen ''Kaiserbrötchen'' hinzu. Der ''Wecke'' war ursprünglich ein längliches (keilförmiges) Brötchen; vgl. ahd. ''weggi'' ,Keil‘. Hingegen war das ''Laibchen'' rund bzw. abgerundet wie ein Brot: ''Laibchen'' = kleiner Laib (Brot). ● Siehe [[„Wecke“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weckewerk''' ● ,Wurstgehacktes mit Semmeln druntergeknetet‘, Kassel (Gr. 1894), mit weiteren Zutaten, wie etwa Zwiebeln und Kümmel, Kassel 20. Jh.; ''Wäggewärk'' ,Gemisch aus kleinen, beim Schlachten übrigbleibenden Teilen des Schweines mit Brötchen und Zwiebeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weckewurst''' ● ''Weckeworscht'', bei Gr. erwähnt, ohne Erklärung, nur Hinweis auf ''Weckewerk'', Kassel (Gr. 1894); ''Wäggworscht'' ,mit Weckewerk gefüllte Wurst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wecksoppe''' f. ● ''Wäggsobbe'' (''o'' offen) ,Fleischbrühe mit Brötchenstücken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weg''' m. ● wie hd.; fem. in bestimmten Redewendungen, in ganz Hessen üblich: ''auf der Wege sein'' ,auf dem Weg sein, im Begriff etwas zu tun‘, ''auf der Wege'' ,unterwegs‘, ''aus der Wege gehen'' ,ausweichen‘ (Vil.); ''Geh mä us der Wäje'', ''du stehst mä in der Wäje'', Kassel 20. Jh. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wegeschisser''' m. ● ''Wegscheißer'' ,Geschwür am Rande des Augenlids‘, östliches Hessen (Vil. 1868); ''Wäjeschesser'' ,Geschwür am Auge, Gerstenkorn‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Sonst auch ''Wern'', ''Wer'', ''Werner'' genannt, „dieses Geschwür gilt als Strafe dafür, daß man seine Notdurft am Wege verrichtet habe“ (Vil.). ● Siehe ''Werner''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weh''' n. ● ''Wieh'', nur in Kompositionen wie ''Büchwieh'' ,Bauchweh‘, ''Kobbwieh'' ,Kopfweh‘ u.a., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wehnen''' ● ''wähnen'' ,entwöhnen‘ (z.B Säugling, Kalb), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wehnig''' ● ''wähnech'' ,entwöhnt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wehtat''' ● ''Wiehdoot'' ,Schmerz, Leid‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''weicherlich''' ● ''weecherlech'' ,weich, kraftlos, saftlos (von Speisen); schwächlich, elend (von Personen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''weifen''' ● ''weefen'' ,haspeln (Garn)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ech weef dä eenge.'' ,Ich versetze dir eine Ohrfeige‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''weildeß''' ● ''wildeß'' ,unterdessen, indessen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weinkauf''' m. ● ''Wingköf'' ,Feier nach einem abgeschlossenen Handel, nach einer standesamtlichen Trauung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weintraubel''' f. ● ''Winndruwel'' ,Weintraube‘, Kassel (Gr. 1894); ''Wingdrüwel'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weise''' m. ● ''Wees'' ,Weizen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''weisen''' ● ,zeigen‘, das in ganz Hessen ausschließlich übliche Wort, hd. ''zeigen'' ist nirgends volksüblich (Vil. 1868); ''wiesen'' ,weisen‘, oft für ,zeigen‘, Kassel (Gr. 1894); ,zeigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weißbescheid''' ● ''ahler Weißbescheid'' ,superkluge Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weißpfennig''' ● ''Wißpennig'', alte Münzbezeichnung, Kassel (Gr. 1894). ● ''Wißpennige schwitzen'' ,große Tropfen schwitzen‘ (Gr.). ● „Weißpfennig, die mehrere Jahrhunderte lang ausschließlich gebräuchliche, mit dem 1. April 1835 gänzlich verschwundene kleine Baar- und Rechenmünze Hessens. Der niederhessische Weißpfennig, in großer Menge in Silber zuletzt unter Landgraf Friedrich II. geschlagen, betrug 12 Heller […], 32 Weißpfennige (Albus) gehörten zu einem Thaler (von 24 guten Groschen), 26 zu einem Kammergulden. […] Der niederhessische Bürger und Bauer rechnete im Kleinverkehr nur nach Weißpfennigen, und reducierte alle Groschenrechnungen auf Weißpfennige, bestimte auch Einkommen und Reichtum nach Weißpfennigen.“ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''welmen''' ● ''wälmen'' ,wölben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''welsch''' ● ''walsch'' ,fremdländisch, unverständlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''walscher Howwersack'' ,welscher Hafersack, unverständlich redender Mensch‘ (Hm.). ● Vgl. hd. ''welsch'' ,romanisch‘, hauptsächlich ,frazösisch‘, insbesondere aber ,italienisch‘; mhd. ''walhisch'', ''walsch'', ''welsch'' ,italienisch, französisch, romanisch‘, ahd. ''wal(a)hisk'' ,romanisch, lateinisch‘. Ableitung von german. *''Walhos'', Bezeichnung für die im Süden und Westen benachbarten Kelten, die abgeleitet ist von dem Namen des Keltenstammes der ''Volcae''. Später wurden mit westgerman. ''Walh'', ahd. ''Walah'' die romnisierte Nachkommen der Kelten bezeichnet, dann die Romanen allgemein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''welschen''' ● ,in unverständlicher Sprache reden, undeutlich und unverständlich sprechen‘, überall gebräuchlich (Vil. 1868)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''welscher Nuß''' m. (!) ● ''walscher Noß'' ,Walnuß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wendewisch''' m. ● ''Wängewösch'' ,lebhaftes Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Irr-wisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Werk''' ● 1) ,Grundbesitz, bäuerliches Besitztum, Haus und Hof, Acker und Wiesen nebst dem Viehbestand‘, sehr üblich; 2) Plur. ,Ungelegenheit, Weitläufigkeit, Ausflüchte, sehr üblich; 3) Plur. ,Menstruation‘, im östl. Hessen, nicht allzu häufig (Vil. 1868); ''Wärk'' ,Zeug, Stoff, Keidung; Gut, bäuerliches Besitztum, landwirtschaftliches Anwesen‘; meist Plur.: ,Werke, Umstände, Weitschweifigkeiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wermüte''' ● ''Wermiede'' ,Wermut; Wermutschnaps‘, Kassel (Gr. 1894); ''Wermede'' f. [!] (Betonung auf der ersten Silbe, diese hat kurzes geschlossenes ''e'', die folgenden zwei ''e'' sind „Murmel-e“), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Werner''' m. ● ''Wern'', auch ''Werner'' und ''Wer'' genannt, ,Blutgeschwür am Augenlid, sogenanntes Gerstenkorn‘, auch ''Wegscheißer'' genannt (Vil. 1868); ''Wärner'' ,Geschwür am Augenlid, Gerstenkorn‘, gewähltes Wort für das gewöhnliche ''Wegeschisser'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wesen''' n. ● ,Anzug‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Wäsen'' ,große Menge; Übertreibung, Aufheben, Aufbauschung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wibbeln''' ● ''wibbeln'', ''wiwweln'' ,wimmeln‘ (Vil. 1868); ''wewweln'' ,wimmeln‘, Kassel (Gr. 1894). ● Redewendung ''krewweln un wewweln'' ,kribbeln und wimmeln‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wibbelblau''' ● ''wiwwelblau'' (-''blo'') ,ganz blau‘, ganz Hessen (Vil. 1868). ● Neben ''wiwwelblo'' kommt auch ''wimmelblo'' vor. ''Einen wiwwelblo schlagen''. (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wichse''' f. ● ,Schläge‘ (Vil. 1868); ,Schuhwichse, Bartwichse; Prügel, Schläge‘, Kassel  19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''Wiggse'' ,Schuhwichse‘, Plural: ,Schläge, Prügel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Das es  eine  Wichse.'' ,Das ist einerlei, gehüpft wie gesprungen.‘ Kassel 19., 20. Jh. (Gr.). ''Es äs alles eenge Wigse'' (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wichsen''' ● ,Schläge geben, besonders Kindern gegenüber gebräuchlich‘ (Vil. 1868); ,mit Wichse bestreichen (Schuhe)‘, Kassel 20. Jh.; ''wiggsen'' ,mit Wichse bestreichen; schlagen, verhauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''verwichsen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wichtel''' m. und n. ● gewöhnlich ''Wichtelmännchen'', auch verderbt ''Wispelmännchen'' genannt (''Wichtelfrau'', ''Wichtelleute'') ,Elben, Berg- und Hauskobolde‘ (Vil. 1868). ● Siehe ''Wispelmännchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wickeln''' ● ''weggeln''[!] ,umwickeln, umwinden; durchhauen, verprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wickeln''' ● ''wiggeln''[!] ,bewirken, daß etwas wackelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wider''' ● Präp. mit Akk. und Dat., in den meisten Fällen gebräuchlich, wo man im Gemeinhd. ''an'', ''zu'' sagt (Vil. 1868); ''werre'' Präp. mit Akk., ,gegen; zu (nach sprechen und sagen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Beispiele (ohne Angabe, wo gebräuchlich) bei Vil.: mit Akk.: ''sich wider einen Gegenstand stoßen'', ''etwas wider die Wand stellen'', ''etwas wider jemanden sagen'' (Verbindung von ''sagen'' mit ''zu'' gänzlich unüblich); Dat. bei ''stehen'': ''der Rechen steht wider der Hecke''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''widerhalten''' ● ''werrehahlen'' ,für längere Zeit vorhalten, sättigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''widerkleiben''' ● ''werregleewen''; in der Redesart: ''Ech bän goor denne werrejegleewt''. ,Ich bin gar dünn widergekleibt, ich bin für Krankheitenleicht empfänglich.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Widerschein''' ● ''Werresching'' ,Leuchten in mehreren Farben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''widerscheinen''' ● ''werreschingen'' ,in mehreren Farben leuchten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''widerscheinig''' ● ''werreschingech'' ,in mehreren Farben leuchtend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''widerstoßen''' ● ''werrestoßen'' ,beim Sprechen mit der Zunge anstoßen, lispeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wiedehopch''' m. ● ,Wiedehopf‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.) ● ''Hä stinket wie’n Wiedehopch.'' ,Er stinkt übelst.‘ Kassel 20. Jh. ● Mundartl. ''pch'' ist keine verunglückte Wiedergabe von hochdt. ''pf''; siehe auch ''Kropch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wieke''' f. ● ''Wiege'', Plur. ''Wiegen'' ,kurze Fäden zerzupfter Leinwand, die in offene Wunden gelegt werden, um ein zu frühes Heilen zu vermeiden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wiekeln''' ● ''wiegeln'' ,langsame, wiegende Schaukelbewegungen machen‘, z.B. mit dem Stuhl bei Tische, Kassel (Gr. 1894). ● Vielleicht zerdehntes ''wickeln'' ,zum Wackeln bringen‘?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wilbert''' ● ,Wildbret‘, Kassel, scheinbar nur belegt in ''Wilbertschirne'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wilbertschirne''' f. ● ''Wilberdschirne'' ,Verkaufsstand für Wildbret‘, Kassel 1925 (Müller). ● Siehe ''Schirne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wildscheuer''' f. ● ''Wäldschiere'' ,Raum, in dem viele Gegenstände ungeordnet durcheinander liegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''willkomm!''' ● ''wellkom!'' (Betonung auf der ersten Silbe), Begrüßung eines eintretenden Gastes, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. Adj. ''willekome'', -''kume'', -''kom'', -''kum'' ,willkommen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wimber''' f. ● ''Wember'', ''Wimber'' ,schmale Dielen, Bretter oder Stangen an der Giebelseite der Häuser zum Abhalten der Windstöße, namentlich am Strohdach (Vil. 1868); ''Wember'' ,der über den Hausgiebel vorstehende Dachrand‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zugrunde liegt ahd. ''wintberga'' ,Windberge [vgl. nhd. ''bergen'' ,retten, schützen], Windschutz, Wimperg, Mauerzinne‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wimper''' f. ●  ''Wember'' ,Wimper, Augenbraue‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zugrunde liegt ahd. ''wintbrāwa'' ,Haarrand am Auge‘, vorwiegend ,Augenbraue‘, so noch bei mhd. ''wintbrâ(we)''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''windsch''' ● ''wängsch'' ,windschief, verlehrt, schief‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Winkel''' ● ,Kloake zwischen je zwei Häusern in manchen kleinen Städten‘, Kassel (Gr. 1894); ''Wenggel'' ,Platzneben dem Abort, der zur Unterbringung von allerlei Abfällen des Haushalts dient, die dann später als Wiesendünger dienen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''winterisch''' ● ''wändersch'' ,den Sonnestrahlen, der Wärme nicht zugänglich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Winterseite''' ● ''Wändersiede'' ,die der Sonne abgewandte Seite der Gemarkung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Winzchen''' ● ,Kätzchen‘, Kassel 20. Jh. ● ''Winzchen machen'' ,sich anbiedern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Herzog, Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Winz Winz!''' ● Lockruf für die Katze (Vil. 1868), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Winze''' f. ● ''Winze'' ,Katze‘, ganz Althessen (Vil. 1868); ''Winze'', Lockruf für Katze, Kassel (Gr. 1894); ,Katze‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Winzekatze''' ● ,Katze‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894). ● ''Hä es en Kerle wie ne Winzekatze''. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wippchen''' n. ● ,Flunkerei‘, Kassel 20. Jh.; ,Flausen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Mach keine Wibbchen!'' ,Flunker mir nichts vor!, Kassel; ''em en Wibbchen vormachen'' ,jem. etwas vorflunkern‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wispel''' f. ● ''Wesbel'' ,Wespe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wispelmännchen''' ● ,Wichtelmännchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wit''' f. ● ''Wäht'' ,Ordnung, Weise‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä äs ganz üs der Wäht.'' ,Er ist außer Rand und Band‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Witfrau''' ● ''Weddfrö'' ,Witwe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Witmann''' ● ''Weddmann'' ,Witwer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''witschen''' ● ,huschen‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe wutschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Witzbeutel''' ● ''Witzebiedel'' ,eingebildeter junger Mann‘ , Kassel (Gr. 1894). ● ''Witz'' hier nicht im Sinne von ,Scherz‘, sondern eher im Sinn von ,Verstand, Esprit‘ (ältere Bedeutung). Gemeint ist also nicht ,Witzbold‘, sondern jem., der sich auf seine geistige Beweglichkeit etwas einbildet‘. Siehe ''witzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''witzen''' ● ''sech witzen'' ,sich für wichtig halten, stolz sein‘, Verneinung ''sech nicks witzen'' ,sich nichts einbilden, bescheiden sein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wöllnechtig''' ● ''wellenächdech'' ,ähnlich wie Wolle‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wollust''' ● ,Übermut‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wollüstig''' ● ''wollistig'' ,übermütig‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wolmütig''' ● ''wolmüdich'' ,lüstern, wollüstig‘, hier und da in Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wuckelig''' ● ''wuckelich'' ,wackelig‘, Kassel (Gr. 1894); ''woggelech'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wuckeln''' ● ,wackeln‘, häufiger verwendet als ''wackeln'', besonders in Niederhessen, besonders wenn das Wort transitiv gebraucht wird (Vil. 1868); ,unruhig uf dem Stuhle sitzen, sich darauf hin und her wiegen‘, niederhess. (Pfs. 1886); ,rüttelnd etwas zum Wackeln bringen; auf Grund von Erschütterung wackeln; nahe am Bankrott stehen‘, Kassel (Gr. 1894); ''woggeln'' ,wackeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wuhlen''' ● ,wühlen; langandauernd verbissen arbeiten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wühlen''' ● ''wielen'' ,wühlen, unmäßig arbeiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wuhler''' ● ,einer, der langandauernd verbissen arbeitet; fast immer gemütlos‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wuhlersche''' f. ● weibliches Gegenstück zum Wuhler‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wulchern''' ● ''wulgern'' ,Welen schlagen (von kochendem, wallenden Wasser)‘, niederhess. (Pfs. 1886); 'wulchern'' ,dicht gedrängt einherziehen‘, oft vom Volksgewühl in den Straßen gebraucht, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wüllchen''' n. ● ''Willchen'' ,kleine Gans‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wulle Wulle!''' ● Lockruf für die Gänse, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wülle Wülle!''' ● ''Wille Wille!'', Lockruf für die kleinen Gänse, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wullegans''' ● ,Gans‘, kindersprachl., ,einfältige Frauensperson‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ,Gans; einfältiges Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wullwatz''' ● ,dicke Person; mit dichtem Pelz umgebener Hund usw.‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Wulle'' ,Wolle‘; siehe ''Watz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Würfchen''' ● ,kleiner Schnaps‘, verhüllend, verharmlosend, Niederhessen (Pfs.2, 1894); ''Wirfchen'' ,Branntweingläschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Drei Darreichungsformen des Brannweins: das kleinste Glas war das Würfchen, das nächstgrößere das halbe Kännchen (''Halkännchen''), auch Küheschelle (''Kieweschelle'') genannt; das größte ist das Kännchen, es wird in einem Fläschchen mit Beisetzgläschen (''Biesetzegläschen'') gereicht. (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wurfen''' ● ''worfen'' ,das ausgedroschene Getreide säubern, von der Spreu sondern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wurgen ● ''worgen'', ''wurgen'', „eigentlich mit ''ch''“ (Anm. von Gr.) ,würgen, mit Schwierigkeit schlingen; sich zum Essen und beim Essen zwingen‘, ,schlecht arbeiten, namentlich mit der Nähnadel‘, Kassel (Gr. 1894); ''wurjen'', ''wirjen'' ,beim Essen würgen, das Essen hineinzwingen‘, ,mit Mühe oder Unverstand an etwas herumarbeiten‘, Kassel 20. Jh.; ''worjen'' (''o'' geschlossen) ,würgen, mühsam schlingen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''würgen''' ● ''wärjen'' ,mühsam, auch hastig an etwas arbeiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Würgengel''' ● ''Werchengel'' ,Person (vor allem Kind), die durch Mangel an Schonung Spielsachen oder Kleidungsstücke ruiniert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wurstebrühe, Würstebrühe''' ● ''Wurschdebrieh'' ,Brühe in der der Metzger die Wurst gekocht hat, Kassel 20. Jh.; ''Werschdebrieh'' ,Brühe, in der die Wurst gekocht worden ist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wurstefritz''' ● ''Wurschdefritz'' ,jem., der nachlässig ist im Hinblick auf Gaderobe, Aussehen, Manieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Würsteläube''' ● ''Werschdeleewe'' , Raum zur Aufbewahrung der Wurstvorräte‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wurstel''' f. ● ''Wurschtel'' ,in Kleidern sich übel haltende und einen wüsten Haushalt führende Frauensperson‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wursteln''' ● ''wurschteln'' ,ungeschickt arbeiten, herumhantieren‘, Kassel 20. Jh.; ''worschdeln'' ,ungeschickt arbeiten, durcheinander bringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wursten''' ● ''wurschden'', siehe zusammenwursten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Würstewerk''' ● ''Werschdewärk'' ,kleingehacktes oder gemahlenens Fleisch, das zum Füllen der Därme benutzt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wurstig''' ● ''wurschdich'' ,nachlässig im Hinblick auf Gaderobe, Aussehen, Manieren‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wurstschale''' ● ''Wurschdeschale'', übertragen: ,schlechter, alter Mantel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Würstsoppe''' ● ''Werschdsobbe'' ,Schlachtfest‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Würze''' f. ● ''Wärze'' ,Gewürz‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Würzegarte''' m. ● ,der vorm Haus gelegene Gemüsegarten‘, in Niederhessen zuweilen vorkommend (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wurzeln''' ● ''gähle Worzeln'' ,Möhren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wuschelkopf''' ● ''Wuschelkopp'' ,zerwühltes oder ungepflegtes Haar; Person mit ungepflegtem Haar‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wuschelig''' ● ''wuschelich'' ,ungekämmt, struwwelig‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wuscheln''' ● ''wuscheln'', ''verwuscheln'' ,schnell oberflächlich über etwas hinwischen, dadurch etwas verwirren‘ (Pfs. 1886); ,in oder an etwas herumstreichen, damit Unordnung schaffend‘, Kassel 20. Jh. ● ''In den Haaren wuscheln'', ''das Bettzeug verwuscheln'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wusselig''' ● ''wusselech'' ,lebhaft, rege, emsig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wusseln''' ● ''wuseln'', ''wusseln'' ,sich eilig, aber halb kriechend, unsicher bewegen‘, am meisten von kleinen Kindern gebraucht, allgemein üblich (Vil. 1868); ,sich (gebückt) hastig bewegen‘, Kassel 20. Jh.; ,sich schnell bewegen, lebhaft kriechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wüste''' ● ''wiesde'' ,wild im Benehmen, in Unordnung‘, Kassel 20. Jh.; ,unbebaut; in Unordnung, durcheinander; wild, rauh, roh‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wutschen''' ● ,(unauffällig, unversehens) schlüpfen, schleichen‘; mit Richtungsangabe: ''ninnwutschen'', ''nuswutschen'', ''wegwutschen'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''witschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wutz''' f. ● ''Wuz'', ''Wutz'' ,Schwein‘, in schmeichelder, lockender Beziehung (''Wutzchen''), sehr gewöhnlich in Ziegenhain, Oberhessen und Fulda, nicht nördl. von der Eder, weniger gebräuchlich im südl. und östlichen Niederhessen (Vil. 1868); ''Wutz'', ''Wutzchen'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Z.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zackern''' ● ,zaudern‘, Sprengel Schützeberg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zackern''' ● bezeichnet das ,Laufen eines schlechten Pferdes in kurzem Trab‘, auch ,wackelndes schlechtes Reiten‘, nördl. Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zackergäulchen''' ● ,Pferd, das zackert‘, spöttisch (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zahnlade''' f. ● ''Zohnlore'' ,Kinnbacken, Kiefer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zahnraffe''' f. ● ''Zohnraffe'' ,unvollständige Zahnreihe; Mensch mit schlechtem Gebiß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zahnraffel''' f. ● Schimpfwort für alte Weiber, keine Angabe zur Verbreitung (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zammchen''' ● ,zitternde Bewegungen machen, mit Ungeduld auf etwas warten‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''zammen'' ,zucken, im Schmerz zusammenzucken‘, Haungrund (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zänkebock''' ● ,zänkischer, streitsüchtiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zänken''' ● ,zanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zarle''' f. ● ''Zorle'' ,weibliche Person, die in großer Breite unwichtige Dinge erzählt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zarlieren''' ● ''zorlieren'' ,unwichtige Dinge weitschweifig erzählen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zasseln''' Pl. ● ,die Fransen, die vom Zaum einer Zeugkante oder eines Kleidersaums abstehen‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''in Zasseln'' ,in zerlumptem Zustand‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zeckern''' ● ''zäggern'' ,sich mit kleinen Schritten sehr lebhaft fortbewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zehn, Zehne''' ● ,die Zehe‘, Plur. , die Zehen‘; ''der Zehn'', Plur. ''die Zehne'', Kassel (Gr. 1894); Plur. ''Zehnen'', Kassel 19. Jh. (Jonas); ''die Zehne'', Pl. ''die Zehnen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ahd. ''zēha'' f., mhd. ''zê'', ''zêhe'' f.; die niederhess. Singularformen mit ''n'' gehen auf den Plural zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zehr''' m. ● ''Zehr'' ,Teer‘,  „bis vor kurzem“ in Hessen ganz allgemein üblich, herrscht noch an der unteren Schwalm (Wabern und Umgebung) (Vil. 1868); ''Zeer'' [Aussprache: ''Zähr''] ,Teer‘, Kassel (Gr. 1894); ''Zähre'' f., Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Zehr'' ist korrekte hochdeutsche Enstsprechung zu nd. ''Teer'', das im 16. Jh. ins Hochdeutsche übernommenen  worden ist. Zeer kommt offenbar nur am nördl. Rande des Hochdeutschen vor, wozu das Niederhessische gehört. ''Zähre'' f., Oberellenbach, ist vermutlich in Form und Genus beeinflußt von ''Schmere'' (vgl. ''Weengschmähre'' – ''Weengzähre'', ,Wagenteer‘). ● Vgl. mnd. ''ter'', ''tere'' m.(?) ,Teer‘, niederländ. ''teer'' m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zehrigel''' ● ''Zeerigel'' ,Teer-Igel‘, nur als Fluch belegt: ''Du verfluchter Zeerigel!'', Kassel 1926 (Chr. Müller).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zeisen''' ● ''zeesen'' ,zausen, zupfen, die Wolle vor dem Spinnen zupfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''zeisen'' ,zausen, zupfen, besonders Wolle‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zeite''' f. ● ''Zaide'' ,Mündung an der Brunnenröhre (dann der Brunnen selbst)‘, Kassel 19. Jh. (Herzog); ''Zeede'' ,Ausguß aus einem Gefäß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zeitenstock''' ● ''Zeidenstock'' ,(öffentliche) Brunnensäule‘, Kassel 19. Jh., abgekürzt auch ''Zeide'' genannt, Kassel 19. Jh. ● Siehe [[Königsplatz|Zeitenstock auf dem Kasseler Königsplatz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zellerei''' ● ,Sellerie‘, Kassel 19. Jh., Gr. 1894). ● Komposita: ''Zellereistuden'' ,Selleriestauden‘, ''Zellereistiedchen'' ,Selleriestäudchen‘ (Gr.), ''Zellereiknullen'' ,Sellerieknollen‘, Kassel 19. Jh. (Jonas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zergen''' ● ,in bösartiger Form necken, zum Zorn reizen, durch wiederholte aufregende Neckerei‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''zerchen'' ,necken, reizen, ärgern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.) ''sich zerchen'' ,sich, evtl. handgreiflich, aber harmlos streiten‘, Kassel 20. Jh.; ''zerjen'' ,reizen, necken, ärgern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zibbe''' f. ● ''Ziwwe'' ,Hündin‘, in ganz Nieder- und Oberhessen gebräuchlich; ''Hündin'' wird niemals gebraucht (Vil. 1868); ''Zewwe'' ,Hündin; liederliches Frauenzimmer‘, Kassel (Gr. 1894); ''Zewwe'' (ertses ''e'' geschlossen) ,weibliches Kaninchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zickehäschen''' ● ''Zickehäschen machen'' ,so hintereinander hergehen, daß man sich an den Rock, am Saum des Kleides des Voranschreitenden hält, etwa wie ein Schleppenträger‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zicke-Zicke-Häschen!''' ● Aufforderung zu einem solchen Marsch, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zieche''' f. ● ''Ziege'', ''Bettziege'' [!] ,Bettüberzug‘, Kassel (Gr. 1894); ''Zieche'' ,Bettbezug, Kissenüberzug‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä hot ’n Magen wie ne Bettziege.'' (Gr.). ● Vgl. mhd. ''zieche'', ''ziech'' ,Bettedecken-, Kissenüberzug‘, ahd. ''ziahha'', westgerman. Lehnwort, von lat. ''theca'' &amp;lt;  griech. ''theke''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ziegel''' f. ● ''die Ziejel'' ,der Ziegel‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ziegenbock''' ● ''Zägenbock'' (''ä'' lang), übertragen: Übername für den Schneider, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ziegenhain''' ● ''su fäsde wie Zäjenhähng'' ,so fest wie Ziegenhain‘ (Ziegenhain galt früher als uneinnehmbar), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ziegenhörner''' ● ''Zägenherner'', in der Redensart: ''Hä es so derre wie ’n Sack vull Zägenherner.'' ,Er ist so dürr wie ein Sack voll Ziegenhörner‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ziegenschinder''' ● ,Nordostwind‘, Schmalkalden (kein Hinweis auf Hessen) (Vil. 1868); ''Zägenschenner'' ,scharfer, kalter Nordostwind‘, Kassel (Gr. 1894); ''Zäjenschenger'' ,scharfer, schneidender Wind, Nordostwind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ziehbetzel''' f. ● die weiße, an der Schwalm blaue Obermütze, die Frauen auf den Dörfern in Hessen über die eigentliche Mütze ziehen; hin und wieder so, daß dann noch ein schwarzsamtnes Mützchen auf die Ziehbetzel gesetzt wird; zum Abendmahl, zum Leichenzug; nur Mittelhessen (Vil. 1868); weiße, rundherum gekräuselte Mütze der Frauen, die den wesentlichen Bestandteil des Ziehbetzelwerks ausmachte, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Betzel'', ''Ziewe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ziehbetzelwerk''' ● Kostbarste Kopfbedeckung der Frauen. Es wurde früher zum Abendmahl oder zu Beerdigungen angelegt: Das mitten auf dem Kopf zu einem runden Häuptchen zusammengekämmte Haar wurde zunächst mit der kleinen schwarzen Futterbetzel bedeckt, die unter dem Kinn festgebunden wurde. Dann folgte die eigentliche Ziehbetzel, die vorn bis auf die Stirn, über die Ohren und hinten bis in den Nacken herab reichte. Sie wurde mit Stecknadeln auf der Futterbetzel befestigt. Auf die Ziehbetzel wurde schließlich noch eine kleine spitze, mit herabhängenden Bändern versehene Haube gesetzt, die man mit schmalen Bändern unter dem Kinn festband. Die weiße Ziehbetzel schaute dann rundherum unter der schwarzen Haube hervor; die Futterbetzel war nicht sichtbar. Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ziehbibel''' f. ● ''Ziehbiewel'' ,Ziehharmonika‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ziehmähre''' f. ● ''ahle Ziehmähre'' ,Zugpferd (von geringem Wert); Person, von der man viel saure Arbeit, Dienstleistung verlangen darf‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ziewe''' f. ● ,enganliegende Haube der Kasseler Frauen im 18. und Anfang des 19. Jh. (beim Abendmahl und dgl.)‘, Kassel (Gr. 1894); ,Abendsmahlsmütze der Frauen‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''Ziewe'', Verkürzung aus *''Ziehhauwe'' ,Ziehhaube‘. ● Siehe ''Ziehbetzel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ziffersch''' ● ,zyprisch‘? ● ''Äs macht ’n Gesichte wie ne ziffersche Katze.'' Kassel (Gr. 1894). ● Gr. vermutet in der ''zifferschen Katze'' ,Zypernkatze‘, die „schwarze Streifen auf grauem Grund“ hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zingern''' ● ''zingern'', ''zengern'' ,beben, längs durch die Glieder zucken (z.B. wenn man sich an den Ellenbogen gestoßen hat)‘, Kassel (Gr. 1894); ''zengern'' ,schmerzhaft in den Gliedern reißen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zinken''' m. ● ,Stück, z.B. Stück Brot, Knoblauchzehe; krumme Nase; kurze, ordinäre Tabakspfeife‘, Kassel (Gr. 1894), neben der üblichen Bedeutung: ,auffällig hervorstehende Nase‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zipfel''' m. ● ''Zibbel'' ,Zipfel; Endstück (z.B Wurst)‘, Kassel 20. Jh.; ,äußerstes Ende (z.B. Wurstzipfel)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zipfen''' m. ● ''Zibben'' ,äußerstes Ende, Zipfel, Spitze (z.B. eines Ackers, eines Sackes)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zissel''' m. ● „wilde, rohe Musik, ausgeführt von einer Anzahl Dilettanten, z.T. mit improvisierten Instrumenten, nebst Illumination in Biergärten, besonders auf dem ,Bunten Bock‘ und auf der Fulda großes Sandschiff und an dreißig kleine Kähne. (Im Anfang der 1850er Jahre, als wir noch unter der ,Mißregierung‘ so ,unglücklich waren).“ Kassel (Gr. 1894); ,sommerliches Kasseler Volksfest an und auf der Fulda‘, Kassel, 20. Jh. ● Siehe ''zisseln'' und [[Zissel – Vorgeschichte|Der Zissel – Vorgeschichte]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zisseln''' ● ,auseinanderstreuen, ausschütten‘ (Vil. 1868); „ist das Verb zu Zissel“; ,zerstreuen, verzetteln‘, Kassel (Gr. 1894), ,Zissel feiern‘, Kassel 20. Jh.; ''zesseln'' ,auseinanderstreuen, streuen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. weist auf Vorkommen des Wortes in Schwaben hin: liegendes Gras wird mit der Hand oder dem Rechen ''gezisselt'', damit es dürr werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zitronat''' ● ''Zeddernahd'', „''was me in den Kuchen diehd''“, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zittel''' m. ● ''Ziddel'' ,Zettel‘, Kassel  1926 (Chr. Müller); ''Zerrel'' (erstes ''e'' geschlossen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zitterene, Zirene''' f. ● ''Zedderehne'', auch: ''Zerehne'' ,Flieder‘, Kassel (Gr. 1894); ''Citterene'' ,Syringe‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Zireene'' ,Flieder‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von ''syringa (vulgaris)'' ,Flieder‘. In ''Zitterene'' liegt sicherlich Beeinflussung durch ''Zitrone'' vor, siehe ''Zitronat''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zocker''' ● ,Zucker‘, Kassel (Gr. 1894), ''Zogger'' (''o'' offen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zockerstein''' ● ''Zoggersteeng'' ,Bonbon‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zockerwecke''' m. ● ''Zoggerwägge'' ,süße Semmel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zockerwerk''' ● ,Zuckergebäck‘, Kassel (Gr. 1894); ''Zoggerwärk'' ,Zuckergebackenes, Süßigkeiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Äs  verkeift sich wie Zockerwerk.'' ,Es verkauft sich gut.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zores''' m. ● ,Unfug, fröhliches Lärmen; barer Unsinn‘, Kassel (Gr. 1894); ,Unfug, lärmende Streiterei‘, Kassel 20. Jh. ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zotte''' m. ● ''Zodde'' ,Zote; Gußrinne oder Nase an einem Topf‘, Kassel (Gr. 1894); Plur. ''Zodden'' ,Zoten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zubafen''' ● ,zuschlagen, mit großer Heftigekit schließen (Tür)‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zublinzen''' ● ''zublenzen'' ,anblinzeln, durch Blinzeln etwas zu verstehen geben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zuckeln''' ● ,säumig, zögernd, langsam gehen‘, Niederhessen (Vil. 1868), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zuhameln''' ● ''sech zuhameln'' ,sich die Kleidung auf aufgeweichter Straße mit (feuchtem) Straßendreck beschmutzen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Hamel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zuklundern''' ● ''sech zuklunnern'' ,sich auf aufgeweichter Straße die Kleider beschmutzen‘, Kassel (Gr. 1984). ●  Siehe ''Klunder''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zuning''' ● Adj. ,geschlossen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Weiterbildung von ''zu''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zupfeln''' ● ''zupfeln'', gesprochen ''zuppeln'', ''zoppeln'' ,zupfen‘, aber gegenüber ''zupfen'' die weitaus vorherrschende Form (Pfs. 1886); ''zubbeln'' ,zupfen, zerren, ziehen‘, Kassel (Gr. 1894), 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zurichten''' ● ''sech zurichden'' ,sich schmutzig machen, einsauen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zurucke''' ● ''zerucke'' ,zurück‘, Kassel (Gr. 1894). ● Erloschen; Ersatzform im 20. Jh.: ''zerigge'', von ''zurück''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusammenballern''' ● ''zesammenballern'' trans. ,zusammenschießen, mit Getöse zusammenschlagen; jem. mit Worten fertigmachen, zusammenscheißen‘, Kassel 20. Jh.; intr. ,mit Getöse zusammenstoßen (z.B. Autos)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusammendribbeln''' ● ''zesammendriwweln'' ,etw. (zwischen Daumen und Zeigefinger) zusammendrehen (z.B. Fäden)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusammenknutteln''' ● ''zesammenknuddeln'' ,knotenartig zusammendrücken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusammenkraufen''' ● ''zesammengrüffen'' ,zusammenkriechen, zusammenschrumpfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusammenläppern''' ● ''sich zesammenläbbern'' ,sich nach und nach in kleinen Teilen zu einem Ganzen vereinigen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusammenwursten''' ● ''zesammenwurschden'' ,Stoffteile, Garderobe rücksichtslos und unordentlich zusammenpressen‘ (z.B. Garderobe in den vollen Schrank), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusauen''' ● ''zusauen'' ,beschmutzen, eindrecken‘, Kassel 20. Jh., ''zusöien'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gleichbedeutend: ''einsauen'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zuschustern''' ● ,bei etwas Geld zusetzen, opfern, verlieren; unterstützen‘, Kassel 19., 20. Jh (Gr. 1894); ,Geld aus eigenem Vermögen zusetzen; jem. einem Vorteil zukommen lassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zussel''' f. ● ,Büschel Haare‘, Plur. ''Zusseln'' ,ungekämmtes, struppiges Haar‘, Kassel (Gr. 1894), dasselbe, außerdem: ,ungekämmte, unordentliche Frauensperson, Kassel 20. Jh.; ''Zossel'' ,unfrisiertes, unordentliches Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''zûse'' ,Gestrüpp, Haarlocke‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zusselkopf''' ● ''Zusselkopp'' ,ungekämmter Kopf; ungekämmte Person‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusselig''' ● ''zusselich'' ,ungekämmt, unordentlich (Kleidung)‘, Kassel 20. Jh.; ''zosselech'' ,unfrisiert, unordentlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusseln''' ● ,zausen‘, Kassel (Gr. 1984); ,an einer Person oder Sache herumzausen, heftig daran ''rimmezubbeln''‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''verzusseln''. ● Vgl. mhd. ''zerzûsen'', ''erzûsen'' ,zausen, rupfen‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zustreckeweg''' ● ,näherer, abschneidender Weg‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Zusträckewäk'' ,kürzerer Weg, Abkürzung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zwars''' ● ''zworsch'' ,zwahr‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zwalge''' m. ● ,Spitze eines Astes mit zusamenhängendem Bündel Äpfel‘, untere Eder (Pfs. 1886). ● Vil. (1868) führt für den Haungrund auf: ''Zwalger'' f. ,Gabel an Gewächsen, gabelförmige Äste‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zwattern''' ● ''zwaddern'' ,fortgesetzt sich öffnen und schließen (Augen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zwehle''' f. ● ''Zwehle'' ,Tischtuch, Tuch aus linnenem Bildzeug, welches die Frauenspersonen auf den Dörfern beim Gehen über Feld, zumal beim Gehen zu Markte, über Kopf und Köze hängen, „nur noch“ in der Gegend von Kassel bis an die untere Schwalm (Wabern) und der Diemelgegend (''Tweile'') üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zwehle''' f. ● ''Zwahle'' ,gegabelter Ast‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zwick''' m. ● ''än Zwick'' ,einen Zwick, auf einmal, plötzlich, sehr schnell‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zwicken''' ● ,(ein Gläschen) rasch (aus-)trinken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zwirbel''' m. ● ''Zwerwel'' ,sehr bewegliche, lebhafte Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zwirbeln''' ● ,sich im Kreis herumdrehen‘, am üblichsten an der unteren Rhön (Kreis Hünfeld) (Vil. 1868). ● Siehe verzwirbeln, zwurbeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zwiesel''' f. ● ,gabelförmig gewachsener Ast, wie man sie zu Rechen, Sätteln und dgl. gebraucht‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Zwissel'' ,Zweig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zwitzvogel''' ● ,Schmetterling‘, in einigen Gegenden üblich: Rotenburg, Grandenborn, Grebendorf u.a. (Vil. 1868); ''Zwitzfeel'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gelegentlich ''Zwicksvogel'' gesprochen, die übliche Bezeichnung ist ''Buttervogel'' (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zwurbel''' m. ● ''Zwurwel'' ,sehr bewegliche, lebhafte Person (meist auf Kind bezogen)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zwurbellatz''' m. ● ''Zwurwellatz'' ,Kreisel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zwurbeln''' ● ''zwurweln'' ,zwirbeln, zwischen den Fingern drehen (z.B. Faden, Haar)‘, Kassel 20. Jh.; ,sich fortwährend im Kreise drehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch W – Z'''&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_I_%E2%80%93_L</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_I_%E2%80%93_L"/>
				<updated>2015-01-23T07:42:53Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch I – L'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''I.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Icke''' f. ● ,Frosch‘, Schwalm (Pfs. 1886). ● Pfs. vermutet als Vorform *''Ücke'', verweist auf bair. ''Aukchen'', ''Auchen'' (Pfs., S. 305).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ickengeschlicker''' ● ,Froschlaich‘, Schwalm (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Icker''' m. ● ,Muscheltier‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ickermulde''' f. ● ''Ickermulle'', ''Ickermüllchen'', Pl. ''Ickermüllerchen'' ,Schale der Flußmuschel‘, d.h. die Mulde, in der sich der Icker befindet, an der Schwalm (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ickern''' ● ,necken‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''iggern'' ,necken‘, Kassel 20. Jh.; ,necken, ärgern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Iewest''' ● ''Iwest'' n. ,leinener viereckiger Einsatz n der Vorderseite des Unterrocks Verheirateter‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Iewest'' ,andersfarbiges, in die Vorderseite des Rockes vom Frauenkleide eingenähtes, wie eine Schürze aussehendes Stück Zeug', Kassel (Gr. 1894). ● Der Iewest, mir nur als Maskulinum bekannt, war der Einsatz im (Trachten-)Rock (nicht des Unterrocks), der durch die Schürze verdeckt wurde. (Gt.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''iewest''' ● ''iebes'' (''iewes'', ''iewest'') ,einigermaßen, nur etwa‘, Niederhessen, mit anderen Lautungen und Formen in ganz Hessen (Vil. 1868); iwewes, iewest ,irgendwie, wo nur immer‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''iewest'' ,irgendwie, halbwegs‘, Kassel (Gr. 1894); ''iewest'' ,irgendwie, einigermaßen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''iewesthand''' ● ''iebesthand(s)'' ,zuweilen, mitunter‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''iewesdhaant'' ,häufig, öfters‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''illern''' ● Siehe ''eulern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Imbiß''' m. ● ''Immes'' ,Schmaus‘, Ziegenhain, Oberhessen (Vil. 1868); ''Emmes'' ,geselliges Schmausen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''indärlich''' ● ''indärlech'' ,sanft, treuherzig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. (1868) verzeichnet das Wort für Niederhessen nicht, allerdings als ''indüerlich'' ,mitleiderregend, eindringlich‘ für Schmalkalden und als ''indellig'' für Bereiche südlich des Niederhessischen; er sieht darin ein *''inteuerlich'' ,sehr teuer‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ineinander''' ● ''innanner'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); übertragen: ,aufgeräumt, lebhaft‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''innanner sinn'' ,(sehr) zuvorkommend sein‘, scherzhaft, Steigerung: ''innanner sinn wie Schuhwichse'' (Gr.). ''Hä äs innanner wie ‘ne Kährberschde''. ,Er ist in freudiger Erregung.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''infamicht''' ● ,abscheulich, niederträchtig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ingescheit''' ● ,sehr gescheit, pfiffig‘, äußerst üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''inzweiern''' Adj. ● ''innzweiern'' ,entzwei, zerbrochen, kaputt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''innzweiernes Dibbchen'' ,zerbrochenes Töpfchen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''inzweimachen''' ● ''innzweimachen'' ,entzwei machen, zerbrechen, kaputtmachen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ippen''' ● ''ebben'', ''ibben'' ,kurzen, heftigen Schmerz empfinden‘ (z. B. bei Stoß), ,jucken, brennen‘ (z. B. bei Brennesselberührung, Insektenstich), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Irrgewirr''' n. ● ,Durcheinander‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Irrwisch''' m. ● ,Irrlicht‘, üblichste Benennung, auch: ,unruhige hn und her fegende Person‘ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itsche''' f. ● ,Kröte‘, in Althessen die alleinige Bezeichnung (Vil. 1868); ,Eidechse‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kröte‘, Kassel (Bennecke 1904), ,Kröte, Frosch; zickiges kleines Mädchen‘, Kassel 20. Jh.; ,Kröte, Frosch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Du kleine Idsche'', schwaches Scheltwort, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).  ● Vil. sieht zu Recht in ''Itsche'' entrundetes *''Ütsche'', verweist auf Marburger Hexenprozeßakte 1633: ''Die fraw Eyla hab ein stecken genommen, vnd in ein vtsche oder kröte gestochen.'' Pfs. (1886) verweist auf oberhess. ''Eutsche'', das langes ''ü'' voraussetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itschenditsch''' ● ,das Junge von einem Hasen und einer Ente‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itschengegritsche''' n. ● ''Idschenjegridsche'' ,Froschlaich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itschenquitsch''' m. ● Bezeichnung für ein itschiges Kind, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''itschig''' ● ''itschich'' ,zickig, zänkisch‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itzelei''' ● ,Zänkerei, Keiferei‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''itzeln''' ● ,necken‘ (Vil. 1868); ''sech itzeln'' ,miteinander zanken, keifen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''J.,''' siehe auch '''G.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''jacken''' ● ''jaggen'' ,schnell fahren‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''karjäckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jackern''' ● ,schnell reiten, schnell fahren‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868). ● Vgl. ''karjäckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jagden''' ● ''sech jochden'' ,sich spielend necken, sich neckend umhertummeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jahn''' ● ''Jahne'' f. ,die Reihe, Linie, Strich Arbeit, z.B. beim Kornschnitt, im Heumähen, gerade vor sich hin bei dem, was man sich davon vorgenommen hat‘, in Hessen allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''John'' m., Pl. ''Jehne'' (Dim. ''Jehnchen'') ,bestimmte Arbeitsfläche; Ackerabschnitt, der zu bearbeitet ist‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''in einer Jahne stehen'' ,in gerader Linie stehen‘, z.B. Bäume, aber auch von Menschen gebräuchlich (Vil.); ''fär Johne hen'' ,vor Jahne hin, der Reihe nach‘ (Hm.); ''zejohnehenne'' ,ziemlich, (so) einigermaßen‘, Kassel (Gr. 1894), ''zijohne'' ,langsam‘, Kassel (Lüttebrandt 1919). ● Nach Vil. ursprünglich maskulin, er verweist auf mhd. ''jân''; in Hessen „durchgängig“ feminin – was kaum stimmen kann, vgl. Oberellenbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jähnen''' ● ,gähnen‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jahren''' ● ''sech johren'' ,sich finanzielle erholen, zu Mitteln kommen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jammer''' ● ,Heimweh‘, Balhorn (Sl. 1901); ,Jammer‘, selten, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jammern''' ● ,seufzen, klagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''jimmern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jären''' ● ,gären‘, Kassel (Gr. 1894); ''jären'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jätehäckchen''' ● ''Jädehäckchen'', übertragen: ,hervorstehendes, meist aufwärts gebogenes Kinn‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jährehäggchen'' ,kleine Hacke zum Ausjäten des Unkrauts‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jätsch''' m. ● ''Jädsch'' ,einer, der die Schuhe schief tritt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jätschen''' ● ''jädschen'' ,die Schuhe schief treten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jauker''' ● ''jauger'' ,teuer, gefährlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jaunern''' ● ,winseln (von Menschen und Hunden), beständig nörgeln (von Kindern)‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ,Schmerzlaute von sich geben, weinerlich klagen‘, Kassel (Gr. 1894), ,Schmerzlaute von sich geben (von Menschen und Hunden)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jembern''' ● etwa: ,kläglich, sich sehnend, armrudernd herumgehen‘, Kassel (Gr. 1894) ● Vgl. ''embern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jende''' ● ''dulle Jende'' ,Frauenzimmer, das kein gesetztes Benehmen hat‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jetzunder''' ● ''jitzunner'' ,jetzt‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ''jetzunner'', Kassel (Gr. 1894), ''itzund'', ''gitzund'', ''itzunder'', ''gitzunder''. ● Kürzere Formen: ''jitzt'' (hauptsächlich für ,jetzt‘), Kassel; ''itz'', ''gitz'', ''itzet'', Balhorn (Sl.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jexe''' ● ,Hiebe, Schläge‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jexen''' ● ,hauen, schlagen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jicht''' f. ● ,Gicht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jichtbeere''' ● ,schwarze Johannesbeer‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jichtig''' ● ,eifrig (im Schaffen), jähzornig‘, Gegend von Felsberg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jimmern''' ● ,kläglich, mit einem hohen Ton jammern, winseln‘, ganz Althessen (außer dem niederdt. sprechenden Teil) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jippe''' f. ● ,Kippe; schwankendes Ende‘ (daneben auch ''Kippe'' gebräuchlich) Kasseler Gegend (Pfs. 1886);  ''Jebbe'' ,Kippe‘, Kassel (Gr. 1894). ●  ''uff der Jeppe stehn'' ,auf der Kippe stehen, vor dem Bankrott, vor der Katastrophe stehen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jippe''' f. ●  ''Jebbe'' ,Knabenschlitten‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jippen''' ● ,schwanken, schaukeln‘, Kasseler Gegend (Pfs. 1886); ''jebben'' ,kippen, rasch aus dem Gleichgewicht fallen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jippen''' ● ,Schlitten fahren, wie die Kinder es tun‘, östl. Hessen (Waldkappel) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jippen''' ● ,hell pfeifen‘, von Rädern oder Maschinen, deren Teile sich mit schrillem Ton reiben, Hersfeld (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jirscht''' m. ● ''Jirsch'' ,Schaum, welcher sich beim Gären bildet‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Jirscht'' ,Schaum‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hingegen in Kassel ''Girscht'' (s. d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Juchtelfuchtel''' m. ● ,Schnaps‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jü''' ● Zuruf an das Zugvieh, um dasselbe zum Fortgehen anzutreiben, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''juckeln''' ● ''juggeln'' ,unruhig sitzen, dabei mit dem Stuhl ruckeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''juckern''' ● ,unruhig, erschütternd sitzen‘, Kasseler Gegend (Pfs. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jücken''' ● ''jeggen'' ,jucken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jüde''' ● ''Jidde'' ,Jude‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Balhorn (Sl. 1901); ''Jerre'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jüdenmensch''' n. ● ''Jerrenmönsch'' ,Jüdin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jüdschen''' f. ● ''Jedschen'' ,Jüdin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jumfter''' f. ● ''Jumfder'' ,Jungfer‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jomfder'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''juppern''' ● ''jubbern'' ,unruhig auf etwas sitzen, wie mit Ungeduld sich zum Fortgehen anschicken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''K.,''' siehe auch '''G.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Kabe''' f. ● ,Spreu‘, Niederhessen, nördl. von Fritzlar; an der Schwalm, Amt Frankenberg (Vil. 1868); ''Kowe'' ,Spreu; auch der Spreu ähnlich sehende Teile des Kerngehäuses von Kernobst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kabefresser''' ● ''Kawefresser'' ,jem. der aus Geiz karge Kost genießt; Geizhals‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kowenfrasser'' ,Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kabehals''' ● ''Kawehals'', wie ''Kabefresser'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kabig''' ● ''kawich'' ,geizig, aus Geiz kargend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kabores''' ● ,entzwei, zerstört, kaputt‘, Kassel (Gr. 1894). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kächzebeutel''' ● ''Kächzebiedel'' ,einer, der viel hustet, keucht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kächzen''' ● ,stark stark husten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kahre''' f. ● ''Kohre'' ,Kehre; Wendung mit dem Fuhrwerk, Krümmung des Weges‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kahren''' m. ● ''Kahren'' ,Karren‘, Kassel (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''Korrn'' (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalátsche''' f. ● ''Kalaadsche'' ,eine, die tratscht, alles ausplaudert, Klatschbase‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kalöhdsche'' ,Klatschbase, Schwätzerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Karbatsche''.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''kalátschen''' ● ''kalaadschen'' ,tratschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''kalöhdschen'' ,über jemanden etwas in tadelnder Weise sprechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''karbatschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kälbern''' ● 1) ,sich erbrechen‘, sehr üblich, 2) ,Possen treiben, alberne plumpe Scherze machen‘, ziemlich üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalch''' ●  ,Kalk‘, Hessen (Pfs. 1886), Kassel (Gr. 1894); hingegen ''Kalk'' in Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalfakter''' ● ''Kalfacter'' ,jemand, der überall herumstreicht, horcht, zuträgt und ausplaudert; Spion‘, Schimpfwort (Vil. 1868); ''Kalfagder'' ,Person, die überall herumstreicht, Aushorcher, Zuträger‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kalfaktern, kalfatern''' ● ''kalfactern'' ,überall herumlaufen, horchen, zutragen und ausplaudern‘, oft scherzhaft (Vil. 1868), ''kalfagdern'' ,die Leute aushorchen, ihnen etwas zutragen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''kalfadern'' ,alles auskundschaften‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalopp''' ● ,Galopp‘, Kassel (Gr. 1894), ,schneller Ritt, schnelle Fahrt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kaloppieren''' ● ''kallebieren'' ,galoppieren‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''kallebierende Uszehrunge'' ,galloppierende Schwindsucht‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalummer''' ● ''Kalummer Vauhl'', ''Kalummer'' m. ,Kanarienvogel‘, üblich, Nierhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kamasche''' ● ''Kamasche'' ,Gamasche‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kamösche'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kammbank''' ● Siehe ''Kannbank''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kanal''' s.(!) ● ,Kanalschacht und dessen Deckel‘, Kassel (Gr. 1894), 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kandel''' f. ● ''Kanel'', ''Kenel'', „jetzt gewöhnlich Kandel gesprochen“, ,Röhre, besonders Dachrinne, Dachröhre‘ (Vil. 1868); ''Kannel'' ,Dachrinne, auch Abfallrohr‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kaanel'' ,Straßengosse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kannbank''' m.(!) ● ''Kannbank'' m., gesprochen ''Kammbank'', ,an der Stubenwand in Manneshöhe angebrachtes Brett, zur Ablage von Bierkrügen, Gläsern, Tassen und Büchern; an der Unterseite des Kammbanks Hakenleiste zum Aufhängen von gesponnenem Garn und Bekleidungsstücken‘, östl. Hessen (Vil. 1868); ''Kammbank'' ,Gerätesims in Küchen und ländlichen Stuben‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''Kammbank'' ,Küchenrepositur‘, Kassel (Gr. 1894), ''Kammbaank'' m. ,an der Wohnzimmerwand angebrachtes Brett, auf dem allerlei kleine Gegenstände aufgestellt werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Pfs. bezweifelt Vil.s (naheliegende) Annahme, daß das Vorderglied als ''Kann(e)'' zu deuten sei; er sieht darin ''Kamm'' und faßt das damit gebildete Kompositum bildlich auf. Mhd. ''banc'' ist fem., aber auch mask., insofern erklärt sich ''der Kannbank''; die Bildung dürfte sehr alt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kannbanksläufer, -laufer''' ● ''Kammbanksläufer'' ,kleiner, unverständiger und zu Geschäften unbrauchbarer Knabe‘, östl. und inneres Hessen (Vil. 1868); ''Kambanks-Läufer'' ,Laufbursche, der eben Sachen einholt, die auf den Kambank, d.h. rasch aus der Hand gesetzt werden‘, Niederhessen (Pfs.2, 1894); ''Kammbankslaufer'' ,Lohnläufer; einer, der sich mit kleinen Aufträgen mühsam durchschlägt‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kammbangsleefer'' ,jemand, der sich die Gunst von anderen zu erwerben weiß, indem er ihnen allerlei kleine Dienste erweist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kannbrett''' ● ''Kambret'', entspricht ''Kannbank'', Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kappenieren''' ● ''kabbenieren'' tr. ,zerbrechen, entzweischlagen; erschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kaprisig''' ●  ''kabrísech'' ,kapriziös, launenhaft, auffahrend, jähzornig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kapuster''' m. ● ,dicker, kurzer Mensch‘, besonders von einem dicken Kind gesagt, scherzhaft, überall verbreitet (Vil. 1868); ''Kabuster'' ,pausbäckige, robuste Person‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vil. vermutet Herkuft von russ. ''Kapustra'' (''Kappus'' ,Weißkraut‘), also Vergleich mit einem Kohlkopf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karbatsche''' f. ●  ''Karwaatsche'' ,aus ledernen Riemen geflochtene Peitsche mit lederüberzogenem Stiel‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vil. (1868) erwähnt zwar ''Karbatsche'', gibt aber keine Bedeutung an, das Wort sei bekannt, aber nur wenig geläufig, meist im östl. Hessen. Nach Gr. von französ. ''cravache'' ,Reitpeitsche‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karbatsche''' f. ● ''Karwöhdsche'' ,Schwätzerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ist wohl ''Karbatsche'' ,Peitsche‘ mit Bedeutungsübertragung von lautlich ähnlichem ''Kalatsche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karbatschen''' ● ''karwaatschen'' ,(ver)prügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karbatschen''' ● ''karwöhdschen'' ,überall umherlaufen, um zu plaudern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''kalatschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karch''' m. ● ''Korch'' ,starker Husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karchen'''  ● ''korchen'' ,stark husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karges'''  ● ''karges machen'' ,Schaden stiften‘, auch: ,listig jemandes Vorhaben vereiteln‘, Felsberg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karjäckerchen''' ● ,Träbchen, kleiner kurzer Trab‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karjäckern''' ● ,traben, laufen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. ''jacken'', ''jackern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karmenade''' ● ,Karbonade‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karnette''' f. ● ''Karnette'', gewöhnlich: ''Karnettchen'', ,Weibermütze‘, diese wurde getragen in Kassel (von älteren Bürgerinnen) bis gegen 1830 und „jetzt“ noch in der näheren Umgebung von Kassel (Vil 1868);&lt;br /&gt;
''Karnette'' ,Spitzbetzel‘ (Pfs. 1886); ''Karrnedde'' ,steife und spitze Haube der Bäuerinnen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Aus französ. ''cornette'' ,Haube der Frauen‘ (Gr.). ● Siehe ''Spitzbetzel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karnuffeln''' ● ''karnuffeln'', ''karnüffeln'', 1) ,stoßen, prügeln‘; besonders „stumpen“ mit Faust oder Ellenbogen, allgemein üblich; 2) ''karniffeln'' ,mit dem Kinderschlitten fahren‘, Gegend von Philippsthal-Kreuzberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kartenrätscher''' ● ''Kaardenrätscher'' ,leidenschaftlicher Kartenspieler‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kartuffelschnipper''' ● ''Gordüffelschnebber'' ,geröstete Kartoffelscheibe‘, beliebt als Zuspeise zum Morgenkaffee, besonders im Winter, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''käsen''' ● ,klatschend werfen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kassel''' ● redensartlicher Spaß, Niederhessen: „Man hebet Kinder hoch, indem man ihren Kopf bei Ohren zwischen Hände nimt, um ihnen angeblich ,Kassel zu zeigen‘.“ (Pfs. 1886) ''Ech wäll dä moh Kassel wiesen!'' Mit diesen Worten pflegt man kleine Kinder am Kopf hochzuheben. Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel, 20. Jh., heißt die Frage an kleine Kinder: „Soll ich dir mal den Herkules zeigen?“ Bei Bejahung folgt dieselbe schmerzliche Prozedur. ● Siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kastaniel''' f. ● ''Kastanjel'' ,Kastanie‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ''Kastanchel'', ebd. (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''Gresdanjel'' (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kastrullbursche''' ● ,Köchin, Küchenmädchen‘(!), scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kastrulle''' f. ● ''Kastrulle'' ,Kasserolle‘, Kassel (Gr. 1894);  ''Kasdrolle'' ,kleiner Blechtopf mit Stiel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''casserole'' ,Tiegel, Schmorpfanne‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käte''' f. ● ''Käde'' ,Schweinsklaue‘, Kassel (Gr. 1894), ''Käden'' ,Schuhe‘, Kassel 20. Jh. (z.B. Bennecke 1904); ''Keede'' f. ,Klaue der Wiederkäuer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die Oberellenbacher Form paßt im Vokalsimus nicht zu der Kasseler Form; Hm. führt sie denn auch unter dem Stichwort ''Köte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''katern''' ● ''kodern'' ,vertraulich miteinander verkehren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kathrine''' ● ,Katharina‘ ● ''De schnelle Katriene'' ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894); diese Wendung muß früher sehr üblich gewesen sein, denn Gr. merkt an: „Einziger Fall, wo der Kasseläner ''schnell'' gebraucht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kätschel''' f. ● ''Kädschel'' ,Mund‘, verächtlich; übertragen: ,Schwätzerin, Person, die dauernd nörgelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kätscheln''' ● ,die Schuhe schieftreten‘, Amt Schönstein, Jesberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kätscheln''' ● ''ketscheln'' ,langsam kauen‘, untere Eder (Pfs. 1886); ,ohne Appetit essen, an etwas herumkauen‘, Kassel 20. Jh.; ''kadscheln'', dasselbe, und übertragen: ,dauernd dummes Zeug reden, dauernd verdrießlich mäkeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kätschelschlette''' f. ● ''Kädschelschlädde'' ,Person, die dauernd unvernünftiges Zeug redet, dauernd nörgelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schlette''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kätschen''' ● ''kädschen'' ,langsam und ohne Appetit an etwas herumkauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Katzenfleisch''' ● ''Katzenfleesch'' ,sehniges Fleisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kauchen''' ● ''kauchen'', gesprochen meist ''kuhchen'' ,niederkauern, niederhocken‘ (Vil. 1868; Vorkommen nach ihm: Oberhessen); ''kuchen'' (''u'' kurz) ,kauern, hocken‘, Kassel (Gr. 1894); ''sech küchen'' (''ü'' kurz) ,sich niederkauern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaule''' f. ● ''Kule'', ''Kaule'' ,Grube‘, im niederdt. sprechenden Niederhessen und fuldaaufwärts bis in die Gegend von Rotenburg vorkommend (Vil. 1868); ''Kulle'' ,Kuhle, Grube, Mulde, Vertiefung‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaule''' ● Siehe auch ''Kulle''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaulert''' m. ● ''Kullert'' ,Kaulbarsch, kleiner Fisch mit Rückenstacheln‘, Kassel (Gr. 1894); ,kleiner, dunkler, häßlicher Stachelflosser‘, ebd. (Lüttebrandt 1919). ● ''Kullert'' &amp;lt; ''Kuller'' + mit Dentalzusatz wie ''Koffert'', ''alst'', ''ebend'' u.a.m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käutchen''' ● ''Kiddchen'' ,Backengrübchen‘, wörtlich: ,kleine ''Kudde'' (''Kaute'')‘, Kassel (Gr. 1894). ● Redensart ''En Kittchen im Backen, en Schelmen im Nacken.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaute''' f. ● ''Kaute'', ''Kutte'' ,Grube, jede Vertiefung‘ (Vil. 1868); ''Kudde'' ,kleine Grube‘, Kassel (Gr. 1894); ''Küdde'' ,Grube, Vertiefung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaute''' f. ● ''Kaute'', ''Kutte'' ,der in einen runden mit einer Spitze versehene Knäuel zusammengedrehten gehechelten Flachses, bereit zur Verarbeitung am Spinnrad‘ (Vil. 1868); ''Kudde'' ,Zopf, Bund (Garn, Flachs), kleine Garbe‘, Kassel (Gr. 1894); ''Küdde'' ,kegelförmig zusammengedrehtes Bündel gehechelten Flachses‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''käuweln''' ● ,kauen‘, niederhess. (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käuzchen''' ● ''Kützchen'' ,die Gestalt eines zusammengekauerten Menschen‘, Niederhessen (Vil. 1868). ●  Redewendung ''Kützchen machen'', ''Kützchen sitzen'' ,niederkauern, sich zusammenkauern‘ (Vil. 1868); ''en Kitzchen machen'' ,in gekauerter Haltung auf dem Eis schurren (''glieden'')‘, Kassel (Gr. 1894), ,niederkauern, sich in die Knie herablassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''kauzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kauzen''' ● ''kuzen'' ,kauern, hocken‘, ''sich kuzen'' ,sich hinhocken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Vil. hat das Wort nicht, verweist aber unter ''Kützchen'' auf verwandtes ''kauchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käwweler''' ● ,jem., der käwwelt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kawweln, käwweln''' ● ''kabbeln'', ''käbbeln'', ''kawweln'' ,beschwerlich (zahnlos) kauen‘; an der Diemel: ,plappern, plaudern‘, abfällig (Vil. 1868); käwweln ,gehaltlos reden (wie aus zahnlosem Mund); mit vergeblichem Speichelaufwand an etwas herumbeißen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Frequentativum von ''kauen'' (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kehrdreck''' ● ,Kehricht‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kährdräck'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kehr''' f. ●  Nur in den Redensarten ''üsser der Kehr'' ,außer der Kehr, abgelegen‘, ''von enger Motz Kehr'' ,von einer Mutz (Schwanz?) Kehr, plötzlich, unerwartet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''keilen''' ● tr. ,(an)treiben, drängen; durch unverschämte Lockungen herbeiziehen‘ (Vil. 1868); ''kielen'' tr. ,jem. zu etwas drängen, andauernd mit Bitten belästigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zu ''Kiel'' ,Keil‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keipe''' f. ● ,Tasche‘, in Niederhessen bis Hünfeld ausschließliche Bezeichnung; ''Tasche'' auf dem Land vielfach unverständlich (Vil. 1868); ''Kibbe'' ,Tasche an der Bekleidung‘, Kassel 19., 20 Jh., auch: ,Umhängetasche‘ (Gr. 1894); ''Kibbe'' ,Tasche (am Kleid)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Kiepe'' im niederdt. (nördlichen) Niederhessen, ''Keipe'' in Oberhessen (Vil. 1868). ● Früher hess. Beleg: „Sie [die Indios] tragen jhre Kinder auf dem rücken, in ''keipen'' von Baumwollen garn gemacht“, so Hans Staden 1567; als Homberger hat er sicherlich ''Kiepen'' gesprochen und das Wort regelhaft hochdeutsch umgesetzt (Aussprache mit Vokalkürzung, ''Kibbe'', erst nach dem 16. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keipengeld''' ● ''Kibbengalt'' ,Taschengeld‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kelleresel''' m. ● ,Kellerassel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kalleräsel'' m., dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kersche''' f. ● ,Kresse, Brunnenkresse‘, ganz Althessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kesper''' f. ● ,Kirsche‘, in ganz Niederhessen die ausschließliche Bezeichnung, nie ''Kirsche'', ''Kersche'' (Vil. 1868); ''Kesber'', dasselbe, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Lüttebrandt, Kassel, bezeichnet 1917 ''Kesbern'' als „bäurisch“, d.h., in Kassel war zu seiner Zeit ''Kesper'' wohl bereits weitgehend durch hochdt. ''Kirsche'' ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kesselwurst''' ● ''Kässelworscht'' ,Leberwurst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keuchbeutel''' ● ''Kichebiedel'' ,einer, der viel keucht, hustet‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. auch ''Kichhusten'' ,Keuchhusten‘ (Gr.). Das beiden Begriffen zugrunde liegende Verb *''kichen'' ,keuchen‘ wird von Grassow nicht aufgeführt, scheint also in Kassel im 19. Jh. bereits erloschen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''keuchen''' ● ''kichen'', bezeichnet auch den Anfall jähzornger Kinder, die rot und keuchend vor Erregung plötzlich in einen Starrkrampf verfallen, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keule''' ● ''Kiele'' ,großes Stück Fleisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kiebitzchen''' ● Pl. ''Kiewitzerchen'', Kassel (Lüttebrandt 1917). ● ''de Kiwiddzerchen hieden'' ,die Kiebitzchen hüten‘, d.h. ,müßig zu Hause bleiben‘ (Lüttebrandt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kienrauch''' ● ''Kinnröhch'': ,Kienruß, schwarze Farbe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kilsen''' ● ,klatschend werfen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kippe''' ● Siehe ''Keipe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kippes''' ● gleichbedeutend mit ''Fickfacker'' ,Schwänkemacher, Aufschneider, Betrüger‘, Schwalm (Pfs.1, 1889). ● Pfs. weist auf Vickvecker hin, vermutet Ableitung von  „Kippe, Keipe, d. ist Tasche oder Vicke, für einen der gleichsam in der Tasche spielt, seine Wippchen macht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kirmese''' f. ● ''Kirmes'' ,Kirchmesse, Kirchweihfest‘, ganz Althessen (Vil. 1868); ''Kirmese'' ,Kirmes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kermese'' ,alljährlich im Herbst stattfindendes Volksfest‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kissenzieche''' f. ● ''Kessenzieche'' ,Kissenüberzug‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kitzen''' ● ,junge Katzen zur Welt bringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Zieche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klabuster''' m. ● ''Klawuster'' ,zähes Klebrig-Breiartiges, z.B. klebriger Schmutz, zäher Leim, Kleister‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klabusterbeeren''' Pl. ●  ,Hämorrhoiden‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klabustern''' ● ''klawustern'' ,die Hände in Klebrig-Breiartigem bewegen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klabustrig''' ● ''klawusterich'' ,zäh-klebrig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klackern''' ● ''klaggern'' ,kleckern‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klackerpapier''' ● ,Löschpapier‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klacks''' m. ● ''Klaggs'' ,Klecks, geringe Menge‘, Kassel 20. Jh.; ,Klecks‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Du host wohl en Klaggs!'' ,Du bist wohl nicht bei Sinnen, bei Trost!‘ Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klacksen''' ● ,klecksen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Dä glaggsd’s wohl!'' ,Dir klackst es wohl! Du bist wohl nicht recht gescheit!‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläffen''' ● ''kleffen'' intrans. ,etwas offen stehen‘, trans. ,etwas öffnen‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); intrans. ,klaffen, auseinanderstehen (z.B Wundränder), einen Spaltbreit offenstehen (z.B. Tür, Fenster)‘, trans. ,etwas zum Klaffen bringen, einen Spaltbreit öffnen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gläffen'' ,nicht ganz geschlossen sein, halb offenstehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klambastern, klabastern''' ● ''klabastern'', auch ''klambastern'' ,sich unruhig bewegen‘, tr. ,jem. in unruhige Bewegung versetzen, hin und her treiben‘ (Vil. 1868);  ''klambastern'', ''klabbastern'' ,holprig gehen‘, auch: ,umständlich arbeiten‘, Kassel (Lüttebrandt 1917); ''glambasdern'' ,mühsam an etwas arbeiten, sich abquälen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Klabastern'' dürfte sicherlich Verkürzung aus ''klambastern'' sein; wenn ursprünglich, wäre die Aussprache ''klawastern'' (vgl. ''klabustern'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klambes''' m. ● ''Glambes'' ,plumper, schwerfälliger Mensch in Gangart und Ausdruck‘, Kassel (Gr. 1894), ''Klampes'', ebd. (Bennecke 1904); ''Glambest'' ,dicker schwerfälliger Mensch,  auch schwerfälliges Tier, unhandlicher Gegenstand‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klamm''' m. ● ''Glaam'' ,Emfindungslosigkeit der Finger‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klammerbeutel''' ● ''Klammerbiedel'' ,dürre Person, bestehend aus Haut und Knochen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klänen''' ● ''glähnen'' ,indiskret weitererzählen, was einem gesagt wurde‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläppern''' ● In der Redewendung ''en Ei kläbbern'' ,ein Ei aufschlagen‘, Kassel (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''glabbern'' ,kleppern, quirlen, mit dem Rührlöffel zerschlagen (Ei)‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klapperschiß''' ● ''Klabberschäß'' ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klapperschulden''' ● ''Glabberscholden'' ,kleine, geringfügige Schuldbeträge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klapperwerk''' ● In der Redewendung ''d’s Klabberwerk hon'' ,krankhaftes bzw. altersbedingtes Zittern haben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klärisch''' ● ''klährsch'' ,wählerisch‘ (nur im Hinblick auf Speisen und Getränke), ''net klährsch'' ,dreist, unverschämt zulangend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klaterig''' ● ,schmutzig und naß (Straße, Wetter, Angelegenheit)‘, in Niederhessen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klatern''' ● Siehe ''vullkladern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klatschen''' ● ''glödschen'' ,angeben, Anzeige machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kläuel''' m. ● ''Glöiwel'' ,Knäuel, Garnknäuel, derb-unförmige Masse‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von mhd. ''kliuwel''. ● Siehe ''Kluchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläuelig''' ● ''glöiwelech'' ,knäuelig, unförmig, schwerfällig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläueln''' ● ''glöiweln'' ,knäueln, zu einer wirren unförmigen Masse zusammenfügen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klaute''' f.● ''Klaute'', gesprochen ''Klude'', ''Kluide'' ,Quaste‘, östl. Niederhessen, z.B. Asbach (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kledasche''' f. ● ''Kledaasche'' ,Bekleidung‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kleiben''' ● ''gleewen'' ,mit Lehm verschmieren; dick auftragen (besonders vom Brotaufstrich)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klemensen''' ● ''klehmensen'' ,beim Essen nicht ordentlich zugreifen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klemenser''' ● ''Klehmenser'' ,einer, der beim Essen nicht ordentlich zugreift‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klemenzen''' ● ,allzu schleppend sprechen‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886). ● Wohl identisch mit ''klemensen''. Gemeinsame Vorstellung vermutlich: ,mit dem Mund langsam sein‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klemme''' f. ● ,ordinäre Wurst‘, Kassel (Gr. 1894), ,minderwertige Leberwurst‘, ebd. (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klemmhölzer''' ● ''Klemmhelzer'', übertragen: ,schiefe Beine‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klengen''' ● ,klingen machen; die Samenkapseln des Spätflachses auf einem Tuch in der Sonne ausbreiten, damit sie klingend aufspringen und den Samen fallen lassen‘ (Vil. 1868); ''glängen'', dasselbe, weiterhin: ,jem. ängstigen, quälen, zu etwas zwingen, mit Bitten in jem. dringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Die „Kliwwer“|'''Klieber''']] f. ● ''Klibber'', ''Kliwwer'' ,Splitter Holz zum Küchengebrauch‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Kliwwer'' ,abgespaltenes Holzstück‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), außerdem: ''die Kliwwern'' ,die Finger‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Glewwer'' ,gespaltenes Holzstück, fertig zum Gebrauch in der Küche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kliebern''' ● ''klibbern'' ,zerschlagen, in Stücke, zumal in Splitter schlagen oder zerbrechen lassen‘ (Vil. 1868); ''kliwwern'' ,Holzklötze in Klibbern schlagen; etwas zerbrechen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Früher Beleg bei Hans Staden aus Homberg (1567): ''kliebern'' ,(gefällten Baum) zu Kleinholz machen‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klimper''' f. ● ,kleine Gattung von Schossern, Murmeln‘, Kassel, in Pfs.s Jungenzeit gebräuchlich (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klimperklein''' ● ,äußerst klein, winzig‘ (Vil. 1868); ''klimberkleine'', Kassel 20. Jh. ● Variante in Oberellenbach ''klumperklein'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klingel''' ● ''Klengel'' ,Kaltpisse‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klinke''' f. ● ''Glingge'' ,Türklinke; Rockfalte, die von der Schneiderin in den Weiberrock gelegt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klittern''' ● ''kleddern'' ,kleckern, klecksen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klopfe''' f. ● ''Klobbe'' (Sg.) ,Schläge, Hiebe, Prügel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klopfechtig''' ●  ,''klóbbächdich''  ,zum Klopfen geeignet‘, z.B. von einem Gegenstand gesagt, der einen Hammer ersetzen kann, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe -''echtig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klöpfen''' ● ''klöppen'' ,mit nur einer Kirchenglocke läuten‘, Amt Frankenberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kloster''' ● ,Irrenanstalt‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''He eß riffe veors Kloster.'' ,Er ist fürs Irrenhaus reif.‘ (Sl.) ●  Bedeutungserweiterung bzw. -verschiebung, da die Klöster Merxhausen und Haina in Pflegeanstalten (Merxhausen für weibliche Schwachsinnige) umgewandelt worden sind (Sl.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klosterbruder''' ● ,Verrückter, Narr‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klosterschwester''' ● ,irrsinige Frauensperson‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klotz''' ● wie hd., dazu: ,Absatz‘, Schwalm (Pfs.1, 1889). ● ''Klötz schlahn'', schwälmerische Eigenheit beim Tanze, indem zum Takte der Musik mit dem rechten Absatz an den linken geschlagen wird, der Brauch ist nahezu geschwunden (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klotzen''' ● ,schlagen, klopfen in einzelnen Stößen oder Schlägen (Pulsschlag, Klopfen bei Geschwüren, zumal am Finger)‘, Oberhessen (Vil. 1868), Schwalm, in Redewendung (Pfs.1, 1889). ● ''Du kreichst des Klotze, bannste net hörst!'' Schwalm. Pfs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[„Klowes“|'''Klowes''']] ● ''Klaus'', auch ''Klas'', gewöhnlich ''Klowes'', Abkürzung von ''Nikolaus'' (Vil. 1868); ''Klowes'' ,ein massiver, tölpelhafter Mensch, Balhorn (Sl. 1901); ''Klowes'' ,Tölpel, dummer, unbeholfener Mann oder Junge; ,zum Klowes-Abend (6. Dez.) verkleidetes Kind‘, Kassel und Umgebung 20. Jh.; ''Glowes'' ,St. Nikolaus; verkleideter Erwachsener, der am Abend des 6. Dez. zu den Kindern kommt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Klowes'', bis ins 18. Jh. in Niederhessen regulärer Vorname, so auch durchaus in den Kirchenbüchern zu finden, bis ins 19. Jh. übliche Rufform für ''Nikolaus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klowes-Abend''' ● Ohne diesen Begriff zu nennen, führt Vil. aus: „Der Umzug des ''Klaus'', ''Klas'', ''Klowes'', ''Niklowes'' am 6. Dezember Abends ist noch jetzt in manchen Gegenden, namentlich in und um Hersfeld, Marburg, Kassel regelmäßig üblich; bis 1840 wurde derselbe noch häufig von Erwachsenen, auch noch mit dem alten Schläge-Austeilen und Nüsse-Werfen, vollzogen; seitdem ist der Umzug zu einer Kindermummerei und einem Gaben-Erbitten Seitens der vermummten Knaben herabgesunken.“ (Vil. 1868) ''Klowes-Owend'': Als ''Klöwese'' vermummte Kinder gehen von Haus zu Haus und erbitten mit dem Aufsagen kleiner Verschen Gaben, Kassel und Umgebung, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kluchen''' ● (''u'' kurz) ,Knäuel‘, z.B. ''en Kluchen Garen'' ,ein Knäuel Garn‘, Kassel (Gr. 1894). ● Eng verwandt mit ''Kläuel'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kluft''' f. ● ,Feuerzange‘,  „durch unser ganzes Gebiet“ (Pfs. 1886), Kassel (Gr. 1894). ● Nach Gr. ausdrücklich nicht ,Bekleidung‘; fehlt in beiden Bedeutungen in Niederellenbach (Hm. 1926); bei Vil. (1868) nicht verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klüftchen''' ● ,dünner, auch schlechter, abgenutzter Rock, besonders wird der Frack so bezeichnet‘, sehr üblich, besonders in den Städten (Vil. 1868); ''Kleftchen'' ,ärmliches Kleid‘, Kassel (Gr. 1894); ''Glefdchen'' ,schlechter abgetragener Rock, schlechter Anzug‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klumper''' ● ''glümber'' ,sehr klein‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klumperklein''' ● ''glümbergleen'' ,sehr klein, winzig, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Siehe auch ''klimperklein''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klunde''' f. ● ''Glonde'' ,liederliches Frauenzimmer‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klunder''' f. ● ,kotiger Ansatz am unteren Rand der Weiberröcke, auch Kotklumpen überhaupt‘, allgemein üblich (Vil. 1868), ''Klunner'', meist im Pl. ''Klunnern'' verwendet: ,kleine feuchte Klumpen, Schmutzklümpchen, Schmutzansatz am unteren Teil der Kleider, an Schuhen usw.‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Glönder'' ,Schmutzansatz am unteren Rand  des Frauenrocks, an der Wolle der Schafe, den Oberschenkeln des Rindviehs usw.; schmutziges Frauenzimmer‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ●  Siehe ''zuklundern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klundermarsch''' ● ''Klunnermarsch'' ,„landverlaufene“ Dirne‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kluppe''' f. ● ''Globbe'' ,Werkzeug mit verstellbarem Schieber zum Messen des Umfang des Baums‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Kluppe'' wird außer im speziell technischen Sinne nur metaphorisch gebraucht: ''einen in die Kluppe kriegen'' ,einen in seine Gewalt bekommen, um ihn zu bedrängen‘, sehr übliche Redensart (Vil. 1868); ''Klubbe'', nur in der Redewendung ''einen in der Klubbe hon'' ,jem. in die Enge getrieben haben, festgenagelt haben, in der Gewalt haben‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Knuppe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klutt''' m. ● ,ein halbgefüllter Sack‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klutzig''' ● ''klutzich'' ,klumpig gewordener Teig oder Kleister‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knabbeln''' ● ''knawweln'' ,knabbern‘, Kassel 19. Jh. (Jonas). ● Siehe ''knauweln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knäckern''' ● ''gnäggern'' ,ein knackendes Geräusch verursachen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knaffen''' ● ''gnaffen'' ,nach etwas schnappen; an etwas herumnagen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knallen'''  ● ''gnallen'' intr. ,knallen‘, tr. ,Beischlaf ausüben mit‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knapp''' ● ,knapp‘, in Kassel fast immer: ,kaum‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnapp'', als Adjektiv ,knapp‘, als Adverb ,kaum‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knappen''' ● ,mit der Geißel [Peitsche] knallen‘, an der mittleren Eder; ,sich den Knöchel vertreten‘, allgemen üblich (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knarbeln''' ● ,an etwas Hartem hörbar nagen‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knarchen''' ● ,knarren‘ (mit tieferem Ton als ''knirchen''), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatsch''' m. ● ,weicher Kot, besonders wie er sich bei Tauwetter bildet‘ (Vil. 1868); ''Knaatsch'' ,nasse, zähe Masse‘, insbesondere ,Straßenschmutz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), übertragen auch: ,Mißhelligkeiten, Dauerstreit‘, Kassel 20. Jh.; ''Gnaadsch'' ,Schmutz, Straßenschmutz‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knatschen''' ● ,weiche Gegenstände zerdrücken, in Weichem die Hände knetend bewegen; hörbar kauen‘ (Vil. 1868); ''knaatschen'' ,beim Essen schmatzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knatschig''' ● ''knaatschich'' ,feucht-schmutzig‘, vor allem in Bezug auf den Straßenzustand,  Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1984); ''gnaadschech'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatschwetter''' ● ,starkes Tauwetter mit Regen‘ (Vil. 1868); ''Knaatschwedder'' ,Wetter, das alles aufweicht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gnaadschwädder'' ,feuchtes, schmutziges Wetter‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatz''' m. ● ''Gnatz'' ,Krätze‘, in ganz Hessen die ausschließliche Bezeichnung; ,Grind, besonders Kopfgrind; schmutziger Geiz‘ (Vil. 1868); ''Gnatz'' ,Krätze, Grind‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● In der hess. Mundart wird mit geringen Ausnahmen ''Knatz'' statt ''Gnatz'' gesprochen (Vil.); Hm. führt ''Gnatz'' unter dem Stichwort ''Knatz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatzkopf''' ● ''Gnatzkopf'' ,Grindkopf‘, meist in übertragener Bedeutung gebraucht: ,eckiger, launischer, eigensinniger, unverträglicher Mensch‘, Tadel- und Scheltwort, allgemein verwendet (Vil. 1868); ''Gnatzkopp'' ,launischer, unverträglicher Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knaubeln''' ● ''knauweln'' ,knaupeln(!), knabbern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knäubeln''' ● ''gnaiweln'' ,mit zahlosem Mund kauen, langsam und mit Mühe kauen; beständog kleinlich, verdrießlich mäkeln‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneif, Kneip''' m. ● ''Kneif'' ,Messer‘; ''Kneif'' im Bereich von Fulda, ''Kniff'' ,Zulegemesser, Taschenmesser; schlechtes Messer‘ im östl. Hessen, ''Knipp'' in Hersfeld und weiter westlich (Vil. 1868); ''Kniff'' ,Messer‘, Kassel (Bennecke 1904); ''Gnipp'' ,schlechtes, stumpfes Messer‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kneipen''' ● ''knibben'' ,kneifen, zwicken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnibben'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneipkuchen''' ● ''Knibbkuchen'' ,Waffeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneipzange''' ● ''Gnibbzange'' ,Kneifzange‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneller''' m. ● ,Tabak übler Sorte‘ (Pfs. 1886); ,minderweriger Tabak‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knellern''' ● ''knällern'' ,Kneller rauchen; einen hohen Preis fordern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knepen''' Pl. ● ''Kneben'' ,Grillen, Launen, Tücken‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gneben'' ,hinterlistige Gedanken‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Es hot sinne Kneben.'' ,Die Sache hat ihre Tücken.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knerbeln''' ● ,unaufhörlich, in widerlichem, verdrießlichen Eigensinn ausdrückenden Ton tadeln‘ (Vil. 1868); ''knerweln'' ,nörgeln, halblaut unzufrieden vor sich hin reden, vor sich hin maulen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnärweln'' ,fortgesetzt vor sich hin knurren, in verdrießlicher Weise tadeln‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vil. verzeichnet ''knerbeln'' beim Stichwort „knarbeln“, sieht es wohl als Nebenform dazu an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knerbelpeter''' ● ''Knerwelpeter'' ,ein unaufhörlich in weinerlichem oder murrendem Tone sich beklagender Mensch, dem nichts rechtzumachen ist‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Gnärwelbeeder'' ,Nörgler‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knerren''' ● ''gnärren'' ,schreien (bei kleinen Kindern), Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetebart''' ● ''Knädebart'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnähreboort'' ,breit und langweilig redender Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetebeutel''' ● ''Knädebiedel'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894), ,einer, der durch dauerndes Daherreden nervt‘, ebd. 20. Jh.; ''Gnährebiddel'' ,breit und langweilig redender Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetemichel''' ● ''Knädemichel'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kneten''' ● ''knäden'' ,kneten; breit und langweilig reden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''kneten'' ,langsam und langweilig reden‘, Balhorn (Sl. 1901); ''gnähren'' ,kneten; breit und langweilig reden‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetepeter''' ● ''Gnährebeeder'' ,breit und langweilig redender Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetesack''' ● ''Knädesack'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetsch''' m. ● ,nasse, zähe Masse‘, insbesondere ,Straßenschmutz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Das ''e'' in ''Knetsch'' ist kurz, im Gegensatz zu dem langen ''a'' in dem verwandten ''Knatsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knetschen''' ● ,quetschen, zerquetschen‘ (Vil. 1868); ,(zusammen)drücken, quetschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''gnäddschen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Quetschen'', ''zerquetschen'' ist hingegen unüblich. (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetscher''' ● ,Weißbinder‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knettern''' ● ''gnäddern'' ,knattern, krachen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knick''' m. ● ''Knick'' ,kleine steile Anhöhe‘, in Nieder- und Oberhessen sehr üblich (Vil. 1868); ''Gneck'' ,Riß, Sprung, Bruch; kleine steile Anhöhe‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knickeln''' ● ''gneggeln'' ,in die Knie fallen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kniegurte''' f. ● ''Gniegorde'' ,Strumpfband‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kniehälsen''' ● ''gniehälsen'' ,erschlagen, um die Ecke bringen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knipsen''' ● ''knipsen'', ''knupsen'' ,mit Wackeln und Schossern schießen‘, Kassel (Pfs. 1886); ''knipsen'', wie hd., dazu: ,mit Wackeln schießen, sie abschnellen‘, Kassel um 1950. ● Siehe ''knupsen'', ''Wackel'', ''Schosse(r)''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knirchen''' ● ''knerchen'' ,knarren‘ (mit höherem Ton als ''knarchen''), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knittern''' ● ''kneddern'' ,knirschen‘, wie z.B. die Wagenräder auf gefrorenem Schnee, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knobelinchen''' ● ''Knowelienchen'' ,Knoblauchwürstchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knöchen''' ● ,peinigen, quälen‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knöpfding''' ● ''Knöppding'', Bezeichnung für die vom Mieder unterschiedenen Leibchen; Gegensatz zum ''Knöpfding'': das ''Ärmelding'', die blaue Jacke der Burschen, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knopfe''' f. ● ''Knopfe'', ''Knoppe'' ,Knospe; Finne im Gesicht‘, allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''Knobbe'' ,Knospe; Gesichtspickel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnobbe'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926); ''Knobbe'' ,Knospe‘, Lohne 2014.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knorschen''' ● ''gnoorschen'' ,mit den Zähnen zerkleinern‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knoten''' ● ,Samenkapsel des Flachses‘, im größten Teil des Landes (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knotenfurz''' ● ''Gnoorenforz'' ,kleiner Kerl, Dreikäsehoch‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel hingegen ''Furzknoden'', 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knoz''' m. ● ,kleiner, unansehnlicher Mensch‘ (Vil. 1868); ''Knooz'' ,kleines Kind‘, auch: ,ungewöhnlich kleiner Erwachsener‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gnooz'' ,kleiner Kerl‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knozen''' ● ,derb und unordentlich zusammendrücken, namentlich zusammenbinden; sich mit einer Sache abmühen, damit nicht fertig werden können‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''knozen'' ,sich mit (kleiner) Arbeit abmühen, Arbeit unsorgfältig verrichten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnoozen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuffelarbeit''' ● ''Knuffelarweit'' ,schwierig auszuführende (Hand-)Arbeit‘, Kassel 19., 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuffeln''' ● ,kleine Handarbeiten (pfuscherhaft) verrichten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuffig''' ● ''knuffich'' ,übertrieben, übermäßig‘ (z.B. Preis, Benehmen), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knullch''' m. ● ''Gnollch'' ,derber Schuh‘, auch: ,grober unhandlicher Gegenstand‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knullchen''' ● ''gnollchen'' ,derb stoßen, schlagen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knulle''' f. ● ''Knulle'' ,Knolle; großes Stück Brot, großer Knust‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnülle'' ,unförmig großes Stück Brot‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knülle''' ● ,hochgradig besoffen‘, beliebter, wohlmeinender Ausdruck, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''knille'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knullig''' ● ''knullich'' ,ungehörig groß, grob, unverschämt‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnollech'' ,übermäßig, übertrieben‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knüpftuch''' ● ''Knibbeduch'', Dim. ''Knibbediechelchen'' ,kleines Halstuch‘, Kassel 19. Jh. (Herzog, Gr. 1894), 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppe''' f. ● ''Knupe'', ''Knaupe'' ,Auswuchs am Körper, Beule‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppe''' f. ● ''Knubbe'' ,geizige Frau, namentlich Händlerin, die beim Wiegen und Messen abknuppt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppe''' f. ● Redensart ''än inn de Gnübbe grijjen'' ,jem. in die Knuppe kriegen, in seine Gewalt bekommen, jem. seine Überlegenheit fühlen lassen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Umdeutung von ''Kluppe'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppel''' m. ● ,Auswuchs am Körper, Beule‘, Niederhessen (Pfs. 1886), ''Knubbel'' ,knotenartige Verdickung (nicht nur am Körper)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuppen''' ● ''knubben'' ,kargen, abzwacken‘, Kassel (Gr. 1894). ●  Siehe ''abknuppen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperarbeit''' ● ''Knubberarweit'' ,Geduld heischende Arbeit‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperbeinchen''' ● ,die kleinen dünnen „Knöchelerchen“ am Geflügel, wo die Fleisches-Fasern zuletzt nur noch mit den Zähnen gesucht, abgeknuppert werden‘ (Pfs. 1886). ● ''Bis aufs Knupperbeinchen'' ,einer Sache bis auf den tiefsten inneren Grund gehen‘ (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperfleisch''' ● ''Knubberfleisch'' ,Fleisch dicht am Knochen, das nur abgeknuppert werden kann‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnobberfleesch'' ,sehniges, knorpeliges Fleisch, besonders das Fleisch an den Ohrmuscheln‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Bis uffs Knubberfleisch'' ,aufs gründlichste‘ (Gr., auch 20. Jh.). ''Se zänggen sech bis offs Gnobberfleesch'' ,sie zanken sich bis aufs Messer‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knupperig''' ● ,was beim Zerbeißen den Knupperlaut erzeugt (siehe ''knuppern''); scharf gebacken (Brot, Kuchen)‘ (Vil. 1868); ''knubberich'' ,zum Knabbern geeignet (z.B. Gebäck)‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnobberech'', ''gnübberech'' ,nicht leicht zu zerbeißen‘, ''gnübberech'' auch: ,überaus sparsam, geizig‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuppern''' ● ''knuppern'' ,an Hartem mit kleinen Bissen nagen; sich an Hartem mit den Fingern versuchen, um etwas davon abzulösen‘; auch Laut, welchen das Nagen hervorbringt (Vil. 1868); ''knubbern'' ,geräuschvoll kauen, knabbern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnobbern'', ''gnübbern'' ,harte Gegenstände zerbeißen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperwerk''' ● ''Knubberwerk'' ,irgendein feiner Genußgegenstand‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knups''' m. ● ''Knups'', zuweilen auch ''Knupch'', ''Knopch'' ,kleiner Mensch‘, Spottwort (Vil. 1868); ''Knups'' ,kleines Kind‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knups''' m. ● ,Schlag, Stoß‘ (Vil. 1868); ,leichter Stoß, auch: die Folgen davon‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnobs'' ,leichter Stoß, Schlag, meist in scherzhafter Absicht erteilt‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Das Dibben hot en Knubs gekricht''. ,Der Topf hat einen Stoß (Riß, Sprung) bekommen‘. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knupsen''' ● ,schlagen, stoßen‘, aber in  gelinderem Sinn, überwiegend scherzhaft‘ (Vil. 1868); ,schnippen, einen Gegenstand mit Daumen und Zeigefinger anschnippen, auf diese Weise (verstohlen) einem Kind eine Kopfnuß geben‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnobsen'' ,leicht anstoßen, schlagen, meist in scherzhafter Absicht‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''knipsen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knurbel''' m. ● ''Knorwel'' ,kratziger Fusel‘, mancherwärts im Lande gebräuchlich (Pfs. 1886); ''Knurwel'' ,Knorpel‘, Kassel 19., 20. Jh.; auch ,Schnaps‘, ebd. (Gr. 1894); ''Gnorwel'' ,fester Knochenansatz; verwachsener Mensch‘, als Schimpfname sehr gebräuchlich, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knurbeln''' ● ''gnorweln'' ,knurren, murren‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''knerbeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knust''' m. ● ''Knust'' ,Rand des Brotlaibs, Randstück vom Brotlaib‘, in Niederhessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''Knuhst'' ,Anfangs- oder Endstück des Brotlaibs‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Gnühst'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knüstchen''' ● ''Kniestchen'' ,kleiner Knust‘, Pl. ''Kniesderchen'' auch: ,obere Wangen (auf den Wangenknochen), insbesondere wenn gerötet oder gebräunt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knutschelchen''' ● ,jemand, den man gern knutschelt‘, Zärtlichkeitsausdruck, Kassel (Gr. 1894). ● ''Du bist minn liewes Knutschelchen.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutschelig''' ● ''knutschelich'' ,zerknauscht, zerdrückt, voller Falten‘, Kassel 20. Jh.; ''gnüddschelich'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutscheln''' ● ,in den Händen drücken, zusammendrücken; liebkosend drücken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnüddscheln'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutschen''' ● ,drücken, zusammendrücken, zusammenknüllen, in Falten drücken‘; Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnüddschen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutteln''' ● ''knuddeln'' ,knotenartig zusammendrücken, ballen; liebkosen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutterig''' ● ''knudderich'' ,murrend, mäkelnd‘, Kassel 20. Jh.; ''gnodderech'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuttergehannes''' ● ''Knuddergehannes'' ,Knutterjohannes; einer, der viel knuttert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knutterjörge''' ● ''Knudderjerche'' ,einer, der viel knuttert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuttern''' ● ,murren, murrend tadeln, kleinlich tadeln‘ (Vil. 1868); ''knuddern'' ,verhalten Unmut äußern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnoddern'' ,verdrießlich murren, kleinlich mäkeln, ärgerlich brummen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuttersack''' ● ,einer, der viel knuttert‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr.1894); ''Gnoddersack'' ,brummiger, stets nörgelnder Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kochening''' ● ''kochenink'' ,kochend‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Koffert''' m. ● ,Koffer‘, Kassel (Gr. 1894), Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlbütte''' f. ● ''Kohlberre'' ,Holzgefäß zum Aufbewahren des Sauerkrauts‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kohlen''' ● ,flunkern‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlenlips''' ● ,heruntergekommenes Individuum‘, eigentlich ,Kohlenträger‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Lips'' ist alte Kurzform von ''Philippus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlhase''' ● ,Gemüsegärtner‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlvogt''' ● ''Kohlvoocht'' ,Ausrufer‘, übertragen: ,Ausplauderer‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Köpfchen''' ● ,Tasse, Obertasse‘, ganz Hessen (Pfs. 1886). ● Die Untertasse hingegen heißt ''Schälchen''. (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kopfer''' ● ''Kobber'' ,Kupfer, Kupfergeschirr, Kupfergeld‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kupfer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kopfernase''' ● ''Kobbernase'' ,rote Nase‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Koppel''' f. ● ''Kobbel'' ,Aufhaltekette, zweiteilige Kette vorn an der Wagendeichsel, an die ein Gespann angekoppelt wird‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''köppeln''' ● ''sech kebbeln'' ,sich ins Lederzeug, die Ketten oder Stricke verwickeln (vom Zugvieh); sich zanken, sich streiten‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''körisch''' ● ''körsch'' ,wählerisch‘, in ganz Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Körle''' ● Zum ''Körler Esel'' siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Köze''' f. ● ,Rückenkorb mit Tragbändern‘, Niederhessen, Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868); ''Keeze'' ,Tragekorb auf dem Rücken‘, scherzhaft übertragen: ,Bauch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Sich die Köze flicken'' ,sich im Essen ein Gütchen tun‘ (Pfs. 1886); ''sich de Keeze flicken'' ,einen trinken‘, Kassel (Bennecke 1904), ,tüchtig essen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Közengücker''' ● ''Közengucker'' ,Visitator, Mautbeamter, Accisbeamter‘ (Vil. 1868); ''Keezengicker'' ,einer, der gern und oft in die Marktkörbe guckt‘, übertragen: ,einer, der spioniert, aushorcht‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. setzt gleich mit ''Fiskal'' und ''Kalfaktor''; s. d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krabbelig''' ● ''grawwelich'' ,lebhaft, beweglich, äußerst tätig‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grawwelech'' ,lebhaft kriechend, ungemein regsam‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krabbeln''' ● ''krawweln'' ,wimmeln, in großer Zahl kriechen‘, Kassel (Gr. 1894), ,auf allen Vieren (eilig) kriechen‘, Kassel 20. Jh.; ''grawweln'' ,auf Händen und Füßen kriechen, sich lebhaft kriechend bewegen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. „krappeln“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krabbeln''' ● ''krawweln'' ,kraulen, gelinde kratzen, kitzeln‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grawweln'' ,mit den Fingerspitzen dauernd betasten‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kracke''' f. ● ,ganz schlechtes, unbrauchbares Pferd‘ (Vil. 1868); ''Gragge'' ,altes, unbrauchbares Pferd‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krackel''' ● ''Krackel'' m. ,verzogener Schriftzug; irgendwelche mißbildete Gestalt‘, Kassel (Pfs. 1886); ''Kraggel'' f. ,schlechte Handschrift‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krackelig''' ● ''kraggelich'' ,mit schlechter Handschrift geschrieben‘, Kassel 20. Jh.; ''graggelech'' ,schief, verbogen (besonders von schlechter Schrift)‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krackelwerk''' ● ''Graggelwärk'' ,unregelmäßig durcheinanderliegende Gegenstände‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krafts Katze''' ● Nur in der Redensart ''Hä is im Arsche wie Krafts Katze.'' ,Er ist unrettbar verloren, ganz und gar erledigt.‘ Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krakeel''' m. ● ''Krageel'' ,lärmendes Gestreite‘, Kassel 20. Jh.; ''Grageel'' ,Zank, Streit, Lärm‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krakeelisch''' ● ''grageelsch'' ,streitsüchtig‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krambol''' ● ''Krambóhl'' ,Lärm‘, Kassel (Gr. 1894), ,Streit‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krankheit''' ●  ''schlimme Kranket'' ,Epilepsie‘, Balhorn (Sl. 1901); ''de fallninge Graanget'' ,die fallende Krankheit, Epilepsie‘, ''de engelsche Graanget'' ,die englische Krankheit, Rachitis‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kränksch''' ● ,kränkelnd, ungesund‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kranne''' f. ● ''Gronne'' ,Krähe, Rabe‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krapfe''' m. ● ''Krappe'' ,Haken (um etwas aufzuhängen)‘, Schwalm und Oberhessen (Vil. 1868); ''Krabben'' m., dasselbe, Holzhausen am Hahn 20. Jh. (Umbach). ● Vgl. ahd. ''krapfo'' m. ,Haken, Kralle, Krapfen, Widerhaken‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kräpfel, Krapfel''' f. ● ''Kreppel'', ''Krappel'', in Hessen und anderwärts sehr beliebtes Backwerk, das ursprünglich und teilweise noch jetzt die Form eines Hakens hat, gebacken zu Fastnacht, in der Fulda- und Werragegend beim Ende des jährlichen Ausdreschens (Vil. 1868); ''Kräbbel'' ,Krapfen‘, Gebäck, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Zusatz bei Gr.: ‚Fastnachtsgebäck‘; ''Grabbel'' ,Krapfen‘, Gebäck, besonders zu Fasstnacht, Neujahr, zum Ausdreschen des letzten Getreides, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Diminutiv von ''Krappe'', s. ''Krapfe''. ● Vgl. ahd. ''krapfilīn'' (mit doppeltem Dim.-Suffix) ,Häklein, Haken, Widerhaken, Krapfengebäck’.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krappelbauer''' ● ''Krebbelbure'' ,ein ärmlicher, unansehnlicher Bauer, der etwa mit einer Kuh an den Acker zieht‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Grabbelbuhre'' ,Kleinbauer‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krappeln''' ● ,fortkriechen mit eilfertiger, käferartiger Bewegung der Arme und Beine‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''krabbeln'' ,(eilig) kriechen, klettern‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grabbeln'' ,sich langsam und unbeholfen bewegen, kriechen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''sich uffgrabbeln'' ,sich mühsam von einer Krakheit erholen‘ (Gr.). ● Vgl. ''krabbeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kraß''' ● ''graß'' ,starr (vom Blick)‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krätsch''' m. ● ''Krähtsch'' ,Lärm, Aufhebens (um eine Sache)‘, Kassel (Gr. 1894); ,kleines Kind (das noch am Fußboden herumkriecht)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kratzbürste''' ● ,launige, doch auch ernste Schelte für einen zänkischen oder widerborstigen Menschen‘ (Pfs. 1886); ''Kratzbirschde'' ,zänkische Mensch, vor allem Frau oder Mädchen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Gratzbärschde'' ,reizbarer, zanksüchtiger Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krätzer''' ● ''Grätzer'' ,schlechter Branntwein‘; ''ahler Grätzer'' ,alter Kerl‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kraufdingen''' n. ● ''Kruffdingen'' ,Kind, das noch umherkriecht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kraufen''' ● ''krufen'', ''kraufen'', ''kroffen'', ''kröffen'' ,kriechen‘; in Gebrauch vom niederdt. Niederhessen (wo es ''krupen'' heißt) bis südl. in die Gegend von Spangenberg und Wabern, von dort östl. bis Eschwege bzw. Waldkappel (Vil. 1868);  ''kruffen'' ,kriechen‘, Kassel 19., 20. Jh.; ''grüffen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''ich kruffe'', ''du kriffest'', ''hä kriffet'', ''mä kruffen'' usw., ''kroff'', ''gekroffen'', Kassel; die entrundeten Umlautformen ''kriffest'', ''kriffet'' (aus *''krüffest'', *''krüffet'') waren in der 2. Hälfte des 19. Jh. bereits am Erlöschen. ''Grüffen'', ''gröff'', ''gröffen'', Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kraufhühnchen''' ● ''Kruffhühnchen'' ,klein gewachsene Frauensperson‘, Spottwort, in Kassel sehr üblich (Vil. 1868); ''Kruffhienchen'' ,Kriechhühnchen (kleine Art)‘, sehr oft: ,kleines Mädchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kräuschen, Kräuselchen''' ● ''Kries’chen'', ''Krieselchen'' ,kleiner Krug‘, Kassel (Gr. 1894).  ● Abgeleitet von ''Krus'' ,Krug‘, das 1894 in Kassel offenbar bereits außer Gebrauch gekommen war; nach Vil. (1868) als ''Krus'', ''Kraus'', ''Krause'' gebräuchlich in Mittel- und Oberhessen, wenig im niederdt. sprechenden Niederhessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krawaller''' ● ,Krawallmacher‘, insbesondere ,politsch unruhiger Kopf‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kregel''' ● ''kregel'', auch kontrahiert ''kreel'' ,beweglich, munter, rührig‘, besonders von Kindern und Rekonvaleszenten gesagt, in ganz Hessen sehr üblich (Vil. 1868); ''kreechel'' ,gut aufgelegt‘, Kassel (Gr. 1894); ''krichchel'', dasselbe, ebd. 19. Jh. (Herzog); ''greejel'' ,munter, beweglich, gesund‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kreideln''' ● ,sich mit Herd- oder Ofenfeuer zu schaffen machen, es schüren, in Gang bringen oder halten‘, Kassel (Gr. 1894). ● Statt ''kreideln'' oft auch ''kriedeln'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kreideweißchen''' ● ''Kridewißchen'', ''Kriddewißchen'' ,der als Todverkünder gefürchtete Raubvogel Strix noctus, das Käuzchen, Leichenhuhn‘ (Vil. 1868); ''Kriedewißchen'' ,Käuzchen‘, Kassel (Gr. 1894); ''Grierewißchen'' ,Steinkauz, Totenvogel‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Hin und wieder, z.B. in der Umgebung von Fritzlar, heißt der Vogel ''die wisse Kritt'' (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kreisch''' m. ● ''Greesch'' ,Schrei‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Krisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kreischen''' st. ● wie hochdeutsch, dazu in Niederhessen der herrschende Ausdruck für ,weinen‘ (Vil. 1868); ''krischen'' (intr.) ,kreischen, schreien; weinen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''grüschen'' ,weinen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''krischen'', ''krisch'', ''gekrischen'' (im Präs. ''i'' geschlossen, im Imp. und Part. Perf. ''i'' offen), Kassel; ''grüschen'', ''grösch'', ''jegröschen'', Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kreischen''' schw., trans. ● ,Öl zum Sieden bringen, um die herben oder auch widrigen Bestandteile auszuscheiden‘ (Vil. 1868); ''kreischen'' (trans.) ,Öl sieden, Fett auslassen‘, Kassel (Gr. 1894); ''greeschen'' ,(ein Kind) zum Weinen veranlassen; Öl zum Sieden bringen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''kreischen'', ''kreischte'', ''gekreischt'', Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krekeln''' ● neben ''krakeelen'' in gleicher bedeutung, Kassel (Pfs. 1886), ''kreegeln'' ,krakeelen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krellen''' trans. ● ,eine plötzliche, wenn auch vorübergehende Erstarrung und das damit verbundene unangenehme Gefühl hervorbringen (z.B. Frost)‘, überall in Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krepen, krepeln''' ● ,in etwas Hohlem herumstochern‘, z.B. in der Ofenröhre, in der Nase; sehr üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kresten''' ● ''kresten'', Aussprache ''krästen'', ,stöhnen (von Gebärenden)‘, nördl. Hessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kribbel''' m. ● ''Grewwel'' ,Werkzeug zum Stochern‘, z.B. Pfeifenkribbel, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kribbel''' m. ● ''Kriwwel'' ,unangenehmer Kitzel, Jucken‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kribbeln''' ● ''kriwweln'' ,prickeln, jucken, unangenehm kitzeln in Nase, Hand usw., Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grewweln'' ,stochern; jucken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Redensart ''es kriwwelt und wiwwelt'' (von Läusen u. dgl.) (Vil. 1868); ''krewweln un wewweln'' ,kribbeln und wimmeln‘ (Gr.); ''grimmeln un wimmeln'' ,krimmeln und wimmeln‘ (Hm.). ● ''krimmeln'', wohl nur in Verbindung mit ''wimmeln'' vorkommend; die Redensart ''es krimmelt und wimmelt'' erstmals belegt in Schwebda 1673 in Bezug auf einen Heuschreckenschwarm (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kribbsen''' ● Bei Gr. 1894 (Kassel) nur Verweis auf ''gribbsen''; dies Wort fehlt allerdings an entsprechender Stelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kriminal''' ● zur Verstärkung gebraucht, z.B. ''Kremmenahlhersch'' ,Kapitalhirsch‘, ''Kremmenahljunge'' ,ungewöhnlich großer Säugling‘, Kassel (Gr. 1894), ''kriminalscheenes'' Mädchen, Kassel (Bennecke 1904); ''kriminal'' ,sehr stark, übermäßig‘, z.B. ''kriminale Hawer'', Balhorn (Sl. 1901); ''grimmenal'' ,vorzüglich, ausgezeichnet, außergewöhnlich‘, z.B. ''en grimmenales Steck Vieh'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kringel''' m. ● ,der einfache Gebäckring‘, Kassel (Pfs. 1886). ● Der zur Acht verschlungene Gebäckring heißt hingegen ''Bretzel'' (Pfs.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krippengäker''' m. ● ''Grebbengäger'' ,Pferd, das die Vorderzähne auf die Krippe aufzusetzen und die hastig eingeschluckte Luft wieder auszustoßen pflegt; Mensch, der dauernd aufstößt, rülpst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krisch''' m. ● „in unserem ganzen Stammes-Gebiete“ üblichster Ausdruck für hd. ''Schrei'' (Pfs. 1886); ''Kresch'' ,Schrei‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''En luden Kresch duhn'' ,schreien‘ (Gr.). ● Vgl. ''Kreisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krittelkopf''' ● ''Kriddelkopp'' ,einer der zum Kritteln neigt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kritteln''' ● ''kriddeln'' ,(wiederholt) tadeln; tadelnd Unzufriedenheit, üble Laune äußern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kropch''' m. ● ''Kroppich'', ''Krupch'' ,Kropf‘ (Pfs. 1886), ''Kroppich'' ,kleiner unansehnlicher Mensch‘, mittlere Eder (Pfs.); ''Kropch'' ,Kropf, Vogelkehle‘, Kassel (Gr. 1894); ''Grobch'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mundartl. ''pch'' ist keine verunglückte Wiedergabe von hochdt. ''pf''; ''Kropch'' ist *''Krop'' + ''ch''-Suffix (&amp;lt; germ. ''k''-Suffix); siehe auch ''Wiedehopf''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kröpel''' ● ,Krüppel‘ in Hessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''Krebel'' ,Krüppel‘, auch ,etwas, das in der Form mißlungen ist (z.B. Brötchen), Kassel (Gr. 1894), im 20. Jh. in Kassel meist nur noch Schimpfwort für einen widerlichen Menschen; ''Grebel'' ,Krüppel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kröpelig''' ● ''krebelich'' ,krüppelhaft‘, als Scheltwort: ,elend, widerlich‘, z.B. im Hinblick auf Benehmen, Kassel (Gr. 1894); ''greebelech'' ,krüppelig, verkrüppelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krucke''' f. ● ''Kruke'' ,Krug‘, besonders ,Krug mit engem Hals‘, im niederdt. sprechenden Niederhessen (Vil. 1868); ''Kruke'' ,Krug‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Krugge'', Kassel (Gr. 1894). ● Vielfach scherzhaft für ,kleinen scheiben (schiefen) Menschen‘ (Pfs. 1886); ''Du ahle Krugge!'', ''Das is dä ‘ne Krugge!'' Hier ''Krugge'' etwa ,Versager, Taugenichts‘, eher milder Spott, Kassel 20. Jh. Fraglich, ob es sich hier tatsächlich um eine Übertragung handelt und nicht viel eher um eine Altform von ''Krücke''. Dafür spricht, daß man auch anderes, etwas Verkrüppeltes so bezeichnen kann, etwa einen unansehnlichen, krummen Baum (Christbaum), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krulle''' f. ● ''Krolle'', ''Krulle'', zuweilen auch ''Kroll'' m. ,Haarlocke‘ (''Locke'' ist ungebräuchlich, unverständlich) (Vil. 1868); ''Krulle'' ,(enge) Haarlocke‘, Kassel 20. Jh.; ''Grolle'' ,Haarlocke‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''krolle''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krüllen''' ● ,Schoten aufknicken und Erbsen herausstreichen‘, Teile Niederhessens (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krullenkopf''' ● ''Krollkopf'' ,Lockenkopf, Krauskopf‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''Krullenkopp'', dasselbe, Kassel 20. Jh.; ''Grollenkopp'' ,Lockenkopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krullig''' ● ''grollech'' ,lockig, kraus‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krumbel''' f. ● ''Krumpel'' ,unregelmäßige, aus Versehen oder Unordentlichkeit entstandene Falte in Sachen mit regulär glatter, glattgebügelter Oberfläche (Tuch, Papier)‘, ganz Hessen (außer niederdeutschen Gebieten, wo es ''Krünkel'' heißt) (Vil. 1868); ''Krumbel'' ,Falte in Stoff oder Papier, dort wo keine sein sollte‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Grömbel'' ,unregelmäßige Falte, etwa in einem Kleid, durch Unvorsichtigkeit entstanden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krumbelig''' ● ''krumpelig'' ,voll Krumpeln‘ (Vil 1868); ''krumbelich'' ,verknittert‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''grömbelech'' ,voll unregelmäßiger Falten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krumbeln''' ● ''krumpeln'' ,in unregelmäßige und ungehörige Falten drücken‘ (Vil. 1868); ''krumbeln'' ,knittern, faltig werden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''grömbeln'' ,in unregelmäßige Falten drücken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krümmede''' f. ● ''Gremmede'' ,Krümmung, meist Wegbiegung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krumme Not''' ● ,Epilepsie‘, besonders in Niederhessen sehr üblich, ist zum Fluchwort geworden, sehr häufig verwendet (Vil. 1868). ● ''Du sat de Krummenot krechchen!'' ,Du sollt die krumme Not kriegen!‘ Kassel (Gr. 1894); ''Krumme Nott!'' Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krustellieren''' ● ,mit Appetit essen; vespern, kleinen (kalten) Imbiß zu sich nehmen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Von französ. ''croustiller'' ,knuspern, knabbern‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krüsten''' ● ''gräsden'' ,seufzen, stöhnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krutsch''' m. ● ,kleines Kind‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küchel''' n. ● ''Kichel'' (''i'' kurz) ,Küken’, Kassel (Gr. 1894). ● ''Dummes Kichel'' ,dumme, auch: bescheidene Person‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küchen''' n. ● ''Kichen'' (''i'' kurz) ,Küken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küchendragoner''' ● ''Kichendragoner'', bedeutungsgleich mit ''Kastrullbursche'' ,Frau, die übereifrig in der Küche herumfuhrwerkt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuh''' ● ''Kuh'', Pl. ''Kiewe'', Kassel 19. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. (1894) führt ''Kuh'', ''Kiewe'' für Kassel nicht auf; siehe aber die nächsten Einträge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kühchen''' s. ● ''Kiebchen'' ,kleine Kuh‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küheleetscher''' m. ● ''Küweleetscher'' ,schwerfällig nur mit Kühen fahrender Bauer‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küheschelle''' ● ''Kieweschelle'' ,Schnapsglas, ähnlich einer Herdenglocke‘, Kassel (Gr. 1894), ,großes, trichterförmiges Schnapsglas‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kühn''' ● ''kiene'' ,dreist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kukummer''' f. ● ''Kukummer'' ,Gurke‘, das übliche Wort, ''Gurke'' ist kaum bekannt (Vil. 1868), ''Gugummer'', nördl. Hessen (Pfs. 1886), ,''Gugummer'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullarsch''' ● ,Hühnerart ohne Schwanz‘, an Fulda und Werra (Vil. 1868). ● Vgl. ''Kullmutz'' und ''Kupper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kulle''' ● Siehe auch ''Kaule''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kulle''' f. ● ''Kulle'' ,Kugel‘, in ganz Hessen üblich, wohingegen hochdt. ''Kugel'' nicht üblich ist und sich erst in der neuesten Zeit hier und da einbürgert (Vil. 1868). ● Kontraktion von  mhd. ''kugele'' zu ''kūle'', dann im Niederhessischen gekürzt zu ''Kulle''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuller''' m. ● ''Kuller'' ,Koller‘, Kassel 20. Jh. ● Nur Redewendungen: ''Host du dann ’n  Kuller?'' ,Bist du denn verrückt?‘ Kassel 20. Jh. ''Den Koller honn'' ,den Koller haben, verrückt sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926); hierzu auch ''Dä kollert’s wohl?'' ,Du bist wohl verrückt?‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kullerig''' ● ''kullerich'' ,den Koller habend; heftig, ungestüm, cholerisch‘, Kassel 19., 20. Jh.(Gr. 1894); ''kollerech'' ,kollerig, verrückt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kullern''' ● ''kullern'' ,rollen‘, allgemein üblich (Vil. 1868), ''kullern'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kullern''' ● ''kullern'' ,kollern‘, Geräusch, z.B. Stimme des Truthahns, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullmutz''' ● ,Hühnerart ohne Schwanz‘, an Fulda und Werra (Vil. 1868). ● Vgl. ''Kullarsch'' und ''Kupper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullrabe''' f. ● ''Kullerawe'' ,Kohlrabi‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), ''Gullerawe'', ebd. (Gr. 1894); ''Kolrowe'' ,unter der Erde wachsender Kohlrabi‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullskopf''' ● ''Kullkopf'', ''Kullskopf'', 1) ,Kaulquappe‘ 2) der Fisch cottus gobio (Vil. 1868); ''Güllskopp'' ,Kaulquappe‘, Umdeutung in ,Gaulskopf‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullsquappe''' ● ''Kullsquabbe'', Kassel (Gr. 1894); &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kulltüpfen''' ● ''Kulldüppen'' ,bauchiger Topf ohne Beine‘, Kassel (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kulstern''' ● ''kulstern'' ,räuspern, husten, mit Schleimauswurf‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kummer''' m. ● ,Schutt, namentlich Bauschutt, unfruchtbares Erdreich‘ (Vil. 1868); ,Kehricht, Schutt‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kommer'' ,unfruchtbares, sandiges Erdreich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Für ''Kummer'' im hochdt. Sinn ist in Niederhessen ''Brast'' üblich; ''Schutt'' wird nicht gebraucht, kaum verstanden (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kummermann''' ● ,Mann, der die Abfuhr des Kehrichts besorgt‘, Kassel (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kummerwagen''' ● ,Kehrichtwagen‘, Kassel (Pfs. 1886); (städtischer) Kehrichtwagen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumpf''' m. ● ''Kumpf'' ,größerer Napf‘, überall gebräuchlich (Pfs. 1886); ''Kump'' ,größeres Gefäß; der Dorfbrunnen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumfate''' f. ● ''Kumfate'' ,erhöhte Flächen, Bänke, die sämtlich auf freien Plätzen gelegen sind‘, Allendorf in den Soden und in einigen Nachbarorten; ''Komfade'' ,Herberge, Wirtshaus‘, östl. Niederhessen (Pfs.1, 1889). ● Die Identität beider Wörter und anzunehmende ursprüngliche Bedeutungsgleichheit ist kaum von der Hand zu weisen; zumindest bei ''Kumfate'' denkt Pfs. an ,Ort für Gemeindeversammlungen‘. Er könnte recht haben: Ließe sich an lat. ''convada-ri'' ,vor Gericht laden‘ anschließen, so ergäbe sich als ursprüngliche Bedeutung ,(Ort der) Gerichtsversammlung‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumpfen, Kumpfe''' m. ● ''Kumpen'' ,großer Trinkbecher, Bierkrug‘, Kassel 20. Jh.; ''Kömbe'' ,Gefäß, große Schüssel, großer Becher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumwiefchen''' s. ● ''Kumwiefchen'', in der Redensart ''das ganze Kumwiefchen'' ,die ganze Gesellschaft‘, im Sinne einer ,Gruppe mit (bedenklichem) innigem Einverständnis untereinander‘, z.B. Stammtisch-, Zech- und Schmausbrüder, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894). ● Von französ. ''convive'' ,Gast, Genosse‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kunterquant''' m. ● ''Kondergwant'' ,Kunterbunt, Durcheinander‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kunte(r)wítte''' f. ● ''Kundewidde'' ,Aufführung, Lebenswandel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Konderwidden'' Pl. ,schlaue Einfälle, hinterlistige Gedanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''conduite''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kunterwittig''' ● ''konderwiddech'' ,schlau, durchtrieben‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kunnerbande''' f. ● ''Kunnerbanne'' ,Schleichhandel, Schmuggelgut‘, nicht bloß von Waren gesagt, sondern auch von etwas heimlich und unerlaubt an irgendeinem Ort Mitgebrachtem, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küppel''' m. ● ''Küppel'', gewöhnlich ''Kippel'' gesprochen, eigentlich ,kleiner Kopf‘, gebraucht gewöhnlich für kleine Feldhügel, mit Buschwerk oder einzelnen Bäumen bestanden  (Vil. 1868); ''Kebbel'' ,Erderhöhung, Hügel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kuppeln''' ● ,rollen, sich wälzen‘, wird von größeren sich abwärts bewegenden Massen gesagt (Vil. 1868); ''kubbeln'' ,kollern, wälzen, rollen (auch von Tränen)‘, Kassel (Gr. 1894); ''kübbeln'' intr. ,rollen, sich wälzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kuppeln''' ●  ''kubbeln'' ,unerlaubte Vereinbarungen treffen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kupper''' m. ● ,Hühnerart ohne Schwanz‘, Umgegend von Fritzlar (Vil. 1868). ● Vgl. ''Kullarsch'' und ''Kullmutz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuren''' Plur. ● ''Küren'' ,Narrenpossen‘, mittlere Werra (Vil. 1868); ''Kuren'' (nur an der Werra mit ''ü'') ,Neigungen, Wunderlichkeiten; Schliche, Kniffe‘, recht üblich, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kurzab''' ● ''korzop'' ,barsch, kurz angebunden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuschemucken''' ● ''Kuschemúggen'' Plur. ,Heimlichtuerei‘, Kassel (Gr. 1894), ,Betrügereien, betrügerisches Spiel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutte''' f. ● ,wollenes, öfters schwarzes Tuch, das sich Frauen und Mädchen im Winter gegen Kälte um den Kopf binden‘, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutteln''' ● ''kutteln'' trans. und intrans. ,rollen, rollend fallen‘ (Pfs. 1886); ''kuddeln'' trans. u. intrans. ,wackelnd, ungleichmäßig rollen, kullern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutz''' m. ● ,das zu einem Knäuel zusammengewickelte Haupthaar der Frauen‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Kutz'' ,Haarknoten auf dem Kopf oder am Hinterkopf von Frauen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kütz'' ,das zu einem Knäuel zusammengelegte Haar der Frauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutz, Kutzen''' m. ● ,Menge, Haufen, zumal willkürlich zusammengetragener und unordentlich durcheinanderliegender Dinge‘ (Vil. 1868); ''Kotzen'' ,Menge, Haufen durcheinander liegender Dinge, wirre Masse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutz''' m. ● ''Kotz'' ,Husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzbeutel''' ● ''Kotzbiddel'' ,einer, der dauernd hustet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutze''' f. ● ,Erbrochenes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzel''' f. ● ,verwirrte (verknotete) Stelle in Haar, Garn, Faden; Zusammengeballtes‘, Kasel 19., 20. Jh.; ,wirrer Haarknäuel der Weiber; Person mit unordentlichem Schopf‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Kotzel'' ,Haufen durcheinander geschlungener Fäden, Haare oder dgl.‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzelanke''' f. ● ,verwirrtes Kopfhaar‘, übertragen: ,Person mit ungepflegtem, verkutzeltem Haar‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzelkopf''' ● ,ein Kopf mit ungekämmten Haaren‘ (Vil. 1868); ''Kutzelkopp'' ,verwirrtes Kopfhaar‘, übertragen: ,Person mit ungepflegtem, verkutzeltem Haar‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kotzelkopp'' ,Kopf mit wirrem Haar; dickköpfiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzeln''' ● ,verwirren, durcheinander bringen (Haare, Fäden un dgl.)‘, Kassel 20. Jh.; ''kotzeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzen''' ● ''kotzen'' ,sich übergeben; die Kehle durch Auswurf reinigen (räuspern); (heftig) husten‘ (Vil 1868); ''kutzen'' ,kotzen, sich erbrechen‘, Kassel (Gr. 1894), ''kotzen'' ,husten‘, ''sech kotzen'' ,sich erbrechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzerig''' ● ''kutzerich'' ,vor dem Erbrechen stehend‘ bzw. entsprechendes Gefühl bezeichnend, Kassel (Gr. 1894). ● ''Es wird mä ganz kutzerich.'' ,Es wird mir übel‘, oft auch ironisch gebraucht, um die Worte eines anderen als widerlich zu bezeichnen, also: heftige Ablehnung anzeigend. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzern''' ● ''kutzern'' ,zum Erbrechen reizen‘, Kassel (Gr. 1894), ''kotzern'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).  ● Nur in unpersönl. Redewendungen: ''es kutzert einen'' (Gr.), ''es kotzert mech'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kuzen''' ● Siehe „kauzen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''L.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Laatsch''' m. ● Latsch ,nachlässig gehender Kerl; dünnflüssiger Straßenkot‘ (Pfs. 1886); ,nachlässige Gangart‘, Kassel 20. Jh.; ''Laadsch'' ,nachlässig gehender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laatsche''' f., '''Laatschen''' m. ● ,aus Lappen zusammengenähter oder aus zerschnittenen Salbenden geflochtener Schuh‘, sehr üblich, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Latsche'' f. ,Schuh aus Salbenden, worin man latschig geht; schlunziges Frauenzimmer‘ (Pfs. 1886); ''Laatschen'' m. ,schiefer, ausgetretener Schuh‘, auch scherzhaft oder verächtlich für ,Schuh‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ''Laadschen'' (nur Plur.), ,schiefe, ausgetretene Schuhe‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Letschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laatschen''' ● ,wackelnd und schleppend gehen‘ (Vil. 1868); ,langsam, nachlässig, schleppend gehen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''laadschen'' ,sich nachlässig, schleppend fortbewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laatschen''' ● ,eine Ohrfeige verpassen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''laadschen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ich laadsch dä eine'' (''eenge'') ,ich gebe dir eine Ohrfeige‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laatschhühnchen''' ● ''Laatschhiehnchen'' ,Hühnchen mit Bauschfüßchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laatschmichel''' ● ,(meist langer) phlegmatischer Bursche‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laban''' m. ●  ''langer Lawan'' ,langer Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''labet''' ●  ''lawéht'' ,müde, abgespannt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Labberhannes''' ● ''Lawwerhannes'' ,einer, der gehaltloses Zeug redet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''labberig''' ● ''lawwerich'' ,gehaltlos (von der Rede)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''labbern''' ● ''lawwern'' ,gehaltlos reden, schwatzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Labbes''' m. ● ''Lawwes'' ,plumper Kerl‘, auch durchaus wohlwollend, bei Kindern im Sinn von gesund, kräftig gemeint, in der Kasseler Gegend recht üblich (Pfs. 1886); ''Lawwes'' ,großer Kerl‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lach''' m. ● ,kurzes Auflachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Läche dun'' Pl. ,Läche tun, in Gelächter ausbrechen‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lächerig''' ● ''lächerech'' ,zum Lachen reizend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lächern''' ● ,zum Lachen reizen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es lächert mech.'' ,Es macht mich lachen‘. (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lack''' m. ● ''en Kärle wie Lack'' ,ein tüchtiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lacks''' m. ● ,fauler Mensch‘ (Vil. 1868); ,großes Exemplar von Tier oder Mensch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Laggs'' ,großer starker Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. dürfte sich geirrt haben; er bezieht sich wohl auf den ''Faullacks'' (s.d.), Kassel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lacksen''' ●  ''sich lacksen'' ,sich lümmeln, flegeln, grob betragen‘, weitverbreitet (Pfs. 1886); ''sich lachsen'' ,sich lümmeln, bequem hinsetzen‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), 20. Jh.; ''sech laggsen'' ,sich räkeln, sich flegelhaft benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ladderei''' ● ,Herumtreiberei‘, Kassel 19. Jh. (Gr. 1894), auch: ,oberflächliches Arbeiten, Pfuscherei‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ladderhans''' ● ,ein träger Mensch, Müßiggänger‘ (Vil 1868); ''Ladderhannes'' ,Herumtreiber, Tagedieb‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Ladderhans'' ,leichtsinniger Mensch, Müßiggänger‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ladderig''' ● ''ladderich'' ,unordentlich‘, Kassel 20. Jh.; ''ladderech'' ,leichtsinnig, unordentlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laddern''' ● ,die Zeit müßig hinbringen, vertändeln‘ (Vil. 1868); ,sich müßig hermtreiben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laddersack''' ● wie ''Ladderhans'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lade''' f. ● ,Kleiderkiste der Landbewohner in Althessen‘ (Vil. 1868); ''Ladhe'', ,Kleiderkiste, wie von Vil. angegeben, außerdem ,Sarg‘ (hierfür auch ''Dodenladhe'' in Gebrauch), Balhorn (Sl. 1901); ''Lore'' ,große, schwere Truhe mit Eisenbeschlägen zur Aufbewahrung der Kleidung und namentlich des Leinenvorrats; Sarg‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Größer als die Lade ist in Niederhessen die ''Kiste'', diese ist schwerer und größer, hat Eisenbeschläge. In der Schwalm verhält es sich umgekehrt. (Vil.) ● Siehe ''Totenlade''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laffen''' ● ,mit herausgestreckter Zunge lecken, schlürfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''laffen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laib''' m. ● ''Laib (Brot)'' ,Brotlaib‘, Kassel 19., 20. Jh.; ''Leep'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laibchen''' ● ''Laibchen'', Pl. ''Laiwerchen'', kleine Teigwaren, Brötchen; dazu gehören im 19. Jh. Milchbrötchen, Franzbrötchen, Pariser; Kassel (Gr. 1894), auch Apfellaibchen (s.d.); ''Leebchen'' ,Laibchen, kleiner, runder Kuchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. hat merkwürdigerweise trotz pluralischem ''Leiwerchen'' als Singular ''Libb'', so auch als eigenes Stichwort. ''Libb'' heißt ,Leib‘ und ist von ''Laib'' getrennt zu halten, vgl. Niederellenbach ''Liep'' und ''Leep'' (Hm.) sowie mhd. ''lîp'' ,Leib‘ und ''leip'' ,Laib, geformtes Brot‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lakwerge''' ● ''Lakwerche'' ,Latwerge‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lakrezius''' ● ''Lakrezijus'' ,Lakritz‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lallepatsch''' m. ● ,Tölpel‘, übliches Schimpfwort in den Mittelständen (Vil. 1868);  ''Lallebatsch'' ,großer Tölpel; einer, der schwerfällig geht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lallepatschig''' ● ''lallebatschig'' ,sich benehmend wie ein Lallebatsch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lamberie''' f. ● ,Abschlußbretter unten an den Zimmerwänden, untere Täfelung‘, Kassel 20. Jh.; ,Täfelung der Zimmerwände‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Landviole''' ● ''Landfijohle'' ,Frau, deren Aufmachung die Provinzstädterin verrät‘, Kassel (Gr. 1894), ,Frau vom Lande, der Aufmachung nach‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Längede''' f. ● ''Lengde'' ,Länge‘, in Hessen sehr üblich (Vil. 1868); ''Längede'', dasselbe, Kassel (Gr. 1894); ''Längde'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''lengede''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''langen''' ● ,holen, reichen, darreichen‘ (Vil. 1868); ,herreichen‘, Kassel 20. Jh.; ,holen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die „gemeinhochdeutsche Ausdrücke“ ''holen'', ''reichen'', ''darreichen'' „waren bis um das Jahr 1820 im östlichen und inneren Hessen so gut wie gar nicht bekannt und dem Volke meist schlechthin unverständlich“. (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lapparsch''' ● ,läppischer, schlaffer Kerl, erbärmlicher Kerl‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Labboorsch'' ,erbärmlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läppchen''' ● ''Das es us dem Läbbchen ins Diechelchen''. ,Das ist einerlei‘, Kassel Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lappen''' ● , flicken, ausbessern‘, jetzt fast nur noch von Kleidungsstücken, früher auch von Geräten und Bauwerken (Vil. 1868); ''labben'' ,zerrissen sein, in Fetzen herabhängen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läppisch''' ● ''läbbsch'' ,schlaff, schwach, unbedeutend; fade, abgestanden (z.B. Bier)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ''läbbsch'' ,von fadem Geschmack, saftlos, schlapp, schlaff (von Personen und Gegenständen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Larches''' m. ● ,großer Kerl‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lärmetieren''' ● ''lärmedieren'' ,Lärm machen, lamentieren‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kontamination von ''Lärm'' und ''lamentieren'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lasche''' f. ● ,Prügel‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laschen''' tr. ●,durchprügeln‘ (Vil. 1868); ,schlagen, peitschen, durchprügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,verhauen, durchprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laschig''' ● ''laschech'' ,unordentlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lassen''' ● wie hd. ''lassen'', außerdem ,gut stehen‘, Niederhessen, auch nd. Niederhessen (Pfs.1, 1889), Kassel 20. Jh. ● ''Ähre Farwe läßt. Daaß leßt uch ockert nit.'' ,Dss steht euch nicht gut.‘ (Pfs.1) ''Das läßt dä nitt.'' ,Das steht dir nicht (gut).‘ Kassel 20. Jh. ● Vil. (1868) führt ähnlichen Gebrauch nur für das nd. Niederhessen auf: ''laten'' ,sich geziemen, scheinen, das Ansehen haben‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lattich''' m. ● ''Laddch'' ,Kopfsalat‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Laddich machen'' ,Spaß, Vergnügen machen‘, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● Gr. hat ''Lattich'' wohl nicht als Dialektwort aufgefaßt, insofern auch nicht verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lattichvogel''' ● ''Laddichvochel'' (''o'' kurz) ,Schmetterling; Person im sehr sommerlichem Anzug‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Sommervogel''. ● Pfs.1 (1889) nennt die Redewendung ''Mer spießen se uff alse de Laddichvöchel!'', die er aus seiner Kindheit in Kassel kennt, stellt aber ausdrücklich fest, daß ihm die Bedeutung von ''Lattichvogel'' unbekannt sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läube''' f. ● ''Läube'', ''Leibe'' […] ,der obere Teil des Hauses, oberes Stockwerk, Bodenraum‘, in älterer Zeit vorzugsweise die zur Aufbewahrung des Getreides bestimmten oberen Räume des Gebäudes, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Lewe'', Bezeichnung der Zimmer im zweiten Stockwerk eines Bauernhauses‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Man unterscheidet namentlich die Schlachte- oder Wursteläube, die zur Augbewahrung der Schlachtvorräte dient, und die Früchteläube, in der das gedroschene Getreide untergebracht wird. (Hm.) ● ''Läube'' gehört zu ''Laube''; siehe auch ''Borläube''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läubede''' f. ● ''Läubede'', ''Läuwede'', ''Laiwede'', Nebenform von ''Läube'', Niederhessen, davon lautl. Variante ''Laimede'' bei Netra im Ringgau (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lauern''' ● ''luren'' ,lauern, warten‘, Kassel (Gr. 1894); ,warten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laufer''' ● ,Läufer‘, in: ''Forstlaufer'' ,(Unter-)Förster‘, Kirchberg 19. Jh. (W.G.), ''Kammbankslaufer'' ,Lohnläufer‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Kannbanksläufer''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läuferchen''' ● ''Leiferchen'' ,kleines Kind, das schon einigermaßen gehen kann‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läuferisch''' ● ''liffersch'' ,was gut und schnell vonstatten geht‘, Niederhessen, äußerst üblich (Vil. 1868); ''liffersch'' ,schnell vonstatten gehen, leicht zu bewältigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läufig''' ● ''leefech'' ,geläufig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lauseding''' ● ''Lüsedänk'' ,vorwitziges Mädchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lausehuttich''' m. ● mit Verweis auf ''Hottich'' erwähnt bei Vil. (1868); ''Lusehuddich'', Bedeutung wie ''Lausejunge'', Kassel 20. Jh.; ''Liesehodch'' ,mit Läusen behafteter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lausejunge''' ● ''Lusejunge'' ,unnützer Bube‘, Scheltwort (Vil. 1868); ,Junge, der Unfug treibt, Ärgernis gibt‘, Kassel 20. Jh.; ''Lüsejönge'' ,vorwitziger Junge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lausert''' m. ● ''Lusert'' ,Lümmel‘, Kassel 20. Jh.; ''Lüsert'' ,vorwitziger Junge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läuten''' ● ''lieden'', Kassel 19. 20. Jh. (Gr. 1894); ''lieren'', Oberellenbach (Hm. 1926). ●  Stammformen: ''lieden – lidd – gelidden'', Kassel (Gr., fehlerhaft); ''lieren – lüdde – lüdden'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lech''' ● ,ausgetrocknet‘, von hölzernen Gefäßen gesagt (Vil. 1868); ,leck‘, Kassel (Gr. 1894); ''läch'' ,leck, ausgetrocknet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lechen''' ● ''lechen'', gewöhnlich ''auslechen'', auch ''verlechen'', ,durchtröpfeln‘, gesagt von hölzernen Gefäßen, deren Dauben eingetrocknet sind, die also für Flüssigkeiten durchlässig geworden sind (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leckebrett''' ● ,Zunge‘, schmähend, besonders kleinen Kindern gegenüber, Niederhessen (Vil. 1868); ''Leggebrett'' ,Zunge‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lecken''' ● ''leggen'' ,lecken, nippen, naschen‘; ,in niederträchtiger Weise schmeicheln‘, Kassel (Gr. 1894); ''läggen'' ,naschen, nippen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lecken''' ● ,besprengen, begießen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''leggen'' ,Wasser vor dem Kehren auf dem Boden aussprengen‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Das Tuch lecken'' ,die zum Bleichen ausgespannte Leinwand begießen‘, ''die Wäsche einlecken'' ,die getrocknete Wäsche leicht besprengen und hiermit zum Bügeln vorbereiten‘ (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leckermaul''' ● ''Leggermull'' ,jem., der gern nascht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leckwerk''' ● ''Läggwark'' ,süße Speisen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ledig''' ● ''leddich'' ,unverheiratet‘, Kassel  (Gr. 1894); ''lärrech'' ,leer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''leddich un lose'' ,unverheiratet‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lege''' ● ,niedrig, kärglich, mager, jämmerlich‘, nd. sprechendes Niederhessen und Gegend um Maden (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lehne''' f. ● ,Abhang, Bergabhang‘, allgemein im Gebrauch (Vil. 1868). ● Siehe nachfolgendes ''lehne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lehne''' Adv. ● ,mäßig abhängig, gelinde abschüssig‘, allgemein im Gebrauch (Vil. 1868); ''lähne'' ,sanft ansteigend‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''lehneruff'' ,mit sanfter Steigung aufwärts‘, Kassel (Gr. 1894); ''lähne nof'' ,bergauf, ein wenig ansteigend‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lehnen''' ● ,leihen, verleihen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); dasselbe, Kassel (Gr. 1894). ● ''leihen'' ist völlig unbekannt (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leibchen''' n. ● ,ärmelloses Bekleidungstück für den weiblichen Oberkörper‘ (Vil. 1868); ''Libbchen'' ,Schnürbrust ohne Steifung‘, Kassel (Gr. 1894); ,Mieder (für die Frau), Weste (für den Mann)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leibchenskeipe''' f. ● ''Libbchenskibbe'' ,Westentasche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leich''' n. ● ,die auf die Spielbahn einzeln aufgesetzte Tonkugel‘, auf die im Frühlingsspiel der Knaben mit Tonkugeln geschossen (geknipst) wird, fast ausschließlich östl. Hessen, wo das Spiel zu Hause ist (Vil. 1868). ● Vgl. ahd. ''leih'' ,Spiel, Melodie, Gesang‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leichdorn''' ● ,Hühnerauge‘, in Hessen ausschließlich geltende Bezeichnung (Vil. 1868); ''Lichdorn'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Eigentliche Bedeutung ist ,Körperdorn‘, vgl. ahd. ''līh'' ,Körper, Leib, Leichnam‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leiche''' ● ''Liche'' (i kurz) ,Begräbnis, Trauerzug‘, seltener: ,Leiche‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,Beerdigung, Leichenbegängnis‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''uff ’ne Liche gehn'' ,an einer Beerdigung teilnehmen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leichenleute''' ● ''Lichenliere'' ,Teilnehmer an einem Begräbnis‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leichmahl''' ● ''Lichmohl'' ,Trauermahl nach dem Begräbnis‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leidmut''' ● ''Leidmut'' f. ,Wehmut‘, volkstümlich, Hessen‘ (Pfs. 1886); ''Leedmut'' m. ,Wehmut, Trauer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''leidmütig''' ● ,wehmütig‘, in der Kasseler Gegend ''lairemürich'' ausgesprochen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leier''' ● ''Liere'', Kassel (Gr. 1894) ● ''emmer de ahle Liere'' ,immer das alte Einerlei‘ (Gr).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leimen''' m. ● ''Leimen'' ,Lehm‘, Kassel (Gr. 1894); ''Lemen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Leimen un Stroh'' ,Kartoffelbrei und Sauerkraut‘, ebd. 19., 20.Jh. (Gr. 1894), übertragen von der Lehm-Stroh-Füllung, mit der die Gefache der Fachwerkhäuser ausgekleidet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leimenkaute''' f. ● ''Lemenküdde'' ,Lehmgrube‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leimrute''' ● ''uff der Limmrude gefangen'' ,durch List überführt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leinwat''' ● n., ,Leintuch‘, selten, in den größten Teilen von Hessen unüblich (Vil. 1864); ''Linnwoot'' f. ,Leinwand‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''lînwât''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leist''' m. ●  ''Leest'' ,Spur, Striemen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lenze''' f. ● ,Lenz, Frühling‘, Balhorn (Pfs. 1886). ● ''In der Lenze'' ,im Frühling‘, besonders in der Zeit der Aussaat, Balhorn (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''leppen''' ● ,nur ganz wenig besprengen, vorsichtig bespritzen‘ (Vil. 1868). ● Vil. faßt ''leppen'' „als eine Art Deminutiv“ zu ''lecken'' auf (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lepperkind''' ● ''Läbberkend'' ,aufgeleppertes Kind‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''leppern''' ● ,in einzelnen kleinen Schlucken trinken‘, allgemein üblich; ''aufleppern'' ,ein Neugeborenes (Mensch oder Tier) durch Einflößen von Milch ohne Mutterbrust aufziehen‘, auch: ,mit Mühe großziehen‘ (Vil. 1868); ''läbbern'' ,ein Kind ohne Muttermilch aufbringen; oft und in kleinen Portionen trinken‘, Kassel (Gr. 1894), ''sich läbbern'' ,sich allmählich ansammeln, vermehren‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ''läbbern'' ,von einer Speise oder einem Getränk nur wenig und in kurzen Zügen genießen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es läbbert sich (zesammen)'' ,aus wenig wird allmählich viel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lerche''' ● neben dem Vogelnamen auch ,liederliches Frauenzimmer‘, allgemein verbreitet (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lerchelchen''' ● ,kleine Lerche‘, Zungenprobe der Nüchternheit: Wer ''Lerchelchen'' nicht mehr sprechen kann, hat zuviel getrunken, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lerchen''' Pl. ● ,die ersten Kinderschuhe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lerchen''' ● ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lernisch''' ● ''lärnsch'' ,gelehrig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Letschen''' m. ● 1) ''Ledschen'' ,Stiefel (Schuhe), die durch Abschneiden des Schaftteils und Anschrägung des Oberleders zu Pantoffeln gemacht worden sind‘, Kassel (Gr. 1894); ''Letschen'' ,Schlappschuh‘, Balhorn (Sl. 1901); ,weicher, ausgetretener Schuh; Pantoffel‘, abfällig für ,Schuh‘, Kassel 20. Jh.; ,Zunge‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr.). ● &lt;br /&gt;
''Kumm heim, din Mutter hat de uf‘m Letschen gepiffen.'' Balhorn; Sl. gibt die Bedeutung ,Zunge‘ nicht an, nimmt also ,Schlappschuh‘ an, sieht also darin humoristischen Gebrauch („scherzhaft“); ''uff dem Letschen piffen'' ,Zungenpfiff machen‘, ebd.,  19., 20. Jh. (u.a. Lüttebrandt 1917); ''en Letschen honn'' ,betrunken sein‘, ebd. (Lüttebrandt), offenbar im Sinne ,schwere Zunge haben‘. ''Einen im Letschen honn'' ,betrunken sein‘, ebd. 20. Jh.; ''en Lädschen machen'' ,ein trauriges Gesicht machen‘, ebd. (Lüttebrandt). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''letterbeinig''' ● ''letterbeenig'' ,eigensinnig, störrisch, ungehorsam‘, besonders für heranwachsene Knaben gebräuchlich, an der Schwalm (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''letzten''' ● ''letzden'' ,kürzlich, neulich, letzthin‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leuchte''' ● ''Lichde'' (''i'' kurz), Kassel (Gr. 1894), ''Liechde'', nur in vereinzelten Redewendungen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''in der Lichde stehn'' ,im Licht stehen, durch Vortreten verdunkeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''geh mo üs der Liechde'' ,geh mal aus dem Licht!‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leuchtefett''' ● ''Lichdefedd'' ,Lampen- und Brennöl‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lewes''' m. ● ,großer Hund‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''libern''' ● ''lübbern'' ,coagulare, gerinnen‘, Niederhessen, allgemein üblich (Pfs. 1886); ''lewwern'' ,gerinnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''liberen'' ,gerinnen‘. ● Siehe ''Lubermilch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Licht, Lichtchen''' ● ,Licht, Kerze‘, Kassel (Gr. 1894), auch: ,Schnutznase‘, ebd. 20. Jh. ● Redensarten, mit Genuswechsel: ''Du stehst mä in der Lichte'', ''geh mä us der Lichte'', Kassel 20. Jh.; siehe dazu ''Weg''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lichterbaum''' ●  „der bei uns häufigere Name für den ,weihnachtlichen Christbaum‘“ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lichterkirche''' ● ,Weihnachtsgottesdienst‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lichterzieher''' m. ● ''Lichderzier'' ,Kind, das den Schnutz offen zur Schau stellt; Schnutznase‘, Kassel (Gr. 1894). ● Der Lichterzieher ist eigentlich der Kerzenzieher, -macher; es handelt sich also um eine humoristische Übertragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lid''' n. ● ''Led'' ,Luke‘, belegt in ''Boddenled'' ,Bodenlid, Bodenluke‘, Kassel (Gr. 1894); ''Läht'' ,Holzverschlag, der eine Öffnung verschließt; Augenlid‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lied''' n. ● ,Glied‘, in Kassel und anderwärts gelegentlich gebräuchlich (Vil. 1868). ● Mhd. ''lit''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''liefern''' ● ''liwwern'' ,liefern, kaputtmachen‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), 20. Jh. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lieser''' Pl. ● meist ''Lieserchen'' ,kleine Pusteln auf der Haut, geringer Ausschlag, Niederhessen (Vil. 1868). ● „Ohne Zweifel der alte Name der Krätze bzw. der Krätzmilbe, im 16. Jh. als ''Lies'' und ''Lisse'' belegt; nach Aufkommen von ''Krätze'', ebenfalls 16. Jh., umgedeutet (Vil.). ● Sing. ''Liese'' steckt möglicherweise in ''Gänseliese'', Kassel, hier aber (Gr.) aufgefaßt als ,Gänseläuse‘ (s. d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Linktatsch''' m. ● ''Linkdatsch'' ,Linkshänder‘, verächtlich (Vil. 1868); dasselbe, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Ländadsch'' (sic) ,Linkshänder‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Tatsche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Livländer''' ● ''Lifflänger'' ,magerer und flinker Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''löchericht''' ● ''lächerecht'' ,voller Löcher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lock''' m. ● ,kleines Fuder‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Loh''' n. ● ''Loh'', Pl. ''Löcher'' ,Hain, kleines Gehölz, Buschwerk, welches einzeln mitten im angebauten Feld liegt‘, als Begriff nur noch selten gebraucht, als Name häufig (Vil. 1868); ,Wald, Gehölz‘, nur noch in zwei Flurbezeichnungen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mh. ''lô''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Löhnchen''' ● ''Lehnchen'' ,kleine Flamme‘, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● ''En Lehnchen in’n Owwen machen'' ,nur wenig Feuer machen‘ (Lüttebrandt) ● Verwandt mit ''Lohe'' ,flammender Brand‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lose''' ● ,locker‘, auch: ,zu wenig gesalzen‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe auch ''ledig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Löwer''' ● ,Lohgerber‘, noch jetzt in mehreren Städten üblich, z.B. in Treysa und Frankenberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lubermilch''' ● ,geronnene, saure (dicke) Milch‘, hin und wieder vorkommend, z.B. auf dem Habichtswald (Vil. 1868). ● Siehe ''libern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Luche''' f. ● ''Lüche'' ,Öffnung in der Scheunendecke, durch die am Luchenseil etwas nach oben befördert werden kann‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Luche'' ist die hd. Entsprechung zu nd. ''Luke'.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lügenfittich''' m. ● ''Liejenfidch'' ,zum Lügen neigender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lügenjohannes''' ● ''Liechengehannes'' ,Lügner‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lügenmajor''' ● ''Liechenmajor'' ,großer Lügner‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lullen, lüllen''' ● ,weinen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lumbe''' f. ● ,Lende, Weiche‘ ● ''Einen in die Lumben hauen'' ,gehörig abprügeln‘, ganz allgemein üblich (Vil. 1868); ''in de Lumben dreden'' ,grob abweisen‘, Kassel (Gr. 1894), ''in de Lumben haun'' ,jem. tätlich angehen‘, ebd. 20. Jh.; wird in Kassel nicht mehr verstanden, sondern auf ''Lumpen'' im Sinne von ''Klamotten'' bezogen; bereits Gr. überträgt ''Lumben'' als ,Lumpen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lumm''' ● ,schlaff, locker, lose‘ (Vil. 1864); ''lomm'' ,locker, lose‘ (z. B. Kuchenteig, Ackerboden), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lumpen''' Pl. ● ''Lumben un Fleh'' ,Lumpen und Flöhe‘, Gericht: Weißkraut mit Kümmel, Kassel 20. Jh. (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lumpensämmler''' ● ,Lumpensammler‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lümper''' ● ''Limberd'' ,Lump‘, Kassel (Lüttebrandt 1917), ,Taugenichts‘, ebd. 20. Jh.; ''Lember'' ,Lumpensammler, zerlumpter Mensch, armer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Limber'' ,Lumpensammler‘, Großenritte 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunke''' ● ''lunke-lunke machen'' ,hinlegen und schlafen‘, Kindersprache, Kassel (Gr. 1894); ''lunke-lunke-lunke!'' ,Leg dich hin, schlaf jetzt!‘, Aufforderung an kleine Kinder, ein Schläfchen zu machen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lunkebettchen''' ● ,Bettchen‘, an kleine Kinder gerichtet, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunken''' ● ''sich lunken'' ,sich zur Ruhe niederlegen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lunzekatze''' f. ● Bezeichnung für jedes schwache, dünne Gewebe, auch Interjektion in abwertendem Sinn, Kassel (Gr. 1894); ''Lönzekatze'' ,wertloses Zeug‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunze''' ● ''lonze-lonz machen'' ,schlummern‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunzen''' ● ,leicht schlummern, halbschlummernd sich im Bett halten, sich behaglich zum Schlummern niederlegen‘ (Vil. 1868); ,schlummern‘, Kassel (Gr. 1894), ''lonzen'', dasselbe, ''sech lonzen'' ,sich schlafen legen‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lurch''' ● ''Lurch'', ''Lorch'' m. und n. ,ein Trunk („Suff“)‘, im Fuldischen üblich (Vil. 1868); ''Lorch'' m. ,Saft von gekeltertem Obst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lusch''' n. ● ,wirres Stroh; im Feld wachsende wilde Halme‘, untere Eder (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lusche''' f. ● ,Kohl, der kein Haupt geschoben hat, sondern in lange Blätter geschossen ist‘, Balhorn (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''luschig''' ● Adj. zu ''Lusch'' (Pfs. 1886); ''lüschech'' ,wirr (vom Stroh), locker, ungefüllt (von Krautköpfen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lüttich''' ● ''lüttig'', ''lüttich'' ,leichtfertig, eilfertig, oberflächlich (von Menschen und deren Verrichtung)‘, in ganz Niederhessen üblich (Vil. 1868); ''lüttich'', ''lütche'', auch im Hinblick auf zu leichte, dünne Kleidung bei rauher Jahreszeit gesagt (Pfs. 1886); ''leddech'' ,schwach, leicht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lutterbaß''' m. ● ''Lodderbaß'' ,unordentlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lutterig''' ● ''lotterig'', ''lodderig'', ''loddericht'' ,zottig, zerlumpt, nachlässig in der Kleidung‘, in Althessen allgemein (Vil. 1868); ''ludderich'' ,lotterig, unordentlich, wackelig, schwankend‘, Kassel (Gr. 1894), ,verlottert, unordentlich‘, ebd. 20. Jh.; ''lodderech'' ,zerlumpt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch I – L'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_I_%E2%80%93_L</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_I_%E2%80%93_L"/>
				<updated>2015-01-22T10:48:51Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch I – L'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''I.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Icke''' f. ● ,Frosch‘, Schwalm (Pfs. 1886). ● Pfs. vermutet als Vorform *''Ücke'', verweist auf bair. ''Aukchen'', ''Auchen'' (Pfs., S. 305).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ickengeschlicker''' ● ,Froschlaich‘, Schwalm (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Icker''' m. ● ,Muscheltier‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ickermulde''' f. ● ''Ickermulle'', ''Ickermüllchen'', Pl. ''Ickermüllerchen'' ,Schale der Flußmuschel‘, d.h. die Mulde, in der sich der Icker befindet, an der Schwalm (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ickern''' ● ,necken‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''iggern'' ,necken‘, Kassel 20. Jh.; ,necken, ärgern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Iewest''' ● ''Iwest'' n. ,leinener viereckiger Einsatz n der Vorderseite des Unterrocks Verheirateter‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Iewest'' ,andersfarbiges, in die Vorderseite des Rockes vom Frauenkleide eingenähtes, wie eine Schürze aussehendes Stück Zeug', Kassel (Gr. 1894). ● Der Iewest, mir nur als Maskulinum bekannt, war der Einsatz im (Trachten-)Rock (nicht des Unterrocks), der durch die Schürze verdeckt wurde. (Gt.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''iewest''' ● ''iebes'' (''iewes'', ''iewest'') ,einigermaßen, nur etwa‘, Niederhessen, mit anderen Lautungen und Formen in ganz Hessen (Vil. 1868); iwewes, iewest ,irgendwie, wo nur immer‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''iewest'' ,irgendwie, halbwegs‘, Kassel (Gr. 1894); ''iewest'' ,irgendwie, einigermaßen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''iewesthand''' ● ''iebesthand(s)'' ,zuweilen, mitunter‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''iewesdhaant'' ,häufig, öfters‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''illern''' ● Siehe ''eulern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Imbiß''' m. ● ''Immes'' ,Schmaus‘, Ziegenhain, Oberhessen (Vil. 1868); ''Emmes'' ,geselliges Schmausen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''indärlich''' ● ''indärlech'' ,sanft, treuherzig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. (1868) verzeichnet das Wort für Niederhessen nicht, allerdings als ''indüerlich'' ,mitleiderregend, eindringlich‘ für Schmalkalden und als ''indellig'' für Bereiche südlich des Niederhessischen; er sieht darin ein *''inteuerlich'' ,sehr teuer‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ineinander''' ● ''innanner'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); übertragen: ,aufgeräumt, lebhaft‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''innanner sinn'' ,(sehr) zuvorkommend sein‘, scherzhaft, Steigerung: ''innanner sinn wie Schuhwichse'' (Gr.). ''Hä äs innanner wie ‘ne Kährberschde''. ,Er ist in freudiger Erregung.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''infamicht''' ● ,abscheulich, niederträchtig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ingescheit''' ● ,sehr gescheit, pfiffig‘, äußerst üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''inzweiern''' Adj. ● ''innzweiern'' ,entzwei, zerbrochen, kaputt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''innzweiernes Dibbchen'' ,zerbrochenes Töpfchen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''inzweimachen''' ● ''innzweimachen'' ,entzwei machen, zerbrechen, kaputtmachen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ippen''' ● ''ebben'', ''ibben'' ,kurzen, heftigen Schmerz empfinden‘ (z. B. bei Stoß), ,jucken, brennen‘ (z. B. bei Brennesselberührung, Insektenstich), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Irrgewirr''' n. ● ,Durcheinander‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Irrwisch''' m. ● ,Irrlicht‘, üblichste Benennung, auch: ,unruhige hn und her fegende Person‘ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itsche''' f. ● ,Kröte‘, in Althessen die alleinige Bezeichnung (Vil. 1868); ,Eidechse‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kröte‘, Kassel (Bennecke 1904), ,Kröte, Frosch; zickiges kleines Mädchen‘, Kassel 20. Jh.; ,Kröte, Frosch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Du kleine Idsche'', schwaches Scheltwort, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).  ● Vil. sieht zu Recht in ''Itsche'' entrundetes *''Ütsche'', verweist auf Marburger Hexenprozeßakte 1633: ''Die fraw Eyla hab ein stecken genommen, vnd in ein vtsche oder kröte gestochen.'' Pfs. (1886) verweist auf oberhess. ''Eutsche'', das langes ''ü'' voraussetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itschenditsch''' ● ,das Junge von einem Hasen und einer Ente‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itschengegritsche''' n. ● ''Idschenjegridsche'' ,Froschlaich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itschenquitsch''' m. ● Bezeichnung für ein itschiges Kind, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''itschig''' ● ''itschich'' ,zickig, zänkisch‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itzelei''' ● ,Zänkerei, Keiferei‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''itzeln''' ● ,necken‘ (Vil. 1868); ''sech itzeln'' ,miteinander zanken, keifen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''J.,''' siehe auch '''G.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''jacken''' ● ''jaggen'' ,schnell fahren‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''karjäckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jackern''' ● ,schnell reiten, schnell fahren‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868). ● Vgl. ''karjäckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jagden''' ● ''sech jochden'' ,sich spielend necken, sich neckend umhertummeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jahn''' ● ''Jahne'' f. ,die Reihe, Linie, Strich Arbeit, z.B. beim Kornschnitt, im Heumähen, gerade vor sich hin bei dem, was man sich davon vorgenommen hat‘, in Hessen allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''John'' m., Pl. ''Jehne'' (Dim. ''Jehnchen'') ,bestimmte Arbeitsfläche; Ackerabschnitt, der zu bearbeitet ist‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''in einer Jahne stehen'' ,in gerader Linie stehen‘, z.B. Bäume, aber auch von Menschen gebräuchlich (Vil.); ''fär Johne hen'' ,vor Jahne hin, der Reihe nach‘ (Hm.); ''zejohnehenne'' ,ziemlich, (so) einigermaßen‘, Kassel (Gr. 1894), ''zijohne'' ,langsam‘, Kassel (Lüttebrandt 1919). ● Nach Vil. ursprünglich maskulin, er verweist auf mhd. ''jân''; in Hessen „durchgängig“ feminin – was kaum stimmen kann, vgl. Oberellenbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jähnen''' ● ,gähnen‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jahren''' ● ''sech johren'' ,sich finanzielle erholen, zu Mitteln kommen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jammer''' ● ,Heimweh‘, Balhorn (Sl. 1901); ,Jammer‘, selten, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jammern''' ● ,seufzen, klagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''jimmern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jären''' ● ,gären‘, Kassel (Gr. 1894); ''jären'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jätehäckchen''' ● ''Jädehäckchen'', übertragen: ,hervorstehendes, meist aufwärts gebogenes Kinn‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jährehäggchen'' ,kleine Hacke zum Ausjäten des Unkrauts‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jätsch''' m. ● ''Jädsch'' ,einer, der die Schuhe schief tritt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jätschen''' ● ''jädschen'' ,die Schuhe schief treten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jauker''' ● ''jauger'' ,teuer, gefährlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jaunern''' ● ,winseln (von Menschen und Hunden), beständig nörgeln (von Kindern)‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ,Schmerzlaute von sich geben, weinerlich klagen‘, Kassel (Gr. 1894), ,Schmerzlaute von sich geben (von Menschen und Hunden)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jembern''' ● etwa: ,kläglich, sich sehnend, armrudernd herumgehen‘, Kassel (Gr. 1894) ● Vgl. ''embern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jende''' ● ''dulle Jende'' ,Frauenzimmer, das kein gesetztes Benehmen hat‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jetzunder''' ● ''jitzunner'' ,jetzt‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ''jetzunner'', Kassel (Gr. 1894), ''itzund'', ''gitzund'', ''itzunder'', ''gitzunder''. ● Kürzere Formen: ''jitzt'' (hauptsächlich für ,jetzt‘), Kassel; ''itz'', ''gitz'', ''itzet'', Balhorn (Sl.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jexe''' ● ,Hiebe, Schläge‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jexen''' ● ,hauen, schlagen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jicht''' f. ● ,Gicht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jichtbeere''' ● ,schwarze Johannesbeer‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jichtig''' ● ,eifrig (im Schaffen), jähzornig‘, Gegend von Felsberg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jimmern''' ● ,kläglich, mit einem hohen Ton jammern, winseln‘, ganz Althessen (außer dem niederdt. sprechenden Teil) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jippe''' f. ● ,Kippe; schwankendes Ende‘ (daneben auch ''Kippe'' gebräuchlich) Kasseler Gegend (Pfs. 1886);  ''Jebbe'' ,Kippe‘, Kassel (Gr. 1894). ●  ''uff der Jeppe stehn'' ,auf der Kippe stehen, vor dem Bankrott, vor der Katastrophe stehen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jippe''' f. ●  ''Jebbe'' ,Knabenschlitten‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jippen''' ● ,schwanken, schaukeln‘, Kasseler Gegend (Pfs. 1886); ''jebben'' ,kippen, rasch aus dem Gleichgewicht fallen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jippen''' ● ,Schlitten fahren, wie die Kinder es tun‘, östl. Hessen (Waldkappel) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jippen''' ● ,hell pfeifen‘, von Rädern oder Maschinen, deren Teile sich mit schrillem Ton reiben, Hersfeld (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jirscht''' m. ● ''Jirsch'' ,Schaum, welcher sich beim Gären bildet‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Jirscht'' ,Schaum‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hingegen in Kassel ''Girscht'' (s. d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Juchtelfuchtel''' m. ● ,Schnaps‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jü''' ● Zuruf an das Zugvieh, um dasselbe zum Fortgehen anzutreiben, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''juckeln''' ● ''juggeln'' ,unruhig sitzen, dabei mit dem Stuhl ruckeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''juckern''' ● ,unruhig, erschütternd sitzen‘, Kasseler Gegend (Pfs. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jücken''' ● ''jeggen'' ,jucken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jüde''' ● ''Jidde'' ,Jude‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Balhorn (Sl. 1901); ''Jerre'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jüdenmensch''' n. ● ''Jerrenmönsch'' ,Jüdin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jüdschen''' f. ● ''Jedschen'' ,Jüdin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jumfter''' f. ● ''Jumfder'' ,Jungfer‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jomfder'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''juppern''' ● ''jubbern'' ,unruhig auf etwas sitzen, wie mit Ungeduld sich zum Fortgehen anschicken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''K.,''' siehe auch '''G.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Kabe''' f. ● ,Spreu‘, Niederhessen, nördl. von Fritzlar; an der Schwalm, Amt Frankenberg (Vil. 1868); ''Kowe'' ,Spreu; auch der Spreu ähnlich sehende Teile des Kerngehäuses von Kernobst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kabefresser''' ● ''Kawefresser'' ,jem. der aus Geiz karge Kost genießt; Geizhals‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kowenfrasser'' ,Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kabehals''' ● ''Kawehals'', wie ''Kabefresser'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kabig''' ● ''kawich'' ,geizig, aus Geiz kargend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kabores''' ● ,entzwei, zerstört, kaputt‘, Kassel (Gr. 1894). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kächzebeutel''' ● ''Kächzebiedel'' ,einer, der viel hustet, keucht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kächzen''' ● ,stark stark husten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kahre''' f. ● ''Kohre'' ,Kehre; Wendung mit dem Fuhrwerk, Krümmung des Weges‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kahren''' m. ● ''Kahren'' ,Karren‘, Kassel (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''Korrn'' (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalátsche''' f. ● ''Kalaadsche'' ,eine, die tratscht, alles ausplaudert, Klatschbase‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kalöhdsche'' ,Klatschbase, Schwätzerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Karbatsche''.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''kalátschen''' ● ''kalaadschen'' ,tratschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''kalöhdschen'' ,über jemanden etwas in tadelnder Weise sprechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''karbatschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kälbern''' ● 1) ,sich erbrechen‘, sehr üblich, 2) ,Possen treiben, alberne plumpe Scherze machen‘, ziemlich üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalch''' ●  ,Kalk‘, Hessen (Pfs. 1886), Kassel (Gr. 1894); hingegen ''Kalk'' in Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalfakter''' ● ''Kalfacter'' ,jemand, der überall herumstreicht, horcht, zuträgt und ausplaudert; Spion‘, Schimpfwort (Vil. 1868); ''Kalfagder'' ,Person, die überall herumstreicht, Aushorcher, Zuträger‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kalfaktern, kalfatern''' ● ''kalfactern'' ,überall herumlaufen, horchen, zutragen und ausplaudern‘, oft scherzhaft (Vil. 1868), ''kalfagdern'' ,die Leute aushorchen, ihnen etwas zutragen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''kalfadern'' ,alles auskundschaften‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalopp''' ● ,Galopp‘, Kassel (Gr. 1894), ,schneller Ritt, schnelle Fahrt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kaloppieren''' ● ''kallebieren'' ,galoppieren‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''kallebierende Uszehrunge'' ,galloppierende Schwindsucht‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalummer''' ● ''Kalummer Vauhl'', ''Kalummer'' m. ,Kanarienvogel‘, üblich, Nierhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kamasche''' ● ''Kamasche'' ,Gamasche‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kamösche'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kammbank''' ● Siehe ''Kannbank''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kanal''' s.(!) ● ,Kanalschacht und dessen Deckel‘, Kassel (Gr. 1894), 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kandel''' f. ● ''Kanel'', ''Kenel'', „jetzt gewöhnlich Kandel gesprochen“, ,Röhre, besonders Dachrinne, Dachröhre‘ (Vil. 1868); ''Kannel'' ,Dachrinne, auch Abfallrohr‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kaanel'' ,Straßengosse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kannbank''' m.(!) ● ''Kannbank'' m., gesprochen ''Kammbank'', ,an der Stubenwand in Manneshöhe angebrachtes Brett, zur Ablage von Bierkrügen, Gläsern, Tassen und Büchern; an der Unterseite des Kammbanks Hakenleiste zum Aufhängen von gesponnenem Garn und Bekleidungsstücken‘, östl. Hessen (Vil. 1868); ''Kammbank'' ,Gerätesims in Küchen und ländlichen Stuben‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''Kammbank'' ,Küchenrepositur‘, Kassel (Gr. 1894), ''Kammbaank'' m. ,an der Wohnzimmerwand angebrachtes Brett, auf dem allerlei kleine Gegenstände aufgestellt werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Pfs. bezweifelt Vil.s (naheliegende) Annahme, daß das Vorderglied als ''Kann(e)'' zu deuten sei; er sieht darin ''Kamm'' und faßt das damit gebildete Kompositum bildlich auf. Mhd. ''banc'' ist fem., aber auch mask., insofern erklärt sich ''der Kannbank''; die Bildung dürfte sehr alt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kannbanksläufer, -laufer''' ● ''Kammbanksläufer'' ,kleiner, unverständiger und zu Geschäften unbrauchbarer Knabe‘, östl. und inneres Hessen (Vil. 1868); ''Kambanks-Läufer'' ,Laufbursche, der eben Sachen einholt, die auf den Kambank, d.h. rasch aus der Hand gesetzt werden‘, Niederhessen (Pfs.2, 1894); ''Kammbankslaufer'' ,Lohnläufer; einer, der sich mit kleinen Aufträgen mühsam durchschlägt‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kammbangsleefer'' ,jemand, der sich die Gunst von anderen zu erwerben weiß, indem er ihnen allerlei kleine Dienste erweist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kannbrett''' ● ''Kambret'', entspricht ''Kannbank'', Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kappenieren''' ● ''kabbenieren'' tr. ,zerbrechen, entzweischlagen; erschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kaprisig''' ●  ''kabrísech'' ,kapriziös, launenhaft, auffahrend, jähzornig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kapuster''' m. ● ,dicker, kurzer Mensch‘, besonders von einem dicken Kind gesagt, scherzhaft, überall verbreitet (Vil. 1868); ''Kabuster'' ,pausbäckige, robuste Person‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vil. vermutet Herkuft von russ. ''Kapustra'' (''Kappus'' ,Weißkraut‘), also Vergleich mit einem Kohlkopf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karbatsche''' f. ●  ''Karwaatsche'' ,aus ledernen Riemen geflochtene Peitsche mit lederüberzogenem Stiel‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vil. (1868) erwähnt zwar ''Karbatsche'', gibt aber keine Bedeutung an, das Wort sei bekannt, aber nur wenig geläufig, meist im östl. Hessen. Nach Gr. von französ. ''cravache'' ,Reitpeitsche‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karbatsche''' f. ● ''Karwöhdsche'' ,Schwätzerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ist wohl ''Karbatsche'' ,Peitsche‘ mit Bedeutungsübertragung von lautlich ähnlichem ''Kalatsche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karbatschen''' ● ''karwaatschen'' ,(ver)prügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karbatschen''' ● ''karwöhdschen'' ,überall umherlaufen, um zu plaudern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''kalatschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karch''' m. ● ''Korch'' ,starker Husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karchen'''  ● ''korchen'' ,stark husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karges'''  ● ''karges machen'' ,Schaden stiften‘, auch: ,listig jemandes Vorhaben vereiteln‘, Felsberg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karjäckerchen''' ● ,Träbchen, kleiner kurzer Trab‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karjäckern''' ● ,traben, laufen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. ''jacken'', ''jackern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karmenade''' ● ,Karbonade‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karnette''' f. ● ''Karnette'', gewöhnlich: ''Karnettchen'', ,Weibermütze‘, diese wurde getragen in Kassel (von älteren Bürgerinnen) bis gegen 1830 und „jetzt“ noch in der näheren Umgebung von Kassel (Vil 1868);&lt;br /&gt;
''Karnette'' ,Spitzbetzel‘ (Pfs. 1886); ''Karrnedde'' ,steife und spitze Haube der Bäuerinnen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Aus französ. ''cornette'' ,Haube der Frauen‘ (Gr.). ● Siehe ''Spitzbetzel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karnuffeln''' ● ''karnuffeln'', ''karnüffeln'', 1) ,stoßen, prügeln‘; besonders „stumpen“ mit Faust oder Ellenbogen, allgemein üblich; 2) ''karniffeln'' ,mit dem Kinderschlitten fahren‘, Gegend von Philippsthal-Kreuzberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kartenrätscher''' ● ''Kaardenrätscher'' ,leidenschaftlicher Kartenspieler‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kartuffelschnipper''' ● ''Gordüffelschnebber'' ,geröstete Kartoffelscheibe‘, beliebt als Zuspeise zum Morgenkaffee, besonders im Winter, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''käsen''' ● ,klatschend werfen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kassel''' ● redensartlicher Spaß, Niederhessen: „Man hebet Kinder hoch, indem man ihren Kopf bei Ohren zwischen Hände nimt, um ihnen angeblich ,Kassel zu zeigen‘.“ (Pfs. 1886) ''Ech wäll dä moh Kassel wiesen!'' Mit diesen Worten pflegt man kleine Kinder am Kopf hochzuheben. Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel, 20. Jh., heißt die Frage an kleine Kinder: „Soll ich dir mal den Herkules zeigen?“ Bei Bejahung folgt dieselbe schmerzliche Prozedur. ● Siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kastaniel''' f. ● ''Kastanjel'' ,Kastanie‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ''Kastanchel'', ebd. (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''Gresdanjel'' (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kastrullbursche''' ● ,Köchin, Küchenmädchen‘(!), scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kastrulle''' f. ● ''Kastrulle'' ,Kasserolle‘, Kassel (Gr. 1894);  ''Kasdrolle'' ,kleiner Blechtopf mit Stiel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''casserole'' ,Tiegel, Schmorpfanne‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käte''' f. ● ''Käde'' ,Schweinsklaue‘, Kassel (Gr. 1894), ''Käden'' ,Schuhe‘, Kassel 20. Jh. (z.B. Bennecke 1904); ''Keede'' f. ,Klaue der Wiederkäuer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die Oberellenbacher Form paßt im Vokalsimus nicht zu der Kasseler Form; Hm. führt sie denn auch unter dem Stichwort ''Köte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''katern''' ● ''kodern'' ,vertraulich miteinander verkehren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kathrine''' ● ,Katharina‘ ● ''De schnelle Katriene'' ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894); diese Wendung muß früher sehr üblich gewesen sein, denn Gr. merkt an: „Einziger Fall, wo der Kasseläner ''schnell'' gebraucht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kätschel''' f. ● ''Kädschel'' ,Mund‘, verächtlich; übertragen: ,Schwätzerin, Person, die dauernd nörgelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kätscheln''' ● ,die Schuhe schieftreten‘, Amt Schönstein, Jesberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kätscheln''' ● ''ketscheln'' ,langsam kauen‘, untere Eder (Pfs. 1886); ,ohne Appetit essen, an etwas herumkauen‘, Kassel 20. Jh.; ''kadscheln'', dasselbe, und übertragen: ,dauernd dummes Zeug reden, dauernd verdrießlich mäkeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kätschelschlette''' f. ● ''Kädschelschlädde'' ,Person, die dauernd unvernünftiges Zeug redet, dauernd nörgelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schlette''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kätschen''' ● ''kädschen'' ,langsam und ohne Appetit an etwas herumkauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Katzenfleisch''' ● ''Katzenfleesch'' ,sehniges Fleisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kauchen''' ● ''kauchen'', gesprochen meist ''kuhchen'' ,niederkauern, niederhocken‘ (Vil. 1868; Vorkommen nach ihm: Oberhessen); ''kuchen'' (''u'' kurz) ,kauern, hocken‘, Kassel (Gr. 1894); ''sech küchen'' (''ü'' kurz) ,sich niederkauern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaule''' f. ● ''Kule'', ''Kaule'' ,Grube‘, im niederdt. sprechenden Niederhessen und fuldaaufwärts bis in die Gegend von Rotenburg vorkommend (Vil. 1868); ''Kulle'' ,Kuhle, Grube, Mulde, Vertiefung‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaule''' ● Siehe auch ''Kulle''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaulert''' m. ● ''Kullert'' ,Kaulbarsch, kleiner Fisch mit Rückenstacheln‘, Kassel (Gr. 1894); ,kleiner, dunkler, häßlicher Stachelflosser‘, ebd. (Lüttebrandt 1919). ● ''Kullert'' &amp;lt; ''Kuller'' + mit Dentalzusatz wie ''Koffert'', ''alst'', ''ebend'' u.a.m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käutchen''' ● ''Kiddchen'' ,Backengrübchen‘, wörtlich: ,kleine ''Kudde'' (''Kaute'')‘, Kassel (Gr. 1894). ● Redensart ''En Kittchen im Backen, en Schelmen im Nacken.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaute''' f. ● ''Kaute'', ''Kutte'' ,Grube, jede Vertiefung‘ (Vil. 1868); ''Kudde'' ,kleine Grube‘, Kassel (Gr. 1894); ''Küdde'' ,Grube, Vertiefung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaute''' f. ● ''Kaute'', ''Kutte'' ,der in einen runden mit einer Spitze versehene Knäuel zusammengedrehten gehechelten Flachses, bereit zur Verarbeitung am Spinnrad‘ (Vil. 1868); ''Kudde'' ,Zopf, Bund (Garn, Flachs), kleine Garbe‘, Kassel (Gr. 1894); ''Küdde'' ,kegelförmig zusammengedrehtes Bündel gehechelten Flachses‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''käuweln''' ● ,kauen‘, niederhess. (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käuzchen''' ● ''Kützchen'' ,die Gestalt eines zusammengekauerten Menschen‘, Niederhessen (Vil. 1868). ●  Redewendung ''Kützchen machen'', ''Kützchen sitzen'' ,niederkauern, sich zusammenkauern‘ (Vil. 1868); ''en Kitzchen machen'' ,in gekauerter Haltung auf dem Eis schurren (''glieden'')‘, Kassel (Gr. 1894), ,niederkauern, sich in die Knie herablassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''kauzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kauzen''' ● ''kuzen'' ,kauern, hocken‘, ''sich kuzen'' ,sich hinhocken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Vil. hat das Wort nicht, verweist aber unter ''Kützchen'' auf verwandtes ''kauchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käwweler''' ● ,jem., der käwwelt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kawweln, käwweln''' ● ''kabbeln'', ''käbbeln'', ''kawweln'' ,beschwerlich (zahnlos) kauen‘; an der Diemel: ,plappern, plaudern‘, abfällig (Vil. 1868); käwweln ,gehaltlos reden (wie aus zahnlosem Mund); mit vergeblichem Speichelaufwand an etwas herumbeißen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Frequentativum von ''kauen'' (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kehrdreck''' ● ,Kehricht‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kährdräck'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kehr''' f. ●  Nur in den Redensarten ''üsser der Kehr'' ,außer der Kehr, abgelegen‘, ''von enger Motz Kehr'' ,von einer Mutz (Schwanz?) Kehr, plötzlich, unerwartet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''keilen''' ● tr. ,(an)treiben, drängen; durch unverschämte Lockungen herbeiziehen‘ (Vil. 1868); ''kielen'' tr. ,jem. zu etwas drängen, andauernd mit Bitten belästigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zu ''Kiel'' ,Keil‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keipe''' f. ● ,Tasche‘, in Niederhessen bis Hünfeld ausschließliche Bezeichnung; ''Tasche'' auf dem Land vielfach unverständlich (Vil. 1868); ''Kibbe'' ,Tasche an der Bekleidung‘, Kassel 19., 20 Jh., auch: ,Umhängetasche‘ (Gr. 1894); ''Kibbe'' ,Tasche (am Kleid)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Kiepe'' im niederdt. (nördlichen) Niederhessen, ''Keipe'' in Oberhessen (Vil. 1868). ● Früher hess. Beleg: „Sie [die Indios] tragen jhre Kinder auf dem rücken, in ''keipen'' von Baumwollen garn gemacht“, so Hans Staden 1567; als Homberger hat er sicherlich ''Kiepen'' gesprochen und das Wort regelhaft hochdeutsch umgesetzt (Aussprache mit Vokalkürzung, ''Kibbe'', erst nach dem 16. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keipengeld''' ● ''Kibbengalt'' ,Taschengeld‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kelleresel''' m. ● ,Kellerassel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kalleräsel'' m., dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kersche''' f. ● ,Kresse, Brunnenkresse‘, ganz Althessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kesper''' f. ● ,Kirsche‘, in ganz Niederhessen die ausschließliche Bezeichnung, nie ''Kirsche'', ''Kersche'' (Vil. 1868); ''Kesber'', dasselbe, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Lüttebrandt, Kassel, bezeichnet 1917 ''Kesbern'' als „bäurisch“, d.h., in Kassel war zu seiner Zeit ''Kesper'' wohl bereits weitgehend durch hochdt. ''Kirsche'' ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kesselwurst''' ● ''Kässelworscht'' ,Leberwurst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keuchbeutel''' ● ''Kichebiedel'' ,einer, der viel keucht, hustet‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. auch ''Kichhusten'' ,Keuchhusten‘ (Gr.). Das beiden Begriffen zugrunde liegende Verb *''kichen'' ,keuchen‘ wird von Grassow nicht aufgeführt, scheint also in Kassel im 19. Jh. bereits erloschen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''keuchen''' ● ''kichen'', bezeichnet auch den Anfall jähzornger Kinder, die rot und keuchend vor Erregung plötzlich in einen Starrkrampf verfallen, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keule''' ● ''Kiele'' ,großes Stück Fleisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kiebitzchen''' ● Pl. ''Kiewitzerchen'', Kassel (Lüttebrandt 1917). ● ''de Kiwiddzerchen hieden'' ,die Kiebitzchen hüten‘, d.h. ,müßig zu Hause bleiben‘ (Lüttebrandt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kienrauch''' ● ''Kinnröhch'': ,Kienruß, schwarze Farbe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kilsen''' ● ,klatschend werfen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kippe''' ● Siehe ''Keipe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kippes''' ● gleichbedeutend mit ''Fickfacker'' ,Schwänkemacher, Aufschneider, Betrüger‘, Schwalm (Pfs.1, 1889). ● Pfs. weist auf Vickvecker hin, vermutet Ableitung von  „Kippe, Keipe, d. ist Tasche oder Vicke, für einen der gleichsam in der Tasche spielt, seine Wippchen macht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kirmese''' f. ● ''Kirmes'' ,Kirchmesse, Kirchweihfest‘, ganz Althessen (Vil. 1868); ''Kirmese'' ,Kirmes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kermese'' ,alljährlich im Herbst stattfindendes Volksfest‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kissenzieche''' f. ● ''Kessenzieche'' ,Kissenüberzug‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kitzen''' ● ,junge Katzen zur Welt bringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Zieche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klabuster''' m. ● ''Klawuster'' ,zähes Klebrig-Breiartiges, z.B. klebriger Schmutz, zäher Leim, Kleister‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klabusterbeeren''' Pl. ●  ,Hämorrhoiden‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klabustern''' ● ''klawustern'' ,die Hände in Klebrig-Breiartigem bewegen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klabustrig''' ● ''klawusterich'' ,zäh-klebrig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klackern''' ● ''klaggern'' ,kleckern‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klackerpapier''' ● ,Löschpapier‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klacks''' m. ● ''Klaggs'' ,Klecks, geringe Menge‘, Kassel 20. Jh.; ,Klecks‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Du host wohl en Klaggs!'' ,Du bist wohl nicht bei Sinnen, bei Trost!‘ Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klacksen''' ● ,klecksen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Dä glaggsd’s wohl!'' ,Dir klackst es wohl! Du bist wohl nicht recht gescheit!‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläffen''' ● ''kleffen'' intrans. ,etwas offen stehen‘, trans. ,etwas öffnen‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); intrans. ,klaffen, auseinanderstehen (z.B Wundränder), einen Spaltbreit offenstehen (z.B. Tür, Fenster)‘, trans. ,etwas zum Klaffen bringen, einen Spaltbreit öffnen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gläffen'' ,nicht ganz geschlossen sein, halb offenstehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klambastern, klabastern''' ● ''klabastern'', auch ''klambastern'' ,sich unruhig bewegen‘, tr. ,jem. in unruhige Bewegung versetzen, hin und her treiben‘ (Vil. 1868);  ''klambastern'', ''klabbastern'' ,holprig gehen‘, auch: ,umständlich arbeiten‘, Kassel (Lüttebrandt 1917); ''glambasdern'' ,mühsam an etwas arbeiten, sich abquälen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Klabastern'' dürfte sicherlich Verkürzung aus ''klambastern'' sein; wenn ursprünglich, wäre die Aussprache ''klawastern'' (vgl. ''klabustern'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klambes''' m. ● ''Glambes'' ,plumper, schwerfälliger Mensch in Gangart und Ausdruck‘, Kassel (Gr. 1894), ''Klampes'', ebd. (Bennecke 1904); ''Glambest'' ,dicker schwerfälliger Mensch,  auch schwerfälliges Tier, unhandlicher Gegenstand‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klamm''' m. ● ''Glaam'' ,Emfindungslosigkeit der Finger‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klammerbeutel''' ● ''Klammerbiedel'' ,dürre Person, bestehend aus Haut und Knochen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klänen''' ● ''glähnen'' ,indiskret weitererzählen, was einem gesagt wurde‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläppern''' ● In der Redewendung ''en Ei kläbbern'' ,ein Ei aufschlagen‘, Kassel (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''glabbern'' ,kleppern, quirlen, mit dem Rührlöffel zerschlagen (Ei)‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klapperschiß''' ● ''Klabberschäß'' ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klapperschulden''' ● ''Glabberscholden'' ,kleine, geringfügige Schuldbeträge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klapperwerk''' ● In der Redewendung ''d’s Klabberwerk hon'' ,krankhaftes bzw. altersbedingtes Zittern haben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klärisch''' ● ''klährsch'' ,wählerisch‘ (nur im Hinblick auf Speisen und Getränke), ''net klährsch'' ,dreist, unverschämt zulangend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klaterig''' ● ,schmutzig und naß (Straße, Wetter, Angelegenheit)‘, in Niederhessen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klatern''' ● Siehe ''vullkladern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klatschen''' ● ''glödschen'' ,angeben, Anzeige machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kläuel''' m. ● ''Glöiwel'' ,Knäuel, Garnknäuel, derb-unförmige Masse‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von mhd. ''kliuwel''. ● Siehe ''Kluchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläuelig''' ● ''glöiwelech'' ,knäuelig, unförmig, schwerfällig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläueln''' ● ''glöiweln'' ,knäueln, zu einer wirren unförmigen Masse zusammenfügen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klaute''' f.● ''Klaute'', gesprochen ''Klude'', ''Kluide'' ,Quaste‘, östl. Niederhessen, z.B. Asbach (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kledasche''' f. ● ''Kledaasche'' ,Bekleidung‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kleiben''' ● ''gleewen'' ,mit Lehm verschmieren; dick auftragen (besonders vom Brotaufstrich)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klemensen''' ● ''klehmensen'' ,beim Essen nicht ordentlich zugreifen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klemenser''' ● ''Klehmenser'' ,einer, der beim Essen nicht ordentlich zugreift‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klemenzen''' ● ,allzu schleppend sprechen‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886). ● Wohl identisch mit ''klemensen''. Gemeinsame Vorstellung vermutlich: ,mit dem Mund langsam sein‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klemme''' f. ● ,ordinäre Wurst‘, Kassel (Gr. 1894), ,minderwertige Leberwurst‘, ebd. (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klemmhölzer''' ● ''Klemmhelzer'', übertragen: ,schiefe Beine‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klengen''' ● ,klingen machen; die Samenkapseln des Spätflachses auf einem Tuch in der Sonne ausbreiten, damit sie klingend aufspringen und den Samen fallen lassen‘ (Vil. 1868); ''glängen'', dasselbe, weiterhin: ,jem. ängstigen, quälen, zu etwas zwingen, mit Bitten in jem. dringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Die „Kliwwer“|'''Klieber''']] f. ● ''Klibber'', ''Kliwwer'' ,Splitter Holz zum Küchengebrauch‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Kliwwer'' ,abgespaltenes Holzstück‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), außerdem: ''die Kliwwern'' ,die Finger‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Glewwer'' ,gespaltenes Holzstück, fertig zum Gebrauch in der Küche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kliebern''' ● ''klibbern'' ,zerschlagen, in Stücke, zumal in Splitter schlagen oder zerbrechen lassen‘ (Vil. 1868); ''kliwwern'' ,Holzklötze in Klibbern schlagen; etwas zerbrechen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Früher Beleg bei Hans Staden aus Homberg (1567): ''kliebern'' ,(gefällten Baum) zu Kleinholz machen‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klimper''' f. ● ,kleine Gattung von Schossern, Murmeln‘, Kassel, in Pfs.s Jungenzeit gebräuchlich (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klimperklein''' ● ,äußerst klein, winzig‘ (Vil. 1868); ''klimberkleine'', Kassel 20. Jh. ● Variante in Oberellenbach ''klumperklein'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klingel''' ● ''Klengel'' ,Kaltpisse‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klinke''' f. ● ''Glingge'' ,Türklinke; Rockfalte, die von der Schneiderin in den Weiberrock gelegt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klittern''' ● ''kleddern'' ,kleckern, klecksen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klopfe''' f. ● ''Klobbe'' (Sg.) ,Schläge, Hiebe, Prügel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klopfechtig''' ●  ,''klóbbächdich''  ,zum Klopfen geeignet‘, z.B. von einem Gegenstand gesagt, der einen Hammer ersetzen kann, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe -''echtig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klöpfen''' ● ''klöppen'' ,mit nur einer Kirchenglocke läuten‘, Amt Frankenberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kloster''' ● ,Irrenanstalt‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''He eß riffe veors Kloster.'' ,Er ist fürs Irrenhaus reif.‘ (Sl.) ●  Bedeutungserweiterung bzw. -verschiebung, da die Klöster Merxhausen und Haina in Pflegeanstalten (Merxhausen für weibliche Schwachsinnige) umgewandelt worden sind (Sl.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klosterbruder''' ● ,Verrückter, Narr‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klosterschwester''' ● ,irrsinige Frauensperson‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klotz''' ● wie hd., dazu: ,Absatz‘, Schwalm (Pfs.1, 1889). ● ''Klötz schlahn'', schwälmerische Eigenheit beim Tanze, indem zum Takte der Musik mit dem rechten Absatz an den linken geschlagen wird, der Brauch ist nahezu geschwunden (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klotzen''' ● ,schlagen, klopfen in einzelnen Stößen oder Schlägen (Pulsschlag, Klopfen bei Geschwüren, zumal am Finger)‘, Oberhessen (Vil. 1868), Schwalm, in Redewendung (Pfs.1, 1889). ● ''Du kreichst des Klotze, bannste net hörst!'' Schwalm. Pfs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[„Klowes“|'''Klowes''']] ● ''Klaus'', auch ''Klas'', gewöhnlich ''Klowes'', Abkürzung von ''Nikolaus'' (Vil. 1868); ''Klowes'' ,ein massiver, tölpelhafter Mensch, Balhorn (Sl. 1901); ''Klowes'' ,Tölpel, dummer, unbeholfener Mann oder Junge; ,zum Klowes-Abend (6. Dez.) verkleidetes Kind‘, Kassel und Umgebung 20. Jh.; ''Glowes'' ,St. Nikolaus; verkleideter Erwachsener, der am Abend des 6. Dez. zu den Kindern kommt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Klowes'', bis ins 18. Jh. in Niederhessen regulärer Vorname, so auch durchaus in den Kirchenbüchern zu finden, bis ins 19. Jh. übliche Rufform für ''Nikolaus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klowes-Abend''' ● Ohne diesen Begriff zu nennen, führt Vil. aus: „Der Umzug des ''Klaus'', ''Klas'', ''Klowes'', ''Niklowes'' am 6. Dezember Abends ist noch jetzt in manchen Gegenden, namentlich in und um Hersfeld, Marburg, Kassel regelmäßig üblich; bis 1840 wurde derselbe noch häufig von Erwachsenen, auch noch mit dem alten Schläge-Austeilen und Nüsse-Werfen, vollzogen; seitdem ist der Umzug zu einer Kindermummerei und einem Gaben-Erbitten Seitens der vermummten Knaben herabgesunken.“ (Vil. 1868) ''Klowes-Owend'': Als ''Klöwese'' vermummte Kinder gehen von Haus zu Haus und erbitten mit dem Aufsagen kleiner Verschen Gaben, Kassel und Umgebung, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kluchen''' ● (''u'' kurz) ,Knäuel‘, z.B. ''en Kluchen Garen'' ,ein Knäuel Garn‘, Kassel (Gr. 1894). ● Eng verwandt mit ''Kläuel'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kluft''' f. ● ,Feuerzange‘,  „durch unser ganzes Gebiet“ (Pfs. 1886), Kassel (Gr. 1894). ● Nach Gr. ausdrücklich nicht ,Bekleidung‘; fehlt in beiden Bedeutungen in Niederellenbach (Hm. 1926); bei Vil. (1868) nicht verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klüftchen''' ● ,dünner, auch schlechter, abgenutzter Rock, besonders wird der Frack so bezeichnet‘, sehr üblich, besonders in den Städten (Vil. 1868); ''Kleftchen'' ,ärmliches Kleid‘, Kassel (Gr. 1894); ''Glefdchen'' ,schlechter abgetragener Rock, schlechter Anzug‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klumper''' ● ''glümber'' ,sehr klein‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klumperklein''' ● ''glümbergleen'' ,sehr klein, winzig, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Siehe auch ''klimperklein''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klunde''' f. ● ''Glonde'' ,liederliches Frauenzimmer‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klunder''' f. ● ,kotiger Ansatz am unteren Rand der Weiberröcke, auch Kotklumpen überhaupt‘, allgemein üblich (Vil. 1868), ''Klunner'', meist im Pl. ''Klunnern'' verwendet: ,kleine feuchte Klumpen, Schmutzklümpchen, Schmutzansatz am unteren Teil der Kleider, an Schuhen usw.‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Glönder'' ,Schmutzansatz am unteren Rand  des Frauenrocks, an der Wolle der Schafe, den Oberschenkeln des Rindviehs usw.; schmutziges Frauenzimmer‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ●  Siehe ''zuklundern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klundermarsch''' ● ''Klunnermarsch'' ,„landverlaufene“ Dirne‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kluppe''' f. ● ''Globbe'' ,Werkzeug mit verstellbarem Schieber zum Messen des Umfang des Baums‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Kluppe'' wird außer im speziell technischen Sinne nur metaphorisch gebraucht: ''einen in die Kluppe kriegen'' ,einen in seine Gewalt bekommen, um ihn zu bedrängen‘, sehr übliche Redensart (Vil. 1868); ''Klubbe'', nur in der Redewendung ''einen in der Klubbe hon'' ,jem. in die Enge getrieben haben, festgenagelt haben, in der Gewalt haben‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Knuppe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klutt''' m. ● ,ein halbgefüllter Sack‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klutzig''' ● ''klutzich'' ,klumpig gewordener Teig oder Kleister‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knabbeln''' ● ''knawweln'' ,knabbern‘, Kassel 19. Jh. (Jonas). ● Siehe ''knauweln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knäckern''' ● ''gnäggern'' ,ein knackendes Geräusch verursachen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knaffen''' ● ''gnaffen'' ,nach etwas schnappen; an etwas herumnagen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knallen'''  ● ''gnallen'' intr. ,knallen‘, tr. ,Beischlaf ausüben mit‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knapp''' ● ,knapp‘, in Kassel fast immer: ,kaum‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnapp'', als Adjektiv ,knapp‘, als Adverb ,kaum‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knappen''' ● ,mit der Geißel [Peitsche] knallen‘, an der mittleren Eder; ,sich den Knöchel vertreten‘, allgemen üblich (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knarbeln''' ● ,an etwas Hartem hörbar nagen‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knarchen''' ● ,knarren‘ (mit tieferem Ton als ''knirchen''), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatsch''' m. ● ,weicher Kot, besonders wie er sich bei Tauwetter bildet‘ (Vil. 1868); ''Knaatsch'' ,nasse, zähe Masse‘, insbesondere ,Straßenschmutz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), übertragen auch: ,Mißhelligkeiten, Dauerstreit‘, Kassel 20. Jh.; ''Gnaadsch'' ,Schmutz, Straßenschmutz‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knatschen''' ● ,weiche Gegenstände zerdrücken, in Weichem die Hände knetend bewegen; hörbar kauen‘ (Vil. 1868); ''knaatschen'' ,beim Essen schmatzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knatschig''' ● ''knaatschich'' ,feucht-schmutzig‘, vor allem in Bezug auf den Straßenzustand,  Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1984); ''gnaadschech'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatschwetter''' ● ,starkes Tauwetter mit Regen‘ (Vil. 1868); ''Knaatschwedder'' ,Wetter, das alles aufweicht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gnaadschwädder'' ,feuchtes, schmutziges Wetter‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatz''' m. ● ''Gnatz'' ,Krätze‘, in ganz Hessen die ausschließliche Bezeichnung; ,Grind, besonders Kopfgrind; schmutziger Geiz‘ (Vil. 1868); ''Gnatz'' ,Krätze, Grind‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● In der hess. Mundart wird mit geringen Ausnahmen ''Knatz'' statt ''Gnatz'' gesprochen (Vil.); Hm. führt ''Gnatz'' unter dem Stichwort ''Knatz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatzkopf''' ● ''Gnatzkopf'' ,Grindkopf‘, meist in übertragener Bedeutung gebraucht: ,eckiger, launischer, eigensinniger, unverträglicher Mensch‘, Tadel- und Scheltwort, allgemein verwendet (Vil. 1868); ''Gnatzkopp'' ,launischer, unverträglicher Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knaubeln''' ● ''knauweln'' ,knaupeln(!), knabbern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knäubeln''' ● ''gnaiweln'' ,mit zahlosem Mund kauen, langsam und mit Mühe kauen; beständog kleinlich, verdrießlich mäkeln‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneif, Kneip''' m. ● ''Kneif'' ,Messer‘; ''Kneif'' im Bereich von Fulda, ''Kniff'' ,Zulegemesser, Taschenmesser; schlechtes Messer‘ im östl. Hessen, ''Knipp'' in Hersfeld und weiter westlich (Vil. 1868); ''Kniff'' ,Messer‘, Kassel (Bennecke 1904); ''Gnipp'' ,schlechtes, stumpfes Messer‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kneipen''' ● ''knibben'' ,kneifen, zwicken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnibben'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneipkuchen''' ● ''Knibbkuchen'' ,Waffeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneipzange''' ● ''Gnibbzange'' ,Kneifzange‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneller''' m. ● ,Tabak übler Sorte‘ (Pfs. 1886); ,minderweriger Tabak‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knellern''' ● ''knällern'' ,Kneller rauchen; einen hohen Preis fordern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knepen''' Pl. ● ''Kneben'' ,Grillen, Launen, Tücken‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gneben'' ,hinterlistige Gedanken‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Es hot sinne Kneben.'' ,Die Sache hat ihre Tücken.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knerbeln''' ● ,unaufhörlich, in widerlichem, verdrießlichen Eigensinn ausdrückenden Ton tadeln‘ (Vil. 1868); ''knerweln'' ,nörgeln, halblaut unzufrieden vor sich hin reden, vor sich hin maulen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnärweln'' ,fortgesetzt vor sich hin knurren, in verdrießlicher Weise tadeln‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vil. verzeichnet ''knerbeln'' beim Stichwort „knarbeln“, sieht es wohl als Nebenform dazu an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knerbelpeter''' ● ''Knerwelpeter'' ,ein unaufhörlich in weinerlichem oder murrendem Tone sich beklagender Mensch, dem nichts rechtzumachen ist‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Gnärwelbeeder'' ,Nörgler‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knerren''' ● ''gnärren'' ,schreien (bei kleinen Kindern), Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetebart''' ● ''Knädebart'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnähreboort'' ,breit und langweilig redender Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetebeutel''' ● ''Knädebiedel'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894), ,einer, der durch dauerndes Daherreden nervt‘, ebd. 20. Jh.; ''Gnährebiddel'' ,breit und langweilig redender Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetemichel''' ● ''Knädemichel'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kneten''' ● ''knäden'' ,kneten; breit und langweilig reden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''kneten'' ,langsam und langweilig reden‘, Balhorn (Sl. 1901); ''gnähren'' ,kneten; breit und langweilig reden‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetepeter''' ● ''Gnährebeeder'' ,breit und langweilig redender Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetesack''' ● ''Knädesack'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetsch''' m. ● ,nasse, zähe Masse‘, insbesondere ,Straßenschmutz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Das ''e'' in ''Knetsch'' ist kurz, im Gegensatz zu dem langen ''a'' in dem verwandten ''Knatsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knetschen''' ● ,quetschen, zerquetschen‘ (Vil. 1868); ,(zusammen)drücken, quetschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''gnäddschen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Quetschen'', ''zerquetschen'' ist hingegen unüblich. (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetscher''' ● ,Weißbinder‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knettern''' ● ''gnäddern'' ,knattern, krachen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knick''' m. ● ''Knick'' ,kleine steile Anhöhe‘, in Nieder- und Oberhessen sehr üblich (Vil. 1868); ''Gneck'' ,Riß, Sprung, Bruch; kleine steile Anhöhe‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knickeln''' ● ''gneggeln'' ,in die Knie fallen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kniegurte''' f. ● ''Gniegorde'' ,Strumpfband‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kniehälsen''' ● ''gniehälsen'' ,erschlagen, um die Ecke bringen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knipsen''' ● ''knipsen'', ''knupsen'' ,mit Wackeln und Schossern schießen‘, Kassel (Pfs. 1886); ''knipsen'', wie hd., dazu: ,mit Wackeln schießen, sie abschnellen‘, Kassel um 1950. ● Siehe ''knupsen'', ''Wackel'', ''Schosse(r)''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knirchen''' ● ''knerchen'' ,knarren‘ (mit höherem Ton als ''knarchen''), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knittern''' ● ''kneddern'' ,knirschen‘, wie z.B. die Wagenräder auf gefrorenem Schnee, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knobelinchen''' ● ''Knowelienchen'' ,Knoblauchwürstchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knöchen''' ● ,peinigen, quälen‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knöpfding''' ● ''Knöppding'', Bezeichnung für die vom Mieder unterschiedenen Leibchen; Gegensatz zum ''Knöpfding'': das ''Ärmelding'', die blaue Jacke der Burschen, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knopfe''' f. ● ''Knopfe'', ''Knoppe'' ,Knospe; Finne im Gesicht‘, allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''Knobbe'' ,Knospe; Gesichtspickel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnobbe'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926); ''Knobbe'' ,Knospe‘, Lohne 2014.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knorschen''' ● ''gnoorschen'' ,mit den Zähnen zerkleinern‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knoten''' ● ,Samenkapsel des Flachses‘, im größten Teil des Landes (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knotenfurz''' ● ''Gnoorenforz'' ,kleiner Kerl, Dreikäsehoch‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel hingegen ''Furzknoden'', 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knoz''' m. ● ,kleiner, unansehnlicher Mensch‘ (Vil. 1868); ''Knooz'' ,kleines Kind‘, auch: ,ungewöhnlich kleiner Erwachsener‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gnooz'' ,kleiner Kerl‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knozen''' ● ,derb und unordentlich zusammendrücken, namentlich zusammenbinden; sich mit einer Sache abmühen, damit nicht fertig werden können‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''knozen'' ,sich mit (kleiner) Arbeit abmühen, Arbeit unsorgfältig verrichten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnoozen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuffelarbeit''' ● ''Knuffelarweit'' ,schwierig auszuführende (Hand-)Arbeit‘, Kassel 19., 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuffeln''' ● ,kleine Handarbeiten (pfuscherhaft) verrichten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuffig''' ● ''knuffich'' ,übertrieben, übermäßig‘ (z.B. Preis, Benehmen), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knullch''' m. ● ''Gnollch'' ,derber Schuh‘, auch: ,grober unhandlicher Gegenstand‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knullchen''' ● ''gnollchen'' ,derb stoßen, schlagen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knulle''' f. ● ''Knulle'' ,Knolle; großes Stück Brot, großer Knust‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnülle'' ,unförmig großes Stück Brot‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knülle''' ● ,hochgradig besoffen‘, beliebter, wohlmeinender Ausdruck, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''knille'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knullig''' ● ''knullich'' ,ungehörig groß, grob, unverschämt‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnollech'' ,übermäßig, übertrieben‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knüpftuch''' ● ''Knibbeduch'', Dim. ''Knibbediechelchen'' ,kleines Halstuch‘, Kassel 19. Jh. (Herzog, Gr. 1894), 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppe''' f. ● ''Knupe'', ''Knaupe'' ,Auswuchs am Körper, Beule‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppe''' f. ● ''Knubbe'' ,geizige Frau, namentlich Händlerin, die beim Wiegen und Messen abknuppt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppe''' f. ● Redensart ''än inn de Gnübbe grijjen'' ,jem. in die Knuppe kriegen, in seine Gewalt bekommen, jem. seine Überlegenheit fühlen lassen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Umdeutung von ''Kluppe'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppel''' m. ● ,Auswuchs am Körper, Beule‘, Niederhessen (Pfs. 1886), ''Knubbel'' ,knotenartige Verdickung (nicht nur am Körper)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuppen''' ● ''knubben'' ,kargen, abzwacken‘, Kassel (Gr. 1894). ●  Siehe ''abknuppen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperarbeit''' ● ''Knubberarweit'' ,Geduld heischende Arbeit‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperbeinchen''' ● ,die kleinen dünnen „Knöchelerchen“ am Geflügel, wo die Fleisches-Fasern zuletzt nur noch mit den Zähnen gesucht, abgeknuppert werden‘ (Pfs. 1886). ● ''Bis aufs Knupperbeinchen'' ,einer Sache bis auf den tiefsten inneren Grund gehen‘ (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperfleisch''' ● ''Knubberfleisch'' ,Fleisch dicht am Knochen, das nur abgeknuppert werden kann‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnobberfleesch'' ,sehniges, knorpeliges Fleisch, besonders das Fleisch an den Ohrmuscheln‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Bis uffs Knubberfleisch'' ,aufs gründlichste‘ (Gr., auch 20. Jh.). ''Se zänggen sech bis offs Gnobberfleesch'' ,sie zanken sich bis aufs Messer‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knupperig''' ● ,was beim Zerbeißen den Knupperlaut erzeugt (siehe ''knuppern''); scharf gebacken (Brot, Kuchen)‘ (Vil. 1868); ''knubberich'' ,zum Knabbern geeignet (z.B. Gebäck)‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnobberech'', ''gnübberech'' ,nicht leicht zu zerbeißen‘, ''gnübberech'' auch: ,überaus sparsam, geizig‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuppern''' ● ''knuppern'' ,an Hartem mit kleinen Bissen nagen; sich an Hartem mit den Fingern versuchen, um etwas davon abzulösen‘; auch Laut, welchen das Nagen hervorbringt (Vil. 1868); ''knubbern'' ,geräuschvoll kauen, knabbern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnobbern'', ''gnübbern'' ,harte Gegenstände zerbeißen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperwerk''' ● ''Knubberwerk'' ,irgendein feiner Genußgegenstand‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knups''' m. ● ''Knups'', zuweilen auch ''Knupch'', ''Knopch'' ,kleiner Mensch‘, Spottwort (Vil. 1868); ''Knups'' ,kleines Kind‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knups''' m. ● ,Schlag, Stoß‘ (Vil. 1868); ,leichter Stoß, auch: die Folgen davon‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnobs'' ,leichter Stoß, Schlag, meist in scherzhafter Absicht erteilt‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Das Dibben hot en Knubs gekricht''. ,Der Topf hat einen Stoß (Riß, Sprung) bekommen‘. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knupsen''' ● ,schlagen, stoßen‘, aber in  gelinderem Sinn, überwiegend scherzhaft‘ (Vil. 1868); ,schnippen, einen Gegenstand mit Daumen und Zeigefinger anschnippen, auf diese Weise (verstohlen) einem Kind eine Kopfnuß geben‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnobsen'' ,leicht anstoßen, schlagen, meist in scherzhafter Absicht‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''knipsen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knurbel''' m. ● ''Knorwel'' ,kratziger Fusel‘, mancherwärts im Lande gebräuchlich (Pfs. 1886); ''Knurwel'' ,Knorpel‘, Kassel 19., 20. Jh.; auch ,Schnaps‘, ebd. (Gr. 1894); ''Gnorwel'' ,fester Knochenansatz; verwachsener Mensch‘, als Schimpfname sehr gebräuchlich, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knurbeln''' ● ''gnorweln'' ,knurren, murren‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''knerbeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knust''' m. ● ''Knust'' ,Rand des Brotlaibs, Randstück vom Brotlaib‘, in Niederhessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''Knuhst'' ,Anfangs- oder Endstück des Brotlaibs‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Gnühst'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knüstchen''' ● ''Kniestchen'' ,kleiner Knust‘, Pl. ''Kniesderchen'' auch: ,obere Wangen (auf den Wangenknochen), insbesondere wenn gerötet oder gebräunt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knutschelchen''' ● ,jemand, den man gern knutschelt‘, Zärtlichkeitsausdruck, Kassel (Gr. 1894). ● ''Du bist minn liewes Knutschelchen.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutschelig''' ● ''knutschelich'' ,zerknauscht, zerdrückt, voller Falten‘, Kassel 20. Jh.; ''gnüddschelich'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutscheln''' ● ,in den Händen drücken, zusammendrücken; liebkosend drücken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnüddscheln'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutschen''' ● ,drücken, zusammendrücken, zusammenknüllen, in Falten drücken‘; Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnüddschen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutteln''' ● ''knuddeln'' ,knotenartig zusammendrücken, ballen; liebkosen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutterig''' ● ''knudderich'' ,murrend, mäkelnd‘, Kassel 20. Jh.; ''gnodderech'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuttergehannes''' ● ''Knuddergehannes'' ,Knutterjohannes; einer, der viel knuttert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knutterjörge''' ● ''Knudderjerche'' ,einer, der viel knuttert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuttern''' ● ,murren, murrend tadeln, kleinlich tadeln‘ (Vil. 1868); ''knuddern'' ,verhalten Unmut äußern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnoddern'' ,verdrießlich murren, kleinlich mäkeln, ärgerlich brummen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuttersack''' ● ,einer, der viel knuttert‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr.1894); ''Gnoddersack'' ,brummiger, stets nörgelnder Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kochening''' ● ''kochenink'' ,kochend‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Koffert''' m. ● ,Koffer‘, Kassel (Gr. 1894), Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlbütte''' f. ● ''Kohlberre'' ,Holzgefäß zum Aufbewahren des Sauerkrauts‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kohlen''' ● ,flunkern‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlenlips''' ● ,heruntergekommenes Individuum‘, eigentlich ,Kohlenträger‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Lips'' ist alte Kurzform von ''Philippus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlhase''' ● ,Gemüsegärtner‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlvogt''' ● ''Kohlvoocht'' ,Ausrufer‘, übertragen: ,Ausplauderer‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Köpfchen''' ● ,Tasse, Obertasse‘, ganz Hessen (Pfs. 1886). ● Die Untertasse hingegen heißt ''Schälchen''. (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kopfer''' ● ''Kobber'' ,Kupfer, Kupfergeschirr, Kupfergeld‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kupfer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kopfernase''' ● ''Kobbernase'' ,rote Nase‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Koppel''' f. ● ''Kobbel'' ,Aufhaltekette, zweiteilige Kette vorn an der Wagendeichsel, an die ein Gespann angekoppelt wird‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''köppeln''' ● ''sech kebbeln'' ,sich ins Lederzeug, die Ketten oder Stricke verwickeln (vom Zugvieh); sich zanken, sich streiten‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''körisch''' ● ''körsch'' ,wählerisch‘, in ganz Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Körle''' ● Zum ''Körler Esel'' siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Köze''' f. ● ,Rückenkorb mit Tragbändern‘, Niederhessen, Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868); ''Keeze'' ,Tragekorb auf dem Rücken‘, scherzhaft übertragen: ,Bauch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Sich die Köze flicken'' ,sich im Essen ein Gütchen tun‘ (Pfs. 1886); ''sich de Keeze flicken'' ,einen trinken‘, Kassel (Bennecke 1904), ,tüchtig essen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Közengücker''' ● ''Közengucker'' ,Visitator, Mautbeamter, Accisbeamter‘ (Vil. 1868); ''Keezengicker'' ,einer, der gern und oft in die Marktkörbe guckt‘, übertragen: ,einer, der spioniert, aushorcht‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. setzt gleich mit ''Fiskal'' und ''Kalfaktor''; s. d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krabbelig''' ● ''grawwelich'' ,lebhaft, beweglich, äußerst tätig‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grawwelech'' ,lebhaft kriechend, ungemein regsam‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krabbeln''' ● ''krawweln'' ,wimmeln, in großer Zahl kriechen‘, Kassel (Gr. 1894), ,auf allen Vieren (eilig) kriechen‘, Kassel 20. Jh.; ''grawweln'' ,auf Händen und Füßen kriechen, sich lebhaft kriechend bewegen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. „krappeln“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krabbeln''' ● ''krawweln'' ,kraulen, gelinde kratzen, kitzeln‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grawweln'' ,mit den Fingerspitzen dauernd betasten‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kracke''' f. ● ,ganz schlechtes, unbrauchbares Pferd‘ (Vil. 1868); ''Gragge'' ,altes, unbrauchbares Pferd‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krackel''' ● ''Krackel'' m. ,verzogener Schriftzug; irgendwelche mißbildete Gestalt‘, Kassel (Pfs. 1886); ''Kraggel'' f. ,schlechte Handschrift‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krackelig''' ● ''kraggelich'' ,mit schlechter Handschrift geschrieben‘, Kassel 20. Jh.; ''graggelech'' ,schief, verbogen (besonders von schlechter Schrift)‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krackelwerk''' ● ''Graggelwärk'' ,unregelmäßig durcheinanderliegende Gegenstände‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krafts Katze''' ● Nur in der Redensart ''Hä is im Arsche wie Krafts Katze.'' ,Er ist unrettbar verloren, ganz und gar erledigt.‘ Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krakeel''' m. ● ''Krageel'' ,lärmendes Gestreite‘, Kassel 20. Jh.; ''Grageel'' ,Zank, Streit, Lärm‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krakeelisch''' ● ''grageelsch'' ,streitsüchtig‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krambol''' ● ''Krambóhl'' ,Lärm‘, Kassel (Gr. 1894), ,Streit‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krankheit''' ●  ''schlimme Kranket'' ,Epilepsie‘, Balhorn (Sl. 1901); ''de fallninge Graanget'' ,die fallende Krankheit, Epilepsie‘, ''de engelsche Graanget'' ,die englische Krankheit, Rachitis‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kränksch''' ● ,kränkelnd, ungesund‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kranne''' f. ● ''Gronne'' ,Krähe, Rabe‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krapfe''' m. ● ''Krappe'' ,Haken (um etwas aufzuhängen)‘, Schwalm und Oberhessen (Vil. 1868); ''Krabben'' m., dasselbe, Holzhausen am Hahn 20. Jh. (Umbach). ● Vgl. ahd. ''krapfo'' m. ,Haken, Kralle, Krapfen, Widerhaken‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kräpfel, Krapfel''' f. ● ''Kreppel'', ''Krappel'', in Hessen und anderwärts sehr beliebtes Backwerk, das ursprünglich und teilweise noch jetzt die Form eines Hakens hat, gebacken zu Fastnacht, in der Fulda- und Werragegend beim Ende des jährlichen Ausdreschens (Vil. 1868); ''Kräbbel'' ,Krapfen‘, Gebäck, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Zusatz bei Gr.: ‚Fastnachtsgebäck‘; ''Grabbel'' ,Krapfen‘, Gebäck, besonders zu Fasstnacht, Neujahr, zum Ausdreschen des letzten Getreides, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Diminutiv von ''Krappe'', s. ''Krapfe''. ● Vgl. ahd. ''krapfilīn'' (mit doppeltem Dim.-Suffix) ,Häklein, Haken, Widerhaken, Krapfengebäck’.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krappelbauer''' ● ''Krebbelbure'' ,ein ärmlicher, unansehnlicher Bauer, der etwa mit einer Kuh an den Acker zieht‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Grabbelbuhre'' ,Kleinbauer‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krappeln''' ● ,fortkriechen mit eilfertiger, käferartiger Bewegung der Arme und Beine‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''krabbeln'' ,(eilig) kriechen, klettern‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grabbeln'' ,sich langsam und unbeholfen bewegen, kriechen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''sich uffgrabbeln'' ,sich mühsam von einer Krakheit erholen‘ (Gr.). ● Vgl. ''krabbeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kraß''' ● ''graß'' ,starr (vom Blick)‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krätsch''' m. ● ''Krähtsch'' ,Lärm, Aufhebens (um eine Sache)‘, Kassel (Gr. 1894); ,kleines Kind (das noch am Fußboden herumkriecht)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kratzbürste''' ● ,launige, doch auch ernste Schelte für einen zänkischen oder widerborstigen Menschen‘ (Pfs. 1886); ''Kratzbirschde'' ,zänkische Mensch, vor allem Frau oder Mädchen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Gratzbärschde'' ,reizbarer, zanksüchtiger Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krätzer''' ● ''Grätzer'' ,schlechter Branntwein‘; ''ahler Grätzer'' ,alter Kerl‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kraufdingen''' n. ● ''Kruffdingen'' ,Kind, das noch umherkriecht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kraufen''' ● ''krufen'', ''kraufen'', ''kroffen'', ''kröffen'' ,kriechen‘; in Gebrauch vom niederdt. Niederhessen (wo es ''krupen'' heißt) bis südl. in die Gegend von Spangenberg und Wabern, von dort östl. bis Eschwege bzw. Waldkappel (Vil. 1868);  ''kruffen'' ,kriechen‘, Kassel 19., 20. Jh.; ''grüffen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''ich kruffe'', ''du kriffest'', ''hä kriffet'', ''mä kruffen'' usw., ''kroff'', ''gekroffen'', Kassel; die entrundeten Umlautformen ''kriffest'', ''kriffet'' (aus *''krüffest'', *''krüffet'') waren in der 2. Hälfte des 19. Jh. bereits am Erlöschen. ''Grüffen'', ''gröff'', ''gröffen'', Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kraufhühnchen''' ● ''Kruffhühnchen'' ,klein gewachsene Frauensperson‘, Spottwort, in Kassel sehr üblich (Vil. 1868); ''Kruffhienchen'' ,Kriechhühnchen (kleine Art)‘, sehr oft: ,kleines Mädchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kräuschen, Kräuselchen''' ● ''Kries’chen'', ''Krieselchen'' ,kleiner Krug‘, Kassel (Gr. 1894).  ● Abgeleitet von ''Krus'' ,Krug‘, das 1894 in Kassel offenbar bereits außer Gebrauch gekommen war; nach Vil. (1868) als ''Krus'', ''Kraus'', ''Krause'' gebräuchlich in Mittel- und Oberhessen, wenig im niederdt. sprechenden Niederhessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krawaller''' ● ,Krawallmacher‘, insbesondere ,politsch unruhiger Kopf‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kregel''' ● ''kregel'', auch kontrahiert ''kreel'' ,beweglich, munter, rührig‘, besonders von Kindern und Rekonvaleszenten gesagt, in ganz Hessen sehr üblich (Vil. 1868); ''kreechel'' ,gut aufgelegt‘, Kassel (Gr. 1894); ''krichchel'', dasselbe, ebd. 19. Jh. (Herzog); ''greejel'' ,munter, beweglich, gesund‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kreideln''' ● ,sich mit Herd- oder Ofenfeuer zu schaffen machen, es schüren, in Gang bringen oder halten‘, Kassel (Gr. 1894). ● Statt ''kreideln'' oft auch ''kriedeln'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kreideweißchen''' ● ''Kridewißchen'', ''Kriddewißchen'' ,der als Todverkünder gefürchtete Raubvogel Strix noctus, das Käuzchen, Leichenhuhn‘ (Vil. 1868); ''Kriedewißchen'' ,Käuzchen‘, Kassel (Gr. 1894); ''Grierewißchen'' ,Steinkauz, Totenvogel‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Hin und wieder, z.B. in der Umgebung von Fritzlar, heißt der Vogel ''die wisse Kritt'' (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kreisch''' m. ● ''Greesch'' ,Schrei‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Krisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kreischen''' st. ● wie hochdeutsch, dazu in Niederhessen der herrschende Ausdruck für ,weinen‘ (Vil. 1868); ''krischen'' (intr.) ,kreischen, schreien; weinen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''grüschen'' ,weinen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''krischen'', ''krisch'', ''gekrischen'' (im Präs. ''i'' geschlossen, im Imp. und Part. Perf. ''i'' offen), Kassel; ''grüschen'', ''grösch'', ''jegröschen'', Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kreischen''' schw., trans. ● ,Öl zum Sieden bringen, um die herben oder auch widrigen Bestandteile auszuscheiden‘ (Vil. 1868); ''kreischen'' (trans.) ,Öl sieden, Fett auslassen‘, Kassel (Gr. 1894); ''greeschen'' ,(ein Kind) zum Weinen veranlassen; Öl zum Sieden bringen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''kreischen'', ''kreischte'', ''gekreischt'', Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krekeln''' ● neben ''krakeelen'' in gleicher bedeutung, Kassel (Pfs. 1886), ''kreegeln'' ,krakeelen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krellen''' trans. ● ,eine plötzliche, wenn auch vorübergehende Erstarrung und das damit verbundene unangenehme Gefühl hervorbringen (z.B. Frost)‘, überall in Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krepen, krepeln''' ● ,in etwas Hohlem herumstochern‘, z.B. in der Ofenröhre, in der Nase; sehr üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kresten''' ● ''kresten'', Aussprache ''krästen'', ,stöhnen (von Gebärenden)‘, nördl. Hessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kribbel''' m. ● ''Grewwel'' ,Werkzeug zum Stochern‘, z.B. Pfeifenkribbel, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kribbel''' m. ● ''Kriwwel'' ,unangenehmer Kitzel, Jucken‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kribbeln''' ● ''kriwweln'' ,prickeln, jucken, unangenehm kitzeln in Nase, Hand usw., Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grewweln'' ,stochern; jucken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Redensart ''es kriwwelt und wiwwelt'' (von Läusen u. dgl.) (Vil. 1868); ''krewweln un wewweln'' ,kribbeln und wimmeln‘ (Gr.); ''grimmeln un wimmeln'' ,krimmeln und wimmeln‘ (Hm.). ● ''krimmeln'', wohl nur in Verbindung mit ''wimmeln'' vorkommend; die Redensart ''es krimmelt und wimmelt'' erstmals belegt in Schwebda 1673 in Bezug auf einen Heuschreckenschwarm (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kribbsen''' ● Bei Gr. 1894 (Kassel) nur Verweis auf ''gribbsen''; dies Wort fehlt allerdings an entsprechender Stelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kriminal''' ● zur Verstärkung gebraucht, z.B. ''Kremmenahlhersch'' ,Kapitalhirsch‘, ''Kremmenahljunge'' ,ungewöhnlich großer Säugling‘, Kassel (Gr. 1894), ''kriminalscheenes'' Mädchen, Kassel (Bennecke 1904); ''kriminal'' ,sehr stark, übermäßig‘, z.B. ''kriminale Hawer'', Balhorn (Sl. 1901); ''grimmenal'' ,vorzüglich, ausgezeichnet, außergewöhnlich‘, z.B. ''en grimmenales Steck Vieh'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kringel''' m. ● ,der einfache Gebäckring‘, Kassel (Pfs. 1886). ● Der zur Acht verschlungene Gebäckring heißt hingegen ''Bretzel'' (Pfs.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krippengäker''' m. ● ''Grebbengäger'' ,Pferd, das die Vorderzähne auf die Krippe aufzusetzen und die hastig eingeschluckte Luft wieder auszustoßen pflegt; Mensch, der dauernd aufstößt, rülpst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krisch''' m. ● „in unserem ganzen Stammes-Gebiete“ üblichster Ausdruck für hd. ''Schrei'' (Pfs. 1886); ''Kresch'' ,Schrei‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''En luden Kresch duhn'' ,schreien‘ (Gr.). ● Vgl. ''Kreisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krittelkopf''' ● ''Kriddelkopp'' ,einer der zum Kritteln neigt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kritteln''' ● ''kriddeln'' ,(wiederholt) tadeln; tadelnd Unzufriedenheit, üble Laune äußern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kropch''' m. ● ''Kroppich'', ''Krupch'' ,Kropf‘ (Pfs. 1886), ''Kroppich'' ,kleiner unansehnlicher Mensch‘, mittlere Eder (Pfs.); ''Kropch'' ,Kropf, Vogelkehle‘, Kassel (Gr. 1894); ''Grobch'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mundartl. ''pch'' ist keine verunglückte Wiedergabe von hochdt. ''pf''; ''Kropch'' ist *''Krop'' + ''ch''-Suffix (&amp;lt; germ. ''k''-Suffix); siehe auch ''Wiedehopf''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kröpel''' ● ,Krüppel‘ in Hessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''Krebel'' ,Krüppel‘, auch ,etwas, das in der Form mißlungen ist (z.B. Brötchen), Kassel (Gr. 1894), im 20. Jh. in Kassel meist nur noch Schimpfwort für einen widerlichen Menschen; ''Grebel'' ,Krüppel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kröpelig''' ● ''krebelich'' ,krüppelhaft‘, als Scheltwort: ,elend, widerlich‘, z.B. im Hinblick auf Benehmen, Kassel (Gr. 1894); ''greebelech'' ,krüppelig, verkrüppelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krucke''' f. ● ''Kruke'' ,Krug‘, besonders ,Krug mit engem Hals‘, im niederdt. sprechenden Niederhessen (Vil. 1868); ''Kruke'' ,Krug‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Krugge'', Kassel (Gr. 1894). ● Vielfach scherzhaft für ,kleinen scheiben (schiefen) Menschen‘ (Pfs. 1886); ''Du ahle Krugge!'', ''Das is dä ‘ne Krugge!'' Hier ''Krugge'' etwa ,Versager, Taugenichts‘, eher milder Spott, Kassel 20. Jh. Fraglich, ob es sich hier tatsächlich um eine Übertragung handelt und nicht viel eher um eine Altform von ''Krücke''. Dafür spricht, daß man auch anderes, etwas Verkrüppeltes so bezeichnen kann, etwa einen unansehnlichen, krummen Baum (Christbaum), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krulle''' f. ● ''Krolle'', ''Krulle'', zuweilen auch ''Kroll'' m. ,Haarlocke‘ (''Locke'' ist ungebräuchlich, unverständlich) (Vil. 1868); ''Krulle'' ,(enge) Haarlocke‘, Kassel 20. Jh.; ''Grolle'' ,Haarlocke‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''krolle''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krüllen''' ● ,Schoten aufknicken und Erbsen herausstreichen‘, Teile Niederhessens (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krullenkopf''' ● ''Krollkopf'' ,Lockenkopf, Krauskopf‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''Krullenkopp'', dasselbe, Kassel 20. Jh.; ''Grollenkopp'' ,Lockenkopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krullig''' ● ''grollech'' ,lockig, kraus‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krumbel''' f. ● ''Krumpel'' ,unregelmäßige, aus Versehen oder Unordentlichkeit entstandene Falte in Sachen mit regulär glatter, glattgebügelter Oberfläche (Tuch, Papier)‘, ganz Hessen (außer niederdeutschen Gebieten, wo es ''Krünkel'' heißt) (Vil. 1868); ''Krumbel'' ,Falte in Stoff oder Papier, dort wo keine sein sollte‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Grömbel'' ,unregelmäßige Falte, etwa in einem Kleid, durch Unvorsichtigkeit entstanden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krumbelig''' ● ''krumpelig'' ,voll Krumpeln‘ (Vil 1868); ''krumbelich'' ,verknittert‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''grömbelech'' ,voll unregelmäßiger Falten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krumbeln''' ● ''krumpeln'' ,in unregelmäßige und ungehörige Falten drücken‘ (Vil. 1868); ''krumbeln'' ,knittern, faltig werden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''grömbeln'' ,in unregelmäßige Falten drücken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krümmede''' f. ● ''Gremmede'' ,Krümmung, meist Wegbiegung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krumme Not''' ● ,Epilepsie‘, besonders in Niederhessen sehr üblich, ist zum Fluchwort geworden, sehr häufig verwendet (Vil. 1868). ● ''Du sat de Krummenot krechchen!'' ,Du sollt die krumme Not kriegen!‘ Kassel (Gr. 1894); ''Krumme Nott!'' Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krustellieren''' ● ,mit Appetit essen; vespern, kleinen (kalten) Imbiß zu sich nehmen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Von französ. ''croustiller'' ,knuspern, knabbern‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krüsten''' ● ''gräsden'' ,seufzen, stöhnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krutsch''' m. ● ,kleines Kind‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küchel''' n. ● ''Kichel'' (''i'' kurz) ,Küken’, Kassel (Gr. 1894). ● ''Dummes Kichel'' ,dumme, auch: bescheidene Person‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küchen''' n. ● ''Kichen'' (''i'' kurz) ,Küken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küchendragoner''' ● ''Kichendragoner'', bedeutungsgleich mit ''Kastrullbursche'' ,Frau, die übereifrig in der Küche herumfuhrwerkt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuh''' ● ''Kuh'', Pl. ''Kiewe'', Kassel 19. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. (1894) führt ''Kuh'', ''Kiewe'' für Kassel nicht auf; siehe aber die nächsten Einträge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kühchen''' s. ● ''Kiebchen'' ,kleine Kuh‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küheleetscher''' m. ● ''Küweleetscher'' ,schwerfällig nur mit Kühen fahrender Bauer‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küheschelle''' ● ''Kieweschelle'' ,Schnapsglas, ähnlich einer Herdenglocke‘, Kassel (Gr. 1894), ,großes, trichterförmiges Schnapsglas‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kühn''' ● ''kiene'' ,dreist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kukummer''' f. ● ''Kukummer'' ,Gurke‘, das übliche Wort, ''Gurke'' ist kaum bekannt (Vil. 1868), ''Gugummer'', nördl. Hessen (Pfs. 1886), ,''Gugummer'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullarsch''' ● ,Hühnerart ohne Schwanz‘, an Fulda und Werra (Vil. 1868). ● Vgl. ''Kullmutz'' und ''Kupper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kulle''' ● Siehe auch ''Kaule''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kulle''' f. ● ''Kulle'' ,Kugel‘, in ganz Hessen üblich, wohingegen hochdt. ''Kugel'' nicht üblich ist und sich erst in der neuesten Zeit hier und da einbürgert (Vil. 1868). ● Kontraktion von  mhd. ''kugele'' zu ''kūle'', dann im Niederhessischen gekürzt zu ''Kulle''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuller''' m. ● ''Kuller'' ,Koller‘, Kassel 20. Jh. ● Nur Redewendungen: ''Host du dann ’n  Kuller?'' ,Bist du denn verrückt?‘ Kassel 20. Jh. ''Den Koller honn'' ,den Koller haben, verrückt sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926); hierzu auch ''Dä kollert’s wohl?'' ,Du bist wohl verrückt?‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kullerig''' ● ''kullerich'' ,den Koller habend; heftig, ungestüm, cholerisch‘, Kassel 19., 20. Jh.(Gr. 1894); ''kollerech'' ,kollerig, verrückt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kullern''' ● ''kullern'' ,rollen‘, allgemein üblich (Vil. 1868), ''kullern'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kullern''' ● ''kullern'' ,kollern‘, Geräusch, z.B. Stimme des Truthahns, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullmutz''' ● ,Hühnerart ohne Schwanz‘, an Fulda und Werra (Vil. 1868). ● Vgl. ''Kullarsch'' und ''Kupper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullrabe''' f. ● ''Kullerawe'' ,Kohlrabi‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), ''Gullerawe'', ebd. (Gr. 1894); ''Kolrowe'' ,unter der Erde wachsender Kohlrabi‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullskopf''' ● ''Kullkopf'', ''Kullskopf'', 1) ,Kaulquappe‘ 2) der Fisch cottus gobio (Vil. 1868); ''Güllskopp'' ,Kaulquappe‘, Umdeutung in ,Gaulskopf‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullsquappe''' ● ''Kullsquabbe'', Kassel (Gr. 1894); &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kulltüpfen''' ● ''Kulldüppen'' ,bauchiger Topf ohne Beine‘, Kassel (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kulstern''' ● ''kulstern'' ,räuspern, husten, mit Schleimauswurf‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kummer''' m. ● ,Schutt, namentlich Bauschutt, unfruchtbares Erdreich‘ (Vil. 1868); ,Kehricht, Schutt‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kommer'' ,unfruchtbares, sandiges Erdreich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Für ''Kummer'' im hochdt. Sinn ist in Niederhessen ''Brast'' üblich; ''Schutt'' wird nicht gebraucht, kaum verstanden (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kummermann''' ● ,Mann, der die Abfuhr des Kehrichts besorgt‘, Kassel (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kummerwagen''' ● ,Kehrichtwagen‘, Kassel (Pfs. 1886); (städtischer) Kehrichtwagen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumpf''' m. ● ''Kumpf'' ,größerer Napf‘, überall gebräuchlich (Pfs. 1886); ''Kump'' ,größeres Gefäß; der Dorfbrunnen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumfate''' f. ● ''Kumfate'' ,erhöhte Flächen, Bänke, die sämtlich auf freien Plätzen gelegen sind‘, Allendorf in den Soden und in einigen Nachbarorten; ''Komfade'' ,Herberge, Wirtshaus‘, östl. Niederhessen (Pfs.1, 1889). ● Die Identität beider Wörter und anzunehmende ursprüngliche Bedeutungsgleichheit ist kaum von der Hand zu weisen; zumindest bei ''Kumfate'' denkt Pfs. an ,Ort für Gemeindeversammlungen‘. Er könnte recht haben: Ließe sich an lat. ''convada-ri'' ,vor Gericht laden‘ anschließen, so ergäbe sich als ursprüngliche Bedeutung ,(Ort der) Gerichtsversammlung‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumpfen, Kumpfe''' m. ● ''Kumpen'' ,großer Trinkbecher, Bierkrug‘, Kassel 20. Jh.; ''Kömbe'' ,Gefäß, große Schüssel, großer Becher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumwiefchen''' s. ● ''Kumwiefchen'', in der Redensart ''das ganze Kumwiefchen'' ,die ganze Gesellschaft‘, im Sinne einer ,Gruppe mit (bedenklichem) innigem Einverständnis untereinander‘, z.B. Stammtisch-, Zech- und Schmausbrüder, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894). ● Von französ. ''convive'' ,Gast, Genosse‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kunterquant''' m. ● ''Kondergwant'' ,Kunterbunt, Durcheinander‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kunte(r)wítte''' f. ● ''Kundewidde'' ,Aufführung, Lebenswandel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Konderwidden'' Pl. ,schlaue Einfälle, hinterlistige Gedanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''conduite''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kunterwittig''' ● ''konderwiddech'' ,schlau, durchtrieben‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kunnerbande''' f. ● ''Kunnerbanne'' ,Schleichhandel, Schmuggelgut‘, nicht bloß von Waren gesagt, sondern auch von etwas heimlich und unerlaubt an irgendeinem Ort Mitgebrachtem, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küppel''' m. ● ''Küppel'', gewöhnlich ''Kippel'' gesprochen, eigentlich ,kleiner Kopf‘, gebraucht gewöhnlich für kleine Feldhügel, mit Buschwerk oder einzelnen Bäumen bestanden  (Vil. 1868); ''Kebbel'' ,Erderhöhung, Hügel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kuppeln''' ● ,rollen, sich wälzen‘, wird von größeren sich abwärts bewegenden Massen gesagt (Vil. 1868); ''kubbeln'' ,kollern, wälzen, rollen (auch von Tränen)‘, Kassel (Gr. 1894); ''kübbeln'' intr. ,rollen, sich wälzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kuppeln''' ●  ''kubbeln'' ,unerlaubte Vereinbarungen treffen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kupper''' m. ● ,Hühnerart ohne Schwanz‘, Umgegend von Fritzlar (Vil. 1868). ● Vgl. ''Kullarsch'' und ''Kullmutz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuren''' Plur. ● ''Küren'' ,Narrenpossen‘, mittlere Werra (Vil. 1868); ''Kuren'' (nur an der Werra mit ''ü'') ,Neigungen, Wunderlichkeiten; Schliche, Kniffe‘, recht üblich, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kurzab''' ● ''korzop'' ,barsch, kurz angebunden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuschemucken''' ● ''Kuschemúggen'' Plur. ,Heimlichtuerei‘, Kassel (Gr. 1894), ,Betrügereien, betrügerisches Spiel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutte''' f. ● ,wollenes, öfters schwarzes Tuch, das sich Frauen und Mädchen im Winter gegen Kälte um den Kopf binden‘, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutteln''' ● ''kutteln'' trans. und intrans. ,rollen, rollend fallen‘ (Pfs. 1886); ''kuddeln'' trans. u. intrans. ,wackelnd, ungleichmäßig rollen, kullern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutz''' m. ● ,das zu einem Knäuel zusammengewickelte Haupthaar der Frauen‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Kutz'' ,Haarknoten auf dem Kopf oder am Hinterkopf von Frauen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kütz'' ,das zu einem Knäuel zusammengelegte Haar der Frauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutz, Kutzen''' m. ● ,Menge, Haufen, zumal willkürlich zusammengetragener und unordentlich durcheinanderliegender Dinge‘ (Vil. 1868); ''Kotzen'' ,Menge, Haufen durcheinander liegender Dinge, wirre Masse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutz''' m. ● ''Kotz'' ,Husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzbeutel''' ● ''Kotzbiddel'' ,einer, der dauernd hustet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutze''' f. ● ,Erbrochenes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzel''' f. ● ,verwirrte (verknotete) Stelle in Haar, Garn, Faden; Zusammengeballtes‘, Kasel 19., 20. Jh.; ,wirrer Haarknäuel der Weiber; Person mit unordentlichem Schopf‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Kotzel'' ,Haufen durcheinander geschlungener Fäden, Haare oder dgl.‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzelanke''' f. ● ,verwirrtes Kopfhaar‘, übertragen: ,Person mit ungepflegtem, verkutzeltem Haar‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzelkopf''' ● ,ein Kopf mit ungekämmten Haaren‘ (Vil. 1868); ''Kutzelkopp'' ,verwirrtes Kopfhaar‘, übertragen: ,Person mit ungepflegtem, verkutzeltem Haar‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kotzelkopp'' ,Kopf mit wirrem Haar; dickköpfiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzeln''' ● ,verwirren, durcheinander bringen (Haare, Fäden un dgl.)‘, Kassel 20. Jh.; ''kotzeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzen''' ● ''kotzen'' ,sich übergeben; die Kehle durch Auswurf reinigen (räuspern); (heftig) husten‘ (Vil 1868); ''kutzen'' ,kotzen, sich erbrechen‘, Kassel (Gr. 1894), ''kotzen'' ,husten‘, ''sech kotzen'' ,sich erbrechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzerig''' ● ''kutzerich'' ,vor dem Erbrechen stehend‘ bzw. entsprechendes Gefühl bezeichnend, Kassel (Gr. 1894). ● ''Es wird mä ganz kutzerich.'' ,Es wird mir übel‘, oft auch ironisch gebraucht, um die Worte eines anderen als widerlich zu bezeichnen, also: heftige Ablehnung anzeigend. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzern''' ● ''kutzern'' ,zum Erbrechen reizen‘, Kassel (Gr. 1894), ''kotzern'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).  ● Nur in unpersönl. Redewendungen: ''es kutzert einen'' (Gr.), ''es kotzert mech'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kuzen''' ● Siehe „kauzen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''L.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Laatsch''' m. ● Latsch ,nachlässig gehender Kerl; dünnflüssiger Straßenkot‘ (Pfs. 1886); ,nachlässige Gangart‘, Kassel 20. Jh.; ''Laadsch'' ,nachlässig gehender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laatsche''' f., '''Laatschen''' m. ● ,aus Lappen zusammengenähter oder aus zerschnittenen Salbenden geflochtener Schuh‘, sehr üblich, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Latsche'' f. ,Schuh aus Salbenden, worin man latschig geht; schlunziges Frauenzimmer‘ (Pfs. 1886); ''Laatschen'' m. ,schiefer, ausgetretener Schuh‘, auch scherzhaft oder verächtlich für ,Schuh‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ''Laadschen'' (nur Plur.), ,schiefe, ausgetretene Schuhe‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Letschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laatschen''' ● ,wackelnd und schleppend gehen‘ (Vil. 1868); ,langsam, nachlässig, schleppend gehen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''laadschen'' ,sich nachlässig, schleppend fortbewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laatschen''' ● ,eine Ohrfeige verpassen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''laadschen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ich laadsch dä eine'' (''eenge'') ,ich gebe dir eine Ohrfeige‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laatschhühnchen''' ● ''Laatschhiehnchen'' ,Hühnchen mit Bauschfüßchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laatschmichel''' ● ,(meist langer) phlegmatischer Bursche‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laban''' m. ●  ''langer Lawan'' ,langer Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''labet''' ●  ''lawéht'' ,müde, abgespannt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Labberhannes''' ● ''Lawwerhannes'' ,einer, der gehaltloses Zeug redet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''labberig''' ● ''lawwerich'' ,gehaltlos (von der Rede)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''labbern''' ● ''lawwern'' ,gehaltlos reden, schwatzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Labbes''' m. ● ''Lawwes'' ,plumper Kerl‘, auch durchaus wohlwollend, bei Kindern im Sinn von gesund, kräftig gemeint, in der Kasseler Gegend recht üblich (Pfs. 1886); ''Lawwes'' ,großer Kerl‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lach''' m. ● ,kurzes Auflachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Läche dun'' Pl. ,Läche tun, in Gelächter ausbrechen‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lächerig''' ● ''lächerech'' ,zum Lachen reizend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lächern''' ● ,zum Lachen reizen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es lächert mech.'' ,Es macht mich lachen‘. (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lack''' m. ● ''en Kärle wie Lack'' ,ein tüchtiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lacks''' m. ● ,fauler Mensch‘ (Vil. 1868); ,großes Exemplar von Tier oder Mensch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Laggs'' ,großer starker Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. dürfte sich geirrt haben; er bezieht sich wohl auf den ''Faullacks'' (s.d.), Kassel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lacksen''' ●  ''sich lacksen'' ,sich lümmeln, flegeln, grob betragen‘, weitverbreitet (Pfs. 1886); ''sich lachsen'' ,sich lümmeln, bequem hinsetzen‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), 20. Jh.; ''sech laggsen'' ,sich räkeln, sich flegelhaft benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ladderei''' ● ,Herumtreiberei‘, Kassel 19. Jh. (Gr. 1894), auch: ,oberflächliches Arbeiten, Pfuscherei‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ladderhans''' ● ,ein träger Mensch, Müßiggänger‘ (Vil 1868); ''Ladderhannes'' ,Herumtreiber, Tagedieb‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Ladderhans'' ,leichtsinniger Mensch, Müßiggänger‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ladderig''' ● ''ladderich'' ,unordentlich‘, Kassel 20. Jh.; ''ladderech'' ,leichtsinnig, unordentlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laddern''' ● ,die Zeit müßig hinbringen, vertändeln‘ (Vil. 1868); ,sich müßig hermtreiben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laddersack''' ● wie ''Ladderhans'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lade''' f. ● ,Kleiderkiste der Landbewohner in Althessen‘ (Vil. 1868); ''Ladhe'', ,Kleiderkiste, wie von Vil. angegeben, außerdem ,Sarg‘ (hierfür auch ''Dodenladhe'' in Gebrauch), Balhorn (Sl. 1901); ''Lore'' ,große, schwere Truhe mit Eisenbeschlägen zur Aufbewahrung der Kleidung und namentlich des Leinenvorrats; Sarg‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Größer als die Lade ist in Niederhessen die ''Kiste'', diese ist schwerer und größer, hat Eisenbeschläge. In der Schwalm verhält es sich umgekehrt. (Vil.) ● Siehe ''Totenlade''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laffen''' ● ,mit herausgestreckter Zunge lecken, schlürfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''laffen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laib''' m. ● ''Laib (Brot)'' ,Brotlaib‘, Kassel 19., 20. Jh.; ''Leep'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laibchen''' ● ''Laibchen'', Pl. ''Laiwerchen'', kleine Teigwaren, Brötchen; dazu gehören im 19. Jh. Milchbrötchen, Franzbrötchen, Pariser; Kassel (Gr. 1894), auch Apfellaibchen (s.d.); ''Leebchen'' ,Laibchen, kleiner, runder Kuchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. hat merkwürdigerweise trotz pluralischem ''Leiwerchen'' als Singular ''Libb'', so auch als eigenes Stichwort. ''Libb'' heißt ,Leib‘ und ist von ''Laib'' getrennt zu halten, vgl. Niederellenbach ''Liep'' und ''Leep'' (Hm.) sowie mhd. ''lîp'' ,Leib‘ und ''leip'' ,Laib, geformtes Brot‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lakwerge''' ● ''Lakwerche'' ,Latwerge‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lakrezius''' ● ''Lakrezijus'' ,Lakritz‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lallepatsch''' m. ● ,Tölpel‘, übliches Schimpfwort in den Mittelständen (Vil. 1868);  ''Lallebatsch'' ,großer Tölpel; einer, der schwerfällig geht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lallepatschig''' ● ''lallebatschig'' ,sich benehmend wie ein Lallebatsch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lamberie''' f. ● ,Abschlußbretter unten an den Zimmerwänden, untere Täfelung‘, Kassel 20. Jh.; ,Täfelung der Zimmerwände‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Landviole''' ● ''Landfijohle'' ,Frau, deren Aufmachung die Provinzstädterin verrät‘, Kassel (Gr. 1894), ,Frau vom Lande, der Aufmachung nach‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Längede''' f. ● ''Lengde'' ,Länge‘, in Hessen sehr üblich (Vil. 1868); ''Längede'', dasselbe, Kassel (Gr. 1894); ''Längde'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''lengede''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''langen''' ● ,holen, reichen, darreichen‘ (Vil. 1868); ,herreichen‘, Kassel 20. Jh.; ,holen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die „gemeinhochdeutsche Ausdrücke“ ''holen'', ''reichen'', ''darreichen'' „waren bis um das Jahr 1820 im östlichen und inneren Hessen so gut wie gar nicht bekannt und dem Volke meist schlechthin unverständlich“. (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lapparsch''' ● ,läppischer, schlaffer Kerl, erbärmlicher Kerl‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Labboorsch'' ,erbärmlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läppchen''' ● ''Das es us dem Läbbchen ins Diechelchen''. ,Das ist einerlei‘, Kassel Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lappen''' ● , flicken, ausbessern‘, jetzt fast nur noch von Kleidungsstücken, früher auch von Geräten und Bauwerken (Vil. 1868); ''labben'' ,zerrissen sein, in Fetzen herabhängen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läppisch''' ● ''läbbsch'' ,schlaff, schwach, unbedeutend; fade, abgestanden (z.B. Bier)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ''läbbsch'' ,von fadem Geschmack, saftlos, schlapp, schlaff (von Personen und Gegenständen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Larches''' m. ● ,großer Kerl‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lärmetieren''' ● ''lärmedieren'' ,Lärm machen, lamentieren‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kontamination von ''Lärm'' und ''lamentieren'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lasche''' f. ● ,Prügel‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laschen''' tr. ●,durchprügeln‘ (Vil. 1868); ,schlagen, peitschen, durchprügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,verhauen, durchprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laschig''' ● ''laschech'' ,unordentlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lassen''' ● wie hd. ''lassen'', außerdem ,gut stehen‘, Niederhessen, auch nd. Niederhessen (Pfs.1, 1889), Kassel 20. Jh. ● ''Ähre Farwe läßt. Daaß leßt uch ockert nit.'' ,Dss steht euch nicht gut.‘ (Pfs.1) ''Das läßt dä nitt.'' ,Das steht dir nicht (gut).‘ Kassel 20. Jh. ● Vil. (1868) führt ähnlichen Gebrauch nur für das nd. Niederhessen auf: ''laten'' ,sich geziemen, scheinen, das Ansehen haben‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lattich''' m. ● ''Laddch'' ,Kopfsalat‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Laddich machen'' ,Spaß, Vergnügen machen‘, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● Gr. hat ''Lattich'' wohl nicht als Dialektwort aufgefaßt, insofern auch nicht verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lattichvogel''' ● ''Laddichvochel'' (''o'' kurz) ,Schmetterling; Person im sehr sommerlichem Anzug‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Sommervogel''. ● Pfs.1 (1889) nennt die Redewendung ''Mer spießen se uff alse de Laddichvöchel!'', die er aus seiner Kindheit in Kassel kennt, stellt aber ausdrücklich fest, daß ihm die Bedeutung von ''Lattichvogel'' unbekannt sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läube''' f. ● ''Läube'', ''Leibe'' […] ,der obere Teil des Hauses, oberes Stockwerk, Bodenraum‘, in älterer Zeit vorzugsweise die zur Aufbewahrung des Getreides bestimmten oberen Räume des Gebäudes, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Lewe'', Bezeichnung der Zimmer im zweiten Stockwerk eines Bauernhauses‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Man unterscheidet namentlich die Schlachte- oder Wursteläube, die zur Augbewahrung der Schlachtvorräte dient, und die Früchteläube, in der das gedroschene Getreide untergebracht wird. (Hm.) ● ''Läube'' gehört zu ''Laube''; siehe auch ''Borläube''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läubede''' f. ● ''Läubede'', ''Läuwede'', ''Laiwede'', Nebenform von ''Läube'', Niederhessen, davon lautl. Variante ''Laimede'' bei Netra im Ringgau (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lauern''' ● ''luren'' ,lauern, warten‘, Kassel (Gr. 1894); ,warten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läuferchen''' ● ''Leiferchen'' ,kleines Kind, das schon einigermaßen gehen kann‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läuferisch''' ● ''liffersch'' ,was gut und schnell vonstatten geht‘, Niederhessen, äußerst üblich (Vil. 1868); ''liffersch'' ,schnell vonstatten gehen, leicht zu bewältigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läufig''' ● ''leefech'' ,geläufig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lauseding''' ● ''Lüsedänk'' ,vorwitziges Mädchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lausehuttich''' m. ● mit Verweis auf ''Hottich'' erwähnt bei Vil. (1868); ''Lusehuddich'', Bedeutung wie ''Lausejunge'', Kassel 20. Jh.; ''Liesehodch'' ,mit Läusen behafteter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lausejunge''' ● ''Lusejunge'' ,unnützer Bube‘, Scheltwort (Vil. 1868); ,Junge, der Unfug treibt, Ärgernis gibt‘, Kassel 20. Jh.; ''Lüsejönge'' ,vorwitziger Junge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lausert''' m. ● ''Lusert'' ,Lümmel‘, Kassel 20. Jh.; ''Lüsert'' ,vorwitziger Junge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läuten''' ● ''lieden'', Kassel 19. 20. Jh. (Gr. 1894); ''lieren'', Oberellenbach (Hm. 1926). ●  Stammformen: ''lieden – lidd – gelidden'', Kassel (Gr., fehlerhaft); ''lieren – lüdde – lüdden'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lech''' ● ,ausgetrocknet‘, von hölzernen Gefäßen gesagt (Vil. 1868); ,leck‘, Kassel (Gr. 1894); ''läch'' ,leck, ausgetrocknet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lechen''' ● ''lechen'', gewöhnlich ''auslechen'', auch ''verlechen'', ,durchtröpfeln‘, gesagt von hölzernen Gefäßen, deren Dauben eingetrocknet sind, die also für Flüssigkeiten durchlässig geworden sind (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leckebrett''' ● ,Zunge‘, schmähend, besonders kleinen Kindern gegenüber, Niederhessen (Vil. 1868); ''Leggebrett'' ,Zunge‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lecken''' ● ''leggen'' ,lecken, nippen, naschen‘; ,in niederträchtiger Weise schmeicheln‘, Kassel (Gr. 1894); ''läggen'' ,naschen, nippen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lecken''' ● ,besprengen, begießen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''leggen'' ,Wasser vor dem Kehren auf dem Boden aussprengen‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Das Tuch lecken'' ,die zum Bleichen ausgespannte Leinwand begießen‘, ''die Wäsche einlecken'' ,die getrocknete Wäsche leicht besprengen und hiermit zum Bügeln vorbereiten‘ (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leckermaul''' ● ''Leggermull'' ,jem., der gern nascht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leckwerk''' ● ''Läggwark'' ,süße Speisen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ledig''' ● ''leddich'' ,unverheiratet‘, Kassel  (Gr. 1894); ''lärrech'' ,leer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''leddich un lose'' ,unverheiratet‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lege''' ● ,niedrig, kärglich, mager, jämmerlich‘, nd. sprechendes Niederhessen und Gegend um Maden (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lehne''' f. ● ,Abhang, Bergabhang‘, allgemein im Gebrauch (Vil. 1868). ● Siehe nachfolgendes ''lehne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lehne''' Adv. ● ,mäßig abhängig, gelinde abschüssig‘, allgemein im Gebrauch (Vil. 1868); ''lähne'' ,sanft ansteigend‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''lehneruff'' ,mit sanfter Steigung aufwärts‘, Kassel (Gr. 1894); ''lähne nof'' ,bergauf, ein wenig ansteigend‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lehnen''' ● ,leihen, verleihen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); dasselbe, Kassel (Gr. 1894). ● ''leihen'' ist völlig unbekannt (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leibchen''' n. ● ,ärmelloses Bekleidungstück für den weiblichen Oberkörper‘ (Vil. 1868); ''Libbchen'' ,Schnürbrust ohne Steifung‘, Kassel (Gr. 1894); ,Mieder (für die Frau), Weste (für den Mann)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leibchenskeipe''' f. ● ''Libbchenskibbe'' ,Westentasche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leich''' n. ● ,die auf die Spielbahn einzeln aufgesetzte Tonkugel‘, auf die im Frühlingsspiel der Knaben mit Tonkugeln geschossen (geknipst) wird, fast ausschließlich östl. Hessen, wo das Spiel zu Hause ist (Vil. 1868). ● Vgl. ahd. ''leih'' ,Spiel, Melodie, Gesang‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leichdorn''' ● ,Hühnerauge‘, in Hessen ausschließlich geltende Bezeichnung (Vil. 1868); ''Lichdorn'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Eigentliche Bedeutung ist ,Körperdorn‘, vgl. ahd. ''līh'' ,Körper, Leib, Leichnam‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leiche''' ● ''Liche'' (i kurz) ,Begräbnis, Trauerzug‘, seltener: ,Leiche‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,Beerdigung, Leichenbegängnis‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''uff ’ne Liche gehn'' ,an einer Beerdigung teilnehmen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leichenleute''' ● ''Lichenliere'' ,Teilnehmer an einem Begräbnis‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leichmahl''' ● ''Lichmohl'' ,Trauermahl nach dem Begräbnis‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leidmut''' ● ''Leidmut'' f. ,Wehmut‘, volkstümlich, Hessen‘ (Pfs. 1886); ''Leedmut'' m. ,Wehmut, Trauer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''leidmütig''' ● ,wehmütig‘, in der Kasseler Gegend ''lairemürich'' ausgesprochen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leier''' ● ''Liere'', Kassel (Gr. 1894) ● ''emmer de ahle Liere'' ,immer das alte Einerlei‘ (Gr).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leimen''' m. ● ''Leimen'' ,Lehm‘, Kassel (Gr. 1894); ''Lemen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Leimen un Stroh'' ,Kartoffelbrei und Sauerkraut‘, ebd. 19., 20.Jh. (Gr. 1894), übertragen von der Lehm-Stroh-Füllung, mit der die Gefache der Fachwerkhäuser ausgekleidet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leimenkaute''' f. ● ''Lemenküdde'' ,Lehmgrube‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leimrute''' ● ''uff der Limmrude gefangen'' ,durch List überführt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leinwat''' ● n., ,Leintuch‘, selten, in den größten Teilen von Hessen unüblich (Vil. 1864); ''Linnwoot'' f. ,Leinwand‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''lînwât''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leist''' m. ●  ''Leest'' ,Spur, Striemen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lenze''' f. ● ,Lenz, Frühling‘, Balhorn (Pfs. 1886). ● ''In der Lenze'' ,im Frühling‘, besonders in der Zeit der Aussaat, Balhorn (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''leppen''' ● ,nur ganz wenig besprengen, vorsichtig bespritzen‘ (Vil. 1868). ● Vil. faßt ''leppen'' „als eine Art Deminutiv“ zu ''lecken'' auf (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lepperkind''' ● ''Läbberkend'' ,aufgeleppertes Kind‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''leppern''' ● ,in einzelnen kleinen Schlucken trinken‘, allgemein üblich; ''aufleppern'' ,ein Neugeborenes (Mensch oder Tier) durch Einflößen von Milch ohne Mutterbrust aufziehen‘, auch: ,mit Mühe großziehen‘ (Vil. 1868); ''läbbern'' ,ein Kind ohne Muttermilch aufbringen; oft und in kleinen Portionen trinken‘, Kassel (Gr. 1894), ''sich läbbern'' ,sich allmählich ansammeln, vermehren‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ''läbbern'' ,von einer Speise oder einem Getränk nur wenig und in kurzen Zügen genießen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es läbbert sich (zesammen)'' ,aus wenig wird allmählich viel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lerche''' ● neben dem Vogelnamen auch ,liederliches Frauenzimmer‘, allgemein verbreitet (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lerchelchen''' ● ,kleine Lerche‘, Zungenprobe der Nüchternheit: Wer ''Lerchelchen'' nicht mehr sprechen kann, hat zuviel getrunken, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lerchen''' Pl. ● ,die ersten Kinderschuhe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lerchen''' ● ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lernisch''' ● ''lärnsch'' ,gelehrig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Letschen''' m. ● 1) ''Ledschen'' ,Stiefel (Schuhe), die durch Abschneiden des Schaftteils und Anschrägung des Oberleders zu Pantoffeln gemacht worden sind‘, Kassel (Gr. 1894); ''Letschen'' ,Schlappschuh‘, Balhorn (Sl. 1901); ,weicher, ausgetretener Schuh; Pantoffel‘, abfällig für ,Schuh‘, Kassel 20. Jh.; ,Zunge‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr.). ● &lt;br /&gt;
''Kumm heim, din Mutter hat de uf‘m Letschen gepiffen.'' Balhorn; Sl. gibt die Bedeutung ,Zunge‘ nicht an, nimmt also ,Schlappschuh‘ an, sieht also darin humoristischen Gebrauch („scherzhaft“); ''uff dem Letschen piffen'' ,Zungenpfiff machen‘, ebd.,  19., 20. Jh. (u.a. Lüttebrandt 1917); ''en Letschen honn'' ,betrunken sein‘, ebd. (Lüttebrandt), offenbar im Sinne ,schwere Zunge haben‘. ''Einen im Letschen honn'' ,betrunken sein‘, ebd. 20. Jh.; ''en Lädschen machen'' ,ein trauriges Gesicht machen‘, ebd. (Lüttebrandt). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''letterbeinig''' ● ''letterbeenig'' ,eigensinnig, störrisch, ungehorsam‘, besonders für heranwachsene Knaben gebräuchlich, an der Schwalm (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''letzten''' ● ''letzden'' ,kürzlich, neulich, letzthin‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leuchte''' ● ''Lichde'' (''i'' kurz), Kassel (Gr. 1894), ''Liechde'', nur in vereinzelten Redewendungen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''in der Lichde stehn'' ,im Licht stehen, durch Vortreten verdunkeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''geh mo üs der Liechde'' ,geh mal aus dem Licht!‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leuchtefett''' ● ''Lichdefedd'' ,Lampen- und Brennöl‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lewes''' m. ● ,großer Hund‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''libern''' ● ''lübbern'' ,coagulare, gerinnen‘, Niederhessen, allgemein üblich (Pfs. 1886); ''lewwern'' ,gerinnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''liberen'' ,gerinnen‘. ● Siehe ''Lubermilch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Licht, Lichtchen''' ● ,Licht, Kerze‘, Kassel (Gr. 1894), auch: ,Schnutznase‘, ebd. 20. Jh. ● Redensarten, mit Genuswechsel: ''Du stehst mä in der Lichte'', ''geh mä us der Lichte'', Kassel 20. Jh.; siehe dazu ''Weg''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lichterbaum''' ●  „der bei uns häufigere Name für den ,weihnachtlichen Christbaum‘“ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lichterkirche''' ● ,Weihnachtsgottesdienst‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lichterzieher''' m. ● ''Lichderzier'' ,Kind, das den Schnutz offen zur Schau stellt; Schnutznase‘, Kassel (Gr. 1894). ● Der Lichterzieher ist eigentlich der Kerzenzieher, -macher; es handelt sich also um eine humoristische Übertragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lid''' n. ● ''Led'' ,Luke‘, belegt in ''Boddenled'' ,Bodenlid, Bodenluke‘, Kassel (Gr. 1894); ''Läht'' ,Holzverschlag, der eine Öffnung verschließt; Augenlid‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lied''' n. ● ,Glied‘, in Kassel und anderwärts gelegentlich gebräuchlich (Vil. 1868). ● Mhd. ''lit''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''liefern''' ● ''liwwern'' ,liefern, kaputtmachen‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), 20. Jh. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lieser''' Pl. ● meist ''Lieserchen'' ,kleine Pusteln auf der Haut, geringer Ausschlag, Niederhessen (Vil. 1868). ● „Ohne Zweifel der alte Name der Krätze bzw. der Krätzmilbe, im 16. Jh. als ''Lies'' und ''Lisse'' belegt; nach Aufkommen von ''Krätze'', ebenfalls 16. Jh., umgedeutet (Vil.). ● Sing. ''Liese'' steckt möglicherweise in ''Gänseliese'', Kassel, hier aber (Gr.) aufgefaßt als ,Gänseläuse‘ (s. d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Linktatsch''' m. ● ''Linkdatsch'' ,Linkshänder‘, verächtlich (Vil. 1868); dasselbe, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Ländadsch'' (sic) ,Linkshänder‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Tatsche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Livländer''' ● ''Lifflänger'' ,magerer und flinker Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''löchericht''' ● ''lächerecht'' ,voller Löcher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lock''' m. ● ,kleines Fuder‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Loh''' n. ● ''Loh'', Pl. ''Löcher'' ,Hain, kleines Gehölz, Buschwerk, welches einzeln mitten im angebauten Feld liegt‘, als Begriff nur noch selten gebraucht, als Name häufig (Vil. 1868); ,Wald, Gehölz‘, nur noch in zwei Flurbezeichnungen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mh. ''lô''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Löhnchen''' ● ''Lehnchen'' ,kleine Flamme‘, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● ''En Lehnchen in’n Owwen machen'' ,nur wenig Feuer machen‘ (Lüttebrandt) ● Verwandt mit ''Lohe'' ,flammender Brand‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lose''' ● ,locker‘, auch: ,zu wenig gesalzen‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe auch ''ledig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Löwer''' ● ,Lohgerber‘, noch jetzt in mehreren Städten üblich, z.B. in Treysa und Frankenberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lubermilch''' ● ,geronnene, saure (dicke) Milch‘, hin und wieder vorkommend, z.B. auf dem Habichtswald (Vil. 1868). ● Siehe ''libern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Luche''' f. ● ''Lüche'' ,Öffnung in der Scheunendecke, durch die am Luchenseil etwas nach oben befördert werden kann‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Luche'' ist die hd. Entsprechung zu nd. ''Luke'.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lügenfittich''' m. ● ''Liejenfidch'' ,zum Lügen neigender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lügenjohannes''' ● ''Liechengehannes'' ,Lügner‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lügenmajor''' ● ''Liechenmajor'' ,großer Lügner‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lullen, lüllen''' ● ,weinen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lumbe''' f. ● ,Lende, Weiche‘ ● ''Einen in die Lumben hauen'' ,gehörig abprügeln‘, ganz allgemein üblich (Vil. 1868); ''in de Lumben dreden'' ,grob abweisen‘, Kassel (Gr. 1894), ''in de Lumben haun'' ,jem. tätlich angehen‘, ebd. 20. Jh.; wird in Kassel nicht mehr verstanden, sondern auf ''Lumpen'' im Sinne von ''Klamotten'' bezogen; bereits Gr. überträgt ''Lumben'' als ,Lumpen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lumm''' ● ,schlaff, locker, lose‘ (Vil. 1864); ''lomm'' ,locker, lose‘ (z. B. Kuchenteig, Ackerboden), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lumpen''' Pl. ● ''Lumben un Fleh'' ,Lumpen und Flöhe‘, Gericht: Weißkraut mit Kümmel, Kassel 20. Jh. (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lumpensämmler''' ● ,Lumpensammler‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lümper''' ● ''Limberd'' ,Lump‘, Kassel (Lüttebrandt 1917), ,Taugenichts‘, ebd. 20. Jh.; ''Lember'' ,Lumpensammler, zerlumpter Mensch, armer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Limber'' ,Lumpensammler‘, Großenritte 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunke''' ● ''lunke-lunke machen'' ,hinlegen und schlafen‘, Kindersprache, Kassel (Gr. 1894); ''lunke-lunke-lunke!'' ,Leg dich hin, schlaf jetzt!‘, Aufforderung an kleine Kinder, ein Schläfchen zu machen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lunkebettchen''' ● ,Bettchen‘, an kleine Kinder gerichtet, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunken''' ● ''sich lunken'' ,sich zur Ruhe niederlegen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lunzekatze''' f. ● Bezeichnung für jedes schwache, dünne Gewebe, auch Interjektion in abwertendem Sinn, Kassel (Gr. 1894); ''Lönzekatze'' ,wertloses Zeug‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunze''' ● ''lonze-lonz machen'' ,schlummern‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunzen''' ● ,leicht schlummern, halbschlummernd sich im Bett halten, sich behaglich zum Schlummern niederlegen‘ (Vil. 1868); ,schlummern‘, Kassel (Gr. 1894), ''lonzen'', dasselbe, ''sech lonzen'' ,sich schlafen legen‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lurch''' ● ''Lurch'', ''Lorch'' m. und n. ,ein Trunk („Suff“)‘, im Fuldischen üblich (Vil. 1868); ''Lorch'' m. ,Saft von gekeltertem Obst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lusch''' n. ● ,wirres Stroh; im Feld wachsende wilde Halme‘, untere Eder (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lusche''' f. ● ,Kohl, der kein Haupt geschoben hat, sondern in lange Blätter geschossen ist‘, Balhorn (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''luschig''' ● Adj. zu ''Lusch'' (Pfs. 1886); ''lüschech'' ,wirr (vom Stroh), locker, ungefüllt (von Krautköpfen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lüttich''' ● ''lüttig'', ''lüttich'' ,leichtfertig, eilfertig, oberflächlich (von Menschen und deren Verrichtung)‘, in ganz Niederhessen üblich (Vil. 1868); ''lüttich'', ''lütche'', auch im Hinblick auf zu leichte, dünne Kleidung bei rauher Jahreszeit gesagt (Pfs. 1886); ''leddech'' ,schwach, leicht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lutterbaß''' m. ● ''Lodderbaß'' ,unordentlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lutterig''' ● ''lotterig'', ''lodderig'', ''loddericht'' ,zottig, zerlumpt, nachlässig in der Kleidung‘, in Althessen allgemein (Vil. 1868); ''ludderich'' ,lotterig, unordentlich, wackelig, schwankend‘, Kassel (Gr. 1894), ,verlottert, unordentlich‘, ebd. 20. Jh.; ''lodderech'' ,zerlumpt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch I – L'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_E_%E2%80%93_H</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H</title>
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				<updated>2015-01-22T07:47:08Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch E – H'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
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:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
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:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''E.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
-'''echtig''' ● -''ächdich'', Kassel, Oberellenbach. ● Endung zur Bildung von Adjektiven aus Substantiv oder Adjektiv, um eine Ähnlichkeit mit den darin enthaltenen Begriffen auszudrücken; Suffixkombination aus umgelautetem altem ''-acht'' (&amp;gt; nhd. -''icht'') und –''ig''. ● Siehe ''klopfechtig'', ''rotechtig'', ''schaurechtig'', ''scheuchterechtig'', ''schupperechtig'', ''stickelechtig'', ''wüllenechtig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ecke''' ● ''Egge'', ''Eggchen'' wie hochdt., dazu: ,kurze Entfernung‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''’s äs ogger noch ’ne gleene Egge bis Kassel''. ,Es ist nur noch eine kleine Entfernung bis Kassel.‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ecken''' ● ''sich ecken'' ,sich eilen‘, Niederhessen, sehr üblich (Vil. 1868); ''sech äggen'' ,sich beeilen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ecksaule''' ● ''Ecksulle'' ,Ecksäule‘, Kassel (Gr. 1894), gemeint: ,Eckpfosten am Fachwerkhaus‘; ''Eggsühle'' ,Ecksäule‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä hält de Ecksulle feste, daß se net immefällt'', d.h. ,er ist ein Faulenzer‘ (Gr.). ''Hä hot en Kopp wie ’ne Eggsühle'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Edelmann''' ● ''Ärrelmann'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Duh nur net, wie wänn du ’m Ärrelmann üs dem Oorsch jefallen weerscht''. ,Tu nur nicht, als ob du einem Edelmann aus dem Arsch gefallen wärest‘, d.h. ,von hoher Herkunft wärest.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ege''' f. ● ''Ähje'' ,Egge‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● „Vgl. auch ''Eide''; ''Egge'' ist das jüngere Wort und verdrängt ''Eide'' allmählich.“ (Hm. 1926). ''Egge'' ist im 15. Jh. aus dem Verb ''eggen'' neu gebildet worden. ● Siehe ''Eide''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''egen''' ● ''ähjen'' ,eggen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ehle''' f. ● ''Ähle'' ,Elle‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehnächten''' ● ''ehnächden'' ,vorgestern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehnder''' ● ,eher‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Je ehnder, je liewer'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehr''' Konj. ● ''ehr'', ''ehr daß'' ,ehe, bevor‘, Kassel 20. Jh.; ''ehr'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehrt''' Adv. ● ,erst, bisher nur‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehrten''' Adv. ● ''ehrden'' ,zuvor‘, Kassel 19. Jh. (Gr. 1894); ''ehrten'' ,vorhin‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eichte''' f. ● ''Ichde'' (''i'' kurz) ,der ein Maß oder Gewicht als geeicht bezeichnende Stempel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eichten''' ● ,eichen‘. Die gemeinhochdt. Form ''eichen'' ist „jetzt“ die im Volksmund gebräuchliche, daneben auch ''eichten'', „und soll sogar: ''ichten'' gehört worden sein“ (Vil. 1868); ''ichden'' ,eichen (ein Maß oder Gewicht)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''etwas zu eichten geben'' ,zum Eichen geben‘, Singlis 1569, 1619 (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eide''' f. ● ,Egge‘, Hessen (Vil. 1868); ''Ehre'' ,Egge‘ (älteres Wort für die ''Egge''), Oberellenbach (Hm. 1926).  ● Vgl. mhd. ''egede'' &amp;gt; ''eide'' ,Egge‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eiden''' ● ,eggen‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eige''' ● Soviel wie: ,Ich will nicht, ich mag nicht.‘ Nur von Kindern bzw. Kindern gegenüber gebraucht. Balhorn (Sl. 1901)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einbörtel''' m. ● ''Innbärdel'' ,Umsäumung, Einfassung an Kleidungsstücken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eindemmeln''' ● ''inndämmeln'' ,(etwas) dicht treten‘, z. B. das auf den Wagen geladene Heu, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einduspern''' ● ''inndüsbern'' ,sitzend einschlafen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einhemmen''' ● ''innhämmen'' ,die Hemmkette in das Rad hängen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einhöbeln''' ● ''innheweln'' ,(Kraut) einhobeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einhüten''' ● ''innhieden'' ,unverschämt viel für sich einheimsen, einhamstern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einhuttern''' ● ''sich innhuddern'' ,sich einmummeln (in Kleidungstücke, Bettzeug)‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''huttern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einkacheln''' ● ''innkacheln'' ,(stark) einheizen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926), übertragen: ,tüchtig zechen, jem. Angst machen, jem. Dampf machen‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einkippen''' ● ''innkibben'' ,sich die Taschen füllen, einhamstern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einlappen''' ● ''innlabben'' ,jem. anschwärzen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einlecken''' ● ''innleggen'' ,naßmachen, besprengen (Wäsche)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einmummeln''' ● ''sich innmummeln'' ,sich einmummen, sich einhüllen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einnippen''' ● ''innippen'' ,einnicken, für kurze Zeit in Schlaf fallen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einschenken''' ● Siehe ''Ballschlag''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einschnurbeln''' ● ''innschnurweln'' ,einschrumpfen, zusammenschrupfen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einschnurren''' ● ''innschnurren'' ,einschrumpfen, zusammenschrumpfen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einschulen''' ● ''innschulen'' ,zu einem bestimmten Zweck belehren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einsulpern''' ● ''einsolpern'' ,Schweinefleisch einsalzen‘ (Vil. 1868); ''innsulbern'' ,einpökeln‘, Kassel (Gr. 1894), übertragen: ''sich innsulbern'' ,sich schmutzig machen, einsauen, vollkleckern‘, Kassel 20. Jh.; ''innsolbern'' ,Schweinefleisch einsalzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Loß dich innsulbern!'' Spöttische Abweisung (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einsummen''' ● ,langsam einschlafen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einsutten''' ● ''sich innsudden'' ,sich einsauen mit Feuchtem, Klebrigem‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eintucken''' ● ''innduggen'' ,eintunken, einstippen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eintuckewerk''' ● ''Induckewerk'' ,leichtes Gebäck bein Kaffee- oder Teetrinken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eisch''' ● ,schädlich, giftig, häßlich, widrig‘, nördlichstes Hessen, bis nach Fritzlar (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eisen''' ● Wendung ''nix lichen lossen wie heiß Isen un Mählensteine'' ,nichts liegen lassen außer heißem Eisen und Mühlsteinen‘, in Bezug auf tatkräftige Personen, die nahezu alles in Angriff nehmen, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eisenkuchen''' ● ''Isenkuchen'' ,einfacher Kuchen, der auf einem kleinen, etwa acht bis zehn Zentimeter tiefen Blech gebacken wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eiszacken''' ● ''Iszaggen'' , Eiszapfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eitel''' ● ''itel'', ''idel'', auch ''ittel'' ,unvermischt, ohne Zutaten, bloß‘ (Vil. 1868); ''idel'', auch: ''iddel'' ,bloß, pur, nichts als‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''irel'', dasselbe, Oberellenach (Hm. 1926). ● Gebrauch: 1) Als indeklinables Adj.: ''Hä ißt iddel Brot''. ,Er ißt pures Brot‘, also ,trocken Brot.‘ Kassel 20. Jh. 2) Als Adv.: ''Hä ißt de Wurscht iddel''. ,Er ist die Wurst pur‘, also ohne Brot. Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ekel''' m. ● ''Egel'' ,Abscheu; widerliche, leicht reizbare Person‘, Kassel 20. Jh.; ,ekliger, abscheulicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eklig''' ● ''egelich'' ,abstoßend; zornig, unwirsch‘, Kassel 20. Jh., ,abscheulich, abstoßend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Elendsknochen''' ● ''Ählendsknochen'' ,elender, übler Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''elendig''' Adj. ● ,elend‘, im Volksmund allein gebrächliches Adjektiv; ''elend'' kommt nicht vor (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''elendiglich''' Adv. ● ''ählendiglich'' ,elend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Elter''' f. ● ''Eller'' ,Großmutter, Hebamme‘, gekürzt aus ''Eltermutter'', Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868); ''Äller'' ,Großmutter, Hebamme‘ (in letzterer Bedeutung kaum noch gebräuchlich), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eltermutter''' ● die in Hessen ausschließlich geltende Bezeichnung für die Großmutter (Vil. 1868); ''Ellermodder'' ,Großmutter‘, Kassel (Gr. 1894), ''Ällemodder'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eltervater''' ● die in Hessen ausschließlich geltende Bezeichnung für den Großvater (Vil. 1868); ''Ellervader'' ,Großvater‘, Kassel (Gr. 1894), ''Ällefoder'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''embern''' ● ,matt werden, nach etwas streben‘, hessenweit hier und da, in Kassel auch: ,zappelnd schwimmen (Anfänger)‘ (Pfs. 1886); ''gegen einem''(!) ''empern'' ,sich auflehnen‘ (Pfs. 1, 1889); ''embern'' ,mit Anstrengung schwimmen, mit starken Armbewegungen einherschreiten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''endelich''' ● ''engelich'' ,fleißig, arbeitsam, eilig (dem Ende zustrebend)‘, Niederhessen, sehr üblich (Vil. 1868); ''engelecht'' ,eilfertig, fleißig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''enke''' Adv. ● ''enke'', ''enken'', ''enked'' ,genau‘, Althessen, sehr üblich (Vil. 1868);  ''enkeden'' ,genau, passend‘, Kassel (Gr. 1894, Lüttebrandt 1917); ''enke'' ,genau‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''verwor en enken'' ,fürwahr und gewiß‘, Beteuerungsformel, an der unteren Eder und Schwalm (Vil. 1868). ''Das muß enkeden gemacht wären'', Kassel (Gr. 1894). ● Gr. vermutet, ''enkeden'' sei „wohl mehr bäurisch“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Enkel''' m. ● ,Fußknöchel‘, überall im inneren Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Entenbürzel''' ● ''Endenbirzel'' ,Entensteiß‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''Ähndenberzel'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Des Mull geht emme wie ’n Endenbärzel'' (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eppen''' ● ''eppen'', ''äppen'' , etwas schmerzlich empfinden, von einer Sache unangenehm berührt werden‘ (Vil. 1868); ''äbben'' ,schmerzlich empfinden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''ippen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eppisch''' ● ''eppsch'', ''äbsch'' ,reizbar‘ (von Menschen, aber auch z.B. von Haut) (Vil. 1868); ''äbbsch'' ,empfindlich, reizbar‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''erbsgeel''' ,erbsengelb‘. ● Scheinbar nur in der Wendung ''erwesgäler Wißkobb'' ,Flachskopf‘, Kassel (Lüttebrandt 1919); ''ärwesgaler Wißkopp'' ,erbsgelber Weißkopf, rothaariger Mensch‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erbstüpfen''' n. ● ''Erwesdebben'' ,Erbsentopf‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''ahles Erwesdibben'' ,Person, die stundenlang halblaut schimpft und zankt‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erbszähler''' ● ''Erweszähler'', wie ''Erwesdebben'', mit dem Nebensinn ,Kleinigkeitskrämer‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''erkrimmen und erkratzen''' ● Nur in der Redewendung ''alles, wos se ergrimmen un ergratzen kunn'' ,alles was sie irgendwie zusammenraffen können‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ern''' m. ● ''Ähren'' ,Hausflur‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ersten''' ● ''erschden'' ,zuerst, zunächst‘, Kassel 19., 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''-es''' ● vor allem im nördlichen Hessischen häufiges Suffix zur Bildung von Substantiven, Bezeichnungen für – nicht nur, aber vor allem – männliche Personen; es hat die Funktion, Großes, Ungeschlachtes, Ungefüges, Negatives zu bezeichnen; niederhess. Beispiele: ''Brakes'', ''Brelakes'', ''Flerches'', ''Haches'', ''Kippes'', ''Klambes'', ''Labbes'', ''Larches'', ''Lewes'', ''Quintes'', ''Spulkes'', ''Staches'', ''Stampes'', ''Stülpes'', ''Rülpes'', ''Wambes-t''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eulern, eulen''' ● ''eulern'' ,tönern‘ (Vil. 1868); ''illern'' ,irden [aus Ton gebrannt]‘, Kassel (Gr. 1894), ''illen'' ,tönern, irden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''illerne Piffe'' ,irdene  Pfeife‘ [also Tonpfeife] (Gr.); ''illen Wore'' ,Töpferware‘ (Hm.). ● ''Ille(r)n'' &amp;lt; *''üle(r)n'', Adj. zu niederhess. *''Ule'' ,gebrannter Tontopf‘, erhalten z.B. in Flurbezeichnung ''Ulofen'' bei Metze; vgl. auch ''Aulgasse'' in Marburg. Zugrunde liegt mhd. ''ûle'' ,Topf‘, von lat. ''ōlla'' ,Topf‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Euler''' m. ● ''Üller'', ''Iller'' ,Töpfer‘, Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868). ● Mhd. ''ûlner'' ,Töpfer‘. ● Siehe ''eulern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Euler, Auler''' m. ● ''Üller'', zu Kassel ''Uller'', an der Werra ''Iller'', einer der vielen Namen für die ,kleinen Spielkugeln‘ der Kinder (Pfs. 1886). ● Genauer: ,gebrannte Tonkugel‘, siehe ''eulern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''extern''' ● ,(anhaltend) necken, in plagender beschwerlicher Weise necken (im Scherz und im Ernst)‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''exdern'' ,tadeln‘, Kassel (Gr. 1894); ''sech äxdern'' ,sich verdrießlich abmühen, sich beeilen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''F.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Falle''' f. ● ,Falle‘ (Fangwerkzeug), auch ,Bett‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fallning''' ● ,fallend‘; ''de fallninge Graanget'' ,die fallende Krankheit, Epilepsie‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''falsch''' ● ,falsch; zornig, hinterlistig‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894) dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fang''' m. ● ''Fank'' ,Hieb‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fanzen''' ● ,mit den Händen in der Luft herumfahren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fäsel''' f. ● ,dünner Faden‘, ,Härchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fasen''' m. ● wohl bedeutungsgleich mit ''Fasel'' (''Fäsel''), Kassel (Gr. 1894, ebd. ohne Bedeutungsangabe erwähnt unter ''fesseln'', s. „füsseln“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''faselig''' ● ''fosselech'' ,sich schnell vermehrend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fäselig''' ● ''fäselech'' ,aus lauter dünnen Fäden bestehend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fäseln''' ● ,sich in lauter dünne Fäden auflösen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Faß''' ● ''Der eß us ’nem angern Fasse.'' ,Er ist von einer andern (bessern) Art.‘ Balhorn (Sl. 1901). ''Dos kemmt üs em annern Faß.'' ,Das kommt aus einem andern Faß, ist bedeutend schöner, wertvoller als etwa anderes.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Faullacks''' m. ● ''Fullachs'' ,Faulenzer‘, Kassel (Gr. 1894, ebd. verschrieben); ''Fülax'' ,träger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Lacks''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fautsche, Fautschel''' f. ● ''Fautsche'' ,Fehler‘, in den Mittelständen als halbes Scherzwort gebräuchlich, am üblichsten in den Strickschulen (Vil. 1868); ''Fautschel'' ,beim Stricken verfehlte Masche‘, Kassel (Gr. 1894). ● Nachbildung des französ. ''faute'' ,Fehler‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fautscheln''' ● ,Fautscheln machen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Feez''' m. ● ,Spaß, Vergnügen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''Fuldafeez''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''feien''' ● ,Getreide mit einem feinen Sieb reinigen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Feldgücker''' ● ''Feldgigger'' ,Feldgucker, d. h. große, stracke Wurst‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. nd. ''Feldkieker''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''felgen''' ● ''fäljen'' ,Stoppelland umpflügen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fenstern''' ● ''fensdern'' ,werfen, schlagen, durch Hinwerfen zertrümmern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''fänsdern'' ,hinauswerfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fensterschwitz''' m. ● ''Fänsderschwetz'' ,Wasserdampfniederschlag an den Fensterscheiben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fickfacker''' m. ● ,Schwänkemacher, Aufschneider, Betrüger‘, sehr gebräuchlich, Niederhessen (Vil. 1868); ''Feggfägger'' ,Aufschneider, Prahlhans‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Finsel''' f. ● ,Perücke‘, Spottbezeichnung, allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ,Perücke; strenge Miene‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fiskal''' m. ● ''Fischkal'', Kassel 19. Jh. (Herzog), ''Feschgahl'' ,Fiskal, königlicher Sachwalter‘, übertragen: ,Auskundschafter, Spion; jemand, der Personen oder Verhältnisse ausspioniert‘, ebd.(Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fiskalen''' ● ''feschgahlen'' ,alles ausspionieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fisseln''' ● ,fein regnen‘, ganz Althessen (Vil. 1868); Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fist''' m. ● ,leiser Furz‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ,kleiner Junge, Lehrling‘, humoristische Übertragung, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894) . ● Die eigentliche Bedeutung von ''Fist'' war scheinbar bereits im 19. Jh. in Kassel nicht mehr geläufig. ● Siehe ''Bofist'', ''Pechfist'', [[Der „Fist“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fisten''' ● ,leise furzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fitsch''' ● ,quitt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Mä sin fitsch.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fitsch''' ● ''Fiddsch'' ,Leichtfuß‘, Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fittch''' m. ●  ''Fidch'' ,Flügel eines Vogels‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kontraktion von ''Fittich''. ● Siehe ''Flittich''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fitzen''' ● Fachwort der Weber und Tüncher (Vil. 1868, mit Erläuterungen); ,einflechten der Fitzgerten in Schalhölzer‘ (Fachwort der Weißbinder); ,das gewebte Garn durch Fitzfäden in Gebinde aufteilen‘ (Weberei), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fitzen''' ● ,mit der Rute leicht schlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fitzen''' ● ,jem. angeben, bezichtigen (in der Schule)‘, Kassel, „vor Jahrzehnten“ (Pfs. 1886); ,denunzieren (seine Mitschüler)‘, ''ahnfitzen'' ,denunzieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fitzer''' ● ,Denunziant‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fitzgerte''' f. ● ,gespaltene Buchen-, Hasel-, Hainbuchengerte zum Einflechten in die Schalhölzer‘ (Vil. 1868); ''Fitzgerde'' ,dünne, zähe Gerte; Weidenrute‘, Kassel (Gr. 1894); ,gespaltene Hasel- oder Buchenrute, die zum Einflechten in die Schalhölzer dient‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flächsen''' ● ''flässen'' ,aus Flachs gesponnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fladusen''' Pl. ● ,Lügen, Beschönigungen‘, harmloser als ''Schmagucken'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fladusenmacher''' ● ,einer, der ''Fladusen'' macht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fläme''' f. ● ,Weiche, Seite‘, ursprünglich Seite eines Tieres (Ochsens), aber auch die eines Menschen, erniedrigend (Vil. 1868); ,Weiche, Flanke eines Tieres, namentlich beim Rindvieh‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Redensart ''einen in die Fläme hauen'' ,jemandem einen nachdrücklichen Hieb geben‘, vor allem Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flämisch''' ● ''flämisch gucken'', ''flämische Augen machen'' ,unschön, böse oder neidisch blicken‘, an der Schwalm (Pfs. 1886). ● Pfs. bezweifelt Zusammenhang mit der Völkerschaft der ''Flamen'', sieht eher Ableitung von Fläme ,Seite, Flanke‘, also eigentlich vielleicht gemeint: ,schielende, seitliche Blicke‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flammen''' ● ,blitzschnell laufen, sich eilig bewegen; verprügeln‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''sich flammen'' ,sich tüchtig schlagen, prügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''flammen'' ,prügeln, durchhauen‘, Balhorn (Sl. 1901); ,sich eilig bewegen, blitzschnell laufen; durchhauen, verprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flanz''' m. ● ,den Atem benehmender, zumal stinkender Dunst, z.B. von Fett, das auf die heiße Ofenplatte geschüttet wird‘ (Vil. 1868); ,Dunst, schlechte Luft, Gestank‘, Kassel (Gr. 1894, Lüttebrandt 1917), ,starker Abortgeruch‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flarenbart''' m. ● ''Florenbort'' ,einer, der dumme Streiche oder Witze macht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flarjes''' m. ● ''Florjes'' ,Witzbold, Spaßmacher‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Flerches''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flatch''' m. ● ,klatschender Schlag‘, vermutl. ganz Hessen (Pfs. 1886); ,Stoß‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); Plur. Fladdche ,Hiebe‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flatchen''' ● ,klatschend schlagen‘ (Pfs. 1886); ,eine Person mit einem kurzen, heftigen Schlag wegstoßen, ohne daß sie fällt, „so daß sie aufrecht fortwirbelt“‘, auch auf Gegenstände bezogen, Kassel (Gr. 1894), 20. Jh.; ,mit den Flügeln um sich schlagen, flattern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flatsche''' f. ● ''Flatsche'', an der Schwalm ''Fletsche'' ,Lappen, Fetzen‘ (Pfs. 1886); ''Flatsche'' ,Lappen, besonders aber durch schwere Verwundung losgetrenntes Hautstück; dann aber auch ansehnliche Hiebwunde‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Flootsche'' ,abegerissenes größeres Stück Haut‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● En Fletsche Wisse ,ein Stück Land‘, an der Schwalm (Pfs.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flatschen''' m. ● (''a'' lang) ''Flaadschen'' m. ,etwas kleines, flaches Weiches; etwas Breitgetretenes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fleenzemichel''' ● ,Schmeichler in Stimme und Gebärde, übertrieben untertänig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fleenzig''' ● ''fleenzich'' ,schmeichlerisch, untertänig tuend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fleez''' m. ● ,ungefüger, ungesitteter Mensch, was man sonst auch Rekel, Bengel nennt (Vil. 1868); ,Lümmel‘ (Pfs. 1886); ,einer, der sich fleezt‘, etwa bedeutungsgleich mit ''Bankrekel'', Kassel (Gr. 1894). ● ''En Fleez machen'' ,mit aufgestütztem Kopf am Tisch lümmeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fleezen''' ● Verb zu ''Fleez'' (Pfs. 1886); ''sich fleezen'' ,unbescheiden zuviel Platz auf einer Bank oder bei Tisch einnehmen, bei Tisch den Kopf in die Hand stützen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flennbart''' m. ● , ein zum Lachen geneigtes Kind‘ (Vil. 1868); ''Flännbort'' ,Mensch, der dauernd lacht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flenn-Else''' f. ● ,ein zum Weinen geneigtes, tränenreiches Mädchen‘ (Vil. 1868); ''Flännelse'', Name eines Gespenstes, mit dem den kleinen Kindern Angst eingejagt wird, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flennen''' ● 1) ,weinen‘, im Hersfeldischen, Grafschaft Ziegenhain, untere Eder, Efze (Homberg und Umgebung), 2) ,lachen, lächelnde Miene machen, den Mund zum Lachen verziehen‘, östl. Hessen, an der Fulda und Werra (Vil. 1868); ,lachen‘, auch: ,weinen‘, Kassel (Gr. 1894); ,den Mund zum Lachen verziehen, lachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ursprüngliche Bedeutung von ''flennen'': ,den Mund verziehen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flerches''' m. ● ''Flerjes'' ,Schlingel, Bengel‘, Schimpfwort, hin und wieder in Niederhessen (Vil. 1868); ''Flerches'' ,grober, anmaßender Mensch‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Flarjes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flerren''' ● ,die Zähne blecken, höhnisch lachen‘ (zuweilen gebraucht für das ungezogene Weinen der Kinder), ziemlich allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fliegenschnappe''' f. ● ''Fliechenschnabbe'' ,Fliegenklatsche‘, Kassel (Gr. 1894, S. 72).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flitschbogen, Flitzbogen''' ● ,Armbrust‘, „ersteres die für gröber, gemeiner, letzteres die für feiner und edler geltende Benennung“, jetzt nur noch Knabenspielzeug (Vil. 1868); ''Flitzeboochen'' ,Bogen der Kinder zum Abschießen von Pfeilen, Kassel 20. Jh.; dasselbe, dazu: ,Armbrust‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hans Staden aus Homberg (16. Jh.) hat ''Flitschbogen'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flitschen, flitzen''' ● ,mit Pfeilen schießen‘, östl. Hessen, zu Anfang des 19. Jh., von älteren Personen gebraucht (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flittich''' ● ''Fliddich'' ,Flügel‘, weit verbreitete Nebenform von ''Fiddich'' ,Fittich‘ (Pfs. 1886); ''Fliddich'', ''Fleddich'' ,Fittich, Flügel, Arm; leichtfertiger Mensch‘, Kassel 19. Jh. (Jonas, Gr. 1894). ●  Das ''l'' in ''Fliddich'' ist von ''Fliechel'' ,Flügel‘ entlehnt, vergleichbar mit hochdt. ''Geflügel'', mhd. noch ''gevügele'', Kollektivbegriff zu ''vogel''. ● Siehe ''Fittch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flirre''' f. ● ,launenhafter Einfall, Grille, dummer Witz‘, wohl meist im Pl. ''Flirren'' benutzt, Kassel (Gr. 1894); ,Grille, unnütze oder verschrobene Idee, fixe Idee‘, Balhorn (Sl. 1901); nur Pl.: ''Flirren'' ,dumme, Streiche, dumme Witze‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flittergans''' ● ,junges Mädchen, das unaufhörlich lacht‘, Scheltwort, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Floh''' ● ''die Floh'', Kassel (Gr. 1894), ''där Flooch'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flugger''' ● ,schnell, hurtig, eilig‘, untere Eder (Fritzlar und Umgebung) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flutchen''' ● ''flodchen'' ,schlagen, prügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flutsch''' ● ,junges vorwitziges Mädchen, etwa im Backfischalter‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flutschen''' m. ● ''Flüdschen'' ,abgerissenes Stück Haut‘, Oberellenbach (Hm. 1926); vgl. ''Flatsche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Forsche''' f. ● ,Kraft, Tatkraft, Anstrengung, Elan‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kraft, Gewalt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Forsche'' ist Ableitung von dem Adj. ''forsch''; kommt nicht, wie gelegentlich angenommen, von französ. ''force''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Forschede''' f. ● ,Kraft, Tatkraft, Anstrengung, Elan‘, Kassel (Gr. 1894). Nominalableitung von ''forsch'' mittels Suffix ''-ede''; vergleichbare niederhess. Bildungen sind z.B. ''Dickede'', ''Breitede'', ''Längede'', ''Tiefede''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Franzlaibchen''' s. ● Pl. ''Franzlaiwerchen'' ,Franzbrötchen‘, Brötchensorte, nicht so fein wie Pariser, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frasen''' m. ● ,Rasen‘, nördl. Niederhessen, südl. bis Melsungen und Homberg (Vil. 1868). ● Vgl. ''Frasenweg'', Kassel-Rothenditmold 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''frech''' ● ''fräch'' ,verwegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''freide''' ● ''freere'' ,herb, bitter, scharf-säuerlich im Geschmack‘, Oberellenbach (Hm. 1926); vgl. mhd. ''vreide''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''frisch''' ● wie hochdt. ● ''längest fresch'' ,gut genug, mehr als hinreichend‘, Kassel (Gr. 1894); ''’ne fresche Kuh'' ‚eine frischmelkende Kuh‘ (sic), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''frischmelk''' ● ''freschmelk'' ‚gute Milch gebend‘, Niederzwehren 20. Jh. (Müldner).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frist''' f. ● ,Fußrücken, Rist‘ (Vil. 1868), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fromm''' ● ,förderlich, gesetzlich, ein anständiges Leben führend‘ (Vil. 1868); ,ruhig, geduldig, lenksam (z.B. ein Pferd)‘, Oberellenbach (Gr. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frostekatze''' ● ,jemand, der leicht friert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frunzel''' f. ● ,ungepflegte Frauensperson; eine, die sich und ihre Kleidung vernachlässigt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fuckeln''' ● ,nachlässig arbeiten‘, mittlere Eder (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''führen''' ● wie hd., dazu ,eine Fuhre machen‘, Niederhessen 18., 19. Jh. (W.G.). ● Unterscheidunng zwischen ''führen'' und ''fahren'': das vorgespannte Tier ''fährt'' z.B. Mist, der aber Knecht ''führt'' ihn. ''Die Leute müssen heute Mist führen.'' (Pfs.1, 1889). Vgl. die Berufsbezeichnung ''Salzführer'' für ,Salzfahrer, d.h. Fuhrmann, der Salz transportiert‘, Kirchberg 18., 19. Jh. (W.G.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fuldafeez''' m. ● ''Fullefeez'' ,Spaß, Vergnügen auf der Fulda‘, beim Zissel, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füllen''' n. ● ,Fohlen‘, Kasseler Gegend und an der Eder (Pfs. 1886); ''Fellen'' ,junges Pferd‘, Oberellenbach (Gr. 1926). ● Pfs. berichtet, ''Füllen'' sei in seiner Kindheit in Kassel üblich gewesen, ''Fohlen'' habe er erst in der Schule kennen gelernt. Hm. führt für Oberellenbach nur ''Füllen'' auf, nicht ''Fohlen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füllchen''' n. ● ''Fellchen'' ,junges Pferd‘, Oberellenbach (Gr. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füllster''' s. ● ''Fellsder'' ,Füllsel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Funke''' f. ● ,zänkische Frau‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Funsel''' f. ● ,schlecht brennende Lampe‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Funzel'' ,trübes, qualmendes Öllicht‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Funsel'' ,schlecht brennende Lampe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fürtehase''' ● ,furchtsamer Mensch‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fürtekatze''' ● ''Firdekatze'' ,Fürchtekatze, scheue Katze; furchtsame Person, Feigling‘, Kassel (Gr. 1894); ''Färdekatze'' ,furchtsamer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fürten''' ● ''sich firden'' ,sich fürchten‘, Kassel (Gr. 1894), ''sech färden'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fürtening''' ● ''färdenink'' ,fürchtend‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● ''färdenink machen'' ,fürchtend machen, Angst einjagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Furzmulde''' f. ● ''Furzmuhle'' ,Bett‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Mulde''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fusch''' m.● ''Fusch'', Plur. ''Fische'', ,Fisch‘, Kassel (Gr. 1894). ● Der Singular ist vermutlich Rückbildung aus dem Plural analog zu ''Bische'' (= entrundetes ''Büsche''), ''Busch'' ,Büsche, Busch‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fuscheln''' ● ,(an etwas) herumhantieren‘, Kassel 20. Jh.; ''füscheln'' ,(etwas) oberflächlich berühren, leicht über etwas hinfahren, im Dunkeln tasten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füssel''' f. ● ''Fissel'' ,Fasen, Fädchen, Härchen, Stäubchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''füsseln''' ● 1) ''fisseln'' ,ausfransen, so daß sich Stäubchen usw. ansetzen, die nicht leicht der Bürste weichen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füßling''' m. ● ''Fießling'' ,Fußteil des Strumpfes‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''futteln''' ● ,muscheln beim Spiel‘ (Pfs. 1886); ,mit Kleinkram herumhantieren, herumbasteln, evtl. unsorgfältig‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''futterläunisch''' ● ''fudderlingsch'' ,wild, ungestüm durch große Freßgier (von Pferden)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''futtern''' ● ,grollend, fluchend schelten‘, ziemlich ganz Hessen, besonders Niederhessen (Vil. 1868); ''fuddern'' ,fluchen, wettern‘, Kassel (Gr. 1894). ● Verbale Ableitung von französ. ''foudre'' ,Blitz, Donnerschlag‘; obwohl bereits im 18. Jh. einzeln gebraucht, erst 1806 bis 1814 völlig üblich geworden (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''G.,''' siehe auch '''K.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''gabeln''' ● ''gawweln'' oft für ,dingfest machen, jem. festhalten, daß er Rede und Antwort stehen muß‘, Kassel (Gr. 1894); ''gowweln'' ,auf die Gabel nehmen, Heu, Getreide und dgl. mit der Gabel auf den Wagen bringen‘, Oberellenbach (Hm 1926). ● ''Ich hon’n mä gegawwelt.'' ,Ich habe ihn mir vorgeknöpft.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gäbeln''' ● ''sech gäwweln'' ,sich zanken, sich streiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gacke''' f. ● ,Kacke‘, Kassel 19., 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gackel''' f. ● ''Gaggel'' ,einfältige, sich kindisch benehmende Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gackelig''' ● ,unsicher in Bewegungen und Verrichtungen, einfältig, unanstellig‘ (Vil. 1868); ''gaggelech'' ,einfältig, kindisch, beständig lachend (besonders von jungen Mädchen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gackeln''' ● ''gaggeln'' ,einfältig mit etwas herumspielen, sich kindisch benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gackelwerke''' Pl. ● ''Gaggelwärge'' ,einfältiges, kindisches Benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gacken''' ● ,cacare‘, nicht sonderlich volksüblich (Vil. 1868); ''gaggen'' ,kacken‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach, dasselbe (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gak''' m. ● ''Gaak'' ,Schrei‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''en Gaak duhn'' ,laut schreien‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gakehals''' ● ''Gaagehals'' ,Schreihals‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gakelei''' f. ● ''Gagelei'' ,Posse, Narrheit, albernes Scherzen‘, meist im Pl. ''Gageleien'' benutzt, Kassel (Gr. 1894). ● Verb, von dem ''Gakelei'' abgeleitet ist, nur erhalten in ''vergakeln'' (s. d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gakelpossen''' Pl. ● ''Gagelbossen'' ,Narrheiten‘, wie ''Gageleien'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gaken''' ● ,überlaut schreien‘, auch vom Geschrei der Raben, Dohlen, Krähen gebraucht (Vil. 1868); ''gaagen'' ,schreien, zu laut sprechen oder singen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gogen'' ,laut schreien‘, vom Geschrei der Gänse; auf andere Geräusche, zumal das menschliche Schreien übertragen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Galasche''' f. ● ,Prügel, Hiebe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''galaschen''' ● ,prügeln, schlagen‘, als Züchtigung, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gallern''' ● ,laut schreien, besonders von Hunden, wenn sie geschlagen oder von andern Hunden gebissen werden‘ (Vil. 1868); ,überlaut rufen‘, auch: ,ungezogen, übertrieben weinen (von Kindern); bedeutungsgleich mit ''galaschen'', außerdem ,laut schmetternd singen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gamfen, gamschen''' ● ''ganfen'' ,stehlen, mausen‘, östl. Hessen bis in die Grafschaft Ziegenhain, sehr gebräuchlich (Vil. 1868); ''gampfen'' ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894); ''gamschen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus dem Jiddischen; hebr. ''ganaf'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänsegeriffel''' n. ● ,Überbleibsel der gebratenen Gans nach Abschälung der besten Stücke des Bratfleisches‘. ● Siehe ''Geriffel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänseläuse''' Pl. ● ''Gänseliese'' ,Ungeduld, Verlieren der Fassung‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894). ● ''Do krecht me Gänzeliese derrbi.'' (Gr.) ● Grundwort: ''Luß'', ''Liese'' ,Laus, Läuse‘. Möglicherweise liegt jedoch Umdeutung vor, vgl. ''Lieser''. ● Siehe auch ''Bimbelgicht''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänsepfarrer''' ● ''Gänseporr'' ,sich besonders klug dünkender Mensch‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänsepfeffer''' ● ''Gänsepeffer'' ,Gänseklein‘ (Speise), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänsestitz''' ● ,Raum für Gänse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''garstrig''' ● ,garstig‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Garstsack''' ● ''Garschtsack'' ,garstiges Kind‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,unartiges Kind‘, Scheltwort, Balhorn (Sl. 1901); ''Gorschdsack'' ,ungehorsames Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Garstvogel''' ● ,übel aussehender, häßlicher, auch ein unanständiger Mensch‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Garschtvochel'' (''o'' kurz) ,garstiger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Garwurst''' ● ''Gorworscht'', zusammenfassende Bezeichnung für Blut- und Leberwurst, Oberellenbach (Hm 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gaskonnaden''' Pl. ● ''Gasgenaden'' ,Späße, Prahlerei‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Von französ. ''gasconnade'' ,Aufschneiderei, Prahlerei‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gätlich''' Adj. ● ''gatlich'', ''gätlich'' ,angemessen, passend, schicklich‘, selten (Vil. 1868); ''gatlich'' ,geeignet‘ (Pfs. 1886); ''gähdlich'' ,mittelgroß, mitteldick‘, Kassel (Gr. 1894); ''gädlech'', ,nicht zu groß und nicht zu klein, mittelgroß‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''gatliche Kartoffeln'' ,Kartoffeln, die zu jeder Art Zubereitung geeignet sind‘, bei Kassel (Pfs. 1886); ''’ne gädlejje Gordüffel'' ,eine mittelgroße Kartoffel‘, ''en gädlejjer Schobben'' ,ein nicht ganz gefüllter, ein knapper Schoppen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. bringt Belege von 1577, Ziegenhain betreffend: ''gatlich'' ,geeignet‘, ''ungatlich'' ,ungeeignet‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gaucht''' n. ● ,dummes, einfältiges Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zu mhd. ''gouch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gaude''' f. ● ,Spaß, Vergnügen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gauden'' (nur Pl.) ,Scherze, Späße‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von lat. ''gaudium'' ,Freude‘. Zum Geschlecht: vgl. bair. ''die Gaudi''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gausche''' f. ● ,elendes Gesöff, armselige Suppe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gauzen''' ● ,bellen, anbellen, klagend bellen‘, auch auf analoge Töne des Menschen übertragen (Vil. 1868); ,bellen, aufbellen‘, auf den Menschen übertragen: ,Schmerzlaute ausstoßen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,bellen, bellend schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ge-''' ● ein den Infinitiven nach den Modalverben ''können'', ''mögen'', ''wollen'' vorgesetztes Präfix, in Hessen häufig vorkommend (Vil. 1868);  ''je''-, wird stets dem Infinitiv eines Verbs als Präfix vorangestellt, wenn dieser von einer Form von ''können'' oder ''mögen'' abhängig ist, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ech kann’s jemachen''; ''ech muchd’s nett jedunn'' (Hm.) ● Kommt in Kassel nicht vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebäcke''' n. ● ''Jebägge'' ,soviel Brot, als man auf einmal bäckt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebafe''' n. ● ''Jebaafe'' ,fortwährendes Türzuschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebänderze''' n. ● ''Gebännerze'' ,Gebänder als Putz, Schmuck‘, auch: ,großer Vorrat an Bändern‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Gebäuze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebänse''' n. ● ,Aufeinanderschichtung größerer Gegenstände, von Holzstücken, Stroh-, Heubündeln u. dgl.‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebäuze''' n. ● ''Gebäuze'', Kassel (Pfs.1, 1889); ''Gebaize'' ,Gebäude‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Gebäuze'' ist keine Verballhornung von ''Gebäude'', sondern abgeleitet von ''Gebäu'' (so Pfs. zu Recht) mittels Suffix -''ze''; ebenfals mit diesem Suffix gebildete niederhess Wörter: ''Gebänderze'', ''Gebeinze'', ''Gedärmze'', ''Gefüllze'', ''Geköchze'', ''Gemächtze'', ''Gemählze'', ''Getäfelze'', ''Getierze'', ''Gewanerze''. ''Gebänderze'' ist unorganisch, dürfte zurückgehen auf regulär gebildetes *''Gebändeze'', dann angelehnt an ''Bänder''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gebeschnäppisch''' ● ''gebschneppisch'', ''gebschneppsch'' ,mit Geben bei der Hand, voreilig freigebig‘, hin und wieder in Niederhessen (Vil. 1868); ''geweschnäbbsch'' ,freigiebig‘, Kassel (Gr. 1894); ''gäwerschnäbbsch'' (sic) ,zum Geben geneigt, allzu freigiebig‘, Oberellenbach (Hm. 1926)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebeinze''' n. ● ,Gebein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebitze''' n. ● ''Jebetze'' ,Bund Stroh‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geblutetes''' ● ''Geblutetes'' ,Fleisch‘, Niederhessen, Naumburger Gegend (Pfs. 1886); ''Jebluddes'' ,Geschlachtetes, Fleisch und Wurst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gedankenspieler''' ● ''Jedanggenschbäler'' ,zerstreuter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gedärmze''' n. ● ,Gedärm‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jedärmze'' ,Gedärm, Eingeweide‘, Oberellenbach (Hm. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gedibber''' n. ● ''Jedewwere'' ,eifrige Unterhaltung mehrer Personen im Flüsterton‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hebr. (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gedrückt''' ● ''gedrigget'' ,bedruckt‘, z. B. mit Mustern bedruckter Stoff, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gedrudel''' n. ● ,Gedudel, schlechte Musik (besonders von Blasinstrumenten)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geduckst''' ● ,gedemütigt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geele''' ● ''gel'', die ausschließliche Form für ,gelb‘ in Hessen (Vil. 1868); ''gähle'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gale'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geelwurzel''' ● ''Gählwurzel'', ''gähle Wurzel'' ,Möhre‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gefille''' n. ● ''Jefälle'' ,großer, umfangreicher Gegenstand; starke korpulente Persönlichkeit‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Nach Hm. zu ''Fell'' gehörig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geflenne''' n. ● ''Jeflänne'' , dauerndes Lachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gefüllze''' n. ● ''Gefillze'' ,Füllung (im Geflügel)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gefräß''' n. ● ,Fresse‘, noch üblicher als ''Fresse'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gegergel''' n. ● ''Jegärjele'' ,Quälerei‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gegitter''' n. ● ''Gegidder'' ,Gitter‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gegrutze''' n. ● ,Obstschalen und -schnitzelchen, kleinere Abfälle‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Grutz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gehöcke''' n. ● ''Jehegge'' ,Haufe unordentlich durcheinanderliegender Sachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gehurmel''' n. ● ''Jehormele'' ,Gemurmel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geierig''' ● ''gaierech'' ,hoch aufgebaut, aber ohne feste Unterlage, daher ständig umzufallen drohend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geischel''' f. ● 1) ,Geißel, Peitsche‘; ''Geschel'', Hersfeld, Gebirgsteil der Grfsch. Ziegenhain; ''Gischel'', Niederhessen; 2) ,Wagendeichsel‘ (Vil. 1868); ''Göschel'' ,Peitsche, Wagendeichsel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Peitsche'' war im Anfang des 19. Jh. in den meisten niederhessischen Gegenden kaum bekannt; ''Deichsel'' ist in Hessen durchgängig ungebräuchlich, ja unverständlich (Vil.)  ● ''Geischel'' entspricht nhd. ''Geißel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geischelseil''' ● ''Göschelsehl'' ,Peitschenriemen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gekächze''' n. ● ,starker Husten, Gekeuch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geknetscht''' ● ,zusammengedrückt‘, übertragen: ,bekümmert‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geknicke''' n. ''Jegnegge'' ,Genick‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geköchze''' n. ● ''Gekechze'' ,Gekochtes‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gele''' f. ●  in der Redensart ''dumme Gele'' ,Mädchen von dummer, bäurischer Manier‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Gele'' ist alter hessischer Vorname (schon mittelalterl.), Koseform von ''Gertrud''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gelfen''' ● ''galfen'' ,laut und mit hoher Stimme schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geliefert''' ● ''geliwwert'' ,kaputtgemacht‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gelinde''' n. ● in Niederhessen alte berechtigte Nebenform von ,Geländer‘ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gelirre''' n. ● in der Verbindung ''ahles Gelirre'' ,kleineres Gerümpel, Plunder‘, übertragen: ,alte Frauensperson‘, abfällig, Kassel (Gr. 1894); ''Jelerre'' ,altes, baufälliges Haus; alte gebrechliche Person‘, meist ''ahles Jelerre'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gellert''' m. ● ,Sperling‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gelte''' f. ● ''Gelte'' ,hölzernes Gefäß mit zwei Handgriffen‘, die größere Form des Stunzes, Stünzchens, Stützchens, Niederhessen (Vil. 1894); ''Gälde'' ,Kübel, Waschfaß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gelte''' Adj. ● ''gälle'' ,nicht trächtig‘ (von Haustieren), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''gelte'', ''galze'' ,verschnittenes Schwein‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gelünge''' n. ● ''Gelinge'' ,Speise aus Lunge, Leber usw.‘, Kassel Gr. 1894); ''Jelenge'' ,Lunge, Leber und Herz geschlachteter Tiere‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gemächtze''' n. ● ,Unterleibspartie, männl. Geschlechtsteile‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jemächze'' ,männl. Geschlechtsteile; Gegend der männl. Geschlechtsteile‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gemählze''' n. ● ''Gemeelze'' ,Gemälde‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gemäuerze''' n. ● ''Jemierze'' ,Gemäuer, Mauerwerk‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gemücke''' ● ''Gotts Gemücke!'', Fluch, Kassel 20. Jh.; ''Kotz Jemegge!'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geniste''' n. ●  ''Jenesde'' ,häßliches, unordentliches Farauenzimmer‘, meist ''ahles Jenesde'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''genung''' ●  ''genunk'' ,genug‘ Kassel (Gr. 1894); ''jenunk'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geprahlze''' n. ● ''Geprohlze'' ,Geprahle‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gerade''' ● ,rasch‘, nur zeitlich, nicht räumlich-örtlich (dafür ''strack''), Niederhessen (Pfs. 1886); ''grade'' ,zu diesem Zeitpunkt‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geräde''' ● ''jeräre'' voll ,dichtgedrängt voll‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zu ''räden'' gehörig; s. d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gerästet''' ● ,müde‘, mittlere Eder (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geräube''' n. ● ,Eingeweide geschlachteter Tiere‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gergeln''' ● ''gärjeln'' ,quälen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geriffel''' n. ● üblicher Ausdruck für ,Gerippe, Skelett‘ (Vm. 1868). ●  &amp;quot;Hier lieget das Gerüffel eines armen Sünders&amp;quot;, Anfang der Grabinschrift des Pfarrers Joh. Hermann Crajus (1609 - 1664), Kassel (Vm. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geringe''' ● ,minderwertig‘, auch , minderwüchsig‘, Niederhessen (Pfs.). ● ''Die Kinder waren noch geringe.'' ,Die Kinder waren noch klein.‘ (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gern''' m. ● ,Schoß des Weiberkleides, zusammengefaßte Schürze‘ (Vil. 1868); ''Gärn'' ,Schoß‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''gêre'' ,Zwickel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geschlicker''' n. ● ,vornehme Leute, namentlich Damen, die lange Kleider tragen‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Geschligger'' ,unliebsame Mitmenschen, ohne Stil, ohne Benehmen‘, Kassel 20. Jh.; ''Jeschlegger'' ,Stadtleute, vornehme Leute‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geschnurbel''' n. ● ''Jeschnorwele'' ,fortwährendes Knurren, Murren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geschrabbel''' n. ● ''Geschrawwele'' ,Durcheinanderreden vieler Personen; Lallen eines Kindes, Gezwitscher junger Vögel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geschwetter''' n. ● ,dünne Brühe (meist Kaffee)‘, verächtlich, Balhorn (Sl. 1901). ● Gehört zu ''schwetternaß'' (Pfs.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gestältnis''' n. ● ''Jeschdäldnis'' ,übertrieben empfindliches, geziertes, weibisches Benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gester''' ● ''gestert'' , gestern‘, Kassel (Gr. 1894), ''gäsder'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''gestert'': mit sekundärem Schlußdental, wie ''Koffert'', ''ebend'', ''alst'', ''schond'' u.a.m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gestecke''' n. ● ,wenig ansprechende Person beiderlei Geschlechts‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ,Gesteck; jemand von langer, hagerer Gestalt, meist Frauensperson‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gestieke''' n. ● ''Gestieke'', ''langes Gestieke'' ,schmähende Bezeichnung einer Frauensperson‘ (Vil. 1868); ''Jeschdiege'' ,langes, dürres Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gestriffelt''' ● ,gekraust, gefältelt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Getäfelze''' n. ● ''Jedäfelze'' ,Wandtäfelung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Getenne''' n. ● ''Gedenne'' ,Ort, an den gleich von der Erde aus gebänzt wird‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Getierze''' n. ● ''Gedierze'' ,Getier, Ungetüm‘, übertragen: ,(seltsame) Person (Gr. 1894), im 20. Jh. wohl nur auf Frauen bezogen; ''Jedierze'' ,Frauenzimmer‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''getzen''' ● ''gätzen'', das Schreien der Haushenne nach gelegtem Ei (Vil. 1868); ,unfein, auch höhnisch lachen‘, Kassel (Gr. 1894); ''gädsen'', Schreien der Hühner nach dem Eierlegen, übertragen: ,mit hoher Stimme schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Getzer''' m. ● ,Schreihals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewanerze''' n. ● ''Gewaenerz'' (sic) ,Gespenst‘, Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewelme''' n. ● ''Gewälme'' ,Gewölbe‘, Kassel 19. Jh.; ''Jewälme'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''welmen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewende''' n. ● ''Gewenge'' ,eine Reihe von Ländern desselben Besitzers nebeneinander‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Jewenge'' ,Ackerflur, Felder von einem Weg bis zum andern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gewitterisch''' ● ''gewiddersch'' ,seltsam, eigenartig, sonderbar‘, Kassel 20. Jh., Balhorn (Sl. 1901), ''jewiddersch'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewuckel''' n. ● ''Gewuggele'' ,rüttelndes Wackeln; durch plötzliche Erschütterung hervorgebrachte Wackelbewegung‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''wuckeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewulcher''' n. ● ''Gewulchere'' ,Gewühl, Gewimmel‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''wulchern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gewürfelt''' ● ''jewerfelt'' ,schlau, durchtrieben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewurste''' n.● ''Gewurschde'' ,Unordnung, unordentlich Abgelegtes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gickelhahn''' ● ,Haushahn‘ (Vil. 1868); ,Hahn‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Giggelhohn'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gieken''' ● ,stechen‘, besonders mit langem, aber stumpfem Instrument, auch mit dem Finger, sehr oft scherzhaft, ziemlich allgemein (Vil. 1868); ''giegen'' ,stechen‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gieken''' ● ,laut und hell, in hohem Tone aufschreien‘ (Vil 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gieksen''' ● ''giegsen'' ,stechen, pieksen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), auch: ,sticheln‘ (Gr.); ,stechen, schlachten‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bei Gr. als ''kiecksen'' verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gieksen''' ● Intensivum zu ''gieken'', laut und hell, in hohem Ton aufschreien‘, sehr üblich (Vil. 1868); ,quietschen‘, in Bezug auf ungeölte Angeln, Wetterfahnen und dgl., Kassel (Gr. 1894). ● Bei Gr. als „kiecksen“ verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Giekser''' m. ● ,aufjuchzendes Lachen von Säuglingen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gierrach''' m. ● ,habsüchtiger, gieriger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Giftschisser''' ● ,Mensch von galligem Temperament‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Giftzange''' ● ,boshaftes Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gilfen''' ● ,laut und in schrillen Tönen schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gillern''' ● ,scharfer, hoher Ton des Schmerzenslautes von Hunden, auch von Menschen, insbesondere kleinen Kindern‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,hohe Töne von sich geben‘, Kassel 20. Jh.; ,vor Schmerz laute Schreie ausstoßen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gimmening''' ● ''gimmenink'' ,gierig, heißhungrig, unersättlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gimmeratz''' m. ● ,Schwein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gimmerätzchen''' ● ,Schweinchen‘; Pl. ''Gimmerätzerchen'' auch: ,Läuse‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gimmern''' ● Bezeichnung eines juckenden Schmerzgefühls in den Fingerspitzen, meist bei erfrorenen Fingern, aber auch bei Schnittwunden, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gimper''' m. ● ''Gimber'' ,Begierde‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Do gungk emme d’r Gimber d’rnoh'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ginsel''' n. ● ,junge Gans; einfältiges junges Mädchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ginselgeel''' ● ,stark gelb gefärbt, ganz gelb, wie ein Ginsel‘, allgemein üblich (Vil. 1868);  ''ginselgale'' ,ganz gelb‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gipp''' ● ''gipp, gipp, komm!'' Lockruf für die Hühner, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gippchen''' ● ,Huhn‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gippel''' n., '''Gippelchen''' ● ,Hühnchen, Küken’, Lockwort für die Hühner, Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gippelhuhn''' ● ''Gibbelhuhn'' ,Huhn‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Girscht''' m. ● ''Gerscht'' ,Gischt, Schaum von aufbrausenden, auch von gärenden Flüssigkeiten‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jirscht'' ,Schaum‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● ''Der Gerscht stund emme vor’m Mulle'' (Gr.). ''Ha hott immer gleich Jirscht fär der Schladde'', dasselbe (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''girschtig''' ● ''jirschdech'' ,schaumig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glähnen''' ● ,indiskret weitererzählen, was einem gesagt wurde, klatschen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Glander''' f. ● ''Glaner'' ,Glitschbahn‘, Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868); ''Glaaner'' ,Gleitbahn auf dem Eis‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hm. setzt als Stichwort ''Glander'' an, Vil. ''Glaner''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glandern''' ● ''glanern'' ,auf dem Eis gleiten‘, westl. Hessen (Vil. 1868); ''glaanern'' ,auf dem Eis gleiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glanzern''' ● Variante von ''glanern'' (''glandern''), untere Schwalm und Eder (Wabern, Felsberg) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gleich''' ● ,waagrecht, eben, richtig‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gleitbahn''' ● ''Gliedebahne'' ,Eisbahn zum Gleiten‘, Kassel (Pfs. 1886); ''Gliedebahne'' ,Rutschbahn auf dem Eis‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1984).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gleiten''' ● ''glieden'' ,auf der Eisbahn gleiten‘, Niederhessen, Kassel (Pfs. 1886); ''glieden'' ,auf dem Eis gleiten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glitschen''' ● ,(aus)gleiten, (aus)rutschen auf Schlüpfrigem oder auf Eis‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glitscherig''' ● ''glitscherich'' ,glitschig, schlüpfrig‘ (in Bezug auf Straße)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Glühmagen''' m. ● ''Gliehmähng'' ,habgieriger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glühning''' ● ''gliehnink'' ,glühend‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ''glihnig'', Kassel (Gr. 1894), ''glienech'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''gliehnink'' ist das einzige der niederhess. -''ning''-Partizipien, das sich noch im Kasselänschen findet; bei Gr. bereits an die Gruppe der -''ig''-Adjektive angeglichen; so auch in der Oberellenbacher Mundart, die im übrigen noch zahlreiche -''ning''-Partizipien aufweist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Glummer''' m. ● ,glimmende Asche‘, Kassel 20. Jh. ''Glommer'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glummern''' ● ,glimmen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gnatz''' m. ● ,Krätze; Grind, besonders Kopfgrind‘, übertragen: ,schmutziger Geiz‘ (Vil. 1868). Vil. ergänzend: ,Wasserrand von nicht gut ausgebackenem Brot‘, Kasseler Gegend (Pfs.2, 1894). ● Vgl. mhd. ''gnaz'', Gen. ''gnatzes'' ,Schorf, Ausschlag‘, bildl.: ,Knauserei, Kargheit‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gnatzkopf''' ● ,Grindkopf; launischer, eigensinniger, unverträgliche Person‘, äußerst häufig, allgemein (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gneist''' m. ● ''Knist'', ''Kneist'', ''Gneist'' ,anklebender Schmutz am menschlichen Körper, an Kleidungsstücken oder Geräten‘ (Vil. 1868); ''Gneist'', Aussprache ''Gniest'', ,fest sitzender klebriger Schmutz oder Dreck an allen Sachen‘, „durchaus nicht etwa nur Grint an der Haut“, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Knist'' ,fester, glänzender anhaftender Schmutz‘, Kassel (Gr. 1894), ''Kniest'', Kassel 20. Jh.; ''Gnist'' (''i'' kurz) ,fest anklebender Schmutz am menschlichen Körper oder an Geräten‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''gnîst'' m. ,Grind‘, mnd. ''gnist'' ,Räude, Hautausschlag‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gneistig''' ● ''kneistig'' ,mit Klebeschmutz behaftet‘ (Vil. 1868); ''kniesdich'' ,voll fest anklebenden Schmutzes‘, Kassel 20. Jh., ''gnisdech'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Göpel''' m. ● ''Gäwel'' ,Triebwerk der Dresch- und Futtermaschine‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gote''' f. ● ,Taufpatin‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gotel''' f. ● ''Goddel'' ,Patin‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gorrel'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gotel''' f. ● ''Gottel'' ,weibliches Patenkind‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Götelchen''' n. ● ''Göddelchen'', ,Kind, von der Gotel über die Taufe gehoben‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gorrelchen'' ,Patenkind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grammel''' m. ● ,Heiserkeit‘, besonders die, in welcher die Stimme tiefrauh tönt (Vil. 1868); ,Heiserkeit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grammelig''' ● ,heiser‘ (Vil. 1868); dasselbe, Kassel (Gr. 1894); ''grammelech'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grammeln''' ● ,mit brummender Stimme schelten‘, auch: ,knerbeln (von kleinen Kindern)‘, (Pfs. 1886)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''granzen''' ● ,weinen, verdrießlich sein‘, hin und wieder in Niederhessen, bis Hersfeld (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''granzern''' ● ''im Halse granzern'' ,im Hals kratzen‘, das Gefühl im Hals, das z. B. beim Zerschmelzen von ranziger Butter oder Speck beim Einatmen entsteht, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gräppeln''' ● ''kräbbeln'' (trans.) ,sich beschäftigen mit, herumarbeiten mit‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Hä hot immer was ze kräbbeln'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grappen''' ● ''grappen'', ''ergrappen'' ,zugreifen, ergreifen, festhalten‘, Nieder- und Oberhessen (Vil. 1868); ''grabben'' ,ergreifen, festhalten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grapschen''' ● ''grapschen'', Nederhessen (Pfs. 1886; s.u.); ''grabschen'' ,rasch zugreifen, rasch nach etwas langen‘, Kassel 20. Jh.; ''grabbschen'' ,mit großer Eile an sich reißen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bei Gr. (1894), Kassel, verzeichnet als ''grabbchen'' [Druckfehler?] ,rasch zugreifen‘, auch: ,gefangen nehmen‘. ● Pfs.: ''grapschen'' ist in Niederhessen viel üblicher als das bei Vil. genannte ''grappen'', was ihm als gebürtigem Kasseler „geradezu fremd“ war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grätsch''' m. ● ''Grähdsch'' ,Umstände, Weitschweifigkeiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grätschel''' m. ● ''Gräddschel'' ,verkrüppelter Mensch, verkrüppeltes Tier‘, auch Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grätschelig''' ● ''gräddschelech'' ,verkrüppelt, schief‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grebe''' m. ● ,Dorfvorsteher‘, Niederhessen, Teile Oberhessens, bis zur Gemeindeordnung v. 23. 10. 1834 (Vil. 1868); Aussprache: ''Gräwe'' (Pfs. 1886). ● Durch die Gemeindeordnung v. 1834 wurde als Bezeichnung für den Dorfvorsteher die Bezeichnung ''Bürgermeister'' eingeführt, die bisher nur dem Oberhaupt der Städte zukam, denn nur die vollberechtigten Städter waren ''Bürger''; die vollberechtigten Dorfbewohner hießen hingegen ''Einwohner''. ● ''Grebe'' ist identisch mit Wort ''Graf''; der hessische ''Landgraf'' wird in älteren Quellen zumeist als ''Landgrebe'' bezeichnet. ● Vgl. mnd. ''greve'' (''grave'') ,Graf; Vorsteher allgemein‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''greibe''' ● ,herb, säuerlich-bitter, scharfsauer‘, Niederhessen, sehr üblich in Kassel (Vil. 1868); ''greiwe'' ,herb von Geschmack‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grell''' ● ''grall'', wie hdt., dazu: ,heftig, lebhaft, jähzornig; überaus rasch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grellen''' ● ''grallen'' ,ein Glied infolge einer raschen Bewegung oder Überanstrengung vorübergehend lähmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Griebe''' f. ● ,Überbleibsel des zerschnittenen und ausgelassenen Speckes, Schmalzes‘ (Vil. 1868); ,Rückstand ausgelassener kleiner Würfel Speck‘ (Pfs. 1886); ''Griewe'' ,häutiges Stückchen beim Auslassen des Specks usw.‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Griewe'', ''Speckgriewe'' ,Lippen-Herpes‘, Kassel 20. Jh.; ,Speckwürfel, ausgebratenes, auch rohes Speckstückchen; Grind am Mund‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''griebe'' f. ,ausgeschmelzter Fettwürfel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''griebetrocken''' ● ,völlig trocken‘ (Vil. 1868);  ''griewedrocken'' ,ganz trocken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''griedeln''' ● ''am Fier griedeln'' ,sich (am Herd, Ofen) mit dem Feuer beschäftigen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grienen''' ● ,den Mund verziehen, weinen‘, Kassel (Vil. 1868); ,grinsen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gries''' ● ,greis (Haar, Zwirn, Leinen)‘, Kassel (Gr. 1894); ''gris'' ,grau‘, Balhorn (Sl. 1901) ● Gr. meint sicherlich ,altersgrau, verblichen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grießelig''' ● ''grisselech'' ,feinkörnig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grießeln''' ● ''grisseln'' ,absetzen (von Milch)‘, Kassel 19., 20. Jh., schwächer als ''hoddeln'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grifte''' ● Zu den Redensarten ''Du bist wohl von Grifte?'', ''Hä (sä) es von Grifte'' u.ä. siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grindatzel''' ● ''Grändatzel'' ,mit Grind behafteter Mensch; jähzornige Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grippsch''' ● ,auffahrend, heftig, mürrisch‘ (eigentlich ,zugreifend‘), ganz Hessen (Vil. 1868); ,zugreifend, eigennützig‘, Kassel 19. Jh. (Herzog); ,bös, niederträchtig, mürrisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grips''' m. ● ,Verstand, Kopf‘, Kassel 19., 20. Jh. ● ''am Gribs krichen'' ,jem. packen‘, auch ,arretieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gripsen''' ● ,stehlen‘, vor allem in Bezug auf Kleinigkeiten, ziemlich überall gebräuchlich (Vil. 1868); ''gribbsen'', ''kribbsen'', Kassel (Gr. 1894, ohne Angabe der Bedeutung); ,Kleinigkeiten klauen, mopsen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gripsfell''' ● ,Fell, Haut im Genick‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894) ● ''am'' (''biem'') ''Gribbsfell packen'' ,jem. packen‘, übertragen: ,sich jem. vorknöpfen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gritz''' m. ● ''Gritz'' ,Verstand, Einsicht, Scharfsinn‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Gritz'' ,Verstand, Witz‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gritze''' f. ● ''Gritze'', ,Verstand usw.‘, Niederhessen, häufiger als ''Gritz'' (Pfs. 1886); ''Gritze'' ,Grütze; scharfer Verstand, Witz‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''He hot Gritze im Koppe.'' Niederhessen (Pfs. 1886), Kassel 20. Jh. ● Die Redewendung ''Grütze im Kopf haben'' ist seit dem 17. Jh. literarisch belegt. ''Grütze'' ,Verstand‘ „ist mundartlich weit verbreitet [...] und beruht vermutlich auf Umbildung von frühnhd. ''Kritz'' (hess. ''Gritz'') ,Verstand, Scharfsinn‘, das eigentl. ,Kitzel‘ bedeutet und zu frühnhd. (heute noch landschaftlichem) ''kritzeln'' [...] im Sinne von ,kratzen, kritzeln‘ gehört.“ (Pff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gritzkopf''' ● ''Gritzekopp'' ,jem., der Verstand hat‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grütze''' ● Siehe ''Gritze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grübbes''' m. ● ''Kribbes'', auch ''Griwwes'', ''Grewes'' gesprochen, ,Kernhülle der Obstarten‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Grübß'', in niederhess. Aussprache meist ''Grüwweß'', ,Kernghäuse des Obstes‘, auch ,Kehlkopf, Adamsapfel‘, dafür in Kassel auch ''Adams-Grüwweß'' (Pfs. 1886); ''Krewwes'' ,Kerngehäuse von Apfel und Birne‘, übertragen: ,Kind von auffällig kleiner Statur, vorlautes Kind‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''Griwwest'' ,Kerngehäuse des Kernobstes; Kehlkopf; kleiner Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''grobiz'', ''grabiz'', ''grubz'', ''grutz'' m. ,Kerngehäuse des Kernobstes‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gruse''' f. ● ,der Saft aus grünen Gewächsen, z.B. Gurken‘, Niederhessen (Vil. 1868); ,das Blähende, der geile Geschmack, der sich bisweilen im Gemüse findet‘, Kassel (Gr. 1894); ,Saft grüner Pflanzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''gruose''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grusig''' ● ,mit grünem Saft versehen, unangenehm herbe‘ (Vil. 1868); Adj. zu ''Gruse'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grutz''' m. ● ,Obstschalen und -schnitzelchen, kleinere Abfälle‘, Kassel (Gr. 1894), auch: ,Bodensatz von Flüssigkeiten‘, z. B. ''Kaffeegrutz'', Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Grübbes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gückeln''' ● ''giggeln'' ,blinzelnd hinsehen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gücker''' ● ''Gigger'' ,Gucker‘, Kassel 19. Jh. ● ''Hä hot mech uff’m Gieker'', Kassel (Gr. 1894) ist wohl dialektale Anpassung der Redensart ''jem. auf dem Kieker haben''. ● Siehe ''Tüpfengücker'', ''Feldgücker''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guckwerk''' ● ''Guggewerk'' ,Gesicht‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Güggwärk'' ,Gesicht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gülden''' ● ,golden‘, war schon in alten Zeiten und ist noch jetzt ein sehr übliches Liebes- und Schmeichelwort von besonderem Nachdruck (Vil. 1868); ''gillen'' ,golden‘, Kassel 19. Jh. (Herzog); ''gellen'', dasselbe, nur noch in erstarrten Verbindungen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gülden Schnitten''' ● ,Weckschnitten in Ei getränkt und in Schmalz gebacken‘, hauptsächlich am Gülden-Schnitten-Sonntag gebacken; dieser soll ursprünglich der „fette Sonntag“ Quinquagesimae gewesen sein; an der Werra bis westlich über Rotenburg hinaus war er schon zu Anfang des 19. Jh. der erste Sonntag in den Fasten, der Sonntag Invocavit (Vil. 1868); ''gellen Schnerren'' ,güldene Schnitten‘, Semmelschnitten, die in Ei getränkt und in Fett gebacken werden, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gunkelbacken''' m. ● ''Gonggelbaggen'' ,Pausbacken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gunkeln''' ● ,sich schwebend hin und her bewegen‘, ziemlich allgemein üblich (Vil. 1868); ''gonggeln'' ,sich schwebend hin und her bewegen (von schweren Gegenständen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gunne''' f. ● ''Gonne'' ,die von jemand zu Recht zu erwartende Ehrerweisung, Gafälligkeit‘ (Vil. 1868); ''Gunne'' ,Gunst, Ehre‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Hä will mä nit die Gunne anduhn un …'' ,Er will mir nicht die Ehre erweisen und …‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gunst''' f. ● ,Freistätte beim Kriegenspielen (Fangen), der Anschlag‘, Kassel und Umgebung (Pfs. 1886), Kassel, Mitte 20. Jh. ● Siehe ''Anschlag''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Günter''' m. ● ,Mastdarm des Schweins‘, ganz Hessen; mit Füllungen: ''Günterwurst'' (Leberwurst), ''Schwartengünter'' (Vil. 1868); ''Gender'' ,Teil des Schweinedarms, der mit Leberwurst oder Schwartenmagen gefüllt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Gendersch Brurer'' ,Günters Bruder: Blinddarm des Schweins‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gunterarsch''' ● ''Gonderorsch'' ,korpulente Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gurre''' f. ● ,altes, schlechtes, abgetriebenes Pferd‘, ohne Rücksicht auf Geschlecht (Vil. 1868); ''ahle Gurre'' ,schlechtes, altes Messer‘, Kassel (Gr. 1894); ,altes, abgemagertes Pferd‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''gurre''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gutz''' m. ● ''Gütz'' ,kurzer abgehackter Schrei‘, Oberellenbach (Hm. 1926; ebd. unter „Gauz“ aufgeführt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''H.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''haar''' ● Zurufswort an das Zugvieh, sich links zu halten, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868); Zuruf an das Vieh, nach links zu gehen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In der Grafsch. Ziegenhain, z.T. schon im Hersfeldischen, lautet das Wort ''haur'', ''aur'', meist mit ''um'' verbunden: ''aurüm''. Im östl. Hessen gilt ''haar'' bloß den Pferden, nicht den Ochsen, für welche vielmehr ''west'' ausschließlich gebraucht wird; im westl. Hessen findet sich dieser Unterschied nicht. (Vil.) ● Siehe ''hott''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haar''' ● ''das Haar'' n. ,das gesamte Haupthaar‘, ''die Haare'' (f. Sing.) ,das Einzelhaar‘ (mit ''Haare'' als Plur. für beides), Niederhessen (Pfs. 1886), ''das Hoor'', ''die Hoore'' (f. Sing.) (wie von Pfs. angeben), Kassel 20. Jh.; nur: ''die Hoore'' f. Sing. und Plur., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haarwurm''' ● ''Hoorworm'' ,flechtenartiger, um sich fressender Ausschlag‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''hârwurm''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haber''' ● ,Hafer‘, im östlichen Hessen mask., im westlichen fem. (Vil. 1868); ''Haber'', in Niederhessen ausschließlich fem. (Pfs. 1886). ''die Howwer'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Häberling''' m. ● ''Häwerling'' ,Bund Haferstroh‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Habersack''' ● ''walscher Howwersack'' ,welscher Hafersack, unverständlich redender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''welsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Habitchen''' n. ● ''Hawitchen'' ,Jäckchen und Höschen an einem Stück für einen kleinen Jungen‘, Kassel (Gr. 1894); ''Howidchen'' ,kleines Besitztum, kleines Bauerngut‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hachelig''' ● ''hachelech'' ,rauh, stachelig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hache''' m. ● ,habsüchtiger und seine Habgier in plumper Weise blicken lassender Mensch‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hachen''' ● ,grob habgierig nach etwas streben‘, Niederhessen, Grafsch. Ziegenhain (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haches''' m. ● ,habsüchtiger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hachig''' ● ,in grober Weise habgierig‘, überall gebräuchlich (Vil. 1868); ''hachech'' ,habgierig, geizig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hachigkeit''' ● ,Habsucht‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hachechkeet'' ,Habgier, Geldgier‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hachwanst''' m. ● ''Hachewanst'' ,habgieriger Mensch, Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hächzen''' ● ''hechzen'' ,laut und schwer atmen‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''hächzen'' ,keuchen‘, auch: ,nach etwas streben‘, Kassel (Gr. 1894); ''hächden''(!) ,schwer oder schnell atmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hackerchen''' ● ,die ersten Zähne‘, scherzhaft, nördl. Hessen (Pfs. 1886), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hadern''' ● an der Schwalm das ausschließlich übliche Wort für ,streiten‘, auch für ,prozessieren‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hahl''' ● ,trocken, mager, dürr, abgemagert, austrocknend‘, südl. Niederhessen, Stift Hersfeld, Grafsch. Ziegenhain (Vil. 1868). ● Nebenform ''hehl''. ● Mhd. ''hâl'' ,trocken, dürr‘. ● Siehe ''Hehlschwein''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hahlgans''' ● ,dürre Gans, die noch nicht gemästet ist‘, (Vil. 1868); ''Halgans'' ,ungemästete Gans‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Heelegans'' ,unerwachsenes, vorlautes Mädchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hahnebambel''' m. ● ,ein in Gang, Bewegungen und Handlungen lässiger, ein ungeschickter, alberner Mensch‘, Niederhessen, im Hersfeldischen (Vil. 1868); ,einer, der sich alles bieten läßt und allem nachkommt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hahnsklöße''' ● ''Hohnsgleeße'', kleine Klöße aus gehacktem Schweinefleisch, die in Mehl getunkt werden (beliebt als Frühstück auf dem Schlachtfest), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''häkeln''' ● ''heegeln'', Kassel 20. Jh.; übertragen auch: ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''halbwierig''' ● ''halbwirig'' ,irgendwie‘, bedeutungsgleich mt iewest; ''halwierich'' ,halbwegs, mittelmäßig, einigermaßen‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Halsabschnitter''' ● ''Halsobschnedder'' ,Halsabschneider, Geldverleiher, Wucherer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''halslieb''' ● ''jem. halselieb haben'' ,jem. umarmen‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hambutte''' ● ,Hagebutte‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''Hambutte'' &amp;lt; *''Hagenbutte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hamel''' m. ● ''Hamel'', Pl. ''Hämel'' ,Hammel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hämel'', Sing. u. Plur., dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hamel''' m. ● ''Hammel'', südl. Hessen (Rhein und Wetterau), „was sonst in Hessen Klunder genannt wird“ [also ,Schmutz, Straßendreck am unteren Saum der Bekleidung‘] (Pfs. 1886). ● Muß früher auch im nördl. Hessen vorgekommen sein, vgl. ''sech zuhameln'' (s.d.) ,sich zuklundern‘, Kassel 19. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hamer''' m. ● ,Hammer‘ (Gr. 1894); ''Homer'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Der Hamer es owen.'' ,Es ist Feierabend.‘ Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hammerten''' m. ●''Hámmärden'' ,einfältiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ist Kontraktionsform des Vornamens ''Johann Martin'', früher in Niederhessen verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hämstern''' ● ,hämmern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Handschlag''' ● ''Haandschlook'' ,Verlobung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hänfterling''' ● ''Hämfderling'' ,Hänfling, schmächtige Person‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Grohenfterling'' ,der graue Hänfling‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Hämfderlink'' ,Hänfling‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hannaden''' m. ● ''Hánnaden'' ,einer der schwer von Begriff ist und sich entsprechend anstellt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Ist Kontraktionsform des Vornamens ''Johann Adam'', früher in Niederhessen verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hannjost''' m. ● ''Hánnjoost'' ,einfältiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ist Kontraktionsform des Vornamens ''Johann Jost'' (''Johann Justus'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hansch, Hänschen''' m.● ''Haansch'', Pl. ''Haansche'' ,Handschuh kleiner schwächlicher Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Hänschen'', Sing. u. Plur. ,Handschuh(e)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Hansch'' ist verkürzt aus ''Handschuh''. In Kassel ist der Plur. ''Hänschen'' auf den Sing. übertragen worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hänseln''' ● ,durch Anbinden eines Bandes in eine Gemeinschaft aufnehmen‘; ''hänseln'' wird im Volk gleichbedeutend mit ''anbinden'' verstanden und vertauscht (Vil. 1868). ● Vil. macht konkrete Angaben dazu, wobei und wie gehänselt wird; weist hin auf das Sontraer Hänselbuch 1572 - 1596; weist weiterhin darauf hin, daß ''hänseln'' im Sinne von ,verspotten, verhöhnen‘ beim Volke fast gänzlich unüblich ist. ● Vgl. got. ''hansa'' f. ,Schar, Menge‘, ahd. ''hansa'' f. ,Schar, Kriegerschar, Gefolge‘, mnd. ''hanse'', ''hense'' f. ,Gesellschaft, besonders Gilde der Kaufleute und Handwerker, vor allem die ''Hanse'', der norddeutsche Städtebund. Vgl. auch ''Hansegreben'' ,Angehörige der Kasseler Kaufmannsgilde‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hänselwerk''' ● ''das Hänselwerk verzehren'': früher an der unteren Eder üblicher Brauch, der darin bestand, daß auf einer Hochzeit die jüngste anwesende Frau ''gehänselt'' wurde, welche dann gehalten war, am nächsten Sonntag die Frauen einzuladen zu Kaffee und Kuchen, dort wurde also ''das Hänselwerk verzehrt'' (Pfs. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Happel''' f. ●,eine übereilt handelnde, oberflächlich und ungenau arbeitende Person‘ (Vil. 1868); ''Habbel'' ,überstürzt redende oder sich überstürzt bewegende Person‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''happelig''' ● ,übereilt handelnd‘ (Vil. 1868); ''habbelich'' ,überstürzt redend und sich bewegend‘, Kassel (Gr. 1894); ''habbelech'' ,übereilt redend oder handelnd‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''happeln''' ● ,übereilt handeln‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''habbeln'' ,überstürzt reden oder handeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Happelsack''' ● ''Habbelsack'' ,jemand, der happelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Happster''' m. ● ,Kuchen aus geriebenen Kartoffeln mit etwas Öl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''haren''' ● ,dengeln‘, in Oberhessen und einem Teil von Niederhessen (Wabern und Umgegend) (Vil. 1868); ''horen'' ,dengeln‘, d.h. die Sense mit dem Hammer schärfen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hasenschaden''' ● ''Hasenschaden'' m. ,Hasenscharte‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hosenschore'' f.(!), dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hasig''' ● ''haasech'' ,nicht bei Sinnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haucht''' m. ● ''Hücht'' (''ü'' kurz) ,mit geöffnetem Mund ausgestoßener Atem‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hauchten''' m. ● ''hüchden'' ,mit geöffnetem Mund Atem ausstoßen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hauchzen''' ● ''huchzen'' ,hauchen, anhauchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haus-Eren''' m. ● ''Husähren'' ,Hausflur‘, Kassel (Gr. 1894), ''Hüsähren'' ,der mit Backsteinen gepflasterte Hausflur‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Eren''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''haußen''' ● ''hussen'' ,hier außen‘, Gegensatz zu: ''drussen'' ,dort außen‘, Kassel (Gr. 1894); ''hüssen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''hussen'' in Kassel wohl um 1900 erloschen; Ersatz: ''hier drussen''. ● Mhd. ''hie'' ''ûze'', ''hûze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Häut''' n. ● ,Haupt‘; das Wort ''Haupt'' wird in Hessen nur vom Krauthaupt (Kohlkopf) gebraucht, nicht vom menschlichen Haupt (dafür: ''Kopf''); die Aussprache ist ''Häubt'', ''Häud'', ''Heid'' (Vil. 1868); ''Heet'', Pl. ''Heeder'' ,Krauthaupt, Kohlkopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Basiert im ganzen auf Umlautform von mhd. ''houbet'' ,Haupt‘: ''*höubet'' &amp;gt; frühneuzeitl. niederhess. *''Häubet'', ''Heubet'', gesprochen *''Heuwet'' &amp;gt; *''Häuet'', *''Heut'', dann unterschiedliche regionale Weiterentwicklungen (u.a. Entrundung). In Oberellenbach gibt es die Nebenform ''Höbt'', entstanden aus nichtumgelautetem ''houbet'', mit Kürzung der 2. Silbe, wie nhd., dann mundartl. Weiterentwicklung; nur in festen Verbindungen wie ''Höbdhohn'' ,Haupthahn‘, ''Höbdkarle'' ,tüchtiger Kerl‘ (''ö'' lang).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Häutersalat''' ● ''Heedersaloot'' ,Kopfsalat‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hebekirmes''' f. ● ,Richtfest‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Hewekermesse'', Kassel (Gr. 1894, ohne Erläuterung); ''Häwekermese'' ,Feier beim Richten eines neuen Hauses‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hehkirmes''' f. ● ,geräuschvoller Auflauf von Menschen‘, Naumburg (Pfs. 1886). ● Soll nach Pfs.s Gewährsmann nicht identisch sein mit ''Hebekirmes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hehlfäßchen''' ● ,naive, ohne Arg etwas ausplaudernde Person‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''hahl''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hehlschwein''' ● ,halbwüchsiges, noch nicht zum Mästen geeignetes Schwein‘, Schwalm, Stift Hersfeld (Vil. 1868). ● Frühe Belege: heleswyn, Grebenstein 1462, helswyn, Felsberg 1462 und öfter. ● Siehe ''hahl'', ''Hahlgans''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hehr''' ● ,ehrwürdig‘ u.ä., wie gemeinhochdt., außerdem ,fein, zart, sorgfältig gearbeitet‘, in beiden Bedeutungen überall in Hessen (Vil. 1868); ''hehre'', in der Redewendung ''hehre duhn'' ,hehr, hoch, erhaben auftreten‘ (stets ironisch gebraucht), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hehrheit''' ● ,übertrieben vornehmes Auftreten‘, Kassel (Gr. 1894); ''Heerheet'' ,auffällige Freundschaftsbekundung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heide''' m. ● die in Niederhessen gewöhnlichste Bezeichnung für ,Zigeuner‘ (Pfs.1, 1889); ''Heere'' ,Zigeuner‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heidenmensch''' f. ● ''Heerenmönsch'' ,Zigeunerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heidenpack''' ● ''Heerenpack'' ,Zigeunerpack‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heidimmes''' m. ● ,beschränkter (wenn auch nicht vollmäuliger) Wichtigtuer‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heidsche''' f. ● ''Heedsche'' ,Zigeunerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heikse''' ● ,Hiebe, Schläge‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heiligenland''' ● ''Hiljenlaant'' ,die der Kirche gehörigen Ländereien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heimtücker''' m. ● ''Heimdicker'' ,heimtückische Person‘, Kassel 19. Jh. (Jonas); ''Heemdigger'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''heint''' ● ,heute Nacht‘, an der Schwalm, Aussprache ''hengt''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''heisch''' ● ,heiser‘ (Vil. 1868); dasselbe, Kassel (Gr. 1894), ''heesch'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heite''' m. ● ''Heide'', ''Hede'' ,Vater‘; sehr alte Bezeichnung, jetzt noch üblich an der Schwalm, an der unteren Eder (Fritzlar, Gudensberg), an der Werra (Eschwege, Jestädt) (Vil. 1868); Haite, „eigens hessischer Ausdruck für Vater“ (Pfs. 1886); ''Heide'' ,Vater‘, noch gebräuchlich, aber selten, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hemme''' f. ● ,Bremsvorrichtung am Wagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hemmen''' ● ,bremsen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Henkel''' ● ''Henkel-ze-Kerbchen drahn'' ,Henkel-zu-Körbchen tragen‘: zwei Personen tragen ein Kind auf den beiderseits verschlungenen Händen wie einer Sänfte, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Henne''' ● männl. Vorname, schon mittelalterlich belegt, in Niederhessen bis ins 18. Jh. vorkommend (wird von Pfarrern in den Kirchenbüchern gern mit ''Johannes'' wiedergegeben, ist aber keine Kurzform davon). ●  Redensartlich in: ''Gott henne'', Niederhessen (Pfs. 1886); ''Ach Gott henne! Ach du henne!'', [richtiger: ''Ach Gott, Henne! Ach, du Henne!''], sehr gebräuchlich, Balhorn (Sl. 1901); ''Du liewer Gott, Henne!'' Kassel 20. Jh. ● Die eigentlich humoristisch gemeinten Ausrufe entsprechen etwa dem modernen ''Mein Gott, Walter!'', sind aber nach Erlöschen des Namens nicht mehr verstanden worden, daher bei Pfs. und Sl. Kleinschreibung. Pfs. erwägt, ob ''Henne'' ,weibl. Huhn‘ oder der Vornamen ''Henne''). Sl. weist draufhin, daß ''henne'' nichts mit ''hin'' zu tun haben kann wegen unterschiedlicher Aussprache; in Kassel ebenfalls unterschieden (bei ''Henne'' ''ä''-Ausprache des ersten ''e''). Vil. (1868) führt auf: ''Henn'' ,alberner Mensch‘, schmähend, Oberhessen. ● Siehe ''Mädehenne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hepe''' f. ● ''Hebe'' ,Sichel‘, Kassel (Gr. 1894). ● Bei Vil. als ''Heppe'' verzeichnet, nur nördl. Niederhessen, südl. nur vereinzelt, mit Aussprache „mitunter“ um Kassel „auch“ ''Hewwe'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hera''' ● feierlicher Ausruf, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Pfs.: „Hier muß eines wunderbaren Kehrreimes gedacht werden, der bis in die [achtzehnhundert-]dreißiger Jahre zu Zwehren bei Kassel noch im Gange war; bei neckenden scherzhaften Liedern, die von Weibern aus dem Stegreife gedichtet, zum Bleichen und Wachen gesungen wurden. Solche Strofen [...] gleichen als lose Gelegenheits-Scherze den Schnaderhüpfeln.“ Pfs. führt zwei solcher Strophen auf; Refrain: ''hera, wol unter dem grünen Baum‘ / hera, wol unter dem Baum‘''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hernach''' ● ''härnoh'' ,nachher‘, Kassel 19. Jh.; ''hanooch'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hernachgehends''' ● ''härnohgehnds'' ,nachher, anschließend‘, Kassel 19. Jh. (Herzog). ● Siehe auch „nachgehends“.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''hernieder''', siehe ''reer''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''herzgepuppert''' ● ''herzegebobbertes Nußkernchen'', Zärtlichkeitsausdruck, Kassel 19. Jh. (Herzog), ''herzgebubberter Nussekern'', dasselbe, Kassel (Gr. 1894); ''Min herzgepupperter Nußkern'', Ausdruck innigster Liebe, zumal im Mund niederhess. Mütter (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Herzkaute''' f. ● ''Härzküdde'' ,Magengegend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hespe''' f. ● ,Türangel, Klammer‘, in Niederhessen die übliche Bezeichnung (Vil. 1868); nur ,Türband‘ oder ,Schleife‘ der Türangel, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Wendungen: ''Er riß mich, daß der Rock mir aus allen Hespen ging. Junge, deine Hosen sind ja aus allen Hespen''. Übertragen: ''Es geht aus allen Hespen''. ,Alle Ordnung löst sich auf, es tritt Anarchie ein.‘ (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hessen-Groschen''' ● ''bei Hessen-Groschen bzw. nicht bei Hessen-Groschen sein'' ,vernünftig bzw. unvernünftig sich benehmen‘ (Pfs. 1868); ''nit bie Hessen-Groschen sinn'' ,nicht ganz gescheit, nicht bei Trost sein‘, Kassel 20. Jh.; ''Du bst wohl net bei Hässengröschen?'' ,Du bist wohl nicht recht gescheit?‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hessisch''' ● ''heßsch'', Kassel 19. Jh.; ''hässesch'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aussprache ohne ''i'' hat sich in Kassel in den deklinierten Formen z. T. bis nach dem 2. Weltkrieg gehalten, etwa: ''de Heßschen Nachrichten'' (Zeitung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heuhüpfer''' ● ''Hauhepper'' ,Heuschrecke‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heuspringer''' ● ''Hausprenger'' ,Heuschrecke‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''heulen''' ● ''hillen'' ,weinen‘, Kassel (Gr. 1894); ''hielen'' ,laut weinen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heulfritz''' ● ''Hillfritze'' ,weinerlicher Junge, Mann‘, Kassel (Gr.1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heuljost''' ● ''Hilljoost'' ,weinerlicher Junge, Mann‘, Kassel (Gr.1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heuochse''' ● ,dummer, ungeschickter Mensch‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''Heiochse'' ,großer Schafskopf‘, auch: ,plump gebauter Mensch‘, Kassel 19. Jh. (Jonas, Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hichel, hicheln''' ● Siehe ''Hügel'', ''hügeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hickeln''' ● ,etwas hinken‘, in ganz Hessen sehr üblich (Vil. 1868); Vil. ergänzend: auch ,längeres Hüpfen auf einem Bein, wie es Kinder beim Spielen oft streckenweit um die Wette tun‘, ziemlich verbreitet (Pfs.2, 1894); ''higgeln'' ,hinken, auf einem Bein hüpfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), dazu: ,Hickelhäuschen spielen (Kinderspiel)‘, Kassel 20. Jh.; ''heggeln'' ,leicht hinken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''hickeln'' ,springen, hüpfen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hicken''' ● ''heggen'' ,hinken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hier, hie''' ● ''hier'', Kassel 19., 20. Jh.; ''hie'', ländlich, z.B. Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hiller''' m. ● ,Penis‘, in ganz Hessen die üblichste und allgemeinste Bezeichnung (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Himmel und Erde''' ● ''Himmel un Ähre'', Gericht: ,Äpfel und Kartoffeln untereinandergekocht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Ist „Kasseler Nationalgericht“ (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hinfällisch''' ● ''hännefällsch'' ,kränklich, gebrechlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hinkel''' n. ● ,albernes Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die eigentlich Bedeutung ,(kleines) Huhn‘ ist in Oberellenbach nicht vorhanden (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hinkelbein''' ● ,einfältiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hinne''' ● ,hier innen‘, Kassel (Gr. 1894), Gegensatz zu: ''drinne'' ,dort innen‘; ''henne'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''hinne'' ist in Kassel wohl um 1900 erloschen, Ersatz: ''hier drinne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hippeln''' ● ,hinken; zapplend laufen‘, scherzhaft, ziemlich allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hippelnase''' ● ,gebogegen bzw. gekrümmte Nase‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirnwurst''' ● ''Hernworscht'', Kassel (Gr. 1894); ,Zervelatwurst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirse''' ● ''Hersche'', Kassel (Gr. 1894; ''Härsche'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirsekörner''' ● ''Hersche(n)kerner'', Kassel (Gr. 1894). ● ''Ich schlah alles in Herschenkerner, zu Herschenkernern'' ,Ich schlage gleich alles kurz und klein‘, ähnlich Oberellenbach (Hm. 1926); ähnlich: ''in Herschekerner schmissen'' (grimmige Drohung), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirsenbrei''' ● ''Herschenbrei'', gilt als Delikatesse, Balhorn (Sl. 1901)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirte''' ● nur ,Kuhhirte‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirz''' m. ● oft ''Herz'' gesprochen, in Hessen überall, mit Ausnahme weniger Städte, der üblich alte Name des Hirsches (Vil. 1868);  ''Härz'' ,Hirsch‘, Altform, heute nur noch in der Redensart ''du werscht noch en Härz'' ,du verlierst noch den Verstand‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirzbock''' ● ''Härzbock'' ,planlos umherrennender Mensch‘ (in seiner eigentlichen Bedeutung ,männlicher Hirsch‘ ausgestorben), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hitzen''' ● ''hetzen'' ,heizen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hob''' m. ● ''Hof'', Bedeutung im größten Teil von Niederhessen wie gemeinhochdt.; in den niederdt. Bezirken Niederhessen sowie an der ganzen Werra, an der Eder und den Zuflüssen der Schwalm ist die Bedeutung: ,Garten‘ (das Wort ''Garten'' ist hier fast ganz unüblich); das bäuerleiche Anwesen heißt hingegen, wie auch sonst in Hessen, ''Hofreite'' (Vil. 1868); ''Hob'', Dat. ''Howe'' ,Hof', Kassel (Chr. Müller 1926); ''Hoop'', Pl. ''Heewe'' ,Hofraum, Gehöft, größeres Gut‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. und Hm. haben ihre Artikel unter dem Stichwort ''Hof'', die eigentliche niederhess. Form ''Hob'' fehlt bei Vil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hobch''' m. ● ''Hupch'' ,Habicht‘ (neben dem gemeindeutschen Wort gebräuchlich), Balhorn (Sl. 1901); ''Hobch'' (''o'' offen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hoberei''' f. ● ''Howerei'' (mit Betonung auf der letzten Silbe) ,Hofraum, Hofstätte‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hm. hat als Stichwort ''Hofreite''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hobereise''' f. ● ''Hofereise'', Nebenform von ''Hofreite'', in und um Wolfhagen (Vil. 1868); ''Howeraiße'' ,Hofreite‘, Sprengel Schützeberg (Pfs. 1886); ''Howereise'', Niederzwehren 1. Hälfte 20. Jh. (Müldner).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hobereite''' f. ● ''Hofreite'' ,Der unbebaute und zu ökonomischen Zwecken benutzte Raum an dem Bauerngute und dem Haus überhaupt‘, ganz Hessen, Nebenform: ''Hofereise'' (Vil. 1868). ● Nach älteren niederhessischen Quellen kann mit ''Hofreite'' zwar der freie Hofplatz gemeint sein, mehr aber noch die bäuerliche Hofstelle insgesamt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''höbeln''' ● ''hewweln'' ,jem. die Meinung sagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hoch''' ● Das ''ch'' bleibt in allen grammat. Formen erhalten: ''hooches Hus''; ''heecher'', ''am heechesten'', Kassel 19. Jh., Anf. 20. Jh. (Gr. 1894); ähnlich Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hochbeinig''' ● ,stolz‘ (iron.), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Höchede''' f. ● ''Heechede'', ''Heechde'' ,Höhe‘, Kassel, 19. Jh. (Jonas, Gr. 1894); ''Hächde'' (''ä'' kurz) ,Höhe‘: Höhe eines Gegenstandes im Gegensatz zur Länge und Breite, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Neben ''Heech(e)de'', ''Hächde'' gibt es auch die einfache Form ''Heh'' ,Höhe, Anhöhe‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hochseicher''' ● ,Hochmutsnarr‘, metaphorische Verwendung einer unter Knaben sehr gewöhnliche Prozedur, Ausdruck in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868); ,stolzer, hochmütiger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Höckersweiber''' ● ''Heckerschwiewer'' ,Hökerinnen‘, Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hokerer''' ● ''Hogerer'' ,ein Kind, das gern hokert‘ (s.d.), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hokerlißchen''' ● ''Hogerlißchen'' ,ein Mädchen, das gern hokert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hokern''' ● ,klettern, besonders von Kindern, die auf Bänken und Stühlen herumklettern, auch von Ziegen gesagt‘ (Vil. 1868); ''hogern'' ,in den Ecken herumkriechen und -klettern‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''huckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hopfenstange''' ● ''lange Hobbenstange'' ,schlanke, sehr große Frauensperson‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hobbstange'' ,lange, schmale weibliche Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hopperloppopp''' ● ''hobberlobbobb'', Interjektion, stolpernde Übereile bezeichnend, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hopperloppopp''' ● ''Hobberlobbobb'' ,Person, die sich durch stolpernde Übereile auszeichnet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hornaffe''' m. ● ,halbmondförmiges Weizengebäck‘, Kassel und anderwärts (Vil. 1868); ,Gebäck: großer Weihnachtskringel von ovaler Form‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hörnen''' ● ''hernen'' ,ins Horn blasen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hörnse''' f. ● ''Hernse'' ,Hornisse‘, auch: ,Wespe‘, Kassel (Gr. 1894); ''Härnse'' ,Hornisse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hosenkippe''' f. ● ''Hosenkibbe'' ,Hosentasche‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hosenlid''' n. ● ''Hosenläht'' ,Klappe der Knabehosen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Keipe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hoselümper''' m. ● ,Lumpensammler‘ (Vil. 1868); ''Hosselimber''(!) ,Lumpensammler‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hosenlember'' ,Mensch mit zerrissenen Hosen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Lümper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hott''' ● Zuruf ans Zugvieh (Pferde, Ochsen), sich rechts zu halten, in Hessen wie in ganz Deutschland (Vil. 1868); Zuruf an das Vieh, nach rechts zu gehen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Dar weeß öh nett hott orre haar''. ,Der weiß auch nicht hott oder har; er ist ein unentschlossener Mensch.‘ (Hm.) ● Siehe ''haar''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hottchen''' ● ''hoddchen'' ,gerinnen (Zusammenlaufen der Milch)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hotteln''' ● ''hotteln'', den Scheidungsprozeß der Milch bezeichnend, wenn sie zusammenläuft (Vil. 1868);  ''hoddeln'', den Scheidungsprozeß der Milch bei oder nach dem Sieden bezeichnend, Kassel (Gr. 1894); ''huddeln'', dasselbe, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hübsch''' ● ''hebsch'' ,schön‘, Kassel 19., 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ●  Der zugehörige Komparativ und Superlativ werden durch ''schenner'', ''der schennsde'' ersetzt, Kassel, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hucke''' f. ● ,Rücken‘, in Redensarten (Pfs.1, 1889); ''Hucke'' ,Rücken‘, in Redensarten, Kassel 19., 20. Jh.; dasselbe, nur in Redensarten, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''jem. die Hucke voll lügen'' (Pfs.1, 1889), Kassel 20. Jh., ''einem auf der Hucke sitzen'' ,jem. zur Last fallen‘ (Pfs.1, 1889), ''uff de Hugge kummen'' ,jem. beschwerlich werden‘, Kassel (Gr. 1894), ''uff der Hucke leggen (lichen)'' ,jem. beschwerlich sein‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''de Hugge vollhaun'' ,verprügeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huckeln''' ● ''huckeln'', ''hockeln'', ''aufhuckeln'' ,auf den Rücken setzen oder auf demselben tragen‘ (Vil. 1868); ''huggeln'' ,jem. auf dem Rücken davontragen‘, Kassel (Gr. 1894); ''hoggeln'' ,kleine Kinder auf dem Rücken tragen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huckern''' ● ''hoggern'' ,mühsam klettern (zumal von kleinen Kindern, die auf Bänken und Stühlen herumklettern)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''hokern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huckern''' ● ,einhüllen und wärmen‘ (Vil. 1868); ,kauernd, hockend sitzen‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''hüggern'' ,einhüllen, wärmen (namentlich von der Henne, die ihre Küken unter die Flügel nimmt)‘, ''sech hüggern'' ,sich zusammenkauern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Nach Vil. nur in Oberhessen, in Niederhessen entspreche ''huttern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huckersack''' ● ''Hoggersack'' ,kleines Kind, das auf Tische und Stühle klettert‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hudel''' f. ● ,Lumpen; schmutzige, vernachlässigte Frauensperson‘‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hufas''' m. ● ,Grobian‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886); ,plumper und grober Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huft''' f. ● ''Hoft'' ,Hüfte‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hügel''' f. ● ''Hichel'' (''i'' kurz) ,Stirnrunzel‘, Niederhessen (Vil. (1868); ,weinerlicher oder mißvergnügter Gesichtsausdruck‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''’ne Hichel schnieden'' (Gr.). ● Eigentlich wohl: ,nachdenklicher Gesichtsausdruck‘, vgl. mhd. ''hüge'' f. ,Sinn, Geist‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hügeln''' ● ''hicheln'' (''i'' kurz) ,hell auflachen, wiehernd lachen‘, auch vom Wiehern der Pferde gebraucht, ziemlich überall üblich (Vil. 1868); ,wiehern (vom Pferde); lachen, wiehernd lachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''hügen'' n. ,Freude, Ergötzen‘, ''hügelich'' ,freudig, froh, munter‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hügelziege''' ● ''Hichelzäje'' (''i'' kurz) ,dauernd lachendes Mädchen‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hulle''' f. ● ''Holle'' ,Haube auf dem Kopf der Vögel‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Hulle'' ,Holle, Kamm, Federbusch mancher Vögel‘, Kassel (Gr. 1894); ,Tolle, eingedrehter Haarschopf auf dem Scheitel der Mädchen‘, Kassel 20. Jh.; ''Holle'' ,Federhaube der Vögel, aufgekämmtes Haar‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hullerkopf''' ● ''Hullerkobb'' ,ungekämmtes Haar‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''’s äs noch im Hullerkobb'' ,sie hat sich das Haare noch nicht gekämmt, geordnet‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Humme''' f. ● ,Hummel‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Humme''' f. ● ,aus der Rinde der Weide verfertigte Pfeife‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), Balhorn (Sl. 1901), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Sl. zitiert ein Kinderlied, das beim Herstellen der Pfeife (durch Weichklopfen der Rinde) gesungen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hummen''' ● ''hommen'', ''hummen'', gesagt vom Brüllen des Rindviehs, besonders von dessen tieftonigem Brüllen (Vil. 1868); ''hummen'' ,ein dumpfes, summendes Geräusch hören lassen‘, namentlich das dumpfe Brüllen des Rindviehs, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hungerwanst''' ● ''Höngerwanst'' ,Hungerleider, Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hunten''' ● ''höngen'' ,hier unten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hüpferling''' ● ''Hebberling'' 1) ,Grashüpfer‘, übertragen: ,mageres, bewegliches Kind, kleine lebhafte Person‘, 2) „ein bestimmtes Käferchen“ [gemeint ist ,Grashüpfer‘], 3) ,ein bestimmter Knochen an der Gans‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hebberlink'' ,lebhaftes, munteres Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hüpfüber''' m. ● ''Hebb-ewwer'' ,leichtlebige, unfertige, meist junge Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huppch''' m. ● ''Hobbsch'', meist ''lohmer Hobbsch'' ,hinkender Mensch‘, Schimpfwort‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huppchen''' ● ''hobbchen'' ,hinken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hurmel''' m. ● ''Hormel'' ,Rausch, Betäubtheit, Koller, Rappel im Kopf‘, sehr allgemein üblich (Vil. 1868); ''Hurmel'' ,Rausch‘, Kassel (Gr. 1894); ,jem., der mit einem Spleen behaftet ist‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hurmeln''' ● ''hormeln'' ,brummen, summen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hurzelig''' ● ,runzlig, gedörrt, verschrumpelt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huschchen''' ● .Pferd‘, kosend, in Niederhessen allgemein üblich (Pfs. 1868)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huschepferdchen''' ● ''Huschepärdchen'' ,Pferd(chen)‘, Kindersprache, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huschel''' f. ● ,unordentliche Frauensperson; eine, die huschelt‘ (s.d.) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huschelig''' ● ,unordentlich (in Bezug auf Frauen)‘ (Vil. 1868); ''huschelich'' ,unordentlich, oberflächlich‘, Kassel 20. Jh.; ''hüschelech'', dasselbe (besonders im Bezug auf Frauen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huscheln''' ● ,eilfertig, ungenau arbeiten‘ (Vil. 1868); ,unordentlich, oberflächlich arbeiten‘, Kassel 20. Jh.; ''hüscheln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Drüber hin huscheln'' ,etwas oberflächlich erledigen‘ (Vil.; Kassel 20. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hutchen''' ● ,kränkeln‘, Niederhessen (Pfs. 1868); ,zum Weinen ansetzen‘, auch wohl: ,schluchzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hutelos''' ● ,ohne Beaufsichtigung, in ungeziemender Freiheit sich befindend‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''hurelos'' ,ohne Aufsicht‘, Kinder oder Vieh, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huttern''' ● ,einhüllen und wärmen‘ (Vil. 1868). ● ''Das Huhn huttert die Küchlein unter den Flügeln''; ''sich ins Bett huttern, einhuttern'' (Vil.) ● Siehe ''einhuttern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huttich, Huttch''' m. ● ''Hottich'', ''Hutch'' ,ein armseliger, lumpiger, bettelhafter Mensch‘, Schimpfwort, vorzugsweise Niederhessen (Vil. 1868); ''Huddich'' ,vorlautes, anspruchsvoll auftretendes Kind‘, Kassel (Gr. 1894), ,Schlitzohr, Taugenichts‘, Kassel 20. Jh.; ''Hodch'' ,Taugenichts‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hutzel''' f. ● ''Hotzel'', auch ''Hutzel'' ,getrocknete Birne‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Hutzel'' ,getrocknete Zwetsche‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hotzel'' ,getrocknete Birne‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hutzelig''' ● ''hutzelich'' ,verschrumpelt, runzelig‘, Kassel 20. Jh.; ''hotzelech'' ,eingetrocknet, zusammengeschrumpft, runzelig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hutzelmännchen''' ● ,altes, dürres Männchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hutzeln''' ● ''hotzeln'' ,zusammenschrumpfen, eintrocknen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch E – H'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_E_%E2%80%93_H</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H</title>
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				<updated>2015-01-22T07:20:47Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch E – H'''&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''E.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
-'''echtig''' ● -''ächdich'', Kassel, Oberellenbach. ● Endung zur Bildung von Adjektiven aus Substantiv oder Adjektiv, um eine Ähnlichkeit mit den darin enthaltenen Begriffen auszudrücken; Suffixkombination aus umgelautetem altem ''-acht'' (&amp;gt; nhd. -''icht'') und –''ig''. ● Siehe ''klopfechtig'', ''rotechtig'', ''schaurechtig'', ''scheuchterechtig'', ''schupperechtig'', ''stickelechtig'', ''wüllenechtig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ecke''' ● ''Egge'', ''Eggchen'' wie hochdt., dazu: ,kurze Entfernung‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''’s äs ogger noch ’ne gleene Egge bis Kassel''. ,Es ist nur noch eine kleine Entfernung bis Kassel.‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ecken''' ● ''sich ecken'' ,sich eilen‘, Niederhessen, sehr üblich (Vil. 1868); ''sech äggen'' ,sich beeilen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ecksaule''' ● ''Ecksulle'' ,Ecksäule‘, Kassel (Gr. 1894), gemeint: ,Eckpfosten am Fachwerkhaus‘; ''Eggsühle'' ,Ecksäule‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä hält de Ecksulle feste, daß se net immefällt'', d.h. ,er ist ein Faulenzer‘ (Gr.). ''Hä hot en Kopp wie ’ne Eggsühle'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Edelmann''' ● ''Ärrelmann'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Duh nur net, wie wänn du ’m Ärrelmann üs dem Oorsch jefallen weerscht''. ,Tu nur nicht, als ob du einem Edelmann aus dem Arsch gefallen wärest‘, d.h. ,von hoher Herkunft wärest.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ege''' f. ● ''Ähje'' ,Egge‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● „Vgl. auch ''Eide''; ''Egge'' ist das jüngere Wort und verdrängt ''Eide'' allmählich.“ (Hm. 1926). ''Egge'' ist im 15. Jh. aus dem Verb ''eggen'' neu gebildet worden. ● Siehe ''Eide''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''egen''' ● ''ähjen'' ,eggen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ehle''' f. ● ''Ähle'' ,Elle‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehnächten''' ● ''ehnächden'' ,vorgestern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehnder''' ● ,eher‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Je ehnder, je liewer'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehr''' Konj. ● ''ehr'', ''ehr daß'' ,ehe, bevor‘, Kassel 20. Jh.; ''ehr'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehrt''' Adv. ● ,erst, bisher nur‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehrten''' Adv. ● ''ehrden'' ,zuvor‘, Kassel 19. Jh. (Gr. 1894); ''ehrten'' ,vorhin‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eichte''' f. ● ''Ichde'' (''i'' kurz) ,der ein Maß oder Gewicht als geeicht bezeichnende Stempel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eichten''' ● ,eichen‘. Die gemeinhochdt. Form ''eichen'' ist „jetzt“ die im Volksmund gebräuchliche, daneben auch ''eichten'', „und soll sogar: ''ichten'' gehört worden sein“ (Vil. 1868); ''ichden'' ,eichen (ein Maß oder Gewicht)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''etwas zu eichten geben'' ,zum Eichen geben‘, Singlis 1569, 1619 (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eide''' f. ● ,Egge‘, Hessen (Vil. 1868); ''Ehre'' ,Egge‘ (älteres Wort für die ''Egge''), Oberellenbach (Hm. 1926).  ● Vgl. mhd. ''egede'' &amp;gt; ''eide'' ,Egge‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eiden''' ● ,eggen‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eige''' ● Soviel wie: ,Ich will nicht, ich mag nicht.‘ Nur von Kindern bzw. Kindern gegenüber gebraucht. Balhorn (Sl. 1901)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einbörtel''' m. ● ''Innbärdel'' ,Umsäumung, Einfassung an Kleidungsstücken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eindemmeln''' ● ''inndämmeln'' ,(etwas) dicht treten‘, z. B. das auf den Wagen geladene Heu, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einduspern''' ● ''inndüsbern'' ,sitzend einschlafen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einhemmen''' ● ''innhämmen'' ,die Hemmkette in das Rad hängen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einhöbeln''' ● ''innheweln'' ,(Kraut) einhobeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einhüten''' ● ''innhieden'' ,unverschämt viel für sich einheimsen, einhamstern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einhuttern''' ● ''sich innhuddern'' ,sich einmummeln (in Kleidungstücke, Bettzeug)‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''huttern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einkacheln''' ● ''innkacheln'' ,(stark) einheizen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926), übertragen: ,tüchtig zechen, jem. Angst machen, jem. Dampf machen‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einkippen''' ● ''innkibben'' ,sich die Taschen füllen, einhamstern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einlappen''' ● ''innlabben'' ,jem. anschwärzen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einlecken''' ● ''innleggen'' ,naßmachen, besprengen (Wäsche)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einmummeln''' ● ''sich innmummeln'' ,sich einmummen, sich einhüllen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einnippen''' ● ''innippen'' ,einnicken, für kurze Zeit in Schlaf fallen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einschenken''' ● Siehe ''Ballschlag''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einschnurbeln''' ● ''innschnurweln'' ,einschrumpfen, zusammenschrupfen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einschnurren''' ● ''innschnurren'' ,einschrumpfen, zusammenschrumpfen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einschulen''' ● ''innschulen'' ,zu einem bestimmten Zweck belehren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einsulpern''' ● ''einsolpern'' ,Schweinefleisch einsalzen‘ (Vil. 1868); ''innsulbern'' ,einpökeln‘, Kassel (Gr. 1894), übertragen: ''sich innsulbern'' ,sich schmutzig machen, einsauen, vollkleckern‘, Kassel 20. Jh.; ''innsolbern'' ,Schweinefleisch einsalzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Loß dich innsulbern!'' Spöttische Abweisung (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einsummen''' ● ,langsam einschlafen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einsutten''' ● ''sich innsudden'' ,sich einsauen mit Feuchtem, Klebrigem‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eintucken''' ● ''innduggen'' ,eintunken, einstippen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eintuckewerk''' ● ''Induckewerk'' ,leichtes Gebäck bein Kaffee- oder Teetrinken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eisch''' ● ,schädlich, giftig, häßlich, widrig‘, nördlichstes Hessen, bis nach Fritzlar (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eisen''' ● Wendung ''nix lichen lossen wie heiß Isen un Mählensteine'' ,nichts liegen lassen außer heißem Eisen und Mühlsteinen‘, in Bezug auf tatkräftige Personen, die nahezu alles in Angriff nehmen, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eisenkuchen''' ● ''Isenkuchen'' ,einfacher Kuchen, der auf einem kleinen, etwa acht bis zehn Zentimeter tiefen Blech gebacken wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eiszacken''' ● ''Iszaggen'' , Eiszapfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eitel''' ● ''itel'', ''idel'', auch ''ittel'' ,unvermischt, ohne Zutaten, bloß‘ (Vil. 1868); ''idel'', auch: ''iddel'' ,bloß, pur, nichts als‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''irel'', dasselbe, Oberellenach (Hm. 1926). ● Gebrauch: 1) Als indeklinables Adj.: ''Hä ißt iddel Brot''. ,Er ißt pures Brot‘, also ,trocken Brot.‘ Kassel 20. Jh. 2) Als Adv.: ''Hä ißt de Wurscht iddel''. ,Er ist die Wurst pur‘, also ohne Brot. Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ekel''' m. ● ''Egel'' ,Abscheu; widerliche, leicht reizbare Person‘, Kassel 20. Jh.; ,ekliger, abscheulicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eklig''' ● ''egelich'' ,abstoßend; zornig, unwirsch‘, Kassel 20. Jh., ,abscheulich, abstoßend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Elendsknochen''' ● ''Ählendsknochen'' ,elender, übler Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''elendig''' Adj. ● ,elend‘, im Volksmund allein gebrächliches Adjektiv; ''elend'' kommt nicht vor (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''elendiglich''' Adv. ● ''ählendiglich'' ,elend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Elter''' f. ● ''Eller'' ,Großmutter, Hebamme‘, gekürzt aus ''Eltermutter'', Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868); ''Äller'' ,Großmutter, Hebamme‘ (in letzterer Bedeutung kaum noch gebräuchlich), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eltermutter''' ● die in Hessen ausschließlich geltende Bezeichnung für die Großmutter (Vil. 1868); ''Ellermodder'' ,Großmutter‘, Kassel (Gr. 1894), ''Ällemodder'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eltervater''' ● die in Hessen ausschließlich geltende Bezeichnung für den Großvater (Vil. 1868); ''Ellervader'' ,Großvater‘, Kassel (Gr. 1894), ''Ällefoder'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''embern''' ● ,matt werden, nach etwas streben‘, hessenweit hier und da, in Kassel auch: ,zappelnd schwimmen (Anfänger)‘ (Pfs. 1886); ''gegen einem''(!) ''empern'' ,sich auflehnen‘ (Pfs. 1, 1889); ''embern'' ,mit Anstrengung schwimmen, mit starken Armbewegungen einherschreiten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''endelich''' ● ''engelich'' ,fleißig, arbeitsam, eilig (dem Ende zustrebend)‘, Niederhessen, sehr üblich (Vil. 1868); ''engelecht'' ,eilfertig, fleißig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''enke''' Adv. ● ''enke'', ''enken'', ''enked'' ,genau‘, Althessen, sehr üblich (Vil. 1868);  ''enkeden'' ,genau, passend‘, Kassel (Gr. 1894, Lüttebrandt 1917); ''enke'' ,genau‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''verwor en enken'' ,fürwahr und gewiß‘, Beteuerungsformel, an der unteren Eder und Schwalm (Vil. 1868). ''Das muß enkeden gemacht wären'', Kassel (Gr. 1894). ● Gr. vermutet, ''enkeden'' sei „wohl mehr bäurisch“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Enkel''' m. ● ,Fußknöchel‘, überall im inneren Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Entenbürzel''' ● ''Endenbirzel'' ,Entensteiß‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''Ähndenberzel'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Des Mull geht emme wie ’n Endenbärzel'' (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eppen''' ● ''eppen'', ''äppen'' , etwas schmerzlich empfinden, von einer Sache unangenehm berührt werden‘ (Vil. 1868); ''äbben'' ,schmerzlich empfinden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''ippen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eppisch''' ● ''eppsch'', ''äbsch'' ,reizbar‘ (von Menschen, aber auch z.B. von Haut) (Vil. 1868); ''äbbsch'' ,empfindlich, reizbar‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''erbsgeel''' ,erbsengelb‘. ● Scheinbar nur in der Wendung ''erwesgäler Wißkobb'' ,Flachskopf‘, Kassel (Lüttebrandt 1919); ''ärwesgaler Wißkopp'' ,erbsgelber Weißkopf, rothaariger Mensch‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erbstüpfen''' n. ● ''Erwesdebben'' ,Erbsentopf‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''ahles Erwesdibben'' ,Person, die stundenlang halblaut schimpft und zankt‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erbszähler''' ● ''Erweszähler'', wie ''Erwesdebben'', mit dem Nebensinn ,Kleinigkeitskrämer‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''erkrimmen und erkratzen''' ● Nur in der Redewendung ''alles, wos se ergrimmen un ergratzen kunn'' ,alles was sie irgendwie zusammenraffen können‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ern''' m. ● ''Ähren'' ,Hausflur‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ersten''' ● ''erschden'' ,zuerst, zunächst‘, Kassel 19., 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''-es''' ● vor allem im nördlichen Hessischen häufiges Suffix zur Bildung von Substantiven, Bezeichnungen für – nicht nur, aber vor allem – männliche Personen; es hat die Funktion, Großes, Ungeschlachtes, Ungefüges, Negatives zu bezeichnen; niederhess. Beispiele: ''Brakes'', ''Brelakes'', ''Flerches'', ''Haches'', ''Kippes'', ''Klambes'', ''Labbes'', ''Larches'', ''Lewes'', ''Quintes'', ''Spulkes'', ''Staches'', ''Stampes'', ''Stülpes'', ''Rülpes'', ''Wambes-t''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eulern, eulen''' ● ''eulern'' ,tönern‘ (Vil. 1868); ''illern'' ,irden [aus Ton gebrannt]‘, Kassel (Gr. 1894), ''illen'' ,tönern, irden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''illerne Piffe'' ,irdene  Pfeife‘ [also Tonpfeife] (Gr.); ''illen Wore'' ,Töpferware‘ (Hm.). ● ''Ille(r)n'' &amp;lt; *''üle(r)n'', Adj. zu niederhess. *''Ule'' ,gebrannter Tontopf‘, erhalten z.B. in Flurbezeichnung ''Ulofen'' bei Metze; vgl. auch ''Aulgasse'' in Marburg. Zugrunde liegt mhd. ''ûle'' ,Topf‘, von lat. ''ōlla'' ,Topf‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Euler''' m. ● ''Üller'', ''Iller'' ,Töpfer‘, Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868). ● Mhd. ''ûlner'' ,Töpfer‘. ● Siehe ''eulern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Euler, Auler''' m. ● ''Üller'', zu Kassel ''Uller'', an der Werra ''Iller'', einer der vielen Namen für die ,kleinen Spielkugeln‘ der Kinder (Pfs. 1886). ● Genauer: ,gebrannte Tonkugel‘, siehe ''eulern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''extern''' ● ,(anhaltend) necken, in plagender beschwerlicher Weise necken (im Scherz und im Ernst)‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''exdern'' ,tadeln‘, Kassel (Gr. 1894); ''sech äxdern'' ,sich verdrießlich abmühen, sich beeilen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''F.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Falle''' f. ● ,Falle‘ (Fangwerkzeug), auch ,Bett‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fallning''' ● ,fallend‘; ''de fallninge Graanget'' ,die fallende Krankheit, Epilepsie‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''falsch''' ● ,falsch; zornig, hinterlistig‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894) dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fang''' m. ● ''Fank'' ,Hieb‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fanzen''' ● ,mit den Händen in der Luft herumfahren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fäsel''' f. ● ,dünner Faden‘, ,Härchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fasen''' m. ● wohl bedeutungsgleich mit ''Fasel'' (''Fäsel''), Kassel (Gr. 1894, ebd. ohne Bedeutungsangabe erwähnt unter ''fesseln'', s. „füsseln“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''faselig''' ● ''fosselech'' ,sich schnell vermehrend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fäselig''' ● ''fäselech'' ,aus lauter dünnen Fäden bestehend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fäseln''' ● ,sich in lauter dünne Fäden auflösen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Faß''' ● ''Der eß us ’nem angern Fasse.'' ,Er ist von einer andern (bessern) Art.‘ Balhorn (Sl. 1901). ''Dos kemmt üs em annern Faß.'' ,Das kommt aus einem andern Faß, ist bedeutend schöner, wertvoller als etwa anderes.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Faullacks''' m. ● ''Fullachs'' ,Faulenzer‘, Kassel (Gr. 1894, ebd. verschrieben); ''Fülax'' ,träger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Lacks''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fautsche, Fautschel''' f. ● ''Fautsche'' ,Fehler‘, in den Mittelständen als halbes Scherzwort gebräuchlich, am üblichsten in den Strickschulen (Vil. 1868); ''Fautschel'' ,beim Stricken verfehlte Masche‘, Kassel (Gr. 1894). ● Nachbildung des französ. ''faute'' ,Fehler‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fautscheln''' ● ,Fautscheln machen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Feez''' m. ● ,Spaß, Vergnügen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''Fuldafeez''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''feien''' ● ,Getreide mit einem feinen Sieb reinigen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Feldgücker''' ● ''Feldgigger'' ,Feldgucker, d. h. große, stracke Wurst‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. nd. ''Feldkieker''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''felgen''' ● ''fäljen'' ,Stoppelland umpflügen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fenstern''' ● ''fensdern'' ,werfen, schlagen, durch Hinwerfen zertrümmern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''fänsdern'' ,hinauswerfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fensterschwitz''' m. ● ''Fänsderschwetz'' ,Wasserdampfniederschlag an den Fensterscheiben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fickfacker''' m. ● ,Schwänkemacher, Aufschneider, Betrüger‘, sehr gebräuchlich, Niederhessen (Vil. 1868); ''Feggfägger'' ,Aufschneider, Prahlhans‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Finsel''' f. ● ,Perücke‘, Spottbezeichnung, allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ,Perücke; strenge Miene‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fiskal''' m. ● ''Fischkal'', Kassel 19. Jh. (Herzog), ''Feschgahl'' ,Fiskal, königlicher Sachwalter‘, übertragen: ,Auskundschafter, Spion; jemand, der Personen oder Verhältnisse ausspioniert‘, ebd.(Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fiskalen''' ● ''feschgahlen'' ,alles ausspionieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fisseln''' ● ,fein regnen‘, ganz Althessen (Vil. 1868); Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fist''' m. ● ,leiser Furz‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ,kleiner Junge, Lehrling‘, humoristische Übertragung, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894) . ● Die eigentliche Bedeutung von ''Fist'' war scheinbar bereits im 19. Jh. in Kassel nicht mehr geläufig. ● Siehe ''Bofist'', ''Pechfist'', [[Der „Fist“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fisten''' ● ,leise furzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fitsch''' ● ,quitt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Mä sin fitsch.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fitsch''' ● ''Fiddsch'' ,Leichtfuß‘, Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fittch''' m. ●  ''Fidch'' ,Flügel eines Vogels‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kontraktion von ''Fittich''. ● Siehe ''Flittich''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fitzen''' ● Fachwort der Weber und Tüncher (Vil. 1868, mit Erläuterungen); ,einflechten der Fitzgerten in Schalhölzer‘ (Fachwort der Weißbinder); ,das gewebte Garn durch Fitzfäden in Gebinde aufteilen‘ (Weberei), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fitzen''' ● ,mit der Rute leicht schlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fitzen''' ● ,jem. angeben, bezichtigen (in der Schule)‘, Kassel, „vor Jahrzehnten“ (Pfs. 1886); ,denunzieren (seine Mitschüler)‘, ''ahnfitzen'' ,denunzieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fitzer''' ● ,Denunziant‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fitzgerte''' f. ● ,gespaltene Buchen-, Hasel-, Hainbuchengerte zum Einflechten in die Schalhölzer‘ (Vil. 1868); ''Fitzgerde'' ,dünne, zähe Gerte; Weidenrute‘, Kassel (Gr. 1894); ,gespaltene Hasel- oder Buchenrute, die zum Einflechten in die Schalhölzer dient‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flächsen''' ● ''flässen'' ,aus Flachs gesponnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fladusen''' Pl. ● ,Lügen, Beschönigungen‘, harmloser als ''Schmagucken'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fladusenmacher''' ● ,einer, der ''Fladusen'' macht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fläme''' f. ● ,Weiche, Seite‘, ursprünglich Seite eines Tieres (Ochsens), aber auch die eines Menschen, erniedrigend (Vil. 1868); ,Weiche, Flanke eines Tieres, namentlich beim Rindvieh‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Redensart ''einen in die Fläme hauen'' ,jemandem einen nachdrücklichen Hieb geben‘, vor allem Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flämisch''' ● ''flämisch gucken'', ''flämische Augen machen'' ,unschön, böse oder neidisch blicken‘, an der Schwalm (Pfs. 1886). ● Pfs. bezweifelt Zusammenhang mit der Völkerschaft der ''Flamen'', sieht eher Ableitung von Fläme ,Seite, Flanke‘, also eigentlich vielleicht gemeint: ,schielende, seitliche Blicke‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flammen''' ● ,blitzschnell laufen, sich eilig bewegen; verprügeln‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''sich flammen'' ,sich tüchtig schlagen, prügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''flammen'' ,prügeln, durchhauen‘, Balhorn (Sl. 1901); ,sich eilig bewegen, blitzschnell laufen; durchhauen, verprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flanz''' m. ● ,den Atem benehmender, zumal stinkender Dunst, z.B. von Fett, das auf die heiße Ofenplatte geschüttet wird‘ (Vil. 1868); ,Dunst, schlechte Luft, Gestank‘, Kassel (Gr. 1894, Lüttebrandt 1917), ,starker Abortgeruch‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flarenbart''' m. ● ''Florenbort'' ,einer, der dumme Streiche oder Witze macht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flarjes''' m. ● ''Florjes'' ,Witzbold, Spaßmacher‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Flerches''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flatch''' m. ● ,klatschender Schlag‘, vermutl. ganz Hessen (Pfs. 1886); ,Stoß‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); Plur. Fladdche ,Hiebe‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flatchen''' ● ,klatschend schlagen‘ (Pfs. 1886); ,eine Person mit einem kurzen, heftigen Schlag wegstoßen, ohne daß sie fällt, „so daß sie aufrecht fortwirbelt“‘, auch auf Gegenstände bezogen, Kassel (Gr. 1894), 20. Jh.; ,mit den Flügeln um sich schlagen, flattern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flatsche''' f. ● ''Flatsche'', an der Schwalm ''Fletsche'' ,Lappen, Fetzen‘ (Pfs. 1886); ''Flatsche'' ,Lappen, besonders aber durch schwere Verwundung losgetrenntes Hautstück; dann aber auch ansehnliche Hiebwunde‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Flootsche'' ,abegerissenes größeres Stück Haut‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● En Fletsche Wisse ,ein Stück Land‘, an der Schwalm (Pfs.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flatschen''' m. ● (''a'' lang) ''Flaadschen'' m. ,etwas kleines, flaches Weiches; etwas Breitgetretenes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fleenzemichel''' ● ,Schmeichler in Stimme und Gebärde, übertrieben untertänig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fleenzig''' ● ''fleenzich'' ,schmeichlerisch, untertänig tuend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fleez''' m. ● ,ungefüger, ungesitteter Mensch, was man sonst auch Rekel, Bengel nennt (Vil. 1868); ,Lümmel‘ (Pfs. 1886); ,einer, der sich fleezt‘, etwa bedeutungsgleich mit ''Bankrekel'', Kassel (Gr. 1894). ● ''En Fleez machen'' ,mit aufgestütztem Kopf am Tisch lümmeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fleezen''' ● Verb zu ''Fleez'' (Pfs. 1886); ''sich fleezen'' ,unbescheiden zuviel Platz auf einer Bank oder bei Tisch einnehmen, bei Tisch den Kopf in die Hand stützen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flennbart''' m. ● , ein zum Lachen geneigtes Kind‘ (Vil. 1868); ''Flännbort'' ,Mensch, der dauernd lacht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flenn-Else''' f. ● ,ein zum Weinen geneigtes, tränenreiches Mädchen‘ (Vil. 1868); ''Flännelse'', Name eines Gespenstes, mit dem den kleinen Kindern Angst eingejagt wird, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flennen''' ● 1) ,weinen‘, im Hersfeldischen, Grafschaft Ziegenhain, untere Eder, Efze (Homberg und Umgebung), 2) ,lachen, lächelnde Miene machen, den Mund zum Lachen verziehen‘, östl. Hessen, an der Fulda und Werra (Vil. 1868); ,lachen‘, auch: ,weinen‘, Kassel (Gr. 1894); ,den Mund zum Lachen verziehen, lachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ursprüngliche Bedeutung von ''flennen'': ,den Mund verziehen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flerches''' m. ● ''Flerjes'' ,Schlingel, Bengel‘, Schimpfwort, hin und wieder in Niederhessen (Vil. 1868); ''Flerches'' ,grober, anmaßender Mensch‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Flarjes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flerren''' ● ,die Zähne blecken, höhnisch lachen‘ (zuweilen gebraucht für das ungezogene Weinen der Kinder), ziemlich allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fliegenschnappe''' f. ● ''Fliechenschnabbe'' ,Fliegenklatsche‘, Kassel (Gr. 1894, S. 72).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flitschbogen, Flitzbogen''' ● ,Armbrust‘, „ersteres die für gröber, gemeiner, letzteres die für feiner und edler geltende Benennung“, jetzt nur noch Knabenspielzeug (Vil. 1868); ''Flitzeboochen'' ,Bogen der Kinder zum Abschießen von Pfeilen, Kassel 20. Jh.; dasselbe, dazu: ,Armbrust‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hans Staden aus Homberg (16. Jh.) hat ''Flitschbogen'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flitschen, flitzen''' ● ,mit Pfeilen schießen‘, östl. Hessen, zu Anfang des 19. Jh., von älteren Personen gebraucht (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flittich''' ● ''Fliddich'' ,Flügel‘, weit verbreitete Nebenform von ''Fiddich'' ,Fittich‘ (Pfs. 1886); ''Fliddich'', ''Fleddich'' ,Fittich, Flügel, Arm; leichtfertiger Mensch‘, Kassel 19. Jh. (Jonas, Gr. 1894). ●  Das ''l'' in ''Fliddich'' ist von ''Fliechel'' ,Flügel‘ entlehnt, vergleichbar mit hochdt. ''Geflügel'', mhd. noch ''gevügele'', Kollektivbegriff zu ''vogel''. ● Siehe ''Fittch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flirre''' f. ● ,launenhafter Einfall, Grille, dummer Witz‘, wohl meist im Pl. ''Flirren'' benutzt, Kassel (Gr. 1894); ,Grille, unnütze oder verschrobene Idee, fixe Idee‘, Balhorn (Sl. 1901); nur Pl.: ''Flirren'' ,dumme, Streiche, dumme Witze‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flittergans''' ● ,junges Mädchen, das unaufhörlich lacht‘, Scheltwort, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Floh''' ● ''die Floh'', Kassel (Gr. 1894), ''där Flooch'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flugger''' ● ,schnell, hurtig, eilig‘, untere Eder (Fritzlar und Umgebung) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flutchen''' ● ''flodchen'' ,schlagen, prügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flutsch''' ● ,junges vorwitziges Mädchen, etwa im Backfischalter‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flutschen''' m. ● ''Flüdschen'' ,abgerissenes Stück Haut‘, Oberellenbach (Hm. 1926); vgl. ''Flatsche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Forsche''' f. ● ,Kraft, Tatkraft, Anstrengung, Elan‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kraft, Gewalt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Forsche'' ist Ableitung von dem Adj. ''forsch''; kommt nicht, wie gelegentlich angenommen, von französ. ''force''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Forschede''' f. ● ,Kraft, Tatkraft, Anstrengung, Elan‘, Kassel (Gr. 1894). Nominalableitung von ''forsch'' mittels Suffix ''-ede''; vergleichbare niederhess. Bildungen sind z.B. ''Dickede'', ''Breitede'', ''Längede'', ''Tiefede''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Franzlaibchen''' s. ● Pl. ''Franzlaiwerchen'' ,Franzbrötchen‘, Brötchensorte, nicht so fein wie Pariser, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frasen''' m. ● ,Rasen‘, nördl. Niederhessen, südl. bis Melsungen und Homberg (Vil. 1868). ● Vgl. ''Frasenweg'', Kassel-Rothenditmold 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''frech''' ● ''fräch'' ,verwegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''freide''' ● ''freere'' ,herb, bitter, scharf-säuerlich im Geschmack‘, Oberellenbach (Hm. 1926); vgl. mhd. ''vreide''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''frisch''' ● wie hochdt. ● ''längest fresch'' ,gut genug, mehr als hinreichend‘, Kassel (Gr. 1894); ''’ne fresche Kuh'' ‚eine frischmelkende Kuh‘ (sic), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''frischmelk''' ● ''freschmelk'' ‚gute Milch gebend‘, Niederzwehren 20. Jh. (Müldner).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frist''' f. ● ,Fußrücken, Rist‘ (Vil. 1868), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fromm''' ● ,förderlich, gesetzlich, ein anständiges Leben führend‘ (Vil. 1868); ,ruhig, geduldig, lenksam (z.B. ein Pferd)‘, Oberellenbach (Gr. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frostekatze''' ● ,jemand, der leicht friert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frunzel''' f. ● ,ungepflegte Frauensperson; eine, die sich und ihre Kleidung vernachlässigt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fuckeln''' ● ,nachlässig arbeiten‘, mittlere Eder (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''führen''' ● wie hd., dazu ,eine Fuhre machen‘, Niederhessen 18., 19. Jh. (W.G.). ● Unterscheidunng zwischen ''führen'' und ''fahren'': das vorgespannte Tier ''fährt'' z.B. Mist, der aber Knecht ''führt'' ihn. ''Die Leute müssen heute Mist führen.'' (Pfs.1, 1889). Vgl. die Berufsbezeichnung ''Salzführer'' für ,Salzfahrer, d.h. Fuhrmann, der Salz transportiert‘, Kirchberg 18., 19. Jh. (W.G.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fuldafeez''' m. ● ''Fullefeez'' ,Spaß, Vergnügen auf der Fulda‘, beim Zissel, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füllen''' n. ● ,Fohlen‘, Kasseler Gegend und an der Eder (Pfs. 1886); ''Fellen'' ,junges Pferd‘, Oberellenbach (Gr. 1926). ● Pfs. berichtet, ''Füllen'' sei in seiner Kindheit in Kassel üblich gewesen, ''Fohlen'' habe er erst in der Schule kennen gelernt. Hm. führt für Oberellenbach nur ''Füllen'' auf, nicht ''Fohlen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füllchen''' n. ● ''Fellchen'' ,junges Pferd‘, Oberellenbach (Gr. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füllster''' s. ● ''Fellsder'' ,Füllsel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Funke''' f. ● ,zänkische Frau‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Funsel''' f. ● ,schlecht brennende Lampe‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Funzel'' ,trübes, qualmendes Öllicht‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Funsel'' ,schlecht brennende Lampe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fürtehase''' ● ,furchtsamer Mensch‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fürtekatze''' ● ''Firdekatze'' ,Fürchtekatze, scheue Katze; furchtsame Person, Feigling‘, Kassel (Gr. 1894); ''Färdekatze'' ,furchtsamer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fürten''' ● ''sich firden'' ,sich fürchten‘, Kassel (Gr. 1894), ''sech färden'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fürtening''' ● ''färdenink'' ,fürchtend‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● ''färdenink machen'' ,fürchtend machen, Angst einjagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Furzmulde''' f. ● ''Furzmuhle'' ,Bett‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Mulde''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fusch''' m.● ''Fusch'', Plur. ''Fische'', ,Fisch‘, Kassel (Gr. 1894). ● Der Singular ist vermutlich Rückbildung aus dem Plural analog zu ''Bische'' (= entrundetes ''Büsche''), ''Busch'' ,Büsche, Busch‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fuscheln''' ● ,(an etwas) herumhantieren‘, Kassel 20. Jh.; ''füscheln'' ,(etwas) oberflächlich berühren, leicht über etwas hinfahren, im Dunkeln tasten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füssel''' f. ● ''Fissel'' ,Fasen, Fädchen, Härchen, Stäubchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''füsseln''' ● 1) ''fisseln'' ,ausfransen, so daß sich Stäubchen usw. ansetzen, die nicht leicht der Bürste weichen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füßling''' m. ● ''Fießling'' ,Fußteil des Strumpfes‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''futteln''' ● ,muscheln beim Spiel‘ (Pfs. 1886); ,mit Kleinkram herumhantieren, herumbasteln, evtl. unsorgfältig‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''futterläunisch''' ● ''fudderlingsch'' ,wild, ungestüm durch große Freßgier (von Pferden)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''futtern''' ● ,grollend, fluchend schelten‘, ziemlich ganz Hessen, besonders Niederhessen (Vil. 1868); ''fuddern'' ,fluchen, wettern‘, Kassel (Gr. 1894). ● Verbale Ableitung von französ. ''foudre'' ,Blitz, Donnerschlag‘; obwohl bereits im 18. Jh. einzeln gebraucht, erst 1806 bis 1814 völlig üblich geworden (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''G.,''' siehe auch '''K.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''gabeln''' ● ''gawweln'' oft für ,dingfest machen, jem. festhalten, daß er Rede und Antwort stehen muß‘, Kassel (Gr. 1894); ''gowweln'' ,auf die Gabel nehmen, Heu, Getreide und dgl. mit der Gabel auf den Wagen bringen‘, Oberellenbach (Hm 1926). ● ''Ich hon’n mä gegawwelt.'' ,Ich habe ihn mir vorgeknöpft.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gäbeln''' ● ''sech gäwweln'' ,sich zanken, sich streiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gacke''' f. ● ,Kacke‘, Kassel 19., 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gackel''' f. ● ''Gaggel'' ,einfältige, sich kindisch benehmende Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gackelig''' ● ,unsicher in Bewegungen und Verrichtungen, einfältig, unanstellig‘ (Vil. 1868); ''gaggelech'' ,einfältig, kindisch, beständig lachend (besonders von jungen Mädchen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gackeln''' ● ''gaggeln'' ,einfältig mit etwas herumspielen, sich kindisch benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gackelwerke''' Pl. ● ''Gaggelwärge'' ,einfältiges, kindisches Benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gacken''' ● ,cacare‘, nicht sonderlich volksüblich (Vil. 1868); ''gaggen'' ,kacken‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach, dasselbe (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gak''' m. ● ''Gaak'' ,Schrei‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''en Gaak duhn'' ,laut schreien‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gakehals''' ● ''Gaagehals'' ,Schreihals‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gakelei''' f. ● ''Gagelei'' ,Posse, Narrheit, albernes Scherzen‘, meist im Pl. ''Gageleien'' benutzt, Kassel (Gr. 1894). ● Verb, von dem ''Gakelei'' abgeleitet ist, nur erhalten in ''vergakeln'' (s. d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gakelpossen''' Pl. ● ''Gagelbossen'' ,Narrheiten‘, wie ''Gageleien'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gaken''' ● ,überlaut schreien‘, auch vom Geschrei der Raben, Dohlen, Krähen gebraucht (Vil. 1868); ''gaagen'' ,schreien, zu laut sprechen oder singen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gogen'' ,laut schreien‘, vom Geschrei der Gänse; auf andere Geräusche, zumal das menschliche Schreien übertragen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Galasche''' f. ● ,Prügel, Hiebe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''galaschen''' ● ,prügeln, schlagen‘, als Züchtigung, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gallern''' ● ,laut schreien, besonders von Hunden, wenn sie geschlagen oder von andern Hunden gebissen werden‘ (Vil. 1868); ,überlaut rufen‘, auch: ,ungezogen, übertrieben weinen (von Kindern); bedeutungsgleich mit ''galaschen'', außerdem ,laut schmetternd singen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gamfen, gamschen''' ● ''ganfen'' ,stehlen, mausen‘, östl. Hessen bis in die Grafschaft Ziegenhain, sehr gebräuchlich (Vil. 1868); ''gampfen'' ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894); ''gamschen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus dem Jiddischen; hebr. ''ganaf'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänsegeriffel''' n. ● ,Überbleibsel der gebratenen Gans nach Abschälung der besten Stücke des Bratfleisches‘. ● Siehe ''Geriffel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänseläuse''' Pl. ● ''Gänseliese'' ,Ungeduld, Verlieren der Fassung‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894). ● ''Do krecht me Gänzeliese derrbi.'' (Gr.) ● Grundwort: ''Luß'', ''Liese'' ,Laus, Läuse‘. Möglicherweise liegt jedoch Umdeutung vor, vgl. ''Lieser''. ● Siehe auch ''Bimbelgicht''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänsepfarrer''' ● ''Gänseporr'' ,sich besonders klug dünkender Mensch‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänsepfeffer''' ● ''Gänsepeffer'' ,Gänseklein‘ (Speise), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänsestitz''' ● ,Raum für Gänse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''garstrig''' ● ,garstig‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Garstsack''' ● ''Garschtsack'' ,garstiges Kind‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,unartiges Kind‘, Scheltwort, Balhorn (Sl. 1901); ''Gorschdsack'' ,ungehorsames Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Garstvogel''' ● ,übel aussehender, häßlicher, auch ein unanständiger Mensch‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Garschtvochel'' (''o'' kurz) ,garstiger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Garwurst''' ● ''Gorworscht'', zusammenfassende Bezeichnung für Blut- und Leberwurst, Oberellenbach (Hm 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gaskonnaden''' Pl. ● ''Gasgenaden'' ,Späße, Prahlerei‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Von französ. ''gasconnade'' ,Aufschneiderei, Prahlerei‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gätlich''' Adj. ● ''gatlich'', ''gätlich'' ,angemessen, passend, schicklich‘, selten (Vil. 1868); ''gatlich'' ,geeignet‘ (Pfs. 1886); ''gähdlich'' ,mittelgroß, mitteldick‘, Kassel (Gr. 1894); ''gädlech'', ,nicht zu groß und nicht zu klein, mittelgroß‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''gatliche Kartoffeln'' ,Kartoffeln, die zu jeder Art Zubereitung geeignet sind‘, bei Kassel (Pfs. 1886); ''’ne gädlejje Gordüffel'' ,eine mittelgroße Kartoffel‘, ''en gädlejjer Schobben'' ,ein nicht ganz gefüllter, ein knapper Schoppen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. bringt Belege von 1577, Ziegenhain betreffend: ''gatlich'' ,geeignet‘, ''ungatlich'' ,ungeeignet‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gaucht''' n. ● ,dummes, einfältiges Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zu mhd. ''gouch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gaude''' f. ● ,Spaß, Vergnügen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gauden'' (nur Pl.) ,Scherze, Späße‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von lat. ''gaudium'' ,Freude‘. Zum Geschlecht: vgl. bair. ''die Gaudi''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gausche''' f. ● ,elendes Gesöff, armselige Suppe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gauzen''' ● ,bellen, anbellen, klagend bellen‘, auch auf analoge Töne des Menschen übertragen (Vil. 1868); ,bellen, aufbellen‘, auf den Menschen übertragen: ,Schmerzlaute ausstoßen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,bellen, bellend schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ge-''' ● ein den Infinitiven nach den Modalverben ''können'', ''mögen'', ''wollen'' vorgesetztes Präfix, in Hessen häufig vorkommend (Vil. 1868);  ''je''-, wird stets dem Infinitiv eines Verbs als Präfix vorangestellt, wenn dieser von einer Form von ''können'' oder ''mögen'' abhängig ist, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ech kann’s jemachen''; ''ech muchd’s nett jedunn'' (Hm.) ● Kommt in Kassel nicht vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebäcke''' n. ● ''Jebägge'' ,soviel Brot, als man auf einmal bäckt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebafe''' n. ● ''Jebaafe'' ,fortwährendes Türzuschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebänderze''' n. ● ''Gebännerze'' ,Gebänder als Putz, Schmuck‘, auch: ,großer Vorrat an Bändern‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Gebäuze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebänse''' n. ● ,Aufeinanderschichtung größerer Gegenstände, von Holzstücken, Stroh-, Heubündeln u. dgl.‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebäuze''' n. ● ''Gebäuze'', Kassel (Pfs.1, 1889); ''Gebaize'' ,Gebäude‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Gebäuze'' ist keine Verballhornung von ''Gebäude'', sondern abgeleitet von ''Gebäu'' (so Pfs. zu Recht) mittels Suffix -''ze''; ebenfals mit diesem Suffix gebildete niederhess Wörter: ''Gebänderze'', ''Gebeinze'', ''Gedärmze'', ''Gefüllze'', ''Geköchze'', ''Gemächtze'', ''Gemählze'', ''Getäfelze'', ''Getierze'', ''Gewanerze''. ''Gebänderze'' ist unorganisch, dürfte zurückgehen auf regulär gebildetes *''Gebändeze'', dann angelehnt an ''Bänder''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gebeschnäppisch''' ● ''gebschneppisch'', ''gebschneppsch'' ,mit Geben bei der Hand, voreilig freigebig‘, hin und wieder in Niederhessen (Vil. 1868); ''geweschnäbbsch'' ,freigiebig‘, Kassel (Gr. 1894); ''gäwerschnäbbsch'' (sic) ,zum Geben geneigt, allzu freigiebig‘, Oberellenbach (Hm. 1926)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebeinze''' n. ● ,Gebein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebitze''' n. ● ''Jebetze'' ,Bund Stroh‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geblutetes''' ● ''Geblutetes'' ,Fleisch‘, Niederhessen, Naumburger Gegend (Pfs. 1886); ''Jebluddes'' ,Geschlachtetes, Fleisch und Wurst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gedankenspieler''' ● ''Jedanggenschbäler'' ,zerstreuter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gedärmze''' n. ● ,Gedärm‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jedärmze'' ,Gedärm, Eingeweide‘, Oberellenbach (Hm. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gedibber''' n. ● ''Jedewwere'' ,eifrige Unterhaltung mehrer Personen im Flüsterton‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hebr. (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gedrückt''' ● ''gedrigget'' ,bedruckt‘, z. B. mit Mustern bedruckter Stoff, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gedrudel''' n. ● ,Gedudel, schlechte Musik (besonders von Blasinstrumenten)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geduckst''' ● ,gedemütigt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geele''' ● ''gel'', die ausschließliche Form für ,gelb‘ in Hessen (Vil. 1868); ''gähle'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gale'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geelwurzel''' ● ''Gählwurzel'', ''gähle Wurzel'' ,Möhre‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gefille''' n. ● ''Jefälle'' ,großer, umfangreicher Gegenstand; starke korpulente Persönlichkeit‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Nach Hm. zu ''Fell'' gehörig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geflenne''' n. ● ''Jeflänne'' , dauerndes Lachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gefüllze''' n. ● ''Gefillze'' ,Füllung (im Geflügel)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gefräß''' n. ● ,Fresse‘, noch üblicher als ''Fresse'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gegergel''' n. ● ''Jegärjele'' ,Quälerei‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gegitter''' n. ● ''Gegidder'' ,Gitter‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gegrutze''' n. ● ,Obstschalen und -schnitzelchen, kleinere Abfälle‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Grutz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gehöcke''' n. ● ''Jehegge'' ,Haufe unordentlich durcheinanderliegender Sachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gehurmel''' n. ● ''Jehormele'' ,Gemurmel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geierig''' ● ''gaierech'' ,hoch aufgebaut, aber ohne feste Unterlage, daher ständig umzufallen drohend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geischel''' f. ● 1) ,Geißel, Peitsche‘; ''Geschel'', Hersfeld, Gebirgsteil der Grfsch. Ziegenhain; ''Gischel'', Niederhessen; 2) ,Wagendeichsel‘ (Vil. 1868); ''Göschel'' ,Peitsche, Wagendeichsel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Peitsche'' war im Anfang des 19. Jh. in den meisten niederhessischen Gegenden kaum bekannt; ''Deichsel'' ist in Hessen durchgängig ungebräuchlich, ja unverständlich (Vil.)  ● ''Geischel'' entspricht nhd. ''Geißel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geischelseil''' ● ''Göschelsehl'' ,Peitschenriemen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gekächze''' n. ● ,starker Husten, Gekeuch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geknetscht''' ● ,zusammengedrückt‘, übertragen: ,bekümmert‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geknicke''' n. ''Jegnegge'' ,Genick‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geköchze''' n. ● ''Gekechze'' ,Gekochtes‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gele''' f. ●  in der Redensart ''dumme Gele'' ,Mädchen von dummer, bäurischer Manier‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Gele'' ist alter hessischer Vorname (schon mittelalterl.), Koseform von ''Gertrud''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gelfen''' ● ''galfen'' ,laut und mit hoher Stimme schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geliefert''' ● ''geliwwert'' ,kaputtgemacht‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gelinde''' n. ● in Niederhessen alte berechtigte Nebenform von ,Geländer‘ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gelirre''' n. ● in der Verbindung ''ahles Gelirre'' ,kleineres Gerümpel, Plunder‘, übertragen: ,alte Frauensperson‘, abfällig, Kassel (Gr. 1894); ''Jelerre'' ,altes, baufälliges Haus; alte gebrechliche Person‘, meist ''ahles Jelerre'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gellert''' m. ● ,Sperling‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gelte''' f. ● ''Gelte'' ,hölzernes Gefäß mit zwei Handgriffen‘, die größere Form des Stunzes, Stünzchens, Stützchens, Niederhessen (Vil. 1894); ''Gälde'' ,Kübel, Waschfaß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gelte''' Adj. ● ''gälle'' ,nicht trächtig‘ (von Haustieren), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''gelte'', ''galze'' ,verschnittenes Schwein‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gelünge''' n. ● ''Gelinge'' ,Speise aus Lunge, Leber usw.‘, Kassel Gr. 1894); ''Jelenge'' ,Lunge, Leber und Herz geschlachteter Tiere‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gemächtze''' n. ● ,Unterleibspartie, männl. Geschlechtsteile‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jemächze'' ,männl. Geschlechtsteile; Gegend der männl. Geschlechtsteile‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gemählze''' n. ● ''Gemeelze'' ,Gemälde‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gemäuerze''' n. ● ''Jemierze'' ,Gemäuer, Mauerwerk‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gemücke''' ● ''Gotts Gemücke!'', Fluch, Kassel 20. Jh.; ''Kotz Jemegge!'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geniste''' n. ●  ''Jenesde'' ,häßliches, unordentliches Farauenzimmer‘, meist ''ahles Jenesde'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''genung''' ●  ''genunk'' ,genug‘ Kassel (Gr. 1894); ''jenunk'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geprahlze''' n. ● ''Geprohlze'' ,Geprahle‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gerade''' ● ,rasch‘, nur zeitlich, nicht räumlich-örtlich (dafür ''strack''), Niederhessen (Pfs. 1886); ''grade'' ,zu diesem Zeitpunkt‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geräde''' ● ''jeräre'' voll ,dichtgedrängt voll‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zu ''räden'' gehörig; s. d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gerästet''' ● ,müde‘, mittlere Eder (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geräube''' n. ● ,Eingeweide geschlachteter Tiere‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gergeln''' ● ''gärjeln'' ,quälen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geriffel''' n. ● üblicher Ausdruck für ,Gerippe, Skelett‘ (Vm. 1868). ●  &amp;quot;Hier lieget das Gerüffel eines armen Sünders&amp;quot;, Anfang der Grabinschrift des Pfarrers Joh. Hermann Crajus (1609 - 1664), Kassel (Vm. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geringe''' ● ,minderwertig‘, auch , minderwüchsig‘, Niederhessen (Pfs.). ● ''Die Kinder waren noch geringe.'' ,Die Kinder waren noch klein.‘ (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gern''' m. ● ,Schoß des Weiberkleides, zusammengefaßte Schürze‘ (Vil. 1868); ''Gärn'' ,Schoß‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''gêre'' ,Zwickel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geschlicker''' n. ● ,vornehme Leute, namentlich Damen, die lange Kleider tragen‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Geschligger'' ,unliebsame Mitmenschen, ohne Stil, ohne Benehmen‘, Kassel 20. Jh.; ''Jeschlegger'' ,Stadtleute, vornehme Leute‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geschnurbel''' n. ● ''Jeschnorwele'' ,fortwährendes Knurren, Murren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geschrabbel''' n. ● ''Geschrawwele'' ,Durcheinanderreden vieler Personen; Lallen eines Kindes, Gezwitscher junger Vögel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geschwetter''' n. ● ,dünne Brühe (meist Kaffee)‘, verächtlich, Balhorn (Sl. 1901). ● Gehört zu ''schwetternaß'' (Pfs.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gestältnis''' n. ● ''Jeschdäldnis'' ,übertrieben empfindliches, geziertes, weibisches Benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gester''' ● ''gestert'' , gestern‘, Kassel (Gr. 1894), ''gäsder'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''gestert'': mit sekundärem Schlußdental, wie ''Koffert'', ''ebend'', ''alst'', ''schond'' u.a.m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gestecke''' n. ● ,wenig ansprechende Person beiderlei Geschlechts‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ,Gesteck; jemand von langer, hagerer Gestalt, meist Frauensperson‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gestieke''' n. ● ''Gestieke'', ''langes Gestieke'' ,schmähende Bezeichnung einer Frauensperson‘ (Vil. 1868); ''Jeschdiege'' ,langes, dürres Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gestriffelt''' ● ,gekraust, gefältelt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Getäfelze''' n. ● ''Jedäfelze'' ,Wandtäfelung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Getenne''' n. ● ''Gedenne'' ,Ort, an den gleich von der Erde aus gebänzt wird‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Getierze''' n. ● ''Gedierze'' ,Getier, Ungetüm‘, übertragen: ,(seltsame) Person (Gr. 1894), im 20. Jh. wohl nur auf Frauen bezogen; ''Jedierze'' ,Frauenzimmer‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''getzen''' ● ''gätzen'', das Schreien der Haushenne nach gelegtem Ei (Vil. 1868); ,unfein, auch höhnisch lachen‘, Kassel (Gr. 1894); ''gädsen'', Schreien der Hühner nach dem Eierlegen, übertragen: ,mit hoher Stimme schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Getzer''' m. ● ,Schreihals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewanerze''' n. ● ''Gewaenerz'' (sic) ,Gespenst‘, Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewelme''' n. ● ''Gewälme'' ,Gewölbe‘, Kassel 19. Jh.; ''Jewälme'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''welmen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewende''' n. ● ''Gewenge'' ,eine Reihe von Ländern desselben Besitzers nebeneinander‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Jewenge'' ,Ackerflur, Felder von einem Weg bis zum andern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gewitterisch''' ● ''gewiddersch'' ,seltsam, eigenartig, sonderbar‘, Kassel 20. Jh., Balhorn (Sl. 1901), ''jewiddersch'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewuckel''' n. ● ''Gewuggele'' ,rüttelndes Wackeln; durch plötzliche Erschütterung hervorgebrachte Wackelbewegung‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''wuckeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewulcher''' n. ● ''Gewulchere'' ,Gewühl, Gewimmel‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''wulchern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gewürfelt''' ● ''jewerfelt'' ,schlau, durchtrieben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewurste''' n.● ''Gewurschde'' ,Unordnung, unordentlich Abgelegtes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gickelhahn''' ● ,Haushahn‘ (Vil. 1868); ,Hahn‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Giggelhohn'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gieken''' ● ,stechen‘, besonders mit langem, aber stumpfem Instrument, auch mit dem Finger, sehr oft scherzhaft, ziemlich allgemein (Vil. 1868); ''giegen'' ,stechen‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gieken''' ● ,laut und hell, in hohem Tone aufschreien‘ (Vil 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gieksen''' ● ''giegsen'' ,stechen, pieksen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), auch: ,sticheln‘ (Gr.); ,stechen, schlachten‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bei Gr. als ''kiecksen'' verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gieksen''' ● Intensivum zu ''gieken'', laut und hell, in hohem Ton aufschreien‘, sehr üblich (Vil. 1868); ,quietschen‘, in Bezug auf ungeölte Angeln, Wetterfahnen und dgl., Kassel (Gr. 1894). ● Bei Gr. als „kiecksen“ verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Giekser''' m. ● ,aufjuchzendes Lachen von Säuglingen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gierrach''' m. ● ,habsüchtiger, gieriger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Giftschisser''' ● ,Mensch von galligem Temperament‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Giftzange''' ● ,boshaftes Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gilfen''' ● ,laut und in schrillen Tönen schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gillern''' ● ,scharfer, hoher Ton des Schmerzenslautes von Hunden, auch von Menschen, insbesondere kleinen Kindern‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,hohe Töne von sich geben‘, Kassel 20. Jh.; ,vor Schmerz laute Schreie ausstoßen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gimmening''' ● ''gimmenink'' ,gierig, heißhungrig, unersättlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gimmeratz''' m. ● ,Schwein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gimmerätzchen''' ● ,Schweinchen‘; Pl. ''Gimmerätzerchen'' auch: ,Läuse‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gimmern''' ● Bezeichnung eines juckenden Schmerzgefühls in den Fingerspitzen, meist bei erfrorenen Fingern, aber auch bei Schnittwunden, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gimper''' m. ● ''Gimber'' ,Begierde‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Do gungk emme d’r Gimber d’rnoh'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ginsel''' n. ● ,junge Gans; einfältiges junges Mädchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ginselgeel''' ● ,stark gelb gefärbt, ganz gelb, wie ein Ginsel‘, allgemein üblich (Vil. 1868);  ''ginselgale'' ,ganz gelb‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gipp''' ● ''gipp, gipp, komm!'' Lockruf für die Hühner, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gippchen''' ● ,Huhn‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gippel''' n., '''Gippelchen''' ● ,Hühnchen, Küken’, Lockwort für die Hühner, Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gippelhuhn''' ● ''Gibbelhuhn'' ,Huhn‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Girscht''' m. ● ''Gerscht'' ,Gischt, Schaum von aufbrausenden, auch von gärenden Flüssigkeiten‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jirscht'' ,Schaum‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● ''Der Gerscht stund emme vor’m Mulle'' (Gr.). ''Ha hott immer gleich Jirscht fär der Schladde'', dasselbe (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''girschtig''' ● ''jirschdech'' ,schaumig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glähnen''' ● ,indiskret weitererzählen, was einem gesagt wurde, klatschen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Glander''' f. ● ''Glaner'' ,Glitschbahn‘, Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868); ''Glaaner'' ,Gleitbahn auf dem Eis‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hm. setzt als Stichwort ''Glander'' an, Vil. ''Glaner''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glandern''' ● ''glanern'' ,auf dem Eis gleiten‘, westl. Hessen (Vil. 1868); ''glaanern'' ,auf dem Eis gleiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glanzern''' ● Variante von ''glanern'' (''glandern''), untere Schwalm und Eder (Wabern, Felsberg) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gleich''' ● ,waagrecht, eben, richtig‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gleitbahn''' ● ''Gliedebahne'' ,Eisbahn zum Gleiten‘, Kassel (Pfs. 1886); ''Gliedebahne'' ,Rutschbahn auf dem Eis‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1984).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gleiten''' ● ''glieden'' ,auf der Eisbahn gleiten‘, Niederhessen, Kassel (Pfs. 1886); ''glieden'' ,auf dem Eis gleiten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glitschen''' ● ,(aus)gleiten, (aus)rutschen auf Schlüpfrigem oder auf Eis‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glitscherig''' ● ''glitscherich'' ,glitschig, schlüpfrig‘ (in Bezug auf Straße)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Glühmagen''' m. ● ''Gliehmähng'' ,habgieriger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glühning''' ● ''gliehnink'' ,glühend‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ''glihnig'', Kassel (Gr. 1894), ''glienech'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''gliehnink'' ist das einzige der niederhess. -''ning''-Partizipien, das sich noch im Kasselänschen findet; bei Gr. bereits an die Gruppe der -''ig''-Adjektive angeglichen; so auch in der Oberellenbacher Mundart, die im übrigen noch zahlreiche -''ning''-Partizipien aufweist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Glummer''' m. ● ,glimmende Asche‘, Kassel 20. Jh. ''Glommer'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glummern''' ● ,glimmen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gnatz''' m. ● ,Krätze; Grind, besonders Kopfgrind‘, übertragen: ,schmutziger Geiz‘ (Vil. 1868). Vil. ergänzend: ,Wasserrand von nicht gut ausgebackenem Brot‘, Kasseler Gegend (Pfs.2, 1894). ● Vgl. mhd. ''gnaz'', Gen. ''gnatzes'' ,Schorf, Ausschlag‘, bildl.: ,Knauserei, Kargheit‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gnatzkopf''' ● ,Grindkopf; launischer, eigensinniger, unverträgliche Person‘, äußerst häufig, allgemein (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gneist''' m. ● ''Knist'', ''Kneist'', ''Gneist'' ,anklebender Schmutz am menschlichen Körper, an Kleidungsstücken oder Geräten‘ (Vil. 1868); ''Gneist'', Aussprache ''Gniest'', ,fest sitzender klebriger Schmutz oder Dreck an allen Sachen‘, „durchaus nicht etwa nur Grint an der Haut“, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Knist'' ,fester, glänzender anhaftender Schmutz‘, Kassel (Gr. 1894), ''Kniest'', Kassel 20. Jh.; ''Gnist'' (''i'' kurz) ,fest anklebender Schmutz am menschlichen Körper oder an Geräten‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''gnîst'' m. ,Grind‘, mnd. ''gnist'' ,Räude, Hautausschlag‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gneistig''' ● ''kneistig'' ,mit Klebeschmutz behaftet‘ (Vil. 1868); ''kniesdich'' ,voll fest anklebenden Schmutzes‘, Kassel 20. Jh., ''gnisdech'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Göpel''' m. ● ''Gäwel'' ,Triebwerk der Dresch- und Futtermaschine‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gote''' f. ● ,Taufpatin‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gotel''' f. ● ''Goddel'' ,Patin‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gorrel'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gotel''' f. ● ''Gottel'' ,weibliches Patenkind‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Götelchen''' n. ● ''Göddelchen'', ,Kind, von der Gotel über die Taufe gehoben‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gorrelchen'' ,Patenkind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grammel''' m. ● ,Heiserkeit‘, besonders die, in welcher die Stimme tiefrauh tönt (Vil. 1868); ,Heiserkeit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grammelig''' ● ,heiser‘ (Vil. 1868); dasselbe, Kassel (Gr. 1894); ''grammelech'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grammeln''' ● ,mit brummender Stimme schelten‘, auch: ,knerbeln (von kleinen Kindern)‘, (Pfs. 1886)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''granzen''' ● ,weinen, verdrießlich sein‘, hin und wieder in Niederhessen, bis Hersfeld (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''granzern''' ● ''im Halse granzern'' ,im Hals kratzen‘, das Gefühl im Hals, das z. B. beim Zerschmelzen von ranziger Butter oder Speck beim Einatmen entsteht, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gräppeln''' ● ''kräbbeln'' (trans.) ,sich beschäftigen mit, herumarbeiten mit‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Hä hot immer was ze kräbbeln'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grappen''' ● ''grappen'', ''ergrappen'' ,zugreifen, ergreifen, festhalten‘, Nieder- und Oberhessen (Vil. 1868); ''grabben'' ,ergreifen, festhalten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grapschen''' ● ''grapschen'', Nederhessen (Pfs. 1886; s.u.); ''grabschen'' ,rasch zugreifen, rasch nach etwas langen‘, Kassel 20. Jh.; ''grabbschen'' ,mit großer Eile an sich reißen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bei Gr. (1894), Kassel, verzeichnet als ''grabbchen'' [Druckfehler?] ,rasch zugreifen‘, auch: ,gefangen nehmen‘. ● Pfs.: ''grapschen'' ist in Niederhessen viel üblicher als das bei Vil. genannte ''grappen'', was ihm als gebürtigem Kasseler „geradezu fremd“ war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grätsch''' m. ● ''Grähdsch'' ,Umstände, Weitschweifigkeiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grätschel''' m. ● ''Gräddschel'' ,verkrüppelter Mensch, verkrüppeltes Tier‘, auch Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grätschelig''' ● ''gräddschelech'' ,verkrüppelt, schief‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grebe''' m. ● ,Dorfvorsteher‘, Niederhessen, Teile Oberhessens, bis zur Gemeindeordnung v. 23. 10. 1834 (Vil. 1868); Aussprache: ''Gräwe'' (Pfs. 1886). ● Durch die Gemeindeordnung v. 1834 wurde als Bezeichnung für den Dorfvorsteher die Bezeichnung ''Bürgermeister'' eingeführt, die bisher nur dem Oberhaupt der Städte zukam, denn nur die vollberechtigten Städter waren ''Bürger''; die vollberechtigten Dorfbewohner hießen hingegen ''Einwohner''. ● ''Grebe'' ist identisch mit Wort ''Graf''; der hessische ''Landgraf'' wird in älteren Quellen zumeist als ''Landgrebe'' bezeichnet. ● Vgl. mnd. ''greve'' (''grave'') ,Graf; Vorsteher allgemein‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''greibe''' ● ,herb, säuerlich-bitter, scharfsauer‘, Niederhessen, sehr üblich in Kassel (Vil. 1868); ''greiwe'' ,herb von Geschmack‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grell''' ● ''grall'', wie hdt., dazu: ,heftig, lebhaft, jähzornig; überaus rasch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grellen''' ● ''grallen'' ,ein Glied infolge einer raschen Bewegung oder Überanstrengung vorübergehend lähmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Griebe''' f. ● ,Überbleibsel des zerschnittenen und ausgelassenen Speckes, Schmalzes‘ (Vil. 1868); ,Rückstand ausgelassener kleiner Würfel Speck‘ (Pfs. 1886); ''Griewe'' ,häutiges Stückchen beim Auslassen des Specks usw.‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Griewe'', ''Speckgriewe'' ,Lippen-Herpes‘, Kassel 20. Jh.; ,Speckwürfel, ausgebratenes, auch rohes Speckstückchen; Grind am Mund‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''griebe'' f. ,ausgeschmelzter Fettwürfel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''griebetrocken''' ● ,völlig trocken‘ (Vil. 1868);  ''griewedrocken'' ,ganz trocken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''griedeln''' ● ''am Fier griedeln'' ,sich (am Herd, Ofen) mit dem Feuer beschäftigen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grienen''' ● ,den Mund verziehen, weinen‘, Kassel (Vil. 1868); ,grinsen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gries''' ● ,greis (Haar, Zwirn, Leinen)‘, Kassel (Gr. 1894); ''gris'' ,grau‘, Balhorn (Sl. 1901) ● Gr. meint sicherlich ,altersgrau, verblichen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grießelig''' ● ''grisselech'' ,feinkörnig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grießeln''' ● ''grisseln'' ,absetzen (von Milch)‘, Kassel 19., 20. Jh., schwächer als ''hoddeln'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grifte''' ● Zu den Redensarten ''Du bist wohl von Grifte?'', ''Hä (sä) es von Grifte'' u.ä. siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grindatzel''' ● ''Grändatzel'' ,mit Grind behafteter Mensch; jähzornige Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grippsch''' ● ,auffahrend, heftig, mürrisch‘ (eigentlich ,zugreifend‘), ganz Hessen (Vil. 1868); ,zugreifend, eigennützig‘, Kassel 19. Jh. (Herzog); ,bös, niederträchtig, mürrisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grips''' m. ● ,Verstand, Kopf‘, Kassel 19., 20. Jh. ● ''am Gribs krichen'' ,jem. packen‘, auch ,arretieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gripsen''' ● ,stehlen‘, vor allem in Bezug auf Kleinigkeiten, ziemlich überall gebräuchlich (Vil. 1868); ''gribbsen'', ''kribbsen'', Kassel (Gr. 1894, ohne Angabe der Bedeutung); ,Kleinigkeiten klauen, mopsen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gripsfell''' ● ,Fell, Haut im Genick‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894) ● ''am'' (''biem'') ''Gribbsfell packen'' ,jem. packen‘, übertragen: ,sich jem. vorknöpfen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gritz''' m. ● ''Gritz'' ,Verstand, Einsicht, Scharfsinn‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Gritz'' ,Verstand, Witz‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gritze''' f. ● ''Gritze'', ,Verstand usw.‘, Niederhessen, häufiger als ''Gritz'' (Pfs. 1886); ''Gritze'' ,Grütze; scharfer Verstand, Witz‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''He hot Gritze im Koppe.'' Niederhessen (Pfs. 1886), Kassel 20. Jh. ● Die Redewendung ''Grütze im Kopf haben'' ist seit dem 17. Jh. literarisch belegt. ''Grütze'' ,Verstand‘ „ist mundartlich weit verbreitet [...] und beruht vermutlich auf Umbildung von frühnhd. ''Kritz'' (hess. ''Gritz'') ,Verstand, Scharfsinn‘, das eigentl. ,Kitzel‘ bedeutet und zu frühnhd. (heute noch landschaftlichem) ''kritzeln'' [...] im Sinne von ,kratzen, kritzeln‘ gehört.“ (Pff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gritzkopf''' ● ''Gritzekopp'' ,jem., der Verstand hat‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grütze''' ● Siehe ''Gritze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grübbes''' m. ● ''Kribbes'', auch ''Griwwes'', ''Grewes'' gesprochen, ,Kernhülle der Obstarten‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Grübß'', in niederhess. Aussprache meist ''Grüwweß'', ,Kernghäuse des Obstes‘, auch ,Kehlkopf, Adamsapfel‘, dafür in Kassel auch ''Adams-Grüwweß'' (Pfs. 1886); ''Krewwes'' ,Kerngehäuse von Apfel und Birne‘, übertragen: ,Kind von auffällig kleiner Statur, vorlautes Kind‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''Griwwest'' ,Kerngehäuse des Kernobstes; Kehlkopf; kleiner Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''grobiz'', ''grabiz'', ''grubz'', ''grutz'' m. ,Kerngehäuse des Kernobstes‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gruse''' f. ● ,der Saft aus grünen Gewächsen, z.B. Gurken‘, Niederhessen (Vil. 1868); ,das Blähende, der geile Geschmack, der sich bisweilen im Gemüse findet‘, Kassel (Gr. 1894); ,Saft grüner Pflanzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''gruose''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grusig''' ● ,mit grünem Saft versehen, unangenehm herbe‘ (Vil. 1868); Adj. zu ''Gruse'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grutz''' m. ● ,Obstschalen und -schnitzelchen, kleinere Abfälle‘, Kassel (Gr. 1894), auch: ,Bodensatz von Flüssigkeiten‘, z. B. ''Kaffeegrutz'', Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Grübbes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gückeln''' ● ''giggeln'' ,blinzelnd hinsehen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gücker''' ● ''Gigger'' ,Gucker‘, Kassel 19. Jh. ● ''Hä hot mech uff’m Gieker'', Kassel (Gr. 1894) ist wohl dialektale Anpassung der Redensart ''jem. auf dem Kieker haben''. ● Siehe ''Tüpfengücker'', ''Feldgücker''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guckwerk''' ● ''Guggewerk'' ,Gesicht‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Güggwärk'' ,Gesicht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gülden''' ● ,golden‘, war schon in alten Zeiten und ist noch jetzt ein sehr übliches Liebes- und Schmeichelwort von besonderem Nachdruck (Vil. 1868); ''gillen'' ,golden‘, Kassel 19. Jh. (Herzog); ''gellen'', dasselbe, nur noch in erstarrten Verbindungen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gülden Schnitten''' ● ,Weckschnitten in Ei getränkt und in Schmalz gebacken‘, hauptsächlich am Gülden-Schnitten-Sonntag gebacken; dieser soll ursprünglich der „fette Sonntag“ Quinquagesimae gewesen sein; an der Werra bis westlich über Rotenburg hinaus war er schon zu Anfang des 19. Jh. der erste Sonntag in den Fasten, der Sonntag Invocavit (Vil. 1868); ''gellen Schnerren'' ,güldene Schnitten‘, Semmelschnitten, die in Ei getränkt und in Fett gebacken werden, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gunkelbacken''' m. ● ''Gonggelbaggen'' ,Pausbacken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gunkeln''' ● ,sich schwebend hin und her bewegen‘, ziemlich allgemein üblich (Vil. 1868); ''gonggeln'' ,sich schwebend hin und her bewegen (von schweren Gegenständen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gunne''' f. ● ''Gonne'' ,die von jemand zu Recht zu erwartende Ehrerweisung, Gafälligkeit‘ (Vil. 1868); ''Gunne'' ,Gunst, Ehre‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Hä will mä nit die Gunne anduhn un …'' ,Er will mir nicht die Ehre erweisen und …‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gunst''' f. ● ,Freistätte beim Kriegenspielen (Fangen), der Anschlag‘, Kassel und Umgebung (Pfs. 1886), Kassel, Mitte 20. Jh. ● Siehe ''Anschlag''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Günter''' m. ● ,Mastdarm des Schweins‘, ganz Hessen; mit Füllungen: ''Günterwurst'' (Leberwurst), ''Schwartengünter'' (Vil. 1868); ''Gender'' ,Teil des Schweinedarms, der mit Leberwurst oder Schwartenmagen gefüllt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Gendersch Brurer'' ,Günters Bruder: Blinddarm des Schweins‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gunterarsch''' ● ''Gonderorsch'' ,korpulente Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gurre''' f. ● ,altes, schlechtes, abgetriebenes Pferd‘, ohne Rücksicht auf Geschlecht (Vil. 1868); ''ahle Gurre'' ,schlechtes, altes Messer‘, Kassel (Gr. 1894); ,altes, abgemagertes Pferd‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''gurre''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gutz''' m. ● ''Gütz'' ,kurzer abgehackter Schrei‘, Oberellenbach (Hm. 1926; ebd. unter „Gauz“ aufgeführt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''H.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''haar''' ● Zurufswort an das Zugvieh, sich links zu halten, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868); Zuruf an das Vieh, nach links zu gehen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In der Grafsch. Ziegenhain, z.T. schon im Hersfeldischen, lautet das Wort ''haur'', ''aur'', meist mit ''um'' verbunden: ''aurüm''. Im östl. Hessen gilt ''haar'' bloß den Pferden, nicht den Ochsen, für welche vielmehr ''west'' ausschließlich gebraucht wird; im westl. Hessen findet sich dieser Unterschied nicht. (Vil.) ● Siehe ''hott''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haar''' ● ''das Haar'' n. ,das gesamte Haupthaar‘, ''die Haare'' (f. Sing.) ,das Einzelhaar‘ (mit ''Haare'' als Plur. für beides), Niederhessen (Pfs. 1886), ''das Hoor'', ''die Hoore'' (f. Sing.) (wie von Pfs. angeben), Kassel 20. Jh.; nur: ''die Hoore'' f. Sing. und Plur., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haarwurm''' ● ''Hoorworm'' ,flechtenartiger, um sich fressender Ausschlag‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''hârwurm''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haber''' ● ,Hafer‘, im östlichen Hessen mask., im westlichen fem. (Vil. 1868); ''Haber'', in Niederhessen ausschließlich fem. (Pfs. 1886). ''die Howwer'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Häberling''' m. ● ''Häwerling'' ,Bund Haferstroh‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Habersack''' ● ''walscher Howwersack'' ,welscher Hafersack, unverständlich redender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''welsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Habitchen''' n. ● ''Hawitchen'' ,Jäckchen und Höschen an einem Stück für einen kleinen Jungen‘, Kassel (Gr. 1894); ''Howidchen'' ,kleines Besitztum, kleines Bauerngut‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hachelig''' ● ''hachelech'' ,rauh, stachelig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hache''' m. ● ,habsüchtiger und seine Habgier in plumper Weise blicken lassender Mensch‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hachen''' ● ,grob habgierig nach etwas streben‘, Niederhessen, Grafsch. Ziegenhain (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haches''' m. ● ,habsüchtiger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hachig''' ● ,in grober Weise habgierig‘, überall gebräuchlich (Vil. 1868); ''hachech'' ,habgierig, geizig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hachigkeit''' ● ,Habsucht‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hachechkeet'' ,Habgier, Geldgier‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hachwanst''' m. ● ''Hachewanst'' ,habgieriger Mensch, Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hächzen''' ● ''hechzen'' ,laut und schwer atmen‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''hächzen'' ,keuchen‘, auch: ,nach etwas streben‘, Kassel (Gr. 1894); ''hächden''(!) ,schwer oder schnell atmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hackerchen''' ● ,die ersten Zähne‘, scherzhaft, nördl. Hessen (Pfs. 1886), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hadern''' ● an der Schwalm das ausschließlich übliche Wort für ,streiten‘, auch für ,prozessieren‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hahl''' ● ,trocken, mager, dürr, abgemagert, austrocknend‘, südl. Niederhessen, Stift Hersfeld, Grafsch. Ziegenhain (Vil. 1868). ● Nebenform ''hehl''. ● Mhd. ''hâl'' ,trocken, dürr‘. ● Siehe ''Hehlschwein''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hahlgans''' ● ,dürre Gans, die noch nicht gemästet ist‘, (Vil. 1868); ''Halgans'' ,ungemästete Gans‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Heelegans'' ,unerwachsenes, vorlautes Mädchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hahnebambel''' m. ● ,ein in Gang, Bewegungen und Handlungen lässiger, ein ungeschickter, alberner Mensch‘, Niederhessen, im Hersfeldischen (Vil. 1868); ,einer, der sich alles bieten läßt und allem nachkommt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hahnsklöße''' ● ''Hohnsgleeße'', kleine Klöße aus gehacktem Schweinefleisch, die in Mehl getunkt werden (beliebt als Frühstück auf dem Schlachtfest), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''häkeln''' ● ''heegeln'', Kassel 20. Jh.; übertragen auch: ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''halbwierig''' ● ''halbwirig'' ,irgendwie‘, bedeutungsgleich mt iewest; ''halwierich'' ,halbwegs, mittelmäßig, einigermaßen‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Halsabschnitter''' ● ''Halsobschnedder'' ,Halsabschneider, Geldverleiher, Wucherer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''halslieb''' ● ''jem. halselieb haben'' ,jem. umarmen‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hambutte''' ● ,Hagebutte‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''Hambutte'' &amp;lt; *''Hagenbutte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hamel''' m. ● ''Hamel'', Pl. ''Hämel'' ,Hammel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hämel'', Sing. u. Plur., dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hamel''' m. ● ''Hammel'', südl. Hessen (Rhein und Wetterau), „was sonst in Hessen Klunder genannt wird“ [also ,Schmutz, Straßendreck am unteren Saum der Bekleidung‘] (Pfs. 1886). ● Muß früher auch im nördl. Hessen vorgekommen sein, vgl. ''sech zuhameln'' (s.d.) ,sich zuklundern‘, Kassel 19. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hamer''' m. ● ,Hammer‘ (Gr. 1894); ''Homer'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Der Hamer es owen.'' ,Es ist Feierabend.‘ Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hammerten''' m. ●''Hámmärden'' ,einfältiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ist Kontraktionsform des Vornamens ''Johann Martin'', früher in Niederhessen verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hämstern''' ● ,hämmern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Handschlag''' ● ''Haandschlook'' ,Verlobung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hänfterling''' ● ''Hämfderling'' ,Hänfling, schmächtige Person‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Grohenfterling'' ,der graue Hänfling‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Hämfderlink'' ,Hänfling‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hannaden''' m. ● ''Hánnaden'' ,einer der schwer von Begriff ist und sich entsprechend anstellt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Ist Kontraktionsform des Vornamens ''Johann Adam'', früher in Niederhessen verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hannjost''' m. ● ''Hánnjoost'' ,einfältiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ist Kontraktionsform des Vornamens ''Johann Jost'' (''Johann Justus'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hansch, Hänschen''' m.● ''Haansch'', Pl. ''Haansche'' ,Handschuh kleiner schwächlicher Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Hänschen'', Sing. u. Plur. ,Handschuh(e)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Hansch'' ist verkürzt aus ''Handschuh''. In Kassel ist der Plur. ''Hänschen'' auf den Sing. übertragen worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hänseln''' ● ,durch Anbinden eines Bandes in eine Gemeinschaft aufnehmen‘; ''hänseln'' wird im Volk gleichbedeutend mit ''anbinden'' verstanden und vertauscht (Vil. 1868). ● Vil. macht konkrete Angaben dazu, wobei und wie gehänselt wird; weist hin auf das Sontraer Hänselbuch 1572 - 1596; weist weiterhin darauf hin, daß ''hänseln'' im Sinne von ,verspotten, verhöhnen‘ beim Volke fast gänzlich unüblich ist. ● Vgl. got. ''hansa'' f. ,Schar, Menge‘, ahd. ''hansa'' f. ,Schar, Kriegerschar, Gefolge‘, mnd. ''hanse'', ''hense'' f. ,Gesellschaft, besonders Gilde der Kaufleute und Handwerker, vor allem die ''Hanse'', der norddeutsche Städtebund. Vgl. auch ''Hansegreben'' ,Angehörige der Kasseler Kaufmannsgilde‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hänselwerk''' ● ''das Hänselwerk verzehren'': früher an der unteren Eder üblicher Brauch, der darin bestand, daß auf einer Hochzeit die jüngste anwesende Frau ''gehänselt'' wurde, welche dann gehalten war, am nächsten Sonntag die Frauen einzuladen zu Kaffee und Kuchen, dort wurde also ''das Hänselwerk verzehrt'' (Pfs. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Happel''' f. ●,eine übereilt handelnde, oberflächlich und ungenau arbeitende Person‘ (Vil. 1868); ''Habbel'' ,überstürzt redende oder sich überstürzt bewegende Person‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''happelig''' ● ,übereilt handelnd‘ (Vil. 1868); ''habbelich'' ,überstürzt redend und sich bewegend‘, Kassel (Gr. 1894); ''habbelech'' ,übereilt redend oder handelnd‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''happeln''' ● ,übereilt handeln‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''habbeln'' ,überstürzt reden oder handeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Happelsack''' ● ''Habbelsack'' ,jemand, der happelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Happster''' m. ● ,Kuchen aus geriebenen Kartoffeln mit etwas Öl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''haren''' ● ,dengeln‘, in Oberhessen und einem Teil von Niederhessen (Wabern und Umgegend) (Vil. 1868); ''horen'' ,dengeln‘, d.h. die Sense mit dem Hammer schärfen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hasenschaden''' ● ''Hasenschaden'' m. ,Hasenscharte‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hosenschore'' f.(!), dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hasig''' ● ''haasech'' ,nicht bei Sinnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haucht''' m. ● ''Hücht'' (''ü'' kurz) ,mit geöffnetem Mund ausgestoßener Atem‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hauchten''' m. ● ''hüchden'' ,mit geöffnetem Mund Atem ausstoßen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hauchzen''' ● ''huchzen'' ,hauchen, anhauchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haus-Eren''' m. ● ''Husähren'' ,Hausflur‘, Kassel (Gr. 1894), ''Hüsähren'' ,der mit Backsteinen gepflasterte Hausflur‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Eren''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''haußen''' ● ''hussen'' ,hier außen‘, Gegensatz zu: ''drussen'' ,dort außen‘, Kassel (Gr. 1894); ''hüssen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''hussen'' in Kassel wohl um 1900 erloschen; Ersatz: ''hier drussen''. ● Mhd. ''hie'' ''ûze'', ''hûze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Häut''' n. ● ,Haupt‘; das Wort ''Haupt'' wird in Hessen nur vom Krauthaupt (Kohlkopf) gebraucht, nicht vom menschlichen Haupt (dafür: ''Kopf''); die Aussprache ist ''Häubt'', ''Häud'', ''Heid'' (Vil. 1868); ''Heet'', Pl. ''Heeder'' ,Krauthaupt, Kohlkopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Basiert im ganzen auf Umlautform von mhd. ''houbet'' ,Haupt‘: ''*höubet'' &amp;gt; frühneuzeitl. niederhess. *''Häubet'', ''Heubet'', gesprochen *''Heuwet'' &amp;gt; *''Häuet'', *''Heut'', dann unterschiedliche regionale Weiterentwicklungen (u.a. Entrundung). In Oberellenbach gibt es die Nebenform ''Höbt'', entstanden aus nichtumgelautetem ''houbet'', mit Kürzung der 2. Silbe, wie nhd., dann mundartl. Weiterentwicklung; nur in festen Verbindungen wie ''Höbdhohn'' ,Haupthahn‘, ''Höbdkarle'' ,tüchtiger Kerl‘ (''ö'' lang).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Häutersalat''' ● ''Heedersaloot'' ,Kopfsalat‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hebekirmes''' f. ● ,Richtfest‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Hewekermesse'', Kassel (Gr. 1894, ohne Erläuterung); ''Häwekermese'' ,Feier beim Richten eines neuen Hauses‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hehkirmes''' f. ● ,geräuschvoller Auflauf von Menschen‘, Naumburg (Pfs. 1886). ● Soll nach Pfs.s Gewährsmann nicht identisch sein mit ''Hebekirmes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hehlfäßchen''' ● ,naive, ohne Arg etwas ausplaudernde Person‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''hahl''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hehlschwein''' ● ,halbwüchsiges, noch nicht zum Mästen geeignetes Schwein‘, Schwalm, Stift Hersfeld (Vil. 1868). ● Frühe Belege: heleswyn, Grebenstein 1462, helswyn, Felsberg 1462 und öfter. ● Siehe ''hahl'', ''Hahlgans''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hehr''' ● ,ehrwürdig‘ u.ä., wie gemeinhochdt., außerdem ,fein, zart, sorgfältig gearbeitet‘, in beiden Bedeutungen überall in Hessen (Vil. 1868); ''hehre'', in der Redewendung ''hehre duhn'' ,hehr, hoch, erhaben auftreten‘ (stets ironisch gebraucht), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hehrheit''' ● ,übertrieben vornehmes Auftreten‘, Kassel (Gr. 1894); ''Heerheet'' ,auffällige Freundschaftsbekundung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heide''' m. ● die in Niederhessen gewöhnlichste Bezeichnung für ,Zigeuner‘ (Pfs.1, 1889); ''Heere'' ,Zigeuner‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heidenmensch''' f. ● ''Heerenmönsch'' ,Zigeunerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heidenpack''' ● ''Heerenpack'' ,Zigeunerpack‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heidimmes''' m. ● ,beschränkter (wenn auch nicht vollmäuliger) Wichtigtuer‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heidsche''' f. ● ''Heedsche'' ,Zigeunerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heikse''' ● ,Hiebe, Schläge‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heiligenland''' ● ''Hiljenlaant'' ,die der Kirche gehörigen Ländereien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heimtücker''' m. ● ''Heimdicker'' ,heimtückische Person‘, Kassel 19. Jh. (Jonas); ''Heemdigger'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''heint''' ● ,heute Nacht‘, an der Schwalm, Aussprache ''hengt''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''heisch''' ● ,heiser‘ (Vil. 1868); dasselbe, Kassel (Gr. 1894), ''heesch'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heite''' m. ● ''Heide'', ''Hede'' ,Vater‘; sehr alte Bezeichnung, jetzt noch üblich an der Schwalm, an der unteren Eder (Fritzlar, Gudensberg), an der Werra (Eschwege, Jestädt) (Vil. 1868); Haite, „eigens hessischer Ausdruck für Vater“ (Pfs. 1886); ''Heide'' ,Vater‘, noch gebräuchlich, aber selten, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hemme''' f. ● ,Bremsvorrichtung am Wagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hemmen''' ● ,bremsen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Henkel''' ● ''Henkel-ze-Kerbchen drahn'' ,Henkel-zu-Körbchen tragen‘: zwei Personen tragen ein Kind auf den beiderseits verschlungenen Händen wie einer Sänfte, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Henne''' ● männl. Vorname, schon mittelalterlich belegt, in Niederhessen bis ins 18. Jh. vorkommend (wird von Pfarrern in den Kirchenbüchern gern mit ''Johannes'' wiedergegeben, ist aber keine Kurzform davon). ●  Redensartlich in: ''Gott henne'', Niederhessen (Pfs. 1886); ''Ach Gott henne! Ach du henne!'', [richtiger: ''Ach Gott, Henne! Ach, du Henne!''], sehr gebräuchlich, Balhorn (Sl. 1901); ''Du liewer Gott, Henne!'' Kassel 20. Jh. ● Die eigentlich humoristisch gemeinten Ausrufe entsprechen etwa dem modernen ''Mein Gott, Walter!'', sind aber nach Erlöschen des Namens nicht mehr verstanden worden, daher bei Pfs. und Sl. Kleinschreibung. Pfs. erwägt, ob ''Henne'' ,weibl. Huhn‘ oder der Vornamen ''Henne''). Sl. weist draufhin, daß ''henne'' nichts mit ''hin'' zu tun haben kann wegen unterschiedlicher Aussprache; in Kassel ebenfalls unterschieden (bei ''Henne'' ''ä''-Ausprache des ersten ''e''). Vil. (1868) führt auf: ''Henn'' ,alberner Mensch‘, schmähend, Oberhessen. ● Siehe ''Mädehenne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hepe''' f. ● ''Hebe'' ,Sichel‘, Kassel (Gr. 1894). ● Bei Vil. als ''Heppe'' verzeichnet, nur nördl. Niederhessen, südl. nur vereinzelt, mit Aussprache „mitunter“ um Kassel „auch“ ''Hewwe'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hera''' ● feierlicher Ausruf, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Pfs.: „Hier muß eines wunderbaren Kehrreimes gedacht werden, der bis in die [achtzehnhundert-]dreißiger Jahre zu Zwehren bei Kassel noch im Gange war; bei neckenden scherzhaften Liedern, die von Weibern aus dem Stegreife gedichtet, zum Bleichen und Wachen gesungen wurden. Solche Strofen [...] gleichen als lose Gelegenheits-Scherze den Schnaderhüpfeln.“ Pfs. führt zwei solcher Strophen auf; Refrain: ''hera, wol unter dem grünen Baum‘ / hera, wol unter dem Baum‘''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hernach''' ● ''härnoh'' ,nachher‘, Kassel 19. Jh.; ''hanooch'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hernachgehends''' ● ''härnohgehnds'' ,nachher, anschließend‘, Kassel 19. Jh. (Herzog). ● Siehe auch „nachgehends“.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''hernieder''', siehe ''reer''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''herzgepuppert''' ● ''herzegebobbertes Nußkernchen'', Zärtlichkeitsausdruck, Kassel 19. Jh. (Herzog), ''herzgebubberter Nussekern'', dasselbe, Kassel (Gr. 1894); ''Min herzgepupperter Nußkern'', Ausdruck innigster Liebe, zumal im Mund niederhess. Mütter (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Herzkaute''' f. ● ''Härzküdde'' ,Magengegend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hespe''' f. ● ,Türangel, Klammer‘, in Niederhessen die übliche Bezeichnung (Vil. 1868); nur ,Türband‘ oder ,Schleife‘ der Türangel, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Wendungen: ''Er riß mich, daß der Rock mir aus allen Hespen ging. Junge, deine Hosen sind ja aus allen Hespen''. Übertragen: ''Es geht aus allen Hespen''. ,Alle Ordnung löst sich auf, es tritt Anarchie ein.‘ (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hessen-Groschen''' ● ''bei Hessen-Groschen bzw. nicht bei Hessen-Groschen sein'' ,vernünftig bzw. unvernünftig sich benehmen‘ (Pfs. 1868); ''nit bie Hessen-Groschen sinn'' ,nicht ganz gescheit, nicht bei Trost sein‘, Kassel 20. Jh.; ''Du bst wohl net bei Hässengröschen?'' ,Du bist wohl nicht recht gescheit?‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hessisch''' ● ''heßsch'', Kassel 19. Jh.; ''hässesch'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aussprache ohne ''i'' hat sich in Kassel in den deklinierten Formen z. T. bis nach dem 2. Weltkrieg gehalten, etwa: ''de Heßschen Nachrichten'' (Zeitung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heuhüpfer''' ● ''Hauhepper'' ,Heuschrecke‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heuspringer''' ● ''Hausprenger'' ,Heuschrecke‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''heulen''' ● ''hillen'' ,weinen‘, Kassel (Gr. 1894); ''hielen'' ,laut weinen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heulfritz''' ● ''Hillfritze'' ,weinerlicher Junge, Mann‘, Kassel (Gr.1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heuljost''' ● ''Hilljoost'' ,weinerlicher Junge, Mann‘, Kassel (Gr.1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heuochse''' ● ,dummer, ungeschickter Mensch‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''Heiochse'' ,großer Schafskopf‘, auch: ,plump gebauter Mensch‘, Kassel 19. Jh. (Jonas, Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hichel''' f. ● ,Stirnrunzel‘, Niederhessen (Vil. (1868); ,weinerlicher oder mißvergnügter Gesichtsausdruck‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''’ne Hichel schnieden'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hicheln''' ● ,hell auflachen, wiehernd lachen‘, auch vom Wiehern der Pferde gebraucht, ziemlich überall üblich (Vil. 1868); ,wiehern (vom Pferde); wiehernd lachen, lachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hichelziege''' ● ''Hichelzäje'' ,dauernd lachendes Mädchen‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hickeln''' ● ,etwas hinken‘, in ganz Herssen sehr üblich (Vil. 1868); ''higgeln'' ,hinken, auf einem Bein hüpfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), dazu: ,Hickelhäuschen spielen‘, Kassel 20. Jh.; ''heggeln'' ,leicht hinken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hicken''' ● ''heggen'' ,hinken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hier, hie''' ● ''hier'', Kassel 19., 20. Jh.; ''hie'', ländlich, z.B. Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hiller''' m. ● ,Penis‘, in ganz Hessen die üblichste und allgemeinste Bezeichnung (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Himmel und Erde''' ● ''Himmel un Ähre'', Gericht: ,Äpfel und Kartoffeln untereinandergekocht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Ist „Kasseler Nationalgericht“ (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hinfällisch''' ● ''hännefällsch'' ,kränklich, gebrechlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hinkel''' n. ● ,albernes Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die eigentlich Bedeutung ,(kleines) Huhn‘ ist in Oberellenbach nicht vorhanden (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hinkelbein''' ● ,einfältiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hinne''' ● ,hier innen‘, Kassel (Gr. 1894), Gegensatz zu: ''drinne'' ,dort innen‘; ''henne'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''hinne'' ist in Kassel wohl um 1900 erloschen, Ersatz: ''hier drinne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hippeln''' ● ,hinken; zapplend laufen‘, scherzhaft, ziemlich allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hippelnase''' ● ,gebogegen bzw. gekrümmte Nase‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirnwurst''' ● ''Hernworscht'', Kassel (Gr. 1894); ,Zervelatwurst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirse''' ● ''Hersche'', Kassel (Gr. 1894; ''Härsche'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirsekörner''' ● ''Hersche(n)kerner'', Kassel (Gr. 1894). ● ''Ich schlah alles in Herschenkerner, zu Herschenkernern'' ,Ich schlage gleich alles kurz und klein‘, ähnlich Oberellenbach (Hm. 1926); ähnlich: ''in Herschekerner schmissen'' (grimmige Drohung), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirsenbrei''' ● ''Herschenbrei'', gilt als Delikatesse, Balhorn (Sl. 1901)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirte''' ● nur ,Kuhhirte‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirz''' m. ● oft ''Herz'' gesprochen, in Hessen überall, mit Ausnahme weniger Städte, der üblich alte Name des Hirsches (Vil. 1868);  ''Härz'' ,Hirsch‘, Altform, heute nur noch in der Redensart ''du werscht noch en Härz'' ,du verlierst noch den Verstand‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirzbock''' ● ''Härzbock'' ,planlos umherrennender Mensch‘ (in seiner eigentlichen Bedeutung ,männlicher Hirsch‘ ausgestorben), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hitzen''' ● ''hetzen'' ,heizen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hob''' m. ● ''Hof'', Bedeutung im größten Teil von Niederhessen wie gemeinhochdt.; in den niederdt. Bezirken Niederhessen sowie an der ganzen Werra, an der Eder und den Zuflüssen der Schwalm ist die Bedeutung: ,Garten‘ (das Wort ''Garten'' ist hier fast ganz unüblich); das bäuerleiche Anwesen heißt hingegen, wie auch sonst in Hessen, ''Hofreite'' (Vil. 1868); ''Hob'', Dat. ''Howe'' ,Hof', Kassel (Chr. Müller 1926); ''Hoop'', Pl. ''Heewe'' ,Hofraum, Gehöft, größeres Gut‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. und Hm. haben ihre Artikel unter dem Stichwort ''Hof'', die eigentliche niederhess. Form ''Hob'' fehlt bei Vil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hobch''' m. ● ''Hupch'' ,Habicht‘ (neben dem gemeindeutschen Wort gebräuchlich), Balhorn (Sl. 1901); ''Hobch'' (''o'' offen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hoberei''' f. ● ''Howerei'' (mit Betonung auf der letzten Silbe) ,Hofraum, Hofstätte‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hm. hat als Stichwort ''Hofreite''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hobereise''' f. ● ''Hofereise'', Nebenform von ''Hofreite'', in und um Wolfhagen (Vil. 1868); ''Howeraiße'' ,Hofreite‘, Sprengel Schützeberg (Pfs. 1886); ''Howereise'', Niederzwehren 1. Hälfte 20. Jh. (Müldner).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hobereite''' f. ● ''Hofreite'' ,Der unbebaute und zu ökonomischen Zwecken benutzte Raum an dem Bauerngute und dem Haus überhaupt‘, ganz Hessen, Nebenform: ''Hofereise'' (Vil. 1868). ● Nach älteren niederhessischen Quellen kann mit ''Hofreite'' zwar der freie Hofplatz gemeint sein, mehr aber noch die bäuerliche Hofstelle insgesamt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''höbeln''' ● ''hewweln'' ,jem. die Meinung sagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hoch''' ● Das ''ch'' bleibt in allen grammat. Formen erhalten: ''hooches Hus''; ''heecher'', ''am heechesten'', Kassel 19. Jh., Anf. 20. Jh. (Gr. 1894); ähnlich Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hochbeinig''' ● ,stolz‘ (iron.), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Höchede''' f. ● ''Heechede'', ''Heechde'' ,Höhe‘, Kassel, 19. Jh. (Jonas, Gr. 1894); ''Hächde'' (''ä'' kurz) ,Höhe‘: Höhe eines Gegenstandes im Gegensatz zur Länge und Breite, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Neben ''Heech(e)de'', ''Hächde'' gibt es auch die einfache Form ''Heh'' ,Höhe, Anhöhe‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hochseicher''' ● ,Hochmutsnarr‘, metaphorische Verwendung einer unter Knaben sehr gewöhnliche Prozedur, Ausdruck in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868); ,stolzer, hochmütiger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Höckersweiber''' ● ''Heckerschwiewer'' ,Hökerinnen‘, Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hokerer''' ● ''Hogerer'' ,ein Kind, das gern hokert‘ (s.d.), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hokerlißchen''' ● ''Hogerlißchen'' ,ein Mädchen, das gern hokert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hokern''' ● ,klettern, besonders von Kindern, die auf Bänken und Stühlen herumklettern, auch von Ziegen gesagt‘ (Vil. 1868); ''hogern'' ,in den Ecken herumkriechen und -klettern‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''huckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hopfenstange''' ● ''lange Hobbenstange'' ,schlanke, sehr große Frauensperson‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hobbstange'' ,lange, schmale weibliche Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hopperloppopp''' ● ''hobberlobbobb'', Interjektion, stolpernde Übereile bezeichnend, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hopperloppopp''' ● ''Hobberlobbobb'' ,Person, die sich durch stolpernde Übereile auszeichnet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hornaffe''' m. ● ,halbmondförmiges Weizengebäck‘, Kassel und anderwärts (Vil. 1868); ,Gebäck: großer Weihnachtskringel von ovaler Form‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hörnen''' ● ''hernen'' ,ins Horn blasen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hörnse''' f. ● ''Hernse'' ,Hornisse‘, auch: ,Wespe‘, Kassel (Gr. 1894); ''Härnse'' ,Hornisse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hosenkippe''' f. ● ''Hosenkibbe'' ,Hosentasche‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hosenlid''' n. ● ''Hosenläht'' ,Klappe der Knabehosen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Keipe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hoselümper''' m. ● ,Lumpensammler‘ (Vil. 1868); ''Hosselimber''(!) ,Lumpensammler‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hosenlember'' ,Mensch mit zerrissenen Hosen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Lümper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hott''' ● Zuruf ans Zugvieh (Pferde, Ochsen), sich rechts zu halten, in Hessen wie in ganz Deutschland (Vil. 1868); Zuruf an das Vieh, nach rechts zu gehen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Dar weeß öh nett hott orre haar''. ,Der weiß auch nicht hott oder har; er ist ein unentschlossener Mensch.‘ (Hm.) ● Siehe ''haar''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hottchen''' ● ''hoddchen'' ,gerinnen (Zusammenlaufen der Milch)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hotteln''' ● ''hotteln'', den Scheidungsprozeß der Milch bezeichnend, wenn sie zusammenläuft (Vil. 1868);  ''hoddeln'', den Scheidungsprozeß der Milch bei oder nach dem Sieden bezeichnend, Kassel (Gr. 1894); ''huddeln'', dasselbe, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hübsch''' ● ''hebsch'' ,schön‘, Kassel 19., 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ●  Der zugehörige Komparativ und Superlativ werden durch ''schenner'', ''der schennsde'' ersetzt, Kassel, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hucke''' f. ● ,Rücken‘, in Redensarten (Pfs.1, 1889); ''Hucke'' ,Rücken‘, in Redensarten, Kassel 19., 20. Jh.; dasselbe, nur in Redensarten, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''jem. die Hucke voll lügen'' (Pfs.1, 1889), Kassel 20. Jh., ''einem auf der Hucke sitzen'' ,jem. zur Last fallen‘ (Pfs.1, 1889), ''uff de Hugge kummen'' ,jem. beschwerlich werden‘, Kassel (Gr. 1894), ''uff der Hucke leggen (lichen)'' ,jem. beschwerlich sein‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''de Hugge vollhaun'' ,verprügeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huckeln''' ● ''huckeln'', ''hockeln'', ''aufhuckeln'' ,auf den Rücken setzen oder auf demselben tragen‘ (Vil. 1868); ''huggeln'' ,jem. auf dem Rücken davontragen‘, Kassel (Gr. 1894); ''hoggeln'' ,kleine Kinder auf dem Rücken tragen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huckern''' ● ''hoggern'' ,mühsam klettern (zumal von kleinen Kindern, die auf Bänken und Stühlen herumklettern)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''hokern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huckern''' ● ,einhüllen und wärmen‘ (Vil. 1868); ,kauernd, hockend sitzen‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''hüggern'' ,einhüllen, wärmen (namentlich von der Henne, die ihre Küken unter die Flügel nimmt)‘, ''sech hüggern'' ,sich zusammenkauern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Nach Vil. nur in Oberhessen, in Niederhessen entspreche ''huttern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huckersack''' ● ''Hoggersack'' ,kleines Kind, das auf Tische und Stühle klettert‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hudel''' f. ● ,Lumpen; schmutzige, vernachlässigte Frauensperson‘‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hufas''' m. ● ,Grobian‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886); ,plumper und grober Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huft''' f. ● ''Hoft'' ,Hüfte‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hulle''' f. ● ''Holle'' ,Haube auf dem Kopf der Vögel‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Hulle'' ,Holle, Kamm, Federbusch mancher Vögel‘, Kassel (Gr. 1894); ,Tolle, eingedrehter Haarschopf auf dem Scheitel der Mädchen‘, Kassel 20. Jh.; ''Holle'' ,Federhaube der Vögel, aufgekämmtes Haar‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hullerkopf''' ● ''Hullerkobb'' ,ungekämmtes Haar‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''’s äs noch im Hullerkobb'' ,sie hat sich das Haare noch nicht gekämmt, geordnet‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Humme''' f. ● ,Hummel‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Humme''' f. ● ,aus der Rinde der Weide verfertigte Pfeife‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), Balhorn (Sl. 1901), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Sl. zitiert ein Kinderlied, das beim Herstellen der Pfeife (durch Weichklopfen der Rinde) gesungen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hummen''' ● ''hommen'', ''hummen'', gesagt vom Brüllen des Rindviehs, besonders von dessen tieftonigem Brüllen (Vil. 1868); ''hummen'' ,ein dumpfes, summendes Geräusch hören lassen‘, namentlich das dumpfe Brüllen des Rindviehs, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hungerwanst''' ● ''Höngerwanst'' ,Hungerleider, Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hunten''' ● ''höngen'' ,hier unten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hüpferling''' ● ''Hebberling'' 1) ,Grashüpfer‘, übertragen: ,mageres, bewegliches Kind, kleine lebhafte Person‘, 2) „ein bestimmtes Käferchen“ [gemeint ist ,Grashüpfer‘], 3) ,ein bestimmter Knochen an der Gans‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hebberlink'' ,lebhaftes, munteres Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hüpfüber''' m. ● ''Hebb-ewwer'' ,leichtlebige, unfertige, meist junge Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huppch''' m. ● ''Hobbsch'', meist ''lohmer Hobbsch'' ,hinkender Mensch‘, Schimpfwort‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huppchen''' ● ''hobbchen'' ,hinken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hurmel''' m. ● ''Hormel'' ,Rausch, Betäubtheit, Koller, Rappel im Kopf‘, sehr allgemein üblich (Vil. 1868); ''Hurmel'' ,Rausch‘, Kassel (Gr. 1894); ,jem., der mit einem Spleen behaftet ist‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hurmeln''' ● ''hormeln'' ,brummen, summen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hurzelig''' ● ,runzlig, gedörrt, verschrumpelt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huschchen''' ● .Pferd‘, kosend, in Niederhessen allgemein üblich (Pfs. 1868)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huschepferdchen''' ● ''Huschepärdchen'' ,Pferd(chen)‘, Kindersprache, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huschel''' f. ● ,unordentliche Frauensperson; eine, die huschelt‘ (s.d.) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huschelig''' ● ,unordentlich (in Bezug auf Frauen)‘ (Vil. 1868); ''huschelich'' ,unordentlich, oberflächlich‘, Kassel 20. Jh.; ''hüschelech'', dasselbe (besonders im Bezug auf Frauen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huscheln''' ● ,eilfertig, ungenau arbeiten‘ (Vil. 1868); ,unordentlich, oberflächlich arbeiten‘, Kassel 20. Jh.; ''hüscheln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Drüber hin huscheln'' ,etwas oberflächlich erledigen‘ (Vil.; Kassel 20. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hutchen''' ● ,kränkeln‘, Niederhessen (Pfs. 1868); ,zum Weinen ansetzen‘, auch wohl: ,schluchzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hutelos''' ● ,ohne Beaufsichtigung, in ungeziemender Freiheit sich befindend‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''hurelos'' ,ohne Aufsicht‘, Kinder oder Vieh, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huttern''' ● ,einhüllen und wärmen‘ (Vil. 1868). ● ''Das Huhn huttert die Küchlein unter den Flügeln''; ''sich ins Bett huttern, einhuttern'' (Vil.) ● Siehe ''einhuttern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huttich, Huttch''' m. ● ''Hottich'', ''Hutch'' ,ein armseliger, lumpiger, bettelhafter Mensch‘, Schimpfwort, vorzugsweise Niederhessen (Vil. 1868); ''Huddich'' ,vorlautes, anspruchsvoll auftretendes Kind‘, Kassel (Gr. 1894), ,Schlitzohr, Taugenichts‘, Kassel 20. Jh.; ''Hodch'' ,Taugenichts‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hutzel''' f. ● ''Hotzel'', auch ''Hutzel'' ,getrocknete Birne‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Hutzel'' ,getrocknete Zwetsche‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hotzel'' ,getrocknete Birne‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hutzelig''' ● ''hutzelich'' ,verschrumpelt, runzelig‘, Kassel 20. Jh.; ''hotzelech'' ,eingetrocknet, zusammengeschrumpft, runzelig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hutzelmännchen''' ● ,altes, dürres Männchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hutzeln''' ● ''hotzeln'' ,zusammenschrumpfen, eintrocknen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch E – H'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_A_%E2%80%93_D</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D</title>
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				<updated>2015-01-22T07:14:40Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch A – D'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''A.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abblaten''' ● Siehe ''blaten''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abgergeln''' ● ''sech obgärjeln'' ,sich mit einer schweren Arbeit abmühen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abkappen''' ● ''obkabben'' ,jem. derb zurechtweisen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abknuppen''' ● ''abknubben'' ,abzwacken, abkneifen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abknuppsen''' ● ''abknubbsen'' ,abknipsen, abschnipsen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abkribbeln''' ● ''obgrewweln'' ,etwas durch fortgesetztes Stochern von etwas anderem entfernen, lösen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Abrahämchen''' n. ● ''Awerämchen'' ,Kartoffelschälmesser, Küchenmesser‘, Kassel 1919 (Lüttebrandt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abschoren''' ● ,absehen, in der Schule vom Banknachbarn abschreiben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abstrippen''' ● ''abstribben'' ,herunterstreifen (z. B. Johannisbeeren)‘, Kassel 20. Jh.; ''obstrebben'' ,etw. nachlässig von etw. anderem herunterstreifen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abtribbeln''' ● ''obdrewweln'' ,durch dauerndes Drehen (zwischen Daumen und Zeigefinger) etw. abtrennen (z.B. Faden, Draht)‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''abdriwweln'', dasselbe, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abtun''' ● ''obdunn'' ,eine Kopfbedeckung absetzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''acheln''' ● ,essen‘, scherzhaft, besonders im östl. Hessen (Vil. 1868); ,(mit gutem Appetit) essen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Aus dem Jiddischen und der Gaunersprache (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''achtpassen''' ● ''Acht passen'' ,achtgeben, aufpassen‘, durch ganz Hessen üblich (Pfs. 1886); ''achdepassen'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Affenschwanz''' ● ,jem., der alles nachäfft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Affenstreich''' ● ''Affenstreech'' ,Dummerjungenstreich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Afterkuchen, -mehl, -wecke''' ● ,minderwertiger Kuchen bzw. Mehl, Wecke‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ah-''' Präfix ● ''oh''-. ● geht zurück auf mhd. ''â''- zur Bezeichnung des Gegensatzes, der Trennung (Lex.), nach Grimm auch Böses bezeichnend (Pfs. 1886); erscheint im Niederhess. durchweg als geschlossenes langes ''o''-, auch in Kassel, wo ''â'' gewöhnlich als offenes langes ''o'' erscheint. Damit gebildet die folgenden Wörter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ahleibig''' ● ''olibig'' ,klein, schmächtig, schwächlich‘, sehr üblich, Niederhessen (Vil. 1868); ''ohliewich'' ,schwach, elend, halb verhungert‘, Kassel (Gr. 1894), ,unwohl (im Sinne von Leibschmerzen)‘, Kassel 20. Jh.; ''ohliewech'' ,unwohl, fast ohnmächtig, kraftlos, schwächlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Mä is ganz ohliewich.'' ,Mir ist flau im Magen, mich befällt Schwäche.‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ahmacht''' ● ''Ohmacht'' ,Ohnmacht‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''âmaht'' ,Mangel an Kraft, Ohnmacht‘; vgl. auch mnd. ''amacht'' ,Ohnmacht, Schwäche‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ahmächtig''' ● ''ohmächdich'', Kassel 20. Jh.; ''ohmächdech'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''âmehtec'' ,schwach, ohnmächtig‘; vgl. auch mnd. ''amachtich'' ,ohnmächtig‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ahmaden''' ● ''Omaden'', ''Ömde'' n. ,Nachheu, Grummet‘, an der Efze und an der unteren Schwalm, Eder und Fulda üblich (Vil. 1868); ''Ohmade(n)'' f. ,Grummet‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. mhd. ''âmât'' n. ,das zweite Mähen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ahnamen''' ● ''Ohnamen'' Sing. und Plur. ,Spitzname‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. mhd. ''âname'' ,Spitzname‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ahnamen''' ● ''ohnomen'' ,jem. mit Schimpfnamen belegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''beohnamen'', dasselbe, Kassel 20. Jh. ● Bei Hm. verzeichnet unter ''annamen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ahräßig''' ● ''ohreeßech'' ,überdrüssig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Sech wos ohreeßech ässen'' ,sich etwas überdrüssig essen‘ (Hm.). ● Vgl. ''verohräsen'' ,verderben, vergeuden; von Speise und Futter die Reste unbenutzt verderben lassen‘,  Kassel (Gr. 1894). ● Zu mhd. ''ræze'' ,scharf von Geschmack, herbe, ätzend‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Albert''' ● ''ein alberner Mensch'', Balhorn (Sl. 1901); ''Olwert'' 1) Name, 2) ,jem., der sich albern benimmt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''alberig''' ● ''albern'' ,kindisch‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Alberjan''' ● ''Alwerjahn'' ,jem., der sich albern benimmt‘, Kassel 20. Jh.; ''Olwerjohn'' ,alberner Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Albrigkeit''' ● ''Olwerechkeet'' ,Albernheit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Albschuß''' m. ● ,alberner Mensch, Trottel‘, an der Eder und anderwärts, ''Albschoß'', Hersfeld, (Pfs. 1886); ''Albschoß'' ,Dummkopf‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''alchen''' ● ''sich alchen'' ,sich drücken, fortgehen‘, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Alexterchen''' ● Nur in der Redensart ''Hä äs'' (''sprengt doremm'') ''wie ’n Alägsderchen''. ,Er ist äußerst munter und fidel.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''alleweile''' ● ,jetzt, eben, im Augenblick‘, ganz Hessen (Vil. 1868), ''allewille'', Kassel (Gr. 1894), ''awülle'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Wendung ''jetzunner un allewille'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''allmächtig''' ● ,sehr groß, sehr stark‘ (neben der gemeindeutschen Bedeutung), Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''als''' Adv. ● 1) ,allezeit, beständig‘, 2) ,immerhin, weiter‘ (''als zu'', ''als fort''), 3) ,einstweilen‘, 4) ,zuweilen‘ (''als einmal'', gesprochen: ''alstemal''), 5) ,je‘ (Vil. 1868); ''als'', ''alst'', ''alsten'' ,immer‘, ''alszu'' ,immerzu‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''alsemoh'' ,immer mal wieder, bisweilen‘, ebd. 20. Jh. (Herwig); ''als'' ,fortwährend, beständig‘ (''alszu'', ''als onne'', dasselbe in verstärkter Form), ,immer‘, ,einstweilen, inzwischen (''alsemoh'')‘; ,immerhin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''als'' ist im Niederhessischen nie temporale Nebensatzkonjunktion; diese ist ''wie'', etwa: ''Wie hä kam, ...''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Amsel''' ● ''Amschel'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''an-''' ● als Vorderglied von Substantiven und Verben: (alte) Aussprache in Kassel lang (''aan''), im 20. Jh. zunehmend kurz wie die Präposition ''an''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anballern''' ● ,jem. laut und barsch anfahren‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anblinzen''' ● ''oonblenzen'' ,jem. durch Blinzeln etw.zu verstehen geben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''andätschen''' ● ''andätschen'' ,anstoßen‘, stärker als ''anditschen'', Kassel 20. Jh. ● Siehe ''dätschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anditschen''' ● ''anditschen'' ,anstoßen‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''ditschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anfitzen''' ● ''ahnfitzen'' ,denunzieren‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''fitzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''angeflammt''' ● ''angeflammt kommen'' ,heraneilen, heranstürmen‘, Kassel 20. Jh.; ''oonjeflammt kommen'', ,mit großer Geschwindigkeit herankommen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ängsterlich''' ● ,ängstlich‘, Kassel (Chr. Müller 1925/26).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anhältig''' Adv. ●  ''oonhälich'' ,andauernd‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Anke''' f. ● ,Hinterkopf, Nacken, Genick‘ (Vil. 1868); ,Nacken‘, Kassel 19., 20. Jh., (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe [[Die „Anke“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anken''' ● ,stöhnen, seufzen‘ (Vil. 1868);  Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe [[„anken“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ankohlen''' ● ,jem. anlügen, durch Flunkerei zum Hänschen halten‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anne''' Adv. ● ,fort, weg‘, niederhess., südl. bis Hersfeld (Vil. 1868); ''onne'' ,weg, fort, mit bestimmtem Ziel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''annebringen''' ● ''onnebrengen'' ,fortbringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''annefahren''' ● ''onnefohren'' ,jem. auf einem Gefährt wegbringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''annegehen''' ● ''onnegenn'' ,fortgehen, hingehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''annemachen''' ● ''onnemachen'' ,abreisen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''annespringen''' ● ''onnesprengen'' ,fortlaufen, hinlaufen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''annetragen''' ● ''onnedräjen'' ,forttragen, hintragen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anranzen''' ● ''aanranzen'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''oonranzen'', Oberellenbach (Hm. 1926) ,derb anfahren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Anschlag''' m. ● ,Freistätte beim Kriegenspielen (Fangen), die Gunst‘; wer dort anschlägt und ruft: „Anschlag für mich!“, darf ruhen und verschnaufen, Kassel und Umgebung (Pfs. 1886); so auch in Kassel Mitte 20. Jh., der Ruf bei Erreichen der Gunst war: „Anschlag!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anspenneln''' ● ''oonspänneln'' ,mit Stecknadeln befestigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● Siehe ''Spennel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anstreichen''' ● ''oonstrichen'' ,aufs Kerbholz setzen, sich merken, heimzahlen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anstrippen''' ● ''oonstribben'' ,nachlässig etwas überstreifen‘ (z.B. Schuhe, Handschuhe‘), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''antätscheln''' ● ''oondädscheln'' ,anfassen, mit der Hand berühren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''antun''' ● ''oondunn'' ,ein Kleidungsstück anlegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Anwand''' f., '''Anwender''' m. ● ,Acker, auf dessen lange Seite mehrere Äcker mit ihrer Schmalseite (Stirnseite) stoßen‘, sehr üblich (Vil. 1868). ● Beide Wörter im 19. Jh. erloschen, als die langen, schmalen Ackerbeete im Zuge der Verkoppelung (Flurbereinigung) zugunsten flächigerer Äcker beseitigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Apfellaibchen''' n. ● ''Abbellaibchen'', Pl. ''Abbellaiwerchen'', auch ''Äbbellaibchen'' ,Apfel in Teigumhüllung gebacken, Kassel 19. Jh. (Herzog; Gr. 1894 fehlerhaft); ''Appellaibchen'' ,ein bei Kindern sehr beliebtes Gebäck‘, ein ganzer Apfel wird mit Teig umhüllt und gebacken, Balhorn (Sl. 19019:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ärmelding''' ● in Hünfeld und Umgegend die beinahe ausschließliche Bezeichnung des Kamisols, welches Fremdwort dort unbekannt ist (Vil. 1868); ,blaue Jacke der Burschen‘, im Gegensatz zum Knöpfding, Schwalm (Pfs.1, 1889). ● Siehe ''Knöpfding''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Armen''' m. Sg. u. Pl. ● ''Armen'' ,Arm‘, Kassel (Gr. 1894), ''Oormen'' ,Arm‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Armetei''' f. ● ''Armedei'' ,armselige Hauswirtschaft, armseliges Gewerbe‘; so schon im 16. Jh. (Hans Sachs), früher auch anstrakt ‚Armut‘ (Vil. 1868). ''Armedei'' ,ärmliche Verhältnisse‘, Kassel (Gr. 1894), ''Oormedei'' ,armselige, elende Wirtschaft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Arschdarm''' ● ''Oorschdorm'' ,Mastdarm eines geschlachteten Stück Viehs‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Arschkippe''' f. ● ''Arschkibbe'' ,Gesäßtasche an der Hose‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Keipe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Arschkrotte''' f. ●  ''Oorschgrodde'' ,kleiner, unansehnlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''artlich''' ● ''-oordlech'', entspricht hochdt -''artig'', um Ähnlichkeit auszudrücken. ● ''Der Rähng äs schnaioordlech''. ,Der Regen ist schneeartig.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ase''' f. ● ,Balken oder Holzgestell im Rauchfang, an welches Speck und Würste zum Räuchern aufgehängt werden‘, in und bei Wetter (Vil. 1868). ● Vil. gibt nach Landau ein Liedchen wieder, das die Kinder in um Wetter zur Fastnacht singen, wenn sie mit hälzernen Spießen umherziehen und Speck und Würste oder dgl. erbetteln: ''Liebe, liebe Wasen / Steig se in de Asen, / Lang se me en Stück Speck armeslang, / Kann se’s nit geschneide, / Lang se me de ganze Seiten.'' Pfs. weist auf eine weitere Verbreitung des Wortes Ase hin, er habe das von Landau gebotene Lied in seiner Kindheit in Kassel gehört (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ast''' ● ,Ast; Buckel (als Gebrechen), Rücken‘, Kassel 20. Jh. ● ''Hä hot en Ast''. ,Er ist bucklig.‘ ''Nämm’s uffen Ast''. ,Nimm’s auf den Rücken.‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''asten''' ● ,schwer tragen, schwer arbeiten, sich abmühen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''atchen''' ● ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atel''' s. ● ''Adel'' ,Mistbrühe, Jauche‘, in ganz Hessen gebräuchlich, oft zusammengesetzt mit ''Sutte'' (Vil. 1868). Je nach Mundartbereich auch ''Arel'', ''Orel'' ausgesprochen. ● Siehe [[Das „Adel“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atelsutte''' f. ● ''Adelsutte'', ''Adelsotte'', ''Adelsette'', ''Aalsutte'' ,Mistbrühe, Jauche‘ (Vil. 1868); ''Adelsudde'' ,(Mist-)Jauche, schmutziges Wasser, schmutziges Seifenwasser‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Sutte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atzel''' f. ● ,Elster‘, vereinzelt östl. Hessen, Kassel um 1600 (Vil. 1868). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atzel''' f. ● ,zänkische Person‘ (Vil. 1868); ,griesgrämlicher, ärgerlicher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); ,leicht reizbarer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atzel''' f. ● ,(schlechte) Perücke‘, scherzhaft (Vil. 1868); ''Atzel'', ''Atzelbarricke'' ,Perücke‘, Kassel (Gr. 1894); ''Atzel'' ,Schopf, Perücke‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ●  ''Ech grick dech on der Atzel''. ,Ich pack’ dich (gleich) bei den Haaren.‘, Oberellenbach (Hm.) ● Ist offensichtlich ''Atzel'' ,Elster‘ in metaphorischer Verwendung für die im 18. Jh. getragenen kleinen enganliegenden weißen Perücken mit schwarzer Schleife im Zopf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atzel''' f. ● ,Raude, Hundekrankheit‘, östl. Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atzelbürste''' ● ''Atzelbärschde'' ,jähzorniger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''atzelig''' ● ''atzelich'' ,leicht reizbar, zänkisch‘ (Vil. 1868); dasselbe, Kassel 19., 20. Jh.(Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''atzeln''' ● ,necken‘ (Vil. 1868); „Verbum zu Atzel“, Kassel (Gr. 1894); ''sich atzeln'' ,sich streiten, mit Worten zanken‘ (Vil.), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auern''' ● ,laut jammern, wehklagen, weinerlich-klagend bitten (von kleinen Kindern)‘, in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868); ,unruhige Bewegungen machen‘, Kassel (Gr. 1894); ''zesammen auern'' ,unter vier Augen intensiv etwas besprechen (in redlicher und unredlicher Absicht)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Wendung ''ahler Auerjidde'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufbansen''' ● ''uffbansen'' ,aufhäufen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufdemmeln''' ● ''offdämmeln'' intrans. ,derb, plump auftreten‘, trans. ,durch Treten öffnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufdingen''' ● ''uffdingen'' ,als Lehrjungen in die Gilde aufnehmen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufgrutzen''' ● ''uffgrutzen'' ,(aus dem Magen) aufstoßen‘, Kassel (Gr. 1894), ''offgrotzen'' intr. ,aufstoßen‘ , Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Das sall emme noch iwwel uffgrutzen''. ,Das wird ihm noch übel bekommen.‘ Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufhenken''' ● ''uffhenken'' ,(etwas) aufhängen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufhuckeln''' ● ''uffhuggeln'' ,jem. oder sich selbst etwas aufladen, Beschwernis verursachen‘, Kassel 20. Jh.; ''offhoggeln'' ,auf den Rücken nehmen, namentlich kleine Kinder‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufhuppchen''' ● ''offhobbchen'' ,(ein Tier) veranlassen, den Fuß zu heben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufknuppern''' ● ''offgnübbern'' ,mit den Fingernägeln oder den Zähnen etwas nach einiger Mühe öffnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''uffknubbern'', dasselbe, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufkommen''' ● ''offkommen'' ,sich vom Boden erheben, von einer Krankheit genesen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufkrappeln''' ● ''sech offgrabbeln'' ,zum ersten Mal das Bett verlassen (von Genesenden)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe auch ''bekrappeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufkribbeln''' ● ''offgrewweln'' ,durch dauerndes Stochern etw. öffnen, z.B. ein Geschwür‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufkrullen''' ● ''uffkrullen'' ,die Haare aufkräuseln‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufläbbern''' ● ''uffläbbern'' ,hochpäppeln (kleines Kind ohne Mutter)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufliegen''' ● ''offlejjen'', nur in der Redensart ''Äs leit mä off''. ,Es liegt mir auf‘, d.h. ,Das tue ich nicht, ich lasse das bleiben.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufpassen''' ● ''uffbassen'' ,aufpassen‘, jem. ,auflauern’, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aufpässer''' m. ● ''Uffbässer'' ,Aufpasser, Aufseher‘, aber stets im ungüstigen Sinn, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufriffeln''' ● ''offreffeln'' ,das Maschenwerk von etw. Gestricktem lösen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''uffriffeln'', dasselbe, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Riffel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftruseln''' ● ''uffdruseln'' ,aufstöbern, nach langem Suchen etwas finden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1984). ● Siehe „truseln“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufsagen''' ● ''uffsahn'' ,kündigen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufschlubbern''' ● ''uffschlubbern'' ,aufschlabbern, geräuschvoll aufschlürfen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aufschnitter''' ● ''Offschnedder'' ,Aufschneider, Prahler‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Uffschnieder'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894) entspricht der hdt. Form ''Aufschneider''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufschnuffeln''' ● ''offschnüffeln'' ,nach großer Mühe etwas ausfindig machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufschnüffeln''' ● ''uffschniffeln'' ,etwas herausfinden‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufschuben''' ● ''offschüwen'' ,aufschieben‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Offschüwen äs färsch Beddschissen'' ,Aufschieben ist fürs Bettscheißen‘, d.h. ,unvorteilhaft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufsteigen''' ● ''offstijjen'' ,aufstehen, sich erheben, namentlich aus dem Bett; sich von einer Krankheit erholen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufstiefeln''' ● ''uffstiwweln'' ,jem. anstiften‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufstützig''' ● ,unwohl, unpäßlich‘, Niederhessen (Vil. 1868), ''offstetzich'' ,leicht erkrankt‘ (vom Vieh), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftappchen''' ● ''offdappchen'' ,derb, plump auftreten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftappen''' ● ''uffdabben'' ,fest auftreten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftribbeln''' ● ''offdrewweln'', ,durch dauerndes Drehen (zwischen Daumen und Zeigefinger) etw. in seine Teile zerlegen (z.B. einen Faden)‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''uffdriwweln'', Kassel 20. Jh., bedeutungsgleich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftrocknen''' ● ''uffdrockenen'' ,austrocknen, hinschwinden, einschrumpfen (was Säfte hat)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftrudeln''' ● ''offdrureln'' ,etw. auftreiben, mit großer Mühe auffinden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftruseln''' ● ''aufdruseln'' ,im Rinnstein (''Drusel'') etwas aufstöbern; unerwartet etwas auffinden‘, Kassel Pfs. 1886); ''uffdruseln'' ,unter schwierigen Umständen etw. finden, etw. aufstöbern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''truseln'', ''Trusel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftun''' ● ''offdunn'' ,öffnen; (eine Kopfbedeckung) aufsetzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufuzen''' ● ''uffuzen'' ,jem. etwas aufschwätzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aufwachs''' m. ● ''der jönge Offwoß'' ,die heranwachsende Jugend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufwäschen''' ● ''uffwäschen'' ,aufwaschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); hingegen ''offwöschen'' (= Entsprechung zu hochdt. ''aufwaschen''), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufwürgen''' ● ''offwärjen'' ,nach großer Anstrengung etw. öffnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aufzug''' m. ● ''Offzook'' ,Schuhlöffel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufzupfeln''' ● ''uffzubbeln'' ,aufzupfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''äugen''' ● ''sech eejen'' ,sich zeigen, umgehen (von Gespestern)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Augenstecher''' ● ''Libelle'', Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausätschen''' ● ''usähtschen'' etwa: ,jemanden lächerlich machen, dem Spott preisgeben‘, Kassel (Gr. 1894). ● Von der Interjektion ''ätsch!'' ,reingefallen, ausgetrickst!‘&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausdechseln''' ● ''ühsdässeln'' ,einem Schweinetrog, einer Mulde u. dgl. mit Hilfe der Dechsel die richtige Form geben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ausfahrt''' ● ,Frühling‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ausgeheckter''' m. ● ''en Ühsjehäggder'' ,ein durchtriebener, in allen Schlichen bewanderter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausglitschen''' ● ''usglitschen'' ,ausgleiten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''ühsglödschen'', Oberellenbach (Hm. 1926) ,ausgleiten, ausrutschen und hinfallen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausklugieren''' ● ''ühsglojieren'' ,ersinnen, erdenken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausknöcheln''' ● ''ühsgnecheln'' ,sämtliche Flüssigkeit aus einem Gegenstand entweichen lassen, austrocknen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auskraufen''' ● ''ühsgrüffen'' ,aus dem Ei auskriechen (von Vögeln)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausnäufeln''' ● ''ühsnefeln'' tr. ,etw. aus Schale herausnehmen (besonders Nüsse)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auspatschen''' ● ''ußbadschen'' (neben ''ußbaden'') ,etwas ausbaden‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auspitzen''' ● ''ühspitzen'' ,den Inhalt von etw. durch Pitzen völlig entfernen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausrücken''' ● ''ußriggen'' ,sich davonmachen‘, Kassel 20. Jh.; ''ühsreggen'' ,(ein Glied) ausrenken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausrütschen''' ● ''ußritschen'' ,ausrutschen’, Kassel (Gr. 1894), ''ühsrödschen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausschluddern''' ● ''ußschluddern'' ,mit kurzen Stößen etwas aus- oder abschütteln, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''außen''' ● ''ussen'', ''üssen'', siehe ''haußen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aussimulieren''' ● ''ühssimbelieren'' ,etw. erdenken, ersinnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausspeuzen''' ● ''ühsspidsen'' ,ausspucken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aussplissen''' ● ''ühssplissen'' intr. ,Knospen und Blätter treiben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''austappchen''' ● ''ühsdabbchen'' tr. ,unangenehme, schmutzige Arbeit verrichten., Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä muß alles ühsdabbchen''. ,Er muß alles ausbaden.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''austragen''' ● jemanden ''ühsdreejen'' ,nachteilige Äußerungen über jem. verbreiten, jem. verleumden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''austratschen''' ● ''ühsdraadschen'' ,etw. ausplaudern, an die große Glocke hängen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''austun''' ● ''ühsdunn'' ,ein Kleidungsstück ausziehen; Kartoffeln, Rüben u. dgl. ausgraben; eine Schuldforderung tilgen, im Schuldbuch streichen‘; ''sech ühsdunn'' ,sich entkleiden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausverschämt''' ● ''ühsverschämt'' ,unverschämt, besonders: unverschämte Forderungen, Ansprüche machend‘ , Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Auswart''' m. ● ''Auswart'' (''Auswärts, Auswert'') ,Frühling, Vorfrühling‘, früher ganz Hessen, jetzt nur noch im Amt Netra und im Amt Spangenberg, hier in der Form ''Ausfahrt'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auswatscheln''' ● ''ühswadscheln'' ,durch zu vieles Drehen ausweiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Auszöger''' ● ''Ühszeejer'' ,Auszüger; Bauer, der seinen Hof übergeben hat, Altenteiler‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''B.,''' siehe auch '''P.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Backsbeere''' f. ● ''Backsbeere'' ,gedörrte (gebackene) Birnen‘, auch ,getrocknete Äpfel, Zwetschen, Birnen‘, übertragen: ,kleines Gepäck, kleine Gerätschaften‘ (Vil. 1868); ''Baxbäre'' ,gebackene, gedörrte Birne, dann kleinere Menge‘, Kassel (Herzog 19. Jh.); ''Backsbere'' oder ''Hutzel'' (Pfs. 1886); ''Backsbeere'' ,Krembel, Kram, eine Partie von Waren, alten Gegenständen‘, ebd. (Gr. 1894); ''Baggebäre'', auch ''Baggsbäre'' ,wertloser Kram‘ (verächtlich), Oberellenbach (Hm 1926). ● ''Was kustet dann dann de ganze Baxbeere?'' Kassel (Gr. 1894). ● Siehe „Beere“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Backwerk''' ● ,Gebäck‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''baden''' ● ,baden‘, siehe auch ''verbaden''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''baf!''' ● ''baaf!'' Interjektion, das Geräusch eines mit großer Heftigkeit hingeworfenen Gegenstands nachahmend, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bafen''' ● ,hart zuschlagen, hart niederwerfen‘,ganz Althessen, neuerdings auch: ,Branntwein saufen‘ (Vil. 1868); ,mit großer Heftigkeit hinwerfen, die Tür zuschlagen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Wendung ''einen bafen'' (Vilm. 1868), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''änn bafen'', Oberellenbach (Hm. 1926) ,einen heben, zechen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bafian''' m. ● ''Bafejoon'' ,Grobian‘ , Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Balbier''' ● ''Ballewier'' ,Barbier, Friseur‘, Kassel (Gr. 1894). ● Scherzhaft umgeformt zu ''Ballewutz'', Kassel 20. Jh. ●  Zu der dissimilatorischen ''l''-Form von ''Balbier'' vgl. die hochdt. Redewendung ''über den Löffel balbieren''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Balbiersflügel''' ● ''Ballewierschfliechel'' ,Gitarre‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Balg''' ● ''Balch'' m. und n. ,Balg; ungezogenes Kind‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach, mask. (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Balken''' ● ''Balke'' m. ,Oberboden unterm Dach‘, in einigen Gebieten Niederhessens (Pfs. 1886); ''Balgen'' ,Balken; Boden, Speicher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''balláken''' ● ''balloogen'' ,Lärm machen, schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ballern''' ● ,dröhnen, donnern, dröhnend sprechen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ballewutz''' m. ● (Betonung auf der letzten Silbe) ,Friseur‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Balbier''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ballschlag''' m. ● Bezeichnung eines Ballspiels, Kassel (und andernorts) 19. Jh. (Pfs. 1886) ● Ein sog. ''Schenk'', dessen Amt wechselt, ''schenkt ein'', das heißt, er wirft den Ball mit möglichstem Geschick mäßig hoch, und der, der zum Schlagen an der Reihe ist, schlägt den Ball im Niederfallen mit dem ''Treiber'' aus der Luft. (Pfs.) ● Dasselbe Ballspiel, auch mit der Bezeichnung ''einschenken'', kennt Pfs. aus Darmstadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bambelhannes''' ● ,ein langsamer Mensch, der sich gern verspätet‘, Balhorn (Sl. 1901)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bambelmaul''' ● ''Bambelmull'' ,Hängelippe, Schmollmund; Person mit Schmollgesicht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''Maul''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bambeln''' ● ,schlaff herabhängen, herabhängen lassen, in schwankender Bewegung sein oder in dieselbe bringen‘ (Vil. 1868); ''bambeln'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (hier auch: ''baambeln'') ,baumeln, herabhängen, sich schaukelnd hin und her bewegen‘ (Hm. 1926). ● Früher Beleg: ''pampeln'', Frankenberg 1697 (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bändel''' m. ● ''Bengel'' ,der engere Vorsatz vorn an Hemd oder Kittel‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Bängel'' ,Garderobeband (Hemd, Kittel)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Einen am Bendel haben'' ,jem. am Narrenseil herumführen; jem. in Abhängigkeit halten, ihn mißbrauchen‘ (Sl.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bankrekel''' m. ● ''Bankrägel'' ,grober Mensch ohne Manieren‘, ursprünglich ,einer, der sich bei Tisch herumrekelt (''sich ragelt'')‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bannen''' ● ,Gewalt über jem. haben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Banschlauch''' m. ● ,Porree‘, Kassel, 20. Jh.. ●  Eigentlich ''Spanschlauch'' &amp;lt; ''Spansch Lauch'' (siehe ''Spanisch'' ''Lauch''); dissimilator. Verlust des ersten ''sch''-Lauts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Banschlauchbeutel''' ● ''Banschlauchbiedel'', Übername des Gärtners, Kassel 20. Jh. (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Banschrohrstock''' ● ,Stock aus Spanisch Rohr‘, Kassel, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Banschröhrchen''' ● ''Banschrehrchen'' ,Stöckchen aus Spanisch Rohr‘, Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Banse''' [f.] ● ,Nebenraum der Scheune‘ Kassel (Gr. 1894, S. 43).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bansen''' ● ,Heu, getrockneten Klee, Getreide in Garben, Strohgebunde auf den Scheunenboden (die Bühne) zusammendrängen‘, auch metaphorisch, etwa: ''den Ranzen vollbansen'' (Vil. 1868); ,mühsam Gegenstände aufschichten, auftürmen‘, Kassel (Gr. 1894); ,Getreide, Stroh u. dgl. aufschichten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bansen''' m. ● ,Haufe, zumal von Getreidegarben, Strohgebunden oder Holz, besonders wenn die Garben, Hozscheite usw. aufgeschichtet sind‘, vereinzelt vorkommend (Vil. 1868); ,aufgeschichteter Haufen von Garben; Menge, große Anzahl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● (Undurchsichtige) Redensart: ''Hobben un Bansen hon'' ,in Hülle und Fülle haben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bappelmaul''' ● ''Babbelmull'' ,Schwätzer, Plaudertasche‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''Maul''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bappelwasser''' ● ''Babbelwasser'' ,Schnaps‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bappeln''' ● ''babbeln'' ,ausdauernd schwatzen‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,fortgesetzt schwatzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''barbarisch''' ● ''barwarsch'' Adj. und Adv. ,stark, groß, bedeutend, mächtig‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bare''' f. ● ,Milchtopf (weit und niedrig), in welchem die Milch zum Gerinnen geschüttet wird‘, nördl. Niederhessen (Vil. 1868); ,Milchschüssel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bärenzucker''' ● ,Lakritz‘, zumal Kndern gegenüber, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bärendreck''' ● ,Lakritz‘, Kassel (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''barfuß''' ● ''barwes'' ,barfuß‘, Kassel (Gr. 1894), ''borwest'' ,barfuß (Adv.); ohne etwas dazu (Adj.)‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● ''Barwes gehn'' ,sehr arm sein, am Bettelstab gehen‘, Kassel (Gr. 1894). ''Mä ässen borwesde Gordüffeln''. ,Wir essen lediglich Kartoffeln, ohne etwas dazu.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Barfußpatsch''' m. ● ''Borwesdbadsch'' ,Kind, welches barfuß läuft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bärgel''' m. ● ''Bärgel, Börgel'' ,verschnittenes männliches Schwein‘, Hessen, besonders Niederhessen (Vil. 1868); ''Bärjel'' ,verschnittenes männliches Schwein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bartschrapper''' ● ,Barbierer‘, verächtlich (Vil. 1868); ''Bartschrabber'' ,Friseur‘, humoristisch, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''baselig''' ● ,zerstreut, ohne Überlegung‘, in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868). ● Siehe ''verbaseln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''baspeln''' ● ''basbeln'' tr. ,ein Kleidungsstück umsäumen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von hdt. ''Paspel'' ,Zierstreifen, farbiger Vorstoß an Kanten und Nähten, Biese‘ &amp;lt; franz. ''passepoil''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bate''' f. ● ''Bade'' ,Nutzen, Vorteil, Hilfe‘, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Bade'' ,Zuwendung, Hilfe‘, Kassel 19. Jh., ''Badde'' ,Summe Geld‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Redensarten: ''alle Bade hilft'' (Vil. 1868), Kassel  (Jonas, 19. Jh.), ''’ne hebsche Badde'' ,eine beträchtliche Summe Geldes‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Unbaten''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Batsch''' m. ● ,kotiges, nasses Wetter‘ (Vil. 1868); ,durch Regen oder Schnee aufgeweichter Straßendreck‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Batsche, batsche...''' ● ''Badsche-badsche-Kiechelchen'' ,Batsche, batsche, Küchelchen‘, Aufforderung an den Säugling, in die Hände zu schlagen, Kassel (Gr. 1894). ● ''Kiechelchen'' ,kleiner Kuchen‘; die Aufforderung entspricht also dem bekannten ''Backe, backe Kuchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Batschehändchen''' ● ,Hand, Hände kleiner Kinder‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''batschen''', '''bätschen''' ● ''bätschen'', wie hd. ,patschen‘, ,im Wasser mit den Händen, im Kot und schmelzenden Schnee mit den Füßen sich bewegen‘ (Vil. 1868); ''batschen'', ''betschen'', wie Vil. (Pfs. 1886); ''badschen'' ,patschen, plump einherschreiten, durch dick und dünn gehen‘, Kassel (Gr. 1894), ''batschen'' ,schwerfällig auftretend durch Feuchtes, Schlammiges gehen; mit der Hand woraufschlagen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Batschen''' ● f. Plur., ,die immer mehr ausdem Brauch komenden Hausschuhe, die aus zerschnittenen Salbenden geflochten sind‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Badschen'' Sing. ,plumper wollener Schuh‘, Kassel (Gr. 1894), Plur. ,Hände der kleinen Kinder‘, Kassel (Bennecke 1904); m. ,grober, weicher Hausschuh‘, Kassel 20. Jh. ● Dim. ''Bätscherchen'' Plur. ,Hände der kleinen Kinder‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Batschwetter''' ● ,Schlackwetter, halb Schnee, halb Regen‘ (Vil. 1868), schneeiges, regnerisches Wetter, das Batsch auf der Straße bildet‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bauchbläsig''' ● ''büchbleesich'' ,schweren Atem und Husten habend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bauerei''' ● ''Burei'' ,Bauernwirtschaft, Bauerngut‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bauersklunder''' ● ''Buhrschglunner'' ,Bauerntrampel, derbe Frauensperson ohne Manieren‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Klunder''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bauerswerk''' ● ''Buhrschwärk'' ,Bauerngut‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bausch''' m. ● ''Busch'' ,Gebund Stroh‘, Knüllgegend (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''baxen''' ● ''(sich) bagsen'' ,(sich) boxen‘, verstreutes Vorkommen, Kassel (Pfs. 1886); ''baxen'' ,boxen‘, auch: ,saufen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Nach Pfs. galt in seiner Kindheit in Kassel Boxen und Treten beim Ringkampf als unehrenhaft. Er bedauert, daß man sich statt des einheimischen Wortes des englischen ''box'' bedient.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Baxer''' ● ,einer, der viel trinkt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Baxhorn''' ● ,ein Rehhörnchen als Waffe der Schuljungen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bebern''' ● ''bäwern'' ,beben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bedappeln''' ● ,begreifen, einsehen, verstehen‘, allgemein üblich, meist im Scherz, aber nicht selten auch ernsthaft gebraucht (Vil. 1868); ''bedabbeln'' ,begreifen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bedumpfen''' Adj. ● ''bedumpe, bedompe'' ,dumpfig (Häuser, Zimmer), dumpf im Kopf, beginnende Engbrüstigkeit‘ (Vil. 1868); ''bedumben'' ,dumpf‘ , von Luft und Atmung, Kassel (Gr. 1894), ''bedömben'' ,dumpf, beklommen, schwül‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Bedömbene Loft'' ,schwüle Luft‘, ''bedömbenes Kobbwih'' ,dumpfer Kopfschmerz‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beed''' ● scheinbar nur in der Redewendung ''beed nähmen'' ,gefangen nehmen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Beere''' f. ● ''Beere'' ,Beere‘, Kassel (Gr. 1894), ''Bäre'' ,Beere‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Beere''' f. ● ''Bire'' (auch ''Bere'') ,Birne‘, in Hessen die einzig gebräuchliche Form, ''Birne'' bis vor nicht allzu langer Zeit unverstanden (Vil. 1868); ''Beere'', Kassel (Gr. 1894), ''Bodderbeeren'' ,Butterbirnen‘, Kassel (Gr. 1894), ''Baxbäre'' ,Backsbeere‘, Kassel (Herzog 19. Jh.); ''Bäre'' ,Birne‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''begacken''' ● ''sich begaggen'' ,sich bekacken, d.h. Bedenken tragen, Einwände machen‘, ironisch, wie umgangssprachl. ,sich in die Hose machen‘, Kassel (Gr. 1894), dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Begebenheit''' ● ''Begäwenheet'' ,Aufbauschung, Wichtigmachen einer Sache‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''begímmening''' Adj. ● ''begimmenink'' ,gierig, unersättlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beglissen''' ● nur in der Redensart ''Owen beglessen, öngen beschessen'' ,oben beglissen, unten beschissen‘, d.h. ,nach außen hin trägt er Reichtum zur Schau, während er in Wirklichkeit ein armer Teufel ist‘ , Oberellenbach (Hm. 1926).● Vgl. hochdt. ''gleißen'' ,strahlen, scheinen, glänzen‘; ''beglissen'' also etwa ,(vom Glück) bestrahlt‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''begrasen''' ● ''sech begrasen'' ,tüchtig zugreifen, wo etwas billig oder umsonst zu haben ist‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''begrußen''' ● jem. zu etw. ''begrußen'' ,an jem. eine Aufforderung oder Einladung richten, die für ihn eine Ehrung bedeutet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''behaltisch''' ● ''behaalsch'' ,leicht etw. im Gedächtnis behaltend‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● ''Hä hot en bahaalschen Kopp''. ,Er hat ein gutes Gedächtnis.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beheben''' Adj. ● ''beheewen'' ,von sanftem Wesen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''behen''' ● ''bähen'' ,Stöcke im heißen Backofen rösten, so daß sich die Rinde ablöst und das dann mit Öl eingeriebene Holz braun färbt‘, östl. Hessen (Vil. 1868); Aussprache: ''behe(n)'' ,Erweichen harter Geschwulste durch heiße Aufschläge‘, Umgebung von Kassel (Pfs. 1886). ● Vgl. mhd. ''bæhen'' ,durch Überschläge erwärmen‘; mhd. ''æ'' (= langes ''ä'') wurde nhd. zu langem geschlossenen ''e''; Vil. folgt mit ''bähen'' also der mhd. Schreibweise, nicht der nhd. bzw. mundartlichen Aussprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''behöhnen''' ● ''behehnen'' ,verspotten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beibeln''' ● ''beiweln'' ,fortgesetzt mit hoher piepsender Stimme unnützes Zeug reden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Beilen''' n. ● ''Billen'' ,Beil mit breiter Schneide, Werkzeug des Schreiners und Metzgers‘, Oberellenbach (Hm. 1926): sonst in Niederhess. ''Bill'' ,Beil‘ ● Vorform von ''Billen'' sicherlich  ''*bîlin'' n., von nicht belegtem mhd. ''*bîlîn'' ,Beilchen‘, zu mhd. ''bîl'' &amp;lt; ''bihel'' ,Beil‘, Ableitung durch Verkleinerungssuffix ''–în''; vgl. Bildung von ''Düppen'' (''Tüpfen'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Beißen un Mehlen''' ● ,Beete und Melden‘, ,frühester Schnittkohl‘ (Gericht), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beißig''' ● ''bissech'' ,von beißendem Geschmack‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beitun''' ● ''sich beituen'', in der niederhess. Wendung ,due dich bi‘ ,mach dich klein und bescheiden‘ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bekennt''' ● ,bekannt‘; ''Bekennte'' ,Bekannte‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bekenntlich''' ,bekannt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Nur in Redewendungen wie ''hä kemmt mä bekänntlich vähr'', sonst: ''bekaant'' , Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beklicken''' ● ''begliggen'' ,beklecksen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bekomeln''' ● ''sich bekomeln'' ,wieder in die Reihe kommen‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bekrappeln''' ● ''sich bekrabbeln'' ,sich von etwas halbwegs erholen, einigermaßen wieder auf die Beine kommen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''belfern''' ● ,mattes, unentschiedenes, halb winselndes Bellen, zumal junger Hunde‘, Niederhessen, Kasseler Gegend (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beluchsen''' ● ,jem. übel mitspielen‘; ''sech beluchsen'' ,sich selbst einen Streich spielen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beniesten''' ● ''beniesden'' ,beniesen‘, d.h. ,durch Niesen die Wahrheit einer Aussage bestätigen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''benschen''' ● intr. ,mit großer Emsigkeit kleinere Arbeiten verrichten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ber''' m. ● ,Eber‘, nördl. niederhess. Mundartgebiet, bis Homberg (Vil. 1868); ''Beer'' ,Zuchteber‘, gebrächlicher ist ''Watz'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bereis''' m. ● ''Berees'' (Betonung auf der 2. Silbe) ,Kram; Wichtigtuerei, Übertreibung‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Der ganze Berees'' ,der ganze Kram, Bettel‘. ''Hä macht äwer en Berees dervonne''. ,Er übertreibt die Sache‘. Oberellenbach (Hm. 1926).  ● Vgl. ''Bereitschaft'', ''Hofreise''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bereitschaft''' f. ● ''Bereedschaft'' ,Gerätschaft, eine Anzahl zusammengehöriger Gegenstände (meist iron.); Wichtigtuerei, Übertreibung‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bei ''Bereis'' und ''Bereit-schaft'' ist es offensichtlich zur Vermischung zweier Wörter bzw. Wortstämme gekommen (vgl. ''Hofreite'' – ''Hofreise''): 1) ''reit''- ,bereiten‘; 2) ''reis''- ,steigen usw.‘, vgl. mhd. ''rîsen'', Imperf. ''reis''/''risen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bernen''' ● ''bernen (birnen)'' ,brennen‘, die in Althessen übliche Normalform, doch vor allem vom Ofenfeuer gebraucht, sonst (z.B. bei Krankheitszuständen) ''brennen'' (Vil. 1868); ''brennen'' intrans. ,brennen‘, Niederhessen (Pfs. 1886); „ältere, jetzt fast ausgestorbene Form für ''brennen''“, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''birne'', ''barn'', ''gebornen'', diese Formen sind im Schwinden begriffen; keine Metathese (r-Umstellung) beim Transitiv; Stammformen: ''brenne'', ''brannde'', ''gebrannt'' (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bernnessel''' ,Brennessel‘. ''Wille Bernnessel'' ,wilde Bernnessel, Taubnessel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''bernen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''besaibeln''' ● ''beseiweln'' tr. ,betrügen, übers Ohr hauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beschlabbern''' ● 1) ,durch viele Worte überreden‘, 2) ,zu früh über eine Sache sprechen und diese damit gefährden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beschnatern''' ● ''beschnoodern'' ,durch Hersagen eines Zauberspruches jem. Unheil antun‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von mhd. ''snateren'' ,schnattern, schwatzen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Besse''' ● '',Ich muß‘, sprach die Braut von Besse.'' Hierzu siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Besserung''' ● ''Besseringe'' ,der bessere Teil eines Ganzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ●  ''Hä hot de Besseringe wäck''. ,Er hat die Besserung weg, er hat das Beste davon an sich genommen.‘ (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''bezzerunge'' ,Besserung, Entschädigung, Buße; Vorteil‘, niederhess. 16. Jh.: ''Besserung'' ,Gewinn, Ertrag (z.B. eines Ackers)‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betätscht''' ● ''bedätscht'' ,geistig minderbemittelt, beschränkt‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''tätschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betruddeln''' ● ''sich bedruddeln'' ,sich lächerlich machen, jemanden hofieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betrüpfelt''' ● ''bedribbelt'' ,niedergeschlagen‘, eigentlich ,betröpfelt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bett''' ● ''Bedd'', Pl. ''Bedder'', Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bettspanne''' ● ,Bett, Bettgestell‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bettwerk''' n. ● ,Bettzeug, Ober- und Unterbett‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bettzieche''' f. ● ,Bettüberzug‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Zieche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betuppchen''' ● ''bedobbchen'' ,bezahlen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betuppen''' ● ''bedubben'' ,jem. betupfen, d.h. betrügen, übervorteilen (beim Verrechnen)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Betzel''' f. ● ,Mütze‘, in ganz Althessen der gewöhnliche Ausdruck für Kopfbedeckungen von Männern und Frauen (Vil. 1868); ,weiche Mütze, Kappe‘, wenn sie sich ohne Schaden ganz klein zusammenpressen läßt, Kassel (Gr. 1894); ,Haube, Mütze‘, früher allgemeine Bezeichnung der männlichen und weiblichen Kopfbedeckung‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Strumpfbetzel'', ''Ziehbetzel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betzeln''' ● ''sich batzeln'' (''bätzeln'') ,sich streiten, zanken, bis nahe an Tätlichkeiten‘, Althessen, außer niederdt. Bereich (Vil. 1868); ''sech betzeln'' ,Wortwechsel haben‘, Kassel (Gr. 1894), ,sich streiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betzeln''' tr. ● ,mit Betzel versehen‘; am Hochzeitsmontag wurde zu Zeiten der Tracht die junge Frau ''gebetzelt'', d.h. der Kranz wurde ihr abgenommen und die ''Betzel'', das Wahrzeichen der Frau, wurde ihr aufgesetzt, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beutelig''' ● ''biddelich'' ,Beutel bildend (in Bezug auf schlecht sitzende, zu weite Kleider)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bewaberung''' ● Redewendung ''in der Bewawerunge sin'' ,in der Entstehung, im Vorhaben sein‘, Kassel (Gr. 1894); ''Bewaberung'' ,Bewegung‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''He eß alseweg in Bewaberunge.'' (Sl.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bibbelhuhn''' ● ,Huhn‘, kindersprachl., Kassel 19., 20. Jh., ''dummes Bibbelhuhn'' ,dumme Frauensperson‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bibberelse''' ● ,Frauensperson, die bald über dies, bald über jenes Übel klagt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bibberig''' ● ''bibberich'' ,verweichlicht, furchtsam‘, Kassel (Gr. 1894), schwächlich, empfindlich gegen Kälte‘, Kassel (Jonas 19. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bickel''' m. ● ,Spitzhacke‘, Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bickelfest''' ● ''bickelfest schlafen'' ,ungewöhnlich fest schlafen‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bickelhart''' ● bezeichnet gewisse Arten von Härte, z.B. hartgefrorenen Boden, durchgetrockneten Zement (Vil. 1868); ''beggelhorde'' ,ungewöhnlich hart‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''’s äs beggelhorde jefroren''. ,Es ist ungewönlich hart gefroren.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bickelstein''' ● ,behauener Quader‘, in Redensarten, bezeichnet evtl. auch den Abfall, der beim Behauen der Quader entsteht (Vil. 1868). ● ''Äs friert Biggelsteenge''. ,Es friert Bickelstein, d.h. ungewöhnlich hart.‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''bickelstein'' ,Würfel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bicken''' ● ''beggen'' ,in kleine Stücke zerhacken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Biele''' f. ● ,Ente‘, im inneren und nördlichen Hessen die gewöhnliche Bezeichnung, auch komponiert ''Bielentchen'', bisweilen ''Bieler'' ,Enterich‘, ''Biele'' auch Lockruf (Vil. 1868); ''Biele Biele!'' ,Lockruf für die Enten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bien''' m. ● ,Bienenschwarm, Bienenstock‘, Schwalm (Vil. 1868); ''Bänn'' ,Bienenschwarm‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Biene''' f. ● ''Bähne'', Kassel (Gr. 1894); ''Bänn'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bienenraße''' f. ● ''Bennroße'' ,Bienenwabe‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''râze'' ,Honigwabe‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Billen''' n. ● ,einfacher Kuchen in Hufeisenform, aus Weizenmehl und etwa mit Rosinen darin‘, in niederhess. Gegenden, z.B. bei Melsungen (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bimbelgicht''' f. ● ''Bimbelgicht'', Kassel (Gr. 1894), ''Bembeljecht'' ,Ungeduld, Verlieren der Fassung‘, scherzhaft, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Do grecht me wohl de Bembeljecht''. ,Da fährt man doch aus der Haut.‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ● Nach Gr. gleichbedeutend mit ''Gänseläuse''; siehe das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bimbeln''' ● ,läuten‘, abschätzig, Kassel (Gr. 1894); ,eintönig in hellem Ton klingen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bindseil''' ●  ,Bindfaden‘, üblich, die Bezeichnung ''Bindfaden'' ist völlig ungebräuchlich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''birnen''' ● ,wallen, sprudeln‘, Balhorn (Sl. 1901)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bispeln''' ● Siehe ''pispeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bitzeln''' ● Siehe ''pitzeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bitzen''' ● Siehe ''pitzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blaatsche''' f. ● ''Blöhdsche'' ,angestochene Zwetsche, die grün bleibt und keinen Kern enthält, aber bedeutend größer ist als die normale Zwetsche‘, Oberellenbach (Hm. 1926); Pl. ''Blöhdschen'' ,große Füße‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blacken''' m. ● ,Lappen, Flicken; Fleck, Schmutzstelle an Kleidungsstücken‘, Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blaff''' m. ● ,Augenstarre, das Gaffen‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''den Blaff krichen'' ,gaffen, Maulaffen feilhalten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blaffen''' ● ,gaffen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bläffen''' ● ''bleffen'' ,verblüffen, erschrecken‘, ganz Althessen (Vil. 1868); ''bläffen'', ''verbläffen'' ,verblüfft machen, einschüchtern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blähen''' ● ''bleewen'' ,blähen, Blähungen haben (Kuh)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''blæwen'' ,blähen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blarr''' m. ● eigentlich ,Starblindheit‘, so aber kaum noch üblich, desto gebräuchlicher in Redensarten (Vil. 1868). ● ''den Blarr kriegen'', ''den Blarr haben'' ,vor Verwunderung starr und stumm stehen‘ (Vil. (1868); ''den Blärr'' (''Blarr'') ''krichen'' ,Mund und Nase aufsperren‘, Kassel (Gr. 1894), ''den Blarr krichen'' ,vor Verwunderung oder Schrecken erstarren und Mund und Nase aufsprerren‘, Kassel 20. Jh. ''Ech honn en Blärr (sic) grecht'' ,ich war starr vor Staunen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blärr''' m. ● ,plärrendes Geschrei‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blarren''' ● ,etwas vor Verwunderung oder Schrecken mit stillstehenden Augen anstarren‘, hin und wieder gebräuchlich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blärren''' ● ''blarren'', üblicher als ''blärren'', ''blerren'' ,einen unartikulierten lauten, rauhen Ton von sich geben (von Menschen, weniger von Tieren, am meisten von jungen Kälbern); weinen (von ungezogegen Kindern)‘ (Vil. 1868); ''blärren'' ,plärren, schreien, kreischen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''blärren'' ,blöken; blökend schreien, schreien (von kleinen Kindern), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blärrwanst''' m. ● ,Kind, das viel schreit‘,  20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blasenkopf''' ● ,Hohlkopf; einer der großtut und sich brüstet‘ (Vil. 1868); ''Blosenkopp'' ,Dummkopf‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blasrohr''' ● ''Blosrohr'' ,Dummkopf , Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blästern, bläsern''' ● ''sech bleesdern'', auch: ''sech bleesern'' ,Blasen werfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blaten''' ● ,die Außenblätter der heranwachsenden Kohlpflanzen zur Viehfütterung ablesen‘ (Vil 1868); ''abblaaden'' ,abblättern‘, Kassel (Gr. 1894); ''blooren'' ,die Blätter der Runkelrüben als Viehfutter abpflücken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blatsch, Blatz''' m. ● ''Blatz'' ,Knall, besonders Peitschenknall‘ (Vil. 1868); ''Blatsch'' ,platschendes, klatschendes Geräusch‘, Kassel 20. Jh. ● Vgl. die Wechselformen ''Blutz'', ''Blutsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blätsch''' m. ● ''Bletsch'' ,leichtes Schlagen, zumal der Kinder‘, Niederhessen (Pfs. 1886);  ''Blätsch'' ,Ohrfeige, Schlag‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blätschbreit''' ● ''blädschbreet'' ,breit, wie mit einem schweren Gegenstand zusammengeschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blätschen''' ●  ''pletschen'', ''plätschen'' ,Geräusch von niederfallendem Regen bezeichnend oder von Wasser, in dem hantiert wird; breitdrücken‘ (Vil. 1868); ''bletschen'' ,einen leichten Schlag geben, besonders den Kindern‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''blädschen'' tr. ,klatschend schlagen, breitschlagen‘, auch ,ohrfeigen‘, intr. ,klatschend aufschlagen‘ (auch Regen auf die Erde), Kassel 20. Jh.; ''blädschen'' ,mit klatschendem Gräusch niederfallen (z.B. Regen); klatschend schlagen, breitschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blatt''' ● ''Bladd'', Pl. ''Bläder'', Kassel 19. Jh. (Jonas); ''Blood'', Pl. ''Bleeder'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blau''' ● ''blau'', Kassel; ''bloh'', Oberellenbach. ● ''De Finger blau machen'' ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894). ''Nu kannsde bloh jepiffen''. ,Nun kannst du blau pfeifen.‘ Redensart, mit der man ausdrückt, daß ein Wunsch oder eine Absicht nicht zu verwirklichen ist. Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Blümchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blaue''' f. ● ''Bluche'' ,Keile, Hiebe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blauel, Bleuel''' m. ● ,Schlagbrett‘; Vil. unterscheidet ''Flachsblauel'' zur Flachsbearbeitung nach dem Brechen, ''Garn''- und ''Waschblauel'' (Vil. 1868); ''Blöiwel'' ,Werkzeug zum Schlagen des Flachses‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blauen, bleuen''' ● ,schlagen‘; nur in Bezug auf Flachs-, Garn- und Wäscheschlagen mittels eines ''Blauels'' (Vil. 1868); ''blöiwen'' ,Flachs schlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''bluchen'' (u kurz) ,schlagen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blaulappen''' ● Redenwendung: ''Äs blaulabbet sech'' ,die Wolken teilen sich, der blaue Himmel kommt stellenweise zum Vorschein‘, Kassel (Gr. 1894); ''der Himmel blohlabbt sech'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blaxbüchse''' ● Kinderspielzeug: aus Lehm geknetete Büchse mit Steinstöpsel zum An-die-Wand-werfen; Holzzylinder mit Korkverschluß, auch gefüllter Schlüssel; Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blaxe''' f. ● Kinderspielzeug: ausgehöhltes Holunderstück, aus der Wergstopfen durch Druck verschossen werden; Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blaxen''' ● ''blecksen'' ,schießen, Kasseler Gegend‘ (Pfs.1, 1889); ''blaxen'' ,knallen, mit der Blaxbüchse (Schlüsselbüchse) oder einem Kleingewehr schießen‘, Kassel (Gr. 1894); ''blaxen'' ,mit der Blaxe spielen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blecken''' ● ,hohnlächeln, boshaft lachen‘, Schwalm (Vil. 1868). ● Nur in der Wendung ''de Zönge rüßbleggen'' ,die Zunge herausstrecken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bleifeder''' ● ''Bleifedder'' ,Bleistift‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bleischen''' ● ,zerstreuen‘, z.B. Stroh oder gemähtes Gras, damit es dürre wird, Niederhessen, allg. üblich (Vil. 1868); ''bleeschen'' ,Getreidehalme, Stroh und dgl. infolge nachlässiger Behandlung umherstreuen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''verbleischen'' ‚etwas so zerstreuen, daß es sich nicht wieder zusammenbringen läßt‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bleß''' m., '''Bleßkopf''' ● ''Bläß'', ''Bläßkopp'' ,Kuh mit weißem Flecken auf der Stirn; Dummkopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bletzen''' ● ,flüchtiges, anderen unangenehmes Hin-und-her-Rennen im Hause, von Zimmer zu Zimmer‘, Kasseler Gegend (Pfs. 1886); ,häufig die Tür auf- und zumachen, sie zuschlagen‘, Kassel (Gr. 1894); ''pletzen'' ,die Tür oder auch das Fenster öfters und heftig in andern belästigender Weise zuschlagen‘, Balhorn (Sl. 10901). ● Vielleicht Wechselform zu ''blätschen''. Sl. vermutet darin ein entrundetes ''plötzen'', Faktitiv zu dem anderwärts vorkommenden ''plotzen'' ,hart aufschlagen‘, weist hin auf ''Plotz'', ''Blutz''. Pfs. erwägt ''bletzen'', altes Trabsitiv zu ''blitzen'', oder Zusammenhang mit ''platzen'', ''blatzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blind''' ● ''blenk'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Besser schaal wie blenk'' ,besser scheel als blind‘, d.h., ,besser weniger als gar nichts‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blindschleife''' f. ● ''Blindschleife'', ,Blindschleiche‘, übertragen: ,Bratwurst‘, Kassel (Gr. 1894); ''Blängschleefe'' ,Blindschleiche‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Blindschleife'' ist keine Verballhornung von hdt. ''Blindschleiche'', vgl. mhd. ''slîfen'', ''sleif'', ''gesliffen'' ,gleiten‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blinzen''' ● ,blinzeln, zwinkern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blinzening''' Adj. ● ''blinzening'', selten ''blinzeling'' ,mit zugekniffenen Augen, blindlings‘, allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''blenzenink'' ,mit geschlossenen Augen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blinzer''' ● ,jem., der dauernd zwinkert‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blispern''' ● ''blispern'' ,leise reden‘ (Pfs. 1886); ''blisbern'' ,flüstern‘, Kassel (Gr. 1894); ''blispern'' ,flüstern, leise reden‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blöde''' ● ''bleere'' ,schüchtern, furchtsam‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bloßtun''' ● Wendung ''sech wos bloßdunn'' ,sich etw. anmerken lassen, was verborgen bleiben sollte‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bluddern''' ● ,durch stoßweise Erschütterung von Luft, Wasser, Sand  enstehender Laut‘ (Vil. 1868); ''blorrern'' intr. ,durch kurze Stöße etw. in Bewegung versetzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Der Wend blorrert''. ,Der Wind weht stoßweise.‘ ''De Hinner blorrern im Saane''. ,Die Hühner bluddern (baden) im Sand.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blümchen blau''' ● ''Da gehts blümchen blau'' ,herrlich und in Freuden, unbesorgt um den eigentlich zu großen Aufwand, unbekümmert um eine vielleicht bedenkliche Zukunft‘, sehr übliche hessische Redensart (Vil. 1868); ''Bei uns gedd’s ,Blimmchen bloh‘''. ,Bei uns geht es ,Blümchen blau‘, d.h. ,wir leben herrlich und in Freuden.‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ''Bliemchen blau un Pännchen fett'' ,Wohlleben, Prassen‘, Kassel 20. Jh.; siehe ''Pfännchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blummen''' Pl. ● ,Flaum(schmalz)‘, Kassel (Gr. 1894), ,Flomen, Bauch- und Nierenfett der Schweine‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blunze''' f. ● ,bunte Troddel als Schmuck der Betzel‘, übertragen: ,aus Band gemachte Schleife‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blunze''' f. ● ,Geld‘; meist nur im Plur. (Vil. 1868); ''Blunse'', Kassel, dasselbe (Herzog 19. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blut''' f. ● ,Blüte, das Blühen allgemein‘ (nicht die einzelne Blüte), ganz Hessen, besonders östl. Hessen, Ziegenhain (Vil. 1868); ,die Blüte als Gesamtheit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bluterig''' ● ''bluderich'' ,blutig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blutigel''' ● ''Bludijel'' ,Blutegel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blutt''' ● ,federlos, jung‘ (Vil. 1868). ● In Kassel scheinbar nur in der Wendung ''hä es noch en bludder Junge'' (Gr. 1894). ● Bei Großenritte liegen nebeneinander zwei Hügel, der eine, bewaldete, heißt Holzbürgel, der andere, unbewaldete, der ''blotte Bürgel''. (Vil. 1868). ● Vgl. mhd. ''blut'' ,nackt, bloß‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blutz, Blutsch''' m. ● ''Blutz'' ,Fall, besonders starker Fall‘ (Vil. 1868); ''Blutsch'' ,platschendes Geräusch‘, nicht so hell oder knallend wie ein ''Blatsch'', ,Fall mit dumpfem Klatschlaut‘, Kassel (Gr. 1894); ''Plotz'' ,Schlag, Knall‘, schallnachahmend, Balhorn (Sl. 1901); ''Blotz'' ,Fall eines schweren Körpers‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blutzen, blutschen''' ● ''blutzen'', seltener ''blotzen'' ,hart und schwer auffallen, zu Boden fallen‘, überall gebräuchlich (Vil. 1868); ''blutschen'', ''hinblutschen'' ,(hin)fallen‘, Kassel (Gr. 1894); ''blotzen'' tr. ,jem. prügeln, durchhauen‘; intr. ,schwer hinfallen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blutzen''' ● ,stark, auch viel rauchend, dabei viel Dampf erzeugend‘ (Vil. 1868); intrans. ,stark rauchen, dabei dicke Rauschwolken ausstoßend‘, Kassel (Gr. 1894), ''blotzen'' ,rauchen‘, Oberelllenbach (Hm. 1926). ● Trans. in der Wendung ''eine blutzen'' ,eine (Zigarette) rauchen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blutzer''' m. ● ,Raucher, starker Raucher‘ (Vil. 1868), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blutzer, Blützer''' m. ● ''Blutzer'' ,kurz uund dicke gewachsener Mensch (Vil. 1868); ''Blutzer'' ,gedrungene Gestalt, dickes Kind‘, Kassel (Gr. 1894); ''Bletzer'' ,dicker und kurzer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bock''' ● ''Es kimmet emme wie ’m Bogge de Milch''. ,Es kommt ihm wie dem Bock die Milch, d.h. er begreift ganz langsam (oder gar nicht).‘ Kassel, 20. Jh., entsprechend Oberellenbach (Hm. 1926). ''Däm kannsde ö färmachen, der Bock hätt eenge'' … ,Dem kannst du auch vormachen, der Bock hätte eine …(zu ergänzen: Vulva)‘, d.h. ,dem kannst du ein X für ein U vormachen.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bocken''' ● ,laut, ungestüm, unziemend rufen, brüllen‘ (von Rindvieh und Mensch), in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''böckisch''' ● ''beggsch'' ,nach dem Bock verlangend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bofist''' m. ● ''Bófist'' ,kleiner Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ist offenbar scherzhafte Erweiterung von ''Fist'': Übertragung des Pilznamens ''Bovist'' (richtig ausgesprochen: ''Bófist''), der auf mhd. ''vâhenvist'' ,Füchsinnenfürzchen‘ zurückgeht (&amp;gt; ''*Foh(n)fist'' &amp;gt; ''Bofist'', dissimilator. Änderung des Anlauts). ● Siehe ''Fist'' und [[Der „Fist“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''böken''' ● ''beegen'' ,laut rufen, schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''bocken''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bolganke''' f. ● ,ein Wust von Haaren im Nacken (in der ''Anke''). „Das Wort ist meines Wissen noch nicht gebucht.“ Balhorn (Sl. 1901); ''Polka-Anke'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bölken''' ● ,laut und grob rufen, ungeschlacht schreien‘, in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868); ''belken'' (mit Verweis auf ''ballern''): ,überlaut sprechen, rufen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bollchen''' ● Pl. ''Bollerchen'' ,Bonbon‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Borde''' f. ● (''o'' lang) ,bäuerliche Hofstelle, Hofreite‘, früher in Besse und wohl anderen Dörfern am Odenberg (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Borläube''' f. ● ''Borlaiwe'' ,Kirchenempore‘, Kassel (Gr. 1894); ''Borlewe'', dasselbe, ''Borschenborlewe'' ,Kirchenempore für die Burschen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Born''' m. ● 1) ,Quelle‘; (Vil. 1868); 2) ,Quellwasser, Trinkwasser‘ (Vil.), Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hochdt. ''Brunnen'' wird fast nur im Sinne von ,Quellenbehälter, Brunnenkammer, Ziehbrunnen, einen Brunnen graben‘ gebraucht (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bornkerse''' f. ● ''Bornkersche'' ,Brunnenkresse‘, Oberellenbach (Hm. 1926), ''Brunnenkerschen'' (halbverhochdeutscht und wohl an ''Kirschen'' angelehnt), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bornstande''' f. ● ''Bornstanne'' ,Faß in der Küche, in welche das mit Eimern oder Butten geholte Brunnenwasser, der Born, gegossen wird (Vil. 1868); ''Bornstanne'' ,Bornständer; Faß mit abhebbarem Deckel als Wasserbehälter in der Küche‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Born'' und ''Stande''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Borzellin''' n. ● ''Borzellihn'' ,Porzellan‘, Kassel (Gr. 1894); ''Borzelin'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''borzellinen''' ● ''borzellihnern'' ,aus Porezellan‘, auch ,zimperlich, schwächlich, zerbrechlich‘, Kassel (Gr. 1894); ''borzellin'' ,aus Porzellan; zerbrechlich, empfindlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bosheitskropch''' m. ● ''Boseedsgrobch'' ,Bosheitskropf‘, d.h. ,leicht reizbarer, jähzorniger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bosheitswanst''' ● ''Boseedswanst'' ,jähzorniger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Botter''' ● ''Bodder'' (mit offenem ''o'') ,Butter‘, Kassel 19., 20. Jh. (Jonas, Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Botterhund''' ● ''Bodderhund'' ,Zughund der ehemals zu Fuß nach Kassel kommenden Butterführer aus der Schwalm‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bottern''' ● ''boddern'' ,buttern, Butter bereiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''’s wäll nett boddern'' ,es will nicht gelingen‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bozemann''' ● ,Gespenst, Schreckbild‘, Niederhessen (Vil. 1868); ,jem., der bedrohlich blickt, evtl. grollend, weil er etwas nicht versteht oder ablehnt‘, Kassel (Gr. 1894); ''Bozemann'', auch ''Bozelmann'' ,Gespenst, Schreckbild‘, Oberellenbach (Hm. 1926),). ● Siehe ''bözen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bözen''' ● ,in Schrecken setzen, Furcht einjagen‘, allgemein üblich, Schwebda 1664 (Vil. 1868); ''beezen'' ,einschüchtern‘, Kassel (Gr. 1894), ,jem. in Furcht versetzen, besonders kleine Kinder‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die Kinder werden mit einem ''Bozemann'', Niklas und dgl. ''gebözt'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brabalisch''' ● ''brawaalsch'' ,großsprecherisch, gewalttätig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von hochdt. ''barbarisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brakes''' m. ● ''Brages'' ,einer, der sich breit macht, der sich’s bequem macht‘, Kassel (Gr. 1894); ''Bragest'' ,großer und starker Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brall''' m. ● ,aufgebrachtes Schreien‘, Kassel 20. Jh., ,kurz und heftig herausgestoßener Schrei‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brallen''' ● ,laut schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bralluden''' m. ● ,aufschneiderisches Prahlen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brämisch''' ● ''brämmsch'' ,nach dem Eber verlangend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brammen''' ● ,zum Gebet läuten‘: die Glocke wird nicht geschwungen, sondern nur zu einzelnen Schlägen angezogen (Vil. 1868). ● Gilt scheinbar nur für Fritzlar, hier: ''es brammt''; nach Vil. heißt es anderwärts ''stimmen'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brappeln''' ● ''brabbeln'' ,schnell und undeutlich sprechen, mit geringer Lautstärke‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brapps''' m. ● ,steifer Brei, zäher Straßendreck‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brassel''' m. ● ,Haufen wertloser Gegenstände; Schutt und Trümmer‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''verbrasseln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brast''' m. ● ,große Verlegenheit, Beschwernis, schwere Sorge, Druck, Kummer‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,Sorge, innerer Druck‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kummer, Sorge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bratabend''' m. ● ''Brohrowed'', Abend vor Aschermittwoch, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brausche''' f. ● ''Bruhsche'' ,Brause der Gießkanne oder des Duschbads‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''’s es in der Bruhsche'' ,es (sie) ist in den Brausejahren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brausen''' ● ''brusen'', Kassel 19. Jh.; ''brüsen'', ,brausen‘, auch ,brünstig sein‘ (von Schweinen gesagt), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Breitede''' f. ● ''Breidede'' ,Breite‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Breitmaul''' ● ''Breedmüll'' ,leicht zum Weinen neigendes Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brede''' f. ● ,Mütze, Kappe, Haube‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Ich gäwe dä einen uffs Bredenmuster''. ,Ich schlage dich auf die Bredenstickerei‘, also auf den Kopf. Kassel (Gr. 1894). ● Gr. erwägt Ableitung von ''Barett''. ''Prete'' ,Mütze‘, Diemelgegend (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brekelei''' ● ''Bregelei'' ,anhaltendes Nörgeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brekeln''' ● ''prekeln'', ''brekeln'' ,unaufhörliche, kleinliche Vorwürfe machen‘, in ganz Niederhessen üblich (Vil. 1868); ''bregeln'' ,anhaltend nörgeln‘, Kassel (Gr. 1894); ,verdrießlich tadeln, nörgeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brekelsuppe''' ● ''Bregelsobbe'' ,Strafpredigt in brekelnder Art‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brelaken''' ● ''brelaagen'' ,das große Wort führen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brelakes''' m. ● ''Prelackes'' ,großer, schwerfälliger Mensch‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Brelages'' ,einer, der das große Wort führt‘, meist aber: ,ungeschlachter, lauter Mensch; einer ohne Benehmen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Breme''' f. ● ''Bräme'' ,Bremse, große Stechfliege‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''brëm(e)'' m. ,Bremse, Stechfliege‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brenne''' f. ● ,Feuerstätte mit dem darauf brennenden Feuer, auch ein Haufen glühender Kohlen‘ (Vil. 1868). ● Redensart ''um die Brenne herumgehn'' ,um etwas oder um jemanden herumgehen, ohne sich zu trauen näherzukommen‘ (Vil. 1868); ''imme de Bränne rimmergehen'', Kassel (Gr. 1894); ''em de Bränge rem gänn'' ,wie die Katze um den heißen Brei herumgehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brennhorn''' ● ,Säufer‘, Anspielung auf die rote Nase, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brenzerig''' ● ''brenzerich'' ,brenzlich‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bretten''' ● ''bretten'', ''aufbretten'' ,Tischtuch und Teller werden ''aufgebrettet'', d.h. werden auf den Tisch gelegt bzw. gestellt‘, unterschiedlich in Althessen (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brettern''' ● Ausdruck für das Bestecken der Frauen am Rücken mit etwa dreifingerbreiten, unterschiedlich farbigen Bändern, die wie Besätze anliegen, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bretzel''' f. ● ,zur Acht geformtes Gebäck‘, Kassel (Pfs. 1886), 20. Jh. ● Das einfache runde Gebäck heißt hingegen ''Kringel''. (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brieb''' m. ● ''Brieb'', Pl. ''Briewe'' ,Brief‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brieße''' f. ● ,durch Launen und Empfindlichkeit unangenehme Frauensperson‘, ganz Niederhessen (Pfs.2, 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brill''' m. ● ''där Brill'' ,die Brille‘, Kassel (Gr. 1894), ''där Brell'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brippel''' m. ● ''Bribbel'' ,wässriger Straßen- und anderer dünner Dreck‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Britsche''' f. ● ''Britsche'', ''Pritsche'', Bezeichnung für jeden ,Gang (Flur) im Hause‘, an der Schwalm (Pfs.1, 1889); ''Brödsche'' ,Fläche, die den oberen Teil einer Treppe begrenzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''britschen''' ● intrans. ,unruhig hin und her rennen‘, trans. ,betrügen, jem. um etwas Erwartetes bringen‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''brödschen'', trans. ,jem. einen Schlag versetzen, jem. demütigen‘; intrans. ,dauernd hin und her laufen und dabei die Türen auf und zu schlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''britzeln''' ● ''bretzeln'' ,beim Braten hörbare Geräusche vernehmen lassen (Fett)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Das Fätt bretzelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brocke''' f. ● ''Brogge'' ,Brocken‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''broseln''' ● ,geräuschvollen Stuhlgang haben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bröten''' ● Redewendung ''das bredet gut'', d.h. dazu kann man viel Brot essen; Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bruppelei''' ● ''Brubbelei'' ,unzufriedenes Vor-sich-hin-Brummen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bruppelig''' ● ''pruppelig'' ,ungehalten‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bruppeln''' ● ''pruppeln'' ,schelten, schmählen‘ (Vil. 1868); ''brubbeln'' ,murren, nörgeln‘, Kassel (Gr. 1894), ''brobbeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brüppeln''' ● ''brebbeln'' ,über etw. murren, schelten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brüppelsuppe''' ● ''Brebbelsobbe'' ,dauerndes Schimpfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brunzen''' ● ,urinieren‘, weit verbreitet, in Hessen fast nur vom weiblichen Geschlecht und kleinen Knaben üblich, sonst ''seichen'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brummen''' ● ,brummen‘, auch ,schmollen‘, Kassel, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brutsche, Brotze''' f. ● ''Prutsche'' ,aufgeworfenes Maul; trotziges Maul oder Gesicht‘ (Vil. 1868); ''Brotze'' ,schmollendes Antlitz‘; ''Brutsche'' ,Schmollgesicht‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brutzen''' ● ''brotzen'', in Niederhessen ''brutzen'', ,großtun, schmollend die Lippen aufwerfen‘ (Pfs. 1886); ''brutzen'' ,protzen, schmollen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''brotzen'' ,schmollen, maulen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brutzig''' ● ,zum Schmollen geneigt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brutzkasten''' ● ''Brotzkoosden'' ,Kind, das dauernd mault‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brutzkopf''' ● ''Brotzkopp'' ,Kind, das dauernd mault‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''büber''' ● ,oberhalb, darüber‘, in unterschiedlichen mundartlichen Formen überall üblich (Vil. 1868);  ''biwwer'' ,über, oberhalb‘,  Kassel (Gr. 1894); ''bewwer'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926),. ● In der hess. Schriftsprache als ''bober'' bis Anfang 18. Jh. gebräuchlich (Vil 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Buchde''' f. ● ''Bughde'' ,armseliges Gelaß‘, auch scherzhaft, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Von ''buchen'', im Niederhessischen vorkommende Form von ''bauen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Büche''' f. ● ''Bieche'' ,Buche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Buckelinchen''' s. ● ''Buggelienchen'' ,verwachsene weibliche Person‘, Kassel 20. Jh.; ''Boggelienchen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926) .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Buckelkamel''' ● ''Buggelkameel'' ,Kamel; verwachsener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''buckern''' ● ,geheimnisvoll miteinander sprechen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''büchen''' ● ,die zu reinigende Wäsche in heißer Lauge einweichen‘ (Vil. 1868); (die Wäsche) ''bichen'' (Erklärung fehlt), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Buff''' m. ● ,Schlag, Stoß, Faustschlag, Fauststoß‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bühne''' ● ,Zimmerdecke‘, Kassel (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bulge''' f. ● ,Welle, zumal größere Welle, Wasserschwall, Woge‘, Niederhessen (Vil 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bullen''' ● ''bollen'' ,bellen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''bullen'' ,bellen, heulen, brüllen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bullerhans''' ● ,Penis‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bullerjahn''' m. ● ''Bollrian'' ,Polterer, Hitzkopf‘, an der Eder und anderwärts (Vil. 1868); ''Bullerjahn'' ,polternder, ungestümer Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); ''Bollerjohn'', Oberellenbach (Hm. 1926), dasselbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bullern''' ● ''bollern'' ,wild auffahren‘, Niederhessen, sehr üblich (Vil. 1868); ''bullern'' (''u'' offen) ,poltern, laut losschimpfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''bollern'' (''o'' geschlossen) ,poltern, fortgesetzt laut schelten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bullern''' ● ''bullern'', auch ''büllern'', ''billern'' ,urinieren‘ (hauptsächlich von Kindern, namentlich kleinen Knaben) (Vil. 1868); ''bullern'' (''u'' geschlossen) ,urinieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bullertüpfen''' s. ● ''Bullerdibben'', Kassel 20. Jh., ''Bullerdebben'', Oberellenbach (Hm. 1926) ,Nachttopf‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bullewatz''' m. ● ,dicke Person‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bullhexe''' f. ● ''Bulläxe'' ,weibl. Geschlechtsteil‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bullhusten''' ● ''Bollhuhsden'' ,bellender Husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bulzen''' m. ● ''Bulzen'' ,Bolzen‘, Kassel 20. Jh.; ''Bülzen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Bülzen stärzen'' ,Bolzen stürzen‘, d.h. ,Purzelbaum schlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bulzenkopf''' ● ''Bulzenkopp'' ,sehr dicker Kopf (auf niedrigem Hals)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bulzenstrack''' ● ''bolzenstrack'' ,steif aufrecht‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''bulzenstrack'' ,bolzengerade‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bumme''' f. ● ,große bauchige Flasche‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bumme''' f. ● ,Pauke‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bummen''' ● ''bummen'' ,dumpf auf etwas schlagen, pauken‘, Kassel (Gr. 1894); ''bommen'' ,stoßen, schlagen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bummern''' ● ,wiederholt auf etwas dumpf und heftig schlagen, klopfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bums''' m. ● ,Furz‘, in Niederhessen der gewöhnlichste Ausdruck dafür (Pfs. 1886); ,Furz‘, Kassel 20. Jh.; ''Boms'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bumsen''' ● ''bumsen'' ,furzen‘ Kassel 20. Jh.; ''bomsen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bundriemen''' ● nur in der Redensart ''wänn’s on den Bönkrimmen gätt'' ,wenn’s an den Bundriemen geht‘, d.h. ,wenn die Sache ernst wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bunter, bünter''' ● ''bunger'' ,unterhalb, darunter‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868); ''benger'' ,unter, unterhalb‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''dabunter''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bupsen''' ● ''bobsen'' ,herunterfallen‘ (nur in Bezug auf Obst, das vom Baum fällt), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''buschpeln''' ● Siehe ''puschpeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bussel''' m. ● ,jemand, der niedere Arbeiten verrichtet, ein „Aschenbrödel“ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''busseln''' ● ''bosseln'', auch: ''busseln'' (Kassel) ,kleine geringfügige, verhältnismäßig mühsame Arbeit verrichten, besonders klopfen, hämmern, schnitzen‘ (Vil. 1868); ''busseln'' ,mit der Hand geschäftig kleine Arbeiten verrichten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Butzebock''' ● ''den Bützebock machen'' ,in scherzhafter Weise mit der Stirn gegen die eines Kindes stoßen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''butzen''' ● ''sech bützen'' ,sich stoßen; anstoßen mit dem Kopf‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Butzen''' m. ● ,Haufen, Klumpen (Werg, Gras)‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,Klumpen‘, oft: ,Klumpen, der etwas Hohles verstopft‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''D.''' und '''T.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im späten Mittelalter sind im Niederhessischen anlautende ''t'' und ''d'' in ''d'' zusammengefallen. Die entsprechenden Wörter werden im folgenden – trotz Trennung bzw. Trennungsversuchen bei den hochdeutschen Stichwörtern – gemeinsam aufgelistet.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Daacht''' n. ● ''Doocht'' ,Lampendocht‘,  Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Daachtnase''' ● ''Doochtnase'' (''o'' offen) ,Dochtnase: beschränkter, schwerfälliger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dabberig''' ● ''dawwerig'' ,weich geworden‘ (z.B. Obst), ziemlich allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dabüber''' ● ''derbiwwer'' ,darüber‘, Kassel (Gr. 1894), ''derbéwwer'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''büber''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dabunter''' ● ''derbunner'' ,darunter‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch ''bunter''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dachhase''' ● Übername des Dachdeckers, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dachtel''' f. ● ,Ohrfeige‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Pl. ,Hiebe, Prügel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dachteln''' ● ,verhauen, durchprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tägerung''' ● ''Dajeringe'' ,Morgendämmerung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dakel''' ● ''Daagel'' ,freche, liederliche Frauensperson‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Talbauer''' ● ''Daalbure'' ,jem., der sich grob, plump benimmt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dalles''' m. ● ,Verderben, Untergang‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,der Garaus‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Hä hot den Dalles.'' ,Es ist aus mit ihm.‘ Kassel (Gr. 1894). ● Aus dem Jiddischen, ,Totenkleid‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dalmen''' ● ,manibus contrectare‘ (Vil. 1868); ,(im Scherz) balgen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''sech dalmen'' ,sich im Scherz streiten, necken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dalmern''' ● ,liebkosen‘, von einem Liebespaar gesagt, etwa: ''Die zweie dalmern'', Kassel (Gr. 1894), ,im Scherz miteinander rangeln‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dämelschneider''' ● ''Dämelschnierer'' ,Dummkopf, Träumer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dämern''' ● ,dämmern; vor sich hin träumen, mit den Gedanken woanders sein‘, Kassel (Gr. 1894); ,dämmern (im Sinn von hereinbrechender Dunkelheit); im Halbschlaf sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dämerung''' ● ''Dämerunge'', Kassel (Gr. 1894), ''Dämeringe'' ,Abenddämmerung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dämerig''' ● ''dämerich'' Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dämpfen''' ● ''dämben'', wie hd., dazu: ,Atembeklemmung verursachen‘, Kassel (Gr. 1894); ''dämpen'' ,dämpfen; jem. bezwingen, niederzwingen‘, Balhorn (Sl. (1901); ''dämben'', wie hd., dazu: ,Atembeklemmung verursachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä hott en gedämbet.'' ,Er hat ihn gewürgt.‘ Kassel (Gr.). ''Der Röhch dämbt mech''. ,Der Rauch nimmt mir die Luft.‘ Oberellenbach (Hm.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dämpfisch''' ● ''dämbsch'' ,schweratmig, asthmatisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dampfschiff''' ● ''Dammscheff'', neben ,Dampfschiff‘ auch ,korpulente Frau‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dankverdiener''' ● ,Person, die sich stets den Dank anderer zu erwerben sucht, Schmeichler‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Dankverdienersche'', die weibliche Form dazu, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tannenapfel''' ● ''Dannenabbel'' ,Tannenzapfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tappchen''' ● ''tappchen'', ''dappchen'' ,fest und hart, plump auftreten‘ (Vil. 1868); ''dabchen'' ,plump und schwerfällig auftreten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tappchig''' ● ,plump, schwerfällig, tölpelhaft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tappe''' f., '''Tappen''' m. ● ,Socke, aus Salbenden, Lumpen usw. verfertigter weiter Schuh‘, allgemein üblich (Vil. 1868.) ●  In Niederhessen neben ''Tappe'' auch ''Laatsche'' und ''Tatsche'' üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tappen''' m. ● ''Dabben'' ,Schritt‘, übertragen: ,Maß, Portion‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Hä hot sinnen Dabben rus'' ,er hat es erledigt, hat genug gearbeitet, getrunken usw.‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tappen''' ● ''dappen'' (neben ,schwerfällig aufteten‘:) ,ertappen‘, Balhorn (Sl. 1901); ''dabben'' ,schwerfällig auftreten‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tappich, Tappch''' m. ● ''Tapch'', ''Dapch'' ,ein plumper Mensch‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''Dabbich'' ,unbeholfener, schwerfälliger Mensch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Dabch'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''täppisch''' ● ''däbbsch'', Kassel 19. Jh. (Herzog).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tappmichel''' m.● ''Dabbmichel'' ,unbeholfener, schwerfälliger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tappmichelei''' ● ''Dabbmichelei'' ,Unbeholfenheit, Schwerfälligkeit‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''darren''' ● ,dörren‘ (von Obst, Malz, Flachs), Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dasselbichte''' ● ''dasselwichde'' ,dasselbe‘, Kassel 19. Jh., ''doossalwechde'' (neben ''doossalwe'', ''dessalwe''), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Entsprechend ''derselbichte'', ''dieselbichte'' usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Daster, Dester''' m. ● ''Daster'' ,klebriger, fettiger Überzug an Gegenständen durch Beschäftigung mit Fett oder an Kleidungsstücken durch langen Gebrauch‘ (Vil. 1868); ''Desder'' ,glänzender, fettiger Schmutz auf abgenutzter Bekleidung‘, Kassel (Gr. 1894); ''Dasder'' ,Schmutzrinde, die sich im Laufe der Zeit an Gegenstände ansetzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dasterig''' ● ''dasderech'' ,mit einer Schmutzrinde bedeckt, klebrig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''datern''' ● ''dattern'', ''daddern'', oft auch ''daadern'', in Hessen das gewöhnlich Wort für ,schnattern‘, d.h. ,viel und Unnützes sprechen‘ (Vil. 1868); ''dadern'' ,müßig schwätzen, recht schnell schwätzen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Dazu: ''Getater'', 1731 (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Daterkalatsche''' ● ''Daderkalaadsche'' ,gehässige übermäßige Schwätzerin‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tatsche''' f. ● ''Datsche'' ,Tatze‘; ,Hand‘ (verächtlich); übertragen: aus Lumpen oder Selbenden zusammengenähte oder -geflochtene Schuhe (Überschuhe) der ärmeren Leute, vor allem Frauen, sonst auch ''Laatsche(n)'' genannt (Vil. 1868); ''Datsche'' ,große (ungeschickte) Hand‘, seltener ,Tatze‘, scherzhaft, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Datschen von Bären'' ,Bärentatzen‘, 1584 brieflich von Landgraf Wilhelm IV. erwähnt (Vil. 1868). ● Davon ''Linkdatsch'', ''dätscheln'', ''dätschen'', ''Dätscher'', ''dätschern''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tätscheln''' ● ''dätscheln'' ,dauernd anfassen, betasten‘, Kassel 20. Jh., ''dädscheln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tätschen''' ● ''dätschen'', trans.: ,etwas leicht (an)stoßen, so daß eventuell ein kleiner Schaden entsteht‘ (etwa: ''ein Ei dätschen'') Kassel, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tätscher''' m. ● ''Dätscher'' ,Kuchen aus geriebenen Kartoffeln mit etwas Öl‘, Kassel Gr. 1894); ,mißratener Kuchen, besonders wenn er zu steif geblieben ist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tätschern''' ● ''dädschern'' ,mit den Händen knetend etw. bereiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dättelig''' ● ''däddelech'' ,unsicher in der Bewegung, zitternd; zum Tändeln neigend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dätteln''' ● ''däddeln'' 1) ,sich unsicher bewegen, zittern; tändelnd mit etw. spielen‘, Oberellenbach (Hm. 1926);  2) ,Kleinkindersprache reden‘, z.B. ''k'' wie ''d'' oder ''t'' aussprechen, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tatterich''' m. ● ''Dadderich'' ,Zittern‘, auch: ,krankhaftes bzw. altersbedingtes Zittern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tauber, Täuber''' ● ''Dubbert'' ,Täuberich‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Dibber'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''schäler Dubbert'' ,jemand, der schielt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Dubbert'' mit dem in Niederhessen häufigen schließenden Dental, vgl. ''Koffert'', ''Dewest'', ''ebend'', ''alst'', ''schond'', ''immert'', ''nurt''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Taum''' m. ● ''Döhm'' ,Lichtdunst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''taumen''' ● ''dehmen'' ,rußen‘ (nur Lampe), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tausche''' f. ● ''Düsche'' ,Tausch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dechsel''' f. ● ''Dässel'' ,Werkzeug zum Herstellen von Mulden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Deez''' m. ● ,Kopf‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh. ● Vermutlich humoristische Verkürzung von ''Deezelkopf''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''deezelig''' ● ''deezelich'' ,dusselig, jemand mit „langer Leitung“‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Hä hot en dumm un deezelig geschlahn'' (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Deezelkopf''' ● ''Deezelkobb'' ,jem., der deezelig ist‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Deibhenker''' m. ● ''Deiphenker'', wird als Übername des Teufels verstanden (Vil. 1868); ,Teufel‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Wendungen: ''Den Deiphenker auch!'' (Vil. 1868) ''Zum Deibhenker!'' (Gr.); ''Zum Deibhenker no mo ninn!'' ,Zum Teufel noch mal hinein!‘ ''Der Deibhenker sall dech holen!'' Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Teigaffe''' ● ''Deichaffe'', auch: ''Deichaffengesichde'' ,Gaffer mit trägem Gesichtsausdruck‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Teigblock , -pflock''' ● ''Deichblock'' ,Teigblock oder auch Teigpflock’ (gleiche mundartliche Aussprache), Übername des Bäckers, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Deise''' f. ● ''Deise'', ''Deese'' ,Rauchfang, Holzgestell im Rauchfang zum Räuchern von Schinken und Würsten‘, Umgebung von Spangenberg (Vil. 1868); ''Deise'' ,hölzernes Gestell um den Kachelofen in ländlichen Stuben‘, Gegend von Wabern (Pfs. 1886); ''Deese'' ,Hühnerschlag, Hühnerstall‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''demmeln''' ● ,hart und oft mit den Füßen aufstampfen‘ (Vil. 1868) ,mit den Füßen fest auftreten‘, auch tr. ,fest treten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dermedeutsch''' ● Nur belegt in der Redewendung ''Dermeditsch drunnermachen'' ,Verwirrung, Verundeutlichung daruntermachen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''derweilst''' ● ''därwillst'' ,unterdessen, inzwischen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dester''' m. ● ''Desder'' ,glänzender, fettiger Schmutz auf fadenscheiniger Kleidung‘ (KS 1894), ''Dasder'' ,Schmutzrinde, die sich im Laufe der Zeit an Gegenstände ansetzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Detsche''' f. ● ,durch Inektenstich mißbildete Zwetsche‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''deutsch''' ● ''ditsch'', Kassel (Gr. 1894). ● Dazu: ''Kirchditschenbach'', scherzhaft für ,Kirchditmold‘, Kassel 20 Jh.; siehe auch ''Dermedeutsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''deutschweg''' ● ''dittschwéck'' ,gerade heraus, freimütig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dewes''' m. ● ,Hirnkasten‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Ich schlah dä den Dewes inn''. Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dewes''' m. ● ,dummer, schläfriger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); ''Dewest'', Pl. ''Dewesder'' ,kleiner Kerl‘. ● ''Dewes'' ist hessische Kurzform des Vornamens ''Matthäus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dickede''' f. ● ''Diggede'' ,die Dicke, Stärke‘, Kassel (Gr. 1894); ''Deggde'' ,Ausdehnung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dickedurch''' ● ,mit Schwierigkeiten fertig geworden sein, reüssiert haben‘, Kassel (Gr. 1894) ● ''Hä es dickedorch''. ,Er hat seine Schwierigkeiten, den beschwerlichsten Weg hinter sich.‘ Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dicksack''' ● ,dicke Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dickwanst''' m. ● ,dicke Person‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dickwatz''' m. ● ,dicke Person‘ (Gr. 1894, S. 86).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dickwurzel''' ● ,Runkelrübe‘, Kassel 20. Jh.; ''Deggworzel'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dibbern''' ● ''dewwern'', in der Redewendung ''des Mull dewwern'' ,Schläge aufs Maul geben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tiefede''' f. ● ''Diefede'' ,Tiefe‘, Kassel (Gr. 1894), ''Diffde'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Diele''' ● ''Dähle'' ,langes Brett‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dielenwand''' ● ''Dilenwand'' ,Bretterzaun‘, in Niederhessen ausschließliche Bezeichnung (Pfs. 1886); ''Dählenwand'' ,Holzwand, Bretterzaun‘, auch: ,großer, platter Kuchen, Streuselkuchen‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dilltopp''' m. ● ''Dilltop'' ,kleiner Kreisel, Knopfform mit durchgestecktem Hölzchen‘, sehr übliches Winterspiel der Kinder in den Stuben und auf den Tischen, übertragen: ,ein läppischer, linkischer, überall anrennender Mensch‘ (Vil. 1868); ''Dilldobb'' ,Kreisel‘, ältere Bezeichnung für ''Dullerdobb'', Kassel (Lüttebrandt 1917). ● Siehe ''Dullertopp''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dilltopp''' m. ● ''Dilldop'' ,Kaulquappe‘, Sprengel Schützeberg (Pfs.2, 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ding''' ● ''Dink'', Pl. ''Dinger'' ,Ding, Gegenstand, Sache, Angelegenheit‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Dänk'', Pl. ''Dänger'', Bezeichnung für alles, was man nicht näher bestimmen will oder wofür der passende Ausdruck fehlt bzw. nicht parat ist, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dingelchen''' ● ,kleines Ding‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dingen''' s. ● Nebenform von ''Ding'' in gleicher Bedeutung, ohne Plur.-Form, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dinsebiest''' ● ,einer, der anstrengende Arbeit verrichtet‘, eigentlich: ,einer, der immer schwere Handwagen zieht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dinsen''' ● ,mit Kraftanstrengung ziehen‘, ganz Althessen (Vil. 1868), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammf.: ''dinsen'', ''duns'', ''gedunsen'', Kassel; ''dinsen'', ''dons'', ''jedonsen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tintemichel''' ● ''Dindemichel'' ,blöder, untertäniger, nicht freimütiger Mensch‘, ursprünglich ,der Schreiber, Scribax‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dispen''' ● ''disben'' ,dämpfen, lindern, unterdrücken, demütigen‘, Althessen, vor allem Niederhessen (Vil. 1868); daaselbe, Kassel (Gr. 1894); ''desben'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''disputieren''' ● ''disbedieren'' ,sich zanken, sich mit Worten streiten‘, Kassel (Gr. 1894); ''sech desbedieren'' ,sich mit Worten streiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''disteln''' ● ''desdeln'' ,sich mit kleinen Schritten leise und schnell bewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä kemmt jedesdelt''. ,Er kommt in trippelnden Schritten heran.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ditschen''' ● ,(mit hellem Geräusch) anstoßen, aneinanderstoßen‘, Kassel 20. Jh. ● ''einem eine ditschen'' ,jem. eine Kopfnuß verpassen‘, ''Waggeln ditschen'', ein Murmelspiel, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tob''' m. ● ''Doob'' (neben das ''Dowen'') ,Toben, Lärm, lautes Wüten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Docke''' f. ● ,Mutterschwein, Sau‘, ganz Althessen (Vil. 1868); ''Dogge'' ,Mutterschwein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tod''' ● Redensart ''Er sieht aus wie der Tod von Ypern'', bezeichnet totenähnliches Aussehen, Niederhessen, sehr üblich Anfang des 19. Jh., „seit 1830 wol gänzlich erloschen“ (Vil. 1868); in Kassel jedfoch noch im 20. Jh. bekannt. ● Nach Vil. althergebrachte Redensart; in seiner Kindheit habe es die Deutung gegeben, „daß die Gefangennehmung hessischer Truppenteile in Ypern (1793) das alte Sprichwort habe wahr machen müßen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dohle''' f. ● ,Dohle‘, Übertragungen des Vogelnamens: ,(Zylinder)hut, insbesondere ein altmodischer oder schlechter, ferner jeder ärmliche, schlechte Hut‘, Kassel (Gr. 1894), ,magere, hässliche Frauensperson‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Dolde''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dohlenkopf''' ● ''Dohlenkobb'' ,jem. mit abstoßender Physiognomie, entsprechendem Teint usw.‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dokes''' m. ● ,Gesäß‘, halb scherzhaft, Osthessen (Vil. 1868); ''Doges'', dasselbe, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Dogest'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''doktern''' ● ''dogdern'' ,in ärztlicher Behandlung sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dolde''' f. ● ''Dolle'' ,Baumwipfel‘ (Vil. 1868); ''Dohle'' ,ein mit Früchten behängter Zweig eines Baumes‘, Dim. ''Dehlchen'' ,kleine Dolde‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tölpel''' ● ''Dilbel'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tölpelig''' ● ''dilbelich'' ,tölpelhaft‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dombank''' ● ''Dohmbank'' ,Tresen, Ladentisch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Donnerletter!''' ● ''Dunnerledder!'' Kassel (Gr. 1894), ''Donnerlädder!'' Oberellenbach (Hm. 1926), Fluch. ● Abscwächung des Fluches ''Donnerwetter!'' Wird in Kassel zugleich als ,Donnerleder‘ verstanden; nicht so in Oberellenbach möglich, wo Leder nicht ''Ledder'', sondern ''Lärrer'' heißt. In Kassel Weiterentwicklung zu ''Dunnerlittchen'', 20. Jh., und ''Dunnerwiddchen'' (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Topch''' m. ● ''Dobch'' ,großer Topf, in den Herd eingemauerter Kessel‘, Oberellenbach (Hm.). ● Siehe ''Tüpfen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dorfteufel''' ● ''Dorfdeiwel'' ,hinterlistiger Mensch; armer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dorn''' ● wie hdt., außerdem: ,mit Dornen besetzter Strauch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dörnerig''' ● ''dernerich'' ,dornig, stachelig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Totenlade''' ● ,gewöhnliche Benennung des Sargs‘ (''Sarg'' unbekannt, zumindest ungeläufig) (Vil. 1868); ''Dodenlade'' ,Sarg‘, Kassel (Gr. 1894), ''Dodenladhe'' (auch nur: ''Ladhe'') ,Sarg‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Dorenlore'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Lade''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Totenhof''' ● ''Dorenhoop'' ,Friedhof‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''totschmeißen''' ● ''dodschmissen'' ,erschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''schmeißen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dotterarsch''' ● ''Dodderoorsch'' ,unterentwickeltes Küken oder Gänschen; schwerfällig sich bewegender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dotterig''' ● ''dodderech'' ,langsam und schwankend sich bewegend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dottern''' ● ''doddern'' ,sich langsam und schwankend bewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dottersack''' ● ''Doddersack'' ,langsam und schwankend gehender Mensch; Stotterer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tour''' f. ● ''Dure'', Kassel (Gr. 1894). ● ''in einer Dure'' ,fortwährend‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''traben''' ● ''drowen'' ,fortwährend hin und her laufen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''träbisch''' ● ''drähbsch'' ,träge, ungern an eine Arbeit herangehend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trafatsche''' f. ● ''Drafaatsche'' ,Schwätzerin, Wortführerin‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tralatsch''' m. ● ''scheiwer Tralatsch'', ohne Erläuterung erw. (Pfs. 1886); ''Dralaatsch'' ,großer Schwatz‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tralatschen''' ● ''dralaatschen'' ,längeren Schwatz halten‘; Nebenform: ''draraatschen'', Kassel (Gr. 1894); ''draloodschen'' ,klatschen, überall dummes Zeug reden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tralje''' f. ● ''Dralche'' ,Treppengeländer‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Dralje'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hochdt. ''Tralje'' ,Gitter-, Geländerstab‘, mittelniederdt. ''trallie'', dasselbe; aus dem Altfranzösischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drällern''' ● 1) ,Fäden und dgl. zu fest drehen, flechten‘, 2) ,trällern (ein Lied)‘, Kassel (Gr. 1894) ● Siehe ''drillern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tramm''' ● ,faul, arbeitsunlustig‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drämer''' ● ,langsamer, zögerlicher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trankgeld''' ● ,Trinkgeld‘, nördl. Hessen (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trant''' m. ● ''Trant'', ursprünglich ,ruhiger, gemessener Schritt, Gang‘, dann ,Gewohnheit, ungefähr Vergleichbares‘, ganz Althessen, besonders Niederhessen, nur in formelhaften Wendungen (Vil. 1868); ''Drand'' ,Trant‘ Kassel (Gr. 1894); ''Drant'' ,Schritt, Gang, Lebensgang, Gewohnheit‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Wie d’s Lehnchen starb, do war‘sch im Lawieschen sin’n Drande'' ,so alt, so groß wie ’s Louischen‘ (Gr. 1894). ''Es geht emmer em ahlen Drand'' ,nach alter Gewohnheit‘, ''die zwee senn en emm Drand'' ,in demselben Alter‘, ''em Drand remm'' ,um den Trant herum, ungefähr‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''traratschen''' ● = ''tralatschen'' (siehe oben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''traschaken''' ● ''traschaaken'' ,durchprügeln‘, hierzulande sehr üblich (Vil. 1868); ''draschaagen'' ,verprügeln‘, Kassel (Gr. 1894), ''draschoogeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Das Wort bedeutete ursprünglich das Hazardspiel ''Tréjaques'' (richtiger ''tre sciacchi'') spielen, jemandem dadurch das Geld abnehmen. Das Spiel wurde in Hessen durch Edikte von 1733 und 1774 schärfstens verboten. (Vil. 1868)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''trassaten''' ● ''trassaten gehn'' ,auf die Gasse laufen, müßig umherlaufen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''trätschen''' ● ''trätschen'' ,rauschend, platzend niederfallen, vom Regen, auch vom ausgeschütteten Wasser (Vil. 1868); ''drätschen'' ,stark regnen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926) .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Traubel''' f. ● ''Druwel'' ,Traube‘, Kassel (Gr. 1894), ''Drüwel'' ,Traube (Wein-, Johannesbeertraube), Bündel Ähren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''draufflammen''' ● ''drufflammen'' ,fest draufschlagen, prügeln‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''flammen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trausche''' f. ● ''Drausche'' ,Regenschauer‘, Kassel (Gr. 1894).● Siehe ''Treisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''trawatschen''' ● ''drawaatschen'' ,hin und her laufen, rennen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dreckerig''' ● ''dreggerich'' ,dreckig‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dreckkalt''' ● ''dräckkaalt'' ,naßkalt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Treff''' m. ● ''Dräff'' ,Schlag, körperliche Verletzung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drehpeter''' ● ''Drehbeeder'' ,langsamer und träger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dreidrähtig''' ● ''dreidrehdich'', z.B. ,Garn aus drei verdrillten Fäden‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''En dreidrehdicher Kaffee'' ,ein starker, kräftiger Kaffee‘ (Gr. 1894):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dreieckt''' ● ''dreieggt'' ,dreieckig‘ (neben ''dreieggech''), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Treisch''' m. ● ''Dreesch'' ,heftiger Regenguß‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Trausche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dreist''' ● ''drisde'' ,furchtlos, beherzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''drîste'' ,beherzt, kühn, wagemutig‘, auch ,frech‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trendeler''' ● ''Drendeler'' ,zögerlicher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''trendeln''' ● ''trändeln'' ,langsam gehen, zögern‘, tadelnd (Vil. 1868); ''drendeln'' ,langsam sein, trödeln, zögern, im Entschluß wanken‘, Kassel (Gr. 1894). ● Könnte Ableitung von ''Trant'' sein (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trendelpeter''' ● Drendelbeder ,zögerlicher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drete''' ● ''treede'' Adj., Adv. ,dicht, häufig‘, Niederhessen, sehr üblich (Vil. 1868); ''dreere'' ,dicht, häufig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Das Korn steht treede''. ''Die Stiche am Saum müssen treede gemacht werden''. ''Die Schläge fielen treede''. (Vil. 1868) ● Von mhd. ''dræte'' ,schnell‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tribbeln''' ● ''driwweln'' ,zwischen den Fingern oder Händen drehen, reiben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''drewweln'', nur in den Zusammensetzungen ''auftribbeln'', ''zusammentribbeln'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tribulieren''' ● ''driwwelieren'' tr. ,jem. ängstigen, quälen‘, intr. ,nörgeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Triesch''' s. ● ''Driesch'' ,unbebautes Land, das meist zur Schafweide benutzt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''triesch''' ● ''driesch'' ,dickfällig, träge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drillchskerl''' ● ''Drelchskerl'' ,der mit Drillich-Sachen hausierende Händler; jemand, der unablässig um etwas anhält‘, hier und da in Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drillern''' ● ''drellern'' ,drillen, stark und schnell drehen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drillitz''' ● ''Drellitz'' m. ,kleiner Kreisel: Schwefelhölzchen, halb in einer Knopfform steckend‘, Kassel (Gr. 1894); Drillitz n. ,Hosenknopf, durch den ein Streichholz gesteckt ist‘, primitives Kinderspielzeug, Balhorn (S. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tripsdrill''' m. ●  ''Drebsdréll'' ,einer, der sich alles bieten läßt und allem nachkommt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Einen zum Drebbsdrell machen'' ,jem. allerlei niedrige Verrichtungen und Arbeiten aufhalsen‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tripsdrille''' ● ''Dripsdrille'': fiktiver Ortsname, Quentel 20. Jh. ● ''Mach dich nach Dripsdrille!'' ,Hau ab!‘ Quentel 20 Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drisch''' ● ,gewandt, hurtig‘, am Knüll (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tristekutz''' m. ● ''Dristekutz'' ,melancholischer, mürrischer (auch schmollender) Mensch‘, wörtlich ,Kauz‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trittlinge''' ● ''Driddlinge'' ,Schuhe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trübetrost''' ● ''Triewetrost'' ,ein trauriger Mensch‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Driewedroost'' ,Trauerkloß‘, Kassel 20. Jh.; ,Mensch, der stets traurig ist und den Kopf hängen läßt‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''trübetrostig''' ● ''triewetrostig'' ,traurig, niedergeschlagen‘, Balhorn (Sl. 1901); ''driewedroosdech'' ,betrübt; langsam sich bewegend, träge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Truche''' f. ● nur in der Redensart ''ha äs in der Drüche'' ,er befindet sich in großer Verlegenheit, sitzt in der Klemme‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Truchenkater''' ● ''Drüchenkoder'' ,finster dreinblickender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drückdrauf''' m. ● ,Nachdruck, Entscheidung‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''Dreckdruff'' ,Bestätigung‘, eigentlich ,Besiegelung‘, Kassel (Gr. 1894); ''Dreggdroff'' ,Person, die alles, was sie erzählt, mit einem gewissen Nachdruck vorträgt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Den Dreckdruff gäwen'' ,etwas bestätigen‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trudch''' m. ● ''Trutch'' ,Kaffee-Ersatz‘, spöttisch für ,Kaffee‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Drodch'' ,dicke Flüssigkeit, besonders der Bodensatz vom Kaffee‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Truddelbrühe''' ● ''Druddelbrieh'' ,schwacher Kaffee‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trudel''' m. ● ''Drudel'' ,schlechter Kaffee‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drudel''' m. ● ,schlechte Musik‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drudeln''' ● sehr geläufiges Wort, jedoch fast nur in Verbindung mit Adverbien: ''aufdrudeln'', ''herbeidrudeln'', ''zusammendrudeln'' ,auftreiben, herbeischaffen, zusammenbringen‘, mit dem Nebensinn kleinlicher Sorge. (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drudeln''' ● ,schlecht musizieren, dudeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trulatsch''' m. ● ''Drulatsch'' ,dünner, schwacher Kaffee‘, Kassel (Gr. 1894), ''Drullatsch'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trulle''' f. ● abfällige Bezeichnng für einen Frauensperson, Balhorn (Sl. 1901). ● ''Trulle'', von den Grimms gebraucht in dem Märchen „Die Gänsehirtin am Brunnen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trümper''' m. ● ''Drember'', nur in der Redensart ''armer Drember'' ,armer Kerl, armer Teufel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Trümper'', alt für ''Trompeter''; unsicher, ob dies ursprünglich gemeint sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trüpfel''' m. ● ''Dribbel'' ,herabfallender Regentropfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''trüpfeln, tröpfeln''' ● ''dribbeln'', Oberellenbach (Hm. 1926), ''drebbeln'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Druse''' f. ● ,Pferdekrankheit mit Schleimausfluß aus Maul und Nase‘, auch ,Erkältung‘ beim Menschen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trusel''' f. ● ''Drusel'' ,die in den Straßen der Städte befindlichen Rinnsteine, Gossen‘, Althessen, besonders Niederhessen (Vil. 1868);  ''Drusel'' ,Rinnstein, Straßengosse‘, Kassel (Gr. 1894), ,Morast, Sumpf‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Trusel'' ist nicht, wie vielfach angenommen wird, der übertragene, verallgemeinerte Name der ''Drusel'' (alt: ''Trusel''), des Baches, der vom Habichtswald kommt und oberhalb der Kasseler Altstadt in die Fulda fließt. Allerdings sind Name und Begriff etymologisch verwandt. Siehe dazu [[Druselturm]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Truselmährer''' ● ''Druselmährer'' ,einer, der druselt‘, „bezeichnete früher Knaben von der niedrigsten Klasse“, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''truseln''' ● ''druseln'' ,im Schlamm der Straßengossen wühlen (in der Hoffnung auf kleine Funde, etwa Münzen)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drutschel''' f. ● ''Drutschel'', auch ''Drutschelchen'': „so nennt man oft seine gemütliche Frau, auch die eines anderen“, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch ''Dutschel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drutscheln''' ● ''drutscheln'', ''rimmerhärdrutscheln'' ,auf gemütliche Weise im Haushalt nach dem Rechten sehen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tüchelchen''' ● ''Diechelchen'', siehe ''Läppchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tücherseil''' ● ''Diecherseel'' ,Wäscheleine‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tück''' m. ● ''Dick'' ,geheimer Groll, Haß‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. hochdt. ''Tücke''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''duck-duck''' ● ''duck-duck'' oder ''duck-duck-duck'', Lockruf für Hühner, allgemein in Niederhessen (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tucken''' ● ''duggen'' ,ein-, untertauchen‘, ''sich duggen'' ,den Kopf einziehen, eine gekauerte Stellung einnehmen‘, übertragen: ,sich fügen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''düggen'' ,tunken, eintauchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tücken''' ● ''diggen'' trans. ,auf hinterlistige Weise gegen jem. vorgehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Heimtücker''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tuckfett''' ● ''Duggefedd'' ,gekreischtes Rüböl mit gebratenen Zwiebeln darin‘, Kassel (Gr. 1894); ''Duckefett'', ''Duckewerk'' ,Rahm mit Salz und Fett‘, hierein werden die gesottenen Kartoffeln getaucht, Balhorn (Sl. 1901); ''Düggfätt'' ,eine aus Mehl, Rahm und Speck bereitete Tunke‘, sie wird in einer großen Pfanne in die Tischmitte gestellt, die Herumsitzenden tauchen ihre Kartoffelstücke hinein; beliebte Abendmahlzeit. Oberellenbach (Hm. 1926) ● Siehe ''kreischen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tucks''' m. ● ''Tucks'', ''Ducks'' ,Schlag, Stoß, Krankheitsanfall‘ (Vil. 1868). ● Wendung ''Das hot emme d’n Ducks gegäwen.'' ,Das hat ihm den Rest gegeben.‘ Kassel (Gr. 1894, S. 33). ● Vgl. ''tucken'' und ''tucksen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tucksen''' ● ''tucksen'', ''ducksen'' ,einen empfindlichen Schlag geben, niederschlagen, entscheidend demütigen‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''ducksen'' ,demütigen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tuckwerk''' ● ''Duggewerk'' ,Feingebäck zum Kaffee‘, Kassel (Gr. 1894); ''Duckewerk'' = ''Duckefett'' (siehe ''Tuckfett''), Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Düft''' m. ● ''Deft'' ,Reif, kalter Wind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''düftig''' ● ''defdech'' ,schneidend kalt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dukatenschisser''' ● ''Dugadenschisser'', soviel wie ,Goldesel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894) ● ''Ich hon kein Dugahdenschisser; wo sall ich d’s Geld herkrechen?'' (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dulchern''' ● ,mit dem Dolcher verletzen, erdolchen‘, halb scherzhaft‘, Niederhessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dullern''' ● ,ungewöhnlich rasche Umdrehungen um die Achse machen‘; ,taumeln unmittelbar vor dem Hinfallen‘; ,den Kreisel peitschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,jemanden mit raschen Bewegungen prügeln‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: Wentzell Dullerdobb.jpg|thumb|185px|right|G. Wentzell, ''D'r Dullerdobb'']]&lt;br /&gt;
'''Dullertopp''' m. ● ''Dullerdobb'' ,Kreisel, der mit der Peitsche angetrieben wird‘, Kassel 20. Jh. ([[Gustav Wentzell]] 1917). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dummbach''' ● fiktiver Ortsname. ● ''Nit von Dummbach sinn'' ,nicht dumm sein‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tummeln''' ● ''sich tummeln'' ,sich eilen‘ (nie im hochdt. Sinn ,sich herumtummeln“) (Vil. 1868); ''sich dummeln'' ,sich beeilen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''sech dommeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dumpf''' m. ●  ''Domp'', ''Dump'' ,Asthma‘, Niederhessen (Vil. 1968); ''Dump'' m., Nebenform von ''Dampf'', auch ,Luftfeuchtigkeit‘, niederhess. (Pfs.1, 1889); ''Dump'', Asthma, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dümpfchen''' ● ''Dümpchen'' ,leichtes Gewölk‘, bei Kassel (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dune''' Adv. ● ''dune'', ''donne'' ,dicht, gedrängt, fest, straff‘, nur im niederdeutsch sprechenden nördlichen Hessen (Vil. 1868; trifft offensichtlich nicht zu); ''dune'' ,dicht gedrängt, straff, gespannt‘, Oberellenbach (Hm. 1926), ''dunne'' ,recht fest‘, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● ''Stellt üch net su dune zesammen.'' ,Stellt euch nicht so dicht zusammen.‘ ''Des Seel äs dune jezochen.'' ,Das Seil ist straff angezogen.‘ ''Das Fensder äs dune zu.'' ,Das Fenster ist fest geschlossen.‘ (Hm. 1926). In Kassel scheinbar nur die Wendung ''dunne hahlen'' ,recht fest halten‘ belegt (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dünnfett''' ● ''dinnefett sinn'' ,es an der nötigen Höflichkeit fehlen lassen‘; ''dinnefedd sinn'' oder ''duhn'' ,kleinlaut sein‘, Kassel (Gr.  1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dünnfett''' m. ● ''Dennefätt'' ,magerer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dünnschiß''' m. ● ''Dennescheß'' ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894), ''Dinnschiß'', Kassel 20. Jh., ''Dennschäß'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Du sißt üs wie Dennschäß un Wärk'' (''wie Dennschäß un Mährrättch''). ,Du siehst aus wie Dünnschiß und Werg (wie Dünnschiß und Meerrettich)‘, d.h. ,sehr schlecht‘. Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tüpfelchen''' ● ''Dibbelchen'' ,Tüpfelchen, Pünktchen, Kleinigkeit‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Dibbelchen'' ,Pünktchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tüpfeljohannes''' ● ''Dibbelgehannes'' ,einer, der alles bis aufs Dibbelchen erledigt, Kleingkeitskrämer, skrupulöser Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tüpfen''' ● ,Topf‘. ''Töpfen'', ''Tüpfen'', ''Düpfen'', noch gewöhnlicher ''Dübben'', ''Dibben'' gesprochen, in Althessen ausschließlich Bezeichnung für den Topf (Vil. 1868); ''Dibben'' ,Topf‘, Kassel 19. Jh., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Debben'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Althochdt. (westdt.) belegt als ''tuphin'' (Aussprache: ''tüpfin''), Ableitung von älterem ''*dupp-'' ,Topf‘ (&amp;gt; ''dopp''  &amp;gt; ''topf'') durch Diminutiv-Suffix ''-în'', dessen ''i'' den Umlaut ''u'' &amp;gt; ''ü'' bewirkte, regulär: ''*duppīn &amp;gt; tupfin &amp;gt; tüpfin'', hessisch: ''*duppīn &amp;gt; *tuppin &amp;gt; *tüppin &amp;gt; *tüppen'' (hochmittelalterlich) &amp;gt; ''düppen'' (spätmittelalterlich). ● Siehe [[Das „Dippen“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tüpfengücker''' ● ''Dibbengigger'' ,Topfgucker, Neugieriger; einer, der sich um Dinge kümmert, die ihn nichts angehen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tüpfenlecker''' ● ''Dippenlecker'' ,naschhafter Mensch‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tuppern''' ● ''duppern'' ,wankend und stolpernd gehen, wie mit Besorgtheit zu fallen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''dübbern'' ,sich langsam tastend vorbewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dürängeln''' ● ''dürangeln'', ''dürengeln'', hoch- und niederdt., in Hessen auch ''düringeln'' ,durchprügeln, quälen, plagen‘ (DWB 2, 1860); ''thürängeln'', ''dirängeln'', ''direngeln'' ,ängstigen, plagen, quälen‘, (in Hessen) allgemein üblich (Vil. 1868); ''dieringeln'' ,quälen, drangsalieren‘, Kassel (Gr. 1894), ''dierängeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Unterschiedliche Deutungen: DWB vermutet ''durch'' + ''rangeln'', Vil. vermutet als Sinn ,zwischen Tür und Angel bringen‘, Gr. vermutet Ableitung von ''Thüringen''. ● Bereits bei Hans Sachs als ''dürengeln'' belegt: ''o geh nur hin hin, du galgenschwengel, / du dölp, eh das ich dich dürengel''. (DWB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durch, dürch''' ● ''durch'', ''dorch'', Kassel 19., 20. Jh.; ''derch'' (&amp;lt; ''*dürch''), vielfach im übrigen Niederhessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchbringisch''' ● ''derchbrengsch'' ,verschwenderisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchflammen''' ● ''dérchflammen'' ,verprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchmusen''' ● ''dérchmüsen'' ,durchwühlen, durchsuchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchnaß''' ● ''dérchnaß'' ,durch und durch naß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchrustern''' ● ''dérchrosdern'' ,durchrosten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchschlupfern''' ● ''dorchschlubbern'' ,hindurchschlüpfen‘, ''sich dorchschlubbern'' ,sich kümmerlich durchschlagen, durch eine schwierige Situation kommen, evtl. schlau, unauffällig, ohne größere Blessuren‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchsieren''' ● ''dérchsieren'', Part. Perf. ''derchjesorren'' ,durchseihen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Wird bei Hm. 1926 unter „durchsieden“ geführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchwackeln''' ● ''dorchwaggeln'' ,verprügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchwalken''' ● ''durchwalgen'' ,verprügeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchwamschen''' ● ''dérchwamschen'' ,durchprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchwichsen''' ● ,verschwenden; verprügeln‘ , Kassel (Gr. 1894); ,verprügeln‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''turmelig''' ● ''dormelech'' ,taumelnd, schwindlig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''turmeln''' ● ''dormeln'' ,taumeln, sich schwankend bewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''turmeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Turn''' m. ● ''Dorn'' ,Turm‘, neben dem häufigeren ''Dorm'' (''o'' beidemale geschlossen), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dürrländer''' m. ● ''Derrlanger'' ,abgemagerter, flinker Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dürrlitz''' m. ● ''Derrlitz'' ,dürre, kleine Person‘, Kassel (Gr. 1894), ''Derrlatz'' ,magerer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dürrlitzig''' ● ,von magerer, schmächtiger Statur‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''duspeln''' ● ''düsbeln'' ,schläfrig sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dust''' m. und s. ● ''där Dust'' ,schläfriger, träumerischer Mensch‘ (Gr. 1894), ,jemand, der schwer von Begriff ist‘, Kassel 20. Jh.; ''das Düst'' ,dumme Frauensperson‘, meist: ''dommes Düst'', Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tütchenskrämer''' ● ''Diddchenskremer'' ,Tütenkrämer, Kleinkaufmann‘, Kassel (Gr. 1894); ''Dittchenskrämer'' ,kleiner Kaufmann‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tute''' ● ''Dudde'' ,Tüte‘, übetragen: ,Falte‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''Düdde'' ,Tüte‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Die Bluse macht Dudden'' ,schlägt Falten (wo keine hingehören)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tutehorn''' ● ''Duhdehorn'' ,Horn zum Tuten, Nachtwqächterhorn‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tuten''' ● ''dudden'' ,fälteln, in tütenförmige Falten legen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tuten''' ● ''duden'' ,auf dem Tutehorn blasen, ins Horn stoßen; ein Tutgeräusch hören lassen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''duden'', auch ''düden'', ,blasen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dutschel''' f. ● ,Schatz, Schätzchen‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Du bist minne liewe Dutschel'', ''minn liewes Dutschelchen''. Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch „Drutschel“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dutscheln''' ● ''dutscheln'' ,herzen, küssen, ans Herz drücken‘, Kassel (Gr. 1894), ''dütscheln'' ,saugen, lutschen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Duttelding''' ● ''Düddeldänk'' ,kleine, zierliche Person, kleiner Gegenstand‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''duttelig''' ● ''duddelich'' ,unbeholfen; sich unsinnig beschäftigend‘, Kassel (Gr. 1894); ''düddelech'' ,klein, zierlich, winzig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dutteln''' ● ''duddeln'' ,sich unbeholfen benehmen wie ein kleines Kind‘, auch: ,sich mit Spielarbeit beschäftigen, unsinniger Beschäftigung nachgehen‘, Kassel (Gr. 1894); ''düddeln'' ,eine Arbeit an winzigen Gegenständen verrichten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Duttelpeter''' ● ''Duddelbeder'' ,jemand, der fast so unbeholfen ist wie ein kleines Kind, der ohne Sinn herumhantiert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dützchen''' s. ● ''Ditzchen'' ,weibliche Brust‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dutzekopf''' ● ''Dutzekobb'' ● ''Hemme-hemme-Dutzekobb!'' sagt man zu Säuglingen beim Schäkern, indem man bei der Silbe ''Dutz'' mit der Stirn sanft an die des Kindes stößt. Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dutzelig''' ● ''dotzelech'' ,schwankend, schwindlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dutzeln''' ● ''dotzeln'' ,hin und her schwanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dutzen''' m. ● ''Dutzen'' ,Zitze, Brüste, Euter‘, im Hersfeldischen üblich (Vil. 1868); ''Dützen'' ,Euter‘, Oberellenbach (Hm. 1826).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch A – D'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_E_%E2%80%93_H</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H</title>
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				<updated>2015-01-22T06:06:34Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch E – H'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
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:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''E.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
-'''echtig''' ● -''ächdich'', Kassel, Oberellenbach. ● Endung zur Bildung von Adjektiven aus Substantiv oder Adjektiv, um eine Ähnlichkeit mit den darin enthaltenen Begriffen auszudrücken; Suffixkombination aus umgelautetem altem ''-acht'' (&amp;gt; nhd. -''icht'') und –''ig''. ● Siehe ''klopfechtig'', ''rotechtig'', ''schaurechtig'', ''scheuchterechtig'', ''schupperechtig'', ''stickelechtig'', ''wüllenechtig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ecke''' ● ''Egge'', ''Eggchen'' wie hochdt., dazu: ,kurze Entfernung‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''’s äs ogger noch ’ne gleene Egge bis Kassel''. ,Es ist nur noch eine kleine Entfernung bis Kassel.‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ecken''' ● ''sich ecken'' ,sich eilen‘, Niederhessen, sehr üblich (Vil. 1868); ''sech äggen'' ,sich beeilen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ecksaule''' ● ''Ecksulle'' ,Ecksäule‘, Kassel (Gr. 1894), gemeint: ,Eckpfosten am Fachwerkhaus‘; ''Eggsühle'' ,Ecksäule‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä hält de Ecksulle feste, daß se net immefällt'', d.h. ,er ist ein Faulenzer‘ (Gr.). ''Hä hot en Kopp wie ’ne Eggsühle'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Edelmann''' ● ''Ärrelmann'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Duh nur net, wie wänn du ’m Ärrelmann üs dem Oorsch jefallen weerscht''. ,Tu nur nicht, als ob du einem Edelmann aus dem Arsch gefallen wärest‘, d.h. ,von hoher Herkunft wärest.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ege''' f. ● ''Ähje'' ,Egge‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● „Vgl. auch ''Eide''; ''Egge'' ist das jüngere Wort und verdrängt ''Eide'' allmählich.“ (Hm. 1926). ''Egge'' ist im 15. Jh. aus dem Verb ''eggen'' neu gebildet worden. ● Siehe ''Eide''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''egen''' ● ''ähjen'' ,eggen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ehle''' f. ● ''Ähle'' ,Elle‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehnächten''' ● ''ehnächden'' ,vorgestern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehnder''' ● ,eher‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Je ehnder, je liewer'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehr''' Konj. ● ''ehr'', ''ehr daß'' ,ehe, bevor‘, Kassel 20. Jh.; ''ehr'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehrt''' Adv. ● ,erst, bisher nur‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehrten''' Adv. ● ''ehrden'' ,zuvor‘, Kassel 19. Jh. (Gr. 1894); ''ehrten'' ,vorhin‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eichte''' f. ● ''Ichde'' (''i'' kurz) ,der ein Maß oder Gewicht als geeicht bezeichnende Stempel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eichten''' ● ,eichen‘. Die gemeinhochdt. Form ''eichen'' ist „jetzt“ die im Volksmund gebräuchliche, daneben auch ''eichten'', „und soll sogar: ''ichten'' gehört worden sein“ (Vil. 1868); ''ichden'' ,eichen (ein Maß oder Gewicht)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''etwas zu eichten geben'' ,zum Eichen geben‘, Singlis 1569, 1619 (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eide''' f. ● ,Egge‘, Hessen (Vil. 1868); ''Ehre'' ,Egge‘ (älteres Wort für die ''Egge''), Oberellenbach (Hm. 1926).  ● Vgl. mhd. ''egede'' &amp;gt; ''eide'' ,Egge‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eiden''' ● ,eggen‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eige''' ● Soviel wie: ,Ich will nicht, ich mag nicht.‘ Nur von Kindern bzw. Kindern gegenüber gebraucht. Balhorn (Sl. 1901)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einbörtel''' m. ● ''Innbärdel'' ,Umsäumung, Einfassung an Kleidungsstücken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eindemmeln''' ● ''inndämmeln'' ,(etwas) dicht treten‘, z. B. das auf den Wagen geladene Heu, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einduspern''' ● ''inndüsbern'' ,sitzend einschlafen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einhemmen''' ● ''innhämmen'' ,die Hemmkette in das Rad hängen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einhöbeln''' ● ''innheweln'' ,(Kraut) einhobeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einhüten''' ● ''innhieden'' ,unverschämt viel für sich einheimsen, einhamstern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einhuttern''' ● ''sich innhuddern'' ,sich einmummeln (in Kleidungstücke, Bettzeug)‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''huttern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einkacheln''' ● ''innkacheln'' ,(stark) einheizen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926), übertragen: ,tüchtig zechen, jem. Angst machen, jem. Dampf machen‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einkippen''' ● ''innkibben'' ,sich die Taschen füllen, einhamstern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einlappen''' ● ''innlabben'' ,jem. anschwärzen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einlecken''' ● ''innleggen'' ,naßmachen, besprengen (Wäsche)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einmummeln''' ● ''sich innmummeln'' ,sich einmummen, sich einhüllen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einnippen''' ● ''innippen'' ,einnicken, für kurze Zeit in Schlaf fallen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einschenken''' ● Siehe ''Ballschlag''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einschnurbeln''' ● ''innschnurweln'' ,einschrumpfen, zusammenschrupfen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einschnurren''' ● ''innschnurren'' ,einschrumpfen, zusammenschrumpfen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einschulen''' ● ''innschulen'' ,zu einem bestimmten Zweck belehren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einsulpern''' ● ''einsolpern'' ,Schweinefleisch einsalzen‘ (Vil. 1868); ''innsulbern'' ,einpökeln‘, Kassel (Gr. 1894), übertragen: ''sich innsulbern'' ,sich schmutzig machen, einsauen, vollkleckern‘, Kassel 20. Jh.; ''innsolbern'' ,Schweinefleisch einsalzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Loß dich innsulbern!'' Spöttische Abweisung (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einsummen''' ● ,langsam einschlafen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einsutten''' ● ''sich innsudden'' ,sich einsauen mit Feuchtem, Klebrigem‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eintucken''' ● ''innduggen'' ,eintunken, einstippen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eintuckewerk''' ● ''Induckewerk'' ,leichtes Gebäck bein Kaffee- oder Teetrinken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eisch''' ● ,schädlich, giftig, häßlich, widrig‘, nördlichstes Hessen, bis nach Fritzlar (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eisen''' ● Wendung ''nix lichen lossen wie heiß Isen un Mählensteine'' ,nichts liegen lassen außer heißem Eisen und Mühlsteinen‘, in Bezug auf tatkräftige Personen, die nahezu alles in Angriff nehmen, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eisenkuchen''' ● ''Isenkuchen'' ,einfacher Kuchen, der auf einem kleinen, etwa acht bis zehn Zentimeter tiefen Blech gebacken wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eiszacken''' ● ''Iszaggen'' , Eiszapfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eitel''' ● ''itel'', ''idel'', auch ''ittel'' ,unvermischt, ohne Zutaten, bloß‘ (Vil. 1868); ''idel'', auch: ''iddel'' ,bloß, pur, nichts als‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''irel'', dasselbe, Oberellenach (Hm. 1926). ● Gebrauch: 1) Als indeklinables Adj.: ''Hä ißt iddel Brot''. ,Er ißt pures Brot‘, also ,trocken Brot.‘ Kassel 20. Jh. 2) Als Adv.: ''Hä ißt de Wurscht iddel''. ,Er ist die Wurst pur‘, also ohne Brot. Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ekel''' m. ● ''Egel'' ,Abscheu; widerliche, leicht reizbare Person‘, Kassel 20. Jh.; ,ekliger, abscheulicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eklig''' ● ''egelich'' ,abstoßend; zornig, unwirsch‘, Kassel 20. Jh., ,abscheulich, abstoßend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Elendsknochen''' ● ''Ählendsknochen'' ,elender, übler Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''elendig''' Adj. ● ,elend‘, im Volksmund allein gebrächliches Adjektiv; ''elend'' kommt nicht vor (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''elendiglich''' Adv. ● ''ählendiglich'' ,elend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Elter''' f. ● ''Eller'' ,Großmutter, Hebamme‘, gekürzt aus ''Eltermutter'', Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868); ''Äller'' ,Großmutter, Hebamme‘ (in letzterer Bedeutung kaum noch gebräuchlich), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eltermutter''' ● die in Hessen ausschließlich geltende Bezeichnung für die Großmutter (Vil. 1868); ''Ellermodder'' ,Großmutter‘, Kassel (Gr. 1894), ''Ällemodder'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eltervater''' ● die in Hessen ausschließlich geltende Bezeichnung für den Großvater (Vil. 1868); ''Ellervader'' ,Großvater‘, Kassel (Gr. 1894), ''Ällefoder'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''embern''' ● ,matt werden, nach etwas streben‘, hessenweit hier und da, in Kassel auch: ,zappelnd schwimmen (Anfänger)‘ (Pfs. 1886); ''gegen einem''(!) ''empern'' ,sich auflehnen‘ (Pfs. 1, 1889); ''embern'' ,mit Anstrengung schwimmen, mit starken Armbewegungen einherschreiten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''endelich''' ● ''engelich'' ,fleißig, arbeitsam, eilig (dem Ende zustrebend)‘, Niederhessen, sehr üblich (Vil. 1868); ''engelecht'' ,eilfertig, fleißig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''enke''' Adv. ● ''enke'', ''enken'', ''enked'' ,genau‘, Althessen, sehr üblich (Vil. 1868);  ''enkeden'' ,genau, passend‘, Kassel (Gr. 1894, Lüttebrandt 1917); ''enke'' ,genau‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''verwor en enken'' ,fürwahr und gewiß‘, Beteuerungsformel, an der unteren Eder und Schwalm (Vil. 1868). ''Das muß enkeden gemacht wären'', Kassel (Gr. 1894). ● Gr. vermutet, ''enkeden'' sei „wohl mehr bäurisch“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Enkel''' m. ● ,Fußknöchel‘, überall im inneren Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Entenbürzel''' ● ''Endenbirzel'' ,Entensteiß‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''Ähndenberzel'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Des Mull geht emme wie ’n Endenbärzel'' (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eppen''' ● ''eppen'', ''äppen'' , etwas schmerzlich empfinden, von einer Sache unangenehm berührt werden‘ (Vil. 1868); ''äbben'' ,schmerzlich empfinden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''ippen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eppisch''' ● ''eppsch'', ''äbsch'' ,reizbar‘ (von Menschen, aber auch z.B. von Haut) (Vil. 1868); ''äbbsch'' ,empfindlich, reizbar‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''erbsgeel''' ,erbsengelb‘. ● Scheinbar nur in der Wendung ''erwesgäler Wißkobb'' ,Flachskopf‘, Kassel (Lüttebrandt 1919); ''ärwesgaler Wißkopp'' ,erbsgelber Weißkopf, rothaariger Mensch‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erbstüpfen''' n. ● ''Erwesdebben'' ,Erbsentopf‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''ahles Erwesdibben'' ,Person, die stundenlang halblaut schimpft und zankt‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erbszähler''' ● ''Erweszähler'', wie ''Erwesdebben'', mit dem Nebensinn ,Kleinigkeitskrämer‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''erkrimmen und erkratzen''' ● Nur in der Redewendung ''alles, wos se ergrimmen un ergratzen kunn'' ,alles was sie irgendwie zusammenraffen können‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ern''' m. ● ''Ähren'' ,Hausflur‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ersten''' ● ''erschden'' ,zuerst, zunächst‘, Kassel 19., 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''-es''' ● vor allem im nördlichen Hessischen häufiges Suffix zur Bildung von Substantiven, Bezeichnungen für – nicht nur, aber vor allem – männliche Personen; es hat die Funktion, Großes, Ungeschlachtes, Ungefüges, Negatives zu bezeichnen; niederhess. Beispiele: ''Brakes'', ''Brelakes'', ''Flerches'', ''Haches'', ''Kippes'', ''Klambes'', ''Labbes'', ''Larches'', ''Lewes'', ''Quintes'', ''Spulkes'', ''Staches'', ''Stampes'', ''Stülpes'', ''Rülpes'', ''Wambes-t''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eulern, eulen''' ● ''eulern'' ,tönern‘ (Vil. 1868); ''illern'' ,irden [aus Ton gebrannt]‘, Kassel (Gr. 1894), ''illen'' ,tönern, irden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''illerne Piffe'' ,irdene  Pfeife‘ [also Tonpfeife] (Gr.); ''illen Wore'' ,Töpferware‘ (Hm.). ● ''Ille(r)n'' &amp;lt; *''üle(r)n'', Adj. zu niederhess. *''Ule'' ,gebrannter Tontopf‘, erhalten z.B. in Flurbezeichnung ''Ulofen'' bei Metze; vgl. auch ''Aulgasse'' in Marburg. Zugrunde liegt mhd. ''ûle'' ,Topf‘, von lat. ''ōlla'' ,Topf‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Euler''' m. ● ''Üller'', ''Iller'' ,Töpfer‘, Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868). ● Mhd. ''ûlner'' ,Töpfer‘. ● Siehe ''eulern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Euler, Auler''' m. ● ''Üller'', zu Kassel ''Uller'', an der Werra ''Iller'', einer der vielen Namen für die ,kleinen Spielkugeln‘ der Kinder (Pfs. 1886). ● Genauer: ,gebrannte Tonkugel‘, siehe ''eulern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''extern''' ● ,(anhaltend) necken, in plagender beschwerlicher Weise necken (im Scherz und im Ernst)‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''exdern'' ,tadeln‘, Kassel (Gr. 1894); ''sech äxdern'' ,sich verdrießlich abmühen, sich beeilen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''F.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Falle''' f. ● ,Falle‘ (Fangwerkzeug), auch ,Bett‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fallning''' ● ,fallend‘; ''de fallninge Graanget'' ,die fallende Krankheit, Epilepsie‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''falsch''' ● ,falsch; zornig, hinterlistig‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894) dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fang''' m. ● ''Fank'' ,Hieb‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fanzen''' ● ,mit den Händen in der Luft herumfahren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fäsel''' f. ● ,dünner Faden‘, ,Härchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fasen''' m. ● wohl bedeutungsgleich mit ''Fasel'' (''Fäsel''), Kassel (Gr. 1894, ebd. ohne Bedeutungsangabe erwähnt unter ''fesseln'', s. „füsseln“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''faselig''' ● ''fosselech'' ,sich schnell vermehrend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fäselig''' ● ''fäselech'' ,aus lauter dünnen Fäden bestehend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fäseln''' ● ,sich in lauter dünne Fäden auflösen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Faß''' ● ''Der eß us ’nem angern Fasse.'' ,Er ist von einer andern (bessern) Art.‘ Balhorn (Sl. 1901). ''Dos kemmt üs em annern Faß.'' ,Das kommt aus einem andern Faß, ist bedeutend schöner, wertvoller als etwa anderes.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Faullacks''' m. ● ''Fullachs'' ,Faulenzer‘, Kassel (Gr. 1894, ebd. verschrieben); ''Fülax'' ,träger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Lacks''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fautsche, Fautschel''' f. ● ''Fautsche'' ,Fehler‘, in den Mittelständen als halbes Scherzwort gebräuchlich, am üblichsten in den Strickschulen (Vil. 1868); ''Fautschel'' ,beim Stricken verfehlte Masche‘, Kassel (Gr. 1894). ● Nachbildung des französ. ''faute'' ,Fehler‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fautscheln''' ● ,Fautscheln machen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Feez''' m. ● ,Spaß, Vergnügen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''Fuldafeez''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''feien''' ● ,Getreide mit einem feinen Sieb reinigen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Feldgücker''' ● ''Feldgigger'' ,Feldgucker, d. h. große, stracke Wurst‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. nd. ''Feldkieker''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''felgen''' ● ''fäljen'' ,Stoppelland umpflügen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fenstern''' ● ''fensdern'' ,werfen, schlagen, durch Hinwerfen zertrümmern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''fänsdern'' ,hinauswerfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fensterschwitz''' m. ● ''Fänsderschwetz'' ,Wasserdampfniederschlag an den Fensterscheiben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fickfacker''' m. ● ,Schwänkemacher, Aufschneider, Betrüger‘, sehr gebräuchlich, Niederhessen (Vil. 1868); ''Feggfägger'' ,Aufschneider, Prahlhans‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Finsel''' f. ● ,Perücke‘, Spottbezeichnung, allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ,Perücke; strenge Miene‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fiskal''' m. ● ''Fischkal'', Kassel 19. Jh. (Herzog), ''Feschgahl'' ,Fiskal, königlicher Sachwalter‘, übertragen: ,Auskundschafter, Spion; jemand, der Personen oder Verhältnisse ausspioniert‘, ebd.(Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fiskalen''' ● ''feschgahlen'' ,alles ausspionieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fisseln''' ● ,fein regnen‘, ganz Althessen (Vil. 1868); Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fist''' m. ● ,leiser Furz‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ,kleiner Junge, Lehrling‘, humoristische Übertragung, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894) . ● Die eigentliche Bedeutung von ''Fist'' war scheinbar bereits im 19. Jh. in Kassel nicht mehr geläufig. ● Siehe ''Bofist'', ''Pechfist'', [[Der „Fist“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fisten''' ● ,leise furzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fitsch''' ● ,quitt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Mä sin fitsch.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fitsch''' ● ''Fiddsch'' ,Leichtfuß‘, Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fittch''' m. ●  ''Fidch'' ,Flügel eines Vogels‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kontraktion von ''Fittich''. ● Siehe ''Flittich''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fitzen''' ● Fachwort der Weber und Tüncher (Vil. 1868, mit Erläuterungen); ,einflechten der Fitzgerten in Schalhölzer‘ (Fachwort der Weißbinder); ,das gewebte Garn durch Fitzfäden in Gebinde aufteilen‘ (Weberei), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fitzen''' ● ,mit der Rute leicht schlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fitzen''' ● ,jem. angeben, bezichtigen (in der Schule)‘, Kassel, „vor Jahrzehnten“ (Pfs. 1886); ,denunzieren (seine Mitschüler)‘, ''ahnfitzen'' ,denunzieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fitzer''' ● ,Denunziant‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fitzgerte''' f. ● ,gespaltene Buchen-, Hasel-, Hainbuchengerte zum Einflechten in die Schalhölzer‘ (Vil. 1868); ''Fitzgerde'' ,dünne, zähe Gerte; Weidenrute‘, Kassel (Gr. 1894); ,gespaltene Hasel- oder Buchenrute, die zum Einflechten in die Schalhölzer dient‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flächsen''' ● ''flässen'' ,aus Flachs gesponnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fladusen''' Pl. ● ,Lügen, Beschönigungen‘, harmloser als ''Schmagucken'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fladusenmacher''' ● ,einer, der ''Fladusen'' macht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fläme''' f. ● ,Weiche, Seite‘, ursprünglich Seite eines Tieres (Ochsens), aber auch die eines Menschen, erniedrigend (Vil. 1868); ,Weiche, Flanke eines Tieres, namentlich beim Rindvieh‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Redensart ''einen in die Fläme hauen'' ,jemandem einen nachdrücklichen Hieb geben‘, vor allem Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flämisch''' ● ''flämisch gucken'', ''flämische Augen machen'' ,unschön, böse oder neidisch blicken‘, an der Schwalm (Pfs. 1886). ● Pfs. bezweifelt Zusammenhang mit der Völkerschaft der ''Flamen'', sieht eher Ableitung von Fläme ,Seite, Flanke‘, also eigentlich vielleicht gemeint: ,schielende, seitliche Blicke‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flammen''' ● ,blitzschnell laufen, sich eilig bewegen; verprügeln‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''sich flammen'' ,sich tüchtig schlagen, prügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''flammen'' ,prügeln, durchhauen‘, Balhorn (Sl. 1901); ,sich eilig bewegen, blitzschnell laufen; durchhauen, verprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flanz''' m. ● ,den Atem benehmender, zumal stinkender Dunst, z.B. von Fett, das auf die heiße Ofenplatte geschüttet wird‘ (Vil. 1868); ,Dunst, schlechte Luft, Gestank‘, Kassel (Gr. 1894, Lüttebrandt 1917), ,starker Abortgeruch‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flarenbart''' m. ● ''Florenbort'' ,einer, der dumme Streiche oder Witze macht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flarjes''' m. ● ''Florjes'' ,Witzbold, Spaßmacher‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Flerches''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flatch''' m. ● ,klatschender Schlag‘, vermutl. ganz Hessen (Pfs. 1886); ,Stoß‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); Plur. Fladdche ,Hiebe‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flatchen''' ● ,klatschend schlagen‘ (Pfs. 1886); ,eine Person mit einem kurzen, heftigen Schlag wegstoßen, ohne daß sie fällt, „so daß sie aufrecht fortwirbelt“‘, auch auf Gegenstände bezogen, Kassel (Gr. 1894), 20. Jh.; ,mit den Flügeln um sich schlagen, flattern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flatsche''' f. ● ''Flatsche'', an der Schwalm ''Fletsche'' ,Lappen, Fetzen‘ (Pfs. 1886); ''Flatsche'' ,Lappen, besonders aber durch schwere Verwundung losgetrenntes Hautstück; dann aber auch ansehnliche Hiebwunde‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Flootsche'' ,abegerissenes größeres Stück Haut‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● En Fletsche Wisse ,ein Stück Land‘, an der Schwalm (Pfs.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flatschen''' m. ● (''a'' lang) ''Flaadschen'' m. ,etwas kleines, flaches Weiches; etwas Breitgetretenes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fleenzemichel''' ● ,Schmeichler in Stimme und Gebärde, übertrieben untertänig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fleenzig''' ● ''fleenzich'' ,schmeichlerisch, untertänig tuend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fleez''' m. ● ,ungefüger, ungesitteter Mensch, was man sonst auch Rekel, Bengel nennt (Vil. 1868); ,Lümmel‘ (Pfs. 1886); ,einer, der sich fleezt‘, etwa bedeutungsgleich mit ''Bankrekel'', Kassel (Gr. 1894). ● ''En Fleez machen'' ,mit aufgestütztem Kopf am Tisch lümmeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fleezen''' ● Verb zu ''Fleez'' (Pfs. 1886); ''sich fleezen'' ,unbescheiden zuviel Platz auf einer Bank oder bei Tisch einnehmen, bei Tisch den Kopf in die Hand stützen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flennbart''' m. ● , ein zum Lachen geneigtes Kind‘ (Vil. 1868); ''Flännbort'' ,Mensch, der dauernd lacht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flenn-Else''' f. ● ,ein zum Weinen geneigtes, tränenreiches Mädchen‘ (Vil. 1868); ''Flännelse'', Name eines Gespenstes, mit dem den kleinen Kindern Angst eingejagt wird, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flennen''' ● 1) ,weinen‘, im Hersfeldischen, Grafschaft Ziegenhain, untere Eder, Efze (Homberg und Umgebung), 2) ,lachen, lächelnde Miene machen, den Mund zum Lachen verziehen‘, östl. Hessen, an der Fulda und Werra (Vil. 1868); ,lachen‘, auch: ,weinen‘, Kassel (Gr. 1894); ,den Mund zum Lachen verziehen, lachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ursprüngliche Bedeutung von ''flennen'': ,den Mund verziehen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flerches''' m. ● ''Flerjes'' ,Schlingel, Bengel‘, Schimpfwort, hin und wieder in Niederhessen (Vil. 1868); ''Flerches'' ,grober, anmaßender Mensch‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Flarjes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flerren''' ● ,die Zähne blecken, höhnisch lachen‘ (zuweilen gebraucht für das ungezogene Weinen der Kinder), ziemlich allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fliegenschnappe''' f. ● ''Fliechenschnabbe'' ,Fliegenklatsche‘, Kassel (Gr. 1894, S. 72).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flitschbogen, Flitzbogen''' ● ,Armbrust‘, „ersteres die für gröber, gemeiner, letzteres die für feiner und edler geltende Benennung“, jetzt nur noch Knabenspielzeug (Vil. 1868); ''Flitzeboochen'' ,Bogen der Kinder zum Abschießen von Pfeilen, Kassel 20. Jh.; dasselbe, dazu: ,Armbrust‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hans Staden aus Homberg (16. Jh.) hat ''Flitschbogen'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flitschen, flitzen''' ● ,mit Pfeilen schießen‘, östl. Hessen, zu Anfang des 19. Jh., von älteren Personen gebraucht (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flittich''' ● ''Fliddich'' ,Flügel‘, weit verbreitete Nebenform von ''Fiddich'' ,Fittich‘ (Pfs. 1886); ''Fliddich'', ''Fleddich'' ,Fittich, Flügel, Arm; leichtfertiger Mensch‘, Kassel 19. Jh. (Jonas, Gr. 1894). ●  Das ''l'' in ''Fliddich'' ist von ''Fliechel'' ,Flügel‘ entlehnt, vergleichbar mit hochdt. ''Geflügel'', mhd. noch ''gevügele'', Kollektivbegriff zu ''vogel''. ● Siehe ''Fittch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flirre''' f. ● ,launenhafter Einfall, Grille, dummer Witz‘, wohl meist im Pl. ''Flirren'' benutzt, Kassel (Gr. 1894); ,Grille, unnütze oder verschrobene Idee, fixe Idee‘, Balhorn (Sl. 1901); nur Pl.: ''Flirren'' ,dumme, Streiche, dumme Witze‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flittergans''' ● ,junges Mädchen, das unaufhörlich lacht‘, Scheltwort, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Floh''' ● ''die Floh'', Kassel (Gr. 1894), ''där Flooch'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flugger''' ● ,schnell, hurtig, eilig‘, untere Eder (Fritzlar und Umgebung) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flutchen''' ● ''flodchen'' ,schlagen, prügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flutsch''' ● ,junges vorwitziges Mädchen, etwa im Backfischalter‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flutschen''' m. ● ''Flüdschen'' ,abgerissenes Stück Haut‘, Oberellenbach (Hm. 1926); vgl. ''Flatsche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Forsche''' f. ● ,Kraft, Tatkraft, Anstrengung, Elan‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kraft, Gewalt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Forsche'' ist Ableitung von dem Adj. ''forsch''; kommt nicht, wie gelegentlich angenommen, von französ. ''force''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Forschede''' f. ● ,Kraft, Tatkraft, Anstrengung, Elan‘, Kassel (Gr. 1894). Nominalableitung von ''forsch'' mittels Suffix ''-ede''; vergleichbare niederhess. Bildungen sind z.B. ''Dickede'', ''Breitede'', ''Längede'', ''Tiefede''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Franzlaibchen''' s. ● Pl. ''Franzlaiwerchen'' ,Franzbrötchen‘, Brötchensorte, nicht so fein wie Pariser, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frasen''' m. ● ,Rasen‘, nördl. Niederhessen, südl. bis Melsungen und Homberg (Vil. 1868). ● Vgl. ''Frasenweg'', Kassel-Rothenditmold 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''frech''' ● ''fräch'' ,verwegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''freide''' ● ''freere'' ,herb, bitter, scharf-säuerlich im Geschmack‘, Oberellenbach (Hm. 1926); vgl. mhd. ''vreide''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''frisch''' ● wie hochdt. ● ''längest fresch'' ,gut genug, mehr als hinreichend‘, Kassel (Gr. 1894); ''’ne fresche Kuh'' ‚eine frischmelkende Kuh‘ (sic), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''frischmelk''' ● ''freschmelk'' ‚gute Milch gebend‘, Niederzwehren 20. Jh. (Müldner).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frist''' f. ● ,Fußrücken, Rist‘ (Vil. 1868), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fromm''' ● ,förderlich, gesetzlich, ein anständiges Leben führend‘ (Vil. 1868); ,ruhig, geduldig, lenksam (z.B. ein Pferd)‘, Oberellenbach (Gr. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frostekatze''' ● ,jemand, der leicht friert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frunzel''' f. ● ,ungepflegte Frauensperson; eine, die sich und ihre Kleidung vernachlässigt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fuckeln''' ● ,nachlässig arbeiten‘, mittlere Eder (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''führen''' ● wie hd., dazu ,eine Fuhre machen‘, Niederhessen 18., 19. Jh. (W.G.). ● Unterscheidunng zwischen ''führen'' und ''fahren'': das vorgespannte Tier ''fährt'' z.B. Mist, der aber Knecht ''führt'' ihn. ''Die Leute müssen heute Mist führen.'' (Pfs.1, 1889). Vgl. die Berufsbezeichnung ''Salzführer'' für ,Salzfahrer, d.h. Fuhrmann, der Salz transportiert‘, Kirchberg 18., 19. Jh. (W.G.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fuldafeez''' m. ● ''Fullefeez'' ,Spaß, Vergnügen auf der Fulda‘, beim Zissel, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füllen''' n. ● ,Fohlen‘, Kasseler Gegend und an der Eder (Pfs. 1886); ''Fellen'' ,junges Pferd‘, Oberellenbach (Gr. 1926). ● Pfs. berichtet, ''Füllen'' sei in seiner Kindheit in Kassel üblich gewesen, ''Fohlen'' habe er erst in der Schule kennen gelernt. Hm. führt für Oberellenbach nur ''Füllen'' auf, nicht ''Fohlen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füllchen''' n. ● ''Fellchen'' ,junges Pferd‘, Oberellenbach (Gr. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füllster''' s. ● ''Fellsder'' ,Füllsel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Funke''' f. ● ,zänkische Frau‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Funsel''' f. ● ,schlecht brennende Lampe‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Funzel'' ,trübes, qualmendes Öllicht‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Funsel'' ,schlecht brennende Lampe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fürtehase''' ● ,furchtsamer Mensch‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fürtekatze''' ● ''Firdekatze'' ,Fürchtekatze, scheue Katze; furchtsame Person, Feigling‘, Kassel (Gr. 1894); ''Färdekatze'' ,furchtsamer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fürten''' ● ''sich firden'' ,sich fürchten‘, Kassel (Gr. 1894), ''sech färden'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fürtening''' ● ''färdenink'' ,fürchtend‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● ''färdenink machen'' ,fürchtend machen, Angst einjagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Furzmulde''' f. ● ''Furzmuhle'' ,Bett‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Mulde''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fusch''' m.● ''Fusch'', Plur. ''Fische'', ,Fisch‘, Kassel (Gr. 1894). ● Der Singular ist vermutlich Rückbildung aus dem Plural analog zu ''Bische'' (= entrundetes ''Büsche''), ''Busch'' ,Büsche, Busch‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fuscheln''' ● ,(an etwas) herumhantieren‘, Kassel 20. Jh.; ''füscheln'' ,(etwas) oberflächlich berühren, leicht über etwas hinfahren, im Dunkeln tasten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füssel''' f. ● ''Fissel'' ,Fasen, Fädchen, Härchen, Stäubchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''füsseln''' ● 1) ''fisseln'' ,ausfransen, so daß sich Stäubchen usw. ansetzen, die nicht leicht der Bürste weichen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füßling''' m. ● ''Fießling'' ,Fußteil des Strumpfes‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''futteln''' ● ,muscheln beim Spiel‘ (Pfs. 1886); ,mit Kleinkram herumhantieren, herumbasteln, evtl. unsorgfältig‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''futterläunisch''' ● ''fudderlingsch'' ,wild, ungestüm durch große Freßgier (von Pferden)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''futtern''' ● ,grollend, fluchend schelten‘, ziemlich ganz Hessen, besonders Niederhessen (Vil. 1868); ''fuddern'' ,fluchen, wettern‘, Kassel (Gr. 1894). ● Verbale Ableitung von französ. ''foudre'' ,Blitz, Donnerschlag‘; obwohl bereits im 18. Jh. einzeln gebraucht, erst 1806 bis 1814 völlig üblich geworden (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''G.,''' siehe auch '''K.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''gabeln''' ● ''gawweln'' oft für ,dingfest machen, jem. festhalten, daß er Rede und Antwort stehen muß‘, Kassel (Gr. 1894); ''gowweln'' ,auf die Gabel nehmen, Heu, Getreide und dgl. mit der Gabel auf den Wagen bringen‘, Oberellenbach (Hm 1926). ● ''Ich hon’n mä gegawwelt.'' ,Ich habe ihn mir vorgeknöpft.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gäbeln''' ● ''sech gäwweln'' ,sich zanken, sich streiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gacke''' f. ● ,Kacke‘, Kassel 19., 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gackel''' f. ● ''Gaggel'' ,einfältige, sich kindisch benehmende Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gackelig''' ● ,unsicher in Bewegungen und Verrichtungen, einfältig, unanstellig‘ (Vil. 1868); ''gaggelech'' ,einfältig, kindisch, beständig lachend (besonders von jungen Mädchen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gackeln''' ● ''gaggeln'' ,einfältig mit etwas herumspielen, sich kindisch benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gackelwerke''' Pl. ● ''Gaggelwärge'' ,einfältiges, kindisches Benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gacken''' ● ,cacare‘, nicht sonderlich volksüblich (Vil. 1868); ''gaggen'' ,kacken‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach, dasselbe (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gak''' m. ● ''Gaak'' ,Schrei‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''en Gaak duhn'' ,laut schreien‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gakehals''' ● ''Gaagehals'' ,Schreihals‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gakelei''' f. ● ''Gagelei'' ,Posse, Narrheit, albernes Scherzen‘, meist im Pl. ''Gageleien'' benutzt, Kassel (Gr. 1894). ● Verb, von dem ''Gakelei'' abgeleitet ist, nur erhalten in ''vergakeln'' (s. d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gakelpossen''' Pl. ● ''Gagelbossen'' ,Narrheiten‘, wie ''Gageleien'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gaken''' ● ,überlaut schreien‘, auch vom Geschrei der Raben, Dohlen, Krähen gebraucht (Vil. 1868); ''gaagen'' ,schreien, zu laut sprechen oder singen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gogen'' ,laut schreien‘, vom Geschrei der Gänse; auf andere Geräusche, zumal das menschliche Schreien übertragen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Galasche''' f. ● ,Prügel, Hiebe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''galaschen''' ● ,prügeln, schlagen‘, als Züchtigung, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gallern''' ● ,laut schreien, besonders von Hunden, wenn sie geschlagen oder von andern Hunden gebissen werden‘ (Vil. 1868); ,überlaut rufen‘, auch: ,ungezogen, übertrieben weinen (von Kindern); bedeutungsgleich mit ''galaschen'', außerdem ,laut schmetternd singen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gamfen, gamschen''' ● ''ganfen'' ,stehlen, mausen‘, östl. Hessen bis in die Grafschaft Ziegenhain, sehr gebräuchlich (Vil. 1868); ''gampfen'' ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894); ''gamschen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus dem Jiddischen; hebr. ''ganaf'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänsegeriffel''' n. ● ,Überbleibsel der gebratenen Gans nach Abschälung der besten Stücke des Bratfleisches‘. ● Siehe ''Geriffel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänseläuse''' Pl. ● ''Gänseliese'' ,Ungeduld, Verlieren der Fassung‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894). ● ''Do krecht me Gänzeliese derrbi.'' (Gr.) ● Grundwort: ''Luß'', ''Liese'' ,Laus, Läuse‘. Möglicherweise liegt jedoch Umdeutung vor, vgl. ''Lieser''. ● Siehe auch ''Bimbelgicht''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänsepfarrer''' ● ''Gänseporr'' ,sich besonders klug dünkender Mensch‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänsepfeffer''' ● ''Gänsepeffer'' ,Gänseklein‘ (Speise), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänsestitz''' ● ,Raum für Gänse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''garstrig''' ● ,garstig‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Garstsack''' ● ''Garschtsack'' ,garstiges Kind‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,unartiges Kind‘, Scheltwort, Balhorn (Sl. 1901); ''Gorschdsack'' ,ungehorsames Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Garstvogel''' ● ,übel aussehender, häßlicher, auch ein unanständiger Mensch‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Garschtvochel'' (''o'' kurz) ,garstiger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Garwurst''' ● ''Gorworscht'', zusammenfassende Bezeichnung für Blut- und Leberwurst, Oberellenbach (Hm 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gaskonnaden''' Pl. ● ''Gasgenaden'' ,Späße, Prahlerei‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Von französ. ''gasconnade'' ,Aufschneiderei, Prahlerei‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gätlich''' Adj. ● ''gatlich'', ''gätlich'' ,angemessen, passend, schicklich‘, selten (Vil. 1868); ''gatlich'' ,geeignet‘ (Pfs. 1886); ''gähdlich'' ,mittelgroß, mitteldick‘, Kassel (Gr. 1894); ''gädlech'', ,nicht zu groß und nicht zu klein, mittelgroß‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''gatliche Kartoffeln'' ,Kartoffeln, die zu jeder Art Zubereitung geeignet sind‘, bei Kassel (Pfs. 1886); ''’ne gädlejje Gordüffel'' ,eine mittelgroße Kartoffel‘, ''en gädlejjer Schobben'' ,ein nicht ganz gefüllter, ein knapper Schoppen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. bringt Belege von 1577, Ziegenhain betreffend: ''gatlich'' ,geeignet‘, ''ungatlich'' ,ungeeignet‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gaucht''' n. ● ,dummes, einfältiges Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zu mhd. ''gouch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gaude''' f. ● ,Spaß, Vergnügen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gauden'' (nur Pl.) ,Scherze, Späße‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von lat. ''gaudium'' ,Freude‘. Zum Geschlecht: vgl. bair. ''die Gaudi''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gausche''' f. ● ,elendes Gesöff, armselige Suppe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gauzen''' ● ,bellen, anbellen, klagend bellen‘, auch auf analoge Töne des Menschen übertragen (Vil. 1868); ,bellen, aufbellen‘, auf den Menschen übertragen: ,Schmerzlaute ausstoßen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,bellen, bellend schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ge-''' ● ein den Infinitiven nach den Modalverben ''können'', ''mögen'', ''wollen'' vorgesetztes Präfix, in Hessen häufig vorkommend (Vil. 1868);  ''je''-, wird stets dem Infinitiv eines Verbs als Präfix vorangestellt, wenn dieser von einer Form von ''können'' oder ''mögen'' abhängig ist, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ech kann’s jemachen''; ''ech muchd’s nett jedunn'' (Hm.) ● Kommt in Kassel nicht vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebäcke''' n. ● ''Jebägge'' ,soviel Brot, als man auf einmal bäckt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebafe''' n. ● ''Jebaafe'' ,fortwährendes Türzuschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebänderze''' n. ● ''Gebännerze'' ,Gebänder als Putz, Schmuck‘, auch: ,großer Vorrat an Bändern‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Gebäuze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebänse''' n. ● ,Aufeinanderschichtung größerer Gegenstände, von Holzstücken, Stroh-, Heubündeln u. dgl.‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebäuze''' n. ● ''Gebäuze'', Kassel (Pfs.1, 1889); ''Gebaize'' ,Gebäude‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Gebäuze'' ist keine Verballhornung von ''Gebäude'', sondern abgeleitet von ''Gebäu'' (so Pfs. zu Recht) mittels Suffix -''ze''; ebenfals mit diesem Suffix gebildete niederhess Wörter: ''Gebänderze'', ''Gebeinze'', ''Gedärmze'', ''Gefüllze'', ''Geköchze'', ''Gemächtze'', ''Gemählze'', ''Getäfelze'', ''Getierze'', ''Gewanerze''. ''Gebänderze'' ist unorganisch, dürfte zurückgehen auf regulär gebildetes *''Gebändeze'', dann angelehnt an ''Bänder''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gebeschnäppisch''' ● ''gebschneppisch'', ''gebschneppsch'' ,mit Geben bei der Hand, voreilig freigebig‘, hin und wieder in Niederhessen (Vil. 1868); ''geweschnäbbsch'' ,freigiebig‘, Kassel (Gr. 1894); ''gäwerschnäbbsch'' (sic) ,zum Geben geneigt, allzu freigiebig‘, Oberellenbach (Hm. 1926)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebeinze''' n. ● ,Gebein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebitze''' n. ● ''Jebetze'' ,Bund Stroh‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geblutetes''' ● ''Geblutetes'' ,Fleisch‘, Niederhessen, Naumburger Gegend (Pfs. 1886); ''Jebluddes'' ,Geschlachtetes, Fleisch und Wurst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gedankenspieler''' ● ''Jedanggenschbäler'' ,zerstreuter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gedärmze''' n. ● ,Gedärm‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jedärmze'' ,Gedärm, Eingeweide‘, Oberellenbach (Hm. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gedibber''' n. ● ''Jedewwere'' ,eifrige Unterhaltung mehrer Personen im Flüsterton‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hebr. (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gedrückt''' ● ''gedrigget'' ,bedruckt‘, z. B. mit Mustern bedruckter Stoff, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gedrudel''' n. ● ,Gedudel, schlechte Musik (besonders von Blasinstrumenten)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geduckst''' ● ,gedemütigt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geele''' ● ''gel'', die ausschließliche Form für ,gelb‘ in Hessen (Vil. 1868); ''gähle'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gale'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geelwurzel''' ● ''Gählwurzel'', ''gähle Wurzel'' ,Möhre‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gefille''' n. ● ''Jefälle'' ,großer, umfangreicher Gegenstand; starke korpulente Persönlichkeit‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Nach Hm. zu ''Fell'' gehörig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geflenne''' n. ● ''Jeflänne'' , dauerndes Lachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gefüllze''' n. ● ''Gefillze'' ,Füllung (im Geflügel)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gefräß''' n. ● ,Fresse‘, noch üblicher als ''Fresse'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gegergel''' n. ● ''Jegärjele'' ,Quälerei‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gegitter''' n. ● ''Gegidder'' ,Gitter‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gegrutze''' n. ● ,Obstschalen und -schnitzelchen, kleinere Abfälle‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Grutz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gehöcke''' n. ● ''Jehegge'' ,Haufe unordentlich durcheinanderliegender Sachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gehurmel''' n. ● ''Jehormele'' ,Gemurmel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geierig''' ● ''gaierech'' ,hoch aufgebaut, aber ohne feste Unterlage, daher ständig umzufallen drohend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geischel''' f. ● 1) ,Geißel, Peitsche‘; ''Geschel'', Hersfeld, Gebirgsteil der Grfsch. Ziegenhain; ''Gischel'', Niederhessen; 2) ,Wagendeichsel‘ (Vil. 1868); ''Göschel'' ,Peitsche, Wagendeichsel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Peitsche'' war im Anfang des 19. Jh. in den meisten niederhessischen Gegenden kaum bekannt; ''Deichsel'' ist in Hessen durchgängig ungebräuchlich, ja unverständlich (Vil.)  ● ''Geischel'' entspricht nhd. ''Geißel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geischelseil''' ● ''Göschelsehl'' ,Peitschenriemen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gekächze''' n. ● ,starker Husten, Gekeuch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geknetscht''' ● ,zusammengedrückt‘, übertragen: ,bekümmert‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geknicke''' n. ''Jegnegge'' ,Genick‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geköchze''' n. ● ''Gekechze'' ,Gekochtes‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gele''' f. ●  in der Redensart ''dumme Gele'' ,Mädchen von dummer, bäurischer Manier‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Gele'' ist alter hessischer Vorname (schon mittelalterl.), Koseform von ''Gertrud''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gelfen''' ● ''galfen'' ,laut und mit hoher Stimme schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geliefert''' ● ''geliwwert'' ,kaputtgemacht‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gelinde''' n. ● in Niederhessen alte berechtigte Nebenform von ,Geländer‘ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gelirre''' n. ● in der Verbindung ''ahles Gelirre'' ,kleineres Gerümpel, Plunder‘, übertragen: ,alte Frauensperson‘, abfällig, Kassel (Gr. 1894); ''Jelerre'' ,altes, baufälliges Haus; alte gebrechliche Person‘, meist ''ahles Jelerre'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gellert''' m. ● ,Sperling‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gelte''' f. ● ''Gelte'' ,hölzernes Gefäß mit zwei Handgriffen‘, die größere Form des Stunzes, Stünzchens, Stützchens, Niederhessen (Vil. 1894); ''Gälde'' ,Kübel, Waschfaß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gelte''' Adj. ● ''gälle'' ,nicht trächtig‘ (von Haustieren), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''gelte'', ''galze'' ,verschnittenes Schwein‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gelünge''' n. ● ''Gelinge'' ,Speise aus Lunge, Leber usw.‘, Kassel Gr. 1894); ''Jelenge'' ,Lunge, Leber und Herz geschlachteter Tiere‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gemächtze''' n. ● ,Unterleibspartie, männl. Geschlechtsteile‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jemächze'' ,männl. Geschlechtsteile; Gegend der männl. Geschlechtsteile‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gemählze''' n. ● ''Gemeelze'' ,Gemälde‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gemäuerze''' n. ● ''Jemierze'' ,Gemäuer, Mauerwerk‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gemücke''' ● ''Gotts Gemücke!'', Fluch, Kassel 20. Jh.; ''Kotz Jemegge!'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geniste''' n. ●  ''Jenesde'' ,häßliches, unordentliches Farauenzimmer‘, meist ''ahles Jenesde'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''genung''' ●  ''genunk'' ,genug‘ Kassel (Gr. 1894); ''jenunk'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geprahlze''' n. ● ''Geprohlze'' ,Geprahle‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gerade''' ● ,rasch‘, nur zeitlich, nicht räumlich-örtlich (dafür ''strack''), Niederhessen (Pfs. 1886); ''grade'' ,zu diesem Zeitpunkt‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geräde''' ● ''jeräre'' voll ,dichtgedrängt voll‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zu ''räden'' gehörig; s. d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gerästet''' ● ,müde‘, mittlere Eder (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geräube''' n. ● ,Eingeweide geschlachteter Tiere‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gergeln''' ● ''gärjeln'' ,quälen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geriffel''' n. ● üblicher Ausdruck für ,Gerippe, Skelett‘ (Vm. 1868). ●  &amp;quot;Hier lieget das Gerüffel eines armen Sünders&amp;quot;, Anfang der Grabinschrift des Pfarrers Joh. Hermann Crajus (1609 - 1664), Kassel (Vm. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geringe''' ● ,minderwertig‘, auch , minderwüchsig‘, Niederhessen (Pfs.). ● ''Die Kinder waren noch geringe.'' ,Die Kinder waren noch klein.‘ (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gern''' m. ● ,Schoß des Weiberkleides, zusammengefaßte Schürze‘ (Vil. 1868); ''Gärn'' ,Schoß‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''gêre'' ,Zwickel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geschlicker''' n. ● ,vornehme Leute, namentlich Damen, die lange Kleider tragen‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Geschligger'' ,unliebsame Mitmenschen, ohne Stil, ohne Benehmen‘, Kassel 20. Jh.; ''Jeschlegger'' ,Stadtleute, vornehme Leute‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geschnurbel''' n. ● ''Jeschnorwele'' ,fortwährendes Knurren, Murren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geschrabbel''' n. ● ''Geschrawwele'' ,Durcheinanderreden vieler Personen; Lallen eines Kindes, Gezwitscher junger Vögel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geschwetter''' n. ● ,dünne Brühe (meist Kaffee)‘, verächtlich, Balhorn (Sl. 1901). ● Gehört zu ''schwetternaß'' (Pfs.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gestältnis''' n. ● ''Jeschdäldnis'' ,übertrieben empfindliches, geziertes, weibisches Benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gester''' ● ''gestert'' , gestern‘, Kassel (Gr. 1894), ''gäsder'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''gestert'': mit sekundärem Schlußdental, wie ''Koffert'', ''ebend'', ''alst'', ''schond'' u.a.m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gestecke''' n. ● ,wenig ansprechende Person beiderlei Geschlechts‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ,Gesteck; jemand von langer, hagerer Gestalt, meist Frauensperson‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gestieke''' n. ● ''Gestieke'', ''langes Gestieke'' ,schmähende Bezeichnung einer Frauensperson‘ (Vil. 1868); ''Jeschdiege'' ,langes, dürres Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gestriffelt''' ● ,gekraust, gefältelt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Getäfelze''' n. ● ''Jedäfelze'' ,Wandtäfelung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Getenne''' n. ● ''Gedenne'' ,Ort, an den gleich von der Erde aus gebänzt wird‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Getierze''' n. ● ''Gedierze'' ,Getier, Ungetüm‘, übertragen: ,(seltsame) Person (Gr. 1894), im 20. Jh. wohl nur auf Frauen bezogen; ''Jedierze'' ,Frauenzimmer‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''getzen''' ● ''gätzen'', das Schreien der Haushenne nach gelegtem Ei (Vil. 1868); ,unfein, auch höhnisch lachen‘, Kassel (Gr. 1894); ''gädsen'', Schreien der Hühner nach dem Eierlegen, übertragen: ,mit hoher Stimme schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Getzer''' m. ● ,Schreihals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewanerze''' n. ● ''Gewaenerz'' (sic) ,Gespenst‘, Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewelme''' n. ● ''Gewälme'' ,Gewölbe‘, Kassel 19. Jh.; ''Jewälme'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''welmen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewende''' n. ● ''Gewenge'' ,eine Reihe von Ländern desselben Besitzers nebeneinander‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Jewenge'' ,Ackerflur, Felder von einem Weg bis zum andern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gewitterisch''' ● ''gewiddersch'' ,seltsam, eigenartig, sonderbar‘, Kassel 20. Jh., Balhorn (Sl. 1901), ''jewiddersch'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewuckel''' n. ● ''Gewuggele'' ,rüttelndes Wackeln; durch plötzliche Erschütterung hervorgebrachte Wackelbewegung‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''wuckeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewulcher''' n. ● ''Gewulchere'' ,Gewühl, Gewimmel‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''wulchern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gewürfelt''' ● ''jewerfelt'' ,schlau, durchtrieben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewurste''' n.● ''Gewurschde'' ,Unordnung, unordentlich Abgelegtes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gickelhahn''' ● ,Haushahn‘ (Vil. 1868); ,Hahn‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Giggelhohn'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gieken''' ● ,stechen‘, besonders mit langem, aber stumpfem Instrument, auch mit dem Finger, sehr oft scherzhaft, ziemlich allgemein (Vil. 1868); ''giegen'' ,stechen‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gieken''' ● ,laut und hell, in hohem Tone aufschreien‘ (Vil 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gieksen''' ● ''giegsen'' ,stechen, pieksen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), auch: ,sticheln‘ (Gr.); ,stechen, schlachten‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bei Gr. als ''kiecksen'' verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gieksen''' ● Intensivum zu ''gieken'', laut und hell, in hohem Ton aufschreien‘, sehr üblich (Vil. 1868); ,quietschen‘, in Bezug auf ungeölte Angeln, Wetterfahnen und dgl., Kassel (Gr. 1894). ● Bei Gr. als „kiecksen“ verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Giekser''' m. ● ,aufjuchzendes Lachen von Säuglingen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gierrach''' m. ● ,habsüchtiger, gieriger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Giftschisser''' ● ,Mensch von galligem Temperament‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Giftzange''' ● ,boshaftes Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gilfen''' ● ,laut und in schrillen Tönen schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gillern''' ● ,scharfer, hoher Ton des Schmerzenslautes von Hunden, auch von Menschen, insbesondere kleinen Kindern‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,hohe Töne von sich geben‘, Kassel 20. Jh.; ,vor Schmerz laute Schreie ausstoßen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gimmening''' ● ''gimmenink'' ,gierig, heißhungrig, unersättlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gimmeratz''' m. ● ,Schwein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gimmerätzchen''' ● ,Schweinchen‘; Pl. ''Gimmerätzerchen'' auch: ,Läuse‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gimmern''' ● Bezeichnung eines juckenden Schmerzgefühls in den Fingerspitzen, meist bei erfrorenen Fingern, aber auch bei Schnittwunden, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gimper''' m. ● ''Gimber'' ,Begierde‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Do gungk emme d’r Gimber d’rnoh'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ginsel''' n. ● ,junge Gans; einfältiges junges Mädchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ginselgeel''' ● ,stark gelb gefärbt, ganz gelb, wie ein Ginsel‘, allgemein üblich (Vil. 1868);  ''ginselgale'' ,ganz gelb‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gipp''' ● ''gipp, gipp, komm!'' Lockruf für die Hühner, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gippchen''' ● ,Huhn‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gippel''' n., '''Gippelchen''' ● ,Hühnchen, Küken’, Lockwort für die Hühner, Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gippelhuhn''' ● ''Gibbelhuhn'' ,Huhn‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Girscht''' m. ● ''Gerscht'' ,Gischt, Schaum von aufbrausenden, auch von gärenden Flüssigkeiten‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jirscht'' ,Schaum‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● ''Der Gerscht stund emme vor’m Mulle'' (Gr.). ''Ha hott immer gleich Jirscht fär der Schladde'', dasselbe (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''girschtig''' ● ''jirschdech'' ,schaumig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glähnen''' ● ,indiskret weitererzählen, was einem gesagt wurde, klatschen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Glander''' f. ● ''Glaner'' ,Glitschbahn‘, Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868); ''Glaaner'' ,Gleitbahn auf dem Eis‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hm. setzt als Stichwort ''Glander'' an, Vil. ''Glaner''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glandern''' ● ''glanern'' ,auf dem Eis gleiten‘, westl. Hessen (Vil. 1868); ''glaanern'' ,auf dem Eis gleiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glanzern''' ● Variante von ''glanern'' (''glandern''), untere Schwalm und Eder (Wabern, Felsberg) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gleich''' ● ,waagrecht, eben, richtig‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gleitbahn''' ● ''Gliedebahne'' ,Eisbahn zum Gleiten‘, Kassel (Pfs. 1886); ''Gliedebahne'' ,Rutschbahn auf dem Eis‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1984).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gleiten''' ● ''glieden'' ,auf der Eisbahn gleiten‘, Niederhessen, Kassel (Pfs. 1886); ''glieden'' ,auf dem Eis gleiten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glitschen''' ● ,(aus)gleiten, (aus)rutschen auf Schlüpfrigem oder auf Eis‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glitscherig''' ● ''glitscherich'' ,glitschig, schlüpfrig‘ (in Bezug auf Straße)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Glühmagen''' m. ● ''Gliehmähng'' ,habgieriger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glühning''' ● ''gliehnink'' ,glühend‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ''glihnig'', Kassel (Gr. 1894), ''glienech'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''gliehnink'' ist das einzige der niederhess. -''ning''-Partizipien, das sich noch im Kasselänschen findet; bei Gr. bereits an die Gruppe der -''ig''-Adjektive angeglichen; so auch in der Oberellenbacher Mundart, die im übrigen noch zahlreiche -''ning''-Partizipien aufweist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Glummer''' m. ● ,glimmende Asche‘, Kassel 20. Jh. ''Glommer'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glummern''' ● ,glimmen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gnatz''' m. ● ,Krätze; Grind, besonders Kopfgrind‘, übertragen: ,schmutziger Geiz‘ (Vil. 1868). ● Vgl. mhd. ''gnaz'', Gen. ''gnatzes'' ,Schorf, Ausschlag‘, bildl.: ,Knauserei, Kargheit‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gnatzkopf''' ● ,Grindkopf; launischer, eigensinniger, unverträgliche Person‘, äußerst häufig, allgemein (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gneist''' m. ● ''Knist'', ''Kneist'', ''Gneist'' ,anklebender Schmutz am menschlichen Körper, an Kleidungsstücken oder Geräten‘ (Vil. 1868); ''Gneist'', Aussprache ''Gniest'', ,fest sitzender klebriger Schmutz oder Dreck an allen Sachen‘, „durchaus nicht etwa nur Grint an der Haut“, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Knist'' ,fester, glänzender anhaftender Schmutz‘, Kassel (Gr. 1894), ''Kniest'', Kassel 20. Jh.; ''Gnist'' (''i'' kurz) ,fest anklebender Schmutz am menschlichen Körper oder an Geräten‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''gnîst'' m. ,Grind‘, mnd. ''gnist'' ,Räude, Hautausschlag‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gneistig''' ● ''kneistig'' ,mit Klebeschmutz behaftet‘ (Vil. 1868); ''kniesdich'' ,voll fest anklebenden Schmutzes‘, Kassel 20. Jh., ''gnisdech'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Göpel''' m. ● ''Gäwel'' ,Triebwerk der Dresch- und Futtermaschine‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gote''' f. ● ,Taufpatin‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gotel''' f. ● ''Goddel'' ,Patin‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gorrel'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gotel''' f. ● ''Gottel'' ,weibliches Patenkind‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Götelchen''' n. ● ''Göddelchen'', ,Kind, von der Gotel über die Taufe gehoben‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gorrelchen'' ,Patenkind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grammel''' m. ● ,Heiserkeit‘, besonders die, in welcher die Stimme tiefrauh tönt (Vil. 1868); ,Heiserkeit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grammelig''' ● ,heiser‘ (Vil. 1868); dasselbe, Kassel (Gr. 1894); ''grammelech'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grammeln''' ● ,mit brummender Stimme schelten‘, auch: ,knerbeln (von kleinen Kindern)‘, (Pfs. 1886)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''granzen''' ● ,weinen, verdrießlich sein‘, hin und wieder in Niederhessen, bis Hersfeld (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''granzern''' ● ''im Halse granzern'' ,im Hals kratzen‘, das Gefühl im Hals, das z. B. beim Zerschmelzen von ranziger Butter oder Speck beim Einatmen entsteht, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gräppeln''' ● ''kräbbeln'' (trans.) ,sich beschäftigen mit, herumarbeiten mit‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Hä hot immer was ze kräbbeln'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grappen''' ● ''grappen'', ''ergrappen'' ,zugreifen, ergreifen, festhalten‘, Nieder- und Oberhessen (Vil. 1868); ''grabben'' ,ergreifen, festhalten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grapschen''' ● ''grapschen'', Nederhessen (Pfs. 1886; s.u.); ''grabschen'' ,rasch zugreifen, rasch nach etwas langen‘, Kassel 20. Jh.; ''grabbschen'' ,mit großer Eile an sich reißen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bei Gr. (1894), Kassel, verzeichnet als ''grabbchen'' [Druckfehler?] ,rasch zugreifen‘, auch: ,gefangen nehmen‘. ● Pfs.: ''grapschen'' ist in Niederhessen viel üblicher als das bei Vil. genannte ''grappen'', was ihm als gebürtigem Kasseler „geradezu fremd“ war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grätsch''' m. ● ''Grähdsch'' ,Umstände, Weitschweifigkeiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grätschel''' m. ● ''Gräddschel'' ,verkrüppelter Mensch, verkrüppeltes Tier‘, auch Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grätschelig''' ● ''gräddschelech'' ,verkrüppelt, schief‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grebe''' m. ● ,Dorfvorsteher‘, Niederhessen, Teile Oberhessens, bis zur Gemeindeordnung v. 23. 10. 1834 (Vil. 1868); Aussprache: ''Gräwe'' (Pfs. 1886). ● Durch die Gemeindeordnung v. 1834 wurde als Bezeichnung für den Dorfvorsteher die Bezeichnung ''Bürgermeister'' eingeführt, die bisher nur dem Oberhaupt der Städte zukam, denn nur die vollberechtigten Städter waren ''Bürger''; die vollberechtigten Dorfbewohner hießen hingegen ''Einwohner''. ● ''Grebe'' ist identisch mit Wort ''Graf''; der hessische ''Landgraf'' wird in älteren Quellen zumeist als ''Landgrebe'' bezeichnet. ● Vgl. mnd. ''greve'' (''grave'') ,Graf; Vorsteher allgemein‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''greibe''' ● ,herb, säuerlich-bitter, scharfsauer‘, Niederhessen, sehr üblich in Kassel (Vil. 1868); ''greiwe'' ,herb von Geschmack‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grell''' ● ''grall'', wie hdt., dazu: ,heftig, lebhaft, jähzornig; überaus rasch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grellen''' ● ''grallen'' ,ein Glied infolge einer raschen Bewegung oder Überanstrengung vorübergehend lähmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Griebe''' f. ● ,Überbleibsel des zerschnittenen und ausgelassenen Speckes, Schmalzes‘ (Vil. 1868); ,Rückstand ausgelassener kleiner Würfel Speck‘ (Pfs. 1886); ''Griewe'' ,häutiges Stückchen beim Auslassen des Specks usw.‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Griewe'', ''Speckgriewe'' ,Lippen-Herpes‘, Kassel 20. Jh.; ,Speckwürfel, ausgebratenes, auch rohes Speckstückchen; Grind am Mund‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''griebe'' f. ,ausgeschmelzter Fettwürfel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''griebetrocken''' ● ,völlig trocken‘ (Vil. 1868);  ''griewedrocken'' ,ganz trocken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''griedeln''' ● ''am Fier griedeln'' ,sich (am Herd, Ofen) mit dem Feuer beschäftigen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grienen''' ● ,den Mund verziehen, weinen‘, Kassel (Vil. 1868); ,grinsen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gries''' ● ,greis (Haar, Zwirn, Leinen)‘, Kassel (Gr. 1894); ''gris'' ,grau‘, Balhorn (Sl. 1901) ● Gr. meint sicherlich ,altersgrau, verblichen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grießelig''' ● ''grisselech'' ,feinkörnig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grießeln''' ● ''grisseln'' ,absetzen (von Milch)‘, Kassel 19., 20. Jh., schwächer als ''hoddeln'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grifte''' ● Zu den Redensarten ''Du bist wohl von Grifte?'', ''Hä (sä) es von Grifte'' u.ä. siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grindatzel''' ● ''Grändatzel'' ,mit Grind behafteter Mensch; jähzornige Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grippsch''' ● ,auffahrend, heftig, mürrisch‘ (eigentlich ,zugreifend‘), ganz Hessen (Vil. 1868); ,zugreifend, eigennützig‘, Kassel 19. Jh. (Herzog); ,bös, niederträchtig, mürrisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grips''' m. ● ,Verstand, Kopf‘, Kassel 19., 20. Jh. ● ''am Gribs krichen'' ,jem. packen‘, auch ,arretieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gripsen''' ● ,stehlen‘, vor allem in Bezug auf Kleinigkeiten, ziemlich überall gebräuchlich (Vil. 1868); ''gribbsen'', ''kribbsen'', Kassel (Gr. 1894, ohne Angabe der Bedeutung); ,Kleinigkeiten klauen, mopsen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gripsfell''' ● ,Fell, Haut im Genick‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894) ● ''am'' (''biem'') ''Gribbsfell packen'' ,jem. packen‘, übertragen: ,sich jem. vorknöpfen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gritz''' m. ● ''Gritz'' ,Verstand, Einsicht, Scharfsinn‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Gritz'' ,Verstand, Witz‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gritze''' f. ● ''Gritze'', ,Verstand usw.‘, Niederhessen, häufiger als ''Gritz'' (Pfs. 1886); ''Gritze'' ,Grütze; scharfer Verstand, Witz‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''He hot Gritze im Koppe.'' Niederhessen (Pfs. 1886), Kassel 20. Jh. ● Die Redewendung ''Grütze im Kopf haben'' ist seit dem 17. Jh. literarisch belegt. ''Grütze'' ,Verstand‘ „ist mundartlich weit verbreitet [...] und beruht vermutlich auf Umbildung von frühnhd. ''Kritz'' (hess. ''Gritz'') ,Verstand, Scharfsinn‘, das eigentl. ,Kitzel‘ bedeutet und zu frühnhd. (heute noch landschaftlichem) ''kritzeln'' [...] im Sinne von ,kratzen, kritzeln‘ gehört.“ (Pff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gritzkopf''' ● ''Gritzekopp'' ,jem., der Verstand hat‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grütze''' ● Siehe ''Gritze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grübbes''' m. ● ''Kribbes'', auch ''Griwwes'', ''Grewes'' gesprochen, ,Kernhülle der Obstarten‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Grübß'', in niederhess. Aussprache meist ''Grüwweß'', ,Kernghäuse des Obstes‘, auch ,Kehlkopf, Adamsapfel‘, dafür in Kassel auch ''Adams-Grüwweß'' (Pfs. 1886); ''Krewwes'' ,Kerngehäuse von Apfel und Birne‘, übertragen: ,Kind von auffällig kleiner Statur, vorlautes Kind‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''Griwwest'' ,Kerngehäuse des Kernobstes; Kehlkopf; kleiner Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''grobiz'', ''grabiz'', ''grubz'', ''grutz'' m. ,Kerngehäuse des Kernobstes‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gruse''' f. ● ,der Saft aus grünen Gewächsen, z.B. Gurken‘, Niederhessen (Vil. 1868); ,das Blähende, der geile Geschmack, der sich bisweilen im Gemüse findet‘, Kassel (Gr. 1894); ,Saft grüner Pflanzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''gruose''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grusig''' ● ,mit grünem Saft versehen, unangenehm herbe‘ (Vil. 1868); Adj. zu ''Gruse'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grutz''' m. ● ,Obstschalen und -schnitzelchen, kleinere Abfälle‘, Kassel (Gr. 1894), auch: ,Bodensatz von Flüssigkeiten‘, z. B. ''Kaffeegrutz'', Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Grübbes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gückeln''' ● ''giggeln'' ,blinzelnd hinsehen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gücker''' ● ''Gigger'' ,Gucker‘, Kassel 19. Jh. ● ''Hä hot mech uff’m Gieker'', Kassel (Gr. 1894) ist wohl dialektale Anpassung der Redensart ''jem. auf dem Kieker haben''. ● Siehe ''Tüpfengücker'', ''Feldgücker''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guckwerk''' ● ''Guggewerk'' ,Gesicht‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Güggwärk'' ,Gesicht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gülden''' ● ,golden‘, war schon in alten Zeiten und ist noch jetzt ein sehr übliches Liebes- und Schmeichelwort von besonderem Nachdruck (Vil. 1868); ''gillen'' ,golden‘, Kassel 19. Jh. (Herzog); ''gellen'', dasselbe, nur noch in erstarrten Verbindungen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gülden Schnitten''' ● ,Weckschnitten in Ei getränkt und in Schmalz gebacken‘, hauptsächlich am Gülden-Schnitten-Sonntag gebacken; dieser soll ursprünglich der „fette Sonntag“ Quinquagesimae gewesen sein; an der Werra bis westlich über Rotenburg hinaus war er schon zu Anfang des 19. Jh. der erste Sonntag in den Fasten, der Sonntag Invocavit (Vil. 1868); ''gellen Schnerren'' ,güldene Schnitten‘, Semmelschnitten, die in Ei getränkt und in Fett gebacken werden, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gunkelbacken''' m. ● ''Gonggelbaggen'' ,Pausbacken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gunkeln''' ● ,sich schwebend hin und her bewegen‘, ziemlich allgemein üblich (Vil. 1868); ''gonggeln'' ,sich schwebend hin und her bewegen (von schweren Gegenständen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gunne''' f. ● ''Gonne'' ,die von jemand zu Recht zu erwartende Ehrerweisung, Gafälligkeit‘ (Vil. 1868); ''Gunne'' ,Gunst, Ehre‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Hä will mä nit die Gunne anduhn un …'' ,Er will mir nicht die Ehre erweisen und …‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gunst''' f. ● ,Freistätte beim Kriegenspielen (Fangen), der Anschlag‘, Kassel und Umgebung (Pfs. 1886), Kassel, Mitte 20. Jh. ● Siehe ''Anschlag''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Günter''' m. ● ,Mastdarm des Schweins‘, ganz Hessen; mit Füllungen: ''Günterwurst'' (Leberwurst), ''Schwartengünter'' (Vil. 1868); ''Gender'' ,Teil des Schweinedarms, der mit Leberwurst oder Schwartenmagen gefüllt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Gendersch Brurer'' ,Günters Bruder: Blinddarm des Schweins‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gunterarsch''' ● ''Gonderorsch'' ,korpulente Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gurre''' f. ● ,altes, schlechtes, abgetriebenes Pferd‘, ohne Rücksicht auf Geschlecht (Vil. 1868); ''ahle Gurre'' ,schlechtes, altes Messer‘, Kassel (Gr. 1894); ,altes, abgemagertes Pferd‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''gurre''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gutz''' m. ● ''Gütz'' ,kurzer abgehackter Schrei‘, Oberellenbach (Hm. 1926; ebd. unter „Gauz“ aufgeführt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''H.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''haar''' ● Zurufswort an das Zugvieh, sich links zu halten, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868); Zuruf an das Vieh, nach links zu gehen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In der Grafsch. Ziegenhain, z.T. schon im Hersfeldischen, lautet das Wort ''haur'', ''aur'', meist mit ''um'' verbunden: ''aurüm''. Im östl. Hessen gilt ''haar'' bloß den Pferden, nicht den Ochsen, für welche vielmehr ''west'' ausschließlich gebraucht wird; im westl. Hessen findet sich dieser Unterschied nicht. (Vil.) ● Siehe ''hott''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haar''' ● ''das Haar'' n. ,das gesamte Haupthaar‘, ''die Haare'' (f. Sing.) ,das Einzelhaar‘ (mit ''Haare'' als Plur. für beides), Niederhessen (Pfs. 1886), ''das Hoor'', ''die Hoore'' (f. Sing.) (wie von Pfs. angeben), Kassel 20. Jh.; nur: ''die Hoore'' f. Sing. und Plur., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haarwurm''' ● ''Hoorworm'' ,flechtenartiger, um sich fressender Ausschlag‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''hârwurm''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haber''' ● ,Hafer‘, im östlichen Hessen mask., im westlichen fem. (Vil. 1868); ''Haber'', in Niederhessen ausschließlich fem. (Pfs. 1886). ''die Howwer'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Häberling''' m. ● ''Häwerling'' ,Bund Haferstroh‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Habersack''' ● ''walscher Howwersack'' ,welscher Hafersack, unverständlich redender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''welsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Habitchen''' n. ● ''Hawitchen'' ,Jäckchen und Höschen an einem Stück für einen kleinen Jungen‘, Kassel (Gr. 1894); ''Howidchen'' ,kleines Besitztum, kleines Bauerngut‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hachelig''' ● ''hachelech'' ,rauh, stachelig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hache''' m. ● ,habsüchtiger und seine Habgier in plumper Weise blicken lassender Mensch‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hachen''' ● ,grob habgierig nach etwas streben‘, Niederhessen, Grafsch. Ziegenhain (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haches''' m. ● ,habsüchtiger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hachig''' ● ,in grober Weise habgierig‘, überall gebräuchlich (Vil. 1868); ''hachech'' ,habgierig, geizig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hachigkeit''' ● ,Habsucht‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hachechkeet'' ,Habgier, Geldgier‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hachwanst''' m. ● ''Hachewanst'' ,habgieriger Mensch, Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hächzen''' ● ''hechzen'' ,laut und schwer atmen‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''hächzen'' ,keuchen‘, auch: ,nach etwas streben‘, Kassel (Gr. 1894); ''hächden''(!) ,schwer oder schnell atmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hackerchen''' ● ,die ersten Zähne‘, scherzhaft, nördl. Hessen (Pfs. 1886), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hadern''' ● an der Schwalm das ausschließlich übliche Wort für ,streiten‘, auch für ,prozessieren‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hahl''' ● ,trocken, mager, dürr, abgemagert, austrocknend‘, südl. Niederhessen, Stift Hersfeld, Grafsch. Ziegenhain (Vil. 1868). ● Nebenform ''hehl''. ● Mhd. ''hâl'' ,trocken, dürr‘. ● Siehe ''Hehlschwein''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hahlgans''' ● ,dürre Gans, die noch nicht gemästet ist‘, (Vil. 1868); ''Halgans'' ,ungemästete Gans‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Heelegans'' ,unerwachsenes, vorlautes Mädchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hahnebambel''' m. ● ,ein in Gang, Bewegungen und Handlungen lässiger, ein ungeschickter, alberner Mensch‘, Niederhessen, im Hersfeldischen (Vil. 1868); ,einer, der sich alles bieten läßt und allem nachkommt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hahnsklöße''' ● ''Hohnsgleeße'', kleine Klöße aus gehacktem Schweinefleisch, die in Mehl getunkt werden (beliebt als Frühstück auf dem Schlachtfest), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''häkeln''' ● ''heegeln'', Kassel 20. Jh.; übertragen auch: ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''halbwierig''' ● ''halbwirig'' ,irgendwie‘, bedeutungsgleich mt iewest; ''halwierich'' ,halbwegs, mittelmäßig, einigermaßen‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Halsabschnitter''' ● ''Halsobschnedder'' ,Halsabschneider, Geldverleiher, Wucherer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''halslieb''' ● ''jem. halselieb haben'' ,jem. umarmen‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hambutte''' ● ,Hagebutte‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''Hambutte'' &amp;lt; *''Hagenbutte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hamel''' m. ● ''Hamel'', Pl. ''Hämel'' ,Hammel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hämel'', Sing. u. Plur., dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hamel''' m. ● ''Hammel'', südl. Hessen (Rhein und Wetterau), „was sonst in Hessen Klunder genannt wird“ [also ,Schmutz, Straßendreck am unteren Saum der Bekleidung‘] (Pfs. 1886). ● Muß früher auch im nördl. Hessen vorgekommen sein, vgl. ''sech zuhameln'' (s.d.) ,sich zuklundern‘, Kassel 19. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hamer''' m. ● ,Hammer‘ (Gr. 1894); ''Homer'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Der Hamer es owen.'' ,Es ist Feierabend.‘ Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hammerten''' m. ●''Hámmärden'' ,einfältiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ist Kontraktionsform des Vornamens ''Johann Martin'', früher in Niederhessen verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hämstern''' ● ,hämmern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Handschlag''' ● ''Haandschlook'' ,Verlobung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hänfterling''' ● ''Hämfderling'' ,Hänfling, schmächtige Person‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Grohenfterling'' ,der graue Hänfling‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Hämfderlink'' ,Hänfling‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hannaden''' m. ● ''Hánnaden'' ,einer der schwer von Begriff ist und sich entsprechend anstellt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Ist Kontraktionsform des Vornamens ''Johann Adam'', früher in Niederhessen verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hannjost''' m. ● ''Hánnjoost'' ,einfältiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ist Kontraktionsform des Vornamens ''Johann Jost'' (''Johann Justus'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hansch, Hänschen''' m.● ''Haansch'', Pl. ''Haansche'' ,Handschuh kleiner schwächlicher Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Hänschen'', Sing. u. Plur. ,Handschuh(e)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Hansch'' ist verkürzt aus ''Handschuh''. In Kassel ist der Plur. ''Hänschen'' auf den Sing. übertragen worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hänseln''' ● ,durch Anbinden eines Bandes in eine Gemeinschaft aufnehmen‘; ''hänseln'' wird im Volk gleichbedeutend mit ''anbinden'' verstanden und vertauscht (Vil. 1868). ● Vil. macht konkrete Angaben dazu, wobei und wie gehänselt wird; weist hin auf das Sontraer Hänselbuch 1572 - 1596; weist weiterhin darauf hin, daß ''hänseln'' im Sinne von ,verspotten, verhöhnen‘ beim Volke fast gänzlich unüblich ist. ● Vgl. got. ''hansa'' f. ,Schar, Menge‘, ahd. ''hansa'' f. ,Schar, Kriegerschar, Gefolge‘, mnd. ''hanse'', ''hense'' f. ,Gesellschaft, besonders Gilde der Kaufleute und Handwerker, vor allem die ''Hanse'', der norddeutsche Städtebund. Vgl. auch ''Hansegreben'' ,Angehörige der Kasseler Kaufmannsgilde‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hänselwerk''' ● ''das Hänselwerk verzehren'': früher an der unteren Eder üblicher Brauch, der darin bestand, daß auf einer Hochzeit die jüngste anwesende Frau ''gehänselt'' wurde, welche dann gehalten war, am nächsten Sonntag die Frauen einzuladen zu Kaffee und Kuchen, dort wurde also ''das Hänselwerk verzehrt'' (Pfs. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Happel''' f. ●,eine übereilt handelnde, oberflächlich und ungenau arbeitende Person‘ (Vil. 1868); ''Habbel'' ,überstürzt redende oder sich überstürzt bewegende Person‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''happelig''' ● ,übereilt handelnd‘ (Vil. 1868); ''habbelich'' ,überstürzt redend und sich bewegend‘, Kassel (Gr. 1894); ''habbelech'' ,übereilt redend oder handelnd‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''happeln''' ● ,übereilt handeln‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''habbeln'' ,überstürzt reden oder handeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Happelsack''' ● ''Habbelsack'' ,jemand, der happelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Happster''' m. ● ,Kuchen aus geriebenen Kartoffeln mit etwas Öl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''haren''' ● ,dengeln‘, in Oberhessen und einem Teil von Niederhessen (Wabern und Umgegend) (Vil. 1868); ''horen'' ,dengeln‘, d.h. die Sense mit dem Hammer schärfen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hasenschaden''' ● ''Hasenschaden'' m. ,Hasenscharte‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hosenschore'' f.(!), dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hasig''' ● ''haasech'' ,nicht bei Sinnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haucht''' m. ● ''Hücht'' (''ü'' kurz) ,mit geöffnetem Mund ausgestoßener Atem‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hauchten''' m. ● ''hüchden'' ,mit geöffnetem Mund Atem ausstoßen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hauchzen''' ● ''huchzen'' ,hauchen, anhauchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haus-Eren''' m. ● ''Husähren'' ,Hausflur‘, Kassel (Gr. 1894), ''Hüsähren'' ,der mit Backsteinen gepflasterte Hausflur‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Eren''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''haußen''' ● ''hussen'' ,hier außen‘, Gegensatz zu: ''drussen'' ,dort außen‘, Kassel (Gr. 1894); ''hüssen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''hussen'' in Kassel wohl um 1900 erloschen; Ersatz: ''hier drussen''. ● Mhd. ''hie'' ''ûze'', ''hûze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Häut''' n. ● ,Haupt‘; das Wort ''Haupt'' wird in Hessen nur vom Krauthaupt (Kohlkopf) gebraucht, nicht vom menschlichen Haupt (dafür: ''Kopf''); die Aussprache ist ''Häubt'', ''Häud'', ''Heid'' (Vil. 1868); ''Heet'', Pl. ''Heeder'' ,Krauthaupt, Kohlkopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Basiert im ganzen auf Umlautform von mhd. ''houbet'' ,Haupt‘: ''*höubet'' &amp;gt; frühneuzeitl. niederhess. *''Häubet'', ''Heubet'', gesprochen *''Heuwet'' &amp;gt; *''Häuet'', *''Heut'', dann unterschiedliche regionale Weiterentwicklungen (u.a. Entrundung). In Oberellenbach gibt es die Nebenform ''Höbt'', entstanden aus nichtumgelautetem ''houbet'', mit Kürzung der 2. Silbe, wie nhd., dann mundartl. Weiterentwicklung; nur in festen Verbindungen wie ''Höbdhohn'' ,Haupthahn‘, ''Höbdkarle'' ,tüchtiger Kerl‘ (''ö'' lang).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Häutersalat''' ● ''Heedersaloot'' ,Kopfsalat‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hebekirmes''' f. ● ,Richtfest‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Hewekermesse'', Kassel (Gr. 1894, ohne Erläuterung); ''Häwekermese'' ,Feier beim Richten eines neuen Hauses‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hehkirmes''' f. ● ,geräuschvoller Auflauf von Menschen‘, Naumburg (Pfs. 1886). ● Soll nach Pfs.s Gewährsmann nicht identisch sein mit ''Hebekirmes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hehlfäßchen''' ● ,naive, ohne Arg etwas ausplaudernde Person‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''hahl''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hehlschwein''' ● ,halbwüchsiges, noch nicht zum Mästen geeignetes Schwein‘, Schwalm, Stift Hersfeld (Vil. 1868). ● Frühe Belege: heleswyn, Grebenstein 1462, helswyn, Felsberg 1462 und öfter. ● Siehe ''hahl'', ''Hahlgans''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hehr''' ● ,ehrwürdig‘ u.ä., wie gemeinhochdt., außerdem ,fein, zart, sorgfältig gearbeitet‘, in beiden Bedeutungen überall in Hessen (Vil. 1868); ''hehre'', in der Redewendung ''hehre duhn'' ,hehr, hoch, erhaben auftreten‘ (stets ironisch gebraucht), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hehrheit''' ● ,übertrieben vornehmes Auftreten‘, Kassel (Gr. 1894); ''Heerheet'' ,auffällige Freundschaftsbekundung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heide''' m. ● die in Niederhessen gewöhnlichste Bezeichnung für ,Zigeuner‘ (Pfs.1, 1889); ''Heere'' ,Zigeuner‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heidenmensch''' f. ● ''Heerenmönsch'' ,Zigeunerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heidenpack''' ● ''Heerenpack'' ,Zigeunerpack‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heidimmes''' m. ● ,beschränkter (wenn auch nicht vollmäuliger) Wichtigtuer‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heidsche''' f. ● ''Heedsche'' ,Zigeunerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heikse''' ● ,Hiebe, Schläge‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heiligenland''' ● ''Hiljenlaant'' ,die der Kirche gehörigen Ländereien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heimtücker''' m. ● ''Heimdicker'' ,heimtückische Person‘, Kassel 19. Jh. (Jonas); ''Heemdigger'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''heint''' ● ,heute Nacht‘, an der Schwalm, Aussprache ''hengt''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''heisch''' ● ,heiser‘ (Vil. 1868); dasselbe, Kassel (Gr. 1894), ''heesch'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heite''' m. ● ''Heide'', ''Hede'' ,Vater‘; sehr alte Bezeichnung, jetzt noch üblich an der Schwalm, an der unteren Eder (Fritzlar, Gudensberg), an der Werra (Eschwege, Jestädt) (Vil. 1868); Haite, „eigens hessischer Ausdruck für Vater“ (Pfs. 1886); ''Heide'' ,Vater‘, noch gebräuchlich, aber selten, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hemme''' f. ● ,Bremsvorrichtung am Wagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hemmen''' ● ,bremsen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Henkel''' ● ''Henkel-ze-Kerbchen drahn'' ,Henkel-zu-Körbchen tragen‘: zwei Personen tragen ein Kind auf den beiderseits verschlungenen Händen wie einer Sänfte, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Henne''' ● männl. Vorname, schon mittelalterlich belegt, in Niederhessen bis ins 18. Jh. vorkommend (wird von Pfarrern in den Kirchenbüchern gern mit ''Johannes'' wiedergegeben, ist aber keine Kurzform davon). ●  Redensartlich in: ''Gott henne'', Niederhessen (Pfs. 1886); ''Ach Gott henne! Ach du henne!'', [richtiger: ''Ach Gott, Henne! Ach, du Henne!''], sehr gebräuchlich, Balhorn (Sl. 1901); ''Du liewer Gott, Henne!'' Kassel 20. Jh. ● Die eigentlich humoristisch gemeinten Ausrufe entsprechen etwa dem modernen ''Mein Gott, Walter!'', sind aber nach Erlöschen des Namens nicht mehr verstanden worden, daher bei Pfs. und Sl. Kleinschreibung. Pfs. erwägt, ob ''Henne'' ,weibl. Huhn‘ oder der Vornamen ''Henne''). Sl. weist draufhin, daß ''henne'' nichts mit ''hin'' zu tun haben kann wegen unterschiedlicher Aussprache; in Kassel ebenfalls unterschieden (bei ''Henne'' ''ä''-Ausprache des ersten ''e''). Vil. (1868) führt auf: ''Henn'' ,alberner Mensch‘, schmähend, Oberhessen. ● Siehe ''Mädehenne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hepe''' f. ● ''Hebe'' ,Sichel‘, Kassel (Gr. 1894). ● Bei Vil. als ''Heppe'' verzeichnet, nur nördl. Niederhessen, südl. nur vereinzelt, mit Aussprache „mitunter“ um Kassel „auch“ ''Hewwe'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hera''' ● feierlicher Ausruf, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Pfs.: „Hier muß eines wunderbaren Kehrreimes gedacht werden, der bis in die [achtzehnhundert-]dreißiger Jahre zu Zwehren bei Kassel noch im Gange war; bei neckenden scherzhaften Liedern, die von Weibern aus dem Stegreife gedichtet, zum Bleichen und Wachen gesungen wurden. Solche Strofen [...] gleichen als lose Gelegenheits-Scherze den Schnaderhüpfeln.“ Pfs. führt zwei solcher Strophen auf; Refrain: ''hera, wol unter dem grünen Baum‘ / hera, wol unter dem Baum‘''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hernach''' ● ''härnoh'' ,nachher‘, Kassel 19. Jh.; ''hanooch'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hernachgehends''' ● ''härnohgehnds'' ,nachher, anschließend‘, Kassel 19. Jh. (Herzog). ● Siehe auch „nachgehends“.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''hernieder''', siehe ''reer''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''herzgepuppert''' ● ''herzegebobbertes Nußkernchen'', Zärtlichkeitsausdruck, Kassel 19. Jh. (Herzog), ''herzgebubberter Nussekern'', dasselbe, Kassel (Gr. 1894); ''Min herzgepupperter Nußkern'', Ausdruck innigster Liebe, zumal im Mund niederhess. Mütter (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Herzkaute''' f. ● ''Härzküdde'' ,Magengegend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hespe''' f. ● ,Türangel, Klammer‘, in Niederhessen die übliche Bezeichnung (Vil. 1868); nur ,Türband‘ oder ,Schleife‘ der Türangel, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Wendungen: ''Er riß mich, daß der Rock mir aus allen Hespen ging. Junge, deine Hosen sind ja aus allen Hespen''. Übertragen: ''Es geht aus allen Hespen''. ,Alle Ordnung löst sich auf, es tritt Anarchie ein.‘ (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hessen-Groschen''' ● ''bei Hessen-Groschen bzw. nicht bei Hessen-Groschen sein'' ,vernünftig bzw. unvernünftig sich benehmen‘ (Pfs. 1868); ''nit bie Hessen-Groschen sinn'' ,nicht ganz gescheit, nicht bei Trost sein‘, Kassel 20. Jh.; ''Du bst wohl net bei Hässengröschen?'' ,Du bist wohl nicht recht gescheit?‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hessisch''' ● ''heßsch'', Kassel 19. Jh.; ''hässesch'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aussprache ohne ''i'' hat sich in Kassel in den deklinierten Formen z. T. bis nach dem 2. Weltkrieg gehalten, etwa: ''de Heßschen Nachrichten'' (Zeitung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heuhüpfer''' ● ''Hauhepper'' ,Heuschrecke‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heuspringer''' ● ''Hausprenger'' ,Heuschrecke‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''heulen''' ● ''hillen'' ,weinen‘, Kassel (Gr. 1894); ''hielen'' ,laut weinen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heulfritz''' ● ''Hillfritze'' ,weinerlicher Junge, Mann‘, Kassel (Gr.1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heuljost''' ● ''Hilljoost'' ,weinerlicher Junge, Mann‘, Kassel (Gr.1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heuochse''' ● ,dummer, ungeschickter Mensch‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''Heiochse'' ,großer Schafskopf‘, auch: ,plump gebauter Mensch‘, Kassel 19. Jh. (Jonas, Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hichel''' f. ● ,Stirnrunzel‘, Niederhessen (Vil. (1868); ,weinerlicher oder mißvergnügter Gesichtsausdruck‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''’ne Hichel schnieden'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hicheln''' ● ,hell auflachen, wiehernd lachen‘, auch vom Wiehern der Pferde gebraucht, ziemlich überall üblich (Vil. 1868); ,wiehern (vom Pferde); wiehernd lachen, lachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hichelziege''' ● ''Hichelzäje'' ,dauernd lachendes Mädchen‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hickeln''' ● ,etwas hinken‘, in ganz Herssen sehr üblich (Vil. 1868); ''higgeln'' ,hinken, auf einem Bein hüpfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), dazu: ,Hickelhäuschen spielen‘, Kassel 20. Jh.; ''heggeln'' ,leicht hinken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hicken''' ● ''heggen'' ,hinken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hier, hie''' ● ''hier'', Kassel 19., 20. Jh.; ''hie'', ländlich, z.B. Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hiller''' m. ● ,Penis‘, in ganz Hessen die üblichste und allgemeinste Bezeichnung (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Himmel und Erde''' ● ''Himmel un Ähre'', Gericht: ,Äpfel und Kartoffeln untereinandergekocht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Ist „Kasseler Nationalgericht“ (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hinfällisch''' ● ''hännefällsch'' ,kränklich, gebrechlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hinkel''' n. ● ,albernes Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die eigentlich Bedeutung ,(kleines) Huhn‘ ist in Oberellenbach nicht vorhanden (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hinkelbein''' ● ,einfältiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hinne''' ● ,hier innen‘, Kassel (Gr. 1894), Gegensatz zu: ''drinne'' ,dort innen‘; ''henne'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''hinne'' ist in Kassel wohl um 1900 erloschen, Ersatz: ''hier drinne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hippeln''' ● ,hinken; zapplend laufen‘, scherzhaft, ziemlich allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hippelnase''' ● ,gebogegen bzw. gekrümmte Nase‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirnwurst''' ● ''Hernworscht'', Kassel (Gr. 1894); ,Zervelatwurst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirse''' ● ''Hersche'', Kassel (Gr. 1894; ''Härsche'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirsekörner''' ● ''Hersche(n)kerner'', Kassel (Gr. 1894). ● ''Ich schlah alles in Herschenkerner, zu Herschenkernern'' ,Ich schlage gleich alles kurz und klein‘, ähnlich Oberellenbach (Hm. 1926); ähnlich: ''in Herschekerner schmissen'' (grimmige Drohung), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirsenbrei''' ● ''Herschenbrei'', gilt als Delikatesse, Balhorn (Sl. 1901)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirte''' ● nur ,Kuhhirte‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirz''' m. ● oft ''Herz'' gesprochen, in Hessen überall, mit Ausnahme weniger Städte, der üblich alte Name des Hirsches (Vil. 1868);  ''Härz'' ,Hirsch‘, Altform, heute nur noch in der Redensart ''du werscht noch en Härz'' ,du verlierst noch den Verstand‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirzbock''' ● ''Härzbock'' ,planlos umherrennender Mensch‘ (in seiner eigentlichen Bedeutung ,männlicher Hirsch‘ ausgestorben), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hitzen''' ● ''hetzen'' ,heizen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hob''' m. ● ''Hof'', Bedeutung im größten Teil von Niederhessen wie gemeinhochdt.; in den niederdt. Bezirken Niederhessen sowie an der ganzen Werra, an der Eder und den Zuflüssen der Schwalm ist die Bedeutung: ,Garten‘ (das Wort ''Garten'' ist hier fast ganz unüblich); das bäuerleiche Anwesen heißt hingegen, wie auch sonst in Hessen, ''Hofreite'' (Vil. 1868); ''Hob'', Dat. ''Howe'' ,Hof', Kassel (Chr. Müller 1926); ''Hoop'', Pl. ''Heewe'' ,Hofraum, Gehöft, größeres Gut‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. und Hm. haben ihre Artikel unter dem Stichwort ''Hof'', die eigentliche niederhess. Form ''Hob'' fehlt bei Vil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hobch''' m. ● ''Hupch'' ,Habicht‘ (neben dem gemeindeutschen Wort gebräuchlich), Balhorn (Sl. 1901); ''Hobch'' (''o'' offen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hoberei''' f. ● ''Howerei'' (mit Betonung auf der letzten Silbe) ,Hofraum, Hofstätte‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hm. hat als Stichwort ''Hofreite''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hobereise''' f. ● ''Hofereise'', Nebenform von ''Hofreite'', in und um Wolfhagen (Vil. 1868); ''Howeraiße'' ,Hofreite‘, Sprengel Schützeberg (Pfs. 1886); ''Howereise'', Niederzwehren 1. Hälfte 20. Jh. (Müldner).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hobereite''' f. ● ''Hofreite'' ,Der unbebaute und zu ökonomischen Zwecken benutzte Raum an dem Bauerngute und dem Haus überhaupt‘, ganz Hessen, Nebenform: ''Hofereise'' (Vil. 1868). ● Nach älteren niederhessischen Quellen kann mit ''Hofreite'' zwar der freie Hofplatz gemeint sein, mehr aber noch die bäuerliche Hofstelle insgesamt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''höbeln''' ● ''hewweln'' ,jem. die Meinung sagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hoch''' ● Das ''ch'' bleibt in allen grammat. Formen erhalten: ''hooches Hus''; ''heecher'', ''am heechesten'', Kassel 19. Jh., Anf. 20. Jh. (Gr. 1894); ähnlich Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hochbeinig''' ● ,stolz‘ (iron.), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Höchede''' f. ● ''Heechede'', ''Heechde'' ,Höhe‘, Kassel, 19. Jh. (Jonas, Gr. 1894); ''Hächde'' (''ä'' kurz) ,Höhe‘: Höhe eines Gegenstandes im Gegensatz zur Länge und Breite, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Neben ''Heech(e)de'', ''Hächde'' gibt es auch die einfache Form ''Heh'' ,Höhe, Anhöhe‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hochseicher''' ● ,Hochmutsnarr‘, metaphorische Verwendung einer unter Knaben sehr gewöhnliche Prozedur, Ausdruck in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868); ,stolzer, hochmütiger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Höckersweiber''' ● ''Heckerschwiewer'' ,Hökerinnen‘, Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hokerer''' ● ''Hogerer'' ,ein Kind, das gern hokert‘ (s.d.), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hokerlißchen''' ● ''Hogerlißchen'' ,ein Mädchen, das gern hokert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hokern''' ● ,klettern, besonders von Kindern, die auf Bänken und Stühlen herumklettern, auch von Ziegen gesagt‘ (Vil. 1868); ''hogern'' ,in den Ecken herumkriechen und -klettern‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''huckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hopfenstange''' ● ''lange Hobbenstange'' ,schlanke, sehr große Frauensperson‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hobbstange'' ,lange, schmale weibliche Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hopperloppopp''' ● ''hobberlobbobb'', Interjektion, stolpernde Übereile bezeichnend, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hopperloppopp''' ● ''Hobberlobbobb'' ,Person, die sich durch stolpernde Übereile auszeichnet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hornaffe''' m. ● ,halbmondförmiges Weizengebäck‘, Kassel und anderwärts (Vil. 1868); ,Gebäck: großer Weihnachtskringel von ovaler Form‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hörnen''' ● ''hernen'' ,ins Horn blasen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hörnse''' f. ● ''Hernse'' ,Hornisse‘, auch: ,Wespe‘, Kassel (Gr. 1894); ''Härnse'' ,Hornisse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hosenkippe''' f. ● ''Hosenkibbe'' ,Hosentasche‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hosenlid''' n. ● ''Hosenläht'' ,Klappe der Knabehosen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Keipe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hoselümper''' m. ● ,Lumpensammler‘ (Vil. 1868); ''Hosselimber''(!) ,Lumpensammler‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hosenlember'' ,Mensch mit zerrissenen Hosen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Lümper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hott''' ● Zuruf ans Zugvieh (Pferde, Ochsen), sich rechts zu halten, in Hessen wie in ganz Deutschland (Vil. 1868); Zuruf an das Vieh, nach rechts zu gehen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Dar weeß öh nett hott orre haar''. ,Der weiß auch nicht hott oder har; er ist ein unentschlossener Mensch.‘ (Hm.) ● Siehe ''haar''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hottchen''' ● ''hoddchen'' ,gerinnen (Zusammenlaufen der Milch)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hotteln''' ● ''hotteln'', den Scheidungsprozeß der Milch bezeichnend, wenn sie zusammenläuft (Vil. 1868);  ''hoddeln'', den Scheidungsprozeß der Milch bei oder nach dem Sieden bezeichnend, Kassel (Gr. 1894); ''huddeln'', dasselbe, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hübsch''' ● ''hebsch'' ,schön‘, Kassel 19., 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ●  Der zugehörige Komparativ und Superlativ werden durch ''schenner'', ''der schennsde'' ersetzt, Kassel, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hucke''' f. ● ,Rücken‘, in Redensarten (Pfs.1, 1889); ''Hucke'' ,Rücken‘, in Redensarten, Kassel 19., 20. Jh.; dasselbe, nur in Redensarten, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''jem. die Hucke voll lügen'' (Pfs.1, 1889), Kassel 20. Jh., ''einem auf der Hucke sitzen'' ,jem. zur Last fallen‘ (Pfs.1, 1889), ''uff de Hugge kummen'' ,jem. beschwerlich werden‘, Kassel (Gr. 1894), ''uff der Hucke leggen (lichen)'' ,jem. beschwerlich sein‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''de Hugge vollhaun'' ,verprügeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huckeln''' ● ''huckeln'', ''hockeln'', ''aufhuckeln'' ,auf den Rücken setzen oder auf demselben tragen‘ (Vil. 1868); ''huggeln'' ,jem. auf dem Rücken davontragen‘, Kassel (Gr. 1894); ''hoggeln'' ,kleine Kinder auf dem Rücken tragen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huckern''' ● ''hoggern'' ,mühsam klettern (zumal von kleinen Kindern, die auf Bänken und Stühlen herumklettern)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''hokern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huckern''' ● ,einhüllen und wärmen‘ (Vil. 1868); ,kauernd, hockend sitzen‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''hüggern'' ,einhüllen, wärmen (namentlich von der Henne, die ihre Küken unter die Flügel nimmt)‘, ''sech hüggern'' ,sich zusammenkauern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Nach Vil. nur in Oberhessen, in Niederhessen entspreche ''huttern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huckersack''' ● ''Hoggersack'' ,kleines Kind, das auf Tische und Stühle klettert‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hudel''' f. ● ,Lumpen; schmutzige, vernachlässigte Frauensperson‘‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hufas''' m. ● ,Grobian‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886); ,plumper und grober Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huft''' f. ● ''Hoft'' ,Hüfte‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hulle''' f. ● ''Holle'' ,Haube auf dem Kopf der Vögel‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Hulle'' ,Holle, Kamm, Federbusch mancher Vögel‘, Kassel (Gr. 1894); ,Tolle, eingedrehter Haarschopf auf dem Scheitel der Mädchen‘, Kassel 20. Jh.; ''Holle'' ,Federhaube der Vögel, aufgekämmtes Haar‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hullerkopf''' ● ''Hullerkobb'' ,ungekämmtes Haar‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''’s äs noch im Hullerkobb'' ,sie hat sich das Haare noch nicht gekämmt, geordnet‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Humme''' f. ● ,Hummel‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Humme''' f. ● ,aus der Rinde der Weide verfertigte Pfeife‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), Balhorn (Sl. 1901), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Sl. zitiert ein Kinderlied, das beim Herstellen der Pfeife (durch Weichklopfen der Rinde) gesungen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hummen''' ● ''hommen'', ''hummen'', gesagt vom Brüllen des Rindviehs, besonders von dessen tieftonigem Brüllen (Vil. 1868); ''hummen'' ,ein dumpfes, summendes Geräusch hören lassen‘, namentlich das dumpfe Brüllen des Rindviehs, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hungerwanst''' ● ''Höngerwanst'' ,Hungerleider, Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hunten''' ● ''höngen'' ,hier unten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hüpferling''' ● ''Hebberling'' 1) ,Grashüpfer‘, übertragen: ,mageres, bewegliches Kind, kleine lebhafte Person‘, 2) „ein bestimmtes Käferchen“ [gemeint ist ,Grashüpfer‘], 3) ,ein bestimmter Knochen an der Gans‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hebberlink'' ,lebhaftes, munteres Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hüpfüber''' m. ● ''Hebb-ewwer'' ,leichtlebige, unfertige, meist junge Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huppch''' m. ● ''Hobbsch'', meist ''lohmer Hobbsch'' ,hinkender Mensch‘, Schimpfwort‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huppchen''' ● ''hobbchen'' ,hinken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hurmel''' m. ● ''Hormel'' ,Rausch, Betäubtheit, Koller, Rappel im Kopf‘, sehr allgemein üblich (Vil. 1868); ''Hurmel'' ,Rausch‘, Kassel (Gr. 1894); ,jem., der mit einem Spleen behaftet ist‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hurmeln''' ● ''hormeln'' ,brummen, summen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hurzelig''' ● ,runzlig, gedörrt, verschrumpelt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huschchen''' ● .Pferd‘, kosend, in Niederhessen allgemein üblich (Pfs. 1868)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huschepferdchen''' ● ''Huschepärdchen'' ,Pferd(chen)‘, Kindersprache, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huschel''' f. ● ,unordentliche Frauensperson; eine, die huschelt‘ (s.d.) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huschelig''' ● ,unordentlich (in Bezug auf Frauen)‘ (Vil. 1868); ''huschelich'' ,unordentlich, oberflächlich‘, Kassel 20. Jh.; ''hüschelech'', dasselbe (besonders im Bezug auf Frauen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huscheln''' ● ,eilfertig, ungenau arbeiten‘ (Vil. 1868); ,unordentlich, oberflächlich arbeiten‘, Kassel 20. Jh.; ''hüscheln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Drüber hin huscheln'' ,etwas oberflächlich erledigen‘ (Vil.; Kassel 20. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hutchen''' ● ,kränkeln‘, Niederhessen (Pfs. 1868); ,zum Weinen ansetzen‘, auch wohl: ,schluchzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hutelos''' ● ,ohne Beaufsichtigung, in ungeziemender Freiheit sich befindend‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''hurelos'' ,ohne Aufsicht‘, Kinder oder Vieh, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huttern''' ● ,einhüllen und wärmen‘ (Vil. 1868). ● ''Das Huhn huttert die Küchlein unter den Flügeln''; ''sich ins Bett huttern, einhuttern'' (Vil.) ● Siehe ''einhuttern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huttich, Huttch''' m. ● ''Hottich'', ''Hutch'' ,ein armseliger, lumpiger, bettelhafter Mensch‘, Schimpfwort, vorzugsweise Niederhessen (Vil. 1868); ''Huddich'' ,vorlautes, anspruchsvoll auftretendes Kind‘, Kassel (Gr. 1894), ,Schlitzohr, Taugenichts‘, Kassel 20. Jh.; ''Hodch'' ,Taugenichts‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hutzel''' f. ● ''Hotzel'', auch ''Hutzel'' ,getrocknete Birne‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Hutzel'' ,getrocknete Zwetsche‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hotzel'' ,getrocknete Birne‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hutzelig''' ● ''hutzelich'' ,verschrumpelt, runzelig‘, Kassel 20. Jh.; ''hotzelech'' ,eingetrocknet, zusammengeschrumpft, runzelig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hutzelmännchen''' ● ,altes, dürres Männchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hutzeln''' ● ''hotzeln'' ,zusammenschrumpfen, eintrocknen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch E – H'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

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		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_W_%E2%80%93_Z</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch W – Z'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''W.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wabbelig''' ● ''wawwelich'' ,weich(lich)‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''wappelig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wabbeljohannes''' ● ''Wawwelgehannes'' ,weichlicher, weibischer Mann‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wabern''' ● ,sich schnell, aber schwankend hin und her bewegen‘, allgemein üblich (außer teilweise im Fuldischen‘) (Vil. 1868); ''wawern'' ,wanken, schwanken, sich hin und her bewegen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Bewaberung''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wacke''' f. ● ,Basalt‘, in Hessen die einzige Bezeichnung für diese Gesteinsart (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wacke''' m. ● siehe ''Wacken''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wackel''' f. ● ,kleine Spielkugel‘, Kassel (Pfs. 1886); ''Waggel'' ,Murmel, kleine Spielkugel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ●  ''Wackel'' war Mitte des 20. Jh. die allgemeine  Bezeichnung für Murmeln beim ''Wackelnspählen''. Es gab daneben, vor allem früher, auch andere Bezeichnungen, und zwar für bestimmte Murmelarten, je nach Material, Farbe, Größe und Verrechnungswert. Eine dataillierte „Wackologie“ findet sich bei Grassow unter ''Schosse''. ● Siehe ''Schosse'', ''knipsen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wackelstein''' ● ,Wacke, Basaltstein, Pflasterstein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wacken''' m. ● ''Wacke'' m., im östl. Hessen meist ''Wacken'' gesprochen, ,aus gebranntem Ton oder Marmor verfertigte Spielkugel der Kinder‘ (Vil. 1868); ''Waggen'', Ausdruck des Klickerspiels (Spiel mit kleinen Tonkugeln), ist Zuruf beim Spiel, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wackenstein''' ● ''Waggensteeng'' ,Wacke‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Waderung''' f. ● ,Bewegung‘, nur in der Verbindung ''in der Woderinge'' (''o'' offen) ,in Bewegung‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vermutlich *''Wadelunge'' &amp;gt; ''Waderunge''; das hieße, wäre zu stellen zu mhd. ''wadelen'', ''wedelen'', ,schweifen, schwanken, flattern, fließen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wagengeißel''' f. ● ''Weengsgöschel'' ,Wagendeichsel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wagenzeere''' f. ● ''Weengzähre'' ,Teer zum Schmieren des Wagens‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Zeer''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wähle''' f. ● ,Wahl, Auswahl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wahrhampel!''' ● ''wahrhambel! wahrhamblex!'' ,wahrhaftig!‘, Beteuerung, Kassel (Gr. 1894); ''warrhambel!'' ,wahrhaftig!‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wahrhanzig!''' ● ''warrhanzech!'' ,wahrhaftig!‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''walch''' ● ,lau‘, besonders in Bezug auf Wasser, Nieder- und Oberhessen (Vil. 1868); ,lau‘, übertragen auch: ,verschlagen, geknickt‘, Kassel (Gr. 1894); ''wolch'' ,lauwarm‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Walke''' f. ● ''Walge'' ,Prügel, Schläge‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''walken''' ● ''walgen'' ,durchprügeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wälzern''' ● ,wälzen, rollend fortbewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wambe''' f. ● ''Wampe'', selten ''Wambe'' gesprochen, ‚Bauch‘, meist in verächtlichem Sinne (Vil. 1868);  ''Wambe'' ,Bauch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), im 19. Jh. scheinbar oft im Plural gebraucht im Sinne von ,Wammen, Flanken‘ (Gr.). ● Vgl. mhd. ''wambe'', ''wampe'', ''wamme'' f. ,Bauch, Wanst‘, ahd. ''wamba'' f. ,Leib, Bauch, Schoß‘, ahd. ''wambo'' m. ,Bauch, Gebärmutter‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wambest''' m. ● ''Waambest'' ,dicker Leib beim Rindvieh (infolge Kolik)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Wambe'' + Suffix -''es'' &amp;gt; *''Wambes'' + schließender Dental (wie in ''als-t'', ''schon-t'', ''nur-t'', ''eben-d'' usw.). ● Siehe -''es''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wammen''' ● ,schwankend hin und her gehen‘, hier und da in Niederhessen (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wamsche''' f. ● nur im Plur. gebräuchlich ,Prügel, Hiebe‘, Kassel (Gr. 1894), nur im Sing., Kassel 20. Jh. ● Sicherlich sekundäre Bildung nach dem Verb ''wamschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wamschen''' ● ,Schläge geben‘ (Vil. 1868); ,prügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Jem. ''durchwamschen'' ,verprügeln‘ (Vil. 1868), Kassel 20. Jh. ● Ableitung von ''Wams'', also „einem das Wams ausklopfen“ (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wamschen''' ● ,viel und gierig essen‘ (Vil. 1868); (Essen) ''rinnwamschen'' ,gierig essen‘, Kassel 20. Jh.; ,viel und hastig essen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ableitung, wie Vil. zu Recht annimmt, von ''Wampe'' (''Wambe'') ,Bauch‘. Also wäre anzunehmen: ''wamschen'' &amp;lt; *''wambschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wanderding''' ● ''Wanderding'' (''Wanerding'') ,Gespenst‘, die übliche Bezeichnung (''Gespenst'' „ist dem Volke völlig fremd“) (Vil. 1868); ''Waanerdänk'' ,Gespenst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wandern''' ● „im Volksmund allenfalls vom Wandern der Wanderburschen üblich [Gesellenwanderung], sonst nur in der Redensart: ''es wandert'' (''wanert''), d.h. es gehen Gespenster um.“ (Vil 1868);  ''sech waanern'' ,spuken, umgehen von Gespenstern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es waanert sech.'' ,Es spukt.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wandlaus''' ● ,Wanze‘, ''Wandlaus'' bis in die 1820er Jahre auf dem Lande durchgängig allein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wank''' m. ● ,eine Wankbewegung als Einzelbewegung in einer Richtung‘, Kassel (Gr. 1894); ''im Wank'' ,im Vorbeigehen‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''En Wank krichen'', etwa: ,plötzlich nach einer Seite wanken.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wanne''' ● ,offenes, ziemlich flaches Faß (wie gemeinhd.)‘; ,kleiner flacher Korb‘, Nieder- und Oberhessen (Vil. 1868); ,runder, flacher Korb‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wannehr''' ● ,wann‘, Nebensatz-Konjunktion, „weit üblicher als das einfache ''wann''“ (Vil. 1868), Kassel 19. Jh. (Jonas?). ● Pfs. (1886) vermutet, daß ''wann eher'' nur für das nördliche und westliche Hessen gilt. ● Vgl. mnd. ''wannêr'' Adv. ,zu irgendeiner Zeit‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wanst''' m. ● ,Wanst‘, übertragen: ,Kind‘,eher abfällig, auch scherzhaft, sogar zärtlich, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,Bauch, Leib‘, in derber Rede; meist Plural: ,ungezogene Kinder‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wappeln''' ● ,zitteriges Bewegen, wie bei geronnenen Sachen, Gallerte z.B., aber auch von mackelichtem Fleisch‘ (Pfs. 1886), ''wabbeln'', Kassel 20. Jh. ● Siehe ''wabbeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wappelig''' ● Adj. zu ''wappeln'' (Pfs. 1886), ''wabbelich'', Kassel 20. Jh. ● Siehe ''wabbelich''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wappich''' ● ''Wappich'' f. ,feiste Frauenperson‘, Südhessen (Pfs. 1886); ''Wabbich'' m. ,dicke Person‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wapps''' ● auch: ''Wabbs-Babbs'' (= ''Stampes'') ,dicker Brei; dicke „schwulstige“ Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wärmede''' f. ● ,Wärme‘, übertragen auch: ,Schnaps‘ (scherzhaft), Kassel (Gr. 1894); ,Wärme‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wärmekächelchen''' ● ,niedriger Topf zum Aufwärmen der Speise‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''warum''' ● ''worimme'', oft ''brimme'', Kassel (Gr. 1894), ''worimme'', Kassel 20. Jh.; ''brem'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Entwicklung der Kasseler Form ''brimme'': ''worimme'' &amp;gt; *''wrimme'' &amp;gt; ''brimme''. Anders Oberellenbach: Hier ist wie auch in anderen südlichen Teilen des Niederhessischen (Schwalm) grundsätzlich das anlautende ''w'' von Fragewörtern zu ''b'' geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Warzel''' f. ● ''Wahrzel''  ,Warze‘, Kassel (Gr. 1894); ''Woorzel'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wäschen''' ● ,waschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''wöschen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wäschweib''' ● ''Wäschwibb'' ,Waschfrau‘, übertragen: ,jem., der gern ausplaudert‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wase''' f. ● ,Tante‘, Kassel (Gr. 1894); ,Vaters- und Muttersschwester‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Wose'' ,Tante‘, Anrede jeder älteren Frau, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ahd. ''wasa'' ,Tante väterlicherseits, Vatersschwester‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wasserharte''' ● ''de Stroße äs wasserhorde'' (nach starkem Regen, der den Schmutz weggespült hat), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wasserjost''' m. ● ''Wasserjoost'' ,Mensch, der sich stets laut und ungestüm gebärdet, Polterer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Jost'' ist früher in Niederhessen gebräuchlicher Vorname.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wasserwecke''' m. ● ''Wasserwegge'' (Sg. u. Pl.): Brötchenart, Kassel 20. Jh.; ''Wasserwägge'' ,mit Wasser gebackenes Brötchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).  ● Siehe ''Wecke''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''watchen''' ● ,unsicher gehen, sich mit sichtlicher Anstrengung fortbewegen, Oberhessen (Vil. 1868); ''wadchen'' ,watscheln, watschelnd gehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wätscheln''' ● ,watschelnd gehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Watsche''' f. ● ,Maulschelle, Ohrfeige‘, in den meisten Gegenden Hessens der gebräuchlichste Ausdruck (Vil. 1868); ''Wahdsche'' ,derbe Ohfeige‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Waule''' ● ,Murmel, Spielkugel‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Schosse''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Watz''' m. ● ,männliches zahmes Schwein, Eber‘, Mittelhessen (Vil. 1868); ''Watz'', ''Dickwatz'' ,dicke Person‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,Zuchteber‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. spezifiziert: ''Watz'' kommt vor in Fulda, der Werragegend, in Ziegenhain, Oberhessen, im Hanauischen; hingegen an der unteren Schwalm und Eder bis zur Diemel ''Ber'', an der Weser ''Kämpe''. ''Eber'' nirgends volksüblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wecke''' m. ● ''Weck'' […] „bedeutet nirgends in Hessen den eigentlichen Keil, sondern nur das ehedem (doppelt) keilförmige Gebäck“ (Vil. 1868); ''Wegge'', Sing. und Plur., ,Brötchen‘, Kassel 19., 20. Jh.; ''Wägge'', Sing. und Plur., ,Semmel, Brötchen, längliches Weißbrot zum Füllen von Gänsemagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Wecke'' ist bei Gr. 1894 nur indirekt durch ''Weckewerk'' belegt. ● Es gab in Kassel im 19. Jh. traditionell drei Brötchensorten: ''Wasserwecke'' (Seiltänzer), ''Laibchen'' ,Milchbrötchen‘ und ''Franzlaibchen'' ,Franzbrötchen‘ (als dem Franzbrötchen ähnlich wird 1894 auch ''Stitzchen'' erwähnt). Nach 1871 kamen ''Kaiserbrötchen'' hinzu. Der ''Wecke'' war ursprünglich ein längliches (keilförmiges) Brötchen; vgl. ahd. ''weggi'' ,Keil‘. Hingegen war das ''Laibchen'' rund bzw. abgerundet wie ein Brot: ''Laibchen'' = kleiner Laib (Brot). ● Siehe [[„Wecke“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weckewerk''' ● ,Wurstgehacktes mit Semmeln druntergeknetet‘, Kassel (Gr. 1894), mit weiteren Zutaten, wie etwa Zwiebeln und Kümmel, Kassel 20. Jh.; ''Wäggewärk'' ,Gemisch aus kleinen, beim Schlachten übrigbleibenden Teilen des Schweines mit Brötchen und Zwiebeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weckewurst''' ● ''Weckeworscht'', bei Gr. erwähnt, ohne Erklärung, nur Hinweis auf ''Weckewerk'', Kassel (Gr. 1894); ''Wäggworscht'' ,mit Weckewerk gefüllte Wurst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wecksoppe''' f. ● ''Wäggsobbe'' (''o'' offen) ,Fleischbrühe mit Brötchenstücken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weg''' m. ● wie hd.; fem. in bestimmten Redewendungen, in ganz Hessen üblich: ''auf der Wege sein'' ,auf dem Weg sein, im Begriff etwas zu tun‘, ''auf der Wege'' ,unterwegs‘, ''aus der Wege gehen'' ,ausweichen‘ (Vil.); ''Geh mä us der Wäje'', ''du stehst mä in der Wäje'', Kassel 20. Jh. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wegeschisser''' m. ● ''Wegscheißer'' ,Geschwür am Rande des Augenlids‘, östliches Hessen (Vil. 1868); ''Wäjeschesser'' ,Geschwür am Auge, Gerstenkorn‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Sonst auch ''Wern'', ''Wer'', ''Werner'' genannt, „dieses Geschwür gilt als Strafe dafür, daß man seine Notdurft am Wege verrichtet habe“ (Vil.). ● Siehe ''Werner''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weh''' n. ● ''Wieh'', nur in Kompositionen wie ''Büchwieh'' ,Bauchweh‘, ''Kobbwieh'' ,Kopfweh‘ u.a., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wehnen''' ● ''wähnen'' ,entwöhnen‘ (z.B Säugling, Kalb), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wehnig''' ● ''wähnech'' ,entwöhnt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wehtat''' ● ''Wiehdoot'' ,Schmerz, Leid‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''weicherlich''' ● ''weecherlech'' ,weich, kraftlos, saftlos (von Speisen); schwächlich, elend (von Personen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''weifen''' ● ''weefen'' ,haspeln (Garn)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ech weef dä eenge.'' ,Ich versetze dir eine Ohrfeige‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''weildeß''' ● ''wildeß'' ,unterdessen, indessen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weinkauf''' m. ● ''Wingköf'' ,Feier nach einem abgeschlossenen Handel, nach einer standesamtlichen Trauung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weintraubel''' f. ● ''Winndruwel'' ,Weintraube‘, Kassel (Gr. 1894); ''Wingdrüwel'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weise''' m. ● ''Wees'' ,Weizen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''weisen''' ● ,zeigen‘, das in ganz Hessen ausschließlich übliche Wort, hd. ''zeigen'' ist nirgends volksüblich (Vil. 1868); ''wiesen'' ,weisen‘, oft für ,zeigen‘, Kassel (Gr. 1894); ,zeigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weißbescheid''' ● ''ahler Weißbescheid'' ,superkluge Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Weißpfennig''' ● ''Wißpennig'', alte Münzbezeichnung, Kassel (Gr. 1894). ● ''Wißpennige schwitzen'' ,große Tropfen schwitzen‘ (Gr.). ● „Weißpfennig, die mehrere Jahrhunderte lang ausschließlich gebräuchliche, mit dem 1. April 1835 gänzlich verschwundene kleine Baar- und Rechenmünze Hessens. Der niederhessische Weißpfennig, in großer Menge in Silber zuletzt unter Landgraf Friedrich II. geschlagen, betrug 12 Heller […], 32 Weißpfennige (Albus) gehörten zu einem Thaler (von 24 guten Groschen), 26 zu einem Kammergulden. […] Der niederhessische Bürger und Bauer rechnete im Kleinverkehr nur nach Weißpfennigen, und reducierte alle Groschenrechnungen auf Weißpfennige, bestimte auch Einkommen und Reichtum nach Weißpfennigen.“ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''welmen''' ● ''wälmen'' ,wölben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''welsch''' ● ''walsch'' ,fremdländisch, unverständlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''walscher Howwersack'' ,welscher Hafersack, unverständlich redender Mensch‘ (Hm.). ● Vgl. hd. ''welsch'' ,romanisch‘, hauptsächlich ,frazösisch‘, insbesondere aber ,italienisch‘; mhd. ''walhisch'', ''walsch'', ''welsch'' ,italienisch, französisch, romanisch‘, ahd. ''wal(a)hisk'' ,romanisch, lateinisch‘. Ableitung von german. *''Walhos'', Bezeichnung für die im Süden und Westen benachbarten Kelten, die abgeleitet ist von dem Namen des Keltenstammes der ''Volcae''. Später wurden mit westgerman. ''Walh'', ahd. ''Walah'' die romnisierte Nachkommen der Kelten bezeichnet, dann die Romanen allgemein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''welschen''' ● ,in unverständlicher Sprache reden, undeutlich und unverständlich sprechen‘, überall gebräuchlich (Vil. 1868)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''welscher Nuß''' m. (!) ● ''walscher Noß'' ,Walnuß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wendewisch''' m. ● ''Wängewösch'' ,lebhaftes Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Irr-wisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Werk''' ● 1) ,Grundbesitz, bäuerliches Besitztum, Haus und Hof, Acker und Wiesen nebst dem Viehbestand‘, sehr üblich; 2) Plur. ,Ungelegenheit, Weitläufigkeit, Ausflüchte, sehr üblich; 3) Plur. ,Menstruation‘, im östl. Hessen, nicht allzu häufig (Vil. 1868); ''Wärk'' ,Zeug, Stoff, Keidung; Gut, bäuerliches Besitztum, landwirtschaftliches Anwesen‘; meist Plur.: ,Werke, Umstände, Weitschweifigkeiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wermüte''' ● ''Wermiede'' ,Wermut; Wermutschnaps‘, Kassel (Gr. 1894); ''Wermede'' f. [!] (Betonung auf der ersten Silbe, diese hat kurzes geschlossenes ''e'', die folgenden zwei ''e'' sind „Murmel-e“), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Werner''' m. ● ''Wern'', auch ''Werner'' und ''Wer'' genannt, ,Blutgeschwür am Augenlid, sogenanntes Gerstenkorn‘, auch ''Wegscheißer'' genannt (Vil. 1868); ''Wärner'' ,Geschwür am Augenlid, Gerstenkorn‘, gewähltes Wort für das gewöhnliche ''Wegeschisser'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wesen''' n. ● ,Anzug‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Wäsen'' ,große Menge; Übertreibung, Aufheben, Aufbauschung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wibbeln''' ● ''wibbeln'', ''wiwweln'' ,wimmeln‘ (Vil. 1868); ''wewweln'' ,wimmeln‘, Kassel (Gr. 1894). ● Redewendung ''krewweln un wewweln'' ,kribbeln und wimmeln‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wibbelblau''' ● ''wiwwelblau'' (-''blo'') ,ganz blau‘, ganz Hessen (Vil. 1868). ● Neben ''wiwwelblo'' kommt auch ''wimmelblo'' vor. ''Einen wiwwelblo schlagen''. (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wichse''' f. ● ,Schläge‘ (Vil. 1868); ,Schuhwichse, Bartwichse; Prügel, Schläge‘, Kassel  19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''Wiggse'' ,Schuhwichse‘, Plural: ,Schläge, Prügel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Das es  eine  Wichse.'' ,Das ist einerlei, gehüpft wie gesprungen.‘ Kassel 19., 20. Jh. (Gr.). ''Es äs alles eenge Wigse'' (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wichsen''' ● ,Schläge geben, besonders Kindern gegenüber gebräuchlich‘ (Vil. 1868); ,mit Wichse bestreichen (Schuhe)‘, Kassel 20. Jh.; ''wiggsen'' ,mit Wichse bestreichen; schlagen, verhauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''verwichsen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wichtel''' m. und n. ● gewöhnlich ''Wichtelmännchen'', auch verderbt ''Wispelmännchen'' genannt (''Wichtelfrau'', ''Wichtelleute'') ,Elben, Berg- und Hauskobolde‘ (Vil. 1868). ● Siehe ''Wispelmännchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wickeln''' ● ''weggeln''[!] ,umwickeln, umwinden; durchhauen, verprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wickeln''' ● ''wiggeln''[!] ,bewirken, daß etwas wackelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wider''' ● Präp. mit Akk. und Dat., in den meisten Fällen gebräuchlich, wo man im Gemeinhd. ''an'', ''zu'' sagt (Vil. 1868); ''werre'' Präp. mit Akk., ,gegen; zu (nach sprechen und sagen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Beispiele (ohne Angabe, wo gebräuchlich) bei Vil.: mit Akk.: ''sich wider einen Gegenstand stoßen'', ''etwas wider die Wand stellen'', ''etwas wider jemanden sagen'' (Verbindung von ''sagen'' mit ''zu'' gänzlich unüblich); Dat. bei ''stehen'': ''der Rechen steht wider der Hecke''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''widerhalten''' ● ''werrehahlen'' ,für längere Zeit vorhalten, sättigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''widerkleiben''' ● ''werregleewen''; in der Redesart: ''Ech bän goor denne werrejegleewt''. ,Ich bin gar dünn widergekleibt, ich bin für Krankheitenleicht empfänglich.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Widerschein''' ● ''Werresching'' ,Leuchten in mehreren Farben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''widerscheinen''' ● ''werreschingen'' ,in mehreren Farben leuchten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''widerscheinig''' ● ''werreschingech'' ,in mehreren Farben leuchtend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''widerstoßen''' ● ''werrestoßen'' ,beim Sprechen mit der Zunge anstoßen, lispeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wiedehopch''' m. ● ,Wiedehopf‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.) ● ''Hä stinket wie’n Wiedehopch.'' ,Er stinkt übelst.‘ Kassel 20. Jh. ● Mundartl. ''pch'' ist keine verunglückte Wiedergabe von hochdt. ''pf''; siehe auch ''Kropch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wieke''' f. ● ''Wiege'', Plur. ''Wiegen'' ,kurze Fäden zerzupfter Leinwand, die in offene Wunden gelegt werden, um ein zu frühes Heilen zu vermeiden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wiekeln''' ● ''wiegeln'' ,langsame, wiegende Schaukelbewegungen machen‘, z.B. mit dem Stuhl bei Tische, Kassel (Gr. 1894). ● Vielleicht zerdehntes ''wickeln'' ,zum Wackeln bringen‘?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wilbert''' ● ,Wildbret‘, Kassel, scheinbar nur belegt in ''Wilbertschirne'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wilbertschirne''' f. ● ''Wilberdschirne'' ,Verkaufsstand für Wildbret‘, Kassel 1925 (Müller). ● Siehe ''Schirne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wildscheuer''' f. ● ''Wäldschiere'' ,Raum, in dem viele Gegenstände ungeordnet durcheinander liegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''willkomm!''' ● ''wellkom!'' (Betonung auf der ersten Silbe), Begrüßung eines eintretenden Gastes, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. Adj. ''willekome'', -''kume'', -''kom'', -''kum'' ,willkommen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wimber''' f. ● ''Wember'', ''Wimber'' ,schmale Dielen, Bretter oder Stangen an der Giebelseite der Häuser zum Abhalten der Windstöße, namentlich am Strohdach (Vil. 1868); ''Wember'' ,der über den Hausgiebel vorstehende Dachrand‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zugrunde liegt ahd. ''wintberga'' ,Windberge [vgl. nhd. ''bergen'' ,retten, schützen], Windschutz, Wimperg, Mauerzinne‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wimper''' f. ●  ''Wember'' ,Wimper, Augenbraue‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zugrunde liegt ahd. ''wintbrāwa'' ,Haarrand am Auge‘, vorwiegend ,Augenbraue‘, so noch bei mhd. ''wintbrâ(we)''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''windsch''' ● ''wängsch'' ,windschief, verlehrt, schief‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Winkel''' ● ,Kloake zwischen je zwei Häusern in manchen kleinen Städten‘, Kassel (Gr. 1894); ''Wenggel'' ,Platzneben dem Abort, der zur Unterbringung von allerlei Abfällen des Haushalts dient, die dann später als Wiesendünger dienen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''winterisch''' ● ''wändersch'' ,den Sonnestrahlen, der Wärme nicht zugänglich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Winterseite''' ● ''Wändersiede'' ,die der Sonne abgewandte Seite der Gemarkung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Winzchen''' ● ,Kätzchen‘, Kassel 20. Jh. ● ''Winzchen machen'' ,sich anbiedern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Herzog, Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Winz Winz!''' ● Lockruf für die Katze (Vil. 1868), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Winze''' f. ● ''Winze'' ,Katze‘, ganz Althessen (Vil. 1868); ''Winze'', Lockruf für Katze, Kassel (Gr. 1894); ,Katze‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Winzekatze''' ● ,Katze‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894). ● ''Hä es en Kerle wie ne Winzekatze''. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wippchen''' n. ● ,Flunkerei‘, Kassel 20. Jh.; ,Flausen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Mach keine Wibbchen!'' ,Flunker mir nichts vor!, Kassel; ''em en Wibbchen vormachen'' ,jem. etwas vorflunkern‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wispel''' f. ● ''Wesbel'' ,Wespe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wispelmännchen''' ● ,Wichtelmännchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wit''' f. ● ''Wäht'' ,Ordnung, Weise‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä äs ganz üs der Wäht.'' ,Er ist außer Rand und Band‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Witfrau''' ● ''Weddfrö'' ,Witwe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Witmann''' ● ''Weddmann'' ,Witwer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''witschen''' ● ,huschen‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe wutschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Witzbeutel''' ● ''Witzebiedel'' ,eingebildeter junger Mann‘ , Kassel (Gr. 1894). ● ''Witz'' hier nicht im Sinne von ,Scherz‘, sondern eher im Sinn von ,Verstand, Esprit‘ (ältere Bedeutung). Gemeint ist also nicht ,Witzbold‘, sondern jem., der sich auf seine geistige Beweglichkeit etwas einbildet‘. Siehe ''witzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''witzen''' ● ''sech witzen'' ,sich für wichtig halten, stolz sein‘, Verneinung ''sech nicks witzen'' ,sich nichts einbilden, bescheiden sein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wöllnechtig''' ● ''wellenächdech'' ,ähnlich wie Wolle‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wollust''' ● ,Übermut‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wollüstig''' ● ''wollistig'' ,übermütig‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wolmütig''' ● ''wolmüdich'' ,lüstern, wollüstig‘, hier und da in Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wuckelig''' ● ''wuckelich'' ,wackelig‘, Kassel (Gr. 1894); ''woggelech'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wuckeln''' ● ,wackeln‘, häufiger verwendet als ''wackeln'', besonders in Niederhessen, besonders wenn das Wort transitiv gebraucht wird (Vil. 1868); ,unruhig uf dem Stuhle sitzen, sich darauf hin und her wiegen‘, niederhess. (Pfs. 1886); ,rüttelnd etwas zum Wackeln bringen; auf Grund von Erschütterung wackeln; nahe am Bankrott stehen‘, Kassel (Gr. 1894); ''woggeln'' ,wackeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wuhlen''' ● ,wühlen; langandauernd verbissen arbeiten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wühlen''' ● ''wielen'' ,wühlen, unmäßig arbeiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wuhler''' ● ,einer, der langandauernd verbissen arbeitet; fast immer gemütlos‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wuhlersche''' f. ● weibliches Gegenstück zum Wuhler‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wulchern''' ● ''wulgern'' ,Welen schlagen (von kochendem, wallenden Wasser)‘, niederhess. (Pfs. 1886); 'wulchern'' ,dicht gedrängt einherziehen‘, oft vom Volksgewühl in den Straßen gebraucht, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wüllchen''' n. ● ''Willchen'' ,kleine Gans‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wulle Wulle!''' ● Lockruf für die Gänse, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wülle Wülle!''' ● ''Wille Wille!'', Lockruf für die kleinen Gänse, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wullegans''' ● ,Gans‘, kindersprachl., ,einfältige Frauensperson‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ,Gans; einfältiges Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wullwatz''' ● ,dicke Person; mit dichtem Pelz umgebener Hund usw.‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Wulle'' ,Wolle‘; siehe ''Watz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Würfchen''' ● ''Wirfchen'' ,Branntweingläschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Drei Darreichungsformen des Brannweins: das kleinste Glas war das Würfchen, das nächstgrößere das halbe Kännchen (''Halkännchen''), auch Küheschelle (''Kieweschelle'') genannt; das größte ist das Kännchen, es wird in einem Fläschchen mit Beisetzgläschen (''Biesetzegläschen'') gereicht. (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wurfen''' ● ''worfen'' ,das ausgedroschene Getreide säubern, von der Spreu sondern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wurgen ● ''worgen'', ''wurgen'', „eigentlich mit ''ch''“ (Anm. von Gr.) ,würgen, mit Schwierigkeit schlingen; sich zum Essen und beim Essen zwingen‘, ,schlecht arbeiten, namentlich mit der Nähnadel‘, Kassel (Gr. 1894); ''wurjen'', ''wirjen'' ,beim Essen würgen, das Essen hineinzwingen‘, ,mit Mühe oder Unverstand an etwas herumarbeiten‘, Kassel 20. Jh.; ''worjen'' (''o'' geschlossen) ,würgen, mühsam schlingen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''würgen''' ● ''wärjen'' ,mühsam, auch hastig an etwas arbeiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Würgengel''' ● ''Werchengel'' ,Person (vor allem Kind), die durch Mangel an Schonung Spielsachen oder Kleidungsstücke ruiniert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wurstebrühe, Würstebrühe''' ● ''Wurschdebrieh'' ,Brühe in der der Metzger die Wurst gekocht hat, Kassel 20. Jh.; ''Werschdebrieh'' ,Brühe, in der die Wurst gekocht worden ist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wurstefritz''' ● ''Wurschdefritz'' ,jem., der nachlässig ist im Hinblick auf Gaderobe, Aussehen, Manieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Würsteläube''' ● ''Werschdeleewe'' , Raum zur Aufbewahrung der Wurstvorräte‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wurstel''' f. ● ''Wurschtel'' ,in Kleidern sich übel haltende und einen wüsten Haushalt führende Frauensperson‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wursteln''' ● ''wurschteln'' ,ungeschickt arbeiten, herumhantieren‘, Kassel 20. Jh.; ''worschdeln'' ,ungeschickt arbeiten, durcheinander bringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wursten''' ● ''wurschden'', siehe zusammenwursten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Würstewerk''' ● ''Werschdewärk'' ,kleingehacktes oder gemahlenens Fleisch, das zum Füllen der Därme benutzt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wurstig''' ● ''wurschdich'' ,nachlässig im Hinblick auf Gaderobe, Aussehen, Manieren‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wurstschale''' ● ''Wurschdeschale'', übertragen: ,schlechter, alter Mantel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Würstsoppe''' ● ''Werschdsobbe'' ,Schlachtfest‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Würze''' f. ● ''Wärze'' ,Gewürz‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Würzegarte''' m. ● ,der vorm Haus gelegene Gemüsegarten‘, in Niederhessen zuweilen vorkommend (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wurzeln''' ● ''gähle Worzeln'' ,Möhren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wuschelkopf''' ● ''Wuschelkopp'' ,zerwühltes oder ungepflegtes Haar; Person mit ungepflegtem Haar‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wuschelig''' ● ''wuschelich'' ,ungekämmt, struwwelig‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wuscheln''' ● ''wuscheln'', ''verwuscheln'' ,schnell oberflächlich über etwas hinwischen, dadurch etwas verwirren‘ (Pfs. 1886); ,in oder an etwas herumstreichen, damit Unordnung schaffend‘, Kassel 20. Jh. ● ''In den Haaren wuscheln'', ''das Bettzeug verwuscheln'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wusselig''' ● ''wusselech'' ,lebhaft, rege, emsig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wusseln''' ● ''wuseln'', ''wusseln'' ,sich eilig, aber halb kriechend, unsicher bewegen‘, am meisten von kleinen Kindern gebraucht, allgemein üblich (Vil. 1868); ,sich (gebückt) hastig bewegen‘, Kassel 20. Jh.; ,sich schnell bewegen, lebhaft kriechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wüste''' ● ''wiesde'' ,wild im Benehmen, in Unordnung‘, Kassel 20. Jh.; ,unbebaut; in Unordnung, durcheinander; wild, rauh, roh‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''wutschen''' ● ,(unauffällig, unversehens) schlüpfen, schleichen‘; mit Richtungsangabe: ''ninnwutschen'', ''nuswutschen'', ''wegwutschen'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''witschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Wutz''' f. ● ''Wuz'', ''Wutz'' ,Schwein‘, in schmeichelder, lockender Beziehung (''Wutzchen''), sehr gewöhnlich in Ziegenhain, Oberhessen und Fulda, nicht nördl. von der Eder, weniger gebräuchlich im südl. und östlichen Niederhessen (Vil. 1868); ''Wutz'', ''Wutzchen'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Z.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zackern''' ● ,zaudern‘, Sprengel Schützeberg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zackern''' ● bezeichnet das ,Laufen eines schlechten Pferdes in kurzem Trab‘, auch ,wackelndes schlechtes Reiten‘, nördl. Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zackergäulchen''' ● ,Pferd, das zackert‘, spöttisch (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zahnlade''' f. ● ''Zohnlore'' ,Kinnbacken, Kiefer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zahnraffe''' f. ● ''Zohnraffe'' ,unvollständige Zahnreihe; Mensch mit schlechtem Gebiß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zahnraffel''' f. ● Schimpfwort für alte Weiber, keine Angabe zur Verbreitung (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zammchen''' ● ,zitternde Bewegungen machen, mit Ungeduld auf etwas warten‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''zammen'' ,zucken, im Schmerz zusammenzucken‘, Haungrund (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zänkebock''' ● ,zänkischer, streitsüchtiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zänken''' ● ,zanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zarle''' f. ● ''Zorle'' ,weibliche Person, die in großer Breite unwichtige Dinge erzählt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zarlieren''' ● ''zorlieren'' ,unwichtige Dinge weitschweifig erzählen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zasseln''' Pl. ● ,die Fransen, die vom Zaum einer Zeugkante oder eines Kleidersaums abstehen‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''in Zasseln'' ,in zerlumptem Zustand‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zeckern''' ● ''zäggern'' ,sich mit kleinen Schritten sehr lebhaft fortbewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zehn, Zehne''' ● ,die Zehe‘, Plur. , die Zehen‘; ''der Zehn'', Plur. ''die Zehne'', Kassel (Gr. 1894); Plur. ''Zehnen'', Kassel 19. Jh. (Jonas); ''die Zehne'', Pl. ''die Zehnen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ahd. ''zēha'' f., mhd. ''zê'', ''zêhe'' f.; die niederhess. Singularformen mit ''n'' gehen auf den Plural zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zehr''' m. ● ''Zehr'' ,Teer‘,  „bis vor kurzem“ in Hessen ganz allgemein üblich, herrscht noch an der unteren Schwalm (Wabern und Umgebung) (Vil. 1868); ''Zeer'' [Aussprache: ''Zähr''] ,Teer‘, Kassel (Gr. 1894); ''Zähre'' f., Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Zehr'' ist korrekte hochdeutsche Enstsprechung zu nd. ''Teer'', das im 16. Jh. ins Hochdeutsche übernommenen  worden ist. Zeer kommt offenbar nur am nördl. Rande des Hochdeutschen vor, wozu das Niederhessische gehört. ''Zähre'' f., Oberellenbach, ist vermutlich in Form und Genus beeinflußt von ''Schmere'' (vgl. ''Weengschmähre'' – ''Weengzähre'', ,Wagenteer‘). ● Vgl. mnd. ''ter'', ''tere'' m.(?) ,Teer‘, niederländ. ''teer'' m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zehrigel''' ● ''Zeerigel'' ,Teer-Igel‘, nur als Fluch belegt: ''Du verfluchter Zeerigel!'', Kassel 1926 (Chr. Müller).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zeisen''' ● ''zeesen'' ,zausen, zupfen, die Wolle vor dem Spinnen zupfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''zeisen'' ,zausen, zupfen, besonders Wolle‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zeite''' f. ● ''Zaide'' ,Mündung an der Brunnenröhre (dann der Brunnen selbst)‘, Kassel 19. Jh. (Herzog); ''Zeede'' ,Ausguß aus einem Gefäß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zeitenstock''' ● ''Zeidenstock'' ,(öffentliche) Brunnensäule‘, Kassel 19. Jh., abgekürzt auch ''Zeide'' genannt, Kassel 19. Jh. ● Siehe [[Königsplatz|Zeitenstock auf dem Kasseler Königsplatz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zellerei''' ● ,Sellerie‘, Kassel 19. Jh., Gr. 1894). ● Komposita: ''Zellereistuden'' ,Selleriestauden‘, ''Zellereistiedchen'' ,Selleriestäudchen‘ (Gr.), ''Zellereiknullen'' ,Sellerieknollen‘, Kassel 19. Jh. (Jonas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zergen''' ● ,in bösartiger Form necken, zum Zorn reizen, durch wiederholte aufregende Neckerei‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''zerchen'' ,necken, reizen, ärgern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.) ''sich zerchen'' ,sich, evtl. handgreiflich, aber harmlos streiten‘, Kassel 20. Jh.; ''zerjen'' ,reizen, necken, ärgern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zibbe''' f. ● ''Ziwwe'' ,Hündin‘, in ganz Nieder- und Oberhessen gebräuchlich; ''Hündin'' wird niemals gebraucht (Vil. 1868); ''Zewwe'' ,Hündin; liederliches Frauenzimmer‘, Kassel (Gr. 1894); ''Zewwe'' (ertses ''e'' geschlossen) ,weibliches Kaninchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zickehäschen''' ● ''Zickehäschen machen'' ,so hintereinander hergehen, daß man sich an den Rock, am Saum des Kleides des Voranschreitenden hält, etwa wie ein Schleppenträger‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zicke-Zicke-Häschen!''' ● Aufforderung zu einem solchen Marsch, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zieche''' f. ● ''Ziege'', ''Bettziege'' [!] ,Bettüberzug‘, Kassel (Gr. 1894); ''Zieche'' ,Bettbezug, Kissenüberzug‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä hot ’n Magen wie ne Bettziege.'' (Gr.). ● Vgl. mhd. ''zieche'', ''ziech'' ,Bettedecken-, Kissenüberzug‘, ahd. ''ziahha'', westgerman. Lehnwort, von lat. ''theca'' &amp;lt;  griech. ''theke''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ziegel''' f. ● ''die Ziejel'' ,der Ziegel‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ziegenbock''' ● ''Zägenbock'' (''ä'' lang), übertragen: Übername für den Schneider, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ziegenhain''' ● ''su fäsde wie Zäjenhähng'' ,so fest wie Ziegenhain‘ (Ziegenhain galt früher als uneinnehmbar), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ziegenhörner''' ● ''Zägenherner'', in der Redensart: ''Hä es so derre wie ’n Sack vull Zägenherner.'' ,Er ist so dürr wie ein Sack voll Ziegenhörner‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ziegenschinder''' ● ,Nordostwind‘, Schmalkalden (kein Hinweis auf Hessen) (Vil. 1868); ''Zägenschenner'' ,scharfer, kalter Nordostwind‘, Kassel (Gr. 1894); ''Zäjenschenger'' ,scharfer, schneidender Wind, Nordostwind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ziehbetzel''' f. ● die weiße, an der Schwalm blaue Obermütze, die Frauen auf den Dörfern in Hessen über die eigentliche Mütze ziehen; hin und wieder so, daß dann noch ein schwarzsamtnes Mützchen auf die Ziehbetzel gesetzt wird; zum Abendmahl, zum Leichenzug; nur Mittelhessen (Vil. 1868); weiße, rundherum gekräuselte Mütze der Frauen, die den wesentlichen Bestandteil des Ziehbetzelwerks ausmachte, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Betzel'', ''Ziewe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ziehbetzelwerk''' ● Kostbarste Kopfbedeckung der Frauen. Es wurde früher zum Abendmahl oder zu Beerdigungen angelegt: Das mitten auf dem Kopf zu einem runden Häuptchen zusammengekämmte Haar wurde zunächst mit der kleinen schwarzen Futterbetzel bedeckt, die unter dem Kinn festgebunden wurde. Dann folgte die eigentliche Ziehbetzel, die vorn bis auf die Stirn, über die Ohren und hinten bis in den Nacken herab reichte. Sie wurde mit Stecknadeln auf der Futterbetzel befestigt. Auf die Ziehbetzel wurde schließlich noch eine kleine spitze, mit herabhängenden Bändern versehene Haube gesetzt, die man mit schmalen Bändern unter dem Kinn festband. Die weiße Ziehbetzel schaute dann rundherum unter der schwarzen Haube hervor; die Futterbetzel war nicht sichtbar. Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ziehbibel''' f. ● ''Ziehbiewel'' ,Ziehharmonika‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ziehmähre''' f. ● ''ahle Ziehmähre'' ,Zugpferd (von geringem Wert); Person, von der man viel saure Arbeit, Dienstleistung verlangen darf‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ziewe''' f. ● ,enganliegende Haube der Kasseler Frauen im 18. und Anfang des 19. Jh. (beim Abendmahl und dgl.)‘, Kassel (Gr. 1894); ,Abendsmahlsmütze der Frauen‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''Ziewe'', Verkürzung aus *''Ziehhauwe'' ,Ziehhaube‘. ● Siehe ''Ziehbetzel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ziffersch''' ● ,zyprisch‘? ● ''Äs macht ’n Gesichte wie ne ziffersche Katze.'' Kassel (Gr. 1894). ● Gr. vermutet in der ''zifferschen Katze'' ,Zypernkatze‘, die „schwarze Streifen auf grauem Grund“ hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zingern''' ● ''zingern'', ''zengern'' ,beben, längs durch die Glieder zucken (z.B. wenn man sich an den Ellenbogen gestoßen hat)‘, Kassel (Gr. 1894); ''zengern'' ,schmerzhaft in den Gliedern reißen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zinken''' m. ● ,Stück, z.B. Stück Brot, Knoblauchzehe; krumme Nase; kurze, ordinäre Tabakspfeife‘, Kassel (Gr. 1894), neben der üblichen Bedeutung: ,auffällig hervorstehende Nase‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zipfel''' m. ● ''Zibbel'' ,Zipfel; Endstück (z.B Wurst)‘, Kassel 20. Jh.; ,äußerstes Ende (z.B. Wurstzipfel)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zipfen''' m. ● ''Zibben'' ,äußerstes Ende, Zipfel, Spitze (z.B. eines Ackers, eines Sackes)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zissel''' m. ● „wilde, rohe Musik, ausgeführt von einer Anzahl Dilettanten, z.T. mit improvisierten Instrumenten, nebst Illumination in Biergärten, besonders auf dem ,Bunten Bock‘ und auf der Fulda großes Sandschiff und an dreißig kleine Kähne. (Im Anfang der 1850er Jahre, als wir noch unter der ,Mißregierung‘ so ,unglücklich waren).“ Kassel (Gr. 1894); ,sommerliches Kasseler Volksfest an und auf der Fulda‘, Kassel, 20. Jh. ● Siehe ''zisseln'' und [[Zissel – Vorgeschichte|Der Zissel – Vorgeschichte]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zisseln''' ● ,auseinanderstreuen, ausschütten‘ (Vil. 1868); „ist das Verb zu Zissel“; ,zerstreuen, verzetteln‘, Kassel (Gr. 1894), ,Zissel feiern‘, Kassel 20. Jh.; ''zesseln'' ,auseinanderstreuen, streuen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. weist auf Vorkommen des Wortes in Schwaben hin: liegendes Gras wird mit der Hand oder dem Rechen ''gezisselt'', damit es dürr werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zitronat''' ● ''Zeddernahd'', „''was me in den Kuchen diehd''“, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zittel''' m. ● ''Ziddel'' ,Zettel‘, Kassel  1926 (Chr. Müller); ''Zerrel'' (erstes ''e'' geschlossen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zitterene, Zirene''' f. ● ''Zedderehne'', auch: ''Zerehne'' ,Flieder‘, Kassel (Gr. 1894); ''Citterene'' ,Syringe‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Zireene'' ,Flieder‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von ''syringa (vulgaris)'' ,Flieder‘. In ''Zitterene'' liegt sicherlich Beeinflussung durch ''Zitrone'' vor, siehe ''Zitronat''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zocker''' ● ,Zucker‘, Kassel (Gr. 1894), ''Zogger'' (''o'' offen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zockerstein''' ● ''Zoggersteeng'' ,Bonbon‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zockerwecke''' m. ● ''Zoggerwägge'' ,süße Semmel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zockerwerk''' ● ,Zuckergebäck‘, Kassel (Gr. 1894); ''Zoggerwärk'' ,Zuckergebackenes, Süßigkeiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Äs  verkeift sich wie Zockerwerk.'' ,Es verkauft sich gut.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zores''' m. ● ,Unfug, fröhliches Lärmen; barer Unsinn‘, Kassel (Gr. 1894); ,Unfug, lärmende Streiterei‘, Kassel 20. Jh. ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zotte''' m. ● ''Zodde'' ,Zote; Gußrinne oder Nase an einem Topf‘, Kassel (Gr. 1894); Plur. ''Zodden'' ,Zoten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zubafen''' ● ,zuschlagen, mit großer Heftigekit schließen (Tür)‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zublinzen''' ● ''zublenzen'' ,anblinzeln, durch Blinzeln etwas zu verstehen geben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zuckeln''' ● ,säumig, zögernd, langsam gehen‘, Niederhessen (Vil. 1868), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zuhameln''' ● ''sech zuhameln'' ,sich die Kleidung auf aufgeweichter Straße mit (feuchtem) Straßendreck beschmutzen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Hamel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zuklundern''' ● ''sech zuklunnern'' ,sich auf aufgeweichter Straße die Kleider beschmutzen‘, Kassel (Gr. 1984). ●  Siehe ''Klunder''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zuning''' ● Adj. ,geschlossen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Weiterbildung von ''zu''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zupfeln''' ● ''zupfeln'', gesprochen ''zuppeln'', ''zoppeln'' ,zupfen‘, aber gegenüber ''zupfen'' die weitaus vorherrschende Form (Pfs. 1886); ''zubbeln'' ,zupfen, zerren, ziehen‘, Kassel (Gr. 1894), 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zurichten''' ● ''sech zurichden'' ,sich schmutzig machen, einsauen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zurucke''' ● ''zerucke'' ,zurück‘, Kassel (Gr. 1894). ● Erloschen; Ersatzform im 20. Jh.: ''zerigge'', von ''zurück''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusammenballern''' ● ''zesammenballern'' trans. ,zusammenschießen, mit Getöse zusammenschlagen; jem. mit Worten fertigmachen, zusammenscheißen‘, Kassel 20. Jh.; intr. ,mit Getöse zusammenstoßen (z.B. Autos)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusammendribbeln''' ● ''zesammendriwweln'' ,etw. (zwischen Daumen und Zeigefinger) zusammendrehen (z.B. Fäden)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusammenknutteln''' ● ''zesammenknuddeln'' ,knotenartig zusammendrücken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusammenkraufen''' ● ''zesammengrüffen'' ,zusammenkriechen, zusammenschrumpfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusammenläppern''' ● ''sich zesammenläbbern'' ,sich nach und nach in kleinen Teilen zu einem Ganzen vereinigen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusammenwursten''' ● ''zesammenwurschden'' ,Stoffteile, Garderobe rücksichtslos und unordentlich zusammenpressen‘ (z.B. Garderobe in den vollen Schrank), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusauen''' ● ''zusauen'' ,beschmutzen, eindrecken‘, Kassel 20. Jh., ''zusöien'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gleichbedeutend: ''einsauen'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zuschustern''' ● ,bei etwas Geld zusetzen, opfern, verlieren; unterstützen‘, Kassel 19., 20. Jh (Gr. 1894); ,Geld aus eigenem Vermögen zusetzen; jem. einem Vorteil zukommen lassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zussel''' f. ● ,Büschel Haare‘, Plur. ''Zusseln'' ,ungekämmtes, struppiges Haar‘, Kassel (Gr. 1894), dasselbe, außerdem: ,ungekämmte, unordentliche Frauensperson, Kassel 20. Jh.; ''Zossel'' ,unfrisiertes, unordentliches Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''zûse'' ,Gestrüpp, Haarlocke‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zusselkopf''' ● ''Zusselkopp'' ,ungekämmter Kopf; ungekämmte Person‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusselig''' ● ''zusselich'' ,ungekämmt, unordentlich (Kleidung)‘, Kassel 20. Jh.; ''zosselech'' ,unfrisiert, unordentlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zusseln''' ● ,zausen‘, Kassel (Gr. 1984); ,an einer Person oder Sache herumzausen, heftig daran ''rimmezubbeln''‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''verzusseln''. ● Vgl. mhd. ''zerzûsen'', ''erzûsen'' ,zausen, rupfen‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zustreckeweg''' ● ,näherer, abschneidender Weg‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Zusträckewäk'' ,kürzerer Weg, Abkürzung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zwars''' ● ''zworsch'' ,zwahr‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zwalge''' m. ● ,Spitze eines Astes mit zusamenhängendem Bündel Äpfel‘, untere Eder (Pfs. 1886). ● Vil. (1868) führt für den Haungrund auf: ''Zwalger'' f. ,Gabel an Gewächsen, gabelförmige Äste‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zwattern''' ● ''zwaddern'' ,fortgesetzt sich öffnen und schließen (Augen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zwehle''' f. ● ''Zwehle'' ,Tischtuch, Tuch aus linnenem Bildzeug, welches die Frauenspersonen auf den Dörfern beim Gehen über Feld, zumal beim Gehen zu Markte, über Kopf und Köze hängen, „nur noch“ in der Gegend von Kassel bis an die untere Schwalm (Wabern) und der Diemelgegend (''Tweile'') üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zwehle''' f. ● ''Zwahle'' ,gegabelter Ast‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zwick''' m. ● ''än Zwick'' ,einen Zwick, auf einmal, plötzlich, sehr schnell‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zwicken''' ● ,(ein Gläschen) rasch (aus-)trinken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zwirbel''' m. ● ''Zwerwel'' ,sehr bewegliche, lebhafte Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zwirbeln''' ● ,sich im Kreis herumdrehen‘, am üblichsten an der unteren Rhön (Kreis Hünfeld) (Vil. 1868). ● Siehe verzwirbeln, zwurbeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zwiesel''' f. ● ,gabelförmig gewachsener Ast, wie man sie zu Rechen, Sätteln und dgl. gebraucht‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Zwissel'' ,Zweig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zwitzvogel''' ● ,Schmetterling‘, in einigen Gegenden üblich: Rotenburg, Grandenborn, Grebendorf u.a. (Vil. 1868); ''Zwitzfeel'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gelegentlich ''Zwicksvogel'' gesprochen, die übliche Bezeichnung ist ''Buttervogel'' (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zwurbel''' m. ● ''Zwurwel'' ,sehr bewegliche, lebhafte Person (meist auf Kind bezogen)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Zwurbellatz''' m. ● ''Zwurwellatz'' ,Kreisel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''zwurbeln''' ● ''zwurweln'' ,zwirbeln, zwischen den Fingern drehen (z.B. Faden, Haar)‘, Kassel 20. Jh.; ,sich fortwährend im Kreise drehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch W – Z'''&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_E_%E2%80%93_H</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_E_%E2%80%93_H"/>
				<updated>2015-01-22T05:50:48Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch E – H'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''E.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
-'''echtig''' ● -''ächdich'', Kassel, Oberellenbach. ● Endung zur Bildung von Adjektiven aus Substantiv oder Adjektiv, um eine Ähnlichkeit mit den darin enthaltenen Begriffen auszudrücken; Suffixkombination aus umgelautetem altem ''-acht'' (&amp;gt; nhd. -''icht'') und –''ig''. ● Siehe ''klopfechtig'', ''rotechtig'', ''schaurechtig'', ''scheuchterechtig'', ''schupperechtig'', ''stickelechtig'', ''wüllenechtig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ecke''' ● ''Egge'', ''Eggchen'' wie hochdt., dazu: ,kurze Entfernung‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''’s äs ogger noch ’ne gleene Egge bis Kassel''. ,Es ist nur noch eine kleine Entfernung bis Kassel.‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ecken''' ● ''sich ecken'' ,sich eilen‘, Niederhessen, sehr üblich (Vil. 1868); ''sech äggen'' ,sich beeilen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ecksaule''' ● ''Ecksulle'' ,Ecksäule‘, Kassel (Gr. 1894), gemeint: ,Eckpfosten am Fachwerkhaus‘; ''Eggsühle'' ,Ecksäule‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä hält de Ecksulle feste, daß se net immefällt'', d.h. ,er ist ein Faulenzer‘ (Gr.). ''Hä hot en Kopp wie ’ne Eggsühle'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Edelmann''' ● ''Ärrelmann'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Duh nur net, wie wänn du ’m Ärrelmann üs dem Oorsch jefallen weerscht''. ,Tu nur nicht, als ob du einem Edelmann aus dem Arsch gefallen wärest‘, d.h. ,von hoher Herkunft wärest.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ege''' f. ● ''Ähje'' ,Egge‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● „Vgl. auch ''Eide''; ''Egge'' ist das jüngere Wort und verdrängt ''Eide'' allmählich.“ (Hm. 1926). ''Egge'' ist im 15. Jh. aus dem Verb ''eggen'' neu gebildet worden. ● Siehe ''Eide''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''egen''' ● ''ähjen'' ,eggen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ehle''' f. ● ''Ähle'' ,Elle‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehnächten''' ● ''ehnächden'' ,vorgestern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehnder''' ● ,eher‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Je ehnder, je liewer'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehr''' Konj. ● ''ehr'', ''ehr daß'' ,ehe, bevor‘, Kassel 20. Jh.; ''ehr'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehrt''' Adv. ● ,erst, bisher nur‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehrten''' Adv. ● ''ehrden'' ,zuvor‘, Kassel 19. Jh. (Gr. 1894); ''ehrten'' ,vorhin‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eichte''' f. ● ''Ichde'' (''i'' kurz) ,der ein Maß oder Gewicht als geeicht bezeichnende Stempel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eichten''' ● ,eichen‘. Die gemeinhochdt. Form ''eichen'' ist „jetzt“ die im Volksmund gebräuchliche, daneben auch ''eichten'', „und soll sogar: ''ichten'' gehört worden sein“ (Vil. 1868); ''ichden'' ,eichen (ein Maß oder Gewicht)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''etwas zu eichten geben'' ,zum Eichen geben‘, Singlis 1569, 1619 (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eide''' f. ● ,Egge‘, Hessen (Vil. 1868); ''Ehre'' ,Egge‘ (älteres Wort für die ''Egge''), Oberellenbach (Hm. 1926).  ● Vgl. mhd. ''egede'' &amp;gt; ''eide'' ,Egge‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eiden''' ● ,eggen‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eige''' ● Soviel wie: ,Ich will nicht, ich mag nicht.‘ Nur von Kindern bzw. Kindern gegenüber gebraucht. Balhorn (Sl. 1901)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einbörtel''' m. ● ''Innbärdel'' ,Umsäumung, Einfassung an Kleidungsstücken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eindemmeln''' ● ''inndämmeln'' ,(etwas) dicht treten‘, z. B. das auf den Wagen geladene Heu, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einduspern''' ● ''inndüsbern'' ,sitzend einschlafen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einhemmen''' ● ''innhämmen'' ,die Hemmkette in das Rad hängen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einhöbeln''' ● ''innheweln'' ,(Kraut) einhobeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einhüten''' ● ''innhieden'' ,unverschämt viel für sich einheimsen, einhamstern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einhuttern''' ● ''sich innhuddern'' ,sich einmummeln (in Kleidungstücke, Bettzeug)‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''huttern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einkacheln''' ● ''innkacheln'' ,(stark) einheizen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926), übertragen: ,tüchtig zechen, jem. Angst machen, jem. Dampf machen‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einkippen''' ● ''innkibben'' ,sich die Taschen füllen, einhamstern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einlappen''' ● ''innlabben'' ,jem. anschwärzen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einlecken''' ● ''innleggen'' ,naßmachen, besprengen (Wäsche)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einmummeln''' ● ''sich innmummeln'' ,sich einmummen, sich einhüllen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einnippen''' ● ''innippen'' ,einnicken, für kurze Zeit in Schlaf fallen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einschenken''' ● Siehe ''Ballschlag''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einschnurbeln''' ● ''innschnurweln'' ,einschrumpfen, zusammenschrupfen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einschnurren''' ● ''innschnurren'' ,einschrumpfen, zusammenschrumpfen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einschulen''' ● ''innschulen'' ,zu einem bestimmten Zweck belehren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einsulpern''' ● ''einsolpern'' ,Schweinefleisch einsalzen‘ (Vil. 1868); ''innsulbern'' ,einpökeln‘, Kassel (Gr. 1894), übertragen: ''sich innsulbern'' ,sich schmutzig machen, einsauen, vollkleckern‘, Kassel 20. Jh.; ''innsolbern'' ,Schweinefleisch einsalzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Loß dich innsulbern!'' Spöttische Abweisung (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einsummen''' ● ,langsam einschlafen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einsutten''' ● ''sich innsudden'' ,sich einsauen mit Feuchtem, Klebrigem‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eintucken''' ● ''innduggen'' ,eintunken, einstippen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eintuckewerk''' ● ''Induckewerk'' ,leichtes Gebäck bein Kaffee- oder Teetrinken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eisch''' ● ,schädlich, giftig, häßlich, widrig‘, nördlichstes Hessen, bis nach Fritzlar (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eisen''' ● Wendung ''nix lichen lossen wie heiß Isen un Mählensteine'' ,nichts liegen lassen außer heißem Eisen und Mühlsteinen‘, in Bezug auf tatkräftige Personen, die nahezu alles in Angriff nehmen, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eisenkuchen''' ● ''Isenkuchen'' ,einfacher Kuchen, der auf einem kleinen, etwa acht bis zehn Zentimeter tiefen Blech gebacken wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eiszacken''' ● ''Iszaggen'' , Eiszapfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eitel''' ● ''itel'', ''idel'', auch ''ittel'' ,unvermischt, ohne Zutaten, bloß‘ (Vil. 1868); ''idel'', auch: ''iddel'' ,bloß, pur, nichts als‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''irel'', dasselbe, Oberellenach (Hm. 1926). ● Gebrauch: 1) Als indeklinables Adj.: ''Hä ißt iddel Brot''. ,Er ißt pures Brot‘, also ,trocken Brot.‘ Kassel 20. Jh. 2) Als Adv.: ''Hä ißt de Wurscht iddel''. ,Er ist die Wurst pur‘, also ohne Brot. Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ekel''' m. ● ''Egel'' ,Abscheu; widerliche, leicht reizbare Person‘, Kassel 20. Jh.; ,ekliger, abscheulicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eklig''' ● ''egelich'' ,abstoßend; zornig, unwirsch‘, Kassel 20. Jh., ,abscheulich, abstoßend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Elendsknochen''' ● ''Ählendsknochen'' ,elender, übler Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''elendig''' Adj. ● ,elend‘, im Volksmund allein gebrächliches Adjektiv; ''elend'' kommt nicht vor (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''elendiglich''' Adv. ● ''ählendiglich'' ,elend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Elter''' f. ● ''Eller'' ,Großmutter, Hebamme‘, gekürzt aus ''Eltermutter'', Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868); ''Äller'' ,Großmutter, Hebamme‘ (in letzterer Bedeutung kaum noch gebräuchlich), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eltermutter''' ● die in Hessen ausschließlich geltende Bezeichnung für die Großmutter (Vil. 1868); ''Ellermodder'' ,Großmutter‘, Kassel (Gr. 1894), ''Ällemodder'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eltervater''' ● die in Hessen ausschließlich geltende Bezeichnung für den Großvater (Vil. 1868); ''Ellervader'' ,Großvater‘, Kassel (Gr. 1894), ''Ällefoder'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''embern''' ● ,matt werden, nach etwas streben‘, hessenweit hier und da, in Kassel auch: ,zappelnd schwimmen (Anfänger)‘ (Pfs. 1886); ''gegen einem''(!) ''empern'' ,sich auflehnen‘ (Pfs. 1, 1889); ''embern'' ,mit Anstrengung schwimmen, mit starken Armbewegungen einherschreiten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''endelich''' ● ''engelich'' ,fleißig, arbeitsam, eilig (dem Ende zustrebend)‘, Niederhessen, sehr üblich (Vil. 1868); ''engelecht'' ,eilfertig, fleißig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''enke''' Adv. ● ''enke'', ''enken'', ''enked'' ,genau‘, Althessen, sehr üblich (Vil. 1868);  ''enkeden'' ,genau, passend‘, Kassel (Gr. 1894, Lüttebrandt 1917); ''enke'' ,genau‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''verwor en enken'' ,fürwahr und gewiß‘, Beteuerungsformel, an der unteren Eder und Schwalm (Vil. 1868). ''Das muß enkeden gemacht wären'', Kassel (Gr. 1894). ● Gr. vermutet, ''enkeden'' sei „wohl mehr bäurisch“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Enkel''' m. ● ,Fußknöchel‘, überall im inneren Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Entenbürzel''' ● ''Endenbirzel'' ,Entensteiß‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''Ähndenberzel'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Des Mull geht emme wie ’n Endenbärzel'' (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eppen''' ● ''eppen'', ''äppen'' , etwas schmerzlich empfinden, von einer Sache unangenehm berührt werden‘ (Vil. 1868); ''äbben'' ,schmerzlich empfinden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''ippen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eppisch''' ● ''eppsch'', ''äbsch'' ,reizbar‘ (von Menschen, aber auch z.B. von Haut) (Vil. 1868); ''äbbsch'' ,empfindlich, reizbar‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''erbsgeel''' ,erbsengelb‘. ● Scheinbar nur in der Wendung ''erwesgäler Wißkobb'' ,Flachskopf‘, Kassel (Lüttebrandt 1919); ''ärwesgaler Wißkopp'' ,erbsgelber Weißkopf, rothaariger Mensch‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erbstüpfen''' n. ● ''Erwesdebben'' ,Erbsentopf‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''ahles Erwesdibben'' ,Person, die stundenlang halblaut schimpft und zankt‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erbszähler''' ● ''Erweszähler'', wie ''Erwesdebben'', mit dem Nebensinn ,Kleinigkeitskrämer‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''erkrimmen und erkratzen''' ● Nur in der Redewendung ''alles, wos se ergrimmen un ergratzen kunn'' ,alles was sie irgendwie zusammenraffen können‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ern''' m. ● ''Ähren'' ,Hausflur‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ersten''' ● ''erschden'' ,zuerst, zunächst‘, Kassel 19., 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''-es''' ● vor allem im nördlichen Hessischen häufiges Suffix zur Bildung von Substantiven, Bezeichnungen für – nicht nur, aber vor allem – männliche Personen; es hat die Funktion, Großes, Ungeschlachtes, Ungefüges, Negatives zu bezeichnen; niederhess. Beispiele: ''Brakes'', ''Brelakes'', ''Flerches'', ''Haches'', ''Kippes'', ''Klambes'', ''Labbes'', ''Larches'', ''Lewes'', ''Quintes'', ''Spulkes'', ''Staches'', ''Stampes'', ''Stülpes'', ''Rülpes''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eulern, eulen''' ● ''eulern'' ,tönern‘ (Vil. 1868); ''illern'' ,irden [aus Ton gebrannt]‘, Kassel (Gr. 1894), ''illen'' ,tönern, irden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''illerne Piffe'' ,irdene  Pfeife‘ [also Tonpfeife] (Gr.); ''illen Wore'' ,Töpferware‘ (Hm.). ● ''Ille(r)n'' &amp;lt; *''üle(r)n'', Adj. zu niederhess. *''Ule'' ,gebrannter Tontopf‘, erhalten z.B. in Flurbezeichnung ''Ulofen'' bei Metze; vgl. auch ''Aulgasse'' in Marburg. Zugrunde liegt mhd. ''ûle'' ,Topf‘, von lat. ''ōlla'' ,Topf‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Euler''' m. ● ''Üller'', ''Iller'' ,Töpfer‘, Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868). ● Mhd. ''ûlner'' ,Töpfer‘. ● Siehe ''eulern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Euler, Auler''' m. ● ''Üller'', zu Kassel ''Uller'', an der Werra ''Iller'', einer der vielen Namen für die ,kleinen Spielkugeln‘ der Kinder (Pfs. 1886). ● Genauer: ,gebrannte Tonkugel‘, siehe ''eulern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''extern''' ● ,(anhaltend) necken, in plagender beschwerlicher Weise necken (im Scherz und im Ernst)‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''exdern'' ,tadeln‘, Kassel (Gr. 1894); ''sech äxdern'' ,sich verdrießlich abmühen, sich beeilen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''F.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Falle''' f. ● ,Falle‘ (Fangwerkzeug), auch ,Bett‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fallning''' ● ,fallend‘; ''de fallninge Graanget'' ,die fallende Krankheit, Epilepsie‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''falsch''' ● ,falsch; zornig, hinterlistig‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894) dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fang''' m. ● ''Fank'' ,Hieb‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fanzen''' ● ,mit den Händen in der Luft herumfahren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fäsel''' f. ● ,dünner Faden‘, ,Härchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fasen''' m. ● wohl bedeutungsgleich mit ''Fasel'' (''Fäsel''), Kassel (Gr. 1894, ebd. ohne Bedeutungsangabe erwähnt unter ''fesseln'', s. „füsseln“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''faselig''' ● ''fosselech'' ,sich schnell vermehrend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fäselig''' ● ''fäselech'' ,aus lauter dünnen Fäden bestehend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fäseln''' ● ,sich in lauter dünne Fäden auflösen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Faß''' ● ''Der eß us ’nem angern Fasse.'' ,Er ist von einer andern (bessern) Art.‘ Balhorn (Sl. 1901). ''Dos kemmt üs em annern Faß.'' ,Das kommt aus einem andern Faß, ist bedeutend schöner, wertvoller als etwa anderes.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Faullacks''' m. ● ''Fullachs'' ,Faulenzer‘, Kassel (Gr. 1894, ebd. verschrieben); ''Fülax'' ,träger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Lacks''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fautsche, Fautschel''' f. ● ''Fautsche'' ,Fehler‘, in den Mittelständen als halbes Scherzwort gebräuchlich, am üblichsten in den Strickschulen (Vil. 1868); ''Fautschel'' ,beim Stricken verfehlte Masche‘, Kassel (Gr. 1894). ● Nachbildung des französ. ''faute'' ,Fehler‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fautscheln''' ● ,Fautscheln machen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Feez''' m. ● ,Spaß, Vergnügen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''Fuldafeez''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''feien''' ● ,Getreide mit einem feinen Sieb reinigen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Feldgücker''' ● ''Feldgigger'' ,Feldgucker, d. h. große, stracke Wurst‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. nd. ''Feldkieker''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''felgen''' ● ''fäljen'' ,Stoppelland umpflügen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fenstern''' ● ''fensdern'' ,werfen, schlagen, durch Hinwerfen zertrümmern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''fänsdern'' ,hinauswerfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fensterschwitz''' m. ● ''Fänsderschwetz'' ,Wasserdampfniederschlag an den Fensterscheiben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fickfacker''' m. ● ,Schwänkemacher, Aufschneider, Betrüger‘, sehr gebräuchlich, Niederhessen (Vil. 1868); ''Feggfägger'' ,Aufschneider, Prahlhans‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Finsel''' f. ● ,Perücke‘, Spottbezeichnung, allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ,Perücke; strenge Miene‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fiskal''' m. ● ''Fischkal'', Kassel 19. Jh. (Herzog), ''Feschgahl'' ,Fiskal, königlicher Sachwalter‘, übertragen: ,Auskundschafter, Spion; jemand, der Personen oder Verhältnisse ausspioniert‘, ebd.(Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fiskalen''' ● ''feschgahlen'' ,alles ausspionieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fisseln''' ● ,fein regnen‘, ganz Althessen (Vil. 1868); Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fist''' m. ● ,leiser Furz‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ,kleiner Junge, Lehrling‘, humoristische Übertragung, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894) . ● Die eigentliche Bedeutung von ''Fist'' war scheinbar bereits im 19. Jh. in Kassel nicht mehr geläufig. ● Siehe ''Bofist'', ''Pechfist'', [[Der „Fist“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fisten''' ● ,leise furzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fitsch''' ● ,quitt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Mä sin fitsch.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fitsch''' ● ''Fiddsch'' ,Leichtfuß‘, Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fittch''' m. ●  ''Fidch'' ,Flügel eines Vogels‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kontraktion von ''Fittich''. ● Siehe ''Flittich''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fitzen''' ● Fachwort der Weber und Tüncher (Vil. 1868, mit Erläuterungen); ,einflechten der Fitzgerten in Schalhölzer‘ (Fachwort der Weißbinder); ,das gewebte Garn durch Fitzfäden in Gebinde aufteilen‘ (Weberei), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fitzen''' ● ,mit der Rute leicht schlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fitzen''' ● ,jem. angeben, bezichtigen (in der Schule)‘, Kassel, „vor Jahrzehnten“ (Pfs. 1886); ,denunzieren (seine Mitschüler)‘, ''ahnfitzen'' ,denunzieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fitzer''' ● ,Denunziant‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fitzgerte''' f. ● ,gespaltene Buchen-, Hasel-, Hainbuchengerte zum Einflechten in die Schalhölzer‘ (Vil. 1868); ''Fitzgerde'' ,dünne, zähe Gerte; Weidenrute‘, Kassel (Gr. 1894); ,gespaltene Hasel- oder Buchenrute, die zum Einflechten in die Schalhölzer dient‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flächsen''' ● ''flässen'' ,aus Flachs gesponnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fladusen''' Pl. ● ,Lügen, Beschönigungen‘, harmloser als ''Schmagucken'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fladusenmacher''' ● ,einer, der ''Fladusen'' macht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fläme''' f. ● ,Weiche, Seite‘, ursprünglich Seite eines Tieres (Ochsens), aber auch die eines Menschen, erniedrigend (Vil. 1868); ,Weiche, Flanke eines Tieres, namentlich beim Rindvieh‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Redensart ''einen in die Fläme hauen'' ,jemandem einen nachdrücklichen Hieb geben‘, vor allem Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flämisch''' ● ''flämisch gucken'', ''flämische Augen machen'' ,unschön, böse oder neidisch blicken‘, an der Schwalm (Pfs. 1886). ● Pfs. bezweifelt Zusammenhang mit der Völkerschaft der ''Flamen'', sieht eher Ableitung von Fläme ,Seite, Flanke‘, also eigentlich vielleicht gemeint: ,schielende, seitliche Blicke‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flammen''' ● ,blitzschnell laufen, sich eilig bewegen; verprügeln‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''sich flammen'' ,sich tüchtig schlagen, prügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''flammen'' ,prügeln, durchhauen‘, Balhorn (Sl. 1901); ,sich eilig bewegen, blitzschnell laufen; durchhauen, verprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flanz''' m. ● ,den Atem benehmender, zumal stinkender Dunst, z.B. von Fett, das auf die heiße Ofenplatte geschüttet wird‘ (Vil. 1868); ,Dunst, schlechte Luft, Gestank‘, Kassel (Gr. 1894, Lüttebrandt 1917), ,starker Abortgeruch‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flarenbart''' m. ● ''Florenbort'' ,einer, der dumme Streiche oder Witze macht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flarjes''' m. ● ''Florjes'' ,Witzbold, Spaßmacher‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Flerches''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flatch''' m. ● ,klatschender Schlag‘, vermutl. ganz Hessen (Pfs. 1886); ,Stoß‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); Plur. Fladdche ,Hiebe‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flatchen''' ● ,klatschend schlagen‘ (Pfs. 1886); ,eine Person mit einem kurzen, heftigen Schlag wegstoßen, ohne daß sie fällt, „so daß sie aufrecht fortwirbelt“‘, auch auf Gegenstände bezogen, Kassel (Gr. 1894), 20. Jh.; ,mit den Flügeln um sich schlagen, flattern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flatsche''' f. ● ''Flatsche'', an der Schwalm ''Fletsche'' ,Lappen, Fetzen‘ (Pfs. 1886); ''Flatsche'' ,Lappen, besonders aber durch schwere Verwundung losgetrenntes Hautstück; dann aber auch ansehnliche Hiebwunde‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Flootsche'' ,abegerissenes größeres Stück Haut‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● En Fletsche Wisse ,ein Stück Land‘, an der Schwalm (Pfs.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flatschen''' m. ● (''a'' lang) ''Flaadschen'' m. ,etwas kleines, flaches Weiches; etwas Breitgetretenes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fleenzemichel''' ● ,Schmeichler in Stimme und Gebärde, übertrieben untertänig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fleenzig''' ● ''fleenzich'' ,schmeichlerisch, untertänig tuend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fleez''' m. ● ,ungefüger, ungesitteter Mensch, was man sonst auch Rekel, Bengel nennt (Vil. 1868); ,Lümmel‘ (Pfs. 1886); ,einer, der sich fleezt‘, etwa bedeutungsgleich mit ''Bankrekel'', Kassel (Gr. 1894). ● ''En Fleez machen'' ,mit aufgestütztem Kopf am Tisch lümmeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fleezen''' ● Verb zu ''Fleez'' (Pfs. 1886); ''sich fleezen'' ,unbescheiden zuviel Platz auf einer Bank oder bei Tisch einnehmen, bei Tisch den Kopf in die Hand stützen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flennbart''' m. ● , ein zum Lachen geneigtes Kind‘ (Vil. 1868); ''Flännbort'' ,Mensch, der dauernd lacht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flenn-Else''' f. ● ,ein zum Weinen geneigtes, tränenreiches Mädchen‘ (Vil. 1868); ''Flännelse'', Name eines Gespenstes, mit dem den kleinen Kindern Angst eingejagt wird, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flennen''' ● 1) ,weinen‘, im Hersfeldischen, Grafschaft Ziegenhain, untere Eder, Efze (Homberg und Umgebung), 2) ,lachen, lächelnde Miene machen, den Mund zum Lachen verziehen‘, östl. Hessen, an der Fulda und Werra (Vil. 1868); ,lachen‘, auch: ,weinen‘, Kassel (Gr. 1894); ,den Mund zum Lachen verziehen, lachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ursprüngliche Bedeutung von ''flennen'': ,den Mund verziehen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flerches''' m. ● ''Flerjes'' ,Schlingel, Bengel‘, Schimpfwort, hin und wieder in Niederhessen (Vil. 1868); ''Flerches'' ,grober, anmaßender Mensch‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Flarjes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flerren''' ● ,die Zähne blecken, höhnisch lachen‘ (zuweilen gebraucht für das ungezogene Weinen der Kinder), ziemlich allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fliegenschnappe''' f. ● ''Fliechenschnabbe'' ,Fliegenklatsche‘, Kassel (Gr. 1894, S. 72).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flitschbogen, Flitzbogen''' ● ,Armbrust‘, „ersteres die für gröber, gemeiner, letzteres die für feiner und edler geltende Benennung“, jetzt nur noch Knabenspielzeug (Vil. 1868); ''Flitzeboochen'' ,Bogen der Kinder zum Abschießen von Pfeilen, Kassel 20. Jh.; dasselbe, dazu: ,Armbrust‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hans Staden aus Homberg (16. Jh.) hat ''Flitschbogen'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flitschen, flitzen''' ● ,mit Pfeilen schießen‘, östl. Hessen, zu Anfang des 19. Jh., von älteren Personen gebraucht (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flittich''' ● ''Fliddich'' ,Flügel‘, weit verbreitete Nebenform von ''Fiddich'' ,Fittich‘ (Pfs. 1886); ''Fliddich'', ''Fleddich'' ,Fittich, Flügel, Arm; leichtfertiger Mensch‘, Kassel 19. Jh. (Jonas, Gr. 1894). ●  Das ''l'' in ''Fliddich'' ist von ''Fliechel'' ,Flügel‘ entlehnt, vergleichbar mit hochdt. ''Geflügel'', mhd. noch ''gevügele'', Kollektivbegriff zu ''vogel''. ● Siehe ''Fittch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flirre''' f. ● ,launenhafter Einfall, Grille, dummer Witz‘, wohl meist im Pl. ''Flirren'' benutzt, Kassel (Gr. 1894); ,Grille, unnütze oder verschrobene Idee, fixe Idee‘, Balhorn (Sl. 1901); nur Pl.: ''Flirren'' ,dumme, Streiche, dumme Witze‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flittergans''' ● ,junges Mädchen, das unaufhörlich lacht‘, Scheltwort, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Floh''' ● ''die Floh'', Kassel (Gr. 1894), ''där Flooch'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flugger''' ● ,schnell, hurtig, eilig‘, untere Eder (Fritzlar und Umgebung) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flutchen''' ● ''flodchen'' ,schlagen, prügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flutsch''' ● ,junges vorwitziges Mädchen, etwa im Backfischalter‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flutschen''' m. ● ''Flüdschen'' ,abgerissenes Stück Haut‘, Oberellenbach (Hm. 1926); vgl. ''Flatsche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Forsche''' f. ● ,Kraft, Tatkraft, Anstrengung, Elan‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kraft, Gewalt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Forsche'' ist Ableitung von dem Adj. ''forsch''; kommt nicht, wie gelegentlich angenommen, von französ. ''force''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Forschede''' f. ● ,Kraft, Tatkraft, Anstrengung, Elan‘, Kassel (Gr. 1894). Nominalableitung von ''forsch'' mittels Suffix ''-ede''; vergleichbare niederhess. Bildungen sind z.B. ''Dickede'', ''Breitede'', ''Längede'', ''Tiefede''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Franzlaibchen''' s. ● Pl. ''Franzlaiwerchen'' ,Franzbrötchen‘, Brötchensorte, nicht so fein wie Pariser, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frasen''' m. ● ,Rasen‘, nördl. Niederhessen, südl. bis Melsungen und Homberg (Vil. 1868). ● Vgl. ''Frasenweg'', Kassel-Rothenditmold 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''frech''' ● ''fräch'' ,verwegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''freide''' ● ''freere'' ,herb, bitter, scharf-säuerlich im Geschmack‘, Oberellenbach (Hm. 1926); vgl. mhd. ''vreide''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''frisch''' ● wie hochdt. ● ''längest fresch'' ,gut genug, mehr als hinreichend‘, Kassel (Gr. 1894); ''’ne fresche Kuh'' ‚eine frischmelkende Kuh‘ (sic), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''frischmelk''' ● ''freschmelk'' ‚gute Milch gebend‘, Niederzwehren 20. Jh. (Müldner).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frist''' f. ● ,Fußrücken, Rist‘ (Vil. 1868), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fromm''' ● ,förderlich, gesetzlich, ein anständiges Leben führend‘ (Vil. 1868); ,ruhig, geduldig, lenksam (z.B. ein Pferd)‘, Oberellenbach (Gr. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frostekatze''' ● ,jemand, der leicht friert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frunzel''' f. ● ,ungepflegte Frauensperson; eine, die sich und ihre Kleidung vernachlässigt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fuckeln''' ● ,nachlässig arbeiten‘, mittlere Eder (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''führen''' ● wie hd., dazu ,eine Fuhre machen‘, Niederhessen 18., 19. Jh. (W.G.). ● Unterscheidunng zwischen ''führen'' und ''fahren'': das vorgespannte Tier ''fährt'' z.B. Mist, der aber Knecht ''führt'' ihn. ''Die Leute müssen heute Mist führen.'' (Pfs.1, 1889). Vgl. die Berufsbezeichnung ''Salzführer'' für ,Salzfahrer, d.h. Fuhrmann, der Salz transportiert‘, Kirchberg 18., 19. Jh. (W.G.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fuldafeez''' m. ● ''Fullefeez'' ,Spaß, Vergnügen auf der Fulda‘, beim Zissel, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füllen''' n. ● ,Fohlen‘, Kasseler Gegend und an der Eder (Pfs. 1886); ''Fellen'' ,junges Pferd‘, Oberellenbach (Gr. 1926). ● Pfs. berichtet, ''Füllen'' sei in seiner Kindheit in Kassel üblich gewesen, ''Fohlen'' habe er erst in der Schule kennen gelernt. Hm. führt für Oberellenbach nur ''Füllen'' auf, nicht ''Fohlen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füllchen''' n. ● ''Fellchen'' ,junges Pferd‘, Oberellenbach (Gr. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füllster''' s. ● ''Fellsder'' ,Füllsel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Funke''' f. ● ,zänkische Frau‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Funsel''' f. ● ,schlecht brennende Lampe‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Funzel'' ,trübes, qualmendes Öllicht‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Funsel'' ,schlecht brennende Lampe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fürtehase''' ● ,furchtsamer Mensch‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fürtekatze''' ● ''Firdekatze'' ,Fürchtekatze, scheue Katze; furchtsame Person, Feigling‘, Kassel (Gr. 1894); ''Färdekatze'' ,furchtsamer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fürten''' ● ''sich firden'' ,sich fürchten‘, Kassel (Gr. 1894), ''sech färden'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fürtening''' ● ''färdenink'' ,fürchtend‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● ''färdenink machen'' ,fürchtend machen, Angst einjagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Furzmulde''' f. ● ''Furzmuhle'' ,Bett‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Mulde''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fusch''' m.● ''Fusch'', Plur. ''Fische'', ,Fisch‘, Kassel (Gr. 1894). ● Der Singular ist vermutlich Rückbildung aus dem Plural analog zu ''Bische'' (= entrundetes ''Büsche''), ''Busch'' ,Büsche, Busch‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fuscheln''' ● ,(an etwas) herumhantieren‘, Kassel 20. Jh.; ''füscheln'' ,(etwas) oberflächlich berühren, leicht über etwas hinfahren, im Dunkeln tasten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füssel''' f. ● ''Fissel'' ,Fasen, Fädchen, Härchen, Stäubchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''füsseln''' ● 1) ''fisseln'' ,ausfransen, so daß sich Stäubchen usw. ansetzen, die nicht leicht der Bürste weichen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füßling''' m. ● ''Fießling'' ,Fußteil des Strumpfes‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''futteln''' ● ,muscheln beim Spiel‘ (Pfs. 1886); ,mit Kleinkram herumhantieren, herumbasteln, evtl. unsorgfältig‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''futterläunisch''' ● ''fudderlingsch'' ,wild, ungestüm durch große Freßgier (von Pferden)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''futtern''' ● ,grollend, fluchend schelten‘, ziemlich ganz Hessen, besonders Niederhessen (Vil. 1868); ''fuddern'' ,fluchen, wettern‘, Kassel (Gr. 1894). ● Verbale Ableitung von französ. ''foudre'' ,Blitz, Donnerschlag‘; obwohl bereits im 18. Jh. einzeln gebraucht, erst 1806 bis 1814 völlig üblich geworden (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''G.,''' siehe auch '''K.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''gabeln''' ● ''gawweln'' oft für ,dingfest machen, jem. festhalten, daß er Rede und Antwort stehen muß‘, Kassel (Gr. 1894); ''gowweln'' ,auf die Gabel nehmen, Heu, Getreide und dgl. mit der Gabel auf den Wagen bringen‘, Oberellenbach (Hm 1926). ● ''Ich hon’n mä gegawwelt.'' ,Ich habe ihn mir vorgeknöpft.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gäbeln''' ● ''sech gäwweln'' ,sich zanken, sich streiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gacke''' f. ● ,Kacke‘, Kassel 19., 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gackel''' f. ● ''Gaggel'' ,einfältige, sich kindisch benehmende Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gackelig''' ● ,unsicher in Bewegungen und Verrichtungen, einfältig, unanstellig‘ (Vil. 1868); ''gaggelech'' ,einfältig, kindisch, beständig lachend (besonders von jungen Mädchen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gackeln''' ● ''gaggeln'' ,einfältig mit etwas herumspielen, sich kindisch benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gackelwerke''' Pl. ● ''Gaggelwärge'' ,einfältiges, kindisches Benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gacken''' ● ,cacare‘, nicht sonderlich volksüblich (Vil. 1868); ''gaggen'' ,kacken‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach, dasselbe (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gak''' m. ● ''Gaak'' ,Schrei‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''en Gaak duhn'' ,laut schreien‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gakehals''' ● ''Gaagehals'' ,Schreihals‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gakelei''' f. ● ''Gagelei'' ,Posse, Narrheit, albernes Scherzen‘, meist im Pl. ''Gageleien'' benutzt, Kassel (Gr. 1894). ● Verb, von dem ''Gakelei'' abgeleitet ist, nur erhalten in ''vergakeln'' (s. d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gakelpossen''' Pl. ● ''Gagelbossen'' ,Narrheiten‘, wie ''Gageleien'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gaken''' ● ,überlaut schreien‘, auch vom Geschrei der Raben, Dohlen, Krähen gebraucht (Vil. 1868); ''gaagen'' ,schreien, zu laut sprechen oder singen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gogen'' ,laut schreien‘, vom Geschrei der Gänse; auf andere Geräusche, zumal das menschliche Schreien übertragen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Galasche''' f. ● ,Prügel, Hiebe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''galaschen''' ● ,prügeln, schlagen‘, als Züchtigung, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gallern''' ● ,laut schreien, besonders von Hunden, wenn sie geschlagen oder von andern Hunden gebissen werden‘ (Vil. 1868); ,überlaut rufen‘, auch: ,ungezogen, übertrieben weinen (von Kindern); bedeutungsgleich mit ''galaschen'', außerdem ,laut schmetternd singen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gamfen, gamschen''' ● ''ganfen'' ,stehlen, mausen‘, östl. Hessen bis in die Grafschaft Ziegenhain, sehr gebräuchlich (Vil. 1868); ''gampfen'' ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894); ''gamschen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus dem Jiddischen; hebr. ''ganaf'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänsegeriffel''' n. ● ,Überbleibsel der gebratenen Gans nach Abschälung der besten Stücke des Bratfleisches‘. ● Siehe ''Geriffel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänseläuse''' Pl. ● ''Gänseliese'' ,Ungeduld, Verlieren der Fassung‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894). ● ''Do krecht me Gänzeliese derrbi.'' (Gr.) ● Grundwort: ''Luß'', ''Liese'' ,Laus, Läuse‘. Möglicherweise liegt jedoch Umdeutung vor, vgl. ''Lieser''. ● Siehe auch ''Bimbelgicht''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänsepfarrer''' ● ''Gänseporr'' ,sich besonders klug dünkender Mensch‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänsepfeffer''' ● ''Gänsepeffer'' ,Gänseklein‘ (Speise), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänsestitz''' ● ,Raum für Gänse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''garstrig''' ● ,garstig‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Garstsack''' ● ''Garschtsack'' ,garstiges Kind‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,unartiges Kind‘, Scheltwort, Balhorn (Sl. 1901); ''Gorschdsack'' ,ungehorsames Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Garstvogel''' ● ,übel aussehender, häßlicher, auch ein unanständiger Mensch‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Garschtvochel'' (''o'' kurz) ,garstiger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Garwurst''' ● ''Gorworscht'', zusammenfassende Bezeichnung für Blut- und Leberwurst, Oberellenbach (Hm 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gaskonnaden''' Pl. ● ''Gasgenaden'' ,Späße, Prahlerei‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Von französ. ''gasconnade'' ,Aufschneiderei, Prahlerei‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gätlich''' Adj. ● ''gatlich'', ''gätlich'' ,angemessen, passend, schicklich‘, selten (Vil. 1868); ''gatlich'' ,geeignet‘ (Pfs. 1886); ''gähdlich'' ,mittelgroß, mitteldick‘, Kassel (Gr. 1894); ''gädlech'', ,nicht zu groß und nicht zu klein, mittelgroß‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''gatliche Kartoffeln'' ,Kartoffeln, die zu jeder Art Zubereitung geeignet sind‘, bei Kassel (Pfs. 1886); ''’ne gädlejje Gordüffel'' ,eine mittelgroße Kartoffel‘, ''en gädlejjer Schobben'' ,ein nicht ganz gefüllter, ein knapper Schoppen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. bringt Belege von 1577, Ziegenhain betreffend: ''gatlich'' ,geeignet‘, ''ungatlich'' ,ungeeignet‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gaucht''' n. ● ,dummes, einfältiges Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zu mhd. ''gouch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gaude''' f. ● ,Spaß, Vergnügen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gauden'' (nur Pl.) ,Scherze, Späße‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von lat. ''gaudium'' ,Freude‘. Zum Geschlecht: vgl. bair. ''die Gaudi''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gausche''' f. ● ,elendes Gesöff, armselige Suppe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gauzen''' ● ,bellen, anbellen, klagend bellen‘, auch auf analoge Töne des Menschen übertragen (Vil. 1868); ,bellen, aufbellen‘, auf den Menschen übertragen: ,Schmerzlaute ausstoßen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,bellen, bellend schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ge-''' ● ein den Infinitiven nach den Modalverben ''können'', ''mögen'', ''wollen'' vorgesetztes Präfix, in Hessen häufig vorkommend (Vil. 1868);  ''je''-, wird stets dem Infinitiv eines Verbs als Präfix vorangestellt, wenn dieser von einer Form von ''können'' oder ''mögen'' abhängig ist, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ech kann’s jemachen''; ''ech muchd’s nett jedunn'' (Hm.) ● Kommt in Kassel nicht vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebäcke''' n. ● ''Jebägge'' ,soviel Brot, als man auf einmal bäckt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebafe''' n. ● ''Jebaafe'' ,fortwährendes Türzuschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebänderze''' n. ● ''Gebännerze'' ,Gebänder als Putz, Schmuck‘, auch: ,großer Vorrat an Bändern‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Gebäuze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebänse''' n. ● ,Aufeinanderschichtung größerer Gegenstände, von Holzstücken, Stroh-, Heubündeln u. dgl.‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebäuze''' n. ● ''Gebäuze'', Kassel (Pfs.1, 1889); ''Gebaize'' ,Gebäude‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Gebäuze'' ist keine Verballhornung von ''Gebäude'', sondern abgeleitet von ''Gebäu'' (so Pfs. zu Recht) mittels Suffix -''ze''; ebenfals mit diesem Suffix gebildete niederhess Wörter: ''Gebänderze'', ''Gebeinze'', ''Gedärmze'', ''Gefüllze'', ''Geköchze'', ''Gemächtze'', ''Gemählze'', ''Getäfelze'', ''Getierze'', ''Gewanerze''. ''Gebänderze'' ist unorganisch, dürfte zurückgehen auf regulär gebildetes *''Gebändeze'', dann angelehnt an ''Bänder''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gebeschnäppisch''' ● ''gebschneppisch'', ''gebschneppsch'' ,mit Geben bei der Hand, voreilig freigebig‘, hin und wieder in Niederhessen (Vil. 1868); ''geweschnäbbsch'' ,freigiebig‘, Kassel (Gr. 1894); ''gäwerschnäbbsch'' (sic) ,zum Geben geneigt, allzu freigiebig‘, Oberellenbach (Hm. 1926)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebeinze''' n. ● ,Gebein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebitze''' n. ● ''Jebetze'' ,Bund Stroh‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geblutetes''' ● ''Geblutetes'' ,Fleisch‘, Niederhessen, Naumburger Gegend (Pfs. 1886); ''Jebluddes'' ,Geschlachtetes, Fleisch und Wurst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gedankenspieler''' ● ''Jedanggenschbäler'' ,zerstreuter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gedärmze''' n. ● ,Gedärm‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jedärmze'' ,Gedärm, Eingeweide‘, Oberellenbach (Hm. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gedibber''' n. ● ''Jedewwere'' ,eifrige Unterhaltung mehrer Personen im Flüsterton‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hebr. (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gedrückt''' ● ''gedrigget'' ,bedruckt‘, z. B. mit Mustern bedruckter Stoff, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gedrudel''' n. ● ,Gedudel, schlechte Musik (besonders von Blasinstrumenten)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geduckst''' ● ,gedemütigt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geele''' ● ''gel'', die ausschließliche Form für ,gelb‘ in Hessen (Vil. 1868); ''gähle'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gale'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geelwurzel''' ● ''Gählwurzel'', ''gähle Wurzel'' ,Möhre‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gefille''' n. ● ''Jefälle'' ,großer, umfangreicher Gegenstand; starke korpulente Persönlichkeit‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Nach Hm. zu ''Fell'' gehörig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geflenne''' n. ● ''Jeflänne'' , dauerndes Lachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gefüllze''' n. ● ''Gefillze'' ,Füllung (im Geflügel)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gefräß''' n. ● ,Fresse‘, noch üblicher als ''Fresse'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gegergel''' n. ● ''Jegärjele'' ,Quälerei‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gegitter''' n. ● ''Gegidder'' ,Gitter‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gegrutze''' n. ● ,Obstschalen und -schnitzelchen, kleinere Abfälle‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Grutz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gehöcke''' n. ● ''Jehegge'' ,Haufe unordentlich durcheinanderliegender Sachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gehurmel''' n. ● ''Jehormele'' ,Gemurmel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geierig''' ● ''gaierech'' ,hoch aufgebaut, aber ohne feste Unterlage, daher ständig umzufallen drohend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geischel''' f. ● 1) ,Geißel, Peitsche‘; ''Geschel'', Hersfeld, Gebirgsteil der Grfsch. Ziegenhain; ''Gischel'', Niederhessen; 2) ,Wagendeichsel‘ (Vil. 1868); ''Göschel'' ,Peitsche, Wagendeichsel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Peitsche'' war im Anfang des 19. Jh. in den meisten niederhessischen Gegenden kaum bekannt; ''Deichsel'' ist in Hessen durchgängig ungebräuchlich, ja unverständlich (Vil.)  ● ''Geischel'' entspricht nhd. ''Geißel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geischelseil''' ● ''Göschelsehl'' ,Peitschenriemen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gekächze''' n. ● ,starker Husten, Gekeuch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geknetscht''' ● ,zusammengedrückt‘, übertragen: ,bekümmert‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geknicke''' n. ''Jegnegge'' ,Genick‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geköchze''' n. ● ''Gekechze'' ,Gekochtes‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gele''' f. ●  in der Redensart ''dumme Gele'' ,Mädchen von dummer, bäurischer Manier‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Gele'' ist alter hessischer Vorname (schon mittelalterl.), Koseform von ''Gertrud''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gelfen''' ● ''galfen'' ,laut und mit hoher Stimme schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geliefert''' ● ''geliwwert'' ,kaputtgemacht‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gelinde''' n. ● in Niederhessen alte berechtigte Nebenform von ,Geländer‘ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gelirre''' n. ● in der Verbindung ''ahles Gelirre'' ,kleineres Gerümpel, Plunder‘, übertragen: ,alte Frauensperson‘, abfällig, Kassel (Gr. 1894); ''Jelerre'' ,altes, baufälliges Haus; alte gebrechliche Person‘, meist ''ahles Jelerre'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gellert''' m. ● ,Sperling‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gelte''' f. ● ''Gelte'' ,hölzernes Gefäß mit zwei Handgriffen‘, die größere Form des Stunzes, Stünzchens, Stützchens, Niederhessen (Vil. 1894); ''Gälde'' ,Kübel, Waschfaß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gelte''' Adj. ● ''gälle'' ,nicht trächtig‘ (von Haustieren), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''gelte'', ''galze'' ,verschnittenes Schwein‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gelünge''' n. ● ''Gelinge'' ,Speise aus Lunge, Leber usw.‘, Kassel Gr. 1894); ''Jelenge'' ,Lunge, Leber und Herz geschlachteter Tiere‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gemächtze''' n. ● ,Unterleibspartie, männl. Geschlechtsteile‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jemächze'' ,männl. Geschlechtsteile; Gegend der männl. Geschlechtsteile‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gemählze''' n. ● ''Gemeelze'' ,Gemälde‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gemäuerze''' n. ● ''Jemierze'' ,Gemäuer, Mauerwerk‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gemücke''' ● ''Gotts Gemücke!'', Fluch, Kassel 20. Jh.; ''Kotz Jemegge!'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geniste''' n. ●  ''Jenesde'' ,häßliches, unordentliches Farauenzimmer‘, meist ''ahles Jenesde'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''genung''' ●  ''genunk'' ,genug‘ Kassel (Gr. 1894); ''jenunk'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geprahlze''' n. ● ''Geprohlze'' ,Geprahle‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gerade''' ● ,rasch‘, nur zeitlich, nicht räumlich-örtlich (dafür ''strack''), Niederhessen (Pfs. 1886); ''grade'' ,zu diesem Zeitpunkt‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geräde''' ● ''jeräre'' voll ,dichtgedrängt voll‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zu ''räden'' gehörig; s. d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gerästet''' ● ,müde‘, mittlere Eder (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geräube''' n. ● ,Eingeweide geschlachteter Tiere‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gergeln''' ● ''gärjeln'' ,quälen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geriffel''' n. ● üblicher Ausdruck für ,Gerippe, Skelett‘ (Vm. 1868). ●  &amp;quot;Hier lieget das Gerüffel eines armen Sünders&amp;quot;, Anfang der Grabinschrift des Pfarrers Joh. Hermann Crajus (1609 - 1664), Kassel (Vm. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geringe''' ● ,minderwertig‘, auch , minderwüchsig‘, Niederhessen (Pfs.). ● ''Die Kinder waren noch geringe.'' ,Die Kinder waren noch klein.‘ (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gern''' m. ● ,Schoß des Weiberkleides, zusammengefaßte Schürze‘ (Vil. 1868); ''Gärn'' ,Schoß‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''gêre'' ,Zwickel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geschlicker''' n. ● ,vornehme Leute, namentlich Damen, die lange Kleider tragen‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Geschligger'' ,unliebsame Mitmenschen, ohne Stil, ohne Benehmen‘, Kassel 20. Jh.; ''Jeschlegger'' ,Stadtleute, vornehme Leute‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geschnurbel''' n. ● ''Jeschnorwele'' ,fortwährendes Knurren, Murren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geschrabbel''' n. ● ''Geschrawwele'' ,Durcheinanderreden vieler Personen; Lallen eines Kindes, Gezwitscher junger Vögel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geschwetter''' n. ● ,dünne Brühe (meist Kaffee)‘, verächtlich, Balhorn (Sl. 1901). ● Gehört zu ''schwetternaß'' (Pfs.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gestältnis''' n. ● ''Jeschdäldnis'' ,übertrieben empfindliches, geziertes, weibisches Benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gester''' ● ''gestert'' , gestern‘, Kassel (Gr. 1894), ''gäsder'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''gestert'': mit sekundärem Schlußdental, wie ''Koffert'', ''ebend'', ''alst'', ''schond'' u.a.m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gestecke''' n. ● ,wenig ansprechende Person beiderlei Geschlechts‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ,Gesteck; jemand von langer, hagerer Gestalt, meist Frauensperson‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gestieke''' n. ● ''Gestieke'', ''langes Gestieke'' ,schmähende Bezeichnung einer Frauensperson‘ (Vil. 1868); ''Jeschdiege'' ,langes, dürres Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gestriffelt''' ● ,gekraust, gefältelt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Getäfelze''' n. ● ''Jedäfelze'' ,Wandtäfelung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Getenne''' n. ● ''Gedenne'' ,Ort, an den gleich von der Erde aus gebänzt wird‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Getierze''' n. ● ''Gedierze'' ,Getier, Ungetüm‘, übertragen: ,(seltsame) Person (Gr. 1894), im 20. Jh. wohl nur auf Frauen bezogen; ''Jedierze'' ,Frauenzimmer‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''getzen''' ● ''gätzen'', das Schreien der Haushenne nach gelegtem Ei (Vil. 1868); ,unfein, auch höhnisch lachen‘, Kassel (Gr. 1894); ''gädsen'', Schreien der Hühner nach dem Eierlegen, übertragen: ,mit hoher Stimme schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Getzer''' m. ● ,Schreihals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewanerze''' n. ● ''Gewaenerz'' (sic) ,Gespenst‘, Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewelme''' n. ● ''Gewälme'' ,Gewölbe‘, Kassel 19. Jh.; ''Jewälme'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''welmen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewende''' n. ● ''Gewenge'' ,eine Reihe von Ländern desselben Besitzers nebeneinander‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Jewenge'' ,Ackerflur, Felder von einem Weg bis zum andern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gewitterisch''' ● ''gewiddersch'' ,seltsam, eigenartig, sonderbar‘, Kassel 20. Jh., Balhorn (Sl. 1901), ''jewiddersch'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewuckel''' n. ● ''Gewuggele'' ,rüttelndes Wackeln; durch plötzliche Erschütterung hervorgebrachte Wackelbewegung‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''wuckeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewulcher''' n. ● ''Gewulchere'' ,Gewühl, Gewimmel‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''wulchern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gewürfelt''' ● ''jewerfelt'' ,schlau, durchtrieben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewurste''' n.● ''Gewurschde'' ,Unordnung, unordentlich Abgelegtes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gickelhahn''' ● ,Haushahn‘ (Vil. 1868); ,Hahn‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Giggelhohn'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gieken''' ● ,stechen‘, besonders mit langem, aber stumpfem Instrument, auch mit dem Finger, sehr oft scherzhaft, ziemlich allgemein (Vil. 1868); ''giegen'' ,stechen‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gieken''' ● ,laut und hell, in hohem Tone aufschreien‘ (Vil 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gieksen''' ● ''giegsen'' ,stechen, pieksen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), auch: ,sticheln‘ (Gr.); ,stechen, schlachten‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bei Gr. als ''kiecksen'' verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gieksen''' ● Intensivum zu ''gieken'', laut und hell, in hohem Ton aufschreien‘, sehr üblich (Vil. 1868); ,quietschen‘, in Bezug auf ungeölte Angeln, Wetterfahnen und dgl., Kassel (Gr. 1894). ● Bei Gr. als „kiecksen“ verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Giekser''' m. ● ,aufjuchzendes Lachen von Säuglingen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gierrach''' m. ● ,habsüchtiger, gieriger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Giftschisser''' ● ,Mensch von galligem Temperament‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Giftzange''' ● ,boshaftes Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gilfen''' ● ,laut und in schrillen Tönen schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gillern''' ● ,scharfer, hoher Ton des Schmerzenslautes von Hunden, auch von Menschen, insbesondere kleinen Kindern‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,hohe Töne von sich geben‘, Kassel 20. Jh.; ,vor Schmerz laute Schreie ausstoßen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gimmening''' ● ''gimmenink'' ,gierig, heißhungrig, unersättlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gimmeratz''' m. ● ,Schwein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gimmerätzchen''' ● ,Schweinchen‘; Pl. ''Gimmerätzerchen'' auch: ,Läuse‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gimmern''' ● Bezeichnung eines juckenden Schmerzgefühls in den Fingerspitzen, meist bei erfrorenen Fingern, aber auch bei Schnittwunden, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gimper''' m. ● ''Gimber'' ,Begierde‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Do gungk emme d’r Gimber d’rnoh'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ginsel''' n. ● ,junge Gans; einfältiges junges Mädchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ginselgeel''' ● ,stark gelb gefärbt, ganz gelb, wie ein Ginsel‘, allgemein üblich (Vil. 1868);  ''ginselgale'' ,ganz gelb‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gipp''' ● ''gipp, gipp, komm!'' Lockruf für die Hühner, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gippchen''' ● ,Huhn‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gippel''' n., '''Gippelchen''' ● ,Hühnchen, Küken’, Lockwort für die Hühner, Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gippelhuhn''' ● ''Gibbelhuhn'' ,Huhn‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Girscht''' m. ● ''Gerscht'' ,Gischt, Schaum von aufbrausenden, auch von gärenden Flüssigkeiten‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jirscht'' ,Schaum‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● ''Der Gerscht stund emme vor’m Mulle'' (Gr.). ''Ha hott immer gleich Jirscht fär der Schladde'', dasselbe (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''girschtig''' ● ''jirschdech'' ,schaumig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glähnen''' ● ,indiskret weitererzählen, was einem gesagt wurde, klatschen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Glander''' f. ● ''Glaner'' ,Glitschbahn‘, Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868); ''Glaaner'' ,Gleitbahn auf dem Eis‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hm. setzt als Stichwort ''Glander'' an, Vil. ''Glaner''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glandern''' ● ''glanern'' ,auf dem Eis gleiten‘, westl. Hessen (Vil. 1868); ''glaanern'' ,auf dem Eis gleiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glanzern''' ● Variante von ''glanern'' (''glandern''), untere Schwalm und Eder (Wabern, Felsberg) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gleich''' ● ,waagrecht, eben, richtig‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gleitbahn''' ● ''Gliedebahne'' ,Eisbahn zum Gleiten‘, Kassel (Pfs. 1886); ''Gliedebahne'' ,Rutschbahn auf dem Eis‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1984).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gleiten''' ● ''glieden'' ,auf der Eisbahn gleiten‘, Niederhessen, Kassel (Pfs. 1886); ''glieden'' ,auf dem Eis gleiten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glitschen''' ● ,(aus)gleiten, (aus)rutschen auf Schlüpfrigem oder auf Eis‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glitscherig''' ● ''glitscherich'' ,glitschig, schlüpfrig‘ (in Bezug auf Straße)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Glühmagen''' m. ● ''Gliehmähng'' ,habgieriger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glühning''' ● ''gliehnink'' ,glühend‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ''glihnig'', Kassel (Gr. 1894), ''glienech'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''gliehnink'' ist das einzige der niederhess. -''ning''-Partizipien, das sich noch im Kasselänschen findet; bei Gr. bereits an die Gruppe der -''ig''-Adjektive angeglichen; so auch in der Oberellenbacher Mundart, die im übrigen noch zahlreiche -''ning''-Partizipien aufweist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Glummer''' m. ● ,glimmende Asche‘, Kassel 20. Jh. ''Glommer'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glummern''' ● ,glimmen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gnatz''' m. ● ,Krätze; Grind, besonders Kopfgrind‘, übertragen: ,schmutziger Geiz‘ (Vil. 1868). ● Vgl. mhd. ''gnaz'', Gen. ''gnatzes'' ,Schorf, Ausschlag‘, bildl.: ,Knauserei, Kargheit‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gnatzkopf''' ● ,Grindkopf; launischer, eigensinniger, unverträgliche Person‘, äußerst häufig, allgemein (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gneist''' m. ● ''Knist'', ''Kneist'', ''Gneist'' ,anklebender Schmutz am menschlichen Körper, an Kleidungsstücken oder Geräten‘ (Vil. 1868); ''Gneist'', Aussprache ''Gniest'', ,fest sitzender klebriger Schmutz oder Dreck an allen Sachen‘, „durchaus nicht etwa nur Grint an der Haut“, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Knist'' ,fester, glänzender anhaftender Schmutz‘, Kassel (Gr. 1894), ''Kniest'', Kassel 20. Jh.; ''Gnist'' (''i'' kurz) ,fest anklebender Schmutz am menschlichen Körper oder an Geräten‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''gnîst'' m. ,Grind‘, mnd. ''gnist'' ,Räude, Hautausschlag‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gneistig''' ● ''kneistig'' ,mit Klebeschmutz behaftet‘ (Vil. 1868); ''kniesdich'' ,voll fest anklebenden Schmutzes‘, Kassel 20. Jh., ''gnisdech'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Göpel''' m. ● ''Gäwel'' ,Triebwerk der Dresch- und Futtermaschine‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gote''' f. ● ,Taufpatin‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gotel''' f. ● ''Goddel'' ,Patin‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gorrel'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gotel''' f. ● ''Gottel'' ,weibliches Patenkind‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Götelchen''' n. ● ''Göddelchen'', ,Kind, von der Gotel über die Taufe gehoben‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gorrelchen'' ,Patenkind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grammel''' m. ● ,Heiserkeit‘, besonders die, in welcher die Stimme tiefrauh tönt (Vil. 1868); ,Heiserkeit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grammelig''' ● ,heiser‘ (Vil. 1868); dasselbe, Kassel (Gr. 1894); ''grammelech'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grammeln''' ● ,mit brummender Stimme schelten‘, auch: ,knerbeln (von kleinen Kindern)‘, (Pfs. 1886)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''granzen''' ● ,weinen, verdrießlich sein‘, hin und wieder in Niederhessen, bis Hersfeld (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''granzern''' ● ''im Halse granzern'' ,im Hals kratzen‘, das Gefühl im Hals, das z. B. beim Zerschmelzen von ranziger Butter oder Speck beim Einatmen entsteht, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gräppeln''' ● ''kräbbeln'' (trans.) ,sich beschäftigen mit, herumarbeiten mit‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Hä hot immer was ze kräbbeln'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grappen''' ● ''grappen'', ''ergrappen'' ,zugreifen, ergreifen, festhalten‘, Nieder- und Oberhessen (Vil. 1868); ''grabben'' ,ergreifen, festhalten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grapschen''' ● ''grapschen'', Nederhessen (Pfs. 1886; s.u.); ''grabschen'' ,rasch zugreifen, rasch nach etwas langen‘, Kassel 20. Jh.; ''grabbschen'' ,mit großer Eile an sich reißen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bei Gr. (1894), Kassel, verzeichnet als ''grabbchen'' [Druckfehler?] ,rasch zugreifen‘, auch: ,gefangen nehmen‘. ● Pfs.: ''grapschen'' ist in Niederhessen viel üblicher als das bei Vil. genannte ''grappen'', was ihm als gebürtigem Kasseler „geradezu fremd“ war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grätsch''' m. ● ''Grähdsch'' ,Umstände, Weitschweifigkeiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grätschel''' m. ● ''Gräddschel'' ,verkrüppelter Mensch, verkrüppeltes Tier‘, auch Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grätschelig''' ● ''gräddschelech'' ,verkrüppelt, schief‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grebe''' m. ● ,Dorfvorsteher‘, Niederhessen, Teile Oberhessens, bis zur Gemeindeordnung v. 23. 10. 1834 (Vil. 1868); Aussprache: ''Gräwe'' (Pfs. 1886). ● Durch die Gemeindeordnung v. 1834 wurde als Bezeichnung für den Dorfvorsteher die Bezeichnung ''Bürgermeister'' eingeführt, die bisher nur dem Oberhaupt der Städte zukam, denn nur die vollberechtigten Städter waren ''Bürger''; die vollberechtigten Dorfbewohner hießen hingegen ''Einwohner''. ● ''Grebe'' ist identisch mit Wort ''Graf''; der hessische ''Landgraf'' wird in älteren Quellen zumeist als ''Landgrebe'' bezeichnet. ● Vgl. mnd. ''greve'' (''grave'') ,Graf; Vorsteher allgemein‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''greibe''' ● ,herb, säuerlich-bitter, scharfsauer‘, Niederhessen, sehr üblich in Kassel (Vil. 1868); ''greiwe'' ,herb von Geschmack‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grell''' ● ''grall'', wie hdt., dazu: ,heftig, lebhaft, jähzornig; überaus rasch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grellen''' ● ''grallen'' ,ein Glied infolge einer raschen Bewegung oder Überanstrengung vorübergehend lähmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Griebe''' f. ● ,Überbleibsel des zerschnittenen und ausgelassenen Speckes, Schmalzes‘ (Vil. 1868); ,Rückstand ausgelassener kleiner Würfel Speck‘ (Pfs. 1886); ''Griewe'' ,häutiges Stückchen beim Auslassen des Specks usw.‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Griewe'', ''Speckgriewe'' ,Lippen-Herpes‘, Kassel 20. Jh.; ,Speckwürfel, ausgebratenes, auch rohes Speckstückchen; Grind am Mund‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''griebe'' f. ,ausgeschmelzter Fettwürfel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''griebetrocken''' ● ,völlig trocken‘ (Vil. 1868);  ''griewedrocken'' ,ganz trocken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''griedeln''' ● ''am Fier griedeln'' ,sich (am Herd, Ofen) mit dem Feuer beschäftigen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grienen''' ● ,den Mund verziehen, weinen‘, Kassel (Vil. 1868); ,grinsen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gries''' ● ,greis (Haar, Zwirn, Leinen)‘, Kassel (Gr. 1894); ''gris'' ,grau‘, Balhorn (Sl. 1901) ● Gr. meint sicherlich ,altersgrau, verblichen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grießelig''' ● ''grisselech'' ,feinkörnig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grießeln''' ● ''grisseln'' ,absetzen (von Milch)‘, Kassel 19., 20. Jh., schwächer als ''hoddeln'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grifte''' ● Zu den Redensarten ''Du bist wohl von Grifte?'', ''Hä (sä) es von Grifte'' u.ä. siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grindatzel''' ● ''Grändatzel'' ,mit Grind behafteter Mensch; jähzornige Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grippsch''' ● ,auffahrend, heftig, mürrisch‘ (eigentlich ,zugreifend‘), ganz Hessen (Vil. 1868); ,zugreifend, eigennützig‘, Kassel 19. Jh. (Herzog); ,bös, niederträchtig, mürrisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grips''' m. ● ,Verstand, Kopf‘, Kassel 19., 20. Jh. ● ''am Gribs krichen'' ,jem. packen‘, auch ,arretieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gripsen''' ● ,stehlen‘, vor allem in Bezug auf Kleinigkeiten, ziemlich überall gebräuchlich (Vil. 1868); ''gribbsen'', ''kribbsen'', Kassel (Gr. 1894, ohne Angabe der Bedeutung); ,Kleinigkeiten klauen, mopsen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gripsfell''' ● ,Fell, Haut im Genick‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894) ● ''am'' (''biem'') ''Gribbsfell packen'' ,jem. packen‘, übertragen: ,sich jem. vorknöpfen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gritz''' m. ● ''Gritz'' ,Verstand, Einsicht, Scharfsinn‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Gritz'' ,Verstand, Witz‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gritze''' f. ● ''Gritze'', ,Verstand usw.‘, Niederhessen, häufiger als ''Gritz'' (Pfs. 1886); ''Gritze'' ,Grütze; scharfer Verstand, Witz‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''He hot Gritze im Koppe.'' Niederhessen (Pfs. 1886), Kassel 20. Jh. ● Die Redewendung ''Grütze im Kopf haben'' ist seit dem 17. Jh. literarisch belegt. ''Grütze'' ,Verstand‘ „ist mundartlich weit verbreitet [...] und beruht vermutlich auf Umbildung von frühnhd. ''Kritz'' (hess. ''Gritz'') ,Verstand, Scharfsinn‘, das eigentl. ,Kitzel‘ bedeutet und zu frühnhd. (heute noch landschaftlichem) ''kritzeln'' [...] im Sinne von ,kratzen, kritzeln‘ gehört.“ (Pff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gritzkopf''' ● ''Gritzekopp'' ,jem., der Verstand hat‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grütze''' ● Siehe ''Gritze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grübbes''' m. ● ''Kribbes'', auch ''Griwwes'', ''Grewes'' gesprochen, ,Kernhülle der Obstarten‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Grübß'', in niederhess. Aussprache meist ''Grüwweß'', ,Kernghäuse des Obstes‘, auch ,Kehlkopf, Adamsapfel‘, dafür in Kassel auch ''Adams-Grüwweß'' (Pfs. 1886); ''Krewwes'' ,Kerngehäuse von Apfel und Birne‘, übertragen: ,Kind von auffällig kleiner Statur, vorlautes Kind‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''Griwwest'' ,Kerngehäuse des Kernobstes; Kehlkopf; kleiner Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''grobiz'', ''grabiz'', ''grubz'', ''grutz'' m. ,Kerngehäuse des Kernobstes‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gruse''' f. ● ,der Saft aus grünen Gewächsen, z.B. Gurken‘, Niederhessen (Vil. 1868); ,das Blähende, der geile Geschmack, der sich bisweilen im Gemüse findet‘, Kassel (Gr. 1894); ,Saft grüner Pflanzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''gruose''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grusig''' ● ,mit grünem Saft versehen, unangenehm herbe‘ (Vil. 1868); Adj. zu ''Gruse'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grutz''' m. ● ,Obstschalen und -schnitzelchen, kleinere Abfälle‘, Kassel (Gr. 1894), auch: ,Bodensatz von Flüssigkeiten‘, z. B. ''Kaffeegrutz'', Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Grübbes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gückeln''' ● ''giggeln'' ,blinzelnd hinsehen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gücker''' ● ''Gigger'' ,Gucker‘, Kassel 19. Jh. ● ''Hä hot mech uff’m Gieker'', Kassel (Gr. 1894) ist wohl dialektale Anpassung der Redensart ''jem. auf dem Kieker haben''. ● Siehe ''Tüpfengücker'', ''Feldgücker''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guckwerk''' ● ''Guggewerk'' ,Gesicht‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Güggwärk'' ,Gesicht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gülden''' ● ,golden‘, war schon in alten Zeiten und ist noch jetzt ein sehr übliches Liebes- und Schmeichelwort von besonderem Nachdruck (Vil. 1868); ''gillen'' ,golden‘, Kassel 19. Jh. (Herzog); ''gellen'', dasselbe, nur noch in erstarrten Verbindungen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gülden Schnitten''' ● ,Weckschnitten in Ei getränkt und in Schmalz gebacken‘, hauptsächlich am Gülden-Schnitten-Sonntag gebacken; dieser soll ursprünglich der „fette Sonntag“ Quinquagesimae gewesen sein; an der Werra bis westlich über Rotenburg hinaus war er schon zu Anfang des 19. Jh. der erste Sonntag in den Fasten, der Sonntag Invocavit (Vil. 1868); ''gellen Schnerren'' ,güldene Schnitten‘, Semmelschnitten, die in Ei getränkt und in Fett gebacken werden, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gunkelbacken''' m. ● ''Gonggelbaggen'' ,Pausbacken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gunkeln''' ● ,sich schwebend hin und her bewegen‘, ziemlich allgemein üblich (Vil. 1868); ''gonggeln'' ,sich schwebend hin und her bewegen (von schweren Gegenständen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gunne''' f. ● ''Gonne'' ,die von jemand zu Recht zu erwartende Ehrerweisung, Gafälligkeit‘ (Vil. 1868); ''Gunne'' ,Gunst, Ehre‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Hä will mä nit die Gunne anduhn un …'' ,Er will mir nicht die Ehre erweisen und …‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gunst''' f. ● ,Freistätte beim Kriegenspielen (Fangen), der Anschlag‘, Kassel und Umgebung (Pfs. 1886), Kassel, Mitte 20. Jh. ● Siehe ''Anschlag''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Günter''' m. ● ,Mastdarm des Schweins‘, ganz Hessen; mit Füllungen: ''Günterwurst'' (Leberwurst), ''Schwartengünter'' (Vil. 1868); ''Gender'' ,Teil des Schweinedarms, der mit Leberwurst oder Schwartenmagen gefüllt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Gendersch Brurer'' ,Günters Bruder: Blinddarm des Schweins‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gunterarsch''' ● ''Gonderorsch'' ,korpulente Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gurre''' f. ● ,altes, schlechtes, abgetriebenes Pferd‘, ohne Rücksicht auf Geschlecht (Vil. 1868); ''ahle Gurre'' ,schlechtes, altes Messer‘, Kassel (Gr. 1894); ,altes, abgemagertes Pferd‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''gurre''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gutz''' m. ● ''Gütz'' ,kurzer abgehackter Schrei‘, Oberellenbach (Hm. 1926; ebd. unter „Gauz“ aufgeführt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''H.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''haar''' ● Zurufswort an das Zugvieh, sich links zu halten, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868); Zuruf an das Vieh, nach links zu gehen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In der Grafsch. Ziegenhain, z.T. schon im Hersfeldischen, lautet das Wort ''haur'', ''aur'', meist mit ''um'' verbunden: ''aurüm''. Im östl. Hessen gilt ''haar'' bloß den Pferden, nicht den Ochsen, für welche vielmehr ''west'' ausschließlich gebraucht wird; im westl. Hessen findet sich dieser Unterschied nicht. (Vil.) ● Siehe ''hott''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haar''' ● ''das Haar'' n. ,das gesamte Haupthaar‘, ''die Haare'' (f. Sing.) ,das Einzelhaar‘ (mit ''Haare'' als Plur. für beides), Niederhessen (Pfs. 1886), ''das Hoor'', ''die Hoore'' (f. Sing.) (wie von Pfs. angeben), Kassel 20. Jh.; nur: ''die Hoore'' f. Sing. und Plur., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haarwurm''' ● ''Hoorworm'' ,flechtenartiger, um sich fressender Ausschlag‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''hârwurm''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haber''' ● ,Hafer‘, im östlichen Hessen mask., im westlichen fem. (Vil. 1868); ''Haber'', in Niederhessen ausschließlich fem. (Pfs. 1886). ''die Howwer'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Häberling''' m. ● ''Häwerling'' ,Bund Haferstroh‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Habersack''' ● ''walscher Howwersack'' ,welscher Hafersack, unverständlich redender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''welsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Habitchen''' n. ● ''Hawitchen'' ,Jäckchen und Höschen an einem Stück für einen kleinen Jungen‘, Kassel (Gr. 1894); ''Howidchen'' ,kleines Besitztum, kleines Bauerngut‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hachelig''' ● ''hachelech'' ,rauh, stachelig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hache''' m. ● ,habsüchtiger und seine Habgier in plumper Weise blicken lassender Mensch‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hachen''' ● ,grob habgierig nach etwas streben‘, Niederhessen, Grafsch. Ziegenhain (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haches''' m. ● ,habsüchtiger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hachig''' ● ,in grober Weise habgierig‘, überall gebräuchlich (Vil. 1868); ''hachech'' ,habgierig, geizig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hachigkeit''' ● ,Habsucht‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hachechkeet'' ,Habgier, Geldgier‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hachwanst''' m. ● ''Hachewanst'' ,habgieriger Mensch, Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hächzen''' ● ''hechzen'' ,laut und schwer atmen‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''hächzen'' ,keuchen‘, auch: ,nach etwas streben‘, Kassel (Gr. 1894); ''hächden''(!) ,schwer oder schnell atmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hackerchen''' ● ,die ersten Zähne‘, scherzhaft, nördl. Hessen (Pfs. 1886), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hadern''' ● an der Schwalm das ausschließlich übliche Wort für ,streiten‘, auch für ,prozessieren‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hahl''' ● ,trocken, mager, dürr, abgemagert, austrocknend‘, südl. Niederhessen, Stift Hersfeld, Grafsch. Ziegenhain (Vil. 1868). ● Nebenform ''hehl''. ● Mhd. ''hâl'' ,trocken, dürr‘. ● Siehe ''Hehlschwein''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hahlgans''' ● ,dürre Gans, die noch nicht gemästet ist‘, (Vil. 1868); ''Halgans'' ,ungemästete Gans‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Heelegans'' ,unerwachsenes, vorlautes Mädchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hahnebambel''' m. ● ,ein in Gang, Bewegungen und Handlungen lässiger, ein ungeschickter, alberner Mensch‘, Niederhessen, im Hersfeldischen (Vil. 1868); ,einer, der sich alles bieten läßt und allem nachkommt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hahnsklöße''' ● ''Hohnsgleeße'', kleine Klöße aus gehacktem Schweinefleisch, die in Mehl getunkt werden (beliebt als Frühstück auf dem Schlachtfest), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''häkeln''' ● ''heegeln'', Kassel 20. Jh.; übertragen auch: ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''halbwierig''' ● ''halbwirig'' ,irgendwie‘, bedeutungsgleich mt iewest; ''halwierich'' ,halbwegs, mittelmäßig, einigermaßen‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Halsabschnitter''' ● ''Halsobschnedder'' ,Halsabschneider, Geldverleiher, Wucherer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''halslieb''' ● ''jem. halselieb haben'' ,jem. umarmen‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hambutte''' ● ,Hagebutte‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''Hambutte'' &amp;lt; *''Hagenbutte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hamel''' m. ● ''Hamel'', Pl. ''Hämel'' ,Hammel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hämel'', Sing. u. Plur., dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hamel''' m. ● ''Hammel'', südl. Hessen (Rhein und Wetterau), „was sonst in Hessen Klunder genannt wird“ [also ,Schmutz, Straßendreck am unteren Saum der Bekleidung‘] (Pfs. 1886). ● Muß früher auch im nördl. Hessen vorgekommen sein, vgl. ''sech zuhameln'' (s.d.) ,sich zuklundern‘, Kassel 19. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hamer''' m. ● ,Hammer‘ (Gr. 1894); ''Homer'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Der Hamer es owen.'' ,Es ist Feierabend.‘ Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hammerten''' m. ●''Hámmärden'' ,einfältiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ist Kontraktionsform des Vornamens ''Johann Martin'', früher in Niederhessen verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hämstern''' ● ,hämmern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Handschlag''' ● ''Haandschlook'' ,Verlobung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hänfterling''' ● ''Hämfderling'' ,Hänfling, schmächtige Person‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Grohenfterling'' ,der graue Hänfling‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Hämfderlink'' ,Hänfling‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hannaden''' m. ● ''Hánnaden'' ,einer der schwer von Begriff ist und sich entsprechend anstellt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Ist Kontraktionsform des Vornamens ''Johann Adam'', früher in Niederhessen verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hannjost''' m. ● ''Hánnjoost'' ,einfältiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ist Kontraktionsform des Vornamens ''Johann Jost'' (''Johann Justus'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hansch, Hänschen''' m.● ''Haansch'', Pl. ''Haansche'' ,Handschuh kleiner schwächlicher Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Hänschen'', Sing. u. Plur. ,Handschuh(e)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Hansch'' ist verkürzt aus ''Handschuh''. In Kassel ist der Plur. ''Hänschen'' auf den Sing. übertragen worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hänseln''' ● ,durch Anbinden eines Bandes in eine Gemeinschaft aufnehmen‘; ''hänseln'' wird im Volk gleichbedeutend mit ''anbinden'' verstanden und vertauscht (Vil. 1868). ● Vil. macht konkrete Angaben dazu, wobei und wie gehänselt wird; weist hin auf das Sontraer Hänselbuch 1572 - 1596; weist weiterhin darauf hin, daß ''hänseln'' im Sinne von ,verspotten, verhöhnen‘ beim Volke fast gänzlich unüblich ist. ● Vgl. got. ''hansa'' f. ,Schar, Menge‘, ahd. ''hansa'' f. ,Schar, Kriegerschar, Gefolge‘, mnd. ''hanse'', ''hense'' f. ,Gesellschaft, besonders Gilde der Kaufleute und Handwerker, vor allem die ''Hanse'', der norddeutsche Städtebund. Vgl. auch ''Hansegreben'' ,Angehörige der Kasseler Kaufmannsgilde‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hänselwerk''' ● ''das Hänselwerk verzehren'': früher an der unteren Eder üblicher Brauch, der darin bestand, daß auf einer Hochzeit die jüngste anwesende Frau ''gehänselt'' wurde, welche dann gehalten war, am nächsten Sonntag die Frauen einzuladen zu Kaffee und Kuchen, dort wurde also ''das Hänselwerk verzehrt'' (Pfs. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Happel''' f. ●,eine übereilt handelnde, oberflächlich und ungenau arbeitende Person‘ (Vil. 1868); ''Habbel'' ,überstürzt redende oder sich überstürzt bewegende Person‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''happelig''' ● ,übereilt handelnd‘ (Vil. 1868); ''habbelich'' ,überstürzt redend und sich bewegend‘, Kassel (Gr. 1894); ''habbelech'' ,übereilt redend oder handelnd‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''happeln''' ● ,übereilt handeln‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''habbeln'' ,überstürzt reden oder handeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Happelsack''' ● ''Habbelsack'' ,jemand, der happelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Happster''' m. ● ,Kuchen aus geriebenen Kartoffeln mit etwas Öl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''haren''' ● ,dengeln‘, in Oberhessen und einem Teil von Niederhessen (Wabern und Umgegend) (Vil. 1868); ''horen'' ,dengeln‘, d.h. die Sense mit dem Hammer schärfen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hasenschaden''' ● ''Hasenschaden'' m. ,Hasenscharte‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hosenschore'' f.(!), dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hasig''' ● ''haasech'' ,nicht bei Sinnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haucht''' m. ● ''Hücht'' (''ü'' kurz) ,mit geöffnetem Mund ausgestoßener Atem‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hauchten''' m. ● ''hüchden'' ,mit geöffnetem Mund Atem ausstoßen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hauchzen''' ● ''huchzen'' ,hauchen, anhauchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haus-Eren''' m. ● ''Husähren'' ,Hausflur‘, Kassel (Gr. 1894), ''Hüsähren'' ,der mit Backsteinen gepflasterte Hausflur‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Eren''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''haußen''' ● ''hussen'' ,hier außen‘, Gegensatz zu: ''drussen'' ,dort außen‘, Kassel (Gr. 1894); ''hüssen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''hussen'' in Kassel wohl um 1900 erloschen; Ersatz: ''hier drussen''. ● Mhd. ''hie'' ''ûze'', ''hûze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Häut''' n. ● ,Haupt‘; das Wort ''Haupt'' wird in Hessen nur vom Krauthaupt (Kohlkopf) gebraucht, nicht vom menschlichen Haupt (dafür: ''Kopf''); die Aussprache ist ''Häubt'', ''Häud'', ''Heid'' (Vil. 1868); ''Heet'', Pl. ''Heeder'' ,Krauthaupt, Kohlkopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Basiert im ganzen auf Umlautform von mhd. ''houbet'' ,Haupt‘: ''*höubet'' &amp;gt; frühneuzeitl. niederhess. *''Häubet'', ''Heubet'', gesprochen *''Heuwet'' &amp;gt; *''Häuet'', *''Heut'', dann unterschiedliche regionale Weiterentwicklungen (u.a. Entrundung). In Oberellenbach gibt es die Nebenform ''Höbt'', entstanden aus nichtumgelautetem ''houbet'', mit Kürzung der 2. Silbe, wie nhd., dann mundartl. Weiterentwicklung; nur in festen Verbindungen wie ''Höbdhohn'' ,Haupthahn‘, ''Höbdkarle'' ,tüchtiger Kerl‘ (''ö'' lang).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Häutersalat''' ● ''Heedersaloot'' ,Kopfsalat‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hebekirmes''' f. ● ,Richtfest‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Hewekermesse'', Kassel (Gr. 1894, ohne Erläuterung); ''Häwekermese'' ,Feier beim Richten eines neuen Hauses‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hehkirmes''' f. ● ,geräuschvoller Auflauf von Menschen‘, Naumburg (Pfs. 1886). ● Soll nach Pfs.s Gewährsmann nicht identisch sein mit ''Hebekirmes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hehlfäßchen''' ● ,naive, ohne Arg etwas ausplaudernde Person‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''hahl''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hehlschwein''' ● ,halbwüchsiges, noch nicht zum Mästen geeignetes Schwein‘, Schwalm, Stift Hersfeld (Vil. 1868). ● Frühe Belege: heleswyn, Grebenstein 1462, helswyn, Felsberg 1462 und öfter. ● Siehe ''hahl'', ''Hahlgans''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hehr''' ● ,ehrwürdig‘ u.ä., wie gemeinhochdt., außerdem ,fein, zart, sorgfältig gearbeitet‘, in beiden Bedeutungen überall in Hessen (Vil. 1868); ''hehre'', in der Redewendung ''hehre duhn'' ,hehr, hoch, erhaben auftreten‘ (stets ironisch gebraucht), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hehrheit''' ● ,übertrieben vornehmes Auftreten‘, Kassel (Gr. 1894); ''Heerheet'' ,auffällige Freundschaftsbekundung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heide''' m. ● die in Niederhessen gewöhnlichste Bezeichnung für ,Zigeuner‘ (Pfs.1, 1889); ''Heere'' ,Zigeuner‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heidenmensch''' f. ● ''Heerenmönsch'' ,Zigeunerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heidenpack''' ● ''Heerenpack'' ,Zigeunerpack‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heidimmes''' m. ● ,beschränkter (wenn auch nicht vollmäuliger) Wichtigtuer‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heidsche''' f. ● ''Heedsche'' ,Zigeunerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heikse''' ● ,Hiebe, Schläge‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heiligenland''' ● ''Hiljenlaant'' ,die der Kirche gehörigen Ländereien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heimtücker''' m. ● ''Heimdicker'' ,heimtückische Person‘, Kassel 19. Jh. (Jonas); ''Heemdigger'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''heint''' ● ,heute Nacht‘, an der Schwalm, Aussprache ''hengt''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''heisch''' ● ,heiser‘ (Vil. 1868); dasselbe, Kassel (Gr. 1894), ''heesch'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heite''' m. ● ''Heide'', ''Hede'' ,Vater‘; sehr alte Bezeichnung, jetzt noch üblich an der Schwalm, an der unteren Eder (Fritzlar, Gudensberg), an der Werra (Eschwege, Jestädt) (Vil. 1868); Haite, „eigens hessischer Ausdruck für Vater“ (Pfs. 1886); ''Heide'' ,Vater‘, noch gebräuchlich, aber selten, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hemme''' f. ● ,Bremsvorrichtung am Wagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hemmen''' ● ,bremsen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Henkel''' ● ''Henkel-ze-Kerbchen drahn'' ,Henkel-zu-Körbchen tragen‘: zwei Personen tragen ein Kind auf den beiderseits verschlungenen Händen wie einer Sänfte, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Henne''' ● männl. Vorname, schon mittelalterlich belegt, in Niederhessen bis ins 18. Jh. vorkommend (wird von Pfarrern in den Kirchenbüchern gern mit ''Johannes'' wiedergegeben, ist aber keine Kurzform davon). ●  Redensartlich in: ''Gott henne'', Niederhessen (Pfs. 1886); ''Ach Gott henne! Ach du henne!'', [richtiger: ''Ach Gott, Henne! Ach, du Henne!''], sehr gebräuchlich, Balhorn (Sl. 1901); ''Du liewer Gott, Henne!'' Kassel 20. Jh. ● Die eigentlich humoristisch gemeinten Ausrufe entsprechen etwa dem modernen ''Mein Gott, Walter!'', sind aber nach Erlöschen des Namens nicht mehr verstanden worden, daher bei Pfs. und Sl. Kleinschreibung. Pfs. erwägt, ob ''Henne'' ,weibl. Huhn‘ oder der Vornamen ''Henne''). Sl. weist draufhin, daß ''henne'' nichts mit ''hin'' zu tun haben kann wegen unterschiedlicher Aussprache; in Kassel ebenfalls unterschieden (bei ''Henne'' ''ä''-Ausprache des ersten ''e''). Vil. (1868) führt auf: ''Henn'' ,alberner Mensch‘, schmähend, Oberhessen. ● Siehe ''Mädehenne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hepe''' f. ● ''Hebe'' ,Sichel‘, Kassel (Gr. 1894). ● Bei Vil. als ''Heppe'' verzeichnet, nur nördl. Niederhessen, südl. nur vereinzelt, mit Aussprache „mitunter“ um Kassel „auch“ ''Hewwe'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hera''' ● feierlicher Ausruf, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Pfs.: „Hier muß eines wunderbaren Kehrreimes gedacht werden, der bis in die [achtzehnhundert-]dreißiger Jahre zu Zwehren bei Kassel noch im Gange war; bei neckenden scherzhaften Liedern, die von Weibern aus dem Stegreife gedichtet, zum Bleichen und Wachen gesungen wurden. Solche Strofen [...] gleichen als lose Gelegenheits-Scherze den Schnaderhüpfeln.“ Pfs. führt zwei solcher Strophen auf; Refrain: ''hera, wol unter dem grünen Baum‘ / hera, wol unter dem Baum‘''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hernach''' ● ''härnoh'' ,nachher‘, Kassel 19. Jh.; ''hanooch'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hernachgehends''' ● ''härnohgehnds'' ,nachher, anschließend‘, Kassel 19. Jh. (Herzog). ● Siehe auch „nachgehends“.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''hernieder''', siehe ''reer''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''herzgepuppert''' ● ''herzegebobbertes Nußkernchen'', Zärtlichkeitsausdruck, Kassel 19. Jh. (Herzog), ''herzgebubberter Nussekern'', dasselbe, Kassel (Gr. 1894); ''Min herzgepupperter Nußkern'', Ausdruck innigster Liebe, zumal im Mund niederhess. Mütter (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Herzkaute''' f. ● ''Härzküdde'' ,Magengegend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hespe''' f. ● ,Türangel, Klammer‘, in Niederhessen die übliche Bezeichnung (Vil. 1868); nur ,Türband‘ oder ,Schleife‘ der Türangel, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Wendungen: ''Er riß mich, daß der Rock mir aus allen Hespen ging. Junge, deine Hosen sind ja aus allen Hespen''. Übertragen: ''Es geht aus allen Hespen''. ,Alle Ordnung löst sich auf, es tritt Anarchie ein.‘ (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hessen-Groschen''' ● ''bei Hessen-Groschen bzw. nicht bei Hessen-Groschen sein'' ,vernünftig bzw. unvernünftig sich benehmen‘ (Pfs. 1868); ''nit bie Hessen-Groschen sinn'' ,nicht ganz gescheit, nicht bei Trost sein‘, Kassel 20. Jh.; ''Du bst wohl net bei Hässengröschen?'' ,Du bist wohl nicht recht gescheit?‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hessisch''' ● ''heßsch'', Kassel 19. Jh.; ''hässesch'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aussprache ohne ''i'' hat sich in Kassel in den deklinierten Formen z. T. bis nach dem 2. Weltkrieg gehalten, etwa: ''de Heßschen Nachrichten'' (Zeitung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heuhüpfer''' ● ''Hauhepper'' ,Heuschrecke‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heuspringer''' ● ''Hausprenger'' ,Heuschrecke‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''heulen''' ● ''hillen'' ,weinen‘, Kassel (Gr. 1894); ''hielen'' ,laut weinen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heulfritz''' ● ''Hillfritze'' ,weinerlicher Junge, Mann‘, Kassel (Gr.1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heuljost''' ● ''Hilljoost'' ,weinerlicher Junge, Mann‘, Kassel (Gr.1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heuochse''' ● ,dummer, ungeschickter Mensch‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''Heiochse'' ,großer Schafskopf‘, auch: ,plump gebauter Mensch‘, Kassel 19. Jh. (Jonas, Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hichel''' f. ● ,Stirnrunzel‘, Niederhessen (Vil. (1868); ,weinerlicher oder mißvergnügter Gesichtsausdruck‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''’ne Hichel schnieden'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hicheln''' ● ,hell auflachen, wiehernd lachen‘, auch vom Wiehern der Pferde gebraucht, ziemlich überall üblich (Vil. 1868); ,wiehern (vom Pferde); wiehernd lachen, lachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hichelziege''' ● ''Hichelzäje'' ,dauernd lachendes Mädchen‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hickeln''' ● ,etwas hinken‘, in ganz Herssen sehr üblich (Vil. 1868); ''higgeln'' ,hinken, auf einem Bein hüpfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), dazu: ,Hickelhäuschen spielen‘, Kassel 20. Jh.; ''heggeln'' ,leicht hinken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hicken''' ● ''heggen'' ,hinken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hier, hie''' ● ''hier'', Kassel 19., 20. Jh.; ''hie'', ländlich, z.B. Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hiller''' m. ● ,Penis‘, in ganz Hessen die üblichste und allgemeinste Bezeichnung (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Himmel und Erde''' ● ''Himmel un Ähre'', Gericht: ,Äpfel und Kartoffeln untereinandergekocht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Ist „Kasseler Nationalgericht“ (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hinfällisch''' ● ''hännefällsch'' ,kränklich, gebrechlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hinkel''' n. ● ,albernes Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die eigentlich Bedeutung ,(kleines) Huhn‘ ist in Oberellenbach nicht vorhanden (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hinkelbein''' ● ,einfältiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hinne''' ● ,hier innen‘, Kassel (Gr. 1894), Gegensatz zu: ''drinne'' ,dort innen‘; ''henne'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''hinne'' ist in Kassel wohl um 1900 erloschen, Ersatz: ''hier drinne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hippeln''' ● ,hinken; zapplend laufen‘, scherzhaft, ziemlich allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hippelnase''' ● ,gebogegen bzw. gekrümmte Nase‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirnwurst''' ● ''Hernworscht'', Kassel (Gr. 1894); ,Zervelatwurst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirse''' ● ''Hersche'', Kassel (Gr. 1894; ''Härsche'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirsekörner''' ● ''Hersche(n)kerner'', Kassel (Gr. 1894). ● ''Ich schlah alles in Herschenkerner, zu Herschenkernern'' ,Ich schlage gleich alles kurz und klein‘, ähnlich Oberellenbach (Hm. 1926); ähnlich: ''in Herschekerner schmissen'' (grimmige Drohung), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirsenbrei''' ● ''Herschenbrei'', gilt als Delikatesse, Balhorn (Sl. 1901)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirte''' ● nur ,Kuhhirte‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirz''' m. ● oft ''Herz'' gesprochen, in Hessen überall, mit Ausnahme weniger Städte, der üblich alte Name des Hirsches (Vil. 1868);  ''Härz'' ,Hirsch‘, Altform, heute nur noch in der Redensart ''du werscht noch en Härz'' ,du verlierst noch den Verstand‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirzbock''' ● ''Härzbock'' ,planlos umherrennender Mensch‘ (in seiner eigentlichen Bedeutung ,männlicher Hirsch‘ ausgestorben), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hitzen''' ● ''hetzen'' ,heizen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hob''' m. ● ''Hof'', Bedeutung im größten Teil von Niederhessen wie gemeinhochdt.; in den niederdt. Bezirken Niederhessen sowie an der ganzen Werra, an der Eder und den Zuflüssen der Schwalm ist die Bedeutung: ,Garten‘ (das Wort ''Garten'' ist hier fast ganz unüblich); das bäuerleiche Anwesen heißt hingegen, wie auch sonst in Hessen, ''Hofreite'' (Vil. 1868); ''Hob'', Dat. ''Howe'' ,Hof', Kassel (Chr. Müller 1926); ''Hoop'', Pl. ''Heewe'' ,Hofraum, Gehöft, größeres Gut‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. und Hm. haben ihre Artikel unter dem Stichwort ''Hof'', die eigentliche niederhess. Form ''Hob'' fehlt bei Vil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hobch''' m. ● ''Hupch'' ,Habicht‘ (neben dem gemeindeutschen Wort gebräuchlich), Balhorn (Sl. 1901); ''Hobch'' (''o'' offen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hoberei''' f. ● ''Howerei'' (mit Betonung auf der letzten Silbe) ,Hofraum, Hofstätte‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hm. hat als Stichwort ''Hofreite''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hobereise''' f. ● ''Hofereise'', Nebenform von ''Hofreite'', in und um Wolfhagen (Vil. 1868); ''Howeraiße'' ,Hofreite‘, Sprengel Schützeberg (Pfs. 1886); ''Howereise'', Niederzwehren 1. Hälfte 20. Jh. (Müldner).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hobereite''' f. ● ''Hofreite'' ,Der unbebaute und zu ökonomischen Zwecken benutzte Raum an dem Bauerngute und dem Haus überhaupt‘, ganz Hessen, Nebenform: ''Hofereise'' (Vil. 1868). ● Nach älteren niederhessischen Quellen kann mit ''Hofreite'' zwar der freie Hofplatz gemeint sein, mehr aber noch die bäuerliche Hofstelle insgesamt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''höbeln''' ● ''hewweln'' ,jem. die Meinung sagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hoch''' ● Das ''ch'' bleibt in allen grammat. Formen erhalten: ''hooches Hus''; ''heecher'', ''am heechesten'', Kassel 19. Jh., Anf. 20. Jh. (Gr. 1894); ähnlich Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hochbeinig''' ● ,stolz‘ (iron.), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Höchede''' f. ● ''Heechede'', ''Heechde'' ,Höhe‘, Kassel, 19. Jh. (Jonas, Gr. 1894); ''Hächde'' (''ä'' kurz) ,Höhe‘: Höhe eines Gegenstandes im Gegensatz zur Länge und Breite, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Neben ''Heech(e)de'', ''Hächde'' gibt es auch die einfache Form ''Heh'' ,Höhe, Anhöhe‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hochseicher''' ● ,Hochmutsnarr‘, metaphorische Verwendung einer unter Knaben sehr gewöhnliche Prozedur, Ausdruck in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868); ,stolzer, hochmütiger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Höckersweiber''' ● ''Heckerschwiewer'' ,Hökerinnen‘, Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hokerer''' ● ''Hogerer'' ,ein Kind, das gern hokert‘ (s.d.), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hokerlißchen''' ● ''Hogerlißchen'' ,ein Mädchen, das gern hokert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hokern''' ● ,klettern, besonders von Kindern, die auf Bänken und Stühlen herumklettern, auch von Ziegen gesagt‘ (Vil. 1868); ''hogern'' ,in den Ecken herumkriechen und -klettern‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''huckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hopfenstange''' ● ''lange Hobbenstange'' ,schlanke, sehr große Frauensperson‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hobbstange'' ,lange, schmale weibliche Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hopperloppopp''' ● ''hobberlobbobb'', Interjektion, stolpernde Übereile bezeichnend, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hopperloppopp''' ● ''Hobberlobbobb'' ,Person, die sich durch stolpernde Übereile auszeichnet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hornaffe''' m. ● ,halbmondförmiges Weizengebäck‘, Kassel und anderwärts (Vil. 1868); ,Gebäck: großer Weihnachtskringel von ovaler Form‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hörnen''' ● ''hernen'' ,ins Horn blasen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hörnse''' f. ● ''Hernse'' ,Hornisse‘, auch: ,Wespe‘, Kassel (Gr. 1894); ''Härnse'' ,Hornisse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hosenkippe''' f. ● ''Hosenkibbe'' ,Hosentasche‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hosenlid''' n. ● ''Hosenläht'' ,Klappe der Knabehosen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Keipe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hoselümper''' m. ● ,Lumpensammler‘ (Vil. 1868); ''Hosselimber''(!) ,Lumpensammler‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hosenlember'' ,Mensch mit zerrissenen Hosen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Lümper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hott''' ● Zuruf ans Zugvieh (Pferde, Ochsen), sich rechts zu halten, in Hessen wie in ganz Deutschland (Vil. 1868); Zuruf an das Vieh, nach rechts zu gehen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Dar weeß öh nett hott orre haar''. ,Der weiß auch nicht hott oder har; er ist ein unentschlossener Mensch.‘ (Hm.) ● Siehe ''haar''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hottchen''' ● ''hoddchen'' ,gerinnen (Zusammenlaufen der Milch)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hotteln''' ● ''hotteln'', den Scheidungsprozeß der Milch bezeichnend, wenn sie zusammenläuft (Vil. 1868);  ''hoddeln'', den Scheidungsprozeß der Milch bei oder nach dem Sieden bezeichnend, Kassel (Gr. 1894); ''huddeln'', dasselbe, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hübsch''' ● ''hebsch'' ,schön‘, Kassel 19., 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ●  Der zugehörige Komparativ und Superlativ werden durch ''schenner'', ''der schennsde'' ersetzt, Kassel, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hucke''' f. ● ,Rücken‘, in Redensarten (Pfs.1, 1889); ''Hucke'' ,Rücken‘, in Redensarten, Kassel 19., 20. Jh.; dasselbe, nur in Redensarten, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''jem. die Hucke voll lügen'' (Pfs.1, 1889), Kassel 20. Jh., ''einem auf der Hucke sitzen'' ,jem. zur Last fallen‘ (Pfs.1, 1889), ''uff de Hugge kummen'' ,jem. beschwerlich werden‘, Kassel (Gr. 1894), ''uff der Hucke leggen (lichen)'' ,jem. beschwerlich sein‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''de Hugge vollhaun'' ,verprügeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huckeln''' ● ''huckeln'', ''hockeln'', ''aufhuckeln'' ,auf den Rücken setzen oder auf demselben tragen‘ (Vil. 1868); ''huggeln'' ,jem. auf dem Rücken davontragen‘, Kassel (Gr. 1894); ''hoggeln'' ,kleine Kinder auf dem Rücken tragen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huckern''' ● ''hoggern'' ,mühsam klettern (zumal von kleinen Kindern, die auf Bänken und Stühlen herumklettern)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''hokern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huckern''' ● ,einhüllen und wärmen‘ (Vil. 1868); ,kauernd, hockend sitzen‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''hüggern'' ,einhüllen, wärmen (namentlich von der Henne, die ihre Küken unter die Flügel nimmt)‘, ''sech hüggern'' ,sich zusammenkauern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Nach Vil. nur in Oberhessen, in Niederhessen entspreche ''huttern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huckersack''' ● ''Hoggersack'' ,kleines Kind, das auf Tische und Stühle klettert‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hudel''' f. ● ,Lumpen; schmutzige, vernachlässigte Frauensperson‘‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hufas''' m. ● ,Grobian‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886); ,plumper und grober Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huft''' f. ● ''Hoft'' ,Hüfte‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hulle''' f. ● ''Holle'' ,Haube auf dem Kopf der Vögel‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Hulle'' ,Holle, Kamm, Federbusch mancher Vögel‘, Kassel (Gr. 1894); ,Tolle, eingedrehter Haarschopf auf dem Scheitel der Mädchen‘, Kassel 20. Jh.; ''Holle'' ,Federhaube der Vögel, aufgekämmtes Haar‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hullerkopf''' ● ''Hullerkobb'' ,ungekämmtes Haar‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''’s äs noch im Hullerkobb'' ,sie hat sich das Haare noch nicht gekämmt, geordnet‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Humme''' f. ● ,Hummel‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Humme''' f. ● ,aus der Rinde der Weide verfertigte Pfeife‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), Balhorn (Sl. 1901), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Sl. zitiert ein Kinderlied, das beim Herstellen der Pfeife (durch Weichklopfen der Rinde) gesungen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hummen''' ● ''hommen'', ''hummen'', gesagt vom Brüllen des Rindviehs, besonders von dessen tieftonigem Brüllen (Vil. 1868); ''hummen'' ,ein dumpfes, summendes Geräusch hören lassen‘, namentlich das dumpfe Brüllen des Rindviehs, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hungerwanst''' ● ''Höngerwanst'' ,Hungerleider, Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hunten''' ● ''höngen'' ,hier unten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hüpferling''' ● ''Hebberling'' 1) ,Grashüpfer‘, übertragen: ,mageres, bewegliches Kind, kleine lebhafte Person‘, 2) „ein bestimmtes Käferchen“ [gemeint ist ,Grashüpfer‘], 3) ,ein bestimmter Knochen an der Gans‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hebberlink'' ,lebhaftes, munteres Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hüpfüber''' m. ● ''Hebb-ewwer'' ,leichtlebige, unfertige, meist junge Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huppch''' m. ● ''Hobbsch'', meist ''lohmer Hobbsch'' ,hinkender Mensch‘, Schimpfwort‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huppchen''' ● ''hobbchen'' ,hinken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hurmel''' m. ● ''Hormel'' ,Rausch, Betäubtheit, Koller, Rappel im Kopf‘, sehr allgemein üblich (Vil. 1868); ''Hurmel'' ,Rausch‘, Kassel (Gr. 1894); ,jem., der mit einem Spleen behaftet ist‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hurmeln''' ● ''hormeln'' ,brummen, summen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hurzelig''' ● ,runzlig, gedörrt, verschrumpelt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huschchen''' ● .Pferd‘, kosend, in Niederhessen allgemein üblich (Pfs. 1868)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huschepferdchen''' ● ''Huschepärdchen'' ,Pferd(chen)‘, Kindersprache, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huschel''' f. ● ,unordentliche Frauensperson; eine, die huschelt‘ (s.d.) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huschelig''' ● ,unordentlich (in Bezug auf Frauen)‘ (Vil. 1868); ''huschelich'' ,unordentlich, oberflächlich‘, Kassel 20. Jh.; ''hüschelech'', dasselbe (besonders im Bezug auf Frauen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huscheln''' ● ,eilfertig, ungenau arbeiten‘ (Vil. 1868); ,unordentlich, oberflächlich arbeiten‘, Kassel 20. Jh.; ''hüscheln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Drüber hin huscheln'' ,etwas oberflächlich erledigen‘ (Vil.; Kassel 20. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hutchen''' ● ,kränkeln‘, Niederhessen (Pfs. 1868); ,zum Weinen ansetzen‘, auch wohl: ,schluchzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hutelos''' ● ,ohne Beaufsichtigung, in ungeziemender Freiheit sich befindend‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''hurelos'' ,ohne Aufsicht‘, Kinder oder Vieh, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huttern''' ● ,einhüllen und wärmen‘ (Vil. 1868). ● ''Das Huhn huttert die Küchlein unter den Flügeln''; ''sich ins Bett huttern, einhuttern'' (Vil.) ● Siehe ''einhuttern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huttich, Huttch''' m. ● ''Hottich'', ''Hutch'' ,ein armseliger, lumpiger, bettelhafter Mensch‘, Schimpfwort, vorzugsweise Niederhessen (Vil. 1868); ''Huddich'' ,vorlautes, anspruchsvoll auftretendes Kind‘, Kassel (Gr. 1894), ,Schlitzohr, Taugenichts‘, Kassel 20. Jh.; ''Hodch'' ,Taugenichts‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hutzel''' f. ● ''Hotzel'', auch ''Hutzel'' ,getrocknete Birne‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Hutzel'' ,getrocknete Zwetsche‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hotzel'' ,getrocknete Birne‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hutzelig''' ● ''hutzelich'' ,verschrumpelt, runzelig‘, Kassel 20. Jh.; ''hotzelech'' ,eingetrocknet, zusammengeschrumpft, runzelig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hutzelmännchen''' ● ,altes, dürres Männchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hutzeln''' ● ''hotzeln'' ,zusammenschrumpfen, eintrocknen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch E – H'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_T_%E2%80%93_V</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V</title>
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				<updated>2015-01-22T05:08:36Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Siehe unter '''D'''. – Im ausgehenden Mittelalter ist im Wortanlaut ''t'' zu ''d'' geworden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
'''U.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''übelnehmisch''' ● ''ewwelnähmsch'' ,leicht etwas übelnehmend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''über''' ● ''iwwer'', ''ewwer''. ● ''iwwer un diwwer'' ,über und über‘, Kassel 19. Jh.; ''ewwer un dewwer'' ,über und über, überall‘, Oberellenbach (Hm.  1926). ● Niederhess. ''un'' geht natürlich zurück auf älteres ''und''. Das auslautende ''d'' hat sich in der Redewendung ''iwwer un d-iwwer'' durch bindende Aussprache erhalten und ist an das Folgewort angewachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''überecks''' ● ''ewwerex(t)'' ,von ungefährt, unerwartet‘, Kassel (Gr. 1894); ''ewwereggs'' ,quer, verdreht, schief‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''übereinzig''' ● ''überenzig'' ,übrig‘, üblich durch ganz Althessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''überhelfen''' ● ''éwwerhalfen'' ,zu jemandes Untergang, Tod beitragen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''überkäppisch''' ● ,schielend (nach oben gerichtete Augen)‘, allgemein üblich; ,verrückt, nicht recht bei Verstande, närrisch‘, so hin und wieder gebräuchlich (Vil. 1868); ''ewwerkäppsch'' ,schielend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''überläng''' ● Adj. und Adv. ,überflüssig, übrig‘, in ganz Hessen nicht nur die vorherrschende, sondern in den meisten Gegenden die allein übliche Bezeichnung; ''überflüssig'' und ''übrig'' sind nirgendwo in Gebrauch (Vil. 1868); ''ewwerlänk'' ,übrig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Überläufe''' Pl. ● ''Ewwerleefe'' ,Reste einer Mahlzeit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Übermann''' ● ''Ewwermann'' ,Obermann, d.h. Oberkörper‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Übermaul''' ● ''Ewwermüll'' ,Obermaul, d.h. Oberlippe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''überruspelt''' ● ''ewwerrusbeld'' ,leicht überfroren, mit ganz dünnem Eis überzogen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''überschießen''' ● ''éwwerschießen'' ,in Verwesung übergehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''überschwacken''' ● ''iwwerschwaggen'' ,überschwappen; zum Überschwappen bringen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''überstrippen''' ● ''iwwerstribben'' ,überstreifen‘ (etwa die Handschuhe, Bekleidungsstücke), Kassel 20. Jh.; ''ewwerstribben'' ,nachlässig über etwas streifen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''überstülpen''' ● ,überstürzen, zernichten‘, beliebter Ausdruck (Pfs. 1886). ● In der althessischen Militärsprache öfter die Wendung ''den Feind mit Schurri überstülpen'' ,den Feind unter Hurra mit dem Bajonett werfen‘. ''Druf, unn alles üwwergestülpet!'' war die Losung der Hessen in der Schlacht bei Francavilla auf Sizilien 1719, als sie die spanischen Reihen Glied für Glied durchbrachen. (Pfs.) ● Siehe ''schurri''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''überteufeln''' ● ''ewwerdaiweln'' ,übervorteilen, überlistn, überholen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Überwind''' ● ''Ewwerwänt''; wenn jemand im Tale steht, so hat er „Überwind“, d.h. der Wind weht über ihn hinweg, erreicht ihn nicht, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''überwindlich''' ● ''ewwerwindlech'' ,oberflächlich, unsorgfältig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''überzwerch''' Adv. ● ''ewwerzwerch'' ,quer, in die Quere, verkehrt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ulbeer''' m. ● ''Ühlbeer'' ,„Eulbeer“, halbverschnittener Eber‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Unart''' m. ● ,ungezogenes Kind‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Balhorn (Sl. 1901), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Unband''' m. ● ,unbändiges, ungezogenes Kind‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Unbaten''' m. ● ''Unbaden'' ,Unglück, Unfug (eigentlich: unnütze Dinge)‘, auch gelindes Scheltwort für wilde Kinder (Vil. 1868); ''Unbaden'' ,Unfug, Lärm, Ausartung‘, Kassel (Gr. 1894); ''Umboren'' ,Unheil, Unfug, Unordnung‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''unbate'' f. ,Ungewinn, Hilflosigkeit, Schaden‘; mnd. ''unbate'' ,Nachteil, Schaden‘. ● Siehe ''Bate''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''unbeschlabbert''' ● in der Redensart ''unbeschlawwert un unberufen'' ,unbesprochen, nicht beredet‘, damit eine Sache eintrete und nicht durch Verreden gar das Gegenteil eintrete, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''unblimpsch''' ● ,ungefüge, schwerfällig, klotzig, ungehobelt‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Unflat''' m. ● 1. „wie gemeinhochdeutsch“ [gemeint ist etwa ,widerlicher Dreck‘], 2. ,unkeuscher, ungezogener, widerwärtiger Mensch‘, Scheltwort, auch halb scherzhaft gebraucht (Vil. 1868); ''Unflat'' ,jem. ohne Benehmen‘, Kassel 20. Jh.; ''Unflot'' (''o'' offen) ,widerwärtiger Schmutz; widerwärtiger, ungeschliffener, unersättlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''unvlât'' m., n., (md. auch f.) ,Schmutz, Unsauberkeit‘; mnd. ''unvlât'' m., f. ,Unreingkeit, Schmutz; gemeiner, roher Mensch‘. – Mhd. ''â'' hätte spätmittelalterl. zu offenem ''o'' führen müssen, wäre in  Kassel und Umgebung als solches erhalten, hätte sich im übrigen Niederhessischen zu geschlossenem ''o'' weiterentwickeln müssen. Das Wort ist also – wegen seiner lautl. Gestalt – als nachmittelalterl. Übernahme aus dem Hdt. anzusehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''unflätisch''' ● ''unfläd’sch'' ,unflätig‘, Kassel (Gr. 1894); ''unflidsch'' ,unflätig, ungeschliffen, unersättlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Das Wort hat im Mhd. und Mnd. keine Parallele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ungel''' ● „fem., jetzt neutr.“ ,Talg‘, Niederhessen, hauptsächlich in der Umgegend von Kassel, besonders in dem Kompositum ''Ungellicht'' ,Talglicht‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ungetierze''' s. ● ''Ungedierze'' ,Untier, Ungetüm‘, vor allem Schimpfwort: ,körperlich häßliche oder moralisch fragwürdige Person‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ungezog''' ● ''Ungezoch'' (''o'' kurz) ,schlecht erzogener Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ungezwang''' ● ,schlecht erzogener Mensch‘, stärker als ''Ungezoch'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Unleid''' m. ● ,jem., der unleidig ist‘ (verhaltene Kritik ausdrückend, oft schäkernd), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Unmaßen''' Pl. ● ''Ummoßen'' (''o'' geschlossen) ,Beschwerden, Mühe‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Mach dä ogger keenge Ummoßen'' ,Mach dir nur keine Umstände‘ (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''unmâze'' f. ,Maßlosigeit, Unermeßlichkeit, Unziemlichkeit‘. Hm. sieht in dem Wort – was lautlich aber nicht paßt – das bei Vil. (1868) genannte ''Unmuße''. Möglich, daß es hier zu semantischer Beeinflussung gekommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Unmuß''' m. ● ,Durcheinander‘, Kassel 20. Jh. ● ''Mach doch nit so ’n Unmus.'' ,Richt doch nicht so ein Durcheinander an.‘, Kassel 20. Jh. ● Ist zu ''Unmuße'' zu stellen (siehe im folgenden), abgeleitet allerdings eher von der mhd. Variante ''unmuoz'' (für die auch mask. Geschlecht vermutet wird). Zu ''Unmuß'' gehört das geschäftige Anrichten des Durcheinanders, nicht allein das Ergebnis. Möglicherweise semantische Beeinflussung durch ''Mus'' (''Must'') ,Brei‘ (als Durcheinandergerührtes).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Unmuße''' f. ● ''Unmuße'', meist ''Unmust'' gesprochen, ,dringende, lästige Beschäftigung; Beschwerde, Beschwerlichkeit, Verdrießlichkeit‘, allgemein üblich (Vil. 1868). ● Vgl. mhd. ''unmuoze'' f., ''unmuoz'' (viell. auch m. und n.) ,Unruhe, Mangel an Zeit‘, auch ,freundliche Geschäftigkeit‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Untätchen''' ● ''Undähdchen'' ,kleine Beschädigung‘, Kassel (Gr. 1894); ,kleine Beschädigung, kleiner Fehler, Makel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Äs es noch kein Undähdchen drahne.'' ,Es ist noch nicht die geringste Beschädigung daran wahrzunehmen.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''unter''' ● ''unner'', ''unger'', ''ünger'', ''enger''. ● Siehe auch ''bunter''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Untergekochtes''' ● ''Unnergekochdes'' ,Eintopf‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Untermann''' ● ''Engermann'' ,Unterkörper‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Untermaul''' ● ''Engermüll'' ,Unterlippe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Untern''' n. ● ''Undern'', gesprochen ''Unnern'', ,Nachmittag‘, Gegend der unteren Schwalm und Eder bis über Gudensberg hinaus (Metze, Ermetheis), bis an die Grenze der ndt. Bezirke, nördl. Teil der Grafschaft Ziegenhain und Oberhessen, im übrigen Hessen völlig unbekannt (Vil. 1868). ● Vgl. mhd. ''undern'', ''untern'' m. ,Mittag‘, auch ,Mittagessen, Vesperbrot‘; mnd. ''undern'' ,Mittag‘; abgeleitet von ''unter'' im Sinne von ,zwischen‘, ''Untern'' also eigentlich ,Zwischenzeit‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Untucht''' f. ● ''Undocht'' ,Untugend, Ungezogenheit‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mnd. ''ducht'' f. ,Tüchgtigkeit, Tugend; Furcht, Ehrfurcht’, mnd. ''unduchtich'' ,nichts taugend, schlecht‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''unverkoren''' ● ,kränkend, beleidigend‘, meist mit ''Wort'' verbunden, mitunter auch: ,ohne Rückhalt, gerade heraus; derb‘, sehr üblich (Vil. 1868); ,verletzend (in der Rede, Wortwahl)‘, Kassel (Gr. 1894); ,dreist, unverfroren, gradaus, unverschämt‘, Balhorn (Sl. 1901); ,verkehrt, beleidigend, verletzend (Rede, Wortwahl)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Unzucht''' f. ● ,unordentliche Wirtschaft‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Upch''' m. ● ''Übch'' ,kleines, armseliges Geschöpf‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Ulpch'' ,Dummkopf, Tölpel‘, vorwiegend Oberhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''uräß''' ● (''ä'' lang) ,des Essens überdrüssig‘, Kassel bis in die 1820er Jahre, danach ausgestorben, erhalten hingegen das zugehörige Verb ''veruräßen'', s. d. (Vil. 1868). ● Zu Vil.s Zeiten kam das Wort noch im Oberhess. vor: ''ures'' ,des Essens überdrüssig, überdrüssig überhaupt‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ütsche''' ● Siehe ''Itsche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''V.'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verahräßen''' ● ''verohräsen'' ,verderben, vergeuden; von Speise und Futter die Reste unbenutzt verderben lassen‘,  Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''ahräßig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verbabbeln''' ● ''sech verbabbeln'' ,sich irren beim Sprechen, versehentlich etwas verraten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,gegen seinen Willen etwas ausplaudern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verbaden''' ● ''sich verbaden'' statt (sonst üblichem) ''baden'', hier und da, z.B. an der Schwalm (Pfs.1, 1889)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verbaseln''' ● ,irre werden, sich verkehrt anstellen‘; ''verbaselt sein'' (üblicher als ''verbaseln'') ,seine volle Besinnung nicht haben, zerstreut und verkehrt sein‘, in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868); ''verbaselt'' ,verwirrt, wie in schlaftrunkenem Zustand‘, Kassel (Gr. 1894); ''verboselt'' ,aufgeregt, zerstreut, in Verwirrung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verbaselung''' ● ''Verbaselunge''  ,Verwirrtheit‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verblaxen''' ● ,viel, auch vergeblich Pulver beim Schießen vergeuden‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verblecksen''' ● ''verblexen'' ,verdutzt machen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. mhd. ''bleczen'' ,blitzen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verbleckst''' ● ''verbleckst'' ,betroffen‘ (Pfs. 1886); ''verblext'' ,verwirrt, betreten‘, Kassel (Gr. 1894); ''verbläggst'' ,perplex, im höchsten Grade erstaunt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Verbleckst'' entspricht etwa der Redensart ''wie vom Donner gerührt''. „Im Munde Halbgebildeter“ auch ''perbleckst'' in Anlehnung an ''perplex''. (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verblutzen''' ● ''verblotzen'' ,verhauen, veprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verbrasseln''' ● ,eine Sache nicht schon schonen‘(?), Kassel (Gr. 1894); ,eine Sache ruinieren, vergeigen, verspielen‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Brassel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verbuffen''' ● ,verpuffen (Pulver ohne Ziel, Ziel verfehlend); verpfuschen (Kleider u. dgl.)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verbumfeien''' ● ''verfumfeien'', Niederhessen, ''verpumpfeien'', Diemelgegend, ,eine Sache durch ungeschickte Behandlung gänzlich verderben‘ (Vil. 1868); ''verbumfeien'', Kassel (Pfs. 1886), ''verbumfeien'' ,verpfuschen‘ (= ''verbuffen''), Kassel (Gr. 1894), ''verbumfiedeln'', Kassel 20. Jh. ● ''verbumfiedeln'', spielerische Weiterbildung, offenbar unter Einfluß von gleicbedeutendem ,(eine Sache) vergeigen‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verbumm mich!''' ● ,Gott verdamm‘ mich!‘, euphemistische Abschwächung, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verdämern''' ● ,verdämmern‘, gemeint: ,eine Sache verdusseln, versäumen, vernachlässigen, einbüßen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verdanzig!''' ● Entstellung aus ''verdamm mich!'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verdehlach!''' ● ,Verdammt!‘, Beteuerung, Fluch, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verdemmeln''' ● ''verdämmeln'', auch: ''verdammeln'' ,zertreten, zertrampeln‘, Kassel (Gr. 1894); ''verdämmeln'' ,durch Demmeln, hartes Auftreten, Aufstampfen beschädigen oder verderben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verdeppelt''' ● ''verdebbelt'' ,verdammt, verflucht, verteufelt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Gebraucht 1) als Ausruf: ''verdebbelt (noch moh)!'', 2) adjektivisch, z.B: ''en ganz verdebbelter Kerle''. Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''verdäbbelt!'' Entstellung aus ''verteufelt!'' Auch: ''verdäbbelt no’ moh!'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verdohwerie!''' ● ,Verdammt!‘, Fluch, Beteurung,  Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verdubbeln''' ● ,verheimlichen, totschweigen, vor Veröffentlichung bewahren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verflämmt''' ● ''verflemmd'' ,verflucht‘, Kassel (Gr. 1894); ''verflähmt'' ,verflixt, nichtsnutzig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verflutchen''' ● ''verflodchen'' ,verprügeln, verhauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vergakeln''' ● ''vergageln'' ,verschwenden, vergeuden‘, Kassel 19., 20. Jh., &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vergampeln''' ● ''sech vergambeln'' ,sich versprechen; Fehler machen, irren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Vergang''' m. ● ''Vergank'' ,das Vergehen‘, Kassel 19. Jh. (Jonas); ''Vergaank'' ,Abnehmen, Einbuße an Wert‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es es gar kein Vergank ahn emme.'' ,Er ist unverwüstlich.‘ (Jonas)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vergehen''' ● Part. Perf. von ''vergehen'' ,vergangen, zurückliegend, letzt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''(Am) vergehenen Owend'' ,(am) vergangenen Abend, gestern abend‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Vergeß''' m. ● ,Vergessenheit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vergessen''' ● ,vergeßlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vergunnen''' ● ''vergonnen'' (''o'' geschlossen) ,mißgönnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''vergunnen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vergrellen''' ● ,verstauchen, lähmen (ein Glied)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''grellen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verhalsstärrigen''' ● ''verhalstärrejen'' [sic] ,halsstarrig, wiederspenstig machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verhurzelt''' ● ,eingeschrumpft und hutzelig‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vermutl. Mischform von ''verhutzelt'' und ''verknurzt''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verhutzeln''' ● ''verhotzeln'', ''verhutzeln'' ,einschrumpfen‘ (Vil. 1868); ,einschrumpfen, vertrocknen‘, Kassel 20. Jh.; ''verhotzeln'' ,zusammenschrumpfen, vertrocknen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verjahren''' ● ''verjohren'' ,verjährt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verjuckeln''' ● ''verjuggeln'' ,vergeuden, verschenden‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verjuxen''' ● ,vergeuden, verschwenden, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verkippen''' ● ''verkibben'' ,verrenken, verstauchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verklatschen''' ● ''verglödschen'' ,anschwärzen, Böses (über jem.) berichten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verklätschen''' ● ,verklatschen, denunzieren‘, Kassel 19. Jh. (Herzog).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verknacken''' ● ''Ech kann en net vergnaggen.'' ,Ich kann ihn nicht ausstehen, leiden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verknallen''' ● ''vergnallen'' trans. ,Beichlaf ausüben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verknozen''' ● ''Ech kann en net vergnotzen.'' ,Ich kann ihn nicht verknusen, habe große Abnegung gegen ihn‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verknurzt''' ● ,mißgestaltig und klein (Person, Sache, Apfel)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verknutteln''' ● ''verknuddeln'' ,(knotenartig) zusammendrücken‘, auch: ,(Stoff, Garderobe) knittrig machen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verknutscheln''' ● wie ''verknutteln'', nur stärker, Kassel 20. Jh.; ''vergnüdscheln'' ,durch derbes Drücken unbrauchbar machen, zerknittern, zerknüllen (namentlich ein Kleidungsstück)‘; Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verknutschen''' ● bedeutungsgleich mit ''verknutscheln'', Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verkohlen''' ● ,jem. anlügen, durch Flunkerei zum Hänschen halten‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verkröpeln''' ● ''vergrebeln'' ,verkrüppeln, verkrümmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verkröpelt''' ● ''verkrebelt'' ,missgestaltig, verkrüppelt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verkrumpeln''' ● ''verkrumbeln'' ,verknittern‘, Kassel 20. Jh.; ''vergrömbeln'' ,durch Krumpeln unbrauchbar machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verkullen''' ● ''verkollen'' ,vor Kälte erstarrt‘, auf Menschen bezogen, in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868); ''verkullen'' ,erkältet‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verkutzeln''' ● ''sich verkutzeln'' ,einen verwirrten Knoten bilden (Haar, Fäden)‘, übertragen: ,beim Reden den Faden verlieren, sich im Gedankengang verwirren‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''verkotzeln'' ,durcheinanderbringen (namentlich Garn, Zwirnsfäden u. dgl.)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verlaatschen''' ● ''Schuhe verlaatschen'' ,Schuhe durch nachlässiges Gehen (''Laatschen'') breit treten und dadurch unbrauchbar machen‘ (Vil. 1864); dasselbe, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vermeiern''' ● ''vermaiern'' ,verpachten, vermieten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vermögens''' ● ''vermegens'' ,möglich, fähig‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''Es war eme net vermegens.'' ,Es war ihm nicht möglich.‘ ''He war nit vermegens.'' ,Er war nicht imstande.‘ (Sl.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vermümpeln''' ● ''vermimbeln'' ,vertuschen, verheimlichen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Die Redewendung ''vermumpeln'' (''vermümpeln'', ''vermimpeln'') ''und'' ''vermampeln'' ,eine Sache bemänteln, so darstellen, daß die, wahrscheinlich zum Nachteil gereichende, Wahrheit nicht entdeckt werden kann‘ (Vil. 1868), scheint in Niederhessen nicht belegt zu sein; nach Pfs. (1886) belegt in der Marburger Gegend und im Odenwald.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vermummeln''' ● ''vermommeln'' ,vermummen, einhüllen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''einmummeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vermurzeln''' ● ,verstümmeln, verunstalten; zerschnitzeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vermutzen''' ● ,verstümmeln, zuviel von einem Gegenstand abschneiden‘, Kassel (Gr. 1894); ''vermotzen'' ,durch Schneiden unbrauchbar machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vernattert''' ● ,erpicht, versessen auf etwas‘ (Pfs. 1886); ''vernaddert uff'' ,versessen auf, sehr angetan von‘, ''vernaddert in'' ,sehr verliebt in‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vernußbäumen''' ● ,seltsam, altmodisch, der Mode zuwider, geschmacklos und albern ankleiden‘, meist reflexiv gebraucht (Vil. 1868); ''sich vernußbaimen'' ,sich gegen die Rauheit des Wetters in warme Kleidung einmummen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verohräßen''' ● Siehe ''verahräßen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verozen''' ● ,durch Ozen unbrauchbar machen, verderben‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Ozen'', ''verurzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verpflöcken''' ● ''verplecken'' ,einen Riegel, einen Pflock vorschieben‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verplätscheln''' ● ,verzärteln, verweichlichen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verplempern''' ● ''verplempern'' ,eine flüssige Speise vorbeilaufen zu lassen; Geld vegeuden‘, Oberhessen, „ähnlich in Niederhessen“, ''sich verplempern'' ,ein Verlöbnis ohne gediegene Grundlage eingehen‘ (Pfs. 1886); ''verblembern'' ,ein Getränk zu sehr verdünnen‘, ''sich verblembern'' ,sich verlieben (zuweilen mit nachteiligen Folgen)‘, Kassel (Gr. 1894), ''verplembern'' ,vertun, vergeuden (Geld, Zeit)‘, Kassel 20. Jh.; ''verblämbern'' ,verschütten (Wasser); vertrödeln, nutzlos verbringen (Zeit)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verpudeln''' ● ''verpyreln'' oder ''verpureln'' [sic] ,verderben, verkehrt ausführen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verputcht''' ● ''verpodcht'' ,verwöhnt, verzärtelt, verkümmert‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verputzen''' ● ''verbutzen'' ,wegtrinken (Schnaps)‘, Kassel 19. Jh. (Herzog); ''verbutzen'' ,verbrauchen, vergeuden (Geld, Vermögen), Kassel (Gr. 1894); ,etwas (schnell) aufessen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verquankeln''' ● trans. ,etwas durch Handeln (Preisdrücken) an den Mann bringen, unredlich tauschen‘, Kassel (Gr. 1894), ,mit etwas ein (unredliches) Geschäft machen, etwas billig an den Mann bringen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verquanzen''' ● ''verquaanzen'' ,verhandeln, verschachern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verquasen''' ● ''verquosen'' (''o'' offen) ,verschwenden‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verquaser''' ● ''Verquoser'' ,Verschwender‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verquästen''' ● ,verschwenden‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verrangeln''' ● ,(ein Bett, Sofa) durch Herumwälzen in Unordnung bringen, abnutzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verrungenieren''' ● ,ruinieren‘, stärker als ''rungenieren'', Kassel (Gr. 1894); ''verrongenieren'' ,zugrunde richten, verderben, zerstören‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verruscheln''' ● ''verrüscheln'' ,durch große Oberflächlicchkeit oder leichtsinniges Verhalten verschwinden machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verrustern''' ● ''verrosdern'' (''o'' geschlossen) ,verrosten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verschadeln''' ● ''verschareln'' ,entstellen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verschammerieren''' ● ''schamerieren'', ''verschamerieren'' ,einer Sache Unehre machen, sie herabsetzen, verderben‘ (Pfs. 1886); ''verschammerieren'' ,übel zurichten, arg verletzen, entstellen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Pfs. nimmt trotz den Bedeutungsunterschieds Herkunft von französ. ''charmer'' an und Anlehnung an ''Scham''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verschammerieren''' ● ''sich verschamerieren'' ,sich verlieben‘ (Pfs. 1886); ''sich verschammerieren'' ,sich verlieben‘, Kassel (Gr. 1894). ● Von französ. charmer (Pfs.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verschlaudern''' ● ''verschludern'' ,etwas verschleudern, durchbringen (z.B. Geld, Erbe), Kassel (Gr. 1894), ,etwas durchbringen, nachlässig abhanden kommen lassen‘, Kassel 20. Jh.; ''verschlüren'' ,verschleudern, vergeuden, verschwenden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verschlumpen''' ● ,durch Nachlässigkeit zugrunde gehen lassen‘ (Vil. 1868); ,durch Liederlichkeit abhanden kommen lassen‘, etwa schärfer als ''verschlampen'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verschlumpern''' ● ''verschlombern'' ,durch große Nachlässigkeit, infolge Liederlichkeit verlieren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verschmahsam''' ● ''verschmohsam'' ,empfindlich, durch Kränkung gereizt, so daß man nunmehr von dem zur Begütigung Dargebotenen nichts annehmen mag‘ (Vil. 1868); ''verschmohsam'' ,verschmähend‘, in Bezug auf jem., der unangemessen Dargebotenes nicht annimmt, oft entstanden aus einer schmollenden Stimmung, Kassel (Gr. 1894); ''verschmozen'' [sic] ,übertrieben empfindlich, leicht gekränkt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''versmâhen'' ,verächtlich oder geringfügig werden, erscheinen oder dünken, nicht gefallen‘; ''verschmahen'', ''verschmähen'' in diesem Sinne noch im 17. Jh. in Nordhessen belegt (Beispiel bei Vil., S. 358).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verschnuddeln''' ● ''(sinne Zitt) verschnuddeln'', ,(seine Zeit) mit einem Schwatz vertun‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verschnudeln''' ● durch Unreinlichkeit und Nachlässigkeit verkommen lassen‘ (z.B. Bekleidungsstücke), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verschnurbeln''' ● ''verschnurweln'' ,zusammenschrumpfen, verbrutzeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verschwacken''' ● ''verschwaggen'' ,eine Flüssigkeit in einem Gefäß durch ruckarige Bewegung zum Überfließen bringen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verschwiemelt''' ● ,verkatert, übernächtigt‘ (Gesichtsausdruck, die Nachwehen einer Zecherei, einer durchfeierten Nacht zeigend), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''versengern''' ● ,versengen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verspachern''' ● ,austrocknen und rissig werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''spachern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verstehstdumich''' ● ''Verstehtsemich'' [sic] s.,Verständnis‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894);  ''Verstehsdemech'' m. ,Verstand‘, scherzhaft, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä hot kein Verstehtsemich dervunne.'' ,Er hat kein Verständnis davon (dafür).‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verstickeln''' ● ''versteckeln'' ,verstecken‘, eigens hessisch, es heißt niemals ''verstecken'' (Pfs. 1886); ''verstickeln'' ,verstecken, verbergen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''versteggeln'' (''e'' geschlossen) ,verstecken, verbergen‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verstürzt''' ● ''verstürzt sein (auf etwas)'' ,falsch informiert sein, von falscher Annahme ausgehen‘, niederhess. (Pfs. 1886); ''verstärzt sin of wos'' ,irrtümlich an etwas denken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''versutzeln''' ● ''versützeln'' ,verunreinigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vertuckeln''' ● ''verduckeln'' ,verhehlen, bemänteln, nicht ruchbar werden lassen‘, halb scherzhaft, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Siehe ''tucken''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vertuckst''' ● ''verduxt'' ,gedemütigt, entmutigt, kleinlaut (gemacht)‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Tucks'', ''tucksen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Vertuer''' ● ''Verduher'' ,Verschwender‘, ''Verduhersche'' ,Verschwenderin‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vertuscheln''' ● ''verdüscheln'' ,vertuschen, verheimlichen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''veruräßen''' ● ''veruräßen'' ,Speisen, die man nicht mag, verschleudern oder verderben‘, Kassel und Umgebung (Vil. 1868); ''verohräsen'' ,verderben, vergeuden; von Speise und Futter die Reste unbenutzt verderben lassen‘, Kassel (Gr. 1894). ● „Die Kinder sind satt, sie veruräßen nur das Brod.“ (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verurzen''' ● Variante von ''verozen'', ,durch Ozen unbrauchbar machen, verderben‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vermutl. Mischbildung aus ''verozen'' und ''veruräßen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verwalken''' ● ''verwalgen'' ,durchprügeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verwamschen''' ● ,verprügeln‘, Kassel 20. Jh.; ,verhauen, durcchprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verwehnen''' ● ''verwähnen'' ,verzärteln‘ [eigentlich ,verwöhnen‘], Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''gewenen'' ,gewöhnen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verwettern''' ● ''verwäddern'' ,unter dem Einfluß des Wetters leiden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verwichsen''' ● ,verprügeln‘, Kassel 20. Jh.; ,schlagen, durchhauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verwürgen''' ● ''verwerchen'' ,erwürgen‘, hauptsächlich jedoch: ,durch schonungslose Handhabung beschädigen, verderben, kaputtmachen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''würgen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verzählchen''' ● ,kurze Unterhaltung, Plauderei‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verzählen''' ● ,erzählen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verzeisen''' ● ''verzeesen'' ,durch Zeisen (Auseinanderrupfen) verderben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verzisseln''' ● ,etwas zerstreuen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Ist vermutlich entrundetes *''verzüsseln'', Umlautform von ''verzusseln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verzusseln''' ● ,verwirren, durcheinanderbringen‘, z.B. Haar oder Stroh, was strack in Strähnen oder Halmen liegt, Kassel 19., 20. Jh (Gr. 1894). ● Siehe ''zusseln'', ''verzisseln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verzwabbeln''' ● ''verzwawweln'' ,verzweifeln, aus der Haut fahren‘, Kassel 1904 (Bennecke).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verzwatzeln''' ● bedeutungsgleich mit ''verzwunzeln'', im Fuldischen (Hünfeld) (Vil. 1868); ''verzwatzeln'', ''verzwazeln'' ,vor Ungeduld aus der Haut fahren‘, scherzhaft, niederhess. (Pfs. 1886); ''verzwatzeln'' ,vor Ärger, Unmut alle Fassung verlieren, aus der Haut fahren wollen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verzwirbeln''' ● ,vor Ungeduld außer sich kommen‘, scherzhaft: ,in Verzweiflung geraten wollen‘, allgemein üblich (Vil. 1868). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''verzwunzeln''' ● ''verzwunzeln'', ''verzwinseln'', ohne Angabe der Bedeutung bei Vil. 1868; ,aus der Haut fahren‘, Kassel 1919 (Lüttebrandt). ● Nach Vil.  bedeutungsgleich mit ''verzwibbeln''; das Wort führt er jedoch nicht auf, es dürfte dem in Kassel belegten ''verzwabbeln'' (''verzwawweln'') entsprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Vesper''' n. [!] ● ''Fäsber'' ,nachmittägliche Zwischenmahlzeit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vespern''' ● ''fäsbern'' ,die Vesper einnehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Vetter''' ● ,Vater- und Mutterbruder‘, vielleicht so genannt auch älterer entfernterer Verwandter, Balhorn (Sl. 1901); ''Fädder'' ,Oheim, Onkel‘, Anrede eines jeden älteren Mannes im Dorf, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vexieren''' ● ''fägsieren'' ,foppen, zum besten halten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vissentieren''' ● ,visitieren, durchsuchen, untersuchen; besichtigen, besuchen‘, Kassel  (Gr. 1894), ,durchsuchen‘, Kassel 20. Jh.; ''fessendieren'' ,untersuchen, durchsuchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vichelett''' ● (''i'' kurz) ,violett‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Vicheline''' ● (''i'' kurz) ,Violine‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''viel''' ● ''vele'', ''väle'', wie hd., dazu im nördl. Hessen steigernd gebraucht wie ,recht, gar‘ (Pfs.1, 1889). ● ''Äs macht väle warm. Äs is väle warm.'' (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Viole''' f. ● ''Vijohle'' ,Veilchen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Faijule'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vorteilisch''' ● ''fordeelsch'' ,stets auf seinen Vorteil bedacht, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vorrippeln''' ● ''vorribbeln'' ,vorwerfen, vorhalten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vorten''' ● ''voorden'' ,vorher, zuvor‘, Kassel (Gr. 1894); foorden ,vorhin, vor kurzer Zeit‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''alsten''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Vüllede''' f. ● ''Víllede'' ,Völle, Vollheit‘, nicht ,Fülle‘ im Sinn von ,großer Menge‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''vullklatern''' ● ''sich vullkladern'' (auch: -''kladdern'') ,sich mit Breiigem (feuchtem Dreck, Lehm, Farbe) beschmieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch T – V'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

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		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D</title>
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				<updated>2015-01-22T05:00:18Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch A – D'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
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:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''A.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abblaten''' ● Siehe ''blaten''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abgergeln''' ● ''sech obgärjeln'' ,sich mit einer schweren Arbeit abmühen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abkappen''' ● ''obkabben'' ,jem. derb zurechtweisen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abknuppen''' ● ''abknubben'' ,abzwacken, abkneifen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abknuppsen''' ● ''abknubbsen'' ,abknipsen, abschnipsen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abkribbeln''' ● ''obgrewweln'' ,etwas durch fortgesetztes Stochern von etwas anderem entfernen, lösen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Abrahämchen''' n. ● ''Awerämchen'' ,Kartoffelschälmesser, Küchenmesser‘, Kassel 1919 (Lüttebrandt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abschoren''' ● ,absehen, in der Schule vom Banknachbarn abschreiben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abstrippen''' ● ''abstribben'' ,herunterstreifen (z. B. Johannisbeeren)‘, Kassel 20. Jh.; ''obstrebben'' ,etw. nachlässig von etw. anderem herunterstreifen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abtribbeln''' ● ''obdrewweln'' ,durch dauerndes Drehen (zwischen Daumen und Zeigefinger) etw. abtrennen (z.B. Faden, Draht)‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''abdriwweln'', dasselbe, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abtun''' ● ''obdunn'' ,eine Kopfbedeckung absetzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''acheln''' ● ,essen‘, scherzhaft, besonders im östl. Hessen (Vil. 1868); ,(mit gutem Appetit) essen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Aus dem Jiddischen und der Gaunersprache (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''achtpassen''' ● ''Acht passen'' ,achtgeben, aufpassen‘, durch ganz Hessen üblich (Pfs. 1886); ''achdepassen'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Affenschwanz''' ● ,jem., der alles nachäfft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Affenstreich''' ● ''Affenstreech'' ,Dummerjungenstreich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Afterkuchen, -mehl, -wecke''' ● ,minderwertiger Kuchen bzw. Mehl, Wecke‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ah-''' Präfix ● ''oh''-. ● geht zurück auf mhd. ''â''- zur Bezeichnung des Gegensatzes, der Trennung (Lex.), nach Grimm auch Böses bezeichnend (Pfs. 1886); erscheint im Niederhess. durchweg als geschlossenes langes ''o''-, auch in Kassel, wo ''â'' gewöhnlich als offenes langes ''o'' erscheint. Damit gebildet die folgenden Wörter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ahleibig''' ● ''olibig'' ,klein, schmächtig, schwächlich‘, sehr üblich, Niederhessen (Vil. 1868); ''ohliewich'' ,schwach, elend, halb verhungert‘, Kassel (Gr. 1894), ,unwohl (im Sinne von Leibschmerzen)‘, Kassel 20. Jh.; ''ohliewech'' ,unwohl, fast ohnmächtig, kraftlos, schwächlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Mä is ganz ohliewich.'' ,Mir ist flau im Magen, mich befällt Schwäche.‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ahmacht''' ● ''Ohmacht'' ,Ohnmacht‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''âmaht'' ,Mangel an Kraft, Ohnmacht‘; vgl. auch mnd. ''amacht'' ,Ohnmacht, Schwäche‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ahmächtig''' ● ''ohmächdich'', Kassel 20. Jh.; ''ohmächdech'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''âmehtec'' ,schwach, ohnmächtig‘; vgl. auch mnd. ''amachtich'' ,ohnmächtig‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ahmaden''' ● ''Omaden'', ''Ömde'' n. ,Nachheu, Grummet‘, an der Efze und an der unteren Schwalm, Eder und Fulda üblich (Vil. 1868); ''Ohmade(n)'' f. ,Grummet‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. mhd. ''âmât'' n. ,das zweite Mähen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ahnamen''' ● ''Ohnamen'' Sing. und Plur. ,Spitzname‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. mhd. ''âname'' ,Spitzname‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ahnamen''' ● ''ohnomen'' ,jem. mit Schimpfnamen belegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''beohnamen'', dasselbe, Kassel 20. Jh. ● Bei Hm. verzeichnet unter ''annamen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ahräßig''' ● ''ohreeßech'' ,überdrüssig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Sech wos ohreeßech ässen'' ,sich etwas überdrüssig essen‘ (Hm.). ● Vgl. ''verohräsen'' ,verderben, vergeuden; von Speise und Futter die Reste unbenutzt verderben lassen‘,  Kassel (Gr. 1894). ● Zu mhd. ''ræze'' ,scharf von Geschmack, herbe, ätzend‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Albert''' ● ''ein alberner Mensch'', Balhorn (Sl. 1901); ''Olwert'' 1) Name, 2) ,jem., der sich albern benimmt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''alberig''' ● ''albern'' ,kindisch‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Alberjan''' ● ''Alwerjahn'' ,jem., der sich albern benimmt‘, Kassel 20. Jh.; ''Olwerjohn'' ,alberner Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Albrigkeit''' ● ''Olwerechkeet'' ,Albernheit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Albschuß''' m. ● ,alberner Mensch, Trottel‘, an der Eder und anderwärts, ''Albschoß'', Hersfeld, (Pfs. 1886); ''Albschoß'' ,Dummkopf‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''alchen''' ● ''sich alchen'' ,sich drücken, fortgehen‘, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Alexterchen''' ● Nur in der Redensart ''Hä äs'' (''sprengt doremm'') ''wie ’n Alägsderchen''. ,Er ist äußerst munter und fidel.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''alleweile''' ● ,jetzt, eben, im Augenblick‘, ganz Hessen (Vil. 1868), ''allewille'', Kassel (Gr. 1894), ''awülle'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Wendung ''jetzunner un allewille'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''allmächtig''' ● ,sehr groß, sehr stark‘ (neben der gemeindeutschen Bedeutung), Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''als''' Adv. ● 1) ,allezeit, beständig‘, 2) ,immerhin, weiter‘ (''als zu'', ''als fort''), 3) ,einstweilen‘, 4) ,zuweilen‘ (''als einmal'', gesprochen: ''alstemal''), 5) ,je‘ (Vil. 1868); ''als'', ''alst'', ''alsten'' ,immer‘, ''alszu'' ,immerzu‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''alsemoh'' ,immer mal wieder, bisweilen‘, ebd. 20. Jh. (Herwig); ''als'' ,fortwährend, beständig‘ (''alszu'', ''als onne'', dasselbe in verstärkter Form), ,immer‘, ,einstweilen, inzwischen (''alsemoh'')‘; ,immerhin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''als'' ist im Niederhessischen nie temporale Nebensatzkonjunktion; diese ist ''wie'', etwa: ''Wie hä kam, ...''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Amsel''' ● ''Amschel'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''an-''' ● als Vorderglied von Substantiven und Verben: (alte) Aussprache in Kassel lang (''aan''), im 20. Jh. zunehmend kurz wie die Präposition ''an''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anballern''' ● ,jem. laut und barsch anfahren‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anblinzen''' ● ''oonblenzen'' ,jem. durch Blinzeln etw.zu verstehen geben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''andätschen''' ● ''andätschen'' ,anstoßen‘, stärker als ''anditschen'', Kassel 20. Jh. ● Siehe ''dätschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anditschen''' ● ''anditschen'' ,anstoßen‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''ditschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anfitzen''' ● ''ahnfitzen'' ,denunzieren‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''fitzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''angeflammt''' ● ''angeflammt kommen'' ,heraneilen, heranstürmen‘, Kassel 20. Jh.; ''oonjeflammt kommen'', ,mit großer Geschwindigkeit herankommen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ängsterlich''' ● ,ängstlich‘, Kassel (Chr. Müller 1925/26).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anhältig''' Adv. ●  ''oonhälich'' ,andauernd‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Anke''' f. ● ,Hinterkopf, Nacken, Genick‘ (Vil. 1868); ,Nacken‘, Kassel 19., 20. Jh., (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe [[Die „Anke“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anken''' ● ,stöhnen, seufzen‘ (Vil. 1868);  Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe [[„anken“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ankohlen''' ● ,jem. anlügen, durch Flunkerei zum Hänschen halten‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anne''' Adv. ● ,fort, weg‘, niederhess., südl. bis Hersfeld (Vil. 1868); ''onne'' ,weg, fort, mit bestimmtem Ziel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''annebringen''' ● ''onnebrengen'' ,fortbringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''annefahren''' ● ''onnefohren'' ,jem. auf einem Gefährt wegbringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''annegehen''' ● ''onnegenn'' ,fortgehen, hingehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''annemachen''' ● ''onnemachen'' ,abreisen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''annespringen''' ● ''onnesprengen'' ,fortlaufen, hinlaufen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''annetragen''' ● ''onnedräjen'' ,forttragen, hintragen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anranzen''' ● ''aanranzen'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''oonranzen'', Oberellenbach (Hm. 1926) ,derb anfahren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Anschlag''' m. ● ,Freistätte beim Kriegenspielen (Fangen), die Gunst‘; wer dort anschlägt und ruft: „Anschlag für mich!“, darf ruhen und verschnaufen, Kassel und Umgebung (Pfs. 1886); so auch in Kassel Mitte 20. Jh., der Ruf bei Erreichen der Gunst war: „Anschlag!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anspenneln''' ● ''oonspänneln'' ,mit Stecknadeln befestigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● Siehe ''Spennel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anstreichen''' ● ''oonstrichen'' ,aufs Kerbholz setzen, sich merken, heimzahlen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anstrippen''' ● ''oonstribben'' ,nachlässig etwas überstreifen‘ (z.B. Schuhe, Handschuhe‘), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''antätscheln''' ● ''oondädscheln'' ,anfassen, mit der Hand berühren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''antun''' ● ''oondunn'' ,ein Kleidungsstück anlegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Anwand''' f., '''Anwender''' m. ● ,Acker, auf dessen lange Seite mehrere Äcker mit ihrer Schmalseite (Stirnseite) stoßen‘, sehr üblich (Vil. 1868). ● Beide Wörter im 19. Jh. erloschen, als die langen, schmalen Ackerbeete im Zuge der Verkoppelung (Flurbereinigung) zugunsten flächigerer Äcker beseitigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Apfellaibchen''' n. ● ''Abbellaibchen'', Pl. ''Abbellaiwerchen'', auch ''Äbbellaibchen'' ,Apfel in Teigumhüllung gebacken, Kassel 19. Jh. (Herzog; Gr. 1894 fehlerhaft); ''Appellaibchen'' ,ein bei Kindern sehr beliebtes Gebäck‘, ein ganzer Apfel wird mit Teig umhüllt und gebacken, Balhorn (Sl. 19019:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ärmelding''' ● in Hünfeld und Umgegend die beinahe ausschließliche Bezeichnung des Kamisols, welches Fremdwort dort unbekannt ist (Vil. 1868); ,blaue Jacke der Burschen‘, im Gegensatz zum Knöpfding, Schwalm (Pfs.1, 1889). ● Siehe ''Knöpfding''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Armen''' m. Sg. u. Pl. ● ''Armen'' ,Arm‘, Kassel (Gr. 1894), ''Oormen'' ,Arm‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Armetei''' f. ● ''Armedei'' ,armselige Hauswirtschaft, armseliges Gewerbe‘; so schon im 16. Jh. (Hans Sachs), früher auch anstrakt ‚Armut‘ (Vil. 1868). ''Armedei'' ,ärmliche Verhältnisse‘, Kassel (Gr. 1894), ''Oormedei'' ,armselige, elende Wirtschaft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Arschdarm''' ● ''Oorschdorm'' ,Mastdarm eines geschlachteten Stück Viehs‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Arschkippe''' f. ● ''Arschkibbe'' ,Gesäßtasche an der Hose‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Keipe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Arschkrotte''' f. ●  ''Oorschgrodde'' ,kleiner, unansehnlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''artlich''' ● ''-oordlech'', entspricht hochdt -''artig'', um Ähnlichkeit auszudrücken. ● ''Der Rähng äs schnaioordlech''. ,Der Regen ist schneeartig.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ase''' f. ● ,Balken oder Holzgestell im Rauchfang, an welches Speck und Würste zum Räuchern aufgehängt werden‘, in und bei Wetter (Vil. 1868). ● Vil. gibt nach Landau ein Liedchen wieder, das die Kinder in um Wetter zur Fastnacht singen, wenn sie mit hälzernen Spießen umherziehen und Speck und Würste oder dgl. erbetteln: ''Liebe, liebe Wasen / Steig se in de Asen, / Lang se me en Stück Speck armeslang, / Kann se’s nit geschneide, / Lang se me de ganze Seiten.'' Pfs. weist auf eine weitere Verbreitung des Wortes Ase hin, er habe das von Landau gebotene Lied in seiner Kindheit in Kassel gehört (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ast''' ● ,Ast; Buckel (als Gebrechen), Rücken‘, Kassel 20. Jh. ● ''Hä hot en Ast''. ,Er ist bucklig.‘ ''Nämm’s uffen Ast''. ,Nimm’s auf den Rücken.‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''asten''' ● ,schwer tragen, schwer arbeiten, sich abmühen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''atchen''' ● ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atel''' s. ● ''Adel'' ,Mistbrühe, Jauche‘, in ganz Hessen gebräuchlich, oft zusammengesetzt mit ''Sutte'' (Vil. 1868). Je nach Mundartbereich auch ''Arel'', ''Orel'' ausgesprochen. ● Siehe [[Das „Adel“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atelsutte''' f. ● ''Adelsutte'', ''Adelsotte'', ''Adelsette'', ''Aalsutte'' ,Mistbrühe, Jauche‘ (Vil. 1868); ''Adelsudde'' ,(Mist-)Jauche, schmutziges Wasser, schmutziges Seifenwasser‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Sutte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atzel''' f. ● ,Elster‘, vereinzelt östl. Hessen, Kassel um 1600 (Vil. 1868). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atzel''' f. ● ,zänkische Person‘ (Vil. 1868); ,griesgrämlicher, ärgerlicher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); ,leicht reizbarer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atzel''' f. ● ,(schlechte) Perücke‘, scherzhaft (Vil. 1868); ''Atzel'', ''Atzelbarricke'' ,Perücke‘, Kassel (Gr. 1894); ''Atzel'' ,Schopf, Perücke‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ●  ''Ech grick dech on der Atzel''. ,Ich pack’ dich (gleich) bei den Haaren.‘, Oberellenbach (Hm.) ● Ist offensichtlich ''Atzel'' ,Elster‘ in metaphorischer Verwendung für die im 18. Jh. getragenen kleinen enganliegenden weißen Perücken mit schwarzer Schleife im Zopf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atzel''' f. ● ,Raude, Hundekrankheit‘, östl. Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atzelbürste''' ● ''Atzelbärschde'' ,jähzorniger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''atzelig''' ● ''atzelich'' ,leicht reizbar, zänkisch‘ (Vil. 1868); dasselbe, Kassel 19., 20. Jh.(Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''atzeln''' ● ,necken‘ (Vil. 1868); „Verbum zu Atzel“, Kassel (Gr. 1894); ''sich atzeln'' ,sich streiten, mit Worten zanken‘ (Vil.), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auern''' ● ,laut jammern, wehklagen, weinerlich-klagend bitten (von kleinen Kindern)‘, in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868); ,unruhige Bewegungen machen‘, Kassel (Gr. 1894); ''zesammen auern'' ,unter vier Augen intensiv etwas besprechen (in redlicher und unredlicher Absicht)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Wendung ''ahler Auerjidde'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufbansen''' ● ''uffbansen'' ,aufhäufen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufdemmeln''' ● ''offdämmeln'' intrans. ,derb, plump auftreten‘, trans. ,durch Treten öffnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufdingen''' ● ''uffdingen'' ,als Lehrjungen in die Gilde aufnehmen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufgrutzen''' ● ''uffgrutzen'' ,(aus dem Magen) aufstoßen‘, Kassel (Gr. 1894), ''offgrotzen'' intr. ,aufstoßen‘ , Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Das sall emme noch iwwel uffgrutzen''. ,Das wird ihm noch übel bekommen.‘ Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufhenken''' ● ''uffhenken'' ,(etwas) aufhängen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufhuckeln''' ● ''uffhuggeln'' ,jem. oder sich selbst etwas aufladen, Beschwernis verursachen‘, Kassel 20. Jh.; ''offhoggeln'' ,auf den Rücken nehmen, namentlich kleine Kinder‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufhuppchen''' ● ''offhobbchen'' ,(ein Tier) veranlassen, den Fuß zu heben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufknuppern''' ● ''offgnübbern'' ,mit den Fingernägeln oder den Zähnen etwas nach einiger Mühe öffnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''uffknubbern'', dasselbe, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufkommen''' ● ''offkommen'' ,sich vom Boden erheben, von einer Krankheit genesen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufkrappeln''' ● ''sech offgrabbeln'' ,zum ersten Mal das Bett verlassen (von Genesenden)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe auch ''bekrappeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufkribbeln''' ● ''offgrewweln'' ,durch dauerndes Stochern etw. öffnen, z.B. ein Geschwür‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufkrullen''' ● ''uffkrullen'' ,die Haare aufkräuseln‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufläbbern''' ● ''uffläbbern'' ,hochpäppeln (kleines Kind ohne Mutter)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufliegen''' ● ''offlejjen'', nur in der Redensart ''Äs leit mä off''. ,Es liegt mir auf‘, d.h. ,Das tue ich nicht, ich lasse das bleiben.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufpassen''' ● ''uffbassen'' ,aufpassen‘, jem. ,auflauern’, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aufpässer''' m. ● ''Uffbässer'' ,Aufpasser, Aufseher‘, aber stets im ungüstigen Sinn, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufriffeln''' ● ''offreffeln'' ,das Maschenwerk von etw. Gestricktem lösen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''uffriffeln'', dasselbe, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Riffel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftruseln''' ● ''uffdruseln'' ,aufstöbern, nach langem Suchen etwas finden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1984). ● Siehe „truseln“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufsagen''' ● ''uffsahn'' ,kündigen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufschlubbern''' ● ''uffschlubbern'' ,aufschlabbern, geräuschvoll aufschlürfen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aufschnitter''' ● ''Offschnedder'' ,Aufschneider, Prahler‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Uffschnieder'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894) entspricht der hdt. Form ''Aufschneider''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufschnuffeln''' ● ''offschnüffeln'' ,nach großer Mühe etwas ausfindig machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufschnüffeln''' ● ''uffschniffeln'' ,etwas herausfinden‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufschuben''' ● ''offschüwen'' ,aufschieben‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Offschüwen äs färsch Beddschissen'' ,Aufschieben ist fürs Bettscheißen‘, d.h. ,unvorteilhaft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufsteigen''' ● ''offstijjen'' ,aufstehen, sich erheben, namentlich aus dem Bett; sich von einer Krankheit erholen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufstiefeln''' ● ''uffstiwweln'' ,jem. anstiften‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufstützig''' ● ,unwohl, unpäßlich‘, Niederhessen (Vil. 1868), ''offstetzich'' ,leicht erkrankt‘ (vom Vieh), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftappchen''' ● ''offdappchen'' ,derb, plump auftreten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftappen''' ● ''uffdabben'' ,fest auftreten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftribbeln''' ● ''offdrewweln'', ,durch dauerndes Drehen (zwischen Daumen und Zeigefinger) etw. in seine Teile zerlegen (z.B. einen Faden)‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''uffdriwweln'', Kassel 20. Jh., bedeutungsgleich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftrocknen''' ● ''uffdrockenen'' ,austrocknen, hinschwinden, einschrumpfen (was Säfte hat)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftrudeln''' ● ''offdrureln'' ,etw. auftreiben, mit großer Mühe auffinden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftruseln''' ● ''aufdruseln'' ,im Rinnstein (''Drusel'') etwas aufstöbern; unerwartet etwas auffinden‘, Kassel Pfs. 1886); ''uffdruseln'' ,unter schwierigen Umständen etw. finden, etw. aufstöbern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''truseln'', ''Trusel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftun''' ● ''offdunn'' ,öffnen; (eine Kopfbedeckung) aufsetzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufuzen''' ● ''uffuzen'' ,jem. etwas aufschwätzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aufwachs''' m. ● ''der jönge Offwoß'' ,die heranwachsende Jugend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufwäschen''' ● ''uffwäschen'' ,aufwaschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); hingegen ''offwöschen'' (= Entsprechung zu hochdt. ''aufwaschen''), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufwürgen''' ● ''offwärjen'' ,nach großer Anstrengung etw. öffnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aufzug''' m. ● ''Offzook'' ,Schuhlöffel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufzupfeln''' ● ''uffzubbeln'' ,aufzupfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''äugen''' ● ''sech eejen'' ,sich zeigen, umgehen (von Gespestern)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Augenstecher''' ● ''Libelle'', Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausätschen''' ● ''usähtschen'' etwa: ,jemanden lächerlich machen, dem Spott preisgeben‘, Kassel (Gr. 1894). ● Von der Interjektion ''ätsch!'' ,reingefallen, ausgetrickst!‘&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausdechseln''' ● ''ühsdässeln'' ,einem Schweinetrog, einer Mulde u. dgl. mit Hilfe der Dechsel die richtige Form geben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ausfahrt''' ● ,Frühling‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ausgeheckter''' m. ● ''en Ühsjehäggder'' ,ein durchtriebener, in allen Schlichen bewanderter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausglitschen''' ● ''usglitschen'' ,ausgleiten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''ühsglödschen'', Oberellenbach (Hm. 1926) ,ausgleiten, ausrutschen und hinfallen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausklugieren''' ● ''ühsglojieren'' ,ersinnen, erdenken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausknöcheln''' ● ''ühsgnecheln'' ,sämtliche Flüssigkeit aus einem Gegenstand entweichen lassen, austrocknen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auskraufen''' ● ''ühsgrüffen'' ,aus dem Ei auskriechen (von Vögeln)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausnäufeln''' ● ''ühsnefeln'' tr. ,etw. aus Schale herausnehmen (besonders Nüsse)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auspatschen''' ● ''ußbadschen'' (neben ''ußbaden'') ,etwas ausbaden‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auspitzen''' ● ''ühspitzen'' ,den Inhalt von etw. durch Pitzen völlig entfernen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausrücken''' ● ''ußriggen'' ,sich davonmachen‘, Kassel 20. Jh.; ''ühsreggen'' ,(ein Glied) ausrenken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausrütschen''' ● ''ußritschen'' ,ausrutschen’, Kassel (Gr. 1894), ''ühsrödschen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausschluddern''' ● ''ußschluddern'' ,mit kurzen Stößen etwas aus- oder abschütteln, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''außen''' ● ''ussen'', ''üssen'', siehe ''haußen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aussimulieren''' ● ''ühssimbelieren'' ,etw. erdenken, ersinnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausspeuzen''' ● ''ühsspidsen'' ,ausspucken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aussplissen''' ● ''ühssplissen'' intr. ,Knospen und Blätter treiben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''austappchen''' ● ''ühsdabbchen'' tr. ,unangenehme, schmutzige Arbeit verrichten., Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä muß alles ühsdabbchen''. ,Er muß alles ausbaden.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''austragen''' ● jemanden ''ühsdreejen'' ,nachteilige Äußerungen über jem. verbreiten, jem. verleumden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''austratschen''' ● ''ühsdraadschen'' ,etw. ausplaudern, an die große Glocke hängen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''austun''' ● ''ühsdunn'' ,ein Kleidungsstück ausziehen; Kartoffeln, Rüben u. dgl. ausgraben; eine Schuldforderung tilgen, im Schuldbuch streichen‘; ''sech ühsdunn'' ,sich entkleiden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausverschämt''' ● ''ühsverschämt'' ,unverschämt, besonders: unverschämte Forderungen, Ansprüche machend‘ , Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Auswart''' m. ● ''Auswart'' (''Auswärts, Auswert'') ,Frühling, Vorfrühling‘, früher ganz Hessen, jetzt nur noch im Amt Netra und im Amt Spangenberg, hier in der Form ''Ausfahrt'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auswatscheln''' ● ''ühswadscheln'' ,durch zu vieles Drehen ausweiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Auszöger''' ● ''Ühszeejer'' ,Auszüger; Bauer, der seinen Hof übergeben hat, Altenteiler‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''B.,''' siehe auch '''P.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Backsbeere''' f. ● ''Backsbeere'' ,gedörrte (gebackene) Birnen‘, auch ,getrocknete Äpfel, Zwetschen, Birnen‘, übertragen: ,kleines Gepäck, kleine Gerätschaften‘ (Vil. 1868); ''Baxbäre'' ,gebackene, gedörrte Birne, dann kleinere Menge‘, Kassel (Herzog 19. Jh.); ''Backsbere'' oder ''Hutzel'' (Pfs. 1886); ''Backsbeere'' ,Krembel, Kram, eine Partie von Waren, alten Gegenständen‘, ebd. (Gr. 1894); ''Baggebäre'', auch ''Baggsbäre'' ,wertloser Kram‘ (verächtlich), Oberellenbach (Hm 1926). ● ''Was kustet dann dann de ganze Baxbeere?'' Kassel (Gr. 1894). ● Siehe „Beere“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Backwerk''' ● ,Gebäck‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''baden''' ● ,baden‘, siehe auch ''verbaden''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''baf!''' ● ''baaf!'' Interjektion, das Geräusch eines mit großer Heftigkeit hingeworfenen Gegenstands nachahmend, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bafen''' ● ,hart zuschlagen, hart niederwerfen‘,ganz Althessen, neuerdings auch: ,Branntwein saufen‘ (Vil. 1868); ,mit großer Heftigkeit hinwerfen, die Tür zuschlagen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Wendung ''einen bafen'' (Vilm. 1868), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''änn bafen'', Oberellenbach (Hm. 1926) ,einen heben, zechen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bafian''' m. ● ''Bafejoon'' ,Grobian‘ , Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Balbier''' ● ''Ballewier'' ,Barbier, Friseur‘, Kassel (Gr. 1894). ● Scherzhaft umgeformt zu ''Ballewutz'', Kassel 20. Jh. ●  Zu der dissimilatorischen ''l''-Form von ''Balbier'' vgl. die hochdt. Redewendung ''über den Löffel balbieren''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Balbiersflügel''' ● ''Ballewierschfliechel'' ,Gitarre‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Balg''' ● ''Balch'' m. und n. ,Balg; ungezogenes Kind‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach, mask. (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Balken''' ● ''Balke'' m. ,Oberboden unterm Dach‘, in einigen Gebieten Niederhessens (Pfs. 1886); ''Balgen'' ,Balken; Boden, Speicher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''balláken''' ● ''balloogen'' ,Lärm machen, schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ballern''' ● ,dröhnen, donnern, dröhnend sprechen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ballewutz''' m. ● (Betonung auf der letzten Silbe) ,Friseur‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Balbier''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ballschlag''' m. ● Bezeichnung eines Ballspiels, Kassel (und andernorts) 19. Jh. (Pfs. 1886) ● Ein sog. ''Schenk'', dessen Amt wechselt, ''schenkt ein'', das heißt, er wirft den Ball mit möglichstem Geschick mäßig hoch, und der, der zum Schlagen an der Reihe ist, schlägt den Ball im Niederfallen mit dem ''Treiber'' aus der Luft. (Pfs.) ● Dasselbe Ballspiel, auch mit der Bezeichnung ''einschenken'', kennt Pfs. aus Darmstadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bambelhannes''' ● ,ein langsamer Mensch, der sich gern verspätet‘, Balhorn (Sl. 1901)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bambelmaul''' ● ''Bambelmull'' ,Hängelippe, Schmollmund; Person mit Schmollgesicht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''Maul''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bambeln''' ● ,schlaff herabhängen, herabhängen lassen, in schwankender Bewegung sein oder in dieselbe bringen‘ (Vil. 1868); ''bambeln'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (hier auch: ''baambeln'') ,baumeln, herabhängen, sich schaukelnd hin und her bewegen‘ (Hm. 1926). ● Früher Beleg: ''pampeln'', Frankenberg 1697 (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bändel''' m. ● ''Bengel'' ,der engere Vorsatz vorn an Hemd oder Kittel‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Bängel'' ,Garderobeband (Hemd, Kittel)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Einen am Bendel haben'' ,jem. am Narrenseil herumführen; jem. in Abhängigkeit halten, ihn mißbrauchen‘ (Sl.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bankrekel''' m. ● ''Bankrägel'' ,grober Mensch ohne Manieren‘, ursprünglich ,einer, der sich bei Tisch herumrekelt (''sich ragelt'')‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bannen''' ● ,Gewalt über jem. haben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Banschlauch''' m. ● ,Porree‘, Kassel, 20. Jh.. ●  Eigentlich ''Spanschlauch'' &amp;lt; ''Spansch Lauch'' (siehe ''Spanisch'' ''Lauch''); dissimilator. Verlust des ersten ''sch''-Lauts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Banschlauchbeutel''' ● ''Banschlauchbiedel'', Übername des Gärtners, Kassel 20. Jh. (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Banschrohrstock''' ● ,Stock aus Spanisch Rohr‘, Kassel, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Banschröhrchen''' ● ''Banschrehrchen'' ,Stöckchen aus Spanisch Rohr‘, Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Banse''' [f.] ● ,Nebenraum der Scheune‘ Kassel (Gr. 1894, S. 43).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bansen''' ● ,Heu, getrockneten Klee, Getreide in Garben, Strohgebunde auf den Scheunenboden (die Bühne) zusammendrängen‘, auch metaphorisch, etwa: ''den Ranzen vollbansen'' (Vil. 1868); ,mühsam Gegenstände aufschichten, auftürmen‘, Kassel (Gr. 1894); ,Getreide, Stroh u. dgl. aufschichten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bansen''' m. ● ,Haufe, zumal von Getreidegarben, Strohgebunden oder Holz, besonders wenn die Garben, Hozscheite usw. aufgeschichtet sind‘, vereinzelt vorkommend (Vil. 1868); ,aufgeschichteter Haufen von Garben; Menge, große Anzahl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● (Undurchsichtige) Redensart: ''Hobben un Bansen hon'' ,in Hülle und Fülle haben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bappelmaul''' ● ''Babbelmull'' ,Schwätzer, Plaudertasche‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''Maul''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bappelwasser''' ● ''Babbelwasser'' ,Schnaps‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bappeln''' ● ''babbeln'' ,ausdauernd schwatzen‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,fortgesetzt schwatzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''barbarisch''' ● ''barwarsch'' Adj. und Adv. ,stark, groß, bedeutend, mächtig‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bare''' f. ● ,Milchtopf (weit und niedrig), in welchem die Milch zum Gerinnen geschüttet wird‘, nördl. Niederhessen (Vil. 1868); ,Milchschüssel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bärenzucker''' ● ,Lakritz‘, zumal Kndern gegenüber, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bärendreck''' ● ,Lakritz‘, Kassel (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''barfuß''' ● ''barwes'' ,barfuß‘, Kassel (Gr. 1894), ''borwest'' ,barfuß (Adv.); ohne etwas dazu (Adj.)‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● ''Barwes gehn'' ,sehr arm sein, am Bettelstab gehen‘, Kassel (Gr. 1894). ''Mä ässen borwesde Gordüffeln''. ,Wir essen lediglich Kartoffeln, ohne etwas dazu.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Barfußpatsch''' m. ● ''Borwesdbadsch'' ,Kind, welches barfuß läuft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bärgel''' m. ● ''Bärgel, Börgel'' ,verschnittenes männliches Schwein‘, Hessen, besonders Niederhessen (Vil. 1868); ''Bärjel'' ,verschnittenes männliches Schwein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bartschrapper''' ● ,Barbierer‘, verächtlich (Vil. 1868); ''Bartschrabber'' ,Friseur‘, humoristisch, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''baselig''' ● ,zerstreut, ohne Überlegung‘, in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868). ● Siehe ''verbaseln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''baspeln''' ● ''basbeln'' tr. ,ein Kleidungsstück umsäumen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von hdt. ''Paspel'' ,Zierstreifen, farbiger Vorstoß an Kanten und Nähten, Biese‘ &amp;lt; franz. ''passepoil''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bate''' f. ● ''Bade'' ,Nutzen, Vorteil, Hilfe‘, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Bade'' ,Zuwendung, Hilfe‘, Kassel 19. Jh., ''Badde'' ,Summe Geld‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Redensarten: ''alle Bade hilft'' (Vil. 1868), Kassel  (Jonas, 19. Jh.), ''’ne hebsche Badde'' ,eine beträchtliche Summe Geldes‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Unbaten''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Batsch''' m. ● ,kotiges, nasses Wetter‘ (Vil. 1868); ,durch Regen oder Schnee aufgeweichter Straßendreck‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Batsche, batsche...''' ● ''Badsche-badsche-Kiechelchen'' ,Batsche, batsche, Küchelchen‘, Aufforderung an den Säugling, in die Hände zu schlagen, Kassel (Gr. 1894). ● ''Kiechelchen'' ,kleiner Kuchen‘; die Aufforderung entspricht also dem bekannten ''Backe, backe Kuchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Batschehändchen''' ● ,Hand, Hände kleiner Kinder‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''batschen''', '''bätschen''' ● ''bätschen'', wie hd. ,patschen‘, ,im Wasser mit den Händen, im Kot und schmelzenden Schnee mit den Füßen sich bewegen‘ (Vil. 1868); ''batschen'', ''betschen'', wie Vil. (Pfs. 1886); ''badschen'' ,patschen, plump einherschreiten, durch dick und dünn gehen‘, Kassel (Gr. 1894), ''batschen'' ,schwerfällig auftretend durch Feuchtes, Schlammiges gehen; mit der Hand woraufschlagen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Batschen''' ● f. Plur., ,die immer mehr ausdem Brauch komenden Hausschuhe, die aus zerschnittenen Salbenden geflochten sind‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Badschen'' Sing. ,plumper wollener Schuh‘, Kassel (Gr. 1894), Plur. ,Hände der kleinen Kinder‘, Kassel (Bennecke 1904); m. ,grober, weicher Hausschuh‘, Kassel 20. Jh. ● Dim. ''Bätscherchen'' Plur. ,Hände der kleinen Kinder‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Batschwetter''' ● ,Schlackwetter, halb Schnee, halb Regen‘ (Vil. 1868), schneeiges, regnerisches Wetter, das Batsch auf der Straße bildet‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bauchbläsig''' ● ''büchbleesich'' ,schweren Atem und Husten habend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bauerei''' ● ''Burei'' ,Bauernwirtschaft, Bauerngut‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bauersklunder''' ● ''Buhrschglunner'' ,Bauerntrampel, derbe Frauensperson ohne Manieren‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Klunder''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bauerswerk''' ● ''Buhrschwärk'' ,Bauerngut‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bausch''' m. ● ''Busch'' ,Gebund Stroh‘, Knüllgegend (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''baxen''' ● ''(sich) bagsen'' ,(sich) boxen‘, verstreutes Vorkommen, Kassel (Pfs. 1886); ''baxen'' ,boxen‘, auch: ,saufen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Nach Pfs. galt in seiner Kindheit in Kassel Boxen und Treten beim Ringkampf als unehrenhaft. Er bedauert, daß man sich statt des einheimischen Wortes des englischen ''box'' bedient.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Baxer''' ● ,einer, der viel trinkt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Baxhorn''' ● ,ein Rehhörnchen als Waffe der Schuljungen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bebern''' ● ''bäwern'' ,beben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bedappeln''' ● ,begreifen, einsehen, verstehen‘, allgemein üblich, meist im Scherz, aber nicht selten auch ernsthaft gebraucht (Vil. 1868); ''bedabbeln'' ,begreifen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bedumpfen''' Adj. ● ''bedumpe, bedompe'' ,dumpfig (Häuser, Zimmer), dumpf im Kopf, beginnende Engbrüstigkeit‘ (Vil. 1868); ''bedumben'' ,dumpf‘ , von Luft und Atmung, Kassel (Gr. 1894), ''bedömben'' ,dumpf, beklommen, schwül‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Bedömbene Loft'' ,schwüle Luft‘, ''bedömbenes Kobbwih'' ,dumpfer Kopfschmerz‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beed''' ● scheinbar nur in der Redewendung ''beed nähmen'' ,gefangen nehmen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Beere''' f. ● ''Beere'' ,Beere‘, Kassel (Gr. 1894), ''Bäre'' ,Beere‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Beere''' f. ● ''Bire'' (auch ''Bere'') ,Birne‘, in Hessen die einzig gebräuchliche Form, ''Birne'' bis vor nicht allzu langer Zeit unverstanden (Vil. 1868); ''Beere'', Kassel (Gr. 1894), ''Bodderbeeren'' ,Butterbirnen‘, Kassel (Gr. 1894), ''Baxbäre'' ,Backsbeere‘, Kassel (Herzog 19. Jh.); ''Bäre'' ,Birne‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''begacken''' ● ''sich begaggen'' ,sich bekacken, d.h. Bedenken tragen, Einwände machen‘, ironisch, wie umgangssprachl. ,sich in die Hose machen‘, Kassel (Gr. 1894), dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Begebenheit''' ● ''Begäwenheet'' ,Aufbauschung, Wichtigmachen einer Sache‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''begímmening''' Adj. ● ''begimmenink'' ,gierig, unersättlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beglissen''' ● nur in der Redensart ''Owen beglessen, öngen beschessen'' ,oben beglissen, unten beschissen‘, d.h. ,nach außen hin trägt er Reichtum zur Schau, während er in Wirklichkeit ein armer Teufel ist‘ , Oberellenbach (Hm. 1926).● Vgl. hochdt. ''gleißen'' ,strahlen, scheinen, glänzen‘; ''beglissen'' also etwa ,(vom Glück) bestrahlt‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''begrasen''' ● ''sech begrasen'' ,tüchtig zugreifen, wo etwas billig oder umsonst zu haben ist‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''begrußen''' ● jem. zu etw. ''begrußen'' ,an jem. eine Aufforderung oder Einladung richten, die für ihn eine Ehrung bedeutet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''behaltisch''' ● ''behaalsch'' ,leicht etw. im Gedächtnis behaltend‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● ''Hä hot en bahaalschen Kopp''. ,Er hat ein gutes Gedächtnis.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beheben''' Adj. ● ''beheewen'' ,von sanftem Wesen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''behen''' ● ''bähen'' ,Stöcke im heißen Backofen rösten, so daß sich die Rinde ablöst und das dann mit Öl eingeriebene Holz braun färbt‘, östl. Hessen (Vil. 1868); Aussprache: ''behe(n)'' ,Erweichen harter Geschwulste durch heiße Aufschläge‘, Umgebung von Kassel (Pfs. 1886). ● Vgl. mhd. ''bæhen'' ,durch Überschläge erwärmen‘; mhd. ''æ'' (= langes ''ä'') wurde nhd. zu langem geschlossenen ''e''; Vil. folgt mit ''bähen'' also der mhd. Schreibweise, nicht der nhd. bzw. mundartlichen Aussprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''behöhnen''' ● ''behehnen'' ,verspotten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beibeln''' ● ''beiweln'' ,fortgesetzt mit hoher piepsender Stimme unnützes Zeug reden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Beilen''' n. ● ''Billen'' ,Beil mit breiter Schneide, Werkzeug des Schreiners und Metzgers‘, Oberellenbach (Hm. 1926): sonst in Niederhess. ''Bill'' ,Beil‘ ● Vorform von ''Billen'' sicherlich  ''*bîlin'' n., von nicht belegtem mhd. ''*bîlîn'' ,Beilchen‘, zu mhd. ''bîl'' &amp;lt; ''bihel'' ,Beil‘, Ableitung durch Verkleinerungssuffix ''–în''; vgl. Bildung von ''Düppen'' (''Tüpfen'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Beißen un Mehlen''' ● ,Beete und Melden‘, ,frühester Schnittkohl‘ (Gericht), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beißig''' ● ''bissech'' ,von beißendem Geschmack‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beitun''' ● ''sich beituen'', in der niederhess. Wendung ,due dich bi‘ ,mach dich klein und bescheiden‘ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bekennt''' ● ,bekannt‘; ''Bekennte'' ,Bekannte‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bekenntlich''' ,bekannt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Nur in Redewendungen wie ''hä kemmt mä bekänntlich vähr'', sonst: ''bekaant'' , Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beklicken''' ● ''begliggen'' ,beklecksen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bekomeln''' ● ''sich bekomeln'' ,wieder in die Reihe kommen‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bekrappeln''' ● ''sich bekrabbeln'' ,sich von etwas halbwegs erholen, einigermaßen wieder auf die Beine kommen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''belfern''' ● ,mattes, unentschiedenes, halb winselndes Bellen, zumal junger Hunde‘, Niederhessen, Kasseler Gegend (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beluchsen''' ● ,jem. übel mitspielen‘; ''sech beluchsen'' ,sich selbst einen Streich spielen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beniesten''' ● ''beniesden'' ,beniesen‘, d.h. ,durch Niesen die Wahrheit einer Aussage bestätigen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''benschen''' ● intr. ,mit großer Emsigkeit kleinere Arbeiten verrichten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ber''' m. ● ,Eber‘, nördl. niederhess. Mundartgebiet, bis Homberg (Vil. 1868); ''Beer'' ,Zuchteber‘, gebrächlicher ist ''Watz'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bereis''' m. ● ''Berees'' (Betonung auf der 2. Silbe) ,Kram; Wichtigtuerei, Übertreibung‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Der ganze Berees'' ,der ganze Kram, Bettel‘. ''Hä macht äwer en Berees dervonne''. ,Er übertreibt die Sache‘. Oberellenbach (Hm. 1926).  ● Vgl. ''Bereitschaft'', ''Hofreise''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bereitschaft''' f. ● ''Bereedschaft'' ,Gerätschaft, eine Anzahl zusammengehöriger Gegenstände (meist iron.); Wichtigtuerei, Übertreibung‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bei ''Bereis'' und ''Bereit-schaft'' ist es offensichtlich zur Vermischung zweier Wörter bzw. Wortstämme gekommen (vgl. ''Hofreite'' – ''Hofreise''): 1) ''reit''- ,bereiten‘; 2) ''reis''- ,steigen usw.‘, vgl. mhd. ''rîsen'', Imperf. ''reis''/''risen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bernen''' ● ''bernen (birnen)'' ,brennen‘, die in Althessen übliche Normalform, doch vor allem vom Ofenfeuer gebraucht, sonst (z.B. bei Krankheitszuständen) ''brennen'' (Vil. 1868); ''brennen'' intrans. ,brennen‘, Niederhessen (Pfs. 1886); „ältere, jetzt fast ausgestorbene Form für ''brennen''“, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''birne'', ''barn'', ''gebornen'', diese Formen sind im Schwinden begriffen; keine Metathese (r-Umstellung) beim Transitiv; Stammformen: ''brenne'', ''brannde'', ''gebrannt'' (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bernnessel''' ,Brennessel‘. ''Wille Bernnessel'' ,wilde Bernnessel, Taubnessel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''bernen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''besaibeln''' ● ''beseiweln'' tr. ,betrügen, übers Ohr hauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beschlabbern''' ● 1) ,durch viele Worte überreden‘, 2) ,zu früh über eine Sache sprechen und diese damit gefährden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beschnatern''' ● ''beschnoodern'' ,durch Hersagen eines Zauberspruches jem. Unheil antun‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von mhd. ''snateren'' ,schnattern, schwatzen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Besse''' ● '',Ich muß‘, sprach die Braut von Besse.'' Hierzu siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Besserung''' ● ''Besseringe'' ,der bessere Teil eines Ganzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ●  ''Hä hot de Besseringe wäck''. ,Er hat die Besserung weg, er hat das Beste davon an sich genommen.‘ (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''bezzerunge'' ,Besserung, Entschädigung, Buße; Vorteil‘, niederhess. 16. Jh.: ''Besserung'' ,Gewinn, Ertrag (z.B. eines Ackers)‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betätscht''' ● ''bedätscht'' ,geistig minderbemittelt, beschränkt‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''tätschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betruddeln''' ● ''sich bedruddeln'' ,sich lächerlich machen, jemanden hofieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betrüpfelt''' ● ''bedribbelt'' ,niedergeschlagen‘, eigentlich ,betröpfelt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bett''' ● ''Bedd'', Pl. ''Bedder'', Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bettspanne''' ● ,Bett, Bettgestell‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bettwerk''' n. ● ,Bettzeug, Ober- und Unterbett‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bettzieche''' f. ● ,Bettüberzug‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Zieche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betuppchen''' ● ''bedobbchen'' ,bezahlen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betuppen''' ● ''bedubben'' ,jem. betupfen, d.h. betrügen, übervorteilen (beim Verrechnen)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Betzel''' f. ● ,Mütze‘, in ganz Althessen der gewöhnliche Ausdruck für Kopfbedeckungen von Männern und Frauen (Vil. 1868); ,weiche Mütze, Kappe‘, wenn sie sich ohne Schaden ganz klein zusammenpressen läßt, Kassel (Gr. 1894); ,Haube, Mütze‘, früher allgemeine Bezeichnung der männlichen und weiblichen Kopfbedeckung‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Strumpfbetzel'', ''Ziehbetzel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betzeln''' ● ''sich batzeln'' (''bätzeln'') ,sich streiten, zanken, bis nahe an Tätlichkeiten‘, Althessen, außer niederdt. Bereich (Vil. 1868); ''sech betzeln'' ,Wortwechsel haben‘, Kassel (Gr. 1894), ,sich streiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betzeln''' tr. ● ,mit Betzel versehen‘; am Hochzeitsmontag wurde zu Zeiten der Tracht die junge Frau ''gebetzelt'', d.h. der Kranz wurde ihr abgenommen und die ''Betzel'', das Wahrzeichen der Frau, wurde ihr aufgesetzt, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beutelig''' ● ''biddelich'' ,Beutel bildend (in Bezug auf schlecht sitzende, zu weite Kleider)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bewaberung''' ● Redewendung ''in der Bewawerunge sin'' ,in der Entstehung, im Vorhaben sein‘, Kassel (Gr. 1894); ''Bewaberung'' ,Bewegung‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''He eß alseweg in Bewaberunge.'' (Sl.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bibbelhuhn''' ● ,Huhn‘, kindersprachl., Kassel 19., 20. Jh., ''dummes Bibbelhuhn'' ,dumme Frauensperson‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bibberelse''' ● ,Frauensperson, die bald über dies, bald über jenes Übel klagt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bibberig''' ● ''bibberich'' ,verweichlicht, furchtsam‘, Kassel (Gr. 1894), schwächlich, empfindlich gegen Kälte‘, Kassel (Jonas 19. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bickel''' m. ● ,Spitzhacke‘, Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bickelfest''' ● ''bickelfest schlafen'' ,ungewöhnlich fest schlafen‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bickelhart''' ● bezeichnet gewisse Arten von Härte, z.B. hartgefrorenen Boden, durchgetrockneten Zement (Vil. 1868); ''beggelhorde'' ,ungewöhnlich hart‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''’s äs beggelhorde jefroren''. ,Es ist ungewönlich hart gefroren.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bickelstein''' ● ,behauener Quader‘, in Redensarten, bezeichnet evtl. auch den Abfall, der beim Behauen der Quader entsteht (Vil. 1868). ● ''Äs friert Biggelsteenge''. ,Es friert Bickelstein, d.h. ungewöhnlich hart.‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''bickelstein'' ,Würfel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bicken''' ● ''beggen'' ,in kleine Stücke zerhacken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Biele''' f. ● ,Ente‘, im inneren und nördlichen Hessen die gewöhnliche Bezeichnung, auch komponiert ''Bielentchen'', bisweilen ''Bieler'' ,Enterich‘, ''Biele'' auch Lockruf (Vil. 1868); ''Biele Biele!'' ,Lockruf für die Enten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bien''' m. ● ,Bienenschwarm, Bienenstock‘, Schwalm (Vil. 1868); ''Bänn'' ,Bienenschwarm‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Biene''' f. ● ''Bähne'', Kassel (Gr. 1894); ''Bänn'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bienenraße''' f. ● ''Bennroße'' ,Bienenwabe‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''râze'' ,Honigwabe‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Billen''' n. ● ,einfacher Kuchen in Hufeisenform, aus Weizenmehl und etwa mit Rosinen darin‘, in niederhess. Gegenden, z.B. bei Melsungen (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bimbelgicht''' f. ● ''Bimbelgicht'', Kassel (Gr. 1894), ''Bembeljecht'' ,Ungeduld, Verlieren der Fassung‘, scherzhaft, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Do grecht me wohl de Bembeljecht''. ,Da fährt man doch aus der Haut.‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ● Nach Gr. gleichbedeutend mit ''Gänseläuse''; siehe das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bimbeln''' ● ,läuten‘, abschätzig, Kassel (Gr. 1894); ,eintönig in hellem Ton klingen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bindseil''' ●  ,Bindfaden‘, üblich, die Bezeichnung ''Bindfaden'' ist völlig ungebräuchlich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''birnen''' ● ,wallen, sprudeln‘, Balhorn (Sl. 1901)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bispeln''' ● Siehe ''pispeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bitzeln''' ● Siehe ''pitzeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bitzen''' ● Siehe ''pitzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blaatsche''' f. ● ''Blöhdsche'' ,angestochene Zwetsche, die grün bleibt und keinen Kern enthält, aber bedeutend größer ist als die normale Zwetsche‘, Oberellenbach (Hm. 1926); Pl. ''Blöhdschen'' ,große Füße‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blacken''' m. ● ,Lappen, Flicken; Fleck, Schmutzstelle an Kleidungsstücken‘, Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blaff''' m. ● ,Augenstarre, das Gaffen‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''den Blaff krichen'' ,gaffen, Maulaffen feilhalten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blaffen''' ● ,gaffen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bläffen''' ● ''bleffen'' ,verblüffen, erschrecken‘, ganz Althessen (Vil. 1868); ''bläffen'', ''verbläffen'' ,verblüfft machen, einschüchtern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blähen''' ● ''bleewen'' ,blähen, Blähungen haben (Kuh)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''blæwen'' ,blähen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blarr''' m. ● eigentlich ,Starblindheit‘, so aber kaum noch üblich, desto gebräuchlicher in Redensarten (Vil. 1868). ● ''den Blarr kriegen'', ''den Blarr haben'' ,vor Verwunderung starr und stumm stehen‘ (Vil. (1868); ''den Blärr'' (''Blarr'') ''krichen'' ,Mund und Nase aufsperren‘, Kassel (Gr. 1894), ''den Blarr krichen'' ,vor Verwunderung oder Schrecken erstarren und Mund und Nase aufsprerren‘, Kassel 20. Jh. ''Ech honn en Blärr (sic) grecht'' ,ich war starr vor Staunen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blärr''' m. ● ,plärrendes Geschrei‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blarren''' ● ,etwas vor Verwunderung oder Schrecken mit stillstehenden Augen anstarren‘, hin und wieder gebräuchlich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blärren''' ● ''blarren'', üblicher als ''blärren'', ''blerren'' ,einen unartikulierten lauten, rauhen Ton von sich geben (von Menschen, weniger von Tieren, am meisten von jungen Kälbern); weinen (von ungezogegen Kindern)‘ (Vil. 1868); ''blärren'' ,plärren, schreien, kreischen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''blärren'' ,blöken; blökend schreien, schreien (von kleinen Kindern), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blärrwanst''' m. ● ,Kind, das viel schreit‘,  20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blasenkopf''' ● ,Hohlkopf; einer der großtut und sich brüstet‘ (Vil. 1868); ''Blosenkopp'' ,Dummkopf‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blasrohr''' ● ''Blosrohr'' ,Dummkopf , Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blästern, bläsern''' ● ''sech bleesdern'', auch: ''sech bleesern'' ,Blasen werfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blaten''' ● ,die Außenblätter der heranwachsenden Kohlpflanzen zur Viehfütterung ablesen‘ (Vil 1868); ''abblaaden'' ,abblättern‘, Kassel (Gr. 1894); ''blooren'' ,die Blätter der Runkelrüben als Viehfutter abpflücken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blatsch, Blatz''' m. ● ''Blatz'' ,Knall, besonders Peitschenknall‘ (Vil. 1868); ''Blatsch'' ,platschendes, klatschendes Geräusch‘, Kassel 20. Jh. ● Vgl. die Wechselformen ''Blutz'', ''Blutsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blätsch''' m. ● ''Bletsch'' ,leichtes Schlagen, zumal der Kinder‘, Niederhessen (Pfs. 1886);  ''Blätsch'' ,Ohrfeige, Schlag‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blätschbreit''' ● ''blädschbreet'' ,breit, wie mit einem schweren Gegenstand zusammengeschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blätschen''' ●  ''pletschen'', ''plätschen'' ,Geräusch von niederfallendem Regen bezeichnend oder von Wasser, in dem hantiert wird; breitdrücken‘ (Vil. 1868); ''bletschen'' ,einen leichten Schlag geben, besonders den Kindern‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''blädschen'' tr. ,klatschend schlagen, breitschlagen‘, auch ,ohrfeigen‘, intr. ,klatschend aufschlagen‘ (auch Regen auf die Erde), Kassel 20. Jh.; ''blädschen'' ,mit klatschendem Gräusch niederfallen (z.B. Regen); klatschend schlagen, breitschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blatt''' ● ''Bladd'', Pl. ''Bläder'', Kassel 19. Jh. (Jonas); ''Blood'', Pl. ''Bleeder'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blau''' ● ''blau'', Kassel; ''bloh'', Oberellenbach. ● ''De Finger blau machen'' ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894). ''Nu kannsde bloh jepiffen''. ,Nun kannst du blau pfeifen.‘ Redensart, mit der man ausdrückt, daß ein Wunsch oder eine Absicht nicht zu verwirklichen ist. Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Blümchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blaue''' f. ● ''Bluche'' ,Keile, Hiebe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blauel, Bleuel''' m. ● ,Schlagbrett‘; Vil. unterscheidet ''Flachsblauel'' zur Flachsbearbeitung nach dem Brechen, ''Garn''- und ''Waschblauel'' (Vil. 1868); ''Blöiwel'' ,Werkzeug zum Schlagen des Flachses‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blauen, bleuen''' ● ,schlagen‘; nur in Bezug auf Flachs-, Garn- und Wäscheschlagen mittels eines ''Blauels'' (Vil. 1868); ''blöiwen'' ,Flachs schlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''bluchen'' (u kurz) ,schlagen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blaulappen''' ● Redenwendung: ''Äs blaulabbet sech'' ,die Wolken teilen sich, der blaue Himmel kommt stellenweise zum Vorschein‘, Kassel (Gr. 1894); ''der Himmel blohlabbt sech'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blaxbüchse''' ● Kinderspielzeug: aus Lehm geknetete Büchse mit Steinstöpsel zum An-die-Wand-werfen; Holzzylinder mit Korkverschluß, auch gefüllter Schlüssel; Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blaxe''' f. ● Kinderspielzeug: ausgehöhltes Holunderstück, aus der Wergstopfen durch Druck verschossen werden; Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blaxen''' ● ''blecksen'' ,schießen, Kasseler Gegend‘ (Pfs.1, 1889); ''blaxen'' ,knallen, mit der Blaxbüchse (Schlüsselbüchse) oder einem Kleingewehr schießen‘, Kassel (Gr. 1894); ''blaxen'' ,mit der Blaxe spielen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blecken''' ● ,hohnlächeln, boshaft lachen‘, Schwalm (Vil. 1868). ● Nur in der Wendung ''de Zönge rüßbleggen'' ,die Zunge herausstrecken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bleifeder''' ● ''Bleifedder'' ,Bleistift‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bleischen''' ● ,zerstreuen‘, z.B. Stroh oder gemähtes Gras, damit es dürre wird, Niederhessen, allg. üblich (Vil. 1868); ''bleeschen'' ,Getreidehalme, Stroh und dgl. infolge nachlässiger Behandlung umherstreuen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''verbleischen'' ‚etwas so zerstreuen, daß es sich nicht wieder zusammenbringen läßt‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bleß''' m., '''Bleßkopf''' ● ''Bläß'', ''Bläßkopp'' ,Kuh mit weißem Flecken auf der Stirn; Dummkopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bletzen''' ● ,flüchtiges, anderen unangenehmes Hin-und-her-Rennen im Hause, von Zimmer zu Zimmer‘, Kasseler Gegend (Pfs. 1886); ,häufig die Tür auf- und zumachen, sie zuschlagen‘, Kassel (Gr. 1894); ''pletzen'' ,die Tür oder auch das Fenster öfters und heftig in andern belästigender Weise zuschlagen‘, Balhorn (Sl. 10901). ● Vielleicht Wechselform zu ''blätschen''. Sl. vermutet darin ein entrundetes ''plötzen'', Faktitiv zu dem anderwärts vorkommenden ''plotzen'' ,hart aufschlagen‘, weist hin auf ''Plotz'', ''Blutz''. Pfs. erwägt ''bletzen'', altes Trabsitiv zu ''blitzen'', oder Zusammenhang mit ''platzen'', ''blatzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blind''' ● ''blenk'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Besser schaal wie blenk'' ,besser scheel als blind‘, d.h., ,besser weniger als gar nichts‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blindschleife''' f. ● ''Blindschleife'', ,Blindschleiche‘, übertragen: ,Bratwurst‘, Kassel (Gr. 1894); ''Blängschleefe'' ,Blindschleiche‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Blindschleife'' ist keine Verballhornung von hdt. ''Blindschleiche'', vgl. mhd. ''slîfen'', ''sleif'', ''gesliffen'' ,gleiten‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blinzen''' ● ,blinzeln, zwinkern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blinzening''' Adj. ● ''blinzening'', selten ''blinzeling'' ,mit zugekniffenen Augen, blindlings‘, allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''blenzenink'' ,mit geschlossenen Augen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blinzer''' ● ,jem., der dauernd zwinkert‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blispern''' ● ''blispern'' ,leise reden‘ (Pfs. 1886); ''blisbern'' ,flüstern‘, Kassel (Gr. 1894); ''blispern'' ,flüstern, leise reden‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blöde''' ● ''bleere'' ,schüchtern, furchtsam‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bloßtun''' ● Wendung ''sech wos bloßdunn'' ,sich etw. anmerken lassen, was verborgen bleiben sollte‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bluddern''' ● ,durch stoßweise Erschütterung von Luft, Wasser, Sand  enstehender Laut‘ (Vil. 1868); ''blorrern'' intr. ,durch kurze Stöße etw. in Bewegung versetzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Der Wend blorrert''. ,Der Wind weht stoßweise.‘ ''De Hinner blorrern im Saane''. ,Die Hühner bluddern (baden) im Sand.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blümchen blau''' ● ''Da gehts blümchen blau'' ,herrlich und in Freuden, unbesorgt um den eigentlich zu großen Aufwand, unbekümmert um eine vielleicht bedenkliche Zukunft‘, sehr übliche hessische Redensart (Vil. 1868); ''Bei uns gedd’s ,Blimmchen bloh‘''. ,Bei uns geht es ,Blümchen blau‘, d.h. ,wir leben herrlich und in Freuden.‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ''Bliemchen blau un Pännchen fett'' ,Wohlleben, Prassen‘, Kassel 20. Jh.; siehe ''Pfännchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blummen''' Pl. ● ,Flaum(schmalz)‘, Kassel (Gr. 1894), ,Flomen, Bauch- und Nierenfett der Schweine‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blunze''' f. ● ,bunte Troddel als Schmuck der Betzel‘, übertragen: ,aus Band gemachte Schleife‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blunze''' f. ● ,Geld‘; meist nur im Plur. (Vil. 1868); ''Blunse'', Kassel, dasselbe (Herzog 19. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blut''' f. ● ,Blüte, das Blühen allgemein‘ (nicht die einzelne Blüte), ganz Hessen, besonders östl. Hessen, Ziegenhain (Vil. 1868); ,die Blüte als Gesamtheit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bluterig''' ● ''bluderich'' ,blutig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blutigel''' ● ''Bludijel'' ,Blutegel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blutt''' ● ,federlos, jung‘ (Vil. 1868). ● In Kassel scheinbar nur in der Wendung ''hä es noch en bludder Junge'' (Gr. 1894). ● Bei Großenritte liegen nebeneinander zwei Hügel, der eine, bewaldete, heißt Holzbürgel, der andere, unbewaldete, der ''blotte Bürgel''. (Vil. 1868). ● Vgl. mhd. ''blut'' ,nackt, bloß‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blutz, Blutsch''' m. ● ''Blutz'' ,Fall, besonders starker Fall‘ (Vil. 1868); ''Blutsch'' ,platschendes Geräusch‘, nicht so hell oder knallend wie ein ''Blatsch'', ,Fall mit dumpfem Klatschlaut‘, Kassel (Gr. 1894); ''Plotz'' ,Schlag, Knall‘, schallnachahmend, Balhorn (Sl. 1901); ''Blotz'' ,Fall eines schweren Körpers‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blutzen, blutschen''' ● ''blutzen'', seltener ''blotzen'' ,hart und schwer auffallen, zu Boden fallen‘, überall gebräuchlich (Vil. 1868); ''blutschen'', ''hinblutschen'' ,(hin)fallen‘, Kassel (Gr. 1894); ''blotzen'' tr. ,jem. prügeln, durchhauen‘; intr. ,schwer hinfallen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blutzen''' ● ,stark, auch viel rauchend, dabei viel Dampf erzeugend‘ (Vil. 1868); intrans. ,stark rauchen, dabei dicke Rauschwolken ausstoßend‘, Kassel (Gr. 1894), ''blotzen'' ,rauchen‘, Oberelllenbach (Hm. 1926). ● Trans. in der Wendung ''eine blutzen'' ,eine (Zigarette) rauchen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blutzer''' m. ● ,Raucher, starker Raucher‘ (Vil. 1868), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blutzer, Blützer''' m. ● ''Blutzer'' ,kurz uund dicke gewachsener Mensch (Vil. 1868); ''Blutzer'' ,gedrungene Gestalt, dickes Kind‘, Kassel (Gr. 1894); ''Bletzer'' ,dicker und kurzer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bock''' ● ''Es kimmet emme wie ’m Bogge de Milch''. ,Es kommt ihm wie dem Bock die Milch, d.h. er begreift ganz langsam (oder gar nicht).‘ Kassel, 20. Jh., entsprechend Oberellenbach (Hm. 1926). ''Däm kannsde ö färmachen, der Bock hätt eenge'' … ,Dem kannst du auch vormachen, der Bock hätte eine …(zu ergänzen: Vulva)‘, d.h. ,dem kannst du ein X für ein U vormachen.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bocken''' ● ,laut, ungestüm, unziemend rufen, brüllen‘ (von Rindvieh und Mensch), in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''böckisch''' ● ''beggsch'' ,nach dem Bock verlangend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bofist''' m. ● ''Bófist'' ,kleiner Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ist offenbar scherzhafte Erweiterung von ''Fist'': Übertragung des Pilznamens ''Bovist'' (richtig ausgesprochen: ''Bófist''), der auf mhd. ''vâhenvist'' ,Füchsinnenfürzchen‘ zurückgeht (&amp;gt; ''*Foh(n)fist'' &amp;gt; ''Bofist'', dissimilator. Änderung des Anlauts). ● Siehe ''Fist'' und [[Der „Fist“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''böken''' ● ''beegen'' ,laut rufen, schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''bocken''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bolganke''' f. ● ,ein Wust von Haaren im Nacken (in der ''Anke''). „Das Wort ist meines Wissen noch nicht gebucht.“ Balhorn (Sl. 1901); ''Polka-Anke'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bölken''' ● ,laut und grob rufen, ungeschlacht schreien‘, in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868); ''belken'' (mit Verweis auf ''ballern''): ,überlaut sprechen, rufen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bollchen''' ● Pl. ''Bollerchen'' ,Bonbon‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Borde''' f. ● (''o'' lang) ,bäuerliche Hofstelle, Hofreite‘, früher in Besse und wohl anderen Dörfern am Odenberg (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Borläube''' f. ● ''Borlaiwe'' ,Kirchenempore‘, Kassel (Gr. 1894); ''Borlewe'', dasselbe, ''Borschenborlewe'' ,Kirchenempore für die Burschen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Born''' m. ● 1) ,Quelle‘; (Vil. 1868); 2) ,Quellwasser, Trinkwasser‘ (Vil.), Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hochdt. ''Brunnen'' wird fast nur im Sinne von ,Quellenbehälter, Brunnenkammer, Ziehbrunnen, einen Brunnen graben‘ gebraucht (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bornkerse''' f. ● ''Bornkersche'' ,Brunnenkresse‘, Oberellenbach (Hm. 1926), ''Brunnenkerschen'' (halbverhochdeutscht und wohl an ''Kirschen'' angelehnt), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bornstande''' f. ● ''Bornstanne'' ,Faß in der Küche, in welche das mit Eimern oder Butten geholte Brunnenwasser, der Born, gegossen wird (Vil. 1868); ''Bornstanne'' ,Bornständer; Faß mit abhebbarem Deckel als Wasserbehälter in der Küche‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Born'' und ''Stande''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Borzellin''' n. ● ''Borzellihn'' ,Porzellan‘, Kassel (Gr. 1894); ''Borzelin'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''borzellinen''' ● ''borzellihnern'' ,aus Porezellan‘, auch ,zimperlich, schwächlich, zerbrechlich‘, Kassel (Gr. 1894); ''borzellin'' ,aus Porzellan; zerbrechlich, empfindlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bosheitskropch''' m. ● ''Boseedsgrobch'' ,Bosheitskropf‘, d.h. ,leicht reizbarer, jähzorniger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bosheitswanst''' ● ''Boseedswanst'' ,jähzorniger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Botter''' ● ''Bodder'' (mit offenem ''o'') ,Butter‘, Kassel 19., 20. Jh. (Jonas, Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Botterhund''' ● ''Bodderhund'' ,Zughund der ehemals zu Fuß nach Kassel kommenden Butterführer aus der Schwalm‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bottern''' ● ''boddern'' ,buttern, Butter bereiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''’s wäll nett boddern'' ,es will nicht gelingen‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bozemann''' ● ,Gespenst, Schreckbild‘, Niederhessen (Vil. 1868); ,jem., der bedrohlich blickt, evtl. grollend, weil er etwas nicht versteht oder ablehnt‘, Kassel (Gr. 1894); ''Bozemann'', auch ''Bozelmann'' ,Gespenst, Schreckbild‘, Oberellenbach (Hm. 1926),). ● Siehe ''bözen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bözen''' ● ,in Schrecken setzen, Furcht einjagen‘, allgemein üblich, Schwebda 1664 (Vil. 1868); ''beezen'' ,einschüchtern‘, Kassel (Gr. 1894), ,jem. in Furcht versetzen, besonders kleine Kinder‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die Kinder werden mit einem ''Bozemann'', Niklas und dgl. ''gebözt'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brabalisch''' ● ''brawaalsch'' ,großsprecherisch, gewalttätig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von hochdt. ''barbarisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brakes''' m. ● ''Brages'' ,einer, der sich breit macht, der sich’s bequem macht‘, Kassel (Gr. 1894); ''Bragest'' ,großer und starker Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brall''' m. ● ,aufgebrachtes Schreien‘, Kassel 20. Jh., ,kurz und heftig herausgestoßener Schrei‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brallen''' ● ,laut schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bralluden''' m. ● ,aufschneiderisches Prahlen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brämisch''' ● ''brämmsch'' ,nach dem Eber verlangend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brammen''' ● ,zum Gebet läuten‘: die Glocke wird nicht geschwungen, sondern nur zu einzelnen Schlägen angezogen (Vil. 1868). ● Gilt scheinbar nur für Fritzlar, hier: ''es brammt''; nach Vil. heißt es anderwärts ''stimmen'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brappeln''' ● ''brabbeln'' ,schnell und undeutlich sprechen, mit geringer Lautstärke‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brapps''' m. ● ,steifer Brei, zäher Straßendreck‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brassel''' m. ● ,Haufen wertloser Gegenstände; Schutt und Trümmer‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''verbrasseln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brast''' m. ● ,große Verlegenheit, Beschwernis, schwere Sorge, Druck, Kummer‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,Sorge, innerer Druck‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kummer, Sorge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bratabend''' m. ● ''Brohrowed'', Abend vor Aschermittwoch, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brausche''' f. ● ''Bruhsche'' ,Brause der Gießkanne oder des Duschbads‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''’s es in der Bruhsche'' ,es (sie) ist in den Brausejahren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brausen''' ● ''brusen'', Kassel 19. Jh.; ''brüsen'', ,brausen‘, auch ,brünstig sein‘ (von Schweinen gesagt), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Breitede''' f. ● ''Breidede'' ,Breite‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Breitmaul''' ● ''Breedmüll'' ,leicht zum Weinen neigendes Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brede''' f. ● ,Mütze, Kappe, Haube‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Ich gäwe dä einen uffs Bredenmuster''. ,Ich schlage dich auf die Bredenstickerei‘, also auf den Kopf. Kassel (Gr. 1894). ● Gr. erwägt Ableitung von ''Barett''. ''Prete'' ,Mütze‘, Diemelgegend (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brekelei''' ● ''Bregelei'' ,anhaltendes Nörgeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brekeln''' ● ''prekeln'', ''brekeln'' ,unaufhörliche, kleinliche Vorwürfe machen‘, in ganz Niederhessen üblich (Vil. 1868); ''bregeln'' ,anhaltend nörgeln‘, Kassel (Gr. 1894); ,verdrießlich tadeln, nörgeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brekelsuppe''' ● ''Bregelsobbe'' ,Strafpredigt in brekelnder Art‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brelaken''' ● ''brelaagen'' ,das große Wort führen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brelakes''' m. ● ''Prelackes'' ,großer, schwerfälliger Mensch‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Brelages'' ,einer, der das große Wort führt‘, meist aber: ,ungeschlachter, lauter Mensch; einer ohne Benehmen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Breme''' f. ● ''Bräme'' ,Bremse, große Stechfliege‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''brëm(e)'' m. ,Bremse, Stechfliege‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brenne''' f. ● ,Feuerstätte mit dem darauf brennenden Feuer, auch ein Haufen glühender Kohlen‘ (Vil. 1868). ● Redensart ''um die Brenne herumgehn'' ,um etwas oder um jemanden herumgehen, ohne sich zu trauen näherzukommen‘ (Vil. 1868); ''imme de Bränne rimmergehen'', Kassel (Gr. 1894); ''em de Bränge rem gänn'' ,wie die Katze um den heißen Brei herumgehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brennhorn''' ● ,Säufer‘, Anspielung auf die rote Nase, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brenzerig''' ● ''brenzerich'' ,brenzlich‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bretten''' ● ''bretten'', ''aufbretten'' ,Tischtuch und Teller werden ''aufgebrettet'', d.h. werden auf den Tisch gelegt bzw. gestellt‘, unterschiedlich in Althessen (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brettern''' ● Ausdruck für das Bestecken der Frauen am Rücken mit etwa dreifingerbreiten, unterschiedlich farbigen Bändern, die wie Besätze anliegen, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bretzel''' f. ● ,zur Acht geformtes Gebäck‘, Kassel (Pfs. 1886), 20. Jh. ● Das einfache runde Gebäck heißt hingegen ''Kringel''. (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brieb''' m. ● ''Brieb'', Pl. ''Briewe'' ,Brief‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brill''' m. ● ''där Brill'' ,die Brille‘, Kassel (Gr. 1894), ''där Brell'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brippel''' m. ● ''Bribbel'' ,wässriger Straßen- und anderer dünner Dreck‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Britsche''' f. ● Britsche, Pritsche, Bezeichnung für jeden ,Gang (Flur) im Hause‘, an der Schwalm (Pfs.1, 1889); ''Brödsche'' ,Fläche, die den oberen Teil einer Treppe begrenzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''britschen''' ● intrans. ,unruhig hin und her rennen‘, trans. ,betrügen, jem. um etwas Erwartetes bringen‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''brödschen'', trans. ,jem. einen Schlag versetzen, jem. demütigen‘; intrans. ,dauernd hin und her laufen und dabei die Türen auf und zu schlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''britzeln''' ● ''bretzeln'' ,beim Braten hörbare Geräusche vernehmen lassen (Fett)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Das Fätt bretzelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brocke''' f. ● ''Brogge'' ,Brocken‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''broseln''' ● ,geräuschvollen Stuhlgang haben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bröten''' ● Redewendung ''das bredet gut'', d.h. dazu kann man viel Brot essen; Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bruppelei''' ● ''Brubbelei'' ,unzufriedenes Vor-sich-hin-Brummen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bruppelig''' ● ''pruppelig'' ,ungehalten‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bruppeln''' ● ''pruppeln'' ,schelten, schmählen‘ (Vil. 1868); ''brubbeln'' ,murren, nörgeln‘, Kassel (Gr. 1894), ''brobbeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brüppeln''' ● ''brebbeln'' ,über etw. murren, schelten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brüppelsuppe''' ● ''Brebbelsobbe'' ,dauerndes Schimpfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brunzen''' ● ,urinieren‘, weit verbreitet, in Hessen fast nur vom weiblichen Geschlecht und kleinen Knaben üblich, sonst ''seichen'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brummen''' ● ,brummen‘, auch ,schmollen‘, Kassel, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brutsche, Brotze''' f. ● ''Prutsche'' ,aufgeworfenes Maul; trotziges Maul oder Gesicht‘ (Vil. 1868); ''Brotze'' ,schmollendes Antlitz‘; ''Brutsche'' ,Schmollgesicht‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brutzen''' ● ''brotzen'', in Niederhessen ''brutzen'', ,großtun, schmollend die Lippen aufwerfen‘ (Pfs. 1886); ''brutzen'' ,protzen, schmollen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''brotzen'' ,schmollen, maulen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brutzig''' ● ,zum Schmollen geneigt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brutzkasten''' ● ''Brotzkoosden'' ,Kind, das dauernd mault‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brutzkopf''' ● ''Brotzkopp'' ,Kind, das dauernd mault‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''büber''' ● ,oberhalb, darüber‘, in unterschiedlichen mundartlichen Formen überall üblich (Vil. 1868);  ''biwwer'' ,über, oberhalb‘,  Kassel (Gr. 1894); ''bewwer'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926),. ● In der hess. Schriftsprache als ''bober'' bis Anfang 18. Jh. gebräuchlich (Vil 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Buchde''' f. ● ''Bughde'' ,armseliges Gelaß‘, auch scherzhaft, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Von ''buchen'', im Niederhessischen vorkommende Form von ''bauen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Büche''' f. ● ''Bieche'' ,Buche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Buckelinchen''' s. ● ''Buggelienchen'' ,verwachsene weibliche Person‘, Kassel 20. Jh.; ''Boggelienchen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926) .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Buckelkamel''' ● ''Buggelkameel'' ,Kamel; verwachsener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''buckern''' ● ,geheimnisvoll miteinander sprechen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''büchen''' ● ,die zu reinigende Wäsche in heißer Lauge einweichen‘ (Vil. 1868); (die Wäsche) ''bichen'' (Erklärung fehlt), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Buff''' m. ● ,Schlag, Stoß, Faustschlag, Fauststoß‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bühne''' ● ,Zimmerdecke‘, Kassel (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bulge''' f. ● ,Welle, zumal größere Welle, Wasserschwall, Woge‘, Niederhessen (Vil 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bullen''' ● ''bollen'' ,bellen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''bullen'' ,bellen, heulen, brüllen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bullerhans''' ● ,Penis‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bullerjahn''' m. ● ''Bollrian'' ,Polterer, Hitzkopf‘, an der Eder und anderwärts (Vil. 1868); ''Bullerjahn'' ,polternder, ungestümer Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); ''Bollerjohn'', Oberellenbach (Hm. 1926), dasselbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bullern''' ● ''bollern'' ,wild auffahren‘, Niederhessen, sehr üblich (Vil. 1868); ''bullern'' (''u'' offen) ,poltern, laut losschimpfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''bollern'' (''o'' geschlossen) ,poltern, fortgesetzt laut schelten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bullern''' ● ''bullern'', auch ''büllern'', ''billern'' ,urinieren‘ (hauptsächlich von Kindern, namentlich kleinen Knaben) (Vil. 1868); ''bullern'' (''u'' geschlossen) ,urinieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bullertüpfen''' s. ● ''Bullerdibben'', Kassel 20. Jh., ''Bullerdebben'', Oberellenbach (Hm. 1926) ,Nachttopf‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bullewatz''' m. ● ,dicke Person‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bullhexe''' f. ● ''Bulläxe'' ,weibl. Geschlechtsteil‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bullhusten''' ● ''Bollhuhsden'' ,bellender Husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bulzen''' m. ● ''Bulzen'' ,Bolzen‘, Kassel 20. Jh.; ''Bülzen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Bülzen stärzen'' ,Bolzen stürzen‘, d.h. ,Purzelbaum schlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bulzenkopf''' ● ''Bulzenkopp'' ,sehr dicker Kopf (auf niedrigem Hals)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bulzenstrack''' ● ''bolzenstrack'' ,steif aufrecht‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''bulzenstrack'' ,bolzengerade‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bumme''' f. ● ,große bauchige Flasche‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bumme''' f. ● ,Pauke‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bummen''' ● ''bummen'' ,dumpf auf etwas schlagen, pauken‘, Kassel (Gr. 1894); ''bommen'' ,stoßen, schlagen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bummern''' ● ,wiederholt auf etwas dumpf und heftig schlagen, klopfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bums''' m. ● ,Furz‘, in Niederhessen der gewöhnlichste Ausdruck dafür (Pfs. 1886); ,Furz‘, Kassel 20. Jh.; ''Boms'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bumsen''' ● ''bumsen'' ,furzen‘ Kassel 20. Jh.; ''bomsen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bundriemen''' ● nur in der Redensart ''wänn’s on den Bönkrimmen gätt'' ,wenn’s an den Bundriemen geht‘, d.h. ,wenn die Sache ernst wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bunter, bünter''' ● ''bunger'' ,unterhalb, darunter‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868); ''benger'' ,unter, unterhalb‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''dabunter''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bupsen''' ● ''bobsen'' ,herunterfallen‘ (nur in Bezug auf Obst, das vom Baum fällt), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''buschpeln''' ● Siehe ''puschpeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bussel''' m. ● ,jemand, der niedere Arbeiten verrichtet, ein „Aschenbrödel“ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''busseln''' ● ''bosseln'', auch: ''busseln'' (Kassel) ,kleine geringfügige, verhältnismäßig mühsame Arbeit verrichten, besonders klopfen, hämmern, schnitzen‘ (Vil. 1868); ''busseln'' ,mit der Hand geschäftig kleine Arbeiten verrichten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Butzebock''' ● ''den Bützebock machen'' ,in scherzhafter Weise mit der Stirn gegen die eines Kindes stoßen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''butzen''' ● ''sech bützen'' ,sich stoßen; anstoßen mit dem Kopf‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Butzen''' m. ● ,Haufen, Klumpen (Werg, Gras)‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,Klumpen‘, oft: ,Klumpen, der etwas Hohles verstopft‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''D.''' und '''T.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im späten Mittelalter sind im Niederhessischen anlautende ''t'' und ''d'' in ''d'' zusammengefallen. Die entsprechenden Wörter werden im folgenden – trotz Trennung bzw. Trennungsversuchen bei den hochdeutschen Stichwörtern – gemeinsam aufgelistet.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Daacht''' n. ● ''Doocht'' ,Lampendocht‘,  Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Daachtnase''' ● ''Doochtnase'' (''o'' offen) ,Dochtnase: beschränkter, schwerfälliger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dabberig''' ● ''dawwerig'' ,weich geworden‘ (z.B. Obst), ziemlich allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dabüber''' ● ''derbiwwer'' ,darüber‘, Kassel (Gr. 1894), ''derbéwwer'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''büber''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dabunter''' ● ''derbunner'' ,darunter‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch ''bunter''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dachhase''' ● Übername des Dachdeckers, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dachtel''' f. ● ,Ohrfeige‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Pl. ,Hiebe, Prügel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dachteln''' ● ,verhauen, durchprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tägerung''' ● ''Dajeringe'' ,Morgendämmerung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dakel''' ● ''Daagel'' ,freche, liederliche Frauensperson‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Talbauer''' ● ''Daalbure'' ,jem., der sich grob, plump benimmt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dalles''' m. ● ,Verderben, Untergang‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,der Garaus‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Hä hot den Dalles.'' ,Es ist aus mit ihm.‘ Kassel (Gr. 1894). ● Aus dem Jiddischen, ,Totenkleid‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dalmen''' ● ,manibus contrectare‘ (Vil. 1868); ,(im Scherz) balgen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''sech dalmen'' ,sich im Scherz streiten, necken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dalmern''' ● ,liebkosen‘, von einem Liebespaar gesagt, etwa: ''Die zweie dalmern'', Kassel (Gr. 1894), ,im Scherz miteinander rangeln‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dämelschneider''' ● ''Dämelschnierer'' ,Dummkopf, Träumer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dämern''' ● ,dämmern; vor sich hin träumen, mit den Gedanken woanders sein‘, Kassel (Gr. 1894); ,dämmern (im Sinn von hereinbrechender Dunkelheit); im Halbschlaf sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dämerung''' ● ''Dämerunge'', Kassel (Gr. 1894), ''Dämeringe'' ,Abenddämmerung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dämerig''' ● ''dämerich'' Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dämpfen''' ● ''dämben'', wie hd., dazu: ,Atembeklemmung verursachen‘, Kassel (Gr. 1894); ''dämpen'' ,dämpfen; jem. bezwingen, niederzwingen‘, Balhorn (Sl. (1901); ''dämben'', wie hd., dazu: ,Atembeklemmung verursachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä hott en gedämbet.'' ,Er hat ihn gewürgt.‘ Kassel (Gr.). ''Der Röhch dämbt mech''. ,Der Rauch nimmt mir die Luft.‘ Oberellenbach (Hm.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dämpfisch''' ● ''dämbsch'' ,schweratmig, asthmatisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dampfschiff''' ● ''Dammscheff'', neben ,Dampfschiff‘ auch ,korpulente Frau‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dankverdiener''' ● ,Person, die sich stets den Dank anderer zu erwerben sucht, Schmeichler‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Dankverdienersche'', die weibliche Form dazu, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tannenapfel''' ● ''Dannenabbel'' ,Tannenzapfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tappchen''' ● ''tappchen'', ''dappchen'' ,fest und hart, plump auftreten‘ (Vil. 1868); ''dabchen'' ,plump und schwerfällig auftreten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tappchig''' ● ,plump, schwerfällig, tölpelhaft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tappe''' f., '''Tappen''' m. ● ,Socke, aus Salbenden, Lumpen usw. verfertigter weiter Schuh‘, allgemein üblich (Vil. 1868.) ●  In Niederhessen neben ''Tappe'' auch ''Laatsche'' und ''Tatsche'' üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tappen''' m. ● ''Dabben'' ,Schritt‘, übertragen: ,Maß, Portion‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Hä hot sinnen Dabben rus'' ,er hat es erledigt, hat genug gearbeitet, getrunken usw.‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tappen''' ● ''dappen'' (neben ,schwerfällig aufteten‘:) ,ertappen‘, Balhorn (Sl. 1901); ''dabben'' ,schwerfällig auftreten‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tappich, Tappch''' m. ● ''Tapch'', ''Dapch'' ,ein plumper Mensch‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''Dabbich'' ,unbeholfener, schwerfälliger Mensch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Dabch'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''täppisch''' ● ''däbbsch'', Kassel 19. Jh. (Herzog).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tappmichel''' m.● ''Dabbmichel'' ,unbeholfener, schwerfälliger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tappmichelei''' ● ''Dabbmichelei'' ,Unbeholfenheit, Schwerfälligkeit‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''darren''' ● ,dörren‘ (von Obst, Malz, Flachs), Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dasselbichte''' ● ''dasselwichde'' ,dasselbe‘, Kassel 19. Jh., ''doossalwechde'' (neben ''doossalwe'', ''dessalwe''), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Entsprechend ''derselbichte'', ''dieselbichte'' usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Daster, Dester''' m. ● ''Daster'' ,klebriger, fettiger Überzug an Gegenständen durch Beschäftigung mit Fett oder an Kleidungsstücken durch langen Gebrauch‘ (Vil. 1868); ''Desder'' ,glänzender, fettiger Schmutz auf abgenutzter Bekleidung‘, Kassel (Gr. 1894); ''Dasder'' ,Schmutzrinde, die sich im Laufe der Zeit an Gegenstände ansetzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dasterig''' ● ''dasderech'' ,mit einer Schmutzrinde bedeckt, klebrig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''datern''' ● ''dattern'', ''daddern'', oft auch ''daadern'', in Hessen das gewöhnlich Wort für ,schnattern‘, d.h. ,viel und Unnützes sprechen‘ (Vil. 1868); ''dadern'' ,müßig schwätzen, recht schnell schwätzen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Dazu: ''Getater'', 1731 (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Daterkalatsche''' ● ''Daderkalaadsche'' ,gehässige übermäßige Schwätzerin‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tatsche''' f. ● ''Datsche'' ,Tatze‘; ,Hand‘ (verächtlich); übertragen: aus Lumpen oder Selbenden zusammengenähte oder -geflochtene Schuhe (Überschuhe) der ärmeren Leute, vor allem Frauen, sonst auch ''Laatsche(n)'' genannt (Vil. 1868); ''Datsche'' ,große (ungeschickte) Hand‘, seltener ,Tatze‘, scherzhaft, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Datschen von Bären'' ,Bärentatzen‘, 1584 brieflich von Landgraf Wilhelm IV. erwähnt (Vil. 1868). ● Davon ''Linkdatsch'', ''dätscheln'', ''dätschen'', ''Dätscher'', ''dätschern''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tätscheln''' ● ''dätscheln'' ,dauernd anfassen, betasten‘, Kassel 20. Jh., ''dädscheln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tätschen''' ● ''dätschen'', trans.: ,etwas leicht (an)stoßen, so daß eventuell ein kleiner Schaden entsteht‘ (etwa: ''ein Ei dätschen'') Kassel, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tätscher''' m. ● ''Dätscher'' ,Kuchen aus geriebenen Kartoffeln mit etwas Öl‘, Kassel Gr. 1894); ,mißratener Kuchen, besonders wenn er zu steif geblieben ist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tätschern''' ● ''dädschern'' ,mit den Händen knetend etw. bereiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dättelig''' ● ''däddelech'' ,unsicher in der Bewegung, zitternd; zum Tändeln neigend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dätteln''' ● ''däddeln'' 1) ,sich unsicher bewegen, zittern; tändelnd mit etw. spielen‘, Oberellenbach (Hm. 1926);  2) ,Kleinkindersprache reden‘, z.B. ''k'' wie ''d'' oder ''t'' aussprechen, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tatterich''' m. ● ''Dadderich'' ,Zittern‘, auch: ,krankhaftes bzw. altersbedingtes Zittern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tauber, Täuber''' ● ''Dubbert'' ,Täuberich‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Dibber'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''schäler Dubbert'' ,jemand, der schielt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Dubbert'' mit dem in Niederhessen häufigen schließenden Dental, vgl. ''Koffert'', ''Dewest'', ''ebend'', ''alst'', ''schond'', ''immert'', ''nurt''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Taum''' m. ● ''Döhm'' ,Lichtdunst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''taumen''' ● ''dehmen'' ,rußen‘ (nur Lampe), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tausche''' f. ● ''Düsche'' ,Tausch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dechsel''' f. ● ''Dässel'' ,Werkzeug zum Herstellen von Mulden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Deez''' m. ● ,Kopf‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh. ● Vermutlich humoristische Verkürzung von ''Deezelkopf''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''deezelig''' ● ''deezelich'' ,dusselig, jemand mit „langer Leitung“‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Hä hot en dumm un deezelig geschlahn'' (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Deezelkopf''' ● ''Deezelkobb'' ,jem., der deezelig ist‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Deibhenker''' m. ● ''Deiphenker'', wird als Übername des Teufels verstanden (Vil. 1868); ,Teufel‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Wendungen: ''Den Deiphenker auch!'' (Vil. 1868) ''Zum Deibhenker!'' (Gr.); ''Zum Deibhenker no mo ninn!'' ,Zum Teufel noch mal hinein!‘ ''Der Deibhenker sall dech holen!'' Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Teigaffe''' ● ''Deichaffe'', auch: ''Deichaffengesichde'' ,Gaffer mit trägem Gesichtsausdruck‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Teigblock , -pflock''' ● ''Deichblock'' ,Teigblock oder auch Teigpflock’ (gleiche mundartliche Aussprache), Übername des Bäckers, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Deise''' f. ● ''Deise'', ''Deese'' ,Rauchfang, Holzgestell im Rauchfang zum Räuchern von Schinken und Würsten‘, Umgebung von Spangenberg (Vil. 1868); ''Deise'' ,hölzernes Gestell um den Kachelofen in ländlichen Stuben‘, Gegend von Wabern (Pfs. 1886); ''Deese'' ,Hühnerschlag, Hühnerstall‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''demmeln''' ● ,hart und oft mit den Füßen aufstampfen‘ (Vil. 1868) ,mit den Füßen fest auftreten‘, auch tr. ,fest treten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dermedeutsch''' ● Nur belegt in der Redewendung ''Dermeditsch drunnermachen'' ,Verwirrung, Verundeutlichung daruntermachen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''derweilst''' ● ''därwillst'' ,unterdessen, inzwischen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dester''' m. ● ''Desder'' ,glänzender, fettiger Schmutz auf fadenscheiniger Kleidung‘ (KS 1894), ''Dasder'' ,Schmutzrinde, die sich im Laufe der Zeit an Gegenstände ansetzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Detsche''' f. ● ,durch Inektenstich mißbildete Zwetsche‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''deutsch''' ● ''ditsch'', Kassel (Gr. 1894). ● Dazu: ''Kirchditschenbach'', scherzhaft für ,Kirchditmold‘, Kassel 20 Jh.; siehe auch ''Dermedeutsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''deutschweg''' ● ''dittschwéck'' ,gerade heraus, freimütig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dewes''' m. ● ,Hirnkasten‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Ich schlah dä den Dewes inn''. Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dewes''' m. ● ,dummer, schläfriger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); ''Dewest'', Pl. ''Dewesder'' ,kleiner Kerl‘. ● ''Dewes'' ist hessische Kurzform des Vornamens ''Matthäus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dickede''' f. ● ''Diggede'' ,die Dicke, Stärke‘, Kassel (Gr. 1894); ''Deggde'' ,Ausdehnung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dickedurch''' ● ,mit Schwierigkeiten fertig geworden sein, reüssiert haben‘, Kassel (Gr. 1894) ● ''Hä es dickedorch''. ,Er hat seine Schwierigkeiten, den beschwerlichsten Weg hinter sich.‘ Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dicksack''' ● ,dicke Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dickwanst''' m. ● ,dicke Person‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dickwatz''' m. ● ,dicke Person‘ (Gr. 1894, S. 86).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dickwurzel''' ● ,Runkelrübe‘, Kassel 20. Jh.; ''Deggworzel'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dibbern''' ● ''dewwern'', in der Redewendung ''des Mull dewwern'' ,Schläge aufs Maul geben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tiefede''' f. ● ''Diefede'' ,Tiefe‘, Kassel (Gr. 1894), ''Diffde'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Diele''' ● ''Dähle'' ,langes Brett‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dielenwand''' ● ''Dilenwand'' ,Bretterzaun‘, in Niederhessen ausschließliche Bezeichnung (Pfs. 1886); ''Dählenwand'' ,Holzwand, Bretterzaun‘, auch: ,großer, platter Kuchen, Streuselkuchen‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dilltopp''' m. ● ''Dilltop'' ,kleiner Kreisel, Knopfform mit durchgestecktem Hölzchen‘, sehr übliches Winterspiel der Kinder in den Stuben und auf den Tischen, übertragen: ,ein läppischer, linkischer, überall anrennender Mensch‘ (Vil. 1868); ''Dilldobb'' ,Kreisel‘, ältere Bezeichnung für ''Dullerdobb'', Kassel (Lüttebrandt 1917). ● Siehe ''Dullertopp''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ding''' ● ''Dink'', Pl. ''Dinger'' ,Ding, Gegenstand, Sache, Angelegenheit‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Dänk'', Pl. ''Dänger'', Bezeichnung für alles, was man nicht näher bestimmen will oder wofür der passende Ausdruck fehlt bzw. nicht parat ist, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dingelchen''' ● ,kleines Ding‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dingen''' s. ● Nebenform von ''Ding'' in gleicher Bedeutung, ohne Plur.-Form, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dinsebiest''' ● ,einer, der anstrengende Arbeit verrichtet‘, eigentlich: ,einer, der immer schwere Handwagen zieht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dinsen''' ● ,mit Kraftanstrengung ziehen‘, ganz Althessen (Vil. 1868), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammf.: ''dinsen'', ''duns'', ''gedunsen'', Kassel; ''dinsen'', ''dons'', ''jedonsen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tintemichel''' ● ''Dindemichel'' ,blöder, untertäniger, nicht freimütiger Mensch‘, ursprünglich ,der Schreiber, Scribax‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dispen''' ● ''disben'' ,dämpfen, lindern, unterdrücken, demütigen‘, Althessen, vor allem Niederhessen (Vil. 1868); daaselbe, Kassel (Gr. 1894); ''desben'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''disputieren''' ● ''disbedieren'' ,sich zanken, sich mit Worten streiten‘, Kassel (Gr. 1894); ''sech desbedieren'' ,sich mit Worten streiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''disteln''' ● ''desdeln'' ,sich mit kleinen Schritten leise und schnell bewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä kemmt jedesdelt''. ,Er kommt in trippelnden Schritten heran.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ditschen''' ● ,(mit hellem Geräusch) anstoßen, aneinanderstoßen‘, Kassel 20. Jh. ● ''einem eine ditschen'' ,jem. eine Kopfnuß verpassen‘, ''Waggeln ditschen'', ein Murmelspiel, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tob''' m. ● ''Doob'' (neben das ''Dowen'') ,Toben, Lärm, lautes Wüten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Docke''' f. ● ,Mutterschwein, Sau‘, ganz Althessen (Vil. 1868); ''Dogge'' ,Mutterschwein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tod''' ● Redensart ''Er sieht aus wie der Tod von Ypern'', bezeichnet totenähnliches Aussehen, Niederhessen, sehr üblich Anfang des 19. Jh., „seit 1830 wol gänzlich erloschen“ (Vil. 1868); in Kassel jedfoch noch im 20. Jh. bekannt. ● Nach Vil. althergebrachte Redensart; in seiner Kindheit habe es die Deutung gegeben, „daß die Gefangennehmung hessischer Truppenteile in Ypern (1793) das alte Sprichwort habe wahr machen müßen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dohle''' f. ● ,Dohle‘, Übertragungen des Vogelnamens: ,(Zylinder)hut, insbesondere ein altmodischer oder schlechter, ferner jeder ärmliche, schlechte Hut‘, Kassel (Gr. 1894), ,magere, hässliche Frauensperson‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Dolde''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dohlenkopf''' ● ''Dohlenkobb'' ,jem. mit abstoßender Physiognomie, entsprechendem Teint usw.‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dokes''' m. ● ,Gesäß‘, halb scherzhaft, Osthessen (Vil. 1868); ''Doges'', dasselbe, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Dogest'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''doktern''' ● ''dogdern'' ,in ärztlicher Behandlung sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dolde''' f. ● ''Dolle'' ,Baumwipfel‘ (Vil. 1868); ''Dohle'' ,ein mit Früchten behängter Zweig eines Baumes‘, Dim. ''Dehlchen'' ,kleine Dolde‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tölpel''' ● ''Dilbel'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tölpelig''' ● ''dilbelich'' ,tölpelhaft‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dombank''' ● ''Dohmbank'' ,Tresen, Ladentisch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Donnerletter!''' ● ''Dunnerledder!'' Kassel (Gr. 1894), ''Donnerlädder!'' Oberellenbach (Hm. 1926), Fluch. ● Abscwächung des Fluches ''Donnerwetter!'' Wird in Kassel zugleich als ,Donnerleder‘ verstanden; nicht so in Oberellenbach möglich, wo Leder nicht ''Ledder'', sondern ''Lärrer'' heißt. In Kassel Weiterentwicklung zu ''Dunnerlittchen'', 20. Jh., und ''Dunnerwiddchen'' (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Topch''' m. ● ''Dobch'' ,großer Topf, in den Herd eingemauerter Kessel‘, Oberellenbach (Hm.). ● Siehe ''Tüpfen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dorfteufel''' ● ''Dorfdeiwel'' ,hinterlistiger Mensch; armer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dorn''' ● wie hdt., außerdem: ,mit Dornen besetzter Strauch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dörnerig''' ● ''dernerich'' ,dornig, stachelig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Totenlade''' ● ,gewöhnliche Benennung des Sargs‘ (''Sarg'' unbekannt, zumindest ungeläufig) (Vil. 1868); ''Dodenlade'' ,Sarg‘, Kassel (Gr. 1894), ''Dodenladhe'' (auch nur: ''Ladhe'') ,Sarg‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Dorenlore'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Lade''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Totenhof''' ● ''Dorenhoop'' ,Friedhof‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''totschmeißen''' ● ''dodschmissen'' ,erschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''schmeißen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dotterarsch''' ● ''Dodderoorsch'' ,unterentwickeltes Küken oder Gänschen; schwerfällig sich bewegender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dotterig''' ● ''dodderech'' ,langsam und schwankend sich bewegend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dottern''' ● ''doddern'' ,sich langsam und schwankend bewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dottersack''' ● ''Doddersack'' ,langsam und schwankend gehender Mensch; Stotterer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tour''' f. ● ''Dure'', Kassel (Gr. 1894). ● ''in einer Dure'' ,fortwährend‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''traben''' ● ''drowen'' ,fortwährend hin und her laufen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''träbisch''' ● ''drähbsch'' ,träge, ungern an eine Arbeit herangehend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trafatsche''' f. ● ''Drafaatsche'' ,Schwätzerin, Wortführerin‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tralatsch''' m. ● ''scheiwer Tralatsch'', ohne Erläuterung erw. (Pfs. 1886); ''Dralaatsch'' ,großer Schwatz‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tralatschen''' ● ''dralaatschen'' ,längeren Schwatz halten‘; Nebenform: ''draraatschen'', Kassel (Gr. 1894); ''draloodschen'' ,klatschen, überall dummes Zeug reden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tralje''' f. ● ''Dralche'' ,Treppengeländer‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Dralje'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hochdt. ''Tralje'' ,Gitter-, Geländerstab‘, mittelniederdt. ''trallie'', dasselbe; aus dem Altfranzösischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drällern''' ● 1) ,Fäden und dgl. zu fest drehen, flechten‘, 2) ,trällern (ein Lied)‘, Kassel (Gr. 1894) ● Siehe ''drillern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tramm''' ● ,faul, arbeitsunlustig‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drämer''' ● ,langsamer, zögerlicher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trankgeld''' ● ,Trinkgeld‘, nördl. Hessen (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trant''' m. ● ''Trant'', ursprünglich ,ruhiger, gemessener Schritt, Gang‘, dann ,Gewohnheit, ungefähr Vergleichbares‘, ganz Althessen, besonders Niederhessen, nur in formelhaften Wendungen (Vil. 1868); ''Drand'' ,Trant‘ Kassel (Gr. 1894); ''Drant'' ,Schritt, Gang, Lebensgang, Gewohnheit‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Wie d’s Lehnchen starb, do war‘sch im Lawieschen sin’n Drande'' ,so alt, so groß wie ’s Louischen‘ (Gr. 1894). ''Es geht emmer em ahlen Drand'' ,nach alter Gewohnheit‘, ''die zwee senn en emm Drand'' ,in demselben Alter‘, ''em Drand remm'' ,um den Trant herum, ungefähr‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''traratschen''' ● = ''tralatschen'' (siehe oben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''traschaken''' ● ''traschaaken'' ,durchprügeln‘, hierzulande sehr üblich (Vil. 1868); ''draschaagen'' ,verprügeln‘, Kassel (Gr. 1894), ''draschoogeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Das Wort bedeutete ursprünglich das Hazardspiel ''Tréjaques'' (richtiger ''tre sciacchi'') spielen, jemandem dadurch das Geld abnehmen. Das Spiel wurde in Hessen durch Edikte von 1733 und 1774 schärfstens verboten. (Vil. 1868)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''trassaten''' ● ''trassaten gehn'' ,auf die Gasse laufen, müßig umherlaufen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''trätschen''' ● ''trätschen'' ,rauschend, platzend niederfallen, vom Regen, auch vom ausgeschütteten Wasser (Vil. 1868); ''drätschen'' ,stark regnen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926) .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Traubel''' f. ● ''Druwel'' ,Traube‘, Kassel (Gr. 1894), ''Drüwel'' ,Traube (Wein-, Johannesbeertraube), Bündel Ähren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''draufflammen''' ● ''drufflammen'' ,fest draufschlagen, prügeln‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''flammen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trausche''' f. ● ''Drausche'' ,Regenschauer‘, Kassel (Gr. 1894).● Siehe ''Treisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''trawatschen''' ● ''drawaatschen'' ,hin und her laufen, rennen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dreckerig''' ● ''dreggerich'' ,dreckig‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dreckkalt''' ● ''dräckkaalt'' ,naßkalt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Treff''' m. ● ''Dräff'' ,Schlag, körperliche Verletzung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drehpeter''' ● ''Drehbeeder'' ,langsamer und träger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dreidrähtig''' ● ''dreidrehdich'', z.B. ,Garn aus drei verdrillten Fäden‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''En dreidrehdicher Kaffee'' ,ein starker, kräftiger Kaffee‘ (Gr. 1894):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dreieckt''' ● ''dreieggt'' ,dreieckig‘ (neben ''dreieggech''), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Treisch''' m. ● ''Dreesch'' ,heftiger Regenguß‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Trausche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dreist''' ● ''drisde'' ,furchtlos, beherzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''drîste'' ,beherzt, kühn, wagemutig‘, auch ,frech‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trendeler''' ● ''Drendeler'' ,zögerlicher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''trendeln''' ● ''trändeln'' ,langsam gehen, zögern‘, tadelnd (Vil. 1868); ''drendeln'' ,langsam sein, trödeln, zögern, im Entschluß wanken‘, Kassel (Gr. 1894). ● Könnte Ableitung von ''Trant'' sein (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trendelpeter''' ● Drendelbeder ,zögerlicher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drete''' ● ''treede'' Adj., Adv. ,dicht, häufig‘, Niederhessen, sehr üblich (Vil. 1868); ''dreere'' ,dicht, häufig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Das Korn steht treede''. ''Die Stiche am Saum müssen treede gemacht werden''. ''Die Schläge fielen treede''. (Vil. 1868) ● Von mhd. ''dræte'' ,schnell‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tribbeln''' ● ''driwweln'' ,zwischen den Fingern oder Händen drehen, reiben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''drewweln'', nur in den Zusammensetzungen ''auftribbeln'', ''zusammentribbeln'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tribulieren''' ● ''driwwelieren'' tr. ,jem. ängstigen, quälen‘, intr. ,nörgeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Triesch''' s. ● ''Driesch'' ,unbebautes Land, das meist zur Schafweide benutzt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''triesch''' ● ''driesch'' ,dickfällig, träge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drillchskerl''' ● ''Drelchskerl'' ,der mit Drillich-Sachen hausierende Händler; jemand, der unablässig um etwas anhält‘, hier und da in Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drillern''' ● ''drellern'' ,drillen, stark und schnell drehen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drillitz''' ● ''Drellitz'' m. ,kleiner Kreisel: Schwefelhölzchen, halb in einer Knopfform steckend‘, Kassel (Gr. 1894); Drillitz n. ,Hosenknopf, durch den ein Streichholz gesteckt ist‘, primitives Kinderspielzeug, Balhorn (S. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tripsdrill''' m. ●  ''Drebsdréll'' ,einer, der sich alles bieten läßt und allem nachkommt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Einen zum Drebbsdrell machen'' ,jem. allerlei niedrige Verrichtungen und Arbeiten aufhalsen‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tripsdrille''' ● ''Dripsdrille'': fiktiver Ortsname, Quentel 20. Jh. ● ''Mach dich nach Dripsdrille!'' ,Hau ab!‘ Quentel 20 Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drisch''' ● ,gewandt, hurtig‘, am Knüll (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tristekutz''' m. ● ''Dristekutz'' ,melancholischer, mürrischer (auch schmollender) Mensch‘, wörtlich ,Kauz‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trittlinge''' ● ''Driddlinge'' ,Schuhe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trübetrost''' ● ''Triewetrost'' ,ein trauriger Mensch‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Driewedroost'' ,Trauerkloß‘, Kassel 20. Jh.; ,Mensch, der stets traurig ist und den Kopf hängen läßt‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''trübetrostig''' ● ''triewetrostig'' ,traurig, niedergeschlagen‘, Balhorn (Sl. 1901); ''driewedroosdech'' ,betrübt; langsam sich bewegend, träge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Truche''' f. ● nur in der Redensart ''ha äs in der Drüche'' ,er befindet sich in großer Verlegenheit, sitzt in der Klemme‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Truchenkater''' ● ''Drüchenkoder'' ,finster dreinblickender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drückdrauf''' m. ● ,Nachdruck, Entscheidung‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''Dreckdruff'' ,Bestätigung‘, eigentlich ,Besiegelung‘, Kassel (Gr. 1894); ''Dreggdroff'' ,Person, die alles, was sie erzählt, mit einem gewissen Nachdruck vorträgt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Den Dreckdruff gäwen'' ,etwas bestätigen‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trudch''' m. ● ''Trutch'' ,Kaffee-Ersatz‘, spöttisch für ,Kaffee‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Drodch'' ,dicke Flüssigkeit, besonders der Bodensatz vom Kaffee‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Truddelbrühe''' ● ''Druddelbrieh'' ,schwacher Kaffee‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trudel''' m. ● ''Drudel'' ,schlechter Kaffee‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drudel''' m. ● ,schlechte Musik‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drudeln''' ● sehr geläufiges Wort, jedoch fast nur in Verbindung mit Adverbien: ''aufdrudeln'', ''herbeidrudeln'', ''zusammendrudeln'' ,auftreiben, herbeischaffen, zusammenbringen‘, mit dem Nebensinn kleinlicher Sorge. (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drudeln''' ● ,schlecht musizieren, dudeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trulatsch''' m. ● ''Drulatsch'' ,dünner, schwacher Kaffee‘, Kassel (Gr. 1894), ''Drullatsch'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trulle''' f. ● abfällige Bezeichnng für einen Frauensperson, Balhorn (Sl. 1901). ● ''Trulle'', von den Grimms gebraucht in dem Märchen „Die Gänsehirtin am Brunnen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trümper''' m. ● ''Drember'', nur in der Redensart ''armer Drember'' ,armer Kerl, armer Teufel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Trümper'', alt für ''Trompeter''; unsicher, ob dies ursprünglich gemeint sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trüpfel''' m. ● ''Dribbel'' ,herabfallender Regentropfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''trüpfeln, tröpfeln''' ● ''dribbeln'', Oberellenbach (Hm. 1926), ''drebbeln'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Druse''' f. ● ,Pferdekrankheit mit Schleimausfluß aus Maul und Nase‘, auch ,Erkältung‘ beim Menschen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trusel''' f. ● ''Drusel'' ,die in den Straßen der Städte befindlichen Rinnsteine, Gossen‘, Althessen, besonders Niederhessen (Vil. 1868);  ''Drusel'' ,Rinnstein, Straßengosse‘, Kassel (Gr. 1894), ,Morast, Sumpf‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Trusel'' ist nicht, wie vielfach angenommen wird, der übertragene, verallgemeinerte Name der ''Drusel'' (alt: ''Trusel''), des Baches, der vom Habichtswald kommt und oberhalb der Kasseler Altstadt in die Fulda fließt. Allerdings sind Name und Begriff etymologisch verwandt. Siehe dazu [[Druselturm]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Truselmährer''' ● ''Druselmährer'' ,einer, der druselt‘, „bezeichnete früher Knaben von der niedrigsten Klasse“, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''truseln''' ● ''druseln'' ,im Schlamm der Straßengossen wühlen (in der Hoffnung auf kleine Funde, etwa Münzen)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drutschel''' f. ● ''Drutschel'', auch ''Drutschelchen'': „so nennt man oft seine gemütliche Frau, auch die eines anderen“, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch ''Dutschel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drutscheln''' ● ''drutscheln'', ''rimmerhärdrutscheln'' ,auf gemütliche Weise im Haushalt nach dem Rechten sehen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tüchelchen''' ● ''Diechelchen'', siehe ''Läppchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tücherseil''' ● ''Diecherseel'' ,Wäscheleine‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tück''' m. ● ''Dick'' ,geheimer Groll, Haß‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. hochdt. ''Tücke''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''duck-duck''' ● ''duck-duck'' oder ''duck-duck-duck'', Lockruf für Hühner, allgemein in Niederhessen (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tucken''' ● ''duggen'' ,ein-, untertauchen‘, ''sich duggen'' ,den Kopf einziehen, eine gekauerte Stellung einnehmen‘, übertragen: ,sich fügen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''düggen'' ,tunken, eintauchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tücken''' ● ''diggen'' trans. ,auf hinterlistige Weise gegen jem. vorgehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Heimtücker''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tuckfett''' ● ''Duggefedd'' ,gekreischtes Rüböl mit gebratenen Zwiebeln darin‘, Kassel (Gr. 1894); ''Duckefett'', ''Duckewerk'' ,Rahm mit Salz und Fett‘, hierein werden die gesottenen Kartoffeln getaucht, Balhorn (Sl. 1901); ''Düggfätt'' ,eine aus Mehl, Rahm und Speck bereitete Tunke‘, sie wird in einer großen Pfanne in die Tischmitte gestellt, die Herumsitzenden tauchen ihre Kartoffelstücke hinein; beliebte Abendmahlzeit. Oberellenbach (Hm. 1926) ● Siehe ''kreischen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tucks''' m. ● ''Tucks'', ''Ducks'' ,Schlag, Stoß, Krankheitsanfall‘ (Vil. 1868). ● Wendung ''Das hot emme d’n Ducks gegäwen.'' ,Das hat ihm den Rest gegeben.‘ Kassel (Gr. 1894, S. 33). ● Vgl. ''tucken'' und ''tucksen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tucksen''' ● ''tucksen'', ''ducksen'' ,einen empfindlichen Schlag geben, niederschlagen, entscheidend demütigen‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''ducksen'' ,demütigen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tuckwerk''' ● ''Duggewerk'' ,Feingebäck zum Kaffee‘, Kassel (Gr. 1894); ''Duckewerk'' = ''Duckefett'' (siehe ''Tuckfett''), Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Düft''' m. ● ''Deft'' ,Reif, kalter Wind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''düftig''' ● ''defdech'' ,schneidend kalt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dukatenschisser''' ● ''Dugadenschisser'', soviel wie ,Goldesel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894) ● ''Ich hon kein Dugahdenschisser; wo sall ich d’s Geld herkrechen?'' (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dulchern''' ● ,mit dem Dolcher verletzen, erdolchen‘, halb scherzhaft‘, Niederhessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dullern''' ● ,ungewöhnlich rasche Umdrehungen um die Achse machen‘; ,taumeln unmittelbar vor dem Hinfallen‘; ,den Kreisel peitschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,jemanden mit raschen Bewegungen prügeln‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: Wentzell Dullerdobb.jpg|thumb|185px|right|G. Wentzell, ''D'r Dullerdobb'']]&lt;br /&gt;
'''Dullertopp''' m. ● ''Dullerdobb'' ,Kreisel, der mit der Peitsche angetrieben wird‘, Kassel 20. Jh. ([[Gustav Wentzell]] 1917). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dummbach''' ● fiktiver Ortsname. ● ''Nit von Dummbach sinn'' ,nicht dumm sein‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tummeln''' ● ''sich tummeln'' ,sich eilen‘ (nie im hochdt. Sinn ,sich herumtummeln“) (Vil. 1868); ''sich dummeln'' ,sich beeilen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''sech dommeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dumpf''' m. ●  ''Domp'', ''Dump'' ,Asthma‘, Niederhessen (Vil. 1968); ''Dump'' m., Nebenform von ''Dampf'', auch ,Luftfeuchtigkeit‘, niederhess. (Pfs.1, 1889); ''Dump'', Asthma, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dümpfchen''' ● ''Dümpchen'' ,leichtes Gewölk‘, bei Kassel (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dune''' Adv. ● ''dune'', ''donne'' ,dicht, gedrängt, fest, straff‘, nur im niederdeutsch sprechenden nördlichen Hessen (Vil. 1868; trifft offensichtlich nicht zu); ''dune'' ,dicht gedrängt, straff, gespannt‘, Oberellenbach (Hm. 1926), ''dunne'' ,recht fest‘, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● ''Stellt üch net su dune zesammen.'' ,Stellt euch nicht so dicht zusammen.‘ ''Des Seel äs dune jezochen.'' ,Das Seil ist straff angezogen.‘ ''Das Fensder äs dune zu.'' ,Das Fenster ist fest geschlossen.‘ (Hm. 1926). In Kassel scheinbar nur die Wendung ''dunne hahlen'' ,recht fest halten‘ belegt (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dünnfett''' ● ''dinnefett sinn'' ,es an der nötigen Höflichkeit fehlen lassen‘; ''dinnefedd sinn'' oder ''duhn'' ,kleinlaut sein‘, Kassel (Gr.  1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dünnfett''' m. ● ''Dennefätt'' ,magerer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dünnschiß''' m. ● ''Dennescheß'' ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894), ''Dinnschiß'', Kassel 20. Jh., ''Dennschäß'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Du sißt üs wie Dennschäß un Wärk'' (''wie Dennschäß un Mährrättch''). ,Du siehst aus wie Dünnschiß und Werg (wie Dünnschiß und Meerrettich)‘, d.h. ,sehr schlecht‘. Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tüpfelchen''' ● ''Dibbelchen'' ,Tüpfelchen, Pünktchen, Kleinigkeit‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Dibbelchen'' ,Pünktchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tüpfeljohannes''' ● ''Dibbelgehannes'' ,einer, der alles bis aufs Dibbelchen erledigt, Kleingkeitskrämer, skrupulöser Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tüpfen''' ● ,Topf‘. ''Töpfen'', ''Tüpfen'', ''Düpfen'', noch gewöhnlicher ''Dübben'', ''Dibben'' gesprochen, in Althessen ausschließlich Bezeichnung für den Topf (Vil. 1868); ''Dibben'' ,Topf‘, Kassel 19. Jh., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Debben'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Althochdt. (westdt.) belegt als ''tuphin'' (Aussprache: ''tüpfin''), Ableitung von älterem ''*dupp-'' ,Topf‘ (&amp;gt; ''dopp''  &amp;gt; ''topf'') durch Diminutiv-Suffix ''-în'', dessen ''i'' den Umlaut ''u'' &amp;gt; ''ü'' bewirkte, regulär: ''*duppīn &amp;gt; tupfin &amp;gt; tüpfin'', hessisch: ''*duppīn &amp;gt; *tuppin &amp;gt; *tüppin &amp;gt; *tüppen'' (hochmittelalterlich) &amp;gt; ''düppen'' (spätmittelalterlich). ● Siehe [[Das „Dippen“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tüpfengücker''' ● ''Dibbengigger'' ,Topfgucker, Neugieriger; einer, der sich um Dinge kümmert, die ihn nichts angehen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tüpfenlecker''' ● ''Dippenlecker'' ,naschhafter Mensch‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tuppern''' ● ''duppern'' ,wankend und stolpernd gehen, wie mit Besorgtheit zu fallen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''dübbern'' ,sich langsam tastend vorbewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dürängeln''' ● ''dürangeln'', ''dürengeln'', hoch- und niederdt., in Hessen auch ''düringeln'' ,durchprügeln, quälen, plagen‘ (DWB 2, 1860); ''thürängeln'', ''dirängeln'', ''direngeln'' ,ängstigen, plagen, quälen‘, (in Hessen) allgemein üblich (Vil. 1868); ''dieringeln'' ,quälen, drangsalieren‘, Kassel (Gr. 1894), ''dierängeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Unterschiedliche Deutungen: DWB vermutet ''durch'' + ''rangeln'', Vil. vermutet als Sinn ,zwischen Tür und Angel bringen‘, Gr. vermutet Ableitung von ''Thüringen''. ● Bereits bei Hans Sachs als ''dürengeln'' belegt: ''o geh nur hin hin, du galgenschwengel, / du dölp, eh das ich dich dürengel''. (DWB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durch, dürch''' ● ''durch'', ''dorch'', Kassel 19., 20. Jh.; ''derch'' (&amp;lt; ''*dürch''), vielfach im übrigen Niederhessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchbringisch''' ● ''derchbrengsch'' ,verschwenderisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchflammen''' ● ''dérchflammen'' ,verprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchmusen''' ● ''dérchmüsen'' ,durchwühlen, durchsuchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchnaß''' ● ''dérchnaß'' ,durch und durch naß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchrustern''' ● ''dérchrosdern'' ,durchrosten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchschlupfern''' ● ''dorchschlubbern'' ,hindurchschlüpfen‘, ''sich dorchschlubbern'' ,sich kümmerlich durchschlagen, durch eine schwierige Situation kommen, evtl. schlau, unauffällig, ohne größere Blessuren‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchsieren''' ● ''dérchsieren'', Part. Perf. ''derchjesorren'' ,durchseihen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Wird bei Hm. 1926 unter „durchsieden“ geführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchwackeln''' ● ''dorchwaggeln'' ,verprügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchwalken''' ● ''durchwalgen'' ,verprügeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchwamschen''' ● ''dérchwamschen'' ,durchprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchwichsen''' ● ,verschwenden; verprügeln‘ , Kassel (Gr. 1894); ,verprügeln‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''turmelig''' ● ''dormelech'' ,taumelnd, schwindlig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''turmeln''' ● ''dormeln'' ,taumeln, sich schwankend bewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''turmeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Turn''' m. ● ''Dorn'' ,Turm‘, neben dem häufigeren ''Dorm'' (''o'' beidemale geschlossen), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dürrländer''' m. ● ''Derrlanger'' ,abgemagerter, flinker Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dürrlitz''' m. ● ''Derrlitz'' ,dürre, kleine Person‘, Kassel (Gr. 1894), ''Derrlatz'' ,magerer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dürrlitzig''' ● ,von magerer, schmächtiger Statur‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''duspeln''' ● ''düsbeln'' ,schläfrig sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dust''' m. und s. ● ''där Dust'' ,schläfriger, träumerischer Mensch‘ (Gr. 1894), ,jemand, der schwer von Begriff ist‘, Kassel 20. Jh.; ''das Düst'' ,dumme Frauensperson‘, meist: ''dommes Düst'', Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tütchenskrämer''' ● ''Diddchenskremer'' ,Tütenkrämer, Kleinkaufmann‘, Kassel (Gr. 1894); ''Dittchenskrämer'' ,kleiner Kaufmann‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tute''' ● ''Dudde'' ,Tüte‘, übetragen: ,Falte‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''Düdde'' ,Tüte‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Die Bluse macht Dudden'' ,schlägt Falten (wo keine hingehören)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tutehorn''' ● ''Duhdehorn'' ,Horn zum Tuten, Nachtwqächterhorn‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tuten''' ● ''dudden'' ,fälteln, in tütenförmige Falten legen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tuten''' ● ''duden'' ,auf dem Tutehorn blasen, ins Horn stoßen; ein Tutgeräusch hören lassen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''duden'', auch ''düden'', ,blasen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dutschel''' f. ● ,Schatz, Schätzchen‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Du bist minne liewe Dutschel'', ''minn liewes Dutschelchen''. Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch „Drutschel“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dutscheln''' ● ''dutscheln'' ,herzen, küssen, ans Herz drücken‘, Kassel (Gr. 1894), ''dütscheln'' ,saugen, lutschen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Duttelding''' ● ''Düddeldänk'' ,kleine, zierliche Person, kleiner Gegenstand‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''duttelig''' ● ''duddelich'' ,unbeholfen; sich unsinnig beschäftigend‘, Kassel (Gr. 1894); ''düddelech'' ,klein, zierlich, winzig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dutteln''' ● ''duddeln'' ,sich unbeholfen benehmen wie ein kleines Kind‘, auch: ,sich mit Spielarbeit beschäftigen, unsinniger Beschäftigung nachgehen‘, Kassel (Gr. 1894); ''düddeln'' ,eine Arbeit an winzigen Gegenständen verrichten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Duttelpeter''' ● ''Duddelbeder'' ,jemand, der fast so unbeholfen ist wie ein kleines Kind, der ohne Sinn herumhantiert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dützchen''' s. ● ''Ditzchen'' ,weibliche Brust‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dutzekopf''' ● ''Dutzekobb'' ● ''Hemme-hemme-Dutzekobb!'' sagt man zu Säuglingen beim Schäkern, indem man bei der Silbe ''Dutz'' mit der Stirn sanft an die des Kindes stößt. Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dutzelig''' ● ''dotzelech'' ,schwankend, schwindlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dutzeln''' ● ''dotzeln'' ,hin und her schwanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dutzen''' m. ● ''Dutzen'' ,Zitze, Brüste, Euter‘, im Hersfeldischen üblich (Vil. 1868); ''Dützen'' ,Euter‘, Oberellenbach (Hm. 1826).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch A – D'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_S</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S</title>
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				<updated>2015-01-22T04:56:07Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch S'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''S.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Saal''' n. ● ''das Sool'' ,der Saal‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''saat''' ● ,satt‘, Kassel 19. Jh. (Jonas); ''soot'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''sätigen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Säbbelbart''' ● ''Säwwelbaart'' ,jem., der viel und langweilig daherredet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''säbbeln''' ● ''säwweln'' ,viel und langweilig daherreden‘ (= ''kneten''), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sacknaß''' ● ,völlig durchnäßt‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sage''' f. ● ''Saache'' ,Säge‘, Kassel (Gr. 1894), ''Sooche'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''sage''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sagen''' ● ''sahn'' ,verbal äußern‘, Kassel 19., Anf. 20. Jh. (Gr. 1894), ''säjen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen Kassel: ''sahn, sahde, gesaht''; Oberellenbach: ''säjen, sät (säde), jesät''. ● ''Sahn'' in Kassel nur noch zu Anfang des 20. Jh.; inzwischen ersetzt durch hdt. ''sagen'' in mundartlicher Aussprache: ''saachen'' (''sachde'', ''gesacht''; ''a'' kurz).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sagen''' ● ''saachen'' ,sägen‘, Kassel (Gr. 1894); ''soochen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salat''' ● ''Solad'' ,Salat‘, Kassel (Gr. 1894); ''Saloot'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saldate''' ● ''Saldade'' ,Soldat‘, Kassel (Gr. 1894); ''Saldode'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salfete''' f. ● ''Salvete'' ,Serviette‘, verbreitet, bereits im 17. Jh. belegt (Vil. 1868); ''Salfeede'' ,Serviette‘, Kassel (Gr. 1894); ''Sallfeede'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Pfs. (1886) wendet sich gegen die verbreitete Ansicht, daß ''Salvete'' aus französ. ''serviette'' entstellt sei, weist hin auf romanisch ''salveta'' und ital. ''salvietta''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salfett''' n. ● ''Salfett'' ,Walfischtran‘, in Hessen, besonders in Niederhessen allgemein üblich, bereits 1604 belegt (Vil. 1868); ''Saalfett'', ursprünglich ,Seehundstran‘, „jetzt“ wird auch ,Walfischtran‘ darunter verstanden, Kassel (Gr. 1894); ''Soolfett'' ,Tran, Fischtran, der zum Schmieren der Schuhe verwendet wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. weist hin auf engl. ''seal'' ,Seehund‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salweide''' ● ''Soolwiere'', übertragen: ,trauriges Geschöpf‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salwende, -wand''' ● ''Selbende'', ''Silbende'', ''Salbende'', ''Salband'' n. ,natürliches Tuchende, nicht durch Abschneiden entstanden‘ (Vil. 1868); ''Salwende'', ''Salwenne'' [offenbar n.] ,Salband‘, Kassel (Gr. 1894), ''Salwenne'' ,Webekante‘, Kassel (Lüttebrandt 1917); ''Salwenge'' n. ''Salwaant'' f. ,Salband, Webekante des Tuches, von groben Fäden am Tuch angewebter Rand‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es äs an Salwenne.'' ,Es ist zu Ende.‘ (Lüttebrandt) ''Ech bän om Salwenge.'' ,Ich bin am Ende meiner Kraft.‘ (Hm.) ● DWB 14, Sp. 1683: ''Salband'' ,das natüliche Ende des Tuchs, das Zettelende, Saum‘, möglicherweise Kompositum aus ''selb-'' ,selbst‘ und ''Ende'', worauf bestimmte Belege hindeuten: nd. ''sülwenne'', ''sülwend'', ''sulfegge'', ''sülfkante'', niederländ. ''self-ende'', ''self-eggh'', ''self-kant'' u.a.m. Möglicheweise stammt das Wort aus dem Niederländischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salz''' ● ''jemandem etwas im Salze lassen'' ,jemanden zu nächster Abrechnung und Vergeltung im Gedächtnis behalten‘, äußerst üblich (Pfs. 1886); ''einen im Salze honn'', dasselbe, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salzmeste''' f. ● ,kleines hölzernes Faß in der Küche mit dem Salze, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Salzmeste'' ,Gefäß zum Aufbewahren des Salzes‘, Kassel (Gr. 1894); ''Saalzmätze'' (!) ,Gefäß aus Holz, Porzellan oder Emaille zur Aufbewahrung des Salzes, das in der Küche hängt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Meste''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''salzdröge''' ● ''saalzdreje'' ,salztrocken, ganz trocken, völlig ausgetrocknet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Samen''' ● ''Somen'', wie nhd., dazu: ,Raps‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Samenfett''' ● ''Somenfätt'' ,Rüböl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Samenhaber''' m. ● ''Somenhowwer'' ,Saathafer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Samenkorn''' ● ''Somenkorn'' ,Saatroggen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sandhase''' ● ''Sandhaas'' ,Fehler beim Kegeln, die Kugel läuft neben der Bohle auf dem Sand‘ (Vil. 1868); ''Sandhase'' ,Wurf der Kegelkugel entlang der Laufbohle, auf dem Sande‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sappermenter''' m. ● ''Sabbermenter'' ,durchtriebener Bursche‘ (nicht nur abwertend, durchaus auch anerkennend), Kassel (Gr. 1894). ● Zurückgehend auf ''Sabberment!'' ,Ausruf des Unwillens oder der Überraschung‘, entstellt aus ''Sakrament!''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sappern''' ● ''sabbern'' ,wiederholt, anhaltend nippen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sarraß''' m. ● ,Sárraß, Säbel‘, übetragen: ,sehr lebendiges, auch aufsässiges Kind‘, Kassel (Gr. 1894); ''Saaras'' ,durchtriebener Kerl, Schwerenöter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sätigen''' ● ''sähdigen'' ,sättigen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Satte''' f. ● ''Sadde'' ,Milchschüssel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauaas''' ● ''Söioos'', Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saubiest''' ● ,widerspenstiger Mensch, Quertreiber‘, Kassel 20. Jh.; ''Söibiest'' ,störrisches, widerspenstiges Schwein; störrischer, halsstarriger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauel''' f. ● ''Söiwel'' ,Schusterahle‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauerkohl''' ● ''Surenkohl'' ,Sauerkraut‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''surer Kohl'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufbeere''' f. ● ''Süffbäre'' ,Feldbirne, Kelterbirne‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufen''' n. ● ''Süffen'' ,Suppe‘, bei Felsberg (Pfs. 1886); ''Suffen'', für ,Suppe, gebräuchlich, aber nur in ''sures Suffen'' ,heißgekochte Milch‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufjost''' ● ''Suffjost'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufmatz''' ● ''Suffmatz'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Matz'' ist hess. Kurzform von ''Matthias''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufmichel''' ● ''Suffmichel'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufnase''' ● ''Suffnase'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufschlutte''' ● ''Suffschludde'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Schlutte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufschnudde''' ● ''Suffschnudde'' ,einer, der gern mal einen trinkt; kein Trinker im engeren Sinne‘, nicht immer unfreundlich gemeint, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Schnute''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saugente''' ● ''Süjjeähnde'' ,Blutegel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saukopf''' ● ''Söikopp'' ,halsstarriger Mensch, Dickkopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saule''' ● ''Sûl'' ,hölzerne Ecksäule von Fachwerkhäusern‘, ganz Althessen (Vil. 1868); ''Sulle'' ,Säule‘, Kassel (Gr. 1894); ''Sühle'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Steinsäulen wurde bis um 1830 ''Ständer'' genannt. (Vil.) ● Siehe ''Ecksaule''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauloch''' ● ''Söiloch'' ,schmutziges Loch; unordentliches, unanständiges Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saumade''' ● ,Zotenreißer‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saumensche''' n. ● ,Frau von üblem Charakter‘, Schimpfwort, Kassel 20. Jh.; ''Söimönsch'' ,schmutziges oder moralisch minderwertiges Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauritte''' m. ● ''Sauredde'', -''ridde'', Schimpfwort für den Hund, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauschnitter''' ● ''Söischnedder'' ,Viehkastrator‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauschwanz''' ● ,der Wirbelwind‘ [also ,Windhose‘], womit der Schwanz des Teufels bezeichnet werden soll, ganz Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sausutte''' f. ● ''Söisudde'' ,Jauche der Schweine‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sautier''' ● ''Söidier'' ,schmutziges oder sittlich anrüchiges Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sawaukohl, Sawauschen''' ● ''Sawáu'' m., oft vollständig ''Sawaukohl'', ,Savoyerkohl‘, üblicher Name des ,Wirsings‘ in Hersfeld (Vil. 1868); ''Safaudschen-Kol'', in Kassel die ausschließliche Bezeichnung des ,Wirsings‘ (Pfs. 1886); ''Sawauschen'' Pl. ,Savoyer Kohl, Wirsing‘, Kassel (Gr. 1894); ''Zawauschen'', dasselbe, Kassel (Bennecke 1904); ''Sofáienkohl'' ,Wirsing‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabch''' m. ● ,Krätze‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabbesdeckel''' ● ''Schawwesdeggel'' ,Sabbatshut, Sonntagshut, Zylinderhut‘, Kassel (Gr. 1894); ,alter, schäbiger Hut‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabehals''' ● ''Schawehals'' ,Geizhals‘, Kassel 20. Jh.; ''Schowehals'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schabernäcken''' ● ''schowwernäggen'' ,einen Streich spielen, necken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabernäcker''' ● ''Schowwernägger'' ,Schabernack ausübender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schabernäcksch''' ● ''schowwernäggsch'' ,stets zu Schabernack aufgelegt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabracke''' f. ● ''Schabraggen'', meist Plur. ,alte, unansehnliche Bekleidungsstücke für Frauen, Klamotten‘, ''Schabragge'' ,unordentliche, lumpige Frau‘, Kassel 20. Jh.; ''Schawweragge'' f. ,verächtliche Bezeichnung für eine Gesamtheit von Gegenständen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schacke''' m. ● ''Schack'' ,Schecke: buntes Pferd, weißbraun oder weißschwarz‘, in Niederhessen ausschließlich gebrächliche Form von hd. ''Schecke'' (Vil. 1868); ''Schagge'' ,geschecktes, buntes Tier (besonders Pferd oder Rind)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Oberellenbach auch ''Schecke'', wie hd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schacker''' m. ● ,böser, bissiger Hund‘, übertragen; ,hinterhältiger, tückischer Mensch‘, in Niederhessen gebräuchlich wie auch im östl. und noröstl. Deutschland (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schackig''' ● ''schaggech'' ,gescheckt, gefleckt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ebd. auch ''scheckig'', wie hd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schadarme''' ● ,Gendarm‘, übertragen: ,Aufpasser‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schafrippe''' ● ''Schoofrebbe'' ,Schafgarbe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schafschelle''' ● ''Schofeschelle'' ,Schnapsglas‘, Balhorn (Sl. 1901). ● Entspricht der ''Küheschelle'', s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schafsschinken''' ● ''Schoofsschinken'' ,Gitarre‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schaken''' m. ● ''Schoken'' Plur. (selten ''Schoke'' im Sing., dann schon eher ''Schoken'' m.) ,grober, plumper, unförmiger Schuh‘, verächtlich, Niederhessen, „nur noch selten gebraucht“ (Vil. 1868); ''Schoken'' (''o'' offen) ,grober Schuh‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schälchen''' ● ''Schälchen'' ,Untertasse‘, ganz Hessen (Pfs. 1886), Kassel (Gr. 1894); ''Schalchen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die Obertasse hingegen heißt ''Köpfchen''. (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schale''' ● ,Untertasse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schalkjahr''' ● ''Schalkj(o)hr'' ,Schaltjahr‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schalgjohr'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. verzeichnet nur ''Schalkjahr'' (also ohne die dialektale Aussprache von -''jahr'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schallu''' ● ''schallú'' ,neidisch, ärgerlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''jaloux''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schalter''' ● ''Schalter'' f. ,Fensterladen‘, zumal der nachts inwendig gesetzte, der jetzt außer Gebrauch gekommen ist, ''Scheller'' m. ,Riegel‘, Schwalm (Vil. 1868); ''Schahler'', auch ''Schaller'' ,Fensterladen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Der Gleichsetzung von ''Schalter'' und ''Scheller'', von Vil. nur vermutet, ist zuzustimmen. ● Vgl. mhd. ''schalter'', ''schelter'' ,Riegel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schämede''' f. ● ,Scham‘, Kassel (Gr. 1894), ,Scham, Schamgefühl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hoste dann gar keine Schämede?'' ,Schämst du dich nicht?‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schämerig''' ● ''schämerech'' ,Scham bereitend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schammerieren''' ● Siehe ''verschammerieren''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schank''' m. ● ,Schrank‘, in Hessen ausschließliche Form (Vil. 1868); ''Schank'', Kassel (Gr. 1894), ''Schaank'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schanc'', ahd. ''scanc''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schanzläufer''' ● „war früher allgemein üblich für eine Gattung von Kittel, eigentlich nur einen Schurz mit Ermeln; später hieß, mindestens zu Kassel, jeglicher Arbeits-Anzug so – dann aber auch spöttisch ungeschickte, grobe Tracht, ein wunderlich geschnittenber Rock, u.s.w. Die Benennung beruhet auf der Bedeutung von ''schanzen'' für arbeiten überhaupt; ebenwol heißt es ''sich abschanzen'' in gleichem Sinne als sich abrackern.“ (Pfs. 1886)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schar''' n. ● ''Schor'' ,rundes Eisen, auf dem die Kartoffelpfannkuchen gebacken werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Andernorts auch Schareisen genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schare''' f. ● ''Schore'' ,Pflugschar‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scharkuchen''' ● ''Schorkuchen'' ,Kartoffelpfannkuchen, auf dem ''Schar'' gebacken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scharmuzieren''' ● ''scharmezieren'' ,karessieren, umschmeicheln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scharteke''' f. ● ''Schardeege'', meist: ''ahle Schardeege'' ,eigensinnige, etwas heruntergekommene Frau‘, Kassel 20. Jh.; ''Schadeege'', meist: ''ahle Schadeege'' ,altes, unbrauchbares Gerät‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scharwallchen''' ● ,hastig, aber planlos umherlaufen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scharwerk''' ● ,Handdienst‘, Bezeichnung für die Wegebauten in der Gemeinde, auch für alle übrigen Gemeindearbeiten, Balhorn (Sl. 1901). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scharwerken''' ● ,Handdienste leisten‘, in übertragenem Sinn: ,tüchtig aerbeiten, schaffen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schatz''' ●  für ,Geliebter, Geliebte‘ in Althessen ausschließlich herrschender Ausdruck (Vil. 1868); ,Liebhaber, Liebchen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schatzleute''' ● ,Liebespaar‘ (Vil. 1868); ''Schatzliere'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schauder''' m. ● ''Schuder'', Kassel (Gr. 1894); ''Schürer'' ,fröstelnde Empfindung‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ähnliches ''Schutter'' ,Schauer‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schauderig''' ● ''schürerech'' ,einen Schauder hervorrufend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schaudern''' ● ''schudern'' ,schaudern vor Gräßlichem‘, Kassel (Gr. 1894), ''schürern'' ,vor Frost oder Ekel zittern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ähnliches ''schuttern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schauer''' f. ● ''die Schure'' ,Regenschauer‘, auch: ,Schnee-, Hagelschauer‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,Regenschauer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schauern''' ● ''sich schuren'' ,sich bei Regen usw. unterstellen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schäumchen''' ● ''Schemmchen'', Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s handschriftl. Manuskript: ''Schémmchen'' (Aussprache also: geschlossenes ''e'' bzw. offenes ''i''). Bei Gr. Hinweis auf die Ableitungsgrundlage ''Schumm'' ,Schaum‘. Inwiefern ihm das ''Schäumchen'' einen eigenen Eintrag wert war, ist nicht ersichtlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schäumen''' ● ''schemmen'' ,schäumen‘, auch: ,abschäumen‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript: ''schémmen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schäumlöffel, Schaumlöffel''' ● Schemmleffel, Kassel (Gr. 1894, ohne Angabe der Bedeutung); Schümmleffel ,Löffelmit dem man den Schaum von kochenden Speisen abschöpft‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript: Schémmleffel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schaurechtig''' ● ''schurächtich'' ,schaurig‘, Kassel (Gr. 1894). ● Formerklärung: ''schur''- + Suffixkomination -''acht'' + -''ig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schaute''' m. ● ''Schode'', ''Schaude'' ,schlechter, geringer, niedrig denkender Mensch‘ (Vil. 1868); ''Schaude'' ,Schurke, Schuft‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schaurig''' ● ''schurig'' ,schaurig, gräßlich‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch ''schaurechtig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schawelande''' ● ,bizarr erscheinende alte Jungfer‘, Benennung zur Zeit von Pfs.s Kindheit, Kassel (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schawelle''' f. ● ,unruhiges, stets hin und her laufendes kleines Mädchen‘ (Vil. 1868); ,schmutzig und unansehnlich gewordene Puppe‘, Hersfeld (Pfs. 1886); ''ahle Schawelle'' ,gutmütige alte Frauensperson‘, Kassel (Gr. 1894). ● Nach Gr. von französ. ''javelle'' ,lose Garbe, Getreideschwaden‘, auch ,Wickelpuppe‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabbesdeckel''' ● ''Schawwesdeckel'' ,schlechter Hut‘, verächtlich, ursprünglich nur von Juden und Juden gegenüber gebraucht, sehr üblich (Vil. 1868); ,Sabbatshut, Sonntagshut, Zylinderhut‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schawwesdäggel'' ,alter, schäbiger Hut‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schebb''' ● ,schief‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Wird nur als Prädikatsnomen gebraucht, nicht atttributiv; Gr.: ''schebb'' steht „nicht vor dem Hauptwort: ''De Nadel es schebb.''“ ● Vil. (1868) ordnet ''schepp'' allein Oberhessen zu (was sichtlich unrichtig ist). ● Siehe ''scheib'', auch ''schiewes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheel, schal''' ● ''schael'' ,schielend, einäugig‘ (Vil. 1868); ''schäl'' ,schielend‘, Kassel 20. Jh.; ''schal'' ,einäugig, schielend; ''schal'', abgestanden, wertlos‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Schäl gucken'' ,mißgünstig blicken‘, Kassel 20. Jh. ''Hä güggt schaal''. ,Er guckt schielend, er schielt.‘ (Hm.) ● Vgl. nhd. ''schielen'', das nichts mit nhd. ''schal'' zu tun hat, siehe ''schilchen'' ,schielen‘. Vgl. mnd. ''schêl(e)'' ,schielend‘. Vgl. mhd. ''schal'' ,schal, trübe‘; ''die liehten ougen sint schal.'' Hier liegen offenbar wechselseitige Beeinflussungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheelblatt''' ● ,Augenschutz am Pferdegeschirr‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheen''' f. ● ''Schin'' f. ,Schienbein‘, vor allem im nördl. Niederhessen (Vil. 1868); ''Schänn'' f. Schienbein‘, pl. ''Schänn'' ,Schindeln, gespaltene Haselruten, die am Fachwerkgebälk festgenagelt werden, um den Strohlehm daran haften zu machern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheenbein''' ● ''Scheenbein'' ,Schienbein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheenen''' ● ''scheenen'' ,schienen, Schienen anlegen (Chirurgie)‘, Kassel (Gr. 1894); ''schännen'' ,mit Schindeln versehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheib''' ● ''scheib'' ,schief‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''scheib'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''scheep'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Wird attributiv und als Prädikatsnomen gebraucht gebraucht, also etwa: ''där scheiwe Baum'', ''där Baum is scheib''. Kassel. ''Hä güggt scheep.'' ,Er guckt mürrisch von der Seite.‘ ''Scheewes Oos'' ,schiefes Aas‘, beliebtes Schimpfwort. (Hm. 1926). ● Volkstümliche Straßenbezeichnung in Kassel: „''Scheiwe Fullegasse'', zum Unterschied von der kürzeren, geraden. Sie führte von der [ehemaligen] [[Alte Fuldabrücke|Fuldabrücke]] nach dem Renthof.“ (Gr.) ''Scheiwes Faß'': „wird bei der Hausschlachterei gebraucht“. (Gr.)  ● Siehe ''schebb'', auch ''schiewes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheibbein''' ● ''Scheebeeng'' ,Schiefbein, Person mit schiefen Beinen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheibes''' n. ● ''ein Scheiwes werfen'' ,die Kegelkugel schief, d.h. zur Seite werfen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheibmaul''' ● ''Scheebmüll'' ,Schefmaul, Kind, das dauernd senen Mund zum Weinen verzieht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheißen''' ● ''schissen'', Kassel 19., 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ''Ich will dä was schissen.'' ,Derbe Ablehnung einer Bitte oder Aufforderung‘. Kassel 20. Jh. ''Ech wäll dä wos schissen.'' Dasselbe, Oberellenbach. (Hm.) ''Hä kimmet schun widder aangeschissen.'' Kassel 20. Jh. ,Er kommt schon wieder hergelaufen‘. Kassel 20. Jh. ''Hä kemmt schon werre jeschässen''. Dasselbe, Oberellenbach (Hm.) ● Stammformen Kassel: ''schissen'' (mit geschlossenem ''i''), ''schiß'' (''scheß''), ''geschissen'' (''geschessen'') (Imperfekt und Part. Perf. mit offenem ''i'', läßt sich auch mit ''e'' wiedergeben). Stammformen Oberellenbach: ''schissen'', ''schäß'', ''jeschässen'' (Hm.). ● ) Bei Gr. Infinitiv bzw. Präsensstamm fehlerhaft: er setzt ihn mit ''é'' an, Aussprache also mit geschlossenem ''e'' bzw. offenem ''i''. Das trifft keineswegs zu: es handelt sich um ein geschlossenes ''i''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheißer''' m. ● ''Schisser'' ,kleines Kind‘, spöttisch, auch fast liebevolle Anrede für ein kleines Kind, Kassel 20. Jh. ● In der Grundbedeutung vor allem in dem Kompositum ''Hosenschisser'', Kassel 20. Jh.; vgl. auch ''Schluttenschisser''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheißerei''' ● ''Schisserei'' ,Durchfall‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheißern''' ● ''schessern'' ,sich nahenden Stuhlgang verspüren‘ (unpersönl. Verb), Kassel (Gr. 1894); ''schissern'' (mit gerschlossenem ''i'') ,zum Scheißen reizen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr.s Manuskript hat ''schéssern'', also geschlossenes ''e'' bzw. offenes ''i''. Scheinbar hier dieselbe Abweichung wie bei ''schissen'' ,scheißen‘, nach Gr. (fälschlich) ''schéssen''. Das korrekte geschlossene ''i'' zeigt sich in der Oberellenbacher Form ''schissern'', die ja, wenn sie lautliche Parallele wäre (mit niederhess. Senkung), ''schässern'' lauten würde. ● ''Äs schessert mech. Mech schessert.'' ,Ich muß gleich mal (kacken)‘, letzteres auch zur Bespöttelung der Rede eines anderen, mit der Hinzufügung „Ach, Herr Siewert!“ Kassel (Gr. 1894). ● Anmerkung hierzu in Gr.s Wörterbuch durch den Herausgeber Paul Heidelbach (1952): „Der frühere cand. theol. Otto Siebert (1822 – 1899) war Inhaber einer Privatschule zur Vorbereitung auf das Gymnasium. Seine Schüler pflegten, wenn sie während des Unterrichts ,mal hinaus‘ mußten, zu rufen: ,Herr Siewert, Herr Siewert!‘ Mit der Zeit war der Ausruf ,Herr Siewert, mech schessert‘ in Kassel sprichwörtlich geworden. Wilhelm Bennecke schreibt in seinem Buch ,Das Hoftheater in Kassel‘ über den Komiker Friedrich Hesse: ,Hesse hatte nur einmal etwas anderes gesagt, als in seiner Rolle stand, und das war ,Ach, Herr Siebert!‘ gewesen, ohne daß er die Bedeutung dieses Ausrufs kannte. Als darauf ein donnernder Applaus losbrach und auch der Kurfürst, der in den Kasseler Redensarten sehr auf dem laufenden war, lachte, wurde Hesse stutzig. Er erkundigte sich näher nach dem geflügelten Worte und verschwor von nun an jedes Extempore.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schelle''' f. ● ,Hautblase, z.B. Brandblase oder durch wilde Blattern hervorgerufen‘ (Vil. 1868); ''Schalle'' ,Hautblase, die durch Brennen entsteht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schelmenlied''' ● ,jedes nicht geistliche Lied, besonders das Liebeslied‘, Balhorn (Sl. 1901); ,weltliches Lied, Liebeslied‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bedeutungsgleich mit ''Schälmenschdeggchen'' ,Schelmenstückchen‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schenk''' ● Siehe ''Ballschlag''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schenkeln''' ● Bezeichnung für das Wetzen und Wundstreichen des hinteren Hufes bzw. der Fessel (vielleicht auch nur am Vorderbein) mit dem Stollen des anderen Hufeisens bei Pferden, Schwalm (Pfs. 1886); ,beim Gehen mit dem einen Fuß am andern herstreichen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheppeln''' ● ''scheppeln'', ''aufscheppeln'' ,kränzen‘, d.h. durchflechten des Haares mit rotem Band und künstlichen Blumen (bei abgelegter Betzel) als Ehrenschmuck der jungfräulichen Bräute zur Hochzeit, auch der jungfräulichen Gevatterinnen bei Kindstaufen, wie auch der jungfäulichen Begleiterinnen; nur in den Gebirgsteilen der Grfaschaft Ziegenhain üblich, doch auch sonst in dieser Gegend [d.h. Schwalm] bekannt, auch in anderen Teilen Deutschlands; in Niederhessen völlig unbekannt (Vil. 1868). ● Vgl. mhd. ''schapel'', ''schappel'' ,Kranz von Laub, Blumen (natürlichen oder künstlichen) als Kopfschmuck der Jungfrauen‘ (Lex.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scherbel''' f. ● ''Scherwel'' ,Scherbe‘, auch: ,Rest eines abgebrochenen Zahnes im Mund; Kopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scherbelware''' ● ''Scherwelwore'' ,Gegenstände aus Ton oder Porzellan‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheren''' ● ''sich scheren'' ,sich kümmern um‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheren''' ● ,schüren‘, Kassel (Gr. 1894); ''schären'' ,(Feuer) schüren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scherschante''' ● ''Scherschande'' (Bullezeischerschande) ,preußischer Schutzmann‘, Kassel (Gr. 1894). ● von französ. ''sergeant''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scherzen''' ● „schürzen, wohl richtiger, wie auch gesprochen wird: scherzen“, ,den Dienst verlassen (von Knechten und Mägden)‘, inneres Hessen, im Fuldaischen, Hersfeldischen, in der Grafschaft Ziegenhain, auch in Oberhessen nicht ungebräuchlich (Vil. 1868); ''schärzen'' ,den Dienst verlassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''scherzen'' mit der vermutlichen Bedeutung ,abschneiden, kürzen‘, so Lex. mit Verweis auf mhd. ''scherze'' m. ,abgeschnittenes Stück‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scherzköze''' f. ● ''Schärzekeeze'', in der Redensart: ''Hä (äs) gricht de Schärzekeeze jepaggt.'' ,Er (es) kriegt die Scherzköze gepackt, d.h. ein Knecht (eine Magd) tritt den Dienst an‘. Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheuch''' ● ''schich'' ,scheu‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''schiuch'', ''schiuhe'' ,scheu, verzagt‘; Entwicklung: ''schiuch'' (''iu'' = langes ''ü'') &amp;gt; ''schüch'' (belegt) &amp;gt; ''schich'' (Entrundung und Kürzung). Mhd. ''iu'' (= ''ü''), wurde nhd. zu ''eu'' diphthongiert, im Niederhess. weitgehend nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheuchterechtig''' ● ''schichterechtig'' ,gerne scheuend (von Pferden)‘, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Ableitung mit dem Suffix -''echtig'' (Pfs.), s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheuer''' f. ● ''Scheuer'', gesprochen ''Schier'', ,Aufbewahrungsort von Getreide, Stroh und Heu‘, im östl. Althessen‘ (Vil. 1868); ''Schiere'' ,Scheune‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Schiere'', Kirchberg 20. Jh. ● Im westl. Althessen hingegen ''Scheune'' üblich, gesprochen ''Schine'' (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schicke''' ● ''schegge'' ,betrunken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript ''schégge'' geschrieben, also geschlossenes ''e'' bzw. offenes ''i'' als Stammvokal. ● Ableitung ''angeschiggert'' ,angetrunken‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schicken''' ● ,auslangen, ausreichen, genügen‘, Hessen (Pfs. 1886); ''schiggen'' ,senden; ausreichen, genügen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926), ''sech in wos scheggen'' ,sich in etwas fügen‘ (Hm.). ● ''Es schigget.'' ,Es reicht, es ist genug.‘ Kassel 20. Jh. ''Äs scheggt'', dasselbe (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schickening''' ● ''scheggenink'' ,schickend, ausreichend‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Wos scheggenink machen'' ,etwas schickend machen, bewirken, daß es ausreicht‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schickern''' ● ''sich schickern'' ,sich zurückhaltend benehmen‘, Fritzlar und Umgebung (Vil. 1868). ● ''Schicker dich!'' ,Benimm dich! (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schickse''' f. ● ''Scheggse'' ,liederliches, ehrloses Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus der Studentensprache: ''Schickse'' ,leichtes Mädchen, Flittchen‘; älter: rotwelsch ''Schicksel'' n. ,Judenmädchen‘; aus dem Jiddischen: ''schickzo'', ''schickzel'', ''schickzeche'' ,nichtjüdisches Mädchen, christliches (Dienst-)Mädchen‘, zurückgehend auf hebräisch ''scheqes'' ,Unwürdiges, Abascheuliches‘ (Pff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiebekaren''' ● ''Schiewekahren'' ,Schubkarren‘, Kassel (Gr. 1894), Kassel 20. Jh. ● Siehe auch ''Schubkaren''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiebekühe''' ● ''Schiewekiewe'' ,Schiebe-, Zugkühe‘, Kassel 19. Jh. (Jonas 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schieben''' ● ''schiewen'', Kassel 20. Jh. ● Stammformen: ''schiewen'', ''schobb'', ''geschowwen''. ● Neben schieben auch ''schuben'', siehe das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schieber''' f. ● ''Schibber'' ,Splitter‘ (Vil. 1868); ''Schiber'' m., f. gesprochen ''Schiwwer'', ,Schiefer, Splitter‘ (Pfs. 1886); ''die Schewwer'' ,der Schiefer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''die Schiwwer'', Flurbezeichnung, Kirchberg 20. Jh. (''die Schieber'' in hd. Schreibweise, 17. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schieberchen''' ● ''Schewwerchen'' ,kleiner Splitter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schieberig''' ● ''schewwerech'' ,sich in kleine Splitter auflösend, splitterig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schiebern''' ● (''sich'') ''schibbern'' ,sich in kleine Splitter auflösen‘ (Vil. 1868); ''sich schewwern'' ,sich schiefern, abblättern‘, Kassel (Gr. 1894); ''sech schewwern'' ,sich in kleine Splitter zerlegen, sich abblättern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''schéwwern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schieberstein''' ●  ''Schewwerstein'' ,Schieferstein, Dachschiefer‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schewwersteeng'' ,Schiefertefel, Schultafel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''Schéwwerstein''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiebertafel''' ● ''Schiwwerdafel'' ,Schiefertafel‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schiebes''' ● ''schiwes gehn'' ,verloren gehen, draufgehen, untergehen‘, in Niederhessen sehr gebräuchlich (Vil. 1868); ''schiewes gehen'' ,schiefgehen, mißlingen, verloren gehen‘, Kassel (Gr. 1894); ''schiewes gän'' ,verloren gehen, zugrunde gehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schießel''' m. ● ,kleine Tonkugel für Kinderspiele‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiff''' n. ● ,Schiff, größeres Wasserfahrzeug‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiff''' m. ● ,die Funktion des Urinierens‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiffchen''' ● ,kleiner rechteckiger Kessel, in die Herdplatte eingelassen, zur Wassererwärmung bzw. zur dauernden Bereitstellung von warmem Wasser‘, Kassel 20. Jh. ● Sehr wahrscheinlich Umdeutung von *''Schäffchen'', vgl. mhd. ''schaf'', ''schaffes'' n. ,Gefäß für Flüssigkeiten‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiffe''' f. ● ,Seiche, Urin‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiffel''' m. ● ''Scheffel'' ,Weberschiffchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schiffen''' ● ,urinieren‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiffer''' ● ,Treideler; Mann, der Fuldakähne flußaufwärts zieht‘, Melsungen (Kirchenbuch 19. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schilchen''' ● ,schielen‘, ganz Hessen fast ausschließlich üblich (Vil. 1868); ''schelchen'' ,schielen‘, auch: ,verstohlen nach etwas sehen‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript ''schélchen'' geschrieben, also geschlossenes ''e'' bzw. offenes ''i'' als Stammvokal. ● Vgl. mhd. ''schilhen'' (Aussprache ''schilchen''). ● Siehe ''scheel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindaas''' s. ● Schimpfwort, ganz Hessen, belegt in Marburg 1658 (Vil. 1868); ''Schennoos'', häufiges Schimpfwort, Kassel (Gr. 1894); ''Schengoos'', starkes Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''Schénnoos''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schinden''' ● ''sech schengen'', auch: ''schennen'' ,sich quälen, abarbeiten‘, Kassel (Gr. 1894), ''sich schinnen'', Kassel 20. Jh.; ''schengen'' ,eine Gans schinden, d.h. die geschlachtete Gans nicht braten, sondern statt dessen in Stücke zerhacken und einsalzen‘, ,jem. quälen, peinigen‘, ''sech schengen'' ,sich schinden, sich quälen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''schéngen'', ''schénnen''; ''schengen'' (''schingen'') ist ländliche Form, kein Stadtkasselänsch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schinder''' ● ''Schenger'', auch: ''Schenner'' ,Schinder; grausamer Mensch, Tierquäler‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schinner'', Kassel 20. Jh.; ''Schenger'' ,Abdecker, Rasenmetzger; Tierquäler‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''Schénger'', ''Schénner''; ''Schenger'' ist ländliche Form, kein Stadtkasselänsch; richtiger siehe z.B. ''Ziegenschinder'' (''Zächenschenner'', Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindergasse''' ● ''Schingergasse'', ''Schengergasse'', die ,Schindergasse‘ in der Kasseler Unterneustadt, Waisenhausstraße (Gr. 1894). ● Die Unterneustadt war der „arme“ Stadtteil, scheinbar stärkerer Zuzug vom Lande (daher vermutlich auch die ländliche Form ''Schinger'' statt ''Schinner''); Übername der Unterneustadt: ''Derfchen'' ,Dörfchen‘. ● Anmerkung zu Gr.s Artikel durch den Herausgeber seines Wörterbuchs Paul Heidelbach (1952): „Die in der Unterneustadt gelegene Waisenhausstraße hieß früher nach der hier wohnenden Familie Langschenkel die Langschenkel- oder Schenkelgasse und wurde in ihrem östlichen Teil Schindergasse genannt; denn das hier gelegene Haus Nr. 29 wurde in den Häuserverzeichnissen 1603 als Scharfrichters Haus, 1605 als Henkershaus und 1622 als Schinderei bezeichnet. 1605 wohnte in ihm Meister Hans der Scharfrichter, und noch 1768 war es die Wohnung des Nachrichters.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindleich''' m. ● ''Schindleich'', Schimpfwort (Vil. 1868); ''Schingeleich'', ''Schengeleich'' ,Kadaver‘, auch derbes Scheltwort, Kassel (Gr. 1894); ''Schengleech'' m. ,Schindrasen, Bergungsstelle für das eingegangene Vieh‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel (Gr.) semantisch offenbar angelehnt an hd. ''Leiche'' (siehe aber ''Schindleichsweg''). Die eigentliche Bedeutung erhalten in Oberellenbach. ● Zur vermutlichen Bedeutungsentwicklung: Mhd. ''leichen'' ,hüpfen, aufsteigen, gelenkig biegen‘; foppen‘, ''leich'' m. ,Musikstück, Melodie, Gesang‘, ahd. ''leihhen'' ,zucken, wippen‘, ''leih'' m. ,Lied, Gesang, Melodie, Musik‘, got. ''laikan'' ,hüpfen, springen‘, ''bilaikan'' ,verspotten‘, ''laiks'' ,Tanz‘, altnord. ''leika'' ,spielen, fechten, jem. mitspielen‘, ''leikr'' ,Spiel, Spott‘, altengl. ''lācan'' ,sich schnell bewegen, spielen, fechten‘, ''lāc'' ,Spiel, Kampf, Beute, Gabe‘. Das in allen germanischen Sprachen verbreitete Substantiv, in mhd. Form ''leich'', bedeutete ursprünglich offenbar ,Tanz, Spiel, Kampfspiel, öffentliches Vergnügen‘ und scheint – zumindest in Nordhessen –  als Bezeichnung auf die Plätze, wo dergleichen stattfand, übergegangen zu sein. Sofern vor den Siedlungen gelegen, sind solche freien Plätze, Rasenplätze (später) offenbar auch als Schindrasen genutzt bzw. zu solchen umgewidmet worden, gewiß in einer Zeit, in der die ursprüngliche Bedeutung von ''Leich'' schon in Vergessenheit geraten war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindleichsweg''' ● ''Schingeleichsweg'', von Bettenhausen (heute Stadtteil von Kassel) zur Abdeckerei, Schinderei führender Weg, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● Gemeint: ,Weg zum Schindleich, d.h. zum Schindrasen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindluder''' n. ● ''Schindluder'', Schimpfwort (Vil. 1868); ''Schindluder mit einem driewen'' ,jem. schikanieren, übel behandeln‘, Kassel 20. Jh.; ''Schenglürer mit ämm schbälen'' ,mit jem. spielen, jem. verächtlich behandeln, dem Spott preisgeben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schippe''' f. ● ''Schippe'' ,eiserne Schaufel‘, im östl. Hessen auch für ''Spaten'' gebräuchlich (Vil. 1868); ''Schebbe'' ,Schaufel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schebbe'', Oberellenbach (Hm. 1926); Plur. auch: ,lange Finger- oder Zehnägel‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl mhd. ''schipfe'' m. ,Schaufel, Grabscheit‘, mhd. (md.) ''schippe'' f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schippe''' f. ● ,Mützenschirm‘, metaphorisch, wegen der Ähnlichkeit mit einer Schippe (Schaufel), ausschließlicher Ausdruck, ganz Hessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schippchen''' ● ,kleine Schippe (Schaufel); die vorgestreckte Unterlippe bei weinerlichen Kindern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schippenmist''' ● ''su füll wie Schebbenmäst'' ,so faul wie Schippenmist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schirlitzchen''' ● ,leichtes Kleidungsstück, namentlich Umhängsel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schirne''' f. ● ''Schirn'' ,öffentlicher Verkaufsplatz, in Hessen nur für Fleisch, daher ''Fleischschirn'', ''Wildpretschirn''‘ (Vil. 1868); ,Verkaufssplatz, -stand‘, Kassel, scheinbar nur belegt in ''Wilbertschirne'' (siehe das) und historisch: [[Rathaus am Altmarkt|die alte Fleischschirne am Altmarkt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiß''' m. ● ''Schiß'' ,Schiß, Scheiße, das Scheißen (also nicht nur das Produkt, sondern auch die Verrichtung des großen Geschäfts)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schäß'' ,menschliche und tierische Exkremente‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Schiß honn'' ,Angst haben‘, Kassel 20. Jh., (''jo''), ''en Schiß!'' ,derbe Ablehnung‘, Kassel 20. Jh., ''en Schäß!'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ''Du bäst en Kärle wie’n Schobben Schäß.'' ,Du bist ein minderwertiger, zu nichts zu gebrauchender Mensch.‘ (Hm.) ● Aussprache von ''Schiß'' in Kassel mit kurzem offenem ''i'', deshalb auch Schreibung ''Scheß''. Das Wort entspricht lautlich nicht dem hochdt. Wort ''Scheiße'', das im Niederhessischen keine lautliche Parallele hat. Gr. (1894, Kassel) verzeichnet ''Schiß'' an unterschiedlicher Stelle als ''Schäß'' und ''Scheß'', letzteres im Manuskript – mit Akzent – als ''Schèß'', d.h. die Aussprache ist also gleich: offenes ''e''. Gleichwohl schreibt er ''Scheßdebbchen''; das Manuskript hat ''Schéßdebbchen'': hier also ''Scheß'' mit geschlossener Aussprache des ''e''; auch Schreibung ''Schiß'' wäre möglich gewesen: sehr offenes ''i''. ''Schäß'' (mit „niederhessischer Senkung“ des i-/e-Lauts) ist ländliche Aussprache in Teilen des Umlands von Kassel und erklärt sich in Kassel sicherlich durch starken Zuzug vom Land im Zuge der Industrialisierung im 19. Jh. (vgl. etwa auch die Dubletten ''is''/''es'' – ''äs'' ,ist‘, ''Schinner'' – ''Schenger'' ,Schinder‘). Das ländliche ''Schäß'' hat sich gegenüber ''Schiß'' letztlich nicht durchgesetzt, gilt aber kurioserweise als sogenanntes „Kasseler Wörtchen“. – Gr. führt weiterhin an: ''Schäßarsch'', ''Schäßkobb''! Auch hier gegenüber dem „bürgerlichen“ ''Schißdibbchen'' (''Scheßdebbchen'') (Gr.) die derbere Unterschichten-Variante.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißarsch''' ● ''Schäßoorsch'' ,schmutziger Mensch; kleiner Kerl; Feigling, Angsthase‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißchen''' ● ''en Schäßchen'' ,ein bißchen; durchaus nicht!, keineswegs!‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißdreck''' ● ''en'' ''Schäßdräck''! ,Keineswegs!‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schisserig''' ● ''schesserig'' ,scheißerig, plötzlichen Stuhlgang verspürend‘, Kassel (Gr. 1894). ●  ''Es wird mä schesserig.'' (Gr.) ● In Gr.s Manuskript ''schésserig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schissig''' ● ''schässech'' ,mit Kot beschmutzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißtüpfen, -tüpfchen''' n. ● ''Schißdibben'' ,Nachttopf‘, Kassel 20. Jh., ''Scheßdebbchen'', ''Schißdibbchen'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schäßdebben'' ,Nachtgeschirr‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißwanst''' m. ● ''Schäßwanst'' ,ungezogenes Kind‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabber''' f. ● ''Schlawwer'' ,redselige Person, Plaudertasche; nicht stillstehender Mund‘, gleichbedeutend mit ''Schlabbermaul'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabberei''' ● ''Schlawwerei'' ,Geschwätz, ohrenbeleidigendes Schwatzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlabberig''' ● ''schlawwerich'' ,geschwätzig‘; auch: „verwandt mit ''ohliewig'' und ''blemberig''“, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabberjuck''' m. ● ''Schlawwerjuck'' ,dünne, gehaltlose Flüssigkeit, namentlich dünner Kaffee‘, gleicbedeutend: ''Schlawwerjucksbrieh'' ,Schlabberjucksbrühe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabbermaul''' ● ''Schlawwermull'' ,Schwätzerin redselige Person, Plaudertasche; nicht stillstehender Mund‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlabbern''' ● ''schlabbern'' ,eilig und undeutlich sprechen‘ (Vil. 1868); ''schlawwern'' ,Geschwätz machen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,viel und unnütz reden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabbertasche''' ● ''Schlawwerdösche'' ,Schwätzerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlachtemulde''' ● ''Schlochtemolle'' ,Fleischmude, Fleischtrog‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlächter''' ● ''Schlächder'' ,Hausschlachter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlachtewerk''' ● ''Schlachdewerk'', gemeint: Würste, Schinken usw., Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''Schlochdewärk'' ,das Eingeschlachtete‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlacke''' f. ● ''Schlagge'' ,großgewachsener Junge (Bursche); ungewöhnlich großer Hund, Fisch und dgl.‘, Kassel (Gr. 1894), ,Lümmel‘, gutmütig, Kassel 20. Jh.. ● Scheint Spitzname der Kasseler Atstadtjungen geworden zu sein, dann verallgemeinert: ''Kasseler Schlacke'' ,ungehobelter, pfiffiger Kasselaner (der Unterschicht), ungeniert Dialekt oder Halbdialekt sprechend‘, nicht nur außerhalb Kassels gebräuchlich, sondern durchaus in Kassel selbst, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlacken''' ● unpers. ,gleichzeitig regnen und schneien‘ (Vil. 1868); ''schlaggen'' ,kalt regnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''schlackern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlackerig''' ● ,trüb, naß‘, vom Wetter gesagt, besonders beim Auftauen des Winterfrostes (Vil. 1868); in der Verbindung ''schlaggeriches Wedder'', d.h. ''Schlackerwetter'' (siehe das), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlackern''' ● ''schlaggern'' ,kalt regnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlackern''' ● ''schlaggern'' ,wackeln, keinen festen Halt haben‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlackerwetter''' ● ,Wetter, bei dem Schnee mit Regen vermischt fällt‘, besonders in Niederhessen üblich (Vil. 1868); ''Schlaggerwedder'' ,Regenwetter mit aufgeweichter Straße‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,kaltes und nasses Wetter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlackwetter''' ● gleichbedeutend mit ''Schlackerwetter'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafbetzel''' f. ● ''Schlofbätzel'' ,verschlafen aussehender Mensch, Schlafmütze‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafbock''' ● ''Schlofbock'' ,verschlafen aussehender Mensch, Schlafmütze‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schläfern''' ● ''schleefern'', unpers.: ''Es schleefert mech.'' ,Es schläfert mich, mich drückt der Schlaf.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafezius''' m. ● ,ungeschickter Mensch; Schlingel‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafittchen''' s. ● ''am Schlafíttchen krichen'' ,beim Kragen packen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafittich''' ● ''Schlafittich'', ''Schlafitch'' m., „anstatt Schlagfittich“, in Hessen und anderwärts nur in Rdewendungen üblich: ''Einen beim Schlafittich kriegen''. ‚Jem. erwischen und festhalten.‘ (Vil. 1868); ''am Schlahfíddich krechchen'' ,beim Arm, beim Kragen packen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schlafídch'' m., nur in der Redensart ''om Schlafídch grijjen'' ,jem. am Kragen fassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● „An sich bedeutet ''Schlagfittich'', die Schwungfedern des Flügels, … indes ist der Ausdruck von den Vögeln nicht mehr in Uebung.“ (Vil.) Bei Vil.s Deutung als „Schlagfittich“ fällt auf, daß der Wortakzent bei ''Schlafíttich'' auf der zweiten Silbe liegt und nicht auf der ersten. Es müßte, wenn Vil. recht hat, eine Akzentverschiebung stattgefunden haben wie z.B. bei ''Holunder'', ''Hornisse'' und ''lebendig'' (zweite Silbe beschwert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafmatz''' m. ● ''Schlofmatz'' ,jem., der viel, oft, lange schläft‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Matz'' ist alter hessischer Vorname, Koseform von ''Matthias''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagd''' f. ● ''Schlacht'' ,Ladeplatz für die Schiffsfracht in Kassel‘ am linken Fuldaufer, Kassel 19., 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagdhase''' ● ''Schlachthase'' ,Lastträger, eigentlich Lastträger an der Schlagd‘, dann verallgemeinert: „ehe es Dienstmänner gab“; ,Eckensteher‘, auch: ,roher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagdlümmel''' ● ''Schlachtlemmel'' ,roher Mensch, Lümmel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlahen''' ● ''schlahn'' ,schlagen‘, Kassel (Gr. 1894), ''schlohn'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''schlahn'', ''schluhch'', ''geschlahn'', Kassel 19. (und frühes 20.) Jh.; ''schlohn'', ''schluck'', ''jeschlohn'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlahmöller''' ● ''Schlohmeller'' ,Schlagmüller, Ölmüller‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlahmühle''' ● ''Schlohmeele'' ,Schlagmühle, Ölmühle‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlahning''' ● ''schlohnink'' ,schlagend‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä färt sech wie vär’m schlohningen Güll''. ,Er fürchtet sich wie vor einem schlagenden Pferd.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlamasse''' ● ''Schlamassel'', ''Schlamassen'' ,unordentliche Masse, Masse von Unrat‘ (Vil. 1868); ''in de Schlammássen'' ''bringen'', ''kummen'' ,in übles Gerede bringen, kommen; in üble Lage, in Unglück geraten‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schlamásse'' f. ,unordentliche Masse, Unrat‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Entspricht hd. ''Schlamassel'' ,unangenehme Situation, Unglück, Mißgeschick‘; aus dem Jiddischen. (Pff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlamm-Mulch''' ● ''Schlammulch'', übertragen: ,Säufer‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlampampe''' f. ● ''Schlambámbe'' ,unordentliche, faule, unreinliche, nachlässige Frauensperson, doch meist gemütlich‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlampe''' f. ● ,nachlässige, unordentliche Frauensperson‘, in Hessen wie anderwärts sehr üblich (Vil. 1868); ''Schlambe'', gleichbedeutend mit ''Schlampampe'', Kassel (Gr. 1894), ,verlotterte Frauensperson‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Schlumpe''. ● Männliche Gegenstücke zu ''Schlampe'' nach Pfs. (1886) ''Schlamp'' und ''Schlampes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlanzieren''' ● ''schlanzieren gänn'' ,schlanzieren gehen, sich müßig herumtreiben‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. slenzic ,müßig, träge‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappe''' f. ● ,Pantoffel‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappen''' m. ● ''Schlabben'' ,Pantoffel, leichter (ausgetretener) Schuh, Sandale‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappenrat''' m. ● ''Schlabbenrad'' (richtiger: -''rot'', mit offenem ''o'') ,Schuster‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. fügt in Klammern hinzu: „Friedrich Schmidt, Wilhelmstraße 17“; dieser dürfte demnach als erster mit der humoristischen Bezeichnung gemeint gewesen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlapperbrühe''' ● ''Schlabberbrieh'' ,schwache Suppe, schwacher Kaffee‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlapperig''' ● ''schlabberich'' ,schwach, schlapp, fad‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''De Subbe schmecket mä schlabberich.'' ,Die Suppe schmeckt dünn, fad.‘ ''Äs es me so schlabberich.'' ,Mir ist unwohl, bin schwach.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlappern''' ● ''schlabbern'' ,mit Geräusch auflecken‘ (Vil. 1868); ''schlabbern'' ,geräuschvoll schlürfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''schluppern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlappern''' ● ''schlabbern'' ,wackeln, schaukeln‘ (Pfs. 1886); ''schlabbern'' ,wackeln, wackelnd herunterhängen (z.B. weite Garderobe), Kassel 20. Jh. ● Siehe ''schluppern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappich''' m. ● ''Schlabbich'' ,träger, nachlässiger Kerl‘, Kassel 20. Jh.; ''Schlabbch'' ,fauler Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappmaul''' ● ''Schlabbmull'' ,Mund mit Hängelippe‘, auch abwertend für ,Mund‘, insbesondere für ,Mund, der nicht stillsteht‘; übertragen: ,Schwätzer(in)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappsack''' ● ''Schlabbsack'' ,träger Kerl‘, Kassel 20. Jh., ,unordentlicher, träger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappschnude''' f. ● ''Schlabbschnudde'' = ''Schlabbmull'' ,Schlappmaul‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlarges''' ● ''Schlarjes'' ,lang aufgeschossener junger Mensch‘, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlauder''' m. ● ''Schludder'' ,Verschwender‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlauder''' f. ● ''Schlürer'' ,unordentliche, nachlässige weibliche Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. spätmhd. ''slūderer'' m. ,jem., der übereilt, nachlässig arbeitet‘&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlauderig''' ● ''schlürerech'' ,unordentlich, nachlässig, liederlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlaudermutz''' m. ● ''Schludermutz'' ,Leichtfuß‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlaudern''' ● ''schludern'' ,schleudern, mit weit ausholenden Armen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,nachlässig arbeiten‘, Kassel 20. Jh.; ''schlürern'' ,schleudern, schleudernd wegwerfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''slûdern'' ,schleudern, schlenkern‘. (Lex.) Nhd. ''schlaudern'',nachlässig gehen, schlendern‘ (Luther, Pff.) ● Siehe ''schluddern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlauderpreis''' ● ''Schluderpreis'' ,Schleuderpreis‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlaudersack''' ● ''Schlürersack'' ,unordentlicher, oberflächlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlaudrian''' ● ''Schluderjahn'' ,unordentlicher Mensch, oberflächlich arbeitender Mensch‘, Kassel 20. Jh.; ''Schlürerjohn'' ,unordentlicher, oberflächlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlaute''' ● ,Flasche‘, siehe ''Schlutte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlehne''' ● ''schlähne'' ,allmählich bergaufführend‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''lehne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schleicher''' ● ''Schlicher'', ''Schlichert'' ,Duckmäuser, Leisetreter‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schlicher'' ,schleichend sich bewegender Mensch, Aushorcher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schleierschloßeweiß''' ● ''schlaierschloßewiß'' ,schneeweiß‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''schloßeweiß''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schleifgele''' f. ● ,Mädchen von dummer bäurischer Manier, dazu faul, nachlässig‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Gele''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schleifschuh''' ● ''Schleefschuch'' ,nachlässig gehender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlenkerbein''' ● ,Mensch, welcher die Beine schlenkernd bewegt‘, Spottwort (Vil. 1868); ''Schlenkerbeeng'' ,Person, die beim Gehen die Beine schlenkert, in kreisende Bewegung versetzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Schlenkerbein'', offenbar auch in Kassel gebräuchlich: Eine Tochter der berüchtigten Kasseler Diebsfamilie Schebe (1830er Jahre) wurde ''Anne Marthe Schlenkerbein'' genannt (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlette''' f. ● ,großer Mund, zumal mit vorstehenden,aufgeworfenen Lippen‘, Schimpfwort für ,Mund‘ überhaupt (Vil. 1868); ''Schledde'' ,Unterlippe‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), ,Mund‘, scherzhaft, abfällig, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,Maul, Mund‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schleuse''' ● ''Schließe'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlicker''' m. ● ,leichter überraschender Stoß, Stups (der den Gestoßenen aus dem Gleichgewicht bringt oder bringen könnte)‘, Kassel 20. Jh. (C. Müller 1925).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlickern''' ● ,mit Heftigkeit bzw. rasch hinwerfen, hinschleudern‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''schleckern'', ''schliggern'' ,von sich schleudern, besonders: zähe, schleimige Flüssigkeit‘, Kassel (Gr. 1894), ,etwas durch kurze rasche Bewegung von sich schleudern‘, Kassel 20. Jh.; ''schleggern'',schleudern, werfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.’s handschriftl. Manuskript ''schléckeren''. Vil. führt das Wort unter ''schläckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schliere''' f., '''Schlier''' m. ● ,Skrofel, blindes Geschwür, Balggeschwulst und dgl.‘, nördl. Niederhessen, zumal Kassel (Vil. 1868); ''Schliere'' f. ,Luftbläschen in schleimiger Substanz, z.B. Farbe, Leim‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlimpe''' f. ● ''Schlembe'' ,Schlinge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlimpen''' ● ''schlemben'' ,eine Schlinge binden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlinze''' f. ● ''Schlenze'' ,Mund‘, gleichbedeutend mit ''Schlette'', Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.’s Manuskript ''Schlénze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlippen''' ● ''Schlippe'' f., üblicher: ''Schlippen'' m. ,Rockschoß, unterer Teil des Fracks oder Oberrocks‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Schleppen'' ,Rockschoß, besonders am Frack‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schlebben'' m. ,Rockschoß, Rockzipfel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.’s Manuskript ''Schléppen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlippchen''' ● ,windiges, wie ein Rockschlippe flatteriges Bürschchen‘ (Pfs. 1886); ,unzuverlässiges Bürschchen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlippenrock''' ● ''Schlebbenrock'' ,Gehrock‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schloße''' f. ● ,Hagelkorn‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schloßen''' ● ,hageln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schloßeweiß''' ● ''schloßweiß'' ,ganz weiß, rein weiß‘, in Hessen üblich (Vil. 1868); ''schloßewiß'',ganz weiß‘, wörtlich: ,hagelweiß‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.), ,ganz weiß, schneeweiß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlubbern''' ● ''schlubbern'' ,schlabbern, geräuschvoll schlürfen‘, Kassel (Gr. 1894), ,hastig und geräuschvoll Flüssiges oder Breiiges zu sich nehmen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlucken''' m. ● ,Schluckauf‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1984); ''Schloggen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluckespeck''' m. ● ''Schlukspeck'' (gewöhnlich ''Schlukspecht'' ausgesprochen und damit unverständlich gemacht) ,habsüchtiger Mensch, dessen Habsucht sich in auffallender, gemeiner Weise äußert‘ (eigentlich ,jem., der Speck schluckt, große Brocken schlingen kann‘), nördlichstes Hessen (Vil. 1868); ''Schluggespeck'' ,jem., der sich beim Essen egoistisch verhält, das Beste vorwegnimmt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schluffern''' ● ,schlurfen, schleppend gehen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluffert''' m. ● ,Duckmäuser, Leisetreter‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlumpe''' f. ● ,nachlässige, unordentliche Frauensperson‘, aber derber als ''Schlampe'' (s.d.) und fast noch üblicher (Vil. 1868). ● Siehe ''verschlumpen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlumpen''' ● intrans. ,schlumpig, schlampig einhergehen‘, trans. ,jem. verprügeln‘ (Pfs. 1886); wie bei Pfister, dazu: ,glücklich vonstatten gehen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlumper''' f. ● ''Schlomber'' ,unordentliche, leichtsinnige weibliche Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlumperig''' ● ''schlomberech'' ,unordentlich, liederlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlumpscherweise''' ● ''schlomscherwiese'' ,durch einen glücklichen Zufall‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlunk''' m. ● ,Schlund‘, überall in Hessen (Pfs. 1886); ,Schlund‘, übertragen: ,habgierige Person‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schlönk'' ,Schlund‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mnd. ''slunk'' m. ,Schlund, Kehle‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlunkhals''' ● ,habgierige Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlunzen''' ● ,in tadelnswerte Weise müßig gehen, nachlässig gekleidet sein, besonders im Hinblick auf Frauen‘ (Vil. 1868); ,nachlässig und trödelnd arbeiten, der Arbeit aus dem Weg gehen, sich dem Müßiggang hingeben‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlunze''' f. ● ,arbeitsscheue, träge, unordentliche und unsaubere Frauensperson‘, in ähnlichem Sinn wie ''Schlampe'', nur daß in ''Schlunze'' mehr der Müßiggang, in ''Schlampe'' mehr die Unordnung hervorgehoben scheint (Vil. 1868); ,Schlampe‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schlonze'' ,unsaubere, liederliche weibliche Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlüpfchen''' ● ''Schlibbchen'' ,(kleiner) Taugenichts, Schlitzohr‘, Kassel 20. Jh., ,leichtsinniger Mensch, Taugenichts‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlüpfchen''' ● ''Schlibbchen'' ''Kursiver Text'',einspänniges Fuder‘ (Raummaß, z.B. für Kohlen), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlupfen''' ● ''schlubben'' ,schlüpfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlüpfstreiche''' ● ''Schlebbstreeche'' ,leichtsinnige Streiche, Bubenstreiche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluppe''' f. ● ,Bandschleife‘, allgemein üblich, besonders in Niederhessen, wo an die Mützen der Bäuerinnen Bänder mit Schleifen (Schluppen) angeheftet zu werden pflegen; hd. ''Schleife'' ist unbekannt (Vil. 1868); ''Schlubbe'' ,Schleife, Haarschleife, Zierschleife, Zierknoten (eines Bandes, Halstuchs)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlupp''' ● niederhess. Interjektion im Sinne von ,wupp dich!‘ (Pfs.1, 1889); ''schlubb!'' auch: ''schlubbdich!'' Interjektion: ,flugs, im Nu‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlupperkohl''' ● ''Schlubberkohl'' ,dünnes Kohlessen‘, abwertend, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schluppern''' ● ''schlubbern'' ,mit schnellen Schlucken schlürfen‘, Kassel 20. Jh.; ''sich durchschlubbern'' ,kärglich auskommen, von der Hand in den Mund leben’, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''schlappern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlusser''' ● ,Schlosser‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vorform *''Schlooßer'' (&amp;lt; mhd. *''slôzer''), Ableitung von mhd. ''slôz'' (neben ''sloz''). Kürzung des langen, geschlossenen ''o'' hat geschlossenes kurzes ''o'' ergeben, das als ''u'' aufgefaßt worden  ist. In Oberellenbach (Hm. 1926) hingegen ''Schlosser'' wie hd. mit kurzem offenen ''o''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlüttchen''' ● ''Schliddchen'' ,kleine Schlutte‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlutte''' f. ●  ''Schlutte'' ,Krug von zylindrischer Form‘, Niederhessen, sonst unbekannt (Vil. 1868); ''Schlaute'', die schwälmerische (und oberhess.) Form von niederhess. ''Schlutte'' (Pfs.1, 1889); ''Schludde'' ,langer schmaler Krug, Steinflasche‘, Kassel (Gr. 1894); ,Flasche‘, Kassel 20. Jh.; ''Schlüdde'' ,bauchiger irdener Krug‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Im nd. Niederhessen ''slute''; früher Beleg: ''Eszig sluten'', Grebenstein 1430 (Vil.), hd. beeinflußt? Die korrekte nd. Form wäre ''slude'' (mnd. nicht belegt). ● Vgl. mhd. ''slûte'' ,weites Frauenkleid für den Oberkörper‘; so genannt vielleicht wegen der flaschen- oder krugähnlichen Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluttenbeere''' f. ● ''Schlüddenbäre'' ,dicke und längliche Birnenart‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluttendewes''' ● ''Schluddendehwes'' ,junger energischer, aber dummer Mensch, der noch Führung braucht‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Dewes'' ist hessische Kurzform des Vornamens ''Matthäus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluttenschisser''' ● ''Schluddenschisser'' ,junger energischer, aber dummer Mensch, der noch Führung braucht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlutterfaß''' ● ''Schlotterfaß'' ,aus Holz gedrehtes, spindelförmiges mit Wasser oder feuchtem Gras gefülltes Gefäß, was die Grasmäher an einem Gürtel auf dem Kreuz tragen, um den Wetzstein darin zu bewahren und feucht zu erhalten‘ (Vil. 1868); ''Schlodderfaß'' (''o'' geschlossen) ,mit Wasser angefülltes hölzernes oder blechernes Gefäß für den Wetzstein, den die Mäher am Leibriemen tragen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlutterig''' ● ''schlodderech'' (''o'' geschlossen) ,hin und her schwankend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schluttern''' ● ''schluddern'' ,schütteln, um etwas zu entfernen; in kurzen Stößen von sich wegstoßen, wegschleudern‘, Kassel (Gr. 1894); ''schloddern'' (''o'' geschlossen) ,hin und her schwanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Geht zurück auf mhd. ''slotern'', ''slottern'', ''sluttern'' ,zittern, schlottern‘. Kasselänsch ''schluddern'' ist semantisch offenbar beeinflußt von ''schludern'' ,schleudern‘ (siehe schlaudern). ● Kompositum: ''usschluddern'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmacht''' m. ● ,Heißhunger‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ,Hunger‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
		&lt;br /&gt;
'''schmächterlich''' ● ''schmächderlech'' ,schmächtig, schwach‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmachtlappen''' ● ''Schmachtlabben'', -''läbbchen'' ,Person, Kind von besonderer Willensschwäche und schwächlicher Erscheinung‘, Kassel (Gr. 1894), ,unansehnlicher, schwächlicher Mensch‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmachtriemen''' ● ,Hungerriemen‘, Kassel (Gr. 1894), ,Gürtel‘, Kassel 20. Jh. ● ''Den Schmachtriemen anziehen, engerschnallen'', Mahnung an Hungernde (Pf. 1886); ''den Schmachtriemen emmeschnallen'' ,darben‘ (Gr.), ''den Schmachtriemen engerschnallen'' ,den Gürtel wegen Hungers engerschnallen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmacken''' ● ,schmetternd hinwerfen, klatschend an den Boden oder gegen eine Wand werfen‘, Niederhessen (Pfs.1, 1889); ''schmaggen'' ,etwas werfen, so dass es beim Aufschlagen klatscht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmagucke''' f. ● ''Schmakucke'' f., meist Plur. ,leere Ausflucht, Intrige‘, allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''Schmaguggen'' Plur. ,Unwahrheiten, Vorspiegelungen (auch zum Spaß)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schmagugge'' f. ,Schwindel, Lüge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmaguckenmacher''' ● ''Schmaguggenmacher'' ,einer der andere an der Nase herumführt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''schmälzen, schmalzen''' ● ,Schmalz oder Butter an das Essen tun‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmant''' m. ● ''Schmand'' ,Rahm‘, in Hessen ausschließlich gebraucht (Vil. 1868); Schmand ,Sahne, Rahm; Schaum auf dem Bier; Tressen am Kragen der Unteroffiziere‘ (Pfs. 1886); ''Schmand'', ''Schmant'' ,Milchrahm; Tressen am Kragen von Soldaten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schmaant'' ,Rahm‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä hot schunt Schmand am Kragen.'' ,Er ist schon Unteroffizier.‘ (Gr.). ''Schmand am Kraachen hon'' ,kein einfacher Soldat mehr sein‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.). ● Vgl. mnd. ''smant'' ,Rahm der Milch‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmantkonfirmand''' m. ● ''Schmandkumfermand(e)'', Spitzname für den Konfirmanden an den Konfirmationstagen, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. ''Schmanttüpfen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmantkuchen''' ● ''Schmaantkuchen'' (''u'' kurz) ,Kuchen mit Rahmüberguß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmanttüpfen''' m. ● ''Schmanddibben'', Spitzname für den Konfirmanden an den Konfirmationstagen, Kassel (Gr. 1894); ''Schmaanddebben'' ,Topf zur Aufbewahrung des Rahms‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Schmantkonfirmand''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmarakel''' ● ''Schmarahkel'', auch ''Schmerahkel'' ,nasser Schmutz, Kot, besonders an ungehöriger Stelle, z.B. in Röhren, Schächten (Kanälen)‘, auch bildlich für ,Skandalgeschichte, Skandalangelegenheit‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schmaragel'' m. ,dicker Schlamm, Morast, Kot‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schmerakel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmatschen''' ● ,schmatzen (beim Essen)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmatter''' ● ''Schmatter'', ''Schmetter'', ''Schmadder'' ,weicher Kot, besonders Straßenkot‘ (Vil. 1868); ''Schmadder'' ,flüssiger Straßendreck‘, Kassel 20. Jh.; ,flüssiger Dreck, namentlich tiefer Straßenschmutz‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmatterig''' ● ''schmadderech'' ,morastig, schmierig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmeckewöhlchen''' ● ''Schmeggewehlchen'' ,Delikatesse‘, Pl. ''Schmeggewehlerchen'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Schmeckewehlchen machen'' ,etwas Gutes essen, sich dem Wohlleben hingeben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmeißen''' ● ,schlagen, werfen (im Sinn des Hinwerfens, Niederwerfens)‘, üblichster Ausdruck in Hessen (Vil. 1868); ''schmissen'' ,mit Wucht werfen‘; ,(etwas) fallen lassen‘, ,ausschlagen (vom Pferd)‘, Kassel (Gr. 1894); ,mit Wucht werfen‘, ''was hinneschmissen'' ,etwas fallen lassen‘, Kassel 20. Jh.; ,schlagen, heftig schlagen; ausschlagen (von Pferden)‘, namentlich in Zusammensetzungen häufig ,werfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● Vgl. mittelhochdt. ''smîzen'' ,schlagen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmerakel''' ● ''Schmeraagel'', ''Schmiraagel'' ,feuchter abgesetzter Schmutz; Schmiererei, Verschmiertes‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Schmarakel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmere''' f. ● ''Schmäre'' ,Schmiere, schmieriges Fett, schmieriger Schmutz‘, Kassel 20. Jh., ,schmierige Flüssigkeit, schmieriges Fett‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. smer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmeren''' ● ''schmieren'' ,schmeicheln‘, ausschließlicher Ausdruck in Hessen, ''schmeicheln''gänzlich unbekannt (Vil. 1868); ''schmären'' ,schmieren, bestreichen (Brot)‘, Kassel 20. Jh., ,streichen, bestreichen (ein Stück Brot); einfetten, ölen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Einem imme den Bart rimmer schmeeren'' ,jem. schmeicheln‘, Kassel (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmerkatze''' ● ''Schmärkatze'' ,Schmeichelkatze, sich anschmiegendes Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmerlatz''' m. ● ,schmutzige Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmerwerk''' ● ''Schmärwerk'' ,Brotaufstrich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmetsche''' f. ● ,Grasmücke‘, Vogelart, Gudensberg, Felsberg, Fritzlar und Umgebung (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmickse''' f. ● ''Schmegse'' ,Schnurre, lustige Anekdote‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmiß''' m. ● (''i'' offen) ,Schlag, Hieb‘, häufiger gebraucht im Plur.: ''Schmisse'' ,Schläge, Prügel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); übertragen: ,Häufchen, Anzahl‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''En ganzer Schmiß Geld'', etwa: ,ein ordentlicher Batzen Geld‘ (Gr.). ● Zur Wortbedeutung siehe ''schmeißen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmisser''' ● ''Schmesser'' ,Pferd, welches ausschlägt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmitz''' m. ● ,der von Zwirn geflochtene Ansatz an der ledernen Schnur der Peitsche, welcher zum Klatschen dient‘, östl. Hessen (Vil. 1868); ''Schmetz'' ,kurze Hanfschnur, die an den Peitschenriemen gebunden wird und das Knallen hervorruft‘,Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmorags''' m. ● ,nasser Unrat, aufgeweichter Straßenkot‘, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmu''' m. ● ,Betrug, Schummelei, unerlaubter Gewinn oder Vorteil bei Handelsgeschäften‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schmu machen'' ,sich heimlich aneignen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von jidd. ''schmu''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmuch''' m. ● ''Schmuch'' ,stiller Mensch, der jedoch mehr in sich trägt, als es den Anschein hat‘ (Vil. 1868); ''Schmuhch'' ,Duckmäuser, Leisetreter‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schmühch'' ,stiller, verschlossener, aber listiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hinterm Schmuchen soll man’s suchen.'' Schwalm (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmuckeln''' ● ,übel riechen‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmuddelig''' ● ''schmudelich'', ''schmuddelich'' ,unsauber, nicht gehörig rein, etwas schmutzig‘ (Vil. 1868); ''schmuddelich'' ''Kursiver Text'',unsauber, schmutzig‘, Kassel 20. Jh.; ''schmorrelech'' ,unsauber, schmutzig, schmierig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmudel''' m. ● ,schmutzige Person (etwa wie Schmerlatz, Schlampampe)‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Den Schmudel machen'' ,jemandes Aschenbrödel sein‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmunzen''' ● ''schmonzen'' ,schmunzeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. md. ''smunzen'', 14. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmürgelig''' ● ''schmirchelig'' ,ranzig, angebrannt riechend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmürgeln''' ● ''schmirgeln'' ,ranzig, angebrannt riechen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Ableitung von ''schmurgeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmutchen''' ● ''schmodchen'' ,feucht werden, modrig werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnabulieren''' ● ''schnawwelieren'' ,mit Wohlbehagen essen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,mit Behagen verzehren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnallen''' ● wie hochdeutsch, auch: ,gierig essen‘, Kassel 19. Jh. (Herzog); trans. ,eine schallende Ohrefeige geben‘, intrans. ,viel und schnell essen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnankern''' ●,naschen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnappe''' f. ● ,der äußerste Rand, die äußerste Ecke‘ (Vil. 1868); ergänzend zu Vil.: Plur. ,Prügel; Fliegenklatsche; Schmitz an der Peitschenschnur‘; ''Schnabbe'' ,Schläge, Prügel‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894), auch ,Schnappe an der Peitsche‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kippe, äußerster Rand‘, Kassel 20. Jh.; ,äußerstes Ende, Endpunkt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Setz doch die Teller nicht so auf die Schnappe'', d.h. so dicht an den Tischrand (Vil. 1868). ''Stell die Dasse nit so uff de Schnabbe'', d.h. an die Tischkannte. ''Das steht uff der Schnabbe.'' ,Das steht auf der Kippe.‘ Kassel 20. Jh. ''De Kuh schdätt off der Schnabbe.'' ,Die Kuh muß demnächst kalben.‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnappe''' ● ,hinkend‘, ziemlich allgemein (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnappen''' ● ,unversehens von einm Rande herabfallen; hinken‘ (Vil. 1868); ergänzend zu Vil: ,schlagen‘ (Pfs. 1886); ''schnabben'' ,ergreifen‘, ,mit Appetit, rasch, gierig, viel essen‘, ,prügeln, schlagen‘, ,unversehens (weg)kippen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), auch ,hinken (wenn ein Bein kürzer ist als das andere)‘, Kassel (Gr. 1894); trans. ,schlagen, prügeln‘, intrans. ,gierig nach etwas greifen; mit der Peitsche knallen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ech schnabbe dä ’n Oorsch.'' ,Ich verhaue dich.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnäpper''' m. ● ''Schnepper'', „an der unteren Eder einer der zahlreichen Namen jener kleinen Kartoffel-Pfannekuchen, die an die Ofenplatte geschnappt und daselbst geröstet werden“ (Pfs. 1886). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnarbeln''' ● ''schnarbeln'', ''schnerbeln'' ,schnell und unverständlich sprechen, viel und unnötigerweise reden, durch die Nase reden, mit dünner Stimme reden wie die kleinen Kinder‘, allgemein üblich (Vil. 1868)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnärcheln''' ● ''schnercheln'', Ausspracheeigentümlichkeit im Niederhessischen (Pfs. 1886); ''schnärcheln'' ,schnüffeln, Geräusch des Atmens durch eine unsaubere Nase‘, Kassel (Gr. 1894). ● Nach Pfs. verstand man im 19. Jh.  unter ''Schnercheln'' eine in Teilen Niederhessens (südl. von Kassel) vorkommende Sprechweise, die in der 2. Hälfte des 19. Jh. allmählich zurückgegangen ist: Sprechen mit gehobener Stimme, dazu ''i''-Nachschlag nach dem Stammvokal in manchen Wörtern („Jotierung“), z.B. ''uinse'' für ''unse'' (vgl. dazu [[Schnercheln und Kerksen – Ein noch immer ungelöstes Sprachrätsel|Schnercheln und Kerksen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnauben''' ● ''schnuwen'' ,schnaufen‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnäuben''' ● ''schniewen'' ,schnaufen‘, Kassel (Gr. 1894). ''Schniewen'' &amp;lt; *''schnüwen'', Umlautform von ''schnuwen'', siehe ''schnauben''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnecken''' m. ● ''Schnecke'' (sic) m. ,Nasenschleim‘, untere Eder (Pfs. 1886); ''Schnäggen'' m. ,zusammenhängende Masse Nasenschleim‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hd. ''Schnecke'' siehe ''Schnegel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schneckenbock''' ● ''Schnäggenbock'' ,naseweiser Bube‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schneckennase''' ● ''Schnäggennose'' ,Nase, die dauernd Schleim absondert; vorlautes Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnee''' ● ''Schnee'', Kassel 20. Jh.; ''Schnai'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schneeplocke''' ● ''Schnaiblogge'' ,Schneeflocke‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnegel''' m. ● ''Schnegel'', auch ''Schnaegel'', ''Schnael'', ''Schneel'', ''Schneil'' gesprochen, ,Schnecke‘ (Vil. 1868); ''Schnächel'' ,Schnecke‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894); ''Schnähl'' m., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnegelfett''' ● ''schnegelsfett'', beliebter Vergleich (Pfs.1, 1889); ''schnächelfett'' ,schneckefett, sehr fett, gemästet‘, übertragen: ,besoffen‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894); ''schnählfädde'' ,sehr fett‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnegelshäuschen''' ● ''Schnählshißchen'' ,Schneckenhaus‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnegelsnase''' ● ,rotzige Nase‘, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schneien''' ● ''schneen'' ,schneien‘, Kassel (Gr. 1894); ''schnaien'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnettern''' ● ''schnäddern'' ,rasseln, schnell dahinsausen (von Wagen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schniepe''' ● ''Schniebe'', an Kleidern: ,Schneppe, schnabelförmig spitz zulaufendes vorn, oft hinten an der Taille‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnipp''' m. ● ''Schnipp'', ''Schnipchen'', ''Schnipsel'' ,Speise aus Käsematte, saurem Rahm, Salz und Kümmel, vor allem als Brotaufstrich‘, hauptsächlich im östl. Hessen und Fuldischen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnippelbohne''' ● ''Schnibbelbohne'' ,Schnittbohne‘, beliebtes Gemüse, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnippeln''' ● ''schnibbeln'' ,woran herumschneiden; in kleine Stückchen schneiden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnipperbohne''' ● ''Schnebberbonn'' ,Schnittbohne, Gemüsebohne‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnippern''' ● ''schnebbern'' ,fortwährend schneiden, in kleine Teichen schneiden, schnitzeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnitze''' f. ● ,zerschnittene und Hurden gedörrte Apfelstücke, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Schnetze'' ,Obstschnitte‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gilt nur für Äpfel, gedörrte Birnen sind ''Hutzeln'' (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnitzen''' ● ''schnetzen'' ,zurechtschneiden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnucken''' ● in Niederhessen ausschließliches Wort für ,naschen‘ (Pfs. 1886); ''schnuggen'' ,naschen‘, Kassel (Gr. 1894), ''schnüggen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnucker''' ● ''Schnügger'' ,Nascher, Feinschmecker‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnücker''' ● ''Schnigger'' ,jem., der gern nascht‘, ,jem., der einfache Hauskost tadelt, daran etwas auszusetzen hat‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnückelchen''' ● ''Schnickelchen'', auch ''Schnuckelchen'': zärtliche Bezeichnung für Kinder, Kassel (Gr. 1894); ''Schnuggelchen'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnücksch''' ● ''schnuckisch'', Adjektiv zu ''schnucken'' (Pfs. 1886); ''schnicksch'' ,naschhaft‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894), ,wählerisch im Essen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuckmaul''' ● ''Schnuggmull'' ,jem., der gern nascht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnucksack''' ● ''Schnüggsack'' ,naschhafter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuckwanst''' ● ''Schnüggwanst'' ,naschhafter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuckwerk''' ● ''Schnuggewerk'' ,Naschwerk‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schnüggwärk'' ,leckere Speisen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnudel''' f. ● ,unreinliche Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnuffeln''' ● ,beständig durch die Nase schnaufen; Aufziehen des Schleimes‘, besonders Niederhessen (Pfs. 1886); ''schnuffeln'' ,schnüffeln, schnuppern‘, Kassel 20. Jh.; ''schnüffeln'' ,schnüffeln, den Schlem in der Nase hochziehen; an etwas herumriechen, schnuppern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuffelnase''' ● ''Schnuffelnase'' ,jem., der überall herumschnüffelt‘, Kassel 20. Jh.; ''Schnüffelnose'' ,Nase mit starker Schleimabsonderung; Kind, das dauernd die Nase hochzieht (Schimpfwort), Mensch, der überall herumriecht, Schnüffler‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuller''' ● ''Schnuller'', ''Schnüller'', ''Schniller'' ,Penis‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Schnuller'' ,Penis‘, vor allem der kleiner Jungen, bei Erwachsenen eher scherzhaft gemeint, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnullern''' ● ,pinkeln (von kleinen Jungen, männlichen Säuglingen)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnupfen''' ● ''sich schnuppen'', ''sich schnippen'' ,sich schneuzen; riechen, bemerken‘ (Vil. 1868); (''sich'') ''schnubben'' ,(sich) schneuzen‘, Kassel 20. Jh.; ''sech schnübben'' ,sich schneuzen‘,Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnupfern''' ● ''schnubbern'' ,stoßweise riechen, schnüffeln‘, trans. auch: ,etwas bemerken, meist Unangenehmes‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuppe''' m. ●  ''Schnübbe'' ,äußerstes Ende, Rand, z.B. eines Tisches, eines Brettes‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Schnappe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuppel''' m. ● ''Schnübbel'' ,das männliche Glied‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnüppel''' m. ●  ''Schnibbel'' ,Endstück, Teilstück, Zipfel (z.B. Wurst); Penis‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnurbel''' f. ● ''Schnurwel'' ,jem. mit runzliger (früher auch: durch Pockennarben entstellter) Haut‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnurbeln''' ● ''schnurweln'' ,schrumpfen, schrumpeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnurbeln''' ● ''schnorweln'' ,undeutlich vor sich hin reden, vor sich hin knurren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnurbes''' m. ● ''Schnurwes'' ,Schnurrbart‘, Niederhessen (Pfs. 1886), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnurcheln''' ● ,leise atmend schlafen‘, Kassel 20. Jh.; ''schnorcheln'' ,leise schnarchen, röcheln‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Auch übertragen: ''De Piffe schnorchelt.'' ,Die Pfeife schnurchelt.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnurr''' f. ● ''Schnur'', „fast“ ''Schnurr'', oft auch ''Schnor'', stets mit kurz ausgesprochenem Vokal, ,Schwiegertochter‘, üblicher als ''Schwiegertochter''; sehr oft, besonders im westlichen Hessen, schon in Hersfeld, deminuiert: ''Schnurchen'', ''Schnorche'', ''Schnörche'', ''Schnerch'' (Vil. 1868). ● Vgl. ahd. und mhd. ''snur'' ,Schwiegertochter‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnurren''' ● ''schnurren'' ,zusammenschnurren, verschnurren ,eintrocknen (halbverbrannter Braten, getrocknetes Obst, verwelkter Menschlicher Körper)‘ (Vil. 1868); ,sich schnell drehen (vor allem von Rädern), schnell von der Hand gehen‘, ''innschnurren'', ''zusammenschnurren'' ,einschrumpfen‘, ''schnurren gehn'' ,losgehen, um Gesellschaft zu suchen‘, Kassel 20. Jh.; ''schnorren'' ,sich schnell im Kreise drehen; müßig umhergehen, um zu schwatzen und Neuigkeiten zu erfahren‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Das schnurrt nur so.'' ,Das flutscht, geht schnell von der Hand.‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnürkel''' ● ''Schnirkel'' ,Schnörkel‘, Kassel (C. Müller, 1925)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnürzel''' ● ,anmutig, lieblich‘, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnütchen''' ● ''Schniddchen''  ,kleiner Mund; Kuß‘, Kassel (Gr. 1894); ,Mund kleiner Kinder; Schmollmund kleiner Kinder‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnute''' f. ● ''Schnute'' ,menschlicher Mund‘, verächtlich, Niederhessen (Vil. 1868); ''Schnudde'' ,Mund‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,Schmollmund‘, Kassel 20. Jh.; ''Schnüdde'' ,Schnauze, Mund‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä macht ’ne Schnudde.'' ,Er macht einen Schmollmund, ist unwirsch.‘ Kassel 20. Jh. ''Hä hängt de Schnüdde.'' ,Er macht ein mürrisches Gesicht.‘ ''Sinne Schnüdde schnitt Hoore op''. ,Sein Mund schneidet Haare ab, er hat ein böses Mundwerk.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuttel''' m. ● ''Schnuddel'' ,Schwatz, belanglose Unterhaltung‘ Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuttelchen''' ● ''Schnuddelchen'' ,kleiner Schwatz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnutteln''' ● ''schnuddeln'' ,anhaltend sprechen, schwatzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''schnüddeln'' ,schnell und anhaltend sprechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schöne''' ● ''scheene'' ,schön‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● Steigerung: ''scheene'', ''schenner'', ''am schennsden''. Der Positiv ''scheene'' ist nicht sehr häufig, wird meist ersetzt durch ''hibsch'', ''hebsch'' ,hübsch‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schöpferling''' ● ''Schepperling'', ein Kartoffelgebäck, Schönau, Gilserberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schore''' f. ● ,ein Mundvoll (Brot), ein Priem Kautabak‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schörchen''' ● ''Schaerchen'' ,Portion Kautabak, so viel auf einmal in den Mund genommen wird‘ (Vil. 1868); ''Scheerchen'' ,Mundportion Kautabak‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schoren''' ● ''scharen'', ''schoren'' ,Tabak kauen‘ (Vil. 1868); ''schoren'', Kassel (Gr. 1894); ''schoren'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schoren''' ● ''schoren'', ''zuschoren'' ,an Schule gegenseitiges Aushelfen mit dem Frühstück; verbotenes Zurufen an Befragte, heimliches Ablesen aus einem Buche, falls man dem Lehrer nicht antworten konnte‘, Kassel, 1840er und 1850er Jahre (Pfs. 1886); ,einem Mitschüler schriftliche Arbeiten absehen‘, Kassel (Gr. 1894); ,in der Schule bei einer Klassenarbeit vom Banknachbarn abschreiben‘, auch: ,von einem vorbereiteten Spickzettel (''Schorzettel'') abschreiben‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schores''' m. ● ,Gewinn, Nutzen, Profit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schorn''' m. ● ,zwei Fuß langes, schmales Weizengebäck‘, Niederhessen und Fulda (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schorn''' m. ● ,Erdscholle‘, Oberhessen (Vil. 1868); Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schörnerig''' ● ''schernerech'' ,schollig, voller Erdschollen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schortabak''' ● ''Schartabak'', ''Schortabak'' ,der in Rollen verkäufliche Kautabak‘ (Vil. 1868); ''Schordawwack'' ,Kautabak‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schosse''' ● allgemeine Bezeichnung für,Schnellkügelchen‘, Kügelchen, mit denen Kinder bestimmte Geschicklichkeitsspiele spielen, Kassel (Gr. 1894). ● Es gab davon mehrere Gruppen; Gr. zählt auf: 1) ''Kleiwachse'' oder ''Klimberde'' (unglasierte, weiße, gebrannt), 2) ''Schusser(de)'', dieselben mit brauner Glasur, 3) ''Wackeln'' oder ''Waulen'': a) gewöhnliche, b) ''Erweswackeln'' (erbsengroß), c) rot, grün oder blau lackierte Wackeln, d) ''Marmorwackeln'', fleischfarbig mit etwas rotem Geäder, e) ''Achatwackeln'' , f) ein ''Bickert'', wie 2., aber von der Größe eines Borstorfer Apfels (mit dem allerdings nicht geknipst wurde). ● Nach Bennecke (Kassel 1904) wird das Wackelspiel auf dreierlei Art betrieben: 1) ''Kuttenwerfen'' (s. ''Kaute''), wobei die Wackeln ''geschuckelt'' oder ''geschmackt'' werden, 2) ''Anwerfen'', wobei sie auf die Erde geworfen werden, 3) ''Knibbsen'', wobei sie in der [[Druselturm|Drusel]] (= Rinnstein) einfach aufeinander geknipst werden. ● Siehe ''Schosser'', ''Wackel'', ''Nete''; ''knipsen'', ''schuckeln'', ''schmacken''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schossen''' ● ,Schößlinge treiben‘, Kassel 20. Jh.; ,Schößlinge treiben, ins Kraut schießen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schozzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schosser''' m. ● ''Schosser'', ''Schossert'', Plur. ''Schosserte'' ,kleine Spielkugeln von geringerem Wert als die basaltenen Wackeln‘, Kassel (Pfs. 1886). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schotengebitze''' f. ● ''Schodenjebetze'' ,Bund Schotenstroh‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrabbeln''' ● ''schrawweln'' ,lallen (von Säuglingen), plaudern (von ganz kleinen Kindern, im Sinne von Gesprächigkeit)‘, Kassel (Gr. 1894), ,andauernd und schnell sprechen, eher unverständlich bzw. ohne Gehalt‘, Kassel 20. Jh.; ,andauernd und schnell sprechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schräh''' ● ''schreh'' ,schräg‘ Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrägläufer''' ● ''Schrehlaifer'' ,halbwüchsiger Junge (ungefähr vom 14. bis 17. Lebensjahr)‘, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrappchen''' ● ''schrabbchen'' ,schaben, mit einem Messer abkratzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrappen''' ● ,kratzend schaben‘ (Vil, 1868); ''schrabben'' ,abkratzen, abschaben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,schaben, mit einem Messer abkratzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''den Bart schrabben'' ,rasieren‘, humoristisch, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Bartschrapper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrebb''' ● ,mißvergnügt, unzufrieden, elend, hungerleidend aussehend‘, auch: ,neidisch‘, wohl nur (noch) in der Redensart ''en schrewwer Junge'', Kassel (Gr. 1894); ''schrebb'' ,hager, mager, dünn‘, Balhorn (Sl. 1901). In Gr.’s Manuskript ''schrèwwer Junge'', also offenes ''e''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schreben''' ● ''schräwen'' ,ein wenig gefrieren, mit leichter Frostdecke überzogen werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schreckstein''' ● ,Prellstein‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schräggsteeng'' ,starker behauener Stein, an Hausecken gesetzt, um Beschädigungen durch Fuhrwerke zu verhindern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schreibens''' s. ● ''en Schriewens'' ,ein Schreiben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,Schreiben, Geschriebenes, namentlich amtlicher Brief‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä brachte mä en Schriewens''. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrittschuh''' ● ''Schrettschuh'' ,Schlittschuh‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.’s Manuskript ''Schréttschuh''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schroh''' ● ''schro'', ''schra'', Plur. ''schrowe'', ''schrawe'', ,rauh beim Anfühlen, rauh überhaupt, schlecht, dürftig mangelhaft, armselig‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868); ''schroh'' ,elend, hungerleidend aussehend, wie von karger Kost lebend‘, Kassel (Gr. 1894), ,grob (in Bezug aus Speisen)‘, Kassel (Lüttebrandt 1917); ,hager, mager, dünn‘, Balhorn (Sl. 1901); ,rauh‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schrâch'', ''schrôch'' ,mager, dürr, rauh, grob‘.● Vil. gibt historische Belege aus Kassel 1607 (Gesangbuch des Landgrafen Moritz) und Eschwege 1657.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrubben''' ● wie hd., Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), auch: ,aus dem Groben hobeln‘, Kassel (Gr.); ''schrobben'', wie hd., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrubber, Schrubbert''' m. ● ,besenartiges Gerät zum Schrubben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); auch: ,jem., der aus Habgier viel, lange, rasch und darum oft schlecht arbeitet‘, Kassel (Gr.); ''Schrobber'', wie hd., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrumpel''' f. ● ,Runzel‘, in Hessen ausschließlich, ''Runzel'' ist unbekannt (Vil. 1868); ''Schrumbel'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schrömbel'' ,Runzel, Hautfalte‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrumpel''' f., m. ● ''Schrumpel'' ,Runzel‘ in übertragener Bedeutung; ''Schrumpel'' f., ''alte Schrumpel'' ,altes Weib‘, verächtlich (Vil. 1868); ''ahler Schrumbel'' m. ,runzlige, häßliche Person (kann Mann oder Frau sein)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrunde''' f. ● ,Riß in der Haut durch Nässe und Kälte‘ (Vil. 1868); ''Schrunne'', ''Schrunge'' ,bleibender Riß in der Haut der Hände, verursacht durch grobe Arbeit‘, Kassel 20. Jh., ''Schrungen'' Plur., Kassel (Gr. 1894); ''Schrönge'' ,Riß in der Haut, namentlich an der Hand‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kassel: ''Schrunge(n)'' ist ländliche Form (bedingt durch Zuzug vom Lande).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuben''' ● ''schuwen'' (stark konj.) ,schieben‘, Kassel (Gr. 1894); ''schüwen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen Oberellenbach: schüwen, schopp, jeschowwen (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuben''' ● ''schuben'' (schwach konj.) ,auf dem Eis gleiten‘, östl. und mittleres Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schubkaren''' m. ● ''Schuwekahren'' ,Schubkarren‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schübkorn'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schubstein''' ● ,Wetzstein größerer Art, etwa für schwere Messer und Äxte‘, besonders in Oberhessen (Vil. 1868); ''Schübsteeng'' ,Wetzstein, auf dem durch Hin- und Herschieben größere Gegenstände geschliffen werden‘,  Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schüchelchen''' s. ● ''Schiechelchen'', Plur. ''Schiechelerchen'', ,kleiner Schuh, kleiner Kinderschuh‘, Kassel  19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schiechelchen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Schuh''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuchten''' ● ''schüchden'' ,jauchzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schoch'', Interjektion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuckeln''' ● ''schuggeln'' ,in kurzen Stößen schaukeln (auf dem Stuhl); schütteln, rütteln; wackeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''Schosse''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuckerig''' ● ''schüggerech'' ,fröstelnd, vor Kälte oder Schreck zitternd‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuckern''' ● gleichbedeutend mit ''sich schuppern'', ,sich (von) etwas drücken‘, Niederhessen (Pfs.1, 1889); ''schüggern'', impers. ''es schüggert mech'' ,es überläuft mich (vor Kälte oder Schreck)‘, ''sech schüggern fär'' ,Abscheu vor etwas haben, ungern an etwas herangehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
		&lt;br /&gt;
'''Schuh, Schuch''' m. ● ''Schuh'', gewöhnlich in alter Weise, mitunter sogar im Plural, ''Schuch'' gesprochen (''u'' lang) (Vil. 1868); Sing. ''Schuh'', Plur. ''Schuh(e)'', Kassel 20. Jh.; Sing. ''Schuch'' (''u'' kurz), Plur. ''Schuh'' (''u'' lang), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Schüchelchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schuldsmann''' ● ''Scholdsmann'' ,Schuldner‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schulmeister''' ● ''Schollmeester'' ,Lehrer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schulpe''' f. ● ,Erdscholle‘, Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schulmeisterschin''' ● ''Schollmeesterschen'' ,Frau des Lehrers‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schultern''' ● ''sich schullern'' ,sich recken‘, übertragen: ,sich widersetzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppchen''' ● ''sich schobbchen'' ,sich infolge einer juckenden Empfindung schütteln, die Kleidungsstücke am Körper reiben‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''schuppen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppeln''' ● ''schubbeln'', ''schuppeln'', ''schüppeln'' (''schippeln'') ,wälzen, rollen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''schübbeln'' ,rollen, rollend fortbewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schuppelrad''' ● ''Schübbelroot'' ,kleines Rad aus Holz, das den Kindern als Spielzeug dient‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppen''' ● ''(sich) schubben'' ,(sich) jucken, reiben, wo ein Kitzel oder Reiz empfunden wird‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. ''schuppchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppen''' ● ''schobben'' ,Hafer, der auf dem Acker liegt, zu Garben bündeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schupperechtig''' ● ,schauderhaft‘, von Dingen gesagt, vor denen man sich schuppert, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Bildung mitdem Suffix -''echtig'', s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schupperig''' ● ''schubberig'' ,Schauder machend‘ (in Bezug auf Kühle, Kälte), Kassel (Gr. 1894). ● ''Es is mä so schubberich''. ,Es fröstelt mich.‘ Auch vom Wetter gesagt. (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppern''' ● ''sich vor etwas schuppern'' ,einen gelinden Schauder vor etwas haben, ungern an ein schwieriges Geschäft oder die Arbeit überhaupt gehen‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''sech schubbern'' ,(zurück)schaudern, sich scheuen, zögern, fürchten vor‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schuppert''' m. ● ''Schubbert'': eine Fischart, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. erwägt, ob vielleicht identisch mit ''Kullert''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schürgen''' ● ''schergen'', in Niederhessen oft ''schirgen'' ,schieben, fortschieben, fortstoßen (mit Anstrengung)‘ (Vil. 1868); ''schürgen'' ,schieben‘, hier und da vorkommend, z.B. Hersfeld; ''schärjen'' ,mit Anstrengung fortschieben, fortstoßen, ziehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schürgen'', ''schurgen'' ,schieben, stoßen, treiben‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schurri''' ● „ein kriegerischer, streitbarer Ruf ... zu kühner Herausforderung“, z.B. auf Kirmessen und bei anderen Anlässen; er ist alt: in den französ. Revolutionskriegen griffen die hessischen Truppen mit ''Schurri'' an (Pfs. 1886); ''schurri!'' Alter Kampf-, Angriffsruf der hessischen Soldaten, Kassel (Gr. 1894). ● Redensart  ''Schurri in’n Kohlenkasten'':  ein Hervorstürzen, -brechen, Draufloseilen bezeichnend (Gr. 1894). ''Schurri, schurri!'' Etwa: ,Mach los, beeil dich gefälligst!‘ Kassel, Mitte 20. Jh. ● Vermutl. von mhd. ''schür'' (mit md. Variante ''schur'') ,Andrang‘, zum Verb ''schürn'' ,Anstoß geben, antreiben, schüren‘ gehörig, verwandt mit mhd. ''schurge'' ,Anstoß, Angriff‘. ● Siehe ''überstülpen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schürzel''' ● ''Scherzel'' ,Schürze‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Schärzel'' n., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schürzen''' ● ''sech schärzen'' ,zur leichteren Bewegung bei der Arbeit die Kleider in die Höhe binden’, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schussel''' f. ● ,unordentliche Weibsperson‘, Ober- und Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schusterkarmenade''' f. ● ,Schusterkarbonade, Handkäse‘, scherzhaft, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schutt''' m. ● ,Regenguß‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schütten''' ● ''schedden'' ,schütten‘, auch: ,gießen‘; „letzteres gebraucht der Kasselaner nur von Metall, Talg usw., nie von Wasser, Milch und anderen Getränken“, Kassel (Gr. 1894). ● ''Es schiddet.'' ,Es regnet stark.‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schutteln''' ● ''schuddeln'' ,schütteln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Redensart ''schuddeln un ruddeln''  (und umgekehrt) ,schütteln und rütteln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schutter''' m. ● ''Schudder'' ,Schauer (vor Kälte oder Ekel), Kassel 20. Jh. ● ''Mä lief en Schudder iwwer den Riggen.'' ,Mir lief ein Schauer über den Rücken.‘ Kassel 20. Jh. ● Vgl. ähnliches ''Schuder'', siehe ,Schauder‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schüttern''' ● ,etwas Feststehendes in schwankende Bewegung versetzen‘, meist in der Konstruktion ''an etwas schüttern'' (Vil. 1868). ● ''Schütter doch nicht so am Tisch.'' (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuttern''' ● ,schüttern‘, weit verbreitet als Intransitiv gegenüber bei Vil. verzeichnetem Transitiv ''schüttern'' (Pfs. 1886); ''schuddern'' ,erschüttern, erschüttern machen; schaudern vor Kälte, Ekel‘, Kassel 19. (Gr. 1894), unpers., ,einen Schauder bekommen‘, Kassel 20. Jh. ● ''Es schuddert mich'' (vor Kälte oder Ekel), Kassel 20. Jh.; Überschneidung mit ''schudern'', s. ''schaudern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schüttfett''' ● ''Scherrefätt'' ,Rüböl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schütze''' f. ● ''Schetze'' ,Vorrichtung zum Stauen des Wassers‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schützen''' ● ,Wasser, Gerinne aufstauen, dämmen‘ (Vil. 1868); ''schetzen'' ,Wasseer abdämmen, stauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Do kamme jo de Foole met jeschetzen.'' ,Damit kann man die Fulda abdämmen (von einer großen Menge gesagt).‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwacken''' ● „bedeutet die Bewegung einer Flüßigkeit, welche in einem stark bewegten Glas befindlich ist“ (Vil. 1868); ''schwaggen'' ,eine Flüssigkeit in einem Gefäß durch ruckartige Bewegung zum Verschütten bringen oder in die Gefahr des Überfließens bringen; vergeuden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Geschwacket vull'' ,zum Überfließen voll‘, Kassel 19. Jh. (Herzog).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwackelfette''' ● ''schwaggelfädde'' ,infolge starker Verfettung hin und her schwankend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwadchen''' f. Plur. ●,Hülsen der Erbsen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwaden''' ● ''sech schworen'' ,ein Schwadenbad nehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwadenbad''' ● ''Schworenboot'': bei Halsschmerzen nimmt man gern ein Schwadenbad, d.h. man steckt den Kopf in die Dämpfe von gekochten Kartoffeln oder kochendem Viehfutter, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwäher''' ● ''Schwähr'' ,Schwiegervater‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''sweher''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwalbe''' ● ''Schwalwe'', übertragen: ,Ohrfeige‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwanden, schwanen''' ● ''schwanen'' unpers. ,ahnen‘, üblich, ganz Hessen (Vil. 1868); ''schwahnden'' ,ahnen‘, Kassel (Gr. 1894); ''schwaanden'', ''schwanen'' unpers., Kassel 20. Jh. ● ''Es schwant mir.'' ,Es ahnt mir, es steht mir dunkel vor.‘ (Vil.) ''Es schwaandet mä, schwant mä.'' ,Ich ahne (meist nichts Gutes).‘ Kassel 20. Jh. -  ● Vgl. mnd. ''swanen'' mit Dat. ,vorgefühlt, geahnt werden‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwandunge''' ● ''Schwahndunge'' ,Ahnung‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwane''' f. ● ,Schwan‘, feminin, Hessen, neuerdings durch den Einfluß der Schriftsprache maskulin (Pfs. 1886). ● Pfs. teilt mit, daß es in seiner Jugend „so ziemlich in allen hessischen Städten“ eine „Schwane“ gab, d.h. „Gasthof zur Schwane“. ● Vgl. ahd. ''swana'' f., ''swan'' m. ,Schwan‘; mhd. und mnd. ''swan(e)'' nur m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwank''' ● ''schwaank'' ,lang und dünn, biegsam‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwänzelénz''' m. ● ''Schwänzelänz'' ,Mensch, der beim Gehen die Röckschöße hin und her bewegt, affektiert gehender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwänzelieren''' ● ,schmeicheln, katzbuckeln‘, Kassel (Gr. 1894). ● Im selben Sinn: ''Schwänzelierchen machen.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwärdreck''' ● ''Schwährdräck'',Augenbutter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwarte''' ''●'' wie hd., von der Schweinshaut und der menschlichen Kopfhaut gebräuchlich (Vil. 1868); ergänzend zu Vil: auch ,Mund‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''Schwarde'' ,Schwarte; Redefertigkeit‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Schwoorde'' ,dicke, harte Haut, besonders Speckschwarte‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''’ne gude Schwarde am Kobbe hon'' ,das große Maul führen, jeden niederreden‘ (Gr.). ● Pfs. nimmt für die Nebenbedeutung Herkunft von ''suada'' an, Gr. von französ. ''suade'', etwa: ,Überredungskunst‘. ● Pfs.: „Daß hier ursprünglich jenes Suada für Redegabe [...] misverständlich in Absicht gewesen sei, ist wohl begründete Annahme.“ Heute werde eher der Gedanke an Lippen aufkommen. „Mindestens hatte ich als Kasseler Junge immer an eine richtige Schweine-Schwarte darbei gedacht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwarzammerse''' f. ● ''Schworzommersche'' ,Schwarzamsel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwebel''' m. ● Schwäwel ,Schwefel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schweher''' m. ● ''Schweher'', ''Schwäher'' ,Schwiegervater‘, ganz Hessen (Vil. 1868). ● ''Schwiegervater'' war bei der hessischen Landbevölkerung bis in die 1820er Jahre nicht im Gebrauch, z.T. sogar unverständlich (Vil. 1868); ''Schwähr'', Oberellenbach (1926). ● Vgl. mhd. ''sweher''. ● Siehe ''Schwieger''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schweigen''' ● ''schwichen'' (''i'' kurz) nur im Kompositum ''stilleschwichen'' ,schweigen‘, Kassel 20. Jh.; ebenfalls nur im Kompositum: ''stelleschwijjen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''swîgen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schweigen''' ● ''schweejen'' ,zum Schweigen bringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''sweigen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwein''' m. ● ,Schweinehirt‘, üblich nur noch im niederdeutsch sprechenden Niederhessen (Gegend von Hofgeismar und Wolfhagen), in Kassel und Frankenberg zu Anfang des 19. Jh. erloschen (Vil. 1868). Haus- und Familienbeiname „bie Schweins“, Kirchberg 2014. ● Vgl. ahd. ''swein'' ,Schweinehirt, Knecht‘, mhd. ''swein'' ,Hirte, Knecht‘, altnord. ''sveinn'' ,Knabe, Bursche, Diener, Hirt‘. Das Wort hat mit ahd. ''swīn'', mhd. ''swîn'' ‚Schwein‘ nichts zu tun. Der Unterschied ist auch in der mundartlichen Aussprache gewahrt: ''Schwein'' – ''Schwinn''. Erst mit Luthers Bibelübersetzung kam für die vorwiegende niederhess. Form ''Schwinn'' hd. ''Schwein'' auf, wodurch beide Wörter als zusammengehörig empfunden werden konnten. (Kleinere Teile des Niederhessischen haben allerdings altes ''î''zu ''ei'' diphthongiert.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schweiß''' ● ''Schweeß'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schwitz'', ''Schwitze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schweren''' ● ''schwären'' ,schwören‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl.mhd. ''swern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwerenangst''' f. ● ,Schwere Angst‘: ''Schwerenangest noch emo!'', Fluchwort, Kassel (Gr. 1894); ''Eerníngster!'' (Plur., Akzent auf der 2. Silbe) , Fluchwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwerenot''' f. ● ''Schwerrnót''!, auch: ''Eernót''!, Fluchwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwerenöter''' ● ''Schwerrneeder'' ,listiger, verschlagener Mensch, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwerenotsch''' ● ''schwerrnoodsch'' ,eigenartig, sonderbar‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwerfutterig''' ● ''schweerfudderech'' ,schwer zu füttern‘ im Sinne ,das Futter schlägt nicht an‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwerlich''' ● ''schwärrlech'' ,kaum‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwicke''' f. ● ,Steg, Brücke, aus Pfählen, welche mit Hürden und diese wiederum mit Rasenstücken übberdeckt werden, verfertigt, und zur meist nur sommerlichen Überbrückung eines kleinen Flusses oder eines Sumpfes dienend‘, in neuerer Zeit nur selten noch errichtet, Niederhessen (Vil. 1868); ''Schwegge'' ,Notbrücke‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwieger''' f. ● ,Schwiegermutter‘, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Schwäjer'' ,Schwägerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''swiger'' ,Schwiegermutter‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwiemel''' m. ● ''Schwimel'' ,Schwindel,Taumel‘, nur im nd. sprechenden nördlichsten Hessen [was offensichtlich nicht zutrifft] (Vil. 1868); ''Schwimmel'' ,Schwindel, Taumel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● vgl. mhd. ''swîmel'', ''swimmel'' ,Schwindel, Taumel‘. ● ''Schwimmel'' geht entgegen dem Anschein zurück auf die mhd. Form ''swîmel'' (''i'' erhalten, aber gekürzt, keine Senkung zu ''e'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwiemelei''' ● ,Völlerei, Nachtschwärmerei‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwiemelig''' ● ''schwiemelig'' ,betrunken‘, Kassel (Gr. 1894), unpersönl. ,benommen, schwindlig‘, Kassel 20. Jh.; ''schwimmelech'' ,schwindlig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Mä is ganz schwiemelich (zemude)''. ,Mir ist schwindelig, ich bin benommen.‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwiemeln''' ● ''schwimeln'' ,wanken, gehen wie ein Betrunkener‘, [angeblich nur] an der Diemel und Weser (Vil. 1868); ''schwimmeln'' ,schwindlig sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''swîmeln'', ''swimelen'', ''swimmeln'' ,schwindeln‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwinde''' ● ''schwinge'' ,geschwind, schnell‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd ''swinde'', ''swint'' ,heftig, ungestüm, schnell‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwippe''' f. ● , Peitsche‘, Umgebung von Kassel, fuldaaufwärts bis Spangenberg (Vil. 1868). ● Vgl. mhd. ''swippe'', ''sweppe'' f. ,Geißel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwitte''' f. ● ''Schwidde'' ,Gefolge, Troß, nach- und mitziehender Haufe‘, geringschätzig, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schwidden'' Pl. ,Lügen, Aufschneidereien‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Pl. ''Schwidden'' in der Redensart ''Schwidden machen'' ,Kleideraufwand, auch anderen Aufwand machen‘ (Gr.). ● Von französ. ''suite'' ,Folge, Gefolge, Begleitung‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwittenmacher''' ● ''Schwiddenmacher'' ,einer der (Kleider-)Aufwand betreibt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwittjee''' m. ● ''Schwiddjeh'' ,einer, der (Kleider-)Aufwand betreibt‘, Kassel (Gr. 1894), ,Blender‘, Kassel 20. Jh.; ,leichtsinniger, listiger Mensch, Lügner‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von franz. ''suitier''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwitz''' m. ● ,Schweiß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwitze''' f. ● ,Schweiß‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwofen''' ● ,schwiemeln, sich vergnügt umhertreiben‘, auch für ''tanzen'' verwandt (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwof''' m. ● ,schwiemelndes, wohl auch unehrbares Getreibe‘, bei Kassel (Pfs. 1886); ,Tanz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwubbeln''' ● ,schwabbeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwuckelfette''' ● ''schwoggelfädde'' ,infolge starker Verfettung sich hin und her bewegend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwuckelig''' ● ''schwoggelech'' ,sich hin und her bewegend (namentlich infolge Verfettung)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwuckeln''' ● ,schwabbeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwuddel''' m. ● ,schwulstartige Fett- oder Fleischablagerung‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwulch''' m. ● ,Geschwulst‘, Hersfeld, Knüllgegend (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwulch''' m. ● ,drückend heißer Dunst‘, z.B. in einer Stube, in welcher geheizt ist und dazu Wasser verdampft, in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868); ,Schwüle‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwulchig''' ● ,schwül‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwuppen''' ● ''schwubben'' ,ruckartig hin und her schwingen (von Schwerem)‘, Kassel 20. Jh.; ,infolge einer allzu schweren Last hin und her schwanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sebbchen''' n. ● ,Stückchen‘, bei Felsberg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''See''' n. ● ''das See'' ,der See‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seeb''' ● ''Sähp'' ,Sieb‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seelenbein''' ● Zärtlichkeitsausdruck, Kassel (Gr. 1894). ● ''Min einstiges (= einziges) Seelenbein!'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sehen''' ● Stammformen: ''sähn'', ''saach'', ''gesähn'', Kassel 19. Jh., Anf. 20. Jh.; ''sähn'', ''soch''(''o'' kurz), ''jesähn'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seibelbart''' ● ''Saiwelboort'' ,langweiliger Erzähler‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seibeln''' ● ''saiweln'' ,mit lästiger Breite sprechen, langweilig erzählen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiber''' m. ● ''Seiber'', ''Sebber'' ,aus dem Mund herabfließender Speichel‘ (Vil. 1868); ''Seiwer'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Seewer'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberbart''' ● ''Seiwerbard'' ,jem., dem der Geifer aus dem Mund fließt; unleidlicher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); ''Seewerboort'',Mensch, dem der Speichel aus dem Mund fließt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberglocke''' ● ''Seewerglogge'' ,Kind, dem der Speichel aus dem Mund herabfließt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberläppchen''' ● ''Seiberläppchen'', ''Seibertuch'' ,Tuch mit Bändern, das man kleinen Kindern umbindet, um herabfließenden Speichel aufzufangen‘ (Vil. 1868); ''Seiwerläbbchen'' ,Brustlatz des Säuglings zur Schonung der Bekleidung‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberlätzchen''' ● ''Seiwerlätzchen'' ,Tuch, das man kleinen Kindern vor dem Essen umbindet zur Schonung der Bekleidung vor herabrinnendem Speichel‘, Kassel 20. Jh.; ''Seewerlätzchen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seibern''' ● ''seibern'', ''sebbern'' ,den Speichel aus dem Mund fließen lassen‘, in Nieder- und Oberhessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''seiwern'' ,das Entäußern des Speichels bezeichnend (von Säuglingen)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''seewern'' ,Speichel aus dem Mund fließen lassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberschlette''' f. ● ''Seewerschledde'' ,Mensch, dem der Speichel aus dem Mund läuft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seich''' m. ●  ''Seech'' ,Harn, Urin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel 20. Jh. eher übertragen gebraucht: ''Där mit sim Seich''. ,Der mit seinem dummen Geschwätz.‘&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seichameise''' ● ,Ameise‘, die ''Seichammel'', gewöhnlich in neuester Zeit der ''Seichhammel'' gesprochen, nördlichstes nd. sprechendes Niederhessen, ebd. fast ausschließliche Bezeichnung der Ameise (Vil. 1868), ''Séchummelsche'' in Oberhessen (Vil. 1868); ''Seechmotze'' (''o'' geschlossen), fast ausgestorben, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hingegen Simplex ''Ummelsche'' ,Amsel‘, Oberhessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiche''' f. ● ,Urin‘ (Vil. 1868); Kassel 20. Jh. ● Dünn wie Pferdeseiche, übliche Verurteilung schlechten Bieres. (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seichen''' ● ‚ausschließlich gebrauchtes Wort für urinieren‘ (Vil. 1868); ''seichen'', Kassel 20. Jh.; ''seechen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Hochseicher''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seichfäßchen''' ●  ''Seechfäßchen'' ,kleines Faß, in dem der menschliche Urin gesammelt wird, um dann aufs Feld getragen zu werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seichtüpfen''' n. ●  ''Seechdebben'' ,Nachtgeschirr‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seidenbeutel''' ● ''Siedenbiedel'' ,jem., der auffällig glatt und geschmeidig in seinen Manieren ist, Einschmeichler‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiger''' ● ,Sieb, Durchschlag, besonders für Flüssiges‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seihe''' f. ● ,Sieb, Durchschlag, besonders für Flüssiges‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seihtuch''' ● ''Sidduch'' (''u'' kurz) ,leinenes Tuch, das zum Seihen der Milch benutzt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seil''' ● Plur. ''die Seiler'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Seel'', ''Seeler'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''En Seil drehn'' ,ein langes Schwätzchen halten‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seilerhans''' ● ,langweiliger Erzähler, Schwätzer‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seilermärten''' ● ''Seelermärden'' ,Seiler-Martin, langweiliger Erzähler‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seilern''' ● ''seelern'' ,eine Tätigkeit hinauszögern; langweilig erzählen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiltänzer''' ● ''Seildänser'': Brötchenart, auch ''Wasserwecke'' gen., Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seimig''' ● ''seemech'' ,dickflüssig, schleimig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sein-Muß''' m. ● ''Sinn-Muß'' ,etwas, das sein muß, Notwendigkeit‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Semft''' ● ''Senfft'' ,Senf‘, Kassel (Gr. 1894), ''Semft'', Kassel 20. Jh.; ''Sämft'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sengeln''' ● ,sengen‘ trans.: ,etwas anbrennen, sengen, Federkiele (bei Geflügel) absengen‘, intr.: ,glimmen, brenzlich riechen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sengern''' ● ,sengen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Senste''' ● ''Sänsde'' ,Sense‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''setzen''' ● Stammformen: ''setzen'', ''saßde'', ''jesaßt'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Setzwaage''' f. ● ,Dreispitz, Dreimaster, dreieckiger Hut‘, „wie ihn die Leichenträger oder ,Bullezeischerschanden‘ (Polizeisergeanten) in großer Uniform auch mit Gala bei feierlichen Gelegenheiten meist trugen“, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sick''' ● ''sick'' oder ''zick'', Lockruf des Schäfers für die Schafe, ganz Hessen (Vil. 1868); ''sick, sick!'' Lockruf für die Schafe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sickertär''' n. ● das ''Sickerdehr'' ,Sekretär im Sinne von Schreibtisch‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. verweist auf Jonas: ''Schribsicherdehr''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sieh''' ● ''sich'' (mit kurzem ''i''), Imperativ Sing. von ''sehen'', Kassel (Gr. 1894); ''säch!'' ,sieh da!‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Sich emo ahn!' ,Sieh einmal an!‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sieden''' ● Stammformen: ''sieden'', ''sood'', ''gesooden'', Kassel 19., Anf. 20. Jh.; ''sieren'', ''sott'', ''jesorren'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sime''' f. ● ''Sime'' ,Schnur, Strick, Bindfaden, besonders ein dünner und kürzerer‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Simme'' ,Schnur, Bindfaden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Simetze''' f. ● ''Simele'', ''Simeze'', ''Simze'' ,Binse, juncus‘, in großen Teilen unseres Gebiets (Pfs.1886); ''Sümmetze'' ,Simse, Binse‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Auf den Simetzen'', Flurbezeichnung in Kirchberg 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''simulieren''' ● ''simulieren'' ,nachdenken, sinnen‘, Hessen (Vil. 1868); ''simmelieren'' ,intensiv nachdenken, grübeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''sembelieren'' ,nachdenken, sinnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von lat. ''simulare'' ,nachahmen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''singen''' ● Stammformen: ''singen'', ''sung'', ''gesungen'', Kassel 19., Anf. 20. Jh.; ''sengen'', ''soong''(''o'' offen), ''jesöngen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Singleiche''' f. ● ''Singeliche'' ,Singleiche‘, Kassel (Gr. 1894); ''Singeliche'' ,Leichenbegängnis mit Gesangsbegleitung‘, Balhorn (Sl. 1901). ● Redensart ''’ne Singeliche (machen)'' ,weitläufig über etwas Unangenehmes sprechen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sinken''' ● Stammformen, entsprechen in Kassel und Oberellenbach denen von ''singen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sint''' ● ,seit‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl mhd. ''sint''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sipp''' ● Redensart ''mit Sipp un Sapp'' ,mit allem, was zu ihm gehört‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sippern''' ● ,ein wenig Feuchtigkeit von sich geben (meist von Wunden)‘, überall gebräuchlich (Vil. 1868); ''sibbern'', ''sebbern'' ,sickern, sintern‘, auch in Bezug auf nässende Wunden, Kassel (Gr. 1894). ● Bei Gr. zweimal mit unterschiedlicher Schreibung und Einordnung verzeichnet. Gr.s Manuskript hat für die zweite Form ''sébbern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sochern''' ● ''sochern'', ''soochern'', ''suchern'' ,kränkeln, zumal zehrend kränkeln‘, Schwalm, Oberhessen (Vil. 1868); ''sochern'' ,kränkeln; auftrocknen (vom Körper Schwindsüchtiger)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Socherung''' f. ● ,Schwindsucht‘, Schwalm, Oberhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''socken''' ● ,Galopp laufen‘, im Waldeckischen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Söffer''' ● ''Seffer'' ,Säufer‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sömmersch''' ● ,sommerlich (z.B. Kleidung), sonnig (z.B. Lage eines Feldes)‘ (Vil. 1868); ''semmersch'' ,den Sonnestrahlen zugänglich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sommervögel''' ● ''Sommerveele'' ,Sommersprossen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
'''Sonnabend''' ● in Althessen die ausschließliche Bezeichnung; ''Samstag'' ist gänzlich unbekannt (Vil. 1868); ''Sunnowend'', Kassel 20. Jh.; ''Sonnowet'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Soppe''' ● ''Sobbe'' (offenes ''o'') ,Suppe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sosen''' ● ''sich sosen'' ,sich beruhigen, nachlassen (von Schmerz), Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spacherhans''' ● ,Hungerleider, Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spacherig''' ● ,vertrocknet, rissig (z.B. Brot, Erdboden)‘ (Vil. 1868); ''spacherich'' ,karg, kargend, trocken‘, im Hinblick auf Holz: ,sich spaltend, faulend‘, Kassel (Gr. 1894); ''spacherig'' ,vertrocknet, rissig; allzu sparsam, geizig‘, Balhorn (Sl. 1901); ''spacherech'' ,ausgetrocknet (vom Brot, auch vom Erdboden)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spachern''' ● ,zusammentrocknen und Risse bekommen infolge von trockener Luft und Hitze‘ (Vil. 1868); ,austrocknen‘ (in Bezug auf Brot); ,karg, kümmerlich leben‘, Kassel (Gr. 1894); ,austrocknen und rissig werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spachteln''' ● ,viel essen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spanisch Lauch''' ● ''Spanschlauch'', ''Banschlauch'' ,Porree‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Bei ''Banschlauch'' (s.d.) dissimilatorischer ''sch''-Verlust.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spanisch Rohr, Röhrchen''' ● ''Spanschrohr'', Kassel 20. Jh., ''Banschrehrchen'', Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spanisch Rohrstock, -stöckchen''' ● ''Spanschrohrstock'', ''Banschrohrstock'', Kassel 20. Jh.; ''Spanschrohrstäggchen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spanne''' f. ● ,Bett, Bettgestell‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch ''Bettspanne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spannen''' ● ''sich spannen'' ,großtun, eingebildet tun, übertriebenes Selbstbewußtsein zur Schau stellen‘, Kassel (Gr. 1894; C. Müller 1925); ''sech spannen'' ,sich hochmütig benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spannmichel''' ● ''Spannmechel'' ,Stutzer, Geck, Modenluder‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sparren''' ● wie hd., dazu: ,Hochmut, Dünkel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spatzenköpfe''' ● ''Spatzenkebbe'' ,gröbste Gerste‘, Kassel (Gr. 1894); offenbar sind grobe Graupen gemeint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speckanke''' f. ● ,feister Nacken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Specke''' f. ● ,leichte Brücke, Steg, welcher aus Pfählen besteht, die mit Hürden und diese etwa wieder mit Rasen besetzt sind, Oberhessen, „jetzt gibt es fast gar keine Specken mehr“ (Vil. 1868). ● Auch Niederhessen: Büchenwerra um 2010, Flurname in Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speel''' ● ''Spiel'', gesprochen ''Speel'', ,Menge, Vielheit, Masse‘, in Hessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''Spähl'' ,Spiel (wie nhd.); große Menge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).● ''Ein großes Menschenspiel, ein Spiel Geld'' (Vil.); ''en Spähl Mönschen, en Mönschenspähl'' ,eine große Menge Menschen‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speelding''' ● ''Spähldänk'' ,Mundharmonika‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speelmann, -leute''' ● ''Spählmann'', -''liere'' ,Musikant, Musikanten‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''spilman'', Plur. ''spilliute'' ,Musikant, fahrender Sänger, Gaukler’, md. ''speleman''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speelwerk''' ● ''Spählwerk'' ,Spielzeug, Spielsachen‘, Kassel (Gr. 1894); ''Spählwärk'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spei''' ● ,Speichel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spellen''' ● ''spellen gehen'' ,den Nachbarn zu vertraulichem Geplauder aufsuchen; Besuchsgang übers Feld machen‘, Mittelhessen (Vil. 1868); ''spällen gänn'' ,am Abend den Nachbarn oder Verwandten besuchen, um ein Plauderstündchen zu machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''spellen'' ,erzählen, reden, schwatzen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spellgast''' ● ''Spällgost'' ,derjenige, der am Abend den Nachbarn oder Verwandten besucht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spellmaide''' f. Plur. ● ,Junge Mädchen, die ein Chor (n., eine Gruppe) bilden und mit ihren Spinnrädern oder auch sonstigen Handarbeiten verwandte oder befreundete Familien aufsuchen (nach Anmeldung am Abend zuvor)‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spellstube''' ● ''Spällstowwe'' ,Spinnstube‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spelzen''' ● ,weiße Zwiebeln‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spenge''' ● ''spenge'', ''speng'' ,sparsam, selten, in geringer Menge vorhanden‘ (Vil. 1868); ''spenge'' ,knapp, karg, kaum hinreichend‘, Kassel (Gr. 1894); ''spänge'' ,selten, knapp‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mnd. ''spenge'' ,knapp, eingeschränkt; mäßig in Essen und Trinken‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spennel''' f. ● ''Spennel'', auch ''Spennadel'' ,Stecknadel‘, in Hessen ausschließlich für ''Stecknadel'' (Vil. 1868); ''Spennel'',Stecknadel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Spännel'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kasseler Nebenform, „seltener“: ''Spengel'' (Gr.); offenbar beeinflußt von ''Spange''. ● Vgl. mhd. ''spenel'' ,Stecknadel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spenneln''' ● ,anheften‘ (Pfs.1, 1889); ''spenneln'', ''anspenneln'' ,mit Stecknadel anstecken, feststecken‘; übertragen: ,jem. eine Arbeit machen lassen, zu einer Arbeit bringen, die ihm die freie Zeit raubt‘, Kassel (Gr. 1894); ''spänneln'', ''oonspänneln'' ,mit Stecknadeln befestigen; jem. mit etwas beauftragen, jem. etwas aufdrängen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sperbelig''' ● ''sperwelech'' ,gesprenkelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sperlegucksen''' Pl. ● ,Narrheiten, Spiegelfechtereien‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sperlegucksenmacher''' ● ,jem., der Sperlegucksen macht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sperlementen''' Pl. ● ''Spärlemenden'' ,Umschweife, Umständlichkeiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sperrschlette''' f. ● ''Sparrschlädde'' ,Kind, das dauernd den Mund öffnet; neugieriger Mensch (Schimpfwort)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spertelig''' ● ''sperdelich'' ,(sich) sperrend, sich spertelnd‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sperteln''' ● ''sich sperdeln'' ,auseinanderklaffen, sperren‘, übertragen: ,sich sperren, sich weigern, sich widersetzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speuz''' m. ● ''Spitz'' ,Speichel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speuze''' f. ● ''Spitze'' ,Speichel‘, üblichste, ja wohl allein übliche niederhess. Form (Vil. 1868)	.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''speuzen''' ● ''spützen'', meist ''spitzen'' gesprochen, ,speien‘, in Althessen, die fast ausschließlich herrschende Form (Vil. 1868); ''spitzen'' ,speien, spucken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''spitzen'', ''spätz'', ''jespätzen''. (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speuzenschlucker''' ● ''Spitzenschlogger'' ,Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spinnesieren''' ● meist ,spionieren, auskundschaften‘, seltener für hd. ''spintisieren'' ,grübeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spinnrockel''' m. ● ''Spennroggel'' ,Spinnrocken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spinozerus''' ● ,jem., der spinnesiert; ein schlauer, verschlagener Bursche‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spirrwatz''' m. ● ,Sperling; dürrer Mensch‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spitakel''' s. ● ''Spidahkel'' ,Spektakel‘ im Sinn von ,Lärm, Aufhebens; unsinninger Kram‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Oberellenbach hingegen ''Spegdogel'' ,Lärm‘ (Hm. 1926)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spittel''' n. ● ''Spiddel'' ,Spital, Hospital, Pflegeheim für alte und schwanche Personen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''splattern''' ● ''spladdern'' ,umherspritzen, auf eine größere Fläche ringsum mit Geräusch niederfallen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''splinternackend''' ● ''splindernaggend'' ,splitternackt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''splinternackicht''' ● ''splindernaggecht'' ,splitternackt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sprickelicht''' ● ''sprickelicht'', ''spreckelicht'' ,gesprenkelt‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sprickelig''' ● ''spreggelech'' ,gesprenkelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''spreckel'' n. ,Flecken auf der Haut, Sprenkel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprie''' ● Mundkrankheit der Kinder, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprieße''' ● ,Spreize, Notstütze‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sprießen''' ● ,spreizen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Springinkel''' m. ● ,Sringinsfeld, Leichtfuß‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprinne, Sprieh''' f. ● ''Sprin'', auch ''Sprên'', ''Sprê'', ''Sprêhe'' ,Star‘, die weitaus üblichere Bezeichnung der Vogelart (''Star'' wird hier und da gar nicht verstanden) (Vil. 1868); ''Sprieh'' ,Sprehe, Star‘, Kassel (Gr. 1894); ''Sprinne'' f. ●,Star‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mnd. ''sprên'' m. ,Star‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spritzeln''' ● ,in kleinen Strahlen spritzen, wenig spritzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprutz''' m. ● ,aus dünnem Teig Gebackenes; Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894); ,Durchfall (bei Mensch und Tier)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sprutzen''' ● ,kurz und schnell spritzen, wenig spritzen‘, Kassel 20. Jh.; ,Durchfall haben‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''sprützen'' ,spritzen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprutzwerk''' ● ,aus dünnem Teig Gebackenes‘; ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spuk''' m. ● ,schlauer, durchtriebener Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spulken''' m. ● ,großer Splitter, Span, abgelöstes Teil‘, Kassel (Gr. 1894); ''Spolgen'' ,dicker Erdklumpen, Erdscholle‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spulkes''' m. ● ,grober, derber Gegenstand‘, übertragen: ,grobe, derbe Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sputze''' m. ● ,Spaß‘, in Niederhessen meist Plural (Pfs. 1886). ● einem Sputzen in den Kopf setzen , unklare Erwartungen usw. erwecken‘, Niederhessen (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stacheies''' m. ● ''Stacháies'' ,langer und unbeholfener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Staches''' m. ● ,Tölpel‘, ziemlich überall üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stadt''' ● ''Stadt'', Plur. ''Städde'', Kassel 19., 20. Jh.; ''Stoot'', Plur. ''Steere'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel mit Kürze des Stammvokals, vgl. etwa ''Ahleneistadt'' ,alte Neustadt, Unterneustadt‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stadtstock, -steckel''' m. ● ''Stoodstogg'', ''Stoodsteggel'' ,Spazierstock‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stahle''' f., '''Stählchen''' n. ●  ,Pröbchen von Tuch; schlechtes Subjekt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stallen''' ● ,Exkremente auswerfen (von Tieren, die im Stall stehen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stampes''' m. ● ''Stampes'', ''Stampfes'' ,dicker Brei, weiche dicke Masse‘, allgemein üblich, ,kurzer dicker, plumper Mensch‘ (Vil. 1868); ''Stambes'' ,dick und steif Gekochtes, fester Brei‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Stambest'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Standal''' m. ● ''Standál'' ,etwas, das das Gefühl empört; Lärm, Toben‘, Kassel (Gr. 1894); Standool ,Lärm‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von  hd. Skandal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stande''' f. ● ''Stande'', meist ''Stanne'' gesprochen, ,Faß in Form eines abgekürzten Kegels, in den Küchen und den Kellern gebräuchlich, um Wasser oder Bier darin aufzubewahren‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''standebéh''' ● ,stehenden Fußes‘, Kassel (Gr. 1894). ● Von lat. ''stante pede'' ,stehenden Fußes‘, vermutl. angeglichen an ''beabéh'' &amp;lt; franz. ''peu à peu'' ,allmählich, Stück für Stück‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stange''' ● wie hd., außerdem: ,das früher gebräuchliche hohe Glas ohne Henkel, das „eine Halbe“ faßte‘ (Pfs. 1886). ●  ''(Große) Stangen im Kopf haben'' ,hochmütig sein‘ (Vil. 1868); ''’ne Stange im Kobbe hon'' ,hochmütig, eingebildet sein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''starrsteckelsteif''' ● ''storrstäggelstiff'' ,völlig steif‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''starrsteif''' ● ''storrstiff'' ,ganz steif‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stäuben''' ● ''stiewen'' ,verjagen, wegjagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stauche''' f. ● ''Bund Flachs aus der Rose, der zum Trocknen aufgestellt wird'', nur in Niederhessen ''staucht''  man den Flachs (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stauchen''' pl. ● ,Unterärmel oder Armhandschuhe‘ vorzüglich bei den Landbewohnern, neuerdings auch bei den höheren Ständen (Vil. 1868); ''Stuchen'' (''u'' kurz, geschlossen) ,warmhaltende gestrickte Manschetten usw.‘, Kassel (Gr. 1894); ''Stüchen'' (''ü'' kurz) ,gestickte Pulswärmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stauchen''' ● ''stuchen'' (''u'' kurz, geschlossen) ,stauchen‘ und ,stauen‘, Kassel (Gr. 1894); ''stüchen'' (''ü'' kurz) ,durch heftiges Fallen oder Stoßen verrenken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Des Is hot sech gestucht.'' ,Das Eis hat sich gestaut (beim Eisgang)‘. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''-ste''' ● erweiterte Form der Konj. ''wann'' ,wenn‘ und ''ob'', nicht ganz so häufig bei ''weil'' und ''wie'' bei einer Verknüpfung mit einem Verb in der 2. Pers. Sing., Hessen. Beispiele: ''Wannste witt'' ,wenn du willst; ''ebste kümmest'' ,ob du kommst‘. (Pfs. 1886)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Steckel''' m. ● ''Stecken'' m., in Niederhessen lieber ''Steckel'' gesprochen, ,Stock, Stab‘ (Vil. 1868); ''Stäggel'' ,Stecken, Stab, Stock zum Gehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stehen''' ● Stammformen: ''ich stehn'', ''ich stund'' (Vil. 1868);  ''stehn'' (Inf.), ''stunn''/''stund'', ''gestehn'', Kassel 19., Anf. 20. Jh.; ''stänn'' (Inf.), ''sting'', ''jestänn'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● „Konjugiert noch in alter Weise“ (Vil.). Die alte ''n''-Form in der 1. Pers. Sing. (vgl. ich ''bin'', ich ''hon'') ist außer bei Vil. sonst wohl nicht mehr belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Steifigkeit''' ● ''Stiffechkeet'' ,Steifheit, steifes Benehmen, Wesen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Steifschlippen''' m. ● ''Stiffschlebben'' ,steifer, unbeholfener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schlippen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stellasche''' f. ● jede Art von ,Gestell‘, üblich (Pfs.1, 1889), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stellen''' ● Stammformen: ''stellen'', ''staalde'', ''jestaalt'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stelz''' m. ●,langer, unbeholfener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stengelsteif''' ● ''stängelstiff'' ,erstarrt, sehr steif; betrunken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sterngücker''' ● ''Sternegicker'' ,Sterngucker, Astronom; lange, dünne Zigarre‘, Kassel (Gr. 1894); ''Stärengigger'' ,Mensch, der dauernd in die Luft sieht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stete''' ● ''steere'' ,gleichmäßig, ruhig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stichböse''' ● ''stächbeese'' ,sehr böse, sehr zornig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stichfinster''' ● ''stächfinsder'' ,sehr dunkel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stickel''' ● ,steil‘, ausschließlich in Gebrauch (Vil. 1868); Kassel (Gr. 1894); ''steggel'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stickelechtig''' ● ,steil‘, Nebenbedeutung: ,unzugänglich‘ (Pfs. 1886). ● Erweiterung von ''stickel'' durch das Suffix -''echtig'', s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sticken''' ● ''steggen'' (''e'' geschlossen) ,stecken‘ und ,sticken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''steggen'', ''stoochde'', ''jestoocht''. (Hm. 1926)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stickhusten''' ● ''Stegghusden'' ,Keuchhusten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stiebel''' ● ''Stiwwel'', Plur. ''Stiwweln'' ,Stiefel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stiebelieren''' ● ''stewwelieren'' ,stiefeln, schnell gehen‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stiebeln''' ● ''stewweln'' ,stiefeln, schnell gehen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Das stiefelt sich nicht; es will nicht stiefeln.'' ,Es fügt sich nicht, will nicht passen.‘ (Vil.)  ''Jestewwelt un jespoort'' ,gestiefelt und gespornt, zum Gehen gerüstet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stillschweigening''' ● ''stelleschwiejenink'' ,stillschweigend, unter der Hand, im geheimen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stinkebock''' ● ,vor Faulheit stinkender Mensch‘, Faulpelz‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stinkepforte''' ● ''Stinkeporte'', Übername der ,Tränkepforte‘, eines Kasseler Gäßchens zwischen Graben und Marställerplatz, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stippchen''' ● ''Stibbchen'' ,Kleckschen, Pünktchen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stippen''' m. ● ''Stibben'' ,Klecks, Punkt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Vgl. mnd. ''stip'' n., ''stippe'' m. ,Punkt, Tupf‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stippen''' ● ''stibben'' ,kurz und knapp berühren, antippen, eintunken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). Vgl. mnd. ''stippen'' ,Tupfe oder Punkt machen; mit der Spitze (des Fingers, Stabes usw.) berühren; eintunken; steppen, sticken‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stipper''' f. ● ''Stibber'' ,Stütze, die eine Läst trägt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stippern''' ● ,mit Stützen versehen‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''stibbern'' ,mit einer Stütze versehen, stützen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stitz''' n., m. ● ''das Stitz'' ,kleines niedriges Zimmer; ärmliches Häuschen‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Stitz'' ,sehr kleines Zimmer‘, Kassel (Lüttebrandt 1917); ''der Stitz'' ,kleiner, enger Raum, kleiner Stall‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stitzchen''' ● ,sehr kleines, recht niedriges Zimmer‘; auch Brötchenart, ähnlich dem Franzbrötchen, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stock''' ● neben ,Stock‘ und ,Stockwerk‘: ,stockiger Geruch oder Geschmack‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stockrabenkohlekesselschwarz''' ● ''stockerawenkohlekesselschwarz'' ,stockfinster‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stokern''' ● ''stokern'', ''herumstokern'' ,in allen Winkeln umherkriechen, alles durchsuchen‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''(rimme)stogern'' ,herumsuchen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stolz''' ● ,schön gekleidet, geputzt‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,hochmütig; schön gekleidet, stattlich, prächtig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stöpel''' m. ● ''Stebel'' ,Stoppel, Stümpfchen‘, auch: ,kleiner Junge‘, Kassel (Gr. 1894), ,kleiner Junge‘, Kassel 20. Jh.; ,Stumpf, Stummel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stopfenblau''' ● ''stobbenblau'' ,waschblau‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ,heller als das Berliner Blau‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stoppel''' f. ● Stobbel ,Stumpf des angeschnittenen Getreidehalms‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stoppelkalb''' ● ,besonders dummer und ungeschickt sich anstellender Mensch‘, Schimpfwort (Vil. 1868); ''Stoffelkalb'' [sic], bei Naumburg (Pfs. 1886); ''Stobbelkalb'' ,dummer, tölpelhafter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Storch''' ● ''langer Storch'' ,lange Mannsperson‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''storchen''' ● ''zesammen storchen'' ,heimlich, dicht beieinanderstehend, einen Schwatz halten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strackenbach''' ● ''Straggenbach'' ,barscher, ungefälliger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strahlen''' ● ''strohlen'' ,hervorschießen, hhervorsprudeln (nur von Flüssigkeiten)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strählen''' ● ''str[e]hlen'' ,urinieren‘, wörtlich: ,einen Strahl machen‘, Gr. erläutert: „wie ''strullern'', der Strahl ist nur stärker, das Geräusch kaum so stark“, Kassel (Gr. 1894). ● Von ''Strohl'' ,Strahl‘: *ströhlen &amp;gt; strehlen. Gr. hat unverständlicherweise die nichtentrundete Form ''ströhlen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strakeln''' ● ''sech strahkeln'' ,sich beim Liegen recken und strecken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strambúlster''' m. ● ,heftiges Aneinandergeraten, heftiger Wortwechsel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strambúlstern''' ● ''sech strambulsdern'' ,heftig aneinandergeraten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strambúlsterig''' ● ''strampulsterig'' ,gegen etwas ankämpfend, sich beständig und kleinlich gegen alles auflehnend‘, in gutmütigem Sinne gebraucht (Pfs. 1886); ''strambulsderich'', Ajektiv zum ''Strambulster'', Kassel (Gr. 1894), ,widerborstig‘, Kassel (Bennecke 1904), ,stramm gepolstert, gespannt, widerspenstig‘, Kassel (Lüttebrandt 1919); ''strambolsderech'' ,störrisch, halsstarrig, widerspenstig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strampelchen''' Pl. ● ''Strambelerchen'' ,die Beinchen der kleinen Kinder‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strauen''' ● ''strauen'' ,streuen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. mhd. ''strouwen''; in Oberellenbach hingegen mit Umlaut: ''ströiwen'' (Hm. 1926), entspricht hd. ''streuen''; vgl. mhd. ''ströuwen'', ''strewen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''straufeln''' ● ''strüfeln'' ,beim Gehen mit den Füßen auf dem Boden her streichen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strenzen''' ● ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strickstock''' ● ,Stricknadel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Streggstock'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Striemel''' f. ● ''Strimmel'' ,Striemen, schmaler Streifen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Striffel''' f. ● ,Krause, Fältelung (an der Haube, den Ärmeln und am Kragen)‘, Kassel (Gr. 1894). ● Striffelkragen, Kassel 19. Jh. (Herzog), ''Streffelmetze'' ,Striffelmütze‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strippen''' ● Siehe ''strüpfen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stritzen''' ● ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''strüpsen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strohmann''' ● ,Vogelscheuche; einfältiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strotte, Strutte''' f. ● ''Strotte'' ,Luftröhre‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Strodde'' ,Schlund, Kehle, Gurgel, Luft-, Speiseröhre‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Strudde'' ,Luftröhre‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Us voller Strotte'' ,aus vuller Kehle‘, Kassel 19. Jh. (Herzog). ''Bi emme es alles de Strodde nunner gelaufen.'' ,Er hat alles versoffen.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strulchen''' ● ,strolchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strulcher''' ● ,Strolch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strullern''' ● ,dünn plätschern, mit Geräusch fallen‘ (Wasser- oder Urinstrahl in Gefäß oder andere Flüssigkeit), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strumpfbetzel''' f. ● ''Strumpbetzel'' ,Zipfelmütze‘, einziger Gebrauch von ''Betzel'' für eine Männerkopfbedeckung, Balhorn (Sl. 1901); ''Strumbbäzzel'', Kassel (Gr. 1894; hier ohne Erläuterung aufgeführt). ● Siehe ''Betzel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strupf''' m. ● ,Beute beim Diebstahl‘ (Pfs. 1886). ● Siehe ''strüpsen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strüpfen''' ● ''stribben'' ,streifen, abstreifen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,streifen‘ in der Art, „wie beim Melken die Zitze behandelt wird“; jem. die Börse durch Borg oder Bettel dünner machen‘ (Gr.). ● Vgl. mhd. ''strupfen'' ,streifen, abrupfen‘&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strüpfen, strüpfeln, strüpfern''' ● ''sich strippen'' ,uneinig werden, sich zanken, sich streiten‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''sich stribbeln'' ,sich streiten (harmlos)‘, Kassel 20. Jh.; ''sech stribbern'' ,sich neckend streiten, sich ohne böswillige Absicht zanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strüpsen''' ● ''stribsen'' ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Strupf''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strunt''' ● ,grobes Gewebe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strunze''' f. ● ,sich faul herumtreibende, widerliche Frauensperson‘, Niederhessen (Vil. 1868); Kassel 20 Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strutz''' m. ● ,kleines Büschel (vor allem Haare)‘, Kassel 20. Jh., ''Strütz'' ,Büschel von durcheinander liegenden Haaren oder durcheinander gewachsenem Gras‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strutzbart''' ● ''Strützboort'' ,verwilderter Bart‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stube''' ● ''Stuwwe'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Stowwe'' ,Zimmer, meist Wohnzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Die blaue Stowwe'': die „gute Stube“, sie war gewöhnlich blau, ultramarinblau, tapeziert, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stubentür''' ● ''Stuwwendähre'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Stow(w)endähre'' ,Streuselkuchen‘, scherzhaft, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
'''Stuffel''' m. ● ''Stüffel'' ,Stumpf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stuffig''' ● ''stüffech'' ,kurz und gedrungen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stulke''' f. ● ,großes junges Mädchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stülp''' m. ● ''Stilb'' ,wuchtiger Stoß, so daß der Gestoßene stolpert‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stülpe''' f. ● unterschiedliche Art von Frauenmützen auf dem Lande, besonders in der Schwalm, hier weiße Mütze zu kirchlichen Anlässen, anderwärts ''Ziehbetzel'' genannt (Vil. 1868); ''Stilbe'' ,Deckel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stulpen''' Plur. ● ,Manschetten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stülpen''' ● ''stilben'' ,wuchtigen Stoß geben‘, Kassel (Gr. 1894); ''stilpen'' ,umstülpen‘, Balhorn (Sl. 1901); ''stelben'' ,wenden, umkehren; pflügen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Balhorn: Die Kinder stülpen am Weihnachtsabend Töpfe auf den Tisch, setzen sie also umgekehrt darauf. Das Christkind legt dann seine Gaben darunter, hier und da auch eine Rute obenauf. ''Ich hon gestilpet.'' ,Ich bin beschert worden.‘ ''Ich hon emme gestilpet.'' ,Ich habe ihn beschert.‘ (Sl.) In Oberellenbach kommt ''stülpen'' nur in folgenden Verwendungen vor: ''en Laant stelben'' ,einen Acker pflügen‘, ''de Dasse stelben'': die umgewendete Obertasse gilt als Zeichen, daß man keinen Kaffee mehr wünscht (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stulpern''' ● ''stulbern'' ,stolpern‘ (Gr. S. 67, rechte Sp.); ''stolbern'' (''o'' geschlossen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stulpernoll''' ● ''Stolbernoll'' (beide ''o'' geschlossen) ,einer, der leicht stolpert, steifer, unbeholfener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vermutlich Zusammensetzung mit dem Vornamen ''Nolde'', Kurzform von ''Arnold'', &amp;gt; ''Nolle'', ''Noll''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stulprian''' ● ''Stolberjahn'' (''o'' geschlossen), dasselbe wie ''Stulpernoll'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stülpes''' m. ●  ''Stilbes'' ,unbeholfener, dummer Mensch, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. erläutert: einer, „der sich überall hin stilben (stülpen) stoßen läßt, mit dem me Stowwendähren inrennen kann: mit dem man gleich wie mit einem Sturmbock Türen und Tore einrennen kann.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stumpchen''' ● ''stomchen'' ,derb, unsaft stoßen; stampfen (z.B. Kartoffeln)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stumpfen''' ● ''stumben'', in der Redensart ''stumben un stoßen'' ,stark hin und her stupsen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stümpfen''' ● ''stemben'' ,stumpf machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stunz''' m. ● ,kleiner Zuber‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Stunz'' ,Zuber, wannenartiger Bottich, Wännchen‘, Kassel 19. 20. Jh. (Gr. 1894), übertragen: ,kleine, dicke Person ohne Taille‘, Kassel (Gr.); ''Stönz'' ,kleines, breites, aber niedriges Gefäß; kleine dicke Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stuppe''' f. ● ,Krankheitsanfall‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Stubbe'' ,Anfall, Grille, Laune‘, Kassel (Gr. 1894); ''Stüppe'' ,Krankheitsanfall, Anfall von Jähzorn‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mnd. ''stupe'' ,schüttelnder Krakheitsanfall, Konvulsion‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stuppenweise''' ● ''stubbenwiese'' ,zeitweise, periodenweise‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sturax, Sturiax''' m. ● ''Sturax'' ,mürrische, wortkarge Person‘, Kassel (Gr. 1894); ''Storjags'' (''o'' kurz und geschlossen) ,langbeiniger, steifer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stürmen''' ● ''stermen'' ,die Sturmglocke läuten (bei Feuersbrunst)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stürmer''' ● ''Stermer'' ,einer, der mit großem Eifer an eine Arbeit geht, dieser aber bald überdrüssige wird und sich anderem zuwendet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sturren''' ● ,starren‘, scheinbar nur in Redewendungen ''wie sturren vun Dreck, vun Guld'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stürze''' f. ● ,gegitterte Behälter ohne Boden zum Ästen des Federviehs‘ (Vil. 1868); ''Stärze'' ,gegitterter Käfig ohne Boden zum Aufenthalt für junges Federvieh im Freien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sturzegum''' ● ,Kapuzinerkresse‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sturzeniere''' f. ● ,Schwarzwurzel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Storzenier''-, ''Sturzenierworzel'', Kassel (Gr. 1894); ''Storzeniere'' , Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Scorzonera hispanica''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stutterbock''' ● ''Stodderbock'' (erstes ''o'' geschlossen) ,Stotterer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stuttern''' ● ''stoddern'' (''o'' geschlossen) ,stottern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stuttersack''' ● ''Stoddersack''(''o'' geschlossen) ,Stotterer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stutzglas''' ● ''Stotzglos'' ,kleines Trinkglas‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''su''' ● ''suh!'',so!‘, Interjektion, Ausdruck des Zweifels oder Erstaunens, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sucheln''' ● (''u'' kurz) ,schlecht nähen‘, auch: ,beharrlich nähen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sucht''' ● ''Socht'' ,Krankheit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Suckelkind''' ● ''Süggelkänt'' ,Säugling‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''suckeln''' ● Frequentativum zu ''saugen'' (von kleinen Kindern, Tieren) (Vil. 1868); ''suggeln'' ,in heftigen kleinen Zügen saugen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sulper''' m. ● ''Solper'', ''Sulper'' m., auch wohl n., ,die Einsalzung des Schweinefleischs‘ (Vil. 1868); ''Sulber'' ,Salzbrühe der Metzger‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Solber'' m. (''o'' geschlossen) ,salzige Flüssigkeit, Salzbrühe‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sulperfleisch''' ● ''Solperfleisch'' ,eingesalzenes Schweinefleisch‘, z.B. Rippenbraten „aus dem Solper“ (Vil. 1868); ''Solberfleesch'' ,Pökelfleisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sulperknochen''' ● ''Solperknochen'' ,Unterbeine [richtiger: Füße] und sonstige Knochenreste des Schweines, welche mit dem anhängenden Fleisch eingesalzen, dann gekocht werden und für besonders wohlschmeckende Teile des Schweinefleischs gehalten werden‘ (Vil. 1868); ''Sulberknochen'' ,eingepökeltes Schweinefleisch mit Ohren, Schnauze usw.‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Solbergnochen'', Oberellenbach (Hm. 1926, hier ohne Erläuterung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Summervogel''' ● ''Summervochel'' (''o'' in -''vochel'' kurz) ,Schmetterling‘, übertragen: ,Person in sehr sommerlicher, sehr heller Kleidung‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Lattichvogel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sündenknüppel''' ● ''Sindenknibbel'' ,hartgesottener Sünder‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sunsten''' ● ,sonst‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Bildung mit -''en''-Erweiterung wie ''alsten'' u.a.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Supchauge''' ● ''Subbchauge'' ,tränendes Auge‘, Kassel (Lüttebrandt 1917), Pl. ''Subchauchen'' ,verweinte Augen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''supchen''' ● ,anfangen zu weinen‘, Kassel (Gr. 1894); ,verhalten vor sich hin weinen‘, Kassel20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Supp''' m. ● ,der verhärtete Augenschleim‘, Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Suppauge''' ● ,tiefendes Auge‘ (Vil. 1868); ''Subbauge'' ,Triefauge; triefäugige Person‘, Kassel (Gr. 1894); ''Süppöhche'' ,triefendes, tränendes Auge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''suppen''' ● ,triefen (von den Augen)‘, Niederhessen (Vil. 1868); ,Flüssigkeit allmählich von sich geben‘, Kassel 20. Jh.; ''sübben'' ,triefen, tränen (der Augen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''surchelich''' ● ''sorchelech'' ,säuerlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süßmichel''' ● ''Sießmichel'' ,Einschmeichler‘, dasselbe wie ''Seidenbeutel'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süster''' f. ● ,Schwester‘, aussterbende Altform (Vil. 1868). ● Vil. sieht die Form – allerdings zu zu Unrecht – als niederdt. an, das heißt als Import, im niederdt. sprechenden Niederhessen die „übliche Form von Schwester“. „Das Wort weich successiv zurück; in und um Kassel war es noch in der Mitte des vorigen [18.] Jarhunderts gebräuchlich, wenn auch nicht mehr in allgemeiner Übung, jetzt ist es dort und schon einige Wegstunden weiter nördlich gänzlich ausgestorben.“ (Vil.) – Das Wort ist erhalten in:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süsterfeld''' ● ''Sisterfeld'', Flurbezeichnung bei Kassel, heute Name eines Kasseler Wohnviertels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süsterhaus''' ● ,Frauenhospital in Kassel, jetzt auf der Oberneustadt‘ (Vil. 1868); ''Sesterhus'', Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript ''Sésterhus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süsterweib'''  f. ● ''Sesterwibb'', Plur. ''Sesterwiewer'' ,Insassen des Süsterhauses‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript ''Sésterwibb'', ''Sésterwiewer''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sutch''' m. ● ,schmierige Flüssigkeit‘, Kassel 20. Jh.; ''Sodch'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sutchen''' ● ,Klebriges ablassen‘, Kassel 20. Jh. ●  ''De Piffe, des Rohr sutcht''. Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sutchen''' ● ,weinen, schluchzen (unterdrückend, heimlich)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sutte''' f. ● ''Sotte'', ''Sutte'' ,Jauche‘ (Vil. 1868) ; ''Sutte'' ,Schlamm, Dreckbrühe‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Sodde'' ,Jauche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sütte''' f. ● ''Sütte'', ''Südde'', ''Sutte'', meist ''Sitte'' gesprochen, ,Aufguß von heißem Wasser auf Gras, Strohstümpfe, abends dem Mlchvieh gegeben, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Serre'' ,mit heißem Wasser gebrühtes Viehfutter, meist aus Gras und Häcksel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Suttelbrühe''' ● ''Suddelbrieh'' ,schlechtes, dünnes Essen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. überträgt das Wort außerdem als ,Sudelbrühe‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sutter''' m. ● ,ablaufende, ab- oder durchtropfende Flüssigkeit (besonders vom Ablauf des gerauchten Tabaks)‘ (Vil. 1868); ''Sudder'' ,Tabaksaft als Rückstand in der Tabakspfeife‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''suttern''' ● ,sickern (besonders von unsauberer Flüssigkeit, auch von Wunden)‘ (Vil. 1868); ''suddern'' ,viel Sutter absetzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); auch: , unrein davon sein, danach schmecken‘. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sutzel''' f. ● ,eine unsauber sich haltende Frauensperson‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Sützel'' ,unreinliches Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sutzelig''' ● ''sutzelich'' ,unsauber gekleidet, unreinlich, besonders von Frauenspersonen gebraucht‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''sützelech'' ,unsauber gekleidet, unreinlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sutzeln''' ● ''sützeln'' ,unreinlich sein, eine Arbeit unsauber verrichten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch S'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_S</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''S.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Saal''' n. ● ''das Sool'' ,der Saal‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''saat''' ● ,satt‘, Kassel 19. Jh. (Jonas); ''soot'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''sätigen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Säbbelbart''' ● ''Säwwelbaart'' ,jem., der viel und langweilig daherredet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''säbbeln''' ● ''säwweln'' ,viel und langweilig daherreden‘ (= ''kneten''), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sacknaß''' ● ,völlig durchnäßt‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sage''' f. ● ''Saache'' ,Säge‘, Kassel (Gr. 1894), ''Sooche'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''sage''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sagen''' ● ''sahn'' ,verbal äußern‘, Kassel 19., Anf. 20. Jh. (Gr. 1894), ''säjen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen Kassel: ''sahn, sahde, gesaht''; Oberellenbach: ''säjen, sät (säde), jesät''. ● ''Sahn'' in Kassel nur noch zu Anfang des 20. Jh.; inzwischen ersetzt durch hdt. ''sagen'' in mundartlicher Aussprache: ''saachen'' (''sachde'', ''gesacht''; ''a'' kurz).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sagen''' ● ''saachen'' ,sägen‘, Kassel (Gr. 1894); ''soochen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salat''' ● ''Solad'' ,Salat‘, Kassel (Gr. 1894); ''Saloot'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saldate''' ● ''Saldade'' ,Soldat‘, Kassel (Gr. 1894); ''Saldode'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salfete''' f. ● ''Salvete'' ,Serviette‘, verbreitet, bereits im 17. Jh. belegt (Vil. 1868); ''Salfeede'' ,Serviette‘, Kassel (Gr. 1894); ''Sallfeede'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Pfs. (1886) wendet sich gegen die verbreitete Ansicht, daß ''Salvete'' aus französ. ''serviette'' entstellt sei, weist hin auf romanisch ''salveta'' und ital. ''salvietta''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salfett''' n. ● ''Salfett'' ,Walfischtran‘, in Hessen, besonders in Niederhessen allgemein üblich, bereits 1604 belegt (Vil. 1868); ''Saalfett'', ursprünglich ,Seehundstran‘, „jetzt“ wird auch ,Walfischtran‘ darunter verstanden, Kassel (Gr. 1894); ''Soolfett'' ,Tran, Fischtran, der zum Schmieren der Schuhe verwendet wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. weist hin auf engl. ''seal'' ,Seehund‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salweide''' ● ''Soolwiere'', übertragen: ,trauriges Geschöpf‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salwende, -wand''' ● ''Selbende'', ''Silbende'', ''Salbende'', ''Salband'' n. ,natürliches Tuchende, nicht durch Abschneiden entstanden‘ (Vil. 1868); ''Salwende'', ''Salwenne'' [offenbar n.] ,Salband‘, Kassel (Gr. 1894), ''Salwenne'' ,Webekante‘, Kassel (Lüttebrandt 1917); ''Salwenge'' n. ''Salwaant'' f. ,Salband, Webekante des Tuches, von groben Fäden am Tuch angewebter Rand‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es äs an Salwenne.'' ,Es ist zu Ende.‘ (Lüttebrandt) ''Ech bän om Salwenge.'' ,Ich bin am Ende meiner Kraft.‘ (Hm.) ● DWB 14, Sp. 1683: ''Salband'' ,das natüliche Ende des Tuchs, das Zettelende, Saum‘, möglicherweise Kompositum aus ''selb-'' ,selbst‘ und ''Ende'', worauf bestimmte Belege hindeuten: nd. ''sülwenne'', ''sülwend'', ''sulfegge'', ''sülfkante'', niederländ. ''self-ende'', ''self-eggh'', ''self-kant'' u.a.m. Möglicheweise stammt das Wort aus dem Niederländischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salz''' ● ''jemandem etwas im Salze lassen'' ,jemanden zu nächster Abrechnung und Vergeltung im Gedächtnis behalten‘, äußerst üblich (Pfs. 1886); ''einen im Salze honn'', dasselbe, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salzmeste''' f. ● ,kleines hölzernes Faß in der Küche mit dem Salze, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Salzmeste'' ,Gefäß zum Aufbewahren des Salzes‘, Kassel (Gr. 1894); ''Saalzmätze'' (!) ,Gefäß aus Holz, Porzellan oder Emaille zur Aufbewahrung des Salzes, das in der Küche hängt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Meste''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''salzdröge''' ● ''saalzdreje'' ,salztrocken, ganz trocken, völlig ausgetrocknet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Samen''' ● ''Somen'', wie nhd., dazu: ,Raps‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Samenfett''' ● ''Somenfätt'' ,Rüböl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Samenhaber''' m. ● ''Somenhowwer'' ,Saathafer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Samenkorn''' ● ''Somenkorn'' ,Saatroggen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sandhase''' ● ''Sandhaas'' ,Fehler beim Kegeln, die Kugel läuft neben der Bohle auf dem Sand‘ (Vil. 1868); ''Sandhase'' ,Wurf der Kegelkugel entlang der Laufbohle, auf dem Sande‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sappermenter''' m. ● ''Sabbermenter'' ,durchtriebener Bursche‘ (nicht nur abwertend, durchaus auch anerkennend), Kassel (Gr. 1894). ● Zurückgehend auf ''Sabberment!'' ,Ausruf des Unwillens oder der Überraschung‘, entstellt aus ''Sakrament!''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sappern''' ● ''sabbern'' ,wiederholt, anhaltend nippen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sarraß''' m. ● ,Sárraß, Säbel‘, übetragen: ,sehr lebendiges, auch aufsässiges Kind‘, Kassel (Gr. 1894); ''Saaras'' ,durchtriebener Kerl, Schwerenöter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sätigen''' ● ''sähdigen'' ,sättigen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Satte''' f. ● ''Sadde'' ,Milchschüssel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauaas''' ● ''Söioos'', Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saubiest''' ● ,widerspenstiger Mensch, Quertreiber‘, Kassel 20. Jh.; ''Söibiest'' ,störrisches, widerspenstiges Schwein; störrischer, halsstarriger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauel''' f. ● ''Söiwel'' ,Schusterahle‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauerkohl''' ● ''Surenkohl'' ,Sauerkraut‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''surer Kohl'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufbeere''' f. ● ''Süffbäre'' ,Feldbirne, Kelterbirne‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufen''' n. ● ''Süffen'' ,Suppe‘, bei Felsberg (Pfs. 1886); ''Suffen'', für ,Suppe, gebräuchlich, aber nur in ''sures Suffen'' ,heißgekochte Milch‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufjost''' ● ''Suffjost'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufmatz''' ● ''Suffmatz'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Matz'' ist hess. Kurzform von ''Matthias''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufmichel''' ● ''Suffmichel'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufnase''' ● ''Suffnase'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufschlutte''' ● ''Suffschludde'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Schlutte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufschnudde''' ● ''Suffschnudde'' ,einer, der gern mal einen trinkt; kein Trinker im engeren Sinne‘, nicht immer unfreundlich gemeint, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Schnute''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saugente''' ● ''Süjjeähnde'' ,Blutegel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saukopf''' ● ''Söikopp'' ,halsstarriger Mensch, Dickkopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saule''' ● ''Sûl'' ,hölzerne Ecksäule von Fachwerkhäusern‘, ganz Althessen (Vil. 1868); ''Sulle'' ,Säule‘, Kassel (Gr. 1894); ''Sühle'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Steinsäulen wurde bis um 1830 ''Ständer'' genannt. (Vil.) ● Siehe ''Ecksaule''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauloch''' ● ''Söiloch'' ,schmutziges Loch; unordentliches, unanständiges Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saumade''' ● ,Zotenreißer‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saumensche''' n. ● ,Frau von üblem Charakter‘, Schimpfwort, Kassel 20. Jh.; ''Söimönsch'' ,schmutziges oder moralisch minderwertiges Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauritte''' m. ● ''Sauredde'', -''ridde'', Schimpfwort für den Hund, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauschnitter''' ● ''Söischnedder'' ,Viehkastrator‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauschwanz''' ● ,der Wirbelwind‘ [also ,Windhose‘], womit der Schwanz des Teufels bezeichnet werden soll, ganz Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sausutte''' f. ● ''Söisudde'' ,Jauche der Schweine‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sautier''' ● ''Söidier'' ,schmutziges oder sittlich anrüchiges Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sawaukohl, Sawauschen''' ● ''Sawáu'' m., oft vollständig ''Sawaukohl'', ,Savoyerkohl‘, üblicher Name des ,Wirsings‘ in Hersfeld (Vil. 1868); ''Safaudschen-Kol'', in Kassel die ausschließliche Bezeichnung des ,Wirsings‘ (Pfs. 1886); ''Sawauschen'' Pl. ,Savoyer Kohl, Wirsing‘, Kassel (Gr. 1894); ''Zawauschen'', dasselbe, Kassel (Bennecke 1904); ''Sofáienkohl'' ,Wirsing‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabch''' m. ● ,Krätze‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabbesdeckel''' ● ''Schawwesdeggel'' ,Sabbatshut, Sonntagshut, Zylinderhut‘, Kassel (Gr. 1894); ,alter, schäbiger Hut‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabehals''' ● ''Schawehals'' ,Geizhals‘, Kassel 20. Jh.; ''Schowehals'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schabernäcken''' ● ''schowwernäggen'' ,einen Streich spielen, necken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabernäcker''' ● ''Schowwernägger'' ,Schabernack ausübender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schabernäcksch''' ● ''schowwernäggsch'' ,stets zu Schabernack aufgelegt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabracke''' f. ● ''Schabraggen'', meist Plur. ,alte, unansehnliche Bekleidungsstücke für Frauen, Klamotten‘, ''Schabragge'' ,unordentliche, lumpige Frau‘, Kassel 20. Jh.; ''Schawweragge'' f. ,verächtliche Bezeichnung für eine Gesamtheit von Gegenständen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schacke''' m. ● ''Schack'' ,Schecke: buntes Pferd, weißbraun oder weißschwarz‘, in Niederhessen ausschließlich gebrächliche Form von hd. ''Schecke'' (Vil. 1868); ''Schagge'' ,geschecktes, buntes Tier (besonders Pferd oder Rind)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Oberellenbach auch ''Schecke'', wie hd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schacker''' m. ● ,böser, bissiger Hund‘, übertragen; ,hinterhältiger, tückischer Mensch‘, in Niederhessen gebräuchlich wie auch im östl. und noröstl. Deutschland (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schackig''' ● ''schaggech'' ,gescheckt, gefleckt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ebd. auch ''scheckig'', wie hd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schadarme''' ● ,Gendarm‘, übertragen: ,Aufpasser‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schafrippe''' ● ''Schoofrebbe'' ,Schafgarbe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schafschelle''' ● ''Schofeschelle'' ,Schnapsglas‘, Balhorn (Sl. 1901). ● Entspricht der ''Küheschelle'', s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schafsschinken''' ● ''Schoofsschinken'' ,Gitarre‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schaken''' m. ● ''Schoken'' Plur. (selten ''Schoke'' im Sing., dann schon eher ''Schoken'' m.) ,grober, plumper, unförmiger Schuh‘, verächtlich, Niederhessen, „nur noch selten gebraucht“ (Vil. 1868); ''Schoken'' (''o'' offen) ,grober Schuh‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schälchen''' ● ''Schälchen'' ,Untertasse‘, ganz Hessen (Pfs. 1886), Kassel (Gr. 1894); ''Schalchen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die Obertasse hingegen heißt ''Köpfchen''. (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schale''' ● ,Untertasse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schalkjahr''' ● ''Schalkj(o)hr'' ,Schaltjahr‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schalgjohr'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. verzeichnet nur ''Schalkjahr'' (also ohne die dialektale Aussprache von -''jahr'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schallu''' ● ''schallú'' ,neidisch, ärgerlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''jaloux''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schalter''' ● ''Schalter'' f. ,Fensterladen‘, zumal der nachts inwendig gesetzte, der jetzt außer Gebrauch gekommen ist, ''Scheller'' m. ,Riegel‘, Schwalm (Vil. 1868); ''Schahler'', auch ''Schaller'' ,Fensterladen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Der Gleichsetzung von ''Schalter'' und ''Scheller'', von Vil. nur vermutet, ist zuzustimmen. ● Vgl. mhd. ''schalter'', ''schelter'' ,Riegel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schämede''' f. ● ,Scham‘, Kassel (Gr. 1894), ,Scham, Schamgefühl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hoste dann gar keine Schämede?'' ,Schämst du dich nicht?‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schämerig''' ● ''schämerech'' ,Scham bereitend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schammerieren''' ● Siehe ''verschammerieren''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schank''' m. ● ,Schrank‘, in Hessen ausschließliche Form (Vil. 1868); ''Schank'', Kassel (Gr. 1894), ''Schaank'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schanc'', ahd. ''scanc''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schanzläufer''' ● „war früher allgemein üblich für eine Gattung von Kittel, eigentlich nur einen Schurz mit Ermeln; später hieß, mindestens zu Kassel, jeglicher Arbeits-Anzug so – dann aber auch spöttisch ungeschickte, grobe Tracht, ein wunderlich geschnittenber Rock, u.s.w. Die Benennung beruhet auf der Bedeutung von ''schanzen'' für arbeiten überhaupt; ebenwol heißt es ''sich abschanzen'' in gleichem Sinne als sich abrackern.“ (Pfs. 1886)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schar''' n. ● ''Schor'' ,rundes Eisen, auf dem die Kartoffelpfannkuchen gebacken werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Andernorts auch Schareisen genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schare''' f. ● ''Schore'' ,Pflugschar‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scharkuchen''' ● ''Schorkuchen'' ,Kartoffelpfannkuchen, auf dem ''Schar'' gebacken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scharmuzieren''' ● ''scharmezieren'' ,karessieren, umschmeicheln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scharteke''' f. ● ''Schardeege'', meist: ''ahle Schardeege'' ,eigensinnige, etwas heruntergekommene Frau‘, Kassel 20. Jh.; ''Schadeege'', meist: ''ahle Schadeege'' ,altes, unbrauchbares Gerät‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scharwallchen''' ● ,hastig, aber planlos umherlaufen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scharwerk''' ● ,Handdienst‘, Bezeichnung für die Wegebauten in der Gemeinde, auch für alle übrigen Gemeindearbeiten, Balhorn (Sl. 1901). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scharwerken''' ● ,Handdienste leisten‘, in übertragenem Sinn: ,tüchtig aerbeiten, schaffen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schatz''' ●  für ,Geliebter, Geliebte‘ in Althessen ausschließlich herrschender Ausdruck (Vil. 1868); ,Liebhaber, Liebchen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schatzleute''' ● ,Liebespaar‘ (Vil. 1868); ''Schatzliere'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schauder''' m. ● ''Schuder'', Kassel (Gr. 1894); ''Schürer'' ,fröstelnde Empfindung‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ähnliches ''Schutter'' ,Schauer‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schauderig''' ● ''schürerech'' ,einen Schauder hervorrufend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schaudern''' ● ''schudern'' ,schaudern vor Gräßlichem‘, Kassel (Gr. 1894), ''schürern'' ,vor Frost oder Ekel zittern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ähnliches ''schuttern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schauer''' f. ● ''die Schure'' ,Regenschauer‘, auch: ,Schnee-, Hagelschauer‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,Regenschauer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schauern''' ● ''sich schuren'' ,sich bei Regen usw. unterstellen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schäumchen''' ● ''Schemmchen'', Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s handschriftl. Manuskript: ''Schémmchen'' (Aussprache also: geschlossenes ''e'' bzw. offenes ''i''). Bei Gr. Hinweis auf die Ableitungsgrundlage ''Schumm'' ,Schaum‘. Inwiefern ihm das ''Schäumchen'' einen eigenen Eintrag wert war, ist nicht ersichtlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schäumen''' ● ''schemmen'' ,schäumen‘, auch: ,abschäumen‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript: ''schémmen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schäumlöffel, Schaumlöffel''' ● Schemmleffel, Kassel (Gr. 1894, ohne Angabe der Bedeutung); Schümmleffel ,Löffelmit dem man den Schaum von kochenden Speisen abschöpft‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript: Schémmleffel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schaurechtig''' ● ''schurächtich'' ,schaurig‘, Kassel (Gr. 1894). ● Formerklärung: ''schur''- + Suffixkomination -''acht'' + -''ig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schaute''' m. ● ''Schode'', ''Schaude'' ,schlechter, geringer, niedrig denkender Mensch‘ (Vil. 1868); ''Schaude'' ,Schurke, Schuft‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schaurig''' ● ''schurig'' ,schaurig, gräßlich‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch ''schaurechtig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schawelande''' ● ,bizarr erscheinende alte Jungfer‘, Benennung zur Zeit von Pfs.s Kindheit, Kassel (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schawelle''' f. ● ,unruhiges, stets hin und her laufendes kleines Mädchen‘ (Vil. 1868); ,schmutzig und unansehnlich gewordene Puppe‘, Hersfeld (Pfs. 1886); ''ahle Schawelle'' ,gutmütige alte Frauensperson‘, Kassel (Gr. 1894). ● Nach Gr. von französ. ''javelle'' ,lose Garbe, Getreideschwaden‘, auch ,Wickelpuppe‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabbesdeckel''' ● ''Schawwesdeckel'' ,schlechter Hut‘, verächtlich, ursprünglich nur von Juden und Juden gegenüber gebraucht, sehr üblich (Vil. 1868); ,Sabbatshut, Sonntagshut, Zylinderhut‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schawwesdäggel'' ,alter, schäbiger Hut‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schebb''' ● ,schief‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Wird nur als Prädikatsnomen gebraucht, nicht atttributiv; Gr.: ''schebb'' steht „nicht vor dem Hauptwort: ''De Nadel es schebb.''“ ● Vil. (1868) ordnet ''schepp'' allein Oberhessen zu (was sichtlich unrichtig ist). ● Siehe ''scheib'', auch ''schiewes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheel, schal''' ● ''schael'' ,schielend, einäugig‘ (Vil. 1868); ''schäl'' ,schielend‘, Kassel 20. Jh.; ''schal'' ,einäugig, schielend; ''schal'', abgestanden, wertlos‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Schäl gucken'' ,mißgünstig blicken‘, Kassel 20. Jh. ''Hä güggt schaal''. ,Er guckt schielend, er schielt.‘ (Hm.) ● Vgl. nhd. ''schielen'', das nichts mit nhd. ''schal'' zu tun hat, siehe ''schilchen'' ,schielen‘. Vgl. mnd. ''schêl(e)'' ,schielend‘. Vgl. mhd. ''schal'' ,schal, trübe‘; ''die liehten ougen sint schal.'' Hier liegen offenbar wechselseitige Beeinflussungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheelblatt''' ● ,Augenschutz am Pferdegeschirr‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheen''' f. ● ''Schin'' f. ,Schienbein‘, vor allem im nördl. Niederhessen (Vil. 1868); ''Schänn'' f. Schienbein‘, pl. ''Schänn'' ,Schindeln, gespaltene Haselruten, die am Fachwerkgebälk festgenagelt werden, um den Strohlehm daran haften zu machern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheenbein''' ● ''Scheenbein'' ,Schienbein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheenen''' ● ''scheenen'' ,schienen, Schienen anlegen (Chirurgie)‘, Kassel (Gr. 1894); ''schännen'' ,mit Schindeln versehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheib''' ● ''scheib'' ,schief‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''scheib'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''scheep'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Wird attributiv und als Prädikatsnomen gebraucht gebraucht, also etwa: ''där scheiwe Baum'', ''där Baum is scheib''. Kassel. ''Hä güggt scheep.'' ,Er guckt mürrisch von der Seite.‘ ''Scheewes Oos'' ,schiefes Aas‘, beliebtes Schimpfwort. (Hm. 1926). ● Volkstümliche Straßenbezeichnung in Kassel: „''Scheiwe Fullegasse'', zum Unterschied von der kürzeren, geraden. Sie führte von der [ehemaligen] [[Alte Fuldabrücke|Fuldabrücke]] nach dem Renthof.“ (Gr.) ''Scheiwes Faß'': „wird bei der Hausschlachterei gebraucht“. (Gr.)  ● Siehe ''schebb'', auch ''schiewes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheibbein''' ● ''Scheebeeng'' ,Schiefbein, Person mit schiefen Beinen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheibes''' n. ● ''ein Scheiwes werfen'' ,die Kegelkugel schief, d.h. zur Seite werfen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheibmaul''' ● ''Scheebmüll'' ,Schefmaul, Kind, das dauernd senen Mund zum Weinen verzieht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheißen''' ● ''schissen'', Kassel 19., 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ''Ich will dä was schissen.'' ,Derbe Ablehnung einer Bitte oder Aufforderung‘. Kassel 20. Jh. ''Ech wäll dä wos schissen.'' Dasselbe, Oberellenbach. (Hm.) ''Hä kimmet schun widder aangeschissen.'' Kassel 20. Jh. ,Er kommt schon wieder hergelaufen‘. Kassel 20. Jh. ''Hä kemmt schon werre jeschässen''. Dasselbe, Oberellenbach (Hm.) ● Stammformen Kassel: ''schissen'' (mit geschlossenem ''i''), ''schiß'' (''scheß''), ''geschissen'' (''geschessen'') (Imperfekt und Part. Perf. mit offenem ''i'', läßt sich auch mit ''e'' wiedergeben). Stammformen Oberellenbach: ''schissen'', ''schäß'', ''jeschässen'' (Hm.). ● ) Bei Gr. Infinitiv bzw. Präsensstamm fehlerhaft: er setzt ihn mit ''é'' an, Aussprache also mit geschlossenem ''e'' bzw. offenem ''i''. Das trifft keineswegs zu: es handelt sich um ein geschlossenes ''i''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheißer''' m. ● ''Schisser'' ,kleines Kind‘, spöttisch, auch fast liebevolle Anrede für ein kleines Kind, Kassel 20. Jh. ● In der Grundbedeutung vor allem in dem Kompositum ''Hosenschisser'', Kassel 20. Jh.; vgl. auch ''Schluttenschisser''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheißerei''' ● ''Schisserei'' ,Durchfall‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheißern''' ● ''schessern'' ,sich nahenden Stuhlgang verspüren‘ (unpersönl. Verb), Kassel (Gr. 1894); ''schissern'' (mit gerschlossenem ''i'') ,zum Scheißen reizen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr.s Manuskript hat ''schéssern'', also geschlossenes ''e'' bzw. offenes ''i''. Scheinbar hier dieselbe Abweichung wie bei ''schissen'' ,scheißen‘, nach Gr. (fälschlich) ''schéssen''. Das korrekte geschlossene ''i'' zeigt sich in der Oberellenbacher Form ''schissern'', die ja, wenn sie lautliche Parallele wäre (mit niederhess. Senkung), ''schässern'' lauten würde. ● ''Äs schessert mech. Mech schessert.'' ,Ich muß gleich mal (kacken)‘, letzteres auch zur Bespöttelung der Rede eines anderen, mit der Hinzufügung „Ach, Herr Siewert!“ Kassel (Gr. 1894). ● Anmerkung hierzu in Gr.s Wörterbuch durch den Herausgeber Paul Heidelbach (1952): „Der frühere cand. theol. Otto Siebert (1822 – 1899) war Inhaber einer Privatschule zur Vorbereitung auf das Gymnasium. Seine Schüler pflegten, wenn sie während des Unterrichts ,mal hinaus‘ mußten, zu rufen: ,Herr Siewert, Herr Siewert!‘ Mit der Zeit war der Ausruf ,Herr Siewert, mech schessert‘ in Kassel sprichwörtlich geworden. Wilhelm Bennecke schreibt in seinem Buch ,Das Hoftheater in Kassel‘ über den Komiker Friedrich Hesse: ,Hesse hatte nur einmal etwas anderes gesagt, als in seiner Rolle stand, und das war ,Ach, Herr Siebert!‘ gewesen, ohne daß er die Bedeutung dieses Ausrufs kannte. Als darauf ein donnernder Applaus losbrach und auch der Kurfürst, der in den Kasseler Redensarten sehr auf dem laufenden war, lachte, wurde Hesse stutzig. Er erkundigte sich näher nach dem geflügelten Worte und verschwor von nun an jedes Extempore.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schelle''' f. ● ,Hautblase, z.B. Brandblase oder durch wilde Blattern hervorgerufen‘ (Vil. 1868); ''Schalle'' ,Hautblase, die durch Brennen entsteht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schelmenlied''' ● ,jedes nicht geistliche Lied, besonders das Liebeslied‘, Balhorn (Sl. 1901); ,weltliches Lied, Liebeslied‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bedeutungsgleich mit ''Schälmenschdeggchen'' ,Schelmenstückchen‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schenk''' ● Siehe ''Ballschlag''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schenkeln''' ● Bezeichnung für das Wetzen und Wundstreichen des hinteren Hufes bzw. der Fessel (vielleicht auch nur am Vorderbein) mit dem Stollen des anderen Hufeisens bei Pferden, Schwalm (Pfs. 1886); ,beim Gehen mit dem einen Fuß am andern herstreichen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheppeln''' ● ''scheppeln'', ''aufscheppeln'' ,kränzen‘, d.h. durchflechten des Haares mit rotem Band und künstlichen Blumen (bei abgelegter Betzel) als Ehrenschmuck der jungfräulichen Bräute zur Hochzeit, auch der jungfräulichen Gevatterinnen bei Kindstaufen, wie auch der jungfäulichen Begleiterinnen; nur in den Gebirgsteilen der Grfaschaft Ziegenhain üblich, doch auch sonst in dieser Gegend [d.h. Schwalm] bekannt, auch in anderen Teilen Deutschlands; in Niederhessen völlig unbekannt (Vil. 1868). ● Vgl. mhd. ''schapel'', ''schappel'' ,Kranz von Laub, Blumen (natürlichen oder künstlichen) als Kopfschmuck der Jungfrauen‘ (Lex.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scherbel''' f. ● ''Scherwel'' ,Scherbe‘, auch: ,Rest eines abgebrochenen Zahnes im Mund; Kopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scherbelware''' ● ''Scherwelwore'' ,Gegenstände aus Ton oder Porzellan‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheren''' ● ''sich scheren'' ,sich kümmern um‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheren''' ● ,schüren‘, Kassel (Gr. 1894); ''schären'' ,(Feuer) schüren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scherschante''' ● ''Scherschande'' (Bullezeischerschande) ,preußischer Schutzmann‘, Kassel (Gr. 1894). ● von französ. ''sergeant''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scherzen''' ● „schürzen, wohl richtiger, wie auch gesprochen wird: scherzen“, ,den Dienst verlassen (von Knechten und Mägden)‘, inneres Hessen, im Fuldaischen, Hersfeldischen, in der Grafschaft Ziegenhain, auch in Oberhessen nicht ungebräuchlich (Vil. 1868); ''schärzen'' ,den Dienst verlassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''scherzen'' mit der vermutlichen Bedeutung ,abschneiden, kürzen‘, so Lex. mit Verweis auf mhd. ''scherze'' m. ,abgeschnittenes Stück‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scherzköze''' f. ● ''Schärzekeeze'', in der Redensart: ''Hä (äs) gricht de Schärzekeeze jepaggt.'' ,Er (es) kriegt die Scherzköze gepackt, d.h. ein Knecht (eine Magd) tritt den Dienst an‘. Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheuch''' ● ''schich'' ,scheu‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''schiuch'', ''schiuhe'' ,scheu, verzagt‘; Entwicklung: ''schiuch'' (''iu'' = langes ''ü'') &amp;gt; ''schüch'' (belegt) &amp;gt; ''schich'' (Entrundung und Kürzung). Mhd. ''iu'' (= ''ü''), wurde nhd. zu ''eu'' diphthongiert, im Niederhess. weitgehend nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheuchterechtig''' ● ''schichterechtig'' ,gerne scheuend (von Pferden)‘, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Ableitung mit dem Suffix -''echtig'' (Pfs.), s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheuer''' f. ● ''Scheuer'', gesprochen ''Schier'', ,Aufbewahrungsort von Getreide, Stroh und Heu‘, im östl. Althessen‘ (Vil. 1868); ''Schiere'' ,Scheune‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Schiere'', Kirchberg 20. Jh. ● Im westl. Althessen hingegen ''Scheune'' üblich, gesprochen ''Schine'' (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schicke''' ● ''schegge'' ,betrunken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript ''schégge'' geschrieben, also geschlossenes ''e'' bzw. offenes ''i'' als Stammvokal. ● Ableitung ''angeschiggert'' ,angetrunken‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schicken''' ● ,auslangen, ausreichen, genügen‘, Hessen (Pfs. 1886); ''schiggen'' ,senden; ausreichen, genügen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926), ''sech in wos scheggen'' ,sich in etwas fügen‘ (Hm.). ● ''Es schigget.'' ,Es reicht, es ist genug.‘ Kassel 20. Jh. ''Äs scheggt'', dasselbe (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schickening''' ● ''scheggenink'' ,schickend, ausreichend‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Wos scheggenink machen'' ,etwas schickend machen, bewirken, daß es ausreicht‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schickern''' ● ''sich schickern'' ,sich zurückhaltend benehmen‘, Fritzlar und Umgebung (Vil. 1868). ● ''Schicker dich!'' ,Benimm dich! (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schickse''' f. ● ''Scheggse'' ,liederliches, ehrloses Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus der Studentensprache: ''Schickse'' ,leichtes Mädchen, Flittchen‘; älter: rotwelsch ''Schicksel'' n. ,Judenmädchen‘; aus dem Jiddischen: ''schickzo'', ''schickzel'', ''schickzeche'' ,nichtjüdisches Mädchen, christliches (Dienst-)Mädchen‘, zurückgehend auf hebräisch ''scheqes'' ,Unwürdiges, Abascheuliches‘ (Pff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiebekaren''' ● ''Schiewekahren'' ,Schubkarren‘, Kassel (Gr. 1894), Kassel 20. Jh. ● Siehe auch ''Schubkaren''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiebekühe''' ● ''Schiewekiewe'' ,Schiebe-, Zugkühe‘, Kassel 19. Jh. (Jonas 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schieben''' ● ''schiewen'', Kassel 20. Jh. ● Stammformen: ''schiewen'', ''schobb'', ''geschowwen''. ● Neben schieben auch ''schuben'', siehe das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schieber''' f. ● ''Schibber'' ,Splitter‘ (Vil. 1868); ''Schiber'' m., f. gesprochen ''Schiwwer'', ,Schiefer, Splitter‘ (Pfs. 1886); ''die Schewwer'' ,der Schiefer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''die Schiwwer'', Flurbezeichnung, Kirchberg 20. Jh. (''die Schieber'' in hd. Schreibweise, 17. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schieberchen''' ● ''Schewwerchen'' ,kleiner Splitter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schieberig''' ● ''schewwerech'' ,sich in kleine Splitter auflösend, splitterig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schiebern''' ● (''sich'') ''schibbern'' ,sich in kleine Splitter auflösen‘ (Vil. 1868); ''sich schewwern'' ,sich schiefern, abblättern‘, Kassel (Gr. 1894); ''sech schewwern'' ,sich in kleine Splitter zerlegen, sich abblättern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''schéwwern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schieberstein''' ●  ''Schewwerstein'' ,Schieferstein, Dachschiefer‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schewwersteeng'' ,Schiefertefel, Schultafel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''Schéwwerstein''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiebertafel''' ● ''Schiwwerdafel'' ,Schiefertafel‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schiebes''' ● ''schiwes gehn'' ,verloren gehen, draufgehen, untergehen‘, in Niederhessen sehr gebräuchlich (Vil. 1868); ''schiewes gehen'' ,schiefgehen, mißlingen, verloren gehen‘, Kassel (Gr. 1894); ''schiewes gän'' ,verloren gehen, zugrunde gehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schießel''' m. ● ,kleine Tonkugel für Kinderspiele‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiff''' n. ● ,Schiff, größeres Wasserfahrzeug‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiff''' m. ● ,die Funktion des Urinierens‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiffchen''' ● ,kleiner rechteckiger Kessel, in die Herdplatte eingelassen, zur Wassererwärmung bzw. zur dauernden Bereitstellung von warmem Wasser‘, Kassel 20. Jh. ● Sehr wahrscheinlich Umdeutung von *''Schäffchen'', vgl. mhd. ''schaf'', ''schaffes'' n. ,Gefäß für Flüssigkeiten‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiffe''' f. ● ,Seiche, Urin‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiffel''' m. ● ''Scheffel'' ,Weberschiffchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schiffen''' ● ,urinieren‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiffer''' ● ,Treideler; Mann, der Fuldakähne flußaufwärts zieht‘, Melsungen (Kirchenbuch 19. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schilchen''' ● ,schielen‘, ganz Hessen fast ausschließlich üblich (Vil. 1868); ''schelchen'' ,schielen‘, auch: ,verstohlen nach etwas sehen‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript ''schélchen'' geschrieben, also geschlossenes ''e'' bzw. offenes ''i'' als Stammvokal. ● Vgl. mhd. ''schilhen'' (Aussprache ''schilchen''). ● Siehe ''scheel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindaas''' s. ● Schimpfwort, ganz Hessen, belegt in Marburg 1658 (Vil. 1868); ''Schennoos'', häufiges Schimpfwort, Kassel (Gr. 1894); ''Schengoos'', starkes Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''Schénnoos''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schinden''' ● ''sech schengen'', auch: ''schennen'' ,sich quälen, abarbeiten‘, Kassel (Gr. 1894), ''sich schinnen'', Kassel 20. Jh.; ''schengen'' ,eine Gans schinden, d.h. die geschlachtete Gans nicht braten, sondern statt dessen in Stücke zerhacken und einsalzen‘, ,jem. quälen, peinigen‘, ''sech schengen'' ,sich schinden, sich quälen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''schéngen'', ''schénnen''; ''schengen'' (''schingen'') ist ländliche Form, kein Stadtkasselänsch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schinder''' ● ''Schenger'', auch: ''Schenner'' ,Schinder; grausamer Mensch, Tierquäler‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schinner'', Kassel 20. Jh.; ''Schenger'' ,Abdecker, Rasenmetzger; Tierquäler‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''Schénger'', ''Schénner''; ''Schenger'' ist ländliche Form, kein Stadtkasselänsch; richtiger siehe z.B. ''Ziegenschinder'' (''Zächenschenner'', Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindergasse''' ● ''Schingergasse'', ''Schengergasse'', die ,Schindergasse‘ in der Kasseler Unterneustadt, Waisenhausstraße (Gr. 1894). ● Die Unterneustadt war der „arme“ Stadtteil, scheinbar stärkerer Zuzug vom Lande (daher vermutlich auch die ländliche Form ''Schinger'' statt ''Schinner''); Übername der Unterneustadt: ''Derfchen'' ,Dörfchen‘. ● Anmerkung zu Gr.s Artikel durch den Herausgeber seines Wörterbuchs Paul Heidelbach (1952): „Die in der Unterneustadt gelegene Waisenhausstraße hieß früher nach der hier wohnenden Familie Langschenkel die Langschenkel- oder Schenkelgasse und wurde in ihrem östlichen Teil Schindergasse genannt; denn das hier gelegene Haus Nr. 29 wurde in den Häuserverzeichnissen 1603 als Scharfrichters Haus, 1605 als Henkershaus und 1622 als Schinderei bezeichnet. 1605 wohnte in ihm Meister Hans der Scharfrichter, und noch 1768 war es die Wohnung des Nachrichters.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindleich''' m. ● ''Schindleich'', Schimpfwort (Vil. 1868); ''Schingeleich'', ''Schengeleich'' ,Kadaver‘, auch derbes Scheltwort, Kassel (Gr. 1894); ''Schengleech'' m. ,Schindrasen, Bergungsstelle für das eingegangene Vieh‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel (Gr.) semantisch offenbar angelehnt an hd. ''Leiche'' (siehe aber ''Schindleichsweg''). Die eigentliche Bedeutung erhalten in Oberellenbach. ● Zur vermutlichen Bedeutungsentwicklung: Mhd. ''leichen'' ,hüpfen, aufsteigen, gelenkig biegen‘; foppen‘, ''leich'' m. ,Musikstück, Melodie, Gesang‘, ahd. ''leihhen'' ,zucken, wippen‘, ''leih'' m. ,Lied, Gesang, Melodie, Musik‘, got. ''laikan'' ,hüpfen, springen‘, ''bilaikan'' ,verspotten‘, ''laiks'' ,Tanz‘, altnord. ''leika'' ,spielen, fechten, jem. mitspielen‘, ''leikr'' ,Spiel, Spott‘, altengl. ''lācan'' ,sich schnell bewegen, spielen, fechten‘, ''lāc'' ,Spiel, Kampf, Beute, Gabe‘. Das in allen germanischen Sprachen verbreitete Substantiv, in mhd. Form ''leich'', bedeutete ursprünglich offenbar ,Tanz, Spiel, Kampfspiel, öffentliches Vergnügen‘ und scheint – zumindest in Nordhessen –  als Bezeichnung auf die Plätze, wo dergleichen stattfand, übergegangen zu sein. Sofern vor den Siedlungen gelegen, sind solche freien Plätze, Rasenplätze (später) offenbar auch als Schindrasen genutzt bzw. zu solchen umgewidmet worden, gewiß in einer Zeit, in der die ursprüngliche Bedeutung von ''Leich'' schon in Vergessenheit geraten war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindleichsweg''' ● ''Schingeleichsweg'', von Bettenhausen (heute Stadtteil von Kassel) zur Abdeckerei, Schinderei führender Weg, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● Gemeint: ,Weg zum Schindleich, d.h. zum Schindrasen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindluder''' n. ● ''Schindluder'', Schimpfwort (Vil. 1868); ''Schindluder mit einem driewen'' ,jem. schikanieren, übel behandeln‘, Kassel 20. Jh.; ''Schenglürer mit ämm schbälen'' ,mit jem. spielen, jem. verächtlich behandeln, dem Spott preisgeben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schippe''' f. ● ''Schippe'' ,eiserne Schaufel‘, im östl. Hessen auch für ''Spaten'' gebräuchlich (Vil. 1868); ''Schebbe'' ,Schaufel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schebbe'', Oberellenbach (Hm. 1926); Plur. auch: ,lange Finger- oder Zehnägel‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl mhd. ''schipfe'' m. ,Schaufel, Grabscheit‘, mhd. (md.) ''schippe'' f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schippe''' f. ● ,Mützenschirm‘, metaphorisch, wegen der Ähnlichkeit mit einer Schippe (Schaufel), ausschließlicher Ausdruck, ganz Hessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schippchen''' ● ,kleine Schippe (Schaufel); die vorgestreckte Unterlippe bei weinerlichen Kindern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schippenmist''' ● ''su füll wie Schebbenmäst'' ,so faul wie Schippenmist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schirlitzchen''' ● ,leichtes Kleidungsstück, namentlich Umhängsel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schirne''' f. ● ''Schirn'' ,öffentlicher Verkaufsplatz, in Hessen nur für Fleisch, daher ''Fleischschirn'', ''Wildpretschirn''‘ (Vil. 1868); ,Verkaufssplatz, -stand‘, Kassel, scheinbar nur belegt in ''Wilbertschirne'' (siehe das) und historisch: [[Rathaus am Altmarkt|die alte Fleischschirne am Altmarkt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiß''' m. ● ''Schiß'' ,Schiß, Scheiße, das Scheißen (also nicht nur das Produkt, sondern auch die Verrichtung des großen Geschäfts)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schäß'' ,menschliche und tierische Exkremente‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Schiß honn'' ,Angst haben‘, Kassel 20. Jh., (''jo''), ''en Schiß!'' ,derbe Ablehnung‘, Kassel 20. Jh., ''en Schäß!'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ''Du bäst en Kärle wie’n Schobben Schäß.'' ,Du bist ein minderwertiger, zu nichts zu gebrauchender Mensch.‘ (Hm.) ● Aussprache von ''Schiß'' in Kassel mit kurzem offenem ''i'', deshalb auch Schreibung ''Scheß''. Das Wort entspricht lautlich nicht dem hochdt. Wort ''Scheiße'', das im Niederhessischen keine lautliche Parallele hat. Gr. (1894, Kassel) verzeichnet ''Schiß'' an unterschiedlicher Stelle als ''Schäß'' und ''Scheß'', letzteres im Manuskript – mit Akzent – als ''Schèß'', d.h. die Aussprache ist also gleich: offenes ''e''. Gleichwohl schreibt er ''Scheßdebbchen''; das Manuskript hat ''Schéßdebbchen'': hier also ''Scheß'' mit geschlossener Aussprache des ''e''; auch Schreibung ''Schiß'' wäre möglich gewesen: sehr offenes ''i''. ''Schäß'' (mit „niederhessischer Senkung“ des i-/e-Lauts) ist ländliche Aussprache in Teilen des Umlands von Kassel und erklärt sich in Kassel sicherlich durch starken Zuzug vom Land im Zuge der Industrialisierung im 19. Jh. (vgl. etwa auch die Dubletten ''is''/''es'' – ''äs'' ,ist‘, ''Schinner'' – ''Schenger'' ,Schinder‘). Das ländliche ''Schäß'' hat sich gegenüber ''Schiß'' letztlich nicht durchgesetzt, gilt aber kurioserweise als sogenanntes „Kasseler Wörtchen“. – Gr. führt weiterhin an: ''Schäßarsch'', ''Schäßkobb''! Auch hier gegenüber dem „bürgerlichen“ ''Schißdibbchen'' (''Scheßdebbchen'') (Gr.) die derbere Unterschichten-Variante.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißarsch''' ● ''Schäßoorsch'' ,schmutziger Mensch; kleiner Kerl; Feigling, Angsthase‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißchen''' ● ''en Schäßchen'' ,ein bißchen; durchaus nicht!, keineswegs!‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißdreck''' ● ''en'' ''Schäßdräck''! ,Keineswegs!‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schisserig''' ● ''schesserig'' ,scheißerig, plötzlichen Stuhlgang verspürend‘, Kassel (Gr. 1894). ●  ''Es wird mä schesserig.'' (Gr.) ● In Gr.s Manuskript ''schésserig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schissig''' ● ''schässech'' ,mit Kot beschmutzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißtüpfen, -tüpfchen''' n. ● ''Schißdibben'' ,Nachttopf‘, Kassel 20. Jh., ''Scheßdebbchen'', ''Schißdibbchen'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schäßdebben'' ,Nachtgeschirr‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißwanst''' m. ● ''Schäßwanst'' ,ungezogenes Kind‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabber''' f. ● ''Schlawwer'' ,redselige Person, Plaudertasche; nicht stillstehender Mund‘, gleichbedeutend mit ''Schlabbermaul'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabberei''' ● ''Schlawwerei'' ,Geschwätz, ohrenbeleidigendes Schwatzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlabberig''' ● ''schlawwerich'' ,geschwätzig‘; auch: „verwandt mit ''ohliewig'' und ''blemberig''“, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabberjuck''' m. ● ''Schlawwerjuck'' ,dünne, gehaltlose Flüssigkeit, namentlich dünner Kaffee‘, gleicbedeutend: ''Schlawwerjucksbrieh'' ,Schlabberjucksbrühe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabbermaul''' ● ''Schlawwermull'' ,Schwätzerin redselige Person, Plaudertasche; nicht stillstehender Mund‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlabbern''' ● ''schlabbern'' ,eilig und undeutlich sprechen‘ (Vil. 1868); ''schlawwern'' ,Geschwätz machen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,viel und unnütz reden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabbertasche''' ● ''Schlawwerdösche'' ,Schwätzerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlachtemulde''' ● ''Schlochtemolle'' ,Fleischmude, Fleischtrog‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlächter''' ● ''Schlächder'' ,Hausschlachter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlachtewerk''' ● ''Schlachdewerk'', gemeint: Würste, Schinken usw., Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''Schlochdewärk'' ,das Eingeschlachtete‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlacke''' f. ● ''Schlagge'' ,großgewachsener Junge (Bursche); ungewöhnlich großer Hund, Fisch und dgl.‘, Kassel (Gr. 1894), ,Lümmel‘, gutmütig, Kassel 20. Jh.. ● Scheint Spitzname der Kasseler Atstadtjungen geworden zu sein, dann verallgemeinert: ''Kasseler Schlacke'' ,ungehobelter, pfiffiger Kasselaner (der Unterschicht), ungeniert Dialekt oder Halbdialekt sprechend‘, nicht nur außerhalb Kassels gebräuchlich, sondern durchaus in Kassel selbst, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlacken''' ● unpers. ,gleichzeitig regnen und schneien‘ (Vil. 1868); ''schlaggen'' ,kalt regnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''schlackern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlackerig''' ● ,trüb, naß‘, vom Wetter gesagt, besonders beim Auftauen des Winterfrostes (Vil. 1868); in der Verbindung ''schlaggeriches Wedder'', d.h. ''Schlackerwetter'' (siehe das), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlackern''' ● ''schlaggern'' ,kalt regnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlackern''' ● ''schlaggern'' ,wackeln, keinen festen Halt haben‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlackerwetter''' ● ,Wetter, bei dem Schnee mit Regen vermischt fällt‘, besonders in Niederhessen üblich (Vil. 1868); ''Schlaggerwedder'' ,Regenwetter mit aufgeweichter Straße‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,kaltes und nasses Wetter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlackwetter''' ● gleichbedeutend mit ''Schlackerwetter'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafbetzel''' f. ● ''Schlofbätzel'' ,verschlafen aussehender Mensch, Schlafmütze‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafbock''' ● ''Schlofbock'' ,verschlafen aussehender Mensch, Schlafmütze‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schläfern''' ● ''schleefern'', unpers.: ''Es schleefert mech.'' ,Es schläfert mich, mich drückt der Schlaf.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafezius''' m. ● ,ungeschickter Mensch; Schlingel‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafittchen''' s. ● ''am Schlafíttchen krichen'' ,beim Kragen packen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafittich''' ● ''Schlafittich'', ''Schlafitch'' m., „anstatt Schlagfittich“, in Hessen und anderwärts nur in Rdewendungen üblich: ''Einen beim Schlafittich kriegen''. ‚Jem. erwischen und festhalten.‘ (Vil. 1868); ''am Schlahfíddich krechchen'' ,beim Arm, beim Kragen packen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schlafídch'' m., nur in der Redensart ''om Schlafídch grijjen'' ,jem. am Kragen fassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● „An sich bedeutet ''Schlagfittich'', die Schwungfedern des Flügels, … indes ist der Ausdruck von den Vögeln nicht mehr in Uebung.“ (Vil.) Bei Vil.s Deutung als „Schlagfittich“ fällt auf, daß der Wortakzent bei ''Schlafíttich'' auf der zweiten Silbe liegt und nicht auf der ersten. Es müßte, wenn Vil. recht hat, eine Akzentverschiebung stattgefunden haben wie z.B. bei ''Holunder'', ''Hornisse'' und ''lebendig'' (zweite Silbe beschwert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafmatz''' m. ● ''Schlofmatz'' ,jem., der viel, oft, lange schläft‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Matz'' ist alter hessischer Vorname, Koseform von ''Matthias''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagd''' f. ● ''Schlacht'' ,Ladeplatz für die Schiffsfracht in Kassel‘ am linken Fuldaufer, Kassel 19., 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagdhase''' ● ''Schlachthase'' ,Lastträger, eigentlich Lastträger an der Schlagd‘, dann verallgemeinert: „ehe es Dienstmänner gab“; ,Eckensteher‘, auch: ,roher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagdlümmel''' ● ''Schlachtlemmel'' ,roher Mensch, Lümmel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlahen''' ● ''schlahn'' ,schlagen‘, Kassel (Gr. 1894), ''schlohn'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''schlahn'', ''schluhch'', ''geschlahn'', Kassel 19. (und frühes 20.) Jh.; ''schlohn'', ''schluck'', ''jeschlohn'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlahmöller''' ● ''Schlohmeller'' ,Schlagmüller, Ölmüller‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlahmühle''' ● ''Schlohmeele'' ,Schlagmühle, Ölmühle‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlahning''' ● ''schlohnink'' ,schlagend‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä färt sech wie vär’m schlohningen Güll''. ,Er fürchtet sich wie vor einem schlagenden Pferd.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlamasse''' ● ''Schlamassel'', ''Schlamassen'' ,unordentliche Masse, Masse von Unrat‘ (Vil. 1868); ''in de Schlammássen'' ''bringen'', ''kummen'' ,in übles Gerede bringen, kommen; in üble Lage, in Unglück geraten‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schlamásse'' f. ,unordentliche Masse, Unrat‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Entspricht hd. ''Schlamassel'' ,unangenehme Situation, Unglück, Mißgeschick‘; aus dem Jiddischen. (Pff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlamm-Mulch''' ● ''Schlammulch'', übertragen: ,Säufer‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlampampe''' f. ● ''Schlambámbe'' ,unordentliche, faule, unreinliche, nachlässige Frauensperson, doch meist gemütlich‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlampe''' f. ● ,nachlässige, unordentliche Frauensperson‘, in Hessen wie anderwärts sehr üblich (Vil. 1868); ''Schlambe'', gleichbedeutend mit ''Schlampampe'', Kassel (Gr. 1894), ,verlotterte Frauensperson‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Schlumpe''. ● Männliche Gegenstücke zu ''Schlampe'' nach Pfs. (1886) ''Schlamp'' und ''Schlampes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlanzieren''' ● ''schlanzieren gänn'' ,schlanzieren gehen, sich müßig herumtreiben‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. slenzic ,müßig, träge‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappe''' f. ● ,Pantoffel‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappen''' m. ● ''Schlabben'' ,Pantoffel, leichter (ausgetretener) Schuh, Sandale‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappenrat''' m. ● ''Schlabbenrad'' (richtiger: -''rot'', mit offenem ''o'') ,Schuster‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. fügt in Klammern hinzu: „Friedrich Schmidt, Wilhelmstraße 17“; dieser dürfte demnach als erster mit der humoristischen Bezeichnung gemeint gewesen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlapperbrühe''' ● ''Schlabberbrieh'' ,schwache Suppe, schwacher Kaffee‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlapperig''' ● ''schlabberich'' ,schwach, schlapp, fad‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''De Subbe schmecket mä schlabberich.'' ,Die Suppe schmeckt dünn, fad.‘ ''Äs es me so schlabberich.'' ,Mir ist unwohl, bin schwach.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlappern''' ● ''schlabbern'' ,mit Geräusch auflecken‘ (Vil. 1868); ''schlabbern'' ,geräuschvoll schlürfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''schluppern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlappern''' ● ''schlabbern'' ,wackeln, schaukeln‘ (Pfs. 1886); ''schlabbern'' ,wackeln, wackelnd herunterhängen (z.B. weite Garderobe), Kassel 20. Jh. ● Siehe ''schluppern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappich''' m. ● ''Schlabbich'' ,träger, nachlässiger Kerl‘, Kassel 20. Jh.; ''Schlabbch'' ,fauler Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappmaul''' ● ''Schlabbmull'' ,Mund mit Hängelippe‘, auch abwertend für ,Mund‘, insbesondere für ,Mund, der nicht stillsteht‘; übertragen: ,Schwätzer(in)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappsack''' ● ''Schlabbsack'' ,träger Kerl‘, Kassel 20. Jh., ,unordentlicher, träger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappschnude''' f. ● ''Schlabbschnudde'' = ''Schlabbmull'' ,Schlappmaul‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlarges''' ● ''Schlarjes'' ,lang aufgeschossener junger Mensch‘, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlauder''' m. ● ''Schludder'' ,Verschwender‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlauder''' f. ● ''Schlürer'' ,unordentliche, nachlässige weibliche Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. spätmhd. ''slūderer'' m. ,jem., der übereilt, nachlässig arbeitet‘&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlauderig''' ● ''schlürerech'' ,unordentlich, nachlässig, liederlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlaudermutz''' m. ● ''Schludermutz'' ,Leichtfuß‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlaudern''' ● ''schludern'' ,schleudern, mit weit ausholenden Armen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,nachlässig arbeiten‘, Kassel 20. Jh.; ''schlürern'' ,schleudern, schleudernd wegwerfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''slûdern'' ,schleudern, schlenkern‘. (Lex.) Nhd. ''schlaudern'',nachlässig gehen, schlendern‘ (Luther, Pff.) ● Siehe ''schluddern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlauderpreis''' ● ''Schluderpreis'' ,Schleuderpreis‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlaudersack''' ● ''Schlürersack'' ,unordentlicher, oberflächlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlaudrian''' ● ''Schluderjahn'' ,unordentlicher Mensch, oberflächlich arbeitender Mensch‘, Kassel 20. Jh.; ''Schlürerjohn'' ,unordentlicher, oberflächlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlaute''' ● ,Flasche‘, siehe ''Schlutte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlehne''' ● ''schlähne'' ,allmählich bergaufführend‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''lehne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schleicher''' ● ''Schlicher'', ''Schlichert'' ,Duckmäuser, Leisetreter‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schlicher'' ,schleichend sich bewegender Mensch, Aushorcher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schleierschloßeweiß''' ● ''schlaierschloßewiß'' ,schneeweiß‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''schloßeweiß''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schleifgele''' f. ● ,Mädchen von dummer bäurischer Manier, dazu faul, nachlässig‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Gele''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schleifschuh''' ● ''Schleefschuch'' ,nachlässig gehender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlenkerbein''' ● ,Mensch, welcher die Beine schlenkernd bewegt‘, Spottwort (Vil. 1868); ''Schlenkerbeeng'' ,Person, die beim Gehen die Beine schlenkert, in kreisende Bewegung versetzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Schlenkerbein'', offenbar auch in Kassel gebräuchlich: Eine Tochter der berüchtigten Kasseler Diebsfamilie Schebe (1830er Jahre) wurde ''Anne Marthe Schlenkerbein'' genannt (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlette''' f. ● ,großer Mund, zumal mit vorstehenden,aufgeworfenen Lippen‘, Schimpfwort für ,Mund‘ überhaupt (Vil. 1868); ''Schledde'' ,Unterlippe‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), ,Mund‘, scherzhaft, abfällig, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,Maul, Mund‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schleuse''' ● ''Schließe'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlicker''' m. ● ,leichter überraschender Stoß, Stups (der den Gestoßenen aus dem Gleichgewicht bringt oder bringen könnte)‘, Kassel 20. Jh. (C. Müller 1925).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlickern''' ● ,mit Heftigkeit bzw. rasch hinwerfen, hinschleudern‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''schleckern'', ''schliggern'' ,von sich schleudern, besonders: zähe, schleimige Flüssigkeit‘, Kassel (Gr. 1894), ,etwas durch kurze rasche Bewegung von sich schleudern‘, Kassel 20. Jh.; ''schleggern'',schleudern, werfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.’s handschriftl. Manuskript ''schléckeren''. Vil. führt das Wort unter ''schläckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schliere''' f., '''Schlier''' m. ● ,Skrofel, blindes Geschwür, Balggeschwulst und dgl.‘, nördl. Niederhessen, zumal Kassel (Vil. 1868); ''Schliere'' f. ,Luftbläschen in schleimiger Substanz, z.B. Farbe, Leim‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlimpe''' f. ● ''Schlembe'' ,Schlinge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlimpen''' ● ''schlemben'' ,eine Schlinge binden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlinze''' f. ● ''Schlenze'' ,Mund‘, gleichbedeutend mit ''Schlette'', Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.’s Manuskript ''Schlénze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlippen''' ● ''Schlippe'' f., üblicher: ''Schlippen'' m. ,Rockschoß, unterer Teil des Fracks oder Oberrocks‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Schleppen'' ,Rockschoß, besonders am Frack‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schlebben'' m. ,Rockschoß, Rockzipfel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.’s Manuskript ''Schléppen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlippchen''' ● ,windiges, wie ein Rockschlippe flatteriges Bürschchen‘ (Pfs. 1886); ,unzuverlässiges Bürschchen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlippenrock''' ● ''Schlebbenrock'' ,Gehrock‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schloße''' f. ● ,Hagelkorn‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schloßen''' ● ,hageln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schloßeweiß''' ● ''schloßweiß'' ,ganz weiß, rein weiß‘, in Hessen üblich (Vil. 1868); ''schloßewiß'',ganz weiß‘, wörtlich: ,hagelweiß‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.), ,ganz weiß, schneeweiß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlubbern''' ● ''schlubbern'' ,schlabbern, geräuschvoll schlürfen‘, Kassel (Gr. 1894), ,hastig und geräuschvoll Flüssiges oder Breiiges zu sich nehmen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlucken''' m. ● ,Schluckauf‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1984); ''Schloggen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluckespeck''' m. ● ''Schlukspeck'' (gewöhnlich ''Schlukspecht'' ausgesprochen und damit unverständlich gemacht) ,habsüchtiger Mensch, dessen Habsucht sich in auffallender, gemeiner Weise äußert‘ (eigentlich ,jem., der Speck schluckt, große Brocken schlingen kann‘), nördlichstes Hessen (Vil. 1868); ''Schluggespeck'' ,jem., der sich beim Essen egoistisch verhält, das Beste vorwegnimmt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schluffern''' ● ,schlurfen, schleppend gehen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluffert''' m. ● ,Duckmäuser, Leisetreter‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlumpe''' f. ● ,nachlässige, unordentliche Frauensperson‘, aber derber als ''Schlampe'' (s.d.) und fast noch üblicher (Vil. 1868). ● Siehe ''verschlumpen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlumpen''' ● intrans. ,schlumpig, schlampig einhergehen‘, trans. ,jem. verprügeln‘ (Pfs. 1886); wie bei Pfister, dazu: ,glücklich vonstatten gehen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlumper''' f. ● ''Schlomber'' ,unordentliche, leichtsinnige weibliche Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlumperig''' ● ''schlomberech'' ,unordentlich, liederlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlumpscherweise''' ● ''schlomscherwiese'' ,durch einen glücklichen Zufall‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlunk''' m. ● ,Schlund‘, überall in Hessen (Pfs. 1886); ,Schlund‘, übertragen: ,habgierige Person‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schlönk'' ,Schlund‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mnd. ''slunk'' m. ,Schlund, Kehle‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlunkhals''' ● ,habgierige Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlunzen''' ● ,in tadelnswerte Weise müßig gehen, nachlässig gekleidet sein, besonders im Hinblick auf Frauen‘ (Vil. 1868); ,nachlässig und trödelnd arbeiten, der Arbeit aus dem Weg gehen, sich dem Müßiggang hingeben‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlunze''' f. ● ,arbeitsscheue, träge, unordentliche und unsaubere Frauensperson‘, in ähnlichem Sinn wie ''Schlampe'', nur daß in ''Schlunze'' mehr der Müßiggang, in ''Schlampe'' mehr die Unordnung hervorgehoben scheint (Vil. 1868); ,Schlampe‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schlonze'' ,unsaubere, liederliche weibliche Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlüpfchen''' ● ''Schlibbchen'' ,(kleiner) Taugenichts, Schlitzohr‘, Kassel 20. Jh., ,leichtsinniger Mensch, Taugenichts‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlüpfchen''' ● ''Schlibbchen'' ''Kursiver Text'',einspänniges Fuder‘ (Raummaß, z.B. für Kohlen), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlupfen''' ● ''schlubben'' ,schlüpfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlüpfstreiche''' ● ''Schlebbstreeche'' ,leichtsinnige Streiche, Bubenstreiche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluppe''' f. ● ,Bandschleife‘, allgemein üblich, besonders in Niederhessen, wo an die Mützen der Bäuerinnen Bänder mit Schleifen (Schluppen) angeheftet zu werden pflegen; hd. ''Schleife'' ist unbekannt (Vil. 1868); ''Schlubbe'' ,Schleife, Haarschleife, Zierschleife, Zierknoten (eines Bandes, Halstuchs)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlupp''' ● niederhess. Interjektion im Sinne von ,wupp dich!‘ (Pfs.1, 1889); ''schlubb!'' auch: ''schlubbdich!'' Interjektion: ,flugs, im Nu‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlupperkohl''' ● ''Schlubberkohl'' ,dünnes Kohlessen‘, abwertend, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schluppern''' ● ''schlubbern'' ,mit schnellen Schlucken schlürfen‘, Kassel 20. Jh.; ''sich durchschlubbern'' ,kärglich auskommen, von der Hand in den Mund leben’, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''schlappern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlusser''' ● ,Schlosser‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vorform *''Schlooßer'' (&amp;lt; mhd. *''slôzer''), Ableitung von mhd. ''slôz'' (neben ''sloz''). Kürzung des langen, geschlossenen ''o'' hat geschlossenes kurzes ''o'' ergeben, das als ''u'' aufgefaßt worden  ist. In Oberellenbach (Hm. 1926) hingegen ''Schlosser'' wie hd. mit kurzem offenen ''o''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlüttchen''' ● ''Schliddchen'' ,kleine Schlutte‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlutte''' f. ●  ''Schlutte'' ,Krug von zylindrischer Form‘, Niederhessen, sonst unbekannt (Vil. 1868); ''Schlaute'', die schwälmerische (und oberhess.) Form von niederhess. ''Schlutte'' (Pfs.1, 1889); ''Schludde'' ,langer schmaler Krug, Steinflasche‘, Kassel (Gr. 1894); ,Flasche‘, Kassel 20. Jh.; ''Schlüdde'' ,bauchiger irdener Krug‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Im nd. Niederhessen ''slute''; früher Beleg: ''Eszig sluten'', Grebenstein 1430 (Vil.), hd. beeinflußt? Die korrekte nd. Form wäre ''slude'' (mnd. nicht belegt). ● Vgl. mhd. ''slûte'' ,weites Frauenkleid für den Oberkörper‘; so genannt vielleicht wegen der flaschen- oder krugähnlichen Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluttenbeere''' f. ● ''Schlüddenbäre'' ,dicke und längliche Birnenart‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluttendewes''' ● ''Schluddendehwes'' ,junger energischer, aber dummer Mensch, der noch Führung braucht‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Dewes'' ist hessische Kurzform des Vornamens ''Matthäus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluttenschisser''' ● ''Schluddenschisser'' ,junger energischer, aber dummer Mensch, der noch Führung braucht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlutterfaß''' ● ''Schlotterfaß'' ,aus Holz gedrehtes, spindelförmiges mit Wasser oder feuchtem Gras gefülltes Gefäß, was die Grasmäher an einem Gürtel auf dem Kreuz tragen, um den Wetzstein darin zu bewahren und feucht zu erhalten‘ (Vil. 1868); ''Schlodderfaß'' (''o'' geschlossen) ,mit Wasser angefülltes hölzernes oder blechernes Gefäß für den Wetzstein, den die Mäher am Leibriemen tragen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlutterig''' ● ''schlodderech'' (''o'' geschlossen) ,hin und her schwankend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schluttern''' ● ''schluddern'' ,schütteln, um etwas zu entfernen; in kurzen Stößen von sich wegstoßen, wegschleudern‘, Kassel (Gr. 1894); ''schloddern'' (''o'' geschlossen) ,hin und her schwanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Geht zurück auf mhd. ''slotern'', ''slottern'', ''sluttern'' ,zittern, schlottern‘. Kasselänsch ''schluddern'' ist semantisch offenbar beeinflußt von ''schludern'' ,schleudern‘ (siehe schlaudern). ● Kompositum: ''usschluddern'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmacht''' m. ● ,Heißhunger‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ,Hunger‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
		&lt;br /&gt;
'''schmächterlich''' ● ''schmächderlech'' ,schmächtig, schwach‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmachtlappen''' ● ''Schmachtlabben'', -''läbbchen'' ,Person, Kind von besonderer Willensschwäche und schwächlicher Erscheinung‘, Kassel (Gr. 1894), ,unansehnlicher, schwächlicher Mensch‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmachtriemen''' ● ,Hungerriemen‘, Kassel (Gr. 1894), ,Gürtel‘, Kassel 20. Jh. ● ''Den Schmachtriemen anziehen, engerschnallen'', Mahnung an Hungernde (Pf. 1886); ''den Schmachtriemen emmeschnallen'' ,darben‘ (Gr.), ''den Schmachtriemen engerschnallen'' ,den Gürtel wegen Hungers engerschnallen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmacken''' ● ,schmetternd hinwerfen, klatschend an den Boden oder gegen eine Wand werfen‘, Niederhessen (Pfs.1, 1889); ''schmaggen'' ,etwas werfen, so dass es beim Aufschlagen klatscht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmagucke''' f. ● ''Schmakucke'' f., meist Plur. ,leere Ausflucht, Intrige‘, allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''Schmaguggen'' Plur. ,Unwahrheiten, Vorspiegelungen (auch zum Spaß)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schmagugge'' f. ,Schwindel, Lüge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmaguckenmacher''' ● ''Schmaguggenmacher'' ,einer der andere an der Nase herumführt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''schmälzen, schmalzen''' ● ,Schmalz oder Butter an das Essen tun‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmant''' m. ● ''Schmand'' ,Rahm‘, in Hessen ausschließlich gebraucht (Vil. 1868); Schmand ,Sahne, Rahm; Schaum auf dem Bier; Tressen am Kragen der Unteroffiziere‘ (Pfs. 1886); ''Schmand'', ''Schmant'' ,Milchrahm; Tressen am Kragen von Soldaten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schmaant'' ,Rahm‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä hot schunt Schmand am Kragen.'' ,Er ist schon Unteroffizier.‘ (Gr.). ''Schmand am Kraachen hon'' ,kein einfacher Soldat mehr sein‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.). ● Vgl. mnd. ''smant'' ,Rahm der Milch‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmantkonfirmand''' m. ● ''Schmandkumfermand(e)'', Spitzname für den Konfirmanden an den Konfirmationstagen, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. ''Schmanttüpfen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmantkuchen''' ● ''Schmaantkuchen'' (''u'' kurz) ,Kuchen mit Rahmüberguß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmanttüpfen''' m. ● ''Schmanddibben'', Spitzname für den Konfirmanden an den Konfirmationstagen, Kassel (Gr. 1894); ''Schmaanddebben'' ,Topf zur Aufbewahrung des Rahms‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Schmantkonfirmand''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmarakel''' ● ''Schmarahkel'', auch ''Schmerahkel'' ,nasser Schmutz, Kot, besonders an ungehöriger Stelle, z.B. in Röhren, Schächten (Kanälen)‘, auch bildlich für ,Skandalgeschichte, Skandalangelegenheit‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schmaragel'' m. ,dicker Schlamm, Morast, Kot‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schmerakel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmatschen''' ● ,schmatzen (beim Essen)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmatter''' ● ''Schmatter'', ''Schmetter'', ''Schmadder'' ,weicher Kot, besonders Straßenkot‘ (Vil. 1868); ''Schmadder'' ,flüssiger Straßendreck‘, Kassel 20. Jh.; ,flüssiger Dreck, namentlich tiefer Straßenschmutz‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmatterig''' ● ''schmadderech'' ,morastig, schmierig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmeckewöhlchen''' ● ''Schmeggewehlchen'' ,Delikatesse‘, Pl. ''Schmeggewehlerchen'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Schmeckewehlchen machen'' ,etwas Gutes essen, sich dem Wohlleben hingeben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmeißen''' ● ,schlagen, werfen (im Sinn des Hinwerfens, Niederwerfens)‘, üblichster Ausdruck in Hessen (Vil. 1868); ''schmissen'' ,mit Wucht werfen‘; ,(etwas) fallen lassen‘, ,ausschlagen (vom Pferd)‘, Kassel (Gr. 1894); ,mit Wucht werfen‘, ''was hinneschmissen'' ,etwas fallen lassen‘, Kassel 20. Jh.; ,schlagen, heftig schlagen; ausschlagen (von Pferden)‘, namentlich in Zusammensetzungen häufig ,werfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● Vgl. mittelhochdt. ''smîzen'' ,schlagen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmerakel''' ● ''Schmeraagel'', ''Schmiraagel'' ,feuchter abgesetzter Schmutz; Schmiererei, Verschmiertes‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Schmarakel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmere''' f. ● ''Schmäre'' ,Schmiere, schmieriges Fett, schmieriger Schmutz‘, Kassel 20. Jh., ,schmierige Flüssigkeit, schmieriges Fett‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. smer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmeren''' ● ''schmieren'' ,schmeicheln‘, ausschließlicher Ausdruck in Hessen, ''schmeicheln''gänzlich unbekannt (Vil. 1868); ''schmären'' ,schmieren, bestreichen (Brot)‘, Kassel 20. Jh., ,streichen, bestreichen (ein Stück Brot); einfetten, ölen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Einem imme den Bart rimmer schmeeren'' ,jem. schmeicheln‘, Kassel (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmerkatze''' ● ''Schmärkatze'' ,Schmeichelkatze, sich anschmiegendes Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmerlatz''' m. ● ,schmutzige Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmerwerk''' ● ''Schmärwerk'' ,Brotaufstrich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmetsche''' f. ● ,Grasmücke‘, Vogelart, Gudensberg, Felsberg, Fritzlar und Umgebung (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmickse''' f. ● ''Schmegse'' ,Schnurre, lustige Anekdote‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmiß''' m. ● (''i'' offen) ,Schlag, Hieb‘, häufiger gebraucht im Plur.: ''Schmisse'' ,Schläge, Prügel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); übertragen: ,Häufchen, Anzahl‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''En ganzer Schmiß Geld'', etwa: ,ein ordentlicher Batzen Geld‘ (Gr.). ● Zur Wortbedeutung siehe ''schmeißen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmisser''' ● ''Schmesser'' ,Pferd, welches ausschlägt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmitz''' m. ● ,der von Zwirn geflochtene Ansatz an der ledernen Schnur der Peitsche, welcher zum Klatschen dient‘, östl. Hessen (Vil. 1868); ''Schmetz'' ,kurze Hanfschnur, die an den Peitschenriemen gebunden wird und das Knallen hervorruft‘,Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmorags''' m. ● ,nasser Unrat, aufgeweichter Straßenkot‘, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmu''' m. ● ,Betrug, Schummelei, unerlaubter Gewinn oder Vorteil bei Handelsgeschäften‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schmu machen'' ,sich heimlich aneignen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von jidd. ''schmu''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmuch''' m. ● ''Schmuch'' ,stiller Mensch, der jedoch mehr in sich trägt, als es den Anschein hat‘ (Vil. 1868); ''Schmuhch'' ,Duckmäuser, Leisetreter‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schmühch'' ,stiller, verschlossener, aber listiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hinterm Schmuchen soll man’s suchen.'' Schwalm (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmuckeln''' ● ,übel riechen‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmuddelig''' ● ''schmudelich'', ''schmuddelich'' ,unsauber, nicht gehörig rein, etwas schmutzig‘ (Vil. 1868); ''schmuddelich'' ''Kursiver Text'',unsauber, schmutzig‘, Kassel 20. Jh.; ''schmorrelech'' ,unsauber, schmutzig, schmierig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmudel''' m. ● ,schmutzige Person (etwa wie Schmerlatz, Schlampampe)‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Den Schmudel machen'' ,jemandes Aschenbrödel sein‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmunzen''' ● ''schmonzen'' ,schmunzeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. md. ''smunzen'', 14. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmürgelig''' ● ''schmirchelig'' ,ranzig, angebrannt riechend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmürgeln''' ● ''schmirgeln'' ,ranzig, angebrannt riechen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Ableitung von ''schmurgeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmutchen''' ● ''schmodchen'' ,feucht werden, modrig werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnabulieren''' ● ''schnawwelieren'' ,mit Wohlbehagen essen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,mit Behagen verzehren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnallen''' ● wie hochdeutsch, auch: ,gierig essen‘, Kassel 19. Jh. (Herzog); trans. ,eine schallende Ohrefeige geben‘, intrans. ,viel und schnell essen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnankern''' ●,naschen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnappe''' f. ● ,der äußerste Rand, die äußerste Ecke‘ (Vil. 1868); ergänzend zu Vil.: Plur. ,Prügel; Fliegenklatsche; Schmitz an der Peitschenschnur‘; ''Schnabbe'' ,Schläge, Prügel‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894), auch ,Schnappe an der Peitsche‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kippe, äußerster Rand‘, Kassel 20. Jh.; ,äußerstes Ende, Endpunkt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Setz doch die Teller nicht so auf die Schnappe'', d.h. so dicht an den Tischrand (Vil. 1868). ''Stell die Dasse nit so uff de Schnabbe'', d.h. an die Tischkannte. ''Das steht uff der Schnabbe.'' ,Das steht auf der Kippe.‘ Kassel 20. Jh. ''De Kuh schdätt off der Schnabbe.'' ,Die Kuh muß demnächst kalben.‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnappe''' ● ,hinkend‘, ziemlich allgemein (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnappen''' ● ,unversehens von einm Rande herabfallen; hinken‘ (Vil. 1868); ergänzend zu Vil: ,schlagen‘ (Pfs. 1886); ''schnabben'' ,ergreifen‘, ,mit Appetit, rasch, gierig, viel essen‘, ,prügeln, schlagen‘, ,unversehens (weg)kippen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), auch ,hinken (wenn ein Bein kürzer ist als das andere)‘, Kassel (Gr. 1894); trans. ,schlagen, prügeln‘, intrans. ,gierig nach etwas greifen; mit der Peitsche knallen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ech schnabbe dä ’n Oorsch.'' ,Ich verhaue dich.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnäpper''' m. ● ''Schnepper'', „an der unteren Eder einer der zahlreichen Namen jener kleinen Kartoffel-Pfannekuchen, die an die Ofenplatte geschnappt und daselbst geröstet werden“ (Pfs. 1886). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnarbeln''' ● ''schnarbeln'', ''schnerbeln'' ,schnell und unverständlich sprechen, viel und unnötigerweise reden, durch die Nase reden, mit dünner Stimme reden wie die kleinen Kinder‘, allgemein üblich (Vil. 1868)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnärcheln''' ● ''schnercheln'', Ausspracheeigentümlichkeit im Niederhessischen (Pfs. 1886); ''schnärcheln'' ,schnüffeln, Geräusch des Atmens durch eine unsaubere Nase‘, Kassel (Gr. 1894). ● Nach Pfs. verstand man im 19. Jh.  unter ''Schnercheln'' eine in Teilen Niederhessens (südl. von Kassel) vorkommende Sprechweise, die in der 2. Hälfte des 19. Jh. allmählich zurückgegangen ist: Sprechen mit gehobener Stimme, dazu ''i''-Nachschlag nach dem Stammvokal in manchen Wörtern („Jotierung“), z.B. ''uinse'' für ''unse'' (vgl. dazu [[Schnercheln und Kerksen – Ein noch immer ungelöstes Sprachrätsel|Schnercheln und Kerksen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnauben''' ● ''schnuwen'' ,schnaufen‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnäuben''' ● ''schniewen'' ,schnaufen‘, Kassel (Gr. 1894). ''Schniewen'' &amp;lt; *''schnüwen'', Umlautform von ''schnuwen'', siehe ''schnauben''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnecken''' m. ● ''Schnecke'' (sic) m. ,Nasenschleim‘, untere Eder (Pfs. 1886); ''Schnäggen'' m. ,zusammenhängende Masse Nasenschleim‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hd. ''Schnecke'' siehe ''Schnegel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schneckenbock''' ● ''Schnäggenbock'' ,naseweiser Bube‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schneckennase''' ● ''Schnäggennose'' ,Nase, die dauernd Schleim absondert; vorlautes Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnee''' ● ''Schnee'', Kassel 20. Jh.; ''Schnai'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schneeplocke''' ● ''Schnaiblogge'' ,Schneeflocke‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnegel''' m. ● ''Schnegel'', auch ''Schnaegel'', ''Schnael'', ''Schneel'', ''Schneil'' gesprochen, ,Schnecke‘ (Vil. 1868); ''Schnächel'' ,Schnecke‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894); ''Schnähl'' m., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnegelfett''' ● ''schnegelsfett'', beliebter Vergleich (Pfs.1, 1889); ''schnächelfett'' ,schneckefett, sehr fett, gemästet‘, übertragen: ,besoffen‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894); ''schnählfädde'' ,sehr fett‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnegelshäuschen''' ● ''Schnählshißchen'' ,Schneckenhaus‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnegelsnase''' ● ,rotzige Nase‘, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schneien''' ● ''schneen'' ,schneien‘, Kassel (Gr. 1894); ''schnaien'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnettern''' ● ''schnäddern'' ,rasseln, schnell dahinsausen (von Wagen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schniepe''' ● ''Schniebe'', an Kleidern: ,Schneppe, schnabelförmig spitz zulaufendes vorn, oft hinten an der Taille‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnipp''' m. ● ''Schnipp'', ''Schnipchen'', ''Schnipsel'' ,Speise aus Käsematte, saurem Rahm, Salz und Kümmel, vor allem als Brotaufstrich‘, hauptsächlich im östl. Hessen und Fuldischen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnippelbohne''' ● ''Schnibbelbohne'' ,Schnittbohne‘, beliebtes Gemüse, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnippeln''' ● ''schnibbeln'' ,woran herumschneiden; in kleine Stückchen schneiden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnipperbohne''' ● ''Schnebberbonn'' ,Schnittbohne, Gemüsebohne‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnippern''' ● ''schnebbern'' ,fortwährend schneiden, in kleine Teichen schneiden, schnitzeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnitze''' f. ● ,zerschnittene und Hurden gedörrte Apfelstücke, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Schnetze'' ,Obstschnitte‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gilt nur für Äpfel, gedörrte Birnen sind ''Hutzeln'' (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnitzen''' ● ''schnetzen'' ,zurechtschneiden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnucken''' ● in Niederhessen ausschließliches Wort für ,naschen‘ (Pfs. 1886); ''schnuggen'' ,naschen‘, Kassel (Gr. 1894), ''schnüggen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnucker''' ● ''Schnügger'' ,Nascher, Feinschmecker‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnücker''' ● ''Schnigger'' ,jem., der gern nascht‘, ,jem., der einfache Hauskost tadelt, daran etwas auszusetzen hat‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnückelchen''' ● ''Schnickelchen'', auch ''Schnuckelchen'': zärtliche Bezeichnung für Kinder, Kassel (Gr. 1894); ''Schnuggelchen'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnücksch''' ● ''schnuckisch'', Adjektiv zu ''schnucken'' (Pfs. 1886); ''schnicksch'' ,naschhaft‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894), ,wählerisch im Essen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuckmaul''' ● ''Schnuggmull'' ,jem., der gern nascht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnucksack''' ● ''Schnüggsack'' ,naschhafter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuckwanst''' ● ''Schnüggwanst'' ,naschhafter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuckwerk''' ● ''Schnuggewerk'' ,Naschwerk‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schnüggwärk'' ,leckere Speisen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnudel''' f. ● ,unreinliche Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnuffeln''' ● ,beständig durch die Nase schnaufen; Aufziehen des Schleimes‘, besonders Niederhessen (Pfs. 1886); ''schnuffeln'' ,schnüffeln, schnuppern‘, Kassel 20. Jh.; ''schnüffeln'' ,schnüffeln, den Schlem in der Nase hochziehen; an etwas herumriechen, schnuppern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuffelnase''' ● ''Schnuffelnase'' ,jem., der überall herumschnüffelt‘, Kassel 20. Jh.; ''Schnüffelnose'' ,Nase mit starker Schleimabsonderung; Kind, das dauernd die Nase hochzieht (Schimpfwort), Mensch, der überall herumriecht, Schnüffler‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuller''' ● ''Schnuller'', ''Schnüller'', ''Schniller'' ,Penis‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Schnuller'' ,Penis‘, vor allem der kleiner Jungen, bei Erwachsenen eher scherzhaft gemeint, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnullern''' ● ,pinkeln (von kleinen Jungen, männlichen Säuglingen)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnupfen''' ● ''sich schnuppen'', ''sich schnippen'' ,sich schneuzen; riechen, bemerken‘ (Vil. 1868); (''sich'') ''schnubben'' ,(sich) schneuzen‘, Kassel 20. Jh.; ''sech schnübben'' ,sich schneuzen‘,Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnupfern''' ● ''schnubbern'' ,stoßweise riechen, schnüffeln‘, trans. auch: ,etwas bemerken, meist Unangenehmes‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuppe''' m. ●  ''Schnübbe'' ,äußerstes Ende, Rand, z.B. eines Tisches, eines Brettes‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Schnappe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuppel''' m. ● ''Schnübbel'' ,das männliche Glied‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnüppel''' m. ●  ''Schnibbel'' ,Endstück, Teilstück, Zipfel (z.B. Wurst); Penis‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnurbel''' f. ● ''Schnurwel'' ,jem. mit runzliger (früher auch: durch Pockennarben entstellter) Haut‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnurbeln''' ● ''schnurweln'' ,schrumpfen, schrumpeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnurbeln''' ● ''schnorweln'' ,undeutlich vor sich hin reden, vor sich hin knurren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnurbes''' m. ● ''Schnurwes'' ,Schnurrbart‘, Niederhessen (Pfs. 1886), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnurcheln''' ● ,leise atmend schlafen‘, Kassel 20. Jh.; ''schnorcheln'' ,leise schnarchen, röcheln‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Auch übertragen: ''De Piffe schnorchelt.'' ,Die Pfeife schnurchelt.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnurr''' f. ● ''Schnur'', „fast“ ''Schnurr'', oft auch ''Schnor'', stets mit kurz ausgesprochenem Vokal, ,Schwiegertochter‘, üblicher als ''Schwiegertochter''; sehr oft, besonders im westlichen Hessen, schon in Hersfeld, deminuiert: ''Schnurchen'', ''Schnorche'', ''Schnörche'', ''Schnerch'' (Vil. 1868). ● Vgl. ahd. und mhd. ''snur'' ,Schwiegertochter‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnurren''' ● ''schnurren'' ,zusammenschnurren, verschnurren ,eintrocknen (halbverbrannter Braten, getrocknetes Obst, verwelkter Menschlicher Körper)‘ (Vil. 1868); ,sich schnell drehen (vor allem von Rädern), schnell von der Hand gehen‘, ''innschnurren'', ''zusammenschnurren'' ,einschrumpfen‘, ''schnurren gehn'' ,losgehen, um Gesellschaft zu suchen‘, Kassel 20. Jh.; ''schnorren'' ,sich schnell im Kreise drehen; müßig umhergehen, um zu schwatzen und Neuigkeiten zu erfahren‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Das schnurrt nur so.'' ,Das flutscht, geht schnell von der Hand.‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnürkel''' ● ''Schnirkel'' ,Schnörkel‘, Kassel (C. Müller, 1925)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnürzel''' ● ,anmutig, lieblich‘, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnütchen''' ● ''Schniddchen''  ,kleiner Mund; Kuß‘, Kassel (Gr. 1894); ,Mund kleiner Kinder; Schmollmund kleiner Kinder‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnute''' f. ● ''Schnute'' ,menschlicher Mund‘, verächtlich, Niederhessen (Vil. 1868); ''Schnudde'' ,Mund‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,Schmollmund‘, Kassel 20. Jh.; ''Schnüdde'' ,Schnauze, Mund‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä macht ’ne Schnudde.'' ,Er macht einen Schmollmund, ist unwirsch.‘ Kassel 20. Jh. ''Hä hängt de Schnüdde.'' ,Er macht ein mürrisches Gesicht.‘ ''Sinne Schnüdde schnitt Hoore op''. ,Sein Mund schneidet Haare ab, er hat ein böses Mundwerk.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuttel''' m. ● ''Schnuddel'' ,Schwatz, belanglose Unterhaltung‘ Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuttelchen''' ● ''Schnuddelchen'' ,kleiner Schwatz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnutteln''' ● ''schnuddeln'' ,anhaltend sprechen, schwatzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''schnüddeln'' ,schnell und anhaltend sprechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schöne''' ● ''scheene'' ,schön‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● Steigerung: ''scheene'', ''schenner'', ''am schennsden''. Der Positiv ''scheene'' ist nicht sehr häufig, wird meist ersetzt durch ''hibsch'', ''hebsch'' ,hübsch‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schöpferling''' ● ''Schepperling'', ein Kartoffelgebäck, Schönau, Gilserberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schore''' f. ● ,ein Mundvoll (Brot), ein Priem Kautabak‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schörchen''' ● ''Schaerchen'' ,Portion Kautabak, so viel auf einmal in den Mund genommen wird‘ (Vil. 1868); ''Scheerchen'' ,Mundportion Kautabak‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schoren''' ● ''scharen'', ''schoren'' ,Tabak kauen‘ (Vil. 1868); ''schoren'', Kassel (Gr. 1894); ''schoren'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schoren''' ● ''schoren'', ''zuschoren'' ,an Schule gegenseitiges Aushelfen mit dem Frühstück; verbotenes Zurufen an Befragte, heimliches Ablesen aus einem Buche, falls man dem Lehrer nicht antworten konnte‘, Kassel, 1840er und 1850er Jahre (Pfs. 1886); ,einem Mitschüler schriftliche Arbeiten absehen‘, Kassel (Gr. 1894); ,in der Schule bei einer Klassenarbeit vom Banknachbarn abschreiben‘, auch: ,von einem vorbereiteten Spickzettel (''Schorzettel'') abschreiben‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schores''' m. ● ,Gewinn, Nutzen, Profit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schorn''' m. ● ,zwei Fuß langes, schmales Weizengebäck‘, Niederhessen und Fulda (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schorn''' m. ● ,Erdscholle‘, Oberhessen (Vil. 1868); Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schörnerig''' ● ''schernerech'' ,schollig, voller Erdschollen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schortabak''' ● ''Schartabak'', ''Schortabak'' ,der in Rollen verkäufliche Kautabak‘ (Vil. 1868); ''Schordawwack'' ,Kautabak‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schosse''' ● allgemeine Bezeichnung für,Schnellkügelchen‘, Kügelchen, mit denen Kinder bestimmte Geschicklichkeitsspiele spielen, Kassel (Gr. 1894). ● Es gab davon mehrere Gruppen; Gr. zählt auf: 1) ''Kleiwachse'' oder ''Klimberde'' (unglasierte, weiße, gebrannt), 2) ''Schusser(de)'', dieselben mit brauner Glasur, 3) ''Wackeln'' oder ''Waulen'': a) gewöhnliche, b) ''Erweswackeln'' (erbsengroß), c) rot, grün oder blau lackierte Wackeln, d) ''Marmorwackeln'', fleischfarbig mit etwas rotem Geäder, e) ''Achatwackeln'' , f) ein ''Bickert'', wie 2., aber von der Größe eines Borstorfer Apfels (mit dem allerdings nicht geknipst wurde). ● Nach Bennecke (Kassel 1904) wird das Wackelspiel auf dreierlei Art betrieben: 1) ''Kuttenwerfen'' (s. ''Kaute''), wobei die Wackeln ''geschuckelt'' oder ''geschmackt'' werden, 2) ''Anwerfen'', wobei sie auf die Erde geworfen werden, 3) ''Knibbsen'', wobei sie in der [[Druselturm|Drusel]] (= Rinnstein) einfach aufeinander geknipst werden. ● Siehe ''Schosser'', ''Wackel'', ''Nete''; ''knipsen'', ''schuckeln'', ''schmacken''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schossen''' ● ,Schößlinge treiben‘, Kassel 20. Jh.; ,Schößlinge treiben, ins Kraut schießen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schozzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schosser''' m. ● ''Schosser'', ''Schossert'', Plur. ''Schosserte'' ,kleine Spielkugeln von geringerem Wert als die basaltenen Wackeln‘, Kassel (Pfs. 1886). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schotengebitze''' f. ● ''Schodenjebetze'' ,Bund Schotenstroh‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrabbeln''' ● ''schrawweln'' ,lallen (von Säuglingen), plaudern (von ganz kleinen Kindern, im Sinne von Gesprächigkeit)‘, Kassel (Gr. 1894), ,andauernd und schnell sprechen, eher unverständlich bzw. ohne Gehalt‘, Kassel 20. Jh.; ,andauernd und schnell sprechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schräh''' ● ''schreh'' ,schräg‘ Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrägläufer''' ● ''Schrehlaifer'' ,halbwüchsiger Junge (ungefähr vom 14. bis 17. Lebensjahr)‘, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrappchen''' ● ''schrabbchen'' ,schaben, mit einem Messer abkratzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrappen''' ● ,kratzend schaben‘ (Vil, 1868); ''schrabben'' ,abkratzen, abschaben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,schaben, mit einem Messer abkratzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''den Bart schrabben'' ,rasieren‘, humoristisch, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Bartschrapper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrebb''' ● ,mißvergnügt, unzufrieden, elend, hungerleidend aussehend‘, auch: ,neidisch‘, wohl nur (noch) in der Redensart ''en schrewwer Junge'', Kassel (Gr. 1894); ''schrebb'' ,hager, mager, dünn‘, Balhorn (Sl. 1901). In Gr.’s Manuskript ''schrèwwer Junge'', also offenes ''e''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schreben''' ● ''schräwen'' ,ein wenig gefrieren, mit leichter Frostdecke überzogen werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schreckstein''' ● ,Prellstein‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schräggsteeng'' ,starker behauener Stein, an Hausecken gesetzt, um Beschädigungen durch Fuhrwerke zu verhindern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schreibens''' s. ● ''en Schriewens'' ,ein Schreiben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,Schreiben, Geschriebenes, namentlich amtlicher Brief‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä brachte mä en Schriewens''. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrittschuh''' ● ''Schrettschuh'' ,Schlittschuh‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.’s Manuskript ''Schréttschuh''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schroh''' ● ''schro'', ''schra'', Plur. ''schrowe'', ''schrawe'', ,rauh beim Anfühlen, rauh überhaupt, schlecht, dürftig mangelhaft, armselig‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868); ''schroh'' ,elend, hungerleidend aussehend, wie von karger Kost lebend‘, Kassel (Gr. 1894), ,grob (in Bezug aus Speisen)‘, Kassel (Lüttebrandt 1917); ,hager, mager, dünn‘, Balhorn (Sl. 1901); ,rauh‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schrâch'', ''schrôch'' ,mager, dürr, rauh, grob‘.● Vil. gibt historische Belege aus Kassel 1607 (Gesangbuch des Landgrafen Moritz) und Eschwege 1657.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrubben''' ● wie hd., Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), auch: ,aus dem Groben hobeln‘, Kassel (Gr.); ''schrobben'', wie hd., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrubber, Schrubbert''' m. ● ,besenartiges Gerät zum Schrubben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); auch: ,jem., der aus Habgier viel, lange, rasch und darum oft schlecht arbeitet‘, Kassel (Gr.); ''Schrobber'', wie hd., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrumpel''' f. ● ,Runzel‘, in Hessen ausschließlich, ''Runzel'' ist unbekannt (Vil. 1868); ''Schrumbel'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schrömbel'' ,Runzel, Hautfalte‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrumpel''' f., m. ● ''Schrumpel'' ,Runzel‘ in übertragener Bedeutung; ''Schrumpel'' f., ''alte Schrumpel'' ,altes Weib‘, verächtlich (Vil. 1868); ''ahler Schrumbel'' m. ,runzlige, häßliche Person (kann Mann oder Frau sein)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrunde''' f. ● ,Riß in der Haut durch Nässe und Kälte‘ (Vil. 1868); ''Schrunne'', ''Schrunge'' ,bleibender Riß in der Haut der Hände, verursacht durch grobe Arbeit‘, Kassel 20. Jh., ''Schrungen'' Plur., Kassel (Gr. 1894); ''Schrönge'' ,Riß in der Haut, namentlich an der Hand‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kassel: ''Schrunge(n)'' ist ländliche Form (bedingt durch Zuzug vom Lande).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuben''' ● ''schuwen'' (stark konj.) ,schieben‘, Kassel (Gr. 1894); ''schüwen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen Oberellenbach: schüwen, schopp, jeschowwen (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuben''' ● ''schuben'' (schwach konj.) ,auf dem Eis gleiten‘, östl. und mittleres Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schubkaren''' m. ● ''Schuwekahren'' ,Schubkarren‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schübkorn'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schubstein''' ● ,Wetzstein größerer Art, etwa für schwere Messer und Äxte‘, besonders in Oberhessen (Vil. 1868); ''Schübsteeng'' ,Wetzstein, auf dem durch Hin- und Herschieben größere Gegenstände geschliffen werden‘,  Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schüchelchen''' s. ● ''Schiechelchen'', Plur. ''Schiechelerchen'', ,kleiner Schuh, kleiner Kinderschuh‘, Kassel  19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schiechelchen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Schuh''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuchten''' ● ''schüchden'' ,jauchzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schoch'', Interjektion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuckeln''' ● ''schuggeln'' ,in kurzen Stößen schaukeln (auf dem Stuhl); schütteln, rütteln; wackeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''Schosse''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuckerig''' ● ''schüggerech'' ,fröstelnd, vor Kälte oder Schreck zitternd‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuckern''' ● ''schüggern'', impers. ''es schüggert mech'' ,es überläuft mich (vor Kälte oder Schreck)‘, ''sech schüggern fär'' ,Abscheu vor etwas haben, ungern an etwas herangehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
		&lt;br /&gt;
'''Schuh, Schuch''' m. ● ''Schuh'', gewöhnlich in alter Weise, mitunter sogar im Plural, ''Schuch'' gesprochen (''u'' lang) (Vil. 1868); Sing. ''Schuh'', Plur. ''Schuh(e)'', Kassel 20. Jh.; Sing. ''Schuch'' (''u'' kurz), Plur. ''Schuh'' (''u'' lang), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Schüchelchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schuldsmann''' ● ''Scholdsmann'' ,Schuldner‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schulmeister''' ● ''Schollmeester'' ,Lehrer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schulpe''' f. ● ,Erdscholle‘, Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schulmeisterschin''' ● ''Schollmeesterschen'' ,Frau des Lehrers‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schultern''' ● ''sich schullern'' ,sich recken‘, übertragen: ,sich widersetzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppchen''' ● ''sich schobbchen'' ,sich infolge einer juckenden Empfindung schütteln, die Kleidungsstücke am Körper reiben‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''schuppen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppeln''' ● ''schubbeln'', ''schuppeln'', ''schüppeln'' (''schippeln''), wälzen, rollen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''schübbeln'' ,rollen, rollend fortbewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schuppelrad''' ● ''Schübbelroot'' ,kleines Rad aus Holz, das den Kindern als Spielzeug dient‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppen''' ● ''(sich) schubben'' ,(sich) jucken, reiben, wo ein Kitzel oder Reiz empfunden wird‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. ''schuppchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppen''' ● ''schobben'' ,Hafer, der auf dem Acker liegt, zu Garben bündeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schupperechtig''' ● ,schauderhaft‘, von Dingen gesagt, vor denen man sich schuppert, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Bildung mitdem Suffix -''echtig'', s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schupperig''' ● ''schubberig'' ,Schauder machend‘ (in Bezug auf Kühle, Kälte), Kassel (Gr. 1894). ● ''Es is mä so schubberich''. ,Es fröstelt mich.‘ Auch vom Wetter gesagt. (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppern''' ● ''sich vor etwas schuppern'' ,einen gelinden Schauder vor etwas haben, ungern an ein schwieriges Geschäft oder die Arbeit überhaupt gehen‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''sech schubbern'' ,(zurück)schaudern, sich scheuen, zögern, fürchten vor‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schuppert''' m. ● ''Schubbert'': eine Fischart, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. erwägt, ob vielleicht identisch mit ''Kullert''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schürgen''' ● ''schergen'', in Niederhessen oft ''schirgen'' ,schieben, fortschieben, fortstoßen (mit Anstrengung)‘ (Vil. 1868); ''schürgen'' ,schieben‘, hier und da vorkommend, z.B. Hersfeld; ''schärjen'' ,mit Anstrengung fortschieben, fortstoßen, ziehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schürgen'', ''schurgen'' ,schieben, stoßen, treiben‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schurri''' ● „ein kriegerischer, streitbarer Ruf ... zu kühner Herausforderung“, z.B. auf Kirmessen und bei anderen Anlässen; er ist alt: in den französ. Revolutionskriegen griffen die hessischen Truppen mit ''Schurri'' an (Pfs. 1886); ''schurri!'' Alter Kampf-, Angriffsruf der hessischen Soldaten, Kassel (Gr. 1894). ● Redensart  ''Schurri in’n Kohlenkasten'':  ein Hervorstürzen, -brechen, Draufloseilen bezeichnend (Gr. 1894). ''Schurri, schurri!'' Etwa: ,Mach los, beeil dich gefälligst!‘ Kassel, Mitte 20. Jh. ● Vermutl. von mhd. ''schür'' (mit md. Variante ''schur'') ,Andrang‘, zum Verb ''schürn'' ,Anstoß geben, antreiben, schüren‘ gehörig, verwandt mit mhd. ''schurge'' ,Anstoß, Angriff‘. ● Siehe ''überstülpen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schürzel''' ● ''Scherzel'' ,Schürze‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Schärzel'' n., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schürzen''' ● ''sech schärzen'' ,zur leichteren Bewegung bei der Arbeit die Kleider in die Höhe binden’, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schussel''' f. ● ,unordentliche Weibsperson‘, Ober- und Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schusterkarmenade''' f. ● ,Schusterkarbonade, Handkäse‘, scherzhaft, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schutt''' m. ● ,Regenguß‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schütten''' ● ''schedden'' ,schütten‘, auch: ,gießen‘; „letzteres gebraucht der Kasselaner nur von Metall, Talg usw., nie von Wasser, Milch und anderen Getränken“, Kassel (Gr. 1894). ● ''Es schiddet.'' ,Es regnet stark.‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schutteln''' ● ''schuddeln'' ,schütteln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Redensart ''schuddeln un ruddeln''  (und umgekehrt) ,schütteln und rütteln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schutter''' m. ● ''Schudder'' ,Schauer (vor Kälte oder Ekel), Kassel 20. Jh. ● ''Mä lief en Schudder iwwer den Riggen.'' ,Mir lief ein Schauer über den Rücken.‘ Kassel 20. Jh. ● Vgl. ähnliches ''Schuder'', siehe ,Schauder‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schüttern''' ● ,etwas Feststehendes in schwankende Bewegung versetzen‘, meist in der Konstruktion ''an etwas schüttern'' (Vil. 1868). ● ''Schütter doch nicht so am Tisch.'' (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuttern''' ● ,schüttern‘, weit verbreitet als Intransitiv gegenüber bei Vil. verzeichnetem Transitiv ''schüttern'' (Pfs. 1886); ''schuddern'' ,erschüttern, erschüttern machen; schaudern vor Kälte, Ekel‘, Kassel 19. (Gr. 1894), unpers., ,einen Schauder bekommen‘, Kassel 20. Jh. ● ''Es schuddert mich'' (vor Kälte oder Ekel), Kassel 20. Jh.; Überschneidung mit ''schudern'', s. ''schaudern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schüttfett''' ● ''Scherrefätt'' ,Rüböl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schütze''' f. ● ''Schetze'' ,Vorrichtung zum Stauen des Wassers‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schützen''' ● ,Wasser, Gerinne aufstauen, dämmen‘ (Vil. 1868); ''schetzen'' ,Wasseer abdämmen, stauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Do kamme jo de Foole met jeschetzen.'' ,Damit kann man die Fulda abdämmen (von einer großen Menge gesagt).‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwacken''' ● „bedeutet die Bewegung einer Flüßigkeit, welche in einem stark bewegten Glas befindlich ist“ (Vil. 1868); ''schwaggen'' ,eine Flüssigkeit in einem Gefäß durch ruckartige Bewegung zum Verschütten bringen oder in die Gefahr des Überfließens bringen; vergeuden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Geschwacket vull'' ,zum Überfließen voll‘, Kassel 19. Jh. (Herzog).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwackelfette''' ● ''schwaggelfädde'' ,infolge starker Verfettung hin und her schwankend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwadchen''' f. Plur. ●,Hülsen der Erbsen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwaden''' ● ''sech schworen'' ,ein Schwadenbad nehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwadenbad''' ● ''Schworenboot'': bei Halsschmerzen nimmt man gern ein Schwadenbad, d.h. man steckt den Kopf in die Dämpfe von gekochten Kartoffeln oder kochendem Viehfutter, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwäher''' ● ''Schwähr'' ,Schwiegervater‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''sweher''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwalbe''' ● ''Schwalwe'', übertragen: ,Ohrfeige‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwanden, schwanen''' ● ''schwanen'' unpers. ,ahnen‘, üblich, ganz Hessen (Vil. 1868); ''schwahnden'' ,ahnen‘, Kassel (Gr. 1894); ''schwaanden'', ''schwanen'' unpers., Kassel 20. Jh. ● ''Es schwant mir.'' ,Es ahnt mir, es steht mir dunkel vor.‘ (Vil.) ''Es schwaandet mä, schwant mä.'' ,Ich ahne (meist nichts Gutes).‘ Kassel 20. Jh. -  ● Vgl. mnd. ''swanen'' mit Dat. ,vorgefühlt, geahnt werden‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwandunge''' ● ''Schwahndunge'' ,Ahnung‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwane''' f. ● ,Schwan‘, feminin, Hessen, neuerdings durch den Einfluß der Schriftsprache maskulin (Pfs. 1886). ● Pfs. teilt mit, daß es in seiner Jugend „so ziemlich in allen hessischen Städten“ eine „Schwane“ gab, d.h. „Gasthof zur Schwane“. ● Vgl. ahd. ''swana'' f., ''swan'' m. ,Schwan‘; mhd. und mnd. ''swan(e)'' nur m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwank''' ● ''schwaank'' ,lang und dünn, biegsam‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwänzelénz''' m. ● ''Schwänzelänz'' ,Mensch, der beim Gehen die Röckschöße hin und her bewegt, affektiert gehender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwänzelieren''' ● ,schmeicheln, katzbuckeln‘, Kassel (Gr. 1894). ● Im selben Sinn: ''Schwänzelierchen machen.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwärdreck''' ● ''Schwährdräck'',Augenbutter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwarte''' ''●'' wie hd., von der Schweinshaut und der menschlichen Kopfhaut gebräuchlich (Vil. 1868); ergänzend zu Vil: auch ,Mund‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''Schwarde'' ,Schwarte; Redefertigkeit‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Schwoorde'' ,dicke, harte Haut, besonders Speckschwarte‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''’ne gude Schwarde am Kobbe hon'' ,das große Maul führen, jeden niederreden‘ (Gr.). ● Pfs. nimmt für die Nebenbedeutung Herkunft von ''suada'' an, Gr. von französ. ''suade'', etwa: ,Überredungskunst‘. ● Pfs.: „Daß hier ursprünglich jenes Suada für Redegabe [...] misverständlich in Absicht gewesen sei, ist wohl begründete Annahme.“ Heute werde eher der Gedanke an Lippen aufkommen. „Mindestens hatte ich als Kasseler Junge immer an eine richtige Schweine-Schwarte darbei gedacht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwarzammerse''' f. ● ''Schworzommersche'' ,Schwarzamsel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwebel''' m. ● Schwäwel ,Schwefel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schweher''' m. ● ''Schweher'', ''Schwäher'' ,Schwiegervater‘, ganz Hessen (Vil. 1868). ● ''Schwiegervater'' war bei der hessischen Landbevölkerung bis in die 1820er Jahre nicht im Gebrauch, z.T. sogar unverständlich (Vil. 1868); ''Schwähr'', Oberellenbach (1926). ● Vgl. mhd. ''sweher''. ● Siehe ''Schwieger''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schweigen''' ● ''schwichen'' (''i'' kurz) nur im Kompositum ''stilleschwichen'' ,schweigen‘, Kassel 20. Jh.; ebenfalls nur im Kompositum: ''stelleschwijjen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''swîgen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schweigen''' ● ''schweejen'' ,zum Schweigen bringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''sweigen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwein''' m. ● ,Schweinehirt‘, üblich nur noch im niederdeutsch sprechenden Niederhessen (Gegend von Hofgeismar und Wolfhagen), in Kassel und Frankenberg zu Anfang des 19. Jh. erloschen (Vil. 1868). Haus- und Familienbeiname „bie Schweins“, Kirchberg 2014. ● Vgl. ahd. ''swein'' ,Schweinehirt, Knecht‘, mhd. ''swein'' ,Hirte, Knecht‘, altnord. ''sveinn'' ,Knabe, Bursche, Diener, Hirt‘. Das Wort hat mit ahd. ''swīn'', mhd. ''swîn'' ‚Schwein‘ nichts zu tun. Der Unterschied ist auch in der mundartlichen Aussprache gewahrt: ''Schwein'' – ''Schwinn''. Erst mit Luthers Bibelübersetzung kam für die vorwiegende niederhess. Form ''Schwinn'' hd. ''Schwein'' auf, wodurch beide Wörter als zusammengehörig empfunden werden konnten. (Kleinere Teile des Niederhessischen haben allerdings altes ''î''zu ''ei'' diphthongiert.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schweiß''' ● ''Schweeß'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schwitz'', ''Schwitze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schweren''' ● ''schwären'' ,schwören‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl.mhd. ''swern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwerenangst''' f. ● ,Schwere Angst‘: ''Schwerenangest noch emo!'', Fluchwort, Kassel (Gr. 1894); ''Eerníngster!'' (Plur., Akzent auf der 2. Silbe) , Fluchwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwerenot''' f. ● ''Schwerrnót''!, auch: ''Eernót''!, Fluchwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwerenöter''' ● ''Schwerrneeder'' ,listiger, verschlagener Mensch, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwerenotsch''' ● ''schwerrnoodsch'' ,eigenartig, sonderbar‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwerfutterig''' ● ''schweerfudderech'' ,schwer zu füttern‘ im Sinne ,das Futter schlägt nicht an‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwerlich''' ● ''schwärrlech'' ,kaum‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwicke''' f. ● ,Steg, Brücke, aus Pfählen, welche mit Hürden und diese wiederum mit Rasenstücken übberdeckt werden, verfertigt, und zur meist nur sommerlichen Überbrückung eines kleinen Flusses oder eines Sumpfes dienend‘, in neuerer Zeit nur selten noch errichtet, Niederhessen (Vil. 1868); ''Schwegge'' ,Notbrücke‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwieger''' f. ● ,Schwiegermutter‘, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Schwäjer'' ,Schwägerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''swiger'' ,Schwiegermutter‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwiemel''' m. ● ''Schwimel'' ,Schwindel,Taumel‘, nur im nd. sprechenden nördlichsten Hessen [was offensichtlich nicht zutrifft] (Vil. 1868); ''Schwimmel'' ,Schwindel, Taumel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● vgl. mhd. ''swîmel'', ''swimmel'' ,Schwindel, Taumel‘. ● ''Schwimmel'' geht entgegen dem Anschein zurück auf die mhd. Form ''swîmel'' (''i'' erhalten, aber gekürzt, keine Senkung zu ''e'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwiemelei''' ● ,Völlerei, Nachtschwärmerei‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwiemelig''' ● ''schwiemelig'' ,betrunken‘, Kassel (Gr. 1894), unpersönl. ,benommen, schwindlig‘, Kassel 20. Jh.; ''schwimmelech'' ,schwindlig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Mä is ganz schwiemelich (zemude)''. ,Mir ist schwindelig, ich bin benommen.‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwiemeln''' ● ''schwimeln'' ,wanken, gehen wie ein Betrunkener‘, [angeblich nur] an der Diemel und Weser (Vil. 1868); ''schwimmeln'' ,schwindlig sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''swîmeln'', ''swimelen'', ''swimmeln'' ,schwindeln‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwinde''' ● ''schwinge'' ,geschwind, schnell‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd ''swinde'', ''swint'' ,heftig, ungestüm, schnell‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwippe''' f. ● , Peitsche‘, Umgebung von Kassel, fuldaaufwärts bis Spangenberg (Vil. 1868). ● Vgl. mhd. ''swippe'', ''sweppe'' f. ,Geißel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwitte''' f. ● ''Schwidde'' ,Gefolge, Troß, nach- und mitziehender Haufe‘, geringschätzig, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schwidden'' Pl. ,Lügen, Aufschneidereien‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Pl. ''Schwidden'' in der Redensart ''Schwidden machen'' ,Kleideraufwand, auch anderen Aufwand machen‘ (Gr.). ● Von französ. ''suite'' ,Folge, Gefolge, Begleitung‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwittenmacher''' ● ''Schwiddenmacher'' ,einer der (Kleider-)Aufwand betreibt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwittjee''' m. ● ''Schwiddjeh'' ,einer, der (Kleider-)Aufwand betreibt‘, Kassel (Gr. 1894), ,Blender‘, Kassel 20. Jh.; ,leichtsinniger, listiger Mensch, Lügner‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von franz. ''suitier''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwitz''' m. ● ,Schweiß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwitze''' f. ● ,Schweiß‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwofen''' ● ,schwiemeln, sich vergnügt umhertreiben‘, auch für ''tanzen'' verwandt (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwof''' m. ● ,schwiemelndes, wohl auch unehrbares Getreibe‘, bei Kassel (Pfs. 1886); ,Tanz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwubbeln''' ● ,schwabbeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwuckelfette''' ● ''schwoggelfädde'' ,infolge starker Verfettung sich hin und her bewegend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwuckelig''' ● ''schwoggelech'' ,sich hin und her bewegend (namentlich infolge Verfettung)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwuckeln''' ● ,schwabbeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwuddel''' m. ● ,schwulstartige Fett- oder Fleischablagerung‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwulch''' m. ● ,Geschwulst‘, Hersfeld, Knüllgegend (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwulch''' m. ● ,drückend heißer Dunst‘, z.B. in einer Stube, in welcher geheizt ist und dazu Wasser verdampft, in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868); ,Schwüle‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwulchig''' ● ,schwül‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwuppen''' ● ''schwubben'' ,ruckartig hin und her schwingen (von Schwerem)‘, Kassel 20. Jh.; ,infolge einer allzu schweren Last hin und her schwanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sebbchen''' n. ● ,Stückchen‘, bei Felsberg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''See''' n. ● ''das See'' ,der See‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seeb''' ● ''Sähp'' ,Sieb‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seelenbein''' ● Zärtlichkeitsausdruck, Kassel (Gr. 1894). ● ''Min einstiges (= einziges) Seelenbein!'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sehen''' ● Stammformen: ''sähn'', ''saach'', ''gesähn'', Kassel 19. Jh., Anf. 20. Jh.; ''sähn'', ''soch''(''o'' kurz), ''jesähn'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seibelbart''' ● ''Saiwelboort'' ,langweiliger Erzähler‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seibeln''' ● ''saiweln'' ,mit lästiger Breite sprechen, langweilig erzählen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiber''' m. ● ''Seiber'', ''Sebber'' ,aus dem Mund herabfließender Speichel‘ (Vil. 1868); ''Seiwer'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Seewer'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberbart''' ● ''Seiwerbard'' ,jem., dem der Geifer aus dem Mund fließt; unleidlicher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); ''Seewerboort'',Mensch, dem der Speichel aus dem Mund fließt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberglocke''' ● ''Seewerglogge'' ,Kind, dem der Speichel aus dem Mund herabfließt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberläppchen''' ● ''Seiberläppchen'', ''Seibertuch'' ,Tuch mit Bändern, das man kleinen Kindern umbindet, um herabfließenden Speichel aufzufangen‘ (Vil. 1868); ''Seiwerläbbchen'' ,Brustlatz des Säuglings zur Schonung der Bekleidung‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberlätzchen''' ● ''Seiwerlätzchen'' ,Tuch, das man kleinen Kindern vor dem Essen umbindet zur Schonung der Bekleidung vor herabrinnendem Speichel‘, Kassel 20. Jh.; ''Seewerlätzchen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seibern''' ● ''seibern'', ''sebbern'' ,den Speichel aus dem Mund fließen lassen‘, in Nieder- und Oberhessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''seiwern'' ,das Entäußern des Speichels bezeichnend (von Säuglingen)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''seewern'' ,Speichel aus dem Mund fließen lassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberschlette''' f. ● ''Seewerschledde'' ,Mensch, dem der Speichel aus dem Mund läuft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seich''' m. ●  ''Seech'' ,Harn, Urin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel 20. Jh. eher übertragen gebraucht: ''Där mit sim Seich''. ,Der mit seinem dummen Geschwätz.‘&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seichameise''' ● ,Ameise‘, die ''Seichammel'', gewöhnlich in neuester Zeit der ''Seichhammel'' gesprochen, nördlichstes nd. sprechendes Niederhessen, ebd. fast ausschließliche Bezeichnung der Ameise (Vil. 1868), ''Séchummelsche'' in Oberhessen (Vil. 1868); ''Seechmotze'' (''o'' geschlossen), fast ausgestorben, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hingegen Simplex ''Ummelsche'' ,Amsel‘, Oberhessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiche''' f. ● ,Urin‘ (Vil. 1868); Kassel 20. Jh. ● Dünn wie Pferdeseiche, übliche Verurteilung schlechten Bieres. (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seichen''' ● ‚ausschließlich gebrauchtes Wort für urinieren‘ (Vil. 1868); ''seichen'', Kassel 20. Jh.; ''seechen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Hochseicher''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seichfäßchen''' ●  ''Seechfäßchen'' ,kleines Faß, in dem der menschliche Urin gesammelt wird, um dann aufs Feld getragen zu werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seichtüpfen''' n. ●  ''Seechdebben'' ,Nachtgeschirr‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seidenbeutel''' ● ''Siedenbiedel'' ,jem., der auffällig glatt und geschmeidig in seinen Manieren ist, Einschmeichler‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiger''' ● ,Sieb, Durchschlag, besonders für Flüssiges‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seihe''' f. ● ,Sieb, Durchschlag, besonders für Flüssiges‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seihtuch''' ● ''Sidduch'' (''u'' kurz) ,leinenes Tuch, das zum Seihen der Milch benutzt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seil''' ● Plur. ''die Seiler'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Seel'', ''Seeler'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''En Seil drehn'' ,ein langes Schwätzchen halten‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seilerhans''' ● ,langweiliger Erzähler, Schwätzer‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seilermärten''' ● ''Seelermärden'' ,Seiler-Martin, langweiliger Erzähler‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seilern''' ● ''seelern'' ,eine Tätigkeit hinauszögern; langweilig erzählen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiltänzer''' ● ''Seildänser'': Brötchenart, auch ''Wasserwecke'' gen., Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seimig''' ● ''seemech'' ,dickflüssig, schleimig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sein-Muß''' m. ● ''Sinn-Muß'' ,etwas, das sein muß, Notwendigkeit‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Semft''' ● ''Senfft'' ,Senf‘, Kassel (Gr. 1894), ''Semft'', Kassel 20. Jh.; ''Sämft'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sengeln''' ● ,sengen‘ trans.: ,etwas anbrennen, sengen, Federkiele (bei Geflügel) absengen‘, intr.: ,glimmen, brenzlich riechen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sengern''' ● ,sengen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Senste''' ● ''Sänsde'' ,Sense‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''setzen''' ● Stammformen: ''setzen'', ''saßde'', ''jesaßt'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Setzwaage''' f. ● ,Dreispitz, Dreimaster, dreieckiger Hut‘, „wie ihn die Leichenträger oder ,Bullezeischerschanden‘ (Polizeisergeanten) in großer Uniform auch mit Gala bei feierlichen Gelegenheiten meist trugen“, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sick''' ● ''sick'' oder ''zick'', Lockruf des Schäfers für die Schafe, ganz Hessen (Vil. 1868); ''sick, sick!'' Lockruf für die Schafe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sickertär''' n. ● das ''Sickerdehr'' ,Sekretär im Sinne von Schreibtisch‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. verweist auf Jonas: ''Schribsicherdehr''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sieh''' ● ''sich'' (mit kurzem ''i''), Imperativ Sing. von ''sehen'', Kassel (Gr. 1894); ''säch!'' ,sieh da!‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Sich emo ahn!' ,Sieh einmal an!‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sieden''' ● Stammformen: ''sieden'', ''sood'', ''gesooden'', Kassel 19., Anf. 20. Jh.; ''sieren'', ''sott'', ''jesorren'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sime''' f. ● ''Sime'' ,Schnur, Strick, Bindfaden, besonders ein dünner und kürzerer‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Simme'' ,Schnur, Bindfaden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Simetze''' f. ● ''Simele'', ''Simeze'', ''Simze'' ,Binse, juncus‘, in großen Teilen unseres Gebiets (Pfs.1886); ''Sümmetze'' ,Simse, Binse‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Auf den Simetzen'', Flurbezeichnung in Kirchberg 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''simulieren''' ● ''simulieren'' ,nachdenken, sinnen‘, Hessen (Vil. 1868); ''simmelieren'' ,intensiv nachdenken, grübeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''sembelieren'' ,nachdenken, sinnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von lat. ''simulare'' ,nachahmen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''singen''' ● Stammformen: ''singen'', ''sung'', ''gesungen'', Kassel 19., Anf. 20. Jh.; ''sengen'', ''soong''(''o'' offen), ''jesöngen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Singleiche''' f. ● ''Singeliche'' ,Singleiche‘, Kassel (Gr. 1894); ''Singeliche'' ,Leichenbegängnis mit Gesangsbegleitung‘, Balhorn (Sl. 1901). ● Redensart ''’ne Singeliche (machen)'' ,weitläufig über etwas Unangenehmes sprechen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sinken''' ● Stammformen, entsprechen in Kassel und Oberellenbach denen von ''singen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sint''' ● ,seit‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl mhd. ''sint''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sipp''' ● Redensart ''mit Sipp un Sapp'' ,mit allem, was zu ihm gehört‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sippern''' ● ,ein wenig Feuchtigkeit von sich geben (meist von Wunden)‘, überall gebräuchlich (Vil. 1868); ''sibbern'', ''sebbern'' ,sickern, sintern‘, auch in Bezug auf nässende Wunden, Kassel (Gr. 1894). ● Bei Gr. zweimal mit unterschiedlicher Schreibung und Einordnung verzeichnet. Gr.s Manuskript hat für die zweite Form ''sébbern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sochern''' ● ''sochern'', ''soochern'', ''suchern'' ,kränkeln, zumal zehrend kränkeln‘, Schwalm, Oberhessen (Vil. 1868); ''sochern'' ,kränkeln; auftrocknen (vom Körper Schwindsüchtiger)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Socherung''' f. ● ,Schwindsucht‘, Schwalm, Oberhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''socken''' ● ,Galopp laufen‘, im Waldeckischen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Söffer''' ● ''Seffer'' ,Säufer‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sömmersch''' ● ,sommerlich (z.B. Kleidung), sonnig (z.B. Lage eines Feldes)‘ (Vil. 1868); ''semmersch'' ,den Sonnestrahlen zugänglich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sommervögel''' ● ''Sommerveele'' ,Sommersprossen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
'''Sonnabend''' ● in Althessen die ausschließliche Bezeichnung; ''Samstag'' ist gänzlich unbekannt (Vil. 1868); ''Sunnowend'', Kassel 20. Jh.; ''Sonnowet'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Soppe''' ● ''Sobbe'' (offenes ''o'') ,Suppe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sosen''' ● ''sich sosen'' ,sich beruhigen, nachlassen (von Schmerz), Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spacherhans''' ● ,Hungerleider, Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spacherig''' ● ,vertrocknet, rissig (z.B. Brot, Erdboden)‘ (Vil. 1868); ''spacherich'' ,karg, kargend, trocken‘, im Hinblick auf Holz: ,sich spaltend, faulend‘, Kassel (Gr. 1894); ''spacherig'' ,vertrocknet, rissig; allzu sparsam, geizig‘, Balhorn (Sl. 1901); ''spacherech'' ,ausgetrocknet (vom Brot, auch vom Erdboden)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spachern''' ● ,zusammentrocknen und Risse bekommen infolge von trockener Luft und Hitze‘ (Vil. 1868); ,austrocknen‘ (in Bezug auf Brot); ,karg, kümmerlich leben‘, Kassel (Gr. 1894); ,austrocknen und rissig werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spachteln''' ● ,viel essen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spanisch Lauch''' ● ''Spanschlauch'', ''Banschlauch'' ,Porree‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Bei ''Banschlauch'' (s.d.) dissimilatorischer ''sch''-Verlust.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spanisch Rohr, Röhrchen''' ● ''Spanschrohr'', Kassel 20. Jh., ''Banschrehrchen'', Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spanisch Rohrstock, -stöckchen''' ● ''Spanschrohrstock'', ''Banschrohrstock'', Kassel 20. Jh.; ''Spanschrohrstäggchen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spanne''' f. ● ,Bett, Bettgestell‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch ''Bettspanne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spannen''' ● ''sich spannen'' ,großtun, eingebildet tun, übertriebenes Selbstbewußtsein zur Schau stellen‘, Kassel (Gr. 1894; C. Müller 1925); ''sech spannen'' ,sich hochmütig benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spannmichel''' ● ''Spannmechel'' ,Stutzer, Geck, Modenluder‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sparren''' ● wie hd., dazu: ,Hochmut, Dünkel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spatzenköpfe''' ● ''Spatzenkebbe'' ,gröbste Gerste‘, Kassel (Gr. 1894); offenbar sind grobe Graupen gemeint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speckanke''' f. ● ,feister Nacken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Specke''' f. ● ,leichte Brücke, Steg, welcher aus Pfählen besteht, die mit Hürden und diese etwa wieder mit Rasen besetzt sind, Oberhessen, „jetzt gibt es fast gar keine Specken mehr“ (Vil. 1868). ● Auch Niederhessen: Büchenwerra um 2010, Flurname in Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speel''' ● ''Spiel'', gesprochen ''Speel'', ,Menge, Vielheit, Masse‘, in Hessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''Spähl'' ,Spiel (wie nhd.); große Menge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).● ''Ein großes Menschenspiel, ein Spiel Geld'' (Vil.); ''en Spähl Mönschen, en Mönschenspähl'' ,eine große Menge Menschen‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speelding''' ● ''Spähldänk'' ,Mundharmonika‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speelmann, -leute''' ● ''Spählmann'', -''liere'' ,Musikant, Musikanten‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''spilman'', Plur. ''spilliute'' ,Musikant, fahrender Sänger, Gaukler’, md. ''speleman''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speelwerk''' ● ''Spählwerk'' ,Spielzeug, Spielsachen‘, Kassel (Gr. 1894); ''Spählwärk'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spei''' ● ,Speichel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spellen''' ● ''spellen gehen'' ,den Nachbarn zu vertraulichem Geplauder aufsuchen; Besuchsgang übers Feld machen‘, Mittelhessen (Vil. 1868); ''spällen gänn'' ,am Abend den Nachbarn oder Verwandten besuchen, um ein Plauderstündchen zu machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''spellen'' ,erzählen, reden, schwatzen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spellgast''' ● ''Spällgost'' ,derjenige, der am Abend den Nachbarn oder Verwandten besucht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spellmaide''' f. Plur. ● ,Junge Mädchen, die ein Chor (n., eine Gruppe) bilden und mit ihren Spinnrädern oder auch sonstigen Handarbeiten verwandte oder befreundete Familien aufsuchen (nach Anmeldung am Abend zuvor)‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spellstube''' ● ''Spällstowwe'' ,Spinnstube‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spelzen''' ● ,weiße Zwiebeln‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spenge''' ● ''spenge'', ''speng'' ,sparsam, selten, in geringer Menge vorhanden‘ (Vil. 1868); ''spenge'' ,knapp, karg, kaum hinreichend‘, Kassel (Gr. 1894); ''spänge'' ,selten, knapp‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mnd. ''spenge'' ,knapp, eingeschränkt; mäßig in Essen und Trinken‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spennel''' f. ● ''Spennel'', auch ''Spennadel'' ,Stecknadel‘, in Hessen ausschließlich für ''Stecknadel'' (Vil. 1868); ''Spennel'',Stecknadel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Spännel'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kasseler Nebenform, „seltener“: ''Spengel'' (Gr.); offenbar beeinflußt von ''Spange''. ● Vgl. mhd. ''spenel'' ,Stecknadel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spenneln''' ● ,anheften‘ (Pfs.1, 1889); ''spenneln'', ''anspenneln'' ,mit Stecknadel anstecken, feststecken‘; übertragen: ,jem. eine Arbeit machen lassen, zu einer Arbeit bringen, die ihm die freie Zeit raubt‘, Kassel (Gr. 1894); ''spänneln'', ''oonspänneln'' ,mit Stecknadeln befestigen; jem. mit etwas beauftragen, jem. etwas aufdrängen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sperbelig''' ● ''sperwelech'' ,gesprenkelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sperlegucksen''' Pl. ● ,Narrheiten, Spiegelfechtereien‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sperlegucksenmacher''' ● ,jem., der Sperlegucksen macht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sperlementen''' Pl. ● ''Spärlemenden'' ,Umschweife, Umständlichkeiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sperrschlette''' f. ● ''Sparrschlädde'' ,Kind, das dauernd den Mund öffnet; neugieriger Mensch (Schimpfwort)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spertelig''' ● ''sperdelich'' ,(sich) sperrend, sich spertelnd‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sperteln''' ● ''sich sperdeln'' ,auseinanderklaffen, sperren‘, übertragen: ,sich sperren, sich weigern, sich widersetzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speuz''' m. ● ''Spitz'' ,Speichel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speuze''' f. ● ''Spitze'' ,Speichel‘, üblichste, ja wohl allein übliche niederhess. Form (Vil. 1868)	.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''speuzen''' ● ''spützen'', meist ''spitzen'' gesprochen, ,speien‘, in Althessen, die fast ausschließlich herrschende Form (Vil. 1868); ''spitzen'' ,speien, spucken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''spitzen'', ''spätz'', ''jespätzen''. (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speuzenschlucker''' ● ''Spitzenschlogger'' ,Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spinnesieren''' ● meist ,spionieren, auskundschaften‘, seltener für hd. ''spintisieren'' ,grübeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spinnrockel''' m. ● ''Spennroggel'' ,Spinnrocken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spinozerus''' ● ,jem., der spinnesiert; ein schlauer, verschlagener Bursche‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spirrwatz''' m. ● ,Sperling; dürrer Mensch‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spitakel''' s. ● ''Spidahkel'' ,Spektakel‘ im Sinn von ,Lärm, Aufhebens; unsinninger Kram‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Oberellenbach hingegen ''Spegdogel'' ,Lärm‘ (Hm. 1926)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spittel''' n. ● ''Spiddel'' ,Spital, Hospital, Pflegeheim für alte und schwanche Personen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''splattern''' ● ''spladdern'' ,umherspritzen, auf eine größere Fläche ringsum mit Geräusch niederfallen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''splinternackend''' ● ''splindernaggend'' ,splitternackt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''splinternackicht''' ● ''splindernaggecht'' ,splitternackt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sprickelicht''' ● ''sprickelicht'', ''spreckelicht'' ,gesprenkelt‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sprickelig''' ● ''spreggelech'' ,gesprenkelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''spreckel'' n. ,Flecken auf der Haut, Sprenkel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprie''' ● Mundkrankheit der Kinder, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprieße''' ● ,Spreize, Notstütze‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sprießen''' ● ,spreizen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Springinkel''' m. ● ,Sringinsfeld, Leichtfuß‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprinne, Sprieh''' f. ● ''Sprin'', auch ''Sprên'', ''Sprê'', ''Sprêhe'' ,Star‘, die weitaus üblichere Bezeichnung der Vogelart (''Star'' wird hier und da gar nicht verstanden) (Vil. 1868); ''Sprieh'' ,Sprehe, Star‘, Kassel (Gr. 1894); ''Sprinne'' f. ●,Star‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mnd. ''sprên'' m. ,Star‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spritzeln''' ● ,in kleinen Strahlen spritzen, wenig spritzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprutz''' m. ● ,aus dünnem Teig Gebackenes; Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894); ,Durchfall (bei Mensch und Tier)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sprutzen''' ● ,kurz und schnell spritzen, wenig spritzen‘, Kassel 20. Jh.; ,Durchfall haben‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''sprützen'' ,spritzen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprutzwerk''' ● ,aus dünnem Teig Gebackenes‘; ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spuk''' m. ● ,schlauer, durchtriebener Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spulken''' m. ● ,großer Splitter, Span, abgelöstes Teil‘, Kassel (Gr. 1894); ''Spolgen'' ,dicker Erdklumpen, Erdscholle‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spulkes''' m. ● ,grober, derber Gegenstand‘, übertragen: ,grobe, derbe Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sputze''' m. ● ,Spaß‘, in Niederhessen meist Plural (Pfs. 1886). ● einem Sputzen in den Kopf setzen , unklare Erwartungen usw. erwecken‘, Niederhessen (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stacheies''' m. ● ''Stacháies'' ,langer und unbeholfener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Staches''' m. ● ,Tölpel‘, ziemlich überall üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stadt''' ● ''Stadt'', Plur. ''Städde'', Kassel 19., 20. Jh.; ''Stoot'', Plur. ''Steere'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel mit Kürze des Stammvokals, vgl. etwa ''Ahleneistadt'' ,alte Neustadt, Unterneustadt‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stadtstock, -steckel''' m. ● ''Stoodstogg'', ''Stoodsteggel'' ,Spazierstock‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stahle''' f., '''Stählchen''' n. ●  ,Pröbchen von Tuch; schlechtes Subjekt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stallen''' ● ,Exkremente auswerfen (von Tieren, die im Stall stehen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stampes''' m. ● ''Stampes'', ''Stampfes'' ,dicker Brei, weiche dicke Masse‘, allgemein üblich, ,kurzer dicker, plumper Mensch‘ (Vil. 1868); ''Stambes'' ,dick und steif Gekochtes, fester Brei‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Stambest'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Standal''' m. ● ''Standál'' ,etwas, das das Gefühl empört; Lärm, Toben‘, Kassel (Gr. 1894); Standool ,Lärm‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von  hd. Skandal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stande''' f. ● ''Stande'', meist ''Stanne'' gesprochen, ,Faß in Form eines abgekürzten Kegels, in den Küchen und den Kellern gebräuchlich, um Wasser oder Bier darin aufzubewahren‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''standebéh''' ● ,stehenden Fußes‘, Kassel (Gr. 1894). ● Von lat. ''stante pede'' ,stehenden Fußes‘, vermutl. angeglichen an ''beabéh'' &amp;lt; franz. ''peu à peu'' ,allmählich, Stück für Stück‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stange''' ● wie hd., außerdem: ,das früher gebräuchliche hohe Glas ohne Henkel, das „eine Halbe“ faßte‘ (Pfs. 1886). ●  ''(Große) Stangen im Kopf haben'' ,hochmütig sein‘ (Vil. 1868); ''’ne Stange im Kobbe hon'' ,hochmütig, eingebildet sein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''starrsteckelsteif''' ● ''storrstäggelstiff'' ,völlig steif‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''starrsteif''' ● ''storrstiff'' ,ganz steif‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stäuben''' ● ''stiewen'' ,verjagen, wegjagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stauche''' f. ● ''Bund Flachs aus der Rose, der zum Trocknen aufgestellt wird'', nur in Niederhessen ''staucht''  man den Flachs (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stauchen''' pl. ● ,Unterärmel oder Armhandschuhe‘ vorzüglich bei den Landbewohnern, neuerdings auch bei den höheren Ständen (Vil. 1868); ''Stuchen'' (''u'' kurz, geschlossen) ,warmhaltende gestrickte Manschetten usw.‘, Kassel (Gr. 1894); ''Stüchen'' (''ü'' kurz) ,gestickte Pulswärmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stauchen''' ● ''stuchen'' (''u'' kurz, geschlossen) ,stauchen‘ und ,stauen‘, Kassel (Gr. 1894); ''stüchen'' (''ü'' kurz) ,durch heftiges Fallen oder Stoßen verrenken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Des Is hot sech gestucht.'' ,Das Eis hat sich gestaut (beim Eisgang)‘. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''-ste''' ● erweiterte Form der Konj. ''wann'' ,wenn‘ und ''ob'', nicht ganz so häufig bei ''weil'' und ''wie'' bei einer Verknüpfung mit einem Verb in der 2. Pers. Sing., Hessen. Beispiele: ''Wannste witt'' ,wenn du willst; ''ebste kümmest'' ,ob du kommst‘. (Pfs. 1886)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Steckel''' m. ● ''Stecken'' m., in Niederhessen lieber ''Steckel'' gesprochen, ,Stock, Stab‘ (Vil. 1868); ''Stäggel'' ,Stecken, Stab, Stock zum Gehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stehen''' ● Stammformen: ''ich stehn'', ''ich stund'' (Vil. 1868);  ''stehn'' (Inf.), ''stunn''/''stund'', ''gestehn'', Kassel 19., Anf. 20. Jh.; ''stänn'' (Inf.), ''sting'', ''jestänn'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● „Konjugiert noch in alter Weise“ (Vil.). Die alte ''n''-Form in der 1. Pers. Sing. (vgl. ich ''bin'', ich ''hon'') ist außer bei Vil. sonst wohl nicht mehr belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Steifigkeit''' ● ''Stiffechkeet'' ,Steifheit, steifes Benehmen, Wesen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Steifschlippen''' m. ● ''Stiffschlebben'' ,steifer, unbeholfener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schlippen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stellasche''' f. ● jede Art von ,Gestell‘, üblich (Pfs.1, 1889), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stellen''' ● Stammformen: ''stellen'', ''staalde'', ''jestaalt'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stelz''' m. ●,langer, unbeholfener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stengelsteif''' ● ''stängelstiff'' ,erstarrt, sehr steif; betrunken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sterngücker''' ● ''Sternegicker'' ,Sterngucker, Astronom; lange, dünne Zigarre‘, Kassel (Gr. 1894); ''Stärengigger'' ,Mensch, der dauernd in die Luft sieht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stete''' ● ''steere'' ,gleichmäßig, ruhig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stichböse''' ● ''stächbeese'' ,sehr böse, sehr zornig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stichfinster''' ● ''stächfinsder'' ,sehr dunkel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stickel''' ● ,steil‘, ausschließlich in Gebrauch (Vil. 1868); Kassel (Gr. 1894); ''steggel'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stickelechtig''' ● ,steil‘, Nebenbedeutung: ,unzugänglich‘ (Pfs. 1886). ● Erweiterung von ''stickel'' durch das Suffix -''echtig'', s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sticken''' ● ''steggen'' (''e'' geschlossen) ,stecken‘ und ,sticken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''steggen'', ''stoochde'', ''jestoocht''. (Hm. 1926)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stickhusten''' ● ''Stegghusden'' ,Keuchhusten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stiebel''' ● ''Stiwwel'', Plur. ''Stiwweln'' ,Stiefel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stiebelieren''' ● ''stewwelieren'' ,stiefeln, schnell gehen‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stiebeln''' ● ''stewweln'' ,stiefeln, schnell gehen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Das stiefelt sich nicht; es will nicht stiefeln.'' ,Es fügt sich nicht, will nicht passen.‘ (Vil.)  ''Jestewwelt un jespoort'' ,gestiefelt und gespornt, zum Gehen gerüstet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stillschweigening''' ● ''stelleschwiejenink'' ,stillschweigend, unter der Hand, im geheimen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stinkebock''' ● ,vor Faulheit stinkender Mensch‘, Faulpelz‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stinkepforte''' ● ''Stinkeporte'', Übername der ,Tränkepforte‘, eines Kasseler Gäßchens zwischen Graben und Marställerplatz, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stippchen''' ● ''Stibbchen'' ,Kleckschen, Pünktchen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stippen''' m. ● ''Stibben'' ,Klecks, Punkt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Vgl. mnd. ''stip'' n., ''stippe'' m. ,Punkt, Tupf‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stippen''' ● ''stibben'' ,kurz und knapp berühren, antippen, eintunken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). Vgl. mnd. ''stippen'' ,Tupfe oder Punkt machen; mit der Spitze (des Fingers, Stabes usw.) berühren; eintunken; steppen, sticken‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stipper''' f. ● ''Stibber'' ,Stütze, die eine Läst trägt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stippern''' ● ,mit Stützen versehen‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''stibbern'' ,mit einer Stütze versehen, stützen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stitz''' n., m. ● ''das Stitz'' ,kleines niedriges Zimmer; ärmliches Häuschen‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Stitz'' ,sehr kleines Zimmer‘, Kassel (Lüttebrandt 1917); ''der Stitz'' ,kleiner, enger Raum, kleiner Stall‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stitzchen''' ● ,sehr kleines, recht niedriges Zimmer‘; auch Brötchenart, ähnlich dem Franzbrötchen, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stock''' ● neben ,Stock‘ und ,Stockwerk‘: ,stockiger Geruch oder Geschmack‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stockrabenkohlekesselschwarz''' ● ''stockerawenkohlekesselschwarz'' ,stockfinster‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stokern''' ● ''stokern'', ''herumstokern'' ,in allen Winkeln umherkriechen, alles durchsuchen‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''(rimme)stogern'' ,herumsuchen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stolz''' ● ,schön gekleidet, geputzt‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,hochmütig; schön gekleidet, stattlich, prächtig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stöpel''' m. ● ''Stebel'' ,Stoppel, Stümpfchen‘, auch: ,kleiner Junge‘, Kassel (Gr. 1894), ,kleiner Junge‘, Kassel 20. Jh.; ,Stumpf, Stummel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stopfenblau''' ● ''stobbenblau'' ,waschblau‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ,heller als das Berliner Blau‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stoppel''' f. ● Stobbel ,Stumpf des angeschnittenen Getreidehalms‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stoppelkalb''' ● ,besonders dummer und ungeschickt sich anstellender Mensch‘, Schimpfwort (Vil. 1868); ''Stoffelkalb'' [sic], bei Naumburg (Pfs. 1886); ''Stobbelkalb'' ,dummer, tölpelhafter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Storch''' ● ''langer Storch'' ,lange Mannsperson‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''storchen''' ● ''zesammen storchen'' ,heimlich, dicht beieinanderstehend, einen Schwatz halten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strackenbach''' ● ''Straggenbach'' ,barscher, ungefälliger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strahlen''' ● ''strohlen'' ,hervorschießen, hhervorsprudeln (nur von Flüssigkeiten)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strählen''' ● ''str[e]hlen'' ,urinieren‘, wörtlich: ,einen Strahl machen‘, Gr. erläutert: „wie ''strullern'', der Strahl ist nur stärker, das Geräusch kaum so stark“, Kassel (Gr. 1894). ● Von ''Strohl'' ,Strahl‘: *ströhlen &amp;gt; strehlen. Gr. hat unverständlicherweise die nichtentrundete Form ''ströhlen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strakeln''' ● ''sech strahkeln'' ,sich beim Liegen recken und strecken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strambúlster''' m. ● ,heftiges Aneinandergeraten, heftiger Wortwechsel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strambúlstern''' ● ''sech strambulsdern'' ,heftig aneinandergeraten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strambúlsterig''' ● ''strampulsterig'' ,gegen etwas ankämpfend, sich beständig und kleinlich gegen alles auflehnend‘, in gutmütigem Sinne gebraucht (Pfs. 1886); ''strambulsderich'', Ajektiv zum ''Strambulster'', Kassel (Gr. 1894), ,widerborstig‘, Kassel (Bennecke 1904), ,stramm gepolstert, gespannt, widerspenstig‘, Kassel (Lüttebrandt 1919); ''strambolsderech'' ,störrisch, halsstarrig, widerspenstig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strampelchen''' Pl. ● ''Strambelerchen'' ,die Beinchen der kleinen Kinder‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strauen''' ● ''strauen'' ,streuen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. mhd. ''strouwen''; in Oberellenbach hingegen mit Umlaut: ''ströiwen'' (Hm. 1926), entspricht hd. ''streuen''; vgl. mhd. ''ströuwen'', ''strewen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''straufeln''' ● ''strüfeln'' ,beim Gehen mit den Füßen auf dem Boden her streichen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strenzen''' ● ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strickstock''' ● ,Stricknadel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Streggstock'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Striemel''' f. ● ''Strimmel'' ,Striemen, schmaler Streifen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Striffel''' f. ● ,Krause, Fältelung (an der Haube, den Ärmeln und am Kragen)‘, Kassel (Gr. 1894). ● Striffelkragen, Kassel 19. Jh. (Herzog), ''Streffelmetze'' ,Striffelmütze‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strippen''' ● Siehe ''strüpfen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stritzen''' ● ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''strüpsen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strohmann''' ● ,Vogelscheuche; einfältiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strotte, Strutte''' f. ● ''Strotte'' ,Luftröhre‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Strodde'' ,Schlund, Kehle, Gurgel, Luft-, Speiseröhre‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Strudde'' ,Luftröhre‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Us voller Strotte'' ,aus vuller Kehle‘, Kassel 19. Jh. (Herzog). ''Bi emme es alles de Strodde nunner gelaufen.'' ,Er hat alles versoffen.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strulchen''' ● ,strolchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strulcher''' ● ,Strolch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strullern''' ● ,dünn plätschern, mit Geräusch fallen‘ (Wasser- oder Urinstrahl in Gefäß oder andere Flüssigkeit), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strumpfbetzel''' f. ● ''Strumpbetzel'' ,Zipfelmütze‘, einziger Gebrauch von ''Betzel'' für eine Männerkopfbedeckung, Balhorn (Sl. 1901); ''Strumbbäzzel'', Kassel (Gr. 1894; hier ohne Erläuterung aufgeführt). ● Siehe ''Betzel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strupf''' m. ● ,Beute beim Diebstahl‘ (Pfs. 1886). ● Siehe ''strüpsen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strüpfen''' ● ''stribben'' ,streifen, abstreifen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,streifen‘ in der Art, „wie beim Melken die Zitze behandelt wird“; jem. die Börse durch Borg oder Bettel dünner machen‘ (Gr.). ● Vgl. mhd. ''strupfen'' ,streifen, abrupfen‘&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strüpfen, strüpfeln, strüpfern''' ● ''sich strippen'' ,uneinig werden, sich zanken, sich streiten‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''sich stribbeln'' ,sich streiten (harmlos)‘, Kassel 20. Jh.; ''sech stribbern'' ,sich neckend streiten, sich ohne böswillige Absicht zanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strüpsen''' ● ''stribsen'' ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Strupf''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strunt''' ● ,grobes Gewebe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strunze''' f. ● ,sich faul herumtreibende, widerliche Frauensperson‘, Niederhessen (Vil. 1868); Kassel 20 Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strutz''' m. ● ,kleines Büschel (vor allem Haare)‘, Kassel 20. Jh., ''Strütz'' ,Büschel von durcheinander liegenden Haaren oder durcheinander gewachsenem Gras‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strutzbart''' ● ''Strützboort'' ,verwilderter Bart‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stube''' ● ''Stuwwe'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Stowwe'' ,Zimmer, meist Wohnzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Die blaue Stowwe'': die „gute Stube“, sie war gewöhnlich blau, ultramarinblau, tapeziert, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stubentür''' ● ''Stuwwendähre'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Stow(w)endähre'' ,Streuselkuchen‘, scherzhaft, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
'''Stuffel''' m. ● ''Stüffel'' ,Stumpf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stuffig''' ● ''stüffech'' ,kurz und gedrungen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stulke''' f. ● ,großes junges Mädchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stülp''' m. ● ''Stilb'' ,wuchtiger Stoß, so daß der Gestoßene stolpert‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stülpe''' f. ● unterschiedliche Art von Frauenmützen auf dem Lande, besonders in der Schwalm, hier weiße Mütze zu kirchlichen Anlässen, anderwärts ''Ziehbetzel'' genannt (Vil. 1868); ''Stilbe'' ,Deckel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stulpen''' Plur. ● ,Manschetten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stülpen''' ● ''stilben'' ,wuchtigen Stoß geben‘, Kassel (Gr. 1894); ''stilpen'' ,umstülpen‘, Balhorn (Sl. 1901); ''stelben'' ,wenden, umkehren; pflügen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Balhorn: Die Kinder stülpen am Weihnachtsabend Töpfe auf den Tisch, setzen sie also umgekehrt darauf. Das Christkind legt dann seine Gaben darunter, hier und da auch eine Rute obenauf. ''Ich hon gestilpet.'' ,Ich bin beschert worden.‘ ''Ich hon emme gestilpet.'' ,Ich habe ihn beschert.‘ (Sl.) In Oberellenbach kommt ''stülpen'' nur in folgenden Verwendungen vor: ''en Laant stelben'' ,einen Acker pflügen‘, ''de Dasse stelben'': die umgewendete Obertasse gilt als Zeichen, daß man keinen Kaffee mehr wünscht (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stulpern''' ● ''stulbern'' ,stolpern‘ (Gr. S. 67, rechte Sp.); ''stolbern'' (''o'' geschlossen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stulpernoll''' ● ''Stolbernoll'' (beide ''o'' geschlossen) ,einer, der leicht stolpert, steifer, unbeholfener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vermutlich Zusammensetzung mit dem Vornamen ''Nolde'', Kurzform von ''Arnold'', &amp;gt; ''Nolle'', ''Noll''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stulprian''' ● ''Stolberjahn'' (''o'' geschlossen), dasselbe wie ''Stulpernoll'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stülpes''' m. ●  ''Stilbes'' ,unbeholfener, dummer Mensch, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. erläutert: einer, „der sich überall hin stilben (stülpen) stoßen läßt, mit dem me Stowwendähren inrennen kann: mit dem man gleich wie mit einem Sturmbock Türen und Tore einrennen kann.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stumpchen''' ● ''stomchen'' ,derb, unsaft stoßen; stampfen (z.B. Kartoffeln)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stumpfen''' ● ''stumben'', in der Redensart ''stumben un stoßen'' ,stark hin und her stupsen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stümpfen''' ● ''stemben'' ,stumpf machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stunz''' m. ● ,kleiner Zuber‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Stunz'' ,Zuber, wannenartiger Bottich, Wännchen‘, Kassel 19. 20. Jh. (Gr. 1894), übertragen: ,kleine, dicke Person ohne Taille‘, Kassel (Gr.); ''Stönz'' ,kleines, breites, aber niedriges Gefäß; kleine dicke Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stuppe''' f. ● ,Krankheitsanfall‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Stubbe'' ,Anfall, Grille, Laune‘, Kassel (Gr. 1894); ''Stüppe'' ,Krankheitsanfall, Anfall von Jähzorn‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mnd. ''stupe'' ,schüttelnder Krakheitsanfall, Konvulsion‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stuppenweise''' ● ''stubbenwiese'' ,zeitweise, periodenweise‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sturax, Sturiax''' m. ● ''Sturax'' ,mürrische, wortkarge Person‘, Kassel (Gr. 1894); ''Storjags'' (''o'' kurz und geschlossen) ,langbeiniger, steifer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stürmen''' ● ''stermen'' ,die Sturmglocke läuten (bei Feuersbrunst)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stürmer''' ● ''Stermer'' ,einer, der mit großem Eifer an eine Arbeit geht, dieser aber bald überdrüssige wird und sich anderem zuwendet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sturren''' ● ,starren‘, scheinbar nur in Redewendungen ''wie sturren vun Dreck, vun Guld'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stürze''' f. ● ,gegitterte Behälter ohne Boden zum Ästen des Federviehs‘ (Vil. 1868); ''Stärze'' ,gegitterter Käfig ohne Boden zum Aufenthalt für junges Federvieh im Freien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sturzegum''' ● ,Kapuzinerkresse‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sturzeniere''' f. ● ,Schwarzwurzel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Storzenier''-, ''Sturzenierworzel'', Kassel (Gr. 1894); ''Storzeniere'' , Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Scorzonera hispanica''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stutterbock''' ● ''Stodderbock'' (erstes ''o'' geschlossen) ,Stotterer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stuttern''' ● ''stoddern'' (''o'' geschlossen) ,stottern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stuttersack''' ● ''Stoddersack''(''o'' geschlossen) ,Stotterer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stutzglas''' ● ''Stotzglos'' ,kleines Trinkglas‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''su''' ● ''suh!'',so!‘, Interjektion, Ausdruck des Zweifels oder Erstaunens, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sucheln''' ● (''u'' kurz) ,schlecht nähen‘, auch: ,beharrlich nähen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sucht''' ● ''Socht'' ,Krankheit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Suckelkind''' ● ''Süggelkänt'' ,Säugling‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''suckeln''' ● Frequentativum zu ''saugen'' (von kleinen Kindern, Tieren) (Vil. 1868); ''suggeln'' ,in heftigen kleinen Zügen saugen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sulper''' m. ● ''Solper'', ''Sulper'' m., auch wohl n., ,die Einsalzung des Schweinefleischs‘ (Vil. 1868); ''Sulber'' ,Salzbrühe der Metzger‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Solber'' m. (''o'' geschlossen) ,salzige Flüssigkeit, Salzbrühe‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sulperfleisch''' ● ''Solperfleisch'' ,eingesalzenes Schweinefleisch‘, z.B. Rippenbraten „aus dem Solper“ (Vil. 1868); ''Solberfleesch'' ,Pökelfleisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sulperknochen''' ● ''Solperknochen'' ,Unterbeine [richtiger: Füße] und sonstige Knochenreste des Schweines, welche mit dem anhängenden Fleisch eingesalzen, dann gekocht werden und für besonders wohlschmeckende Teile des Schweinefleischs gehalten werden‘ (Vil. 1868); ''Sulberknochen'' ,eingepökeltes Schweinefleisch mit Ohren, Schnauze usw.‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Solbergnochen'', Oberellenbach (Hm. 1926, hier ohne Erläuterung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Summervogel''' ● ''Summervochel'' (''o'' in -''vochel'' kurz) ,Schmetterling‘, übertragen: ,Person in sehr sommerlicher, sehr heller Kleidung‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Lattichvogel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sündenknüppel''' ● ''Sindenknibbel'' ,hartgesottener Sünder‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sunsten''' ● ,sonst‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Bildung mit -''en''-Erweiterung wie ''alsten'' u.a.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Supchauge''' ● ''Subbchauge'' ,tränendes Auge‘, Kassel (Lüttebrandt 1917), Pl. ''Subchauchen'' ,verweinte Augen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''supchen''' ● ,anfangen zu weinen‘, Kassel (Gr. 1894); ,verhalten vor sich hin weinen‘, Kassel20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Supp''' m. ● ,der verhärtete Augenschleim‘, Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Suppauge''' ● ,tiefendes Auge‘ (Vil. 1868); ''Subbauge'' ,Triefauge; triefäugige Person‘, Kassel (Gr. 1894); ''Süppöhche'' ,triefendes, tränendes Auge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''suppen''' ● ,triefen (von den Augen)‘, Niederhessen (Vil. 1868); ,Flüssigkeit allmählich von sich geben‘, Kassel 20. Jh.; ''sübben'' ,triefen, tränen (der Augen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''surchelich''' ● ''sorchelech'' ,säuerlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süßmichel''' ● ''Sießmichel'' ,Einschmeichler‘, dasselbe wie ''Seidenbeutel'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süster''' f. ● ,Schwester‘, aussterbende Altform (Vil. 1868). ● Vil. sieht die Form – allerdings zu zu Unrecht – als niederdt. an, das heißt als Import, im niederdt. sprechenden Niederhessen die „übliche Form von Schwester“. „Das Wort weich successiv zurück; in und um Kassel war es noch in der Mitte des vorigen [18.] Jarhunderts gebräuchlich, wenn auch nicht mehr in allgemeiner Übung, jetzt ist es dort und schon einige Wegstunden weiter nördlich gänzlich ausgestorben.“ (Vil.) – Das Wort ist erhalten in:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süsterfeld''' ● ''Sisterfeld'', Flurbezeichnung bei Kassel, heute Name eines Kasseler Wohnviertels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süsterhaus''' ● ,Frauenhospital in Kassel, jetzt auf der Oberneustadt‘ (Vil. 1868); ''Sesterhus'', Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript ''Sésterhus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süsterweib'''  f. ● ''Sesterwibb'', Plur. ''Sesterwiewer'' ,Insassen des Süsterhauses‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript ''Sésterwibb'', ''Sésterwiewer''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sutch''' m. ● ,schmierige Flüssigkeit‘, Kassel 20. Jh.; ''Sodch'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sutchen''' ● ,Klebriges ablassen‘, Kassel 20. Jh. ●  ''De Piffe, des Rohr sutcht''. Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sutchen''' ● ,weinen, schluchzen (unterdrückend, heimlich)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sutte''' f. ● ''Sotte'', ''Sutte'' ,Jauche‘ (Vil. 1868) ; ''Sutte'' ,Schlamm, Dreckbrühe‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Sodde'' ,Jauche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sütte''' f. ● ''Sütte'', ''Südde'', ''Sutte'', meist ''Sitte'' gesprochen, ,Aufguß von heißem Wasser auf Gras, Strohstümpfe, abends dem Mlchvieh gegeben, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Serre'' ,mit heißem Wasser gebrühtes Viehfutter, meist aus Gras und Häcksel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Suttelbrühe''' ● ''Suddelbrieh'' ,schlechtes, dünnes Essen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. überträgt das Wort außerdem als ,Sudelbrühe‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sutter''' m. ● ,ablaufende, ab- oder durchtropfende Flüssigkeit (besonders vom Ablauf des gerauchten Tabaks)‘ (Vil. 1868); ''Sudder'' ,Tabaksaft als Rückstand in der Tabakspfeife‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''suttern''' ● ,sickern (besonders von unsauberer Flüssigkeit, auch von Wunden)‘ (Vil. 1868); ''suddern'' ,viel Sutter absetzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); auch: , unrein davon sein, danach schmecken‘. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sutzel''' f. ● ,eine unsauber sich haltende Frauensperson‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Sützel'' ,unreinliches Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sutzelig''' ● ''sutzelich'' ,unsauber gekleidet, unreinlich, besonders von Frauenspersonen gebraucht‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''sützelech'' ,unsauber gekleidet, unreinlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sutzeln''' ● ''sützeln'' ,unreinlich sein, eine Arbeit unsauber verrichten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch S'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_S</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''S.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Saal''' n. ● ''das Sool'' ,der Saal‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''saat''' ● ,satt‘, Kassel 19. Jh. (Jonas); ''soot'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''sätigen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Säbbelbart''' ● ''Säwwelbaart'' ,jem., der viel und langweilig daherredet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''säbbeln''' ● ''säwweln'' ,viel und langweilig daherreden‘ (= ''kneten''), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sacknaß''' ● ,völlig durchnäßt‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sage''' f. ● ''Saache'' ,Säge‘, Kassel (Gr. 1894), ''Sooche'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''sage''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sagen''' ● ''sahn'' ,verbal äußern‘, Kassel 19., Anf. 20. Jh. (Gr. 1894), ''säjen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen Kassel: ''sahn, sahde, gesaht''; Oberellenbach: ''säjen, sät (säde), jesät''. ● ''Sahn'' in Kassel nur noch zu Anfang des 20. Jh.; inzwischen ersetzt durch hdt. ''sagen'' in mundartlicher Aussprache: ''saachen'' (''sachde'', ''gesacht''; ''a'' kurz).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sagen''' ● ''saachen'' ,sägen‘, Kassel (Gr. 1894); ''soochen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salat''' ● ''Solad'' ,Salat‘, Kassel (Gr. 1894); ''Saloot'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saldate''' ● ''Saldade'' ,Soldat‘, Kassel (Gr. 1894); ''Saldode'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salfete''' f. ● ''Salvete'' ,Serviette‘, verbreitet, bereits im 17. Jh. belegt (Vil. 1868); ''Salfeede'' ,Serviette‘, Kassel (Gr. 1894); ''Sallfeede'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Pfs. (1886) wendet sich gegen die verbreitete Ansicht, daß ''Salvete'' aus französ. ''serviette'' entstellt sei, weist hin auf romanisch ''salveta'' und ital. ''salvietta''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salfett''' n. ● ''Salfett'' ,Walfischtran‘, in Hessen, besonders in Niederhessen allgemein üblich, bereits 1604 belegt (Vil. 1868); ''Saalfett'', ursprünglich ,Seehundstran‘, „jetzt“ wird auch ,Walfischtran‘ darunter verstanden, Kassel (Gr. 1894); ''Soolfett'' ,Tran, Fischtran, der zum Schmieren der Schuhe verwendet wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. weist hin auf engl. ''seal'' ,Seehund‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salweide''' ● ''Soolwiere'', übertragen: ,trauriges Geschöpf‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salwende, -wand''' ● ''Selbende'', ''Silbende'', ''Salbende'', ''Salband'' n. ,natürliches Tuchende, nicht durch Abschneiden entstanden‘ (Vil. 1868); ''Salwende'', ''Salwenne'' [offenbar n.] ,Salband‘, Kassel (Gr. 1894), ''Salwenne'' ,Webekante‘, Kassel (Lüttebrandt 1917); ''Salwenge'' n. ''Salwaant'' f. ,Salband, Webekante des Tuches, von groben Fäden am Tuch angewebter Rand‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es äs an Salwenne.'' ,Es ist zu Ende.‘ (Lüttebrandt) ''Ech bän om Salwenge.'' ,Ich bin am Ende meiner Kraft.‘ (Hm.) ● DWB 14, Sp. 1683: ''Salband'' ,das natüliche Ende des Tuchs, das Zettelende, Saum‘, möglicherweise Kompositum aus ''selb-'' ,selbst‘ und ''Ende'', worauf bestimmte Belege hindeuten: nd. ''sülwenne'', ''sülwend'', ''sulfegge'', ''sülfkante'', niederländ. ''self-ende'', ''self-eggh'', ''self-kant'' u.a.m. Möglicheweise stammt das Wort aus dem Niederländischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salz''' ● ''jemandem etwas im Salze lassen'' ,jemanden zu nächster Abrechnung und Vergeltung im Gedächtnis behalten‘, äußerst üblich (Pfs. 1886); ''einen im Salze honn'', dasselbe, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salzmeste''' f. ● ,kleines hölzernes Faß in der Küche mit dem Salze, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Salzmeste'' ,Gefäß zum Aufbewahren des Salzes‘, Kassel (Gr. 1894); ''Saalzmätze'' (!) ,Gefäß aus Holz, Porzellan oder Emaille zur Aufbewahrung des Salzes, das in der Küche hängt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Meste''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''salzdröge''' ● ''saalzdreje'' ,salztrocken, ganz trocken, völlig ausgetrocknet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Samen''' ● ''Somen'', wie nhd., dazu: ,Raps‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Samenfett''' ● ''Somenfätt'' ,Rüböl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Samenhaber''' m. ● ''Somenhowwer'' ,Saathafer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Samenkorn''' ● ''Somenkorn'' ,Saatroggen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sandhase''' ● ''Sandhaas'' ,Fehler beim Kegeln, die Kugel läuft neben der Bohle auf dem Sand‘ (Vil. 1868); ''Sandhase'' ,Wurf der Kegelkugel entlang der Laufbohle, auf dem Sande‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sappermenter''' m. ● ''Sabbermenter'' ,durchtriebener Bursche‘ (nicht nur abwertend, durchaus auch anerkennend), Kassel (Gr. 1894). ● Zurückgehend auf ''Sabberment!'' ,Ausruf des Unwillens oder der Überraschung‘, entstellt aus ''Sakrament!''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sappern''' ● ''sabbern'' ,wiederholt, anhaltend nippen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sarraß''' m. ● ,Sárraß, Säbel‘, übetragen: ,sehr lebendiges, auch aufsässiges Kind‘, Kassel (Gr. 1894); ''Saaras'' ,durchtriebener Kerl, Schwerenöter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sätigen''' ● ''sähdigen'' ,sättigen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Satte''' f. ● ''Sadde'' ,Milchschüssel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauaas''' ● ''Söioos'', Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saubiest''' ● ,widerspenstiger Mensch, Quertreiber‘, Kassel 20. Jh.; ''Söibiest'' ,störrisches, widerspenstiges Schwein; störrischer, halsstarriger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauel''' f. ● ''Söiwel'' ,Schusterahle‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauerkohl''' ● ''Surenkohl'' ,Sauerkraut‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''surer Kohl'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufbeere''' f. ● ''Süffbäre'' ,Feldbirne, Kelterbirne‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufen''' n. ● ''Süffen'' ,Suppe‘, bei Felsberg (Pfs. 1886); ''Suffen'', für ,Suppe, gebräuchlich, aber nur in ''sures Suffen'' ,heißgekochte Milch‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufjost''' ● ''Suffjost'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufmatz''' ● ''Suffmatz'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Matz'' ist hess. Kurzform von ''Matthias''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufmichel''' ● ''Suffmichel'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufnase''' ● ''Suffnase'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufschlutte''' ● ''Suffschludde'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Schlutte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufschnudde''' ● ''Suffschnudde'' ,einer, der gern mal einen trinkt; kein Trinker im engeren Sinne‘, nicht immer unfreundlich gemeint, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Schnute''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saugente''' ● ''Süjjeähnde'' ,Blutegel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saukopf''' ● ''Söikopp'' ,halsstarriger Mensch, Dickkopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saule''' ● ''Sûl'' ,hölzerne Ecksäule von Fachwerkhäusern‘, ganz Althessen (Vil. 1868); ''Sulle'' ,Säule‘, Kassel (Gr. 1894); ''Sühle'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Steinsäulen wurde bis um 1830 ''Ständer'' genannt. (Vil.) ● Siehe ''Ecksaule''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauloch''' ● ''Söiloch'' ,schmutziges Loch; unordentliches, unanständiges Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saumade''' ● ,Zotenreißer‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saumensche''' n. ● ,Frau von üblem Charakter‘, Schimpfwort, Kassel 20. Jh.; ''Söimönsch'' ,schmutziges oder moralisch minderwertiges Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauritte''' m. ● ''Sauredde'', -''ridde'', Schimpfwort für den Hund, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauschnitter''' ● ''Söischnedder'' ,Viehkastrator‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauschwanz''' ● ,der Wirbelwind‘ [also ,Windhose‘], womit der Schwanz des Teufels bezeichnet werden soll, ganz Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sausutte''' f. ● ''Söisudde'' ,Jauche der Schweine‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sautier''' ● ''Söidier'' ,schmutziges oder sittlich anrüchiges Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sawaukohl, Sawauschen''' ● ''Sawáu'' m., oft vollständig ''Sawaukohl'', ,Savoyerkohl‘, üblicher Name des ,Wirsings‘ in Hersfeld (Vil. 1868); ''Safaudschen-Kol'', in Kassel die ausschließliche Bezeichnung des ,Wirsings‘ (Pfs. 1886); ''Sawauschen'' Pl. ,Savoyer Kohl, Wirsing‘, Kassel (Gr. 1894); ''Zawauschen'', dasselbe, Kassel (Bennecke 1904); ''Sofáienkohl'' ,Wirsing‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabch''' m. ● ,Krätze‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabbesdeckel''' ● ''Schawwesdeggel'' ,Sabbatshut, Sonntagshut, Zylinderhut‘, Kassel (Gr. 1894); ,alter, schäbiger Hut‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabehals''' ● ''Schawehals'' ,Geizhals‘, Kassel 20. Jh.; ''Schowehals'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schabernäcken''' ● ''schowwernäggen'' ,einen Streich spielen, necken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabernäcker''' ● ''Schowwernägger'' ,Schabernack ausübender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schabernäcksch''' ● ''schowwernäggsch'' ,stets zu Schabernack aufgelegt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabracke''' f. ● ''Schabraggen'', meist Plur. ,alte, unansehnliche Bekleidungsstücke für Frauen, Klamotten‘, ''Schabragge'' ,unordentliche, lumpige Frau‘, Kassel 20. Jh.; ''Schawweragge'' f. ,verächtliche Bezeichnung für eine Gesamtheit von Gegenständen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schacke''' m. ● ''Schack'' ,Schecke: buntes Pferd, weißbraun oder weißschwarz‘, in Niederhessen ausschließlich gebrächliche Form von hd. ''Schecke'' (Vil. 1868); ''Schagge'' ,geschecktes, buntes Tier (besonders Pferd oder Rind)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Oberellenbach auch ''Schecke'', wie hd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schacker''' m. ● ,böser, bissiger Hund‘, übertragen; ,hinterhältiger, tückischer Mensch‘, in Niederhessen gebräuchlich wie auch im östl. und noröstl. Deutschland (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schackig''' ● ''schaggech'' ,gescheckt, gefleckt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ebd. auch ''scheckig'', wie hd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schadarme''' ● ,Gendarm‘, übertragen: ,Aufpasser‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schafrippe''' ● ''Schoofrebbe'' ,Schafgarbe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schafschelle''' ● ''Schofeschelle'' ,Schnapsglas‘, Balhorn (Sl. 1901). ● Entspricht der ''Küheschelle'', s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schafsschinken''' ● ''Schoofsschinken'' ,Gitarre‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schaken''' m. ● ''Schoken'' Plur. (selten ''Schoke'' im Sing., dann schon eher ''Schoken'' m.) ,grober, plumper, unförmiger Schuh‘, verächtlich, Niederhessen, „nur noch selten gebraucht“ (Vil. 1868); ''Schoken'' (''o'' offen) ,grober Schuh‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schälchen''' ● ''Schälchen'' ,Untertasse‘, ganz Hessen (Pfs. 1886), Kassel (Gr. 1894); ''Schalchen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die Obertasse hingegen heißt ''Köpfchen''. (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schale''' ● ,Untertasse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schalkjahr''' ● ''Schalkj(o)hr'' ,Schaltjahr‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schalgjohr'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. verzeichnet nur ''Schalkjahr'' (also ohne die dialektale Aussprache von -''jahr'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schallu''' ● ''schallú'' ,neidisch, ärgerlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''jaloux''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schalter''' ● ''Schalter'' f. ,Fensterladen‘, zumal der nachts inwendig gesetzte, der jetzt außer Gebrauch gekommen ist, ''Scheller'' m. ,Riegel‘, Schwalm (Vil. 1868); ''Schahler'', auch ''Schaller'' ,Fensterladen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Der Gleichsetzung von ''Schalter'' und ''Scheller'', von Vil. nur vermutet, ist zuzustimmen. ● Vgl. mhd. ''schalter'', ''schelter'' ,Riegel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schämede''' f. ● ,Scham‘, Kassel (Gr. 1894), ,Scham, Schamgefühl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hoste dann gar keine Schämede?'' ,Schämst du dich nicht?‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schämerig''' ● ''schämerech'' ,Scham bereitend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schammerieren''' ● Siehe ''verschammerieren''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schank''' m. ● ,Schrank‘, in Hessen ausschließliche Form (Vil. 1868); ''Schank'', Kassel (Gr. 1894), ''Schaank'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schanc'', ahd. ''scanc''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schanzläufer''' ● „war früher allgemein üblich für eine Gattung von Kittel, eigentlich nur einen Schurz mit Ermeln; später hieß, mindestens zu Kassel, jeglicher Arbeits-Anzug so – dann aber auch spöttisch ungeschickte, grobe Tracht, ein wunderlich geschnittenber Rock, u.s.w. Die Benennung beruhet auf der Bedeutung von ''schanzen'' für arbeiten überhaupt; ebenwol heißt es ''sich abschanzen'' in gleichem Sinne als sich abrackern.“ (Pfs. 1886)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schar''' n. ● ''Schor'' ,rundes Eisen, auf dem die Kartoffelpfannkuchen gebacken werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Andernorts auch Schareisen genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schare''' f. ● ''Schore'' ,Pflugschar‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scharkuchen''' ● ''Schorkuchen'' ,Kartoffelpfannkuchen, auf dem ''Schar'' gebacken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scharmuzieren''' ● ''scharmezieren'' ,karessieren, umschmeicheln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scharteke''' f. ● ''Schardeege'', meist: ''ahle Schardeege'' ,eigensinnige, etwas heruntergekommene Frau‘, Kassel 20. Jh.; ''Schadeege'', meist: ''ahle Schadeege'' ,altes, unbrauchbares Gerät‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scharwallchen''' ● ,hastig, aber planlos umherlaufen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scharwerk''' ● ,Handdienst‘, Bezeichnung für die Wegebauten in der Gemeinde, auch für alle übrigen Gemeindearbeiten, Balhorn (Sl. 1901). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scharwerken''' ● ,Handdienste leisten‘, in übertragenem Sinn: ,tüchtig aerbeiten, schaffen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schatz''' ●  für ,Geliebter, Geliebte‘ in Althessen ausschließlich herrschender Ausdruck (Vil. 1868); ,Liebhaber, Liebchen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schatzleute''' ● ,Liebespaar‘ (Vil. 1868); ''Schatzliere'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schauder''' m. ● ''Schuder'', Kassel (Gr. 1894); ''Schürer'' ,fröstelnde Empfindung‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ähnliches ''Schutter'' ,Schauer‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schauderig''' ● ''schürerech'' ,einen Schauder hervorrufend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schaudern''' ● ''schudern'' ,schaudern vor Gräßlichem‘, Kassel (Gr. 1894), ''schürern'' ,vor Frost oder Ekel zittern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ähnliches ''schuttern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schauer''' f. ● ''die Schure'' ,Regenschauer‘, auch: ,Schnee-, Hagelschauer‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,Regenschauer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schauern''' ● ''sich schuren'' ,sich bei Regen usw. unterstellen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schäumchen''' ● ''Schemmchen'', Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s handschriftl. Manuskript: ''Schémmchen'' (Aussprache also: geschlossenes ''e'' bzw. offenes ''i''). Bei Gr. Hinweis auf die Ableitungsgrundlage ''Schumm'' ,Schaum‘. Inwiefern ihm das ''Schäumchen'' einen eigenen Eintrag wert war, ist nicht ersichtlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schäumen''' ● ''schemmen'' ,schäumen‘, auch: ,abschäumen‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript: ''schémmen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schäumlöffel, Schaumlöffel''' ● Schemmleffel, Kassel (Gr. 1894, ohne Angabe der Bedeutung); Schümmleffel ,Löffelmit dem man den Schaum von kochenden Speisen abschöpft‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript: Schémmleffel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schaurechtig''' ● ''schurächtich'' ,schaurig‘, Kassel (Gr. 1894). ● Formerklärung: ''schur''- + Suffixkomination -''acht'' + -''ig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schaute''' m. ● ''Schode'', ''Schaude'' ,schlechter, geringer, niedrig denkender Mensch‘ (Vil. 1868); ''Schaude'' ,Schurke, Schuft‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schaurig''' ● ''schurig'' ,schaurig, gräßlich‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch ''schaurechtig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schawelande''' ● ,bizarr erscheinende alte Jungfer‘, Benennung zur Zeit von Pfs.s Kindheit, Kassel (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schawelle''' f. ● ,unruhiges, stets hin und her laufendes kleines Mädchen‘ (Vil. 1868); ,schmutzig und unansehnlich gewordene Puppe‘, Hersfeld (Pfs. 1886); ''ahle Schawelle'' ,gutmütige alte Frauensperson‘, Kassel (Gr. 1894). ● Nach Gr. von französ. ''javelle'' ,lose Garbe, Getreideschwaden‘, auch ,Wickelpuppe‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabbesdeckel''' ● ''Schawwesdeckel'' ,schlechter Hut‘, verächtlich, ursprünglich nur von Juden und Juden gegenüber gebraucht, sehr üblich (Vil. 1868); ,Sabbatshut, Sonntagshut, Zylinderhut‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schawwesdäggel'' ,alter, schäbiger Hut‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schebb''' ● ,schief‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Wird nur als Prädikatsnomen gebraucht, nicht atttributiv; Gr.: ''schebb'' steht „nicht vor dem Hauptwort: ''De Nadel es schebb.''“ ● Vil. (1868) ordnet ''schepp'' allein Oberhessen zu (was sichtlich unrichtig ist). ● Siehe ''scheib'', auch ''schiewes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheel, schal''' ● ''schael'' ,schielend, einäugig‘ (Vil. 1868); ''schäl'' ,schielend‘, Kassel 20. Jh.; ''schal'' ,einäugig, schielend; ''schal'', abgestanden, wertlos‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Schäl gucken'' ,mißgünstig blicken‘, Kassel 20. Jh. ''Hä güggt schaal''. ,Er guckt schielend, er schielt.‘ (Hm.) ● Vgl. nhd. ''schielen'', das nichts mit nhd. ''schal'' zu tun hat, siehe ''schilchen'' ,schielen‘. Vgl. mnd. ''schêl(e)'' ,schielend‘. Vgl. mhd. ''schal'' ,schal, trübe‘; ''die liehten ougen sint schal.'' Hier liegen offenbar wechselseitige Beeinflussungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheelblatt''' ● ,Augenschutz am Pferdegeschirr‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheen''' f. ● ''Schin'' f. ,Schienbein‘, vor allem im nördl. Niederhessen (Vil. 1868); ''Schänn'' f. Schienbein‘, pl. ''Schänn'' ,Schindeln, gespaltene Haselruten, die am Fachwerkgebälk festgenagelt werden, um den Strohlehm daran haften zu machern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheenbein''' ● ''Scheenbein'' ,Schienbein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheenen''' ● ''scheenen'' ,schienen, Schienen anlegen (Chirurgie)‘, Kassel (Gr. 1894); ''schännen'' ,mit Schindeln versehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheib''' ● ''scheib'' ,schief‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''scheib'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''scheep'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Wird attributiv und als Prädikatsnomen gebraucht gebraucht, also etwa: ''där scheiwe Baum'', ''där Baum is scheib''. Kassel. ''Hä güggt scheep.'' ,Er guckt mürrisch von der Seite.‘ ''Scheewes Oos'' ,schiefes Aas‘, beliebtes Schimpfwort. (Hm. 1926). ● Volkstümliche Straßenbezeichnung in Kassel: „''Scheiwe Fullegasse'', zum Unterschied von der kürzeren, geraden. Sie führte von der [ehemaligen] [[Alte Fuldabrücke|Fuldabrücke]] nach dem Renthof.“ (Gr.) ''Scheiwes Faß'': „wird bei der Hausschlachterei gebraucht“. (Gr.)  ● Siehe ''schebb'', auch ''schiewes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheibbein''' ● ''Scheebeeng'' ,Schiefbein, Person mit schiefen Beinen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheibes''' n. ● ''ein Scheiwes werfen'' ,die Kegelkugel schief, d.h. zur Seite werfen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheibmaul''' ● ''Scheebmüll'' ,Schefmaul, Kind, das dauernd senen Mund zum Weinen verzieht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheißen''' ● ''schissen'', Kassel 19., 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ''Ich will dä was schissen.'' ,Derbe Ablehnung einer Bitte oder Aufforderung‘. Kassel 20. Jh. ''Ech wäll dä wos schissen.'' Dasselbe, Oberellenbach. (Hm.) ''Hä kimmet schun widder aangeschissen.'' Kassel 20. Jh. ,Er kommt schon wieder hergelaufen‘. Kassel 20. Jh. ''Hä kemmt schon werre jeschässen''. Dasselbe, Oberellenbach (Hm.) ● Stammformen Kassel: ''schissen'' (mit geschlossenem ''i''), ''schiß'' (''scheß''), ''geschissen'' (''geschessen'') (Imperfekt und Part. Perf. mit offenem ''i'', läßt sich auch mit ''e'' wiedergeben). Stammformen Oberellenbach: ''schissen'', ''schäß'', ''jeschässen'' (Hm.). ● ) Bei Gr. Infinitiv bzw. Präsensstamm fehlerhaft: er setzt ihn mit ''é'' an, Aussprache also mit geschlossenem ''e'' bzw. offenem ''i''. Das trifft keineswegs zu: es handelt sich um ein geschlossenes ''i''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheißer''' m. ● ''Schisser'' ,kleines Kind‘, spöttisch, auch fast liebevolle Anrede für ein kleines Kind, Kassel 20. Jh. ● In der Grundbedeutung vor allem in dem Kompositum ''Hosenschisser'', Kassel 20. Jh.; vgl. auch ''Schluttenschisser''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheißerei''' ● ''Schisserei'' ,Durchfall‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheißern''' ● ''schessern'' ,sich nahenden Stuhlgang verspüren‘ (unpersönl. Verb), Kassel (Gr. 1894); ''schissern'' (mit gerschlossenem ''i'') ,zum Scheißen reizen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr.s Manuskript hat ''schéssern'', also geschlossenes ''e'' bzw. offenes ''i''. Scheinbar hier dieselbe Abweichung wie bei ''schissen'' ,scheißen‘, nach Gr. (fälschlich) ''schéssen''. Das korrekte geschlossene ''i'' zeigt sich in der Oberellenbacher Form ''schissern'', die ja, wenn sie lautliche Parallele wäre (mit niederhess. Senkung), ''schässern'' lauten würde. ● ''Äs schessert mech. Mech schessert.'' ,Ich muß gleich mal (kacken)‘, letzteres auch zur Bespöttelung der Rede eines anderen, mit der Hinzufügung „Ach, Herr Siewert!“ Kassel (Gr. 1894). ● Anmerkung hierzu in Gr.s Wörterbuch durch den Herausgeber Paul Heidelbach (1952): „Der frühere cand. theol. Otto Siebert (1822 – 1899) war Inhaber einer Privatschule zur Vorbereitung auf das Gymnasium. Seine Schüler pflegten, wenn sie während des Unterrichts ,mal hinaus‘ mußten, zu rufen: ,Herr Siewert, Herr Siewert!‘ Mit der Zeit war der Ausruf ,Herr Siewert, mech schessert‘ in Kassel sprichwörtlich geworden. Wilhelm Bennecke schreibt in seinem Buch ,Das Hoftheater in Kassel‘ über den Komiker Friedrich Hesse: ,Hesse hatte nur einmal etwas anderes gesagt, als in seiner Rolle stand, und das war ,Ach, Herr Siebert!‘ gewesen, ohne daß er die Bedeutung dieses Ausrufs kannte. Als darauf ein donnernder Applaus losbrach und auch der Kurfürst, der in den Kasseler Redensarten sehr auf dem laufenden war, lachte, wurde Hesse stutzig. Er erkundigte sich näher nach dem geflügelten Worte und verschwor von nun an jedes Extempore.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schelle''' f. ● ,Hautblase, z.B. Brandblase oder durch wilde Blattern hervorgerufen‘ (Vil. 1868); ''Schalle'' ,Hautblase, die durch Brennen entsteht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schelmenlied''' ● ,jedes nicht geistliche Lied, besonders das Liebeslied‘, Balhorn (Sl. 1901); ,weltliches Lied, Liebeslied‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bedeutungsgleich mit ''Schälmenschdeggchen'' ,Schelmenstückchen‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schenk''' ● Siehe ''Ballschlag''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schenkeln''' ● Bezeichnung für das Wetzen und Wundstreichen des hinteren Hufes bzw. der Fessel (vielleicht auch nur am Vorderbein) mit dem Stollen des anderen Hufeisens bei Pferden, Schwalm (Pfs. 1886); ,beim Gehen mit dem einen Fuß am andern herstreichen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheppeln''' ● ''scheppeln'', ''aufscheppeln'' ,kränzen‘, d.h. durchflechten des Haares mit rotem Band und künstlichen Blumen (bei abgelegter Betzel) als Ehrenschmuck der jungfräulichen Bräute zur Hochzeit, auch der jungfräulichen Gevatterinnen bei Kindstaufen, wie auch der jungfäulichen Begleiterinnen; nur in den Gebirgsteilen der Grfaschaft Ziegenhain üblich, doch auch sonst in dieser Gegend [d.h. Schwalm] bekannt, auch in anderen Teilen Deutschlands; in Niederhessen völlig unbekannt (Vil. 1868). ● Vgl. mhd. ''schapel'', ''schappel'' ,Kranz von Laub, Blumen (natürlichen oder künstlichen) als Kopfschmuck der Jungfrauen‘ (Lex.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scherbel''' f. ● ''Scherwel'' ,Scherbe‘, auch: ,Rest eines abgebrochenen Zahnes im Mund; Kopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scherbelware''' ● ''Scherwelwore'' ,Gegenstände aus Ton oder Porzellan‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheren''' ● ''sich scheren'' ,sich kümmern um‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheren''' ● ,schüren‘, Kassel (Gr. 1894); ''schären'' ,(Feuer) schüren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scherschante''' ● ''Scherschande'' (Bullezeischerschande) ,preußischer Schutzmann‘, Kassel (Gr. 1894). ● von französ. ''sergeant''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scherzen''' ● „schürzen, wohl richtiger, wie auch gesprochen wird: scherzen“, ,den Dienst verlassen (von Knechten und Mägden)‘, inneres Hessen, im Fuldaischen, Hersfeldischen, in der Grafschaft Ziegenhain, auch in Oberhessen nicht ungebräuchlich (Vil. 1868); ''schärzen'' ,den Dienst verlassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''scherzen'' mit der vermutlichen Bedeutung ,abschneiden, kürzen‘, so Lex. mit Verweis auf mhd. ''scherze'' m. ,abgeschnittenes Stück‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scherzköze''' f. ● ''Schärzekeeze'', in der Redensart: ''Hä (äs) gricht de Schärzekeeze jepaggt.'' ,Er (es) kriegt die Scherzköze gepackt, d.h. ein Knecht (eine Magd) tritt den Dienst an‘. Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheuch''' ● ''schich'' ,scheu‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''schiuch'', ''schiuhe'' ,scheu, verzagt‘; Entwicklung: ''schiuch'' (''iu'' = langes ''ü'') &amp;gt; ''schüch'' (belegt) &amp;gt; ''schich'' (Entrundung und Kürzung). Mhd. ''iu'' (= ''ü''), wurde nhd. zu ''eu'' diphthongiert, im Niederhess. weitgehend nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheuchterechtig''' ● ''schichterechtig'' ,gerne scheuend (von Pferden)‘, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Ableitung mit dem Suffix -''echtig'' (Pfs.), s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheuer''' f. ● ''Scheuer'', gesprochen ''Schier'', ,Aufbewahrungsort von Getreide, Stroh und Heu‘, im östl. Althessen‘ (Vil. 1868); ''Schiere'' ,Scheune‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Schiere'', Kirchberg 20. Jh. ● Im westl. Althessen hingegen ''Scheune'' üblich, gesprochen ''Schine'' (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schicke''' ● ''schegge'' ,betrunken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript ''schégge'' geschrieben, also geschlossenes ''e'' bzw. offenes ''i'' als Stammvokal. ● Ableitung ''angeschiggert'' ,angetrunken‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schicken''' ● ,auslangen, ausreichen, genügen‘, Hessen (Pfs. 1886); ''schiggen'' ,senden; ausreichen, genügen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926), ''sech in wos scheggen'' ,sich in etwas fügen‘ (Hm.). ● ''Es schigget.'' ,Es reicht, es ist genug.‘ Kassel 20. Jh. ''Äs scheggt'', dasselbe (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schickening''' ● ''scheggenink'' ,schickend, ausreichend‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Wos scheggenink machen'' ,etwas schickend machen, bewirken, daß es ausreicht‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schickern''' ● ''sich schickern'' ,sich zurückhaltend benehmen‘, Fritzlar und Umgebung (Vil. 1868). ● ''Schicker dich!'' ,Benimm dich! (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schickse''' f. ● ''Scheggse'' ,liederliches, ehrloses Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus der Studentensprache: ''Schickse'' ,leichtes Mädchen, Flittchen‘; älter: rotwelsch ''Schicksel'' n. ,Judenmädchen‘; aus dem Jiddischen: ''schickzo'', ''schickzel'', ''schickzeche'' ,nichtjüdisches Mädchen, christliches (Dienst-)Mädchen‘, zurückgehend auf hebräisch ''scheqes'' ,Unwürdiges, Abascheuliches‘ (Pff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiebekaren''' ● ''Schiewekahren'' ,Schubkarren‘, Kassel (Gr. 1894), Kassel 20. Jh. ● Siehe auch ''Schubkaren''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiebekühe''' ● ''Schiewekiewe'' ,Schiebe-, Zugkühe‘, Kassel 19. Jh. (Jonas 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schieben''' ● ''schiewen'', Kassel 20. Jh. ● Stammformen: ''schiewen'', ''schobb'', ''geschowwen''. ● Neben schieben auch ''schuben'', siehe das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schieber''' f. ● ''Schibber'' ,Splitter‘ (Vil. 1868); ''Schiber'' m., f. gesprochen ''Schiwwer'', ,Schiefer, Splitter‘ (Pfs. 1886); ''die Schewwer'' ,der Schiefer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''die Schiwwer'', Flurbezeichnung, Kirchberg 20. Jh. (''die Schieber'' in hd. Schreibweise, 17. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schieberchen''' ● ''Schewwerchen'' ,kleiner Splitter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schieberig''' ● ''schewwerech'' ,sich in kleine Splitter auflösend, splitterig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schiebern''' ● (''sich'') ''schibbern'' ,sich in kleine Splitter auflösen‘ (Vil. 1868); ''sich schewwern'' ,sich schiefern, abblättern‘, Kassel (Gr. 1894); ''sech schewwern'' ,sich in kleine Splitter zerlegen, sich abblättern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''schéwwern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schieberstein''' ●  ''Schewwerstein'' ,Schieferstein, Dachschiefer‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schewwersteeng'' ,Schiefertefel, Schultafel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''Schéwwerstein''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiebertafel''' ● ''Schiwwerdafel'' ,Schiefertafel‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schiebes''' ● ''schiwes gehn'' ,verloren gehen, draufgehen, untergehen‘, in Niederhessen sehr gebräuchlich (Vil. 1868); ''schiewes gehen'' ,schiefgehen, mißlingen, verloren gehen‘, Kassel (Gr. 1894); ''schiewes gän'' ,verloren gehen, zugrunde gehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schießel''' m. ● ,kleine Tonkugel für Kinderspiele‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiff''' n. ● ,Schiff, größeres Wasserfahrzeug‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiff''' m. ● ,die Funktion des Urinierens‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiffchen''' ● ,kleiner rechteckiger Kessel, in die Herdplatte eingelassen, zur Wassererwärmung bzw. zur dauernden Bereitstellung von warmem Wasser‘, Kassel 20. Jh. ● Sehr wahrscheinlich Umdeutung von *''Schäffchen'', vgl. mhd. ''schaf'', ''schaffes'' n. ,Gefäß für Flüssigkeiten‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiffe''' f. ● ,Seiche, Urin‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiffel''' m. ● ''Scheffel'' ,Weberschiffchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schiffen''' ● ,urinieren‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiffer''' ● ,Treideler; Mann, der Fuldakähne flußaufwärts zieht‘, Melsungen (Kirchenbuch 19. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schilchen''' ● ,schielen‘, ganz Hessen fast ausschließlich üblich (Vil. 1868); ''schelchen'' ,schielen‘, auch: ,verstohlen nach etwas sehen‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript ''schélchen'' geschrieben, also geschlossenes ''e'' bzw. offenes ''i'' als Stammvokal. ● Vgl. mhd. ''schilhen'' (Aussprache ''schilchen''). ● Siehe ''scheel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindaas''' s. ● Schimpfwort, ganz Hessen, belegt in Marburg 1658 (Vil. 1868); ''Schennoos'', häufiges Schimpfwort, Kassel (Gr. 1894); ''Schengoos'', starkes Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''Schénnoos''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schinden''' ● ''sech schengen'', auch: ''schennen'' ,sich quälen, abarbeiten‘, Kassel (Gr. 1894), ''sich schinnen'', Kassel 20. Jh.; ''schengen'' ,eine Gans schinden, d.h. die geschlachtete Gans nicht braten, sondern statt dessen in Stücke zerhacken und einsalzen‘, ,jem. quälen, peinigen‘, ''sech schengen'' ,sich schinden, sich quälen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''schéngen'', ''schénnen''; ''schengen'' (''schingen'') ist ländliche Form, kein Stadtkasselänsch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schinder''' ● ''Schenger'', auch: ''Schenner'' ,Schinder; grausamer Mensch, Tierquäler‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schinner'', Kassel 20. Jh.; ''Schenger'' ,Abdecker, Rasenmetzger; Tierquäler‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''Schénger'', ''Schénner''; ''Schenger'' ist ländliche Form, kein Stadtkasselänsch; richtiger siehe z.B. ''Ziegenschinder'' (''Zächenschenner'', Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindergasse''' ● ''Schingergasse'', ''Schengergasse'', die ,Schindergasse‘ in der Kasseler Unterneustadt, Waisenhausstraße (Gr. 1894). ● Die Unterneustadt war der „arme“ Stadtteil, scheinbar stärkerer Zuzug vom Lande (daher vermutlich auch die ländliche Form ''Schinger'' statt ''Schinner''); Übername der Unterneustadt: ''Derfchen'' ,Dörfchen‘. ● Anmerkung zu Gr.s Artikel durch den Herausgeber seines Wörterbuchs Paul Heidelbach (1952): „Die in der Unterneustadt gelegene Waisenhausstraße hieß früher nach der hier wohnenden Familie Langschenkel die Langschenkel- oder Schenkelgasse und wurde in ihrem östlichen Teil Schindergasse genannt; denn das hier gelegene Haus Nr. 29 wurde in den Häuserverzeichnissen 1603 als Scharfrichters Haus, 1605 als Henkershaus und 1622 als Schinderei bezeichnet. 1605 wohnte in ihm Meister Hans der Scharfrichter, und noch 1768 war es die Wohnung des Nachrichters.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindleich''' m. ● ''Schindleich'', Schimpfwort (Vil. 1868); ''Schingeleich'', ''Schengeleich'' ,Kadaver‘, auch derbes Scheltwort, Kassel (Gr. 1894); ''Schengleech'' m. ,Schindrasen, Bergungsstelle für das eingegangene Vieh‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel (Gr.) semantisch offenbar angelehnt an hd. ''Leiche'' (siehe aber ''Schindleichsweg''). Die eigentliche Bedeutung erhalten in Oberellenbach. ● Zur vermutlichen Bedeutungsentwicklung: Mhd. ''leichen'' ,hüpfen, aufsteigen, gelenkig biegen‘; foppen‘, ''leich'' m. ,Musikstück, Melodie, Gesang‘, ahd. ''leihhen'' ,zucken, wippen‘, ''leih'' m. ,Lied, Gesang, Melodie, Musik‘, got. ''laikan'' ,hüpfen, springen‘, ''bilaikan'' ,verspotten‘, ''laiks'' ,Tanz‘, altnord. ''leika'' ,spielen, fechten, jem. mitspielen‘, ''leikr'' ,Spiel, Spott‘, altengl. ''lācan'' ,sich schnell bewegen, spielen, fechten‘, ''lāc'' ,Spiel, Kampf, Beute, Gabe‘. Das in allen germanischen Sprachen verbreitete Substantiv, in mhd. Form ''leich'', bedeutete ursprünglich offenbar ,Tanz, Spiel, Kampfspiel, öffentliches Vergnügen‘ und scheint – zumindest in Nordhessen –  als Bezeichnung auf die Plätze, wo dergleichen stattfand, übergegangen zu sein. Sofern vor den Siedlungen gelegen, sind solche freien Plätze, Rasenplätze (später) offenbar auch als Schindrasen genutzt bzw. zu solchen umgewidmet worden, gewiß in einer Zeit, in der die ursprüngliche Bedeutung von ''Leich'' schon in Vergessenheit geraten war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindleichsweg''' ● ''Schingeleichsweg'', von Bettenhausen (heute Stadtteil von Kassel) zur Abdeckerei, Schinderei führender Weg, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● Gemeint: ,Weg zum Schindleich, d.h. zum Schindrasen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindluder''' n. ● ''Schindluder'', Schimpfwort (Vil. 1868); ''Schindluder mit einem driewen'' ,jem. schikanieren, übel behandeln‘, Kassel 20. Jh.; ''Schenglürer mit ämm schbälen'' ,mit jem. spielen, jem. verächtlich behandeln, dem Spott preisgeben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schippe''' f. ● ''Schippe'' ,eiserne Schaufel‘, im östl. Hessen auch für ''Spaten'' gebräuchlich (Vil. 1868); ''Schebbe'' ,Schaufel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schebbe'', Oberellenbach (Hm. 1926); Plur. auch: ,lange Finger- oder Zehnägel‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl mhd. ''schipfe'' m. ,Schaufel, Grabscheit‘, mhd. (md.) ''schippe'' f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schippe''' f. ● ,Mützenschirm‘, metaphorisch, wegen der Ähnlichkeit mit einer Schippe (Schaufel), ausschließlicher Ausdruck, ganz Hessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schippchen''' ● ,kleine Schippe (Schaufel); die vorgestreckte Unterlippe bei weinerlichen Kindern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schippenmist''' ● ''su füll wie Schebbenmäst'' ,so faul wie Schippenmist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schirlitzchen''' ● ,leichtes Kleidungsstück, namentlich Umhängsel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schirne''' f. ● ''Schirn'' ,öffentlicher Verkaufsplatz, in Hessen nur für Fleisch, daher ''Fleischschirn'', ''Wildpretschirn''‘ (Vil. 1868); ,Verkaufssplatz, -stand‘, Kassel, scheinbar nur belegt in ''Wilbertschirne'' (siehe das) und historisch: [[Rathaus am Altmarkt|die alte Fleischschirne am Altmarkt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiß''' m. ● ''Schiß'' ,Schiß, Scheiße, das Scheißen (also nicht nur das Produkt, sondern auch die Verrichtung des großen Geschäfts)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schäß'' ,menschliche und tierische Exkremente‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Schiß honn'' ,Angst haben‘, Kassel 20. Jh., (''jo''), ''en Schiß!'' ,derbe Ablehnung‘, Kassel 20. Jh., ''en Schäß!'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ''Du bäst en Kärle wie’n Schobben Schäß.'' ,Du bist ein minderwertiger, zu nichts zu gebrauchender Mensch.‘ (Hm.) ● Aussprache von ''Schiß'' in Kassel mit kurzem offenem ''i'', deshalb auch Schreibung ''Scheß''. Das Wort entspricht lautlich nicht dem hochdt. Wort ''Scheiße'', das im Niederhessischen keine lautliche Parallele hat. Gr. (1894, Kassel) verzeichnet ''Schiß'' an unterschiedlicher Stelle als ''Schäß'' und ''Scheß'', letzteres im Manuskript – mit Akzent – als ''Schèß'', d.h. die Aussprache ist also gleich: offenes ''e''. Gleichwohl schreibt er ''Scheßdebbchen''; das Manuskript hat ''Schéßdebbchen'': hier also ''Scheß'' mit geschlossener Aussprache des ''e''; auch Schreibung ''Schiß'' wäre möglich gewesen: sehr offenes ''i''. ''Schäß'' (mit „niederhessischer Senkung“ des i-/e-Lauts) ist ländliche Aussprache in Teilen des Umlands von Kassel und erklärt sich in Kassel sicherlich durch starken Zuzug vom Land im Zuge der Industrialisierung im 19. Jh. (vgl. etwa auch die Dubletten ''is''/''es'' – ''äs'' ,ist‘, ''Schinner'' – ''Schenger'' ,Schinder‘). Das ländliche ''Schäß'' hat sich gegenüber ''Schiß'' letztlich nicht durchgesetzt, gilt aber kurioserweise als sogenanntes „Kasseler Wörtchen“. – Gr. führt weiterhin an: ''Schäßarsch'', ''Schäßkobb''! Auch hier gegenüber dem „bürgerlichen“ ''Schißdibbchen'' (''Scheßdebbchen'') (Gr.) die derbere Unterschichten-Variante.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißarsch''' ● ''Schäßoorsch'' ,schmutziger Mensch; kleiner Kerl; Feigling, Angsthase‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißchen''' ● ''en Schäßchen'' ,ein bißchen; durchaus nicht!, keineswegs!‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißdreck''' ● ''en'' ''Schäßdräck''! ,Keineswegs!‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schisserig''' ● ''schesserig'' ,scheißerig, plötzlichen Stuhlgang verspürend‘, Kassel (Gr. 1894). ●  ''Es wird mä schesserig.'' (Gr.) ● In Gr.s Manuskript ''schésserig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schissig''' ● ''schässech'' ,mit Kot beschmutzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißtüpfen, -tüpfchen''' n. ● ''Schißdibben'' ,Nachttopf‘, Kassel 20. Jh., ''Scheßdebbchen'', ''Schißdibbchen'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schäßdebben'' ,Nachtgeschirr‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißwanst''' m. ● ''Schäßwanst'' ,ungezogenes Kind‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabber''' f. ● ''Schlawwer'' ,redselige Person, Plaudertasche; nicht stillstehender Mund‘, gleichbedeutend mit ''Schlabbermaul'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabberei''' ● ''Schlawwerei'' ,Geschwätz, ohrenbeleidigendes Schwatzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlabberig''' ● ''schlawwerich'' ,geschwätzig‘; auch: „verwandt mit ''ohliewig'' und ''blemberig''“, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabberjuck''' m. ● ''Schlawwerjuck'' ,dünne, gehaltlose Flüssigkeit, namentlich dünner Kaffee‘, gleicbedeutend: ''Schlawwerjucksbrieh'' ,Schlabberjucksbrühe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabbermaul''' ● ''Schlawwermull'' ,Schwätzerin redselige Person, Plaudertasche; nicht stillstehender Mund‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlabbern''' ● ''schlabbern'' ,eilig und undeutlich sprechen‘ (Vil. 1868); ''schlawwern'' ,Geschwätz machen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,viel und unnütz reden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabbertasche''' ● ''Schlawwerdösche'' ,Schwätzerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlachtemulde''' ● ''Schlochtemolle'' ,Fleischmude, Fleischtrog‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlächter''' ● ''Schlächder'' ,Hausschlachter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlachtewerk''' ● ''Schlachdewerk'', gemeint: Würste, Schinken usw., Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''Schlochdewärk'' ,das Eingeschlachtete‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlacke''' f. ● ''Schlagge'' ,großgewachsener Junge (Bursche); ungewöhnlich großer Hund, Fisch und dgl.‘, Kassel (Gr. 1894), ,Lümmel‘, gutmütig, Kassel 20. Jh.. ● Scheint Spitzname der Kasseler Atstadtjungen geworden zu sein, dann verallgemeinert: ''Kasseler Schlacke'' ,ungehobelter, pfiffiger Kasselaner (der Unterschicht), ungeniert Dialekt oder Halbdialekt sprechend‘, nicht nur außerhalb Kassels gebräuchlich, sondern durchaus in Kassel selbst, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlacken''' ● unpers. ,gleichzeitig regnen und schneien‘ (Vil. 1868); ''schlaggen'' ,kalt regnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''schlackern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlackerig''' ● ,trüb, naß‘, vom Wetter gesagt, besonders beim Auftauen des Winterfrostes (Vil. 1868); in der Verbindung ''schlaggeriches Wedder'', d.h. ''Schlackerwetter'' (siehe das), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlackern''' ● ''schlaggern'' ,kalt regnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlackern''' ● ''schlaggern'' ,wackeln, keinen festen Halt haben‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlackerwetter''' ● ,Wetter, bei dem Schnee mit Regen vermischt fällt‘, besonders in Niederhessen üblich (Vil. 1868); ''Schlaggerwedder'' ,Regenwetter mit aufgeweichter Straße‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,kaltes und nasses Wetter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlackwetter''' ● gleichbedeutend mit ''Schlackerwetter'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafbetzel''' f. ● ''Schlofbätzel'' ,verschlafen aussehender Mensch, Schlafmütze‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafbock''' ● ''Schlofbock'' ,verschlafen aussehender Mensch, Schlafmütze‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schläfern''' ● ''schleefern'', unpers.: ''Es schleefert mech.'' ,Es schläfert mich, mich drückt der Schlaf.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafezius''' m. ● ,ungeschickter Mensch; Schlingel‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafittchen''' s. ● ''am Schlafíttchen krichen'' ,beim Kragen packen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafittich''' ● ''Schlafittich'', ''Schlafitch'' m., „anstatt Schlagfittich“, in Hessen und anderwärts nur in Rdewendungen üblich: ''Einen beim Schlafittich kriegen''. ‚Jem. erwischen und festhalten.‘ (Vil. 1868); ''am Schlahfíddich krechchen'' ,beim Arm, beim Kragen packen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schlafídch'' m., nur in der Redensart ''om Schlafídch grijjen'' ,jem. am Kragen fassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● „An sich bedeutet ''Schlagfittich'', die Schwungfedern des Flügels, … indes ist der Ausdruck von den Vögeln nicht mehr in Uebung.“ (Vil.) Bei Vil.s Deutung als „Schlagfittich“ fällt auf, daß der Wortakzent bei ''Schlafíttich'' auf der zweiten Silbe liegt und nicht auf der ersten. Es müßte, wenn Vil. recht hat, eine Akzentverschiebung stattgefunden haben wie z.B. bei ''Holunder'', ''Hornisse'' und ''lebendig'' (zweite Silbe beschwert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafmatz''' m. ● ''Schlofmatz'' ,jem., der viel, oft, lange schläft‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Matz'' ist alter hessischer Vorname, Koseform von ''Matthias''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagd''' f. ● ''Schlacht'' ,Ladeplatz für die Schiffsfracht in Kassel‘ am linken Fuldaufer, Kassel 19., 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagdhase''' ● ''Schlachthase'' ,Lastträger, eigentlich Lastträger an der Schlagd‘, dann verallgemeinert: „ehe es Dienstmänner gab“; ,Eckensteher‘, auch: ,roher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagdlümmel''' ● ''Schlachtlemmel'' ,roher Mensch, Lümmel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlahen''' ● ''schlahn'' ,schlagen‘, Kassel (Gr. 1894), ''schlohn'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''schlahn'', ''schluhch'', ''geschlahn'', Kassel 19. (und frühes 20.) Jh.; ''schlohn'', ''schluck'', ''jeschlohn'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlahmöller''' ● ''Schlohmeller'' ,Schlagmüller, Ölmüller‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlahmühle''' ● ''Schlohmeele'' ,Schlagmühle, Ölmühle‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlahning''' ● ''schlohnink'' ,schlagend‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä färt sech wie vär’m schlohningen Güll''. ,Er fürchtet sich wie vor einem schlagenden Pferd.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlamasse''' ● ''Schlamassel'', ''Schlamassen'' ,unordentliche Masse, Masse von Unrat‘ (Vil. 1868); ''in de Schlammássen'' ''bringen'', ''kummen'' ,in übles Gerede bringen, kommen; in üble Lage, in Unglück geraten‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schlamásse'' f. ,unordentliche Masse, Unrat‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Entspricht hd. ''Schlamassel'' ,unangenehme Situation, Unglück, Mißgeschick‘; aus dem Jiddischen. (Pff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlamm-Mulch''' ● ''Schlammulch'', übertragen: ,Säufer‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlampampe''' f. ● ''Schlambámbe'' ,unordentliche, faule, unreinliche, nachlässige Frauensperson, doch meist gemütlich‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlampe''' f. ● ,nachlässige, unordentliche Frauensperson‘, in Hessen wie anderwärts sehr üblich (Vil. 1868); ''Schlambe'', gleichbedeutend mit ''Schlampampe'', Kassel (Gr. 1894), ,verlotterte Frauensperson‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Schlumpe''. ● Männliche Gegenstücke zu ''Schlampe'' nach Pfs. (1886) ''Schlamp'' und ''Schlampes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlanzieren''' ● ''schlanzieren gänn'' ,schlanzieren gehen, sich müßig herumtreiben‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. slenzic ,müßig, träge‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappe''' f. ● ,Pantoffel‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappen''' m. ● ''Schlabben'' ,Pantoffel, leichter (ausgetretener) Schuh, Sandale‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappenrat''' m. ● ''Schlabbenrad'' (richtiger: -''rot'', mit offenem ''o'') ,Schuster‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. fügt in Klammern hinzu: „Friedrich Schmidt, Wilhelmstraße 17“; dieser dürfte demnach als erster mit der humoristischen Bezeichnung gemeint gewesen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlapperbrühe''' ● ''Schlabberbrieh'' ,schwache Suppe, schwacher Kaffee‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlapperig''' ● ''schlabberich'' ,schwach, schlapp, fad‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''De Subbe schmecket mä schlabberich.'' ,Die Suppe schmeckt dünn, fad.‘ ''Äs es me so schlabberich.'' ,Mir ist unwohl, bin schwach.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlappern''' ● ''schlabbern'' ,mit Geräusch auflecken‘ (Vil. 1868); ''schlabbern'' ,geräuschvoll schlürfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''schluppern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlappern''' ● ''schlabbern'' ,wackeln, schaukeln‘ (Pfs. 1886); ''schlabbern'' ,wackeln, wackelnd herunterhängen (z.B. weite Garderobe), Kassel 20. Jh. ● Siehe ''schluppern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappich''' m. ● ''Schlabbich'' ,träger, nachlässiger Kerl‘, Kassel 20. Jh.; ''Schlabbch'' ,fauler Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappmaul''' ● ''Schlabbmull'' ,Mund mit Hängelippe‘, auch abwertend für ,Mund‘, insbesondere für ,Mund, der nicht stillsteht‘; übertragen: ,Schwätzer(in)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappsack''' ● ''Schlabbsack'' ,träger Kerl‘, Kassel 20. Jh., ,unordentlicher, träger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappschnude''' f. ● ''Schlabbschnudde'' = ''Schlabbmull'' ,Schlappmaul‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlarges''' ● ''Schlarjes'' ,lang aufgeschossener junger Mensch‘, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlauder''' m. ● ''Schludder'' ,Verschwender‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlauder''' f. ● ''Schlürer'' ,unordentliche, nachlässige weibliche Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. spätmhd. ''slūderer'' m. ,jem., der übereilt, nachlässig arbeitet‘&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlauderig''' ● ''schlürerech'' ,unordentlich, nachlässig, liederlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlaudermutz''' m. ● ''Schludermutz'' ,Leichtfuß‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlaudern''' ● ''schludern'' ,schleudern, mit weit ausholenden Armen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,nachlässig arbeiten‘, Kassel 20. Jh.; ''schlürern'' ,schleudern, schleudernd wegwerfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''slûdern'' ,schleudern, schlenkern‘. (Lex.) Nhd. ''schlaudern'',nachlässig gehen, schlendern‘ (Luther, Pff.) ● Siehe ''schluddern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlauderpreis''' ● ''Schluderpreis'' ,Schleuderpreis‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlaudersack''' ● ''Schlürersack'' ,unordentlicher, oberflächlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlaudrian''' ● ''Schluderjahn'' ,unordentlicher Mensch, oberflächlich arbeitender Mensch‘, Kassel 20. Jh.; ''Schlürerjohn'' ,unordentlicher, oberflächlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schläutchen''' ● ''Schliddchen'' ,kleine Schlutte‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlaute''' f. ●  ''Schlutte'' ,Krug von zylindrischer Form‘, Niederhessen, sonst unbekannt (Vil. 1868); ''Schlaute'', die schwälmerische (und oberhess.) Form von niederhess. ''Schlutte'' (Pfs.1, 1889); ''Schludde'' ,langer schmaler Krug, Steinflasche‘, Kassel (Gr. 1894); ,Flasche‘, Kassel 20. Jh.; ''Schlüdde'' ,bauchiger irdener Krug‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Im nd. Niederhessen ''slute''; früher Beleg: ''Eszig sluten'', Grebenstein 1430 (Vil.), hd. beeinflußt? Die korrekte nd. Form wäre ''slude'' (mnd. nicht belegt). ● Vgl. mhd. ''slûte'' ,weites Frauenkleid für den Oberkörper‘; so genannt vielleicht wegen der flaschen- oder krugähnlichen Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlautenbeere''' f. ● ''Schlüddenbäre'' ,dicke und längliche Birnenart‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlautendewes''' ● ''Schluddendehwes'' ,junger energischer, aber dummer Mensch, der noch Führung braucht‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Dewes'' ist hessische Kurzform des Vornamens ''Matthäus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlautenschisser''' ● ''Schluddenschisser'' ,junger energischer, aber dummer Mensch, der noch Führung braucht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlehne''' ● ''schlähne'' ,allmählich bergaufführend‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''lehne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schleicher''' ● ''Schlicher'', ''Schlichert'' ,Duckmäuser, Leisetreter‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schlicher'' ,schleichend sich bewegender Mensch, Aushorcher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schleierschloßeweiß''' ● ''schlaierschloßewiß'' ,schneeweiß‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''schloßeweiß''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schleifgele''' f. ● ,Mädchen von dummer bäurischer Manier, dazu faul, nachlässig‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Gele''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schleifschuh''' ● ''Schleefschuch'' ,nachlässig gehender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlenkerbein''' ● ,Mensch, welcher die Beine schlenkernd bewegt‘, Spottwort (Vil. 1868); ''Schlenkerbeeng'' ,Person, die beim Gehen die Beine schlenkert, in kreisende Bewegung versetzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Schlenkerbein'', offenbar auch in Kassel gebräuchlich: Eine Tochter der berüchtigten Kasseler Diebsfamilie Schebe (1830er Jahre) wurde ''Anne Marthe Schlenkerbein'' genannt (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlette''' f. ● ,großer Mund, zumal mit vorstehenden,aufgeworfenen Lippen‘, Schimpfwort für ,Mund‘ überhaupt (Vil. 1868); ''Schledde'' ,Unterlippe‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), ,Mund‘, scherzhaft, abfällig, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,Maul, Mund‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schleuse''' ● ''Schließe'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlicker''' m. ● ,leichter überraschender Stoß, Stups (der den Gestoßenen aus dem Gleichgewicht bringt oder bringen könnte)‘, Kassel 20. Jh. (C. Müller 1925).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlickern''' ● ,mit Heftigkeit bzw. rasch hinwerfen, hinschleudern‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''schleckern'', ''schliggern'' ,von sich schleudern, besonders: zähe, schleimige Flüssigkeit‘, Kassel (Gr. 1894), ,etwas durch kurze rasche Bewegung von sich schleudern‘, Kassel 20. Jh.; ''schleggern'',schleudern, werfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.’s handschriftl. Manuskript ''schléckeren''. Vil. führt das Wort unter ''schläckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schliere''' f., '''Schlier''' m. ● ,Skrofel, blindes Geschwür, Balggeschwulst und dgl.‘, nördl. Niederhessen, zumal Kassel (Vil. 1868); ''Schliere'' f. ,Luftbläschen in schleimiger Substanz, z.B. Farbe, Leim‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlimpe''' f. ● ''Schlembe'' ,Schlinge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlimpen''' ● ''schlemben'' ,eine Schlinge binden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlinze''' f. ● ''Schlenze'' ,Mund‘, gleichbedeutend mit ''Schlette'', Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.’s Manuskript ''Schlénze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlippen''' ● ''Schlippe'' f., üblicher: ''Schlippen'' m. ,Rockschoß, unterer Teil des Fracks oder Oberrocks‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Schleppen'' ,Rockschoß, besonders am Frack‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schlebben'' m. ,Rockschoß, Rockzipfel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.’s Manuskript ''Schléppen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlippchen''' ● ,windiges, wie ein Rockschlippe flatteriges Bürschchen‘ (Pfs. 1886); ,unzuverlässiges Bürschchen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlippenrock''' ● ''Schlebbenrock'' ,Gehrock‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schloße''' f. ● ,Hagelkorn‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schloßen''' ● ,hageln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schloßeweiß''' ● ''schloßweiß'' ,ganz weiß, rein weiß‘, in Hessen üblich (Vil. 1868); ''schloßewiß'',ganz weiß‘, wörtlich: ,hagelweiß‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.), ,ganz weiß, schneeweiß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlubbern''' ● ''schlubbern'' ,schlabbern, geräuschvoll schlürfen‘, Kassel (Gr. 1894), ,hastig und geräuschvoll Flüssiges oder Breiiges zu sich nehmen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlucken''' m. ● ,Schluckauf‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1984); ''Schloggen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluckespeck''' m. ● ''Schlukspeck'' (gewöhnlich ''Schlukspecht'' ausgesprochen und damit unverständlich gemacht) ,habsüchtiger Mensch, dessen Habsucht sich in auffallender, gemeiner Weise äußert‘ (eigentlich ,jem., der Speck schluckt, große Brocken schlingen kann‘), nördlichstes Hessen (Vil. 1868); ''Schluggespeck'' ,jem., der sich beim Essen egoistisch verhält, das Beste vorwegnimmt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schluffern''' ● ,schlurfen, schleppend gehen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluffert''' m. ● ,Duckmäuser, Leisetreter‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlumpe''' f. ● ,nachlässige, unordentliche Frauensperson‘, aber derber als ''Schlampe'' (s.d.) und fast noch üblicher (Vil. 1868). ● Siehe ''verschlumpen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlumpen''' ● intrans. ,schlumpig, schlampig einhergehen‘, trans. ,jem. verprügeln‘ (Pfs. 1886); wie bei Pfister, dazu: ,glücklich vonstatten gehen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlumper''' f. ● ''Schlomber'' ,unordentliche, leichtsinnige weibliche Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlumperig''' ● ''schlomberech'' ,unordentlich, liederlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlumpscherweise''' ● ''schlomscherwiese'' ,durch einen glücklichen Zufall‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlunk''' m. ● ,Schlund‘, überall in Hessen (Pfs. 1886); ,Schlund‘, übertragen: ,habgierige Person‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schlönk'' ,Schlund‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mnd. ''slunk'' m. ,Schlund, Kehle‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlunkhals''' ● ,habgierige Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlunzen''' ● ,in tadelnswerte Weise müßig gehen, nachlässig gekleidet sein, besonders im Hinblick auf Frauen‘ (Vil. 1868); ,nachlässig und trödelnd arbeiten, der Arbeit aus dem Weg gehen, sich dem Müßiggang hingeben‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlunze''' f. ● ,arbeitsscheue, träge, unordentliche und unsaubere Frauensperson‘, in ähnlichem Sinn wie ''Schlampe'', nur daß in ''Schlunze'' mehr der Müßiggang, in ''Schlampe'' mehr die Unordnung hervorgehoben scheint (Vil. 1868); ,Schlampe‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schlonze'' ,unsaubere, liederliche weibliche Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlüpfchen''' ● ''Schlibbchen'' ,(kleiner) Taugenichts, Schlitzohr‘, Kassel 20. Jh., ,leichtsinniger Mensch, Taugenichts‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlüpfchen''' ● ''Schlibbchen'' ''Kursiver Text'',einspänniges Fuder‘ (Raummaß, z.B. für Kohlen), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlupfen''' ● ''schlubben'' ,schlüpfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlüpfstreiche''' ● ''Schlebbstreeche'' ,leichtsinnige Streiche, Bubenstreiche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluppe''' f. ● ,Bandschleife‘, allgemein üblich, besonders in Niederhessen, wo an die Mützen der Bäuerinnen Bänder mit Schleifen (Schluppen) angeheftet zu werden pflegen; hd. ''Schleife'' ist unbekannt (Vil. 1868); ''Schlubbe'' ,Schleife, Haarschleife, Zierschleife, Zierknoten (eines Bandes, Halstuchs)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlupp''' ● niederhess. Interjektion im Sinne von ,wupp dich!‘ (Pfs.1, 1889); ''schlubb!'' auch: ''schlubbdich!'' Interjektion: ,flugs, im Nu‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlupperkohl''' ● ''Schlubberkohl'' ,dünnes Kohlessen‘, abwertend, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schluppern''' ● ''schlubbern'' ,mit schnellen Schlucken schlürfen‘, Kassel 20. Jh.; ''sich durchschlubbern'' ,kärglich auskommen, von der Hand in den Mund leben’, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''schlappern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlusser''' ● ,Schlosser‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vorform *''Schlooßer'' (&amp;lt; mhd. *''slôzer''), Ableitung von mhd. ''slôz'' (neben ''sloz''). Kürzung des langen, geschlossenen ''o'' hat geschlossenes kurzes ''o'' ergeben, das als ''u'' aufgefaßt worden  ist. In Oberellenbach (Hm. 1926) hingegen ''Schlosser'' wie hd. mit kurzem offenen ''o''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlutte''' ● ,Flasche‘, siehe ''Schlaute''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlutterfaß''' ● ''Schlotterfaß'' ,aus Holz gedrehtes, spindelförmiges mit Wasser oder feuchtem Gras gefülltes Gefäß, was die Grasmäher an einem Gürtel auf dem Kreuz tragen, um den Wetzstein darin zu bewahren und feucht zu erhalten‘ (Vil. 1868); ''Schlodderfaß'' (''o'' geschlossen) ,mit Wasser angefülltes hölzernes oder blechernes Gefäß für den Wetzstein, den die Mäher am Leibriemen tragen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlutterig''' ● ''schlodderech'' (''o'' geschlossen) ,hin und her schwankend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schluttern''' ● ''schluddern'' ,schütteln, um etwas zu entfernen; in kurzen Stößen von sich wegstoßen, wegschleudern‘, Kassel (Gr. 1894); ''schloddern'' (''o'' geschlossen) ,hin und her schwanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Geht zurück auf mhd. ''slotern'', ''slottern'', ''sluttern'' ,zittern, schlottern‘. Kasselänsch ''schluddern'' ist semantisch offenbar beeinflußt von ''schludern'' ,schleudern‘ (siehe schlaudern). ● Kompositum: ''usschluddern'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmacht''' m. ● ,Heißhunger‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ,Hunger‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
		&lt;br /&gt;
'''schmächterlich''' ● ''schmächderlech'' ,schmächtig, schwach‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmachtlappen''' ● ''Schmachtlabben'', -''läbbchen'' ,Person, Kind von besonderer Willensschwäche und schwächlicher Erscheinung‘, Kassel (Gr. 1894), ,unansehnlicher, schwächlicher Mensch‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmachtriemen''' ● ,Hungerriemen‘, Kassel (Gr. 1894), ,Gürtel‘, Kassel 20. Jh. ● ''Den Schmachtriemen anziehen, engerschnallen'', Mahnung an Hungernde (Pf. 1886); ''den Schmachtriemen emmeschnallen'' ,darben‘ (Gr.), ''den Schmachtriemen engerschnallen'' ,den Gürtel wegen Hungers engerschnallen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmacken''' ● ,schmetternd hinwerfen, klatschend an den Boden oder gegen eine Wand werfen‘, Niederhessen (Pfs.1, 1889); ''schmaggen'' ,etwas werfen, so dass es beim Aufschlagen klatscht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmagucke''' f. ● ''Schmakucke'' f., meist Plur. ,leere Ausflucht, Intrige‘, allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''Schmaguggen'' Plur. ,Unwahrheiten, Vorspiegelungen (auch zum Spaß)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schmagugge'' f. ,Schwindel, Lüge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmaguckenmacher''' ● ''Schmaguggenmacher'' ,einer der andere an der Nase herumführt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''schmälzen, schmalzen''' ● ,Schmalz oder Butter an das Essen tun‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmant''' m. ● ''Schmand'' ,Rahm‘, in Hessen ausschließlich gebraucht (Vil. 1868); Schmand ,Sahne, Rahm; Schaum auf dem Bier; Tressen am Kragen der Unteroffiziere‘ (Pfs. 1886); ''Schmand'', ''Schmant'' ,Milchrahm; Tressen am Kragen von Soldaten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schmaant'' ,Rahm‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä hot schunt Schmand am Kragen.'' ,Er ist schon Unteroffizier.‘ (Gr.). ''Schmand am Kraachen hon'' ,kein einfacher Soldat mehr sein‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.). ● Vgl. mnd. ''smant'' ,Rahm der Milch‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmantkonfirmand''' m. ● ''Schmandkumfermand(e)'', Spitzname für den Konfirmanden an den Konfirmationstagen, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. ''Schmanttüpfen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmantkuchen''' ● ''Schmaantkuchen'' (''u'' kurz) ,Kuchen mit Rahmüberguß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmanttüpfen''' m. ● ''Schmanddibben'', Spitzname für den Konfirmanden an den Konfirmationstagen, Kassel (Gr. 1894); ''Schmaanddebben'' ,Topf zur Aufbewahrung des Rahms‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Schmantkonfirmand''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmarakel''' ● ''Schmarahkel'', auch ''Schmerahkel'' ,nasser Schmutz, Kot, besonders an ungehöriger Stelle, z.B. in Röhren, Schächten (Kanälen)‘, auch bildlich für ,Skandalgeschichte, Skandalangelegenheit‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schmaragel'' m. ,dicker Schlamm, Morast, Kot‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schmerakel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmatschen''' ● ,schmatzen (beim Essen)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmatter''' ● ''Schmatter'', ''Schmetter'', ''Schmadder'' ,weicher Kot, besonders Straßenkot‘ (Vil. 1868); ''Schmadder'' ,flüssiger Straßendreck‘, Kassel 20. Jh.; ,flüssiger Dreck, namentlich tiefer Straßenschmutz‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmatterig''' ● ''schmadderech'' ,morastig, schmierig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmeckewöhlchen''' ● ''Schmeggewehlchen'' ,Delikatesse‘, Pl. ''Schmeggewehlerchen'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Schmeckewehlchen machen'' ,etwas Gutes essen, sich dem Wohlleben hingeben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmeißen''' ● ,schlagen, werfen (im Sinn des Hinwerfens, Niederwerfens)‘, üblichster Ausdruck in Hessen (Vil. 1868); ''schmissen'' ,mit Wucht werfen‘; ,(etwas) fallen lassen‘, ,ausschlagen (vom Pferd)‘, Kassel (Gr. 1894); ,mit Wucht werfen‘, ''was hinneschmissen'' ,etwas fallen lassen‘, Kassel 20. Jh.; ,schlagen, heftig schlagen; ausschlagen (von Pferden)‘, namentlich in Zusammensetzungen häufig ,werfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● Vgl. mittelhochdt. ''smîzen'' ,schlagen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmerakel''' ● ''Schmeraagel'', ''Schmiraagel'' ,feuchter abgesetzter Schmutz; Schmiererei, Verschmiertes‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Schmarakel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmere''' f. ● ''Schmäre'' ,Schmiere, schmieriges Fett, schmieriger Schmutz‘, Kassel 20. Jh., ,schmierige Flüssigkeit, schmieriges Fett‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. smer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmeren''' ● ''schmieren'' ,schmeicheln‘, ausschließlicher Ausdruck in Hessen, ''schmeicheln''gänzlich unbekannt (Vil. 1868); ''schmären'' ,schmieren, bestreichen (Brot)‘, Kassel 20. Jh., ,streichen, bestreichen (ein Stück Brot); einfetten, ölen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Einem imme den Bart rimmer schmeeren'' ,jem. schmeicheln‘, Kassel (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmerkatze''' ● ''Schmärkatze'' ,Schmeichelkatze, sich anschmiegendes Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmerlatz''' m. ● ,schmutzige Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmerwerk''' ● ''Schmärwerk'' ,Brotaufstrich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmetsche''' f. ● ,Grasmücke‘, Vogelart, Gudensberg, Felsberg, Fritzlar und Umgebung (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmickse''' f. ● ''Schmegse'' ,Schnurre, lustige Anekdote‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmiß''' m. ● (''i'' offen) ,Schlag, Hieb‘, häufiger gebraucht im Plur.: ''Schmisse'' ,Schläge, Prügel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); übertragen: ,Häufchen, Anzahl‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''En ganzer Schmiß Geld'', etwa: ,ein ordentlicher Batzen Geld‘ (Gr.). ● Zur Wortbedeutung siehe ''schmeißen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmisser''' ● ''Schmesser'' ,Pferd, welches ausschlägt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmitz''' m. ● ,der von Zwirn geflochtene Ansatz an der ledernen Schnur der Peitsche, welcher zum Klatschen dient‘, östl. Hessen (Vil. 1868); ''Schmetz'' ,kurze Hanfschnur, die an den Peitschenriemen gebunden wird und das Knallen hervorruft‘,Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmorags''' m. ● ,nasser Unrat, aufgeweichter Straßenkot‘, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmu''' m. ● ,Betrug, Schummelei, unerlaubter Gewinn oder Vorteil bei Handelsgeschäften‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schmu machen'' ,sich heimlich aneignen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von jidd. ''schmu''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmuch''' m. ● ''Schmuch'' ,stiller Mensch, der jedoch mehr in sich trägt, als es den Anschein hat‘ (Vil. 1868); ''Schmuhch'' ,Duckmäuser, Leisetreter‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schmühch'' ,stiller, verschlossener, aber listiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hinterm Schmuchen soll man’s suchen.'' Schwalm (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmuckeln''' ● ,übel riechen‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmuddelig''' ● ''schmudelich'', ''schmuddelich'' ,unsauber, nicht gehörig rein, etwas schmutzig‘ (Vil. 1868); ''schmuddelich'' ''Kursiver Text'',unsauber, schmutzig‘, Kassel 20. Jh.; ''schmorrelech'' ,unsauber, schmutzig, schmierig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmudel''' m. ● ,schmutzige Person (etwa wie Schmerlatz, Schlampampe)‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Den Schmudel machen'' ,jemandes Aschenbrödel sein‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmunzen''' ● ''schmonzen'' ,schmunzeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. md. ''smunzen'', 14. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmürgelig''' ● ''schmirchelig'' ,ranzig, angebrannt riechend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmürgeln''' ● ''schmirgeln'' ,ranzig, angebrannt riechen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Ableitung von ''schmurgeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmutchen''' ● ''schmodchen'' ,feucht werden, modrig werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnabulieren''' ● ''schnawwelieren'' ,mit Wohlbehagen essen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,mit Behagen verzehren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnallen''' ● wie hochdeutsch, auch: ,gierig essen‘, Kassel 19. Jh. (Herzog); trans. ,eine schallende Ohrefeige geben‘, intrans. ,viel und schnell essen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnankern''' ●,naschen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnappe''' f. ● ,der äußerste Rand, die äußerste Ecke‘ (Vil. 1868); ergänzend zu Vil.: Plur. ,Prügel; Fliegenklatsche; Schmitz an der Peitschenschnur‘; ''Schnabbe'' ,Schläge, Prügel‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894), auch ,Schnappe an der Peitsche‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kippe, äußerster Rand‘, Kassel 20. Jh.; ,äußerstes Ende, Endpunkt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Setz doch die Teller nicht so auf die Schnappe'', d.h. so dicht an den Tischrand (Vil. 1868). ''Stell die Dasse nit so uff de Schnabbe'', d.h. an die Tischkannte. ''Das steht uff der Schnabbe.'' ,Das steht auf der Kippe.‘ Kassel 20. Jh. ''De Kuh schdätt off der Schnabbe.'' ,Die Kuh muß demnächst kalben.‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnappe''' ● ,hinkend‘, ziemlich allgemein (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnappen''' ● ,unversehens von einm Rande herabfallen; hinken‘ (Vil. 1868); ergänzend zu Vil: ,schlagen‘ (Pfs. 1886); ''schnabben'' ,ergreifen‘, ,mit Appetit, rasch, gierig, viel essen‘, ,prügeln, schlagen‘, ,unversehens (weg)kippen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), auch ,hinken (wenn ein Bein kürzer ist als das andere)‘, Kassel (Gr. 1894); trans. ,schlagen, prügeln‘, intrans. ,gierig nach etwas greifen; mit der Peitsche knallen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ech schnabbe dä ’n Oorsch.'' ,Ich verhaue dich.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnäpper''' m. ● ''Schnepper'', „an der unteren Eder einer der zahlreichen Namen jener kleinen Kartoffel-Pfannekuchen, die an die Ofenplatte geschnappt und daselbst geröstet werden“ (Pfs. 1886). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnarbeln''' ● ''schnarbeln'', ''schnerbeln'' ,schnell und unverständlich sprechen, viel und unnötigerweise reden, durch die Nase reden, mit dünner Stimme reden wie die kleinen Kinder‘, allgemein üblich (Vil. 1868)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnärcheln''' ● ''schnercheln'', Ausspracheeigentümlichkeit im Niederhessischen (Pfs. 1886); ''schnärcheln'' ,schnüffeln, Geräusch des Atmens durch eine unsaubere Nase‘, Kassel (Gr. 1894). ● Nach Pfs. verstand man im 19. Jh.  unter ''Schnercheln'' eine in Teilen Niederhessens (südl. von Kassel) vorkommende Sprechweise, die in der 2. Hälfte des 19. Jh. allmählich zurückgegangen ist: Sprechen mit gehobener Stimme, dazu ''i''-Nachschlag nach dem Stammvokal in manchen Wörtern („Jotierung“), z.B. ''uinse'' für ''unse'' (vgl. dazu [[Schnercheln und Kerksen – Ein noch immer ungelöstes Sprachrätsel|Schnercheln und Kerksen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnauben''' ● ''schnuwen'' ,schnaufen‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnäuben''' ● ''schniewen'' ,schnaufen‘, Kassel (Gr. 1894). ''Schniewen'' &amp;lt; *''schnüwen'', Umlautform von ''schnuwen'', siehe ''schnauben''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnecken''' m. ● ''Schnecke'' (sic) m. ,Nasenschleim‘, untere Eder (Pfs. 1886); ''Schnäggen'' m. ,zusammenhängende Masse Nasenschleim‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hd. ''Schnecke'' siehe ''Schnegel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schneckenbock''' ● ''Schnäggenbock'' ,naseweiser Bube‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schneckennase''' ● ''Schnäggennose'' ,Nase, die dauernd Schleim absondert; vorlautes Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnee''' ● ''Schnee'', Kassel 20. Jh.; ''Schnai'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schneeplocke''' ● ''Schnaiblogge'' ,Schneeflocke‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnegel''' m. ● ''Schnegel'', auch ''Schnaegel'', ''Schnael'', ''Schneel'', ''Schneil'' gesprochen, ,Schnecke‘ (Vil. 1868); ''Schnächel'' ,Schnecke‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894); ''Schnähl'' m., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnegelfett''' ● ''schnegelsfett'', beliebter Vergleich (Pfs.1, 1889); ''schnächelfett'' ,schneckefett, sehr fett, gemästet‘, übertragen: ,besoffen‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894); ''schnählfädde'' ,sehr fett‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnegelshäuschen''' ● ''Schnählshißchen'' ,Schneckenhaus‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnegelsnase''' ● ,rotzige Nase‘, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schneien''' ● ''schneen'' ,schneien‘, Kassel (Gr. 1894); ''schnaien'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnettern''' ● ''schnäddern'' ,rasseln, schnell dahinsausen (von Wagen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schniepe''' ● ''Schniebe'', an Kleidern: ,Schneppe, schnabelförmig spitz zulaufendes vorn, oft hinten an der Taille‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnipp''' m. ● ''Schnipp'', ''Schnipchen'', ''Schnipsel'' ,Speise aus Käsematte, saurem Rahm, Salz und Kümmel, vor allem als Brotaufstrich‘, hauptsächlich im östl. Hessen und Fuldischen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnippelbohne''' ● ''Schnibbelbohne'' ,Schnittbohne‘, beliebtes Gemüse, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnippeln''' ● ''schnibbeln'' ,woran herumschneiden; in kleine Stückchen schneiden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnipperbohne''' ● ''Schnebberbonn'' ,Schnittbohne, Gemüsebohne‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnippern''' ● ''schnebbern'' ,fortwährend schneiden, in kleine Teichen schneiden, schnitzeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnitze''' f. ● ,zerschnittene und Hurden gedörrte Apfelstücke, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Schnetze'' ,Obstschnitte‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gilt nur für Äpfel, gedörrte Birnen sind ''Hutzeln'' (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnitzen''' ● ''schnetzen'' ,zurechtschneiden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnucken''' ● in Niederhessen ausschließliches Wort für ,naschen‘ (Pfs. 1886); ''schnuggen'' ,naschen‘, Kassel (Gr. 1894), ''schnüggen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnucker''' ● ''Schnügger'' ,Nascher, Feinschmecker‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnücker''' ● ''Schnigger'' ,jem., der gern nascht‘, ,jem., der einfache Hauskost tadelt, daran etwas auszusetzen hat‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnückelchen''' ● ''Schnickelchen'', auch ''Schnuckelchen'': zärtliche Bezeichnung für Kinder, Kassel (Gr. 1894); ''Schnuggelchen'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnücksch''' ● ''schnuckisch'', Adjektiv zu ''schnucken'' (Pfs. 1886); ''schnicksch'' ,naschhaft‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894), ,wählerisch im Essen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuckmaul''' ● ''Schnuggmull'' ,jem., der gern nascht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnucksack''' ● ''Schnüggsack'' ,naschhafter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuckwanst''' ● ''Schnüggwanst'' ,naschhafter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuckwerk''' ● ''Schnuggewerk'' ,Naschwerk‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schnüggwärk'' ,leckere Speisen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnudel''' f. ● ,unreinliche Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnuffeln''' ● ,beständig durch die Nase schnaufen; Aufziehen des Schleimes‘, besonders Niederhessen (Pfs. 1886); ''schnuffeln'' ,schnüffeln, schnuppern‘, Kassel 20. Jh.; ''schnüffeln'' ,schnüffeln, den Schlem in der Nase hochziehen; an etwas herumriechen, schnuppern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuffelnase''' ● ''Schnuffelnase'' ,jem., der überall herumschnüffelt‘, Kassel 20. Jh.; ''Schnüffelnose'' ,Nase mit starker Schleimabsonderung; Kind, das dauernd die Nase hochzieht (Schimpfwort), Mensch, der überall herumriecht, Schnüffler‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuller''' ● ''Schnuller'', ''Schnüller'', ''Schniller'' ,Penis‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Schnuller'' ,Penis‘, vor allem der kleiner Jungen, bei Erwachsenen eher scherzhaft gemeint, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnullern''' ● ,pinkeln (von kleinen Jungen, männlichen Säuglingen)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnupfen''' ● ''sich schnuppen'', ''sich schnippen'' ,sich schneuzen; riechen, bemerken‘ (Vil. 1868); (''sich'') ''schnubben'' ,(sich) schneuzen‘, Kassel 20. Jh.; ''sech schnübben'' ,sich schneuzen‘,Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnupfern''' ● ''schnubbern'' ,stoßweise riechen, schnüffeln‘, trans. auch: ,etwas bemerken, meist Unangenehmes‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuppe''' m. ●  ''Schnübbe'' ,äußerstes Ende, Rand, z.B. eines Tisches, eines Brettes‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Schnappe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuppel''' m. ● ''Schnübbel'' ,das männliche Glied‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnüppel''' m. ●  ''Schnibbel'' ,Endstück, Teilstück, Zipfel (z.B. Wurst); Penis‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnurbel''' f. ● ''Schnurwel'' ,jem. mit runzliger (früher auch: durch Pockennarben entstellter) Haut‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnurbeln''' ● ''schnurweln'' ,schrumpfen, schrumpeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnurbeln''' ● ''schnorweln'' ,undeutlich vor sich hin reden, vor sich hin knurren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnurbes''' m. ● ''Schnurwes'' ,Schnurrbart‘, Niederhessen (Pfs. 1886), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnurcheln''' ● ,leise atmend schlafen‘, Kassel 20. Jh.; ''schnorcheln'' ,leise schnarchen, röcheln‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Auch übertragen: ''De Piffe schnorchelt.'' ,Die Pfeife schnurchelt.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnurr''' f. ● ''Schnur'', „fast“ ''Schnurr'', oft auch ''Schnor'', stets mit kurz ausgesprochenem Vokal, ,Schwiegertochter‘, üblicher als ''Schwiegertochter''; sehr oft, besonders im westlichen Hessen, schon in Hersfeld, deminuiert: ''Schnurchen'', ''Schnorche'', ''Schnörche'', ''Schnerch'' (Vil. 1868). ● Vgl. ahd. und mhd. ''snur'' ,Schwiegertochter‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnurren''' ● ''schnurren'' ,zusammenschnurren, verschnurren ,eintrocknen (halbverbrannter Braten, getrocknetes Obst, verwelkter Menschlicher Körper)‘ (Vil. 1868); ,sich schnell drehen (vor allem von Rädern), schnell von der Hand gehen‘, ''innschnurren'', ''zusammenschnurren'' ,einschrumpfen‘, ''schnurren gehn'' ,losgehen, um Gesellschaft zu suchen‘, Kassel 20. Jh.; ''schnorren'' ,sich schnell im Kreise drehen; müßig umhergehen, um zu schwatzen und Neuigkeiten zu erfahren‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Das schnurrt nur so.'' ,Das flutscht, geht schnell von der Hand.‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnürkel''' ● ''Schnirkel'' ,Schnörkel‘, Kassel (C. Müller, 1925)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnürzel''' ● ,anmutig, lieblich‘, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnütchen''' ● ''Schniddchen''  ,kleiner Mund; Kuß‘, Kassel (Gr. 1894); ,Mund kleiner Kinder; Schmollmund kleiner Kinder‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnute''' f. ● ''Schnute'' ,menschlicher Mund‘, verächtlich, Niederhessen (Vil. 1868); ''Schnudde'' ,Mund‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,Schmollmund‘, Kassel 20. Jh.; ''Schnüdde'' ,Schnauze, Mund‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä macht ’ne Schnudde.'' ,Er macht einen Schmollmund, ist unwirsch.‘ Kassel 20. Jh. ''Hä hängt de Schnüdde.'' ,Er macht ein mürrisches Gesicht.‘ ''Sinne Schnüdde schnitt Hoore op''. ,Sein Mund schneidet Haare ab, er hat ein böses Mundwerk.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuttel''' m. ● ''Schnuddel'' ,Schwatz, belanglose Unterhaltung‘ Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuttelchen''' ● ''Schnuddelchen'' ,kleiner Schwatz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnutteln''' ● ''schnuddeln'' ,anhaltend sprechen, schwatzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''schnüddeln'' ,schnell und anhaltend sprechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schöne''' ● ''scheene'' ,schön‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● Steigerung: ''scheene'', ''schenner'', ''am schennsden''. Der Positiv ''scheene'' ist nicht sehr häufig, wird meist ersetzt durch ''hibsch'', ''hebsch'' ,hübsch‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schöpferling''' ● ''Schepperling'', ein Kartoffelgebäck, Schönau, Gilserberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schore''' f. ● ,ein Mundvoll (Brot), ein Priem Kautabak‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schörchen''' ● ''Schaerchen'' ,Portion Kautabak, so viel auf einmal in den Mund genommen wird‘ (Vil. 1868); ''Scheerchen'' ,Mundportion Kautabak‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schoren''' ● ''scharen'', ''schoren'' ,Tabak kauen‘ (Vil. 1868); ''schoren'', Kassel (Gr. 1894); ''schoren'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schoren''' ● ''schoren'', ''zuschoren'' ,an Schule gegenseitiges Aushelfen mit dem Frühstück; verbotenes Zurufen an Befragte, heimliches Ablesen aus einem Buche, falls man dem Lehrer nicht antworten konnte‘, Kassel, 1840er und 1850er Jahre (Pfs. 1886); ,einem Mitschüler schriftliche Arbeiten absehen‘, Kassel (Gr. 1894); ,in der Schule bei einer Klassenarbeit vom Banknachbarn abschreiben‘, auch: ,von einem vorbereiteten Spickzettel (''Schorzettel'') abschreiben‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schores''' m. ● ,Gewinn, Nutzen, Profit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schorn''' m. ● ,zwei Fuß langes, schmales Weizengebäck‘, Niederhessen und Fulda (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schorn''' m. ● ,Erdscholle‘, Oberhessen (Vil. 1868); Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schörnerig''' ● ''schernerech'' ,schollig, voller Erdschollen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schortabak''' ● ''Schartabak'', ''Schortabak'' ,der in Rollen verkäufliche Kautabak‘ (Vil. 1868); ''Schordawwack'' ,Kautabak‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schosse''' ● allgemeine Bezeichnung für,Schnellkügelchen‘, Kügelchen, mit denen Kinder bestimmte Geschicklichkeitsspiele spielen, Kassel (Gr. 1894). ● Es gab davon mehrere Gruppen; Gr. zählt auf: 1) ''Kleiwachse'' oder ''Klimberde'' (unglasierte, weiße, gebrannt), 2) ''Schusser(de)'', dieselben mit brauner Glasur, 3) ''Wackeln'' oder ''Waulen'': a) gewöhnliche, b) ''Erweswackeln'' (erbsengroß), c) rot, grün oder blau lackierte Wackeln, d) ''Marmorwackeln'', fleischfarbig mit etwas rotem Geäder, e) ''Achatwackeln'' , f) ein ''Bickert'', wie 2., aber von der Größe eines Borstorfer Apfels (mit dem allerdings nicht geknipst wurde). ● Nach Bennecke (Kassel 1904) wird das Wackelspiel auf dreierlei Art betrieben: 1) ''Kuttenwerfen'' (s. ''Kaute''), wobei die Wackeln ''geschuckelt'' oder ''geschmackt'' werden, 2) ''Anwerfen'', wobei sie auf die Erde geworfen werden, 3) ''Knibbsen'', wobei sie in der [[Druselturm|Drusel]] (= Rinnstein) einfach aufeinander geknipst werden. ● Siehe ''Schosser'', ''Wackel'', ''Nete''; ''knipsen'', ''schuckeln'', ''schmacken''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schossen''' ● ,Schößlinge treiben‘, Kassel 20. Jh.; ,Schößlinge treiben, ins Kraut schießen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schozzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schosser''' m. ● ''Schosser'', ''Schossert'', Plur. ''Schosserte'' ,kleine Spielkugeln von geringerem Wert als die basaltenen Wackeln‘, Kassel (Pfs. 1886). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schotengebitze''' f. ● ''Schodenjebetze'' ,Bund Schotenstroh‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrabbeln''' ● ''schrawweln'' ,lallen (von Säuglingen), plaudern (von ganz kleinen Kindern, im Sinne von Gesprächigkeit)‘, Kassel (Gr. 1894), ,andauernd und schnell sprechen, eher unverständlich bzw. ohne Gehalt‘, Kassel 20. Jh.; ,andauernd und schnell sprechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schräh''' ● ''schreh'' ,schräg‘ Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrägläufer''' ● ''Schrehlaifer'' ,halbwüchsiger Junge (ungefähr vom 14. bis 17. Lebensjahr)‘, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrappchen''' ● ''schrabbchen'' ,schaben, mit einem Messer abkratzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrappen''' ● ,kratzend schaben‘ (Vil, 1868); ''schrabben'' ,abkratzen, abschaben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,schaben, mit einem Messer abkratzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''den Bart schrabben'' ,rasieren‘, humoristisch, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Bartschrapper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrebb''' ● ,mißvergnügt, unzufrieden, elend, hungerleidend aussehend‘, auch: ,neidisch‘, wohl nur (noch) in der Redensart ''en schrewwer Junge'', Kassel (Gr. 1894); ''schrebb'' ,hager, mager, dünn‘, Balhorn (Sl. 1901). In Gr.’s Manuskript ''schrèwwer Junge'', also offenes ''e''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schreben''' ● ''schräwen'' ,ein wenig gefrieren, mit leichter Frostdecke überzogen werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schreckstein''' ● ,Prellstein‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schräggsteeng'' ,starker behauener Stein, an Hausecken gesetzt, um Beschädigungen durch Fuhrwerke zu verhindern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schreibens''' s. ● ''en Schriewens'' ,ein Schreiben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,Schreiben, Geschriebenes, namentlich amtlicher Brief‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä brachte mä en Schriewens''. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrittschuh''' ● ''Schrettschuh'' ,Schlittschuh‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.’s Manuskript ''Schréttschuh''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schroh''' ● ''schro'', ''schra'', Plur. ''schrowe'', ''schrawe'', ,rauh beim Anfühlen, rauh überhaupt, schlecht, dürftig mangelhaft, armselig‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868); ''schroh'' ,elend, hungerleidend aussehend, wie von karger Kost lebend‘, Kassel (Gr. 1894), ,grob (in Bezug aus Speisen)‘, Kassel (Lüttebrandt 1917); ,hager, mager, dünn‘, Balhorn (Sl. 1901); ,rauh‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schrâch'', ''schrôch'' ,mager, dürr, rauh, grob‘.● Vil. gibt historische Belege aus Kassel 1607 (Gesangbuch des Landgrafen Moritz) und Eschwege 1657.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrubben''' ● wie hd., Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), auch: ,aus dem Groben hobeln‘, Kassel (Gr.); ''schrobben'', wie hd., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrubber, Schrubbert''' m. ● ,besenartiges Gerät zum Schrubben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); auch: ,jem., der aus Habgier viel, lange, rasch und darum oft schlecht arbeitet‘, Kassel (Gr.); ''Schrobber'', wie hd., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrumpel''' f. ● ,Runzel‘, in Hessen ausschließlich, ''Runzel'' ist unbekannt (Vil. 1868); ''Schrumbel'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schrömbel'' ,Runzel, Hautfalte‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrumpel''' f., m. ● ''Schrumpel'' ,Runzel‘ in übertragener Bedeutung; ''Schrumpel'' f., ''alte Schrumpel'' ,altes Weib‘, verächtlich (Vil. 1868); ''ahler Schrumbel'' m. ,runzlige, häßliche Person (kann Mann oder Frau sein)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrunde''' f. ● ,Riß in der Haut durch Nässe und Kälte‘ (Vil. 1868); ''Schrunne'', ''Schrunge'' ,bleibender Riß in der Haut der Hände, verursacht durch grobe Arbeit‘, Kassel 20. Jh., ''Schrungen'' Plur., Kassel (Gr. 1894); ''Schrönge'' ,Riß in der Haut, namentlich an der Hand‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kassel: ''Schrunge(n)'' ist ländliche Form (bedingt durch Zuzug vom Lande).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuben''' ● ''schuwen'' (stark konj.) ,schieben‘, Kassel (Gr. 1894); ''schüwen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen Oberellenbach: schüwen, schopp, jeschowwen (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuben''' ● ''schuben'' (schwach konj.) ,auf dem Eis gleiten‘, östl. und mittleres Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schubkaren''' m. ● ''Schuwekahren'' ,Schubkarren‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schübkorn'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schubstein''' ● ,Wetzstein größerer Art, etwa für schwere Messer und Äxte‘, besonders in Oberhessen (Vil. 1868); ''Schübsteeng'' ,Wetzstein, auf dem durch Hin- und Herschieben größere Gegenstände geschliffen werden‘,  Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schüchelchen''' s. ● ''Schiechelchen'', Plur. ''Schiechelerchen'', ,kleiner Schuh, kleiner Kinderschuh‘, Kassel  19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schiechelchen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Schuh''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuchten''' ● ''schüchden'' ,jauchzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schoch'', Interjektion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuckeln''' ● ''schuggeln'' ,in kurzen Stößen schaukeln (auf dem Stuhl); schütteln, rütteln; wackeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''Schosse''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuckerig''' ● ''schüggerech'' ,fröstelnd, vor Kälte oder Schreck zitternd‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuckern''' ● ''schüggern'', impers. ''es schüggert mech'' ,es überläuft mich (vor Kälte oder Schreck)‘, ''sech schüggern fär'' ,Abscheu vor etwas haben, ungern an etwas herangehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
		&lt;br /&gt;
'''Schuh, Schuch''' m. ● ''Schuh'', gewöhnlich in alter Weise, mitunter sogar im Plural, ''Schuch'' gesprochen (''u'' lang) (Vil. 1868); Sing. ''Schuh'', Plur. ''Schuh(e)'', Kassel 20. Jh.; Sing. ''Schuch'' (''u'' kurz), Plur. ''Schuh'' (''u'' lang), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Schüchelchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schuldsmann''' ● ''Scholdsmann'' ,Schuldner‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schulmeister''' ● ''Schollmeester'' ,Lehrer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schulpe''' f. ● ,Erdscholle‘, Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schulmeisterschin''' ● ''Schollmeesterschen'' ,Frau des Lehrers‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schultern''' ● ''sich schullern'' ,sich recken‘, übertragen: ,sich widersetzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppchen''' ● ''sich schobbchen'' ,sich infolge einer juckenden Empfindung schütteln, die Kleidungsstücke am Körper reiben‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''schuppen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppeln''' ● ''schubbeln'', ''schuppeln'', ''schüppeln'' (''schippeln''), wälzen, rollen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''schübbeln'' ,rollen, rollend fortbewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schuppelrad''' ● ''Schübbelroot'' ,kleines Rad aus Holz, das den Kindern als Spielzeug dient‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppen''' ● ''(sich) schubben'' ,(sich) jucken, reiben, wo ein Kitzel oder Reiz empfunden wird‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. ''schuppchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppen''' ● ''schobben'' ,Hafer, der auf dem Acker liegt, zu Garben bündeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schupperechtig''' ● ,schauderhaft‘, von Dingen gesagt, vor denen man sich schuppert, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Bildung mitdem Suffix -''echtig'', s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schupperig''' ● ''schubberig'' ,Schauder machend‘ (in Bezug auf Kühle, Kälte), Kassel (Gr. 1894). ● ''Es is mä so schubberich''. ,Es fröstelt mich.‘ Auch vom Wetter gesagt. (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppern''' ● ''sich vor etwas schuppern'' ,einen gelinden Schauder vor etwas haben, ungern an ein schwieriges Geschäft oder die Arbeit überhaupt gehen‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''sech schubbern'' ,(zurück)schaudern, sich scheuen, zögern, fürchten vor‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schuppert''' m. ● ''Schubbert'': eine Fischart, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. erwägt, ob vielleicht identisch mit ''Kullert''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schürgen''' ● ''schergen'', in Niederhessen oft ''schirgen'' ,schieben, fortschieben, fortstoßen (mit Anstrengung)‘ (Vil. 1868); ''schürgen'' ,schieben‘, hier und da vorkommend, z.B. Hersfeld; ''schärjen'' ,mit Anstrengung fortschieben, fortstoßen, ziehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schürgen'', ''schurgen'' ,schieben, stoßen, treiben‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schurri''' ● „ein kriegerischer, streitbarer Ruf ... zu kühner Herausforderung“, z.B. auf Kirmessen und bei anderen Anlässen; er ist alt: in den französ. Revolutionskriegen griffen die hessischen Truppen mit ''Schurri'' an (Pfs. 1886); ''schurri!'' Alter Kampf-, Angriffsruf der hessischen Soldaten, Kassel (Gr. 1894). ● Redensart  ''Schurri in’n Kohlenkasten'':  ein Hervorstürzen, -brechen, Draufloseilen bezeichnend (Gr. 1894). ''Schurri, schurri!'' Etwa: ,Mach los, beeil dich gefälligst!‘ Kassel, Mitte 20. Jh. ● Vermutl. von mhd. ''schür'' (mit md. Variante ''schur'') ,Andrang‘, zum Verb ''schürn'' ,Anstoß geben, antreiben, schüren‘ gehörig, verwandt mit mhd. ''schurge'' ,Anstoß, Angriff‘. ● Siehe ''überstülpen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schürzel''' ● ''Scherzel'' ,Schürze‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Schärzel'' n., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schürzen''' ● ''sech schärzen'' ,zur leichteren Bewegung bei der Arbeit die Kleider in die Höhe binden’, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schussel''' f. ● ,unordentliche Weibsperson‘, Ober- und Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schusterkarmenade''' f. ● ,Schusterkarbonade, Handkäse‘, scherzhaft, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schutt''' m. ● ,Regenguß‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schütten''' ● ''schedden'' ,schütten‘, auch: ,gießen‘; „letzteres gebraucht der Kasselaner nur von Metall, Talg usw., nie von Wasser, Milch und anderen Getränken“, Kassel (Gr. 1894). ● ''Es schiddet.'' ,Es regnet stark.‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schutteln''' ● ''schuddeln'' ,schütteln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Redensart ''schuddeln un ruddeln''  (und umgekehrt) ,schütteln und rütteln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schutter''' m. ● ''Schudder'' ,Schauer (vor Kälte oder Ekel), Kassel 20. Jh. ● ''Mä lief en Schudder iwwer den Riggen.'' ,Mir lief ein Schauer über den Rücken.‘ Kassel 20. Jh. ● Vgl. ähnliches ''Schuder'', siehe ,Schauder‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schüttern''' ● ,etwas Feststehendes in schwankende Bewegung versetzen‘, meist in der Konstruktion ''an etwas schüttern'' (Vil. 1868). ● ''Schütter doch nicht so am Tisch.'' (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuttern''' ● ,schüttern‘, weit verbreitet als Intransitiv gegenüber bei Vil. verzeichnetem Transitiv ''schüttern'' (Pfs. 1886); ''schuddern'' ,erschüttern, erschüttern machen; schaudern vor Kälte, Ekel‘, Kassel 19. (Gr. 1894), unpers., ,einen Schauder bekommen‘, Kassel 20. Jh. ● ''Es schuddert mich'' (vor Kälte oder Ekel), Kassel 20. Jh.; Überschneidung mit ''schudern'', s. ''schaudern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schüttfett''' ● ''Scherrefätt'' ,Rüböl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schütze''' f. ● ''Schetze'' ,Vorrichtung zum Stauen des Wassers‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schützen''' ● ,Wasser, Gerinne aufstauen, dämmen‘ (Vil. 1868); ''schetzen'' ,Wasseer abdämmen, stauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Do kamme jo de Foole met jeschetzen.'' ,Damit kann man die Fulda abdämmen (von einer großen Menge gesagt).‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwacken''' ● „bedeutet die Bewegung einer Flüßigkeit, welche in einem stark bewegten Glas befindlich ist“ (Vil. 1868); ''schwaggen'' ,eine Flüssigkeit in einem Gefäß durch ruckartige Bewegung zum Verschütten bringen oder in die Gefahr des Überfließens bringen; vergeuden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Geschwacket vull'' ,zum Überfließen voll‘, Kassel 19. Jh. (Herzog).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwackelfette''' ● ''schwaggelfädde'' ,infolge starker Verfettung hin und her schwankend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwadchen''' f. Plur. ●,Hülsen der Erbsen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwaden''' ● ''sech schworen'' ,ein Schwadenbad nehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwadenbad''' ● ''Schworenboot'': bei Halsschmerzen nimmt man gern ein Schwadenbad, d.h. man steckt den Kopf in die Dämpfe von gekochten Kartoffeln oder kochendem Viehfutter, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwäher''' ● ''Schwähr'' ,Schwiegervater‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''sweher''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwalbe''' ● ''Schwalwe'', übertragen: ,Ohrfeige‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwanden, schwanen''' ● ''schwanen'' unpers. ,ahnen‘, üblich, ganz Hessen (Vil. 1868); ''schwahnden'' ,ahnen‘, Kassel (Gr. 1894); ''schwaanden'', ''schwanen'' unpers., Kassel 20. Jh. ● ''Es schwant mir.'' ,Es ahnt mir, es steht mir dunkel vor.‘ (Vil.) ''Es schwaandet mä, schwant mä.'' ,Ich ahne (meist nichts Gutes).‘ Kassel 20. Jh. -  ● Vgl. mnd. ''swanen'' mit Dat. ,vorgefühlt, geahnt werden‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwandunge''' ● ''Schwahndunge'' ,Ahnung‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwane''' f. ● ,Schwan‘, feminin, Hessen, neuerdings durch den Einfluß der Schriftsprache maskulin (Pfs. 1886). ● Pfs. teilt mit, daß es in seiner Jugend „so ziemlich in allen hessischen Städten“ eine „Schwane“ gab, d.h. „Gasthof zur Schwane“. ● Vgl. ahd. ''swana'' f., ''swan'' m. ,Schwan‘; mhd. und mnd. ''swan(e)'' nur m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwank''' ● ''schwaank'' ,lang und dünn, biegsam‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwänzelénz''' m. ● ''Schwänzelänz'' ,Mensch, der beim Gehen die Röckschöße hin und her bewegt, affektiert gehender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwänzelieren''' ● ,schmeicheln, katzbuckeln‘, Kassel (Gr. 1894). ● Im selben Sinn: ''Schwänzelierchen machen.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwärdreck''' ● ''Schwährdräck'',Augenbutter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwarte''' ''●'' wie hd., von der Schweinshaut und der menschlichen Kopfhaut gebräuchlich (Vil. 1868); ergänzend zu Vil: auch ,Mund‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''Schwarde'' ,Schwarte; Redefertigkeit‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Schwoorde'' ,dicke, harte Haut, besonders Speckschwarte‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''’ne gude Schwarde am Kobbe hon'' ,das große Maul führen, jeden niederreden‘ (Gr.). ● Pfs. nimmt für die Nebenbedeutung Herkunft von ''suada'' an, Gr. von französ. ''suade'', etwa: ,Überredungskunst‘. ● Pfs.: „Daß hier ursprünglich jenes Suada für Redegabe [...] misverständlich in Absicht gewesen sei, ist wohl begründete Annahme.“ Heute werde eher der Gedanke an Lippen aufkommen. „Mindestens hatte ich als Kasseler Junge immer an eine richtige Schweine-Schwarte darbei gedacht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwarzammerse''' f. ● ''Schworzommersche'' ,Schwarzamsel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwebel''' m. ● Schwäwel ,Schwefel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schweher''' m. ● ''Schweher'', ''Schwäher'' ,Schwiegervater‘, ganz Hessen (Vil. 1868). ● ''Schwiegervater'' war bei der hessischen Landbevölkerung bis in die 1820er Jahre nicht im Gebrauch, z.T. sogar unverständlich (Vil. 1868); ''Schwähr'', Oberellenbach (1926). ● Vgl. mhd. ''sweher''. ● Siehe ''Schwieger''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schweigen''' ● ''schwichen'' (''i'' kurz) nur im Kompositum ''stilleschwichen'' ,schweigen‘, Kassel 20. Jh.; ebenfalls nur im Kompositum: ''stelleschwijjen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''swîgen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schweigen''' ● ''schweejen'' ,zum Schweigen bringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''sweigen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwein''' m. ● ,Schweinehirt‘, üblich nur noch im niederdeutsch sprechenden Niederhessen (Gegend von Hofgeismar und Wolfhagen), in Kassel und Frankenberg zu Anfang des 19. Jh. erloschen (Vil. 1868). Haus- und Familienbeiname „bie Schweins“, Kirchberg 2014. ● Vgl. ahd. ''swein'' ,Schweinehirt, Knecht‘, mhd. ''swein'' ,Hirte, Knecht‘, altnord. ''sveinn'' ,Knabe, Bursche, Diener, Hirt‘. Das Wort hat mit ahd. ''swīn'', mhd. ''swîn'' ‚Schwein‘ nichts zu tun. Der Unterschied ist auch in der mundartlichen Aussprache gewahrt: ''Schwein'' – ''Schwinn''. Erst mit Luthers Bibelübersetzung kam für die vorwiegende niederhess. Form ''Schwinn'' hd. ''Schwein'' auf, wodurch beide Wörter als zusammengehörig empfunden werden konnten. (Kleinere Teile des Niederhessischen haben allerdings altes ''î''zu ''ei'' diphthongiert.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schweiß''' ● ''Schweeß'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schwitz'', ''Schwitze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schweren''' ● ''schwären'' ,schwören‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl.mhd. ''swern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwerenangst''' f. ● ,Schwere Angst‘: ''Schwerenangest noch emo!'', Fluchwort, Kassel (Gr. 1894); ''Eerníngster!'' (Plur., Akzent auf der 2. Silbe) , Fluchwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwerenot''' f. ● ''Schwerrnót''!, auch: ''Eernót''!, Fluchwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwerenöter''' ● ''Schwerrneeder'' ,listiger, verschlagener Mensch, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwerenotsch''' ● ''schwerrnoodsch'' ,eigenartig, sonderbar‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwerfutterig''' ● ''schweerfudderech'' ,schwer zu füttern‘ im Sinne ,das Futter schlägt nicht an‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwerlich''' ● ''schwärrlech'' ,kaum‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwicke''' f. ● ,Steg, Brücke, aus Pfählen, welche mit Hürden und diese wiederum mit Rasenstücken übberdeckt werden, verfertigt, und zur meist nur sommerlichen Überbrückung eines kleinen Flusses oder eines Sumpfes dienend‘, in neuerer Zeit nur selten noch errichtet, Niederhessen (Vil. 1868); ''Schwegge'' ,Notbrücke‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwieger''' f. ● ,Schwiegermutter‘, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Schwäjer'' ,Schwägerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''swiger'' ,Schwiegermutter‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwiemel''' m. ● ''Schwimel'' ,Schwindel,Taumel‘, nur im nd. sprechenden nördlichsten Hessen [was offensichtlich nicht zutrifft] (Vil. 1868); ''Schwimmel'' ,Schwindel, Taumel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● vgl. mhd. ''swîmel'', ''swimmel'' ,Schwindel, Taumel‘. ● ''Schwimmel'' geht entgegen dem Anschein zurück auf die mhd. Form ''swîmel'' (''i'' erhalten, aber gekürzt, keine Senkung zu ''e'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwiemelei''' ● ,Völlerei, Nachtschwärmerei‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwiemelig''' ● ''schwiemelig'' ,betrunken‘, Kassel (Gr. 1894), unpersönl. ,benommen, schwindlig‘, Kassel 20. Jh.; ''schwimmelech'' ,schwindlig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Mä is ganz schwiemelich (zemude)''. ,Mir ist schwindelig, ich bin benommen.‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwiemeln''' ● ''schwimeln'' ,wanken, gehen wie ein Betrunkener‘, [angeblich nur] an der Diemel und Weser (Vil. 1868); ''schwimmeln'' ,schwindlig sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''swîmeln'', ''swimelen'', ''swimmeln'' ,schwindeln‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwinde''' ● ''schwinge'' ,geschwind, schnell‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd ''swinde'', ''swint'' ,heftig, ungestüm, schnell‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwippe''' f. ● , Peitsche‘, Umgebung von Kassel, fuldaaufwärts bis Spangenberg (Vil. 1868). ● Vgl. mhd. ''swippe'', ''sweppe'' f. ,Geißel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwitte''' f. ● ''Schwidde'' ,Gefolge, Troß, nach- und mitziehender Haufe‘, geringschätzig, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schwidden'' Pl. ,Lügen, Aufschneidereien‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Pl. ''Schwidden'' in der Redensart ''Schwidden machen'' ,Kleideraufwand, auch anderen Aufwand machen‘ (Gr.). ● Von französ. ''suite'' ,Folge, Gefolge, Begleitung‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwittenmacher''' ● ''Schwiddenmacher'' ,einer der (Kleider-)Aufwand betreibt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwittjee''' m. ● ''Schwiddjeh'' ,einer, der (Kleider-)Aufwand betreibt‘, Kassel (Gr. 1894), ,Blender‘, Kassel 20. Jh.; ,leichtsinniger, listiger Mensch, Lügner‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von franz. ''suitier''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwitz''' m. ● ,Schweiß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwitze''' f. ● ,Schweiß‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwofen''' ● ,schwiemeln, sich vergnügt umhertreiben‘, auch für ''tanzen'' verwandt (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwof''' m. ● ,schwiemelndes, wohl auch unehrbares Getreibe‘, bei Kassel (Pfs. 1886); ,Tanz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwubbeln''' ● ,schwabbeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwuckelfette''' ● ''schwoggelfädde'' ,infolge starker Verfettung sich hin und her bewegend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwuckelig''' ● ''schwoggelech'' ,sich hin und her bewegend (namentlich infolge Verfettung)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwuckeln''' ● ,schwabbeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwuddel''' m. ● ,schwulstartige Fett- oder Fleischablagerung‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwulch''' m. ● ,Geschwulst‘, Hersfeld, Knüllgegend (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwulch''' m. ● ,drückend heißer Dunst‘, z.B. in einer Stube, in welcher geheizt ist und dazu Wasser verdampft, in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868); ,Schwüle‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwulchig''' ● ,schwül‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwuppen''' ● ''schwubben'' ,ruckartig hin und her schwingen (von Schwerem)‘, Kassel 20. Jh.; ,infolge einer allzu schweren Last hin und her schwanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sebbchen''' n. ● ,Stückchen‘, bei Felsberg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''See''' n. ● ''das See'' ,der See‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seeb''' ● ''Sähp'' ,Sieb‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seelenbein''' ● Zärtlichkeitsausdruck, Kassel (Gr. 1894). ● ''Min einstiges (= einziges) Seelenbein!'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sehen''' ● Stammformen: ''sähn'', ''saach'', ''gesähn'', Kassel 19. Jh., Anf. 20. Jh.; ''sähn'', ''soch''(''o'' kurz), ''jesähn'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seibelbart''' ● ''Saiwelboort'' ,langweiliger Erzähler‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seibeln''' ● ''saiweln'' ,mit lästiger Breite sprechen, langweilig erzählen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiber''' m. ● ''Seiber'', ''Sebber'' ,aus dem Mund herabfließender Speichel‘ (Vil. 1868); ''Seiwer'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Seewer'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberbart''' ● ''Seiwerbard'' ,jem., dem der Geifer aus dem Mund fließt; unleidlicher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); ''Seewerboort'',Mensch, dem der Speichel aus dem Mund fließt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberglocke''' ● ''Seewerglogge'' ,Kind, dem der Speichel aus dem Mund herabfließt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberläppchen''' ● ''Seiberläppchen'', ''Seibertuch'' ,Tuch mit Bändern, das man kleinen Kindern umbindet, um herabfließenden Speichel aufzufangen‘ (Vil. 1868); ''Seiwerläbbchen'' ,Brustlatz des Säuglings zur Schonung der Bekleidung‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberlätzchen''' ● ''Seiwerlätzchen'' ,Tuch, das man kleinen Kindern vor dem Essen umbindet zur Schonung der Bekleidung vor herabrinnendem Speichel‘, Kassel 20. Jh.; ''Seewerlätzchen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seibern''' ● ''seibern'', ''sebbern'' ,den Speichel aus dem Mund fließen lassen‘, in Nieder- und Oberhessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''seiwern'' ,das Entäußern des Speichels bezeichnend (von Säuglingen)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''seewern'' ,Speichel aus dem Mund fließen lassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberschlette''' f. ● ''Seewerschledde'' ,Mensch, dem der Speichel aus dem Mund läuft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seich''' m. ●  ''Seech'' ,Harn, Urin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel 20. Jh. eher übertragen gebraucht: ''Där mit sim Seich''. ,Der mit seinem dummen Geschwätz.‘&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seichameise''' ● ,Ameise‘, die ''Seichammel'', gewöhnlich in neuester Zeit der ''Seichhammel'' gesprochen, nördlichstes nd. sprechendes Niederhessen, ebd. fast ausschließliche Bezeichnung der Ameise (Vil. 1868), ''Séchummelsche'' in Oberhessen (Vil. 1868); ''Seechmotze'' (''o'' geschlossen), fast ausgestorben, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hingegen Simplex ''Ummelsche'' ,Amsel‘, Oberhessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiche''' f. ● ,Urin‘ (Vil. 1868); Kassel 20. Jh. ● Dünn wie Pferdeseiche, übliche Verurteilung schlechten Bieres. (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seichen''' ● ‚ausschließlich gebrauchtes Wort für urinieren‘ (Vil. 1868); ''seichen'', Kassel 20. Jh.; ''seechen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Hochseicher''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seichfäßchen''' ●  ''Seechfäßchen'' ,kleines Faß, in dem der menschliche Urin gesammelt wird, um dann aufs Feld getragen zu werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seichtüpfen''' n. ●  ''Seechdebben'' ,Nachtgeschirr‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seidenbeutel''' ● ''Siedenbiedel'' ,jem., der auffällig glatt und geschmeidig in seinen Manieren ist, Einschmeichler‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiger''' ● ,Sieb, Durchschlag, besonders für Flüssiges‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seihe''' f. ● ,Sieb, Durchschlag, besonders für Flüssiges‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seihtuch''' ● ''Sidduch'' (''u'' kurz) ,leinenes Tuch, das zum Seihen der Milch benutzt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seil''' ● Plur. ''die Seiler'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Seel'', ''Seeler'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''En Seil drehn'' ,ein langes Schwätzchen halten‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seilerhans''' ● ,langweiliger Erzähler, Schwätzer‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seilermärten''' ● ''Seelermärden'' ,Seiler-Martin, langweiliger Erzähler‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seilern''' ● ''seelern'' ,eine Tätigkeit hinauszögern; langweilig erzählen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiltänzer''' ● ''Seildänser'': Brötchenart, auch ''Wasserwecke'' gen., Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seimig''' ● ''seemech'' ,dickflüssig, schleimig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sein-Muß''' m. ● ''Sinn-Muß'' ,etwas, das sein muß, Notwendigkeit‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Semft''' ● ''Senfft'' ,Senf‘, Kassel (Gr. 1894), ''Semft'', Kassel 20. Jh.; ''Sämft'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sengeln''' ● ,sengen‘ trans.: ,etwas anbrennen, sengen, Federkiele (bei Geflügel) absengen‘, intr.: ,glimmen, brenzlich riechen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sengern''' ● ,sengen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Senste''' ● ''Sänsde'' ,Sense‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''setzen''' ● Stammformen: ''setzen'', ''saßde'', ''jesaßt'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Setzwaage''' f. ● ,Dreispitz, Dreimaster, dreieckiger Hut‘, „wie ihn die Leichenträger oder ,Bullezeischerschanden‘ (Polizeisergeanten) in großer Uniform auch mit Gala bei feierlichen Gelegenheiten meist trugen“, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sick''' ● ''sick'' oder ''zick'', Lockruf des Schäfers für die Schafe, ganz Hessen (Vil. 1868); ''sick, sick!'' Lockruf für die Schafe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sickertär''' n. ● das ''Sickerdehr'' ,Sekretär im Sinne von Schreibtisch‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. verweist auf Jonas: ''Schribsicherdehr''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sieh''' ● ''sich'' (mit kurzem ''i''), Imperativ Sing. von ''sehen'', Kassel (Gr. 1894); ''säch!'' ,sieh da!‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Sich emo ahn!' ,Sieh einmal an!‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sieden''' ● Stammformen: ''sieden'', ''sood'', ''gesooden'', Kassel 19., Anf. 20. Jh.; ''sieren'', ''sott'', ''jesorren'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sime''' f. ● ''Sime'' ,Schnur, Strick, Bindfaden, besonders ein dünner und kürzerer‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Simme'' ,Schnur, Bindfaden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Simetze''' f. ● ''Simele'', ''Simeze'', ''Simze'' ,Binse, juncus‘, in großen Teilen unseres Gebiets (Pfs.1886); ''Sümmetze'' ,Simse, Binse‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Auf den Simetzen'', Flurbezeichnung in Kirchberg 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''simulieren''' ● ''simulieren'' ,nachdenken, sinnen‘, Hessen (Vil. 1868); ''simmelieren'' ,intensiv nachdenken, grübeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''sembelieren'' ,nachdenken, sinnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von lat. ''simulare'' ,nachahmen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''singen''' ● Stammformen: ''singen'', ''sung'', ''gesungen'', Kassel 19., Anf. 20. Jh.; ''sengen'', ''soong''(''o'' offen), ''jesöngen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Singleiche''' f. ● ''Singeliche'' ,Singleiche‘, Kassel (Gr. 1894); ''Singeliche'' ,Leichenbegängnis mit Gesangsbegleitung‘, Balhorn (Sl. 1901). ● Redensart ''’ne Singeliche (machen)'' ,weitläufig über etwas Unangenehmes sprechen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sinken''' ● Stammformen, entsprechen in Kassel und Oberellenbach denen von ''singen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sint''' ● ,seit‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl mhd. ''sint''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sipp''' ● Redensart ''mit Sipp un Sapp'' ,mit allem, was zu ihm gehört‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sippern''' ● ,ein wenig Feuchtigkeit von sich geben (meist von Wunden)‘, überall gebräuchlich (Vil. 1868); ''sibbern'', ''sebbern'' ,sickern, sintern‘, auch in Bezug auf nässende Wunden, Kassel (Gr. 1894). ● Bei Gr. zweimal mit unterschiedlicher Schreibung und Einordnung verzeichnet. Gr.s Manuskript hat für die zweite Form ''sébbern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sochern''' ● ''sochern'', ''soochern'', ''suchern'' ,kränkeln, zumal zehrend kränkeln‘, Schwalm, Oberhessen (Vil. 1868); ''sochern'' ,kränkeln; auftrocknen (vom Körper Schwindsüchtiger)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Socherung''' f. ● ,Schwindsucht‘, Schwalm, Oberhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''socken''' ● ,Galopp laufen‘, im Waldeckischen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Söffer''' ● ''Seffer'' ,Säufer‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sömmersch''' ● ,sommerlich (z.B. Kleidung), sonnig (z.B. Lage eines Feldes)‘ (Vil. 1868); ''semmersch'' ,den Sonnestrahlen zugänglich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sommervögel''' ● ''Sommerveele'' ,Sommersprossen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
'''Sonnabend''' ● in Althessen die ausschließliche Bezeichnung; ''Samstag'' ist gänzlich unbekannt (Vil. 1868); ''Sunnowend'', Kassel 20. Jh.; ''Sonnowet'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Soppe''' ● ''Sobbe'' (offenes ''o'') ,Suppe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sosen''' ● ''sich sosen'' ,sich beruhigen, nachlassen (von Schmerz), Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spacherhans''' ● ,Hungerleider, Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spacherig''' ● ,vertrocknet, rissig (z.B. Brot, Erdboden)‘ (Vil. 1868); ''spacherich'' ,karg, kargend, trocken‘, im Hinblick auf Holz: ,sich spaltend, faulend‘, Kassel (Gr. 1894); ''spacherig'' ,vertrocknet, rissig; allzu sparsam, geizig‘, Balhorn (Sl. 1901); ''spacherech'' ,ausgetrocknet (vom Brot, auch vom Erdboden)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spachern''' ● ,zusammentrocknen und Risse bekommen infolge von trockener Luft und Hitze‘ (Vil. 1868); ,austrocknen‘ (in Bezug auf Brot); ,karg, kümmerlich leben‘, Kassel (Gr. 1894); ,austrocknen und rissig werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spachteln''' ● ,viel essen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spanisch Lauch''' ● ''Spanschlauch'', ''Banschlauch'' ,Porree‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Bei ''Banschlauch'' (s.d.) dissimilatorischer ''sch''-Verlust.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spanisch Rohr, Röhrchen''' ● ''Spanschrohr'', Kassel 20. Jh., ''Banschrehrchen'', Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spanisch Rohrstock, -stöckchen''' ● ''Spanschrohrstock'', ''Banschrohrstock'', Kassel 20. Jh.; ''Spanschrohrstäggchen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spanne''' f. ● ,Bett, Bettgestell‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch ''Bettspanne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spannen''' ● ''sich spannen'' ,großtun, eingebildet tun, übertriebenes Selbstbewußtsein zur Schau stellen‘, Kassel (Gr. 1894; C. Müller 1925); ''sech spannen'' ,sich hochmütig benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spannmichel''' ● ''Spannmechel'' ,Stutzer, Geck, Modenluder‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sparren''' ● wie hd., dazu: ,Hochmut, Dünkel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spatzenköpfe''' ● ''Spatzenkebbe'' ,gröbste Gerste‘, Kassel (Gr. 1894); offenbar sind grobe Graupen gemeint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speckanke''' f. ● ,feister Nacken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Specke''' f. ● ,leichte Brücke, Steg, welcher aus Pfählen besteht, die mit Hürden und diese etwa wieder mit Rasen besetzt sind, Oberhessen, „jetzt gibt es fast gar keine Specken mehr“ (Vil. 1868). ● Auch Niederhessen: Büchenwerra um 2010, Flurname in Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speel''' ● ''Spiel'', gesprochen ''Speel'', ,Menge, Vielheit, Masse‘, in Hessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''Spähl'' ,Spiel (wie nhd.); große Menge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).● ''Ein großes Menschenspiel, ein Spiel Geld'' (Vil.); ''en Spähl Mönschen, en Mönschenspähl'' ,eine große Menge Menschen‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speelding''' ● ''Spähldänk'' ,Mundharmonika‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speelmann, -leute''' ● ''Spählmann'', -''liere'' ,Musikant, Musikanten‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''spilman'', Plur. ''spilliute'' ,Musikant, fahrender Sänger, Gaukler’, md. ''speleman''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speelwerk''' ● ''Spählwerk'' ,Spielzeug, Spielsachen‘, Kassel (Gr. 1894); ''Spählwärk'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spei''' ● ,Speichel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spellen''' ● ''spellen gehen'' ,den Nachbarn zu vertraulichem Geplauder aufsuchen; Besuchsgang übers Feld machen‘, Mittelhessen (Vil. 1868); ''spällen gänn'' ,am Abend den Nachbarn oder Verwandten besuchen, um ein Plauderstündchen zu machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''spellen'' ,erzählen, reden, schwatzen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spellgast''' ● ''Spällgost'' ,derjenige, der am Abend den Nachbarn oder Verwandten besucht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spellmaide''' f. Plur. ● ,Junge Mädchen, die ein Chor (n., eine Gruppe) bilden und mit ihren Spinnrädern oder auch sonstigen Handarbeiten verwandte oder befreundete Familien aufsuchen (nach Anmeldung am Abend zuvor)‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spellstube''' ● ''Spällstowwe'' ,Spinnstube‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spelzen''' ● ,weiße Zwiebeln‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spenge''' ● ''spenge'', ''speng'' ,sparsam, selten, in geringer Menge vorhanden‘ (Vil. 1868); ''spenge'' ,knapp, karg, kaum hinreichend‘, Kassel (Gr. 1894); ''spänge'' ,selten, knapp‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mnd. ''spenge'' ,knapp, eingeschränkt; mäßig in Essen und Trinken‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spennel''' f. ● ''Spennel'', auch ''Spennadel'' ,Stecknadel‘, in Hessen ausschließlich für ''Stecknadel'' (Vil. 1868); ''Spennel'',Stecknadel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Spännel'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kasseler Nebenform, „seltener“: ''Spengel'' (Gr.); offenbar beeinflußt von ''Spange''. ● Vgl. mhd. ''spenel'' ,Stecknadel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spenneln''' ● ,anheften‘ (Pfs.1, 1889); ''spenneln'', ''anspenneln'' ,mit Stecknadel anstecken, feststecken‘; übertragen: ,jem. eine Arbeit machen lassen, zu einer Arbeit bringen, die ihm die freie Zeit raubt‘, Kassel (Gr. 1894); ''spänneln'', ''oonspänneln'' ,mit Stecknadeln befestigen; jem. mit etwas beauftragen, jem. etwas aufdrängen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sperbelig''' ● ''sperwelech'' ,gesprenkelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sperlegucksen''' Pl. ● ,Narrheiten, Spiegelfechtereien‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sperlegucksenmacher''' ● ,jem., der Sperlegucksen macht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sperlementen''' Pl. ● ''Spärlemenden'' ,Umschweife, Umständlichkeiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sperrschlette''' f. ● ''Sparrschlädde'' ,Kind, das dauernd den Mund öffnet; neugieriger Mensch (Schimpfwort)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spertelig''' ● ''sperdelich'' ,(sich) sperrend, sich spertelnd‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sperteln''' ● ''sich sperdeln'' ,auseinanderklaffen, sperren‘, übertragen: ,sich sperren, sich weigern, sich widersetzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speuz''' m. ● ''Spitz'' ,Speichel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speuze''' f. ● ''Spitze'' ,Speichel‘, üblichste, ja wohl allein übliche niederhess. Form (Vil. 1868)	.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''speuzen''' ● ''spützen'', meist ''spitzen'' gesprochen, ,speien‘, in Althessen, die fast ausschließlich herrschende Form (Vil. 1868); ''spitzen'' ,speien, spucken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''spitzen'', ''spätz'', ''jespätzen''. (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speuzenschlucker''' ● ''Spitzenschlogger'' ,Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spinnesieren''' ● meist ,spionieren, auskundschaften‘, seltener für hd. ''spintisieren'' ,grübeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spinnrockel''' m. ● ''Spennroggel'' ,Spinnrocken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spinozerus''' ● ,jem., der spinnesiert; ein schlauer, verschlagener Bursche‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spirrwatz''' m. ● ,Sperling; dürrer Mensch‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spitakel''' s. ● ''Spidahkel'' ,Spektakel‘ im Sinn von ,Lärm, Aufhebens; unsinninger Kram‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Oberellenbach hingegen ''Spegdogel'' ,Lärm‘ (Hm. 1926)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spittel''' n. ● ''Spiddel'' ,Spital, Hospital, Pflegeheim für alte und schwanche Personen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''splattern''' ● ''spladdern'' ,umherspritzen, auf eine größere Fläche ringsum mit Geräusch niederfallen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''splinternackend''' ● ''splindernaggend'' ,splitternackt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''splinternackicht''' ● ''splindernaggecht'' ,splitternackt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sprickelicht''' ● ''sprickelicht'', ''spreckelicht'' ,gesprenkelt‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sprickelig''' ● ''spreggelech'' ,gesprenkelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''spreckel'' n. ,Flecken auf der Haut, Sprenkel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprie''' ● Mundkrankheit der Kinder, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprieße''' ● ,Spreize, Notstütze‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sprießen''' ● ,spreizen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Springinkel''' m. ● ,Sringinsfeld, Leichtfuß‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprinne, Sprieh''' f. ● ''Sprin'', auch ''Sprên'', ''Sprê'', ''Sprêhe'' ,Star‘, die weitaus üblichere Bezeichnung der Vogelart (''Star'' wird hier und da gar nicht verstanden) (Vil. 1868); ''Sprieh'' ,Sprehe, Star‘, Kassel (Gr. 1894); ''Sprinne'' f. ●,Star‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mnd. ''sprên'' m. ,Star‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spritzeln''' ● ,in kleinen Strahlen spritzen, wenig spritzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprutz''' m. ● ,aus dünnem Teig Gebackenes; Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894); ,Durchfall (bei Mensch und Tier)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sprutzen''' ● ,kurz und schnell spritzen, wenig spritzen‘, Kassel 20. Jh.; ,Durchfall haben‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''sprützen'' ,spritzen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprutzwerk''' ● ,aus dünnem Teig Gebackenes‘; ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spuk''' m. ● ,schlauer, durchtriebener Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spulken''' m. ● ,großer Splitter, Span, abgelöstes Teil‘, Kassel (Gr. 1894); ''Spolgen'' ,dicker Erdklumpen, Erdscholle‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spulkes''' m. ● ,grober, derber Gegenstand‘, übertragen: ,grobe, derbe Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sputze''' m. ● ,Spaß‘, in Niederhessen meist Plural (Pfs. 1886). ● einem Sputzen in den Kopf setzen , unklare Erwartungen usw. erwecken‘, Niederhessen (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stacheies''' m. ● ''Stacháies'' ,langer und unbeholfener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Staches''' m. ● ,Tölpel‘, ziemlich überall üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stadt''' ● ''Stadt'', Plur. ''Städde'', Kassel 19., 20. Jh.; ''Stoot'', Plur. ''Steere'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel mit Kürze des Stammvokals, vgl. etwa ''Ahleneistadt'' ,alte Neustadt, Unterneustadt‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stadtstock, -steckel''' m. ● ''Stoodstogg'', ''Stoodsteggel'' ,Spazierstock‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stahle''' f., '''Stählchen''' n. ●  ,Pröbchen von Tuch; schlechtes Subjekt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stallen''' ● ,Exkremente auswerfen (von Tieren, die im Stall stehen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stampes''' m. ● ''Stampes'', ''Stampfes'' ,dicker Brei, weiche dicke Masse‘, allgemein üblich, ,kurzer dicker, plumper Mensch‘ (Vil. 1868); ''Stambes'' ,dick und steif Gekochtes, fester Brei‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Stambest'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Standal''' m. ● ''Standál'' ,etwas, das das Gefühl empört; Lärm, Toben‘, Kassel (Gr. 1894); Standool ,Lärm‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von  hd. Skandal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stande''' f. ● ''Stande'', meist ''Stanne'' gesprochen, ,Faß in Form eines abgekürzten Kegels, in den Küchen und den Kellern gebräuchlich, um Wasser oder Bier darin aufzubewahren‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''standebéh''' ● ,stehenden Fußes‘, Kassel (Gr. 1894). ● Von lat. ''stante pede'' ,stehenden Fußes‘, vermutl. angeglichen an ''beabéh'' &amp;lt; franz. ''peu à peu'' ,allmählich, Stück für Stück‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stange''' ● wie hd., außerdem: ,das früher gebräuchliche hohe Glas ohne Henkel, das „eine Halbe“ faßte‘ (Pfs. 1886). ●  ''(Große) Stangen im Kopf haben'' ,hochmütig sein‘ (Vil. 1868); ''’ne Stange im Kobbe hon'' ,hochmütig, eingebildet sein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''starrsteckelsteif''' ● ''storrstäggelstiff'' ,völlig steif‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''starrsteif''' ● ''storrstiff'' ,ganz steif‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stäuben''' ● ''stiewen'' ,verjagen, wegjagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stauche''' f. ● ''Bund Flachs aus der Rose, der zum Trocknen aufgestellt wird'', nur in Niederhessen ''staucht''  man den Flachs (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stauchen''' pl. ● ,Unterärmel oder Armhandschuhe‘ vorzüglich bei den Landbewohnern, neuerdings auch bei den höheren Ständen (Vil. 1868); ''Stuchen'' (''u'' kurz, geschlossen) ,warmhaltende gestrickte Manschetten usw.‘, Kassel (Gr. 1894); ''Stüchen'' (''ü'' kurz) ,gestickte Pulswärmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stauchen''' ● ''stuchen'' (''u'' kurz, geschlossen) ,stauchen‘ und ,stauen‘, Kassel (Gr. 1894); ''stüchen'' (''ü'' kurz) ,durch heftiges Fallen oder Stoßen verrenken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Des Is hot sech gestucht.'' ,Das Eis hat sich gestaut (beim Eisgang)‘. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''-ste''' ● erweiterte Form der Konj. ''wann'' ,wenn‘ und ''ob'', nicht ganz so häufig bei ''weil'' und ''wie'' bei einer Verknüpfung mit einem Verb in der 2. Pers. Sing., Hessen. Beispiele: ''Wannste witt'' ,wenn du willst; ''ebste kümmest'' ,ob du kommst‘. (Pfs. 1886)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Steckel''' m. ● ''Stecken'' m., in Niederhessen lieber ''Steckel'' gesprochen, ,Stock, Stab‘ (Vil. 1868); ''Stäggel'' ,Stecken, Stab, Stock zum Gehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stehen''' ● Stammformen: ''ich stehn'', ''ich stund'' (Vil. 1868);  ''stehn'' (Inf.), ''stunn''/''stund'', ''gestehn'', Kassel 19., Anf. 20. Jh.; ''stänn'' (Inf.), ''sting'', ''jestänn'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● „Konjugiert noch in alter Weise“ (Vil.). Die alte ''n''-Form in der 1. Pers. Sing. (vgl. ich ''bin'', ich ''hon'') ist außer bei Vil. sonst wohl nicht mehr belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Steifigkeit''' ● ''Stiffechkeet'' ,Steifheit, steifes Benehmen, Wesen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Steifschlippen''' m. ● ''Stiffschlebben'' ,steifer, unbeholfener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schlippen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stellasche''' f. ● jede Art von ,Gestell‘, üblich (Pfs.1, 1889), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stellen''' ● Stammformen: ''stellen'', ''staalde'', ''jestaalt'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stelz''' m. ●,langer, unbeholfener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stengelsteif''' ● ''stängelstiff'' ,erstarrt, sehr steif; betrunken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sterngücker''' ● ''Sternegicker'' ,Sterngucker, Astronom; lange, dünne Zigarre‘, Kassel (Gr. 1894); ''Stärengigger'' ,Mensch, der dauernd in die Luft sieht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stete''' ● ''steere'' ,gleichmäßig, ruhig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stichböse''' ● ''stächbeese'' ,sehr böse, sehr zornig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stichfinster''' ● ''stächfinsder'' ,sehr dunkel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stickel''' ● ,steil‘, ausschließlich in Gebrauch (Vil. 1868); Kassel (Gr. 1894); ''steggel'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stickelechtig''' ● ,steil‘, Nebenbedeutung: ,unzugänglich‘ (Pfs. 1886). ● Erweiterung von ''stickel'' durch das Suffix -''echtig'', s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sticken''' ● ''steggen'' (''e'' geschlossen) ,stecken‘ und ,sticken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''steggen'', ''stoochde'', ''jestoocht''. (Hm. 1926)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stickhusten''' ● ''Stegghusden'' ,Keuchhusten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stiebel''' ● ''Stiwwel'', Plur. ''Stiwweln'' ,Stiefel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stiebelieren''' ● ''stewwelieren'' ,stiefeln, schnell gehen‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stiebeln''' ● ''stewweln'' ,stiefeln, schnell gehen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Das stiefelt sich nicht; es will nicht stiefeln.'' ,Es fügt sich nicht, will nicht passen.‘ (Vil.)  ''Jestewwelt un jespoort'' ,gestiefelt und gespornt, zum Gehen gerüstet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stillschweigening''' ● ''stelleschwiejenink'' ,stillschweigend, unter der Hand, im geheimen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stinkebock''' ● ,vor Faulheit stinkender Mensch‘, Faulpelz‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stinkepforte''' ● ''Stinkeporte'', Übername der ,Tränkepforte‘, eines Kasseler Gäßchens zwischen Graben und Marställerplatz, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stippchen''' ● ''Stibbchen'' ,Kleckschen, Pünktchen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stippen''' m. ● ''Stibben'' ,Klecks, Punkt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Vgl. mnd. ''stip'' n., ''stippe'' m. ,Punkt, Tupf‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stippen''' ● ''stibben'' ,kurz und knapp berühren, antippen, eintunken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). Vgl. mnd. ''stippen'' ,Tupfe oder Punkt machen; mit der Spitze (des Fingers, Stabes usw.) berühren; eintunken; steppen, sticken‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stipper''' f. ● ''Stibber'' ,Stütze, die eine Läst trägt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stippern''' ● ,mit Stützen versehen‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''stibbern'' ,mit einer Stütze versehen, stützen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stitz''' n., m. ● ''das Stitz'' ,kleines niedriges Zimmer; ärmliches Häuschen‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Stitz'' ,sehr kleines Zimmer‘, Kassel (Lüttebrandt 1917); ''der Stitz'' ,kleiner, enger Raum, kleiner Stall‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stitzchen''' ● ,sehr kleines, recht niedriges Zimmer‘; auch Brötchenart, ähnlich dem Franzbrötchen, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stock''' ● neben ,Stock‘ und ,Stockwerk‘: ,stockiger Geruch oder Geschmack‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stockrabenkohlekesselschwarz''' ● ''stockerawenkohlekesselschwarz'' ,stockfinster‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stokern''' ● ''stokern'', ''herumstokern'' ,in allen Winkeln umherkriechen, alles durchsuchen‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''(rimme)stogern'' ,herumsuchen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stolz''' ● ,schön gekleidet, geputzt‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,hochmütig; schön gekleidet, stattlich, prächtig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stöpel''' m. ● ''Stebel'' ,Stoppel, Stümpfchen‘, auch: ,kleiner Junge‘, Kassel (Gr. 1894), ,kleiner Junge‘, Kassel 20. Jh.; ,Stumpf, Stummel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stopfenblau''' ● ''stobbenblau'' ,waschblau‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ,heller als das Berliner Blau‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stoppel''' f. ● Stobbel ,Stumpf des angeschnittenen Getreidehalms‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stoppelkalb''' ● ,besonders dummer und ungeschickt sich anstellender Mensch‘, Schimpfwort (Vil. 1868); ''Stoffelkalb'' [sic], bei Naumburg (Pfs. 1886); ''Stobbelkalb'' ,dummer, tölpelhafter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Storch''' ● ''langer Storch'' ,lange Mannsperson‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''storchen''' ● ''zesammen storchen'' ,heimlich, dicht beieinanderstehend, einen Schwatz halten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strackenbach''' ● ''Straggenbach'' ,barscher, ungefälliger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strahlen''' ● ''strohlen'' ,hervorschießen, hhervorsprudeln (nur von Flüssigkeiten)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strählen''' ● ''str[e]hlen'' ,urinieren‘, wörtlich: ,einen Strahl machen‘, Gr. erläutert: „wie ''strullern'', der Strahl ist nur stärker, das Geräusch kaum so stark“, Kassel (Gr. 1894). ● Von ''Strohl'' ,Strahl‘: *ströhlen &amp;gt; strehlen. Gr. hat unverständlicherweise die nichtentrundete Form ''ströhlen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strakeln''' ● ''sech strahkeln'' ,sich beim Liegen recken und strecken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strambúlster''' m. ● ,heftiges Aneinandergeraten, heftiger Wortwechsel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strambúlstern''' ● ''sech strambulsdern'' ,heftig aneinandergeraten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strambúlsterig''' ● ''strampulsterig'' ,gegen etwas ankämpfend, sich beständig und kleinlich gegen alles auflehnend‘, in gutmütigem Sinne gebraucht (Pfs. 1886); ''strambulsderich'', Ajektiv zum ''Strambulster'', Kassel (Gr. 1894), ,widerborstig‘, Kassel (Bennecke 1904), ,stramm gepolstert, gespannt, widerspenstig‘, Kassel (Lüttebrandt 1919); ''strambolsderech'' ,störrisch, halsstarrig, widerspenstig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strampelchen''' Pl. ● ''Strambelerchen'' ,die Beinchen der kleinen Kinder‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strauen''' ● ''strauen'' ,streuen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. mhd. ''strouwen''; in Oberellenbach hingegen mit Umlaut: ''ströiwen'' (Hm. 1926), entspricht hd. ''streuen''; vgl. mhd. ''ströuwen'', ''strewen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''straufeln''' ● ''strüfeln'' ,beim Gehen mit den Füßen auf dem Boden her streichen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strenzen''' ● ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strickstock''' ● ,Stricknadel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Streggstock'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Striemel''' f. ● ''Strimmel'' ,Striemen, schmaler Streifen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Striffel''' f. ● ,Krause, Fältelung (an der Haube, den Ärmeln und am Kragen)‘, Kassel (Gr. 1894). ● Striffelkragen, Kassel 19. Jh. (Herzog), ''Streffelmetze'' ,Striffelmütze‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strippen''' ● Siehe ''strüpfen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stritzen''' ● ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''strüpsen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strohmann''' ● ,Vogelscheuche; einfältiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strotte, Strutte''' f. ● ''Strotte'' ,Luftröhre‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Strodde'' ,Schlund, Kehle, Gurgel, Luft-, Speiseröhre‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Strudde'' ,Luftröhre‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Us voller Strotte'' ,aus vuller Kehle‘, Kassel 19. Jh. (Herzog). ''Bi emme es alles de Strodde nunner gelaufen.'' ,Er hat alles versoffen.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strulchen''' ● ,strolchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strulcher''' ● ,Strolch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strullern''' ● ,dünn plätschern, mit Geräusch fallen‘ (Wasser- oder Urinstrahl in Gefäß oder andere Flüssigkeit), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strumpfbetzel''' f. ● ''Strumpbetzel'' ,Zipfelmütze‘, einziger Gebrauch von ''Betzel'' für eine Männerkopfbedeckung, Balhorn (Sl. 1901); ''Strumbbäzzel'', Kassel (Gr. 1894; hier ohne Erläuterung aufgeführt). ● Siehe ''Betzel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strupf''' m. ● ,Beute beim Diebstahl‘ (Pfs. 1886). ● Siehe ''strüpsen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strüpfen''' ● ''stribben'' ,streifen, abstreifen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,streifen‘ in der Art, „wie beim Melken die Zitze behandelt wird“; jem. die Börse durch Borg oder Bettel dünner machen‘ (Gr.). ● Vgl. mhd. ''strupfen'' ,streifen, abrupfen‘&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strüpfen, strüpfeln, strüpfern''' ● ''sich strippen'' ,uneinig werden, sich zanken, sich streiten‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''sich stribbeln'' ,sich streiten (harmlos)‘, Kassel 20. Jh.; ''sech stribbern'' ,sich neckend streiten, sich ohne böswillige Absicht zanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strüpsen''' ● ''stribsen'' ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Strupf''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strunt''' ● ,grobes Gewebe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strunze''' f. ● ,sich faul herumtreibende, widerliche Frauensperson‘, Niederhessen (Vil. 1868); Kassel 20 Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strutz''' m. ● ,kleines Büschel (vor allem Haare)‘, Kassel 20. Jh., ''Strütz'' ,Büschel von durcheinander liegenden Haaren oder durcheinander gewachsenem Gras‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strutzbart''' ● ''Strützboort'' ,verwilderter Bart‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stube''' ● ''Stuwwe'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Stowwe'' ,Zimmer, meist Wohnzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Die blaue Stowwe'': die „gute Stube“, sie war gewöhnlich blau, ultramarinblau, tapeziert, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stubentür''' ● ''Stuwwendähre'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Stow(w)endähre'' ,Streuselkuchen‘, scherzhaft, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
'''Stuffel''' m. ● ''Stüffel'' ,Stumpf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stuffig''' ● ''stüffech'' ,kurz und gedrungen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stulke''' f. ● ,großes junges Mädchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stülp''' m. ● ''Stilb'' ,wuchtiger Stoß, so daß der Gestoßene stolpert‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stülpe''' f. ● unterschiedliche Art von Frauenmützen auf dem Lande, besonders in der Schwalm, hier weiße Mütze zu kirchlichen Anlässen, anderwärts ''Ziehbetzel'' genannt (Vil. 1868); ''Stilbe'' ,Deckel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stulpen''' Plur. ● ,Manschetten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stülpen''' ● ''stilben'' ,wuchtigen Stoß geben‘, Kassel (Gr. 1894); ''stilpen'' ,umstülpen‘, Balhorn (Sl. 1901); ''stelben'' ,wenden, umkehren; pflügen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Balhorn: Die Kinder stülpen am Weihnachtsabend Töpfe auf den Tisch, setzen sie also umgekehrt darauf. Das Christkind legt dann seine Gaben darunter, hier und da auch eine Rute obenauf. ''Ich hon gestilpet.'' ,Ich bin beschert worden.‘ ''Ich hon emme gestilpet.'' ,Ich habe ihn beschert.‘ (Sl.) In Oberellenbach kommt ''stülpen'' nur in folgenden Verwendungen vor: ''en Laant stelben'' ,einen Acker pflügen‘, ''de Dasse stelben'': die umgewendete Obertasse gilt als Zeichen, daß man keinen Kaffee mehr wünscht (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stulpern''' ● ''stulbern'' ,stolpern‘ (Gr. S. 67, rechte Sp.); ''stolbern'' (''o'' geschlossen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stulpernoll''' ● ''Stolbernoll'' (beide ''o'' geschlossen) ,einer, der leicht stolpert, steifer, unbeholfener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vermutlich Zusammensetzung mit dem Vornamen ''Nolde'', Kurzform von ''Arnold'', &amp;gt; ''Nolle'', ''Noll''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stulprian''' ● ''Stolberjahn'' (''o'' geschlossen), dasselbe wie ''Stulpernoll'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stülpes''' m. ●  ''Stilbes'' ,unbeholfener, dummer Mensch, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. erläutert: einer, „der sich überall hin stilben (stülpen) stoßen läßt, mit dem me Stowwendähren inrennen kann: mit dem man gleich wie mit einem Sturmbock Türen und Tore einrennen kann.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stumpchen''' ● ''stomchen'' ,derb, unsaft stoßen; stampfen (z.B. Kartoffeln)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stumpfen''' ● ''stumben'', in der Redensart ''stumben un stoßen'' ,stark hin und her stupsen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stümpfen''' ● ''stemben'' ,stumpf machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stunz''' m. ● ,kleiner Zuber‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Stunz'' ,Zuber, wannenartiger Bottich, Wännchen‘, Kassel 19. 20. Jh. (Gr. 1894), übertragen: ,kleine, dicke Person ohne Taille‘, Kassel (Gr.); ''Stönz'' ,kleines, breites, aber niedriges Gefäß; kleine dicke Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stuppe''' f. ● ,Krankheitsanfall‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Stubbe'' ,Anfall, Grille, Laune‘, Kassel (Gr. 1894); ''Stüppe'' ,Krankheitsanfall, Anfall von Jähzorn‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mnd. ''stupe'' ,schüttelnder Krakheitsanfall, Konvulsion‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stuppenweise''' ● ''stubbenwiese'' ,zeitweise, periodenweise‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sturax, Sturiax''' m. ● ''Sturax'' ,mürrische, wortkarge Person‘, Kassel (Gr. 1894); ''Storjags'' (''o'' kurz und geschlossen) ,langbeiniger, steifer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stürmen''' ● ''stermen'' ,die Sturmglocke läuten (bei Feuersbrunst)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stürmer''' ● ''Stermer'' ,einer, der mit großem Eifer an eine Arbeit geht, dieser aber bald überdrüssige wird und sich anderem zuwendet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sturren''' ● ,starren‘, scheinbar nur in Redewendungen ''wie sturren vun Dreck, vun Guld'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stürze''' f. ● ,gegitterte Behälter ohne Boden zum Ästen des Federviehs‘ (Vil. 1868); ''Stärze'' ,gegitterter Käfig ohne Boden zum Aufenthalt für junges Federvieh im Freien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sturzegum''' ● ,Kapuzinerkresse‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sturzeniere''' f. ● ,Schwarzwurzel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Storzenier''-, ''Sturzenierworzel'', Kassel (Gr. 1894); ''Storzeniere'' , Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Scorzonera hispanica''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stutterbock''' ● ''Stodderbock'' (erstes ''o'' geschlossen) ,Stotterer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stuttern''' ● ''stoddern'' (''o'' geschlossen) ,stottern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stuttersack''' ● ''Stoddersack''(''o'' geschlossen) ,Stotterer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stutzglas''' ● ''Stotzglos'' ,kleines Trinkglas‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''su''' ● ''suh!'',so!‘, Interjektion, Ausdruck des Zweifels oder Erstaunens, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sucheln''' ● (''u'' kurz) ,schlecht nähen‘, auch: ,beharrlich nähen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sucht''' ● ''Socht'' ,Krankheit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Suckelkind''' ● ''Süggelkänt'' ,Säugling‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''suckeln''' ● Frequentativum zu ''saugen'' (von kleinen Kindern, Tieren) (Vil. 1868); ''suggeln'' ,in heftigen kleinen Zügen saugen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sulper''' m. ● ''Solper'', ''Sulper'' m., auch wohl n., ,die Einsalzung des Schweinefleischs‘ (Vil. 1868); ''Sulber'' ,Salzbrühe der Metzger‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Solber'' m. (''o'' geschlossen) ,salzige Flüssigkeit, Salzbrühe‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sulperfleisch''' ● ''Solperfleisch'' ,eingesalzenes Schweinefleisch‘, z.B. Rippenbraten „aus dem Solper“ (Vil. 1868); ''Solberfleesch'' ,Pökelfleisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sulperknochen''' ● ''Solperknochen'' ,Unterbeine [richtiger: Füße] und sonstige Knochenreste des Schweines, welche mit dem anhängenden Fleisch eingesalzen, dann gekocht werden und für besonders wohlschmeckende Teile des Schweinefleischs gehalten werden‘ (Vil. 1868); ''Sulberknochen'' ,eingepökeltes Schweinefleisch mit Ohren, Schnauze usw.‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Solbergnochen'', Oberellenbach (Hm. 1926, hier ohne Erläuterung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Summervogel''' ● ''Summervochel'' (''o'' in -''vochel'' kurz) ,Schmetterling‘, übertragen: ,Person in sehr sommerlicher, sehr heller Kleidung‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Lattichvogel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sündenknüppel''' ● ''Sindenknibbel'' ,hartgesottener Sünder‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sunsten''' ● ,sonst‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Bildung mit -''en''-Erweiterung wie ''alsten'' u.a.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Supchauge''' ● ''Subbchauge'' ,tränendes Auge‘, Kassel (Lüttebrandt 1917), Pl. ''Subchauchen'' ,verweinte Augen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''supchen''' ● ,anfangen zu weinen‘, Kassel (Gr. 1894); ,verhalten vor sich hin weinen‘, Kassel20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Supp''' m. ● ,der verhärtete Augenschleim‘, Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Suppauge''' ● ,tiefendes Auge‘ (Vil. 1868); ''Subbauge'' ,Triefauge; triefäugige Person‘, Kassel (Gr. 1894); ''Süppöhche'' ,triefendes, tränendes Auge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''suppen''' ● ,triefen (von den Augen)‘, Niederhessen (Vil. 1868); ,Flüssigkeit allmählich von sich geben‘, Kassel 20. Jh.; ''sübben'' ,triefen, tränen (der Augen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''surchelich''' ● ''sorchelech'' ,säuerlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süßmichel''' ● ''Sießmichel'' ,Einschmeichler‘, dasselbe wie ''Seidenbeutel'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süster''' f. ● ,Schwester‘, aussterbende Altform (Vil. 1868). ● Vil. sieht die Form – allerdings zu zu Unrecht – als niederdt. an, das heißt als Import, im niederdt. sprechenden Niederhessen die „übliche Form von Schwester“. „Das Wort weich successiv zurück; in und um Kassel war es noch in der Mitte des vorigen [18.] Jarhunderts gebräuchlich, wenn auch nicht mehr in allgemeiner Übung, jetzt ist es dort und schon einige Wegstunden weiter nördlich gänzlich ausgestorben.“ (Vil.) – Das Wort ist erhalten in:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süsterfeld''' ● ''Sisterfeld'', Flurbezeichnung bei Kassel, heute Name eines Kasseler Wohnviertels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süsterhaus''' ● ,Frauenhospital in Kassel, jetzt auf der Oberneustadt‘ (Vil. 1868); ''Sesterhus'', Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript ''Sésterhus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süsterweib'''  f. ● ''Sesterwibb'', Plur. ''Sesterwiewer'' ,Insassen des Süsterhauses‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript ''Sésterwibb'', ''Sésterwiewer''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sutch''' m. ● ,schmierige Flüssigkeit‘, Kassel 20. Jh.; ''Sodch'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sutchen''' ● ,Klebriges ablassen‘, Kassel 20. Jh. ●  ''De Piffe, des Rohr sutcht''. Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sutchen''' ● ,weinen, schluchzen (unterdrückend, heimlich)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sutte''' f. ● ''Sotte'', ''Sutte'' ,Jauche‘ (Vil. 1868) ; ''Sutte'' ,Schlamm, Dreckbrühe‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Sodde'' ,Jauche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sütte''' f. ● ''Sütte'', ''Südde'', ''Sutte'', meist ''Sitte'' gesprochen, ,Aufguß von heißem Wasser auf Gras, Strohstümpfe, abends dem Mlchvieh gegeben, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Serre'' ,mit heißem Wasser gebrühtes Viehfutter, meist aus Gras und Häcksel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Suttelbrühe''' ● ''Suddelbrieh'' ,schlechtes, dünnes Essen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. überträgt das Wort außerdem als ,Sudelbrühe‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sutter''' m. ● ,ablaufende, ab- oder durchtropfende Flüssigkeit (besonders vom Ablauf des gerauchten Tabaks)‘ (Vil. 1868); ''Sudder'' ,Tabaksaft als Rückstand in der Tabakspfeife‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''suttern''' ● ,sickern (besonders von unsauberer Flüssigkeit, auch von Wunden)‘ (Vil. 1868); ''suddern'' ,viel Sutter absetzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); auch: , unrein davon sein, danach schmecken‘. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sutzel''' f. ● ,eine unsauber sich haltende Frauensperson‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Sützel'' ,unreinliches Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sutzelig''' ● ''sutzelich'' ,unsauber gekleidet, unreinlich, besonders von Frauenspersonen gebraucht‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''sützelech'' ,unsauber gekleidet, unreinlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sutzeln''' ● ''sützeln'' ,unreinlich sein, eine Arbeit unsauber verrichten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch S'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_S</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Saal''' n. ● ''das Sool'' ,der Saal‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''saat''' ● ,satt‘, Kassel 19. Jh. (Jonas); ''soot'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''sätigen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Säbbelbart''' ● ''Säwwelbaart'' ,jem., der viel und langweilig daherredet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''säbbeln''' ● ''säwweln'' ,viel und langweilig daherreden‘ (= ''kneten''), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sacknaß''' ● ,völlig durchnäßt‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sage''' f. ● ''Saache'' ,Säge‘, Kassel (Gr. 1894), ''Sooche'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''sage''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sagen''' ● ''sahn'' ,verbal äußern‘, Kassel 19., Anf. 20. Jh. (Gr. 1894), ''säjen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen Kassel: ''sahn, sahde, gesaht''; Oberellenbach: ''säjen, sät (säde), jesät''. ● ''Sahn'' in Kassel nur noch zu Anfang des 20. Jh.; inzwischen ersetzt durch hdt. ''sagen'' in mundartlicher Aussprache: ''saachen'' (''sachde'', ''gesacht''; ''a'' kurz).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sagen''' ● ''saachen'' ,sägen‘, Kassel (Gr. 1894); ''soochen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salat''' ● ''Solad'' ,Salat‘, Kassel (Gr. 1894); ''Saloot'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saldate''' ● ''Saldade'' ,Soldat‘, Kassel (Gr. 1894); ''Saldode'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salfete''' f. ● ''Salvete'' ,Serviette‘, verbreitet, bereits im 17. Jh. belegt (Vil. 1868); ''Salfeede'' ,Serviette‘, Kassel (Gr. 1894); ''Sallfeede'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Pfs. (1886) wendet sich gegen die verbreitete Ansicht, daß ''Salvete'' aus französ. ''serviette'' entstellt sei, weist hin auf romanisch ''salveta'' und ital. ''salvietta''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salfett''' n. ● ''Salfett'' ,Walfischtran‘, in Hessen, besonders in Niederhessen allgemein üblich, bereits 1604 belegt (Vil. 1868); ''Saalfett'', ursprünglich ,Seehundstran‘, „jetzt“ wird auch ,Walfischtran‘ darunter verstanden, Kassel (Gr. 1894); ''Soolfett'' ,Tran, Fischtran, der zum Schmieren der Schuhe verwendet wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. weist hin auf engl. ''seal'' ,Seehund‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salweide''' ● ''Soolwiere'', übertragen: ,trauriges Geschöpf‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salwende, -wand''' ● ''Selbende'', ''Silbende'', ''Salbende'', ''Salband'' n. ,natürliches Tuchende, nicht durch Abschneiden entstanden‘ (Vil. 1868); ''Salwende'', ''Salwenne'' [offenbar n.] ,Salband‘, Kassel (Gr. 1894), ''Salwenne'' ,Webekante‘, Kassel (Lüttebrandt 1917); ''Salwenge'' n. ''Salwaant'' f. ,Salband, Webekante des Tuches, von groben Fäden am Tuch angewebter Rand‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es äs an Salwenne.'' ,Es ist zu Ende.‘ (Lüttebrandt) ''Ech bän om Salwenge.'' ,Ich bin am Ende meiner Kraft.‘ (Hm.) ● DWB 14, Sp. 1683: ''Salband'' ,das natüliche Ende des Tuchs, das Zettelende, Saum‘, möglicherweise Kompositum aus ''selb-'' ,selbst‘ und ''Ende'', worauf bestimmte Belege hindeuten: nd. ''sülwenne'', ''sülwend'', ''sulfegge'', ''sülfkante'', niederländ. ''self-ende'', ''self-eggh'', ''self-kant'' u.a.m. Möglicheweise stammt das Wort aus dem Niederländischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salz''' ● ''jemandem etwas im Salze lassen'' ,jemanden zu nächster Abrechnung und Vergeltung im Gedächtnis behalten‘, äußerst üblich (Pfs. 1886); ''einen im Salze honn'', dasselbe, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Salzmeste''' f. ● ,kleines hölzernes Faß in der Küche mit dem Salze, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Salzmeste'' ,Gefäß zum Aufbewahren des Salzes‘, Kassel (Gr. 1894); ''Saalzmätze'' (!) ,Gefäß aus Holz, Porzellan oder Emaille zur Aufbewahrung des Salzes, das in der Küche hängt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Meste''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''salzdröge''' ● ''saalzdreje'' ,salztrocken, ganz trocken, völlig ausgetrocknet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Samen''' ● ''Somen'', wie nhd., dazu: ,Raps‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Samenfett''' ● ''Somenfätt'' ,Rüböl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Samenhaber''' m. ● ''Somenhowwer'' ,Saathafer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Samenkorn''' ● ''Somenkorn'' ,Saatroggen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sandhase''' ● ''Sandhaas'' ,Fehler beim Kegeln, die Kugel läuft neben der Bohle auf dem Sand‘ (Vil. 1868); ''Sandhase'' ,Wurf der Kegelkugel entlang der Laufbohle, auf dem Sande‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sappermenter''' m. ● ''Sabbermenter'' ,durchtriebener Bursche‘ (nicht nur abwertend, durchaus auch anerkennend), Kassel (Gr. 1894). ● Zurückgehend auf ''Sabberment!'' ,Ausruf des Unwillens oder der Überraschung‘, entstellt aus ''Sakrament!''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sappern''' ● ''sabbern'' ,wiederholt, anhaltend nippen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sarraß''' m. ● ,Sárraß, Säbel‘, übetragen: ,sehr lebendiges, auch aufsässiges Kind‘, Kassel (Gr. 1894); ''Saaras'' ,durchtriebener Kerl, Schwerenöter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sätigen''' ● ''sähdigen'' ,sättigen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Satte''' f. ● ''Sadde'' ,Milchschüssel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauaas''' ● ''Söioos'', Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saubiest''' ● ,widerspenstiger Mensch, Quertreiber‘, Kassel 20. Jh.; ''Söibiest'' ,störrisches, widerspenstiges Schwein; störrischer, halsstarriger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauel''' f. ● ''Söiwel'' ,Schusterahle‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauerkohl''' ● ''Surenkohl'' ,Sauerkraut‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''surer Kohl'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufbeere''' f. ● ''Süffbäre'' ,Feldbirne, Kelterbirne‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufen''' n. ● ''Süffen'' ,Suppe‘, bei Felsberg (Pfs. 1886); ''Suffen'', für ,Suppe, gebräuchlich, aber nur in ''sures Suffen'' ,heißgekochte Milch‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufjost''' ● ''Suffjost'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufmatz''' ● ''Suffmatz'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Matz'' ist hess. Kurzform von ''Matthias''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufmichel''' ● ''Suffmichel'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufnase''' ● ''Suffnase'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufschlutte''' ● ''Suffschludde'' ,Trinker‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Schlutte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saufschnudde''' ● ''Suffschnudde'' ,einer, der gern mal einen trinkt; kein Trinker im engeren Sinne‘, nicht immer unfreundlich gemeint, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Schnute''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saugente''' ● ''Süjjeähnde'' ,Blutegel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saukopf''' ● ''Söikopp'' ,halsstarriger Mensch, Dickkopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saule''' ● ''Sûl'' ,hölzerne Ecksäule von Fachwerkhäusern‘, ganz Althessen (Vil. 1868); ''Sulle'' ,Säule‘, Kassel (Gr. 1894); ''Sühle'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Steinsäulen wurde bis um 1830 ''Ständer'' genannt. (Vil.) ● Siehe ''Ecksaule''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauloch''' ● ''Söiloch'' ,schmutziges Loch; unordentliches, unanständiges Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saumade''' ● ,Zotenreißer‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Saumensche''' n. ● ,Frau von üblem Charakter‘, Schimpfwort, Kassel 20. Jh.; ''Söimönsch'' ,schmutziges oder moralisch minderwertiges Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauritte''' m. ● ''Sauredde'', -''ridde'', Schimpfwort für den Hund, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauschnitter''' ● ''Söischnedder'' ,Viehkastrator‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sauschwanz''' ● ,der Wirbelwind‘ [also ,Windhose‘], womit der Schwanz des Teufels bezeichnet werden soll, ganz Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sausutte''' f. ● ''Söisudde'' ,Jauche der Schweine‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sautier''' ● ''Söidier'' ,schmutziges oder sittlich anrüchiges Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sawaukohl, Sawauschen''' ● ''Sawáu'' m., oft vollständig ''Sawaukohl'', ,Savoyerkohl‘, üblicher Name des ,Wirsings‘ in Hersfeld (Vil. 1868); ''Safaudschen-Kol'', in Kassel die ausschließliche Bezeichnung des ,Wirsings‘ (Pfs. 1886); ''Sawauschen'' Pl. ,Savoyer Kohl, Wirsing‘, Kassel (Gr. 1894); ''Zawauschen'', dasselbe, Kassel (Bennecke 1904); ''Sofáienkohl'' ,Wirsing‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabch''' m. ● ,Krätze‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabbesdeckel''' ● ''Schawwesdeggel'' ,Sabbatshut, Sonntagshut, Zylinderhut‘, Kassel (Gr. 1894); ,alter, schäbiger Hut‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabehals''' ● ''Schawehals'' ,Geizhals‘, Kassel 20. Jh.; ''Schowehals'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schabernäcken''' ● ''schowwernäggen'' ,einen Streich spielen, necken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabernäcker''' ● ''Schowwernägger'' ,Schabernack ausübender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schabernäcksch''' ● ''schowwernäggsch'' ,stets zu Schabernack aufgelegt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabracke''' f. ● ''Schabraggen'', meist Plur. ,alte, unansehnliche Bekleidungsstücke für Frauen, Klamotten‘, ''Schabragge'' ,unordentliche, lumpige Frau‘, Kassel 20. Jh.; ''Schawweragge'' f. ,verächtliche Bezeichnung für eine Gesamtheit von Gegenständen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schacke''' m. ● ''Schack'' ,Schecke: buntes Pferd, weißbraun oder weißschwarz‘, in Niederhessen ausschließlich gebrächliche Form von hd. ''Schecke'' (Vil. 1868); ''Schagge'' ,geschecktes, buntes Tier (besonders Pferd oder Rind)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Oberellenbach auch ''Schecke'', wie hd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schacker''' m. ● ,böser, bissiger Hund‘, übertragen; ,hinterhältiger, tückischer Mensch‘, in Niederhessen gebräuchlich wie auch im östl. und noröstl. Deutschland (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schackig''' ● ''schaggech'' ,gescheckt, gefleckt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ebd. auch ''scheckig'', wie hd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schadarme''' ● ,Gendarm‘, übertragen: ,Aufpasser‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schafrippe''' ● ''Schoofrebbe'' ,Schafgarbe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schafschelle''' ● ''Schofeschelle'' ,Schnapsglas‘, Balhorn (Sl. 1901). ● Entspricht der ''Küheschelle'', s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schafsschinken''' ● ''Schoofsschinken'' ,Gitarre‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schaken''' m. ● ''Schoken'' Plur. (selten ''Schoke'' im Sing., dann schon eher ''Schoken'' m.) ,grober, plumper, unförmiger Schuh‘, verächtlich, Niederhessen, „nur noch selten gebraucht“ (Vil. 1868); ''Schoken'' (''o'' offen) ,grober Schuh‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schälchen''' ● ''Schälchen'' ,Untertasse‘, ganz Hessen (Pfs. 1886), Kassel (Gr. 1894); ''Schalchen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die Obertasse hingegen heißt ''Köpfchen''. (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schale''' ● ,Untertasse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schalkjahr''' ● ''Schalkj(o)hr'' ,Schaltjahr‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schalgjohr'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. verzeichnet nur ''Schalkjahr'' (also ohne die dialektale Aussprache von -''jahr'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schallu''' ● ''schallú'' ,neidisch, ärgerlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''jaloux''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schalter''' ● ''Schalter'' f. ,Fensterladen‘, zumal der nachts inwendig gesetzte, der jetzt außer Gebrauch gekommen ist, ''Scheller'' m. ,Riegel‘, Schwalm (Vil. 1868); ''Schahler'', auch ''Schaller'' ,Fensterladen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Der Gleichsetzung von ''Schalter'' und ''Scheller'', von Vil. nur vermutet, ist zuzustimmen. ● Vgl. mhd. ''schalter'', ''schelter'' ,Riegel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schämede''' f. ● ,Scham‘, Kassel (Gr. 1894), ,Scham, Schamgefühl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hoste dann gar keine Schämede?'' ,Schämst du dich nicht?‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schämerig''' ● ''schämerech'' ,Scham bereitend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schammerieren''' ● Siehe ''verschammerieren''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schank''' m. ● ,Schrank‘, in Hessen ausschließliche Form (Vil. 1868); ''Schank'', Kassel (Gr. 1894), ''Schaank'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schanc'', ahd. ''scanc''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schanzläufer''' ● „war früher allgemein üblich für eine Gattung von Kittel, eigentlich nur einen Schurz mit Ermeln; später hieß, mindestens zu Kassel, jeglicher Arbeits-Anzug so – dann aber auch spöttisch ungeschickte, grobe Tracht, ein wunderlich geschnittenber Rock, u.s.w. Die Benennung beruhet auf der Bedeutung von ''schanzen'' für arbeiten überhaupt; ebenwol heißt es ''sich abschanzen'' in gleichem Sinne als sich abrackern.“ (Pfs. 1886)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schar''' n. ● ''Schor'' ,rundes Eisen, auf dem die Kartoffelpfannkuchen gebacken werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Andernorts auch Schareisen genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schare''' f. ● ''Schore'' ,Pflugschar‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scharkuchen''' ● ''Schorkuchen'' ,Kartoffelpfannkuchen, auf dem ''Schar'' gebacken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scharmuzieren''' ● ''scharmezieren'' ,karessieren, umschmeicheln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scharteke''' f. ● ''Schardeege'', meist: ''ahle Schardeege'' ,eigensinnige, etwas heruntergekommene Frau‘, Kassel 20. Jh.; ''Schadeege'', meist: ''ahle Schadeege'' ,altes, unbrauchbares Gerät‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scharwallchen''' ● ,hastig, aber planlos umherlaufen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scharwerk''' ● ,Handdienst‘, Bezeichnung für die Wegebauten in der Gemeinde, auch für alle übrigen Gemeindearbeiten, Balhorn (Sl. 1901). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scharwerken''' ● ,Handdienste leisten‘, in übertragenem Sinn: ,tüchtig aerbeiten, schaffen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schatz''' ●  für ,Geliebter, Geliebte‘ in Althessen ausschließlich herrschender Ausdruck (Vil. 1868); ,Liebhaber, Liebchen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schatzleute''' ● ,Liebespaar‘ (Vil. 1868); ''Schatzliere'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schauder''' m. ● ''Schuder'', Kassel (Gr. 1894); ''Schürer'' ,fröstelnde Empfindung‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ähnliches ''Schutter'' ,Schauer‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schauderig''' ● ''schürerech'' ,einen Schauder hervorrufend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schaudern''' ● ''schudern'' ,schaudern vor Gräßlichem‘, Kassel (Gr. 1894), ''schürern'' ,vor Frost oder Ekel zittern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ähnliches ''schuttern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schauer''' f. ● ''die Schure'' ,Regenschauer‘, auch: ,Schnee-, Hagelschauer‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,Regenschauer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schauern''' ● ''sich schuren'' ,sich bei Regen usw. unterstellen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schäumchen''' ● ''Schemmchen'', Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s handschriftl. Manuskript: ''Schémmchen'' (Aussprache also: geschlossenes ''e'' bzw. offenes ''i''). Bei Gr. Hinweis auf die Ableitungsgrundlage ''Schumm'' ,Schaum‘. Inwiefern ihm das ''Schäumchen'' einen eigenen Eintrag wert war, ist nicht ersichtlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schäumen''' ● ''schemmen'' ,schäumen‘, auch: ,abschäumen‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript: ''schémmen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schäumlöffel, Schaumlöffel''' ● Schemmleffel, Kassel (Gr. 1894, ohne Angabe der Bedeutung); Schümmleffel ,Löffelmit dem man den Schaum von kochenden Speisen abschöpft‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript: Schémmleffel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schaurechtig''' ● ''schurächtich'' ,schaurig‘, Kassel (Gr. 1894). ● Formerklärung: ''schur''- + Suffixkomination -''acht'' + -''ig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schaute''' m. ● ''Schode'', ''Schaude'' ,schlechter, geringer, niedrig denkender Mensch‘ (Vil. 1868); ''Schaude'' ,Schurke, Schuft‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schaurig''' ● ''schurig'' ,schaurig, gräßlich‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch ''schaurechtig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schawelande''' ● ,bizarr erscheinende alte Jungfer‘, Benennung zur Zeit von Pfs.s Kindheit, Kassel (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schawelle''' f. ● ,unruhiges, stets hin und her laufendes kleines Mädchen‘ (Vil. 1868); ,schmutzig und unansehnlich gewordene Puppe‘, Hersfeld (Pfs. 1886); ''ahle Schawelle'' ,gutmütige alte Frauensperson‘, Kassel (Gr. 1894). ● Nach Gr. von französ. ''javelle'' ,lose Garbe, Getreideschwaden‘, auch ,Wickelpuppe‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schabbesdeckel''' ● ''Schawwesdeckel'' ,schlechter Hut‘, verächtlich, ursprünglich nur von Juden und Juden gegenüber gebraucht, sehr üblich (Vil. 1868); ,Sabbatshut, Sonntagshut, Zylinderhut‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schawwesdäggel'' ,alter, schäbiger Hut‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schebb''' ● ,schief‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Wird nur als Prädikatsnomen gebraucht, nicht atttributiv; Gr.: ''schebb'' steht „nicht vor dem Hauptwort: ''De Nadel es schebb.''“ ● Vil. (1868) ordnet ''schepp'' allein Oberhessen zu (was sichtlich unrichtig ist). ● Siehe ''scheib'', auch ''schiewes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheel, schal''' ● ''schael'' ,schielend, einäugig‘ (Vil. 1868); ''schäl'' ,schielend‘, Kassel 20. Jh.; ''schal'' ,einäugig, schielend; ''schal'', abgestanden, wertlos‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Schäl gucken'' ,mißgünstig blicken‘, Kassel 20. Jh. ''Hä güggt schaal''. ,Er guckt schielend, er schielt.‘ (Hm.) ● Vgl. nhd. ''schielen'', das nichts mit nhd. ''schal'' zu tun hat, siehe ''schilchen'' ,schielen‘. Vgl. mnd. ''schêl(e)'' ,schielend‘. Vgl. mhd. ''schal'' ,schal, trübe‘; ''die liehten ougen sint schal.'' Hier liegen offenbar wechselseitige Beeinflussungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheelblatt''' ● ,Augenschutz am Pferdegeschirr‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheen''' f. ● ''Schin'' f. ,Schienbein‘, vor allem im nördl. Niederhessen (Vil. 1868); ''Schänn'' f. Schienbein‘, pl. ''Schänn'' ,Schindeln, gespaltene Haselruten, die am Fachwerkgebälk festgenagelt werden, um den Strohlehm daran haften zu machern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheenbein''' ● ''Scheenbein'' ,Schienbein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheenen''' ● ''scheenen'' ,schienen, Schienen anlegen (Chirurgie)‘, Kassel (Gr. 1894); ''schännen'' ,mit Schindeln versehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheib''' ● ''scheib'' ,schief‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''scheib'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''scheep'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Wird attributiv und als Prädikatsnomen gebraucht gebraucht, also etwa: ''där scheiwe Baum'', ''där Baum is scheib''. Kassel. ''Hä güggt scheep.'' ,Er guckt mürrisch von der Seite.‘ ''Scheewes Oos'' ,schiefes Aas‘, beliebtes Schimpfwort. (Hm. 1926). ● Volkstümliche Straßenbezeichnung in Kassel: „''Scheiwe Fullegasse'', zum Unterschied von der kürzeren, geraden. Sie führte von der [ehemaligen] [[Alte Fuldabrücke|Fuldabrücke]] nach dem Renthof.“ (Gr.) ''Scheiwes Faß'': „wird bei der Hausschlachterei gebraucht“. (Gr.)  ● Siehe ''schebb'', auch ''schiewes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheibbein''' ● ''Scheebeeng'' ,Schiefbein, Person mit schiefen Beinen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheibes''' n. ● ''ein Scheiwes werfen'' ,die Kegelkugel schief, d.h. zur Seite werfen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheibmaul''' ● ''Scheebmüll'' ,Schefmaul, Kind, das dauernd senen Mund zum Weinen verzieht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheißen''' ● ''schissen'', Kassel 19., 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ''Ich will dä was schissen.'' ,Derbe Ablehnung einer Bitte oder Aufforderung‘. Kassel 20. Jh. ''Ech wäll dä wos schissen.'' Dasselbe, Oberellenbach. (Hm.) ''Hä kimmet schun widder aangeschissen.'' Kassel 20. Jh. ,Er kommt schon wieder hergelaufen‘. Kassel 20. Jh. ''Hä kemmt schon werre jeschässen''. Dasselbe, Oberellenbach (Hm.) ● Stammformen Kassel: ''schissen'' (mit geschlossenem ''i''), ''schiß'' (''scheß''), ''geschissen'' (''geschessen'') (Imperfekt und Part. Perf. mit offenem ''i'', läßt sich auch mit ''e'' wiedergeben). Stammformen Oberellenbach: ''schissen'', ''schäß'', ''jeschässen'' (Hm.). ● ) Bei Gr. Infinitiv bzw. Präsensstamm fehlerhaft: er setzt ihn mit ''é'' an, Aussprache also mit geschlossenem ''e'' bzw. offenem ''i''. Das trifft keineswegs zu: es handelt sich um ein geschlossenes ''i''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheißer''' m. ● ''Schisser'' ,kleines Kind‘, spöttisch, auch fast liebevolle Anrede für ein kleines Kind, Kassel 20. Jh. ● In der Grundbedeutung vor allem in dem Kompositum ''Hosenschisser'', Kassel 20. Jh.; vgl. auch ''Schluttenschisser''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheißerei''' ● ''Schisserei'' ,Durchfall‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheißern''' ● ''schessern'' ,sich nahenden Stuhlgang verspüren‘ (unpersönl. Verb), Kassel (Gr. 1894); ''schissern'' (mit gerschlossenem ''i'') ,zum Scheißen reizen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr.s Manuskript hat ''schéssern'', also geschlossenes ''e'' bzw. offenes ''i''. Scheinbar hier dieselbe Abweichung wie bei ''schissen'' ,scheißen‘, nach Gr. (fälschlich) ''schéssen''. Das korrekte geschlossene ''i'' zeigt sich in der Oberellenbacher Form ''schissern'', die ja, wenn sie lautliche Parallele wäre (mit niederhess. Senkung), ''schässern'' lauten würde. ● ''Äs schessert mech. Mech schessert.'' ,Ich muß gleich mal (kacken)‘, letzteres auch zur Bespöttelung der Rede eines anderen, mit der Hinzufügung „Ach, Herr Siewert!“ Kassel (Gr. 1894). ● Anmerkung hierzu in Gr.s Wörterbuch durch den Herausgeber Paul Heidelbach (1952): „Der frühere cand. theol. Otto Siebert (1822 – 1899) war Inhaber einer Privatschule zur Vorbereitung auf das Gymnasium. Seine Schüler pflegten, wenn sie während des Unterrichts ,mal hinaus‘ mußten, zu rufen: ,Herr Siewert, Herr Siewert!‘ Mit der Zeit war der Ausruf ,Herr Siewert, mech schessert‘ in Kassel sprichwörtlich geworden. Wilhelm Bennecke schreibt in seinem Buch ,Das Hoftheater in Kassel‘ über den Komiker Friedrich Hesse: ,Hesse hatte nur einmal etwas anderes gesagt, als in seiner Rolle stand, und das war ,Ach, Herr Siebert!‘ gewesen, ohne daß er die Bedeutung dieses Ausrufs kannte. Als darauf ein donnernder Applaus losbrach und auch der Kurfürst, der in den Kasseler Redensarten sehr auf dem laufenden war, lachte, wurde Hesse stutzig. Er erkundigte sich näher nach dem geflügelten Worte und verschwor von nun an jedes Extempore.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schelle''' f. ● ,Hautblase, z.B. Brandblase oder durch wilde Blattern hervorgerufen‘ (Vil. 1868); ''Schalle'' ,Hautblase, die durch Brennen entsteht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schelmenlied''' ● ,jedes nicht geistliche Lied, besonders das Liebeslied‘, Balhorn (Sl. 1901); ,weltliches Lied, Liebeslied‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bedeutungsgleich mit ''Schälmenschdeggchen'' ,Schelmenstückchen‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schenk''' ● Siehe ''Ballschlag''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schenkeln''' ● Bezeichnung für das Wetzen und Wundstreichen des hinteren Hufes bzw. der Fessel (vielleicht auch nur am Vorderbein) mit dem Stollen des anderen Hufeisens bei Pferden, Schwalm (Pfs. 1886); ,beim Gehen mit dem einen Fuß am andern herstreichen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheppeln''' ● ''scheppeln'', ''aufscheppeln'' ,kränzen‘, d.h. durchflechten des Haares mit rotem Band und künstlichen Blumen (bei abgelegter Betzel) als Ehrenschmuck der jungfräulichen Bräute zur Hochzeit, auch der jungfräulichen Gevatterinnen bei Kindstaufen, wie auch der jungfäulichen Begleiterinnen; nur in den Gebirgsteilen der Grfaschaft Ziegenhain üblich, doch auch sonst in dieser Gegend [d.h. Schwalm] bekannt, auch in anderen Teilen Deutschlands; in Niederhessen völlig unbekannt (Vil. 1868). ● Vgl. mhd. ''schapel'', ''schappel'' ,Kranz von Laub, Blumen (natürlichen oder künstlichen) als Kopfschmuck der Jungfrauen‘ (Lex.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scherbel''' f. ● ''Scherwel'' ,Scherbe‘, auch: ,Rest eines abgebrochenen Zahnes im Mund; Kopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scherbelware''' ● ''Scherwelwore'' ,Gegenstände aus Ton oder Porzellan‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheren''' ● ''sich scheren'' ,sich kümmern um‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheren''' ● ,schüren‘, Kassel (Gr. 1894); ''schären'' ,(Feuer) schüren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scherschante''' ● ''Scherschande'' (Bullezeischerschande) ,preußischer Schutzmann‘, Kassel (Gr. 1894). ● von französ. ''sergeant''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scherzen''' ● „schürzen, wohl richtiger, wie auch gesprochen wird: scherzen“, ,den Dienst verlassen (von Knechten und Mägden)‘, inneres Hessen, im Fuldaischen, Hersfeldischen, in der Grafschaft Ziegenhain, auch in Oberhessen nicht ungebräuchlich (Vil. 1868); ''schärzen'' ,den Dienst verlassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''scherzen'' mit der vermutlichen Bedeutung ,abschneiden, kürzen‘, so Lex. mit Verweis auf mhd. ''scherze'' m. ,abgeschnittenes Stück‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scherzköze''' f. ● ''Schärzekeeze'', in der Redensart: ''Hä (äs) gricht de Schärzekeeze jepaggt.'' ,Er (es) kriegt die Scherzköze gepackt, d.h. ein Knecht (eine Magd) tritt den Dienst an‘. Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheuch''' ● ''schich'' ,scheu‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''schiuch'', ''schiuhe'' ,scheu, verzagt‘; Entwicklung: ''schiuch'' (''iu'' = langes ''ü'') &amp;gt; ''schüch'' (belegt) &amp;gt; ''schich'' (Entrundung und Kürzung). Mhd. ''iu'' (= ''ü''), wurde nhd. zu ''eu'' diphthongiert, im Niederhess. weitgehend nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''scheuchterechtig''' ● ''schichterechtig'' ,gerne scheuend (von Pferden)‘, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Ableitung mit dem Suffix -''echtig'' (Pfs.), s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Scheuer''' f. ● ''Scheuer'', gesprochen ''Schier'', ,Aufbewahrungsort von Getreide, Stroh und Heu‘, im östl. Althessen‘ (Vil. 1868); ''Schiere'' ,Scheune‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Schiere'', Kirchberg 20. Jh. ● Im westl. Althessen hingegen ''Scheune'' üblich, gesprochen ''Schine'' (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schicke''' ● ''schegge'' ,betrunken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript ''schégge'' geschrieben, also geschlossenes ''e'' bzw. offenes ''i'' als Stammvokal. ● Ableitung ''angeschiggert'' ,angetrunken‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schicken''' ● ,auslangen, ausreichen, genügen‘, Hessen (Pfs. 1886); ''schiggen'' ,senden; ausreichen, genügen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926), ''sech in wos scheggen'' ,sich in etwas fügen‘ (Hm.). ● ''Es schigget.'' ,Es reicht, es ist genug.‘ Kassel 20. Jh. ''Äs scheggt'', dasselbe (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schickening''' ● ''scheggenink'' ,schickend, ausreichend‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Wos scheggenink machen'' ,etwas schickend machen, bewirken, daß es ausreicht‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schickern''' ● ''sich schickern'' ,sich zurückhaltend benehmen‘, Fritzlar und Umgebung (Vil. 1868). ● ''Schicker dich!'' ,Benimm dich! (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schickse''' f. ● ''Scheggse'' ,liederliches, ehrloses Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus der Studentensprache: ''Schickse'' ,leichtes Mädchen, Flittchen‘; älter: rotwelsch ''Schicksel'' n. ,Judenmädchen‘; aus dem Jiddischen: ''schickzo'', ''schickzel'', ''schickzeche'' ,nichtjüdisches Mädchen, christliches (Dienst-)Mädchen‘, zurückgehend auf hebräisch ''scheqes'' ,Unwürdiges, Abascheuliches‘ (Pff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiebekaren''' ● ''Schiewekahren'' ,Schubkarren‘, Kassel (Gr. 1894), Kassel 20. Jh. ● Siehe auch ''Schubkaren''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiebekühe''' ● ''Schiewekiewe'' ,Schiebe-, Zugkühe‘, Kassel 19. Jh. (Jonas 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schieben''' ● ''schiewen'', Kassel 20. Jh. ● Stammformen: ''schiewen'', ''schobb'', ''geschowwen''. ● Neben schieben auch ''schuben'', siehe das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schieber''' f. ● ''Schibber'' ,Splitter‘ (Vil. 1868); ''Schiber'' m., f. gesprochen ''Schiwwer'', ,Schiefer, Splitter‘ (Pfs. 1886); ''die Schewwer'' ,der Schiefer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''die Schiwwer'', Flurbezeichnung, Kirchberg 20. Jh. (''die Schieber'' in hd. Schreibweise, 17. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schieberchen''' ● ''Schewwerchen'' ,kleiner Splitter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schieberig''' ● ''schewwerech'' ,sich in kleine Splitter auflösend, splitterig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schiebern''' ● (''sich'') ''schibbern'' ,sich in kleine Splitter auflösen‘ (Vil. 1868); ''sich schewwern'' ,sich schiefern, abblättern‘, Kassel (Gr. 1894); ''sech schewwern'' ,sich in kleine Splitter zerlegen, sich abblättern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''schéwwern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schieberstein''' ●  ''Schewwerstein'' ,Schieferstein, Dachschiefer‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schewwersteeng'' ,Schiefertefel, Schultafel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''Schéwwerstein''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiebertafel''' ● ''Schiwwerdafel'' ,Schiefertafel‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schiebes''' ● ''schiwes gehn'' ,verloren gehen, draufgehen, untergehen‘, in Niederhessen sehr gebräuchlich (Vil. 1868); ''schiewes gehen'' ,schiefgehen, mißlingen, verloren gehen‘, Kassel (Gr. 1894); ''schiewes gän'' ,verloren gehen, zugrunde gehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schießel''' m. ● ,kleine Tonkugel für Kinderspiele‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiff''' n. ● ,Schiff, größeres Wasserfahrzeug‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiff''' m. ● ,die Funktion des Urinierens‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiffchen''' ● ,kleiner rechteckiger Kessel, in die Herdplatte eingelassen, zur Wassererwärmung bzw. zur dauernden Bereitstellung von warmem Wasser‘, Kassel 20. Jh. ● Sehr wahrscheinlich Umdeutung von *''Schäffchen'', vgl. mhd. ''schaf'', ''schaffes'' n. ,Gefäß für Flüssigkeiten‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiffe''' f. ● ,Seiche, Urin‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiffel''' m. ● ''Scheffel'' ,Weberschiffchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schiffen''' ● ,urinieren‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiffer''' ● ,Treideler; Mann, der Fuldakähne flußaufwärts zieht‘, Melsungen (Kirchenbuch 19. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schilchen''' ● ,schielen‘, ganz Hessen fast ausschließlich üblich (Vil. 1868); ''schelchen'' ,schielen‘, auch: ,verstohlen nach etwas sehen‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript ''schélchen'' geschrieben, also geschlossenes ''e'' bzw. offenes ''i'' als Stammvokal. ● Vgl. mhd. ''schilhen'' (Aussprache ''schilchen''). ● Siehe ''scheel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindaas''' s. ● Schimpfwort, ganz Hessen, belegt in Marburg 1658 (Vil. 1868); ''Schennoos'', häufiges Schimpfwort, Kassel (Gr. 1894); ''Schengoos'', starkes Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''Schénnoos''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schinden''' ● ''sech schengen'', auch: ''schennen'' ,sich quälen, abarbeiten‘, Kassel (Gr. 1894), ''sich schinnen'', Kassel 20. Jh.; ''schengen'' ,eine Gans schinden, d.h. die geschlachtete Gans nicht braten, sondern statt dessen in Stücke zerhacken und einsalzen‘, ,jem. quälen, peinigen‘, ''sech schengen'' ,sich schinden, sich quälen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''schéngen'', ''schénnen''; ''schengen'' (''schingen'') ist ländliche Form, kein Stadtkasselänsch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schinder''' ● ''Schenger'', auch: ''Schenner'' ,Schinder; grausamer Mensch, Tierquäler‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schinner'', Kassel 20. Jh.; ''Schenger'' ,Abdecker, Rasenmetzger; Tierquäler‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.s Manuskript ''Schénger'', ''Schénner''; ''Schenger'' ist ländliche Form, kein Stadtkasselänsch; richtiger siehe z.B. ''Ziegenschinder'' (''Zächenschenner'', Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindergasse''' ● ''Schingergasse'', ''Schengergasse'', die ,Schindergasse‘ in der Kasseler Unterneustadt, Waisenhausstraße (Gr. 1894). ● Die Unterneustadt war der „arme“ Stadtteil, scheinbar stärkerer Zuzug vom Lande (daher vermutlich auch die ländliche Form ''Schinger'' statt ''Schinner''); Übername der Unterneustadt: ''Derfchen'' ,Dörfchen‘. ● Anmerkung zu Gr.s Artikel durch den Herausgeber seines Wörterbuchs Paul Heidelbach (1952): „Die in der Unterneustadt gelegene Waisenhausstraße hieß früher nach der hier wohnenden Familie Langschenkel die Langschenkel- oder Schenkelgasse und wurde in ihrem östlichen Teil Schindergasse genannt; denn das hier gelegene Haus Nr. 29 wurde in den Häuserverzeichnissen 1603 als Scharfrichters Haus, 1605 als Henkershaus und 1622 als Schinderei bezeichnet. 1605 wohnte in ihm Meister Hans der Scharfrichter, und noch 1768 war es die Wohnung des Nachrichters.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindleich''' m. ● ''Schindleich'', Schimpfwort (Vil. 1868); ''Schingeleich'', ''Schengeleich'' ,Kadaver‘, auch derbes Scheltwort, Kassel (Gr. 1894); ''Schengleech'' m. ,Schindrasen, Bergungsstelle für das eingegangene Vieh‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel (Gr.) semantisch offenbar angelehnt an hd. ''Leiche'' (siehe aber ''Schindleichsweg''). Die eigentliche Bedeutung erhalten in Oberellenbach. ● Zur vermutlichen Bedeutungsentwicklung: Mhd. ''leichen'' ,hüpfen, aufsteigen, gelenkig biegen‘; foppen‘, ''leich'' m. ,Musikstück, Melodie, Gesang‘, ahd. ''leihhen'' ,zucken, wippen‘, ''leih'' m. ,Lied, Gesang, Melodie, Musik‘, got. ''laikan'' ,hüpfen, springen‘, ''bilaikan'' ,verspotten‘, ''laiks'' ,Tanz‘, altnord. ''leika'' ,spielen, fechten, jem. mitspielen‘, ''leikr'' ,Spiel, Spott‘, altengl. ''lācan'' ,sich schnell bewegen, spielen, fechten‘, ''lāc'' ,Spiel, Kampf, Beute, Gabe‘. Das in allen germanischen Sprachen verbreitete Substantiv, in mhd. Form ''leich'', bedeutete ursprünglich offenbar ,Tanz, Spiel, Kampfspiel, öffentliches Vergnügen‘ und scheint – zumindest in Nordhessen –  als Bezeichnung auf die Plätze, wo dergleichen stattfand, übergegangen zu sein. Sofern vor den Siedlungen gelegen, sind solche freien Plätze, Rasenplätze (später) offenbar auch als Schindrasen genutzt bzw. zu solchen umgewidmet worden, gewiß in einer Zeit, in der die ursprüngliche Bedeutung von ''Leich'' schon in Vergessenheit geraten war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindleichsweg''' ● ''Schingeleichsweg'', von Bettenhausen (heute Stadtteil von Kassel) zur Abdeckerei, Schinderei führender Weg, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● Gemeint: ,Weg zum Schindleich, d.h. zum Schindrasen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schindluder''' n. ● ''Schindluder'', Schimpfwort (Vil. 1868); ''Schindluder mit einem driewen'' ,jem. schikanieren, übel behandeln‘, Kassel 20. Jh.; ''Schenglürer mit ämm schbälen'' ,mit jem. spielen, jem. verächtlich behandeln, dem Spott preisgeben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schippe''' f. ● ''Schippe'' ,eiserne Schaufel‘, im östl. Hessen auch für ''Spaten'' gebräuchlich (Vil. 1868); ''Schebbe'' ,Schaufel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schebbe'', Oberellenbach (Hm. 1926); Plur. auch: ,lange Finger- oder Zehnägel‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl mhd. ''schipfe'' m. ,Schaufel, Grabscheit‘, mhd. (md.) ''schippe'' f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schippe''' f. ● ,Mützenschirm‘, metaphorisch, wegen der Ähnlichkeit mit einer Schippe (Schaufel), ausschließlicher Ausdruck, ganz Hessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schippchen''' ● ,kleine Schippe (Schaufel); die vorgestreckte Unterlippe bei weinerlichen Kindern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schippenmist''' ● ''su füll wie Schebbenmäst'' ,so faul wie Schippenmist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schirlitzchen''' ● ,leichtes Kleidungsstück, namentlich Umhängsel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schirne''' f. ● ''Schirn'' ,öffentlicher Verkaufsplatz, in Hessen nur für Fleisch, daher ''Fleischschirn'', ''Wildpretschirn''‘ (Vil. 1868); ,Verkaufssplatz, -stand‘, Kassel, scheinbar nur belegt in ''Wilbertschirne'' (siehe das) und historisch: [[Rathaus am Altmarkt|die alte Fleischschirne am Altmarkt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schiß''' m. ● ''Schiß'' ,Schiß, Scheiße, das Scheißen (also nicht nur das Produkt, sondern auch die Verrichtung des großen Geschäfts)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schäß'' ,menschliche und tierische Exkremente‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Schiß honn'' ,Angst haben‘, Kassel 20. Jh., (''jo''), ''en Schiß!'' ,derbe Ablehnung‘, Kassel 20. Jh., ''en Schäß!'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ''Du bäst en Kärle wie’n Schobben Schäß.'' ,Du bist ein minderwertiger, zu nichts zu gebrauchender Mensch.‘ (Hm.) ● Aussprache von ''Schiß'' in Kassel mit kurzem offenem ''i'', deshalb auch Schreibung ''Scheß''. Das Wort entspricht lautlich nicht dem hochdt. Wort ''Scheiße'', das im Niederhessischen keine lautliche Parallele hat. Gr. (1894, Kassel) verzeichnet ''Schiß'' an unterschiedlicher Stelle als ''Schäß'' und ''Scheß'', letzteres im Manuskript – mit Akzent – als ''Schèß'', d.h. die Aussprache ist also gleich: offenes ''e''. Gleichwohl schreibt er ''Scheßdebbchen''; das Manuskript hat ''Schéßdebbchen'': hier also ''Scheß'' mit geschlossener Aussprache des ''e''; auch Schreibung ''Schiß'' wäre möglich gewesen: sehr offenes ''i''. ''Schäß'' (mit „niederhessischer Senkung“ des i-/e-Lauts) ist ländliche Aussprache in Teilen des Umlands von Kassel und erklärt sich in Kassel sicherlich durch starken Zuzug vom Land im Zuge der Industrialisierung im 19. Jh. (vgl. etwa auch die Dubletten ''is''/''es'' – ''äs'' ,ist‘, ''Schinner'' – ''Schenger'' ,Schinder‘). Das ländliche ''Schäß'' hat sich gegenüber ''Schiß'' letztlich nicht durchgesetzt, gilt aber kurioserweise als sogenanntes „Kasseler Wörtchen“. – Gr. führt weiterhin an: ''Schäßarsch'', ''Schäßkobb''! Auch hier gegenüber dem „bürgerlichen“ ''Schißdibbchen'' (''Scheßdebbchen'') (Gr.) die derbere Unterschichten-Variante.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißarsch''' ● ''Schäßoorsch'' ,schmutziger Mensch; kleiner Kerl; Feigling, Angsthase‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißchen''' ● ''en Schäßchen'' ,ein bißchen; durchaus nicht!, keineswegs!‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißdreck''' ● ''en'' ''Schäßdräck''! ,Keineswegs!‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schisserig''' ● ''schesserig'' ,scheißerig, plötzlichen Stuhlgang verspürend‘, Kassel (Gr. 1894). ●  ''Es wird mä schesserig.'' (Gr.) ● In Gr.s Manuskript ''schésserig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schissig''' ● ''schässech'' ,mit Kot beschmutzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißtüpfen, -tüpfchen''' n. ● ''Schißdibben'' ,Nachttopf‘, Kassel 20. Jh., ''Scheßdebbchen'', ''Schißdibbchen'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schäßdebben'' ,Nachtgeschirr‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schißwanst''' m. ● ''Schäßwanst'' ,ungezogenes Kind‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabber''' f. ● ''Schlawwer'' ,redselige Person, Plaudertasche; nicht stillstehender Mund‘, gleichbedeutend mit ''Schlabbermaul'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabberei''' ● ''Schlawwerei'' ,Geschwätz, ohrenbeleidigendes Schwatzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlabberig''' ● ''schlawwerich'' ,geschwätzig‘; auch: „verwandt mit ''ohliewig'' und ''blemberig''“, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabberjuck''' m. ● ''Schlawwerjuck'' ,dünne, gehaltlose Flüssigkeit, namentlich dünner Kaffee‘, gleicbedeutend: ''Schlawwerjucksbrieh'' ,Schlabberjucksbrühe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabbermaul''' ● ''Schlawwermull'' ,Schwätzerin redselige Person, Plaudertasche; nicht stillstehender Mund‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlabbern''' ● ''schlabbern'' ,eilig und undeutlich sprechen‘ (Vil. 1868); ''schlawwern'' ,Geschwätz machen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,viel und unnütz reden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlabbertasche''' ● ''Schlawwerdösche'' ,Schwätzerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlachtemulde''' ● ''Schlochtemolle'' ,Fleischmude, Fleischtrog‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlächter''' ● ''Schlächder'' ,Hausschlachter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlachtewerk''' ● ''Schlachdewerk'', gemeint: Würste, Schinken usw., Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''Schlochdewärk'' ,das Eingeschlachtete‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlacke''' f. ● ''Schlagge'' ,großgewachsener Junge (Bursche); ungewöhnlich großer Hund, Fisch und dgl.‘, Kassel (Gr. 1894), ,Lümmel‘, gutmütig, Kassel 20. Jh.. ● Scheint Spitzname der Kasseler Atstadtjungen geworden zu sein, dann verallgemeinert: ''Kasseler Schlacke'' ,ungehobelter, pfiffiger Kasselaner (der Unterschicht), ungeniert Dialekt oder Halbdialekt sprechend‘, nicht nur außerhalb Kassels gebräuchlich, sondern durchaus in Kassel selbst, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlacken''' ● unpers. ,gleichzeitig regnen und schneien‘ (Vil. 1868); ''schlaggen'' ,kalt regnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''schlackern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlackerig''' ● ,trüb, naß‘, vom Wetter gesagt, besonders beim Auftauen des Winterfrostes (Vil. 1868); in der Verbindung ''schlaggeriches Wedder'', d.h. ''Schlackerwetter'' (siehe das), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlackern''' ● ''schlaggern'' ,kalt regnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlackern''' ● ''schlaggern'' ,wackeln, keinen festen Halt haben‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlackerwetter''' ● ,Wetter, bei dem Schnee mit Regen vermischt fällt‘, besonders in Niederhessen üblich (Vil. 1868); ''Schlaggerwedder'' ,Regenwetter mit aufgeweichter Straße‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,kaltes und nasses Wetter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlackwetter''' ● gleichbedeutend mit ''Schlackerwetter'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafbetzel''' f. ● ''Schlofbätzel'' ,verschlafen aussehender Mensch, Schlafmütze‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafbock''' ● ''Schlofbock'' ,verschlafen aussehender Mensch, Schlafmütze‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schläfern''' ● ''schleefern'', unpers.: ''Es schleefert mech.'' ,Es schläfert mich, mich drückt der Schlaf.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafezius''' m. ● ,ungeschickter Mensch; Schlingel‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafittchen''' s. ● ''am Schlafíttchen krichen'' ,beim Kragen packen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafittich''' ● ''Schlafittich'', ''Schlafitch'' m., „anstatt Schlagfittich“, in Hessen und anderwärts nur in Rdewendungen üblich: ''Einen beim Schlafittich kriegen''. ‚Jem. erwischen und festhalten.‘ (Vil. 1868); ''am Schlahfíddich krechchen'' ,beim Arm, beim Kragen packen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schlafídch'' m., nur in der Redensart ''om Schlafídch grijjen'' ,jem. am Kragen fassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● „An sich bedeutet ''Schlagfittich'', die Schwungfedern des Flügels, … indes ist der Ausdruck von den Vögeln nicht mehr in Uebung.“ (Vil.) Bei Vil.s Deutung als „Schlagfittich“ fällt auf, daß der Wortakzent bei ''Schlafíttich'' auf der zweiten Silbe liegt und nicht auf der ersten. Es müßte, wenn Vil. recht hat, eine Akzentverschiebung stattgefunden haben wie z.B. bei ''Holunder'', ''Hornisse'' und ''lebendig'' (zweite Silbe beschwert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlafmatz''' m. ● ''Schlofmatz'' ,jem., der viel, oft, lange schläft‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Matz'' ist alter hessischer Vorname, Koseform von ''Matthias''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagd''' f. ● ''Schlacht'' ,Ladeplatz für die Schiffsfracht in Kassel‘ am linken Fuldaufer, Kassel 19., 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagdhase''' ● ''Schlachthase'' ,Lastträger, eigentlich Lastträger an der Schlagd‘, dann verallgemeinert: „ehe es Dienstmänner gab“; ,Eckensteher‘, auch: ,roher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagdlümmel''' ● ''Schlachtlemmel'' ,roher Mensch, Lümmel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlahen''' ● ''schlahn'' ,schlagen‘, Kassel (Gr. 1894), ''schlohn'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''schlahn'', ''schluhch'', ''geschlahn'', Kassel 19. (und frühes 20.) Jh.; ''schlohn'', ''schluck'', ''jeschlohn'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlahmöller''' ● ''Schlohmeller'' ,Schlagmüller, Ölmüller‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlahmühle''' ● ''Schlohmeele'' ,Schlagmühle, Ölmühle‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlahning''' ● ''schlohnink'' ,schlagend‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä färt sech wie vär’m schlohningen Güll''. ,Er fürchtet sich wie vor einem schlagenden Pferd.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlamasse''' ● ''Schlamassel'', ''Schlamassen'' ,unordentliche Masse, Masse von Unrat‘ (Vil. 1868); ''in de Schlammássen'' ''bringen'', ''kummen'' ,in übles Gerede bringen, kommen; in üble Lage, in Unglück geraten‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schlamásse'' f. ,unordentliche Masse, Unrat‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Entspricht hd. ''Schlamassel'' ,unangenehme Situation, Unglück, Mißgeschick‘; aus dem Jiddischen. (Pff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlamm-Mulch''' ● ''Schlammulch'', übertragen: ,Säufer‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlampampe''' f. ● ''Schlambámbe'' ,unordentliche, faule, unreinliche, nachlässige Frauensperson, doch meist gemütlich‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlampe''' f. ● ,nachlässige, unordentliche Frauensperson‘, in Hessen wie anderwärts sehr üblich (Vil. 1868); ''Schlambe'', gleichbedeutend mit ''Schlampampe'', Kassel (Gr. 1894), ,verlotterte Frauensperson‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Schlumpe''. ● Männliche Gegenstücke zu ''Schlampe'' nach Pfs. (1886) ''Schlamp'' und ''Schlampes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlanzieren''' ● ''schlanzieren gänn'' ,schlanzieren gehen, sich müßig herumtreiben‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. slenzic ,müßig, träge‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappe''' f. ● ,Pantoffel‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappen''' m. ● ''Schlabben'' ,Pantoffel, leichter (ausgetretener) Schuh, Sandale‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappenrat''' m. ● ''Schlabbenrad'' (richtiger: -''rot'', mit offenem ''o'') ,Schuster‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. fügt in Klammern hinzu: „Friedrich Schmidt, Wilhelmstraße 17“; dieser dürfte demnach als erster mit der humoristischen Bezeichnung gemeint gewesen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlapperbrühe''' ● ''Schlabberbrieh'' ,schwache Suppe, schwacher Kaffee‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlapperig''' ● ''schlabberich'' ,schwach, schlapp, fad‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''De Subbe schmecket mä schlabberich.'' ,Die Suppe schmeckt dünn, fad.‘ ''Äs es me so schlabberich.'' ,Mir ist unwohl, bin schwach.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlappern''' ● ''schlabbern'' ,mit Geräusch auflecken‘ (Vil. 1868); ''schlabbern'' ,geräuschvoll schlürfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''schluppern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlappern''' ● ''schlabbern'' ,wackeln, schaukeln‘ (Pfs. 1886); ''schlabbern'' ,wackeln, wackelnd herunterhängen (z.B. weite Garderobe), Kassel 20. Jh. ● Siehe ''schluppern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappich''' m. ● ''Schlabbich'' ,träger, nachlässiger Kerl‘, Kassel 20. Jh.; ''Schlabbch'' ,fauler Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappmaul''' ● ''Schlabbmull'' ,Mund mit Hängelippe‘, auch abwertend für ,Mund‘, insbesondere für ,Mund, der nicht stillsteht‘; übertragen: ,Schwätzer(in)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappsack''' ● ''Schlabbsack'' ,träger Kerl‘, Kassel 20. Jh., ,unordentlicher, träger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlappschnude''' f. ● ''Schlabbschnudde'' = ''Schlabbmull'' ,Schlappmaul‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlarges''' ● ''Schlarjes'' ,lang aufgeschossener junger Mensch‘, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlauder''' m. ● ''Schludder'' ,Verschwender‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlauder''' f. ● ''Schlürer'' ,unordentliche, nachlässige weibliche Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. spätmhd. ''slūderer'' m. ,jem., der übereilt, nachlässig arbeitet‘&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlauderig''' ● ''schlürerech'' ,unordentlich, nachlässig, liederlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlaudermutz''' m. ● ''Schludermutz'' ,Leichtfuß‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlaudern''' ● ''schludern'' ,schleudern, mit weit ausholenden Armen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,nachlässig arbeiten‘, Kassel 20. Jh.; ''schlürern'' ,schleudern, schleudernd wegwerfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''slûdern'' ,schleudern, schlenkern‘. (Lex.) Nhd. ''schlaudern'',nachlässig gehen, schlendern‘ (Luther, Pff.) ● Siehe ''schluddern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlauderpreis''' ● ''Schluderpreis'' ,Schleuderpreis‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlaudersack''' ● ''Schlürersack'' ,unordentlicher, oberflächlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlaudrian''' ● ''Schluderjahn'' ,unordentlicher Mensch, oberflächlich arbeitender Mensch‘, Kassel 20. Jh.; ''Schlürerjohn'' ,unordentlicher, oberflächlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schläutchen''' ● ''Schliddchen'' ,kleine Schlutte‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlaute''' f. ●  ''Schlutte'' ,Krug von zylindrischer Form‘, Niederhessen, sonst unbekannt (Vil. 1868); ''Schlaute'', die schwälmerische (und oberhess.) Form von niederhess. ''Schlutte'' (Pfs.1, 1889); ''Schludde'' ,langer schmaler Krug, Steinflasche‘, Kassel (Gr. 1894); ,Flasche‘, Kassel 20. Jh.; ''Schlüdde'' ,bauchiger irdener Krug‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Im nd. Niederhessen ''slute''; früher Beleg: ''Eszig sluten'', Grebenstein 1430 (Vil.). ● Vgl. mhd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlautenbeere''' f. ● ''Schlüddenbäre'' ,dicke und längliche Birnenart‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlautendewes''' ● ''Schluddendehwes'' ,junger energischer, aber dummer Mensch, der noch Führung braucht‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Dewes'' ist hessische Kurzform des Vornamens ''Matthäus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlautenschisser''' ● ''Schluddenschisser'' ,junger energischer, aber dummer Mensch, der noch Führung braucht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlehne''' ● ''schlähne'' ,allmählich bergaufführend‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''lehne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schleicher''' ● ''Schlicher'', ''Schlichert'' ,Duckmäuser, Leisetreter‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schlicher'' ,schleichend sich bewegender Mensch, Aushorcher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schleierschloßeweiß''' ● ''schlaierschloßewiß'' ,schneeweiß‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''schloßeweiß''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schleifgele''' f. ● ,Mädchen von dummer bäurischer Manier, dazu faul, nachlässig‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Gele''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schleifschuh''' ● ''Schleefschuch'' ,nachlässig gehender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlenkerbein''' ● ,Mensch, welcher die Beine schlenkernd bewegt‘, Spottwort (Vil. 1868); ''Schlenkerbeeng'' ,Person, die beim Gehen die Beine schlenkert, in kreisende Bewegung versetzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Schlenkerbein'', offenbar auch in Kassel gebräuchlich: Eine Tochter der berüchtigten Kasseler Diebsfamilie Schebe (1830er Jahre) wurde ''Anne Marthe Schlenkerbein'' genannt (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlette''' f. ● ,großer Mund, zumal mit vorstehenden,aufgeworfenen Lippen‘, Schimpfwort für ,Mund‘ überhaupt (Vil. 1868); ''Schledde'' ,Unterlippe‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), ,Mund‘, scherzhaft, abfällig, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,Maul, Mund‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schleuse''' ● ''Schließe'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlicker''' m. ● ,leichter überraschender Stoß, Stups (der den Gestoßenen aus dem Gleichgewicht bringt oder bringen könnte)‘, Kassel 20. Jh. (C. Müller 1925).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlickern''' ● ,mit Heftigkeit bzw. rasch hinwerfen, hinschleudern‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''schleckern'', ''schliggern'' ,von sich schleudern, besonders: zähe, schleimige Flüssigkeit‘, Kassel (Gr. 1894), ,etwas durch kurze rasche Bewegung von sich schleudern‘, Kassel 20. Jh.; ''schleggern'',schleudern, werfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.’s handschriftl. Manuskript ''schléckeren''. Vil. führt das Wort unter ''schläckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schliere''' f., '''Schlier''' m. ● ,Skrofel, blindes Geschwür, Balggeschwulst und dgl.‘, nördl. Niederhessen, zumal Kassel (Vil. 1868); ''Schliere'' f. ,Luftbläschen in schleimiger Substanz, z.B. Farbe, Leim‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlimpe''' f. ● ''Schlembe'' ,Schlinge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlimpen''' ● ''schlemben'' ,eine Schlinge binden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlinze''' f. ● ''Schlenze'' ,Mund‘, gleichbedeutend mit ''Schlette'', Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.’s Manuskript ''Schlénze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlippen''' ● ''Schlippe'' f., üblicher: ''Schlippen'' m. ,Rockschoß, unterer Teil des Fracks oder Oberrocks‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Schleppen'' ,Rockschoß, besonders am Frack‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schlebben'' m. ,Rockschoß, Rockzipfel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Gr.’s Manuskript ''Schléppen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlippchen''' ● ,windiges, wie ein Rockschlippe flatteriges Bürschchen‘ (Pfs. 1886); ,unzuverlässiges Bürschchen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlippenrock''' ● ''Schlebbenrock'' ,Gehrock‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schloße''' f. ● ,Hagelkorn‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schloßen''' ● ,hageln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schloßeweiß''' ● ''schloßweiß'' ,ganz weiß, rein weiß‘, in Hessen üblich (Vil. 1868); ''schloßewiß'',ganz weiß‘, wörtlich: ,hagelweiß‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.), ,ganz weiß, schneeweiß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlubbern''' ● ''schlubbern'' ,schlabbern, geräuschvoll schlürfen‘, Kassel (Gr. 1894), ,hastig und geräuschvoll Flüssiges oder Breiiges zu sich nehmen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlucken''' m. ● ,Schluckauf‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1984); ''Schloggen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluckespeck''' m. ● ''Schlukspeck'' (gewöhnlich ''Schlukspecht'' ausgesprochen und damit unverständlich gemacht) ,habsüchtiger Mensch, dessen Habsucht sich in auffallender, gemeiner Weise äußert‘ (eigentlich ,jem., der Speck schluckt, große Brocken schlingen kann‘), nördlichstes Hessen (Vil. 1868); ''Schluggespeck'' ,jem., der sich beim Essen egoistisch verhält, das Beste vorwegnimmt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schluffern''' ● ,schlurfen, schleppend gehen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluffert''' m. ● ,Duckmäuser, Leisetreter‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlumpe''' f. ● ,nachlässige, unordentliche Frauensperson‘, aber derber als ''Schlampe'' (s.d.) und fast noch üblicher (Vil. 1868). ● Siehe ''verschlumpen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlumpen''' ● intrans. ,schlumpig, schlampig einhergehen‘, trans. ,jem. verprügeln‘ (Pfs. 1886); wie bei Pfister, dazu: ,glücklich vonstatten gehen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlumper''' f. ● ''Schlomber'' ,unordentliche, leichtsinnige weibliche Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlumperig''' ● ''schlomberech'' ,unordentlich, liederlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlumpscherweise''' ● ''schlomscherwiese'' ,durch einen glücklichen Zufall‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlunk''' m. ● ,Schlund‘, überall in Hessen (Pfs. 1886); ,Schlund‘, übertragen: ,habgierige Person‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schlönk'' ,Schlund‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mnd. ''slunk'' m. ,Schlund, Kehle‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlunkhals''' ● ,habgierige Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlunzen''' ● ,in tadelnswerte Weise müßig gehen, nachlässig gekleidet sein, besonders im Hinblick auf Frauen‘ (Vil. 1868); ,nachlässig und trödelnd arbeiten, der Arbeit aus dem Weg gehen, sich dem Müßiggang hingeben‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlunze''' f. ● ,arbeitsscheue, träge, unordentliche und unsaubere Frauensperson‘, in ähnlichem Sinn wie ''Schlampe'', nur daß in ''Schlunze'' mehr der Müßiggang, in ''Schlampe'' mehr die Unordnung hervorgehoben scheint (Vil. 1868); ,Schlampe‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schlonze'' ,unsaubere, liederliche weibliche Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlüpfchen''' ● ''Schlibbchen'' ,(kleiner) Taugenichts, Schlitzohr‘, Kassel 20. Jh., ,leichtsinniger Mensch, Taugenichts‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlüpfchen''' ● ''Schlibbchen'' ''Kursiver Text'',einspänniges Fuder‘ (Raummaß, z.B. für Kohlen), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlupfen''' ● ''schlubben'' ,schlüpfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlüpfstreiche''' ● ''Schlebbstreeche'' ,leichtsinnige Streiche, Bubenstreiche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schluppe''' f. ● ,Bandschleife‘, allgemein üblich, besonders in Niederhessen, wo an die Mützen der Bäuerinnen Bänder mit Schleifen (Schluppen) angeheftet zu werden pflegen; hd. ''Schleife'' ist unbekannt (Vil. 1868); ''Schlubbe'' ,Schleife, Haarschleife, Zierschleife, Zierknoten (eines Bandes, Halstuchs)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlupp''' ● niederhess. Interjektion im Sinne von ,wupp dich!‘ (Pfs.1, 1889); ''schlubb!'' auch: ''schlubbdich!'' Interjektion: ,flugs, im Nu‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlupperkohl''' ● ''Schlubberkohl'' ,dünnes Kohlessen‘, abwertend, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schluppern''' ● ''schlubbern'' ,mit schnellen Schlucken schlürfen‘, Kassel 20. Jh.; ''sich durchschlubbern'' ,kärglich auskommen, von der Hand in den Mund leben’, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''schlappern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlusser''' ● ,Schlosser‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vorform *''Schlooßer'' (&amp;lt; mhd. *''slôzer''), Ableitung von mhd. ''slôz'' (neben ''sloz''). Kürzung des langen, geschlossenen ''o'' hat geschlossenes kurzes ''o'' ergeben, das als ''u'' aufgefaßt worden  ist. In Oberellenbach (Hm. 1926) hingegen ''Schlosser'' wie hd. mit kurzem offenen ''o''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlutte''' ● ,Flasche‘, siehe ''Schlaute''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlutterfaß''' ● ''Schlotterfaß'' ,aus Holz gedrehtes, spindelförmiges mit Wasser oder feuchtem Gras gefülltes Gefäß, was die Grasmäher an einem Gürtel auf dem Kreuz tragen, um den Wetzstein darin zu bewahren und feucht zu erhalten‘ (Vil. 1868); ''Schlodderfaß'' (''o'' geschlossen) ,mit Wasser angefülltes hölzernes oder blechernes Gefäß für den Wetzstein, den die Mäher am Leibriemen tragen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schlutterig''' ● ''schlodderech'' (''o'' geschlossen) ,hin und her schwankend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schluttern''' ● ''schluddern'' ,schütteln, um etwas zu entfernen; in kurzen Stößen von sich wegstoßen, wegschleudern‘, Kassel (Gr. 1894); ''schloddern'' (''o'' geschlossen) ,hin und her schwanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Geht zurück auf mhd. ''slotern'', ''slottern'', ''sluttern'' ,zittern, schlottern‘. Kasselänsch ''schluddern'' ist semantisch offenbar beeinflußt von ''schludern'' ,schleudern‘ (siehe schlaudern). ● Kompositum: ''usschluddern'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmacht''' m. ● ,Heißhunger‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ,Hunger‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
		&lt;br /&gt;
'''schmächterlich''' ● ''schmächderlech'' ,schmächtig, schwach‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmachtlappen''' ● ''Schmachtlabben'', -''läbbchen'' ,Person, Kind von besonderer Willensschwäche und schwächlicher Erscheinung‘, Kassel (Gr. 1894), ,unansehnlicher, schwächlicher Mensch‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmachtriemen''' ● ,Hungerriemen‘, Kassel (Gr. 1894), ,Gürtel‘, Kassel 20. Jh. ● ''Den Schmachtriemen anziehen, engerschnallen'', Mahnung an Hungernde (Pf. 1886); ''den Schmachtriemen emmeschnallen'' ,darben‘ (Gr.), ''den Schmachtriemen engerschnallen'' ,den Gürtel wegen Hungers engerschnallen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmacken''' ● ''schmaggen'' ,etwas werfen, so dass es beim Aufschlagen klatscht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmagucke''' f. ● ''Schmakucke'' f., meist Plur. ,leere Ausflucht, Intrige‘, allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''Schmaguggen'' Plur. ,Unwahrheiten, Vorspiegelungen (auch zum Spaß)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schmagugge'' f. ,Schwindel, Lüge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmaguckenmacher''' ● ''Schmaguggenmacher'' ,einer der andere an der Nase herumführt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''schmälzen, schmalzen''' ● ,Schmalz oder Butter an das Essen tun‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmant''' m. ● ''Schmand'' ,Rahm‘, in Hessen ausschließlich gebraucht (Vil. 1868); Schmand ,Sahne, Rahm; Schaum auf dem Bier; Tressen am Kragen der Unteroffiziere‘ (Pfs. 1886); ''Schmand'', ''Schmant'' ,Milchrahm; Tressen am Kragen von Soldaten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schmaant'' ,Rahm‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä hot schunt Schmand am Kragen.'' ,Er ist schon Unteroffizier.‘ (Gr.). ''Schmand am Kraachen hon'' ,kein einfacher Soldat mehr sein‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.). ● Vgl. mnd. ''smant'' ,Rahm der Milch‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmantkonfirmand''' m. ● ''Schmandkumfermand(e)'', Spitzname für den Konfirmanden an den Konfirmationstagen, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. ''Schmanttüpfen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmantkuchen''' ● ''Schmaantkuchen'' (''u'' kurz) ,Kuchen mit Rahmüberguß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmanttüpfen''' m. ● ''Schmanddibben'', Spitzname für den Konfirmanden an den Konfirmationstagen, Kassel (Gr. 1894); ''Schmaanddebben'' ,Topf zur Aufbewahrung des Rahms‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Schmantkonfirmand''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmarakel''' ● ''Schmarahkel'', auch ''Schmerahkel'' ,nasser Schmutz, Kot, besonders an ungehöriger Stelle, z.B. in Röhren, Schächten (Kanälen)‘, auch bildlich für ,Skandalgeschichte, Skandalangelegenheit‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schmaragel'' m. ,dicker Schlamm, Morast, Kot‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schmerakel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmatschen''' ● ,schmatzen (beim Essen)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmatter''' ● ''Schmatter'', ''Schmetter'', ''Schmadder'' ,weicher Kot, besonders Straßenkot‘ (Vil. 1868); ''Schmadder'' ,flüssiger Straßendreck‘, Kassel 20. Jh.; ,flüssiger Dreck, namentlich tiefer Straßenschmutz‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmatterig''' ● ''schmadderech'' ,morastig, schmierig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmeckewöhlchen''' ● ''Schmeggewehlchen'' ,Delikatesse‘, Pl. ''Schmeggewehlerchen'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Schmeckewehlchen machen'' ,etwas Gutes essen, sich dem Wohlleben hingeben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmeißen''' ● ,schlagen, werfen (im Sinn des Hinwerfens, Niederwerfens)‘, üblichster Ausdruck in Hessen (Vil. 1868); ''schmissen'' ,mit Wucht werfen‘; ,(etwas) fallen lassen‘, ,ausschlagen (vom Pferd)‘, Kassel (Gr. 1894); ,mit Wucht werfen‘, ''was hinneschmissen'' ,etwas fallen lassen‘, Kassel 20. Jh.; ,schlagen, heftig schlagen; ausschlagen (von Pferden)‘, namentlich in Zusammensetzungen häufig ,werfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● Vgl. mittelhochdt. ''smîzen'' ,schlagen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmerakel''' ● ''Schmeraagel'', ''Schmiraagel'' ,feuchter abgesetzter Schmutz; Schmiererei, Verschmiertes‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Schmarakel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmere''' f. ● ''Schmäre'' ,Schmiere, schmieriges Fett, schmieriger Schmutz‘, Kassel 20. Jh., ,schmierige Flüssigkeit, schmieriges Fett‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. smer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmeren''' ● ''schmieren'' ,schmeicheln‘, ausschließlicher Ausdruck in Hessen, ''schmeicheln''gänzlich unbekannt (Vil. 1868); ''schmären'' ,schmieren, bestreichen (Brot)‘, Kassel 20. Jh., ,streichen, bestreichen (ein Stück Brot); einfetten, ölen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Einem imme den Bart rimmer schmeeren'' ,jem. schmeicheln‘, Kassel (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmerkatze''' ● ''Schmärkatze'' ,Schmeichelkatze, sich anschmiegendes Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmerlatz''' m. ● ,schmutzige Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmerwerk''' ● ''Schmärwerk'' ,Brotaufstrich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmetsche''' f. ● ,Grasmücke‘, Vogelart, Gudensberg, Felsberg, Fritzlar und Umgebung (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmickse''' f. ● ''Schmegse'' ,Schnurre, lustige Anekdote‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmiß''' m. ● (''i'' offen) ,Schlag, Hieb‘, häufiger gebraucht im Plur.: ''Schmisse'' ,Schläge, Prügel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); übertragen: ,Häufchen, Anzahl‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''En ganzer Schmiß Geld'', etwa: ,ein ordentlicher Batzen Geld‘ (Gr.). ● Zur Wortbedeutung siehe ''schmeißen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmisser''' ● ''Schmesser'' ,Pferd, welches ausschlägt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmitz''' m. ● ,der von Zwirn geflochtene Ansatz an der ledernen Schnur der Peitsche, welcher zum Klatschen dient‘, östl. Hessen (Vil. 1868); ''Schmetz'' ,kurze Hanfschnur, die an den Peitschenriemen gebunden wird und das Knallen hervorruft‘,Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmu''' m. ● ,Betrug, Schummelei, unerlaubter Gewinn oder Vorteil bei Handelsgeschäften‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schmu machen'' ,sich heimlich aneignen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von jidd. ''schmu''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmuch''' m. ● ''Schmuch'' ,stiller Mensch, der jedoch mehr in sich trägt, als es den Anschein hat‘ (Vil. 1868); ''Schmuhch'' ,Duckmäuser, Leisetreter‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schmühch'' ,stiller, verschlossener, aber listiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hinterm Schmuchen soll man’s suchen.'' Schwalm (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmuckeln''' ● ,übel riechen‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmuddelig''' ● ''schmudelich'', ''schmuddelich'' ,unsauber, nicht gehörig rein, etwas schmutzig‘ (Vil. 1868); ''schmuddelich'' ''Kursiver Text'',unsauber, schmutzig‘, Kassel 20. Jh.; ''schmorrelech'' ,unsauber, schmutzig, schmierig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schmudel''' m. ● ,schmutzige Person (etwa wie Schmerlatz, Schlampampe)‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Den Schmudel machen'' ,jemandes Aschenbrödel sein‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmunzen''' ● ''schmonzen'' ,schmunzeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. md. ''smunzen'', 14. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmürgelig''' ● ''schmirchelig'' ,ranzig, angebrannt riechend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmürgeln''' ● ''schmirgeln'' ,ranzig, angebrannt riechen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Ableitung von ''schmurgeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schmutchen''' ● ''schmodchen'' ,feucht werden, modrig werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnabulieren''' ● ''schnawwelieren'' ,mit Wohlbehagen essen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,mit Behagen verzehren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnallen''' ● wie hochdeutsch, auch: ,gierig essen‘, Kassel 19. Jh. (Herzog); trans. ,eine schallende Ohrefeige geben‘, intrans. ,viel und schnell essen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnankern''' ●,naschen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnappe''' f. ● ,der äußerste Rand, die äußerste Ecke‘ (Vil. 1868); ergänzend zu Vil.: Plur. ,Prügel; Fliegenklatsche; Schmitz an der Peitschenschnur‘; ''Schnabbe'' ,Schläge, Prügel‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894), auch ,Schnappe an der Peitsche‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kippe, äußerster Rand‘, Kassel 20. Jh.; ,äußerstes Ende, Endpunkt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Setz doch die Teller nicht so auf die Schnappe'', d.h. so dicht an den Tischrand (Vil. 1868). ''Stell die Dasse nit so uff de Schnabbe'', d.h. an die Tischkannte. ''Das steht uff der Schnabbe.'' ,Das steht auf der Kippe.‘ Kassel 20. Jh. ''De Kuh schdätt off der Schnabbe.'' ,Die Kuh muß demnächst kalben.‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnappe''' ● ,hinkend‘, ziemlich allgemein (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnappen''' ● ,unversehens von einm Rande herabfallen; hinken‘ (Vil. 1868); ergänzend zu Vil: ,schlagen‘ (Pfs. 1886); ''schnabben'' ,ergreifen‘, ,mit Appetit, rasch, gierig, viel essen‘, ,prügeln, schlagen‘, ,unversehens (weg)kippen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), auch ,hinken (wenn ein Bein kürzer ist als das andere)‘, Kassel (Gr. 1894); trans. ,schlagen, prügeln‘, intrans. ,gierig nach etwas greifen; mit der Peitsche knallen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ech schnabbe dä ’n Oorsch.'' ,Ich verhaue dich.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnäpper''' m. ● ''Schnepper'', „an der unteren Eder einer der zahlreichen Namen jener kleinen Kartoffel-Pfannekuchen, die an die Ofenplatte geschnappt und daselbst geröstet werden“ (Pfs. 1886). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnarbeln''' ● ''schnarbeln'', ''schnerbeln'' ,schnell und unverständlich sprechen, viel und unnötigerweise reden, durch die Nase reden, mit dünner Stimme reden wie die kleinen Kinder‘, allgemein üblich (Vil. 1868)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnärcheln''' ● ''schnercheln'', Ausspracheeigentümlichkeit im Niederhessischen (Pfs. 1886); ''schnärcheln'' ,schnüffeln, Geräusch des Atmens durch eine unsaubere Nase‘, Kassel (Gr. 1894). ● Nach Pfs. verstand man im 19. Jh.  unter ''Schnercheln'' eine in Teilen Niederhessens (südl. von Kassel) vorkommende Sprechweise, die in der 2. Hälfte des 19. Jh. allmählich zurückgegangen ist: Sprechen mit gehobener Stimme, dazu ''i''-Nachschlag nach dem Stammvokal in manchen Wörtern („Jotierung“), z.B. ''uinse'' für ''unse'' (vgl. dazu [[Schnercheln und Kerksen – Ein noch immer ungelöstes Sprachrätsel|Schnercheln und Kerksen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnauben''' ● ''schnuwen'' ,schnaufen‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnäuben''' ● ''schniewen'' ,schnaufen‘, Kassel (Gr. 1894). ''Schniewen'' &amp;lt; *''schnüwen'', Umlautform von ''schnuwen'', siehe ''schnauben''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnecken''' m. ● ''Schnecke'' (sic) m. ,Nasenschleim‘, untere Eder (Pfs. 1886); ''Schnäggen'' m. ,zusammenhängende Masse Nasenschleim‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hd. ''Schnecke'' siehe ''Schnegel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schneckenbock''' ● ''Schnäggenbock'' ,naseweiser Bube‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schneckennase''' ● ''Schnäggennose'' ,Nase, die dauernd Schleim absondert; vorlautes Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnee''' ● ''Schnee'', Kassel 20. Jh.; ''Schnai'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schneeplocke''' ● ''Schnaiblogge'' ,Schneeflocke‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnegel''' m. ● ''Schnegel'', auch ''Schnaegel'', ''Schnael'', ''Schneel'', ''Schneil'' gesprochen, ,Schnecke‘ (Vil. 1868); ''Schnächel'' ,Schnecke‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894); ''Schnähl'' m., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnegelfett''' ● ''schnächelfett'' ,schneckefett, sehr fett, gemästet‘, übertragen: ,besoffen‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894); ''schnählfädde'' ,sehr fett‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnegelshäuschen''' ● ''Schnählshißchen'' ,Schneckenhaus‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schneien''' ● ''schneen'' ,schneien‘, Kassel (Gr. 1894); ''schnaien'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnettern''' ● ''schnäddern'' ,rasseln, schnell dahinsausen (von Wagen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schniepe''' ● ''Schniebe'', an Kleidern: ,Schneppe, schnabelförmig spitz zulaufendes vorn, oft hinten an der Taille‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnipp''' m. ● ''Schnipp'', ''Schnipchen'', ''Schnipsel'' ,Speise aus Käsematte, saurem Rahm, Salz und Kümmel, vor allem als Brotaufstrich‘, hauptsächlich im östl. Hessen und Fuldischen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnippelbohne''' ● ''Schnibbelbohne'' ,Schnittbohne‘, beliebtes Gemüse, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnippeln''' ● ''schnibbeln'' ,woran herumschneiden; in kleine Stückchen schneiden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnipperbohne''' ● ''Schnebberbonn'' ,Schnittbohne, Gemüsebohne‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnippern''' ● ''schnebbern'' ,fortwährend schneiden, in kleine Teichen schneiden, schnitzeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnitze''' f. ● ,zerschnittene und Hurden gedörrte Apfelstücke, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Schnetze'' ,Obstschnitte‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gilt nur für Äpfel, gedörrte Birnen sind ''Hutzeln'' (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnitzen''' ● ''schnetzen'' ,zurechtschneiden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnucken''' ● in Niederhessen ausschließliches Wort für ,naschen‘ (Pfs. 1886); ''schnuggen'' ,naschen‘, Kassel (Gr. 1894), ''schnüggen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnucker''' ● ''Schnügger'' ,Nascher, Feinschmecker‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnücker''' ● ''Schnigger'' ,jem., der gern nascht‘, ,jem., der einfache Hauskost tadelt, daran etwas auszusetzen hat‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnückelchen''' ● ''Schnickelchen'', auch ''Schnuckelchen'': zärtliche Bezeichnung für Kinder, Kassel (Gr. 1894); ''Schnuggelchen'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnücksch''' ● ''schnuckisch'', Adjektiv zu ''schnucken'' (Pfs. 1886); ''schnicksch'' ,naschhaft‘, Kassel 19., 20.Jh. (Gr. 1894), ,wählerisch im Essen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuckmaul''' ● ''Schnuggmull'' ,jem., der gern nascht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnucksack''' ● ''Schnüggsack'' ,naschhafter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuckwanst''' ● ''Schnüggwanst'' ,naschhafter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuckwerk''' ● ''Schnuggewerk'' ,Naschwerk‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schnüggwärk'' ,leckere Speisen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnudel''' f. ● ,unreinliche Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnuffeln''' ● ,beständig durch die Nase schnaufen; Aufziehen des Schleimes‘, besonders Niederhessen (Pfs. 1886); ''schnuffeln'' ,schnüffeln, schnuppern‘, Kassel 20. Jh.; ''schnüffeln'' ,schnüffeln, den Schlem in der Nase hochziehen; an etwas herumriechen, schnuppern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuffelnase''' ● ''Schnuffelnase'' ,jem., der überall herumschnüffelt‘, Kassel 20. Jh.; ''Schnüffelnose'' ,Nase mit starker Schleimabsonderung; Kind, das dauernd die Nase hochzieht (Schimpfwort), Mensch, der überall herumriecht, Schnüffler‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuller''' ● ''Schnuller'', ''Schnüller'', ''Schniller'' ,Penis‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Schnuller'' ,Penis‘, vor allem der kleiner Jungen, bei Erwachsenen eher scherzhaft gemeint, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnullern''' ● ,pinkeln (von kleinen Jungen, männlichen Säuglingen)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnupfen''' ● ''sich schnuppen'', ''sich schnippen'' ,sich schneuzen; riechen, bemerken‘ (Vil. 1868); (''sich'') ''schnubben'' ,(sich) schneuzen‘, Kassel 20. Jh.; ''sech schnübben'' ,sich schneuzen‘,Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnupfern''' ● ''schnubbern'' ,stoßweise riechen, schnüffeln‘, trans. auch: ,etwas bemerken, meist Unangenehmes‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuppe''' m. ●  ''Schnübbe'' ,äußerstes Ende, Rand, z.B. eines Tisches, eines Brettes‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Schnappe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuppel''' m. ● ''Schnübbel'' ,das männliche Glied‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnüppel''' m. ●  ''Schnibbel'' ,Endstück, Teilstück, Zipfel (z.B. Wurst); Penis‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnurbel''' f. ● ''Schnurwel'' ,jem. mit runzliger (früher auch: durch Pockennarben entstellter) Haut‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnurbeln''' ● ''schnurweln'' ,schrumpfen, schrumpeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnurbeln''' ● ''schnorweln'' ,undeutlich vor sich hin reden, vor sich hin knurren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnurbes''' m. ● ''Schnurwes'' ,Schnurrbart‘, Niederhessen (Pfs. 1886), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnurcheln''' ● ,leise atmend schlafen‘, Kassel 20. Jh.; ''schnorcheln'' ,leise schnarchen, röcheln‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Auch übertragen: ''De Piffe schnorchelt.'' ,Die Pfeife schnurchelt.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnurr''' f. ● ''Schnur'', „fast“ ''Schnurr'', oft auch ''Schnor'', stets mit kurz ausgesprochenem Vokal, ,Schwiegertochter‘, üblicher als ''Schwiegertochter''; sehr oft, besonders im westlichen Hessen, schon in Hersfeld, deminuiert: ''Schnurchen'', ''Schnorche'', ''Schnörche'', ''Schnerch'' (Vil. 1868). ● Vgl. ahd. und mhd. ''snur'' ,Schwiegertochter‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnurren''' ● ''schnurren'' ,zusammenschnurren, verschnurren ,eintrocknen (halbverbrannter Braten, getrocknetes Obst, verwelkter Menschlicher Körper)‘ (Vil. 1868); ,sich schnell drehen (vor allem von Rädern), schnell von der Hand gehen‘, ''innschnurren'', ''zusammenschnurren'' ,einschrumpfen‘, ''schnurren gehn'' ,losgehen, um Gesellschaft zu suchen‘, Kassel 20. Jh.; ''schnorren'' ,sich schnell im Kreise drehen; müßig umhergehen, um zu schwatzen und Neuigkeiten zu erfahren‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Das schnurrt nur so.'' ,Das flutscht, geht schnell von der Hand.‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnürkel''' ● ''Schnirkel'' ,Schnörkel‘, Kassel (C. Müller, 1925)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnütchen''' ● ''Schniddchen''  ,kleiner Mund; Kuß‘, Kassel (Gr. 1894); ,Mund kleiner Kinder; Schmollmund kleiner Kinder‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnute''' f. ● ''Schnute'' ,menschlicher Mund‘, verächtlich, Niederhessen (Vil. 1868); ''Schnudde'' ,Mund‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,Schmollmund‘, Kassel 20. Jh.; ''Schnüdde'' ,Schnauze, Mund‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä macht ’ne Schnudde.'' ,Er macht einen Schmollmund, ist unwirsch.‘ Kassel 20. Jh. ''Hä hängt de Schnüdde.'' ,Er macht ein mürrisches Gesicht.‘ ''Sinne Schnüdde schnitt Hoore op''. ,Sein Mund schneidet Haare ab, er hat ein böses Mundwerk.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuttel''' m. ● ''Schnuddel'' ,Schwatz, belanglose Unterhaltung‘ Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schnuttelchen''' ● ''Schnuddelchen'' ,kleiner Schwatz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schnutteln''' ● ''schnuddeln'' ,anhaltend sprechen, schwatzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''schnüddeln'' ,schnell und anhaltend sprechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schöne''' ● ''scheene'' ,schön‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● Steigerung: ''scheene'', ''schenner'', ''am schennsden''. Der Positiv ''scheene'' ist nicht sehr häufig, wird meist ersetzt durch ''hibsch'', ''hebsch'' ,hübsch‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schöpferling''' ● ''Schepperling'', ein Kartoffelgebäck, Schönau, Gilserberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schore''' f. ● ,ein Mundvoll (Brot), ein Priem Kautabak‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schörchen''' ● ''Schaerchen'' ,Portion Kautabak, so viel auf einmal in den Mund genommen wird‘ (Vil. 1868); ''Scheerchen'' ,Mundportion Kautabak‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schoren''' ● ''scharen'', ''schoren'' ,Tabak kauen‘ (Vil. 1868); ''schoren'', Kassel (Gr. 1894); ''schoren'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schoren''' ● ''schoren'', ''zuschoren'' ,an Schule gegenseitiges Aushelfen mit dem Frühstück; verbotenes Zurufen an Befragte, heimliches Ablesen aus einem Buche, falls man dem Lehrer nicht antworten konnte‘, Kassel, 1840er und 1850er Jahre (Pfs. 1886); ,einem Mitschüler schriftliche Arbeiten absehen‘, Kassel (Gr. 1894); ,in der Schule bei einer Klassenarbeit vom Banknachbarn abschreiben‘, auch: ,von einem vorbereiteten Spickzettel (''Schorzettel'') abschreiben‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schores''' m. ● ,Gewinn, Nutzen, Profit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schorn''' m. ● ,zwei Fuß langes, schmales Weizengebäck‘, Niederhessen und Fulda (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schorn''' m. ● ,Erdscholle‘, Oberhessen (Vil. 1868); Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schörnerig''' ● ''schernerech'' ,schollig, voller Erdschollen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schortabak''' ● ''Schartabak'', ''Schortabak'' ,der in Rollen verkäufliche Kautabak‘ (Vil. 1868); ''Schordawwack'' ,Kautabak‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schosse''' ● allgemeine Bezeichnung für,Schnellkügelchen‘, Kügelchen, mit denen Kinder bestimmte Geschicklichkeitsspiele spielen, Kassel (Gr. 1894). ● Es gab davon mehrere Gruppen; Gr. zählt auf: 1) ''Kleiwachse'' oder ''Klimberde'' (unglasierte, weiße, gebrannt), 2) ''Schusser(de)'', dieselben mit brauner Glasur, 3) ''Wackeln'' oder ''Waulen'': a) gewöhnliche, b) ''Erweswackeln'' (erbsengroß), c) rot, grün oder blau lackierte Wackeln, d) ''Marmorwackeln'', fleischfarbig mit etwas rotem Geäder, e) ''Achatwackeln'' , f) ein ''Bickert'', wie 2., aber von der Größe eines Borstorfer Apfels (mit dem allerdings nicht geknipst wurde). ● Nach Bennecke (Kassel 1904) wird das Wackelspiel auf dreierlei Art betrieben: 1) ''Kuttenwerfen'' (s. ''Kaute''), wobei die Wackeln ''geschuckelt'' oder ''geschmackt'' werden, 2) ''Anwerfen'', wobei sie auf die Erde geworfen werden, 3) ''Knibbsen'', wobei sie in der [[Druselturm|Drusel]] (= Rinnstein) einfach aufeinander geknipst werden. ● Siehe ''Schosser'', ''Wackel'', ''Nete''; ''knipsen'', ''schuckeln'', ''schmacken''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schossen''' ● ,Schößlinge treiben‘, Kassel 20. Jh.; ,Schößlinge treiben, ins Kraut schießen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schozzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schosser''' m. ● ''Schosser'', ''Schossert'', Plur. ''Schosserte'' ,kleine Spielkugeln von geringerem Wert als die basaltenen Wackeln‘, Kassel (Pfs. 1886). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schotengebitze''' f. ● ''Schodenjebetze'' ,Bund Schotenstroh‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrabbeln''' ● ''schrawweln'' ,lallen (von Säuglingen), plaudern (von ganz kleinen Kindern, im Sinne von Gesprächigkeit)‘, Kassel (Gr. 1894), ,andauernd und schnell sprechen, eher unverständlich bzw. ohne Gehalt‘, Kassel 20. Jh.; ,andauernd und schnell sprechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schräh''' ● ''schreh'' ,schräg‘ Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrägläufer''' ● ''Schrehlaifer'' ,halbwüchsiger Junge (ungefähr vom 14. bis 17. Lebensjahr)‘, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrappchen''' ● ''schrabbchen'' ,schaben, mit einem Messer abkratzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrappen''' ● ,kratzend schaben‘ (Vil, 1868); ''schrabben'' ,abkratzen, abschaben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,schaben, mit einem Messer abkratzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''den Bart schrabben'' ,rasieren‘, humoristisch, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Bartschrapper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrebb''' ● ,mißvergnügt, unzufrieden, elend, hungerleidend aussehend‘, auch: ,neidisch‘, wohl nur (noch) in der Redensart ''en schrewwer Junge'', Kassel (Gr. 1894); ''schrebb'' ,hager, mager, dünn‘, Balhorn (Sl. 1901). In Gr.’s Manuskript ''schrèwwer Junge'', also offenes ''e''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schreben''' ● ''schräwen'' ,ein wenig gefrieren, mit leichter Frostdecke überzogen werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schreckstein''' ● ,Prellstein‘, Kassel (Gr. 1894); ''Schräggsteeng'' ,starker behauener Stein, an Hausecken gesetzt, um Beschädigungen durch Fuhrwerke zu verhindern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schreibens''' s. ● ''en Schriewens'' ,ein Schreiben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,Schreiben, Geschriebenes, namentlich amtlicher Brief‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä brachte mä en Schriewens''. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrittschuh''' ● ''Schrettschuh'' ,Schlittschuh‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.’s Manuskript ''Schréttschuh''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schroh''' ● ''schro'', ''schra'', Plur. ''schrowe'', ''schrawe'', ,rauh beim Anfühlen, rauh überhaupt, schlecht, dürftig mangelhaft, armselig‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868); ''schroh'' ,elend, hungerleidend aussehend, wie von karger Kost lebend‘, Kassel (Gr. 1894), ,grob (in Bezug aus Speisen)‘, Kassel (Lüttebrandt 1917); ,hager, mager, dünn‘, Balhorn (Sl. 1901); ,rauh‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schrâch'', ''schrôch'' ,mager, dürr, rauh, grob‘.● Vil. gibt historische Belege aus Kassel 1607 (Gesangbuch des Landgrafen Moritz) und Eschwege 1657.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schrubben''' ● wie hd., Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), auch: ,aus dem Groben hobeln‘, Kassel (Gr.); ''schrobben'', wie hd., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrubber, Schrubbert''' m. ● ,besenartiges Gerät zum Schrubben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); auch: ,jem., der aus Habgier viel, lange, rasch und darum oft schlecht arbeitet‘, Kassel (Gr.); ''Schrobber'', wie hd., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrumpel''' f. ● ,Runzel‘, in Hessen ausschließlich, ''Runzel'' ist unbekannt (Vil. 1868); ''Schrumbel'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schrömbel'' ,Runzel, Hautfalte‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrumpel''' f., m. ● ''Schrumpel'' ,Runzel‘ in übertragener Bedeutung; ''Schrumpel'' f., ''alte Schrumpel'' ,altes Weib‘, verächtlich (Vil. 1868); ''ahler Schrumbel'' m. ,runzlige, häßliche Person (kann Mann oder Frau sein)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schrunde''' f. ● ,Riß in der Haut durch Nässe und Kälte‘ (Vil. 1868); ''Schrunne'', ''Schrunge'' ,bleibender Riß in der Haut der Hände, verursacht durch grobe Arbeit‘, Kassel 20. Jh., ''Schrungen'' Plur., Kassel (Gr. 1894); ''Schrönge'' ,Riß in der Haut, namentlich an der Hand‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kassel: ''Schrunge(n)'' ist ländliche Form (bedingt durch Zuzug vom Lande).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuben''' ● ''schuwen'' (stark konj.) ,schieben‘, Kassel (Gr. 1894); ''schüwen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen Oberellenbach: schüwen, schopp, jeschowwen (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuben''' ● ''schuben'' (schwach konj.) ,auf dem Eis gleiten‘, östl. und mittleres Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schubkaren''' m. ● ''Schuwekahren'' ,Schubkarren‘, Kassel (Gr. 1894), ''Schübkorn'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schubstein''' ● ,Wetzstein größerer Art, etwa für schwere Messer und Äxte‘, besonders in Oberhessen (Vil. 1868); ''Schübsteeng'' ,Wetzstein, auf dem durch Hin- und Herschieben größere Gegenstände geschliffen werden‘,  Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schüchelchen''' s. ● ''Schiechelchen'', Plur. ''Schiechelerchen'', ,kleiner Schuh, kleiner Kinderschuh‘, Kassel  19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schiechelchen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Schuh''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuchten''' ● ''schüchden'' ,jauchzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schoch'', Interjektion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuckeln''' ● ''schuggeln'' ,in kurzen Stößen schaukeln (auf dem Stuhl); schütteln, rütteln; wackeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''Schosse''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuckerig''' ● ''schüggerech'' ,fröstelnd, vor Kälte oder Schreck zitternd‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuckern''' ● ''schüggern'', impers. ''es schüggert mech'' ,es überläuft mich (vor Kälte oder Schreck)‘, ''sech schüggern fär'' ,Abscheu vor etwas haben, ungern an etwas herangehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
		&lt;br /&gt;
'''Schuh, Schuch''' m. ● ''Schuh'', gewöhnlich in alter Weise, mitunter sogar im Plural, ''Schuch'' gesprochen (''u'' lang) (Vil. 1868); Sing. ''Schuh'', Plur. ''Schuh(e)'', Kassel 20. Jh.; Sing. ''Schuch'' (''u'' kurz), Plur. ''Schuh'' (''u'' lang), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Schüchelchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schuldsmann''' ● ''Scholdsmann'' ,Schuldner‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schulmeister''' ● ''Schollmeester'' ,Lehrer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schulpe''' f. ● ,Erdscholle‘, Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schulmeisterschin''' ● ''Schollmeesterschen'' ,Frau des Lehrers‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schultern''' ● ''sich schullern'' ,sich recken‘, übertragen: ,sich widersetzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppchen''' ● ''sich schobbchen'' ,sich infolge einer juckenden Empfindung schütteln, die Kleidungsstücke am Körper reiben‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''schuppen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppeln''' ● ''schubbeln'', ''schuppeln'', ''schüppeln'' (''schippeln''), wälzen, rollen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''schübbeln'' ,rollen, rollend fortbewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schuppelrad''' ● ''Schübbelroot'' ,kleines Rad aus Holz, das den Kindern als Spielzeug dient‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppen''' ● ''(sich) schubben'' ,(sich) jucken, reiben, wo ein Kitzel oder Reiz empfunden wird‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. ''schuppchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppen''' ● ''schobben'' ,Hafer, der auf dem Acker liegt, zu Garben bündeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schupperechtig''' ● ,schauderhaft‘, von Dingen gesagt, vor denen man sich schuppert, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Bildung mitdem Suffix -''echtig'', s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schupperig''' ● ''schubberig'' ,Schauder machend‘ (in Bezug auf Kühle, Kälte), Kassel (Gr. 1894). ● ''Es is mä so schubberich''. ,Es fröstelt mich.‘ Auch vom Wetter gesagt. (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuppern''' ● ''sich vor etwas schuppern'' ,einen gelinden Schauder vor etwas haben, ungern an ein schwieriges Geschäft oder die Arbeit überhaupt gehen‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''sech schubbern'' ,(zurück)schaudern, sich scheuen, zögern, fürchten vor‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schuppert''' m. ● ''Schubbert'': eine Fischart, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. erwägt, ob vielleicht identisch mit ''Kullert''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schürgen''' ● ''schergen'', in Niederhessen oft ''schirgen'' ,schieben, fortschieben, fortstoßen (mit Anstrengung)‘ (Vil. 1868); ''schürgen'' ,schieben‘, hier und da vorkommend, z.B. Hersfeld; ''schärjen'' ,mit Anstrengung fortschieben, fortstoßen, ziehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''schürgen'', ''schurgen'' ,schieben, stoßen, treiben‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schurri''' ● „ein kriegerischer, streitbarer Ruf ... zu kühner Herausforderung“, z.B. auf Kirmessen und bei anderen Anlässen; er ist alt: in den französ. Revolutionskriegen griffen die hessischen Truppen mit ''Schurri'' an (Pfs. 1886); ''schurri!'' Alter Kampf-, Angriffsruf der hessischen Soldaten, Kassel (Gr. 1894). ● Redensart  ''Schurri in’n Kohlenkasten'':  ein Hervorstürzen, -brechen, Draufloseilen bezeichnend (Gr. 1894). ''Schurri, schurri!'' Etwa: ,Mach los, beeil dich gefälligst!‘ Kassel, Mitte 20. Jh. ● Vermutl. von mhd. ''schür'' (mit md. Variante ''schur'') ,Andrang‘, zum Verb ''schürn'' ,Anstoß geben, antreiben, schüren‘ gehörig, verwandt mit mhd. ''schurge'' ,Anstoß, Angriff‘. ● Siehe ''überstülpen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schürzel''' ● ''Scherzel'' ,Schürze‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Schärzel'' n., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schürzen''' ● ''sech schärzen'' ,zur leichteren Bewegung bei der Arbeit die Kleider in die Höhe binden’, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schussel''' f. ● ,unordentliche Weibsperson‘, Ober- und Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schusterkarmenade''' f. ● ,Schusterkarbonade, Handkäse‘, scherzhaft, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schutt''' m. ● ,Regenguß‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schütten''' ● ''schedden'' ,schütten‘, auch: ,gießen‘; „letzteres gebraucht der Kasselaner nur von Metall, Talg usw., nie von Wasser, Milch und anderen Getränken“, Kassel (Gr. 1894). ● ''Es schiddet.'' ,Es regnet stark.‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schutteln''' ● ''schuddeln'' ,schütteln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Redensart ''schuddeln un ruddeln''  (und umgekehrt) ,schütteln und rütteln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schutter''' m. ● ''Schudder'' ,Schauer (vor Kälte oder Ekel), Kassel 20. Jh. ● ''Mä lief en Schudder iwwer den Riggen.'' ,Mir lief ein Schauer über den Rücken.‘ Kassel 20. Jh. ● Vgl. ähnliches ''Schuder'', siehe ,Schauder‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schüttern''' ● ,etwas Feststehendes in schwankende Bewegung versetzen‘, meist in der Konstruktion ''an etwas schüttern'' (Vil. 1868). ● ''Schütter doch nicht so am Tisch.'' (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schuttern''' ● ,schüttern‘, weit verbreitet als Intransitiv gegenüber bei Vil. verzeichnetem Transitiv ''schüttern'' (Pfs. 1886); ''schuddern'' ,erschüttern, erschüttern machen; schaudern vor Kälte, Ekel‘, Kassel 19. (Gr. 1894), unpers., ,einen Schauder bekommen‘, Kassel 20. Jh. ● ''Es schuddert mich'' (vor Kälte oder Ekel), Kassel 20. Jh.; Überschneidung mit ''schudern'', s. ''schaudern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schüttfett''' ● ''Scherrefätt'' ,Rüböl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schütze''' f. ● ''Schetze'' ,Vorrichtung zum Stauen des Wassers‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schützen''' ● ,Wasser, Gerinne aufstauen, dämmen‘ (Vil. 1868); ''schetzen'' ,Wasseer abdämmen, stauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Do kamme jo de Foole met jeschetzen.'' ,Damit kann man die Fulda abdämmen (von einer großen Menge gesagt).‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwacken''' ● „bedeutet die Bewegung einer Flüßigkeit, welche in einem stark bewegten Glas befindlich ist“ (Vil. 1868); ''schwaggen'' ,eine Flüssigkeit in einem Gefäß durch ruckartige Bewegung zum Verschütten bringen oder in die Gefahr des Überfließens bringen; vergeuden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Geschwacket vull'' ,zum Überfließen voll‘, Kassel 19. Jh. (Herzog).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwackelfette''' ● ''schwaggelfädde'' ,infolge starker Verfettung hin und her schwankend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwadchen''' f. Plur. ●,Hülsen der Erbsen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwaden''' ● ''sech schworen'' ,ein Schwadenbad nehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwadenbad''' ● ''Schworenboot'': bei Halsschmerzen nimmt man gern ein Schwadenbad, d.h. man steckt den Kopf in die Dämpfe von gekochten Kartoffeln oder kochendem Viehfutter, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwäher''' ● ''Schwähr'' ,Schwiegervater‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''sweher''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwalbe''' ● ''Schwalwe'', übertragen: ,Ohrfeige‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwanden, schwanen''' ● ''schwanen'' unpers. ,ahnen‘, üblich, ganz Hessen (Vil. 1868); ''schwahnden'' ,ahnen‘, Kassel (Gr. 1894); ''schwaanden'', ''schwanen'' unpers., Kassel 20. Jh. ● ''Es schwant mir.'' ,Es ahnt mir, es steht mir dunkel vor.‘ (Vil.) ''Es schwaandet mä, schwant mä.'' ,Ich ahne (meist nichts Gutes).‘ Kassel 20. Jh. -  ● Vgl. mnd. ''swanen'' mit Dat. ,vorgefühlt, geahnt werden‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwandunge''' ● ''Schwahndunge'' ,Ahnung‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwane''' f. ● ,Schwan‘, feminin, Hessen, neuerdings durch den Einfluß der Schriftsprache maskulin (Pfs. 1886). ● Pfs. teilt mit, daß es in seiner Jugend „so ziemlich in allen hessischen Städten“ eine „Schwane“ gab, d.h. „Gasthof zur Schwane“. ● Vgl. ahd. ''swana'' f., ''swan'' m. ,Schwan‘; mhd. und mnd. ''swan(e)'' nur m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwank''' ● ''schwaank'' ,lang und dünn, biegsam‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwänzelénz''' m. ● ''Schwänzelänz'' ,Mensch, der beim Gehen die Röckschöße hin und her bewegt, affektiert gehender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwänzelieren''' ● ,schmeicheln, katzbuckeln‘, Kassel (Gr. 1894). ● Im selben Sinn: ''Schwänzelierchen machen.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwärdreck''' ● ''Schwährdräck'',Augenbutter‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwarte''' ''●'' wie hd., von der Schweinshaut und der menschlichen Kopfhaut gebräuchlich (Vil. 1868); ergänzend zu Vil: auch ,Mund‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''Schwarde'' ,Schwarte; Redefertigkeit‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Schwoorde'' ,dicke, harte Haut, besonders Speckschwarte‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''’ne gude Schwarde am Kobbe hon'' ,das große Maul führen, jeden niederreden‘ (Gr.). ● Pfs. nimmt für die Nebenbedeutung Herkunft von ''suada'' an, Gr. von französ. ''suade'', etwa: ,Überredungskunst‘. ● Pfs.: „Daß hier ursprünglich jenes Suada für Redegabe [...] misverständlich in Absicht gewesen sei, ist wohl begründete Annahme.“ Heute werde eher der Gedanke an Lippen aufkommen. „Mindestens hatte ich als Kasseler Junge immer an eine richtige Schweine-Schwarte darbei gedacht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwarzammerse''' f. ● ''Schworzommersche'' ,Schwarzamsel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwebel''' m. ● Schwäwel ,Schwefel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schweher''' m. ● ''Schweher'', ''Schwäher'' ,Schwiegervater‘, ganz Hessen (Vil. 1868). ● ''Schwiegervater'' war bei der hessischen Landbevölkerung bis in die 1820er Jahre nicht im Gebrauch, z.T. sogar unverständlich (Vil. 1868); ''Schwähr'', Oberellenbach (1926). ● Vgl. mhd. ''sweher''. ● Siehe ''Schwieger''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schweigen''' ● ''schwichen'' (''i'' kurz) nur im Kompositum ''stilleschwichen'' ,schweigen‘, Kassel 20. Jh.; ebenfalls nur im Kompositum: ''stelleschwijjen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''swîgen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schweigen''' ● ''schweejen'' ,zum Schweigen bringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''sweigen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwein''' m. ● ,Schweinehirt‘, üblich nur noch im niederdeutsch sprechenden Niederhessen (Gegend von Hofgeismar und Wolfhagen), in Kassel und Frankenberg zu Anfang des 19. Jh. erloschen (Vil. 1868). Haus- und Familienbeiname „bie Schweins“, Kirchberg 2014. ● Vgl. ahd. ''swein'' ,Schweinehirt, Knecht‘, mhd. ''swein'' ,Hirte, Knecht‘, altnord. ''sveinn'' ,Knabe, Bursche, Diener, Hirt‘. Das Wort hat mit ahd. ''swīn'', mhd. ''swîn'' ‚Schwein‘ nichts zu tun. Der Unterschied ist auch in der mundartlichen Aussprache gewahrt: ''Schwein'' – ''Schwinn''. Erst mit Luthers Bibelübersetzung kam für die vorwiegende niederhess. Form ''Schwinn'' hd. ''Schwein'' auf, wodurch beide Wörter als zusammengehörig empfunden werden konnten. (Kleinere Teile des Niederhessischen haben allerdings altes ''î''zu ''ei'' diphthongiert.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schweiß''' ● ''Schweeß'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schwitz'', ''Schwitze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schweren''' ● ''schwären'' ,schwören‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl.mhd. ''swern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwerenangst''' f. ● ,Schwere Angst‘: ''Schwerenangest noch emo!'', Fluchwort, Kassel (Gr. 1894); ''Eerníngster!'' (Plur., Akzent auf der 2. Silbe) , Fluchwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwerenot''' f. ● ''Schwerrnót''!, auch: ''Eernót''!, Fluchwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwerenöter''' ● ''Schwerrneeder'' ,listiger, verschlagener Mensch, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwerenotsch''' ● ''schwerrnoodsch'' ,eigenartig, sonderbar‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwerfutterig''' ● ''schweerfudderech'' ,schwer zu füttern‘ im Sinne ,das Futter schlägt nicht an‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwerlich''' ● ''schwärrlech'' ,kaum‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwicke''' f. ● ,Steg, Brücke, aus Pfählen, welche mit Hürden und diese wiederum mit Rasenstücken übberdeckt werden, verfertigt, und zur meist nur sommerlichen Überbrückung eines kleinen Flusses oder eines Sumpfes dienend‘, in neuerer Zeit nur selten noch errichtet, Niederhessen (Vil. 1868); ''Schwegge'' ,Notbrücke‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwieger''' f. ● ,Schwiegermutter‘, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Schwäjer'' ,Schwägerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''swiger'' ,Schwiegermutter‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwiemel''' m. ● ''Schwimel'' ,Schwindel,Taumel‘, nur im nd. sprechenden nördlichsten Hessen [was offensichtlich nicht zutrifft] (Vil. 1868); ''Schwimmel'' ,Schwindel, Taumel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● vgl. mhd. ''swîmel'', ''swimmel'' ,Schwindel, Taumel‘. ● ''Schwimmel'' geht entgegen dem Anschein zurück auf die mhd. Form ''swîmel'' (''i'' erhalten, aber gekürzt, keine Senkung zu ''e'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwiemelei''' ● ,Völlerei, Nachtschwärmerei‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwiemelig''' ● ''schwiemelig'' ,betrunken‘, Kassel (Gr. 1894), unpersönl. ,benommen, schwindlig‘, Kassel 20. Jh.; ''schwimmelech'' ,schwindlig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Mä is ganz schwiemelich (zemude)''. ,Mir ist schwindelig, ich bin benommen.‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwiemeln''' ● ''schwimeln'' ,wanken, gehen wie ein Betrunkener‘, [angeblich nur] an der Diemel und Weser (Vil. 1868); ''schwimmeln'' ,schwindlig sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''swîmeln'', ''swimelen'', ''swimmeln'' ,schwindeln‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwinde''' ● ''schwinge'' ,geschwind, schnell‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd ''swinde'', ''swint'' ,heftig, ungestüm, schnell‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwippe''' f. ● , Peitsche‘, Umgebung von Kassel, fuldaaufwärts bis Spangenberg (Vil. 1868). ● Vgl. mhd. ''swippe'', ''sweppe'' f. ,Geißel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwitte''' f. ● ''Schwidde'' ,Gefolge, Troß, nach- und mitziehender Haufe‘, geringschätzig, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Schwidden'' Pl. ,Lügen, Aufschneidereien‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Pl. ''Schwidden'' in der Redensart ''Schwidden machen'' ,Kleideraufwand, auch anderen Aufwand machen‘ (Gr.). ● Von französ. ''suite'' ,Folge, Gefolge, Begleitung‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwittenmacher''' ● ''Schwiddenmacher'' ,einer der (Kleider-)Aufwand betreibt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwittjee''' m. ● ''Schwiddjeh'' ,einer, der (Kleider-)Aufwand betreibt‘, Kassel (Gr. 1894), ,Blender‘, Kassel 20. Jh.; ,leichtsinniger, listiger Mensch, Lügner‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von franz. ''suitier''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwitz''' m. ● ,Schweiß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwitze''' f. ● ,Schweiß‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwofen''' ● ,schwiemeln, sich vergnügt umhertreiben‘, auch für ''tanzen'' verwandt (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwof''' m. ● ,schwiemelndes, wohl auch unehrbares Getreibe‘, bei Kassel (Pfs. 1886); ,Tanz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwubbeln''' ● ,schwabbeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwuckelfette''' ● ''schwoggelfädde'' ,infolge starker Verfettung sich hin und her bewegend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwuckelig''' ● ''schwoggelech'' ,sich hin und her bewegend (namentlich infolge Verfettung)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwuckeln''' ● ,schwabbeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwuddel''' m. ● ,schwulstartige Fett- oder Fleischablagerung‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwulch''' m. ● ,Geschwulst‘, Hersfeld, Knüllgegend (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schwulch''' m. ● ,drückend heißer Dunst‘, z.B. in einer Stube, in welcher geheizt ist und dazu Wasser verdampft, in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868); ,Schwüle‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwulchig''' ● ,schwül‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''schwuppen''' ● ''schwubben'' ,ruckartig hin und her schwingen (von Schwerem)‘, Kassel 20. Jh.; ,infolge einer allzu schweren Last hin und her schwanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sebbchen''' n. ● ,Stückchen‘, bei Felsberg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''See''' n. ● ''das See'' ,der See‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seeb''' ● ''Sähp'' ,Sieb‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seelenbein''' ● Zärtlichkeitsausdruck, Kassel (Gr. 1894). ● ''Min einstiges (= einziges) Seelenbein!'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sehen''' ● Stammformen: ''sähn'', ''saach'', ''gesähn'', Kassel 19. Jh., Anf. 20. Jh.; ''sähn'', ''soch''(''o'' kurz), ''jesähn'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seibelbart''' ● ''Saiwelboort'' ,langweiliger Erzähler‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seibeln''' ● ''saiweln'' ,mit lästiger Breite sprechen, langweilig erzählen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiber''' m. ● ''Seiber'', ''Sebber'' ,aus dem Mund herabfließender Speichel‘ (Vil. 1868); ''Seiwer'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Seewer'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberbart''' ● ''Seiwerbard'' ,jem., dem der Geifer aus dem Mund fließt; unleidlicher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); ''Seewerboort'',Mensch, dem der Speichel aus dem Mund fließt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberglocke''' ● ''Seewerglogge'' ,Kind, dem der Speichel aus dem Mund herabfließt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberläppchen''' ● ''Seiberläppchen'', ''Seibertuch'' ,Tuch mit Bändern, das man kleinen Kindern umbindet, um herabfließenden Speichel aufzufangen‘ (Vil. 1868); ''Seiwerläbbchen'' ,Brustlatz des Säuglings zur Schonung der Bekleidung‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberlätzchen''' ● ''Seiwerlätzchen'' ,Tuch, das man kleinen Kindern vor dem Essen umbindet zur Schonung der Bekleidung vor herabrinnendem Speichel‘, Kassel 20. Jh.; ''Seewerlätzchen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seibern''' ● ''seibern'', ''sebbern'' ,den Speichel aus dem Mund fließen lassen‘, in Nieder- und Oberhessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''seiwern'' ,das Entäußern des Speichels bezeichnend (von Säuglingen)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''seewern'' ,Speichel aus dem Mund fließen lassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiberschlette''' f. ● ''Seewerschledde'' ,Mensch, dem der Speichel aus dem Mund läuft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seich''' m. ●  ''Seech'' ,Harn, Urin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel 20. Jh. eher übertragen gebraucht: ''Där mit sim Seich''. ,Der mit seinem dummen Geschwätz.‘&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seichameise''' ● ,Ameise‘, die ''Seichammel'', gewöhnlich in neuester Zeit der ''Seichhammel'' gesprochen, nördlichstes nd. sprechendes Niederhessen, ebd. fast ausschließliche Bezeichnung der Ameise (Vil. 1868), ''Séchummelsche'' in Oberhessen (Vil. 1868); ''Seechmotze'' (''o'' geschlossen), fast ausgestorben, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hingegen Simplex ''Ummelsche'' ,Amsel‘, Oberhessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiche''' f. ● ,Urin‘ (Vil. 1868); Kassel 20. Jh. ● Dünn wie Pferdeseiche, übliche Verurteilung schlechten Bieres. (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seichen''' ● ‚ausschließlich gebrauchtes Wort für urinieren‘ (Vil. 1868); ''seichen'', Kassel 20. Jh.; ''seechen'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Hochseicher''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seichfäßchen''' ●  ''Seechfäßchen'' ,kleines Faß, in dem der menschliche Urin gesammelt wird, um dann aufs Feld getragen zu werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seichtüpfen''' n. ●  ''Seechdebben'' ,Nachtgeschirr‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seidenbeutel''' ● ''Siedenbiedel'' ,jem., der auffällig glatt und geschmeidig in seinen Manieren ist, Einschmeichler‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiger''' ● ,Sieb, Durchschlag, besonders für Flüssiges‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seihe''' f. ● ,Sieb, Durchschlag, besonders für Flüssiges‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seihtuch''' ● ''Sidduch'' (''u'' kurz) ,leinenes Tuch, das zum Seihen der Milch benutzt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seil''' ● Plur. ''die Seiler'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Seel'', ''Seeler'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''En Seil drehn'' ,ein langes Schwätzchen halten‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seilerhans''' ● ,langweiliger Erzähler, Schwätzer‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seilermärten''' ● ''Seelermärden'' ,Seiler-Martin, langweiliger Erzähler‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seilern''' ● ''seelern'' ,eine Tätigkeit hinauszögern; langweilig erzählen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Seiltänzer''' ● ''Seildänser'': Brötchenart, auch ''Wasserwecke'' gen., Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''seimig''' ● ''seemech'' ,dickflüssig, schleimig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sein-Muß''' m. ● ''Sinn-Muß'' ,etwas, das sein muß, Notwendigkeit‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Semft''' ● ''Senfft'' ,Senf‘, Kassel (Gr. 1894), ''Semft'', Kassel 20. Jh.; ''Sämft'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sengeln''' ● ,sengen‘ trans.: ,etwas anbrennen, sengen, Federkiele (bei Geflügel) absengen‘, intr.: ,glimmen, brenzlich riechen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sengern''' ● ,sengen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Senste''' ● ''Sänsde'' ,Sense‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''setzen''' ● Stammformen: ''setzen'', ''saßde'', ''jesaßt'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Setzwaage''' f. ● ,Dreispitz, Dreimaster, dreieckiger Hut‘, „wie ihn die Leichenträger oder ,Bullezeischerschanden‘ (Polizeisergeanten) in großer Uniform auch mit Gala bei feierlichen Gelegenheiten meist trugen“, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sick''' ● ''sick'' oder ''zick'', Lockruf des Schäfers für die Schafe, ganz Hessen (Vil. 1868); ''sick, sick!'' Lockruf für die Schafe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sickertär''' n. ● das ''Sickerdehr'' ,Sekretär im Sinne von Schreibtisch‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. verweist auf Jonas: ''Schribsicherdehr''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sieh''' ● ''sich'' (mit kurzem ''i''), Imperativ Sing. von ''sehen'', Kassel (Gr. 1894); ''säch!'' ,sieh da!‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Sich emo ahn!' ,Sieh einmal an!‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sieden''' ● Stammformen: ''sieden'', ''sood'', ''gesooden'', Kassel 19., Anf. 20. Jh.; ''sieren'', ''sott'', ''jesorren'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sime''' f. ● ''Sime'' ,Schnur, Strick, Bindfaden, besonders ein dünner und kürzerer‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Simme'' ,Schnur, Bindfaden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Simetze''' f. ● ''Simele'', ''Simeze'', ''Simze'' ,Binse, juncus‘, in großen Teilen unseres Gebiets (Pfs.1886); ''Sümmetze'' ,Simse, Binse‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Auf den Simetzen'', Flurbezeichnung in Kirchberg 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''simulieren''' ● ''simulieren'' ,nachdenken, sinnen‘, Hessen (Vil. 1868); ''simmelieren'' ,intensiv nachdenken, grübeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''sembelieren'' ,nachdenken, sinnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von lat. ''simulare'' ,nachahmen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''singen''' ● Stammformen: ''singen'', ''sung'', ''gesungen'', Kassel 19., Anf. 20. Jh.; ''sengen'', ''soong''(''o'' offen), ''jesöngen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Singleiche''' f. ● ''Singeliche'' ,Singleiche‘, Kassel (Gr. 1894); ''Singeliche'' ,Leichenbegängnis mit Gesangsbegleitung‘, Balhorn (Sl. 1901). ● Redensart ''’ne Singeliche (machen)'' ,weitläufig über etwas Unangenehmes sprechen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sinken''' ● Stammformen, entsprechen in Kassel und Oberellenbach denen von ''singen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sint''' ● ,seit‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl mhd. ''sint''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sipp''' ● Redensart ''mit Sipp un Sapp'' ,mit allem, was zu ihm gehört‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sippern''' ● ,ein wenig Feuchtigkeit von sich geben (meist von Wunden)‘, überall gebräuchlich (Vil. 1868); ''sibbern'', ''sebbern'' ,sickern, sintern‘, auch in Bezug auf nässende Wunden, Kassel (Gr. 1894). ● Bei Gr. zweimal mit unterschiedlicher Schreibung und Einordnung verzeichnet. Gr.s Manuskript hat für die zweite Form ''sébbern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sochern''' ● ''sochern'', ''soochern'', ''suchern'' ,kränkeln, zumal zehrend kränkeln‘, Schwalm, Oberhessen (Vil. 1868); ''sochern'' ,kränkeln; auftrocknen (vom Körper Schwindsüchtiger)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Socherung''' f. ● ,Schwindsucht‘, Schwalm, Oberhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''socken''' ● ,Galopp laufen‘, im Waldeckischen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Söffer''' ● ''Seffer'' ,Säufer‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sömmersch''' ● ,sommerlich (z.B. Kleidung), sonnig (z.B. Lage eines Feldes)‘ (Vil. 1868); ''semmersch'' ,den Sonnestrahlen zugänglich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sommervögel''' ● ''Sommerveele'' ,Sommersprossen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
'''Sonnabend''' ● in Althessen die ausschließliche Bezeichnung; ''Samstag'' ist gänzlich unbekannt (Vil. 1868); ''Sunnowend'', Kassel 20. Jh.; ''Sonnowet'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Soppe''' ● ''Sobbe'' (offenes ''o'') ,Suppe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sosen''' ● ''sich sosen'' ,sich beruhigen, nachlassen (von Schmerz), Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spacherhans''' ● ,Hungerleider, Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spacherig''' ● ,vertrocknet, rissig (z.B. Brot, Erdboden)‘ (Vil. 1868); ''spacherich'' ,karg, kargend, trocken‘, im Hinblick auf Holz: ,sich spaltend, faulend‘, Kassel (Gr. 1894); ''spacherig'' ,vertrocknet, rissig; allzu sparsam, geizig‘, Balhorn (Sl. 1901); ''spacherech'' ,ausgetrocknet (vom Brot, auch vom Erdboden)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spachern''' ● ,zusammentrocknen und Risse bekommen infolge von trockener Luft und Hitze‘ (Vil. 1868); ,austrocknen‘ (in Bezug auf Brot); ,karg, kümmerlich leben‘, Kassel (Gr. 1894); ,austrocknen und rissig werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spachteln''' ● ,viel essen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spanisch Lauch''' ● ''Spanschlauch'', ''Banschlauch'' ,Porree‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Bei ''Banschlauch'' (s.d.) dissimilatorischer ''sch''-Verlust.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spanisch Rohr, Röhrchen''' ● ''Spanschrohr'', Kassel 20. Jh., ''Banschrehrchen'', Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spanisch Rohrstock, -stöckchen''' ● ''Spanschrohrstock'', ''Banschrohrstock'', Kassel 20. Jh.; ''Spanschrohrstäggchen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spanne''' f. ● ,Bett, Bettgestell‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch ''Bettspanne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spannen''' ● ''sich spannen'' ,großtun, eingebildet tun, übertriebenes Selbstbewußtsein zur Schau stellen‘, Kassel (Gr. 1894; C. Müller 1925); ''sech spannen'' ,sich hochmütig benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spannmichel''' ● ''Spannmechel'' ,Stutzer, Geck, Modenluder‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sparren''' ● wie hd., dazu: ,Hochmut, Dünkel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spatzenköpfe''' ● ''Spatzenkebbe'' ,gröbste Gerste‘, Kassel (Gr. 1894); offenbar sind grobe Graupen gemeint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speckanke''' f. ● ,feister Nacken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Specke''' f. ● ,leichte Brücke, Steg, welcher aus Pfählen besteht, die mit Hürden und diese etwa wieder mit Rasen besetzt sind, Oberhessen, „jetzt gibt es fast gar keine Specken mehr“ (Vil. 1868). ● Auch Niederhessen: Büchenwerra um 2010, Flurname in Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speel''' ● ''Spiel'', gesprochen ''Speel'', ,Menge, Vielheit, Masse‘, in Hessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''Spähl'' ,Spiel (wie nhd.); große Menge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).● ''Ein großes Menschenspiel, ein Spiel Geld'' (Vil.); ''en Spähl Mönschen, en Mönschenspähl'' ,eine große Menge Menschen‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speelding''' ● ''Spähldänk'' ,Mundharmonika‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speelmann, -leute''' ● ''Spählmann'', -''liere'' ,Musikant, Musikanten‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''spilman'', Plur. ''spilliute'' ,Musikant, fahrender Sänger, Gaukler’, md. ''speleman''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speelwerk''' ● ''Spählwerk'' ,Spielzeug, Spielsachen‘, Kassel (Gr. 1894); ''Spählwärk'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spei''' ● ,Speichel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spellen''' ● ''spellen gehen'' ,den Nachbarn zu vertraulichem Geplauder aufsuchen; Besuchsgang übers Feld machen‘, Mittelhessen (Vil. 1868); ''spällen gänn'' ,am Abend den Nachbarn oder Verwandten besuchen, um ein Plauderstündchen zu machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''spellen'' ,erzählen, reden, schwatzen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spellgast''' ● ''Spällgost'' ,derjenige, der am Abend den Nachbarn oder Verwandten besucht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spellmaide''' f. Plur. ● ,Junge Mädchen, die ein Chor (n., eine Gruppe) bilden und mit ihren Spinnrädern oder auch sonstigen Handarbeiten verwandte oder befreundete Familien aufsuchen (nach Anmeldung am Abend zuvor)‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spellstube''' ● ''Spällstowwe'' ,Spinnstube‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spelzen''' ● ,weiße Zwiebeln‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spenge''' ● ''spenge'', ''speng'' ,sparsam, selten, in geringer Menge vorhanden‘ (Vil. 1868); ''spenge'' ,knapp, karg, kaum hinreichend‘, Kassel (Gr. 1894); ''spänge'' ,selten, knapp‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mnd. ''spenge'' ,knapp, eingeschränkt; mäßig in Essen und Trinken‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spennel''' f. ● ''Spennel'', auch ''Spennadel'' ,Stecknadel‘, in Hessen ausschließlich für ''Stecknadel'' (Vil. 1868); ''Spennel'',Stecknadel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Spännel'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kasseler Nebenform, „seltener“: ''Spengel'' (Gr.); offenbar beeinflußt von ''Spange''. ● Vgl. mhd. ''spenel'' ,Stecknadel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spenneln''' ● ''spenneln'', ''anspenneln'' ,mit Stecknadel anstecken, feststecken‘; übertragen: ,jem. eine Arbeit machen lassen, zu einer Arbeit bringen, die ihm die freie Zeit raubt‘, Kassel (Gr. 1894); ''spänneln'', ''oonspänneln'' ,mit Stecknadeln befestigen; jem. mit etwas beauftragen, jem. etwas aufdrängen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sperbelig''' ● ''sperwelech'' ,gesprenkelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sperlegucksen''' Pl. ● ,Narrheiten, Spiegelfechtereien‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sperlegucksenmacher''' ● ,jem., der Sperlegucksen macht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sperlementen''' Pl. ● ''Spärlemenden'' ,Umschweife, Umständlichkeiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sperrschlette''' f. ● ''Sparrschlädde'' ,Kind, das dauernd den Mund öffnet; neugieriger Mensch (Schimpfwort)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spertelig''' ● ''sperdelich'' ,(sich) sperrend, sich spertelnd‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sperteln''' ● ''sich sperdeln'' ,auseinanderklaffen, sperren‘, übertragen: ,sich sperren, sich weigern, sich widersetzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speuz''' m. ● ''Spitz'' ,Speichel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speuze''' f. ● ''Spitze'' ,Speichel‘, üblichste, ja wohl allein übliche niederhess. Form (Vil. 1868)	.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''speuzen''' ● ''spützen'', meist ''spitzen'' gesprochen, ,speien‘, in Althessen, die fast ausschließlich herrschende Form (Vil. 1868); ''spitzen'' ,speien, spucken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''spitzen'', ''spätz'', ''jespätzen''. (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Speuzenschlucker''' ● ''Spitzenschlogger'' ,Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spinnesieren''' ● meist ,spionieren, auskundschaften‘, seltener für hd. ''spintisieren'' ,grübeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spinnrockel''' m. ● ''Spennroggel'' ,Spinnrocken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spinozerus''' ● ,jem., der spinnesiert; ein schlauer, verschlagener Bursche‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spirrwatz''' m. ● ,Sperling; dürrer Mensch‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spitakel''' s. ● ''Spidahkel'' ,Spektakel‘ im Sinn von ,Lärm, Aufhebens; unsinninger Kram‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Oberellenbach hingegen ''Spegdogel'' ,Lärm‘ (Hm. 1926)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spittel''' n. ● ''Spiddel'' ,Spital, Hospital, Pflegeheim für alte und schwanche Personen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''splattern''' ● ''spladdern'' ,umherspritzen, auf eine größere Fläche ringsum mit Geräusch niederfallen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''splinternackend''' ● ''splindernaggend'' ,splitternackt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''splinternackicht''' ● ''splindernaggecht'' ,splitternackt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sprickelicht''' ● ''sprickelicht'', ''spreckelicht'' ,gesprenkelt‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sprickelig''' ● ''spreggelech'' ,gesprenkelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''spreckel'' n. ,Flecken auf der Haut, Sprenkel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprie''' ● Mundkrankheit der Kinder, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprieße''' ● ,Spreize, Notstütze‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sprießen''' ● ,spreizen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Springinkel''' m. ● ,Sringinsfeld, Leichtfuß‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprinne, Sprieh''' f. ● ''Sprin'', auch ''Sprên'', ''Sprê'', ''Sprêhe'' ,Star‘, die weitaus üblichere Bezeichnung der Vogelart (''Star'' wird hier und da gar nicht verstanden) (Vil. 1868); ''Sprieh'' ,Sprehe, Star‘, Kassel (Gr. 1894); ''Sprinne'' f. ●,Star‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mnd. ''sprên'' m. ,Star‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''spritzeln''' ● ,in kleinen Strahlen spritzen, wenig spritzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprutz''' m. ● ,aus dünnem Teig Gebackenes; Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894); ,Durchfall (bei Mensch und Tier)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sprutzen''' ● ,kurz und schnell spritzen, wenig spritzen‘, Kassel 20. Jh.; ,Durchfall haben‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''sprützen'' ,spritzen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sprutzwerk''' ● ,aus dünnem Teig Gebackenes‘; ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spuk''' m. ● ,schlauer, durchtriebener Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spulken''' m. ● ,großer Splitter, Span, abgelöstes Teil‘, Kassel (Gr. 1894); ''Spolgen'' ,dicker Erdklumpen, Erdscholle‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spulkes''' m. ● ,grober, derber Gegenstand‘, übertragen: ,grobe, derbe Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sputze''' m. ● ,Spaß‘, in Niederhessen meist Plural (Pfs. 1886). ● einem Sputzen in den Kopf setzen , unklare Erwartungen usw. erwecken‘, Niederhessen (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stacheies''' m. ● ''Stacháies'' ,langer und unbeholfener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Staches''' m. ● ,Tölpel‘, ziemlich überall üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stadt''' ● ''Stadt'', Plur. ''Städde'', Kassel 19., 20. Jh.; ''Stoot'', Plur. ''Steere'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel mit Kürze des Stammvokals, vgl. etwa ''Ahleneistadt'' ,alte Neustadt, Unterneustadt‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stadtstock, -steckel''' m. ● ''Stoodstogg'', ''Stoodsteggel'' ,Spazierstock‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stahle''' f., '''Stählchen''' n. ●  ,Pröbchen von Tuch; schlechtes Subjekt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stallen''' ● ,Exkremente auswerfen (von Tieren, die im Stall stehen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stampes''' m. ● ''Stampes'', ''Stampfes'' ,dicker Brei, weiche dicke Masse‘, allgemein üblich, ,kurzer dicker, plumper Mensch‘ (Vil. 1868); ''Stambes'' ,dick und steif Gekochtes, fester Brei‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Stambest'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Standal''' m. ● ''Standál'' ,etwas, das das Gefühl empört; Lärm, Toben‘, Kassel (Gr. 1894); Standool ,Lärm‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von  hd. Skandal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stande''' f. ● ''Stande'', meist ''Stanne'' gesprochen, ,Faß in Form eines abgekürzten Kegels, in den Küchen und den Kellern gebräuchlich, um Wasser oder Bier darin aufzubewahren‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''standebéh''' ● ,stehenden Fußes‘, Kassel (Gr. 1894). ● Von lat. ''stante pede'' ,stehenden Fußes‘, vermutl. angeglichen an ''beabéh'' &amp;lt; franz. ''peu à peu'' ,allmählich, Stück für Stück‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stange''' ● wie hd., außerdem: ,das früher gebräuchliche hohe Glas ohne Henkel, das „eine Halbe“ faßte‘ (Pfs. 1886). ●  ''(Große) Stangen im Kopf haben'' ,hochmütig sein‘ (Vil. 1868); ''’ne Stange im Kobbe hon'' ,hochmütig, eingebildet sein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''starrsteckelsteif''' ● ''storrstäggelstiff'' ,völlig steif‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''starrsteif''' ● ''storrstiff'' ,ganz steif‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stäuben''' ● ''stiewen'' ,verjagen, wegjagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stauche''' f. ● ''Bund Flachs aus der Rose, der zum Trocknen aufgestellt wird'', nur in Niederhessen ''staucht''  man den Flachs (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stauchen''' pl. ● ,Unterärmel oder Armhandschuhe‘ vorzüglich bei den Landbewohnern, neuerdings auch bei den höheren Ständen (Vil. 1868); ''Stuchen'' (''u'' kurz, geschlossen) ,warmhaltende gestrickte Manschetten usw.‘, Kassel (Gr. 1894); ''Stüchen'' (''ü'' kurz) ,gestickte Pulswärmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stauchen''' ● ''stuchen'' (''u'' kurz, geschlossen) ,stauchen‘ und ,stauen‘, Kassel (Gr. 1894); ''stüchen'' (''ü'' kurz) ,durch heftiges Fallen oder Stoßen verrenken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Des Is hot sech gestucht.'' ,Das Eis hat sich gestaut (beim Eisgang)‘. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''-ste''' ● erweiterte Form der Konj. ''wann'' ,wenn‘ und ''ob'', nicht ganz so häufig bei ''weil'' und ''wie'' bei einer Verknüpfung mit einem Verb in der 2. Pers. Sing., Hessen. Beispiele: ''Wannste witt'' ,wenn du willst; ''ebste kümmest'' ,ob du kommst‘. (Pfs. 1886)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Steckel''' m. ● ''Stecken'' m., in Niederhessen lieber ''Steckel'' gesprochen, ,Stock, Stab‘ (Vil. 1868); ''Stäggel'' ,Stecken, Stab, Stock zum Gehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stehen''' ● Stammformen: ''ich stehn'', ''ich stund'' (Vil. 1868);  ''stehn'' (Inf.), ''stunn''/''stund'', ''gestehn'', Kassel 19., Anf. 20. Jh.; ''stänn'' (Inf.), ''sting'', ''jestänn'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● „Konjugiert noch in alter Weise“ (Vil.). Die alte ''n''-Form in der 1. Pers. Sing. (vgl. ich ''bin'', ich ''hon'') ist außer bei Vil. sonst wohl nicht mehr belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Steifigkeit''' ● ''Stiffechkeet'' ,Steifheit, steifes Benehmen, Wesen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Steifschlippen''' m. ● ''Stiffschlebben'' ,steifer, unbeholfener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schlippen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stellen''' ● Stammformen: ''stellen'', ''staalde'', ''jestaalt'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stelz''' m. ●,langer, unbeholfener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stengelsteif''' ● ''stängelstiff'' ,erstarrt, sehr steif; betrunken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sterngücker''' ● ''Sternegicker'' ,Sterngucker, Astronom; lange, dünne Zigarre‘, Kassel (Gr. 1894); ''Stärengigger'' ,Mensch, der dauernd in die Luft sieht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stete''' ● ''steere'' ,gleichmäßig, ruhig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stichböse''' ● ''stächbeese'' ,sehr böse, sehr zornig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stichfinster''' ● ''stächfinsder'' ,sehr dunkel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stickel''' ● ,steil‘, ausschließlich in Gebrauch (Vil. 1868); Kassel (Gr. 1894); ''steggel'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stickelechtig''' ● ,steil‘, Nebenbedeutung: ,unzugänglich‘ (Pfs. 1886). ● Erweiterung von ''stickel'' durch das Suffix -''echtig'', s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sticken''' ● ''steggen'' (''e'' geschlossen) ,stecken‘ und ,sticken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''steggen'', ''stoochde'', ''jestoocht''. (Hm. 1926)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stickhusten''' ● ''Stegghusden'' ,Keuchhusten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stiebel''' ● ''Stiwwel'', Plur. ''Stiwweln'' ,Stiefel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stiebelieren''' ● ''stewwelieren'' ,stiefeln, schnell gehen‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stiebeln''' ● ''stewweln'' ,stiefeln, schnell gehen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Das stiefelt sich nicht; es will nicht stiefeln.'' ,Es fügt sich nicht, will nicht passen.‘ (Vil.)  ''Jestewwelt un jespoort'' ,gestiefelt und gespornt, zum Gehen gerüstet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stillschweigening''' ● ''stelleschwiejenink'' ,stillschweigend, unter der Hand, im geheimen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stinkebock''' ● ,vor Faulheit stinkender Mensch‘, Faulpelz‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stinkepforte''' ● ''Stinkeporte'', Übername der ,Tränkepforte‘, eines Kasseler Gäßchens zwischen Graben und Marställerplatz, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stippchen''' ● ''Stibbchen'' ,Kleckschen, Pünktchen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stippen''' m. ● ''Stibben'' ,Klecks, Punkt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Vgl. mnd. ''stip'' n., ''stippe'' m. ,Punkt, Tupf‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stippen''' ● ''stibben'' ,kurz und knapp berühren, antippen, eintunken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). Vgl. mnd. ''stippen'' ,Tupfe oder Punkt machen; mit der Spitze (des Fingers, Stabes usw.) berühren; eintunken; steppen, sticken‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stipper''' f. ● ''Stibber'' ,Stütze, die eine Läst trägt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stippern''' ● ,mit Stützen versehen‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''stibbern'' ,mit einer Stütze versehen, stützen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stitz''' n., m. ● ''das Stitz'' ,kleines niedriges Zimmer; ärmliches Häuschen‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Stitz'' ,sehr kleines Zimmer‘, Kassel (Lüttebrandt 1917); ''der Stitz'' ,kleiner, enger Raum, kleiner Stall‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stitzchen''' ● ,sehr kleines, recht niedriges Zimmer‘; auch Brötchenart, ähnlich dem Franzbrötchen, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stock''' ● neben ,Stock‘ und ,Stockwerk‘: ,stockiger Geruch oder Geschmack‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stockrabenkohlekesselschwarz''' ● ''stockerawenkohlekesselschwarz'' ,stockfinster‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stokern''' ● ''stokern'', ''herumstokern'' ,in allen Winkeln umherkriechen, alles durchsuchen‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''(rimme)stogern'' ,herumsuchen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stolz''' ● ,schön gekleidet, geputzt‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,hochmütig; schön gekleidet, stattlich, prächtig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stöpel''' m. ● ''Stebel'' ,Stoppel, Stümpfchen‘, auch: ,kleiner Junge‘, Kassel (Gr. 1894), ,kleiner Junge‘, Kassel 20. Jh.; ,Stumpf, Stummel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stopfenblau''' ● ''stobbenblau'' ,waschblau‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ,heller als das Berliner Blau‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stoppel''' f. ● Stobbel ,Stumpf des angeschnittenen Getreidehalms‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stoppelkalb''' ● ,besonders dummer und ungeschickt sich anstellender Mensch‘, Schimpfwort (Vil. 1868); ''Stoffelkalb'' [sic], bei Naumburg (Pfs. 1886); ''Stobbelkalb'' ,dummer, tölpelhafter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Storch''' ● ''langer Storch'' ,lange Mannsperson‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''storchen''' ● ''zesammen storchen'' ,heimlich, dicht beieinanderstehend, einen Schwatz halten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strackenbach''' ● ''Straggenbach'' ,barscher, ungefälliger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strahlen''' ● ''strohlen'' ,hervorschießen, hhervorsprudeln (nur von Flüssigkeiten)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strählen''' ● ''str[e]hlen'' ,urinieren‘, wörtlich: ,einen Strahl machen‘, Gr. erläutert: „wie ''strullern'', der Strahl ist nur stärker, das Geräusch kaum so stark“, Kassel (Gr. 1894). ● Von ''Strohl'' ,Strahl‘: *ströhlen &amp;gt; strehlen. Gr. hat unverständlicherweise die nichtentrundete Form ''ströhlen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strakeln''' ● ''sech strahkeln'' ,sich beim Liegen recken und strecken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strambúlster''' m. ● ,heftiges Aneinandergeraten, heftiger Wortwechsel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strambúlstern''' ● ''sech strambulsdern'' ,heftig aneinandergeraten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strambúlsterig''' ● ''strampulsterig'' ,gegen etwas ankämpfend, sich beständig und kleinlich gegen alles auflehnend‘, in gutmütigem Sinne gebraucht (Pfs. 1886); ''strambulsderich'', Ajektiv zum ''Strambulster'', Kassel (Gr. 1894), ,widerborstig‘, Kassel (Bennecke 1904), ,stramm gepolstert, gespannt, widerspenstig‘, Kassel (Lüttebrandt 1919); ''strambolsderech'' ,störrisch, halsstarrig, widerspenstig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strampelchen''' Pl. ● ''Strambelerchen'' ,die Beinchen der kleinen Kinder‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strauen''' ● ''strauen'' ,streuen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. mhd. ''strouwen''; in Oberellenbach hingegen mit Umlaut: ''ströiwen'' (Hm. 1926), entspricht hd. ''streuen''; vgl. mhd. ''ströuwen'', ''strewen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''straufeln''' ● ''strüfeln'' ,beim Gehen mit den Füßen auf dem Boden her streichen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strenzen''' ● ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strickstock''' ● ,Stricknadel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Streggstock'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Striemel''' f. ● ''Strimmel'' ,Striemen, schmaler Streifen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Striffel''' f. ● ,Krause, Fältelung (an der Haube, den Ärmeln und am Kragen)‘, Kassel (Gr. 1894). ● Striffelkragen, Kassel 19. Jh. (Herzog), ''Streffelmetze'' ,Striffelmütze‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strippen''' ● Siehe ''strüpfen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stritzen''' ● ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''strüpsen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strohmann''' ● ,Vogelscheuche; einfältiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strotte, Strutte''' f. ● ''Strotte'' ,Luftröhre‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Strodde'' ,Schlund, Kehle, Gurgel, Luft-, Speiseröhre‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Strudde'' ,Luftröhre‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Us voller Strotte'' ,aus vuller Kehle‘, Kassel 19. Jh. (Herzog). ''Bi emme es alles de Strodde nunner gelaufen.'' ,Er hat alles versoffen.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strulchen''' ● ,strolchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strulcher''' ● ,Strolch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strullern''' ● ,dünn plätschern, mit Geräusch fallen‘ (Wasser- oder Urinstrahl in Gefäß oder andere Flüssigkeit), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strumpfbetzel''' f. ● ''Strumpbetzel'' ,Zipfelmütze‘, einziger Gebrauch von ''Betzel'' für eine Männerkopfbedeckung, Balhorn (Sl. 1901); ''Strumbbäzzel'', Kassel (Gr. 1894; hier ohne Erläuterung aufgeführt). ● Siehe ''Betzel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strupf''' m. ● ,Beute beim Diebstahl‘ (Pfs. 1886). ● Siehe ''strüpsen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strüpfen''' ● ''stribben'' ,streifen, abstreifen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ,streifen‘ in der Art, „wie beim Melken die Zitze behandelt wird“; jem. die Börse durch Borg oder Bettel dünner machen‘ (Gr.). ● Vgl. mhd. ''strupfen'' ,streifen, abrupfen‘&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strüpfen, strüpfeln, strüpfern''' ● ''sich strippen'' ,uneinig werden, sich zanken, sich streiten‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''sich stribbeln'' ,sich streiten (harmlos)‘, Kassel 20. Jh.; ''sech stribbern'' ,sich neckend streiten, sich ohne böswillige Absicht zanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''strüpsen''' ● ''stribsen'' ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Strupf''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strunt''' ● ,grobes Gewebe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strunze''' f. ● ,sich faul herumtreibende, widerliche Frauensperson‘, Niederhessen (Vil. 1868); Kassel 20 Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strutz''' m. ● ,kleines Büschel (vor allem Haare)‘, Kassel 20. Jh., ''Strütz'' ,Büschel von durcheinander liegenden Haaren oder durcheinander gewachsenem Gras‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Strutzbart''' ● ''Strützboort'' ,verwilderter Bart‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stube''' ● ''Stuwwe'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Stowwe'' ,Zimmer, meist Wohnzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Die blaue Stowwe'': die „gute Stube“, sie war gewöhnlich blau, ultramarinblau, tapeziert, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stubentür''' ● ''Stuwwendähre'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Stow(w)endähre'' ,Streuselkuchen‘, scherzhaft, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
'''Stuffel''' m. ● ''Stüffel'' ,Stumpf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stuffig''' ● ''stüffech'' ,kurz und gedrungen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stulke''' f. ● ,großes junges Mädchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stülp''' m. ● ''Stilb'' ,wuchtiger Stoß, so daß der Gestoßene stolpert‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stülpe''' f. ● unterschiedliche Art von Frauenmützen auf dem Lande, besonders in der Schwalm, hier weiße Mütze zu kirchlichen Anlässen, anderwärts ''Ziehbetzel'' genannt (Vil. 1868); ''Stilbe'' ,Deckel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stulpen''' Plur. ● ,Manschetten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stülpen''' ● ''stilben'' ,wuchtigen Stoß geben‘, Kassel (Gr. 1894); ''stilpen'' ,umstülpen‘, Balhorn (Sl. 1901); ''stelben'' ,wenden, umkehren; pflügen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Balhorn: Die Kinder stülpen am Weihnachtsabend Töpfe auf den Tisch, setzen sie also umgekehrt darauf. Das Christkind legt dann seine Gaben darunter, hier und da auch eine Rute obenauf. ''Ich hon gestilpet.'' ,Ich bin beschert worden.‘ ''Ich hon emme gestilpet.'' ,Ich habe ihn beschert.‘ (Sl.) In Oberellenbach kommt ''stülpen'' nur in folgenden Verwendungen vor: ''en Laant stelben'' ,einen Acker pflügen‘, ''de Dasse stelben'': die umgewendete Obertasse gilt als Zeichen, daß man keinen Kaffee mehr wünscht (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stulpern''' ● ''stulbern'' ,stolpern‘ (Gr. S. 67, rechte Sp.); ''stolbern'' (''o'' geschlossen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stulpernoll''' ● ''Stolbernoll'' (beide ''o'' geschlossen) ,einer, der leicht stolpert, steifer, unbeholfener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vermutlich Zusammensetzung mit dem Vornamen ''Nolde'', Kurzform von ''Arnold'', &amp;gt; ''Nolle'', ''Noll''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stulprian''' ● ''Stolberjahn'' (''o'' geschlossen), dasselbe wie ''Stulpernoll'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stülpes''' m. ●  ''Stilbes'' ,unbeholfener, dummer Mensch, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. erläutert: einer, „der sich überall hin stilben (stülpen) stoßen läßt, mit dem me Stowwendähren inrennen kann: mit dem man gleich wie mit einem Sturmbock Türen und Tore einrennen kann.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stumpchen''' ● ''stomchen'' ,derb, unsaft stoßen; stampfen (z.B. Kartoffeln)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stumpfen''' ● ''stumben'', in der Redensart ''stumben un stoßen'' ,stark hin und her stupsen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stümpfen''' ● ''stemben'' ,stumpf machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stunz''' m. ● ,kleiner Zuber‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Stunz'' ,Zuber, wannenartiger Bottich, Wännchen‘, Kassel 19. 20. Jh. (Gr. 1894), übertragen: ,kleine, dicke Person ohne Taille‘, Kassel (Gr.); ''Stönz'' ,kleines, breites, aber niedriges Gefäß; kleine dicke Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stuppe''' f. ● ,Krankheitsanfall‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Stubbe'' ,Anfall, Grille, Laune‘, Kassel (Gr. 1894); ''Stüppe'' ,Krankheitsanfall, Anfall von Jähzorn‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mnd. ''stupe'' ,schüttelnder Krakheitsanfall, Konvulsion‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stuppenweise''' ● ''stubbenwiese'' ,zeitweise, periodenweise‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sturax, Sturiax''' m. ● ''Sturax'' ,mürrische, wortkarge Person‘, Kassel (Gr. 1894); ''Storjags'' (''o'' kurz und geschlossen) ,langbeiniger, steifer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stürmen''' ● ''stermen'' ,die Sturmglocke läuten (bei Feuersbrunst)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stürmer''' ● ''Stermer'' ,einer, der mit großem Eifer an eine Arbeit geht, dieser aber bald überdrüssige wird und sich anderem zuwendet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sturren''' ● ,starren‘, scheinbar nur in Redewendungen ''wie sturren vun Dreck, vun Guld'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stürze''' f. ● ,gegitterte Behälter ohne Boden zum Ästen des Federviehs‘ (Vil. 1868); ''Stärze'' ,gegitterter Käfig ohne Boden zum Aufenthalt für junges Federvieh im Freien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sturzegum''' ● ,Kapuzinerkresse‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sturzeniere''' f. ● ,Schwarzwurzel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Storzenier''-, ''Sturzenierworzel'', Kassel (Gr. 1894); ''Storzeniere'' , Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Scorzonera hispanica''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stutterbock''' ● ''Stodderbock'' (erstes ''o'' geschlossen) ,Stotterer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''stuttern''' ● ''stoddern'' (''o'' geschlossen) ,stottern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stuttersack''' ● ''Stoddersack''(''o'' geschlossen) ,Stotterer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Stutzglas''' ● ''Stotzglos'' ,kleines Trinkglas‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''su''' ● ''suh!'',so!‘, Interjektion, Ausdruck des Zweifels oder Erstaunens, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sucheln''' ● (''u'' kurz) ,schlecht nähen‘, auch: ,beharrlich nähen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sucht''' ● ''Socht'' ,Krankheit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Suckelkind''' ● ''Süggelkänt'' ,Säugling‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''suckeln''' ● Frequentativum zu ''saugen'' (von kleinen Kindern, Tieren) (Vil. 1868); ''suggeln'' ,in heftigen kleinen Zügen saugen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sulper''' m. ● ''Solper'', ''Sulper'' m., auch wohl n., ,die Einsalzung des Schweinefleischs‘ (Vil. 1868); ''Sulber'' ,Salzbrühe der Metzger‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Solber'' m. (''o'' geschlossen) ,salzige Flüssigkeit, Salzbrühe‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sulperfleisch''' ● ''Solperfleisch'' ,eingesalzenes Schweinefleisch‘, z.B. Rippenbraten „aus dem Solper“ (Vil. 1868); ''Solberfleesch'' ,Pökelfleisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sulperknochen''' ● ''Solperknochen'' ,Unterbeine [richtiger: Füße] und sonstige Knochenreste des Schweines, welche mit dem anhängenden Fleisch eingesalzen, dann gekocht werden und für besonders wohlschmeckende Teile des Schweinefleischs gehalten werden‘ (Vil. 1868); ''Sulberknochen'' ,eingepökeltes Schweinefleisch mit Ohren, Schnauze usw.‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Solbergnochen'', Oberellenbach (Hm. 1926, hier ohne Erläuterung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Summervogel''' ● ''Summervochel'' (''o'' in -''vochel'' kurz) ,Schmetterling‘, übertragen: ,Person in sehr sommerlicher, sehr heller Kleidung‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Lattichvogel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sündenknüppel''' ● ''Sindenknibbel'' ,hartgesottener Sünder‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sunsten''' ● ,sonst‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Bildung mit -''en''-Erweiterung wie ''alsten'' u.a.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Supchauge''' ● ''Subbchauge'' ,tränendes Auge‘, Kassel (Lüttebrandt 1917), Pl. ''Subchauchen'' ,verweinte Augen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''supchen''' ● ,anfangen zu weinen‘, Kassel (Gr. 1894); ,verhalten vor sich hin weinen‘, Kassel20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Supp''' m. ● ,der verhärtete Augenschleim‘, Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Suppauge''' ● ,tiefendes Auge‘ (Vil. 1868); ''Subbauge'' ,Triefauge; triefäugige Person‘, Kassel (Gr. 1894); ''Süppöhche'' ,triefendes, tränendes Auge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''suppen''' ● ,triefen (von den Augen)‘, Niederhessen (Vil. 1868); ,Flüssigkeit allmählich von sich geben‘, Kassel 20. Jh.; ''sübben'' ,triefen, tränen (der Augen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''surchelich''' ● ''sorchelech'' ,säuerlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süßmichel''' ● ''Sießmichel'' ,Einschmeichler‘, dasselbe wie ''Seidenbeutel'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süster''' f. ● ,Schwester‘, aussterbende Altform (Vil. 1868). ● Vil. sieht die Form – allerdings zu zu Unrecht – als niederdt. an, das heißt als Import, im niederdt. sprechenden Niederhessen die „übliche Form von Schwester“. „Das Wort weich successiv zurück; in und um Kassel war es noch in der Mitte des vorigen [18.] Jarhunderts gebräuchlich, wenn auch nicht mehr in allgemeiner Übung, jetzt ist es dort und schon einige Wegstunden weiter nördlich gänzlich ausgestorben.“ (Vil.) – Das Wort ist erhalten in:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süsterfeld''' ● ''Sisterfeld'', Flurbezeichnung bei Kassel, heute Name eines Kasseler Wohnviertels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süsterhaus''' ● ,Frauenhospital in Kassel, jetzt auf der Oberneustadt‘ (Vil. 1868); ''Sesterhus'', Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript ''Sésterhus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Süsterweib'''  f. ● ''Sesterwibb'', Plur. ''Sesterwiewer'' ,Insassen des Süsterhauses‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Gr.s Manuskript ''Sésterwibb'', ''Sésterwiewer''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sutch''' m. ● ,schmierige Flüssigkeit‘, Kassel 20. Jh.; ''Sodch'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sutchen''' ● ,Klebriges ablassen‘, Kassel 20. Jh. ●  ''De Piffe, des Rohr sutcht''. Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sutchen''' ● ,weinen, schluchzen (unterdrückend, heimlich)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sutte''' f. ● ''Sotte'', ''Sutte'' ,Jauche‘ (Vil. 1868) ; ''Sutte'' ,Schlamm, Dreckbrühe‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Sodde'' ,Jauche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sütte''' f. ● ''Sütte'', ''Südde'', ''Sutte'', meist ''Sitte'' gesprochen, ,Aufguß von heißem Wasser auf Gras, Strohstümpfe, abends dem Mlchvieh gegeben, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Serre'' ,mit heißem Wasser gebrühtes Viehfutter, meist aus Gras und Häcksel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Suttelbrühe''' ● ''Suddelbrieh'' ,schlechtes, dünnes Essen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. überträgt das Wort außerdem als ,Sudelbrühe‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sutter''' m. ● ,ablaufende, ab- oder durchtropfende Flüssigkeit (besonders vom Ablauf des gerauchten Tabaks)‘ (Vil. 1868); ''Sudder'' ,Tabaksaft als Rückstand in der Tabakspfeife‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''suttern''' ● ,sickern (besonders von unsauberer Flüssigkeit, auch von Wunden)‘ (Vil. 1868); ''suddern'' ,viel Sutter absetzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); auch: , unrein davon sein, danach schmecken‘. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Sutzel''' f. ● ,eine unsauber sich haltende Frauensperson‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Sützel'' ,unreinliches Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sutzelig''' ● ''sutzelich'' ,unsauber gekleidet, unreinlich, besonders von Frauenspersonen gebraucht‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''sützelech'' ,unsauber gekleidet, unreinlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''sutzeln''' ● ''sützeln'' ,unreinlich sein, eine Arbeit unsauber verrichten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch S'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

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		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_M_%E2%80%93_Q</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q</title>
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				<updated>2015-01-21T15:32:37Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch M – Q'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''M.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Machuller''' ● ,Wacholder‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Macht''' ● ''Moocht'' ,Kraft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mächtig''' ● ''mächdech'' ,kräftig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Macke''' f. ● ,Leiden, Fehler‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Magge'' ,Krankheit, Gebrechen֯‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mackelig''' ● ''mackelicht'', gewöhnlich ''mackelig'' ,dick, fleischig, rundlich (vom menschlichen Körper, am meisten für kleine Kinder)‘, lobend, gleichsam zärtlich, ganz Hessen, besonders Niederhessen (Vil. 1868); ''maggelich'' ,drall, von üppiger Figur‘; Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''maggelech'' ,fleischig, fett‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mad''' f. ● ''Mahd'', Plur. ''Maidhe'' ,Magd‘, Balhorn (Sl. 1901) ;''Mäht'', Plur. ''Mähre'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mädchen''' ● ''Mähchen'', Pl. ''Mäderchen'' ,Mädchen‘, auch ,Tochter‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Mäjen'', Pl. ''Maidhe'', Balhorn (Sl. 1901); ''Mähng'', Pl. ''Mähre'' ,Mädchen, Tochter‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● „Die Mägde pflegen jetzt die Bezeichnung Magd als erniedrigend, wo nicht gar als ehrenrührig zu betrachten, und verlangen, nur […] mit Mädchen bezeichnet zu werden.“ (Vil. 1868)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mädchenlecker''' ● ''Maidhelecker'' ,ein Bursch, der gern den Mädchen nachgeht und sie abküßt‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Mährenlägger'' ,Knabe, der besonders gern mit Mädchen spielt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mädchensding''' ● ''Mähngsdänk'' ,Mädchen‘, verächtlich, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mädehenne''' ● ,Junge, der lieber mit Mädchen als mit Jungen spielt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Henne'', ''Henn'' ist alter hess. Männername, bereits mittelalterlich belegt (keine Kurzform von ''Henner'' oder ''Johannes''), im 18. Jh. erloschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mähen''' ● ''meen'', nur in Bezug auf Gras (Getreide wird geschnitten), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mahl''' n. ● ''Mahl'' ,Mehl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel und andernorts ''Mähl''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mährbart''' ● ''Mährboort'' ,langweiliger Erzähler, Schwätzer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mähreln''' ●  ''märreln'' ,im Schmutz herumwühlen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mähren''' ● ''mären'' ,in nassen, kotigen, klebrigen Sachen herumwühlen‘, fast nur in Niederhessen gebräuchlich (Vil. 1868); ''mähren'' ,in Dreck, Matsch, Dreckbrühe herumwühlen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,in feuchten, schmutzigen Gegenständen herumwühlen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mähren''' ● ''mären'' ,langsam, ziehend, unzusammenhängend und mit lässiger Breite reden und erzählen‘, besonders in Niederhessen üblich (Vil. 1868); ,langweilig, gehaltlos reden; an alten Groll erinnern, verdrossen reden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,langsam und langweilig erzählen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mährsack''' ● ,langweilig erzählender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mährschledde''' ● ,langweiliger Erzähler, Schwätzer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maiklader''' ● ,Maikäfer‘, auch: ''Maikäwer'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maivogel''' ● ,Maikäfer‘, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''maiweln''' ● ,miauen; kläglich weinen, weinerlich reden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mäkeln''' ● ''mägeln'' ,makeln, kleinen Zwischenhandel treiben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mäkelsmann''' ● ''Meegelsmann'' ,Makler‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mal, -mal''' ● ''Mohl'', in Zusammensetzungen zu ''moh'' gekürzt: ''eimoh'', ''zweimoh'', ''dißmoh'', ''efdersch'' ''moh''; hingegen ''domohls'' (da ''l'' durch ''s'' gedeckt), Kassel 19., 20. Jh.; ähnlich Oberellenbach (Hm. 1926); Form von ''damals'' ebd. nicht belegt. ● ''En Mohler dreie'' (''viere'' usw.) ,so etwa dreimal (viermal usw.)‘, Kassel (Gr. 1894); ''’ne Mohler dreie'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Malstein''' ● ''Mohlsteeng'' ,Grenzstein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mampeln''' ● ''mambeln'' ,essen, kauen‘, scherzhaft, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''mampeln'', Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mänch''' ● ,manch‘, Kassel (Gr. 1894), restweise 20. Jh. (Gr. 1894); ''mänch'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''mäncher'', ''mänchmo'' (Gr., Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mang''' ● oft ''dermang'', ''dermank'' ,daruntergemischt, zwischen eingebracht, dazwischen eintretend oder befindlich, in der Diemelgegend und an der Schwalm (Vil. 1868);  ''mank'', oft für ''dermáng'' (-''mank'') ,dazwischen, darunter (unter, zwischen mehr als zweien)‘, ''midden dermang'', ''middenmang'' ,mitten dazwischen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Männerchen''' ● ,Männchen‘ (Plur.). ● ''Männerchen machen'' ,Männchen machen‘, d. h. ,aufrichten, aufbäumen (Pferd)‘, übertragen: ,sich wogegen sträuben‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''manschen''' ● ,zerwühlen zu flüssiger Speisen, bei Kindern, welchen die Speise nicht mundet‘ (Vil. 1868); ,Breiiges vermischen; darin (z.B. mit den Händen) herumrühren, auch: ''unnernannermanschen'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''marren''' ● ,knurren (von Hunden)‘, gutgemeintes Knurren, besonders wenn junge Hunde knurrend miteinander spielen, Ober- und Niederhessen (Vil. 1868); ,kreischen, weinen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Marucken''' Pl. ● ,Mucken, Verschrobenheiten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maruschel''' f. ● ,Frauenzimmer, dem man das Vagabundieren ansieht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Masch''' m. ● ''Möhsch'', auch ''Maasch'' ,Wirrwarr, Durcheinander‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Masche''' f. ● ''Maasche'' ,Masche, im Netz- oder Strickwerk‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Muschel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''maschen''' ● ''möhschen'' ,in Wirrwarr bringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''maschig''' ● ''möhschech'' ,durcheinander, verwirrt (von Fäden, Halmen und dgl.)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''maschinen''' ● ,mit der  Dreschmaschine dreschen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); Kirchberg 2014.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Massematten''' Pl. ● ''Massemadden'' ,Geschäfte‘, Kassel (Gr.  1894). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Matsch''' ● ,schmierige, unreinliche Halbflüssigkeit, z. B. Straßenkot, schmelzender Schnee, durch fehlerhaftes Kochen zu Brei und damit ungenießbar gewordene Speisen‘; übertragen ,ein unselbständiger Mensch‘, Althessen (Vil. 1868); ,flüssiger Dreck, flüssiger Straßenschmutz, schmelzender Schnee und dgl.‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''matschen''' ● ,in unreinlicher Weise in etwas Flüssigem, Weichen herumwühlen‘, Althessen (Vil. 1868); ,in Breiigem (Schmutz, Teig, Brei) herumrühren, herumhantieren‘, übertragen: ,beim Essen schmatzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mätschelig''' ● ''mädschelech'' ,weich, locker‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''matschig''' ● ''matschich'' ,weich, schlammig‘, Kassel 20. Jh., ''madschech'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mauen''' ● ,miauen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maul''' ● ''Mull'' ,Mund‘, nicht abwertend, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); auch ,Kuß‘ (Gr.), ''Müll'' ,Mund‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mäulchen''' ● ''Millchen'' ,kleiner Mund; Küßchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maulhübel''' m. ● ''Müllhebbel'' ,Maulwurfshügel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maulorgel''' ● ''Mullorjel'' ,Mundharmonika‘, Kassel 20. Jh.; ''Müllorjel'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maulschwätzer''' ● ''Müllschwätzer'' ,einer, der den Leuten nach dem Mund redet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maultrumpe''' ● ''Mulldrumbe'' ,Maultrommel, Maultrompete‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mausefallskerl''' ● ''Musefallskerle'' ,slovakischer Drahtwarenhändler‘, Balhorn (Sl. 1901); ,Ialiener‘, Kassel 20. Jh.; ''Müsefallskärle'' ,einer der Mausefallen umherträgt; Hausierer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mäusemutterstill''' ●  ''miesemodderstelle'' ,ganz still‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mausen''' ● ''müsen'' ,Mäuse fangen; in etw. herumwühlen, herumsuchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mausen''' ● ''sech müsen'' ,sich mausern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Melden''' Pl. ● ''Mählen un Beißen'' ,Melden und Bete, frühester Schnittkohl‘ (Gericht), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mellezin''' f. ● ,Medizin‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mengefett''' ● in Niederhessen beliebtes Zugebröte aus heißgemachtem Samenfett, ausgelassenem Speck sowie etwas Talg oder Schmalz (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mensch''' m. ● ''Mensch'', Pl. ''Menschen'', Kassel 20. Jh.; ''Mönsch'', Pl. ''Mönschen'', im Sing. fast ungebräuchlich, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Offenbar Angleichung ans Hochdeutsche, älter: ''Mensche'', erhalten in ''kimmensche'' (aus ''kinn Mensche'') ,niemand, kein Mensch‘, Kassel 19. Jh.; ''kämmönsche'', dasselbe (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mensch''' n. ● sehr häufig auch ''Wibesmensch'', ''Weibsmensch'' ,Frauensperson‘, ohne erniedrigenden oder gehässigen Nebensinn (Vil. 1868); ''Mensche'', Pl. ''Menscher'' ,weibliche Person‘, kann abwertend gebraucht werden, aber auch familiär-vertraulich ohne abwertenden Nebensinn, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Mönsch'', Pl. ''Mönscher'' ,weibliche Person‘, oft verächtlich, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Menschenspiel'''  ● ''Mönschenschbähl'' ,Menschenmenge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Menschheit''' ● ''Menscheet'' ,Menschenmenge‘ (sic), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''merkisch''' ● ''merksch'' ,aufpasserisch, alles beobachtend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''merrelich''' ● ,widerwärtig‘, Schwalm (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merten''' ● ''Merden'' ,Martin‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mertensabend''' ● ''Merdensowend'' ,Martinsabend (Kasseler Gärtnerball)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''meschant''' ● ,boshaft, schlecht, unangenehm, mißlich‘, Kassel (Gr. 1894), ''mischant'' ,böse, schlecht, nichtsnutzig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''méchant'' ,boshaft‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Meß''' s. ● ,Messer‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Messe''' ● ,Jahrmarkt‘, Kassel 20. Jh.; dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Meßware''' ● ,Jahrmarktsware, schlechte Ware überhaupt; Jahrmarktsgesindel‘; dazu ''Meßmaruschel'' (s. ''Maruschel''), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Meste''' f. ● Maßeinheit: 1 Meste = 1/8 Malter, außerdem in Niederhessen Ausdruck für beliebiges Gefäß in der Zusamensetzung ''Salzmeste'' (Pfs. 1886). ● Siehe ''Salzmeste''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Metzenkopf''' ● ''Mätzenkopp'' ,Dickkopf‘, d.h. jem. mit einem Kopf, so dick wie das Getreidemaß Metze, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mexter''' ● ''Mekster'' ,Metzger‘, üblich im Norden wie im Süden (Pfs. 1886); ''Mexder'', Kassel (Gr. 1894), Gudensberg 20. Jh. ● In Oberellenbach hingegen ''Mätzjer'' (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mickeln''' ● ''meggeln'' ,meckern; meckernd lachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mickelziege''' ● ''Meggelzäje'' ,Mädchen, das dauernd lacht‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mieken''' ● ''miegen'' ,weinen‘, in verächtlichem Sinn, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Miekmerten''' ● ''Miegmärden'' ,zum Weinen neigender Knabe‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Merten''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Miekschlette''' f. ● ''Miegschlädde'' ,Kind, das dauernd weint‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Milchert''' m. ● ''Melchert'' ,männlicher Hering‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''milde''' ● ''melle'' ,locker, weich (besonders vom Erdboden)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mißgünnisch''' ● ''mißgennsch'' ,mißgünstig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mist''' m. ● ,Mist, Dünger‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Mäst'' ,Dung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Miste''' f. ● ,Misthaufen, Stelle zur Mistablage‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Mesde'' ,Dungstätte, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mistkaule''' f. ● ''Mestekulle'' ,Mistgrube‘, Kassel 19. Jh. (Jonas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mitte''' f. ● ''Medde'' ,Lebensmitte, Taille‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mittel''' n. ● ''Meddel'' ,Mitte, Mittel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Möbelwerk''' ● ''Mewelwerk'' ,die Möbel‘, Kassel 19. Jh. (Jonas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mudderig''' ● ,moderig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Möhle''' f. ● ''Mähle'' ,Mühle‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Meele'', Oberellenbach (Hm. 1926); ''Mälle'', Kirchberg 20. Jh. ● Älteres ''Möle'' erscheint in Oberellenbach regulär entrundet als ''Meele''; diese Entrundungsform in Kassel angeglichen an ''Mähl'' ,Mehl‘ zu ''Mähle''; in Kirchberg dieselbe Entwicklung mit nachfolgender Vokalkürzung zu ''Mälle''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Möhlenstein''' ● ''Mählenstein'' ,Mühlstein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mohren und Türken''' ● ''Kotz Mohren un Derken!'' Fluchwort, Kassel (Gr. 1894). ● ''Kotz'' ist emphatisches ''Gotts'', wie in ''Kotzgemigge'' und ähnlichen Fluchwörtern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Möhrenwurst''' f. ● ''Meerenwurst'', Balhorn (Sl. 1901). ● „Eine absonderliche, von den Kindern für eine besondere Leckerei gehaltene Wurstart, die ich nirgens sonst angetroffen habe. Unter das Wurstfleisch werden Möhren gemengt.“ (Sl.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Moost''' n. ● ,Moos‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Oberellenbach hingegen ''Moos'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mootch''' ● ,Sumpf‘, untere Eder (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mördisch, mordisch''' ● ''mördsch'', meist ''mertsch'' gesprochen, „Superlativ der Verwunderung“, Mittelhessen (Vil. 1868);  ''mordsch'' ,vortrefflich, tüchtig‘, oft ironisch gemeint; Adv. ,überaus, sehr‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mor morgen''' ● ''more morgen'' ,morgen früh‘, inneres Hessen: Homberg, Wabern (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mörsel''' m. ● ''Merschel'' ,Mörser zum Zerstoßen des Zuckers‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''mörsel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''morzekabores''' ● auch: ''morzekaborze'' ,kaputt‘, stärker als ''kabores'', Kassel (Gr. 1894). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mucheln''' ● ,heimlich miteinander sprechen‘, östl. Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''müchen''' ● ,modern, faulen; modrigen Geruch von sich geben, östl. Hessen (Werragegend) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''müchzen''' ● ''michzen'', wie ''müchen'', Frequentativum dazu, in der Werragegend üblicher als ''müchen'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''müchzening''' ● ,modrig, einen Modergeruch von sich gebend‘, im östl. Hessen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mucke''' f. ● ''Muck'' ,Visier, Korn der der Flinte‘ (Vil. 1868), ziemlich allgemein üblich. ● Meist übertragen gebraucht: ''jem. auf der Muck haben'' ,jem. scharf, kontrollierend beobachten‘ (Vil.). In Oberellenbach scheinbar nur noch in übertragener Verwendung: ''Ech honn en of der Mogge.'' ,Ich habe ihn auf der Mucke; ich kann ihn nicht leiden.‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mucke''' ● ''mugge'' ,gescheit, schlau‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Muckeblock''' m. ● ,mürrischer Mensch, jem. von nicht offenem Wesen‘, Kassel (Gr. 1894); ''Moggeblock'' ,mürrischer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mucken''' ● meist reflex.: ''sich mucken'' ,sich regen, leisen Protest erheben (eventuell auch nur Gestik und Mienenspiel)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Der Maikäwer mucket'' ,Der Maikäfer ruckt die Flügel zum Wegfliegen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mucken''' Pl. ● ,Grillen, Launen‘ (Pfs. 1886); ,Streiche, Hinterlist; Widrigkeiten, Hindernisse‘, Kassel 19., 20. Jh. ● ''Hä hot sinne Mucken.'' ,Ihm ist nicht zu trauen‘. ''’s hot sinne Mucken'' ,die Sache ist voller Widrigkeiten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mudern''' ● ''mürern'' ,schwach regnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''muffeln''' ● ,einen Speise, vor allem eine trockene, kauen; eilfertig und gierig etwas kauen‘ (Vil. 1868); ,mit vollen Backen essen‘, Kassel (Gr. 1894); ''müffeln'' ,hastig kauen, viel essen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''muffen''' ● ''müffen'', ''miffen'' ,modrig, faulig riechen oder schmecken‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''muffen'' ,schlecht, abgestanden riechen; ungelüftet riechen (Zimmer)‘, Kassel 20. Jh.; ''sech müffen'' ,Winde ablassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''müffzen''' ● wie '''müffen''', Frequentativum dazu, sehr gebräuchlich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''müffzening''' ● ''miffzening'' ,einen Modergeruch oder Modergeschmack an sich tragend‘, sehr üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mügen''' ● ''miejen'' ,mögen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''müglich''' ● ''miechelich'' ,möglich‘, Kassel (Gr. 1894); ''maijelich'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Müglichkeit''' ● ''Miechelichkeit'' ,Möglichkeit‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Es äs dann de Menschenmiechelichkeit!'' Ausruf des Erstaunens (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Muhkuh''' ● ,Kuh‘, Kindersprache, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Muhkühchen''' ● ''Muhkiebchen'' ,kleine Muhkuh‘, übertragen: 1) ,einfältige Frauensperson, dummes Gänschen‘, Kassel (Gr. 1894). 2) ,Marienkäfer‘, Kassel 20. Jh. ● Zur Lautform siehe ''Kühchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mulch''' ● ,Molch‘, auch: ,kleines wohlgenährtes Kind‘, Kassel 20. Jh. ● Vgl. ''Schlammulch'' ,Säufer‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mulchert''' m. ● ''Molchert'' ,Feuersalamander‘, ''degger Molchert'' ,dicker, plumper Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mulde''' f. ● ''Muhle'' ,flacher Trog‘, Kassel (Gr. 1894), Gr. gibt als Bedeutung ,Mulde‘ an, womit er dasselbe meint); ''Mulle'' ,kleiner Fleischtrog‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Äs schettet wie met Muhlen vum Hemmel'' ,es regnet in Strömen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mull''' ● ''moll'', sehr oft ''mull'' gesprochen, ,weich, mild, feucht (z.B. Wäsche, Obst)‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''mull'' ,weich (z.B. Obst)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mummeln''' ● ''mummeln'' ,murmeln, mit geschlossenen Zähnen sprechen‘, Kassel (Gr. 1894), ,vor sich hin brummeln‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mumpch''' m. ● ''Momch'' ,Entzündung der Ohrspeicheldrüse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mümmeln''' ● ''memmeln'' ,mit geschlossenen Lippen sprechen; brummen (von Kühen)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mürmel''' m. ● ''Mermel'' ,feiner Staub‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mürmelig''' ● ''mermelich'' ,krümelig, aufgerührt, getrübt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mürmeln''' ● ''mermeln'', gesagt vom Bodensatz, der aufgerührt wird und in einer Flüssigkeit herumtreibt, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''murmelstutzig''' ● „in Niederhessen zumal recht üblich für einen Menschen, dem etwas quer gegangen, der übeler Laune, sodaß keine Worte aus ihm heraus zu bringen sind“ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mürmelwerk''' ● ''Mermelwerk'' ,Krümeliges, Aufgerührtes‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Murrkutz''' m. ● ,mürrische Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''murzeln''' ● ,etwas kurz und ungeschickt, mit stumpfem Instrument abschneiden‘ (Vil. 1868); ,(eine Sache) zerschneiden, zerlegen, verstümmeln‘, Kassel (Gr. 1894); ''morzeln'' ,mit einem stumpfen Werkzeug schneiden‘. ● Ein Junge, eine Bestrafung wegen eines Diebstahls fürchtend, hatte sich „mit einem ganz schlechten Kniff langsam den Hals abgemurzelt“, Nentershausen 1815 (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Muschel''' f. ● ''Müschel'' ,Masche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''muscheln''' ● ,heimlich, betrügerisch verfahren‘, sehr häufig im Spiel, besonders beim Kartenspiel, Niederhessen (Vil. 1868); „gilt an der unteren Edder ausschließlich für vorgesehenes redliches Mischen der Karten“ (Pfs. 1886); ,etwas durch Durcheinanderbringen verschleiern‘, z.B. ,beim Kartenspiel betrügen‘, Kassel 20. Jh.; ''müscheln'' ,durcheinandermengen, mischen (namentlich Karten)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''muschpeln''' ● ''müschbeln'' ,geräuschlos in etwas herumsuchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''musen''' ● ,kramen, suchend herumwühlen‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Unmus'' und ''mausen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Must''' m. ● ''Mus'' ,aus Zwetschen, Birnen, Äpfeln gekochter Brei (Kompott), welcher sich über den Winter aufbewahren läßt, beliebtes Zugebröte für Kinder und Gesinde‘, dafür die Bezeichnung ''Mus'' nur in Niederhessen, Hersfeld, Fulda (Vil. 1868); ''Muhst'' ,Mus‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Muhst'' ,Mus (Zwetschenmus, Birnenmus)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bedeutung ,Gehacktes‘ scheinbar nur in ''Mustenwecke''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mustbart''' ●  ''Muhsdboort'' ,Kind, das sich beim Essen beschmutzt hat‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mustenwecke''' m. ● ''Muhstenwegge'' ,mit Gehacktem belegtes Brötchen‘, Kassel 20. Jh. ● Gr. 1894, führt für Kassel auf: ''Muhstenbrot'', -''wecke'' ,Brot, Semmel, mit Mus beschmiert‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Muster''' n. ● Muster m. (sic) ,nichtswürdiger Mensch‘, „Inbegriff aller Nichtswürdigkeiten“, in neuerer Zeit häufiges Scheltwort (Vil. 1868); n. ,merkwürdiger, eigenwilliger Mensch mit abzulehnenden Gewohnheiten‘, Kassel 20. Jh.; ''Mosder'' n. ,Muster, auch Schimpfwort‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mutchig''' ● ,modrig, Moderduft von sich gebend‘, überall gebräuchlich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mutte''' f. ● ''Mudde'' ,Motte‘, Kassel (Gr. 1894), Pl. ''de Modden'' ,Schwindsucht‘, ebd. 20. Jh.; ''Modde'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ach, du krichst de Modden!'' Ausruf der Bestürzung, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Muttenkopf''' ● ''Muddenkopp'', etwa: ,kleiner Schelm‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''muttelig''' ● ''muddelich'' ,unrein‘ (in Bezug auf Getränke), Kassel 19. Jh. (Jonas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Muttich, Mutch''' m. ● ''Muttich'', ''Mutch'' ,Verwahrsam für Obst (zum Mürbewerden), meist aus Bettstroh bestehend; (heimlicher) Aufbewahrungsort für Geld und dgl.‘ (Vil. 1868); Motch ,Gewahrsam‘, untere Eder (Pfs. 1886); ''Muddich'' ,Sparecke, Versteck für Ersparnisse‘, Kassel (Gr. 1894); ''Modch'' ,(verborgener) Aufbewahrungsort für Obst oder Geld; Vorrat‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Was em Muddich lechchen hon'' ,Ersparnisse haben‘ (Gr.). ''Hä hott Gäld im Modch'' (Hm.) ● Gr. deutet das Wort – sicherlich unzutreffend – als ,„mottiges“ (modriges) Plätzchen, weil nie gelüftet‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mutz''' m. ● fem. (sic) ,weibliches Geschlechtsteil‘, sehr üblich (Vil. 1894); ,Bereich zwischen den Beinen: (weibliches) Geschlechtsteil, auch: Gesäß‘, Kassel 20. Jh.; ,unreine Luft‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Den Mutz lifden'' ,den Mutz lüften, die Sparpfennige angreifen‘ (Gr.), ''einem den Mutz lifden'' ,jem. vehement die Meinung sagen‘, Kassel 20. Jh. ''Dä wäll ech den Motz lifden''. ,Ich werde dich durchprügeln.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mutz''' m. ● ,etwas Abgestumpftes, ein abgebrochenes Stück‘ (Vil. 1868); ''Motz'' ,abgebrochenes Stück, (gestutzter) Schwanz‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''vermutzen''.	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mutzen''' ● ,faulig riechen‘ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mützening''' ● ''metzenink'' ,moderig riechend oder schmeckend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mutzig''' ● ''mutzig'', ''motzig'' ,faulig, besonders fauligen Geruch, Verwesungsgeruch von sich gebend‘, ''mutzig'' ''riechen'', sehr üblich (Vil. 1868); ''mutzich riechen'' ,nach modriger, unreiner Luft riechen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mutzpfeife''' ● ''Motzpiffe'' ,kleine Tabakpfeife‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Mutzpiffchen'' ,kurze Tabakpfeife‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mutzschwanz''' ● ''Motzschwanz'' ,gestutzter Schwanz, kurzer Schwanz‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''N.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''nachgehends''' ● ''nohgehnds'' ,nachher, hierauf‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch ''hernachgehends''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nachstehen''' ● ''noochstenn'' ,eine Schuldenforderung tilgen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nächten''' ● ''nächt'', auch ''nächten'' ,gestern‘, d.h. übernacht, so daß eine Nacht dazwischen liegt (Vil. 1868); ''nähchden'' ,gestern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hm. merkt an, daß das Wort fast völlig ausgestorben ist. ● Vgl. mhd. ''nehten'' ,in vergangener Nacht, gestern abend‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''närlich''' ● ,dürftig, sparsam, kaum‘, in ganz Hessen (Vil. 1868); ''nählech'' (sic) ,knapp, kaum‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nachtmahl''' ● ''Noochmohl'' (sic) ,kirchliches Abendmahl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nachtwerk''' ● ,Nachtkleidung‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nachtzeug''' ● ''Nachtzigg'' (Aussprache: ''Nachtzich'') ,Nachtkleidung‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nählen''' ● ,nörgelnd dahinreden‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nähler''' ● ,einer, der nörgelnd dahinredet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nählepeter''' ● ''Nählebeeder'' ,einer, der nörgelnd dahinredet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Namen''' Sg. u. Pl. ● ''Namen'' ,Name‘, Kassel 20. Jh.; ''Nomen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nappen''' m. ● ''Nabben'' ,Gelenkpfanne‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Narrenhaus''' ● ,Gefängnis‘, in ganz Hessen, besonders Niederhessen, bis 1806 ausschließlich, seit 1816 kaum noch gehört; in Kassel verschwand der Name mit dem Brande des Residenzschlosses 1811, das ein angebautes Narrenhäuschen hatte. (Vil. 1868)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''narrig''' ● ''norrech'' ,närrisch, töricht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''närrisch''' ● ''närrsch'' ,närrisch, komisch, eigenartig, sonderbar‘, Kassel 20. Jh., Balhorn (Sl. 1901), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Näselbart''' ● ,einer, der nörgelnd dahinredet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''näseln''' ● ,nörgelnd dahinreden‘, Kassel (Gr. 1894). ● Nach Gr. ist  ''näseln'' etwa mit ''nählen'' gleichzusetzen, „an das eigentliche Durch-die-Nase-Sprechen denken wir Kasselaner dabei nicht.“ ● Siehe ''nusseln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nasenbast''' m. ● ''Nosenbast'' ,naseweiser Bube‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zusammensetzung mit dem Vornamen ''Bast'', Kurzform von ''Sebastian''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nasenbaster''' m. ● ''Nasenbastert'' ,dicknäsiger, übermütiger Mensch‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Nasenbaster''  ,Naseweis; einer, der andere geringschätzig traktiert‘, Kassel (Gr. 1894). ● Offensichtlich Erweiterung von ''Nasenbast''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nasenquetscher''' ● ,Sarg, besonders ein ärmlicher, enger Sarg‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nast''' m. ● ,Ast‘, sehr gewöhnliche hessische Form (Vil. 1868); ''Nost'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''näufeln''' ● ''näufeln'', meist ''neifeln'' gesprochen, ,Hülsenfrüchte (auch Nüsse) aus der Schale nehmen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''nefeln'' ,enthülsen, aus der Schale nehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nauspelzen''' ● ''nüßbälzen'' ,hinautreiben, hinausjagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nauswischen''' ● ''nüßwöschen'' ,geräuschlos und hastig hinausgehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''necksen''' ● ,necken‘, allerwärts üblich (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''neer''' ● ,hinunter‘, Balhorn (Sl. 1901). ● Entwicklung vermutlich: *''neder'' ,nieder, abwärts‘ &amp;gt; *''nerer'' (''d''-Rhotazisimus) &amp;gt; ''neer''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Neffen''' Pl. ● ,Blattläuse‘, sehr üblich, am meisten in Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Neidhamel''' m. ● Nidhamel ,mißgünstiger Mensch‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''neinlappen''' ● ''ninnlabben'' ,sich auf hinterlistige Weise, durch Verleumdung Nachteil verschaffen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''neinwursten''' ● ''ninnwurschden'', siehe ''zusammenwursten''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nestern''' ● ''nähsdern'' ,das Nest zurechtmachen; emsig im Verschwiegenen arbeiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nestkauz''' m., ''-käuzchen'' n. ● ''Nestkützchen'' n. ,der jüngste, der kleinste Vogel im Nest, unter einer Brut (von Hühnern, Enten, Gänsen); das letzte Kind in der Ehe‘, allein üblicher Ausdruck durch ganz Ober- und Niederhessen (Vil. 1868); ''Nähsdkütz'' ,das zuetzt ausgebrütete Vöglein einer Brut; das jüngste Kind einer Familie‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von ''kauzen'' (''kuzen'') ,hocken‘, also Nesthocker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nestpuddel''' s. ●  ''Nestpuddelchen'', gleicbedeutend mit ''Nestkauz''-, ''käuzchen'', in der Kasseler Gegend (Pfs. 1886); ,Nestküken, Nestling; jüngstes, letztes Kind‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nete''' f. ● allein übliche Bezeichnung für ,Tonkugel‘, das bekannte Kinderspiel, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Netze''' f. ● ,nasse Stelle im Feld, Pfuhl; Urin‘, in letzterer Bedeutung in Oberhessen sehr gewöhnlich (Vil. 1868); ,Nässe, Feuchtigkeit; Urin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kommt in Oberellenbach in der allgemeinen Bedeutung ,Nässe, Feuchtigkeit‘ nur in einigen Komposita, wie ''Netzetüpfchen'' (''Nätzedebbchen''), ''Netzewasser'', als Vorderglied vor (Hm.). ● Vgl. mhd. ''netze'' ,Urin‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''netzen''' ● ,anfeuchten‘, in „neuerer Zeit“ auch: ,Branntwein trinken‘ (Vil. 1868); ,anfeuchten (den zu spinnenden Flachsfaden)‘, das dazu nötige ''Netzewasser'' befindet sich im ''Netzetüpfchen'', einem Blechgefäß, das am Spinnrad hängt, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Neufang''' m. ● ''Neifank'' ,neugieriger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); ''Nöifank'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''neufängisch''' ● ''neufängisch'', ''neufängsch'' ,neugierig‘ (Vil. 1868); ''neifängksch'', Kassel (Gr. 1894); ''nöifängsch'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''neuschierig''' ● ,neugierig‘, im östlichen Hessen die übliche Form (Vil. 1868); ''nöischierech'' ,neugierig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Nach Pfs. (1886) gibt es entsprechende Formen auch im Holländischen und Dänischen. Pfs. hat für die eigenartige Form eine plausible Erklärung gefunden: gebildet vermutlich aus ''gierig'' mit vorangestelltem Gen. ''neues'' (gekürzt zu ''neus''): in ''neus-gierig'' habe sich aus der Verbindung ''sg'' - wie aus ''sk'' - regelrecht ''sch'' gebildet. Wenn Pfs. recht hat, müßte der Vorgang vor der mhd. Phase liegen: ahd. *''niuwes girig'' &amp;gt; ahd. *''niuwe-sgirig'' (-''skirig'') (Verlagerug der Silbengrenze) &amp;gt; mhd. *''niuschiric''. Dies hypothetische Wort ist im Mhd. nicht belegt, auch Mnd. keine Entsprechung belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Neuntöter''' ● Vogelart, metaphorisch: ,versteckter, kleinlicher, auch hämischer und tückischer Mensch‘ (sehr gewöhnlich gebraucht) (Vil. 1868); ''Ninndeeder'', Vogelart, übertragen: ,begriffsstutziger, unbeholfener Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); ''Ningdeeder'', Vogelart, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nibeln''' ● ''niwweln'', unpersönl. Fügung: ''Es niwwelt.'' ,Es regnet nicht, aber die Luft näßt.‘ Allgemein verbreitet. ● Vgl. mhd. ''nibelen'' ,nebelig machen, dunkel machen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nichts''' ● ''nix'', Kassel und Umgebung 19., 20. Jh.; ''nüscht'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nickchen''' ● ''Neggchen'' ,Schläfchen (im Sitzen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nickel''' m. ● ''Neggel'' ,Taugenichts‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hm. vermutet darin Kurzform des Vornamens ''Nikolaus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''niederrucken''' ● ,wiederkäuen‘, Grafschaft Ziegenhain, auch in Niederhessen nicht unbekannt (Vil. 1868); ''neereroggen'' ,wiederkäuen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''niederträchtig''' ● ,herablassend, demütig‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''niesten''' ● ,niesen‘, in Niederhessen allgemein (Pfs. 1886), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Niet''' m. ● ,abstehendes Hautstückchen am Nagelbett‘, Kassel 20. Jh. ● Ist gleicher Herkunft wie der im Handwerk gebräuchliche ''Niet'', der im Dialekt allerdings ''Niete'' f. lautet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Niethaken''' ● ''Niethake'', ''Neidhake'' ,seitlich an den Nägeln sich abstoßende Haut, die aber noch haftet und bei Berührung entzündlich schmerzt‘, Hessen (Pfs. 1886); ''Niedhoogen'' ,die an den Fingernägeln sich lösende Haut, die oft teilweise hängen bleibt und einreißt und so zu empfindlichen Schmerzen Anlaß gibt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bei Hm. als ''Neidhaken'' verzeichnet, vermutl. in Anlehnung an Pfs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''niftelig''' ● ''nifdelich'' ,klein und armselig‘ (in Bezug auf Sachen, Garderobe), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nippchen''' s. ● ''Nebbchen'' ,Schläfchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nippen''' ● wie hd., dazu: ,die Lieder senken zu leichtem Schlummer‘ (Pfs. 1886); ''nebben'', ''nibben'', ,von einem Getränk nur ein wenig schmecken‘, dazu: ,leicht schlummern, halb schlafen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nispeln''' ● ''nesbeln'' ,nur wenig fressen, im Fressen wählerisch sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nissel, Nischel''' m. ● ,Kopf‘, abwertend, Kassel (Gr. 1894), im 20. Jh. scheinbar nur noch ''Nischel'', abwertend, scherzhaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nißkopf''' ● ,eigensinniger, störrischer Mensch‘, eigentlich: ,Kopf voller Nisse (Läuseeier)‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nixchen''' n. ● ''Nigschen'' ,ein kleines Nichts; Nichtigkeit‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Nechschen'' ,ein kleines Nichts‘, Kassel (Gr. 1894). ● Niederhess. Redensart, um die Geringfügigkeit oder Nichtigkeit einer Sache zu kennzeichnen: ''Ein silbernes Büchschen und ein goldenes Nigschen.'' (Pf.) Neckend: ''Ech hon dä en guldenes Nechschen medde gebracht.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nöte''' Adv. ● ,mit Not, schwer, ungern, widerwillig‘ (Vil. 1868); ''neede'' ,notdürftig, kaum‘(?), Kassel (Gr. 1894); ''neere'' ,mit Not, ungern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. versieht die von ihm angegebene Bedeutung mit Fragezeichen; offenbar war das Wort zu seiner Zeit in Kassel am Erlöschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nück''' m. ● ,heimlicher Groll, Tücke‘, mehr im Plural als im Singular gebraucht, überall vorkommend, am üblichsten in Oberhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nücken''' ● ''niggen'' ,in heimtückischer Weise necken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nückisch''' ● ,heimtückisch‘, am Knüll (Pfs.1, 1889); ''niggsch'' ,heimtückisch, anderen Böses gönnend, neidisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nudeltute''' ● ''Nudeldudde'' ,Nudeltüte‘, übertragen: ,begriffsstutziger, unbeholfener Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nulle''' f. ● ''Nolle'' ,Nadel‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Nolle'' ,Nadel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nuppe''' f. ● fast nur im Plural gebraucht, ,Schwierigkeit‘ (sehr üblich); ,Eigensinn, Störrischkeit‘, auch ,Tücke‘ (Vil. 1868); ''Nubben'' Pl. ,Launen, üble Laune‘, auch: ,arge Gedanken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Nobben''  Pl. ,Launen, Grillen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nur''' ● kommt in Hessen nur erweitert vor: ''nurt'', ''nurter'', ''nurst'' (gesprochen ''nurscht''), ''nurent'' (Vil. 1868); ''nuhrt'', auch ''nuhrscht'', Kassel 19. Jh. (Gr. 1894); ''nur'', ''nuhrt'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nüßchen''' ● ,valeriana olitoria‘, Ober- und Niederhessen (Pfs. 1886); ''Nißchen'' ,Feldsalat‘, Kassel 20. Jh.; ''Neßchen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nusselbart''' ● ''Nosselboort'' ,undeutlich sprechender, näselnder Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nusseln''' ● ''nosseln'' ,undeutlich sprechen, näseln‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. (1868) zusammenfassend: ''nöseln'', auch ''nösseln'', ''nusseln'', ''nüsseln'', ''nisseln'' ,in den Speisen herumstochern (mit der Gabel)‘; ,undeutlich, namentlich durch die Nase sprechen, halblaut (wie Unzufriedene und Hinterhältige tun) und kritisch‘, sehr üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nussen''' ● ''nossen'' ,herumstöbern, kleinliche Arbeiten verrichten‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''nusseln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nußhächer''' m. ● (''ä'' lang) ,Eichelhäher‘, Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nußpicker''' m. ● ''Nussebicker'' ,Nußknacker‘, übertragen: ,jem. mit zwischen den Schultern steckendem Kopf und mit breitem Mund‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nutscheln''' ● ,saugen (an Äpfeln, Birnen)‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''O.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Ochse''' ● ''Ochse'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Osse'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stadtkasselänsch ''Ochse'', ''wachsen'', ''Flachs'' (wie hochdeutsch) gegenüber ''Osse'', ''wassen'', ''Flaß'' im nächsten Umland, auch in nach Kassel eingemeindeten Dörfern. Spitzname der Harleshäuser: ''Ossen''. Die -''chs''-Formen (Aussprache: ''x'') sind keine Angleichung ans Hochdeutsche, sondern authentischer Dialekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ochsen''' ● von der Kuh gesagt, ,hitzig sein, nach dem Faselochsen begehren‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ochsenbottich''' ● ''Ossenboddch'' ,Ochsendarm (der mit Leberwurst gefüllt wird)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ochsenkopf''' ● ''Ochsenkopp'' ,geistig schwerfälliger Mensch‘, stärker als ,Schafskopf‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ochsensack''' ● ''Ossensack'' 1) ,Ochsendarm‘, 2) ,Acker-Witwenblume‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''öchsisch''' ● ''eßsch'' ,nach dem Ochsen verlangend, brünstig (von Kühen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ocker''' Adv. ● ''ockers'', ''ockerst'', auch ''ackerst'', zuweilen auch ''ockert'' ,nur‘, Althessen, außer dem niederdt. sprechenden Norden (Vil. 1868);  ''ogger'' ,nur, bloß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ohleibig''' ● Siehe ''ahleibig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ohmacht''' ● Siehe ''Ahmacht''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ohmächtig''' ● Siehe ''ahmächtig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ohmaden''' ● Siehe ''Ahmaden''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ohnamen''' ● Siehe ''Ahnamen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ohnamen''' ● Siehe ''ahnamen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Öhr''' s. ● ''Ehre'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Ehr'' ,Nadelöhr; Henkel oder Handgriff kleinerer Gegenstände (z.B. einer Tasse)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Für das Altkasselänsche galt offenbar dieselbe weite Bedeutung wie in Oberellenbach, siehe ''Zweiöhrentüpfen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ohrlitze''' f. ● ''Ohrlitze'' f., auch ''Ohrschlitz'' m. ,Ohrwurm‘ (Vil. 1868); ''Ohrletze'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Olei''' n. ● ,Öl‘ (Vil. 1868); ,Rüböl (aus Raps)‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ,Rüböl‘, Kassel (Gr. 1894), ,Öl‘, ebd. (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Oleianke''' f. ● ,Spottbezeichnung für einen, der sein Haar übertrieben pflegt‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Anke''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Opfermann''' ● ''Oppermann'' ,Küster, Kirchner, Meßner‘, volkstümlich, durch ganz Hessen (Pfs. 1886); ''Obbermann'' ,Küster‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Osterwasser''' ● ,in der Osternacht geholtes Wasser‘, es steht im Ruf der Heilkraft, vertreibt Sommersprossen und Hautunreinigkeiten, Flechte, Ausschlag usw., Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ozen''' ● ,angebotenes Futter nicht fressen (vom Vieh), eine Speise nicht mögen, zögernd darin herumstochern oder -löffeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''P.,''' siehe auch '''B.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''paaschen''' ● ''böhschen'' ,sich geschäftig hin und her bewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Panser''' m. ● ''Baanser'' ,Pansen; erster Magen der Wiederkäuer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Papoller''' m. ● ,Schmetterling‘, ''Papiller'', die oberhessische, ''Papoller'' die niederhessische an der Eder und nordwärts übliche Form; im östlichen Hessen, zwischen Fulda und Werra heißt der Schmetterling ''Buttervogel'', im niederdt. sprechenden Niederhessen ''Pipoldern'', ''Pipoltern'' (Vil. 1868). ● In Kassel heißt er ''Sommervogel'', ''Lattichvogel'', s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pappe''' m. ● ,Pfeife‘, Amt Netra (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pappen''' ● ,paffen, schmauchen‘, Amt Netra (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Papps''' m. ● ''Bapps'', ''Praps'' ,dicker Brei‘ (Vil. 1868); ''Babbs'' ,dick und steif Gekochtes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pappsack''' ● ''Babbsack'' ,dicke, schwerfällige Person‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pappstoffel''' ● ''Babbstoffel'' ,Tölpel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pariser''' ● ''Bariser'', Brötchensorte, feiner als 'Franzlaibchen, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Parücke''' ● ''Barricke'' ,Perücke‘, Kassel (Gr. 1894), ''Barigge'' ,Perücke; dichtes und langes Haar männlicher Personen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''De Barricke steht mä net d’rnach.'' ,Ich bin nicht dazu aufgelegt.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''päschen''' ● ''pähschen'' ,andere mit gutem Essen (Schmeckewöhlchen) traktieren und das Mahl mit ihnen teilen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''passening''' ● ''bassenink'' ,passend, sitzend (von Kleidung)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pätscheln''' ● ''pädscheln'' ,verzärteln, verweichlichen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Patschen''' m. ● ''Badschen'' ,Hausschuh, weicher Schuh, wollener Schuh‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pechfist''' m. ● ''Bechfist'' ,Schusterjunge‘, Kassel 19. Jh. (Jonas). ● Siehe [[ Der „Fist“|Fist]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pechkavalier''' ● ''Bechkawwelier'', Spitzname für Schuster, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pelmen''' ● ''pälmen'' ,Hitze ausströmen‘, Kassel (Gr. 1894); ''pelmen'' ,rauchen, qualmen; Tabak rauchen; tüchtig trinken, bis man angetrunken ist‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''Es pälmet.'' ,Es ist drückend heiß.‘ ''De Stuwwe is pälmend heiß.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pelzen''' ● ''bälzen'' ,hinaustreiben, hinausjagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''penterbieren''' ● ''penterwieren'' ,quälen‘, Niederhessen (ausgestorben, vor Jahrzehnten noch von älteren Leuten gebraucht) (Pfs. 1886); ''pänderwieren'' ,durch dauerndes Bitten oder Fragen belästigen, quälen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von lat. ''perturbare''? (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfalzgräfin''' ● ''Palzgräfen'', in der Redensart ''uffgedunnert wie ’ne Palzgräfen'' ,übertrieben herausgeputzt sein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfännchen''' ● Sehr übliche Redensart: ''Es geht Pännchen fett'', d.h. ,es wird allezeit gut und reichlich gegessen, geschmaust‘ (Vil. 1868); ''Pännchen fett läwen'' ,gut und reichlich essen, schmausen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.). ● Die Redensart erscheint in Oberellenbach abgewandelt als ''Bie uns gädd’s Blimmchen bloh un Kännchen fätt.'' ,Bei uns geht es Blümchen blau und Kännchen fett, wir leben herrlich und in Freuden.‘ (Hm. 1926) ● ''Pännchen fett'' = ''fettes Pfännchen'', mit altertümlicher Nachstellung des undeklinierten Adjektivs wie im Mittelhochdeutschen vorkommend; die Redensart dürfte demnach sehr hohen Alters sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfarr''' m. ● ''Parr'' ,Pfarrer‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Porr'', Pl. ''Perner'', dasselbe, ''Porrschen'' ,die Frau des Pfarrers‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zu ''Perner'' siehe ''Pferner''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfeifendeckel''' ● ''Piffendeggel!'' Ausruf der Ablehnung, der Verneinung, Kassel 20. Jh.; ''jo Piffendeggel!'' ,durchaus nicht!‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ● Als Anspielung auf diese Redensart ist ''Henner Piffendeckel'' zu verstehen, das Pseudonym, unter dem Philipp Scheidemann Geschichten in Kasseler Mundart veröffentlichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfeiler''' ● ''Pillert'', Kassel (Gr. 1894); ''Piller'' ,Säule‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pferd''' ● ''Pährd'' (ungebräuchlich), Pl. ''Pähre'', Kassel 19., 20. Jh.; singularische Form fehlt, Pl. ''Pähre'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Der Singular ist ''Gull'', Kassel, und ''Güll'', Oberellenbach (Hm.). Der alte Singular ''Pährd'' hat sich in Kassel wohl nur in Zusammensetzungen wie (kindersprachlich) ''Huschepährd(chen)'' (Gr. 1894) erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pferdezeh''' ● ''Pährezeh'' ,Pferdehuf‘, Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pferner''' ● ''Perrner'' ,Pfarrer‘, in Mittelhessen (nicht an der Fulda und Werra) und Oberhessen die ausschließliche Bezeichnung, im Volk gebräuchlich, gilt aber als „unedel“, so daß man den Pfarrer aus Höflichkeit nicht damit anredet. ● ''Perrner o Schulmeester'' ,blaue und dunkelblaue Wasserjungfern (Libellen)‘, Schwalm (Pfs.1, 1889). ● ''Perner'', in Dokumenten auch in der verhochdeutschten Form ''Pferner'', war in früheren Jahrhunderten weiter verbreitet (z.B. Kassel), ohne negative Konnotation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfetter''' m. ● ''Petter'', Pedder ,männlicher Pate‘, nördl. und westl. Niederhessen, Grafschaft Ziegenhain, Oberhessen, nicht aber an der oberen Fulda und in der Gegend zwischen Fulda und Werra, wo ''Gevatter'' die ausschließliche Bezeichnung ist oder ''Pate'' oder ''Dode''; wird im nördlichen Niederhessen auch für den männlichen Täufling gebraucht (Vil. 1868); ''Pedder'' ,Pate‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel hingegen ''Padde'', 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Mhd. ''pfetter'' ,Taufpate, Taufkind‘, von mittellat. ''patrinus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pfetzen''' ●  ''pätzen'' ,gewohnheitsmäßig viel Schnaps, Rum oder dgl. trinken‘, Kassel (Gr. 1894). ● Sicherlich Zusammenhang mit ''pitzen'' ,zwicken‘ u.ä. (siehe ''pfitzen''), Oberellenbach, und mhd. ''pfetzen'', dasselbe. Zumindest deutet darauf die Kasseler Redewendung en ''Wirfchen zwicken'' ,einen Schnaps trinken‘ hin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfetzer''' ● ''Pätzer'' ,jem., der oft und viel Schnaps u.ä. trinkt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pfitzen''' ● ''pitzen'' ,kneifen, zwicken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''pitzen'' sowie ''Pitzisen'' ,Waffeleisen‘, ''Pitzkuchen'' ,Waffel‘, Oberellenbach, werden von Hm. unter dem Stichwort ''pfetzen'' aufgeführt, da Zusammenhang mit mhd. ''pfetzen'' ,zupfen, zwicken, kitzeln‘. ● Siehe auch ''pfetzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfiff''' ● ''Piff'' (''i'' offen); Pl. ''Piffe'' ,Pfiffe; Tricks, Listen‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Ich kenne sinne Piffe.'' ,Ich kenne seine Tricks, Verschlagenheit.‘ (Gr.) ''En Piff!'' ,Durchaus nicht!‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pflanzholz''' ● ''Planzeholz'', übertragen: Spitzname des Gärtners, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pflaume''' ● Gegenüber üblichem ''Blumme'', ''Plumme'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Blümme'', Oberellenbach (Hm. 1926) heißt es in einigen niederhess. Gegenden, z.B. bei Felsberg ''Prume'' (Pfs.1, 1889). ● Aus dem Plur. der vulgärlat. *''prumum'', Nebenform zu lat. ''prunum'' ,Pflaume‘. Übernahme ins Germanische uneinheitlich, teils mit ''r'', teils ''r'' &amp;gt; ''l''; vgl. ahd. ''phrūma'', ''phlūma'', mhd. ''phlûme'', mnd. ''prūme'', niederländ. ''pruim'', engl. ''plum'' (mhd. ''ph'' ist als ''pf'' zu lesen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pflock''' ● Siehe ''verpflöcken''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pflügen''' ● ''pliechen'', ,pflügen; ,miteinander klatschen in innigem Einverständnis‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pföhl''' m. ● ''Peel'' ,Pfühl, kopfkeilähnliches Doppelkissen, das unter dem Kopfkissen liegt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfuhl''' m. ● ''Pful'', ''Puhl'', meistens nicht im Sinne von ,Sumpf, Lache, Pfütze‘ gebraucht, sondern speziell für ,Jauche vom Vieh‘, Niederhessen und südlch des Mains, für letzteres (,Jauche‘) im Norden doch eher ''Adelsudde'' (Pfs. 1886); ''Puhl'', Kassel (Gr. 1894). ● Gr. gibt als Bedeutung von ''Puhl'' hochdt. ''Pfuhl'' an, gemeint ist ,kleiner morastiger Teich‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfühlchen''' ● ''Piehlchen'' ,kleiner Pfuhl‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfütsche''' f. ● ''Pfütsche'', ''Pütsche'', ''Pitsche'' ,Pfütze‘ (Vil. 1868); ''Pitsche'' ,Pfütze‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Pödsche'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pieken''' ● ''biegen'' ,stochern, stecken‘, kindersprachlich, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Piepelding''' ● ''Biebeldenk'' ,piepsendes Kind und Tier; schwächliches Geschöpf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''piepeln''' ● ''biebeln'' ,piepsen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pinne''' f. ● ''Pinne'', ''Schuhpinne'' ,eiserner Schuhnagel mit kurzer Spitze und breitem runden Kopf‘ (Vil. 1868); ,dicker Schuhnagel, spitzer Nagel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Penn'' ,eiserner Schuhnagel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pinnschuh''' ● ''Pennschuch'' ,mit Nägeln beschlagener Schuh‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pips''' m. ● ''Bibs'' ,Kränklichkeit‘, Kassel (Gr. 1894); ''Bebbs'' ,Hühnerkrankheit, Verhärtung der Zunge; Erkrankung (in Redensarten)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Den Bibs hon'' ,gebrochene Gesundheit haben‘ (Gr.). ''Do hon ech mä den Bebs jelangt.'' ,Da habe ich mir den Pips geholt.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pischpeln, pispeln''' ● ''pispeln'', wohl meistens ''pischpeln'' gesprochen, ,flüstern‘; das hochdt. ''flüstern'' ist dem Volke völlig unbekannt (Vil. 1868); ''bisbeln'' ,von Natur mit leiser Stimme reden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''puschpeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pitschen''' ● ''pitschen'', auch wohl ''pütschen'' ,gelinde zischend knallen‘, Schießpulver ''pitscht'', der flach aufs Wasser geworfenen Stein ''pitscht'' (Vil. 1868); ''pitschen'' ,das Geräusch von abbrennendem Pulver, das Knistern von Salz, wenn es ins Feuer geworfen wird; feines schwaches Sprühen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pitzeln''' ● ''pitzeln'' ,prickeln‘ (wie z.B. das Salz auf der Zunge), Kassel (Gr. 1894), ''bitzeln'' ,prickeln‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pitzen''' ● ''pitzen'' ,den Schmerz bezeichnend, den z.B. ein scharfer Schlag mit einer dünnen Gerte hervorruft‘, Kassel (Gr. 1894), ''bitzen'' ,kurzen, brennenden Schmerz auf der Haut verursachen‘ (z.B. Schlag, Feuer- oder Brennesselberührung), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Plaatschen''' = ''Flaatschen'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Plage''' ● ''Plage'' n. ,Kind‘, zumal ,kleines Kind‘, keineswegs übel gemeint (Vil. 1868); ''Plage'' n., seltener m. ,halbwüchsiges Kind, zumal kleines Mädchen‘, nicht übel gemeint, Kassel und wohl im größten Teil Niederhessens (Pfs. 1886); ''Blaache'', ''Plaache'' ,Kind‘, Kassel 19. Jh. (Gr. 1894), 20. Jh. ● Gr. meint, ''Plage'' solle Genervtheit durch Kindergeschrei usw. andeutend, wie ''Balg'', ''Wanst''. Pfs. möchte ''Plage'' eher zum Verb ''pflegen'' ,warten‘ stellen, da Anknüpfung an hd. ''Plage'' lautlich, aber auch semantisch ncht paßt. Wahrscheinlich hat er recht. Mhd. ''pflegen'' ,wofür sorgen, sich mit freundlicher Sorge annehmen, behüten‘ u.a.m. hat die Stammformen mhd. ''pflege'', ''pflac'', Pl. ''pflâgen'', ''gepflegen'' (auch ''gepflogen''): Wegen des dialektal erhaltenen ''a'' könnte ''Plage'' abgeleitet sein von dem kurzvokalischen Präteritalstamm (spätmittelalterl. gelängt) und könnte dann etwa ,Pflegling, Schützling‘ bedeuten. Zu mhd. ''pflege'' ,Fürsorge, Obhut‘ gibt es übrigens die (offenbar seltene) Variante ''pflâge''; hiervon kann das Dialektwort ''Plage'' allerdings nicht kommen, da sich mhd. ''â'' spätmittelalterl. zu niederhess. langem offenem ''o'' entwickelt hat, erhalten in Kassel und Umgebung, sich im übrigen Nierhess. zu geschlossenem ''o'' weiterentwickelt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Plagenwerk''' ● ''Blagenwerk'' ,Art und Weise der Kinder‘, auch ,deren (unvollkommenen Arbeitsweise)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Plarr, Plärr''' ●  Siehe ''Blarr'', ''Blärr''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''plarren, plärren''' ● Siehe ''blarren'', ''blärren''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Platsch, Plätsch'''  ● Siehe ''Blatsch'', ''Blätsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''plätschen''' ● Siehe ''blätschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''plattfüßen''' ● benennt den Vorgang, wenn Vögel mit dem Schnabel sich Haut oder Schmutz unterm Fuß hinwegpicken, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Plemper'''  ● ''Plember'' ,dünne, fade Flüssigkeit (Kaffee, Brühe, Suppe)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Plemperbrühe'''  ● ''Plemberbrieh'' ,dünne, gehaltlose Flüssigkeit‘, Kassel 20. Jh., ''Blämberbrieh'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''plemperig''' ● ''plämberig'', sehr üblicher Ausdruck, um die unbehagliche Empfindung beginnenden Hungers zu bezeichnen (Vil. 1868); ''plemperig'' ,Eigenschaft dünner Brühe‘, abfällig, ,gehaltloses, wässeriges Reden‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''blemberig'', Gefühl der Magenleere bezeichnend, auch Gefühl bei fadem Geschwätz, Kassel 19. Jh. (Gr. 1894), ''plemberich'', Gefühl der Magenleere bezeichnend, auch den Geschmack dünner, gehaltloser, evtl. verwässerter Getränke, Kassel 20. Jh.; ''blämberech'', Bezeichnung für den Geschmack dünner, gehaltloser Flüssigkeiten, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''plempern''' ● ,in der Suppe zögernd herumlöffeln‘, wie es Kinder tun, wenn sie nicht essen wollen, Niederhessen (Pfs. 1886); ''blembern'' ,planschen; verdünnen‘, auch: ,ungereimtes Zeug reden‘, Kassel (Gr. 1894), ,planschen (mit oder in geringen Flüssigkeitsmengen)‘, Kassel 20. Jh. ●  ''Das Hern blembert emme vor Hitze.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Plocke''' f. ● ''Plocke'', ''Blocke'' ,Flocke‘ (Vil. 1868); ''Blogge'', dasselbe, kommt nur in ''Schnaiblogge'' ,Schneeflocke‘ vor, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Drauf schlagen, daß die Blocken stieben'', sehr übliche Redensart (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''plümpisch''' ● ''blemsch'' ,plump‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''plusterig''' ● ''blusderich'' ,aufgedunsen‘, eigentlich ,aufgeplustert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pökeln''' ● ''sich beegeln'' ,sich am Ofen oder Feuer ordentlich durchwärmen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Popel, Pöpel''' m. ● ''Pepel'' ,verhärteter Nasenschleim‘ (Vil. 1868); ''Bobel'', dasselbe, Kassel 20. Jh., ''Bobel'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''popeln, pöpeln''' ● ''pepeln'' ,mit dem Finger in der Nase wühlen‘ (Vil. 1868); ''bebeln'' ,popeln, den Finger oft in der Nase haben‘, Kassel (Gr. 1894), ''bobeln'' ,in der Nae bohren‘, ebd. 20 Jh.; ''bobeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pöpelnase''' ● ''Bebelnase'' ,Popelnase‘, übetragen: ,kein guter Gesellschafter‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Porläube''' ● Siehe ''Borläube''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Prahl''' m. ● ''Prohl'' ,Prahlerei‘, Balhorn (Sl. 1901). ● Sl. kennt nur Vorkommen des Wortes in der Redewendung ''us’n Prohl'' ,aus Großtuerei‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''preismachen''' ● ''jemanden preis (pries) machen'' ,verhöhnen, verfehmen, betäuben‘; ''briesmachen'' ,jem. in Aufregung versetzen, in Verwirrung bringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Prieme''' ● ,Schore Kautabak‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Prophete''' ● ,Abort‘, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Entstellt aus französ. ''privet'' ,heimliches Gemach, Abort‘ (Pfs.). ● Pfs. teilt folgende Anekdote mit: „Nach den kleinen und großen Propheten befraget, antwortet der Junge in der Schule: mä hon kinnen Prophete, mä schissen üwwern Knüppel.“ (S. 210)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''protzen''' ● Siehe ''brutzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''prutscheln''' ● ,um sich spritzen‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''puddeln''' ● ''puddeln'' ,sich im Wasser schütteln und reichlich abspülen‘, Kassel (Gr. 1894); s''ech borreln'' ,sich im Staub unter Flügelschlagen behaglich sonnen (von den Hühnern)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pudel''' m. ● ''Pürel'' ,Pudelhund; weibliche Person mit struppigem Haar‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Den Pudel machen'' ,im Hauswesen die geringsten Arbeiten verrichten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pudel''' m. ● ,Fehlwurf beim Kegeln‘ (Vil. 1868); ''Purel'' ,Fehler, Verstoß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pumpelbacken''' ● ''Bumbelbacken'' ,Hängebacken, Pausbacken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pumpelbrunnen''' ● ''Bumbelbrunnen'' ,Pumpbrunnen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pumpeln''' ● ''bumbeln'' ,pumpen‘, auch: ''bumben'', Kassel (Gr. 1894); ''bomben'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Puppel''' f. ● ''Bubbel'' ,Puppe‘, ''Bebbelchen'' ,Püppchen‘, Kassel (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''Bobbe'', ''Bäbbchen'' (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''puppern''' ● ''poppern'' ,klopfen‘, vom Herzen allgemein und fast ausschließlich gebraucht, auch vom Abfallen des Obstes, zumal beim Obstschütteln (Vil. 1868); ''bubbern'' ,zittern, schnell klopfen, hüpfend aufschlagen, mit geringem Gräusch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''bobbern'' ,in zitternder Bewegung sein, pochen (namentlich vom Herzen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Das Herze bubbert mä'' ,das Herz klopft mir (vor Angst oder Freude)‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''purenzig''' ● Betonung auf der zweiten Silbe; ''purenzig'' ,rein‘, Kassel 19. Jh. (Jonas); ''poränzech'' ,rein, unvermischt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Es ist, wie Pfs. (1886) sicherlich richtig sieht, Kompositum aus ''pur'' und ''einzig''. Er gibt als Bedeutung ,totum solum, einzig und allein‘ an, bezieht sich, wie sein angegebenes Beispiel zeigt, eher auf den oberhess. Gebrauch des Wortes (''E purenzicher Appel hung om Baam'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''puschen''' ● ''püschen'' ,blasen, fauchen; pusten, schwer atmen, stöhnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''puschpeln''' ● ''büschbeln'' ,absichtlich mit flüsternder Stimme reden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''pischpeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Putch''' m. ● ,ein kleines dreckiges Kerlchen, das weder körperlich noch geistig recht gedeihen will‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''putchen''' ● ,kränkeln, sich unwohl befinden, ohne eigentlich krank zu sein‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,kränkeln‘, Kassel (Gr. 1894); ''podchen'' ,kränkeln, sich unwohl fühlen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Äs putcht un putcht.'' ,Sie kränkelt immerzu.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''putschenaß, pütschenaß''' ● ''putschnaß'', ''pütschnaß'' ,durch und durch naß‘, sehr üblich (Vil. 1868);  ''butschenaß'' ,ganz durchnäßt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''bitschenaß'', dasselbe, ebd. 20 Jh.; ''pödschenaß'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Auch erweitert: ''putschedribbelnaß'', ''putschehagelnaß'' (Gr.); ''pütschepudelnaß'' (Aussprache: ''pödschepurerlnaß'') (Hm.). ● Bei Hm. aufgeführt unter den Stichworten ''pfütznaß'', ''pfützpudelnaß''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Q.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''quackelig''' ● als Eigenschaft von Kindern: ,lebendig, beweglich, auch; unruhig‘, als Eigenschaft Erwachsener: ,unstet, unselbständig, faselig‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''gwaggelech'' ,undeutlich, unverständlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quackeln''' ● ,niederdt. Mundart sprechen‘, konkret: bezogen auf jem., der aus Wolfhagen stammte, Kirchberg 17. Jh. (Prozeßakten, Dorfarch.); ''quaggeln'' ,eine fremde Sprache radebrechen‘, Kassel (Gr. 1894) ,schnell und undeutlich sprechen‘, Kassel 20. Jh.; ''quackeln'' ,niederdt. sprechen (auf den benachbarten Dörfern, z.B. Istha, Bründersen)‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quaddel''' f. ● ,mit Wasser untersetzte Hautschwellung‘, allgemein üblich (Pfs. 1886); ,Blase, Pustel, enstanden durch Brennessel, Insektenstich und dgl.‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quäken''' ● ''quägen'' ,schreien (von kleinen Kindern)‘, Kassel 20. Jh.; ''gwägen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quälholz''' ● ,Quälgeist; übermäßig lebhaftes Kind, lästige Person‘, Kassel (Gr. 1894); ,Kind, das den Eltern mit Fragen, Bitten und dgl. zusetzt‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Gwälholz'' ,Quälgeist, Mensch, der durch dauerndes Bitten, Drängen lästig wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quallerdocke''' f. ● ,dicke unflätige Frauensperson‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Docke''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Qualster''' f. ● ,zäher Auswurf, dicker ausgespuckter Schleimklumpen; jemand, der sich sehr spreizt und dadurch widerlich macht‘, Kassel (Gr. 1894), ,dicker, ausgespuckter Schleimklumpen‘, ebd. 20. Jh. ● ''Qualster'' ,dickes unförmiges Weib‘, Oberhessen (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Qualster''' f. ● ''Gwalsder'' ,Beerenwanze (cimex baccarum)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''qualstern''' ● ,Schleimklumpen hochwürgen und ausspucken‘, ''sich qualstern'' ,sich durch gespreiztes Benehmen widerlich machen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Qualstersack''' ● ''Gwalsdersack'' ,Schreihals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quankeln''' ● ,Gegenstände gegeneinander eintauschen, in der Absicht ein Geschäft zu machen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quanzen''' ● ,handeln, schachern, zumal im Kleinen und Kleinsten (besonders von Kindern) (Vil. 1868); ''gwaanzen'' ,handeln, im Kleinen Handel treiben (z.B. Kinder untereinander)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quappe''' ● ''Quabbe'' ,dicke, feiste Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quarr''' m. ● ''Gwarr'' ,plötzlich ausgestoßener Schrei‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quärren, quarren''' ● ''quarren'', ''quärren'' ,halbschreiend weinen (von Kindern)‘ (Vil. 1868); ''quärren'', ''quarren'' ,halblaut weinen, einem meist aus Ärger die Ohren vollquärren‘, Kassel (Gr. 1894), ''quärren'', dasselbe, ebd. 20. Jh.; ''gwarren'' ,halbschreiend weinen (besonders von kleinen Kindern)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quarrsack''' ● ,stets weinendes Kind‘ (Vil. 1868); ''Gwarrsack'' ,schreiendes Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quarrwanst, Quärrwanst''' ● ''Quarrwanst'' ,Kind, das viel und laut schreit‘, Kassel (Gr. 1894), ''Quärrwanst'', ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quaßen''' ● ''quaßen'', gesprochen ''quoßen'' ,schlemmen, vertun, über Gebühr essen‘, im Sprengel Schützeberg üblich (Pfs. 1886); ''quosen'', ''verquosen'' (''o'' offen) ,verschwenden, (mit Essen) verschwenderisch umgehen‘, Kassel (Gr. 1894). ● In nd. Lautform ''quoten'' bei Wolfhagen, Zierenberg (Pfs.). ● Vgl. mhd. ''quâzen'' ,schlemmen, prassen‘, ''quaz'' m. ,Gastmahl, Schlemmerei‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quat, Quaat''' m. ● ,Schlamm, Kot‘, im Haungrund, Eitragrund (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quatch''' m. ● ''Gwoodch'' ,feuchter Kot, tiefer nasser Schlamm; große Menge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quatchen''' ● ''gwoodchen'' ,aufspritzen (von feuchtem Schmutz oder Wasser)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quatsch''' ● ,langweiliges, verworrenes Geschwätz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gwadsch'' ,dummes Zeug, Unsinn‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quatsch''' ● Schallwort, Geräusch bezeichnend: wenn man nasse Wäsche hinwirft, tut es einen ''Quatsch''; wenn das Richtschwert durch den Hals des Hinzurichtenden fährt, tut es einen hellen ''Quatsch'' (Vil. 1868); ,Geräusch beim Aufschlagen eines Gegenstandes auf etwas Härteres als er selbst‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gwaadsch'' ,Geräusch, das entsteht, wenn man nasse Gegenstände hinwirft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quatschen''' ● ,langweiliges, verworrenes Geschwätz machen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quatschen''' ● den Laut bezeichnend, den von Feuchtigkeit durchdrungene Gegenstände hören lassen, wenn sie mit härteren, trockenen in Berührung kommen‘, auch ,Geräusch, wenn man Wasser in den Schuhen hat oder wenn man im Sumpf, in tiefem Kot watet‘ (Vil. 1868); ,mit einem plumpsenden Geräusch (Quatsch) aufschlagen‘, Kassel (Gr. 1894); ''gwaadschen'' ,im nassen Schmutz herumwaten oder ein ähnliches Geräusch hervorrufen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quatschetrüpfelnaß''' ● ''quaddschedribbelnaß'' ,ganz durchnäßt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quatsen''' ● gesprochen quoodsen ,schwer atmen infolge von Beleibtheit‘, Niederhessen, z.B. bei Naumburg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quelchen''' ● trans. ,aufquellen, Eingetrocknetes quellen lassen, hölzerne Gefäße wieder durch Flüssigkeit dicht machen‘, Kassel (Gr. 1894); ''quellchen'' ,etwas zum Quellen bringen; kochen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quellfleisch''' ● ''Gwallfleesch'' ,das Schweinefleisch, das gekocht und dann zu der Garwurst verwendet wird‘, als Frühstück am Tag des Schlachtfestes sehr beliebt, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quenzel''' m. ● ,dicker Bauch‘, halb scherzhaft, hin und wieder in Niederhessen gebräuchlich (Vil. 1868); ,vorgestreckter (dicker) Bauch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quenzeln''' ● ,den Bauch vorstrecken, besonders beim Sitzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''querch''' ● ,quer; verkehrt‘, überall üblich (Vil. 1868); ,quer; verkehrt, abwegig, unsinnig‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gwärch'' ,quer, verkehrt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Querchpfeife''' ● ''Querchpiffe'' ,Querpfeife‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quere''' f. ● ''Quäre'', Kassel 20. Jh.; ''Gwär'', Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''questen''' ● ''quästen'' ,prassen, ''Pännchen fett'' leben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''questen''' ● ''gwäsden'' ,drücken, zwängen‘, ''sech gwäsden'' ,sich drücken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. got. ''fraqistjan'' ,verderben‘, ''usqistjan'' ,zugrunde richten‘, ahd. ''fir''-, ''arquisten'' ,verderben‘, got. ''qisteins'' f., ahd. mnd. ''quist'' f. ,Verderben‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quetsche''' ●  ,Zwetsche‘, in ganz Hessen ausschließlich gebrauchte Form (Vil. 1868); Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gwädsche'' ,Zwetsche; weibl. Geschlechtsteil‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quetschenbeutel''' ● ''Quetschenbiedel'' ,kleiner, unreifer Mensch, entsprechendes Kind‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quetschenfresser''' ● ''Gwädschenfrässer'' ,kleiner Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quieksen''' ● ,kurze, hohe Schreie ausstoßen‘, Kassel 20. Jh.; ''gwiegsen'' ,laut und mit hoher Stimme schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quiele''' f. ● ,Sickerquelle; Quelle in weichem, morastigen Boden, die ihr Wasser nicht über die Bodenoberfläche hinaustreibt‘, Niederhessen (Vil. 1868). ● Das Wort ''Quelle'' ist nicht in Gebrauch, statt dessen heißt es ''Born'' (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quienen''' ● ''quinen'', ''verquinen'' ,schwinden, verschwinden‘, Niederhessen, namentlich noch im Waldeckischen lebendig (Pfs. 1886). ● Vgl. mhd. ''verquînen'', ''quînen'' ,dahinschwinden‘. ● Siehe ''Quintes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quintes, Quinte''' m. ● Name einer niederhessischen mythischen Sagengestalt, auch Schreckfigur, im und am Odenberg bie Gudensberg. ● ''Quintes'' (J. Grimm, Dt. Mythologie II, 2. Aufl. 1854, S. 890 ff.); ''Quinte'' (Pfs. 1886). ● Grimm hat mehrfach die Form ''Quintes'', einmal ''Quinte'', Pfs. nur ''Quinte''. Volkstümlich bis zur Gegenwart scheint die Form ''Quintes'' zu sein. ● Pfs. möchte ''Quinte'', den Namen des „sagenhaften chattischen Fürsten, der gebannet im Odenberg bei Besse“ weilt, mit dem Verb ''quienen'' ,(ver)schwinden)‘ in Verbindung bringen und deutet ihn als ,Schatten, Schemen‘, wozu allerdings Vorausetzung wäre, daß das starke Verb bereits im Ahd. eine schwache Variante ausgebildet hätte. In der Tat kann der Name nur an ''quienen'' angeschlossen werden, eine andere Ableitungsmöglichkeit ist nicht gegeben (ahd. ''quena'', got. ''qino'' ,Frau‘, vgl. neuengl. ''queen'', entfällt gewiß). Der Umweg über eine hypothetische schwache Variante des Verbs, offenbar um ein ''t''-haltiges Part. Perf. zu erzielen, das dem Namen zugrunde liegen könnte, ist unnötig. Die Stammformen des Verbs sind mhd. ''quînen'', ''quein'', ''gequinen''. Auszugehen wäre von kurzvokalischem ''quin''- (siehe 3. Stammform), damit Nominalbildung mittels eines Dentalsuffixes. Da ''Quinte'', ahd. sicherlich *''Quinto'', vokalisch endet (die auf ''s'' endende Form sei hier zunächst beiseite gelassen), kommt unter den zahlreichen Dentalsuffixen nur ein bestimmtes (mit Erweiterung) in Frage: Es „bildete im Nord- und Westgerm[anischen] maskuline Abstrakta, unter denen Bezeichnungen für Krankheiten oder andere körperliche und seelische Zustände den zentralen Platz einnehmen. Die [.]-Erweiterung ist hier Ausdruck einer beseelten Auffassung dieser Begriffe.“ (Krahe/Meid, German. Sprachwiss. III, 1969, S. 146 f.) ''Quinte'' müßte demnach etwa ,Schwindung, Verschwundenheit' (nota bene: maskulin) bedeuten, personalisiert etwa ,der Schwindende, Geschwundene‘, als Name (in freier Übertragung) vielleicht anzusetzen als „der Schwind“. Da das zugrunde liegende Verb nicht primär aufs Wegsein abzielt, sondern auf das Schwinden bzw. Verschwinden selbst, darf angenommen werden, daß es sich bei Quinte um die Gestalt eines germanischen Mythos handelt (so bereits Grimm), die aus irgendwelchen, uns heute unbekannten Gründen dahinschwindet, konkret: verschwindet - nämlich in einem Berg, hier: im Odenberg, aus dem sie alle sieben Jahre mit ihrem Heer herauskommt, um besorgt nach dem rechten zu sehen (vgl. Barbarossa im Kyffhäuser). Dann „schwindet“ Quinte wieder, verflüchtigt sich gewissermaßen, muß zurück in den Berg. Der Name dürfte als Euphemismus zu vestehen sein, um den eigentlichen Namen der mythischen Gestalt zu vermeiden. Die auf ''s'' auslautende Namenform ''Quintes'' kann nur sekundär sein. Vermutlich liegt hier dieselbe suffixale Erweiterung vor wie in diversen niederhess. Bezeichnungen, nicht nur, aber vor allem für männliche Personen: ''Brakes'', ''Brelakes'', ''Flerches'', ''Haches'', ''Kippes'', ''Klambes'', ''Labbes'', ''Larches'', ''Lewes'', ''Spulkes'', ''Staches'', ''Stampes'', ''Stülpes'', ''Rülpes''. Das Suffix -''es'' hat hier die Funktion, Großes, Ungeschlachtes, Ungefüges, Negatives zu bezeichnen. Da die übermenschliche Sagengestalt Quintes zugleich eine Schreckfigur ist, für Kinder etwa eine Art gefährlicher Buhmann, würde diese Erklärungsmöglichkeit gut passen. (W.G. 2013) ● Siehe ''quienen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quitsch''' m. ● ,kleines (munteres) Kind‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quittengelb''' ● ''quiddegäle'' ,leuchtend gelb‘, Kassel 20. Jh., ''gwiddengaale'' ,ganz gelb‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quittelieren''' ● ''quiddelieren'' ,zwitschern (in Bezug auf Singvögel); seiner Freude Ausdruck geben, juchzen‘ (von kleinen Kindern, die noch nicht sprechen können), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quulch''' m. ● ,(dicker) Dampf, Rauch; Dampf- oder Rauchwolke‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quulchen''' ● ,(dicken) Dampf oder Rauch ausstoßen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quulchern''' ● ,gedrängt hervorquellen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quullern''' ● ''quullern'', ''quollern'' ,stark hervorquellen, mit Geräusch hervorsprudeln; im Leibe (in den Gedärmen) rumpeln‘, in beiden Bedeutungen überall üblich (Vil. 1868); ,gurgelnden Ton von sich geben (z. B. im Gedärm)‘, Niederhessen (Pfs. 1886, S. 82); ,brodelndes Geräusch machen; schnell und geräuschvoll aufquellen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gwollern'' ,ein sprudelndes, quellendes Geräusch hören lassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ''● Es quullert mä im Liewe'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ''Es quullert im Dibben'' (beim Kochen)‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quutschen''' ● ,quullern, mit Schnalzgeräusch verbunden‘, Kassel (Gr. 1894), ''quutschen'' (''u'' lang) ,quetschendes Geräusch machen‘ (in Bezug auf Flüssigkeit oder Breiiges), Kassel 20. Jh. ● ''Es quuhtscht'', wenn man z.B. Wasser in den Schuhen hat oder wenn man durch Schlamm watet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch M – Q'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
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		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_I_%E2%80%93_L</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L</title>
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				<updated>2015-01-21T15:14:25Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch I – L'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
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:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''I.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Icke''' f. ● ,Frosch‘, Schwalm (Pfs. 1886). ● Pfs. vermutet als Vorform *''Ücke'', verweist auf bair. ''Aukchen'', ''Auchen'' (Pfs., S. 305).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ickengeschlicker''' ● ,Froschlaich‘, Schwalm (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Icker''' m. ● ,Muscheltier‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ickermulde''' f. ● ''Ickermulle'', ''Ickermüllchen'', Pl. ''Ickermüllerchen'' ,Schale der Flußmuschel‘, d.h. die Mulde, in der sich der Icker befindet, an der Schwalm (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ickern''' ● ,necken‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''iggern'' ,necken‘, Kassel 20. Jh.; ,necken, ärgern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Iewest''' ● ''Iwest'' n. ,leinener viereckiger Einsatz n der Vorderseite des Unterrocks Verheirateter‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Iewest'' ,andersfarbiges, in die Vorderseite des Rockes vom Frauenkleide eingenähtes, wie eine Schürze aussehendes Stück Zeug', Kassel (Gr. 1894). ● Der Iewest, mir nur als Maskulinum bekannt, war der Einsatz im (Trachten-)Rock (nicht des Unterrocks), der durch die Schürze verdeckt wurde. (Gt.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''iewest''' ● ''iebes'' (''iewes'', ''iewest'') ,einigermaßen, nur etwa‘, Niederhessen, mit anderen Lautungen und Formen in ganz Hessen (Vil. 1868); iwewes, iewest ,irgendwie, wo nur immer‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''iewest'' ,irgendwie, halbwegs‘, Kassel (Gr. 1894); ''iewest'' ,irgendwie, einigermaßen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''iewesthand''' ● ''iebesthand(s)'' ,zuweilen, mitunter‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''iewesdhaant'' ,häufig, öfters‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''illern''' ● Siehe ''eulern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Imbiß''' m. ● ''Immes'' ,Schmaus‘, Ziegenhain, Oberhessen (Vil. 1868); ''Emmes'' ,geselliges Schmausen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''indärlich''' ● ''indärlech'' ,sanft, treuherzig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. (1868) verzeichnet das Wort für Niederhessen nicht, allerdings als ''indüerlich'' ,mitleiderregend, eindringlich‘ für Schmalkalden und als ''indellig'' für Bereiche südlich des Niederhessischen; er sieht darin ein *''inteuerlich'' ,sehr teuer‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ineinander''' ● ''innanner'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); übertragen: ,aufgeräumt, lebhaft‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''innanner sinn'' ,(sehr) zuvorkommend sein‘, scherzhaft, Steigerung: ''innanner sinn wie Schuhwichse'' (Gr.). ''Hä äs innanner wie ‘ne Kährberschde''. ,Er ist in freudiger Erregung.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''infamicht''' ● ,abscheulich, niederträchtig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ingescheit''' ● ,sehr gescheit, pfiffig‘, äußerst üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''inzweiern''' Adj. ● ''innzweiern'' ,entzwei, zerbrochen, kaputt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''innzweiernes Dibbchen'' ,zerbrochenes Töpfchen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''inzweimachen''' ● ''innzweimachen'' ,entzwei machen, zerbrechen, kaputtmachen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ippen''' ● ''ebben'', ''ibben'' ,kurzen, heftigen Schmerz empfinden‘ (z. B. bei Stoß), ,jucken, brennen‘ (z. B. bei Brennesselberührung, Insektenstich), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Irrgewirr''' n. ● ,Durcheinander‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Irrwisch''' m. ● ,Irrlicht‘, üblichste Benennung, auch: ,unruhige hn und her fegende Person‘ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itsche''' f. ● ,Kröte‘, in Althessen die alleinige Bezeichnung (Vil. 1868); ,Eidechse‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kröte‘, Kassel (Bennecke 1904), ,Kröte, Frosch; zickiges kleines Mädchen‘, Kassel 20. Jh.; ,Kröte, Frosch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Du kleine Idsche'', schwaches Scheltwort, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).  ● Vil. sieht zu Recht in ''Itsche'' entrundetes *''Ütsche'', verweist auf Marburger Hexenprozeßakte 1633: ''Die fraw Eyla hab ein stecken genommen, vnd in ein vtsche oder kröte gestochen.'' Pfs. (1886) verweist auf oberhess. ''Eutsche'', das langes ''ü'' voraussetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itschenditsch''' ● ,das Junge von einem Hasen und einer Ente‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itschengegritsche''' n. ● ''Idschenjegridsche'' ,Froschlaich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itschenquitsch''' m. ● Bezeichnung für ein itschiges Kind, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''itschig''' ● ''itschich'' ,zickig, zänkisch‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itzelei''' ● ,Zänkerei, Keiferei‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''itzeln''' ● ,necken‘ (Vil. 1868); ''sech itzeln'' ,miteinander zanken, keifen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''J.,''' siehe auch '''G.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''jacken''' ● ''jaggen'' ,schnell fahren‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''karjäckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jackern''' ● ,schnell reiten, schnell fahren‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868). ● Vgl. ''karjäckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jagden''' ● ''sech jochden'' ,sich spielend necken, sich neckend umhertummeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jahn''' ● ''Jahne'' f. ,die Reihe, Linie, Strich Arbeit, z.B. beim Kornschnitt, im Heumähen, gerade vor sich hin bei dem, was man sich davon vorgenommen hat‘, in Hessen allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''John'' m., Pl. ''Jehne'' (Dim. ''Jehnchen'') ,bestimmte Arbeitsfläche; Ackerabschnitt, der zu bearbeitet ist‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''in einer Jahne stehen'' ,in gerader Linie stehen‘, z.B. Bäume, aber auch von Menschen gebräuchlich (Vil.); ''fär Johne hen'' ,vor Jahne hin, der Reihe nach‘ (Hm.); ''zejohnehenne'' ,ziemlich, (so) einigermaßen‘, Kassel (Gr. 1894), ''zijohne'' ,langsam‘, Kassel (Lüttebrandt 1919). ● Nach Vil. ursprünglich maskulin, er verweist auf mhd. ''jân''; in Hessen „durchgängig“ feminin – was kaum stimmen kann, vgl. Oberellenbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jähnen''' ● ,gähnen‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jahren''' ● ''sech johren'' ,sich finanzielle erholen, zu Mitteln kommen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jammer''' ● ,Heimweh‘, Balhorn (Sl. 1901); ,Jammer‘, selten, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jammern''' ● ,seufzen, klagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''jimmern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jären''' ● ,gären‘, Kassel (Gr. 1894); ''jären'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jätehäckchen''' ● ''Jädehäckchen'', übertragen: ,hervorstehendes, meist aufwärts gebogenes Kinn‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jährehäggchen'' ,kleine Hacke zum Ausjäten des Unkrauts‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jätsch''' m. ● ''Jädsch'' ,einer, der die Schuhe schief tritt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jätschen''' ● ''jädschen'' ,die Schuhe schief treten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jauker''' ● ''jauger'' ,teuer, gefährlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jaunern''' ● ,winseln (von Menschen und Hunden), beständig nörgeln (von Kindern)‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ,Schmerzlaute von sich geben, weinerlich klagen‘, Kassel (Gr. 1894), ,Schmerzlaute von sich geben (von Menschen und Hunden)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jembern''' ● etwa: ,kläglich, sich sehnend, armrudernd herumgehen‘, Kassel (Gr. 1894) ● Vgl. ''embern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jende''' ● ''dulle Jende'' ,Frauenzimmer, das kein gesetztes Benehmen hat‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jetzunder''' ● ''jitzunner'' ,jetzt‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ''jetzunner'', Kassel (Gr. 1894), ''itzund'', ''gitzund'', ''itzunder'', ''gitzunder''. ● Kürzere Formen: ''jitzt'' (hauptsächlich für ,jetzt‘), Kassel; ''itz'', ''gitz'', ''itzet'', Balhorn (Sl.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jexe''' ● ,Hiebe, Schläge‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jexen''' ● ,hauen, schlagen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jicht''' f. ● ,Gicht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jichtbeere''' ● ,schwarze Johannesbeer‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jichtig''' ● ,eifrig (im Schaffen), jähzornig‘, Gegend von Felsberg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jimmern''' ● ,kläglich, mit einem hohen Ton jammern, winseln‘, ganz Althessen (außer dem niederdt. sprechenden Teil) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jippe''' f. ● ,Kippe; schwankendes Ende‘ (daneben auch ''Kippe'' gebräuchlich) Kasseler Gegend (Pfs. 1886);  ''Jebbe'' ,Kippe‘, Kassel (Gr. 1894). ●  ''uff der Jeppe stehn'' ,auf der Kippe stehen, vor dem Bankrott, vor der Katastrophe stehen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jippe''' f. ●  ''Jebbe'' ,Knabenschlitten‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jippen''' ● ,schwanken, schaukeln‘, Kasseler Gegend (Pfs. 1886); ''jebben'' ,kippen, rasch aus dem Gleichgewicht fallen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jippen''' ● ,Schlitten fahren, wie die Kinder es tun‘, östl. Hessen (Waldkappel) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jippen''' ● ,hell pfeifen‘, von Rädern oder Maschinen, deren Teile sich mit schrillem Ton reiben, Hersfeld (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jirscht''' m. ● ''Jirsch'' ,Schaum, welcher sich beim Gären bildet‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Jirscht'' ,Schaum‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hingegen in Kassel ''Girscht'' (s. d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Juchtelfuchtel''' m. ● ,Schnaps‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jü''' ● Zuruf an das Zugvieh, um dasselbe zum Fortgehen anzutreiben, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''juckeln''' ● ''juggeln'' ,unruhig sitzen, dabei mit dem Stuhl ruckeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''juckern''' ● ,unruhig, erschütternd sitzen‘, Kasseler Gegend (Pfs. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jücken''' ● ''jeggen'' ,jucken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jüde''' ● ''Jidde'' ,Jude‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Balhorn (Sl. 1901); ''Jerre'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jüdenmensch''' n. ● ''Jerrenmönsch'' ,Jüdin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jüdschen''' f. ● ''Jedschen'' ,Jüdin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jumfter''' f. ● ''Jumfder'' ,Jungfer‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jomfder'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''juppern''' ● ''jubbern'' ,unruhig auf etwas sitzen, wie mit Ungeduld sich zum Fortgehen anschicken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''K.,''' siehe auch '''G.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Kabe''' f. ● ,Spreu‘, Niederhessen, nördl. von Fritzlar; an der Schwalm, Amt Frankenberg (Vil. 1868); ''Kowe'' ,Spreu; auch der Spreu ähnlich sehende Teile des Kerngehäuses von Kernobst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kabefresser''' ● ''Kawefresser'' ,jem. der aus Geiz karge Kost genießt; Geizhals‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kowenfrasser'' ,Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kabehals''' ● ''Kawehals'', wie ''Kabefresser'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kabig''' ● ''kawich'' ,geizig, aus Geiz kargend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kabores''' ● ,entzwei, zerstört, kaputt‘, Kassel (Gr. 1894). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kächzebeutel''' ● ''Kächzebiedel'' ,einer, der viel hustet, keucht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kächzen''' ● ,stark stark husten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kahre''' f. ● ''Kohre'' ,Kehre; Wendung mit dem Fuhrwerk, Krümmung des Weges‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kahren''' m. ● ''Kahren'' ,Karren‘, Kassel (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''Korrn'' (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalátsche''' f. ● ''Kalaadsche'' ,eine, die tratscht, alles ausplaudert, Klatschbase‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kalöhdsche'' ,Klatschbase, Schwätzerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Karbatsche''.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''kalátschen''' ● ''kalaadschen'' ,tratschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''kalöhdschen'' ,über jemanden etwas in tadelnder Weise sprechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''karbatschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kälbern''' ● 1) ,sich erbrechen‘, sehr üblich, 2) ,Possen treiben, alberne plumpe Scherze machen‘, ziemlich üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalch''' ●  ,Kalk‘, Hessen (Pfs. 1886), Kassel (Gr. 1894); hingegen ''Kalk'' in Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalfakter''' ● ''Kalfacter'' ,jemand, der überall herumstreicht, horcht, zuträgt und ausplaudert; Spion‘, Schimpfwort (Vil. 1868); ''Kalfagder'' ,Person, die überall herumstreicht, Aushorcher, Zuträger‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kalfaktern, kalfatern''' ● ''kalfactern'' ,überall herumlaufen, horchen, zutragen und ausplaudern‘, oft scherzhaft (Vil. 1868), ''kalfagdern'' ,die Leute aushorchen, ihnen etwas zutragen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''kalfadern'' ,alles auskundschaften‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalopp''' ● ,Galopp‘, Kassel (Gr. 1894), ,schneller Ritt, schnelle Fahrt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kaloppieren''' ● ''kallebieren'' ,galoppieren‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''kallebierende Uszehrunge'' ,galloppierende Schwindsucht‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalummer''' ● ''Kalummer Vauhl'', ''Kalummer'' m. ,Kanarienvogel‘, üblich, Nierhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kamasche''' ● ''Kamasche'' ,Gamasche‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kamösche'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kammbank''' ● Siehe ''Kannbank''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kanal''' s.(!) ● ,Kanalschacht und dessen Deckel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kandel''' f. ● ''Kanel'', ''Kenel'', „jetzt gewöhnlich Kandel gesprochen“, ,Röhre, besonders Dachrinne, Dachröhre‘ (Vil. 1868); ''Kannel'' ,Dachrinne, auch Abfallrohr‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kaanel'' ,Straßengosse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kannbank''' m.(!) ● ''Kannbank'' m., gesprochen ''Kammbank'', ,an der Stubenwand in Manneshöhe angebrachtes Brett, zur Ablage von Bierkrügen, Gläsern, Tassen und Büchern; an der Unterseite des Kammbanks Hakenleiste zum Aufhängen von gesponnenem Garn und Bekleidungsstücken‘, östl. Hessen (Vil. 1868); ''Kammbank'' ,Gerätesims in Küchen und ländlichen Stuben‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''Kammbank'' ,Küchenrepositur‘, Kassel (Gr. 1894), ''Kammbaank'' m. ,an der Wohnzimmerwand angebrachtes Brett, auf dem allerlei kleine Gegenstände aufgestellt werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Pfs. bezweifelt Vil.s (naheliegende) Annahme, daß das Vorderglied als ''Kann(e)'' zu deuten sei; er sieht darin ''Kamm'' und faßt das damit gebildete Kompositum bildlich auf. Mhd. ''banc'' ist fem., aber auch mask., insofern erklärt sich ''der Kannbank''; die Bildung dürfte sehr alt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kannbanksläufer, -laufer''' ● ''Kammbanksläufer'' ,kleiner, unverständiger und zu Geschäften unbrauchbarer Knabe‘, östl. und inneres Hessen (Vil. 1868); ''Kammbankslaufer'' ,Lohnläufer; einer, der sich mit kleinen Aufträgen mühsam durchschlägt‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kammbangsleefer'' ,jemand, der sich die Gunst von anderen zu erwerben weiß, indem er ihnen allerlei kleine Dienste erweist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kannbrett''' ● ''Kambret'', entspricht ''Kannbank'', Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kappenieren''' ● ''kabbenieren'' tr. ,zerbrechen, entzweischlagen; erschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kaprisig''' ●  ''kabrísech'' ,kapriziös, launenhaft, auffahrend, jähzornig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kapuster''' m. ● ,dicker, kurzer Mensch‘, besonders von einem dicken Kind gesagt, scherzhaft, überall verbreitet (Vil. 1868); ''Kabuster'' ,pausbäckige, robuste Person‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vil. vermutet Herkuft von russ. ''Kapustra'' (''Kappus'' ,Weißkraut‘), also Vergleich mit einem Kohlkopf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karbatsche''' f. ●  ''Karwaatsche'' ,aus ledernen Riemen geflochtene Peitsche mit lederüberzogenem Stiel‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vil. (1868) erwähnt zwar ''Karbatsche'', gibt aber keine Bedeutung an, das Wort sei bekannt, aber nur wenig geläufig, meist im östl. Hessen. Nach Gr. von französ. ''cravache'' ,Reitpeitsche‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karbatsche''' f. ● ''Karwöhdsche'' ,Schwätzerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ist wohl ''Karbatsche'' ,Peitsche‘ mit Bedeutungsübertragung von lautlich ähnlichem ''Kalatsche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karbatschen''' ● ''karwaatschen'' ,(ver)prügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karbatschen''' ● ''karwöhdschen'' ,überall umherlaufen, um zu plaudern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''kalatschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karch''' m. ● ''Korch'' ,starker Husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karchen'''  ● ''korchen'' ,stark husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karges'''  ● ''karges machen'' ,Schaden stiften‘, auch: ,listig jemandes Vorhaben vereiteln‘, Felsberg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karjäckerchen''' ● ,Träbchen, kleiner kurzer Trab‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karjäckern''' ● ,traben, laufen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. ''jacken'', ''jackern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karmenade''' ● ,Karbonade‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karnette''' f. ● ''Karnette'', gewöhnlich: ''Karnettchen'', ,Weibermütze‘, diese wurde getragen in Kassel (von älteren Bürgerinnen) bis gegen 1830 und „jetzt“ noch in der näheren Umgebung von Kassel (Vil 1868);&lt;br /&gt;
''Karnette'' ,Spitzbetzel‘ (Pfs. 1886); ''Karrnedde'' ,steife und spitze Haube der Bäuerinnen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Aus französ. ''cornette'' ,Haube der Frauen‘ (Gr.). ● Siehe ''Spitzbetzel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karnuffeln''' ● ''karnuffeln'', ''karnüffeln'', 1) ,stoßen, prügeln‘; besonders „stumpen“ mit Faust oder Ellenbogen, allgemein üblich; 2) ''karniffeln'' ,mit dem Kinderschlitten fahren‘, Gegend von Philippsthal-Kreuzberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kartenrätscher''' ● ''Kaardenrätscher'' ,leidenschaftlicher Kartenspieler‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kartuffelschnipper''' ● ''Gordüffelschnebber'' ,geröstete Kartoffelscheibe‘, beliebt als Zuspeise zum Morgenkaffee, besonders im Winter, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''käsen''' ● ,klatschend werfen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kassel''' ● redensartlicher Spaß, Niederhessen: „Man hebet Kinder hoch, indem man ihren Kopf bei Ohren zwischen Hände nimt, um ihnen angeblich ,Kassel zu zeigen‘.“ (Pfs. 1886) ''Ech wäll dä moh Kassel wiesen!'' Mit diesen Worten pflegt man kleine Kinder am Kopf hochzuheben. Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel, 20. Jh., heißt die Frage an kleine Kinder: „Soll ich dir mal den Herkules zeigen?“ Bei Bejahung folgt dieselbe schmerzliche Prozedur. ● Siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kastaniel''' f. ● ''Kastanjel'' ,Kastanie‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ''Kastanchel'', ebd. (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''Gresdanjel'' (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kastrullbursche''' ● ,Köchin, Küchenmädchen‘(!), scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kastrulle''' f. ● ''Kastrulle'' ,Kasserolle‘, Kassel (Gr. 1894);  ''Kasdrolle'' ,kleiner Blechtopf mit Stiel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''casserole'' ,Tiegel, Schmorpfanne‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käte''' f. ● ''Käde'' ,Schweinsklaue‘, Kassel (Gr. 1894), ''Käden'' ,Schuhe‘, Kassel 20. Jh. (z.B. Bennecke 1904); ''Keede'' f. ,Klaue der Wiederkäuer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die Oberellenbacher Form paßt im Vokalsimus nicht zu der Kasseler Form; Hm. führt sie denn auch unter dem Stichwort ''Köte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''katern''' ● ''kodern'' ,vertraulich miteinander verkehren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kathrine''' ● ,Katharina‘ ● ''De schnelle Katriene'' ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894); diese Wendung muß früher sehr üblich gewesen sein, denn Gr. merkt an: „Einziger Fall, wo der Kasseläner ''schnell'' gebraucht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kätschel''' f. ● ''Kädschel'' ,Mund‘, verächtlich; übertragen: ,Schwätzerin, Person, die dauernd nörgelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kätscheln''' ● ,die Schuhe schieftreten‘, Amt Schönstein, Jesberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kätscheln''' ● ''ketscheln'' ,langsam kauen‘, untere Eder (Pfs. 1886); ,ohne Appetit essen, an etwas herumkauen‘, Kassel 20. Jh.; ''kadscheln'', dasselbe, und übertragen: ,dauernd dummes Zeug reden, dauernd verdrießlich mäkeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kätschelschlette''' f. ● ''Kädschelschlädde'' ,Person, die dauernd unvernünftiges Zeug redet, dauernd nörgelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schlette''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kätschen''' ● ''kädschen'' ,langsam und ohne Appetit an etwas herumkauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Katzenfleisch''' ● ''Katzenfleesch'' ,sehniges Fleisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kauchen''' ● ''kauchen'', gesprochen meist ''kuhchen'' ,niederkauern, niederhocken‘ (Vil. 1868; Vorkommen nach ihm: Oberhessen); ''kuchen'' (''u'' kurz) ,kauern, hocken‘, Kassel (Gr. 1894); ''sech küchen'' (''ü'' kurz) ,sich niederkauern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaule''' f. ● ''Kule'', ''Kaule'' ,Grube‘, im niederdt. sprechenden Niederhessen und fuldaaufwärts bis in die Gegend von Rotenburg vorkommend (Vil. 1868); ''Kulle'' ,Kuhle, Grube, Mulde, Vertiefung‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaule''' ● Siehe auch ''Kulle''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaulert''' m. ● ''Kullert'' ,Kaulbarsch, kleiner Fisch mit Rückenstacheln‘, Kassel (Gr. 1894); ,kleiner, dunkler, häßlicher Stachelflosser‘, ebd. (Lüttebrandt 1919). ● ''Kullert'' &amp;lt; ''Kuller'' + mit Dentalzusatz wie ''Koffert'', ''alst'', ''ebend'' u.a.m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käutchen''' ● ''Kiddchen'' ,Backengrübchen‘, wörtlich: ,kleine ''Kudde'' (''Kaute'')‘, Kassel (Gr. 1894). ● Redensart ''En Kittchen im Backen, en Schelmen im Nacken.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaute''' f. ● ''Kaute'', ''Kutte'' ,Grube, jede Vertiefung‘ (Vil. 1868); ''Kudde'' ,kleine Grube‘, Kassel (Gr. 1894); ''Küdde'' ,Grube, Vertiefung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaute''' f. ● ''Kaute'', ''Kutte'' ,der in einen runden mit einer Spitze versehene Knäuel zusammengedrehten gehechelten Flachses, bereit zur Verarbeitung am Spinnrad‘ (Vil. 1868); ''Kudde'' ,Zopf, Bund (Garn, Flachs), kleine Garbe‘, Kassel (Gr. 1894); ''Küdde'' ,kegelförmig zusammengedrehtes Bündel gehechelten Flachses‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''käuweln''' ● ,kauen‘, niederhess. (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käuzchen''' ● ''Kützchen'' ,die Gestalt eines zusammengekauerten Menschen‘, Niederhessen (Vil. 1868). ●  Redewendung ''Kützchen machen'', ''Kützchen sitzen'' ,niederkauern, sich zusammenkauern‘ (Vil. 1868); ''en Kitzchen machen'' ,in gekauerter Haltung auf dem Eis schurren (''glieden'')‘, Kassel (Gr. 1894), ,niederkauern, sich in die Knie herablassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''kauzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kauzen''' ● ''kuzen'' ,kauern, hocken‘, ''sich kuzen'' ,sich hinhocken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Vil. hat das Wort nicht, verweist aber unter ''Kützchen'' auf verwandtes ''kauchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käwweler''' ● ,jem., der käwwelt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kawweln, käwweln''' ● ''kabbeln'', ''käbbeln'', ''kawweln'' ,beschwerlich (zahnlos) kauen‘; an der Diemel: ,plappern, plaudern‘, abfällig (Vil. 1868); käwweln ,gehaltlos reden (wie aus zahnlosem Mund); mit vergeblichem Speichelaufwand an etwas herumbeißen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Frequentativum von ''kauen'' (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kehrdreck''' ● ,Kehricht‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kährdräck'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kehr''' f. ●  Nur in den Redensarten ''üsser der Kehr'' ,außer der Kehr, abgelegen‘, ''von enger Motz Kehr'' ,von einer Mutz (Schwanz?) Kehr, plötzlich, unerwartet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''keilen''' ● tr. ,(an)treiben, drängen; durch unverschämte Lockungen herbeiziehen‘ (Vil. 1868); ''kielen'' tr. ,jem. zu etwas drängen, andauernd mit Bitten belästigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zu ''Kiel'' ,Keil‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keipe''' f. ● ,Tasche‘, in Niederhessen bis Hünfeld ausschließliche Bezeichnung; ''Tasche'' auf dem Land vielfach unverständlich (Vil. 1868); ''Kibbe'' ,Tasche an der Bekleidung‘, Kassel 19., 20 Jh., auch: ,Umhängetasche‘ (Gr. 1894); ''Kibbe'' ,Tasche (am Kleid)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Kiepe'' im niederdt. (nördlichen) Niederhessen, ''Keipe'' in Oberhessen (Vil. 1868). ● Früher hess. Beleg: „Sie [die Indios] tragen jhre Kinder auf dem rücken, in ''keipen'' von Baumwollen garn gemacht“, so Hans Staden 1567; als Homberger hat er sicherlich ''Kiepen'' gesprochen und das Wort regelhaft hochdeutsch umgesetzt (Aussprache mit Vokalkürzung, ''Kibbe'', erst nach dem 16. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keipengeld''' ● ''Kibbengalt'' ,Taschengeld‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kelleresel''' m. ● ,Kellerassel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kalleräsel'' m., dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kersche''' f. ● ,Kresse, Brunnenkresse‘, ganz Althessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kesper''' f. ● ,Kirsche‘, in ganz Niederhessen die ausschließliche Bezeichnung, nie ''Kirsche'', ''Kersche'' (Vil. 1868); ''Kesber'', dasselbe, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Lüttebrandt, Kassel, bezeichnet 1917 ''Kesbern'' als „bäurisch“, d.h., in Kassel war zu seiner Zeit ''Kesper'' wohl bereits weitgehend durch hochdt. ''Kirsche'' ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kesselwurst''' ● ''Kässelworscht'' ,Leberwurst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keuchbeutel''' ● ''Kichebiedel'' ,einer, der viel keucht, hustet‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. auch ''Kichhusten'' ,Keuchhusten‘ (Gr.). Das beiden Begriffen zugrunde liegende Verb *''kichen'' ,keuchen‘ wird von Grassow nicht aufgeführt, scheint also in Kassel im 19. Jh. bereits erloschen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''keuchen''' ● ''kichen'', bezeichnet auch den Anfall jähzornger Kinder, die rot und keuchend vor Erregung plötzlich in einen Starrkrampf verfallen, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keule''' ● ''Kiele'' ,großes Stück Fleisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kiebitzchen''' ● Pl. ''Kiewitzerchen'', Kassel (Lüttebrandt 1917). ● ''de Kiwiddzerchen hieden'' ,die Kiebitzchen hüten‘, d.h. ,müßig zu Hause bleiben‘ (Lüttebrandt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kienrauch''' ● ''Kinnröhch'': ,Kienruß, schwarze Farbe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kilsen''' ● ,klatschend werfen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kippe''' ● Siehe ''Keipe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kippes''' ● gleichbedeutend mit ''Fickfacker'' ,Schwänkemacher, Aufschneider, Betrüger‘, Schwalm (Pfs.1, 1889). ● Pfs. weist auf Vickvecker hin, vermutet Ableitung von  „Kippe, Keipe, d. ist Tasche oder Vicke, für einen der gleichsam in der Tasche spielt, seine Wippchen macht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kirmese''' f. ● ''Kirmes'' ,Kirchmesse, Kirchweihfest‘, ganz Althessen (Vil. 1868); ''Kirmese'' ,Kirmes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kermese'' ,alljährlich im Herbst stattfindendes Volksfest‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kissenzieche''' f. ● ''Kessenzieche'' ,Kissenüberzug‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kitzen''' ● ,junge Katzen zur Welt bringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Zieche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klabuster''' m. ● ''Klawuster'' ,zähes Klebrig-Breiartiges, z.B. klebriger Schmutz, zäher Leim, Kleister‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klabusterbeeren''' Pl. ●  ,Hämorrhoiden‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klabustern''' ● ''klawustern'' ,die Hände in Klebrig-Breiartigem bewegen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klabustrig''' ● ''klawusterich'' ,zäh-klebrig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klackern''' ● ''klaggern'' ,kleckern‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klackerpapier''' ● ,Löschpapier‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klacks''' m. ● ''Klaggs'' ,Klecks, geringe Menge‘, Kassel 20. Jh.; ,Klecks‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Du host wohl en Klaggs!'' ,Du bist wohl nicht bei Sinnen, bei Trost!‘ Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klacksen''' ● ,klecksen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Dä glaggsd’s wohl!'' ,Dir klackst es wohl! Du bist wohl nicht recht gescheit!‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläffen''' ● ''kleffen'' intrans. ,etwas offen stehen‘, trans. ,etwas öffnen‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); intrans. ,klaffen, auseinanderstehen (z.B Wundränder), einen Spaltbreit offenstehen (z.B. Tür, Fenster)‘, trans. ,etwas zum Klaffen bringen, einen Spaltbreit öffnen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gläffen'' ,nicht ganz geschlossen sein, halb offenstehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klambastern, klabastern''' ● ''klabastern'', auch ''klambastern'' ,sich unruhig bewegen‘, tr. ,jem. in unruhige Bewegung versetzen, hin und her treiben‘ (Vil. 1868);  ''klambastern'', ''klabbastern'' ,holprig gehen‘, auch: ,umständlich arbeiten‘, Kassel (Lüttebrandt 1917); ''glambasdern'' ,mühsam an etwas arbeiten, sich abquälen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Klabastern'' dürfte sicherlich Verkürzung aus ''klambastern'' sein; wenn ursprünglich, wäre die Aussprache ''klawastern'' (vgl. ''klabustern'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klambes''' m. ● ''Glambes'' ,plumper, schwerfälliger Mensch in Gangart und Ausdruck‘, Kassel (Gr. 1894), ''Klampes'', ebd. (Bennecke 1904); ''Glambest'' ,dicker schwerfälliger Mensch,  auch schwerfälliges Tier, unhandlicher Gegenstand‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klamm''' m. ● ''Glaam'' ,Emfindungslosigkeit der Finger‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klammerbeutel''' ● ''Klammerbiedel'' ,dürre Person, bestehend aus Haut und Knochen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klänen''' ● ''glähnen'' ,indiskret weitererzählen, was einem gesagt wurde‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläppern''' ● In der Redewendung ''en Ei kläbbern'' ,ein Ei aufschlagen‘, Kassel (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''glabbern'' ,kleppern, quirlen, mit dem Rührlöffel zerschlagen (Ei)‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klapperschiß''' ● ''Klabberschäß'' ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klapperschulden''' ● ''Glabberscholden'' ,kleine, geringfügige Schuldbeträge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klapperwerk''' ● In der Redewendung ''d’s Klabberwerk hon'' ,krankhaftes bzw. altersbedingtes Zittern haben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klärisch''' ● ''klährsch'' ,wählerisch‘ (nur im Hinblick auf Speisen und Getränke), ''net klährsch'' ,dreist, unverschämt zulangend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klaterig''' ● ,schmutzig und naß (Straße, Wetter, Angelegenheit)‘, in Niederhessen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klatern''' ● Siehe ''vullkladern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klatschen''' ● ''glödschen'' ,angeben, Anzeige machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kläuel''' m. ● ''Glöiwel'' ,Knäuel, Garnknäuel, derb-unförmige Masse‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von mhd. ''kliuwel''. ● Siehe ''Kluchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläuelig''' ● ''glöiwelech'' ,knäuelig, unförmig, schwerfällig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläueln''' ● ''glöiweln'' ,knäueln, zu einer wirren unförmigen Masse zusammenfügen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klaute''' f.● ''Klaute'', gesprochen ''Klude'', ''Kluide'' ,Quaste‘, östl. Niederhessen, z.B. Asbach (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kledasche''' f. ● ''Kledaasche'' ,Bekleidung‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kleiben''' ● ''gleewen'' ,mit Lehm verschmieren; dick auftragen (besonders vom Brotaufstrich)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klemensen''' ● ''klehmensen'' ,beim Essen nicht ordentlich zugreifen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klemenser''' ● ''Klehmenser'' ,einer, der beim Essen nicht ordentlich zugreift‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klemenzen''' ● ,allzu schleppend sprechen‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886). ● Wohl identisch mit ''klemensen''. Gemeinsame Vorstellung vermutlich: ,mit dem Mund langsam sein‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klemme''' f. ● ,ordinäre Wurst‘, Kassel (Gr. 1894), ,minderwertige Leberwurst‘, ebd. (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klemmhölzer''' ● ''Klemmhelzer'', übertragen: ,schiefe Beine‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klengen''' ● ,klingen machen; die Samenkapseln des Spätflachses auf einem Tuch in der Sonne ausbreiten, damit sie klingend aufspringen und den Samen fallen lassen‘ (Vil. 1868); ''glängen'', dasselbe, weiterhin: ,jem. ängstigen, quälen, zu etwas zwingen, mit Bitten in jem. dringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Die „Kliwwer“|'''Klieber''']] f. ● ''Klibber'', ''Kliwwer'' ,Splitter Holz zum Küchengebrauch‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Kliwwer'' ,abgespaltenes Holzstück‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), außerdem: ''die Kliwwern'' ,die Finger‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Glewwer'' ,gespaltenes Holzstück, fertig zum Gebrauch in der Küche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kliebern''' ● ''klibbern'' ,zerschlagen, in Stücke, zumal in Splitter schlagen oder zerbrechen lassen‘ (Vil. 1868); ''kliwwern'' ,Holzklötze in Klibbern schlagen; etwas zerbrechen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Früher Beleg bei Hans Staden aus Homberg (1567): ''kliebern'' ,(gefällten Baum) zu Kleinholz machen‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klimper''' f. ● ,kleine Gattung von Schossern, Murmeln‘, Kassel, in Pfs.s Jungenzeit gebräuchlich (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klimperklein''' ● ,äußerst klein, winzig‘ (Vil. 1868); ''klimberkleine'', Kassel 20. Jh. ● Variante in Oberellenbach ''klumperklein'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klingel''' ● ''Klengel'' ,Kaltpisse‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klinke''' f. ● ''Glingge'' ,Türklinke; Rockfalte, die von der Schneiderin in den Weiberrock gelegt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klittern''' ● ''kleddern'' ,kleckern, klecksen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klopfe''' f. ● ''Klobbe'' (Sg.) ,Schläge, Hiebe, Prügel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klopfechtig''' ●  ,''klóbbächdich''  ,zum Klopfen geeignet‘, z.B. von einem Gegenstand gesagt, der einen Hammer ersetzen kann, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe -''echtig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klöpfen''' ● ''klöppen'' ,mit nur einer Kirchenglocke läuten‘, Amt Frankenberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kloster''' ● ,Irrenanstalt‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''He eß riffe veors Kloster.'' ,Er ist fürs Irrenhaus reif.‘ (Sl.) ●  Bedeutungserweiterung bzw. -verschiebung, da die Klöster Merxhausen und Haina in Pflegeanstalten (Merxhausen für weibliche Schwachsinnige) umgewandelt worden sind (Sl.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klosterbruder''' ● ,Verrückter, Narr‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klosterschwester''' ● ,irrsinige Frauensperson‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klotz''' ● wie hd., dazu: ,Absatz‘, Schwalm (Pfs.1, 1889). ● ''Klötz schlahn'', schwälmerische Eigenheit beim Tanze, indem zum Takte der Musik mit dem rechten Absatz an den linken geschlagen wird, der Brauch ist nahezu geschwunden (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klotzen''' ● ,schlagen, klopfen in einzelnen Stößen oder Schlägen (Pulsschlag, Klopfen bei Geschwüren, zumal am Finger)‘, Oberhessen (Vil. 1868), Schwalm, in Redewendung (Pfs.1, 1889). ● ''Du kreichst des Klotze, bannste net hörst!'' Schwalm. Pfs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[„Klowes“|'''Klowes''']] ● ''Klaus'', auch ''Klas'', gewöhnlich ''Klowes'', Abkürzung von ''Nikolaus'' (Vil. 1868); ''Klowes'' ,ein massiver, tölpelhafter Mensch, Balhorn (Sl. 1901); ''Klowes'' ,Tölpel, dummer, unbeholfener Mann oder Junge; ,zum Klowes-Abend (6. Dez.) verkleidetes Kind‘, Kassel und Umgebung 20. Jh.; ''Glowes'' ,St. Nikolaus; verkleideter Erwachsener, der am Abend des 6. Dez. zu den Kindern kommt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Klowes'', bis ins 18. Jh. in Niederhessen regulärer Vorname, so auch durchaus in den Kirchenbüchern zu finden, bis ins 19. Jh. übliche Rufform für ''Nikolaus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klowes-Abend''' ● Ohne diesen Begriff zu nennen, führt Vil. aus: „Der Umzug des ''Klaus'', ''Klas'', ''Klowes'', ''Niklowes'' am 6. Dezember Abends ist noch jetzt in manchen Gegenden, namentlich in und um Hersfeld, Marburg, Kassel regelmäßig üblich; bis 1840 wurde derselbe noch häufig von Erwachsenen, auch noch mit dem alten Schläge-Austeilen und Nüsse-Werfen, vollzogen; seitdem ist der Umzug zu einer Kindermummerei und einem Gaben-Erbitten Seitens der vermummten Knaben herabgesunken.“ (Vil. 1868) ''Klowes-Owend'': Als ''Klöwese'' vermummte Kinder gehen von Haus zu Haus und erbitten mit dem Aufsagen kleiner Verschen Gaben, Kassel und Umgebung, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kluchen''' ● (''u'' kurz) ,Knäuel‘, z.B. ''en Kluchen Garen'' ,ein Knäuel Garn‘, Kassel (Gr. 1894). ● Eng verwandt mit ''Kläuel'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kluft''' f. ● ,Feuerzange‘,  „durch unser ganzes Gebiet“ (Pfs. 1886), Kassel (Gr. 1894). ● Nach Gr. ausdrücklich nicht ,Bekleidung‘; fehlt in beiden Bedeutungen in Niederellenbach (Hm. 1926); bei Vil. (1868) nicht verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klüftchen''' ● ,dünner, auch schlechter, abgenutzter Rock, besonders wird der Frack so bezeichnet‘, sehr üblich, besonders in den Städten (Vil. 1868); ''Kleftchen'' ,ärmliches Kleid‘, Kassel (Gr. 1894); ''Glefdchen'' ,schlechter abgetragener Rock, schlechter Anzug‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klumper''' ● ''glümber'' ,sehr klein‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klumperklein''' ● ''glümbergleen'' ,sehr klein, winzig, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Siehe auch ''klimperklein''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klunde''' f. ● ''Glonde'' ,liederliches Frauenzimmer‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klunder''' f. ● ,kotiger Ansatz am unteren Rand der Weiberröcke, auch Kotklumpen überhaupt‘, allgemein üblich (Vil. 1868), ''Klunner'', meist im Pl. ''Klunnern'' verwendet: ,kleine feuchte Klumpen, Schmutzklümpchen, Schmutzansatz am unteren Teil der Kleider, an Schuhen usw.‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Glönder'' ,Schmutzansatz am unteren Rand  des Frauenrocks, an der Wolle der Schafe, den Oberschenkeln des Rindviehs usw.; schmutziges Frauenzimmer‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ●  Siehe ''zuklundern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klundermarsch''' ● ''Klunnermarsch'' ,„landverlaufene“ Dirne‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kluppe''' f. ● ''Globbe'' ,Werkzeug mit verstellbarem Schieber zum Messen des Umfang des Baums‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Kluppe'' wird außer im speziell technischen Sinne nur metaphorisch gebraucht: ''einen in die Kluppe kriegen'' ,einen in seine Gewalt bekommen, um ihn zu bedrängen‘, sehr übliche Redensart (Vil. 1868); ''Klubbe'', nur in der Redewendung ''einen in der Klubbe hon'' ,jem. in die Enge getrieben haben, festgenagelt haben, in der Gewalt haben‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Knuppe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klutt''' m. ● ,ein halbgefüllter Sack‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klutzig''' ● ''klutzich'' ,klumpig gewordener Teig oder Kleister‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knabbeln''' ● ''knawweln'' ,knabbern‘, Kassel 19. Jh. (Jonas). ● Siehe ''knauweln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knäckern''' ● ''gnäggern'' ,ein knackendes Geräusch verursachen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knaffen''' ● ''gnaffen'' ,nach etwas schnappen; an etwas herumnagen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knallen'''  ● ''gnallen'' intr. ,knallen‘, tr. ,Beischlaf ausüben mit‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knapp''' ● ,knapp‘, in Kassel fast immer: ,kaum‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnapp'', als Adjektiv ,knapp‘, als Adverb ,kaum‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knappen''' ● ,mit der Geißel [Peitsche] knallen‘, an der mittleren Eder; ,sich den Knöchel vertreten‘, allgemen üblich (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knarbeln''' ● ,an etwas Hartem hörbar nagen‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knarchen''' ● ,knarren‘ (mit tieferem Ton als ''knirchen''), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatsch''' m. ● ,weicher Kot, besonders wie er sich bei Tauwetter bildet‘ (Vil. 1868); ''Knaatsch'' ,nasse, zähe Masse‘, insbesondere ,Straßenschmutz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), übertragen auch: ,Mißhelligkeiten, Dauerstreit‘, Kassel 20. Jh.; ''Gnaadsch'' ,Schmutz, Straßenschmutz‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knatschen''' ● ,weiche Gegenstände zerdrücken, in Weichem die Hände knetend bewegen; hörbar kauen‘ (Vil. 1868); ''knaatschen'' ,beim Essen schmatzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knatschig''' ● ''knaatschich'' ,feucht-schmutzig‘, vor allem in Bezug auf den Straßenzustand,  Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1984); ''gnaadschech'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatschwetter''' ● ,starkes Tauwetter mit Regen‘ (Vil. 1868); ''Knaatschwedder'' ,Wetter, das alles aufweicht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gnaadschwädder'' ,feuchtes, schmutziges Wetter‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatz''' m. ● ''Gnatz'' ,Krätze‘, in ganz Hessen die ausschließliche Bezeichnung; ,Grind, besonders Kopfgrind; schmutziger Geiz‘ (Vil. 1868); ''Gnatz'' ,Krätze, Grind‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● In der hess. Mundart wird mit geringen Ausnahmen ''Knatz'' statt ''Gnatz'' gesprochen (Vil.); Hm. führt ''Gnatz'' unter dem Stichwort ''Knatz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatzkopf''' ● ''Gnatzkopf'' ,Grindkopf‘, meist in übertragener Bedeutung gebraucht: ,eckiger, launischer, eigensinniger, unverträglicher Mensch‘, Tadel- und Scheltwort, allgemein verwendet (Vil. 1868); ''Gnatzkopp'' ,launischer, unverträglicher Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knaubeln''' ● ''knauweln'' ,knaupeln(!), knabbern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knäubeln''' ● ''gnaiweln'' ,mit zahlosem Mund kauen, langsam und mit Mühe kauen; beständog kleinlich, verdrießlich mäkeln‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneif, Kneip''' m. ● ''Kneif'' ,Messer‘; ''Kneif'' im Bereich von Fulda, ''Kniff'' ,Zulegemesser, Taschenmesser; schlechtes Messer‘ im östl. Hessen, ''Knipp'' in Hersfeld und weiter westlich (Vil. 1868); ''Kniff'' ,Messer‘, Kassel (Bennecke 1904); ''Gnipp'' ,schlechtes, stumpfes Messer‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kneipen''' ● ''knibben'' ,kneifen, zwicken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnibben'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneipkuchen''' ● ''Knibbkuchen'' ,Waffeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneipzange''' ● ''Gnibbzange'' ,Kneifzange‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneller''' m. ● ,Tabak übler Sorte‘ (Pfs. 1886); ,minderweriger Tabak‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knellern''' ● ''knällern'' ,Kneller rauchen; einen hohen Preis fordern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knepen''' Pl. ● ''Kneben'' ,Grillen, Launen, Tücken‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gneben'' ,hinterlistige Gedanken‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Es hot sinne Kneben.'' ,Die Sache hat ihre Tücken.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knerbeln''' ● ,unaufhörlich, in widerlichem, verdrießlichen Eigensinn ausdrückenden Ton tadeln‘ (Vil. 1868); ''knerweln'' ,nörgeln, halblaut unzufrieden vor sich hin reden, vor sich hin maulen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnärweln'' ,fortgesetzt vor sich hin knurren, in verdrießlicher Weise tadeln‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vil. verzeichnet ''knerbeln'' beim Stichwort „knarbeln“, sieht es wohl als Nebenform dazu an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knerbelpeter''' ● ''Knerwelpeter'' ,ein unaufhörlich in weinerlichem oder murrendem Tone sich beklagender Mensch, dem nichts rechtzumachen ist‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Gnärwelbeeder'' ,Nörgler‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knerren''' ● ''gnärren'' ,schreien (bei kleinen Kindern), Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetebart''' ● ''Knädebart'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnähreboort'' ,breit und langweilig redender Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetebeutel''' ● ''Knädebiedel'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894), ,einer, der durch dauerndes Daherreden nervt‘, ebd. 20. Jh.; ''Gnährebiddel'' ,breit und langweilig redender Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetemichel''' ● ''Knädemichel'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kneten''' ● ''knäden'' ,kneten; breit und langweilig reden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''kneten'' ,langsam und langweilig reden‘, Balhorn (Sl. 1901); ''gnähren'' ,kneten; breit und langweilig reden‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetepeter''' ● ''Gnährebeeder'' ,breit und langweilig redender Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetesack''' ● ''Knädesack'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetsch''' m. ● ,nasse, zähe Masse‘, insbesondere ,Straßenschmutz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Das ''e'' in ''Knetsch'' ist kurz, im Gegensatz zu dem langen ''a'' in dem verwandten ''Knatsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knetschen''' ● ,quetschen, zerquetschen‘ (Vil. 1868); ,(zusammen)drücken, quetschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''gnäddschen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Quetschen'', ''zerquetschen'' ist hingegen unüblich. (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetscher''' ● ,Weißbinder‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knettern''' ● ''gnäddern'' ,knattern, krachen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knick''' m. ● ''Knick'' ,kleine steile Anhöhe‘, in Nieder- und Oberhessen sehr üblich (Vil. 1868); ''Gneck'' ,Riß, Sprung, Bruch; kleine steile Anhöhe‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knickeln''' ● ''gneggeln'' ,in die Knie fallen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kniegurte''' f. ● ''Gniegorde'' ,Strumpfband‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kniehälsen''' ● ''gniehälsen'' ,erschlagen, um die Ecke bringen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knipsen''' ● ''knipsen'', ''knupsen'' ,mit Wackeln und Schossern schießen‘, Kassel (Pfs. 1886); ''knipsen'', wie hd., dazu: ,mit Wackeln schießen, sie abschnellen‘, Kassel um 1950. ● Siehe ''knupsen'', ''Wackel'', ''Schosse(r)''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knirchen''' ● ''knerchen'' ,knarren‘ (mit höherem Ton als ''knarchen''), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knittern''' ● ''kneddern'' ,knirschen‘, wie z.B. die Wagenräder auf gefrorenem Schnee, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knobelinchen''' ● ''Knowelienchen'' ,Knoblauchwürstchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knöchen''' ● ,peinigen, quälen‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knöpfding''' ● ''Knöppding'', Bezeichnung für die vom Mieder unterschiedenen Leibchen; Gegensatz zum ''Knöpfding'': das ''Ärmelding'', die blaue Jacke der Burschen, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knopfe''' f. ● ''Knopfe'', ''Knoppe'' ,Knospe; Finne im Gesicht‘, allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''Knobbe'' ,Knospe; Gesichtspickel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnobbe'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926); ''Knobbe'' ,Knospe‘, Lohne 2014.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knorschen''' ● ''gnoorschen'' ,mit den Zähnen zerkleinern‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knoten''' ● ,Samenkapsel des Flachses‘, im größten Teil des Landes (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knotenfurz''' ● ''Gnoorenforz'' ,kleiner Kerl, Dreikäsehoch‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel hingegen ''Furzknoden'', 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knoz''' m. ● ,kleiner, unansehnlicher Mensch‘ (Vil. 1868); ''Knooz'' ,kleines Kind‘, auch: ,ungewöhnlich kleiner Erwachsener‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gnooz'' ,kleiner Kerl‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knozen''' ● ,derb und unordentlich zusammendrücken, namentlich zusammenbinden; sich mit einer Sache abmühen, damit nicht fertig werden können‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''knozen'' ,sich mit (kleiner) Arbeit abmühen, Arbeit unsorgfältig verrichten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnoozen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuffelarbeit''' ● ''Knuffelarweit'' ,schwierig auszuführende (Hand-)Arbeit‘, Kassel 19., 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuffeln''' ● ,kleine Handarbeiten (pfuscherhaft) verrichten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuffig''' ● ''knuffich'' ,übertrieben, übermäßig‘ (z.B. Preis, Benehmen), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knullch''' m. ● ''Gnollch'' ,derber Schuh‘, auch: ,grober unhandlicher Gegenstand‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knullchen''' ● ''gnollchen'' ,derb stoßen, schlagen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knulle''' f. ● ''Knulle'' ,Knolle; großes Stück Brot, großer Knust‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnülle'' ,unförmig großes Stück Brot‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knülle''' ● ,hochgradig besoffen‘, beliebter, wohlmeinender Ausdruck, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''knille'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knullig''' ● ''knullich'' ,ungehörig groß, grob, unverschämt‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnollech'' ,übermäßig, übertrieben‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knüpftuch''' ● ''Knibbeduch'', Dim. ''Knibbediechelchen'' ,kleines Halstuch‘, Kassel 19. Jh. (Herzog, Gr. 1894), 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppe''' f. ● ''Knupe'', ''Knaupe'' ,Auswuchs am Körper, Beule‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppe''' f. ● ''Knubbe'' ,geizige Frau, namentlich Händlerin, die beim Wiegen und Messen abknuppt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppe''' f. ● Redensart ''än inn de Gnübbe grijjen'' ,jem. in die Knuppe kriegen, in seine Gewalt bekommen, jem. seine Überlegenheit fühlen lassen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Umdeutung von ''Kluppe'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppel''' m. ● ,Auswuchs am Körper, Beule‘, Niederhessen (Pfs. 1886), ''Knubbel'' ,knotenartige Verdickung (nicht nur am Körper)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuppen''' ● ''knubben'' ,kargen, abzwacken‘, Kassel (Gr. 1894). ●  Siehe ''abknuppen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperarbeit''' ● ''Knubberarweit'' ,Geduld heischende Arbeit‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperbeinchen''' ● ,die kleinen dünnen „Knöchelerchen“ am Geflügel, wo die Fleisches-Fasern zuletzt nur noch mit den Zähnen gesucht, abgeknuppert werden‘ (Pfs. 1886). ● ''Bis aufs Knupperbeinchen'' ,einer Sache bis auf den tiefsten inneren Grund gehen‘ (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperfleisch''' ● ''Knubberfleisch'' ,Fleisch dicht am Knochen, das nur abgeknuppert werden kann‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnobberfleesch'' ,sehniges, knorpeliges Fleisch, besonders das Fleisch an den Ohrmuscheln‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Bis uffs Knubberfleisch'' ,aufs gründlichste‘ (Gr., auch 20. Jh.). ''Se zänggen sech bis offs Gnobberfleesch'' ,sie zanken sich bis aufs Messer‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knupperig''' ● ,was beim Zerbeißen den Knupperlaut erzeugt (siehe ''knuppern''); scharf gebacken (Brot, Kuchen)‘ (Vil. 1868); ''knubberich'' ,zum Knabbern geeignet (z.B. Gebäck)‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnobberech'', ''gnübberech'' ,nicht leicht zu zerbeißen‘, ''gnübberech'' auch: ,überaus sparsam, geizig‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuppern''' ● ''knuppern'' ,an Hartem mit kleinen Bissen nagen; sich an Hartem mit den Fingern versuchen, um etwas davon abzulösen‘; auch Laut, welchen das Nagen hervorbringt (Vil. 1868); ''knubbern'' ,geräuschvoll kauen, knabbern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnobbern'', ''gnübbern'' ,harte Gegenstände zerbeißen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperwerk''' ● ''Knubberwerk'' ,irgendein feiner Genußgegenstand‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knups''' m. ● ''Knups'', zuweilen auch ''Knupch'', ''Knopch'' ,kleiner Mensch‘, Spottwort (Vil. 1868); ''Knups'' ,kleines Kind‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knups''' m. ● ,Schlag, Stoß‘ (Vil. 1868); ,leichter Stoß, auch: die Folgen davon‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnobs'' ,leichter Stoß, Schlag, meist in scherzhafter Absicht erteilt‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Das Dibben hot en Knubs gekricht''. ,Der Topf hat einen Stoß (Riß, Sprung) bekommen‘. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knupsen''' ● ,schlagen, stoßen‘, aber in  gelinderem Sinn, überwiegend scherzhaft‘ (Vil. 1868); ,schnippen, einen Gegenstand mit Daumen und Zeigefinger anschnippen, auf diese Weise (verstohlen) einem Kind eine Kopfnuß geben‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnobsen'' ,leicht anstoßen, schlagen, meist in scherzhafter Absicht‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''knipsen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knurbel''' m. ● ''Knorwel'' ,kratziger Fusel‘, mancherwärts im Lande gebräuchlich (Pfs. 1886); ''Knurwel'' ,Knorpel‘, Kassel 19., 20. Jh.; auch ,Schnaps‘, ebd. (Gr. 1894); ''Gnorwel'' ,fester Knochenansatz; verwachsener Mensch‘, als Schimpfname sehr gebräuchlich, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knurbeln''' ● ''gnorweln'' ,knurren, murren‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''knerbeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knust''' m. ● ''Knust'' ,Rand des Brotlaibs, Randstück vom Brotlaib‘, in Niederhessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''Knuhst'' ,Anfangs- oder Endstück des Brotlaibs‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Gnühst'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knüstchen''' ● ''Kniestchen'' ,kleiner Knust‘, Pl. ''Kniesderchen'' auch: ,obere Wangen (auf den Wangenknochen), insbesondere wenn gerötet oder gebräunt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knutschelchen''' ● ,jemand, den man gern knutschelt‘, Zärtlichkeitsausdruck, Kassel (Gr. 1894). ● ''Du bist minn liewes Knutschelchen.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutschelig''' ● ''knutschelich'' ,zerknauscht, zerdrückt, voller Falten‘, Kassel 20. Jh.; ''gnüddschelich'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutscheln''' ● ,in den Händen drücken, zusammendrücken; liebkosend drücken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnüddscheln'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutschen''' ● ,drücken, zusammendrücken, zusammenknüllen, in Falten drücken‘; Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnüddschen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutteln''' ● ''knuddeln'' ,knotenartig zusammendrücken, ballen; liebkosen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutterig''' ● ''knudderich'' ,murrend, mäkelnd‘, Kassel 20. Jh.; ''gnodderech'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuttergehannes''' ● ''Knuddergehannes'' ,Knutterjohannes; einer, der viel knuttert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knutterjörge''' ● ''Knudderjerche'' ,einer, der viel knuttert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuttern''' ● ,murren, murrend tadeln, kleinlich tadeln‘ (Vil. 1868); ''knuddern'' ,verhalten Unmut äußern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnoddern'' ,verdrießlich murren, kleinlich mäkeln, ärgerlich brummen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuttersack''' ● ,einer, der viel knuttert‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr.1894); ''Gnoddersack'' ,brummiger, stets nörgelnder Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kochening''' ● ''kochenink'' ,kochend‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Koffert''' m. ● ,Koffer‘, Kassel (Gr. 1894), Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlbütte''' f. ● ''Kohlberre'' ,Holzgefäß zum Aufbewahren des Sauerkrauts‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kohlen''' ● ,flunkern‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlenlips''' ● ,heruntergekommenes Individuum‘, eigentlich ,Kohlenträger‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Lips'' ist alte Kurzform von ''Philippus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlhase''' ● ,Gemüsegärtner‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlvogt''' ● ''Kohlvoocht'' ,Ausrufer‘, übertragen: ,Ausplauderer‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Köpfchen''' ● ,Tasse, Obertasse‘, ganz Hessen (Pfs. 1886). ● Die Untertasse hingegen heißt ''Schälchen''. (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kopfer''' ● ''Kobber'' ,Kupfer, Kupfergeschirr, Kupfergeld‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kupfer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kopfernase''' ● ''Kobbernase'' ,rote Nase‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Koppel''' f. ● ''Kobbel'' ,Aufhaltekette, zweiteilige Kette vorn an der Wagendeichsel, an die ein Gespann angekoppelt wird‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''köppeln''' ● ''sech kebbeln'' ,sich ins Lederzeug, die Ketten oder Stricke verwickeln (vom Zugvieh); sich zanken, sich streiten‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''körisch''' ● ''körsch'' ,wählerisch‘, in ganz Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Körle''' ● Zum ''Körler Esel'' siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Köze''' f. ● ,Rückenkorb mit Tragbändern‘, Niederhessen, Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868); ''Keeze'' ,Tragekorb auf dem Rücken‘, scherzhaft übertragen: ,Bauch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Sich die Köze flicken'' ,sich im Essen ein Gütchen tun‘ (Pfs. 1886); ''sich de Keeze flicken'' ,einen trinken‘, Kassel (Bennecke 1904), ,tüchtig essen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Közengücker''' ● ''Közengucker'' ,Visitator, Mautbeamter, Accisbeamter‘ (Vil. 1868); ''Keezengicker'' ,einer, der gern und oft in die Marktkörbe guckt‘, übertragen: ,einer, der spioniert, aushorcht‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. setzt gleich mit ''Fiskal'' und ''Kalfaktor''; s. d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krabbelig''' ● ''grawwelich'' ,lebhaft, beweglich, äußerst tätig‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grawwelech'' ,lebhaft kriechend, ungemein regsam‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krabbeln''' ● ''krawweln'' ,wimmeln, in großer Zahl kriechen‘, Kassel (Gr. 1894), ,auf allen Vieren (eilig) kriechen‘, Kassel 20. Jh.; ''grawweln'' ,auf Händen und Füßen kriechen, sich lebhaft kriechend bewegen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. „krappeln“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krabbeln''' ● ''krawweln'' ,kraulen, gelinde kratzen, kitzeln‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grawweln'' ,mit den Fingerspitzen dauernd betasten‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kracke''' f. ● ,ganz schlechtes, unbrauchbares Pferd‘ (Vil. 1868); ''Gragge'' ,altes, unbrauchbares Pferd‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krackel''' ● ''Krackel'' m. ,verzogener Schriftzug; irgendwelche mißbildete Gestalt‘, Kassel (Pfs. 1886); ''Kraggel'' f. ,schlechte Handschrift‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krackelig''' ● ''kraggelich'' ,mit schlechter Handschrift geschrieben‘, Kassel 20. Jh.; ''graggelech'' ,schief, verbogen (besonders von schlechter Schrift)‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krackelwerk''' ● ''Graggelwärk'' ,unregelmäßig durcheinanderliegende Gegenstände‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krafts Katze''' ● Nur in der Redensart ''Hä is im Arsche wie Krafts Katze.'' ,Er ist unrettbar verloren, ganz und gar erledigt.‘ Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krakeel''' m. ● ''Krageel'' ,lärmendes Gestreite‘, Kassel 20. Jh.; ''Grageel'' ,Zank, Streit, Lärm‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krakeelisch''' ● ''grageelsch'' ,streitsüchtig‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krambol''' ● ''Krambóhl'' ,Lärm‘, Kassel (Gr. 1894), ,Streit‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krankheit''' ●  ''schlimme Kranket'' ,Epilepsie‘, Balhorn (Sl. 1901); ''de fallninge Graanget'' ,die fallende Krankheit, Epilepsie‘, ''de engelsche Graanget'' ,die englische Krankheit, Rachitis‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kränksch''' ● ,kränkelnd, ungesund‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kranne''' f. ● ''Gronne'' ,Krähe, Rabe‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krapfe''' m. ● ''Krappe'' ,Haken (um etwas aufzuhängen)‘, Schwalm und Oberhessen (Vil. 1868); ''Krabben'' m., dasselbe, Holzhausen am Hahn 20. Jh. (Umbach). ● Vgl. ahd. ''krapfo'' m. ,Haken, Kralle, Krapfen, Widerhaken‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kräpfel, Krapfel''' f. ● ''Kreppel'', ''Krappel'', in Hessen und anderwärts sehr beliebtes Backwerk, das ursprünglich und teilweise noch jetzt die Form eines Hakens hat, gebacken zu Fastnacht, in der Fulda- und Werragegend beim Ende des jährlichen Ausdreschens (Vil. 1868); ''Kräbbel'' ,Krapfen‘, Gebäck, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Zusatz bei Gr.: ‚Fastnachtsgebäck‘; ''Grabbel'' ,Krapfen‘, Gebäck, besonders zu Fasstnacht, Neujahr, zum Ausdreschen des letzten Getreides, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Diminutiv von ''Krappe'', s. ''Krapfe''. ● Vgl. ahd. ''krapfilīn'' (mit doppeltem Dim.-Suffix) ,Häklein, Haken, Widerhaken, Krapfengebäck’.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krappelbauer''' ● ''Krebbelbure'' ,ein ärmlicher, unansehnlicher Bauer, der etwa mit einer Kuh an den Acker zieht‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Grabbelbuhre'' ,Kleinbauer‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krappeln''' ● ,fortkriechen mit eilfertiger, käferartiger Bewegung der Arme und Beine‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''krabbeln'' ,(eilig) kriechen, klettern‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grabbeln'' ,sich langsam und unbeholfen bewegen, kriechen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''sich uffgrabbeln'' ,sich mühsam von einer Krakheit erholen‘ (Gr.). ● Vgl. ''krabbeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kraß''' ● ''graß'' ,starr (vom Blick)‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krätsch''' m. ● ''Krähtsch'' ,Lärm, Aufhebens (um eine Sache)‘, Kassel (Gr. 1894); ,kleines Kind (das noch am Fußboden herumkriecht)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kratzbürste''' ● ,launige, doch auch ernste Schelte für einen zänkischen oder widerborstigen Menschen‘ (Pfs. 1886); ''Kratzbirschde'' ,zänkische Mensch, vor allem Frau oder Mädchen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Gratzbärschde'' ,reizbarer, zanksüchtiger Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krätzer''' ● ''Grätzer'' ,schlechter Branntwein‘; ''ahler Grätzer'' ,alter Kerl‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kraufdingen''' n. ● ''Kruffdingen'' ,Kind, das noch umherkriecht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kraufen''' ● ''krufen'', ''kraufen'', ''kroffen'', ''kröffen'' ,kriechen‘; in Gebrauch vom niederdt. Niederhessen (wo es ''krupen'' heißt) bis südl. in die Gegend von Spangenberg und Wabern, von dort östl. bis Eschwege bzw. Waldkappel (Vil. 1868);  ''kruffen'' ,kriechen‘, Kassel 19., 20. Jh.; ''grüffen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''ich kruffe'', ''du kriffest'', ''hä kriffet'', ''mä kruffen'' usw., ''kroff'', ''gekroffen'', Kassel; die entrundeten Umlautformen ''kriffest'', ''kriffet'' (aus *''krüffest'', *''krüffet'') waren in der 2. Hälfte des 19. Jh. bereits am Erlöschen. ''Grüffen'', ''gröff'', ''gröffen'', Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kraufhühnchen''' ● ''Kruffhühnchen'' ,klein gewachsene Frauensperson‘, Spottwort, in Kassel sehr üblich (Vil. 1868); ''Kruffhienchen'' ,Kriechhühnchen (kleine Art)‘, sehr oft: ,kleines Mädchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kräuschen, Kräuselchen''' ● ''Kries’chen'', ''Krieselchen'' ,kleiner Krug‘, Kassel (Gr. 1894).  ● Abgeleitet von ''Krus'' ,Krug‘, das 1894 in Kassel offenbar bereits außer Gebrauch gekommen war; nach Vil. (1868) als ''Krus'', ''Kraus'', ''Krause'' gebräuchlich in Mittel- und Oberhessen, wenig im niederdt. sprechenden Niederhessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krawaller''' ● ,Krawallmacher‘, insbesondere ,politsch unruhiger Kopf‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kregel''' ● ''kregel'', auch kontrahiert ''kreel'' ,beweglich, munter, rührig‘, besonders von Kindern und Rekonvaleszenten gesagt, in ganz Hessen sehr üblich (Vil. 1868); ''kreechel'' ,gut aufgelegt‘, Kassel (Gr. 1894); ''krichchel'', dasselbe, ebd. 19. Jh. (Herzog); ''greejel'' ,munter, beweglich, gesund‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kreideln''' ● ,sich mit Herd- oder Ofenfeuer zu schaffen machen, es schüren, in Gang bringen oder halten‘, Kassel (Gr. 1894). ● Statt ''kreideln'' oft auch ''kriedeln'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kreideweißchen''' ● ''Kridewißchen'', ''Kriddewißchen'' ,der als Todverkünder gefürchtete Raubvogel Strix noctus, das Käuzchen, Leichenhuhn‘ (Vil. 1868); ''Kriedewißchen'' ,Käuzchen‘, Kassel (Gr. 1894); ''Grierewißchen'' ,Steinkauz, Totenvogel‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Hin und wieder, z.B. in der Umgebung von Fritzlar, heißt der Vogel ''die wisse Kritt'' (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kreisch''' m. ● ''Greesch'' ,Schrei‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Krisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kreischen''' st. ● wie hochdeutsch, dazu in Niederhessen der herrschende Ausdruck für ,weinen‘ (Vil. 1868); ''krischen'' (intr.) ,kreischen, schreien; weinen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''grüschen'' ,weinen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''krischen'', ''krisch'', ''gekrischen'' (im Präs. ''i'' geschlossen, im Imp. und Part. Perf. ''i'' offen), Kassel; ''grüschen'', ''grösch'', ''jegröschen'', Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kreischen''' schw., trans. ● ,Öl zum Sieden bringen, um die herben oder auch widrigen Bestandteile auszuscheiden‘ (Vil. 1868); ''kreischen'' (trans.) ,Öl sieden, Fett auslassen‘, Kassel (Gr. 1894); ''greeschen'' ,(ein Kind) zum Weinen veranlassen; Öl zum Sieden bringen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''kreischen'', ''kreischte'', ''gekreischt'', Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krekeln''' ● neben ''krakeelen'' in gleicher bedeutung, Kassel (Pfs. 1886), ''kreegeln'' ,krakeelen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krellen''' trans. ● ,eine plötzliche, wenn auch vorübergehende Erstarrung und das damit verbundene unangenehme Gefühl hervorbringen (z.B. Frost)‘, überall in Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krepen, krepeln''' ● ,in etwas Hohlem herumstochern‘, z.B. in der Ofenröhre, in der Nase; sehr üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kresten''' ● ''kresten'', Aussprache ''krästen'', ,stöhnen (von Gebärenden)‘, nördl. Hessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kribbel''' m. ● ''Grewwel'' ,Werkzeug zum Stochern‘, z.B. Pfeifenkribbel, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kribbel''' m. ● ''Kriwwel'' ,unangenehmer Kitzel, Jucken‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kribbeln''' ● ''kriwweln'' ,prickeln, jucken, unangenehm kitzeln in Nase, Hand usw., Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grewweln'' ,stochern; jucken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Redensart ''es kriwwelt und wiwwelt'' (von Läusen u. dgl.) (Vil. 1868); ''krewweln un wewweln'' ,kribbeln und wimmeln‘ (Gr.); ''grimmeln un wimmeln'' ,krimmeln und wimmeln‘ (Hm.). ● ''krimmeln'', wohl nur in Verbindung mit ''wimmeln'' vorkommend; die Redensart ''es krimmelt und wimmelt'' erstmals belegt in Schwebda 1673 in Bezug auf einen Heuschreckenschwarm (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kribbsen''' ● Bei Gr. 1894 (Kassel) nur Verweis auf ''gribbsen''; dies Wort fehlt allerdings an entsprechender Stelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kriminal''' ● zur Verstärkung gebraucht, z.B. ''Kremmenahlhersch'' ,Kapitalhirsch‘, ''Kremmenahljunge'' ,ungewöhnlich großer Säugling‘, Kassel (Gr. 1894), ''kriminalscheenes'' Mädchen, Kassel (Bennecke 1904); ''kriminal'' ,sehr stark, übermäßig‘, z.B. ''kriminale Hawer'', Balhorn (Sl. 1901); ''grimmenal'' ,vorzüglich, ausgezeichnet, außergewöhnlich‘, z.B. ''en grimmenales Steck Vieh'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kringel''' m. ● ,der einfache Gebäckring‘, Kassel (Pfs. 1886). ● Der zur Acht verschlungene Gebäckring heißt hingegen ''Bretzel'' (Pfs.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krippengäker''' m. ● ''Grebbengäger'' ,Pferd, das die Vorderzähne auf die Krippe aufzusetzen und die hastig eingeschluckte Luft wieder auszustoßen pflegt; Mensch, der dauernd aufstößt, rülpst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krisch''' m. ● „in unserem ganzen Stammes-Gebiete“ üblichster Ausdruck für hd. ''Schrei'' (Pfs. 1886); ''Kresch'' ,Schrei‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''En luden Kresch duhn'' ,schreien‘ (Gr.). ● Vgl. ''Kreisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krittelkopf''' ● ''Kriddelkopp'' ,einer der zum Kritteln neigt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kritteln''' ● ''kriddeln'' ,(wiederholt) tadeln; tadelnd Unzufriedenheit, üble Laune äußern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kropch''' m. ● ''Kroppich'', ''Krupch'' ,Kropf‘ (Pfs. 1886), ''Kroppich'' ,kleiner unansehnlicher Mensch‘, mittlere Eder (Pfs.); ''Kropch'' ,Kropf, Vogelkehle‘, Kassel (Gr. 1894); ''Grobch'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mundartl. ''pch'' ist keine verunglückte Wiedergabe von hochdt. ''pf''; ''Kropch'' ist *''Krop'' + ''ch''-Suffix (&amp;lt; germ. ''k''-Suffix); siehe auch ''Wiedehopf''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kröpel''' ● ,Krüppel‘ in Hessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''Krebel'' ,Krüppel‘, auch ,etwas, das in der Form mißlungen ist (z.B. Brötchen), Kassel (Gr. 1894), im 20. Jh. in Kassel meist nur noch Schimpfwort für einen widerlichen Menschen; ''Grebel'' ,Krüppel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kröpelig''' ● ''krebelich'' ,krüppelhaft‘, als Scheltwort: ,elend, widerlich‘, z.B. im Hinblick auf Benehmen, Kassel (Gr. 1894); ''greebelech'' ,krüppelig, verkrüppelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krucke''' f. ● ''Kruke'' ,Krug‘, besonders ,Krug mit engem Hals‘, im niederdt. sprechenden Niederhessen (Vil. 1868); ''Kruke'' ,Krug‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Krugge'', Kassel (Gr. 1894). ● Vielfach scherzhaft für ,kleinen scheiben (schiefen) Menschen‘ (Pfs. 1886); ''Du ahle Krugge!'', ''Das is dä ‘ne Krugge!'' Hier ''Krugge'' etwa ,Versager, Taugenichts‘, eher milder Spott, Kassel 20. Jh. Fraglich, ob es sich hier tatsächlich um eine Übertragung handelt und nicht viel eher um eine Altform von ''Krücke''. Dafür spricht, daß man auch anderes, etwas Verkrüppeltes so bezeichnen kann, etwa einen unansehnlichen, krummen Baum (Christbaum), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krulle''' f. ● ''Krolle'', ''Krulle'', zuweilen auch ''Kroll'' m. ,Haarlocke‘ (''Locke'' ist ungebräuchlich, unverständlich) (Vil. 1868); ''Krulle'' ,(enge) Haarlocke‘, Kassel 20. Jh.; ''Grolle'' ,Haarlocke‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''krolle''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krüllen''' ● ,Schoten aufknicken und Erbsen herausstreichen‘, Teile Niederhessens (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krullenkopf''' ● ''Krollkopf'' ,Lockenkopf, Krauskopf‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''Krullenkopp'', dasselbe, Kassel 20. Jh.; ''Grollenkopp'' ,Lockenkopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krullig''' ● ''grollech'' ,lockig, kraus‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krumbel''' f. ● ''Krumpel'' ,unregelmäßige, aus Versehen oder Unordentlichkeit entstandene Falte in Sachen mit regulär glatter, glattgebügelter Oberfläche (Tuch, Papier)‘, ganz Hessen (außer niederdeutschen Gebieten, wo es ''Krünkel'' heißt) (Vil. 1868); ''Krumbel'' ,Falte in Stoff oder Papier, dort wo keine sein sollte‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Grömbel'' ,unregelmäßige Falte, etwa in einem Kleid, durch Unvorsichtigkeit entstanden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krumbelig''' ● ''krumpelig'' ,voll Krumpeln‘ (Vil 1868); ''krumbelich'' ,verknittert‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''grömbelech'' ,voll unregelmäßiger Falten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krumbeln''' ● ''krumpeln'' ,in unregelmäßige und ungehörige Falten drücken‘ (Vil. 1868); ''krumbeln'' ,knittern, faltig werden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''grömbeln'' ,in unregelmäßige Falten drücken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krümmede''' f. ● ''Gremmede'' ,Krümmung, meist Wegbiegung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krumme Not''' ● ,Epilepsie‘, besonders in Niederhessen sehr üblich, ist zum Fluchwort geworden, sehr häufig verwendet (Vil. 1868). ● ''Du sat de Krummenot krechchen!'' ,Du sollt die krumme Not kriegen!‘ Kassel (Gr. 1894); ''Krumme Nott!'' Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krustellieren''' ● ,mit Appetit essen; vespern, kleinen (kalten) Imbiß zu sich nehmen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Von französ. ''croustiller'' ,knuspern, knabbern‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krüsten''' ● ''gräsden'' ,seufzen, stöhnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krutsch''' m. ● ,kleines Kind‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küchel''' n. ● ''Kichel'' (''i'' kurz) ,Küken’, Kassel (Gr. 1894). ● ''Dummes Kichel'' ,dumme, auch: bescheidene Person‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küchen''' n. ● ''Kichen'' (''i'' kurz) ,Küken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küchendragoner''' ● ''Kichendragoner'', bedeutungsgleich mit ''Kastrullbursche'' ,Frau, die übereifrig in der Küche herumfuhrwerkt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuh''' ● ''Kuh'', Pl. ''Kiewe'', Kassel 19. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. (1894) führt ''Kuh'', ''Kiewe'' für Kassel nicht auf; siehe aber die nächsten Einträge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kühchen''' s. ● ''Kiebchen'' ,kleine Kuh‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küheleetscher''' m. ● ''Küweleetscher'' ,schwerfällig nur mit Kühen fahrender Bauer‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küheschelle''' ● ''Kieweschelle'' ,Schnapsglas, ähnlich einer Herdenglocke‘, Kassel (Gr. 1894), ,großes, trichterförmiges Schnapsglas‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kühn''' ● ''kiene'' ,dreist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kukummer''' f. ● ''Kukummer'' ,Gurke‘, das übliche Wort, ''Gurke'' ist kaum bekannt (Vil. 1868), ''Gugummer'', nördl. Hessen (Pfs. 1886), ,''Gugummer'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullarsch''' ● ,Hühnerart ohne Schwanz‘, an Fulda und Werra (Vil. 1868). ● Vgl. ''Kullmutz'' und ''Kupper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kulle''' ● Siehe auch ''Kaule''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kulle''' f. ● ''Kulle'' ,Kugel‘, in ganz Hessen üblich, wohingegen hochdt. ''Kugel'' nicht üblich ist und sich erst in der neuesten Zeit hier und da einbürgert (Vil. 1868). ● Kontraktion von  mhd. ''kugele'' zu ''kūle'', dann im Niederhessischen gekürzt zu ''Kulle''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuller''' m. ● ''Kuller'' ,Koller‘, Kassel 20. Jh. ● Nur Redewendungen: ''Host du dann ’n  Kuller?'' ,Bist du denn verrückt?‘ Kassel 20. Jh. ''Den Koller honn'' ,den Koller haben, verrückt sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926); hierzu auch ''Dä kollert’s wohl?'' ,Du bist wohl verrückt?‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kullerig''' ● ''kullerich'' ,den Koller habend; heftig, ungestüm, cholerisch‘, Kassel 19., 20. Jh.(Gr. 1894); ''kollerech'' ,kollerig, verrückt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kullern''' ● ''kullern'' ,rollen‘, allgemein üblich (Vil. 1868), ''kullern'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kullern''' ● ''kullern'' ,kollern‘, Geräusch, z.B. Stimme des Truthahns, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullmutz''' ● ,Hühnerart ohne Schwanz‘, an Fulda und Werra (Vil. 1868). ● Vgl. ''Kullarsch'' und ''Kupper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullrabe''' f. ● ''Kullerawe'' ,Kohlrabi‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), ''Gullerawe'', ebd. (Gr. 1894); ''Kolrowe'' ,unter der Erde wachsender Kohlrabi‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullskopf''' ● ''Kullkopf'', ''Kullskopf'', 1) ,Kaulquappe‘ 2) der Fisch cottus gobio (Vil. 1868); ''Güllskopp'' ,Kaulquappe‘, Umdeutung in ,Gaulskopf‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullsquappe''' ● ''Kullsquabbe'', Kassel (Gr. 1894); &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kulltüpfen''' ● ''Kulldüppen'' ,bauchiger Topf ohne Beine‘, Kassel (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kulstern''' ● ''kulstern'' ,räuspern, husten, mit Schleimauswurf‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kummer''' m. ● ,Schutt, namentlich Bauschutt, unfruchtbares Erdreich‘ (Vil. 1868); ,Kehricht, Schutt‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kommer'' ,unfruchtbares, sandiges Erdreich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Für ''Kummer'' im hochdt. Sinn ist in Niederhessen ''Brast'' üblich; ''Schutt'' wird nicht gebraucht, kaum verstanden (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kummermann''' ● ,Mann, der die Abfuhr des Kehrichts besorgt‘, Kassel (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kummerwagen''' ● ,Kehrichtwagen‘, Kassel (Pfs. 1886); (städtischer) Kehrichtwagen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumpf''' m. ● ''Kumpf'' ,größerer Napf‘, überall gebräuchlich (Pfs. 1886); ''Kump'' ,größeres Gefäß; der Dorfbrunnen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumfate''' f. ● ''Kumfate'' ,erhöhte Flächen, Bänke, die sämtlich auf freien Plätzen gelegen sind‘, Allendorf in den Soden und in einigen Nachbarorten; ''Komfade'' ,Herberge, Wirtshaus‘, östl. Niederhessen (Pfs.1, 1889). ● Die Identität beider Wörter und anzunehmende ursprüngliche Bedeutungsgleichheit ist kaum von der Hand zu weisen; zumindest bei ''Kumfate'' denkt Pfs. an ,Ort für Gemeindeversammlungen‘. Er könnte recht haben: Ließe sich an lat. ''convada-ri'' ,vor Gericht laden‘ anschließen, so ergäbe sich als ursprüngliche Bedeutung ,(Ort der) Gerichtsversammlung‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumpfen, Kumpfe''' m. ● ''Kumpen'' ,großer Trinkbecher, Bierkrug‘, Kassel 20. Jh.; ''Kömbe'' ,Gefäß, große Schüssel, großer Becher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumwiefchen''' s. ● ''Kumwiefchen'', in der Redensart ''das ganze Kumwiefchen'' ,die ganze Gesellschaft‘, im Sinne einer ,Gruppe mit (bedenklichem) innigem Einverständnis untereinander‘, z.B. Stammtisch-, Zech- und Schmausbrüder, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894). ● Von französ. ''convive'' ,Gast, Genosse‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kunterquant''' m. ● ''Kondergwant'' ,Kunterbunt, Durcheinander‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kunte(r)wítte''' f. ● ''Kundewidde'' ,Aufführung, Lebenswandel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Konderwidden'' Pl. ,schlaue Einfälle, hinterlistige Gedanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''conduite''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kunterwittig''' ● ''konderwiddech'' ,schlau, durchtrieben‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kunnerbande''' f. ● ''Kunnerbanne'' ,Schleichhandel, Schmuggelgut‘, nicht bloß von Waren gesagt, sondern auch von etwas heimlich und unerlaubt an irgendeinem Ort Mitgebrachtem, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küppel''' m. ● ''Küppel'', gewöhnlich ''Kippel'' gesprochen, eigentlich ,kleiner Kopf‘, gebraucht gewöhnlich für kleine Feldhügel, mit Buschwerk oder einzelnen Bäumen bestanden  (Vil. 1868); ''Kebbel'' ,Erderhöhung, Hügel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kuppeln''' ● ,rollen, sich wälzen‘, wird von größeren sich abwärts bewegenden Massen gesagt (Vil. 1868); ''kubbeln'' ,kollern, wälzen, rollen (auch von Tränen)‘, Kassel (Gr. 1894); ''kübbeln'' intr. ,rollen, sich wälzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kuppeln''' ●  ''kubbeln'' ,unerlaubte Vereinbarungen treffen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kupper''' m. ● ,Hühnerart ohne Schwanz‘, Umgegend von Fritzlar (Vil. 1868). ● Vgl. ''Kullarsch'' und ''Kullmutz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuren''' Plur. ● ''Küren'' ,Narrenpossen‘, mittlere Werra (Vil. 1868); ''Kuren'' (nur an der Werra mit ''ü'') ,Neigungen, Wunderlichkeiten; Schliche, Kniffe‘, recht üblich, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kurzab''' ● ''korzop'' ,barsch, kurz angebunden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuschemucken''' ● ''Kuschemúggen'' Plur. ,Heimlichtuerei‘, Kassel (Gr. 1894), ,Betrügereien, betrügerisches Spiel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutte''' f. ● ,wollenes, öfters schwarzes Tuch, das sich Frauen und Mädchen im Winter gegen Kälte um den Kopf binden‘, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutteln''' ● ''kutteln'' trans. und intrans. ,rollen, rollend fallen‘ (Pfs. 1886); ''kuddeln'' trans. u. intrans. ,wackelnd, ungleichmäßig rollen, kullern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutz''' m. ● ,das zu einem Knäuel zusammengewickelte Haupthaar der Frauen‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Kutz'' ,Haarknoten auf dem Kopf oder am Hinterkopf von Frauen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kütz'' ,das zu einem Knäuel zusammengelegte Haar der Frauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutz, Kutzen''' m. ● ,Menge, Haufen, zumal willkürlich zusammengetragener und unordentlich durcheinanderliegender Dinge‘ (Vil. 1868); ''Kotzen'' ,Menge, Haufen durcheinander liegender Dinge, wirre Masse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutz''' m. ● ''Kotz'' ,Husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzbeutel''' ● ''Kotzbiddel'' ,einer, der dauernd hustet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutze''' f. ● ,Erbrochenes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzel''' f. ● ,verwirrte (verknotete) Stelle in Haar, Garn, Faden; Zusammengeballtes‘, Kasel 19., 20. Jh.; ,wirrer Haarknäuel der Weiber; Person mit unordentlichem Schopf‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Kotzel'' ,Haufen durcheinander geschlungener Fäden, Haare oder dgl.‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzelanke''' f. ● ,verwirrtes Kopfhaar‘, übertragen: ,Person mit ungepflegtem, verkutzeltem Haar‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzelkopf''' ● ,ein Kopf mit ungekämmten Haaren‘ (Vil. 1868); ''Kutzelkopp'' ,verwirrtes Kopfhaar‘, übertragen: ,Person mit ungepflegtem, verkutzeltem Haar‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kotzelkopp'' ,Kopf mit wirrem Haar; dickköpfiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzeln''' ● ,verwirren, durcheinander bringen (Haare, Fäden un dgl.)‘, Kassel 20. Jh.; ''kotzeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzen''' ● ''kotzen'' ,sich übergeben; die Kehle durch Auswurf reinigen (räuspern); (heftig) husten‘ (Vil 1868); ''kutzen'' ,kotzen, sich erbrechen‘, Kassel (Gr. 1894), ''kotzen'' ,husten‘, ''sech kotzen'' ,sich erbrechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzerig''' ● ''kutzerich'' ,vor dem Erbrechen stehend‘ bzw. entsprechendes Gefühl bezeichnend, Kassel (Gr. 1894). ● ''Es wird mä ganz kutzerich.'' ,Es wird mir übel‘, oft auch ironisch gebraucht, um die Worte eines anderen als widerlich zu bezeichnen, also: heftige Ablehnung anzeigend. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzern''' ● ''kutzern'' ,zum Erbrechen reizen‘, Kassel (Gr. 1894), ''kotzern'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).  ● Nur in unpersönl. Redewendungen: ''es kutzert einen'' (Gr.), ''es kotzert mech'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kuzen''' ● Siehe „kauzen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''L.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Laatsch''' m. ● Latsch ,nachlässig gehender Kerl; dünnflüssiger Straßenkot‘ (Pfs. 1886); ,nachlässige Gangart‘, Kassel 20. Jh.; ''Laadsch'' ,nachlässig gehender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laatsche''' f., '''Laatschen''' m. ● ,aus Lappen zusammengenähter oder aus zerschnittenen Salbenden geflochtener Schuh‘, sehr üblich, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Latsche'' f. ,Schuh aus Salbenden, worin man latschig geht; schlunziges Frauenzimmer‘ (Pfs. 1886); ''Laatschen'' m. ,schiefer, ausgetretener Schuh‘, auch scherzhaft oder verächtlich für ,Schuh‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ''Laadschen'' (nur Plur.), ,schiefe, ausgetretene Schuhe‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Letschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laatschen''' ● ,wackelnd und schleppend gehen‘ (Vil. 1868); ,langsam, nachlässig, schleppend gehen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''laadschen'' ,sich nachlässig, schleppend fortbewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laatschen''' ● ,eine Ohrfeige verpassen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''laadschen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ich laadsch dä eine'' (''eenge'') ,ich gebe dir eine Ohrfeige‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laatschhühnchen''' ● ''Laatschhiehnchen'' ,Hühnchen mit Bauschfüßchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laatschmichel''' ● ,(meist langer) phlegmatischer Bursche‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laban''' m. ●  ''langer Lawan'' ,langer Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''labet''' ●  ''lawéht'' ,müde, abgespannt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Labberhannes''' ● ''Lawwerhannes'' ,einer, der gehaltloses Zeug redet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''labberig''' ● ''lawwerich'' ,gehaltlos (von der Rede)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''labbern''' ● ''lawwern'' ,gehaltlos reden, schwatzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Labbes''' m. ● ''Lawwes'' ,plumper Kerl‘, auch durchaus wohlwollend, bei Kindern im Sinn von gesund, kräftig gemeint, in der Kasseler Gegend recht üblich (Pfs. 1886); ''Lawwes'' ,großer Kerl‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lach''' m. ● ,kurzes Auflachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Läche dun'' Pl. ,Läche tun, in Gelächter ausbrechen‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lächerig''' ● ''lächerech'' ,zum Lachen reizend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lächern''' ● ,zum Lachen reizen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es lächert mech.'' ,Es macht mich lachen‘. (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lack''' m. ● ''en Kärle wie Lack'' ,ein tüchtiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lacks''' m. ● ,fauler Mensch‘ (Vil. 1868); ,großes Exemplar von Tier oder Mensch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Laggs'' ,großer starker Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. dürfte sich geirrt haben; er bezieht sich wohl auf den ''Faullacks'' (s.d.), Kassel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lacksen''' ●  ''sich lacksen'' ,sich lümmeln, flegeln, grob betragen‘, weitverbreitet (Pfs. 1886); ''sich lachsen'' ,sich lümmeln, bequem hinsetzen‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), 20. Jh.; ''sech laggsen'' ,sich räkeln, sich flegelhaft benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ladderei''' ● ,Herumtreiberei‘, Kassel 19. Jh. (Gr. 1894), auch: ,oberflächliches Arbeiten, Pfuscherei‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ladderhans''' ● ,ein träger Mensch, Müßiggänger‘ (Vil 1868); ''Ladderhannes'' ,Herumtreiber, Tagedieb‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Ladderhans'' ,leichtsinniger Mensch, Müßiggänger‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ladderig''' ● ''ladderich'' ,unordentlich‘, Kassel 20. Jh.; ''ladderech'' ,leichtsinnig, unordentlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laddern''' ● ,die Zeit müßig hinbringen, vertändeln‘ (Vil. 1868); ,sich müßig hermtreiben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laddersack''' ● wie ''Ladderhans'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lade''' f. ● ,Kleiderkiste der Landbewohner in Althessen‘ (Vil. 1868); ''Ladhe'', ,Kleiderkiste, wie von Vil. angegeben, außerdem ,Sarg‘ (hierfür auch ''Dodenladhe'' in Gebrauch), Balhorn (Sl. 1901); ''Lore'' ,große, schwere Truhe mit Eisenbeschlägen zur Aufbewahrung der Kleidung und namentlich des Leinenvorrats; Sarg‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Größer als die Lade ist in Niederhessen die ''Kiste'', diese ist schwerer und größer, hat Eisenbeschläge. In der Schwalm verhält es sich umgekehrt. (Vil.) ● Siehe ''Totenlade''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laffen''' ● ,mit herausgestreckter Zunge lecken, schlürfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''laffen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laib''' m. ● ''Laib (Brot)'' ,Brotlaib‘, Kassel 19., 20. Jh.; ''Leep'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laibchen''' ● ''Laibchen'', Pl. ''Laiwerchen'', kleine Teigwaren, Brötchen; dazu gehören im 19. Jh. Milchbrötchen, Franzbrötchen, Pariser; Kassel (Gr. 1894), auch Apfellaibchen (s.d.); ''Leebchen'' ,Laibchen, kleiner, runder Kuchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. hat merkwürdigerweise trotz pluralischem ''Leiwerchen'' als Singular ''Libb'', so auch als eigenes Stichwort. ''Libb'' heißt ,Leib‘ und ist von ''Laib'' getrennt zu halten, vgl. Niederellenbach ''Liep'' und ''Leep'' (Hm.) sowie mhd. ''lîp'' ,Leib‘ und ''leip'' ,Laib, geformtes Brot‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lakwerge''' ● ''Lakwerche'' ,Latwerge‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lakrezius''' ● ''Lakrezijus'' ,Lakritz‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lallepatsch''' m. ● ,Tölpel‘, übliches Schimpfwort in den Mittelständen (Vil. 1868);  ''Lallebatsch'' ,großer Tölpel; einer, der schwerfällig geht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lallepatschig''' ● ''lallebatschig'' ,sich benehmend wie ein Lallebatsch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lamberie''' f. ● ,Abschlußbretter unten an den Zimmerwänden, untere Täfelung‘, Kassel 20. Jh.; ,Täfelung der Zimmerwände‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Landviole''' ● ''Landfijohle'' ,Frau, deren Aufmachung die Provinzstädterin verrät‘, Kassel (Gr. 1894), ,Frau vom Lande, der Aufmachung nach‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Längede''' f. ● ''Lengde'' ,Länge‘, in Hessen sehr üblich (Vil. 1868); ''Längede'', dasselbe, Kassel (Gr. 1894); ''Längde'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''lengede''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''langen''' ● ,holen, reichen, darreichen‘ (Vil. 1868); ,herreichen‘, Kassel 20. Jh.; ,holen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die „gemeinhochdeutsche Ausdrücke“ ''holen'', ''reichen'', ''darreichen'' „waren bis um das Jahr 1820 im östlichen und inneren Hessen so gut wie gar nicht bekannt und dem Volke meist schlechthin unverständlich“. (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lapparsch''' ● ,läppischer, schlaffer Kerl, erbärmlicher Kerl‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Labboorsch'' ,erbärmlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läppchen''' ● ''Das es us dem Läbbchen ins Diechelchen''. ,Das ist einerlei‘, Kassel Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lappen''' ● , flicken, ausbessern‘, jetzt fast nur noch von Kleidungsstücken, früher auch von Geräten und Bauwerken (Vil. 1868); ''labben'' ,zerrissen sein, in Fetzen herabhängen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läppisch''' ● ''läbbsch'' ,schlaff, schwach, unbedeutend; fade, abgestanden (z.B. Bier)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ''läbbsch'' ,von fadem Geschmack, saftlos, schlapp, schlaff (von Personen und Gegenständen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Larches''' m. ● ,großer Kerl‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lärmetieren''' ● ''lärmedieren'' ,Lärm machen, lamentieren‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kontamination von ''Lärm'' und ''lamentieren'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lasche''' f. ● ,Prügel‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laschen''' tr. ●,durchprügeln‘ (Vil. 1868); ,schlagen, peitschen, durchprügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,verhauen, durchprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laschig''' ● ''laschech'' ,unordentlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lassen''' ● wie hd. ''lassen'', außerdem ,gut stehen‘, Niederhessen, auch nd. Niederhessen (Pfs.1, 1889), Kassel 20. Jh. ● ''Ähre Farwe läßt. Daaß leßt uch ockert nit.'' ,Dss steht euch nicht gut.‘ (Pfs.1) ''Das läßt dä nitt.'' ,Das steht dir nicht (gut).‘ Kassel 20. Jh. ● Vil. (1868) führt ähnlichen Gebrauch nur für das nd. Niederhessen auf: ''laten'' ,sich geziemen, scheinen, das Ansehen haben‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lattich''' m. ● ''Laddch'' ,Kopfsalat‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Laddich machen'' ,Spaß, Vergnügen machen‘, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● Gr. hat ''Lattich'' wohl nicht als Dialektwort aufgefaßt, insofern auch nicht verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lattichvogel''' ● ''Laddichvochel'' (''o'' kurz) ,Schmetterling; Person im sehr sommerlichem Anzug‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Sommervogel''. ● Pfs.1 (1889) nennt die Redewendung ''Mer spießen se uff alse de Laddichvöchel!'', die er aus seiner Kindheit in Kassel kennt, stellt aber ausdrücklich fest, daß ihm die Bedeutung von ''Lattichvogel'' unbekannt sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läube''' f. ● ''Läube'', ''Leibe'' […] ,der obere Teil des Hauses, oberes Stockwerk, Bodenraum‘, in älterer Zeit vorzugsweise die zur Aufbewahrung des Getreides bestimmten oberen Räume des Gebäudes, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Lewe'', Bezeichnung der Zimmer im zweiten Stockwerk eines Bauernhauses‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Man unterscheidet namentlich die Schlachte- oder Wursteläube, die zur Augbewahrung der Schlachtvorräte dient, und die Früchteläube, in der das gedroschene Getreide untergebracht wird. (Hm.) ● ''Läube'' gehört zu ''Laube''; siehe auch ''Borläube''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läubede''' f. ● ''Läubede'', ''Läuwede'', ''Laiwede'', Nebenform von ''Läube'', Niederhessen, davon lautl. Variante ''Laimede'' bei Netra im Ringgau (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lauern''' ● ''luren'' ,lauern, warten‘, Kassel (Gr. 1894); ,warten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läuferchen''' ● ''Leiferchen'' ,kleines Kind, das schon einigermaßen gehen kann‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läuferisch''' ● ''liffersch'' ,was gut und schnell vonstatten geht‘, Niederhessen, äußerst üblich (Vil. 1868); ''liffersch'' ,schnell vonstatten gehen, leicht zu bewältigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läufig''' ● ''leefech'' ,geläufig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lauseding''' ● ''Lüsedänk'' ,vorwitziges Mädchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lausehuttich''' m. ● mit Verweis auf ''Hottich'' erwähnt bei Vil. (1868); ''Lusehuddich'', Bedeutung wie ''Lausejunge'', Kassel 20. Jh.; ''Liesehodch'' ,mit Läusen behafteter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lausejunge''' ● ''Lusejunge'' ,unnützer Bube‘, Scheltwort (Vil. 1868); ,Junge, der Unfug treibt, Ärgernis gibt‘, Kassel 20. Jh.; ''Lüsejönge'' ,vorwitziger Junge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lausert''' m. ● ''Lusert'' ,Lümmel‘, Kassel 20. Jh.; ''Lüsert'' ,vorwitziger Junge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läuten''' ● ''lieden'', Kassel 19. 20. Jh. (Gr. 1894); ''lieren'', Oberellenbach (Hm. 1926). ●  Stammformen: ''lieden – lidd – gelidden'', Kassel (Gr., fehlerhaft); ''lieren – lüdde – lüdden'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lech''' ● ,ausgetrocknet‘, von hölzernen Gefäßen gesagt (Vil. 1868); ,leck‘, Kassel (Gr. 1894); ''läch'' ,leck, ausgetrocknet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lechen''' ● ''lechen'', gewöhnlich ''auslechen'', auch ''verlechen'', ,durchtröpfeln‘, gesagt von hölzernen Gefäßen, deren Dauben eingetrocknet sind, die also für Flüssigkeiten durchlässig geworden sind (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leckebrett''' ● ,Zunge‘, schmähend, besonders kleinen Kindern gegenüber, Niederhessen (Vil. 1868); ''Leggebrett'' ,Zunge‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lecken''' ● ''leggen'' ,lecken, nippen, naschen‘; ,in niederträchtiger Weise schmeicheln‘, Kassel (Gr. 1894); ''läggen'' ,naschen, nippen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lecken''' ● ,besprengen, begießen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''leggen'' ,Wasser vor dem Kehren auf dem Boden aussprengen‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Das Tuch lecken'' ,die zum Bleichen ausgespannte Leinwand begießen‘, ''die Wäsche einlecken'' ,die getrocknete Wäsche leicht besprengen und hiermit zum Bügeln vorbereiten‘ (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leckermaul''' ● ''Leggermull'' ,jem., der gern nascht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leckwerk''' ● ''Läggwark'' ,süße Speisen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ledig''' ● ''leddich'' ,unverheiratet‘, Kassel  (Gr. 1894); ''lärrech'' ,leer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''leddich un lose'' ,unverheiratet‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lege''' ● ,niedrig, kärglich, mager, jämmerlich‘, nd. sprechendes Niederhessen und Gegend um Maden (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lehne''' f. ● ,Abhang, Bergabhang‘, allgemein im Gebrauch (Vil. 1868). ● Siehe nachfolgendes ''lehne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lehne''' Adv. ● ,mäßig abhängig, gelinde abschüssig‘, allgemein im Gebrauch (Vil. 1868); ''lähne'' ,sanft ansteigend‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''lehneruff'' ,mit sanfter Steigung aufwärts‘, Kassel (Gr. 1894); ''lähne nof'' ,bergauf, ein wenig ansteigend‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lehnen''' ● ,leihen, verleihen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); dasselbe, Kassel (Gr. 1894). ● ''leihen'' ist völlig unbekannt (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leibchen''' n. ● ,ärmelloses Bekleidungstück für den weiblichen Oberkörper‘ (Vil. 1868); ''Libbchen'' ,Schnürbrust ohne Steifung‘, Kassel (Gr. 1894); ,Mieder (für die Frau), Weste (für den Mann)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leibchenskeipe''' f. ● ''Libbchenskibbe'' ,Westentasche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leich''' n. ● ,die auf die Spielbahn einzeln aufgesetzte Tonkugel‘, auf die im Frühlingsspiel der Knaben mit Tonkugeln geschossen (geknipst) wird, fast ausschließlich östl. Hessen, wo das Spiel zu Hause ist (Vil. 1868). ● Vgl. ahd. ''leih'' ,Spiel, Melodie, Gesang‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leichdorn''' ● ,Hühnerauge‘, in Hessen ausschließlich geltende Bezeichnung (Vil. 1868); ''Lichdorn'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Eigentliche Bedeutung ist ,Körperdorn‘, vgl. ahd. ''līh'' ,Körper, Leib, Leichnam‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leiche''' ● ''Liche'' (i kurz) ,Begräbnis, Trauerzug‘, seltener: ,Leiche‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,Beerdigung, Leichenbegängnis‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''uff ’ne Liche gehn'' ,an einer Beerdigung teilnehmen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leichenleute''' ● ''Lichenliere'' ,Teilnehmer an einem Begräbnis‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leichmahl''' ● ''Lichmohl'' ,Trauermahl nach dem Begräbnis‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leidmut''' ● ''Leidmut'' f. ,Wehmut‘, volkstümlich, Hessen‘ (Pfs. 1886); ''Leedmut'' m. ,Wehmut, Trauer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''leidmütig''' ● ,wehmütig‘, in der Kasseler Gegend ''lairemürich'' ausgesprochen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leier''' ● ''Liere'', Kassel (Gr. 1894) ● ''emmer de ahle Liere'' ,immer das alte Einerlei‘ (Gr).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leimen''' m. ● ''Leimen'' ,Lehm‘, Kassel (Gr. 1894); ''Lemen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Leimen un Stroh'' ,Kartoffelbrei und Sauerkraut‘, ebd. 19., 20.Jh. (Gr. 1894), übertragen von der Lehm-Stroh-Füllung, mit der die Gefache der Fachwerkhäuser ausgekleidet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leimenkaute''' f. ● ''Lemenküdde'' ,Lehmgrube‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leimrute''' ● ''uff der Limmrude gefangen'' ,durch List überführt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leinwat''' ● n., ,Leintuch‘, selten, in den größten Teilen von Hessen unüblich (Vil. 1864); ''Linnwoot'' f. ,Leinwand‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''lînwât''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leist''' m. ●  ''Leest'' ,Spur, Striemen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lenze''' f. ● ,Lenz, Frühling‘, Balhorn (Pfs. 1886). ● ''In der Lenze'' ,im Frühling‘, besonders in der Zeit der Aussaat, Balhorn (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''leppen''' ● ,nur ganz wenig besprengen, vorsichtig bespritzen‘ (Vil. 1868). ● Vil. faßt ''leppen'' „als eine Art Deminutiv“ zu ''lecken'' auf (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lepperkind''' ● ''Läbberkend'' ,aufgeleppertes Kind‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''leppern''' ● ,in einzelnen kleinen Schlucken trinken‘, allgemein üblich; ''aufleppern'' ,ein Neugeborenes (Mensch oder Tier) durch Einflößen von Milch ohne Mutterbrust aufziehen‘, auch: ,mit Mühe großziehen‘ (Vil. 1868); ''läbbern'' ,ein Kind ohne Muttermilch aufbringen; oft und in kleinen Portionen trinken‘, Kassel (Gr. 1894), ''sich läbbern'' ,sich allmählich ansammeln, vermehren‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ''läbbern'' ,von einer Speise oder einem Getränk nur wenig und in kurzen Zügen genießen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es läbbert sich (zesammen)'' ,aus wenig wird allmählich viel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lerche''' ● neben dem Vogelnamen auch ,liederliches Frauenzimmer‘, allgemein verbreitet (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lerchelchen''' ● ,kleine Lerche‘, Zungenprobe der Nüchternheit: Wer ''Lerchelchen'' nicht mehr sprechen kann, hat zuviel getrunken, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lerchen''' Pl. ● ,die ersten Kinderschuhe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lerchen''' ● ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lernisch''' ● ''lärnsch'' ,gelehrig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Letschen''' m. ● 1) ''Ledschen'' ,Stiefel (Schuhe), die durch Abschneiden des Schaftteils und Anschrägung des Oberleders zu Pantoffeln gemacht worden sind‘, Kassel (Gr. 1894); ''Letschen'' ,Schlappschuh‘, Balhorn (Sl. 1901); ,weicher, ausgetretener Schuh; Pantoffel‘, abfällig für ,Schuh‘, Kassel 20. Jh.; ,Zunge‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr.). ● &lt;br /&gt;
''Kumm heim, din Mutter hat de uf‘m Letschen gepiffen.'' Balhorn; Sl. gibt die Bedeutung ,Zunge‘ nicht an, nimmt also ,Schlappschuh‘ an, sieht also darin humoristischen Gebrauch („scherzhaft“); ''uff dem Letschen piffen'' ,Zungenpfiff machen‘, ebd.,  19., 20. Jh. (u.a. Lüttebrandt 1917); ''en Letschen honn'' ,betrunken sein‘, ebd. (Lüttebrandt), offenbar im Sinne ,schwere Zunge haben‘. ''Einen im Letschen honn'' ,betrunken sein‘, ebd. 20. Jh.; ''en Lädschen machen'' ,ein trauriges Gesicht machen‘, ebd. (Lüttebrandt). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''letterbeinig''' ● ''letterbeenig'' ,eigensinnig, störrisch, ungehorsam‘, besonders für heranwachsene Knaben gebräuchlich, an der Schwalm (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''letzten''' ● ''letzden'' ,kürzlich, neulich, letzthin‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leuchte''' ● ''Lichde'' (''i'' kurz), Kassel (Gr. 1894), ''Liechde'', nur in vereinzelten Redewendungen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''in der Lichde stehn'' ,im Licht stehen, durch Vortreten verdunkeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''geh mo üs der Liechde'' ,geh mal aus dem Licht!‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leuchtefett''' ● ''Lichdefedd'' ,Lampen- und Brennöl‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lewes''' m. ● ,großer Hund‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''libern''' ● ''lübbern'' ,coagulare, gerinnen‘, Niederhessen, allgemein üblich (Pfs. 1886); ''lewwern'' ,gerinnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''liberen'' ,gerinnen‘. ● Siehe ''Lubermilch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Licht, Lichtchen''' ● ,Licht, Kerze‘, Kassel (Gr. 1894), auch: ,Schnutznase‘, ebd. 20. Jh. ● Redensarten, mit Genuswechsel: ''Du stehst mä in der Lichte'', ''geh mä us der Lichte'', Kassel 20. Jh.; siehe dazu ''Weg''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lichterbaum''' ●  „der bei uns häufigere Name für den ,weihnachtlichen Christbaum‘“ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lichterkirche''' ● ,Weihnachtsgottesdienst‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lichterzieher''' m. ● ''Lichderzier'' ,Kind, das den Schnutz offen zur Schau stellt; Schnutznase‘, Kassel (Gr. 1894). ● Der Lichterzieher ist eigentlich der Kerzenzieher, -macher; es handelt sich also um eine humoristische Übertragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lid''' n. ● ''Led'' ,Luke‘, belegt in ''Boddenled'' ,Bodenlid, Bodenluke‘, Kassel (Gr. 1894); ''Läht'' ,Holzverschlag, der eine Öffnung verschließt; Augenlid‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lied''' n. ● ,Glied‘, in Kassel und anderwärts gelegentlich gebräuchlich (Vil. 1868). ● Mhd. ''lit''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''liefern''' ● ''liwwern'' ,liefern, kaputtmachen‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), 20. Jh. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lieser''' Pl. ● meist ''Lieserchen'' ,kleine Pusteln auf der Haut, geringer Ausschlag, Niederhessen (Vil. 1868). ● „Ohne Zweifel der alte Name der Krätze bzw. der Krätzmilbe, im 16. Jh. als ''Lies'' und ''Lisse'' belegt; nach Aufkommen von ''Krätze'', ebenfalls 16. Jh., umgedeutet (Vil.). ● Sing. ''Liese'' steckt möglicherweise in ''Gänseliese'', Kassel, hier aber (Gr.) aufgefaßt als ,Gänseläuse‘ (s. d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Linktatsch''' m. ● ''Linkdatsch'' ,Linkshänder‘, verächtlich (Vil. 1868); dasselbe, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Ländadsch'' (sic) ,Linkshänder‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Tatsche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Livländer''' ● ''Lifflänger'' ,magerer und flinker Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''löchericht''' ● ''lächerecht'' ,voller Löcher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lock''' m. ● ,kleines Fuder‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Loh''' n. ● ''Loh'', Pl. ''Löcher'' ,Hain, kleines Gehölz, Buschwerk, welches einzeln mitten im angebauten Feld liegt‘, als Begriff nur noch selten gebraucht, als Name häufig (Vil. 1868); ,Wald, Gehölz‘, nur noch in zwei Flurbezeichnungen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mh. ''lô''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Löhnchen''' ● ''Lehnchen'' ,kleine Flamme‘, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● ''En Lehnchen in’n Owwen machen'' ,nur wenig Feuer machen‘ (Lüttebrandt) ● Verwandt mit ''Lohe'' ,flammender Brand‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lose''' ● ,locker‘, auch: ,zu wenig gesalzen‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe auch ''ledig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Löwer''' ● ,Lohgerber‘, noch jetzt in mehreren Städten üblich, z.B. in Treysa und Frankenberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lubermilch''' ● ,geronnene, saure (dicke) Milch‘, hin und wieder vorkommend, z.B. auf dem Habichtswald (Vil. 1868). ● Siehe ''libern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Luche''' f. ● ''Lüche'' ,Öffnung in der Scheunendecke, durch die am Luchenseil etwas nach oben befördert werden kann‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Luche'' ist die hd. Entsprechung zu nd. ''Luke'.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lügenfittich''' m. ● ''Liejenfidch'' ,zum Lügen neigender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lügenjohannes''' ● ''Liechengehannes'' ,Lügner‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lügenmajor''' ● ''Liechenmajor'' ,großer Lügner‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lullen, lüllen''' ● ,weinen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lumbe''' f. ● ,Lende, Weiche‘ ● ''Einen in die Lumben hauen'' ,gehörig abprügeln‘, ganz allgemein üblich (Vil. 1868); ''in de Lumben dreden'' ,grob abweisen‘, Kassel (Gr. 1894), ''in de Lumben haun'' ,jem. tätlich angehen‘, ebd. 20. Jh.; wird in Kassel nicht mehr verstanden, sondern auf ''Lumpen'' im Sinne von ''Klamotten'' bezogen; bereits Gr. überträgt ''Lumben'' als ,Lumpen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lumm''' ● ,schlaff, locker, lose‘ (Vil. 1864); ''lomm'' ,locker, lose‘ (z. B. Kuchenteig, Ackerboden), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lumpen''' Pl. ● ''Lumben un Fleh'' ,Lumpen und Flöhe‘, Gericht: Weißkraut mit Kümmel, Kassel 20. Jh. (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lumpensämmler''' ● ,Lumpensammler‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lümper''' ● ''Limberd'' ,Lump‘, Kassel (Lüttebrandt 1917), ,Taugenichts‘, ebd. 20. Jh.; ''Lember'' ,Lumpensammler, zerlumpter Mensch, armer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Limber'' ,Lumpensammler‘, Großenritte 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunke''' ● ''lunke-lunke machen'' ,hinlegen und schlafen‘, Kindersprache, Kassel (Gr. 1894); ''lunke-lunke-lunke!'' ,Leg dich hin, schlaf jetzt!‘, Aufforderung an kleine Kinder, ein Schläfchen zu machen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lunkebettchen''' ● ,Bettchen‘, an kleine Kinder gerichtet, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunken''' ● ''sich lunken'' ,sich zur Ruhe niederlegen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lunzekatze''' f. ● Bezeichnung für jedes schwache, dünne Gewebe, auch Interjektion in abwertendem Sinn, Kassel (Gr. 1894); ''Lönzekatze'' ,wertloses Zeug‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunze''' ● ''lonze-lonz machen'' ,schlummern‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunzen''' ● ,leicht schlummern, halbschlummernd sich im Bett halten, sich behaglich zum Schlummern niederlegen‘ (Vil. 1868); ,schlummern‘, Kassel (Gr. 1894), ''lonzen'', dasselbe, ''sech lonzen'' ,sich schlafen legen‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lurch''' ● ''Lurch'', ''Lorch'' m. und n. ,ein Trunk („Suff“)‘, im Fuldischen üblich (Vil. 1868); ''Lorch'' m. ,Saft von gekeltertem Obst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lusch''' n. ● ,wirres Stroh; im Feld wachsende wilde Halme‘, untere Eder (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lusche''' f. ● ,Kohl, der kein Haupt geschoben hat, sondern in lange Blätter geschossen ist‘, Balhorn (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''luschig''' ● Adj. zu ''Lusch'' (Pfs. 1886); ''lüschech'' ,wirr (vom Stroh), locker, ungefüllt (von Krautköpfen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lüttich''' ● ''lüttig'', ''lüttich'' ,leichtfertig, eilfertig, oberflächlich (von Menschen und deren Verrichtung)‘, in ganz Niederhessen üblich (Vil. 1868); ''lüttich'', ''lütche'', auch im Hinblick auf zu leichte, dünne Kleidung bei rauher Jahreszeit gesagt (Pfs. 1886); ''leddech'' ,schwach, leicht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lutterbaß''' m. ● ''Lodderbaß'' ,unordentlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lutterig''' ● ''lotterig'', ''lodderig'', ''loddericht'' ,zottig, zerlumpt, nachlässig in der Kleidung‘, in Althessen allgemein (Vil. 1868); ''ludderich'' ,lotterig, unordentlich, wackelig, schwankend‘, Kassel (Gr. 1894), ,verlottert, unordentlich‘, ebd. 20. Jh.; ''lodderech'' ,zerlumpt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch I – L'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_I_%E2%80%93_L</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L</title>
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				<updated>2015-01-20T14:52:55Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch I – L'''&lt;br /&gt;
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:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''I.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Icke''' f. ● ,Frosch‘, Schwalm (Pfs. 1886). ● Pfs. vermutet als Vorform *''Ücke'', verweist auf bair. ''Aukchen'', ''Auchen'' (Pfs., S. 305).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ickengeschlicker''' ● ,Froschlaich‘, Schwalm (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Icker''' m. ● ,Muscheltier‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ickermulde''' f. ● ''Ickermulle'', ''Ickermüllchen'', Pl. ''Ickermüllerchen'' ,Schale der Flußmuschel‘, d.h. die Mulde, in der sich der Icker befindet, an der Schwalm (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ickern''' ● ,necken‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''iggern'' ,necken‘, Kassel 20. Jh.; ,necken, ärgern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Iewest''' ● ''Iwest'' n. ,leinener viereckiger Einsatz n der Vorderseite des Unterrocks Verheirateter‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Iewest'' ,andersfarbiges, in die Vorderseite des Rockes vom Frauenkleide eingenähtes, wie eine Schürze aussehendes Stück Zeug', Kassel (Gr. 1894). ● Der Iewest, mir nur als Maskulinum bekannt, war der Einsatz im (Trachten-)Rock (nicht des Unterrocks), der durch die Schürze verdeckt wurde. (Gt.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''iewest''' ● ''iebes'' (''iewes'', ''iewest'') ,einigermaßen, nur etwa‘, Niederhessen, mit anderen Lautungen und Formen in ganz Hessen (Vil. 1868); iwewes, iewest ,irgendwie, wo nur immer‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''iewest'' ,irgendwie, halbwegs‘, Kassel (Gr. 1894); ''iewest'' ,irgendwie, einigermaßen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''iewesthand''' ● ''iebesthand(s)'' ,zuweilen, mitunter‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''iewesdhaant'' ,häufig, öfters‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''illern''' ● Siehe ''eulern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Imbiß''' m. ● ''Immes'' ,Schmaus‘, Ziegenhain, Oberhessen (Vil. 1868); ''Emmes'' ,geselliges Schmausen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''indärlich''' ● ''indärlech'' ,sanft, treuherzig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. (1868) verzeichnet das Wort für Niederhessen nicht, allerdings als ''indüerlich'' ,mitleiderregend, eindringlich‘ für Schmalkalden und als ''indellig'' für Bereiche südlich des Niederhessischen; er sieht darin ein *''inteuerlich'' ,sehr teuer‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ineinander''' ● ''innanner'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); übertragen: ,aufgeräumt, lebhaft‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''innanner sinn'' ,(sehr) zuvorkommend sein‘, scherzhaft, Steigerung: ''innanner sinn wie Schuhwichse'' (Gr.). ''Hä äs innanner wie ‘ne Kährberschde''. ,Er ist in freudiger Erregung.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''infamicht''' ● ,abscheulich, niederträchtig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ingescheit''' ● ,sehr gescheit, pfiffig‘, äußerst üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''inzweiern''' Adj. ● ''innzweiern'' ,entzwei, zerbrochen, kaputt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''innzweiernes Dibbchen'' ,zerbrochenes Töpfchen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''inzweimachen''' ● ''innzweimachen'' ,entzwei machen, zerbrechen, kaputtmachen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ippen''' ● ''ebben'', ''ibben'' ,kurzen, heftigen Schmerz empfinden‘ (z. B. bei Stoß), ,jucken, brennen‘ (z. B. bei Brennesselberührung, Insektenstich), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Irrgewirr''' n. ● ,Durcheinander‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Irrwisch''' m. ● ,Irrlicht‘, üblichste Benennung, auch: ,unruhige hn und her fegende Person‘ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itsche''' f. ● ,Kröte‘, in Althessen die alleinige Bezeichnung (Vil. 1868); ,Eidechse‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kröte‘, Kassel (Bennecke 1904), ,Kröte, Frosch; zickiges kleines Mädchen‘, Kassel 20. Jh.; ,Kröte, Frosch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Du kleine Idsche'', schwaches Scheltwort, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).  ● Vil. sieht zu Recht in ''Itsche'' entrundetes *''Ütsche'', verweist auf Marburger Hexenprozeßakte 1633: ''Die fraw Eyla hab ein stecken genommen, vnd in ein vtsche oder kröte gestochen.'' Pfs. (1886) verweist auf oberhess. ''Eutsche'', das langes ''ü'' voraussetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itschenditsch''' ● ,das Junge von einem Hasen und einer Ente‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itschengegritsche''' n. ● ''Idschenjegridsche'' ,Froschlaich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itschenquitsch''' m. ● Bezeichnung für ein itschiges Kind, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''itschig''' ● ''itschich'' ,zickig, zänkisch‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itzelei''' ● ,Zänkerei, Keiferei‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''itzeln''' ● ,necken‘ (Vil. 1868); ''sech itzeln'' ,miteinander zanken, keifen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''J.,''' siehe auch '''G.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''jacken''' ● ''jaggen'' ,schnell fahren‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''karjäckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jackern''' ● ,schnell reiten, schnell fahren‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868). ● Vgl. ''karjäckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jagden''' ● ''sech jochden'' ,sich spielend necken, sich neckend umhertummeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jahn''' ● ''Jahne'' f. ,die Reihe, Linie, Strich Arbeit, z.B. beim Kornschnitt, im Heumähen, gerade vor sich hin bei dem, was man sich davon vorgenommen hat‘, in Hessen allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''John'' m., Pl. ''Jehne'' (Dim. ''Jehnchen'') ,bestimmte Arbeitsfläche; Ackerabschnitt, der zu bearbeitet ist‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''in einer Jahne stehen'' ,in gerader Linie stehen‘, z.B. Bäume, aber auch von Menschen gebräuchlich (Vil.); ''fär Johne hen'' ,vor Jahne hin, der Reihe nach‘ (Hm.); ''zejohnehenne'' ,ziemlich, (so) einigermaßen‘, Kassel (Gr. 1894), ''zijohne'' ,langsam‘, Kassel (Lüttebrandt 1919). ● Nach Vil. ursprünglich maskulin, er verweist auf mhd. ''jân''; in Hessen „durchgängig“ feminin – was kaum stimmen kann, vgl. Oberellenbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jähnen''' ● ,gähnen‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jahren''' ● ''sech johren'' ,sich finanzielle erholen, zu Mitteln kommen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jammer''' ● ,Heimweh‘, Balhorn (Sl. 1901); ,Jammer‘, selten, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jammern''' ● ,seufzen, klagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''jimmern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jären''' ● ,gären‘, Kassel (Gr. 1894); ''jären'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jätehäckchen''' ● ''Jädehäckchen'', übertragen: ,hervorstehendes, meist aufwärts gebogenes Kinn‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jährehäggchen'' ,kleine Hacke zum Ausjäten des Unkrauts‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jätsch''' m. ● ''Jädsch'' ,einer, der die Schuhe schief tritt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jätschen''' ● ''jädschen'' ,die Schuhe schief treten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jauker''' ● ''jauger'' ,teuer, gefährlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jaunern''' ● ,winseln (von Menschen und Hunden), beständig nörgeln (von Kindern)‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ,Schmerzlaute von sich geben, weinerlich klagen‘, Kassel (Gr. 1894), ,Schmerzlaute von sich geben (von Menschen und Hunden)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jembern''' ● etwa: ,kläglich, sich sehnend, armrudernd herumgehen‘, Kassel (Gr. 1894) ● Vgl. ''embern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jende''' ● ''dulle Jende'' ,Frauenzimmer, das kein gesetztes Benehmen hat‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jetzunder''' ● ''jitzunner'' ,jetzt‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ''jetzunner'', Kassel (Gr. 1894), ''itzund'', ''gitzund'', ''itzunder'', ''gitzunder''. ● Kürzere Formen: ''jitzt'' (hauptsächlich für ,jetzt‘), Kassel; ''itz'', ''gitz'', ''itzet'', Balhorn (Sl.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jexe''' ● ,Hiebe, Schläge‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jexen''' ● ,hauen, schlagen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jicht''' f. ● ,Gicht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jichtbeere''' ● ,schwarze Johannesbeer‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jichtig''' ● ,eifrig (im Schaffen), jähzornig‘, Gegend von Felsberg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jimmern''' ● ,kläglich, mit einem hohen Ton jammern, winseln‘, ganz Althessen (außer dem niederdt. sprechenden Teil) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jippe''' f. ● ,Kippe; schwankendes Ende‘ (daneben auch ''Kippe'' gebräuchlich) Kasseler Gegend (Pfs. 1886);  ''Jebbe'' ,Kippe‘, Kassel (Gr. 1894). ●  ''uff der Jeppe stehn'' ,auf der Kippe stehen, vor dem Bankrott, vor der Katastrophe stehen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jippe''' f. ●  ''Jebbe'' ,Knabenschlitten‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jippen''' ● ,schwanken, schaukeln‘, Kasseler Gegend (Pfs. 1886); ''jebben'' ,kippen, rasch aus dem Gleichgewicht fallen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jippen''' ● ,Schlitten fahren, wie die Kinder es tun‘, östl. Hessen (Waldkappel) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jippen''' ● ,hell pfeifen‘, von Rädern oder Maschinen, deren Teile sich mit schrillem Ton reiben, Hersfeld (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jirscht''' m. ● ''Jirsch'' ,Schaum, welcher sich beim Gären bildet‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Jirscht'' ,Schaum‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hingegen in Kassel ''Girscht'' (s. d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Juchtelfuchtel''' m. ● ,Schnaps‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jü''' ● Zuruf an das Zugvieh, um dasselbe zum Fortgehen anzutreiben, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''juckeln''' ● ''juggeln'' ,unruhig sitzen, dabei mit dem Stuhl ruckeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''juckern''' ● ,unruhig, erschütternd sitzen‘, Kasseler Gegend (Pfs. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jücken''' ● ''jeggen'' ,jucken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jüde''' ● ''Jidde'' ,Jude‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Balhorn (Sl. 1901); ''Jerre'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jüdenmensch''' n. ● ''Jerrenmönsch'' ,Jüdin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jüdschen''' f. ● ''Jedschen'' ,Jüdin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jumfter''' f. ● ''Jumfder'' ,Jungfer‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jomfder'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''juppern''' ● ''jubbern'' ,unruhig auf etwas sitzen, wie mit Ungeduld sich zum Fortgehen anschicken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''K.,''' siehe auch '''G.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Kabe''' f. ● ,Spreu‘, Niederhessen, nördl. von Fritzlar; an der Schwalm, Amt Frankenberg (Vil. 1868); ''Kowe'' ,Spreu; auch der Spreu ähnlich sehende Teile des Kerngehäuses von Kernobst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kabefresser''' ● ''Kawefresser'' ,jem. der aus Geiz karge Kost genießt; Geizhals‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kowenfrasser'' ,Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kabehals''' ● ''Kawehals'', wie ''Kabefresser'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kabig''' ● ''kawich'' ,geizig, aus Geiz kargend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kabores''' ● ,entzwei, zerstört, kaputt‘, Kassel (Gr. 1894). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kächzebeutel''' ● ''Kächzebiedel'' ,einer, der viel hustet, keucht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kächzen''' ● ,stark stark husten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kahre''' f. ● ''Kohre'' ,Kehre; Wendung mit dem Fuhrwerk, Krümmung des Weges‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kahren''' m. ● ''Kahren'' ,Karren‘, Kassel (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''Korrn'' (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalátsche''' f. ● ''Kalaadsche'' ,eine, die tratscht, alles ausplaudert, Klatschbase‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kalöhdsche'' ,Klatschbase, Schwätzerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Karbatsche''.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''kalátschen''' ● ''kalaadschen'' ,tratschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''kalöhdschen'' ,über jemanden etwas in tadelnder Weise sprechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''karbatschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kälbern''' ● 1) ,sich erbrechen‘, sehr üblich, 2) ,Possen treiben, alberne plumpe Scherze machen‘, ziemlich üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalch''' ●  ,Kalk‘, Hessen (Pfs. 1886), Kassel (Gr. 1894); hingegen ''Kalk'' in Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalfakter''' ● ''Kalfacter'' ,jemand, der überall herumstreicht, horcht, zuträgt und ausplaudert; Spion‘, Schimpfwort (Vil. 1868); ''Kalfagder'' ,Person, die überall herumstreicht, Aushorcher, Zuträger‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kalfaktern, kalfatern''' ● ''kalfactern'' ,überall herumlaufen, horchen, zutragen und ausplaudern‘, oft scherzhaft (Vil. 1868), ''kalfagdern'' ,die Leute aushorchen, ihnen etwas zutragen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''kalfadern'' ,alles auskundschaften‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalopp''' ● ,Galopp‘, Kassel (Gr. 1894), ,schneller Ritt, schnelle Fahrt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kaloppieren''' ● ''kallebieren'' ,galoppieren‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''kallebierende Uszehrunge'' ,galloppierende Schwindsucht‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalummer''' ● ''Kalummer Vauhl'', ''Kalummer'' m. ,Kanarienvogel‘, üblich, Nierhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kamasche''' ● ''Kamasche'' ,Gamasche‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kamösche'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kammbank''' ● Siehe ''Kannbank''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kanal''' s.(!) ● ,Kanalschacht und dessen Deckel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kandel''' f. ● ''Kanel'', ''Kenel'', „jetzt gewöhnlich Kandel gesprochen“, ,Röhre, besonders Dachrinne, Dachröhre‘ (Vil. 1868); ''Kannel'' ,Dachrinne, auch Abfallrohr‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kaanel'' ,Straßengosse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kannbank''' m.(!) ● ''Kannbank'' m., gesprochen ''Kammbank'', ,an der Stubenwand in Manneshöhe angebrachtes Brett, zur Ablage von Bierkrügen, Gläsern, Tassen und Büchern; an der Unterseite des Kammbanks Hakenleiste zum Aufhängen von gesponnenem Garn und Bekleidungsstücken‘, östl. Hessen (Vil. 1868); ''Kammbank'' ,Gerätesims in Küchen und ländlichen Stuben‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''Kammbank'' ,Küchenrepositur‘, Kassel (Gr. 1894), ''Kammbaank'' m. ,an der Wohnzimmerwand angebrachtes Brett, auf dem allerlei kleine Gegenstände aufgestellt werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Pfs. bezweifelt Vil.s (naheliegende) Annahme, daß das Vorderglied als ''Kann(e)'' zu deuten sei; er sieht darin ''Kamm'' und faßt das damit gebildete Kompositum bildlich auf. Mhd. ''banc'' ist fem., aber auch mask., insofern erklärt sich ''der Kannbank''; die Bildung dürfte sehr alt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kannbanksläufer, -laufer''' ● ''Kammbanksläufer'' ,kleiner, unverständiger und zu Geschäften unbrauchbarer Knabe‘, östl. und inneres Hessen (Vil. 1868); ''Kammbankslaufer'' ,Lohnläufer; einer, der sich mit kleinen Aufträgen mühsam durchschlägt‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kammbangsleefer'' ,jemand, der sich die Gunst von anderen zu erwerben weiß, indem er ihnen allerlei kleine Dienste erweist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kannbrett''' ● ''Kambret'', entspricht ''Kannbank'', Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kappenieren''' ● ''kabbenieren'' tr. ,zerbrechen, entzweischlagen; erschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kaprisig''' ●  ''kabrísech'' ,kapriziös, launenhaft, auffahrend, jähzornig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kapuster''' m. ● ,dicker, kurzer Mensch‘, besonders von einem dicken Kind gesagt, scherzhaft, überall verbreitet (Vil. 1868); ''Kabuster'' ,pausbäckige, robuste Person‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vil. vermutet Herkuft von russ. ''Kapustra'' (''Kappus'' ,Weißkraut‘), also Vergleich mit einem Kohlkopf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karbatsche''' f. ●  ''Karwaatsche'' ,aus ledernen Riemen geflochtene Peitsche mit lederüberzogenem Stiel‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vil. (1868) erwähnt zwar ''Karbatsche'', gibt aber keine Bedeutung an, das Wort sei bekannt, aber nur wenig geläufig, meist im östl. Hessen. Nach Gr. von französ. ''cravache'' ,Reitpeitsche‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karbatsche''' f. ● ''Karwöhdsche'' ,Schwätzerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ist wohl ''Karbatsche'' ,Peitsche‘ mit Bedeutungsübertragung von lautlich ähnlichem ''Kalatsche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karbatschen''' ● ''karwaatschen'' ,(ver)prügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karbatschen''' ● ''karwöhdschen'' ,überall umherlaufen, um zu plaudern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''kalatschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karch''' m. ● ''Korch'' ,starker Husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karchen'''  ● ''korchen'' ,stark husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karges'''  ● ''karges machen'' ,Schaden stiften‘, auch: ,listig jemandes Vorhaben vereiteln‘, Felsberg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karjäckerchen''' ● ,Träbchen, kleiner kurzer Trab‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karjäckern''' ● ,traben, laufen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. ''jacken'', ''jackern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karmenade''' ● ,Karbonade‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karnette''' f. ● ''Karnette'', gewöhnlich: ''Karnettchen'', ,Weibermütze‘, diese wurde getragen in Kassel (von älteren Bürgerinnen) bis gegen 1830 und „jetzt“ noch in der näheren Umgebung von Kassel (Vil 1868);&lt;br /&gt;
''Karnette'' ,Spitzbetzel‘ (Pfs. 1886); ''Karrnedde'' ,steife und spitze Haube der Bäuerinnen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Aus französ. ''cornette'' ,Haube der Frauen‘ (Gr.). ● Siehe ''Spitzbetzel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karnuffeln''' ● ''karnuffeln'', ''karnüffeln'', 1) ,stoßen, prügeln‘; besonders „stumpen“ mit Faust oder Ellenbogen, allgemein üblich; 2) ''karniffeln'' ,mit dem Kinderschlitten fahren‘, Gegend von Philippsthal-Kreuzberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kartenrätscher''' ● ''Kaardenrätscher'' ,leidenschaftlicher Kartenspieler‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kartuffelschnipper''' ● ''Gordüffelschnebber'' ,geröstete Kartoffelscheibe‘, beliebt als Zuspeise zum Morgenkaffee, besonders im Winter, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''käsen''' ● ,klatschend werfen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kassel''' ● redensartlicher Spaß, Niederhessen: „Man hebet Kinder hoch, indem man ihren Kopf bei Ohren zwischen Hände nimt, um ihnen angeblich ,Kassel zu zeigen‘.“ (Pfs. 1886) ''Ech wäll dä moh Kassel wiesen!'' Mit diesen Worten pflegt man kleine Kinder am Kopf hochzuheben. Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel, 20. Jh., heißt die Frage an kleine Kinder: „Soll ich dir mal den Herkules zeigen?“ Bei Bejahung folgt dieselbe schmerzliche Prozedur. ● Siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kastaniel''' f. ● ''Kastanjel'' ,Kastanie‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ''Kastanchel'', ebd. (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''Gresdanjel'' (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kastrullbursche''' ● ,Köchin, Küchenmädchen‘(!), scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kastrulle''' f. ● ''Kastrulle'' ,Kasserolle‘, Kassel (Gr. 1894);  ''Kasdrolle'' ,kleiner Blechtopf mit Stiel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''casserole'' ,Tiegel, Schmorpfanne‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käte''' f. ● ''Käde'' ,Schweinsklaue‘, Kassel (Gr. 1894), ''Käden'' ,Schuhe‘, Kassel 20. Jh. (z.B. Bennecke 1904); ''Keede'' f. ,Klaue der Wiederkäuer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die Oberellenbacher Form paßt im Vokalsimus nicht zu der Kasseler Form; Hm. führt sie denn auch unter dem Stichwort ''Köte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''katern''' ● ''kodern'' ,vertraulich miteinander verkehren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kathrine''' ● ,Katharina‘ ● ''De schnelle Katriene'' ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894); diese Wendung muß früher sehr üblich gewesen sein, denn Gr. merkt an: „Einziger Fall, wo der Kasseläner ''schnell'' gebraucht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kätschel''' f. ● ''Kädschel'' ,Mund‘, verächtlich; übertragen: ,Schwätzerin, Person, die dauernd nörgelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kätscheln''' ● ,die Schuhe schieftreten‘, Amt Schönstein, Jesberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kätscheln''' ● ''ketscheln'' ,langsam kauen‘, untere Eder (Pfs. 1886); ,ohne Appetit essen, an etwas herumkauen‘, Kassel 20. Jh.; ''kadscheln'', dasselbe, und übertragen: ,dauernd dummes Zeug reden, dauernd verdrießlich mäkeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kätschelschlette''' f. ● ''Kädschelschlädde'' ,Person, die dauernd unvernünftiges Zeug redet, dauernd nörgelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schlette''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kätschen''' ● ''kädschen'' ,langsam und ohne Appetit an etwas herumkauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Katzenfleisch''' ● ''Katzenfleesch'' ,sehniges Fleisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kauchen''' ● ''kauchen'', gesprochen meist ''kuhchen'' ,niederkauern, niederhocken‘ (Vil. 1868; Vorkommen nach ihm: Oberhessen); ''kuchen'' (''u'' kurz) ,kauern, hocken‘, Kassel (Gr. 1894); ''sech küchen'' (''ü'' kurz) ,sich niederkauern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaule''' f. ● ''Kule'', ''Kaule'' ,Grube‘, im niederdt. sprechenden Niederhessen und fuldaaufwärts bis in die Gegend von Rotenburg vorkommend (Vil. 1868); ''Kulle'' ,Kuhle, Grube, Mulde, Vertiefung‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaule''' ● Siehe auch ''Kulle''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaulert''' m. ● ''Kullert'' ,Kaulbarsch, kleiner Fisch mit Rückenstacheln‘, Kassel (Gr. 1894); ,kleiner, dunkler, häßlicher Stachelflosser‘, ebd. (Lüttebrandt 1919). ● ''Kullert'' &amp;lt; ''Kuller'' + mit Dentalzusatz wie ''Koffert'', ''alst'', ''ebend'' u.a.m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käutchen''' ● ''Kiddchen'' ,Backengrübchen‘, wörtlich: ,kleine ''Kudde'' (''Kaute'')‘, Kassel (Gr. 1894). ● Redensart ''En Kittchen im Backen, en Schelmen im Nacken.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaute''' f. ● ''Kaute'', ''Kutte'' ,Grube, jede Vertiefung‘ (Vil. 1868); ''Kudde'' ,kleine Grube‘, Kassel (Gr. 1894); ''Küdde'' ,Grube, Vertiefung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaute''' f. ● ''Kaute'', ''Kutte'' ,der in einen runden mit einer Spitze versehene Knäuel zusammengedrehten gehechelten Flachses, bereit zur Verarbeitung am Spinnrad‘ (Vil. 1868); ''Kudde'' ,Zopf, Bund (Garn, Flachs), kleine Garbe‘, Kassel (Gr. 1894); ''Küdde'' ,kegelförmig zusammengedrehtes Bündel gehechelten Flachses‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''käuweln''' ● ,kauen‘, niederhess. (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käuzchen''' ● ''Kützchen'' ,die Gestalt eines zusammengekauerten Menschen‘, Niederhessen (Vil. 1868). ●  Redewendung ''Kützchen machen'', ''Kützchen sitzen'' ,niederkauern, sich zusammenkauern‘ (Vil. 1868); ''en Kitzchen machen'' ,in gekauerter Haltung auf dem Eis schurren (''glieden'')‘, Kassel (Gr. 1894), ,niederkauern, sich in die Knie herablassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''kauzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kauzen''' ● ''kuzen'' ,kauern, hocken‘, ''sich kuzen'' ,sich hinhocken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Vil. hat das Wort nicht, verweist aber unter ''Kützchen'' auf verwandtes ''kauchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käwweler''' ● ,jem., der käwwelt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kawweln, käwweln''' ● ''kabbeln'', ''käbbeln'', ''kawweln'' ,beschwerlich (zahnlos) kauen‘; an der Diemel: ,plappern, plaudern‘, abfällig (Vil. 1868); käwweln ,gehaltlos reden (wie aus zahnlosem Mund); mit vergeblichem Speichelaufwand an etwas herumbeißen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Frequentativum von ''kauen'' (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kehrdreck''' ● ,Kehricht‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kährdräck'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kehr''' f. ●  Nur in den Redensarten ''üsser der Kehr'' ,außer der Kehr, abgelegen‘, ''von enger Motz Kehr'' ,von einer Mutz (Schwanz?) Kehr, plötzlich, unerwartet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''keilen''' ● tr. ,(an)treiben, drängen; durch unverschämte Lockungen herbeiziehen‘ (Vil. 1868); ''kielen'' tr. ,jem. zu etwas drängen, andauernd mit Bitten belästigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zu ''Kiel'' ,Keil‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keipe''' f. ● ,Tasche‘, in Niederhessen bis Hünfeld ausschließliche Bezeichnung; ''Tasche'' auf dem Land vielfach unverständlich (Vil. 1868); ''Kibbe'' ,Tasche an der Bekleidung‘, Kassel 19., 20 Jh., auch: ,Umhängetasche‘ (Gr. 1894); ''Kibbe'' ,Tasche (am Kleid)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Kiepe'' im niederdt. (nördlichen) Niederhessen, ''Keipe'' in Oberhessen (Vil. 1868). ● Früher hess. Beleg: „Sie [die Indios] tragen jhre Kinder auf dem rücken, in ''keipen'' von Baumwollen garn gemacht“, so Hans Staden 1567; als Homberger hat er sicherlich ''Kiepen'' gesprochen und das Wort regelhaft hochdeutsch umgesetzt (Aussprache mit Vokalkürzung, ''Kibbe'', erst nach dem 16. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keipengeld''' ● ''Kibbengalt'' ,Taschengeld‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kelleresel''' m. ● ,Kellerassel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kalleräsel'' m., dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kersche''' f. ● ,Kresse, Brunnenkresse‘, ganz Althessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kesper''' f. ● ,Kirsche‘, in ganz Niederhessen die ausschließliche Bezeichnung, nie ''Kirsche'', ''Kersche'' (Vil. 1868); ''Kesber'', dasselbe, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Lüttebrandt, Kassel, bezeichnet 1917 ''Kesbern'' als „bäurisch“, d.h., in Kassel war zu seiner Zeit ''Kesper'' wohl bereits weitgehend durch hochdt. ''Kirsche'' ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kesselwurst''' ● ''Kässelworscht'' ,Leberwurst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keuchbeutel''' ● ''Kichebiedel'' ,einer, der viel keucht, hustet‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. auch ''Kichhusten'' ,Keuchhusten‘ (Gr.). Das beiden Begriffen zugrunde liegende Verb *''kichen'' ,keuchen‘ wird von Grassow nicht aufgeführt, scheint also in Kassel im 19. Jh. bereits erloschen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''keuchen''' ● ''kichen'', bezeichnet auch den Anfall jähzornger Kinder, die rot und keuchend vor Erregung plötzlich in einen Starrkrampf verfallen, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keule''' ● ''Kiele'' ,großes Stück Fleisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kiebitzchen''' ● Pl. ''Kiewitzerchen'', Kassel (Lüttebrandt 1917). ● ''de Kiwiddzerchen hieden'' ,die Kiebitzchen hüten‘, d.h. ,müßig zu Hause bleiben‘ (Lüttebrandt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kienrauch''' ● ''Kinnröhch'': ,Kienruß, schwarze Farbe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kilsen''' ● ,klatschend werfen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kippe''' ● Siehe ''Keipe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kippes''' ● gleichbedeutend mit ''Fickfacker'' ,Schwänkemacher, Aufschneider, Betrüger‘, Schwalm (Pfs.1, 1889). ● Pfs. weist auf Vickvecker hin, vermutet Ableitung von  „Kippe, Keipe, d. ist Tasche oder Vicke, für einen der gleichsam in der Tasche spielt, seine Wippchen macht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kirmese''' f. ● ''Kirmes'' ,Kirchmesse, Kirchweihfest‘, ganz Althessen (Vil. 1868); ''Kirmese'' ,Kirmes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kermese'' ,alljährlich im Herbst stattfindendes Volksfest‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kissenzieche''' f. ● ''Kessenzieche'' ,Kissenüberzug‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kitzen''' ● ,junge Katzen zur Welt bringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Zieche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klabuster''' m. ● ''Klawuster'' ,zähes Klebrig-Breiartiges, z.B. klebriger Schmutz, zäher Leim, Kleister‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klabusterbeeren''' Pl. ●  ,Hämorrhoiden‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klabustern''' ● ''klawustern'' ,die Hände in Klebrig-Breiartigem bewegen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klabustrig''' ● ''klawusterich'' ,zäh-klebrig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klackern''' ● ''klaggern'' ,kleckern‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klackerpapier''' ● ,Löschpapier‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klacks''' m. ● ''Klaggs'' ,Klecks, geringe Menge‘, Kassel 20. Jh.; ,Klecks‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Du host wohl en Klaggs!'' ,Du bist wohl nicht bei Sinnen, bei Trost!‘ Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klacksen''' ● ,klecksen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Dä glaggsd’s wohl!'' ,Dir klackst es wohl! Du bist wohl nicht recht gescheit!‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläffen''' ● ''kleffen'' intrans. ,etwas offen stehen‘, trans. ,etwas öffnen‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); intrans. ,klaffen, auseinanderstehen (z.B Wundränder), einen Spaltbreit offenstehen (z.B. Tür, Fenster)‘, trans. ,etwas zum Klaffen bringen, einen Spaltbreit öffnen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gläffen'' ,nicht ganz geschlossen sein, halb offenstehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klambastern, klabastern''' ● ''klabastern'', auch ''klambastern'' ,sich unruhig bewegen‘, tr. ,jem. in unruhige Bewegung versetzen, hin und her treiben‘ (Vil. 1868);  ''klambastern'', ''klabbastern'' ,holprig gehen‘, auch: ,umständlich arbeiten‘, Kassel (Lüttebrandt 1917); ''glambasdern'' ,mühsam an etwas arbeiten, sich abquälen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Klabastern'' dürfte sicherlich Verkürzung aus ''klambastern'' sein; wenn ursprünglich, wäre die Aussprache ''klawastern'' (vgl. ''klabustern'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klambes''' m. ● ''Glambes'' ,plumper, schwerfälliger Mensch in Gangart und Ausdruck‘, Kassel (Gr. 1894), ''Klampes'', ebd. (Bennecke 1904); ''Glambest'' ,dicker schwerfälliger Mensch,  auch schwerfälliges Tier, unhandlicher Gegenstand‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klamm''' m. ● ''Glaam'' ,Emfindungslosigkeit der Finger‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klammerbeutel''' ● ''Klammerbiedel'' ,dürre Person, bestehend aus Haut und Knochen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klänen''' ● ''glähnen'' ,indiskret weitererzählen, was einem gesagt wurde‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläppern''' ● In der Redewendung ''en Ei kläbbern'' ,ein Ei aufschlagen‘, Kassel (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''glabbern'' ,kleppern, quirlen, mit dem Rührlöffel zerschlagen (Ei)‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klapperschiß''' ● ''Klabberschäß'' ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klapperschulden''' ● ''Glabberscholden'' ,kleine, geringfügige Schuldbeträge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klapperwerk''' ● In der Redewendung ''d’s Klabberwerk hon'' ,krankhaftes bzw. altersbedingtes Zittern haben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klärisch''' ● ''klährsch'' ,wählerisch‘ (nur im Hinblick auf Speisen und Getränke), ''net klährsch'' ,dreist, unverschämt zulangend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klaterig''' ● ,schmutzig und naß (Straße, Wetter, Angelegenheit)‘, in Niederhessen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klatern''' ● Siehe ''vullkladern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klatschen''' ● ''glödschen'' ,angeben, Anzeige machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kläuel''' m. ● ''Glöiwel'' ,Knäuel, Garnknäuel, derb-unförmige Masse‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von mhd. ''kliuwel''. ● Siehe ''Kluchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläuelig''' ● ''glöiwelech'' ,knäuelig, unförmig, schwerfällig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläueln''' ● ''glöiweln'' ,knäueln, zu einer wirren unförmigen Masse zusammenfügen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klaute''' f.● ''Klaute'', gesprochen ''Klude'', ''Kluide'' ,Quaste‘, östl. Niederhessen, z.B. Asbach (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kledasche''' f. ● ''Kledaasche'' ,Bekleidung‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kleiben''' ● ''gleewen'' ,mit Lehm verschmieren; dick auftragen (besonders vom Brotaufstrich)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klemensen''' ● ''klehmensen'' ,beim Essen nicht ordentlich zugreifen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klemenser''' ● ''Klehmenser'' ,einer, der beim Essen nicht ordentlich zugreift‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klemenzen''' ● ,allzu schleppend sprechen‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886). ● Wohl identisch mit ''klemensen''. Gemeinsame Vorstellung vermutlich: ,mit dem Mund langsam sein‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klemme''' f. ● ,ordinäre Wurst‘, Kassel (Gr. 1894), ,minderwertige Leberwurst‘, ebd. (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klemmhölzer''' ● ''Klemmhelzer'', übertragen: ,schiefe Beine‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klengen''' ● ,klingen machen; die Samenkapseln des Spätflachses auf einem Tuch in der Sonne ausbreiten, damit sie klingend aufspringen und den Samen fallen lassen‘ (Vil. 1868); ''glängen'', dasselbe, weiterhin: ,jem. ängstigen, quälen, zu etwas zwingen, mit Bitten in jem. dringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Die „Kliwwer“|'''Klieber''']] f. ● ''Klibber'', ''Kliwwer'' ,Splitter Holz zum Küchengebrauch‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Kliwwer'' ,abgespaltenes Holzstück‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), außerdem: ''die Kliwwern'' ,die Finger‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Glewwer'' ,gespaltenes Holzstück, fertig zum Gebrauch in der Küche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kliebern''' ● ''klibbern'' ,zerschlagen, in Stücke, zumal in Splitter schlagen oder zerbrechen lassen‘ (Vil. 1868); ''kliwwern'' ,Holzklötze in Klibbern schlagen; etwas zerbrechen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Früher Beleg bei Hans Staden aus Homberg (1567): ''kliebern'' ,(gefällten Baum) zu Kleinholz machen‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klimper''' f. ● ,kleine Gattung von Schossern, Murmeln‘, Kassel, in Pfs.s Jungenzeit gebräuchlich (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klimperklein''' ● ,äußerst klein, winzig‘ (Vil. 1868); ''klimberkleine'', Kassel 20. Jh. ● Variante in Oberellenbach ''klumperklein'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klingel''' ● ''Klengel'' ,Kaltpisse‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klinke''' f. ● ''Glingge'' ,Türklinke; Rockfalte, die von der Schneiderin in den Weiberrock gelegt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klittern''' ● ''kleddern'' ,kleckern, klecksen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klopfe''' f. ● ''Klobbe'' (Sg.) ,Schläge, Hiebe, Prügel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klopfechtig''' ●  ,''klóbbächdich''  ,zum Klopfen geeignet‘, z.B. von einem Gegenstand gesagt, der einen Hammer ersetzen kann, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe -''echtig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klöpfen''' ● ''klöppen'' ,mit nur einer Kirchenglocke läuten‘, Amt Frankenberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kloster''' ● ,Irrenanstalt‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''He eß riffe veors Kloster.'' ,Er ist fürs Irrenhaus reif.‘ (Sl.) ●  Bedeutungserweiterung bzw. -verschiebung, da die Klöster Merxhausen und Haina in Pflegeanstalten (Merxhausen für weibliche Schwachsinnige) umgewandelt worden sind (Sl.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klosterbruder''' ● ,Verrückter, Narr‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klosterschwester''' ● ,irrsinige Frauensperson‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klotz''' ● wie hd., dazu: ,Absatz‘, Schwalm (Pfs.1, 1889). ● ''Klötz schlahn'', schwälmerische Eigenheit beim Tanze, indem zum Takte der Musik mit dem rechten Absatz an den linken geschlagen wird, der Brauch ist nahezu geschwunden (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klotzen''' ● ,schlagen, klopfen in einzelnen Stößen oder Schlägen (Pulsschlag, Klopfen bei Geschwüren, zumal am Finger)‘, Oberhessen (Vil. 1868), Schwalm, in Redewendung (Pfs.1, 1889). ● ''Du kreichst des Klotze, bannste net hörst!'' Schwalm. Pfs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[„Klowes“|'''Klowes''']] ● ''Klaus'', auch ''Klas'', gewöhnlich ''Klowes'', Abkürzung von ''Nikolaus'' (Vil. 1868); ''Klowes'' ,ein massiver, tölpelhafter Mensch, Balhorn (Sl. 1901); ''Klowes'' ,Tölpel, dummer, unbeholfener Mann oder Junge; ,zum Klowes-Abend (6. Dez.) verkleidetes Kind‘, Kassel und Umgebung 20. Jh.; ''Glowes'' ,St. Nikolaus; verkleideter Erwachsener, der am Abend des 6. Dez. zu den Kindern kommt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Klowes'', bis ins 18. Jh. in Niederhessen regulärer Vorname, so auch durchaus in den Kirchenbüchern zu finden, bis ins 19. Jh. übliche Rufform für ''Nikolaus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klowes-Abend''' ● Ohne diesen Begriff zu nennen, führt Vil. aus: „Der Umzug des ''Klaus'', ''Klas'', ''Klowes'', ''Niklowes'' am 6. Dezember Abends ist noch jetzt in manchen Gegenden, namentlich in und um Hersfeld, Marburg, Kassel regelmäßig üblich; bis 1840 wurde derselbe noch häufig von Erwachsenen, auch noch mit dem alten Schläge-Austeilen und Nüsse-Werfen, vollzogen; seitdem ist der Umzug zu einer Kindermummerei und einem Gaben-Erbitten Seitens der vermummten Knaben herabgesunken.“ (Vil. 1868) ''Klowes-Owend'': Als ''Klöwese'' vermummte Kinder gehen von Haus zu Haus und erbitten mit dem Aufsagen kleiner Verschen Gaben, Kassel und Umgebung, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kluchen''' ● (''u'' kurz) ,Knäuel‘, z.B. ''en Kluchen Garen'' ,ein Knäuel Garn‘, Kassel (Gr. 1894). ● Eng verwandt mit ''Kläuel'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kluft''' f. ● ,Feuerzange‘,  „durch unser ganzes Gebiet“ (Pfs. 1886), Kassel (Gr. 1894). ● Nach Gr. ausdrücklich nicht ,Bekleidung‘; fehlt in beiden Bedeutungen in Niederellenbach (Hm. 1926); bei Vil. (1868) nicht verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klüftchen''' ● ,dünner, auch schlechter, abgenutzter Rock, besonders wird der Frack so bezeichnet‘, sehr üblich, besonders in den Städten (Vil. 1868); ''Kleftchen'' ,ärmliches Kleid‘, Kassel (Gr. 1894); ''Glefdchen'' ,schlechter abgetragener Rock, schlechter Anzug‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klumper''' ● ''glümber'' ,sehr klein‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klumperklein''' ● ''glümbergleen'' ,sehr klein, winzig, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Siehe auch ''klimperklein''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klunde''' f. ● ''Glonde'' ,liederliches Frauenzimmer‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klunder''' f. ● ,kotiger Ansatz am unteren Rand der Weiberröcke, auch Kotklumpen überhaupt‘, allgemein üblich (Vil. 1868), ''Klunner'', meist im Pl. ''Klunnern'' verwendet: ,kleine feuchte Klumpen, Schmutzklümpchen, Schmutzansatz am unteren Teil der Kleider, an Schuhen usw.‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Glönder'' ,Schmutzansatz am unteren Rand  des Frauenrocks, an der Wolle der Schafe, den Oberschenkeln des Rindviehs usw.; schmutziges Frauenzimmer‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ●  Siehe ''zuklundern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klundermarsch''' ● ''Klunnermarsch'' ,„landverlaufene“ Dirne‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kluppe''' f. ● ''Globbe'' ,Werkzeug mit verstellbarem Schieber zum Messen des Umfang des Baums‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Kluppe'' wird außer im speziell technischen Sinne nur metaphorisch gebraucht: ''einen in die Kluppe kriegen'' ,einen in seine Gewalt bekommen, um ihn zu bedrängen‘, sehr übliche Redensart (Vil. 1868); ''Klubbe'', nur in der Redewendung ''einen in der Klubbe hon'' ,jem. in die Enge getrieben haben, festgenagelt haben, in der Gewalt haben‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Knuppe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klutt''' m. ● ,ein halbgefüllter Sack‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klutzig''' ● ''klutzich'' ,klumpig gewordener Teig oder Kleister‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knabbeln''' ● ''knawweln'' ,knabbern‘, Kassel 19. Jh. (Jonas). ● Siehe ''knauweln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knäckern''' ● ''gnäggern'' ,ein knackendes Geräusch verursachen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knaffen''' ● ''gnaffen'' ,nach etwas schnappen; an etwas herumnagen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knallen'''  ● ''gnallen'' intr. ,knallen‘, tr. ,Beischlaf ausüben mit‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knapp''' ● ,knapp‘, in Kassel fast immer: ,kaum‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnapp'', als Adjektiv ,knapp‘, als Adverb ,kaum‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knappen''' ● ,mit der Geißel [Peitsche] knallen‘, an der mittleren Eder; ,sich den Knöchel vertreten‘, allgemen üblich (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knarbeln''' ● ,an etwas Hartem hörbar nagen‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knarchen''' ● ,knarren‘ (mit tieferem Ton als ''knirchen''), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatsch''' m. ● ,weicher Kot, besonders wie er sich bei Tauwetter bildet‘ (Vil. 1868); ''Knaatsch'' ,nasse, zähe Masse‘, insbesondere ,Straßenschmutz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), übertragen auch: ,Mißhelligkeiten, Dauerstreit‘, Kassel 20. Jh.; ''Gnaadsch'' ,Schmutz, Straßenschmutz‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knatschen''' ● ,weiche Gegenstände zerdrücken, in Weichem die Hände knetend bewegen; hörbar kauen‘ (Vil. 1868); ''knaatschen'' ,beim Essen schmatzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knatschig''' ● ''knaatschich'' ,feucht-schmutzig‘, vor allem in Bezug auf den Straßenzustand,  Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1984); ''gnaadschech'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatschwetter''' ● ,starkes Tauwetter mit Regen‘ (Vil. 1868); ''Knaatschwedder'' ,Wetter, das alles aufweicht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gnaadschwädder'' ,feuchtes, schmutziges Wetter‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatz''' m. ● ''Gnatz'' ,Krätze‘, in ganz Hessen die ausschließliche Bezeichnung; ,Grind, besonders Kopfgrind; schmutziger Geiz‘ (Vil. 1868); ''Gnatz'' ,Krätze, Grind‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● In der hess. Mundart wird mit geringen Ausnahmen ''Knatz'' statt ''Gnatz'' gesprochen (Vil.); Hm. führt ''Gnatz'' unter dem Stichwort ''Knatz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatzkopf''' ● ''Gnatzkopf'' ,Grindkopf‘, meist in übertragener Bedeutung gebraucht: ,eckiger, launischer, eigensinniger, unverträglicher Mensch‘, Tadel- und Scheltwort, allgemein verwendet (Vil. 1868); ''Gnatzkopp'' ,launischer, unverträglicher Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knaubeln''' ● ''knauweln'' ,knaupeln(!), knabbern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knäubeln''' ● ''gnaiweln'' ,mit zahlosem Mund kauen, langsam und mit Mühe kauen; beständog kleinlich, verdrießlich mäkeln‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneif, Kneip''' m. ● ''Kneif'' ,Messer‘; ''Kneif'' im Bereich von Fulda, ''Kniff'' ,Zulegemesser, Taschenmesser; schlechtes Messer‘ im östl. Hessen, ''Knipp'' in Hersfeld und weiter westlich (Vil. 1868); ''Kniff'' ,Messer‘, Kassel (Bennecke 1904); ''Gnipp'' ,schlechtes, stumpfes Messer‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kneipen''' ● ''knibben'' ,kneifen, zwicken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnibben'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneipkuchen''' ● ''Knibbkuchen'' ,Waffeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneipzange''' ● ''Gnibbzange'' ,Kneifzange‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneller''' m. ● ,Tabak übler Sorte‘ (Pfs. 1886); ,minderweriger Tabak‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knellern''' ● ''knällern'' ,Kneller rauchen; einen hohen Preis fordern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knepen''' Pl. ● ''Kneben'' ,Grillen, Launen, Tücken‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gneben'' ,hinterlistige Gedanken‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Es hot sinne Kneben.'' ,Die Sache hat ihre Tücken.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knerbeln''' ● ,unaufhörlich, in widerlichem, verdrießlichen Eigensinn ausdrückenden Ton tadeln‘ (Vil. 1868); ''knerweln'' ,nörgeln, halblaut unzufrieden vor sich hin reden, vor sich hin maulen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnärweln'' ,fortgesetzt vor sich hin knurren, in verdrießlicher Weise tadeln‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vil. verzeichnet ''knerbeln'' beim Stichwort „knarbeln“, sieht es wohl als Nebenform dazu an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knerbelpeter''' ● ''Knerwelpeter'' ,ein unaufhörlich in weinerlichem oder murrendem Tone sich beklagender Mensch, dem nichts rechtzumachen ist‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Gnärwelbeeder'' ,Nörgler‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knerren''' ● ''gnärren'' ,schreien (bei kleinen Kindern), Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetebart''' ● ''Knädebart'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnähreboort'' ,breit und langweilig redender Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetebeutel''' ● ''Knädebiedel'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894), ,einer, der durch dauerndes Daherreden nervt‘, ebd. 20. Jh.; ''Gnährebiddel'' ,breit und langweilig redender Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetemichel''' ● ''Knädemichel'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kneten''' ● ''knäden'' ,kneten; breit und langweilig reden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''kneten'' ,langsam und langweilig reden‘, Balhorn (Sl. 1901); ''gnähren'' ,kneten; breit und langweilig reden‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetepeter''' ● ''Gnährebeeder'' ,breit und langweilig redender Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetesack''' ● ''Knädesack'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetsch''' m. ● ,nasse, zähe Masse‘, insbesondere ,Straßenschmutz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Das ''e'' in ''Knetsch'' ist kurz, im Gegensatz zu dem langen ''a'' in dem verwandten ''Knatsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knetschen''' ● ,quetschen, zerquetschen‘ (Vil. 1868); ,(zusammen)drücken, quetschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''gnäddschen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Quetschen'', ''zerquetschen'' ist hingegen unüblich. (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetscher''' ● ,Weißbinder‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knettern''' ● ''gnäddern'' ,knattern, krachen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knick''' m. ● ''Knick'' ,kleine steile Anhöhe‘, in Nieder- und Oberhessen sehr üblich (Vil. 1868); ''Gneck'' ,Riß, Sprung, Bruch; kleine steile Anhöhe‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knickeln''' ● ''gneggeln'' ,in die Knie fallen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kniegurte''' f. ● ''Gniegorde'' ,Strumpfband‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kniehälsen''' ● ''gniehälsen'' ,erschlagen, um die Ecke bringen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knipsen''' ● ''knipsen'', ''knupsen'' ,mit Wackeln und Schossern schießen‘, Kassel (Pfs. 1886); ''knipsen'', wie hd., dazu: ,mit Wackeln schießen, sie abschnellen‘, Kassel um 1950. ● Siehe ''knupsen'', ''Wackel'', ''Schosse(r)''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knirchen''' ● ''knerchen'' ,knarren‘ (mit höherem Ton als ''knarchen''), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knittern''' ● ''kneddern'' ,knirschen‘, wie z.B. die Wagenräder auf gefrorenem Schnee, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knobelinchen''' ● ''Knowelienchen'' ,Knoblauchwürstchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knöchen''' ● ,peinigen, quälen‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knöpfding''' ● ''Knöppding'', Bezeichnung für die vom Mieder unterschiedenen Leibchen; Gegensatz zum ''Knöpfding'': das ''Ärmelding'', die blaue Jacke der Burschen, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knopfe''' f. ● ''Knopfe'', ''Knoppe'' ,Knospe; Finne im Gesicht‘, allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''Knobbe'' ,Knospe; Gesichtspickel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnobbe'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926); ''Knobbe'' ,Knospe‘, Lohne 2014.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knorschen''' ● ''gnoorschen'' ,mit den Zähnen zerkleinern‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knoten''' ● ,Samenkapsel des Flachses‘, im größten Teil des Landes (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knotenfurz''' ● ''Gnoorenforz'' ,kleiner Kerl, Dreikäsehoch‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel hingegen ''Furzknoden'', 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knoz''' m. ● ,kleiner, unansehnlicher Mensch‘ (Vil. 1868); ''Knooz'' ,kleines Kind‘, auch: ,ungewöhnlich kleiner Erwachsener‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gnooz'' ,kleiner Kerl‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knozen''' ● ,derb und unordentlich zusammendrücken, namentlich zusammenbinden; sich mit einer Sache abmühen, damit nicht fertig werden können‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''knozen'' ,sich mit (kleiner) Arbeit abmühen, Arbeit unsorgfältig verrichten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnoozen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuffelarbeit''' ● ''Knuffelarweit'' ,schwierig auszuführende (Hand-)Arbeit‘, Kassel 19., 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuffeln''' ● ,kleine Handarbeiten (pfuscherhaft) verrichten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuffig''' ● ''knuffich'' ,übertrieben, übermäßig‘ (z.B. Preis, Benehmen), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knullch''' m. ● ''Gnollch'' ,derber Schuh‘, auch: ,grober unhandlicher Gegenstand‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knullchen''' ● ''gnollchen'' ,derb stoßen, schlagen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knulle''' f. ● ''Knulle'' ,Knolle; großes Stück Brot, großer Knust‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnülle'' ,unförmig großes Stück Brot‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knülle''' ● ,hochgradig besoffen‘, beliebter, wohlmeinender Ausdruck, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''knille'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knullig''' ● ''knullich'' ,ungehörig groß, grob, unverschämt‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnollech'' ,übermäßig, übertrieben‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knüpftuch''' ● ''Knibbeduch'', Dim. ''Knibbediechelchen'' ,kleines Halstuch‘, Kassel 19. Jh. (Herzog, Gr. 1894), 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppe''' f. ● ''Knupe'', ''Knaupe'' ,Auswuchs am Körper, Beule‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppe''' f. ● ''Knubbe'' ,geizige Frau, namentlich Händlerin, die beim Wiegen und Messen abknuppt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppe''' f. ● Redensart ''än inn de Gnübbe grijjen'' ,jem. in die Knuppe kriegen, in seine Gewalt bekommen, jem. seine Überlegenheit fühlen lassen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Umdeutung von ''Kluppe'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppel''' m. ● ,Auswuchs am Körper, Beule‘, Niederhessen (Pfs. 1886), ''Knubbel'' ,knotenartige Verdickung (nicht nur am Körper)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuppen''' ● ''knubben'' ,kargen, abzwacken‘, Kassel (Gr. 1894). ●  Siehe ''abknuppen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperarbeit''' ● ''Knubberarweit'' ,Geduld heischende Arbeit‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperbeinchen''' ● ,die kleinen dünnen „Knöchelerchen“ am Geflügel, wo die Fleisches-Fasern zuletzt nur noch mit den Zähnen gesucht, abgeknuppert werden‘ (Pfs. 1886). ● ''Bis aufs Knupperbeinchen'' ,einer Sache bis auf den tiefsten inneren Grund gehen‘ (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperfleisch''' ● ''Knubberfleisch'' ,Fleisch dicht am Knochen, das nur abgeknuppert werden kann‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnobberfleesch'' ,sehniges, knorpeliges Fleisch, besonders das Fleisch an den Ohrmuscheln‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Bis uffs Knubberfleisch'' ,aufs gründlichste‘ (Gr., auch 20. Jh.). ''Se zänggen sech bis offs Gnobberfleesch'' ,sie zanken sich bis aufs Messer‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knupperig''' ● ,was beim Zerbeißen den Knupperlaut erzeugt (siehe ''knuppern''); scharf gebacken (Brot, Kuchen)‘ (Vil. 1868); ''knubberich'' ,zum Knabbern geeignet (z.B. Gebäck)‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnobberech'', ''gnübberech'' ,nicht leicht zu zerbeißen‘, ''gnübberech'' auch: ,überaus sparsam, geizig‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuppern''' ● ''knuppern'' ,an Hartem mit kleinen Bissen nagen; sich an Hartem mit den Fingern versuchen, um etwas davon abzulösen‘; auch Laut, welchen das Nagen hervorbringt (Vil. 1868); ''knubbern'' ,geräuschvoll kauen, knabbern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnobbern'', ''gnübbern'' ,harte Gegenstände zerbeißen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperwerk''' ● ''Knubberwerk'' ,irgendein feiner Genußgegenstand‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knups''' m. ● ''Knups'', zuweilen auch ''Knupch'', ''Knopch'' ,kleiner Mensch‘, Spottwort (Vil. 1868); ''Knups'' ,kleines Kind‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knups''' m. ● ,Schlag, Stoß‘ (Vil. 1868); ,leichter Stoß, auch: die Folgen davon‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnobs'' ,leichter Stoß, Schlag, meist in scherzhafter Absicht erteilt‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Das Dibben hot en Knubs gekricht''. ,Der Topf hat einen Stoß (Riß, Sprung) bekommen‘. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knupsen''' ● ,schlagen, stoßen‘, aber in  gelinderem Sinn, überwiegend scherzhaft‘ (Vil. 1868); ,schnippen, einen Gegenstand mit Daumen und Zeigefinger anschnippen, auf diese Weise (verstohlen) einem Kind eine Kopfnuß geben‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnobsen'' ,leicht anstoßen, schlagen, meist in scherzhafter Absicht‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''knipsen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knurbel''' m. ● ''Knorwel'' ,kratziger Fusel‘, mancherwärts im Lande gebräuchlich (Pfs. 1886); ''Knurwel'' ,Knorpel‘, Kassel 19., 20. Jh.; auch ,Schnaps‘, ebd. (Gr. 1894); ''Gnorwel'' ,fester Knochenansatz; verwachsener Mensch‘, als Schimpfname sehr gebräuchlich, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knurbeln''' ● ''gnorweln'' ,knurren, murren‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''knerbeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knust''' m. ● ''Knust'' ,Rand des Brotlaibs, Randstück vom Brotlaib‘, in Niederhessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''Knuhst'' ,Anfangs- oder Endstück des Brotlaibs‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Gnühst'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knüstchen''' ● ''Kniestchen'' ,kleiner Knust‘, Pl. ''Kniesderchen'' auch: ,obere Wangen (auf den Wangenknochen), insbesondere wenn gerötet oder gebräunt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knutschelchen''' ● ,jemand, den man gern knutschelt‘, Zärtlichkeitsausdruck, Kassel (Gr. 1894). ● ''Du bist minn liewes Knutschelchen.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutschelig''' ● ''knutschelich'' ,zerknauscht, zerdrückt, voller Falten‘, Kassel 20. Jh.; ''gnüddschelich'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutscheln''' ● ,in den Händen drücken, zusammendrücken; liebkosend drücken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnüddscheln'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutschen''' ● ,drücken, zusammendrücken, zusammenknüllen, in Falten drücken‘; Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnüddschen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutteln''' ● ''knuddeln'' ,knotenartig zusammendrücken, ballen; liebkosen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutterig''' ● ''knudderich'' ,murrend, mäkelnd‘, Kassel 20. Jh.; ''gnodderech'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuttergehannes''' ● ''Knuddergehannes'' ,Knutterjohannes; einer, der viel knuttert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knutterjörge''' ● ''Knudderjerche'' ,einer, der viel knuttert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuttern''' ● ,murren, murrend tadeln, kleinlich tadeln‘ (Vil. 1868); ''knuddern'' ,verhalten Unmut äußern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnoddern'' ,verdrießlich murren, kleinlich mäkeln, ärgerlich brummen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuttersack''' ● ,einer, der viel knuttert‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr.1894); ''Gnoddersack'' ,brummiger, stets nörgelnder Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kochening''' ● ''kochenink'' ,kochend‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Koffert''' m. ● ,Koffer‘, Kassel (Gr. 1894), Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlbütte''' f. ● ''Kohlberre'' ,Holzgefäß zum Aufbewahren des Sauerkrauts‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kohlen''' ● ,flunkern‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlenlips''' ● ,heruntergekommenes Individuum‘, eigentlich ,Kohlenträger‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Lips'' ist alte Kurzform von ''Philippus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlhase''' ● ,Gemüsegärtner‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlvogt''' ● ''Kohlvoocht'' ,Ausrufer‘, übertragen: ,Ausplauderer‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Köpfchen''' ● ,Tasse, Obertasse‘, ganz Hessen (Pfs. 1886). ● Die Untertasse hingegen heißt ''Schälchen''. (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kopfer''' ● ''Kobber'' ,Kupfer, Kupfergeschirr, Kupfergeld‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kupfer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kopfernase''' ● ''Kobbernase'' ,rote Nase‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Koppel''' f. ● ''Kobbel'' ,Aufhaltekette, zweiteilige Kette vorn an der Wagendeichsel, an die ein Gespann angekoppelt wird‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''köppeln''' ● ''sech kebbeln'' ,sich ins Lederzeug, die Ketten oder Stricke verwickeln (vom Zugvieh); sich zanken, sich streiten‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''körisch''' ● ''körsch'' ,wählerisch‘, in ganz Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Körle''' ● Zum ''Körler Esel'' siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Köze''' f. ● ,Rückenkorb mit Tragbändern‘, Niederhessen, Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868); ''Keeze'' ,Tragekorb auf dem Rücken‘, scherzhaft übertragen: ,Bauch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Sich die Köze flicken'' ,sich im Essen ein Gütchen tun‘ (Pfs. 1886); ''sich de Keeze flicken'' ,einen trinken‘, Kassel (Bennecke 1904), ,tüchtig essen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Közengücker''' ● ''Közengucker'' ,Visitator, Mautbeamter, Accisbeamter‘ (Vil. 1868); ''Keezengicker'' ,einer, der gern und oft in die Marktkörbe guckt‘, übertragen: ,einer, der spioniert, aushorcht‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. setzt gleich mit ''Fiskal'' und ''Kalfaktor''; s. d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krabbelig''' ● ''grawwelich'' ,lebhaft, beweglich, äußerst tätig‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grawwelech'' ,lebhaft kriechend, ungemein regsam‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krabbeln''' ● ''krawweln'' ,wimmeln, in großer Zahl kriechen‘, Kassel (Gr. 1894), ,auf allen Vieren (eilig) kriechen‘, Kassel 20. Jh.; ''grawweln'' ,auf Händen und Füßen kriechen, sich lebhaft kriechend bewegen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. „krappeln“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krabbeln''' ● ''krawweln'' ,kraulen, gelinde kratzen, kitzeln‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grawweln'' ,mit den Fingerspitzen dauernd betasten‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kracke''' f. ● ,ganz schlechtes, unbrauchbares Pferd‘ (Vil. 1868); ''Gragge'' ,altes, unbrauchbares Pferd‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krackel''' ● ''Krackel'' m. ,verzogener Schriftzug; irgendwelche mißbildete Gestalt‘, Kassel (Pfs. 1886); ''Kraggel'' f. ,schlechte Handschrift‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krackelig''' ● ''kraggelich'' ,mit schlechter Handschrift geschrieben‘, Kassel 20. Jh.; ''graggelech'' ,schief, verbogen (besonders von schlechter Schrift)‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krackelwerk''' ● ''Graggelwärk'' ,unregelmäßig durcheinanderliegende Gegenstände‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krafts Katze''' ● Nur in der Redensart ''Hä is im Arsche wie Krafts Katze.'' ,Er ist unrettbar verloren, ganz und gar erledigt.‘ Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krakeel''' m. ● ''Krageel'' ,lärmendes Gestreite‘, Kassel 20. Jh.; ''Grageel'' ,Zank, Streit, Lärm‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krakeelisch''' ● ''grageelsch'' ,streitsüchtig‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krambol''' ● ''Krambóhl'' ,Lärm‘, Kassel (Gr. 1894), ,Streit‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krankheit''' ●  ''schlimme Kranket'' ,Epilepsie‘, Balhorn (Sl. 1901); ''de fallninge Graanget'' ,die fallende Krankheit, Epilepsie‘, ''de engelsche Graanget'' ,die englische Krankheit, Rachitis‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kränksch''' ● ,kränkelnd, ungesund‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kranne''' f. ● ''Gronne'' ,Krähe, Rabe‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krapfe''' m. ● ''Krappe'' ,Haken (um etwas aufzuhängen)‘, Schwalm und Oberhessen (Vil. 1868); ''Krabben'' m., dasselbe, Holzhausen am Hahn 20. Jh. (Umbach). ● Vgl. ahd. ''krapfo'' m. ,Haken, Kralle, Krapfen, Widerhaken‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kräpfel, Krapfel''' f. ● ''Kreppel'', ''Krappel'', in Hessen und anderwärts sehr beliebtes Backwerk, das ursprünglich und teilweise noch jetzt die Form eines Hakens hat, gebacken zu Fastnacht, in der Fulda- und Werragegend beim Ende des jährlichen Ausdreschens (Vil. 1868); ''Kräbbel'' ,Krapfen‘, Gebäck, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Zusatz bei Gr.: ‚Fastnachtsgebäck‘; ''Grabbel'' ,Krapfen‘, Gebäck, besonders zu Fasstnacht, Neujahr, zum Ausdreschen des letzten Getreides, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Diminutiv von ''Krappe'', s. ''Krapfe''. ● Vgl. ahd. ''krapfilīn'' (mit doppeltem Dim.-Suffix) ,Häklein, Haken, Widerhaken, Krapfengebäck’.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krappelbauer''' ● ''Krebbelbure'' ,ein ärmlicher, unansehnlicher Bauer, der etwa mit einer Kuh an den Acker zieht‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Grabbelbuhre'' ,Kleinbauer‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krappeln''' ● ,fortkriechen mit eilfertiger, käferartiger Bewegung der Arme und Beine‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''krabbeln'' ,(eilig) kriechen, klettern‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grabbeln'' ,sich langsam und unbeholfen bewegen, kriechen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''sich uffgrabbeln'' ,sich mühsam von einer Krakheit erholen‘ (Gr.). ● Vgl. ''krabbeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kraß''' ● ''graß'' ,starr (vom Blick)‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krätsch''' m. ● ''Krähtsch'' ,Lärm, Aufhebens (um eine Sache)‘, Kassel (Gr. 1894); ,kleines Kind (das noch am Fußboden herumkriecht)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kratzbürste''' ● ,launige, doch auch ernste Schelte für einen zänkischen oder widerborstigen Menschen‘ (Pfs. 1886); ''Kratzbirschde'' ,zänkische Mensch, vor allem Frau oder Mädchen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Gratzbärschde'' ,reizbarer, zanksüchtiger Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krätzer''' ● ''Grätzer'' ,schlechter Branntwein‘; ''ahler Grätzer'' ,alter Kerl‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kraufdingen''' n. ● ''Kruffdingen'' ,Kind, das noch umherkriecht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kraufen''' ● ''krufen'', ''kraufen'', ''kroffen'', ''kröffen'' ,kriechen‘; in Gebrauch vom niederdt. Niederhessen (wo es ''krupen'' heißt) bis südl. in die Gegend von Spangenberg und Wabern, von dort östl. bis Eschwege bzw. Waldkappel (Vil. 1868);  ''kruffen'' ,kriechen‘, Kassel 19., 20. Jh.; ''grüffen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''ich kruffe'', ''du kriffest'', ''hä kriffet'', ''mä kruffen'' usw., ''kroff'', ''gekroffen'', Kassel; die entrundeten Umlautformen ''kriffest'', ''kriffet'' (aus *''krüffest'', *''krüffet'') waren in der 2. Hälfte des 19. Jh. bereits am Erlöschen. ''Grüffen'', ''gröff'', ''gröffen'', Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kraufhühnchen''' ● ''Kruffhühnchen'' ,klein gewachsene Frauensperson‘, Spottwort, in Kassel sehr üblich (Vil. 1868); ''Kruffhienchen'' ,Kriechhühnchen (kleine Art)‘, sehr oft: ,kleines Mädchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kräuschen, Kräuselchen''' ● ''Kries’chen'', ''Krieselchen'' ,kleiner Krug‘, Kassel (Gr. 1894).  ● Abgeleitet von ''Krus'' ,Krug‘, das 1894 in Kassel offenbar bereits außer Gebrauch gekommen war; nach Vil. (1868) als ''Krus'', ''Kraus'', ''Krause'' gebräuchlich in Mittel- und Oberhessen, wenig im niederdt. sprechenden Niederhessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krawaller''' ● ,Krawallmacher‘, insbesondere ,politsch unruhiger Kopf‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kregel''' ● ''kregel'', auch kontrahiert ''kreel'' ,beweglich, munter, rührig‘, besonders von Kindern und Rekonvaleszenten gesagt, in ganz Hessen sehr üblich (Vil. 1868); ''kreechel'' ,gut aufgelegt‘, Kassel (Gr. 1894); ''krichchel'', dasselbe, ebd. 19. Jh. (Herzog); ''greejel'' ,munter, beweglich, gesund‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kreideln''' ● ,sich mit Herd- oder Ofenfeuer zu schaffen machen, es schüren, in Gang bringen oder halten‘, Kassel (Gr. 1894). ● Statt ''kreideln'' oft auch ''kriedeln'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kreideweißchen''' ● ''Kridewißchen'', ''Kriddewißchen'' ,der als Todverkünder gefürchtete Raubvogel Strix noctus, das Käuzchen, Leichenhuhn‘ (Vil. 1868); ''Kriedewißchen'' ,Käuzchen‘, Kassel (Gr. 1894); ''Grierewißchen'' ,Steinkauz, Totenvogel‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Hin und wieder, z.B. in der Umgebung von Fritzlar, heißt der Vogel ''die wisse Kritt'' (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kreisch''' m. ● ''Greesch'' ,Schrei‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Krisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kreischen''' st. ● wie hochdeutsch, dazu in Niederhessen der herrschende Ausdruck für ,weinen‘ (Vil. 1868); ''krischen'' (intr.) ,kreischen, schreien; weinen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''grüschen'' ,weinen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''krischen'', ''krisch'', ''gekrischen'' (im Präs. ''i'' geschlossen, im Imp. und Part. Perf. ''i'' offen), Kassel; ''grüschen'', ''grösch'', ''jegröschen'', Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kreischen''' schw., trans. ● ,Öl zum Sieden bringen, um die herben oder auch widrigen Bestandteile auszuscheiden‘ (Vil. 1868); ''kreischen'' (trans.) ,Öl sieden, Fett auslassen‘, Kassel (Gr. 1894); ''greeschen'' ,(ein Kind) zum Weinen veranlassen; Öl zum Sieden bringen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''kreischen'', ''kreischte'', ''gekreischt'', Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krekeln''' ● neben ''krakeelen'' in gleicher bedeutung, Kassel (Pfs. 1886), ''kreegeln'' ,krakeelen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krellen''' trans. ● ,eine plötzliche, wenn auch vorübergehende Erstarrung und das damit verbundene unangenehme Gefühl hervorbringen (z.B. Frost)‘, überall in Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krepen, krepeln''' ● ,in etwas Hohlem herumstochern‘, z.B. in der Ofenröhre, in der Nase; sehr üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kresten''' ● ''kresten'', Aussprache ''krästen'', ,stöhnen (von Gebärenden)‘, nördl. Hessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kribbel''' m. ● ''Grewwel'' ,Werkzeug zum Stochern‘, z.B. Pfeifenkribbel, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kribbel''' m. ● ''Kriwwel'' ,unangenehmer Kitzel, Jucken‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kribbeln''' ● ''kriwweln'' ,prickeln, jucken, unangenehm kitzeln in Nase, Hand usw., Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grewweln'' ,stochern; jucken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Redensart ''es kriwwelt und wiwwelt'' (von Läusen u. dgl.) (Vil. 1868); ''krewweln un wewweln'' ,kribbeln und wimmeln‘ (Gr.); ''grimmeln un wimmeln'' ,krimmeln und wimmeln‘ (Hm.). ● ''krimmeln'', wohl nur in Verbindung mit ''wimmeln'' vorkommend; die Redensart ''es krimmelt und wimmelt'' erstmals belegt in Schwebda 1673 in Bezug auf einen Heuschreckenschwarm (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kribbsen''' ● Bei Gr. 1894 (Kassel) nur Verweis auf ''gribbsen''; dies Wort fehlt allerdings an entsprechender Stelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kriminal''' ● zur Verstärkung gebraucht, z.B. ''Kremmenahlhersch'' ,Kapitalhirsch‘, ''Kremmenahljunge'' ,ungewöhnlich großer Säugling‘, Kassel (Gr. 1894), ''kriminalscheenes'' Mädchen, Kassel (Bennecke 1904); ''kriminal'' ,sehr stark, übermäßig‘, z.B. ''kriminale Hawer'', Balhorn (Sl. 1901); ''grimmenal'' ,vorzüglich, ausgezeichnet, außergewöhnlich‘, z.B. ''en grimmenales Steck Vieh'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kringel''' m. ● ,der einfache Gebäckring‘, Kassel (Pfs. 1886). ● Der zur Acht verschlungene Gebäckring heißt hingegen ''Bretzel'' (Pfs.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krippengäker''' m. ● ''Grebbengäger'' ,Pferd, das die Vorderzähne auf die Krippe aufzusetzen und die hastig eingeschluckte Luft wieder auszustoßen pflegt; Mensch, der dauernd aufstößt, rülpst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krisch''' m. ● „in unserem ganzen Stammes-Gebiete“ üblichster Ausdruck für hd. ''Schrei'' (Pfs. 1886); ''Kresch'' ,Schrei‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''En luden Kresch duhn'' ,schreien‘ (Gr.). ● Vgl. ''Kreisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krittelkopf''' ● ''Kriddelkopp'' ,einer der zum Kritteln neigt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kritteln''' ● ''kriddeln'' ,(wiederholt) tadeln; tadelnd Unzufriedenheit, üble Laune äußern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kropch''' m. ● ''Kroppich'', ''Krupch'' ,Kropf‘ (Pfs. 1886), ''Kroppich'' ,kleiner unansehnlicher Mensch‘, mittlere Eder (Pfs.); ''Kropch'' ,Kropf, Vogelkehle‘, Kassel (Gr. 1894); ''Grobch'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mundartl. ''pch'' ist keine verunglückte Wiedergabe von hochdt. ''pf''; ''Kropch'' ist *''Krop'' + ''ch''-Suffix (&amp;lt; germ. ''k''-Suffix); siehe auch ''Wiedehopf''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kröpel''' ● ,Krüppel‘ in Hessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''Krebel'' ,Krüppel‘, auch ,etwas, das in der Form mißlungen ist (z.B. Brötchen), Kassel (Gr. 1894), im 20. Jh. in Kassel meist nur noch Schimpfwort für einen widerlichen Menschen; ''Grebel'' ,Krüppel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kröpelig''' ● ''krebelich'' ,krüppelhaft‘, als Scheltwort: ,elend, widerlich‘, z.B. im Hinblick auf Benehmen, Kassel (Gr. 1894); ''greebelech'' ,krüppelig, verkrüppelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krucke''' f. ● ''Kruke'' ,Krug‘, besonders ,Krug mit engem Hals‘, im niederdt. sprechenden Niederhessen (Vil. 1868); ''Kruke'' ,Krug‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Krugge'', Kassel (Gr. 1894). ● Vielfach scherzhaft für ,kleinen scheiben (schiefen) Menschen‘ (Pfs. 1886); ''Du ahle Krugge!'', ''Das is dä ‘ne Krugge!'' Hier ''Krugge'' etwa ,Versager, Taugenichts‘, eher milder Spott, Kassel 20. Jh. Fraglich, ob es sich hier tatsächlich um eine Übertragung handelt und nicht viel eher um eine Altform von ''Krücke''. Dafür spricht, daß man auch anderes, etwas Verkrüppeltes so bezeichnen kann, etwa einen unansehnlichen, krummen Baum (Christbaum), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krulle''' f. ● ''Krolle'', ''Krulle'', zuweilen auch ''Kroll'' m. ,Haarlocke‘ (''Locke'' ist ungebräuchlich, unverständlich) (Vil. 1868); ''Krulle'' ,(enge) Haarlocke‘, Kassel 20. Jh.; ''Grolle'' ,Haarlocke‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''krolle''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krüllen''' ● ,Schoten aufknicken und Erbsen herausstreichen‘, Teile Niederhessens (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krullenkopf''' ● ''Krollkopf'' ,Lockenkopf, Krauskopf‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''Krullenkopp'', dasselbe, Kassel 20. Jh.; ''Grollenkopp'' ,Lockenkopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krullig''' ● ''grollech'' ,lockig, kraus‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krumbel''' f. ● ''Krumpel'' ,unregelmäßige, aus Versehen oder Unordentlichkeit entstandene Falte in Sachen mit regulär glatter, glattgebügelter Oberfläche (Tuch, Papier)‘, ganz Hessen (außer niederdeutschen Gebieten, wo es ''Krünkel'' heißt) (Vil. 1868); ''Krumbel'' ,Falte in Stoff oder Papier, dort wo keine sein sollte‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Grömbel'' ,unregelmäßige Falte, etwa in einem Kleid, durch Unvorsichtigkeit entstanden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krumbelig''' ● ''krumpelig'' ,voll Krumpeln‘ (Vil 1868); ''krumbelich'' ,verknittert‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''grömbelech'' ,voll unregelmäßiger Falten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krumbeln''' ● ''krumpeln'' ,in unregelmäßige und ungehörige Falten drücken‘ (Vil. 1868); ''krumbeln'' ,knittern, faltig werden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''grömbeln'' ,in unregelmäßige Falten drücken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krümmede''' f. ● ''Gremmede'' ,Krümmung, meist Wegbiegung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krumme Not''' ● ,Epilepsie‘, besonders in Niederhessen sehr üblich, ist zum Fluchwort geworden, sehr häufig verwendet (Vil. 1868). ● ''Du sat de Krummenot krechchen!'' ,Du sollt die krumme Not kriegen!‘ Kassel (Gr. 1894); ''Krumme Nott!'' Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krustellieren''' ● ,mit Appetit essen; vespern, kleinen (kalten) Imbiß zu sich nehmen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Von französ. ''croustiller'' ,knuspern, knabbern‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krüsten''' ● ''gräsden'' ,seufzen, stöhnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krutsch''' m. ● ,kleines Kind‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küchel''' n. ● ''Kichel'' (''i'' kurz) ,Küken’, Kassel (Gr. 1894). ● ''Dummes Kichel'' ,dumme, auch: bescheidene Person‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küchen''' n. ● ''Kichen'' (''i'' kurz) ,Küken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küchendragoner''' ● ''Kichendragoner'', bedeutungsgleich mit ''Kastrullbursche'' ,Frau, die übereifrig in der Küche herumfuhrwerkt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuh''' ● ''Kuh'', Pl. ''Kiewe'', Kassel 19. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. (1894) führt ''Kuh'', ''Kiewe'' für Kassel nicht auf; siehe aber die nächsten Einträge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kühchen''' s. ● ''Kiebchen'' ,kleine Kuh‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küheleetscher''' m. ● ''Küweleetscher'' ,schwerfällig nur mit Kühen fahrender Bauer‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küheschelle''' ● ''Kieweschelle'' ,Schnapsglas, ähnlich einer Herdenglocke‘, Kassel (Gr. 1894), ,großes, trichterförmiges Schnapsglas‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kühn''' ● ''kiene'' ,dreist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kukummer''' f. ● ''Kukummer'' ,Gurke‘, das übliche Wort, ''Gurke'' ist kaum bekannt (Vil. 1868), ''Gugummer'', nördl. Hessen (Pfs. 1886), ,''Gugummer'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullarsch''' ● ,Hühnerart ohne Schwanz‘, an Fulda und Werra (Vil. 1868). ● Vgl. ''Kullmutz'' und ''Kupper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kulle''' ● Siehe auch ''Kaule''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kulle''' f. ● ''Kulle'' ,Kugel‘, in ganz Hessen üblich, wohingegen hochdt. ''Kugel'' nicht üblich ist und sich erst in der neuesten Zeit hier und da einbürgert (Vil. 1868). ● Kontraktion von  mhd. ''kugele'' zu ''kūle'', dann im Niederhessischen gekürzt zu ''Kulle''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuller''' m. ● ''Kuller'' ,Koller‘, Kassel 20. Jh. ● Nur Redewendungen: ''Host du dann ’n  Kuller?'' ,Bist du denn verrückt?‘ Kassel 20. Jh. ''Den Koller honn'' ,den Koller haben, verrückt sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926); hierzu auch ''Dä kollert’s wohl?'' ,Du bist wohl verrückt?‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kullerig''' ● ''kullerich'' ,den Koller habend; heftig, ungestüm, cholerisch‘, Kassel 19., 20. Jh.(Gr. 1894); ''kollerech'' ,kollerig, verrückt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kullern''' ● ''kullern'' ,rollen‘, allgemein üblich (Vil. 1868), ''kullern'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kullern''' ● ''kullern'' ,kollern‘, Geräusch, z.B. Stimme des Truthahns, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullmutz''' ● ,Hühnerart ohne Schwanz‘, an Fulda und Werra (Vil. 1868). ● Vgl. ''Kullarsch'' und ''Kupper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullrabe''' f. ● ''Kullerawe'' ,Kohlrabi‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), ''Gullerawe'', ebd. (Gr. 1894); ''Kolrowe'' ,unter der Erde wachsender Kohlrabi‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullskopf''' ● ''Kullkopf'', ''Kullskopf'', 1) ,Kaulquappe‘ 2) der Fisch cottus gobio (Vil. 1868); ''Güllskopp'' ,Kaulquappe‘, Umdeutung in ,Gaulskopf‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullsquappe''' ● ''Kullsquabbe'', Kassel (Gr. 1894); &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kulltüpfen''' ● ''Kulldüppen'' ,bauchiger Topf ohne Beine‘, Kassel (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kulstern''' ● ''kulstern'' ,räuspern, husten, mit Schleimauswurf‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kummer''' m. ● ,Schutt, namentlich Bauschutt, unfruchtbares Erdreich‘ (Vil. 1868); ,Kehricht, Schutt‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kommer'' ,unfruchtbares, sandiges Erdreich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Für ''Kummer'' im hochdt. Sinn ist in Niederhessen ''Brast'' üblich; ''Schutt'' wird nicht gebraucht, kaum verstanden (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kummermann''' ● ,Mann, der die Abfuhr des Kehrichts besorgt‘, Kassel (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kummerwagen''' ● ,Kehrichtwagen‘, Kassel (Pfs. 1886); (städtischer) Kehrichtwagen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumpf''' m. ● ''Kumpf'' ,größerer Napf‘, überall gebräuchlich (Pfs. 1886); ''Kump'' ,größeres Gefäß; der Dorfbrunnen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumfate''' f. ● ''Kumfate'' ,erhöhte Flächen, Bänke, die sämtlich auf freien Plätzen gelegen sind‘, Allendorf in den Soden und in einigen Nachbarorten; ''Komfade'' ,Herberge, Wirtshaus‘, östl. Niederhessen (Pfs.1, 1889). ● Die Identität beider Wörter und anzunehmende ursprüngliche Bedeutungsgleichheit ist kaum von der Hand zu weisen; zumindest bei ''Kumfate'' denkt Pfs. an ,Ort für Gemeindeversammlungen‘. Er könnte recht haben: Ließe sich an lat. ''convada-ri'' ,vor Gericht laden‘ anschließen, so ergäbe sich als ursprüngliche Bedeutung ,(Ort der) Gerichtsversammlung‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumpfen, Kumpfe''' m. ● ''Kumpen'' ,großer Trinkbecher, Bierkrug‘, Kassel 20. Jh.; ''Kömbe'' ,Gefäß, große Schüssel, großer Becher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumwiefchen''' s. ● ''Kumwiefchen'', in der Redensart ''das ganze Kumwiefchen'' ,die ganze Gesellschaft‘, im Sinne einer ,Gruppe mit (bedenklichem) innigem Einverständnis untereinander‘, z.B. Stammtisch-, Zech- und Schmausbrüder, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894). ● Von französ. ''convive'' ,Gast, Genosse‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kunterquant''' m. ● ''Kondergwant'' ,Kunterbunt, Durcheinander‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kunte(r)wítte''' f. ● ''Kundewidde'' ,Aufführung, Lebenswandel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Konderwidden'' Pl. ,schlaue Einfälle, hinterlistige Gedanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''conduite''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kunterwittig''' ● ''konderwiddech'' ,schlau, durchtrieben‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kunnerbande''' f. ● ''Kunnerbanne'' ,Schleichhandel, Schmuggelgut‘, nicht bloß von Waren gesagt, sondern auch von etwas heimlich und unerlaubt an irgendeinem Ort Mitgebrachtem, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küppel''' m. ● ''Küppel'', gewöhnlich ''Kippel'' gesprochen, eigentlich ,kleiner Kopf‘, gebraucht gewöhnlich für kleine Feldhügel, mit Buschwerk oder einzelnen Bäumen bestanden  (Vil. 1868); ''Kebbel'' ,Erderhöhung, Hügel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kuppeln''' ● ,rollen, sich wälzen‘, wird von größeren sich abwärts bewegenden Massen gesagt (Vil. 1868); ''kubbeln'' ,kollern, wälzen, rollen (auch von Tränen)‘, Kassel (Gr. 1894); ''kübbeln'' intr. ,rollen, sich wälzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kuppeln''' ●  ''kubbeln'' ,unerlaubte Vereinbarungen treffen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kupper''' m. ● ,Hühnerart ohne Schwanz‘, Umgegend von Fritzlar (Vil. 1868). ● Vgl. ''Kullarsch'' und ''Kullmutz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuren''' Plur. ● ''Küren'' ,Narrenpossen‘, mittlere Werra (Vil. 1868); ''Kuren'' (nur an der Werra mit ''ü'') ,Neigungen, Wunderlichkeiten; Schliche, Kniffe‘, recht üblich, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kurzab''' ● ''korzop'' ,barsch, kurz angebunden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuschemucken''' ● ''Kuschemúggen'' Plur. ,Heimlichtuerei‘, Kassel (Gr. 1894), ,Betrügereien, betrügerisches Spiel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutte''' f. ● ,wollenes, öfters schwarzes Tuch, das sich Frauen und Mädchen im Winter gegen Kälte um den Kopf binden‘, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutteln''' ● ''kutteln'' trans. und intrans. ,rollen, rollend fallen‘ (Pfs. 1886); ''kuddeln'' trans. u. intrans. ,wackelnd, ungleichmäßig rollen, kullern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutz''' m. ● ,das zu einem Knäuel zusammengewickelte Haupthaar der Frauen‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Kutz'' ,Haarknoten auf dem Kopf oder am Hinterkopf von Frauen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kütz'' ,das zu einem Knäuel zusammengelegte Haar der Frauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutz, Kutzen''' m. ● ,Menge, Haufen, zumal willkürlich zusammengetragener und unordentlich durcheinanderliegender Dinge‘ (Vil. 1868); ''Kotzen'' ,Menge, Haufen durcheinander liegender Dinge, wirre Masse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutz''' m. ● ''Kotz'' ,Husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzbeutel''' ● ''Kotzbiddel'' ,einer, der dauernd hustet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutze''' f. ● ,Erbrochenes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzel''' f. ● ,verwirrte (verknotete) Stelle in Haar, Garn, Faden; Zusammengeballtes‘, Kasel 19., 20. Jh.; ,wirrer Haarknäuel der Weiber; Person mit unordentlichem Schopf‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Kotzel'' ,Haufen durcheinander geschlungener Fäden, Haare oder dgl.‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzelanke''' f. ● ,verwirrtes Kopfhaar‘, übertragen: ,Person mit ungepflegtem, verkutzeltem Haar‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzelkopf''' ● ,ein Kopf mit ungekämmten Haaren‘ (Vil. 1868); ''Kutzelkopp'' ,verwirrtes Kopfhaar‘, übertragen: ,Person mit ungepflegtem, verkutzeltem Haar‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kotzelkopp'' ,Kopf mit wirrem Haar; dickköpfiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzeln''' ● ,verwirren, durcheinander bringen (Haare, Fäden un dgl.)‘, Kassel 20. Jh.; ''kotzeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzen''' ● ''kotzen'' ,sich übergeben; die Kehle durch Auswurf reinigen (räuspern); (heftig) husten‘ (Vil 1868); ''kutzen'' ,kotzen, sich erbrechen‘, Kassel (Gr. 1894), ''kotzen'' ,husten‘, ''sech kotzen'' ,sich erbrechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzerig''' ● ''kutzerich'' ,vor dem Erbrechen stehend‘ bzw. entsprechendes Gefühl bezeichnend, Kassel (Gr. 1894). ● ''Es wird mä ganz kutzerich.'' ,Es wird mir übel‘, oft auch ironisch gebraucht, um die Worte eines anderen als widerlich zu bezeichnen, also: heftige Ablehnung anzeigend. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzern''' ● ''kutzern'' ,zum Erbrechen reizen‘, Kassel (Gr. 1894), ''kotzern'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).  ● Nur in unpersönl. Redewendungen: ''es kutzert einen'' (Gr.), ''es kotzert mech'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kuzen''' ● Siehe „kauzen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''L.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Laatsch''' m. ● Latsch ,nachlässig gehender Kerl; dünnflüssiger Straßenkot‘ (Pfs. 1886); ,nachlässige Gangart‘, Kassel 20. Jh.; ''Laadsch'' ,nachlässig gehender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laatsche''' f., '''Laatschen''' m. ● ,aus Lappen zusammengenähter oder aus zerschnittenen Salbenden geflochtener Schuh‘, sehr üblich, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Latsche'' f. ,Schuh aus Salbenden, worin man latschig geht; schlunziges Frauenzimmer‘ (Pfs. 1886); ''Laatschen'' m. ,schiefer, ausgetretener Schuh‘, auch scherzhaft oder verächtlich für ,Schuh‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ''Laadschen'' (nur Plur.), ,schiefe, ausgetretene Schuhe‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Letschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laatschen''' ● ,wackelnd und schleppend gehen‘ (Vil. 1868); ,langsam, nachlässig, schleppend gehen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''laadschen'' ,sich nachlässig, schleppend fortbewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laatschen''' ● ,eine Ohrfeige verpassen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''laadschen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ich laadsch dä eine'' (''eenge'') ,ich gebe dir eine Ohrfeige‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laatschhühnchen''' ● ''Laatschhiehnchen'' ,Hühnchen mit Bauschfüßchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laatschmichel''' ● ,(meist langer) phlegmatischer Bursche‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laban''' m. ●  ''langer Lawan'' ,langer Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''labet''' ●  ''lawéht'' ,müde, abgespannt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Labberhannes''' ● ''Lawwerhannes'' ,einer, der gehaltloses Zeug redet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''labberig''' ● ''lawwerich'' ,gehaltlos (von der Rede)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''labbern''' ● ''lawwern'' ,gehaltlos reden, schwatzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Labbes''' m. ● ''Lawwes'' ,plumper Kerl‘, auch durchaus wohlwollend, bei Kindern im Sinn von gesund, kräftig gemeint, in der Kasseler Gegend recht üblich (Pfs. 1886); ''Lawwes'' ,großer Kerl‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lach''' m. ● ,kurzes Auflachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Läche dun'' Pl. ,Läche tun, in Gelächter ausbrechen‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lächerig''' ● ''lächerech'' ,zum Lachen reizend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lächern''' ● ,zum Lachen reizen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es lächert mech.'' ,Es macht mich lachen‘. (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lack''' m. ● ''en Kärle wie Lack'' ,ein tüchtiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lacks''' m. ● ,fauler Mensch‘ (Vil. 1868); ,großes Exemplar von Tier oder Mensch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Laggs'' ,großer starker Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. dürfte sich geirrt haben; er bezieht sich wohl auf den ''Faullacks'' (s.d.), Kassel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lacksen''' ●  ''sich lacksen'' ,sich lümmeln, flegeln, grob betragen‘, weitverbreitet (Pfs. 1886); ''sich lachsen'' ,sich lümmeln, bequem hinsetzen‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), 20. Jh.; ''sech laggsen'' ,sich räkeln, sich flegelhaft benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ladderei''' ● ,Herumtreiberei‘, Kassel 19. Jh. (Gr. 1894), auch: ,oberflächliches Arbeiten, Pfuscherei‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ladderhans''' ● ,ein träger Mensch, Müßiggänger‘ (Vil 1868); ''Ladderhannes'' ,Herumtreiber, Tagedieb‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Ladderhans'' ,leichtsinniger Mensch, Müßiggänger‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ladderig''' ● ''ladderich'' ,unordentlich‘, Kassel 20. Jh.; ''ladderech'' ,leichtsinnig, unordentlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laddern''' ● ,die Zeit müßig hinbringen, vertändeln‘ (Vil. 1868); ,sich müßig hermtreiben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laddersack''' ● wie ''Ladderhans'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lade''' f. ● ,Kleiderkiste der Landbewohner in Althessen‘ (Vil. 1868); ''Ladhe'', ,Kleiderkiste, wie von Vil. angegeben, außerdem ,Sarg‘ (hierfür auch ''Dodenladhe'' in Gebrauch), Balhorn (Sl. 1901); ''Lore'' ,große, schwere Truhe mit Eisenbeschlägen zur Aufbewahrung der Kleidung und namentlich des Leinenvorrats; Sarg‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Größer als die Lade ist in Niederhessen die ''Kiste'', diese ist schwerer und größer, hat Eisenbeschläge. In der Schwalm verhält es sich umgekehrt. (Vil.) ● Siehe ''Totenlade''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laffen''' ● ,mit herausgestreckter Zunge lecken, schlürfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''laffen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laib''' m. ● ''Laib (Brot)'' ,Brotlaib‘, Kassel 19., 20. Jh.; ''Leep'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laibchen''' ● ''Laibchen'', Pl. ''Laiwerchen'', kleine Teigwaren, Brötchen; dazu gehören im 19. Jh. Milchbrötchen, Franzbrötchen, Pariser; Kassel (Gr. 1894), auch Apfellaibchen (s.d.); ''Leebchen'' ,Laibchen, kleiner, runder Kuchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. hat merkwürdigerweise trotz pluralischem ''Leiwerchen'' als Singular ''Libb'', so auch als eigenes Stichwort. ''Libb'' heißt ,Leib‘ und ist von ''Laib'' getrennt zu halten, vgl. Niederellenbach ''Liep'' und ''Leep'' (Hm.) sowie mhd. ''lîp'' ,Leib‘ und ''leip'' ,Laib, geformtes Brot‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lakwerge''' ● ''Lakwerche'' ,Latwerge‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lakrezius''' ● ''Lakrezijus'' ,Lakritz‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lallepatsch''' m. ● ,Tölpel‘, übliches Schimpfwort in den Mittelständen (Vil. 1868);  ''Lallebatsch'' ,großer Tölpel; einer, der schwerfällig geht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lallepatschig''' ● ''lallebatschig'' ,sich benehmend wie ein Lallebatsch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lamberie''' f. ● ,Abschlußbretter unten an den Zimmerwänden, untere Täfelung‘, Kassel 20. Jh.; ,Täfelung der Zimmerwände‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Landviole''' ● ''Landfijohle'' ,Frau, deren Aufmachung die Provinzstädterin verrät‘, Kassel (Gr. 1894), ,Frau vom Lande, der Aufmachung nach‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Längede''' f. ● ''Lengde'' ,Länge‘, in Hessen sehr üblich (Vil. 1868); ''Längede'', dasselbe, Kassel (Gr. 1894); ''Längde'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''lengede''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''langen''' ● ,holen, reichen, darreichen‘ (Vil. 1868); ,herreichen‘, Kassel 20. Jh.; ,holen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die „gemeinhochdeutsche Ausdrücke“ ''holen'', ''reichen'', ''darreichen'' „waren bis um das Jahr 1820 im östlichen und inneren Hessen so gut wie gar nicht bekannt und dem Volke meist schlechthin unverständlich“. (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lapparsch''' ● ,läppischer, schlaffer Kerl, erbärmlicher Kerl‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Labboorsch'' ,erbärmlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läppchen''' ● ''Das es us dem Läbbchen ins Diechelchen''. ,Das ist einerlei‘, Kassel Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lappen''' ● , flicken, ausbessern‘, jetzt fast nur noch von Kleidungsstücken, früher auch von Geräten und Bauwerken (Vil. 1868); ''labben'' ,zerrissen sein, in Fetzen herabhängen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läppisch''' ● ''läbbsch'' ,schlaff, schwach, unbedeutend; fade, abgestanden (z.B. Bier)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ''läbbsch'' ,von fadem Geschmack, saftlos, schlapp, schlaff (von Personen und Gegenständen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Larches''' m. ● ,großer Kerl‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lärmetieren''' ● ''lärmedieren'' ,Lärm machen, lamentieren‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kontamination von ''Lärm'' und ''lamentieren'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lasche''' f. ● ,Prügel‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laschen''' tr. ●,durchprügeln‘ (Vil. 1868); ,schlagen, peitschen, durchprügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,verhauen, durchprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laschig''' ● ''laschech'' ,unordentlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lassen''' ● wie hd. ''lassen'', außerdem ,gut stehen‘, Niederhessen, auch nd. Niederhessen (Pfs.1, 1889), Kassel 20. Jh. ● ''Ähre Farwe läßt. Daaß leßt uch ockert nit.'' ,Dss steht euch nicht gut.‘ (Pfs.1) ''Das läßt dä nitt.'' ,Das steht dir nicht (gut).‘ Kassel 20. Jh. ● Vil. (1868) führt ähnlichen Gebrauch nur für das nd. Niederhessen auf: ''laten'' ,sich geziemen, scheinen, das Ansehen haben‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lattich''' m. ● ''Laddch'' ,Kopfsalat‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Laddich machen'' ,Spaß, Vergnügen machen‘, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● Gr. hat ''Lattich'' wohl nicht als Dialektwort aufgefaßt, insofern auch nicht verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lattichvogel''' ● ''Laddichvochel'' (''o'' kurz) ,Schmetterling; Person im sehr sommerlichem Anzug‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Sommervogel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läube''' f. ● ''Läube'', ''Leibe'' […] ,der obere Teil des Hauses, oberes Stockwerk, Bodenraum‘, in älterer Zeit vorzugsweise die zur Aufbewahrung des Getreides bestimmten oberen Räume des Gebäudes, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Lewe'', Bezeichnung der Zimmer im zweiten Stockwerk eines Bauernhauses‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Man unterscheidet namentlich die Schlachte- oder Wursteläube, die zur Augbewahrung der Schlachtvorräte dient, und die Früchteläube, in der das gedroschene Getreide untergebracht wird. (Hm.) ● ''Läube'' gehört zu ''Laube''; siehe auch ''Borläube''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läubede''' f. ● ''Läubede'', ''Läuwede'', ''Laiwede'', Nebenform von ''Läube'', Niederhessen, davon lautl. Variante ''Laimede'' bei Netra im Ringgau (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lauern''' ● ''luren'' ,lauern, warten‘, Kassel (Gr. 1894); ,warten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läuferchen''' ● ''Leiferchen'' ,kleines Kind, das schon einigermaßen gehen kann‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läuferisch''' ● ''liffersch'' ,was gut und schnell vonstatten geht‘, Niederhessen, äußerst üblich (Vil. 1868); ''liffersch'' ,schnell vonstatten gehen, leicht zu bewältigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läufig''' ● ''leefech'' ,geläufig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lauseding''' ● ''Lüsedänk'' ,vorwitziges Mädchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lausehuttich''' m. ● mit Verweis auf ''Hottich'' erwähnt bei Vil. (1868); ''Lusehuddich'', Bedeutung wie ''Lausejunge'', Kassel 20. Jh.; ''Liesehodch'' ,mit Läusen behafteter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lausejunge''' ● ''Lusejunge'' ,unnützer Bube‘, Scheltwort (Vil. 1868); ,Junge, der Unfug treibt, Ärgernis gibt‘, Kassel 20. Jh.; ''Lüsejönge'' ,vorwitziger Junge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lausert''' m. ● ''Lusert'' ,Lümmel‘, Kassel 20. Jh.; ''Lüsert'' ,vorwitziger Junge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läuten''' ● ''lieden'', Kassel 19. 20. Jh. (Gr. 1894); ''lieren'', Oberellenbach (Hm. 1926). ●  Stammformen: ''lieden – lidd – gelidden'', Kassel (Gr., fehlerhaft); ''lieren – lüdde – lüdden'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lech''' ● ,ausgetrocknet‘, von hölzernen Gefäßen gesagt (Vil. 1868); ,leck‘, Kassel (Gr. 1894); ''läch'' ,leck, ausgetrocknet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lechen''' ● ''lechen'', gewöhnlich ''auslechen'', auch ''verlechen'', ,durchtröpfeln‘, gesagt von hölzernen Gefäßen, deren Dauben eingetrocknet sind, die also für Flüssigkeiten durchlässig geworden sind (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leckebrett''' ● ,Zunge‘, schmähend, besonders kleinen Kindern gegenüber, Niederhessen (Vil. 1868); ''Leggebrett'' ,Zunge‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lecken''' ● ''leggen'' ,lecken, nippen, naschen‘; ,in niederträchtiger Weise schmeicheln‘, Kassel (Gr. 1894); ''läggen'' ,naschen, nippen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lecken''' ● ,besprengen, begießen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''leggen'' ,Wasser vor dem Kehren auf dem Boden aussprengen‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Das Tuch lecken'' ,die zum Bleichen ausgespannte Leinwand begießen‘, ''die Wäsche einlecken'' ,die getrocknete Wäsche leicht besprengen und hiermit zum Bügeln vorbereiten‘ (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leckermaul''' ● ''Leggermull'' ,jem., der gern nascht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leckwerk''' ● ''Läggwark'' ,süße Speisen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ledig''' ● ''leddich'' ,unverheiratet‘, Kassel  (Gr. 1894); ''lärrech'' ,leer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''leddich un lose'' ,unverheiratet‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lege''' ● ,niedrig, kärglich, mager, jämmerlich‘, nd. sprechendes Niederhessen und Gegend um Maden (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lehne''' f. ● ,Abhang, Bergabhang‘, allgemein im Gebrauch (Vil. 1868). ● Siehe nachfolgendes ''lehne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lehne''' Adv. ● ,mäßig abhängig, gelinde abschüssig‘, allgemein im Gebrauch (Vil. 1868); ''lähne'' ,sanft ansteigend‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''lehneruff'' ,mit sanfter Steigung aufwärts‘, Kassel (Gr. 1894); ''lähne nof'' ,bergauf, ein wenig ansteigend‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lehnen''' ● ,leihen, verleihen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); dasselbe, Kassel (Gr. 1894). ● ''leihen'' ist völlig unbekannt (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leibchen''' n. ● ,ärmelloses Bekleidungstück für den weiblichen Oberkörper‘ (Vil. 1868); ''Libbchen'' ,Schnürbrust ohne Steifung‘, Kassel (Gr. 1894); ,Mieder (für die Frau), Weste (für den Mann)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leibchenskeipe''' f. ● ''Libbchenskibbe'' ,Westentasche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leich''' n. ● ,die auf die Spielbahn einzeln aufgesetzte Tonkugel‘, auf die im Frühlingsspiel der Knaben mit Tonkugeln geschossen (geknipst) wird, fast ausschließlich östl. Hessen, wo das Spiel zu Hause ist (Vil. 1868). ● Vgl. ahd. ''leih'' ,Spiel, Melodie, Gesang‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leichdorn''' ● ,Hühnerauge‘, in Hessen ausschließlich geltende Bezeichnung (Vil. 1868); ''Lichdorn'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Eigentliche Bedeutung ist ,Körperdorn‘, vgl. ahd. ''līh'' ,Körper, Leib, Leichnam‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leiche''' ● ''Liche'' (i kurz) ,Begräbnis, Trauerzug‘, seltener: ,Leiche‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,Beerdigung, Leichenbegängnis‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''uff ’ne Liche gehn'' ,an einer Beerdigung teilnehmen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leichenleute''' ● ''Lichenliere'' ,Teilnehmer an einem Begräbnis‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leichmahl''' ● ''Lichmohl'' ,Trauermahl nach dem Begräbnis‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leidmut''' ● ''Leidmut'' f. ,Wehmut‘, volkstümlich, Hessen‘ (Pfs. 1886); ''Leedmut'' m. ,Wehmut, Trauer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''leidmütig''' ● ,wehmütig‘, in der Kasseler Gegend ''lairemürich'' ausgesprochen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leier''' ● ''Liere'', Kassel (Gr. 1894) ● ''emmer de ahle Liere'' ,immer das alte Einerlei‘ (Gr).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leimen''' m. ● ''Leimen'' ,Lehm‘, Kassel (Gr. 1894); ''Lemen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Leimen un Stroh'' ,Kartoffelbrei und Sauerkraut‘, ebd. 19., 20.Jh. (Gr. 1894), übertragen von der Lehm-Stroh-Füllung, mit der die Gefache der Fachwerkhäuser ausgekleidet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leimenkaute''' f. ● ''Lemenküdde'' ,Lehmgrube‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leimrute''' ● ''uff der Limmrude gefangen'' ,durch List überführt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leinwat''' ● n., ,Leintuch‘, selten, in den größten Teilen von Hessen unüblich (Vil. 1864); ''Linnwoot'' f. ,Leinwand‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''lînwât''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leist''' m. ●  ''Leest'' ,Spur, Striemen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lenze''' f. ● ,Lenz, Frühling‘, Balhorn (Pfs. 1886). ● ''In der Lenze'' ,im Frühling‘, besonders in der Zeit der Aussaat, Balhorn (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''leppen''' ● ,nur ganz wenig besprengen, vorsichtig bespritzen‘ (Vil. 1868). ● Vil. faßt ''leppen'' „als eine Art Deminutiv“ zu ''lecken'' auf (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lepperkind''' ● ''Läbberkend'' ,aufgeleppertes Kind‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''leppern''' ● ,in einzelnen kleinen Schlucken trinken‘, allgemein üblich; ''aufleppern'' ,ein Neugeborenes (Mensch oder Tier) durch Einflößen von Milch ohne Mutterbrust aufziehen‘, auch: ,mit Mühe großziehen‘ (Vil. 1868); ''läbbern'' ,ein Kind ohne Muttermilch aufbringen; oft und in kleinen Portionen trinken‘, Kassel (Gr. 1894), ''sich läbbern'' ,sich allmählich ansammeln, vermehren‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ''läbbern'' ,von einer Speise oder einem Getränk nur wenig und in kurzen Zügen genießen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es läbbert sich (zesammen)'' ,aus wenig wird allmählich viel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lerche''' ● neben dem Vogelnamen auch ,liederliches Frauenzimmer‘, allgemein verbreitet (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lerchelchen''' ● ,kleine Lerche‘, Zungenprobe der Nüchternheit: Wer ''Lerchelchen'' nicht mehr sprechen kann, hat zuviel getrunken, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lerchen''' Pl. ● ,die ersten Kinderschuhe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lerchen''' ● ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lernisch''' ● ''lärnsch'' ,gelehrig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Letschen''' m. ● 1) ''Ledschen'' ,Stiefel (Schuhe), die durch Abschneiden des Schaftteils und Anschrägung des Oberleders zu Pantoffeln gemacht worden sind‘, Kassel (Gr. 1894); ''Letschen'' ,Schlappschuh‘, Balhorn (Sl. 1901); ,weicher, ausgetretener Schuh; Pantoffel‘, abfällig für ,Schuh‘, Kassel 20. Jh.; ,Zunge‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr.). ● &lt;br /&gt;
''Kumm heim, din Mutter hat de uf‘m Letschen gepiffen.'' Balhorn; Sl. gibt die Bedeutung ,Zunge‘ nicht an, nimmt also ,Schlappschuh‘ an, sieht also darin humoristischen Gebrauch („scherzhaft“); ''uff dem Letschen piffen'' ,Zungenpfiff machen‘, ebd.,  19., 20. Jh. (u.a. Lüttebrandt 1917); ''en Letschen honn'' ,betrunken sein‘, ebd. (Lüttebrandt), offenbar im Sinne ,schwere Zunge haben‘. ''Einen im Letschen honn'' ,betrunken sein‘, ebd. 20. Jh.; ''en Lädschen machen'' ,ein trauriges Gesicht machen‘, ebd. (Lüttebrandt). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''letterbeinig''' ● ''letterbeenig'' ,eigensinnig, störrisch, ungehorsam‘, besonders für heranwachsene Knaben gebräuchlich, an der Schwalm (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''letzten''' ● ''letzden'' ,kürzlich, neulich, letzthin‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leuchte''' ● ''Lichde'' (''i'' kurz), Kassel (Gr. 1894), ''Liechde'', nur in vereinzelten Redewendungen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''in der Lichde stehn'' ,im Licht stehen, durch Vortreten verdunkeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''geh mo üs der Liechde'' ,geh mal aus dem Licht!‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leuchtefett''' ● ''Lichdefedd'' ,Lampen- und Brennöl‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lewes''' m. ● ,großer Hund‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''libern''' ● ''lübbern'' ,coagulare, gerinnen‘, Niederhessen, allgemein üblich (Pfs. 1886); ''lewwern'' ,gerinnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''liberen'' ,gerinnen‘. ● Siehe ''Lubermilch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Licht, Lichtchen''' ● ,Licht, Kerze‘, Kassel (Gr. 1894), auch: ,Schnutznase‘, ebd. 20. Jh. ● Redensarten, mit Genuswechsel: ''Du stehst mä in der Lichte'', ''geh mä us der Lichte'', Kassel 20. Jh.; siehe dazu ''Weg''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lichterbaum''' ●  „der bei uns häufigere Name für den ,weihnachtlichen Christbaum‘“ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lichterkirche''' ● ,Weihnachtsgottesdienst‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lichterzieher''' m. ● ''Lichderzier'' ,Kind, das den Schnutz offen zur Schau stellt; Schnutznase‘, Kassel (Gr. 1894). ● Der Lichterzieher ist eigentlich der Kerzenzieher, -macher; es handelt sich also um eine humoristische Übertragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lid''' n. ● ''Led'' ,Luke‘, belegt in ''Boddenled'' ,Bodenlid, Bodenluke‘, Kassel (Gr. 1894); ''Läht'' ,Holzverschlag, der eine Öffnung verschließt; Augenlid‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lied''' n. ● ,Glied‘, in Kassel und anderwärts gelegentlich gebräuchlich (Vil. 1868). ● Mhd. ''lit''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''liefern''' ● ''liwwern'' ,liefern, kaputtmachen‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), 20. Jh. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lieser''' Pl. ● meist ''Lieserchen'' ,kleine Pusteln auf der Haut, geringer Ausschlag, Niederhessen (Vil. 1868). ● „Ohne Zweifel der alte Name der Krätze bzw. der Krätzmilbe, im 16. Jh. als ''Lies'' und ''Lisse'' belegt; nach Aufkommen von ''Krätze'', ebenfalls 16. Jh., umgedeutet (Vil.). ● Sing. ''Liese'' steckt möglicherweise in ''Gänseliese'', Kassel, hier aber (Gr.) aufgefaßt als ,Gänseläuse‘ (s. d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Linktatsch''' m. ● ''Linkdatsch'' ,Linkshänder‘, verächtlich (Vil. 1868); dasselbe, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Ländadsch'' (sic) ,Linkshänder‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Tatsche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Livländer''' ● ''Lifflänger'' ,magerer und flinker Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''löchericht''' ● ''lächerecht'' ,voller Löcher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lock''' m. ● ,kleines Fuder‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Loh''' n. ● ''Loh'', Pl. ''Löcher'' ,Hain, kleines Gehölz, Buschwerk, welches einzeln mitten im angebauten Feld liegt‘, als Begriff nur noch selten gebraucht, als Name häufig (Vil. 1868); ,Wald, Gehölz‘, nur noch in zwei Flurbezeichnungen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mh. ''lô''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Löhnchen''' ● ''Lehnchen'' ,kleine Flamme‘, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● ''En Lehnchen in’n Owwen machen'' ,nur wenig Feuer machen‘ (Lüttebrandt) ● Verwandt mit ''Lohe'' ,flammender Brand‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lose''' ● ,locker‘, auch: ,zu wenig gesalzen‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe auch ''ledig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Löwer''' ● ,Lohgerber‘, noch jetzt in mehreren Städten üblich, z.B. in Treysa und Frankenberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lubermilch''' ● ,geronnene, saure (dicke) Milch‘, hin und wieder vorkommend, z.B. auf dem Habichtswald (Vil. 1868). ● Siehe ''libern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Luche''' f. ● ''Lüche'' ,Öffnung in der Scheunendecke, durch die am Luchenseil etwas nach oben befördert werden kann‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Luche'' ist die hd. Entsprechung zu nd. ''Luke'.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lügenfittich''' m. ● ''Liejenfidch'' ,zum Lügen neigender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lügenjohannes''' ● ''Liechengehannes'' ,Lügner‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lügenmajor''' ● ''Liechenmajor'' ,großer Lügner‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lullen, lüllen''' ● ,weinen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lumbe''' f. ● ,Lende, Weiche‘ ● ''Einen in die Lumben hauen'' ,gehörig abprügeln‘, ganz allgemein üblich (Vil. 1868); ''in de Lumben dreden'' ,grob abweisen‘, Kassel (Gr. 1894), ''in de Lumben haun'' ,jem. tätlich angehen‘, ebd. 20. Jh.; wird in Kassel nicht mehr verstanden, sondern auf ''Lumpen'' im Sinne von ''Klamotten'' bezogen; bereits Gr. überträgt ''Lumben'' als ,Lumpen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lumm''' ● ,schlaff, locker, lose‘ (Vil. 1864); ''lomm'' ,locker, lose‘ (z. B. Kuchenteig, Ackerboden), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lumpen''' Pl. ● ''Lumben un Fleh'' ,Lumpen und Flöhe‘, Gericht: Weißkraut mit Kümmel, Kassel 20. Jh. (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lumpensämmler''' ● ,Lumpensammler‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lümper''' ● ''Limberd'' ,Lump‘, Kassel (Lüttebrandt 1917), ,Taugenichts‘, ebd. 20. Jh.; ''Lember'' ,Lumpensammler, zerlumpter Mensch, armer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Limber'' ,Lumpensammler‘, Großenritte 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunke''' ● ''lunke-lunke machen'' ,hinlegen und schlafen‘, Kindersprache, Kassel (Gr. 1894); ''lunke-lunke-lunke!'' ,Leg dich hin, schlaf jetzt!‘, Aufforderung an kleine Kinder, ein Schläfchen zu machen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lunkebettchen''' ● ,Bettchen‘, an kleine Kinder gerichtet, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunken''' ● ''sich lunken'' ,sich zur Ruhe niederlegen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lunzekatze''' f. ● Bezeichnung für jedes schwache, dünne Gewebe, auch Interjektion in abwertendem Sinn, Kassel (Gr. 1894); ''Lönzekatze'' ,wertloses Zeug‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunze''' ● ''lonze-lonz machen'' ,schlummern‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunzen''' ● ,leicht schlummern, halbschlummernd sich im Bett halten, sich behaglich zum Schlummern niederlegen‘ (Vil. 1868); ,schlummern‘, Kassel (Gr. 1894), ''lonzen'', dasselbe, ''sech lonzen'' ,sich schlafen legen‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lurch''' ● ''Lurch'', ''Lorch'' m. und n. ,ein Trunk („Suff“)‘, im Fuldischen üblich (Vil. 1868); ''Lorch'' m. ,Saft von gekeltertem Obst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lusch''' n. ● ,wirres Stroh; im Feld wachsende wilde Halme‘, untere Eder (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lusche''' f. ● ,Kohl, der kein Haupt geschoben hat, sondern in lange Blätter geschossen ist‘, Balhorn (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''luschig''' ● Adj. zu ''Lusch'' (Pfs. 1886); ''lüschech'' ,wirr (vom Stroh), locker, ungefüllt (von Krautköpfen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lüttich''' ● ''lüttig'', ''lüttich'' ,leichtfertig, eilfertig, oberflächlich (von Menschen und deren Verrichtung)‘, in ganz Niederhessen üblich (Vil. 1868); ''lüttich'', ''lütche'', auch im Hinblick auf zu leichte, dünne Kleidung bei rauher Jahreszeit gesagt (Pfs. 1886); ''leddech'' ,schwach, leicht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lutterbaß''' m. ● ''Lodderbaß'' ,unordentlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lutterig''' ● ''lotterig'', ''lodderig'', ''loddericht'' ,zottig, zerlumpt, nachlässig in der Kleidung‘, in Althessen allgemein (Vil. 1868); ''ludderich'' ,lotterig, unordentlich, wackelig, schwankend‘, Kassel (Gr. 1894), ,verlottert, unordentlich‘, ebd. 20. Jh.; ''lodderech'' ,zerlumpt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch I – L'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_I_%E2%80%93_L</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_I_%E2%80%93_L"/>
				<updated>2015-01-20T10:36:48Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch I – L'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''I.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Icke''' f. ● ,Frosch‘, Schwalm (Pfs. 1886). ● Pfs. vermutet als Vorform *''Ücke'', verweist auf bair. ''Aukchen'', ''Auchen'' (Pfs., S. 305).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ickengeschlicker''' ● ,Froschlaich‘, Schwalm (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Icker''' m. ● ,Muscheltier‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ickermulde''' f. ● ''Ickermulle'', ''Ickermüllchen'', Pl. ''Ickermüllerchen'' ,Schale der Flußmuschel‘, d.h. die Mulde, in der sich der Icker befindet, an der Schwalm (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ickern''' ● ,necken‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''iggern'' ,necken‘, Kassel 20. Jh.; ,necken, ärgern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Iewest''' ● ''Iwest'' n. ,leinener viereckiger Einsatz n der Vorderseite des Unterrocks Verheirateter‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Iewest'' ,andersfarbiges, in die Vorderseite des Rockes vom Frauenkleide eingenähtes, wie eine Schürze aussehendes Stück Zeug', Kassel (Gr. 1894). ● Der Iewest, mir nur als Maskulinum bekannt, war der Einsatz im (Trachten-)Rock (nicht des Unterrocks), der durch die Schürze verdeckt wurde. (Gt.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''iewest''' ● ''iebes'' (''iewes'', ''iewest'') ,einigermaßen, nur etwa‘, Niederhessen, mit anderen Lautungen und Formen in ganz Hessen (Vil. 1868); iwewes, iewest ,irgendwie, wo nur immer‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''iewest'' ,irgendwie, halbwegs‘, Kassel (Gr. 1894); ''iewest'' ,irgendwie, einigermaßen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''iewesthand''' ● ''iebesthand(s)'' ,zuweilen, mitunter‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''iewesdhaant'' ,häufig, öfters‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''illern''' ● Siehe ''eulern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Imbiß''' m. ● ''Immes'' ,Schmaus‘, Ziegenhain, Oberhessen (Vil. 1868); ''Emmes'' ,geselliges Schmausen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''indärlich''' ● ''indärlech'' ,sanft, treuherzig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. (1868) verzeichnet das Wort für Niederhessen nicht, allerdings als ''indüerlich'' ,mitleiderregend, eindringlich‘ für Schmalkalden und als ''indellig'' für Bereiche südlich des Niederhessischen; er sieht darin ein *''inteuerlich'' ,sehr teuer‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ineinander''' ● ''innanner'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); übertragen: ,aufgeräumt, lebhaft‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''innanner sinn'' ,(sehr) zuvorkommend sein‘, scherzhaft, Steigerung: ''innanner sinn wie Schuhwichse'' (Gr.). ''Hä äs innanner wie ‘ne Kährberschde''. ,Er ist in freudiger Erregung.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''infamicht''' ● ,abscheulich, niederträchtig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ingescheit''' ● ,sehr gescheit, pfiffig‘, äußerst üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''inzweiern''' Adj. ● ''innzweiern'' ,entzwei, zerbrochen, kaputt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''innzweiernes Dibbchen'' ,zerbrochenes Töpfchen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''inzweimachen''' ● ''innzweimachen'' ,entzwei machen, zerbrechen, kaputtmachen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ippen''' ● ''ebben'', ''ibben'' ,kurzen, heftigen Schmerz empfinden‘ (z. B. bei Stoß), ,jucken, brennen‘ (z. B. bei Brennesselberührung, Insektenstich), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Irrgewirr''' n. ● ,Durcheinander‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Irrwisch''' m. ● ,Irrlicht‘, üblichste Benennung, auch: ,unruhige hn und her fegende Person‘ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itsche''' f. ● ,Kröte‘, in Althessen die alleinige Bezeichnung (Vil. 1868); ,Eidechse‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kröte‘, Kassel (Bennecke 1904), ,Kröte, Frosch; zickiges kleines Mädchen‘, Kassel 20. Jh.; ,Kröte, Frosch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Du kleine Idsche'', schwaches Scheltwort, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).  ● Vil. sieht zu Recht in ''Itsche'' entrundetes *''Ütsche'', verweist auf Marburger Hexenprozeßakte 1633: ''Die fraw Eyla hab ein stecken genommen, vnd in ein vtsche oder kröte gestochen.'' Pfs. (1886) verweist auf oberhess. ''Eutsche'', das langes ''ü'' voraussetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itschenditsch''' ● ,das Junge von einem Hasen und einer Ente‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itschengegritsche''' n. ● ''Idschenjegridsche'' ,Froschlaich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itschenquitsch''' m. ● Bezeichnung für ein itschiges Kind, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''itschig''' ● ''itschich'' ,zickig, zänkisch‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itzelei''' ● ,Zänkerei, Keiferei‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''itzeln''' ● ,necken‘ (Vil. 1868); ''sech itzeln'' ,miteinander zanken, keifen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''J.,''' siehe auch '''G.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''jacken''' ● ''jaggen'' ,schnell fahren‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''karjäckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jackern''' ● ,schnell reiten, schnell fahren‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868). ● Vgl. ''karjäckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jagden''' ● ''sech jochden'' ,sich spielend necken, sich neckend umhertummeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jahn''' ● ''Jahne'' f. ,die Reihe, Linie, Strich Arbeit, z.B. beim Kornschnitt, im Heumähen, gerade vor sich hin bei dem, was man sich davon vorgenommen hat‘, in Hessen allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''John'' m., Pl. ''Jehne'' (Dim. ''Jehnchen'') ,bestimmte Arbeitsfläche; Ackerabschnitt, der zu bearbeitet ist‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''in einer Jahne stehen'' ,in gerader Linie stehen‘, z.B. Bäume, aber auch von Menschen gebräuchlich (Vil.); ''fär Johne hen'' ,vor Jahne hin, der Reihe nach‘ (Hm.); ''zejohnehenne'' ,ziemlich, (so) einigermaßen‘, Kassel (Gr. 1894), ''zijohne'' ,langsam‘, Kassel (Lüttebrandt 1919). ● Nach Vil. ursprünglich maskulin, er verweist auf mhd. ''jân''; in Hessen „durchgängig“ feminin – was kaum stimmen kann, vgl. Oberellenbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jähnen''' ● ,gähnen‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jahren''' ● ''sech johren'' ,sich finanzielle erholen, zu Mitteln kommen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jammer''' ● ,Heimweh‘, Balhorn (Sl. 1901); ,Jammer‘, selten, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jammern''' ● ,seufzen, klagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''jimmern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jären''' ● ,gären‘, Kassel (Gr. 1894); ''jären'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jätehäckchen''' ● ''Jädehäckchen'', übertragen: ,hervorstehendes, meist aufwärts gebogenes Kinn‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jährehäggchen'' ,kleine Hacke zum Ausjäten des Unkrauts‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jätsch''' m. ● ''Jädsch'' ,einer, der die Schuhe schief tritt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jätschen''' ● ''jädschen'' ,die Schuhe schief treten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jauker''' ● ''jauger'' ,teuer, gefährlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jaunern''' ● ,winseln (von Menschen und Hunden), beständig nörgeln (von Kindern)‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ,Schmerzlaute von sich geben, weinerlich klagen‘, Kassel (Gr. 1894), ,Schmerzlaute von sich geben (von Menschen und Hunden)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jembern''' ● etwa: ,kläglich, sich sehnend, armrudernd herumgehen‘, Kassel (Gr. 1894) ● Vgl. ''embern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jende''' ● ''dulle Jende'' ,Frauenzimmer, das kein gesetztes Benehmen hat‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jetzunder''' ● ''jitzunner'' ,jetzt‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ''jetzunner'', Kassel (Gr. 1894), ''itzund'', ''gitzund'', ''itzunder'', ''gitzunder''. ● Kürzere Formen: ''jitzt'' (hauptsächlich für ,jetzt‘), Kassel; ''itz'', ''gitz'', ''itzet'', Balhorn (Sl.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jexe''' ● ,Hiebe, Schläge‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jexen''' ● ,hauen, schlagen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jicht''' f. ● ,Gicht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jichtbeere''' ● ,schwarze Johannesbeer‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jichtig''' ● ,eifrig (im Schaffen), jähzornig‘, Gegend von Felsberg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jimmern''' ● ,kläglich, mit einem hohen Ton jammern, winseln‘, ganz Althessen (außer dem niederdt. sprechenden Teil) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jippe''' f. ● ,Kippe; schwankendes Ende‘ (daneben auch ''Kippe'' gebräuchlich) Kasseler Gegend (Pfs. 1886);  ''Jebbe'' ,Kippe‘, Kassel (Gr. 1894). ●  ''uff der Jeppe stehn'' ,auf der Kippe stehen, vor dem Bankrott, vor der Katastrophe stehen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jippe''' f. ●  ''Jebbe'' ,Knabenschlitten‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jippen''' ● ,schwanken, schaukeln‘, Kasseler Gegend (Pfs. 1886); ''jebben'' ,kippen, rasch aus dem Gleichgewicht fallen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jippen''' ● ,Schlitten fahren, wie die Kinder es tun‘, östl. Hessen (Waldkappel) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jippen''' ● ,hell pfeifen‘, von Rädern oder Maschinen, deren Teile sich mit schrillem Ton reiben, Hersfeld (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jirscht''' m. ● ''Jirsch'' ,Schaum, welcher sich beim Gären bildet‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Jirscht'' ,Schaum‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hingegen in Kassel ''Girscht'' (s. d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Juchtelfuchtel''' m. ● ,Schnaps‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jü''' ● Zuruf an das Zugvieh, um dasselbe zum Fortgehen anzutreiben, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''juckeln''' ● ''juggeln'' ,unruhig sitzen, dabei mit dem Stuhl ruckeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''juckern''' ● ,unruhig, erschütternd sitzen‘, Kasseler Gegend (Pfs. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jücken''' ● ''jeggen'' ,jucken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jüde''' ● ''Jidde'' ,Jude‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Balhorn (Sl. 1901); ''Jerre'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jüdenmensch''' n. ● ''Jerrenmönsch'' ,Jüdin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jüdschen''' f. ● ''Jedschen'' ,Jüdin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jumfter''' f. ● ''Jumfder'' ,Jungfer‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jomfder'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''juppern''' ● ''jubbern'' ,unruhig auf etwas sitzen, wie mit Ungeduld sich zum Fortgehen anschicken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''K.,''' siehe auch '''G.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Kabe''' f. ● ,Spreu‘, Niederhessen, nördl. von Fritzlar; an der Schwalm, Amt Frankenberg (Vil. 1868); ''Kowe'' ,Spreu; auch der Spreu ähnlich sehende Teile des Kerngehäuses von Kernobst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kabefresser''' ● ''Kawefresser'' ,jem. der aus Geiz karge Kost genießt; Geizhals‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kowenfrasser'' ,Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kabehals''' ● ''Kawehals'', wie ''Kabefresser'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kabig''' ● ''kawich'' ,geizig, aus Geiz kargend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kabores''' ● ,entzwei, zerstört, kaputt‘, Kassel (Gr. 1894). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kächzebeutel''' ● ''Kächzebiedel'' ,einer, der viel hustet, keucht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kächzen''' ● ,stark stark husten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kahre''' f. ● ''Kohre'' ,Kehre; Wendung mit dem Fuhrwerk, Krümmung des Weges‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kahren''' m. ● ''Kahren'' ,Karren‘, Kassel (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''Korrn'' (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalátsche''' f. ● ''Kalaadsche'' ,eine, die tratscht, alles ausplaudert, Klatschbase‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kalöhdsche'' ,Klatschbase, Schwätzerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Karbatsche''.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''kalátschen''' ● ''kalaadschen'' ,tratschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''kalöhdschen'' ,über jemanden etwas in tadelnder Weise sprechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''karbatschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kälbern''' ● 1) ,sich erbrechen‘, sehr üblich, 2) ,Possen treiben, alberne plumpe Scherze machen‘, ziemlich üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalch''' ●  ,Kalk‘, Hessen (Pfs. 1886), Kassel (Gr. 1894); hingegen ''Kalk'' in Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalfakter''' ● ''Kalfacter'' ,jemand, der überall herumstreicht, horcht, zuträgt und ausplaudert; Spion‘, Schimpfwort (Vil. 1868); ''Kalfagder'' ,Person, die überall herumstreicht, Aushorcher, Zuträger‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kalfaktern, kalfatern''' ● ''kalfactern'' ,überall herumlaufen, horchen, zutragen und ausplaudern‘, oft scherzhaft (Vil. 1868), ''kalfagdern'' ,die Leute aushorchen, ihnen etwas zutragen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''kalfadern'' ,alles auskundschaften‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalopp''' ● ,Galopp‘, Kassel (Gr. 1894), ,schneller Ritt, schnelle Fahrt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kaloppieren''' ● ''kallebieren'' ,galoppieren‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''kallebierende Uszehrunge'' ,galloppierende Schwindsucht‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalummer''' ● ''Kalummer Vauhl'', ''Kalummer'' m. ,Kanarienvogel‘, üblich, Nierhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kamasche''' ● ''Kamasche'' ,Gamasche‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kamösche'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kammbank''' ● Siehe ''Kannbank''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kanal''' s.(!) ● ,Kanalschacht und dessen Deckel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kandel''' f. ● ''Kanel'', ''Kenel'', „jetzt gewöhnlich Kandel gesprochen“, ,Röhre, besonders Dachrinne, Dachröhre‘ (Vil. 1868); ''Kannel'' ,Dachrinne, auch Abfallrohr‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kaanel'' ,Straßengosse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kannbank''' m.(!) ● ''Kannbank'' m., gesprochen ''Kammbank'', ,an der Stubenwand in Manneshöhe angebrachtes Brett, zur Ablage von Bierkrügen, Gläsern, Tassen und Büchern; an der Unterseite des Kammbanks Hakenleiste zum Aufhängen von gesponnenem Garn und Bekleidungsstücken‘, östl. Hessen (Vil. 1868); ''Kammbank'' ,Gerätesims in Küchen und ländlichen Stuben‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''Kammbank'' ,Küchenrepositur‘, Kassel (Gr. 1894), ''Kammbaank'' m. ,an der Wohnzimmerwand angebrachtes Brett, auf dem allerlei kleine Gegenstände aufgestellt werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Pfs. bezweifelt Vil.s (naheliegende) Annahme, daß das Vorderglied als ''Kann(e)'' zu deuten sei; er sieht darin ''Kamm'' und faßt das damit gebildete Kompositum bildlich auf. Mhd. ''banc'' ist fem., aber auch mask., insofern erklärt sich ''der Kannbank''; die Bildung dürfte sehr alt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kannbanksläufer, -laufer''' ● ''Kammbanksläufer'' ,kleiner, unverständiger und zu Geschäften unbrauchbarer Knabe‘, östl. und inneres Hessen (Vil. 1868); ''Kammbankslaufer'' ,Lohnläufer; einer, der sich mit kleinen Aufträgen mühsam durchschlägt‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kammbangsleefer'' ,jemand, der sich die Gunst von anderen zu erwerben weiß, indem er ihnen allerlei kleine Dienste erweist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kannbrett''' ● ''Kambret'', entspricht ''Kannbank'', Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kappenieren''' ● ''kabbenieren'' tr. ,zerbrechen, entzweischlagen; erschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kaprisig''' ●  ''kabrísech'' ,kapriziös, launenhaft, auffahrend, jähzornig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kapuster''' m. ● ,dicker, kurzer Mensch‘, besonders von einem dicken Kind gesagt, scherzhaft, überall verbreitet (Vil. 1868); ''Kabuster'' ,pausbäckige, robuste Person‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vil. vermutet Herkuft von russ. ''Kapustra'' (''Kappus'' ,Weißkraut‘), also Vergleich mit einem Kohlkopf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karbatsche''' f. ●  ''Karwaatsche'' ,aus ledernen Riemen geflochtene Peitsche mit lederüberzogenem Stiel‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vil. (1868) erwähnt zwar ''Karbatsche'', gibt aber keine Bedeutung an, das Wort sei bekannt, aber nur wenig geläufig, meist im östl. Hessen. Nach Gr. von französ. ''cravache'' ,Reitpeitsche‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karbatsche''' f. ● ''Karwöhdsche'' ,Schwätzerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ist wohl ''Karbatsche'' ,Peitsche‘ mit Bedeutungsübertragung von lautlich ähnlichem ''Kalatsche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karbatschen''' ● ''karwaatschen'' ,(ver)prügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karbatschen''' ● ''karwöhdschen'' ,überall umherlaufen, um zu plaudern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''kalatschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karch''' m. ● ''Korch'' ,starker Husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karchen'''  ● ''korchen'' ,stark husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karges'''  ● ''karges machen'' ,Schaden stiften‘, auch: ,listig jemandes Vorhaben vereiteln‘, Felsberg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karjäckerchen''' ● ,Träbchen, kleiner kurzer Trab‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karjäckern''' ● ,traben, laufen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. ''jacken'', ''jackern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karmenade''' ● ,Karbonade‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karnette''' f. ● ''Karnette'', gewöhnlich: ''Karnettchen'', ,Weibermütze‘, diese wurde getragen in Kassel (von älteren Bürgerinnen) bis gegen 1830 und „jetzt“ noch in der näheren Umgebung von Kassel (Vil 1868);&lt;br /&gt;
''Karnette'' ,Spitzbetzel‘ (Pfs. 1886); ''Karrnedde'' ,steife und spitze Haube der Bäuerinnen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Aus französ. ''cornette'' ,Haube der Frauen‘ (Gr.). ● Siehe ''Spitzbetzel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karnuffeln''' ● ''karnuffeln'', ''karnüffeln'', 1) ,stoßen, prügeln‘; besonders „stumpen“ mit Faust oder Ellenbogen, allgemein üblich; 2) ''karniffeln'' ,mit dem Kinderschlitten fahren‘, Gegend von Philippsthal-Kreuzberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kartenrätscher''' ● ''Kaardenrätscher'' ,leidenschaftlicher Kartenspieler‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kartuffelschnipper''' ● ''Gordüffelschnebber'' ,geröstete Kartoffelscheibe‘, beliebt als Zuspeise zum Morgenkaffee, besonders im Winter, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''käsen''' ● ,klatschend werfen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kassel''' ● redensartlicher Spaß, Niederhessen: „Man hebet Kinder hoch, indem man ihren Kopf bei Ohren zwischen Hände nimt, um ihnen angeblich ,Kassel zu zeigen‘.“ (Pfs. 1886) ''Ech wäll dä moh Kassel wiesen!'' Mit diesen Worten pflegt man kleine Kinder am Kopf hochzuheben. Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel, 20. Jh., heißt die Frage an kleine Kinder: „Soll ich dir mal den Herkules zeigen?“ Bei Bejahung folgt dieselbe schmerzliche Prozedur. ● Siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kastaniel''' f. ● ''Kastanjel'' ,Kastanie‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ''Kastanchel'', ebd. (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''Gresdanjel'' (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kastrullbursche''' ● ,Köchin, Küchenmädchen‘(!), scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kastrulle''' f. ● ''Kastrulle'' ,Kasserolle‘, Kassel (Gr. 1894);  ''Kasdrolle'' ,kleiner Blechtopf mit Stiel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''casserole'' ,Tiegel, Schmorpfanne‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käte''' f. ● ''Käde'' ,Schweinsklaue‘, Kassel (Gr. 1894), ''Käden'' ,Schuhe‘, Kassel 20. Jh. (z.B. Bennecke 1904); ''Keede'' f. ,Klaue der Wiederkäuer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die Oberellenbacher Form paßt im Vokalsimus nicht zu der Kasseler Form; Hm. führt sie denn auch unter dem Stichwort ''Köte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''katern''' ● ''kodern'' ,vertraulich miteinander verkehren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kathrine''' ● ,Katharina‘ ● ''De schnelle Katriene'' ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894); diese Wendung muß früher sehr üblich gewesen sein, denn Gr. merkt an: „Einziger Fall, wo der Kasseläner ''schnell'' gebraucht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kätschel''' f. ● ''Kädschel'' ,Mund‘, verächtlich; übertragen: ,Schwätzerin, Person, die dauernd nörgelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kätscheln''' ● ,die Schuhe schieftreten‘, Amt Schönstein, Jesberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kätscheln''' ● ''ketscheln'' ,langsam kauen‘, untere Eder (Pfs. 1886); ,ohne Appetit essen, an etwas herumkauen‘, Kassel 20. Jh.; ''kadscheln'', dasselbe, und übertragen: ,dauernd dummes Zeug reden, dauernd verdrießlich mäkeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kätschelschlette''' f. ● ''Kädschelschlädde'' ,Person, die dauernd unvernünftiges Zeug redet, dauernd nörgelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schlette''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kätschen''' ● ''kädschen'' ,langsam und ohne Appetit an etwas herumkauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Katzenfleisch''' ● ''Katzenfleesch'' ,sehniges Fleisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kauchen''' ● ''kauchen'', gesprochen meist ''kuhchen'' ,niederkauern, niederhocken‘ (Vil. 1868; Vorkommen nach ihm: Oberhessen); ''kuchen'' (''u'' kurz) ,kauern, hocken‘, Kassel (Gr. 1894); ''sech küchen'' (''ü'' kurz) ,sich niederkauern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaule''' f. ● ''Kule'', ''Kaule'' ,Grube‘, im niederdt. sprechenden Niederhessen und fuldaaufwärts bis in die Gegend von Rotenburg vorkommend (Vil. 1868); ''Kulle'' ,Kuhle, Grube, Mulde, Vertiefung‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaule''' ● Siehe auch ''Kulle''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaulert''' m. ● ''Kullert'' ,Kaulbarsch, kleiner Fisch mit Rückenstacheln‘, Kassel (Gr. 1894); ,kleiner, dunkler, häßlicher Stachelflosser‘, ebd. (Lüttebrandt 1919). ● ''Kullert'' &amp;lt; ''Kuller'' + mit Dentalzusatz wie ''Koffert'', ''alst'', ''ebend'' u.a.m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käutchen''' ● ''Kiddchen'' ,Backengrübchen‘, wörtlich: ,kleine ''Kudde'' (''Kaute'')‘, Kassel (Gr. 1894). ● Redensart ''En Kittchen im Backen, en Schelmen im Nacken.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaute''' f. ● ''Kaute'', ''Kutte'' ,Grube, jede Vertiefung‘ (Vil. 1868); ''Kudde'' ,kleine Grube‘, Kassel (Gr. 1894); ''Küdde'' ,Grube, Vertiefung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaute''' f. ● ''Kaute'', ''Kutte'' ,der in einen runden mit einer Spitze versehene Knäuel zusammengedrehten gehechelten Flachses, bereit zur Verarbeitung am Spinnrad‘ (Vil. 1868); ''Kudde'' ,Zopf, Bund (Garn, Flachs), kleine Garbe‘, Kassel (Gr. 1894); ''Küdde'' ,kegelförmig zusammengedrehtes Bündel gehechelten Flachses‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''käuweln''' ● ,kauen‘, niederhess. (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käuzchen''' ● ''Kützchen'' ,die Gestalt eines zusammengekauerten Menschen‘, Niederhessen (Vil. 1868). ●  Redewendung ''Kützchen machen'', ''Kützchen sitzen'' ,niederkauern, sich zusammenkauern‘ (Vil. 1868); ''en Kitzchen machen'' ,in gekauerter Haltung auf dem Eis schurren (''glieden'')‘, Kassel (Gr. 1894), ,niederkauern, sich in die Knie herablassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''kauzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kauzen''' ● ''kuzen'' ,kauern, hocken‘, ''sich kuzen'' ,sich hinhocken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Vil. hat das Wort nicht, verweist aber unter ''Kützchen'' auf verwandtes ''kauchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käwweler''' ● ,jem., der käwwelt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kawweln, käwweln''' ● ''kabbeln'', ''käbbeln'', ''kawweln'' ,beschwerlich (zahnlos) kauen‘; an der Diemel: ,plappern, plaudern‘, abfällig (Vil. 1868); käwweln ,gehaltlos reden (wie aus zahnlosem Mund); mit vergeblichem Speichelaufwand an etwas herumbeißen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Frequentativum von ''kauen'' (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kehrdreck''' ● ,Kehricht‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kährdräck'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kehr''' f. ●  Nur in den Redensarten ''üsser der Kehr'' ,außer der Kehr, abgelegen‘, ''von enger Motz Kehr'' ,von einer Mutz (Schwanz?) Kehr, plötzlich, unerwartet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''keilen''' ● tr. ,(an)treiben, drängen; durch unverschämte Lockungen herbeiziehen‘ (Vil. 1868); ''kielen'' tr. ,jem. zu etwas drängen, andauernd mit Bitten belästigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zu ''Kiel'' ,Keil‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keipe''' f. ● ,Tasche‘, in Niederhessen bis Hünfeld ausschließliche Bezeichnung; ''Tasche'' auf dem Land vielfach unverständlich (Vil. 1868); ''Kibbe'' ,Tasche an der Bekleidung‘, Kassel 19., 20 Jh., auch: ,Umhängetasche‘ (Gr. 1894); ''Kibbe'' ,Tasche (am Kleid)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Kiepe'' im niederdt. (nördlichen) Niederhessen, ''Keipe'' in Oberhessen (Vil. 1868). ● Früher hess. Beleg: „Sie [die Indios] tragen jhre Kinder auf dem rücken, in ''keipen'' von Baumwollen garn gemacht“, so Hans Staden 1567; als Homberger hat er sicherlich ''Kiepen'' gesprochen und das Wort regelhaft hochdeutsch umgesetzt (Aussprache mit Vokalkürzung, ''Kibbe'', erst nach dem 16. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keipengeld''' ● ''Kibbengalt'' ,Taschengeld‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kelleresel''' m. ● ,Kellerassel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kalleräsel'' m., dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kersche''' f. ● ,Kresse, Brunnenkresse‘, ganz Althessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kesper''' f. ● ,Kirsche‘, in ganz Niederhessen die ausschließliche Bezeichnung, nie ''Kirsche'', ''Kersche'' (Vil. 1868); ''Kesber'', dasselbe, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Lüttebrandt, Kassel, bezeichnet 1917 ''Kesbern'' als „bäurisch“, d.h., in Kassel war zu seiner Zeit ''Kesper'' wohl bereits weitgehend durch hochdt. ''Kirsche'' ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kesselwurst''' ● ''Kässelworscht'' ,Leberwurst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keuchbeutel''' ● ''Kichebiedel'' ,einer, der viel keucht, hustet‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. auch ''Kichhusten'' ,Keuchhusten‘ (Gr.). Das beiden Begriffen zugrunde liegende Verb *''kichen'' ,keuchen‘ wird von Grassow nicht aufgeführt, scheint also in Kassel im 19. Jh. bereits erloschen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''keuchen''' ● ''kichen'', bezeichnet auch den Anfall jähzornger Kinder, die rot und keuchend vor Erregung plötzlich in einen Starrkrampf verfallen, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keule''' ● ''Kiele'' ,großes Stück Fleisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kiebitzchen''' ● Pl. ''Kiewitzerchen'', Kassel (Lüttebrandt 1917). ● ''de Kiwiddzerchen hieden'' ,die Kiebitzchen hüten‘, d.h. ,müßig zu Hause bleiben‘ (Lüttebrandt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kienrauch''' ● ''Kinnröhch'': ,Kienruß, schwarze Farbe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kilsen''' ● ,klatschend werfen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kippe''' ● Siehe ''Keipe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kippes''' ● gleichbedeutend mit ''Fickfacker'' ,Schwänkemacher, Aufschneider, Betrüger‘, Schwalm (Pfs.1, 1889). ● Pfs. weist auf Vickvecker hin, vermutet Ableitung von  „Kippe, Keipe, d. ist Tasche oder Vicke, für einen der gleichsam in der Tasche spielt, seine Wippchen macht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kirmese''' f. ● ''Kirmes'' ,Kirchmesse, Kirchweihfest‘, ganz Althessen (Vil. 1868); ''Kirmese'' ,Kirmes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kermese'' ,alljährlich im Herbst stattfindendes Volksfest‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kissenzieche''' f. ● ''Kessenzieche'' ,Kissenüberzug‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kitzen''' ● ,junge Katzen zur Welt bringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Zieche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klabuster''' m. ● ''Klawuster'' ,zähes Klebrig-Breiartiges, z.B. klebriger Schmutz, zäher Leim, Kleister‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klabusterbeeren''' Pl. ●  ,Hämorrhoiden‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klabustern''' ● ''klawustern'' ,die Hände in Klebrig-Breiartigem bewegen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klabustrig''' ● ''klawusterich'' ,zäh-klebrig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klackern''' ● ''klaggern'' ,kleckern‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klackerpapier''' ● ,Löschpapier‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klacks''' m. ● ''Klaggs'' ,Klecks, geringe Menge‘, Kassel 20. Jh.; ,Klecks‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Du host wohl en Klaggs!'' ,Du bist wohl nicht bei Sinnen, bei Trost!‘ Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klacksen''' ● ,klecksen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Dä glaggsd’s wohl!'' ,Dir klackst es wohl! Du bist wohl nicht recht gescheit!‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläffen''' ● ''kleffen'' intrans. ,etwas offen stehen‘, trans. ,etwas öffnen‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); intrans. ,klaffen, auseinanderstehen (z.B Wundränder), einen Spaltbreit offenstehen (z.B. Tür, Fenster)‘, trans. ,etwas zum Klaffen bringen, einen Spaltbreit öffnen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gläffen'' ,nicht ganz geschlossen sein, halb offenstehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klambastern, klabastern''' ● ''klabastern'', auch ''klambastern'' ,sich unruhig bewegen‘, tr. ,jem. in unruhige Bewegung versetzen, hin und her treiben‘ (Vil. 1868);  ''klambastern'', ''klabbastern'' ,holprig gehen‘, auch: ,umständlich arbeiten‘, Kassel (Lüttebrandt 1917); ''glambasdern'' ,mühsam an etwas arbeiten, sich abquälen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Klabastern'' dürfte sicherlich Verkürzung aus ''klambastern'' sein; wenn ursprünglich, wäre die Aussprache ''klawastern'' (vgl. ''klabustern'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klambes''' m. ● ''Glambes'' ,plumper, schwerfälliger Mensch in Gangart und Ausdruck‘, Kassel (Gr. 1894), ''Klampes'', ebd. (Bennecke 1904); ''Glambest'' ,dicker schwerfälliger Mensch,  auch schwerfälliges Tier, unhandlicher Gegenstand‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klamm''' m. ● ''Glaam'' ,Emfindungslosigkeit der Finger‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klammerbeutel''' ● ''Klammerbiedel'' ,dürre Person, bestehend aus Haut und Knochen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klänen''' ● ''glähnen'' ,indiskret weitererzählen, was einem gesagt wurde‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläppern''' ● In der Redewendung ''en Ei kläbbern'' ,ein Ei aufschlagen‘, Kassel (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''glabbern'' ,kleppern, quirlen, mit dem Rührlöffel zerschlagen (Ei)‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klapperschiß''' ● ''Klabberschäß'' ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klapperschulden''' ● ''Glabberscholden'' ,kleine, geringfügige Schuldbeträge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klapperwerk''' ● In der Redewendung ''d’s Klabberwerk hon'' ,krankhaftes bzw. altersbedingtes Zittern haben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klärisch''' ● ''klährsch'' ,wählerisch‘ (nur im Hinblick auf Speisen und Getränke), ''net klährsch'' ,dreist, unverschämt zulangend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klaterig''' ● ,schmutzig und naß (Straße, Wetter, Angelegenheit)‘, in Niederhessen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klatern''' ● Siehe ''vullkladern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klatschen''' ● ''glödschen'' ,angeben, Anzeige machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kläuel''' m. ● ''Glöiwel'' ,Knäuel, Garnknäuel, derb-unförmige Masse‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von mhd. ''kliuwel''. ● Siehe ''Kluchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläuelig''' ● ''glöiwelech'' ,knäuelig, unförmig, schwerfällig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläueln''' ● ''glöiweln'' ,knäueln, zu einer wirren unförmigen Masse zusammenfügen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klaute''' f.● ''Klaute'', gesprochen ''Klude'', ''Kluide'' ,Quaste‘, östl. Niederhessen, z.B. Asbach (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kledasche''' f. ● ''Kledaasche'' ,Bekleidung‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kleiben''' ● ''gleewen'' ,mit Lehm verschmieren; dick auftragen (besonders vom Brotaufstrich)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klemensen''' ● ''klehmensen'' ,beim Essen nicht ordentlich zugreifen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klemenser''' ● ''Klehmenser'' ,einer, der beim Essen nicht ordentlich zugreift‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klemenzen''' ● ,allzu schleppend sprechen‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886). ● Wohl identisch mit ''klemensen''. Gemeinsame Vorstellung vermutlich: ,mit dem Mund langsam sein‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klemme''' f. ● ,ordinäre Wurst‘, Kassel (Gr. 1894), ,minderwertige Leberwurst‘, ebd. (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klemmhölzer''' ● ''Klemmhelzer'', übertragen: ,schiefe Beine‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klengen''' ● ,klingen machen; die Samenkapseln des Spätflachses auf einem Tuch in der Sonne ausbreiten, damit sie klingend aufspringen und den Samen fallen lassen‘ (Vil. 1868); ''glängen'', dasselbe, weiterhin: ,jem. ängstigen, quälen, zu etwas zwingen, mit Bitten in jem. dringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Die „Kliwwer“|'''Klieber''']] f. ● ''Klibber'', ''Kliwwer'' ,Splitter Holz zum Küchengebrauch‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Kliwwer'' ,abgespaltenes Holzstück‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), außerdem: ''die Kliwwern'' ,die Finger‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Glewwer'' ,gespaltenes Holzstück, fertig zum Gebrauch in der Küche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kliebern''' ● ''klibbern'' ,zerschlagen, in Stücke, zumal in Splitter schlagen oder zerbrechen lassen‘ (Vil. 1868); ''kliwwern'' ,Holzklötze in Klibbern schlagen; etwas zerbrechen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Früher Beleg bei Hans Staden aus Homberg (1567): ''kliebern'' ,(gefällten Baum) zu Kleinholz machen‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klimper''' f. ● ,kleine Gattung von Schossern, Murmeln‘, Kassel, in Pfs.s Jungenzeit gebräuchlich (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klimperklein''' ● ,äußerst klein, winzig‘ (Vil. 1868); ''klimberkleine'', Kassel 20. Jh. ● Variante in Oberellenbach ''klumperklein'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klingel''' ● ''Klengel'' ,Kaltpisse‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klinke''' f. ● ''Glingge'' ,Türklinke; Rockfalte, die von der Schneiderin in den Weiberrock gelegt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klittern''' ● ''kleddern'' ,kleckern, klecksen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klopfe''' f. ● ''Klobbe'' (Sg.) ,Schläge, Hiebe, Prügel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klopfechtig''' ●  ,''klóbbächdich''  ,zum Klopfen geeignet‘, z.B. von einem Gegenstand gesagt, der einen Hammer ersetzen kann, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe -''echtig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klöpfen''' ● ''klöppen'' ,mit nur einer Kirchenglocke läuten‘, Amt Frankenberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kloster''' ● ,Irrenanstalt‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''He eß riffe veors Kloster.'' ,Er ist fürs Irrenhaus reif.‘ (Sl.) ●  Bedeutungserweiterung bzw. -verschiebung, da die Klöster Merxhausen und Haina in Pflegeanstalten (Merxhausen für weibliche Schwachsinnige) umgewandelt worden sind (Sl.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klosterbruder''' ● ,Verrückter, Narr‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klosterschwester''' ● ,irrsinige Frauensperson‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klotz''' ● wie hd., dazu: ,Absatz‘, Schwalm (Pfs.1, 1889). ● ''Klötz schlahn'', schwälmerische Eigenheit beim Tanze, indem zum Takte der Musik mit dem rechten Absatz an den linken geschlagen wird, der Brauch ist nahezu geschwunden (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klotzen''' ● ,schlagen, klopfen in einzelnen Stößen oder Schlägen (Pulsschlag, Klopfen bei Geschwüren, zumal am Finger)‘, Oberhessen (Vil. 1868), Schwalm, in Redewendung (Pfs.1, 1889). ● ''Du kreichst des Klotze, bannste net hörst!'' Schwalm. Pfs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[„Klowes“|'''Klowes''']] ● ''Klaus'', auch ''Klas'', gewöhnlich ''Klowes'', Abkürzung von ''Nikolaus'' (Vil. 1868); ''Klowes'' ,ein massiver, tölpelhafter Mensch, Balhorn (Sl. 1901); ''Klowes'' ,Tölpel, dummer, unbeholfener Mann oder Junge; ,zum Klowes-Abend (6. Dez.) verkleidetes Kind‘, Kassel und Umgebung 20. Jh.; ''Glowes'' ,St. Nikolaus; verkleideter Erwachsener, der am Abend des 6. Dez. zu den Kindern kommt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Klowes'', bis ins 18. Jh. in Niederhessen regulärer Vorname, so auch durchaus in den Kirchenbüchern zu finden, bis ins 19. Jh. übliche Rufform für ''Nikolaus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klowes-Abend''' ● Ohne diesen Begriff zu nennen, führt Vil. aus: „Der Umzug des ''Klaus'', ''Klas'', ''Klowes'', ''Niklowes'' am 6. Dezember Abends ist noch jetzt in manchen Gegenden, namentlich in und um Hersfeld, Marburg, Kassel regelmäßig üblich; bis 1840 wurde derselbe noch häufig von Erwachsenen, auch noch mit dem alten Schläge-Austeilen und Nüsse-Werfen, vollzogen; seitdem ist der Umzug zu einer Kindermummerei und einem Gaben-Erbitten Seitens der vermummten Knaben herabgesunken.“ (Vil. 1868) ''Klowes-Owend'': Als ''Klöwese'' vermummte Kinder gehen von Haus zu Haus und erbitten mit dem Aufsagen kleiner Verschen Gaben, Kassel und Umgebung, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kluchen''' ● (''u'' kurz) ,Knäuel‘, z.B. ''en Kluchen Garen'' ,ein Knäuel Garn‘, Kassel (Gr. 1894). ● Eng verwandt mit ''Kläuel'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kluft''' f. ● ,Feuerzange‘,  „durch unser ganzes Gebiet“ (Pfs. 1886), Kassel (Gr. 1894). ● Nach Gr. ausdrücklich nicht ,Bekleidung‘; fehlt in beiden Bedeutungen in Niederellenbach (Hm. 1926); bei Vil. (1868) nicht verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klüftchen''' ● ,dünner, auch schlechter, abgenutzter Rock, besonders wird der Frack so bezeichnet‘, sehr üblich, besonders in den Städten (Vil. 1868); ''Kleftchen'' ,ärmliches Kleid‘, Kassel (Gr. 1894); ''Glefdchen'' ,schlechter abgetragener Rock, schlechter Anzug‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klumper''' ● ''glümber'' ,sehr klein‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klumperklein''' ● ''glümbergleen'' ,sehr klein, winzig, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Siehe auch ''klimperklein''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klunde''' f. ● ''Glonde'' ,liederliches Frauenzimmer‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klunder''' f. ● ,kotiger Ansatz am unteren Rand der Weiberröcke, auch Kotklumpen überhaupt‘, allgemein üblich (Vil. 1868), ''Klunner'', meist im Pl. ''Klunnern'' verwendet: ,kleine feuchte Klumpen, Schmutzklümpchen, Schmutzansatz am unteren Teil der Kleider, an Schuhen usw.‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Glönder'' ,Schmutzansatz am unteren Rand  des Frauenrocks, an der Wolle der Schafe, den Oberschenkeln des Rindviehs usw.; schmutziges Frauenzimmer‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ●  Siehe ''zuklundern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klundermarsch''' ● ''Klunnermarsch'' ,„landverlaufene“ Dirne‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kluppe''' f. ● ''Globbe'' ,Werkzeug mit verstellbarem Schieber zum Messen des Umfang des Baums‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Kluppe'' wird außer im speziell technischen Sinne nur metaphorisch gebraucht: ''einen in die Kluppe kriegen'' ,einen in seine Gewalt bekommen, um ihn zu bedrängen‘, sehr übliche Redensart (Vil. 1868); ''Klubbe'', nur in der Redewendung ''einen in der Klubbe hon'' ,jem. in die Enge getrieben haben, festgenagelt haben, in der Gewalt haben‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Knuppe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klutt''' m. ● ,ein halbgefüllter Sack‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klutzig''' ● ''klutzich'' ,klumpig gewordener Teig oder Kleister‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knabbeln''' ● ''knawweln'' ,knabbern‘, Kassel 19. Jh. (Jonas). ● Siehe ''knauweln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knäckern''' ● ''gnäggern'' ,ein knackendes Geräusch verursachen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knaffen''' ● ''gnaffen'' ,nach etwas schnappen; an etwas herumnagen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knallen'''  ● ''gnallen'' intr. ,knallen‘, tr. ,Beischlaf ausüben mit‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knapp''' ● ,knapp‘, in Kassel fast immer: ,kaum‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnapp'', als Adjektiv ,knapp‘, als Adverb ,kaum‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knappen''' ● ,mit der Geißel [Peitsche] knallen‘, an der mittleren Eder; ,sich den Knöchel vertreten‘, allgemen üblich (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knarbeln''' ● ,an etwas Hartem hörbar nagen‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knarchen''' ● ,knarren‘ (mit tieferem Ton als ''knirchen''), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatsch''' m. ● ,weicher Kot, besonders wie er sich bei Tauwetter bildet‘ (Vil. 1868); ''Knaatsch'' ,nasse, zähe Masse‘, insbesondere ,Straßenschmutz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), übertragen auch: ,Mißhelligkeiten, Dauerstreit‘, Kassel 20. Jh.; ''Gnaadsch'' ,Schmutz, Straßenschmutz‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knatschen''' ● ,weiche Gegenstände zerdrücken, in Weichem die Hände knetend bewegen; hörbar kauen‘ (Vil. 1868); ''knaatschen'' ,beim Essen schmatzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knatschig''' ● ''knaatschich'' ,feucht-schmutzig‘, vor allem in Bezug auf den Straßenzustand,  Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1984); ''gnaadschech'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatschwetter''' ● ,starkes Tauwetter mit Regen‘ (Vil. 1868); ''Knaatschwedder'' ,Wetter, das alles aufweicht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gnaadschwädder'' ,feuchtes, schmutziges Wetter‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatz''' m. ● ''Gnatz'' ,Krätze‘, in ganz Hessen die ausschließliche Bezeichnung; ,Grind, besonders Kopfgrind; schmutziger Geiz‘ (Vil. 1868); ''Gnatz'' ,Krätze, Grind‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● In der hess. Mundart wird mit geringen Ausnahmen ''Knatz'' statt ''Gnatz'' gesprochen (Vil.); Hm. führt ''Gnatz'' unter dem Stichwort ''Knatz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatzkopf''' ● ''Gnatzkopf'' ,Grindkopf‘, meist in übertragener Bedeutung gebraucht: ,eckiger, launischer, eigensinniger, unverträglicher Mensch‘, Tadel- und Scheltwort, allgemein verwendet (Vil. 1868); ''Gnatzkopp'' ,launischer, unverträglicher Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knaubeln''' ● ''knauweln'' ,knaupeln(!), knabbern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knäubeln''' ● ''gnaiweln'' ,mit zahlosem Mund kauen, langsam und mit Mühe kauen; beständog kleinlich, verdrießlich mäkeln‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneif, Kneip''' m. ● ''Kneif'' ,Messer‘; ''Kneif'' im Bereich von Fulda, ''Kniff'' ,Zulegemesser, Taschenmesser; schlechtes Messer‘ im östl. Hessen, ''Knipp'' in Hersfeld und weiter westlich (Vil. 1868); ''Kniff'' ,Messer‘, Kassel (Bennecke 1904); ''Gnipp'' ,schlechtes, stumpfes Messer‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kneipen''' ● ''knibben'' ,kneifen, zwicken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnibben'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneipkuchen''' ● ''Knibbkuchen'' ,Waffeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneipzange''' ● ''Gnibbzange'' ,Kneifzange‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneller''' m. ● ,Tabak übler Sorte‘ (Pfs. 1886); ,minderweriger Tabak‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knellern''' ● ''knällern'' ,Kneller rauchen; einen hohen Preis fordern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knepen''' Pl. ● ''Kneben'' ,Grillen, Launen, Tücken‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gneben'' ,hinterlistige Gedanken‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Es hot sinne Kneben.'' ,Die Sache hat ihre Tücken.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knerbeln''' ● ,unaufhörlich, in widerlichem, verdrießlichen Eigensinn ausdrückenden Ton tadeln‘ (Vil. 1868); ''knerweln'' ,nörgeln, halblaut unzufrieden vor sich hin reden, vor sich hin maulen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnärweln'' ,fortgesetzt vor sich hin knurren, in verdrießlicher Weise tadeln‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vil. verzeichnet ''knerbeln'' beim Stichwort „knarbeln“, sieht es wohl als Nebenform dazu an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knerbelpeter''' ● ''Knerwelpeter'' ,ein unaufhörlich in weinerlichem oder murrendem Tone sich beklagender Mensch, dem nichts rechtzumachen ist‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Gnärwelbeeder'' ,Nörgler‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knerren''' ● ''gnärren'' ,schreien (bei kleinen Kindern), Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetebart''' ● ''Knädebart'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnähreboort'' ,breit und langweilig redender Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetebeutel''' ● ''Knädebiedel'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894), ,einer, der durch dauerndes Daherreden nervt‘, ebd. 20. Jh.; ''Gnährebiddel'' ,breit und langweilig redender Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetemichel''' ● ''Knädemichel'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kneten''' ● ''knäden'' ,kneten; breit und langweilig reden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''kneten'' ,langsam und langweilig reden‘, Balhorn (Sl. 1901); ''gnähren'' ,kneten; breit und langweilig reden‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetepeter''' ● ''Gnährebeeder'' ,breit und langweilig redender Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetesack''' ● ''Knädesack'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetsch''' m. ● ,nasse, zähe Masse‘, insbesondere ,Straßenschmutz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Das ''e'' in ''Knetsch'' ist kurz, im Gegensatz zu dem langen ''a'' in dem verwandten ''Knatsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knetschen''' ● ,quetschen, zerquetschen‘ (Vil. 1868); ,(zusammen)drücken, quetschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''gnäddschen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Quetschen'', ''zerquetschen'' ist hingegen unüblich. (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetscher''' ● ,Weißbinder‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knettern''' ● ''gnäddern'' ,knattern, krachen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knick''' m. ● ''Knick'' ,kleine steile Anhöhe‘, in Nieder- und Oberhessen sehr üblich (Vil. 1868); ''Gneck'' ,Riß, Sprung, Bruch; kleine steile Anhöhe‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knickeln''' ● ''gneggeln'' ,in die Knie fallen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kniegurte''' f. ● ''Gniegorde'' ,Strumpfband‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kniehälsen''' ● ''gniehälsen'' ,erschlagen, um die Ecke bringen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knipsen''' ● ''knipsen'', ''knupsen'' ,mit Wackeln und Schossern schießen‘, Kassel (Pfs. 1886); ''knipsen'', wie hd., dazu: ,mit Wackeln schießen, sie abschnellen‘, Kassel um 1950. ● Siehe ''knupsen'', ''Wackel'', ''Schosse(r)''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knirchen''' ● ''knerchen'' ,knarren‘ (mit höherem Ton als ''knarchen''), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knittern''' ● ''kneddern'' ,knirschen‘, wie z.B. die Wagenräder auf gefrorenem Schnee, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knobelinchen''' ● ''Knowelienchen'' ,Knoblauchwürstchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knöchen''' ● ,peinigen, quälen‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knöpfding''' ● ''Knöppding'', Bezeichnung für die vom Mieder unterschiedenen Leibchen; Gegensatz zum ''Knöpfding'': das ''Ärmelding'', die blaue Jacke der Burschen, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knopfe''' f. ● ''Knopfe'', ''Knoppe'' ,Knospe; Finne im Gesicht‘, allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''Knobbe'' ,Knospe; Gesichtspickel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnobbe'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926); ''Knobbe'' ,Knospe‘, Lohne 2014.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knorschen''' ● ''gnoorschen'' ,mit den Zähnen zerkleinern‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knoten''' ● ,Samenkapsel des Flachses‘, im größten Teil des Landes (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knotenfurz''' ● ''Gnoorenforz'' ,kleiner Kerl, Dreikäsehoch‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel hingegen ''Furzknoden'', 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knoz''' m. ● ,kleiner, unansehnlicher Mensch‘ (Vil. 1868); ''Knooz'' ,kleines Kind‘, auch: ,ungewöhnlich kleiner Erwachsener‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gnooz'' ,kleiner Kerl‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knozen''' ● ,derb und unordentlich zusammendrücken, namentlich zusammenbinden; sich mit einer Sache abmühen, damit nicht fertig werden können‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''knozen'' ,sich mit (kleiner) Arbeit abmühen, Arbeit unsorgfältig verrichten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnoozen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuffelarbeit''' ● ''Knuffelarweit'' ,schwierig auszuführende (Hand-)Arbeit‘, Kassel 19., 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuffeln''' ● ,kleine Handarbeiten (pfuscherhaft) verrichten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuffig''' ● ''knuffich'' ,übertrieben, übermäßig‘ (z.B. Preis, Benehmen), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knullch''' m. ● ''Gnollch'' ,derber Schuh‘, auch: ,grober unhandlicher Gegenstand‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knullchen''' ● ''gnollchen'' ,derb stoßen, schlagen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knulle''' f. ● ''Knulle'' ,Knolle; großes Stück Brot, großer Knust‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnülle'' ,unförmig großes Stück Brot‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knülle''' ● ,hochgradig besoffen‘, beliebter, wohlmeinender Ausdruck, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''knille'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knullig''' ● ''knullich'' ,ungehörig groß, grob, unverschämt‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnollech'' ,übermäßig, übertrieben‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knüpftuch''' ● ''Knibbeduch'', Dim. ''Knibbediechelchen'' ,kleines Halstuch‘, Kassel 19. Jh. (Herzog, Gr. 1894), 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppe''' f. ● ''Knupe'', ''Knaupe'' ,Auswuchs am Körper, Beule‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppe''' f. ● ''Knubbe'' ,geizige Frau, namentlich Händlerin, die beim Wiegen und Messen abknuppt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppe''' f. ● Redensart ''än inn de Gnübbe grijjen'' ,jem. in die Knuppe kriegen, in seine Gewalt bekommen, jem. seine Überlegenheit fühlen lassen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Umdeutung von ''Kluppe'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppel''' m. ● ,Auswuchs am Körper, Beule‘, Niederhessen (Pfs. 1886), ''Knubbel'' ,knotenartige Verdickung (nicht nur am Körper)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuppen''' ● ''knubben'' ,kargen, abzwacken‘, Kassel (Gr. 1894). ●  Siehe ''abknuppen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperarbeit''' ● ''Knubberarweit'' ,Geduld heischende Arbeit‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperbeinchen''' ● ,die kleinen dünnen „Knöchelerchen“ am Geflügel, wo die Fleisches-Fasern zuletzt nur noch mit den Zähnen gesucht, abgeknuppert werden‘ (Pfs. 1886). ● ''Bis aufs Knupperbeinchen'' ,einer Sache bis auf den tiefsten inneren Grund gehen‘ (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperfleisch''' ● ''Knubberfleisch'' ,Fleisch dicht am Knochen, das nur abgeknuppert werden kann‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnobberfleesch'' ,sehniges, knorpeliges Fleisch, besonders das Fleisch an den Ohrmuscheln‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Bis uffs Knubberfleisch'' ,aufs gründlichste‘ (Gr., auch 20. Jh.). ''Se zänggen sech bis offs Gnobberfleesch'' ,sie zanken sich bis aufs Messer‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knupperig''' ● ,was beim Zerbeißen den Knupperlaut erzeugt (siehe ''knuppern''); scharf gebacken (Brot, Kuchen)‘ (Vil. 1868); ''knubberich'' ,zum Knabbern geeignet (z.B. Gebäck)‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnobberech'', ''gnübberech'' ,nicht leicht zu zerbeißen‘, ''gnübberech'' auch: ,überaus sparsam, geizig‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuppern''' ● ''knuppern'' ,an Hartem mit kleinen Bissen nagen; sich an Hartem mit den Fingern versuchen, um etwas davon abzulösen‘; auch Laut, welchen das Nagen hervorbringt (Vil. 1868); ''knubbern'' ,geräuschvoll kauen, knabbern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnobbern'', ''gnübbern'' ,harte Gegenstände zerbeißen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperwerk''' ● ''Knubberwerk'' ,irgendein feiner Genußgegenstand‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knups''' m. ● ''Knups'', zuweilen auch ''Knupch'', ''Knopch'' ,kleiner Mensch‘, Spottwort (Vil. 1868); ''Knups'' ,kleines Kind‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knups''' m. ● ,Schlag, Stoß‘ (Vil. 1868); ,leichter Stoß, auch: die Folgen davon‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnobs'' ,leichter Stoß, Schlag, meist in scherzhafter Absicht erteilt‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Das Dibben hot en Knubs gekricht''. ,Der Topf hat einen Stoß (Riß, Sprung) bekommen‘. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knupsen''' ● ,schlagen, stoßen‘, aber in  gelinderem Sinn, überwiegend scherzhaft‘ (Vil. 1868); ,schnippen, einen Gegenstand mit Daumen und Zeigefinger anschnippen, auf diese Weise (verstohlen) einem Kind eine Kopfnuß geben‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnobsen'' ,leicht anstoßen, schlagen, meist in scherzhafter Absicht‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''knipsen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knurbel''' m. ● ''Knorwel'' ,kratziger Fusel‘, mancherwärts im Lande gebräuchlich (Pfs. 1886); ''Knurwel'' ,Knorpel‘, Kassel 19., 20. Jh.; auch ,Schnaps‘, ebd. (Gr. 1894); ''Gnorwel'' ,fester Knochenansatz; verwachsener Mensch‘, als Schimpfname sehr gebräuchlich, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knurbeln''' ● ''gnorweln'' ,knurren, murren‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''knerbeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knust''' m. ● ''Knust'' ,Rand des Brotlaibs, Randstück vom Brotlaib‘, in Niederhessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''Knuhst'' ,Anfangs- oder Endstück des Brotlaibs‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Gnühst'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knüstchen''' ● ''Kniestchen'' ,kleiner Knust‘, Pl. ''Kniesderchen'' auch: ,obere Wangen (auf den Wangenknochen), insbesondere wenn gerötet oder gebräunt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knutschelchen''' ● ,jemand, den man gern knutschelt‘, Zärtlichkeitsausdruck, Kassel (Gr. 1894). ● ''Du bist minn liewes Knutschelchen.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutschelig''' ● ''knutschelich'' ,zerknauscht, zerdrückt, voller Falten‘, Kassel 20. Jh.; ''gnüddschelich'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutscheln''' ● ,in den Händen drücken, zusammendrücken; liebkosend drücken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnüddscheln'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutschen''' ● ,drücken, zusammendrücken, zusammenknüllen, in Falten drücken‘; Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnüddschen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutteln''' ● ''knuddeln'' ,knotenartig zusammendrücken, ballen; liebkosen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutterig''' ● ''knudderich'' ,murrend, mäkelnd‘, Kassel 20. Jh.; ''gnodderech'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuttergehannes''' ● ''Knuddergehannes'' ,Knutterjohannes; einer, der viel knuttert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knutterjörge''' ● ''Knudderjerche'' ,einer, der viel knuttert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuttern''' ● ,murren, murrend tadeln, kleinlich tadeln‘ (Vil. 1868); ''knuddern'' ,verhalten Unmut äußern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnoddern'' ,verdrießlich murren, kleinlich mäkeln, ärgerlich brummen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuttersack''' ● ,einer, der viel knuttert‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr.1894); ''Gnoddersack'' ,brummiger, stets nörgelnder Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kochening''' ● ''kochenink'' ,kochend‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Koffert''' m. ● ,Koffer‘, Kassel (Gr. 1894), Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlbütte''' f. ● ''Kohlberre'' ,Holzgefäß zum Aufbewahren des Sauerkrauts‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kohlen''' ● ,flunkern‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlenlips''' ● ,heruntergekommenes Individuum‘, eigentlich ,Kohlenträger‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Lips'' ist alte Kurzform von ''Philippus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlhase''' ● ,Gemüsegärtner‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlvogt''' ● ''Kohlvoocht'' ,Ausrufer‘, übertragen: ,Ausplauderer‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Köpfchen''' ● ,Tasse, Obertasse‘, ganz Hessen (Pfs. 1886). ● Die Untertasse hingegen heißt ''Schälchen''. (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kopfer''' ● ''Kobber'' ,Kupfer, Kupfergeschirr, Kupfergeld‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kupfer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kopfernase''' ● ''Kobbernase'' ,rote Nase‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Koppel''' f. ● ''Kobbel'' ,Aufhaltekette, zweiteilige Kette vorn an der Wagendeichsel, an die ein Gespann angekoppelt wird‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''köppeln''' ● ''sech kebbeln'' ,sich ins Lederzeug, die Ketten oder Stricke verwickeln (vom Zugvieh); sich zanken, sich streiten‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''körisch''' ● ''körsch'' ,wählerisch‘, in ganz Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Körle''' ● Zum ''Körler Esel'' siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Köze''' f. ● ,Rückenkorb mit Tragbändern‘, Niederhessen, Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868); ''Keeze'' ,Tragekorb auf dem Rücken‘, scherzhaft übertragen: ,Bauch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Sich die Köze flicken'' ,sich im Essen ein Gütchen tun‘ (Pfs. 1886); ''sich de Keeze flicken'' ,einen trinken‘, Kassel (Bennecke 1904), ,tüchtig essen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Közengücker''' ● ''Közengucker'' ,Visitator, Mautbeamter, Accisbeamter‘ (Vil. 1868); ''Keezengicker'' ,einer, der gern und oft in die Marktkörbe guckt‘, übertragen: ,einer, der spioniert, aushorcht‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. setzt gleich mit ''Fiskal'' und ''Kalfaktor''; s. d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krabbelig''' ● ''grawwelich'' ,lebhaft, beweglich, äußerst tätig‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grawwelech'' ,lebhaft kriechend, ungemein regsam‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krabbeln''' ● ''krawweln'' ,wimmeln, in großer Zahl kriechen‘, Kassel (Gr. 1894), ,auf allen Vieren (eilig) kriechen‘, Kassel 20. Jh.; ''grawweln'' ,auf Händen und Füßen kriechen, sich lebhaft kriechend bewegen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. „krappeln“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krabbeln''' ● ''krawweln'' ,kraulen, gelinde kratzen, kitzeln‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grawweln'' ,mit den Fingerspitzen dauernd betasten‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kracke''' f. ● ,ganz schlechtes, unbrauchbares Pferd‘ (Vil. 1868); ''Gragge'' ,altes, unbrauchbares Pferd‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krackel''' ● ''Krackel'' m. ,verzogener Schriftzug; irgendwelche mißbildete Gestalt‘, Kassel (Pfs. 1886); ''Kraggel'' f. ,schlechte Handschrift‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krackelig''' ● ''kraggelich'' ,mit schlechter Handschrift geschrieben‘, Kassel 20. Jh.; ''graggelech'' ,schief, verbogen (besonders von schlechter Schrift)‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krackelwerk''' ● ''Graggelwärk'' ,unregelmäßig durcheinanderliegende Gegenstände‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krafts Katze''' ● Nur in der Redensart ''Hä is im Arsche wie Krafts Katze.'' ,Er ist unrettbar verloren, ganz und gar erledigt.‘ Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krakeel''' m. ● ''Krageel'' ,lärmendes Gestreite‘, Kassel 20. Jh.; ''Grageel'' ,Zank, Streit, Lärm‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krakeelisch''' ● ''grageelsch'' ,streitsüchtig‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krambol''' ● ''Krambóhl'' ,Lärm‘, Kassel (Gr. 1894), ,Streit‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krankheit''' ●  ''schlimme Kranket'' ,Epilepsie‘, Balhorn (Sl. 1901); ''de fallninge Graanget'' ,die fallende Krankheit, Epilepsie‘, ''de engelsche Graanget'' ,die englische Krankheit, Rachitis‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kränksch''' ● ,kränkelnd, ungesund‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kranne''' f. ● ''Gronne'' ,Krähe, Rabe‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krapfe''' m. ● ''Krappe'' ,Haken (um etwas aufzuhängen)‘, Schwalm und Oberhessen (Vil. 1868); ''Krabben'' m., dasselbe, Holzhausen am Hahn 20. Jh. (Umbach). ● Vgl. ahd. ''krapfo'' m. ,Haken, Kralle, Krapfen, Widerhaken‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kräpfel, Krapfel''' f. ● ''Kreppel'', ''Krappel'', in Hessen und anderwärts sehr beliebtes Backwerk, das ursprünglich und teilweise noch jetzt die Form eines Hakens hat, gebacken zu Fastnacht, in der Fulda- und Werragegend beim Ende des jährlichen Ausdreschens (Vil. 1868); ''Kräbbel'' ,Krapfen‘, Gebäck, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Zusatz bei Gr.: ‚Fastnachtsgebäck‘; ''Grabbel'' ,Krapfen‘, Gebäck, besonders zu Fasstnacht, Neujahr, zum Ausdreschen des letzten Getreides, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Diminutiv von ''Krappe'', s. ''Krapfe''. ● Vgl. ahd. ''krapfilīn'' (mit doppeltem Dim.-Suffix) ,Häklein, Haken, Widerhaken, Krapfengebäck’.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krappelbauer''' ● ''Krebbelbure'' ,ein ärmlicher, unansehnlicher Bauer, der etwa mit einer Kuh an den Acker zieht‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Grabbelbuhre'' ,Kleinbauer‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krappeln''' ● ,fortkriechen mit eilfertiger, käferartiger Bewegung der Arme und Beine‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''krabbeln'' ,(eilig) kriechen, klettern‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grabbeln'' ,sich langsam und unbeholfen bewegen, kriechen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''sich uffgrabbeln'' ,sich mühsam von einer Krakheit erholen‘ (Gr.). ● Vgl. ''krabbeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kraß''' ● ''graß'' ,starr (vom Blick)‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krätsch''' m. ● ''Krähtsch'' ,Lärm, Aufhebens (um eine Sache)‘, Kassel (Gr. 1894); ,kleines Kind (das noch am Fußboden herumkriecht)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kratzbürste''' ● ,launige, doch auch ernste Schelte für einen zänkischen oder widerborstigen Menschen‘ (Pfs. 1886); ''Kratzbirschde'' ,zänkische Mensch, vor allem Frau oder Mädchen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Gratzbärschde'' ,reizbarer, zanksüchtiger Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krätzer''' ● ''Grätzer'' ,schlechter Branntwein‘; ''ahler Grätzer'' ,alter Kerl‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kraufdingen''' n. ● ''Kruffdingen'' ,Kind, das noch umherkriecht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kraufen''' ● ''krufen'', ''kraufen'', ''kroffen'', ''kröffen'' ,kriechen‘; in Gebrauch vom niederdt. Niederhessen (wo es ''krupen'' heißt) bis südl. in die Gegend von Spangenberg und Wabern, von dort östl. bis Eschwege bzw. Waldkappel (Vil. 1868);  ''kruffen'' ,kriechen‘, Kassel 19., 20. Jh.; ''grüffen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''ich kruffe'', ''du kriffest'', ''hä kriffet'', ''mä kruffen'' usw., ''kroff'', ''gekroffen'', Kassel; die entrundeten Umlautformen ''kriffest'', ''kriffet'' (aus *''krüffest'', *''krüffet'') waren in der 2. Hälfte des 19. Jh. bereits am Erlöschen. ''Grüffen'', ''gröff'', ''gröffen'', Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kraufhühnchen''' ● ''Kruffhühnchen'' ,klein gewachsene Frauensperson‘, Spottwort, in Kassel sehr üblich (Vil. 1868); ''Kruffhienchen'' ,Kriechhühnchen (kleine Art)‘, sehr oft: ,kleines Mädchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kräuschen, Kräuselchen''' ● ''Kries’chen'', ''Krieselchen'' ,kleiner Krug‘, Kassel (Gr. 1894).  ● Abgeleitet von ''Krus'' ,Krug‘, das 1894 in Kassel offenbar bereits außer Gebrauch gekommen war; nach Vil. (1868) als ''Krus'', ''Kraus'', ''Krause'' gebräuchlich in Mittel- und Oberhessen, wenig im niederdt. sprechenden Niederhessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krawaller''' ● ,Krawallmacher‘, insbesondere ,politsch unruhiger Kopf‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kregel''' ● ''kregel'', auch kontrahiert ''kreel'' ,beweglich, munter, rührig‘, besonders von Kindern und Rekonvaleszenten gesagt, in ganz Hessen sehr üblich (Vil. 1868); ''kreechel'' ,gut aufgelegt‘, Kassel (Gr. 1894); ''krichchel'', dasselbe, ebd. 19. Jh. (Herzog); ''greejel'' ,munter, beweglich, gesund‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kreideln''' ● ,sich mit Herd- oder Ofenfeuer zu schaffen machen, es schüren, in Gang bringen oder halten‘, Kassel (Gr. 1894). ● Statt ''kreideln'' oft auch ''kriedeln'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kreideweißchen''' ● ''Kridewißchen'', ''Kriddewißchen'' ,der als Todverkünder gefürchtete Raubvogel Strix noctus, das Käuzchen, Leichenhuhn‘ (Vil. 1868); ''Kriedewißchen'' ,Käuzchen‘, Kassel (Gr. 1894); ''Grierewißchen'' ,Steinkauz, Totenvogel‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Hin und wieder, z.B. in der Umgebung von Fritzlar, heißt der Vogel ''die wisse Kritt'' (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kreisch''' m. ● ''Greesch'' ,Schrei‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Krisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kreischen''' st. ● wie hochdeutsch, dazu in Niederhessen der herrschende Ausdruck für ,weinen‘ (Vil. 1868); ''krischen'' (intr.) ,kreischen, schreien; weinen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''grüschen'' ,weinen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''krischen'', ''krisch'', ''gekrischen'' (im Präs. ''i'' geschlossen, im Imp. und Part. Perf. ''i'' offen), Kassel; ''grüschen'', ''grösch'', ''jegröschen'', Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kreischen''' schw., trans. ● ,Öl zum Sieden bringen, um die herben oder auch widrigen Bestandteile auszuscheiden‘ (Vil. 1868); ''kreischen'' (trans.) ,Öl sieden, Fett auslassen‘, Kassel (Gr. 1894); ''greeschen'' ,(ein Kind) zum Weinen veranlassen; Öl zum Sieden bringen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''kreischen'', ''kreischte'', ''gekreischt'', Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krekeln''' ● neben ''krakeelen'' in gleicher bedeutung, Kassel (Pfs. 1886), ''kreegeln'' ,krakeelen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krellen''' trans. ● ,eine plötzliche, wenn auch vorübergehende Erstarrung und das damit verbundene unangenehme Gefühl hervorbringen (z.B. Frost)‘, überall in Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krepen, krepeln''' ● ,in etwas Hohlem herumstochern‘, z.B. in der Ofenröhre, in der Nase; sehr üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kresten''' ● ''kresten'', Aussprache ''krästen'', ,stöhnen (von Gebärenden)‘, nördl. Hessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kribbel''' m. ● ''Grewwel'' ,Werkzeug zum Stochern‘, z.B. Pfeifenkribbel, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kribbel''' m. ● ''Kriwwel'' ,unangenehmer Kitzel, Jucken‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kribbeln''' ● ''kriwweln'' ,prickeln, jucken, unangenehm kitzeln in Nase, Hand usw., Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grewweln'' ,stochern; jucken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Redensart ''es kriwwelt und wiwwelt'' (von Läusen u. dgl.) (Vil. 1868); ''krewweln un wewweln'' ,kribbeln und wimmeln‘ (Gr.); ''grimmeln un wimmeln'' ,krimmeln und wimmeln‘ (Hm.). ● ''krimmeln'', wohl nur in Verbindung mit ''wimmeln'' vorkommend; die Redensart ''es krimmelt und wimmelt'' erstmals belegt in Schwebda 1673 in Bezug auf einen Heuschreckenschwarm (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kribbsen''' ● Bei Gr. 1894 (Kassel) nur Verweis auf ''gribbsen''; dies Wort fehlt allerdings an entsprechender Stelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kriminal''' ● zur Verstärkung gebraucht, z.B. ''Kremmenahlhersch'' ,Kapitalhirsch‘, ''Kremmenahljunge'' ,ungewöhnlich großer Säugling‘, Kassel (Gr. 1894), ''kriminalscheenes'' Mädchen, Kassel (Bennecke 1904); ''kriminal'' ,sehr stark, übermäßig‘, z.B. ''kriminale Hawer'', Balhorn (Sl. 1901); ''grimmenal'' ,vorzüglich, ausgezeichnet, außergewöhnlich‘, z.B. ''en grimmenales Steck Vieh'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kringel''' m. ● ,der einfache Gebäckring‘, Kassel (Pfs. 1886). ● Der zur Acht verschlungene Gebäckring heißt hingegen ''Bretzel'' (Pfs.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krippengäker''' m. ● ''Grebbengäger'' ,Pferd, das die Vorderzähne auf die Krippe aufzusetzen und die hastig eingeschluckte Luft wieder auszustoßen pflegt; Mensch, der dauernd aufstößt, rülpst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krisch''' m. ● „in unserem ganzen Stammes-Gebiete“ üblichster Ausdruck für hd. ''Schrei'' (Pfs. 1886); ''Kresch'' ,Schrei‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''En luden Kresch duhn'' ,schreien‘ (Gr.). ● Vgl. ''Kreisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krittelkopf''' ● ''Kriddelkopp'' ,einer der zum Kritteln neigt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kritteln''' ● ''kriddeln'' ,(wiederholt) tadeln; tadelnd Unzufriedenheit, üble Laune äußern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kropch''' m. ● ''Kroppich'', ''Krupch'' ,Kropf‘ (Pfs. 1886), ''Kroppich'' ,kleiner unansehnlicher Mensch‘, mittlere Eder (Pfs.); ''Kropch'' ,Kropf, Vogelkehle‘, Kassel (Gr. 1894); ''Grobch'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mundartl. ''pch'' ist keine verunglückte Wiedergabe von hochdt. ''pf''; ''Kropch'' ist *''Krop'' + ''ch''-Suffix (&amp;lt; germ. ''k''-Suffix); siehe auch ''Wiedehopf''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kröpel''' ● ,Krüppel‘ in Hessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''Krebel'' ,Krüppel‘, auch ,etwas, das in der Form mißlungen ist (z.B. Brötchen), Kassel (Gr. 1894), im 20. Jh. in Kassel meist nur noch Schimpfwort für einen widerlichen Menschen; ''Grebel'' ,Krüppel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kröpelig''' ● ''krebelich'' ,krüppelhaft‘, als Scheltwort: ,elend, widerlich‘, z.B. im Hinblick auf Benehmen, Kassel (Gr. 1894); ''greebelech'' ,krüppelig, verkrüppelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krucke''' f. ● ''Kruke'' ,Krug‘, besonders ,Krug mit engem Hals‘, im niederdt. sprechenden Niederhessen (Vil. 1868); ''Kruke'' ,Krug‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Krugge'', Kassel (Gr. 1894). ● Vielfach scherzhaft für ,kleinen scheiben (schiefen) Menschen‘ (Pfs. 1886); ''Du ahle Krugge!'', ''Das is dä ‘ne Krugge!'' Hier ''Krugge'' etwa ,Versager, Taugenichts‘, eher milder Spott, Kassel 20. Jh. Fraglich, ob es sich hier tatsächlich um eine Übertragung handelt und nicht viel eher um eine Altform von ''Krücke''. Dafür spricht, daß man auch anderes, etwas Verkrüppeltes so bezeichnen kann, etwa einen unansehnlichen, krummen Baum (Christbaum), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krulle''' f. ● ''Krolle'', ''Krulle'', zuweilen auch ''Kroll'' m. ,Haarlocke‘ (''Locke'' ist ungebräuchlich, unverständlich) (Vil. 1868); ''Krulle'' ,(enge) Haarlocke‘, Kassel 20. Jh.; ''Grolle'' ,Haarlocke‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''krolle''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krüllen''' ● ,Schoten aufknicken und Erbsen herausstreichen‘, Teile Niederhessens (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krullenkopf''' ● ''Krollkopf'' ,Lockenkopf, Krauskopf‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''Krullenkopp'', dasselbe, Kassel 20. Jh.; ''Grollenkopp'' ,Lockenkopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krullig''' ● ''grollech'' ,lockig, kraus‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krumbel''' f. ● ''Krumpel'' ,unregelmäßige, aus Versehen oder Unordentlichkeit entstandene Falte in Sachen mit regulär glatter, glattgebügelter Oberfläche (Tuch, Papier)‘, ganz Hessen (außer niederdeutschen Gebieten, wo es ''Krünkel'' heißt) (Vil. 1868); ''Krumbel'' ,Falte in Stoff oder Papier, dort wo keine sein sollte‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Grömbel'' ,unregelmäßige Falte, etwa in einem Kleid, durch Unvorsichtigkeit entstanden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krumbelig''' ● ''krumpelig'' ,voll Krumpeln‘ (Vil 1868); ''krumbelich'' ,verknittert‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''grömbelech'' ,voll unregelmäßiger Falten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krumbeln''' ● ''krumpeln'' ,in unregelmäßige und ungehörige Falten drücken‘ (Vil. 1868); ''krumbeln'' ,knittern, faltig werden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''grömbeln'' ,in unregelmäßige Falten drücken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krümmede''' f. ● ''Gremmede'' ,Krümmung, meist Wegbiegung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krumme Not''' ● ,Epilepsie‘, besonders in Niederhessen sehr üblich, ist zum Fluchwort geworden, sehr häufig verwendet (Vil. 1868). ● ''Du sat de Krummenot krechchen!'' ,Du sollt die krumme Not kriegen!‘ Kassel (Gr. 1894); ''Krumme Nott!'' Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krustellieren''' ● ,mit Appetit essen; vespern, kleinen (kalten) Imbiß zu sich nehmen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Von französ. ''croustiller'' ,knuspern, knabbern‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krüsten''' ● ''gräsden'' ,seufzen, stöhnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krutsch''' m. ● ,kleines Kind‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küchel''' n. ● ''Kichel'' (''i'' kurz) ,Küken’, Kassel (Gr. 1894). ● ''Dummes Kichel'' ,dumme, auch: bescheidene Person‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küchen''' n. ● ''Kichen'' (''i'' kurz) ,Küken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küchendragoner''' ● ''Kichendragoner'', bedeutungsgleich mit ''Kastrullbursche'' ,Frau, die übereifrig in der Küche herumfuhrwerkt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuh''' ● ''Kuh'', Pl. ''Kiewe'', Kassel 19. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. (1894) führt ''Kuh'', ''Kiewe'' für Kassel nicht auf; siehe aber die nächsten Einträge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kühchen''' s. ● ''Kiebchen'' ,kleine Kuh‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küheleetscher''' m. ● ''Küweleetscher'' ,schwerfällig nur mit Kühen fahrender Bauer‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küheschelle''' ● ''Kieweschelle'' ,Schnapsglas, ähnlich einer Herdenglocke‘, Kassel (Gr. 1894), ,großes, trichterförmiges Schnapsglas‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kühn''' ● ''kiene'' ,dreist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kukummer''' f. ● ''Kukummer'' ,Gurke‘, das übliche Wort, ''Gurke'' ist kaum bekannt (Vil. 1868), ''Gugummer'', nördl. Hessen (Pfs. 1886), ,''Gugummer'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullarsch''' ● ,Hühnerart ohne Schwanz‘, an Fulda und Werra (Vil. 1868). ● Vgl. ''Kullmutz'' und ''Kupper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kulle''' ● Siehe auch ''Kaule''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kulle''' f. ● ''Kulle'' ,Kugel‘, in ganz Hessen üblich, wohingegen hochdt. ''Kugel'' nicht üblich ist und sich erst in der neuesten Zeit hier und da einbürgert (Vil. 1868). ● Kontraktion von  mhd. ''kugele'' zu ''kūle'', dann im Niederhessischen gekürzt zu ''Kulle''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuller''' m. ● ''Kuller'' ,Koller‘, Kassel 20. Jh. ● Nur Redewendungen: ''Host du dann ’n  Kuller?'' ,Bist du denn verrückt?‘ Kassel 20. Jh. ''Den Koller honn'' ,den Koller haben, verrückt sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926); hierzu auch ''Dä kollert’s wohl?'' ,Du bist wohl verrückt?‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kullerig''' ● ''kullerich'' ,den Koller habend; heftig, ungestüm, cholerisch‘, Kassel 19., 20. Jh.(Gr. 1894); ''kollerech'' ,kollerig, verrückt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kullern''' ● ''kullern'' ,rollen‘, allgemein üblich (Vil. 1868), ''kullern'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kullern''' ● ''kullern'' ,kollern‘, Geräusch, z.B. Stimme des Truthahns, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullmutz''' ● ,Hühnerart ohne Schwanz‘, an Fulda und Werra (Vil. 1868). ● Vgl. ''Kullarsch'' und ''Kupper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullrabe''' f. ● ''Kullerawe'' ,Kohlrabi‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), ''Gullerawe'', ebd. (Gr. 1894); ''Kolrowe'' ,unter der Erde wachsender Kohlrabi‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullskopf''' ● ''Kullkopf'', ''Kullskopf'', 1) ,Kaulquappe‘ 2) der Fisch cottus gobio (Vil. 1868); ''Güllskopp'' ,Kaulquappe‘, Umdeutung in ,Gaulskopf‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullsquappe''' ● ''Kullsquabbe'', Kassel (Gr. 1894); &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kulltüpfen''' ● ''Kulldüppen'' ,bauchiger Topf ohne Beine‘, Kassel (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kulstern''' ● ''kulstern'' ,räuspern, husten, mit Schleimauswurf‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kummer''' m. ● ,Schutt, namentlich Bauschutt, unfruchtbares Erdreich‘ (Vil. 1868); ,Kehricht, Schutt‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kommer'' ,unfruchtbares, sandiges Erdreich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Für ''Kummer'' im hochdt. Sinn ist in Niederhessen ''Brast'' üblich; ''Schutt'' wird nicht gebraucht, kaum verstanden (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kummermann''' ● ,Mann, der die Abfuhr des Kehrichts besorgt‘, Kassel (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kummerwagen''' ● ,Kehrichtwagen‘, Kassel (Pfs. 1886); (städtischer) Kehrichtwagen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumpf''' m. ● ''Kumpf'' ,größerer Napf‘, überall gebräuchlich (Pfs. 1886); ''Kump'' ,größeres Gefäß; der Dorfbrunnen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumfate''' f. ● ''Kumfate'' ,erhöhte Flächen, Bänke, die sämtlich auf freien Plätzen gelegen sind‘, Allendorf in den Soden und in einigen Nachbarorten; ''Komfade'' ,Herberge, Wirtshaus‘, östl. Niederhessen (Pfs.1, 1889). ● Die Identität beider Wörter ist kaum von der Hand zu weisen; gemeinsame Bedeutung könnte ursprünlich gewesen sein: ,Versammlungsort, -platz‘; zumindest bei ''Kumfate'' denkt Pfs. an ,Ort für Gemeindeversammlungen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumpfen, Kumpfe''' m. ● ''Kumpen'' ,großer Trinkbecher, Bierkrug‘, Kassel 20. Jh.; ''Kömbe'' ,Gefäß, große Schüssel, großer Becher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumwiefchen''' s. ● ''Kumwiefchen'', in der Redensart ''das ganze Kumwiefchen'' ,die ganze Gesellschaft‘, im Sinne einer ,Gruppe mit (bedenklichem) innigem Einverständnis untereinander‘, z.B. Stammtisch-, Zech- und Schmausbrüder, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894). ● Von französ. ''convive'' ,Gast, Genosse‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kunterquant''' m. ● ''Kondergwant'' ,Kunterbunt, Durcheinander‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kunte(r)wítte''' f. ● ''Kundewidde'' ,Aufführung, Lebenswandel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Konderwidden'' Pl. ,schlaue Einfälle, hinterlistige Gedanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''conduite''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kunterwittig''' ● ''konderwiddech'' ,schlau, durchtrieben‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kunnerbande''' f. ● ''Kunnerbanne'' ,Schleichhandel, Schmuggelgut‘, nicht bloß von Waren gesagt, sondern auch von etwas heimlich und unerlaubt an irgendeinem Ort Mitgebrachtem, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küppel''' m. ● ''Küppel'', gewöhnlich ''Kippel'' gesprochen, eigentlich ,kleiner Kopf‘, gebraucht gewöhnlich für kleine Feldhügel, mit Buschwerk oder einzelnen Bäumen bestanden  (Vil. 1868); ''Kebbel'' ,Erderhöhung, Hügel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kuppeln''' ● ,rollen, sich wälzen‘, wird von größeren sich abwärts bewegenden Massen gesagt (Vil. 1868); ''kubbeln'' ,kollern, wälzen, rollen (auch von Tränen)‘, Kassel (Gr. 1894); ''kübbeln'' intr. ,rollen, sich wälzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kuppeln''' ●  ''kubbeln'' ,unerlaubte Vereinbarungen treffen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kupper''' m. ● ,Hühnerart ohne Schwanz‘, Umgegend von Fritzlar (Vil. 1868). ● Vgl. ''Kullarsch'' und ''Kullmutz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuren''' Plur. ● ''Küren'' ,Narrenpossen‘, mittlere Werra (Vil. 1868); ''Kuren'' (nur an der Werra mit ''ü'') ,Neigungen, Wunderlichkeiten; Schliche, Kniffe‘, recht üblich, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kurzab''' ● ''korzop'' ,barsch, kurz angebunden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuschemucken''' ● ''Kuschemúggen'' Plur. ,Heimlichtuerei‘, Kassel (Gr. 1894), ,Betrügereien, betrügerisches Spiel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutte''' f. ● ,wollenes, öfters schwarzes Tuch, das sich Frauen und Mädchen im Winter gegen Kälte um den Kopf binden‘, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutteln''' ● ''kutteln'' trans. und intrans. ,rollen, rollend fallen‘ (Pfs. 1886); ''kuddeln'' trans. u. intrans. ,wackelnd, ungleichmäßig rollen, kullern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutz''' m. ● ,das zu einem Knäuel zusammengewickelte Haupthaar der Frauen‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Kutz'' ,Haarknoten auf dem Kopf oder am Hinterkopf von Frauen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kütz'' ,das zu einem Knäuel zusammengelegte Haar der Frauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutz, Kutzen''' m. ● ,Menge, Haufen, zumal willkürlich zusammengetragener und unordentlich durcheinanderliegender Dinge‘ (Vil. 1868); ''Kotzen'' ,Menge, Haufen durcheinander liegender Dinge, wirre Masse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutz''' m. ● ''Kotz'' ,Husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzbeutel''' ● ''Kotzbiddel'' ,einer, der dauernd hustet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutze''' f. ● ,Erbrochenes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzel''' f. ● ,verwirrte (verknotete) Stelle in Haar, Garn, Faden; Zusammengeballtes‘, Kasel 19., 20. Jh.; ,wirrer Haarknäuel der Weiber; Person mit unordentlichem Schopf‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Kotzel'' ,Haufen durcheinander geschlungener Fäden, Haare oder dgl.‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzelanke''' f. ● ,verwirrtes Kopfhaar‘, übertragen: ,Person mit ungepflegtem, verkutzeltem Haar‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzelkopf''' ● ,ein Kopf mit ungekämmten Haaren‘ (Vil. 1868); ''Kutzelkopp'' ,verwirrtes Kopfhaar‘, übertragen: ,Person mit ungepflegtem, verkutzeltem Haar‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kotzelkopp'' ,Kopf mit wirrem Haar; dickköpfiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzeln''' ● ,verwirren, durcheinander bringen (Haare, Fäden un dgl.)‘, Kassel 20. Jh.; ''kotzeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzen''' ● ''kotzen'' ,sich übergeben; die Kehle durch Auswurf reinigen (räuspern); (heftig) husten‘ (Vil 1868); ''kutzen'' ,kotzen, sich erbrechen‘, Kassel (Gr. 1894), ''kotzen'' ,husten‘, ''sech kotzen'' ,sich erbrechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzerig''' ● ''kutzerich'' ,vor dem Erbrechen stehend‘ bzw. entsprechendes Gefühl bezeichnend, Kassel (Gr. 1894). ● ''Es wird mä ganz kutzerich.'' ,Es wird mir übel‘, oft auch ironisch gebraucht, um die Worte eines anderen als widerlich zu bezeichnen, also: heftige Ablehnung anzeigend. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzern''' ● ''kutzern'' ,zum Erbrechen reizen‘, Kassel (Gr. 1894), ''kotzern'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).  ● Nur in unpersönl. Redewendungen: ''es kutzert einen'' (Gr.), ''es kotzert mech'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kuzen''' ● Siehe „kauzen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''L.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Laatsch''' m. ● Latsch ,nachlässig gehender Kerl; dünnflüssiger Straßenkot‘ (Pfs. 1886); ,nachlässige Gangart‘, Kassel 20. Jh.; ''Laadsch'' ,nachlässig gehender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laatsche''' f., '''Laatschen''' m. ● ,aus Lappen zusammengenähter oder aus zerschnittenen Salbenden geflochtener Schuh‘, sehr üblich, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Latsche'' f. ,Schuh aus Salbenden, worin man latschig geht; schlunziges Frauenzimmer‘ (Pfs. 1886); ''Laatschen'' m. ,schiefer, ausgetretener Schuh‘, auch scherzhaft oder verächtlich für ,Schuh‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ''Laadschen'' (nur Plur.), ,schiefe, ausgetretene Schuhe‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Letschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laatschen''' ● ,wackelnd und schleppend gehen‘ (Vil. 1868); ,langsam, nachlässig, schleppend gehen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''laadschen'' ,sich nachlässig, schleppend fortbewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laatschen''' ● ,eine Ohrfeige verpassen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''laadschen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ich laadsch dä eine'' (''eenge'') ,ich gebe dir eine Ohrfeige‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laatschhühnchen''' ● ''Laatschhiehnchen'' ,Hühnchen mit Bauschfüßchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laatschmichel''' ● ,(meist langer) phlegmatischer Bursche‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laban''' m. ●  ''langer Lawan'' ,langer Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''labet''' ●  ''lawéht'' ,müde, abgespannt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Labberhannes''' ● ''Lawwerhannes'' ,einer, der gehaltloses Zeug redet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''labberig''' ● ''lawwerich'' ,gehaltlos (von der Rede)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''labbern''' ● ''lawwern'' ,gehaltlos reden, schwatzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Labbes''' m. ● ''Lawwes'' ,plumper Kerl‘, auch durchaus wohlwollend, bei Kindern im Sinn von gesund, kräftig gemeint, in der Kasseler Gegend recht üblich (Pfs. 1886); ''Lawwes'' ,großer Kerl‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lach''' m. ● ,kurzes Auflachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Läche dun'' Pl. ,Läche tun, in Gelächter ausbrechen‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lächerig''' ● ''lächerech'' ,zum Lachen reizend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lächern''' ● ,zum Lachen reizen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es lächert mech.'' ,Es macht mich lachen‘. (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lack''' m. ● ''en Kärle wie Lack'' ,ein tüchtiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lacks''' m. ● ,fauler Mensch‘ (Vil. 1868); ,großes Exemplar von Tier oder Mensch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Laggs'' ,großer starker Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. dürfte sich geirrt haben; er bezieht sich wohl auf den ''Faullacks'' (s.d.), Kassel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lacksen''' ●  ''sich lacksen'' ,sich lümmeln, flegeln, grob betragen‘, weitverbreitet (Pfs. 1886); ''sich lachsen'' ,sich lümmeln, bequem hinsetzen‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), 20. Jh.; ''sech laggsen'' ,sich räkeln, sich flegelhaft benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ladderei''' ● ,Herumtreiberei‘, Kassel 19. Jh. (Gr. 1894), auch: ,oberflächliches Arbeiten, Pfuscherei‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ladderhans''' ● ,ein träger Mensch, Müßiggänger‘ (Vil 1868); ''Ladderhannes'' ,Herumtreiber, Tagedieb‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Ladderhans'' ,leichtsinniger Mensch, Müßiggänger‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ladderig''' ● ''ladderich'' ,unordentlich‘, Kassel 20. Jh.; ''ladderech'' ,leichtsinnig, unordentlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laddern''' ● ,die Zeit müßig hinbringen, vertändeln‘ (Vil. 1868); ,sich müßig hermtreiben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laddersack''' ● wie ''Ladderhans'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lade''' f. ● ,Kleiderkiste der Landbewohner in Althessen‘ (Vil. 1868); ''Ladhe'', ,Kleiderkiste, wie von Vil. angegeben, außerdem ,Sarg‘ (hierfür auch ''Dodenladhe'' in Gebrauch), Balhorn (Sl. 1901); ''Lore'' ,große, schwere Truhe mit Eisenbeschlägen zur Aufbewahrung der Kleidung und namentlich des Leinenvorrats; Sarg‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Größer als die Lade ist in Niederhessen die ''Kiste'', diese ist schwerer und größer, hat Eisenbeschläge. In der Schwalm verhält es sich umgekehrt. (Vil.) ● Siehe ''Totenlade''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laffen''' ● ,mit herausgestreckter Zunge lecken, schlürfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''laffen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laib''' m. ● ''Laib (Brot)'' ,Brotlaib‘, Kassel 19., 20. Jh.; ''Leep'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laibchen''' ● ''Laibchen'', Pl. ''Laiwerchen'', kleine Teigwaren, Brötchen; dazu gehören im 19. Jh. Milchbrötchen, Franzbrötchen, Pariser; Kassel (Gr. 1894), auch Apfellaibchen (s.d.); ''Leebchen'' ,Laibchen, kleiner, runder Kuchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. hat merkwürdigerweise trotz pluralischem ''Leiwerchen'' als Singular ''Libb'', so auch als eigenes Stichwort. ''Libb'' heißt ,Leib‘ und ist von ''Laib'' getrennt zu halten, vgl. Niederellenbach ''Liep'' und ''Leep'' (Hm.) sowie mhd. ''lîp'' ,Leib‘ und ''leip'' ,Laib, geformtes Brot‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lakwerge''' ● ''Lakwerche'' ,Latwerge‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lakrezius''' ● ''Lakrezijus'' ,Lakritz‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lallepatsch''' m. ● ,Tölpel‘, übliches Schimpfwort in den Mittelständen (Vil. 1868);  ''Lallebatsch'' ,großer Tölpel; einer, der schwerfällig geht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lallepatschig''' ● ''lallebatschig'' ,sich benehmend wie ein Lallebatsch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lamberie''' f. ● ,Abschlußbretter unten an den Zimmerwänden, untere Täfelung‘, Kassel 20. Jh.; ,Täfelung der Zimmerwände‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Landviole''' ● ''Landfijohle'' ,Frau, deren Aufmachung die Provinzstädterin verrät‘, Kassel (Gr. 1894), ,Frau vom Lande, der Aufmachung nach‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Längede''' f. ● ''Lengde'' ,Länge‘, in Hessen sehr üblich (Vil. 1868); ''Längede'', dasselbe, Kassel (Gr. 1894); ''Längde'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''lengede''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''langen''' ● ,holen, reichen, darreichen‘ (Vil. 1868); ,herreichen‘, Kassel 20. Jh.; ,holen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die „gemeinhochdeutsche Ausdrücke“ ''holen'', ''reichen'', ''darreichen'' „waren bis um das Jahr 1820 im östlichen und inneren Hessen so gut wie gar nicht bekannt und dem Volke meist schlechthin unverständlich“. (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lapparsch''' ● ,läppischer, schlaffer Kerl, erbärmlicher Kerl‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Labboorsch'' ,erbärmlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läppchen''' ● ''Das es us dem Läbbchen ins Diechelchen''. ,Das ist einerlei‘, Kassel Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lappen''' ● , flicken, ausbessern‘, jetzt fast nur noch von Kleidungsstücken, früher auch von Geräten und Bauwerken (Vil. 1868); ''labben'' ,zerrissen sein, in Fetzen herabhängen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läppisch''' ● ''läbbsch'' ,schlaff, schwach, unbedeutend; fade, abgestanden (z.B. Bier)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ''läbbsch'' ,von fadem Geschmack, saftlos, schlapp, schlaff (von Personen und Gegenständen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Larches''' m. ● ,großer Kerl‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lärmetieren''' ● ''lärmedieren'' ,Lärm machen, lamentieren‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kontamination von ''Lärm'' und ''lamentieren'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lasche''' f. ● ,Prügel‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laschen''' tr. ●,durchprügeln‘ (Vil. 1868); ,schlagen, peitschen, durchprügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,verhauen, durchprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laschig''' ● ''laschech'' ,unordentlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lassen''' ● wie hd. ''lassen'', außerdem ,gut stehen‘, Niederhessen, auch nd. Niederhessen (Pfs.1, 1889), Kassel 20. Jh. ● ''Ähre Farwe läßt. Daaß leßt uch ockert nit.'' ,Dss steht euch nicht gut.‘ (Pfs.1) ''Das läßt dä nitt.'' ,Das steht dir nicht (gut).‘ Kassel 20. Jh. ● Vil. (1868) führt ähnlichen Gebrauch nur für das nd. Niederhessen auf: ''laten'' ,sich geziemen, scheinen, das Ansehen haben‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lattich''' m. ● ''Laddch'' ,Kopfsalat‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Laddich machen'' ,Spaß, Vergnügen machen‘, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● Gr. hat ''Lattich'' wohl nicht als Dialektwort aufgefaßt, insofern auch nicht verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lattichvogel''' ● ''Laddichvochel'' (''o'' kurz) ,Schmetterling; Person im sehr sommerlichem Anzug‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Sommervogel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läube''' f. ● ''Läube'', ''Leibe'' […] ,der obere Teil des Hauses, oberes Stockwerk, Bodenraum‘, in älterer Zeit vorzugsweise die zur Aufbewahrung des Getreides bestimmten oberen Räume des Gebäudes, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Lewe'', Bezeichnung der Zimmer im zweiten Stockwerk eines Bauernhauses‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Man unterscheidet namentlich die Schlachte- oder Wursteläube, die zur Augbewahrung der Schlachtvorräte dient, und die Früchteläube, in der das gedroschene Getreide untergebracht wird. (Hm.) ● ''Läube'' gehört zu ''Laube''; siehe auch ''Borläube''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läubede''' f. ● ''Läubede'', ''Läuwede'', ''Laiwede'', Nebenform von ''Läube'', Niederhessen, davon lautl. Variante ''Laimede'' bei Netra im Ringgau (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lauern''' ● ''luren'' ,lauern, warten‘, Kassel (Gr. 1894); ,warten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läuferchen''' ● ''Leiferchen'' ,kleines Kind, das schon einigermaßen gehen kann‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läuferisch''' ● ''liffersch'' ,was gut und schnell vonstatten geht‘, Niederhessen, äußerst üblich (Vil. 1868); ''liffersch'' ,schnell vonstatten gehen, leicht zu bewältigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läufig''' ● ''leefech'' ,geläufig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lauseding''' ● ''Lüsedänk'' ,vorwitziges Mädchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lausehuttich''' m. ● mit Verweis auf ''Hottich'' erwähnt bei Vil. (1868); ''Lusehuddich'', Bedeutung wie ''Lausejunge'', Kassel 20. Jh.; ''Liesehodch'' ,mit Läusen behafteter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lausejunge''' ● ''Lusejunge'' ,unnützer Bube‘, Scheltwort (Vil. 1868); ,Junge, der Unfug treibt, Ärgernis gibt‘, Kassel 20. Jh.; ''Lüsejönge'' ,vorwitziger Junge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lausert''' m. ● ''Lusert'' ,Lümmel‘, Kassel 20. Jh.; ''Lüsert'' ,vorwitziger Junge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läuten''' ● ''lieden'', Kassel 19. 20. Jh. (Gr. 1894); ''lieren'', Oberellenbach (Hm. 1926). ●  Stammformen: ''lieden – lidd – gelidden'', Kassel (Gr., fehlerhaft); ''lieren – lüdde – lüdden'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lech''' ● ,ausgetrocknet‘, von hölzernen Gefäßen gesagt (Vil. 1868); ,leck‘, Kassel (Gr. 1894); ''läch'' ,leck, ausgetrocknet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lechen''' ● ''lechen'', gewöhnlich ''auslechen'', auch ''verlechen'', ,durchtröpfeln‘, gesagt von hölzernen Gefäßen, deren Dauben eingetrocknet sind, die also für Flüssigkeiten durchlässig geworden sind (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leckebrett''' ● ,Zunge‘, schmähend, besonders kleinen Kindern gegenüber, Niederhessen (Vil. 1868); ''Leggebrett'' ,Zunge‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lecken''' ● ''leggen'' ,lecken, nippen, naschen‘; ,in niederträchtiger Weise schmeicheln‘, Kassel (Gr. 1894); ''läggen'' ,naschen, nippen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lecken''' ● ,besprengen, begießen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''leggen'' ,Wasser vor dem Kehren auf dem Boden aussprengen‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Das Tuch lecken'' ,die zum Bleichen ausgespannte Leinwand begießen‘, ''die Wäsche einlecken'' ,die getrocknete Wäsche leicht besprengen und hiermit zum Bügeln vorbereiten‘ (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leckermaul''' ● ''Leggermull'' ,jem., der gern nascht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leckwerk''' ● ''Läggwark'' ,süße Speisen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ledig''' ● ''leddich'' ,unverheiratet‘, Kassel  (Gr. 1894); ''lärrech'' ,leer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''leddich un lose'' ,unverheiratet‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lege''' ● ,niedrig, kärglich, mager, jämmerlich‘, nd. sprechendes Niederhessen und Gegend um Maden (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lehne''' f. ● ,Abhang, Bergabhang‘, allgemein im Gebrauch (Vil. 1868). ● Siehe nachfolgendes ''lehne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lehne''' Adv. ● ,mäßig abhängig, gelinde abschüssig‘, allgemein im Gebrauch (Vil. 1868); ''lähne'' ,sanft ansteigend‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''lehneruff'' ,mit sanfter Steigung aufwärts‘, Kassel (Gr. 1894); ''lähne nof'' ,bergauf, ein wenig ansteigend‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lehnen''' ● ,leihen, verleihen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); dasselbe, Kassel (Gr. 1894). ● ''leihen'' ist völlig unbekannt (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leibchen''' n. ● ,ärmelloses Bekleidungstück für den weiblichen Oberkörper‘ (Vil. 1868); ''Libbchen'' ,Schnürbrust ohne Steifung‘, Kassel (Gr. 1894); ,Mieder (für die Frau), Weste (für den Mann)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leibchenskeipe''' f. ● ''Libbchenskibbe'' ,Westentasche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leich''' n. ● ,die auf die Spielbahn einzeln aufgesetzte Tonkugel‘, auf die im Frühlingsspiel der Knaben mit Tonkugeln geschossen (geknipst) wird, fast ausschließlich östl. Hessen, wo das Spiel zu Hause ist (Vil. 1868). ● Vgl. ahd. ''leih'' ,Spiel, Melodie, Gesang‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leichdorn''' ● ,Hühnerauge‘, in Hessen ausschließlich geltende Bezeichnung (Vil. 1868); ''Lichdorn'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Eigentliche Bedeutung ist ,Körperdorn‘, vgl. ahd. ''līh'' ,Körper, Leib, Leichnam‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leiche''' ● ''Liche'' (i kurz) ,Begräbnis, Trauerzug‘, seltener: ,Leiche‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,Beerdigung, Leichenbegängnis‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''uff ’ne Liche gehn'' ,an einer Beerdigung teilnehmen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leichenleute''' ● ''Lichenliere'' ,Teilnehmer an einem Begräbnis‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leichmahl''' ● ''Lichmohl'' ,Trauermahl nach dem Begräbnis‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leidmut''' ● ''Leidmut'' f. ,Wehmut‘, volkstümlich, Hessen‘ (Pfs. 1886); ''Leedmut'' m. ,Wehmut, Trauer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''leidmütig''' ● ,wehmütig‘, in der Kasseler Gegend ''lairemürich'' ausgesprochen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leier''' ● ''Liere'', Kassel (Gr. 1894) ● ''emmer de ahle Liere'' ,immer das alte Einerlei‘ (Gr).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leimen''' m. ● ''Leimen'' ,Lehm‘, Kassel (Gr. 1894); ''Lemen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Leimen un Stroh'' ,Kartoffelbrei und Sauerkraut‘, ebd. 19., 20.Jh. (Gr. 1894), übertragen von der Lehm-Stroh-Füllung, mit der die Gefache der Fachwerkhäuser ausgekleidet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leimenkaute''' f. ● ''Lemenküdde'' ,Lehmgrube‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leimrute''' ● ''uff der Limmrude gefangen'' ,durch List überführt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leinwat''' ● n., ,Leintuch‘, selten, in den größten Teilen von Hessen unüblich (Vil. 1864); ''Linnwoot'' f. ,Leinwand‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''lînwât''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leist''' m. ●  ''Leest'' ,Spur, Striemen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lenze''' f. ● ,Lenz, Frühling‘, Balhorn (Pfs. 1886). ● ''In der Lenze'' ,im Frühling‘, besonders in der Zeit der Aussaat, Balhorn (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''leppen''' ● ,nur ganz wenig besprengen, vorsichtig bespritzen‘ (Vil. 1868). ● Vil. faßt ''leppen'' „als eine Art Deminutiv“ zu ''lecken'' auf (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lepperkind''' ● ''Läbberkend'' ,aufgeleppertes Kind‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''leppern''' ● ,in einzelnen kleinen Schlucken trinken‘, allgemein üblich; ''aufleppern'' ,ein Neugeborenes (Mensch oder Tier) durch Einflößen von Milch ohne Mutterbrust aufziehen‘, auch: ,mit Mühe großziehen‘ (Vil. 1868); ''läbbern'' ,ein Kind ohne Muttermilch aufbringen; oft und in kleinen Portionen trinken‘, Kassel (Gr. 1894), ''sich läbbern'' ,sich allmählich ansammeln, vermehren‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ''läbbern'' ,von einer Speise oder einem Getränk nur wenig und in kurzen Zügen genießen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es läbbert sich (zesammen)'' ,aus wenig wird allmählich viel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lerche''' ● neben dem Vogelnamen auch ,liederliches Frauenzimmer‘, allgemein verbreitet (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lerchelchen''' ● ,kleine Lerche‘, Zungenprobe der Nüchternheit: Wer ''Lerchelchen'' nicht mehr sprechen kann, hat zuviel getrunken, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lerchen''' Pl. ● ,die ersten Kinderschuhe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lerchen''' ● ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lernisch''' ● ''lärnsch'' ,gelehrig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Letschen''' m. ● 1) ''Ledschen'' ,Stiefel (Schuhe), die durch Abschneiden des Schaftteils und Anschrägung des Oberleders zu Pantoffeln gemacht worden sind‘, Kassel (Gr. 1894); ''Letschen'' ,Schlappschuh‘, Balhorn (Sl. 1901); ,weicher, ausgetretener Schuh; Pantoffel‘, abfällig für ,Schuh‘, Kassel 20. Jh.; ,Zunge‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr.). ● &lt;br /&gt;
''Kumm heim, din Mutter hat de uf‘m Letschen gepiffen.'' Balhorn; Sl. gibt die Bedeutung ,Zunge‘ nicht an, nimmt also ,Schlappschuh‘ an, sieht also darin humoristischen Gebrauch („scherzhaft“); ''uff dem Letschen piffen'' ,Zungenpfiff machen‘, ebd.,  19., 20. Jh. (u.a. Lüttebrandt 1917); ''en Letschen honn'' ,betrunken sein‘, ebd. (Lüttebrandt), offenbar im Sinne ,schwere Zunge haben‘. ''Einen im Letschen honn'' ,betrunken sein‘, ebd. 20. Jh.; ''en Lädschen machen'' ,ein trauriges Gesicht machen‘, ebd. (Lüttebrandt). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''letterbeinig''' ● ''letterbeenig'' ,eigensinnig, störrisch, ungehorsam‘, besonders für heranwachsene Knaben gebräuchlich, an der Schwalm (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''letzten''' ● ''letzden'' ,kürzlich, neulich, letzthin‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leuchte''' ● ''Lichde'' (''i'' kurz), Kassel (Gr. 1894), ''Liechde'', nur in vereinzelten Redewendungen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''in der Lichde stehn'' ,im Licht stehen, durch Vortreten verdunkeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''geh mo üs der Liechde'' ,geh mal aus dem Licht!‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leuchtefett''' ● ''Lichdefedd'' ,Lampen- und Brennöl‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lewes''' m. ● ,großer Hund‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''libern''' ● ''lübbern'' ,coagulare, gerinnen‘, Niederhessen, allgemein üblich (Pfs. 1886); ''lewwern'' ,gerinnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''liberen'' ,gerinnen‘. ● Siehe ''Lubermilch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Licht, Lichtchen''' ● ,Licht, Kerze‘, Kassel (Gr. 1894), auch: ,Schnutznase‘, ebd. 20. Jh. ● Redensarten, mit Genuswechsel: ''Du stehst mä in der Lichte'', ''geh mä us der Lichte'', Kassel 20. Jh.; siehe dazu ''Weg''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lichterbaum''' ●  „der bei uns häufigere Name für den ,weihnachtlichen Christbaum‘“ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lichterkirche''' ● ,Weihnachtsgottesdienst‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lichterzieher''' m. ● ''Lichderzier'' ,Kind, das den Schnutz offen zur Schau stellt; Schnutznase‘, Kassel (Gr. 1894). ● Der Lichterzieher ist eigentlich der Kerzenzieher, -macher; es handelt sich also um eine humoristische Übertragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lid''' n. ● ''Led'' ,Luke‘, belegt in ''Boddenled'' ,Bodenlid, Bodenluke‘, Kassel (Gr. 1894); ''Läht'' ,Holzverschlag, der eine Öffnung verschließt; Augenlid‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lied''' n. ● ,Glied‘, in Kassel und anderwärts gelegentlich gebräuchlich (Vil. 1868). ● Mhd. ''lit''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''liefern''' ● ''liwwern'' ,liefern, kaputtmachen‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), 20. Jh. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lieser''' Pl. ● meist ''Lieserchen'' ,kleine Pusteln auf der Haut, geringer Ausschlag, Niederhessen (Vil. 1868). ● „Ohne Zweifel der alte Name der Krätze bzw. der Krätzmilbe, im 16. Jh. als ''Lies'' und ''Lisse'' belegt; nach Aufkommen von ''Krätze'', ebenfalls 16. Jh., umgedeutet (Vil.). ● Sing. ''Liese'' steckt möglicherweise in ''Gänseliese'', Kassel, hier aber (Gr.) aufgefaßt als ,Gänseläuse‘ (s. d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Linktatsch''' m. ● ''Linkdatsch'' ,Linkshänder‘, verächtlich (Vil. 1868); dasselbe, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Ländadsch'' (sic) ,Linkshänder‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Tatsche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Livländer''' ● ''Lifflänger'' ,magerer und flinker Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''löchericht''' ● ''lächerecht'' ,voller Löcher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lock''' m. ● ,kleines Fuder‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Loh''' n. ● ''Loh'', Pl. ''Löcher'' ,Hain, kleines Gehölz, Buschwerk, welches einzeln mitten im angebauten Feld liegt‘, als Begriff nur noch selten gebraucht, als Name häufig (Vil. 1868); ,Wald, Gehölz‘, nur noch in zwei Flurbezeichnungen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mh. ''lô''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Löhnchen''' ● ''Lehnchen'' ,kleine Flamme‘, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● ''En Lehnchen in’n Owwen machen'' ,nur wenig Feuer machen‘ (Lüttebrandt) ● Verwandt mit ''Lohe'' ,flammender Brand‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lose''' ● ,locker‘, auch: ,zu wenig gesalzen‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe auch ''ledig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Löwer''' ● ,Lohgerber‘, noch jetzt in mehreren Städten üblich, z.B. in Treysa und Frankenberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lubermilch''' ● ,geronnene, saure (dicke) Milch‘, hin und wieder vorkommend, z.B. auf dem Habichtswald (Vil. 1868). ● Siehe ''libern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Luche''' f. ● ''Lüche'' ,Öffnung in der Scheunendecke, durch die am Luchenseil etwas nach oben befördert werden kann‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Luche'' ist die hd. Entsprechung zu nd. ''Luke'.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lügenfittich''' m. ● ''Liejenfidch'' ,zum Lügen neigender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lügenjohannes''' ● ''Liechengehannes'' ,Lügner‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lügenmajor''' ● ''Liechenmajor'' ,großer Lügner‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lullen, lüllen''' ● ,weinen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lumbe''' f. ● ,Lende, Weiche‘ ● ''Einen in die Lumben hauen'' ,gehörig abprügeln‘, ganz allgemein üblich (Vil. 1868); ''in de Lumben dreden'' ,grob abweisen‘, Kassel (Gr. 1894), ''in de Lumben haun'' ,jem. tätlich angehen‘, ebd. 20. Jh.; wird in Kassel nicht mehr verstanden, sondern auf ''Lumpen'' im Sinne von ''Klamotten'' bezogen; bereits Gr. überträgt ''Lumben'' als ,Lumpen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lumm''' ● ,schlaff, locker, lose‘ (Vil. 1864); ''lomm'' ,locker, lose‘ (z. B. Kuchenteig, Ackerboden), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lumpen''' Pl. ● ''Lumben un Fleh'' ,Lumpen und Flöhe‘, Gericht: Weißkraut mit Kümmel, Kassel 20. Jh. (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lumpensämmler''' ● ,Lumpensammler‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lümper''' ● ''Limberd'' ,Lump‘, Kassel (Lüttebrandt 1917), ,Taugenichts‘, ebd. 20. Jh.; ''Lember'' ,Lumpensammler, zerlumpter Mensch, armer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Limber'' ,Lumpensammler‘, Großenritte 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunke''' ● ''lunke-lunke machen'' ,hinlegen und schlafen‘, Kindersprache, Kassel (Gr. 1894); ''lunke-lunke-lunke!'' ,Leg dich hin, schlaf jetzt!‘, Aufforderung an kleine Kinder, ein Schläfchen zu machen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lunkebettchen''' ● ,Bettchen‘, an kleine Kinder gerichtet, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunken''' ● ''sich lunken'' ,sich zur Ruhe niederlegen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lunzekatze''' f. ● Bezeichnung für jedes schwache, dünne Gewebe, auch Interjektion in abwertendem Sinn, Kassel (Gr. 1894); ''Lönzekatze'' ,wertloses Zeug‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunze''' ● ''lonze-lonz machen'' ,schlummern‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunzen''' ● ,leicht schlummern, halbschlummernd sich im Bett halten, sich behaglich zum Schlummern niederlegen‘ (Vil. 1868); ,schlummern‘, Kassel (Gr. 1894), ''lonzen'', dasselbe, ''sech lonzen'' ,sich schlafen legen‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lurch''' ● ''Lurch'', ''Lorch'' m. und n. ,ein Trunk („Suff“)‘, im Fuldischen üblich (Vil. 1868); ''Lorch'' m. ,Saft von gekeltertem Obst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lusch''' n. ● ,wirres Stroh; im Feld wachsende wilde Halme‘, untere Eder (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lusche''' f. ● ,Kohl, der kein Haupt geschoben hat, sondern in lange Blätter geschossen ist‘, Balhorn (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''luschig''' ● Adj. zu ''Lusch'' (Pfs. 1886); ''lüschech'' ,wirr (vom Stroh), locker, ungefüllt (von Krautköpfen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lüttich''' ● ''lüttig'', ''lüttich'' ,leichtfertig, eilfertig, oberflächlich (von Menschen und deren Verrichtung)‘, in ganz Niederhessen üblich (Vil. 1868); ''lüttich'', ''lütche'', auch im Hinblick auf zu leichte, dünne Kleidung bei rauher Jahreszeit gesagt (Pfs. 1886); ''leddech'' ,schwach, leicht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lutterbaß''' m. ● ''Lodderbaß'' ,unordentlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lutterig''' ● ''lotterig'', ''lodderig'', ''loddericht'' ,zottig, zerlumpt, nachlässig in der Kleidung‘, in Althessen allgemein (Vil. 1868); ''ludderich'' ,lotterig, unordentlich, wackelig, schwankend‘, Kassel (Gr. 1894), ,verlottert, unordentlich‘, ebd. 20. Jh.; ''lodderech'' ,zerlumpt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch I – L'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_A_%E2%80%93_D</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_A_%E2%80%93_D"/>
				<updated>2015-01-20T10:06:23Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch A – D'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''A.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abblaten''' ● Siehe ''blaten''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abgergeln''' ● ''sech obgärjeln'' ,sich mit einer schweren Arbeit abmühen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abkappen''' ● ''obkabben'' ,jem. derb zurechtweisen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abknuppen''' ● ''abknubben'' ,abzwacken, abkneifen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abknuppsen''' ● ''abknubbsen'' ,abknipsen, abschnipsen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abkribbeln''' ● ''obgrewweln'' ,etwas durch fortgesetztes Stochern von etwas anderem entfernen, lösen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Abrahämchen''' n. ● ''Awerämchen'' ,Kartoffelschälmesser, Küchenmesser‘, Kassel 1919 (Lüttebrandt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abschoren''' ● ,absehen, in der Schule vom Banknachbarn abschreiben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abstrippen''' ● ''abstribben'' ,herunterstreifen (z. B. Johannisbeeren)‘, Kassel 20. Jh.; ''obstrebben'' ,etw. nachlässig von etw. anderem herunterstreifen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abtribbeln''' ● ''obdrewweln'' ,durch dauerndes Drehen (zwischen Daumen und Zeigefinger) etw. abtrennen (z.B. Faden, Draht)‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''abdriwweln'', dasselbe, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abtun''' ● ''obdunn'' ,eine Kopfbedeckung absetzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''acheln''' ● ,essen‘, scherzhaft, besonders im östl. Hessen (Vil. 1868); ,(mit gutem Appetit) essen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Aus dem Jiddischen und der Gaunersprache (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''achtpassen''' ● ''Acht passen'' ,achtgeben, aufpassen‘, durch ganz Hessen üblich (Pfs. 1886); ''achdepassen'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Affenschwanz''' ● ,jem., der alles nachäfft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Affenstreich''' ● ''Affenstreech'' ,Dummerjungenstreich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Afterkuchen, -mehl, -wecke''' ● ,minderwertiger Kuchen bzw. Mehl, Wecke‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ah-''' Präfix ● ''oh''-. ● geht zurück auf mhd. ''â''- zur Bezeichnung des Gegensatzes, der Trennung (Lex.), nach Grimm auch Böses bezeichnend (Pfs. 1886); erscheint im Niederhess. durchweg als geschlossenes langes ''o''-, auch in Kassel, wo ''â'' gewöhnlich als offenes langes ''o'' erscheint. Damit gebildet die folgenden Wörter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ahleibig''' ● ''olibig'' ,klein, schmächtig, schwächlich‘, sehr üblich, Niederhessen (Vil. 1868); ''ohliewich'' ,schwach, elend, halb verhungert‘, Kassel (Gr. 1894), ,unwohl (im Sinne von Leibschmerzen)‘, Kassel 20. Jh.; ''ohliewech'' ,unwohl, fast ohnmächtig, kraftlos, schwächlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Mä is ganz ohliewich.'' ,Mir ist flau im Magen, mich befällt Schwäche.‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ahmacht''' ● ''Ohmacht'' ,Ohnmacht‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''âmaht'' ,Mangel an Kraft, Ohnmacht‘; vgl. auch mnd. ''amacht'' ,Ohnmacht, Schwäche‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ahmächtig''' ● ''ohmächdich'', Kassel 20. Jh.; ''ohmächdech'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''âmehtec'' ,schwach, ohnmächtig‘; vgl. auch mnd. ''amachtich'' ,ohnmächtig‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ahmaden''' ● ''Omaden'', ''Ömde'' n. ,Nachheu, Grummet‘, an der Efze und an der unteren Schwalm, Eder und Fulda üblich (Vil. 1868); ''Ohmade(n)'' f. ,Grummet‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. mhd. ''âmât'' n. ,das zweite Mähen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ahnamen''' ● ''Ohnamen'' Sing. und Plur. ,Spitzname‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. mhd. ''âname'' ,Spitzname‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ahnamen''' ● ''ohnomen'' ,jem. mit Schimpfnamen belegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''beohnamen'', dasselbe, Kassel 20. Jh. ● Bei Hm. verzeichnet unter ''annamen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ahräßig''' ● ''ohreeßech'' ,überdrüssig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Sech wos ohreeßech ässen'' ,sich etwas überdrüssig essen‘ (Hm.). ● Vgl. ''verohräsen'' ,verderben, vergeuden; von Speise und Futter die Reste unbenutzt verderben lassen‘,  Kassel (Gr. 1894). ● Zu mhd. ''ræze'' ,scharf von Geschmack, herbe, ätzend‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Albert''' ● ''ein alberner Mensch'', Balhorn (Sl. 1901); ''Olwert'' 1) Name, 2) ,jem., der sich albern benimmt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''alberig''' ● ''albern'' ,kindisch‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Alberjan''' ● ''Alwerjahn'' ,jem., der sich albern benimmt‘, Kassel 20. Jh.; ''Olwerjohn'' ,alberner Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Albrigkeit''' ● ''Olwerechkeet'' ,Albernheit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Albschuß''' m. ● ,alberner Mensch, Trottel‘, an der Eder und anderwärts, ''Albschoß'', Hersfeld, (Pfs. 1886); ''Albschoß'' ,Dummkopf‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''alchen''' ● ''sich alchen'' ,sich drücken, fortgehen‘, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Alexterchen''' ● Nur in der Redensart ''Hä äs'' (''sprengt doremm'') ''wie ’n Alägsderchen''. ,Er ist äußerst munter und fidel.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''alleweile''' ● ,jetzt, eben, im Augenblick‘, ganz Hessen (Vil. 1868), ''allewille'', Kassel (Gr. 1894), ''awülle'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Wendung ''jetzunner un allewille'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''allmächtig''' ● ,sehr groß, sehr stark‘ (neben der gemeindeutschen Bedeutung), Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''als''' Adv. ● 1) ,allezeit, beständig‘, 2) ,immerhin, weiter‘ (''als zu'', ''als fort''), 3) ,einstweilen‘, 4) ,zuweilen‘ (''als einmal'', gesprochen: ''alstemal''), 5) ,je‘ (Vil. 1868); ''als'', ''alst'', ''alsten'' ,immer‘, ''alszu'' ,immerzu‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''alsemoh'' ,immer mal wieder, bisweilen‘, ebd. 20. Jh. (Herwig); ''als'' ,fortwährend, beständig‘ (''alszu'', ''als onne'', dasselbe in verstärkter Form), ,immer‘, ,einstweilen, inzwischen (''alsemoh'')‘; ,immerhin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''als'' ist im Niederhessischen nie temporale Nebensatzkonjunktion; diese ist ''wie'', etwa: ''Wie hä kam, ...''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Amsel''' ● ''Amschel'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''an-''' ● als Vorderglied von Substantiven und Verben: (alte) Aussprache in Kassel lang (''aan''), im 20. Jh. zunehmend kurz wie die Präposition ''an''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anballern''' ● ,jem. laut und barsch anfahren‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anblinzen''' ● ''oonblenzen'' ,jem. durch Blinzeln etw.zu verstehen geben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''andätschen''' ● ''andätschen'' ,anstoßen‘, stärker als ''anditschen'', Kassel 20. Jh. ● Siehe ''dätschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anditschen''' ● ''anditschen'' ,anstoßen‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''ditschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anfitzen''' ● ''ahnfitzen'' ,denunzieren‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''fitzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''angeflammt''' ● ''angeflammt kommen'' ,heraneilen, heranstürmen‘, Kassel 20. Jh.; ''oonjeflammt kommen'', ,mit großer Geschwindigkeit herankommen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ängsterlich''' ● ,ängstlich‘, Kassel (Chr. Müller 1925/26).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anhältig''' Adv. ●  ''oonhälich'' ,andauernd‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Anke''' f. ● ,Hinterkopf, Nacken, Genick‘ (Vil. 1868); ,Nacken‘, Kassel 19., 20. Jh., (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe [[Die „Anke“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anken''' ● ,stöhnen, seufzen‘ (Vil. 1868);  Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe [[„anken“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ankohlen''' ● ,jem. anlügen, durch Flunkerei zum Hänschen halten‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anne''' Adv. ● ,fort, weg‘, niederhess., südl. bis Hersfeld (Vil. 1868); ''onne'' ,weg, fort, mit bestimmtem Ziel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''annebringen''' ● ''onnebrengen'' ,fortbringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''annefahren''' ● ''onnefohren'' ,jem. auf einem Gefährt wegbringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''annegehen''' ● ''onnegenn'' ,fortgehen, hingehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''annemachen''' ● ''onnemachen'' ,abreisen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''annespringen''' ● ''onnesprengen'' ,fortlaufen, hinlaufen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''annetragen''' ● ''onnedräjen'' ,forttragen, hintragen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anranzen''' ● ''aanranzen'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''oonranzen'', Oberellenbach (Hm. 1926) ,derb anfahren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Anschlag''' m. ● ,Freistätte beim Kriegenspielen (Fangen), die Gunst‘; wer dort anschlägt und ruft: „Anschlag für mich!“, darf ruhen und verschnaufen, Kassel und Umgebung (Pfs. 1886); so auch in Kassel Mitte 20. Jh., der Ruf bei Erreichen der Gunst war: „Anschlag!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anspenneln''' ● ''oonspänneln'' ,mit Stecknadeln befestigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● Siehe ''Spennel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anstreichen''' ● ''oonstrichen'' ,aufs Kerbholz setzen, sich merken, heimzahlen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anstrippen''' ● ''oonstribben'' ,nachlässig etwas überstreifen‘ (z.B. Schuhe, Handschuhe‘), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''antätscheln''' ● ''oondädscheln'' ,anfassen, mit der Hand berühren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''antun''' ● ''oondunn'' ,ein Kleidungsstück anlegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Anwand''' f., '''Anwender''' m. ● ,Acker, auf dessen lange Seite mehrere Äcker mit ihrer Schmalseite (Stirnseite) stoßen‘, sehr üblich (Vil. 1868). ● Beide Wörter im 19. Jh. erloschen, als die langen, schmalen Ackerbeete im Zuge der Verkoppelung (Flurbereinigung) zugunsten flächigerer Äcker beseitigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Apfellaibchen''' n. ● ''Abbellaibchen'', Pl. ''Abbellaiwerchen'', auch ''Äbbellaibchen'' ,Apfel in Teigumhüllung gebacken, Kassel 19. Jh. (Herzog; Gr. 1894 fehlerhaft); ''Appellaibchen'' ,ein bei Kindern sehr beliebtes Gebäck‘, ein ganzer Apfel wird mit Teig umhüllt und gebacken, Balhorn (Sl. 19019:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ärmelding''' ● in Hünfeld und Umgegend die beinahe ausschließliche Bezeichnung des Kamisols, welches Fremdwort dort unbekannt ist (Vil. 1868); ,blaue Jacke der Burschen‘, im Gegensatz zum Knöpfding, Schwalm (Pfs.1, 1889). ● Siehe ''Knöpfding''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Armen''' m. Sg. u. Pl. ● ''Armen'' ,Arm‘, Kassel (Gr. 1894), ''Oormen'' ,Arm‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Armetei''' f. ● ''Armedei'' ,armselige Hauswirtschaft, armseliges Gewerbe‘; so schon im 16. Jh. (Hans Sachs), früher auch anstrakt ‚Armut‘ (Vil. 1868). ''Armedei'' ,ärmliche Verhältnisse‘, Kassel (Gr. 1894), ''Oormedei'' ,armselige, elende Wirtschaft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Arschdarm''' ● ''Oorschdorm'' ,Mastdarm eines geschlachteten Stück Viehs‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Arschkippe''' f. ● ''Arschkibbe'' ,Gesäßtasche an der Hose‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Keipe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Arschkrotte''' f. ●  ''Oorschgrodde'' ,kleiner, unansehnlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''artlich''' ● ''-oordlech'', entspricht hochdt -''artig'', um Ähnlichkeit auszudrücken. ● ''Der Rähng äs schnaioordlech''. ,Der Regen ist schneeartig.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ase''' f. ● ,Balken oder Holzgestell im Rauchfang, an welches Speck und Würste zum Räuchern aufgehängt werden‘, in und bei Wetter (Vil. 1868). ● Vil. gibt nach Landau ein Liedchen wieder, das die Kinder in um Wetter zur Fastnacht singen, wenn sie mit hälzernen Spießen umherziehen und Speck und Würste oder dgl. erbetteln: ''Liebe, liebe Wasen / Steig se in de Asen, / Lang se me en Stück Speck armeslang, / Kann se’s nit geschneide, / Lang se me de ganze Seiten.'' Pfs. weist auf eine weitere Verbreitung des Wortes Ase hin, er habe das von Landau gebotene Lied in seiner Kindheit in Kassel gehört (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ast''' ● ,Ast; Buckel (als Gebrechen), Rücken‘, Kassel 20. Jh. ● ''Hä hot en Ast''. ,Er ist bucklig.‘ ''Nämm’s uffen Ast''. ,Nimm’s auf den Rücken.‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''asten''' ● ,schwer tragen, schwer arbeiten, sich abmühen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''atchen''' ● ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atel''' s. ● ''Adel'' ,Mistbrühe, Jauche‘, in ganz Hessen gebräuchlich, oft zusammengesetzt mit ''Sutte'' (Vil. 1868). Je nach Mundartbereich auch ''Arel'', ''Orel'' ausgesprochen. ● Siehe [[Das „Adel“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atelsutte''' f. ● ''Adelsutte'', ''Adelsotte'', ''Adelsette'', ''Aalsutte'' ,Mistbrühe, Jauche‘ (Vil. 1868); ''Adelsudde'' ,(Mist-)Jauche, schmutziges Wasser, schmutziges Seifenwasser‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Sutte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atzel''' f. ● ,Elster‘, vereinzelt östl. Hessen, Kassel um 1600 (Vil. 1868). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atzel''' f. ● ,zänkische Person‘ (Vil. 1868); ,griesgrämlicher, ärgerlicher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); ,leicht reizbarer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atzel''' f. ● ,(schlechte) Perücke‘, scherzhaft (Vil. 1868); ''Atzel'', ''Atzelbarricke'' ,Perücke‘, Kassel (Gr. 1894); ''Atzel'' ,Schopf, Perücke‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ●  ''Ech grick dech on der Atzel''. ,Ich pack’ dich (gleich) bei den Haaren.‘, Oberellenbach (Hm.) ● Ist offensichtlich ''Atzel'' ,Elster‘ in metaphorischer Verwendung für die im 18. Jh. getragenen kleinen enganliegenden weißen Perücken mit schwarzer Schleife im Zopf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atzel''' f. ● ,Raude, Hundekrankheit‘, östl. Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atzelbürste''' ● ''Atzelbärschde'' ,jähzorniger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''atzelig''' ● ''atzelich'' ,leicht reizbar, zänkisch‘ (Vil. 1868); dasselbe, Kassel 19., 20. Jh.(Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''atzeln''' ● ,necken‘ (Vil. 1868); „Verbum zu Atzel“, Kassel (Gr. 1894); ''sich atzeln'' ,sich streiten, mit Worten zanken‘ (Vil.), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auern''' ● ,laut jammern, wehklagen, weinerlich-klagend bitten (von kleinen Kindern)‘, in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868); ,unruhige Bewegungen machen‘, Kassel (Gr. 1894); ''zesammen auern'' ,unter vier Augen intensiv etwas besprechen (in redlicher und unredlicher Absicht)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Wendung ''ahler Auerjidde'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufbansen''' ● ''uffbansen'' ,aufhäufen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufdemmeln''' ● ''offdämmeln'' intrans. ,derb, plump auftreten‘, trans. ,durch Treten öffnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufdingen''' ● ''uffdingen'' ,als Lehrjungen in die Gilde aufnehmen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufgrutzen''' ● ''uffgrutzen'' ,(aus dem Magen) aufstoßen‘, Kassel (Gr. 1894), ''offgrotzen'' intr. ,aufstoßen‘ , Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Das sall emme noch iwwel uffgrutzen''. ,Das wird ihm noch übel bekommen.‘ Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufhenken''' ● ''uffhenken'' ,(etwas) aufhängen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufhuckeln''' ● ''uffhuggeln'' ,jem. oder sich selbst etwas aufladen, Beschwernis verursachen‘, Kassel 20. Jh.; ''offhoggeln'' ,auf den Rücken nehmen, namentlich kleine Kinder‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufhuppchen''' ● ''offhobbchen'' ,(ein Tier) veranlassen, den Fuß zu heben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufknuppern''' ● ''offgnübbern'' ,mit den Fingernägeln oder den Zähnen etwas nach einiger Mühe öffnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''uffknubbern'', dasselbe, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufkommen''' ● ''offkommen'' ,sich vom Boden erheben, von einer Krankheit genesen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufkrappeln''' ● ''sech offgrabbeln'' ,zum ersten Mal das Bett verlassen (von Genesenden)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe auch ''bekrappeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufkribbeln''' ● ''offgrewweln'' ,durch dauerndes Stochern etw. öffnen, z.B. ein Geschwür‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufkrullen''' ● ''uffkrullen'' ,die Haare aufkräuseln‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufläbbern''' ● ''uffläbbern'' ,hochpäppeln (kleines Kind ohne Mutter)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufliegen''' ● ''offlejjen'', nur in der Redensart ''Äs leit mä off''. ,Es liegt mir auf‘, d.h. ,Das tue ich nicht, ich lasse das bleiben.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufpassen''' ● ''uffbassen'' ,aufpassen‘, jem. ,auflauern’, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aufpässer''' m. ● ''Uffbässer'' ,Aufpasser, Aufseher‘, aber stets im ungüstigen Sinn, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufriffeln''' ● ''offreffeln'' ,das Maschenwerk von etw. Gestricktem lösen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''uffriffeln'', dasselbe, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Riffel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftruseln''' ● ''uffdruseln'' ,aufstöbern, nach langem Suchen etwas finden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1984). ● Siehe „truseln“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufsagen''' ● ''uffsahn'' ,kündigen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufschlubbern''' ● ''uffschlubbern'' ,aufschlabbern, geräuschvoll aufschlürfen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aufschnitter''' ● ''Offschnedder'' ,Aufschneider, Prahler‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Uffschnieder'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894) entspricht der hdt. Form ''Aufschneider''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufschnuffeln''' ● ''offschnüffeln'' ,nach großer Mühe etwas ausfindig machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufschnüffeln''' ● ''uffschniffeln'' ,etwas herausfinden‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufschuben''' ● ''offschüwen'' ,aufschieben‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Offschüwen äs färsch Beddschissen'' ,Aufschieben ist fürs Bettscheißen‘, d.h. ,unvorteilhaft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufsteigen''' ● ''offstijjen'' ,aufstehen, sich erheben, namentlich aus dem Bett; sich von einer Krankheit erholen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufstiefeln''' ● ''uffstiwweln'' ,jem. anstiften‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufstützig''' ● ,unwohl, unpäßlich‘, Niederhessen (Vil. 1868), ''offstetzich'' ,leicht erkrankt‘ (vom Vieh), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftappchen''' ● ''offdappchen'' ,derb, plump auftreten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftappen''' ● ''uffdabben'' ,fest auftreten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftribbeln''' ● ''offdrewweln'', ,durch dauerndes Drehen (zwischen Daumen und Zeigefinger) etw. in seine Teile zerlegen (z.B. einen Faden)‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''uffdriwweln'', Kassel 20. Jh., bedeutungsgleich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftrocknen''' ● ''uffdrockenen'' ,austrocknen, hinschwinden, einschrumpfen (was Säfte hat)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftrudeln''' ● ''offdrureln'' ,etw. auftreiben, mit großer Mühe auffinden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftruseln''' ● ''aufdruseln'' ,im Rinnstein (''Drusel'') etwas aufstöbern; unerwartet etwas auffinden‘, Kassel Pfs. 1886); ''uffdruseln'' ,unter schwierigen Umständen etw. finden, etw. aufstöbern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''truseln'', ''Trusel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftun''' ● ''offdunn'' ,öffnen; (eine Kopfbedeckung) aufsetzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufuzen''' ● ''uffuzen'' ,jem. etwas aufschwätzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aufwachs''' m. ● ''der jönge Offwoß'' ,die heranwachsende Jugend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufwäschen''' ● ''uffwäschen'' ,aufwaschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); hingegen ''offwöschen'' (= Entsprechung zu hochdt. ''aufwaschen''), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufwürgen''' ● ''offwärjen'' ,nach großer Anstrengung etw. öffnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aufzug''' m. ● ''Offzook'' ,Schuhlöffel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufzupfeln''' ● ''uffzubbeln'' ,aufzupfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''äugen''' ● ''sech eejen'' ,sich zeigen, umgehen (von Gespestern)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Augenstecher''' ● ''Libelle'', Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausätschen''' ● ''usähtschen'' etwa: ,jemanden lächerlich machen, dem Spott preisgeben‘, Kassel (Gr. 1894). ● Von der Interjektion ''ätsch!'' ,reingefallen, ausgetrickst!‘&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausdechseln''' ● ''ühsdässeln'' ,einem Schweinetrog, einer Mulde u. dgl. mit Hilfe der Dechsel die richtige Form geben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ausfahrt''' ● ,Frühling‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ausgeheckter''' m. ● ''en Ühsjehäggder'' ,ein durchtriebener, in allen Schlichen bewanderter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausglitschen''' ● ''usglitschen'' ,ausgleiten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''ühsglödschen'', Oberellenbach (Hm. 1926) ,ausgleiten, ausrutschen und hinfallen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausklugieren''' ● ''ühsglojieren'' ,ersinnen, erdenken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausknöcheln''' ● ''ühsgnecheln'' ,sämtliche Flüssigkeit aus einem Gegenstand entweichen lassen, austrocknen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auskraufen''' ● ''ühsgrüffen'' ,aus dem Ei auskriechen (von Vögeln)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausnäufeln''' ● ''ühsnefeln'' tr. ,etw. aus Schale herausnehmen (besonders Nüsse)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auspatschen''' ● ''ußbadschen'' (neben ''ußbaden'') ,etwas ausbaden‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auspitzen''' ● ''ühspitzen'' ,den Inhalt von etw. durch Pitzen völlig entfernen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausrücken''' ● ''ußriggen'' ,sich davonmachen‘, Kassel 20. Jh.; ''ühsreggen'' ,(ein Glied) ausrenken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausrütschen''' ● ''ußritschen'' ,ausrutschen’, Kassel (Gr. 1894), ''ühsrödschen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausschluddern''' ● ''ußschluddern'' ,mit kurzen Stößen etwas aus- oder abschütteln, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''außen''' ● ''ussen'', ''üssen'', siehe ''haußen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aussimulieren''' ● ''ühssimbelieren'' ,etw. erdenken, ersinnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausspeuzen''' ● ''ühsspidsen'' ,ausspucken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aussplissen''' ● ''ühssplissen'' intr. ,Knospen und Blätter treiben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''austappchen''' ● ''ühsdabbchen'' tr. ,unangenehme, schmutzige Arbeit verrichten., Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä muß alles ühsdabbchen''. ,Er muß alles ausbaden.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''austragen''' ● jemanden ''ühsdreejen'' ,nachteilige Äußerungen über jem. verbreiten, jem. verleumden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''austratschen''' ● ''ühsdraadschen'' ,etw. ausplaudern, an die große Glocke hängen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''austun''' ● ''ühsdunn'' ,ein Kleidungsstück ausziehen; Kartoffeln, Rüben u. dgl. ausgraben; eine Schuldforderung tilgen, im Schuldbuch streichen‘; ''sech ühsdunn'' ,sich entkleiden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausverschämt''' ● ''ühsverschämt'' ,unverschämt, besonders: unverschämte Forderungen, Ansprüche machend‘ , Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Auswart''' m. ● ''Auswart'' (''Auswärts, Auswert'') ,Frühling, Vorfrühling‘, früher ganz Hessen, jetzt nur noch im Amt Netra und im Amt Spangenberg, hier in der Form ''Ausfahrt'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auswatscheln''' ● ''ühswadscheln'' ,durch zu vieles Drehen ausweiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Auszöger''' ● ''Ühszeejer'' ,Auszüger; Bauer, der seinen Hof übergeben hat, Altenteiler‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''B.,''' siehe auch '''P.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Backsbeere''' f. ● ''Backsbeere'' ,gedörrte (gebackene) Birnen‘, auch ,getrocknete Äpfel, Zwetschen, Birnen‘, übertragen: ,kleines Gepäck, kleine Gerätschaften‘ (Vil. 1868); ''Baxbäre'' ,gebackene, gedörrte Birne, dann kleinere Menge‘, Kassel (Herzog 19. Jh.); ''Backsbere'' oder ''Hutzel'' (Pfs. 1886); ''Backsbeere'' ,Krembel, Kram, eine Partie von Waren, alten Gegenständen‘, ebd. (Gr. 1894); ''Baggebäre'', auch ''Baggsbäre'' ,wertloser Kram‘ (verächtlich), Oberellenbach (Hm 1926). ● ''Was kustet dann dann de ganze Baxbeere?'' Kassel (Gr. 1894). ● Siehe „Beere“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Backwerk''' ● ,Gebäck‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''baden''' ● ,baden‘, siehe auch ''verbaden''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''baf!''' ● ''baaf!'' Interjektion, das Geräusch eines mit großer Heftigkeit hingeworfenen Gegenstands nachahmend, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bafen''' ● ,hart zuschlagen, hart niederwerfen‘,ganz Althessen, neuerdings auch: ,Branntwein saufen‘ (Vil. 1868); ,mit großer Heftigkeit hinwerfen, die Tür zuschlagen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Wendung ''einen bafen'' (Vilm. 1868), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''änn bafen'', Oberellenbach (Hm. 1926) ,einen heben, zechen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bafian''' m. ● ''Bafejoon'' ,Grobian‘ , Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Balbier''' ● ''Ballewier'' ,Barbier, Friseur‘, Kassel (Gr. 1894). ● Scherzhaft umgeformt zu ''Ballewutz'', Kassel 20. Jh. ●  Zu der dissimilatorischen ''l''-Form von ''Balbier'' vgl. die hochdt. Redewendung ''über den Löffel balbieren''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Balbiersflügel''' ● ''Ballewierschfliechel'' ,Gitarre‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Balg''' ● ''Balch'' m. und n. ,Balg; ungezogenes Kind‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach, mask. (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Balken''' ● ''Balke'' m. ,Oberboden unterm Dach‘, in einigen Gebieten Niederhessens (Pfs. 1886); ''Balgen'' ,Balken; Boden, Speicher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''balláken''' ● ''balloogen'' ,Lärm machen, schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ballern''' ● ,dröhnen, donnern, dröhnend sprechen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ballewutz''' m. ● (Betonung auf der letzten Silbe) ,Friseur‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Balbier''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ballschlag''' m. ● Bezeichnung eines Ballspiels, Kassel (und andernorts) 19. Jh. (Pfs. 1886) ● Ein sog. ''Schenk'', dessen Amt wechselt, ''schenkt ein'', das heißt, er wirft den Ball mit möglichstem Geschick mäßig hoch, und der, der zum Schlagen an der Reihe ist, schlägt den Ball im Niederfallen mit dem ''Treiber'' aus der Luft. (Pfs.) ● Dasselbe Ballspiel, auch mit der Bezeichnung ''einschenken'', kennt Pfs. aus Darmstadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bambelhannes''' ● ,ein langsamer Mensch, der sich gern verspätet‘, Balhorn (Sl. 1901)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bambelmaul''' ● ''Bambelmull'' ,Hängelippe, Schmollmund; Person mit Schmollgesicht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''Maul''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bambeln''' ● ,schlaff herabhängen, herabhängen lassen, in schwankender Bewegung sein oder in dieselbe bringen‘ (Vil. 1868); ''bambeln'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (hier auch: ''baambeln'') ,baumeln, herabhängen, sich schaukelnd hin und her bewegen‘ (Hm. 1926). ● Früher Beleg: ''pampeln'', Frankenberg 1697 (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bändel''' m. ● ''Bengel'' ,der engere Vorsatz vorn an Hemd oder Kittel‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Bängel'' ,Garderobeband (Hemd, Kittel)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Einen am Bendel haben'' ,jem. am Narrenseil herumführen; jem. in Abhängigkeit halten, ihn mißbrauchen‘ (Sl.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bankrekel''' m. ● ''Bankrägel'' ,grober Mensch ohne Manieren‘, ursprünglich ,einer, der sich bei Tisch herumrekelt (''sich ragelt'')‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bannen''' ● ,Gewalt über jem. haben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Banschlauch''' m. ● ,Porree‘, Kassel, 20. Jh.. ●  Eigentlich ''Spanschlauch'' &amp;lt; ''Spansch Lauch'' (siehe ''Spanisch'' ''Lauch''); dissimilator. Verlust des ersten ''sch''-Lauts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Banschlauchbeutel''' ● ''Banschlauchbiedel'', Übername des Gärtners, Kassel 20. Jh. (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Banschrohrstock''' ● ,Stock aus Spanisch Rohr‘, Kassel, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Banschröhrchen''' ● ''Banschrehrchen'' ,Stöckchen aus Spanisch Rohr‘, Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Banse''' [f.] ● ,Nebenraum der Scheune‘ Kassel (Gr. 1894, S. 43).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bansen''' ● ,Heu, getrockneten Klee, Getreide in Garben, Strohgebunde auf den Scheunenboden (die Bühne) zusammendrängen‘, auch metaphorisch, etwa: ''den Ranzen vollbansen'' (Vil. 1868); ,mühsam Gegenstände aufschichten, auftürmen‘, Kassel (Gr. 1894); ,Getreide, Stroh u. dgl. aufschichten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bansen''' m. ● ,Haufe, zumal von Getreidegarben, Strohgebunden oder Holz, besonders wenn die Garben, Hozscheite usw. aufgeschichtet sind‘, vereinzelt vorkommend (Vil. 1868); ,aufgeschichteter Haufen von Garben; Menge, große Anzahl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● (Undurchsichtige) Redensart: ''Hobben un Bansen hon'' ,in Hülle und Fülle haben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bappelmaul''' ● ''Babbelmull'' ,Schwätzer, Plaudertasche‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''Maul''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bappelwasser''' ● ''Babbelwasser'' ,Schnaps‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bappeln''' ● ''babbeln'' ,ausdauernd schwatzen‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,fortgesetzt schwatzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''barbarisch''' ● ''barwarsch'' Adj. und Adv. ,stark, groß, bedeutend, mächtig‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bare''' f. ● ,Milchtopf (weit und niedrig), in welchem die Milch zum Gerinnen geschüttet wird‘, nördl. Niederhessen (Vil. 1868); ,Milchschüssel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bärenzucker''' ● ,Lakritz‘, zumal Kndern gegenüber, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bärendreck''' ● ,Lakritz‘, Kassel (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''barfuß''' ● ''barwes'' ,barfuß‘, Kassel (Gr. 1894), ''borwest'' ,barfuß (Adv.); ohne etwas dazu (Adj.)‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● ''Barwes gehn'' ,sehr arm sein, am Bettelstab gehen‘, Kassel (Gr. 1894). ''Mä ässen borwesde Gordüffeln''. ,Wir essen lediglich Kartoffeln, ohne etwas dazu.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Barfußpatsch''' m. ● ''Borwesdbadsch'' ,Kind, welches barfuß läuft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bärgel''' m. ● ''Bärgel, Börgel'' ,verschnittenes männliches Schwein‘, Hessen, besonders Niederhessen (Vil. 1868); ''Bärjel'' ,verschnittenes männliches Schwein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bartschrapper''' ● ,Barbierer‘, verächtlich (Vil. 1868); ''Bartschrabber'' ,Friseur‘, humoristisch, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''baselig''' ● ,zerstreut, ohne Überlegung‘, in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868). ● Siehe ''verbaseln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''baspeln''' ● ''basbeln'' tr. ,ein Kleidungsstück umsäumen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von hdt. ''Paspel'' ,Zierstreifen, farbiger Vorstoß an Kanten und Nähten, Biese‘ &amp;lt; franz. ''passepoil''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bate''' f. ● ''Bade'' ,Nutzen, Vorteil, Hilfe‘, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Bade'' ,Zuwendung, Hilfe‘, Kassel 19. Jh., ''Badde'' ,Summe Geld‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Redensarten: ''alle Bade hilft'' (Vil. 1868), Kassel  (Jonas, 19. Jh.), ''’ne hebsche Badde'' ,eine beträchtliche Summe Geldes‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Unbaten''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Batsch''' m. ● ,kotiges, nasses Wetter‘ (Vil. 1868); ,durch Regen oder Schnee aufgeweichter Straßendreck‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Batsche, batsche...''' ● ''Badsche-badsche-Kiechelchen'' ,Batsche, batsche, Küchelchen‘, Aufforderung an den Säugling, in die Hände zu schlagen, Kassel (Gr. 1894). ● ''Kiechelchen'' ,kleiner Kuchen‘; die Aufforderung entspricht also dem bekannten ''Backe, backe Kuchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Batschehändchen''' ● ,Hand, Hände kleiner Kinder‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''batschen''', '''bätschen''' ● ''bätschen'', wie hd. ,patschen‘, ,im Wasser mit den Händen, im Kot und schmelzenden Schnee mit den Füßen sich bewegen‘ (Vil. 1868); ''batschen'', ''betschen'', wie Vil. (Pfs. 1886); ''badschen'' ,patschen, plump einherschreiten, durch dick und dünn gehen‘, Kassel (Gr. 1894), ''batschen'' ,schwerfällig auftretend durch Feuchtes, Schlammiges gehen; mit der Hand woraufschlagen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Batschen''' ● f. Plur., ,die immer mehr ausdem Brauch komenden Hausschuhe, die aus zerschnittenen Salbenden geflochten sind‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Badschen'' Sing. ,plumper wollener Schuh‘, Kassel (Gr. 1894), Plur. ,Hände der kleinen Kinder‘, Kassel (Bennecke 1904); m. ,grober, weicher Hausschuh‘, Kassel 20. Jh. ● Dim. ''Bätscherchen'' Plur. ,Hände der kleinen Kinder‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Batschwetter''' ● ,Schlackwetter, halb Schnee, halb Regen‘ (Vil. 1868), schneeiges, regnerisches Wetter, das Batsch auf der Straße bildet‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bauchbläsig''' ● ''büchbleesich'' ,schweren Atem und Husten habend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bauerei''' ● ''Burei'' ,Bauernwirtschaft, Bauerngut‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bauersklunder''' ● ''Buhrschglunner'' ,Bauerntrampel, derbe Frauensperson ohne Manieren‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Klunder''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bauerswerk''' ● ''Buhrschwärk'' ,Bauerngut‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bausch''' m. ● ''Busch'' ,Gebund Stroh‘, Knüllgegend (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''baxen''' ● ''(sich) bagsen'' ,(sich) boxen‘, verstreutes Vorkommen, Kassel (Pfs. 1886); ''baxen'' ,boxen‘, auch: ,saufen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Nach Pfs. galt in seiner Kindheit in Kassel Boxen und Treten beim Ringkampf als unehrenhaft. Er bedauert, daß man sich statt des einheimischen Wortes des englischen ''box'' bedient.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Baxer''' ● ,einer, der viel trinkt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Baxhorn''' ● ,ein Rehhörnchen als Waffe der Schuljungen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bebern''' ● ''bäwern'' ,beben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bedappeln''' ● ,begreifen, einsehen, verstehen‘, allgemein üblich, meist im Scherz, aber nicht selten auch ernsthaft gebraucht (Vil. 1868); ''bedabbeln'' ,begreifen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bedumpfen''' Adj. ● ''bedumpe, bedompe'' ,dumpfig (Häuser, Zimmer), dumpf im Kopf, beginnende Engbrüstigkeit‘ (Vil. 1868); ''bedumben'' ,dumpf‘ , von Luft und Atmung, Kassel (Gr. 1894), ''bedömben'' ,dumpf, beklommen, schwül‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Bedömbene Loft'' ,schwüle Luft‘, ''bedömbenes Kobbwih'' ,dumpfer Kopfschmerz‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beed''' ● scheinbar nur in der Redewendung ''beed nähmen'' ,gefangen nehmen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Beere''' f. ● ''Beere'' ,Beere‘, Kassel (Gr. 1894), ''Bäre'' ,Beere‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Beere''' f. ● ''Bire'' (auch ''Bere'') ,Birne‘, in Hessen die einzig gebräuchliche Form, ''Birne'' bis vor nicht allzu langer Zeit unverstanden (Vil. 1868); ''Beere'', Kassel (Gr. 1894), ''Bodderbeeren'' ,Butterbirnen‘, Kassel (Gr. 1894), ''Baxbäre'' ,Backsbeere‘, Kassel (Herzog 19. Jh.); ''Bäre'' ,Birne‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''begacken''' ● ''sich begaggen'' ,sich bekacken, d.h. Bedenken tragen, Einwände machen‘, ironisch, wie umgangssprachl. ,sich in die Hose machen‘, Kassel (Gr. 1894), dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Begebenheit''' ● ''Begäwenheet'' ,Aufbauschung, Wichtigmachen einer Sache‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''begímmening''' Adj. ● ''begimmenink'' ,gierig, unersättlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beglissen''' ● nur in der Redensart ''Owen beglessen, öngen beschessen'' ,oben beglissen, unten beschissen‘, d.h. ,nach außen hin trägt er Reichtum zur Schau, während er in Wirklichkeit ein armer Teufel ist‘ , Oberellenbach (Hm. 1926).● Vgl. hochdt. ''gleißen'' ,strahlen, scheinen, glänzen‘; ''beglissen'' also etwa ,(vom Glück) bestrahlt‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''begrasen''' ● ''sech begrasen'' ,tüchtig zugreifen, wo etwas billig oder umsonst zu haben ist‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''begrußen''' ● jem. zu etw. ''begrußen'' ,an jem. eine Aufforderung oder Einladung richten, die für ihn eine Ehrung bedeutet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''behaltisch''' ● ''behaalsch'' ,leicht etw. im Gedächtnis behaltend‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● ''Hä hot en bahaalschen Kopp''. ,Er hat ein gutes Gedächtnis.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beheben''' Adj. ● ''beheewen'' ,von sanftem Wesen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''behen''' ● ''bähen'' ,Stöcke im heißen Backofen rösten, so daß sich die Rinde ablöst und das dann mit Öl eingeriebene Holz braun färbt‘, östl. Hessen (Vil. 1868); Aussprache: ''behe(n)'' ,Erweichen harter Geschwulste durch heiße Aufschläge‘, Umgebung von Kassel (Pfs. 1886). ● Vgl. mhd. ''bæhen'' ,durch Überschläge erwärmen‘; mhd. ''æ'' (= langes ''ä'') wurde nhd. zu langem geschlossenen ''e''; Vil. folgt mit ''bähen'' also der mhd. Schreibweise, nicht der nhd. bzw. mundartlichen Aussprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''behöhnen''' ● ''behehnen'' ,verspotten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beibeln''' ● ''beiweln'' ,fortgesetzt mit hoher piepsender Stimme unnützes Zeug reden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Beilen''' n. ● ''Billen'' ,Beil mit breiter Schneide, Werkzeug des Schreiners und Metzgers‘, Oberellenbach (Hm. 1926): sonst in Niederhess. ''Bill'' ,Beil‘ ● Vorform von ''Billen'' sicherlich  ''*bîlin'' n., von nicht belegtem mhd. ''*bîlîn'' ,Beilchen‘, zu mhd. ''bîl'' &amp;lt; ''bihel'' ,Beil‘, Ableitung durch Verkleinerungssuffix ''–în''; vgl. Bildung von ''Düppen'' (''Tüpfen'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Beißen un Mehlen''' ● ,Beete und Melden‘, ,frühester Schnittkohl‘ (Gericht), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beißig''' ● ''bissech'' ,von beißendem Geschmack‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beitun''' ● ''sich beituen'', in der niederhess. Wendung ,due dich bi‘ ,mach dich klein und bescheiden‘ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bekennt''' ● ,bekannt‘; ''Bekennte'' ,Bekannte‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bekenntlich''' ,bekannt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Nur in Redewendungen wie ''hä kemmt mä bekänntlich vähr'', sonst: ''bekaant'' , Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beklicken''' ● ''begliggen'' ,beklecksen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bekomeln''' ● ''sich bekomeln'' ,wieder in die Reihe kommen‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bekrappeln''' ● ''sich bekrabbeln'' ,sich von etwas halbwegs erholen, einigermaßen wieder auf die Beine kommen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''belfern''' ● ,mattes, unentschiedenes, halb winselndes Bellen, zumal junger Hunde‘, Niederhessen, Kasseler Gegend (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beluchsen''' ● ,jem. übel mitspielen‘; ''sech beluchsen'' ,sich selbst einen Streich spielen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beniesten''' ● ''beniesden'' ,beniesen‘, d.h. ,durch Niesen die Wahrheit einer Aussage bestätigen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''benschen''' ● intr. ,mit großer Emsigkeit kleinere Arbeiten verrichten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ber''' m. ● ,Eber‘, nördl. niederhess. Mundartgebiet, bis Homberg (Vil. 1868); ''Beer'' ,Zuchteber‘, gebrächlicher ist ''Watz'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bereis''' m. ● ''Berees'' (Betonung auf der 2. Silbe) ,Kram; Wichtigtuerei, Übertreibung‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Der ganze Berees'' ,der ganze Kram, Bettel‘. ''Hä macht äwer en Berees dervonne''. ,Er übertreibt die Sache‘. Oberellenbach (Hm. 1926).  ● Vgl. ''Bereitschaft'', ''Hofreise''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bereitschaft''' f. ● ''Bereedschaft'' ,Gerätschaft, eine Anzahl zusammengehöriger Gegenstände (meist iron.); Wichtigtuerei, Übertreibung‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bei ''Bereis'' und ''Bereit-schaft'' ist es offensichtlich zur Vermischung zweier Wörter bzw. Wortstämme gekommen (vgl. ''Hofreite'' – ''Hofreise''): 1) ''reit''- ,bereiten‘; 2) ''reis''- ,steigen usw.‘, vgl. mhd. ''rîsen'', Imperf. ''reis''/''risen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bernen''' ● ''bernen (birnen)'' ,brennen‘, die in Althessen übliche Normalform, doch vor allem vom Ofenfeuer gebraucht, sonst (z.B. bei Krankheitszuständen) ''brennen'' (Vil. 1868); ''brennen'' intrans. ,brennen‘, Niederhessen (Pfs. 1886); „ältere, jetzt fast ausgestorbene Form für ''brennen''“, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''birne'', ''barn'', ''gebornen'', diese Formen sind im Schwinden begriffen; keine Metathese (r-Umstellung) beim Transitiv; Stammformen: ''brenne'', ''brannde'', ''gebrannt'' (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bernnessel''' ,Brennessel‘. ''Wille Bernnessel'' ,wilde Bernnessel, Taubnessel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''bernen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''besaibeln''' ● ''beseiweln'' tr. ,betrügen, übers Ohr hauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beschlabbern''' ● 1) ,durch viele Worte überreden‘, 2) ,zu früh über eine Sache sprechen und diese damit gefährden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beschnatern''' ● ''beschnoodern'' ,durch Hersagen eines Zauberspruches jem. Unheil antun‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von mhd. ''snateren'' ,schnattern, schwatzen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Besse''' ● '',Ich muß‘, sprach die Braut von Besse.'' Hierzu siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Besserung''' ● ''Besseringe'' ,der bessere Teil eines Ganzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ●  ''Hä hot de Besseringe wäck''. ,Er hat die Besserung weg, er hat das Beste davon an sich genommen.‘ (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''bezzerunge'' ,Besserung, Entschädigung, Buße; Vorteil‘, niederhess. 16. Jh.: ''Besserung'' ,Gewinn, Ertrag (z.B. eines Ackers)‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betätscht''' ● ''bedätscht'' ,geistig minderbemittelt, beschränkt‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''tätschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betruddeln''' ● ''sich bedruddeln'' ,sich lächerlich machen, jemanden hofieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betrüpfelt''' ● ''bedribbelt'' ,niedergeschlagen‘, eigentlich ,betröpfelt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bett''' ● ''Bedd'', Pl. ''Bedder'', Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bettspanne''' ● ,Bett, Bettgestell‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bettwerk''' n. ● ,Bettzeug, Ober- und Unterbett‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bettzieche''' f. ● ,Bettüberzug‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Zieche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betuppchen''' ● ''bedobbchen'' ,bezahlen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betuppen''' ● ''bedubben'' ,jem. betupfen, d.h. betrügen, übervorteilen (beim Verrechnen)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Betzel''' f. ● ,Mütze‘, in ganz Althessen der gewöhnliche Ausdruck für Kopfbedeckungen von Männern und Frauen (Vil. 1868); ,weiche Mütze, Kappe‘, wenn sie sich ohne Schaden ganz klein zusammenpressen läßt, Kassel (Gr. 1894); ,Haube, Mütze‘, früher allgemeine Bezeichnung der männlichen und weiblichen Kopfbedeckung‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Strumpfbetzel'', ''Ziehbetzel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betzeln''' ● ''sich batzeln'' (''bätzeln'') ,sich streiten, zanken, bis nahe an Tätlichkeiten‘, Althessen, außer niederdt. Bereich (Vil. 1868); ''sech betzeln'' ,Wortwechsel haben‘, Kassel (Gr. 1894), ,sich streiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betzeln''' tr. ● ,mit Betzel versehen‘; am Hochzeitsmontag wurde zu Zeiten der Tracht die junge Frau ''gebetzelt'', d.h. der Kranz wurde ihr abgenommen und die ''Betzel'', das Wahrzeichen der Frau, wurde ihr aufgesetzt, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beutelig''' ● ''biddelich'' ,Beutel bildend (in Bezug auf schlecht sitzende, zu weite Kleider)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bewaberung''' ● Redewendung ''in der Bewawerunge sin'' ,in der Entstehung, im Vorhaben sein‘, Kassel (Gr. 1894); ''Bewaberung'' ,Bewegung‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''He eß alseweg in Bewaberunge.'' (Sl.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bibbelhuhn''' ● ,Huhn‘, kindersprachl., Kassel 19., 20. Jh., ''dummes Bibbelhuhn'' ,dumme Frauensperson‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bibberelse''' ● ,Frauensperson, die bald über dies, bald über jenes Übel klagt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bibberig''' ● ''bibberich'' ,verweichlicht, furchtsam‘, Kassel (Gr. 1894), schwächlich, empfindlich gegen Kälte‘, Kassel (Jonas 19. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bickel''' m. ● ,Spitzhacke‘, Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bickelfest''' ● ''bickelfest schlafen'' ,ungewöhnlich fest schlafen‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bickelhart''' ● bezeichnet gewisse Arten von Härte, z.B. hartgefrorenen Boden, durchgetrockneten Zement (Vil. 1868); ''beggelhorde'' ,ungewöhnlich hart‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''’s äs beggelhorde jefroren''. ,Es ist ungewönlich hart gefroren.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bickelstein''' ● ,behauener Quader‘, in Redensarten, bezeichnet evtl. auch den Abfall, der beim Behauen der Quader entsteht (Vil. 1868). ● ''Äs friert Biggelsteenge''. ,Es friert Bickelstein, d.h. ungewöhnlich hart.‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''bickelstein'' ,Würfel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bicken''' ● ''beggen'' ,in kleine Stücke zerhacken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Biele''' f. ● ,Ente‘, im inneren und nördlichen Hessen die gewöhnliche Bezeichnung, auch komponiert ''Bielentchen'', bisweilen ''Bieler'' ,Enterich‘, ''Biele'' auch Lockruf (Vil. 1868); ''Biele Biele!'' ,Lockruf für die Enten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bien''' m. ● ,Bienenschwarm, Bienenstock‘, Schwalm (Vil. 1868); ''Bänn'' ,Bienenschwarm‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Biene''' f. ● ''Bähne'', Kassel (Gr. 1894); ''Bänn'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bienenraße''' f. ● ''Bennroße'' ,Bienenwabe‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''râze'' ,Honigwabe‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Billen''' n. ● ,einfacher Kuchen in Hufeisenform, aus Weizenmehl und etwa mit Rosinen darin‘, in niederhess. Gegenden, z.B. bei Melsungen (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bimbelgicht''' f. ● ''Bimbelgicht'', Kassel (Gr. 1894), ''Bembeljecht'' ,Ungeduld, Verlieren der Fassung‘, scherzhaft, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Do grecht me wohl de Bembeljecht''. ,Da fährt man doch aus der Haut.‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ● Nach Gr. gleichbedeutend mit ''Gänseläuse''; siehe das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bimbeln''' ● ,läuten‘, abschätzig, Kassel (Gr. 1894); ,eintönig in hellem Ton klingen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bindseil''' ●  ,Bindfaden‘, üblich, die Bezeichnung ''Bindfaden'' ist völlig ungebräuchlich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''birnen''' ● ,wallen, sprudeln‘, Balhorn (Sl. 1901)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bispeln''' ● Siehe ''pispeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bitzeln''' ● Siehe ''pitzeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bitzen''' ● Siehe ''pitzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blaatsche''' f. ● ''Blöhdsche'' ,angestochene Zwetsche, die grün bleibt und keinen Kern enthält, aber bedeutend größer ist als die normale Zwetsche‘, Oberellenbach (Hm. 1926); Pl. ''Blöhdschen'' ,große Füße‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blacken''' m. ● ,Lappen, Flicken; Fleck, Schmutzstelle an Kleidungsstücken‘, Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blaff''' m. ● ,Augenstarre, das Gaffen‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''den Blaff krichen'' ,gaffen, Maulaffen feilhalten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blaffen''' ● ,gaffen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bläffen''' ● ''bleffen'' ,verblüffen, erschrecken‘, ganz Althessen (Vil. 1868); ''bläffen'', ''verbläffen'' ,verblüfft machen, einschüchtern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blähen''' ● ''bleewen'' ,blähen, Blähungen haben (Kuh)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''blæwen'' ,blähen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blarr''' m. ● eigentlich ,Starblindheit‘, so aber kaum noch üblich, desto gebräuchlicher in Redensarten (Vil. 1868). ● ''den Blarr kriegen'', ''den Blarr haben'' ,vor Verwunderung starr und stumm stehen‘ (Vil. (1868); ''den Blärr'' (''Blarr'') ''krichen'' ,Mund und Nase aufsperren‘, Kassel (Gr. 1894), ''den Blarr krichen'' ,vor Verwunderung oder Schrecken erstarren und Mund und Nase aufsprerren‘, Kassel 20. Jh. ''Ech honn en Blärr (sic) grecht'' ,ich war starr vor Staunen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blärr''' m. ● ,plärrendes Geschrei‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blarren''' ● ,etwas vor Verwunderung oder Schrecken mit stillstehenden Augen anstarren‘, hin und wieder gebräuchlich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blärren''' ● ''blarren'', üblicher als ''blärren'', ''blerren'' ,einen unartikulierten lauten, rauhen Ton von sich geben (von Menschen, weniger von Tieren, am meisten von jungen Kälbern); weinen (von ungezogegen Kindern)‘ (Vil. 1868); ''blärren'' ,plärren, schreien, kreischen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''blärren'' ,blöken; blökend schreien, schreien (von kleinen Kindern), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blärrwanst''' m. ● ,Kind, das viel schreit‘,  20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blasenkopf''' ● ,Hohlkopf; einer der großtut und sich brüstet‘ (Vil. 1868); ''Blosenkopp'' ,Dummkopf‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blasrohr''' ● ''Blosrohr'' ,Dummkopf , Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blästern, bläsern''' ● ''sech bleesdern'', auch: ''sech bleesern'' ,Blasen werfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blaten''' ● ,die Außenblätter der heranwachsenden Kohlpflanzen zur Viehfütterung ablesen‘ (Vil 1868); ''abblaaden'' ,abblättern‘, Kassel (Gr. 1894); ''blooren'' ,die Blätter der Runkelrüben als Viehfutter abpflücken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blatsch, Blatz''' m. ● ''Blatz'' ,Knall, besonders Peitschenknall‘ (Vil. 1868); ''Blatsch'' ,platschendes, klatschendes Geräusch‘, Kassel 20. Jh. ● Vgl. die Wechselformen ''Blutz'', ''Blutsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blätsch''' m. ● ''Bletsch'' ,leichtes Schlagen, zumal der Kinder‘, Niederhessen (Pfs. 1886);  ''Blätsch'' ,Ohrfeige, Schlag‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blätschbreit''' ● ''blädschbreet'' ,breit, wie mit einem schweren Gegenstand zusammengeschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blätschen''' ●  ''pletschen'', ''plätschen'' ,Geräusch von niederfallendem Regen bezeichnend oder von Wasser, in dem hantiert wird; breitdrücken‘ (Vil. 1868); ''bletschen'' ,einen leichten Schlag geben, besonders den Kindern‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''blädschen'' tr. ,klatschend schlagen, breitschlagen‘, auch ,ohrfeigen‘, intr. ,klatschend aufschlagen‘ (auch Regen auf die Erde), Kassel 20. Jh.; ''blädschen'' ,mit klatschendem Gräusch niederfallen (z.B. Regen); klatschend schlagen, breitschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blatt''' ● ''Bladd'', Pl. ''Bläder'', Kassel 19. Jh. (Jonas); ''Blood'', Pl. ''Bleeder'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blau''' ● ''blau'', Kassel; ''bloh'', Oberellenbach. ● ''De Finger blau machen'' ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894). ''Nu kannsde bloh jepiffen''. ,Nun kannst du blau pfeifen.‘ Redensart, mit der man ausdrückt, daß ein Wunsch oder eine Absicht nicht zu verwirklichen ist. Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Blümchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blaue''' f. ● ''Bluche'' ,Keile, Hiebe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blauel, Bleuel''' m. ● ,Schlagbrett‘; Vil. unterscheidet ''Flachsblauel'' zur Flachsbearbeitung nach dem Brechen, ''Garn''- und ''Waschblauel'' (Vil. 1868); ''Blöiwel'' ,Werkzeug zum Schlagen des Flachses‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blauen, bleuen''' ● ,schlagen‘; nur in Bezug auf Flachs-, Garn- und Wäscheschlagen mittels eines ''Blauels'' (Vil. 1868); ''blöiwen'' ,Flachs schlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''bluchen'' (u kurz) ,schlagen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blaulappen''' ● Redenwendung: ''Äs blaulabbet sech'' ,die Wolken teilen sich, der blaue Himmel kommt stellenweise zum Vorschein‘, Kassel (Gr. 1894); ''der Himmel blohlabbt sech'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blaxbüchse''' ● Kinderspielzeug: aus Lehm geknetete Büchse mit Steinstöpsel zum An-die-Wand-werfen; Holzzylinder mit Korkverschluß, auch gefüllter Schlüssel; Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blaxe''' f. ● Kinderspielzeug: ausgehöhltes Holunderstück, aus der Wergstopfen durch Druck verschossen werden; Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blaxen''' ● ''blecksen'' ,schießen, Kasseler Gegend‘ (Pfs.1, 1889); ''blaxen'' ,knallen, mit der Blaxbüchse (Schlüsselbüchse) oder einem Kleingewehr schießen‘, Kassel (Gr. 1894); ''blaxen'' ,mit der Blaxe spielen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blecken''' ● ,hohnlächeln, boshaft lachen‘, Schwalm (Vil. 1868). ● Nur in der Wendung ''de Zönge rüßbleggen'' ,die Zunge herausstrecken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bleifeder''' ● ''Bleifedder'' ,Bleistift‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bleischen''' ● ,zerstreuen‘, z.B. Stroh oder gemähtes Gras, damit es dürre wird, Niederhessen, allg. üblich (Vil. 1868); ''bleeschen'' ,Getreidehalme, Stroh und dgl. infolge nachlässiger Behandlung umherstreuen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''verbleischen'' ‚etwas so zerstreuen, daß es sich nicht wieder zusammenbringen läßt‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bleß''' m., '''Bleßkopf''' ● ''Bläß'', ''Bläßkopp'' ,Kuh mit weißem Flecken auf der Stirn; Dummkopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bletzen''' ● ,flüchtiges, anderen unangenehmes Hin-und-her-Rennen im Hause, von Zimmer zu Zimmer‘, Kasseler Gegend (Pfs. 1886); ,häufig die Tür auf- und zumachen, sie zuschlagen‘, Kassel (Gr. 1894); ''pletzen'' ,die Tür oder auch das Fenster öfters und heftig in andern belästigender Weise zuschlagen‘, Balhorn (Sl. 10901). ● Vielleicht Wechselform zu ''blätschen''. Sl. vermutet darin ein entrundetes ''plötzen'', Faktitiv zu dem anderwärts vorkommenden ''plotzen'' ,hart aufschlagen‘, weist hin auf ''Plotz'', ''Blutz''. Pfs. erwägt ''bletzen'', altes Trabsitiv zu ''blitzen'', oder Zusammenhang mit ''platzen'', ''blatzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blind''' ● ''blenk'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Besser schaal wie blenk'' ,besser scheel als blind‘, d.h., ,besser weniger als gar nichts‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blindschleife''' f. ● ''Blindschleife'', ,Blindschleiche‘, übertragen: ,Bratwurst‘, Kassel (Gr. 1894); ''Blängschleefe'' ,Blindschleiche‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Blindschleife'' ist keine Verballhornung von hdt. ''Blindschleiche'', vgl. mhd. ''slîfen'', ''sleif'', ''gesliffen'' ,gleiten‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blinzen''' ● ,blinzeln, zwinkern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blinzening''' Adj. ● ''blinzening'', selten ''blinzeling'' ,mit zugekniffenen Augen, blindlings‘, allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''blenzenink'' ,mit geschlossenen Augen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blinzer''' ● ,jem., der dauernd zwinkert‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blispern''' ● ''blispern'' ,leise reden‘ (Pfs. 1886); ''blisbern'' ,flüstern‘, Kassel (Gr. 1894); ''blispern'' ,flüstern, leise reden‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blöde''' ● ''bleere'' ,schüchtern, furchtsam‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bloßtun''' ● Wendung ''sech wos bloßdunn'' ,sich etw. anmerken lassen, was verborgen bleiben sollte‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bluddern''' ● ,durch stoßweise Erschütterung von Luft, Wasser, Sand  enstehender Laut‘ (Vil. 1868); ''blorrern'' intr. ,durch kurze Stöße etw. in Bewegung versetzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Der Wend blorrert''. ,Der Wind weht stoßweise.‘ ''De Hinner blorrern im Saane''. ,Die Hühner bluddern (baden) im Sand.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blümchen blau''' ● ''Da gehts blümchen blau'' ,herrlich und in Freuden, unbesorgt um den eigentlich zu großen Aufwand, unbekümmert um eine vielleicht bedenkliche Zukunft‘, sehr übliche hessische Redensart (Vil. 1868); ''Bei uns gedd’s ,Blimmchen bloh‘''. ,Bei uns geht es ,Blümchen blau‘, d.h. ,wir leben herrlich und in Freuden.‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ''Bliemchen blau un Pännchen fett'' ,Wohlleben, Prassen‘, Kassel 20. Jh.; siehe ''Pfännchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blummen''' Pl. ● ,Flaum(schmalz)‘, Kassel (Gr. 1894), ,Flomen, Bauch- und Nierenfett der Schweine‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blunze''' f. ● ,bunte Troddel als Schmuck der Betzel‘, übertragen: ,aus Band gemachte Schleife‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blunze''' f. ● ,Geld‘; meist nur im Plur. (Vil. 1868); ''Blunse'', Kassel, dasselbe (Herzog 19. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blut''' f. ● ,Blüte, das Blühen allgemein‘ (nicht die einzelne Blüte), ganz Hessen, besonders östl. Hessen, Ziegenhain (Vil. 1868); ,die Blüte als Gesamtheit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bluterig''' ● ''bluderich'' ,blutig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blutigel''' ● ''Bludijel'' ,Blutegel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blutt''' ● ,federlos, jung‘ (Vil. 1868). ● In Kassel scheinbar nur in der Wendung ''hä es noch en bludder Junge'' (Gr. 1894). ● Bei Großenritte liegen nebeneinander zwei Hügel, der eine, bewaldete, heißt Holzbürgel, der andere, unbewaldete, der ''blotte Bürgel''. (Vil. 1868). ● Vgl. mhd. ''blut'' ,nackt, bloß‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blutz, Blutsch''' m. ● ''Blutz'' ,Fall, besonders starker Fall‘ (Vil. 1868); ''Blutsch'' ,platschendes Geräusch‘, nicht so hell oder knallend wie ein ''Blatsch'', ,Fall mit dumpfem Klatschlaut‘, Kassel (Gr. 1894); ''Plotz'' ,Schlag, Knall‘, schallnachahmend, Balhorn (Sl. 1901); ''Blotz'' ,Fall eines schweren Körpers‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blutzen, blutschen''' ● ''blutzen'', seltener ''blotzen'' ,hart und schwer auffallen, zu Boden fallen‘, überall gebräuchlich (Vil. 1868); ''blutschen'', ''hinblutschen'' ,(hin)fallen‘, Kassel (Gr. 1894); ''blotzen'' tr. ,jem. prügeln, durchhauen‘; intr. ,schwer hinfallen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blutzen''' ● ,stark, auch viel rauchend, dabei viel Dampf erzeugend‘ (Vil. 1868); intrans. ,stark rauchen, dabei dicke Rauschwolken ausstoßend‘, Kassel (Gr. 1894), ''blotzen'' ,rauchen‘, Oberelllenbach (Hm. 1926). ● Trans. in der Wendung ''eine blutzen'' ,eine (Zigarette) rauchen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blutzer''' m. ● ,Raucher, starker Raucher‘ (Vil. 1868), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blutzer, Blützer''' m. ● ''Blutzer'' ,kurz uund dicke gewachsener Mensch (Vil. 1868); ''Blutzer'' ,gedrungene Gestalt, dickes Kind‘, Kassel (Gr. 1894); ''Bletzer'' ,dicker und kurzer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bock''' ● ''Es kimmet emme wie ’m Bogge de Milch''. ,Es kommt ihm wie dem Bock die Milch, d.h. er begreift ganz langsam (oder gar nicht).‘ Kassel, 20. Jh., entsprechend Oberellenbach (Hm. 1926). ''Däm kannsde ö färmachen, der Bock hätt eenge'' … ,Dem kannst du auch vormachen, der Bock hätte eine …(zu ergänzen: Vulva)‘, d.h. ,dem kannst du ein X für ein U vormachen.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bocken''' ● ,laut, ungestüm, unziemend rufen, brüllen‘ (von Rindvieh und Mensch), in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''böckisch''' ● ''beggsch'' ,nach dem Bock verlangend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bofist''' m. ● ''Bófist'' ,kleiner Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ist offenbar scherzhafte Erweiterung von ''Fist'': Übertragung des Pilznamens ''Bovist'' (richtig ausgesprochen: ''Bófist''), der auf mhd. ''vâhenvist'' ,Füchsinnenfürzchen‘ zurückgeht (&amp;gt; ''*Foh(n)fist'' &amp;gt; ''Bofist'', dissimilator. Änderung des Anlauts). ● Siehe ''Fist'' und [[Der „Fist“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''böken''' ● ''beegen'' ,laut rufen, schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''bocken''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bolganke''' f. ● ,ein Wust von Haaren im Nacken (in der ''Anke''). „Das Wort ist meines Wissen noch nicht gebucht.“ Balhorn (Sl. 1901); ''Polka-Anke'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bölken''' ● ,laut und grob rufen, ungeschlacht schreien‘, in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868); ''belken'' (mit Verweis auf ''ballern''): ,überlaut sprechen, rufen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bollchen''' ● Pl. ''Bollerchen'' ,Bonbon‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Borde''' f. ● (''o'' lang) ,bäuerliche Hofstelle, Hofreite‘, früher in Besse und wohl anderen Dörfern am Odenberg (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Borläube''' f. ● ''Borlaiwe'' ,Kirchenempore‘, Kassel (Gr. 1894); ''Borlewe'', dasselbe, ''Borschenborlewe'' ,Kirchenempore für die Burschen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Born''' m. ● 1) ,Quelle‘; (Vil. 1868); 2) ,Quellwasser, Trinkwasser‘ (Vil.), Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hochdt. ''Brunnen'' wird fast nur im Sinne von ,Quellenbehälter, Brunnenkammer, Ziehbrunnen, einen Brunnen graben‘ gebraucht (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bornkerse''' f. ● ''Bornkersche'' ,Brunnenkresse‘, Oberellenbach (Hm. 1926), ''Brunnenkerschen'' (halbverhochdeutscht und wohl an ''Kirschen'' angelehnt), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bornstande''' f. ● ''Bornstanne'' ,Faß in der Küche, in welche das mit Eimern oder Butten geholte Brunnenwasser, der Born, gegossen wird (Vil. 1868); ''Bornstanne'' ,Bornständer; Faß mit abhebbarem Deckel als Wasserbehälter in der Küche‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Born'' und ''Stande''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Borzellin''' n. ● ''Borzellihn'' ,Porzellan‘, Kassel (Gr. 1894); ''Borzelin'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''borzellinen''' ● ''borzellihnern'' ,aus Porezellan‘, auch ,zimperlich, schwächlich, zerbrechlich‘, Kassel (Gr. 1894); ''borzellin'' ,aus Porzellan; zerbrechlich, empfindlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bosheitskropch''' m. ● ''Boseedsgrobch'' ,Bosheitskropf‘, d.h. ,leicht reizbarer, jähzorniger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bosheitswanst''' ● ''Boseedswanst'' ,jähzorniger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Botter''' ● ''Bodder'' (mit offenem ''o'') ,Butter‘, Kassel 19., 20. Jh. (Jonas, Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Botterhund''' ● ''Bodderhund'' ,Zughund der ehemals zu Fuß nach Kassel kommenden Butterführer aus der Schwalm‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bottern''' ● ''boddern'' ,buttern, Butter bereiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''’s wäll nett boddern'' ,es will nicht gelingen‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bozemann''' ● ,Gespenst, Schreckbild‘, Niederhessen (Vil. 1868); ,jem., der bedrohlich blickt, evtl. grollend, weil er etwas nicht versteht oder ablehnt‘, Kassel (Gr. 1894); ''Bozemann'', auch ''Bozelmann'' ,Gespenst, Schreckbild‘, Oberellenbach (Hm. 1926),). ● Siehe ''bözen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bözen''' ● ,in Schrecken setzen, Furcht einjagen‘, allgemein üblich, Schwebda 1664 (Vil. 1868); ''beezen'' ,einschüchtern‘, Kassel (Gr. 1894), ,jem. in Furcht versetzen, besonders kleine Kinder‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die Kinder werden mit einem ''Bozemann'', Niklas und dgl. ''gebözt'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brabalisch''' ● ''brawaalsch'' ,großsprecherisch, gewalttätig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von hochdt. ''barbarisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brakes''' m. ● ''Brages'' ,einer, der sich breit macht, der sich’s bequem macht‘, Kassel (Gr. 1894); ''Bragest'' ,großer und starker Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brall''' m. ● ,aufgebrachtes Schreien‘, Kassel 20. Jh., ,kurz und heftig herausgestoßener Schrei‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brallen''' ● ,laut schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bralluden''' m. ● ,aufschneiderisches Prahlen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brämisch''' ● ''brämmsch'' ,nach dem Eber verlangend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brammen''' ● ,zum Gebet läuten‘: die Glocke wird nicht geschwungen, sondern nur zu einzelnen Schlägen angezogen (Vil. 1868). ● Gilt scheinbar nur für Fritzlar, hier: ''es brammt''; nach Vil. heißt es anderwärts ''stimmen'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brappeln''' ● ''brabbeln'' ,schnell und undeutlich sprechen, mit geringer Lautstärke‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brapps''' m. ● ,steifer Brei, zäher Straßendreck‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brassel''' m. ● ,Haufen wertloser Gegenstände; Schutt und Trümmer‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''verbrasseln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brast''' m. ● ,große Verlegenheit, Beschwernis, schwere Sorge, Druck, Kummer‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,Sorge, innerer Druck‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kummer, Sorge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bratabend''' m. ● ''Brohrowed'', Abend vor Aschermittwoch, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brausche''' f. ● ''Bruhsche'' ,Brause der Gießkanne oder des Duschbads‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''’s es in der Bruhsche'' ,es (sie) ist in den Brausejahren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brausen''' ● ''brusen'', Kassel 19. Jh.; ''brüsen'', ,brausen‘, auch ,brünstig sein‘ (von Schweinen gesagt), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Breitede''' f. ● ''Breidede'' ,Breite‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Breitmaul''' ● ''Breedmüll'' ,leicht zum Weinen neigendes Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brede''' f. ● ,Mütze, Kappe, Haube‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Ich gäwe dä einen uffs Bredenmuster''. ,Ich schlage dich auf die Bredenstickerei‘, also auf den Kopf. Kassel (Gr. 1894). ● Gr. erwägt Ableitung von ''Barett''. ''Prete'' ,Mütze‘, Diemelgegend (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brekelei''' ● ''Bregelei'' ,anhaltendes Nörgeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brekeln''' ● ''prekeln'', ''brekeln'' ,unaufhörliche, kleinliche Vorwürfe machen‘, in ganz Niederhessen üblich (Vil. 1868); ''bregeln'' ,anhaltend nörgeln‘, Kassel (Gr. 1894); ,verdrießlich tadeln, nörgeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brekelsuppe''' ● ''Bregelsobbe'' ,Strafpredigt in brekelnder Art‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brelaken''' ● ''brelaagen'' ,das große Wort führen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brelakes''' m. ● ''Prelackes'' ,großer, schwerfälliger Mensch‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Brelages'' ,einer, der das große Wort führt‘, meist aber: ,ungeschlachter, lauter Mensch; einer ohne Benehmen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Breme''' f. ● ''Bräme'' ,Bremse, große Stechfliege‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''brëm(e)'' m. ,Bremse, Stechfliege‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brenne''' f. ● ,Feuerstätte mit dem darauf brennenden Feuer, auch ein Haufen glühender Kohlen‘ (Vil. 1868). ● Redensart ''um die Brenne herumgehn'' ,um etwas oder um jemanden herumgehen, ohne sich zu trauen näherzukommen‘ (Vil. 1868); ''imme de Bränne rimmergehen'', Kassel (Gr. 1894); ''em de Bränge rem gänn'' ,wie die Katze um den heißen Brei herumgehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brennhorn''' ● ,Säufer‘, Anspielung auf die rote Nase, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brenzerig''' ● ''brenzerich'' ,brenzlich‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bretten''' ● ''bretten'', ''aufbretten'' ,Tischtuch und Teller werden ''aufgebrettet'', d.h. werden auf den Tisch gelegt bzw. gestellt‘, unterschiedlich in Althessen (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brettern''' ● Ausdruck für das Bestecken der Frauen am Rücken mit etwa dreifingerbreiten, unterschiedlich farbigen Bändern, die wie Besätze anliegen, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bretzel''' f. ● ,zur Acht geformtes Gebäck‘, Kassel (Pfs. 1886), 20. Jh. ● Das einfache runde Gebäck heißt hingegen ''Kringel''. (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brieb''' m. ● ''Brieb'', Pl. ''Briewe'' ,Brief‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brill''' m. ● ''där Brill'' ,die Brille‘, Kassel (Gr. 1894), ''där Brell'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brippel''' m. ● ''Bribbel'' ,wässriger Straßen- und anderer dünner Dreck‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Britsche''' f. ● Britsche, Pritsche, Bezeichnung für jeden ,Gang (Flur) im Hause‘, an der Schwalm (Pfs.1, 1889); ''Brödsche'' ,Fläche, die den oberen Teil einer Treppe begrenzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''britschen''' ● intrans. ,unruhig hin und her rennen‘, trans. ,betrügen, jem. um etwas Erwartetes bringen‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''brödschen'', trans. ,jem. einen Schlag versetzen, jem. demütigen‘; intrans. ,dauernd hin und her laufen und dabei die Türen auf und zu schlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''britzeln''' ● ''bretzeln'' ,beim Braten hörbare Geräusche vernehmen lassen (Fett)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Das Fätt bretzelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brocke''' f. ● ''Brogge'' ,Brocken‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''broseln''' ● ,geräuschvollen Stuhlgang haben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bröten''' ● Redewendung ''das bredet gut'', d.h. dazu kann man viel Brot essen; Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bruppelei''' ● ''Brubbelei'' ,unzufriedenes Vor-sich-hin-Brummen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bruppelig''' ● ''pruppelig'' ,ungehalten‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bruppeln''' ● ''pruppeln'' ,schelten, schmählen‘ (Vil. 1868); ''brubbeln'' ,murren, nörgeln‘, Kassel (Gr. 1894), ''brobbeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brüppeln''' ● ''brebbeln'' ,über etw. murren, schelten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brüppelsuppe''' ● ''Brebbelsobbe'' ,dauerndes Schimpfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brunzen''' ● ,urinieren‘, weit verbreitet, in Hessen fast nur vom weiblichen Geschlecht und kleinen Knaben üblich, sonst ''seichen'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brummen''' ● ,brummen‘, auch ,schmollen‘, Kassel, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brutsche, Brotze''' f. ● ''Prutsche'' ,aufgeworfenes Maul; trotziges Maul oder Gesicht‘ (Vil. 1868); ''Brotze'' ,schmollendes Antlitz‘; ''Brutsche'' ,Schmollgesicht‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brutzen''' ● ''brotzen'', in Niederhessen ''brutzen'', ,großtun, schmollend die Lippen aufwerfen‘ (Pfs. 1886); ''brutzen'' ,protzen, schmollen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''brotzen'' ,schmollen, maulen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brutzig''' ● ,zum Schmollen geneigt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brutzkasten''' ● ''Brotzkoosden'' ,Kind, das dauernd mault‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brutzkopf''' ● ''Brotzkopp'' ,Kind, das dauernd mault‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''büber''' ● ,oberhalb, darüber‘, in unterschiedlichen mundartlichen Formen überall üblich (Vil. 1868);  ''biwwer'' ,über, oberhalb‘,  Kassel (Gr. 1894); ''bewwer'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926),. ● In der hess. Schriftsprache als ''bober'' bis Anfang 18. Jh. gebräuchlich (Vil 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Buchde''' f. ● ''Bughde'' ,armseliges Gelaß‘, auch scherzhaft, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Von ''buchen'', im Niederhessischen vorkommende Form von ''bauen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Büche''' f. ● ''Bieche'' ,Buche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Buckelinchen''' s. ● ''Buggelienchen'' ,verwachsene weibliche Person‘, Kassel 20. Jh.; ''Boggelienchen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926) .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Buckelkamel''' ● ''Buggelkameel'' ,Kamel; verwachsener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''buckern''' ● ,geheimnisvoll miteinander sprechen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''büchen''' ● ,die zu reinigende Wäsche in heißer Lauge einweichen‘ (Vil. 1868); (die Wäsche) ''bichen'' (Erklärung fehlt), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Buff''' m. ● ,Schlag, Stoß, Faustschlag, Fauststoß‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bühne''' ● ,Zimmerdecke‘, Kassel (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bulge''' f. ● ,Welle, zumal größere Welle, Wasserschwall, Woge‘, Niederhessen (Vil 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bullen''' ● ''bollen'' ,bellen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''bullen'' ,bellen, heulen, brüllen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bullerhans''' ● ,Penis‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bullerjahn''' m. ● ''Bollrian'' ,Polterer, Hitzkopf‘, an der Eder und anderwärts (Vil. 1868); ''Bullerjahn'' ,polternder, ungestümer Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); ''Bollerjohn'', Oberellenbach (Hm. 1926), dasselbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bullern''' ● ''bollern'' ,wild auffahren‘, Niederhessen, sehr üblich (Vil. 1868); ''bullern'' (''u'' offen) ,poltern, laut losschimpfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''bollern'' (''o'' geschlossen) ,poltern, fortgesetzt laut schelten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bullern''' ● ''bullern'', auch ''büllern'', ''billern'' ,urinieren‘ (hauptsächlich von Kindern, namentlich kleinen Knaben) (Vil. 1868); ''bullern'' (''u'' geschlossen) ,urinieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bullertüpfen''' s. ● ''Bullerdibben'', Kassel 20. Jh., ''Bullerdebben'', Oberellenbach (Hm. 1926) ,Nachttopf‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bullewatz''' m. ● ,dicke Person‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bullhexe''' f. ● ''Bulläxe'' ,weibl. Geschlechtsteil‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bullhusten''' ● ''Bollhuhsden'' ,bellender Husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bulzen''' m. ● ''Bulzen'' ,Bolzen‘, Kassel 20. Jh.; ''Bülzen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Bülzen stärzen'' ,Bolzen stürzen‘, d.h. ,Purzelbaum schlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bulzenkopf''' ● ''Bulzenkopp'' ,sehr dicker Kopf (auf niedrigem Hals)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bulzenstrack''' ● ''bolzenstrack'' ,steif aufrecht‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''bulzenstrack'' ,bolzengerade‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bumme''' f. ● ,große bauchige Flasche‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bumme''' f. ● ,Pauke‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bummen''' ● ''bummen'' ,dumpf auf etwas schlagen, pauken‘, Kassel (Gr. 1894); ''bommen'' ,stoßen, schlagen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bummern''' ● ,wiederholt auf etwas dumpf und heftig schlagen, klopfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bums''' m. ● ,Furz‘, in Niederhessen der gewöhnlichste Ausdruck dafür (Pfs. 1886); ,Furz‘, Kassel 20. Jh.; ''Boms'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bumsen''' ● ''bumsen'' ,furzen‘ Kassel 20. Jh.; ''bomsen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bundriemen''' ● nur in der Redensart ''wänn’s on den Bönkrimmen gätt'' ,wenn’s an den Bundriemen geht‘, d.h. ,wenn die Sache ernst wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bunter, bünter''' ● ''bunger'' ,unterhalb, darunter‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868); ''benger'' ,unter, unterhalb‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''dabunter''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bupsen''' ● ''bobsen'' ,herunterfallen‘ (nur in Bezug auf Obst, das vom Baum fällt), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''buschpeln''' ● Siehe ''puschpeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bussel''' m. ● ,jemand, der niedere Arbeiten verrichtet, ein „Aschenbrödel“ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''busseln''' ● ''bosseln'', auch: ''busseln'' (Kassel) ,kleine geringfügige, verhältnismäßig mühsame Arbeit verrichten, besonders klopfen, hämmern, schnitzen‘ (Vil. 1868); ''busseln'' ,mit der Hand geschäftig kleine Arbeiten verrichten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Butzebock''' ● ''den Bützebock machen'' ,in scherzhafter Weise mit der Stirn gegen die eines Kindes stoßen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''butzen''' ● ''sech bützen'' ,sich stoßen; anstoßen mit dem Kopf‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Butzen''' m. ● ,Haufen, Klumpen (Werg, Gras)‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,Klumpen‘, oft: ,Klumpen, der etwas Hohles verstopft‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''D.''' und '''T.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im späten Mittelalter sind im Niederhessischen anlautende ''t'' und ''d'' in ''d'' zusammengefallen. Die entsprechenden Wörter werden im folgenden – trotz Trennung bzw. Trennungsversuchen bei den hochdeutschen Stichwörtern – gemeinsam aufgelistet.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Daacht''' n. ● ''Doocht'' ,Lampendocht‘,  Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Daachtnase''' ● ''Doochtnase'' (''o'' offen) ,Dochtnase: beschränkter, schwerfälliger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dabberig''' ● ''dawwerig'' ,weich geworden‘ (z.B. Obst), ziemlich allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dabüber''' ● ''derbiwwer'' ,darüber‘, Kassel (Gr. 1894), ''derbéwwer'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''büber''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dabunter''' ● ''derbunner'' ,darunter‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch ''bunter''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dachhase''' ● Übername des Dachdeckers, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dachtel''' f. ● ,Ohrfeige‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Pl. ,Hiebe, Prügel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dachteln''' ● ,verhauen, durchprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tägerung''' ● ''Dajeringe'' ,Morgendämmerung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dakel''' ● ''Daagel'' ,freche, liederliche Frauensperson‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Talbauer''' ● ''Daalbure'' ,jem., der sich grob, plump benimmt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dalles''' m. ● ,Verderben, Untergang‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,der Garaus‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Hä hot den Dalles.'' ,Es ist aus mit ihm.‘ Kassel (Gr. 1894). ● Aus dem Jiddischen, ,Totenkleid‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dalmen''' ● ,manibus contrectare‘ (Vil. 1868); ,(im Scherz) balgen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''sech dalmen'' ,sich im Scherz streiten, necken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dalmern''' ● ,liebkosen‘, von einem Liebespaar gesagt, etwa: ''Die zweie dalmern'', Kassel (Gr. 1894), ,im Scherz miteinander rangeln‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dämelschneider''' ● ''Dämelschnierer'' ,Dummkopf, Träumer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dämern''' ● ,dämmern; vor sich hin träumen, mit den Gedanken woanders sein‘, Kassel (Gr. 1894); ,dämmern (im Sinn von hereinbrechender Dunkelheit); im Halbschlaf sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dämerung''' ● ''Dämerunge'', Kassel (Gr. 1894), ''Dämeringe'' ,Abenddämmerung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dämerig''' ● ''dämerich'' Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dämpfen''' ● ''dämben'', wie hd., dazu: ,Atembeklemmung verursachen‘, Kassel (Gr. 1894); ''dämpen'' ,dämpfen; jem. bezwingen, niederzwingen‘, Balhorn (Sl. (1901); ''dämben'', wie hd., dazu: ,Atembeklemmung verursachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä hott en gedämbet.'' ,Er hat ihn gewürgt.‘ Kassel (Gr.). ''Der Röhch dämbt mech''. ,Der Rauch nimmt mir die Luft.‘ Oberellenbach (Hm.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dämpfisch''' ● ''dämbsch'' ,schweratmig, asthmatisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dampfschiff''' ● ''Dammscheff'', neben ,Dampfschiff‘ auch ,korpulente Frau‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dankverdiener''' ● ,Person, die sich stets den Dank anderer zu erwerben sucht, Schmeichler‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Dankverdienersche'', die weibliche Form dazu, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tannenapfel''' ● ''Dannenabbel'' ,Tannenzapfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tappchen''' ● ''tappchen'', ''dappchen'' ,fest und hart, plump auftreten‘ (Vil. 1868); ''dabchen'' ,plump und schwerfällig auftreten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tappchig''' ● ,plump, schwerfällig, tölpelhaft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tappe''' f., '''Tappen''' m. ● ,Socke, aus Salbenden, Lumpen usw. verfertigter weiter Schuh‘, allgemein üblich (Vil. 1868.) ●  In Niederhessen neben ''Tappe'' auch ''Laatsche'' und ''Tatsche'' üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tappen''' m. ● ''Dabben'' ,Schritt‘, übertragen: ,Maß, Portion‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Hä hot sinnen Dabben rus'' ,er hat es erledigt, hat genug gearbeitet, getrunken usw.‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tappen''' ● ''dappen'' (neben ,schwerfällig aufteten‘:) ,ertappen‘, Balhorn (Sl. 1901); ''dabben'' ,schwerfällig auftreten‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tappich, Tappch''' m. ● ''Tapch'', ''Dapch'' ,ein plumper Mensch‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''Dabbich'' ,unbeholfener, schwerfälliger Mensch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Dabch'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''täppisch''' ● ''däbbsch'', Kassel 19. Jh. (Herzog).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tappmichel''' m.● ''Dabbmichel'' ,unbeholfener, schwerfälliger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tappmichelei''' ● ''Dabbmichelei'' ,Unbeholfenheit, Schwerfälligkeit‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''darren''' ● ,dörren‘ (von Obst, Malz, Flachs), Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dasselbichte''' ● ''dasselwichde'' ,dasselbe‘, Kassel 19. Jh., ''doossalwechde'' (neben ''doossalwe'', ''dessalwe''), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Entsprechend ''derselbichte'', ''dieselbichte'' usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Daster, Dester''' m. ● ''Daster'' ,klebriger, fettiger Überzug an Gegenständen durch Beschäftigung mit Fett oder an Kleidungsstücken durch langen Gebrauch‘ (Vil. 1868); ''Desder'' ,glänzender, fettiger Schmutz auf abgenutzter Bekleidung‘, Kassel (Gr. 1894); ''Dasder'' ,Schmutzrinde, die sich im Laufe der Zeit an Gegenstände ansetzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dasterig''' ● ''dasderech'' ,mit einer Schmutzrinde bedeckt, klebrig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''datern''' ● ''dattern'', ''daddern'', oft auch ''daadern'', in Hessen das gewöhnlich Wort für ,schnattern‘, d.h. ,viel und Unnützes sprechen‘ (Vil. 1868); ''dadern'' ,müßig schwätzen, recht schnell schwätzen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Dazu: ''Getater'', 1731 (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Daterkalatsche''' ● ''Daderkalaadsche'' ,gehässige übermäßige Schwätzerin‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tatsche''' f. ● ''Datsche'' ,Tatze‘; ,Hand‘ (verächtlich); übertragen: aus Lumpen oder Selbenden zusammengenähte oder -geflochtene Schuhe (Überschuhe) der ärmeren Leute, vor allem Frauen, sonst auch ''Laatsche(n)'' genannt (Vil. 1868); ''Datsche'' ,große (ungeschickte) Hand‘, seltener ,Tatze‘, scherzhaft, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Datschen von Bären'' ,Bärentatzen‘, 1584 brieflich von Landgraf Wilhelm IV. erwähnt (Vil. 1868). ● Davon ''Linkdatsch'', ''dätscheln'', ''dätschen'', ''Dätscher'', ''dätschern''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tätscheln''' ● ''dätscheln'' ,dauernd anfassen, betasten‘, Kassel 20. Jh., ''dädscheln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tätschen''' ● ''dätschen'', trans.: ,etwas leicht (an)stoßen, so daß eventuell ein kleiner Schaden entsteht‘ (etwa: ''ein Ei dätschen'') Kassel, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tätscher''' m. ● ''Dätscher'' ,Kuchen aus geriebenen Kartoffeln mit etwas Öl‘, Kassel Gr. 1894); ,mißratener Kuchen, besonders wenn er zu steif geblieben ist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tätschern''' ● ''dädschern'' ,mit den Händen knetend etw. bereiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dättelig''' ● ''däddelech'' ,unsicher in der Bewegung, zitternd; zum Tändeln neigend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dätteln''' ● ''däddeln'' 1) ,sich unsicher bewegen, zittern; tändelnd mit etw. spielen‘, Oberellenbach (Hm. 1926);  2) ,Kleinkindersprache reden‘, z.B. ''k'' wie ''d'' oder ''t'' aussprechen, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tatterich''' m. ● ''Dadderich'' ,Zittern‘, auch: ,krankhaftes bzw. altersbedingtes Zittern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tauber, Täuber''' ● ''Dubbert'' ,Täuberich‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Dibber'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''schäler Dubbert'' ,jemand, der schielt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Dubbert'' mit dem in Niederhessen häufigen schließenden Dental, vgl. ''Koffert'', ''Dewest'', ''ebend'', ''alst'', ''schond'', ''immert'', ''nurt''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Taum''' m. ● ''Döhm'' ,Lichtdunst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''taumen''' ● ''dehmen'' ,rußen‘ (nur Lampe), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tausche''' f. ● ''Düsche'' ,Tausch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dechsel''' f. ● ''Dässel'' ,Werkzeug zum Herstellen von Mulden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Deez''' m. ● ,Kopf‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh. ● Vermutlich humoristische Verkürzung von ''Deezelkopf''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''deezelig''' ● ''deezelich'' ,dusselig, jemand mit „langer Leitung“‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Hä hot en dumm un deezelig geschlahn'' (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Deezelkopf''' ● ''Deezelkobb'' ,jem., der deezelig ist‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Deibhenker''' m. ● ''Deiphenker'', wird als Übername des Teufels verstanden (Vil. 1868); ,Teufel‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Wendungen: ''Den Deiphenker auch!'' (Vil. 1868) ''Zum Deibhenker!'' (Gr.); ''Zum Deibhenker no mo ninn!'' ,Zum Teufel noch mal hinein!‘ ''Der Deibhenker sall dech holen!'' Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Teigaffe''' ● ''Deichaffe'', auch: ''Deichaffengesichde'' ,Gaffer mit trägem Gesichtsausdruck‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Teigblock , -pflock''' ● ''Deichblock'' ,Teigblock oder auch Teigpflock’ (gleiche mundartliche Aussprache), Übername des Bäckers, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Deise''' f. ● ''Deise'', ''Deese'' ,Rauchfang, Holzgestell im Rauchfang zum Räuchern von Schinken und Würsten‘, Umgebung von Spangenberg (Vil. 1868); ''Deise'' ,hölzernes Gestell um den Kachelofen in ländlichen Stuben‘, Gegend von Wabern (Pfs. 1886); ''Deese'' ,Hühnerschlag, Hühnerstall‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''demmeln''' ● ,hart und oft mit den Füßen aufstampfen‘ (Vil. 1868) ,mit den Füßen fest auftreten‘, auch tr. ,fest treten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dermedeutsch''' ● Nur belegt in der Redewendung ''Dermeditsch drunnermachen'' ,Verwirrung, Verundeutlichung daruntermachen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''derweilst''' ● ''därwillst'' ,unterdessen, inzwischen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dester''' m. ● ''Desder'' ,glänzender, fettiger Schmutz auf fadenscheiniger Kleidung‘ (KS 1894), ''Dasder'' ,Schmutzrinde, die sich im Laufe der Zeit an Gegenstände ansetzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Detsche''' f. ● ,durch Inektenstich mißbildete Zwetsche‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''deutsch''' ● ''ditsch'', Kassel (Gr. 1894). ● Dazu: ''Kirchditschenbach'', scherzhaft für ,Kirchditmold‘, Kassel 20 Jh.; siehe auch ''Dermedeutsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''deutschweg''' ● ''dittschwéck'' ,gerade heraus, freimütig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dewes''' m. ● ,Hirnkasten‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Ich schlah dä den Dewes inn''. Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dewes''' m. ● ,dummer, schläfriger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); ''Dewest'', Pl. ''Dewesder'' ,kleiner Kerl‘. ● ''Dewes'' ist hessische Kurzform des Vornamens ''Matthäus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dickede''' f. ● ''Diggede'' ,die Dicke, Stärke‘, Kassel (Gr. 1894); ''Deggde'' ,Ausdehnung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dickedurch''' ● ,mit Schwierigkeiten fertig geworden sein, reüssiert haben‘, Kassel (Gr. 1894) ● ''Hä es dickedorch''. ,Er hat seine Schwierigkeiten, den beschwerlichsten Weg hinter sich.‘ Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dicksack''' ● ,dicke Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dickwanst''' m. ● ,dicke Person‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dickwatz''' m. ● ,dicke Person‘ (Gr. 1894, S. 86).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dickwurzel''' ● ,Runkelrübe‘, Kassel 20. Jh.; ''Deggworzel'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dibbern''' ● ''dewwern'', in der Redewendung ''des Mull dewwern'' ,Schläge aufs Maul geben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tiefede''' f. ● ''Diefede'' ,Tiefe‘, Kassel (Gr. 1894), ''Diffde'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Diele''' ● ''Dähle'' ,langes Brett‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dielenwand''' ● ''Dilenwand'' ,Bretterzaun‘, in Niederhessen ausschließliche Bezeichnung (Pfs. 1886); ''Dählenwand'' ,Holzwand, Bretterzaun‘, auch: ,großer, platter Kuchen, Streuselkuchen‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dilltopp''' m. ● ''Dilltop'' ,kleiner Kreisel, Knopfform mit durchgestecktem Hölzchen‘, sehr übliches Winterspiel der Kinder in den Stuben und auf den Tischen, übertragen: ,ein läppischer, linkischer, überall anrennender Mensch‘ (Vil. 1868); ''Dilldobb'' ,Kreisel‘, ältere Bezeichnung für ''Dullerdobb'', Kassel (Lüttebrandt 1917). ● Siehe ''Dullertopp''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ding''' ● ''Dink'', Pl. ''Dinger'' ,Ding, Gegenstand, Sache, Angelegenheit‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Dänk'', Pl. ''Dänger'', Bezeichnung für alles, was man nicht näher bestimmen will oder wofür der passende Ausdruck fehlt bzw. nicht parat ist, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dingelchen''' ● ,kleines Ding‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dingen''' s. ● Nebenform von ''Ding'' in gleicher Bedeutung, ohne Plur.-Form, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dinsebiest''' ● ,einer, der anstrengende Arbeit verrichtet‘, eigentlich: ,einer, der immer schwere Handwagen zieht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dinsen''' ● ,mit Kraftanstrengung ziehen‘, ganz Althessen (Vil. 1868), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammf.: ''dinsen'', ''duns'', ''gedunsen'', Kassel; ''dinsen'', ''dons'', ''jedonsen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tintemichel''' ● ''Dindemichel'' ,blöder, untertäniger, nicht freimütiger Mensch‘, ursprünglich ,der Schreiber, Scribax‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dispen''' ● ''disben'' ,dämpfen, lindern, unterdrücken, demütigen‘, Althessen, vor allem Niederhessen (Vil. 1868); daaselbe, Kassel (Gr. 1894); ''desben'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''disputieren''' ● ''disbedieren'' ,sich zanken, sich mit Worten streiten‘, Kassel (Gr. 1894); ''sech desbedieren'' ,sich mit Worten streiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''disteln''' ● ''desdeln'' ,sich mit kleinen Schritten leise und schnell bewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä kemmt jedesdelt''. ,Er kommt in trippelnden Schritten heran.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ditschen''' ● ,(mit hellem Geräusch) anstoßen, aneinanderstoßen‘, Kassel 20. Jh. ● ''einem eine ditschen'' ,jem. eine Kopfnuß verpassen‘, ''Waggeln ditschen'', ein Murmelspiel, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tob''' m. ● ''Doob'' (neben das ''Dowen'') ,Toben, Lärm, lautes Wüten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Docke''' f. ● ,Mutterschwein, Sau‘, ganz Althessen (Vil. 1868); ''Dogge'' ,Mutterschwein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tod''' ● Redensart ''Er sieht aus wie der Tod von Ypern'', bezeichnet totenähnliches Aussehen, Niederhessen, sehr üblich Anfang des 19. Jh., „seit 1830 wol gänzlich erloschen“ (Vil. 1868); in Kassel jedfoch noch im 20. Jh. bekannt. ● Nach Vil. althergebrachte Redensart; in seiner Kindheit habe es die Deutung gegeben, „daß die Gefangennehmung hessischer Truppenteile in Ypern (1793) das alte Sprichwort habe wahr machen müßen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dohle''' f. ● ,Dohle‘, Übertragungen des Vogelnamens: ,(Zylinder)hut, insbesondere ein altmodischer oder schlechter, ferner jeder ärmliche, schlechte Hut‘, Kassel (Gr. 1894), ,magere, hässliche Frauensperson‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Dolde''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dohlenkopf''' ● ''Dohlenkobb'' ,jem. mit abstoßender Physiognomie, entsprechendem Teint usw.‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dokes''' m. ● ,Gesäß‘, halb scherzhaft, Osthessen (Vil. 1868); ''Doges'', dasselbe, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Dogest'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''doktern''' ● ''dogdern'' ,in ärztlicher Behandlung sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dolde''' f. ● ''Dolle'' ,Baumwipfel‘ (Vil. 1868); ''Dohle'' ,ein mit Früchten behängter Zweig eines Baumes‘, Dim. ''Dehlchen'' ,kleine Dolde‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tölpel''' ● ''Dilbel'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tölpelig''' ● ''dilbelich'' ,tölpelhaft‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dombank''' ● ''Dohmbank'' ,Tresen, Ladentisch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Donnerletter!''' ● ''Dunnerledder!'' Kassel (Gr. 1894), ''Donnerlädder!'' Oberellenbach (Hm. 1926), Fluch. ● Abscwächung des Fluches ''Donnerwetter!'' Wird in Kassel zugleich als ,Donnerleder‘ verstanden; nicht so in Oberellenbach möglich, wo Leder nicht ''Ledder'', sondern ''Lärrer'' heißt. In Kassel Weiterentwicklung zu ''Dunnerlittchen'', 20. Jh., und ''Dunnerwiddchen'' (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Topch''' m. ● ''Dobch'' ,großer Topf, in den Herd eingemauerter Kessel‘, Oberellenbach (Hm.). ● Siehe ''Tüpfen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dorfteufel''' ● ''Dorfdeiwel'' ,hinterlistiger Mensch; armer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dorn''' ● wie hdt., außerdem: ,mit Dornen besetzter Strauch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dörnerig''' ● ''dernerich'' ,dornig, stachelig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Totenlade''' ● ,gewöhnliche Benennung des Sargs‘ (''Sarg'' unbekannt, zumindest ungeläufig) (Vil. 1868); ''Dodenlade'' ,Sarg‘, Kassel (Gr. 1894), ''Dodenladhe'' (auch nur: ''Ladhe'') ,Sarg‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Dorenlore'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Lade''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Totenhof''' ● ''Dorenhoop'' ,Friedhof‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''totschmeißen''' ● ''dodschmissen'' ,erschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''schmeißen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dotterarsch''' ● ''Dodderoorsch'' ,unterentwickeltes Küken oder Gänschen; schwerfällig sich bewegender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dotterig''' ● ''dodderech'' ,langsam und schwankend sich bewegend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dottern''' ● ''doddern'' ,sich langsam und schwankend bewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dottersack''' ● ''Doddersack'' ,langsam und schwankend gehender Mensch; Stotterer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tour''' f. ● ''Dure'', Kassel (Gr. 1894). ● ''in einer Dure'' ,fortwährend‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''traben''' ● ''drowen'' ,fortwährend hin und her laufen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''träbisch''' ● ''drähbsch'' ,träge, ungern an eine Arbeit herangehend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trafatsche''' f. ● ''Drafaatsche'' ,Schwätzerin, Wortführerin‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tralatsch''' m. ● ''scheiwer Tralatsch'', ohne Erläuterung erw. (Pfs. 1886); ''Dralaatsch'' ,großer Schwatz‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tralatschen''' ● ''dralaatschen'' ,längeren Schwatz halten‘; Nebenform: ''draraatschen'', Kassel (Gr. 1894); ''draloodschen'' ,klatschen, überall dummes Zeug reden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tralje''' f. ● ''Dralche'' ,Treppengeländer‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Dralje'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hochdt. ''Tralje'' ,Gitter-, Geländerstab‘, mittelniederdt. ''trallie'', dasselbe; aus dem Altfranzösischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drällern''' ● 1) ,Fäden und dgl. zu fest drehen, flechten‘, 2) ,trällern (ein Lied)‘, Kassel (Gr. 1894) ● Siehe ''drillern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tramm''' ● ,faul, arbeitsunlustig‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drämer''' ● ,langsamer, zögerlicher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trant''' m. ● ''Trant'', ursprünglich ,ruhiger, gemessener Schritt, Gang‘, dann ,Gewohnheit, ungefähr Vergleichbares‘, ganz Althessen, besonders Niederhessen, nur in formelhaften Wendungen (Vil. 1868); ''Drand'' ,Trant‘ Kassel (Gr. 1894); ''Drant'' ,Schritt, Gang, Lebensgang, Gewohnheit‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Wie d’s Lehnchen starb, do war‘sch im Lawieschen sin’n Drande'' ,so alt, so groß wie ’s Louischen‘ (Gr. 1894). ''Es geht emmer em ahlen Drand'' ,nach alter Gewohnheit‘, ''die zwee senn en emm Drand'' ,in demselben Alter‘, ''em Drand remm'' ,um den Trant herum, ungefähr‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''traratschen''' ● = ''tralatschen'' (siehe oben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''traschaken''' ● ''traschaaken'' ,durchprügeln‘, hierzulande sehr üblich (Vil. 1868); ''draschaagen'' ,verprügeln‘, Kassel (Gr. 1894), ''draschoogeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Das Wort bedeutete ursprünglich das Hazardspiel ''Tréjaques'' (richtiger ''tre sciacchi'') spielen, jemandem dadurch das Geld abnehmen. Das Spiel wurde in Hessen durch Edikte von 1733 und 1774 schärfstens verboten. (Vil. 1868)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''trassaten''' ● ''trassaten gehn'' ,auf die Gasse laufen, müßig umherlaufen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''trätschen''' ● ''trätschen'' ,rauschend, platzend niederfallen, vom Regen, auch vom ausgeschütteten Wasser (Vil. 1868); ''drätschen'' ,stark regnen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926) .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Traubel''' f. ● ''Druwel'' ,Traube‘, Kassel (Gr. 1894), ''Drüwel'' ,Traube (Wein-, Johannesbeertraube), Bündel Ähren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''draufflammen''' ● ''drufflammen'' ,fest draufschlagen, prügeln‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''flammen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trausche''' f. ● ''Drausche'' ,Regenschauer‘, Kassel (Gr. 1894).● Siehe ''Treisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''trawatschen''' ● ''drawaatschen'' ,hin und her laufen, rennen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dreckerig''' ● ''dreggerich'' ,dreckig‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dreckkalt''' ● ''dräckkaalt'' ,naßkalt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Treff''' m. ● ''Dräff'' ,Schlag, körperliche Verletzung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drehpeter''' ● ''Drehbeeder'' ,langsamer und träger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dreidrähtig''' ● ''dreidrehdich'', z.B. ,Garn aus drei verdrillten Fäden‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''En dreidrehdicher Kaffee'' ,ein starker, kräftiger Kaffee‘ (Gr. 1894):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dreieckt''' ● ''dreieggt'' ,dreieckig‘ (neben ''dreieggech''), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Treisch''' m. ● ''Dreesch'' ,heftiger Regenguß‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Trausche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dreist''' ● ''drisde'' ,furchtlos, beherzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''drîste'' ,beherzt, kühn, wagemutig‘, auch ,frech‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trendeler''' ● ''Drendeler'' ,zögerlicher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''trendeln''' ● ''trändeln'' ,langsam gehen, zögern‘, tadelnd (Vil. 1868); ''drendeln'' ,langsam sein, trödeln, zögern, im Entschluß wanken‘, Kassel (Gr. 1894). ● Könnte Ableitung von ''Trant'' sein (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trendelpeter''' ● Drendelbeder ,zögerlicher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drete''' ● ''treede'' Adj., Adv. ,dicht, häufig‘, Niederhessen, sehr üblich (Vil. 1868); ''dreere'' ,dicht, häufig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Das Korn steht treede''. ''Die Stiche am Saum müssen treede gemacht werden''. ''Die Schläge fielen treede''. (Vil. 1868) ● Von mhd. ''dræte'' ,schnell‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tribbeln''' ● ''driwweln'' ,zwischen den Fingern oder Händen drehen, reiben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''drewweln'', nur in den Zusammensetzungen ''auftribbeln'', ''zusammentribbeln'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tribulieren''' ● ''driwwelieren'' tr. ,jem. ängstigen, quälen‘, intr. ,nörgeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Triesch''' s. ● ''Driesch'' ,unbebautes Land, das meist zur Schafweide benutzt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''triesch''' ● ''driesch'' ,dickfällig, träge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drillchskerl''' ● ''Drelchskerl'' ,der mit Drillich-Sachen hausierende Händler; jemand, der unablässig um etwas anhält‘, hier und da in Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drillern''' ● ''drellern'' ,drillen, stark und schnell drehen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drillitz''' ● ''Drellitz'' m. ,kleiner Kreisel: Schwefelhölzchen, halb in einer Knopfform steckend‘, Kassel (Gr. 1894); Drillitz n. ,Hosenknopf, durch den ein Streichholz gesteckt ist‘, primitives Kinderspielzeug, Balhorn (S. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tripsdrill''' m. ●  ''Drebsdréll'' ,einer, der sich alles bieten läßt und allem nachkommt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Einen zum Drebbsdrell machen'' ,jem. allerlei niedrige Verrichtungen und Arbeiten aufhalsen‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tripsdrille''' ● ''Dripsdrille'': fiktiver Ortsname, Quentel 20. Jh. ● ''Mach dich nach Dripsdrille!'' ,Hau ab!‘ Quentel 20 Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drisch''' ● ,gewandt, hurtig‘, am Knüll (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tristekutz''' m. ● ''Dristekutz'' ,melancholischer, mürrischer (auch schmollender) Mensch‘, wörtlich ,Kauz‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trittlinge''' ● ''Driddlinge'' ,Schuhe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trübetrost''' ● ''Triewetrost'' ,ein trauriger Mensch‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Driewedroost'' ,Trauerkloß‘, Kassel 20. Jh.; ,Mensch, der stets traurig ist und den Kopf hängen läßt‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''trübetrostig''' ● ''triewetrostig'' ,traurig, niedergeschlagen‘, Balhorn (Sl. 1901); ''driewedroosdech'' ,betrübt; langsam sich bewegend, träge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Truche''' f. ● nur in der Redensart ''ha äs in der Drüche'' ,er befindet sich in großer Verlegenheit, sitzt in der Klemme‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Truchenkater''' ● ''Drüchenkoder'' ,finster dreinblickender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drückdrauf''' m. ● ,Nachdruck, Entscheidung‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''Dreckdruff'' ,Bestätigung‘, eigentlich ,Besiegelung‘, Kassel (Gr. 1894); ''Dreggdroff'' ,Person, die alles, was sie erzählt, mit einem gewissen Nachdruck vorträgt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Den Dreckdruff gäwen'' ,etwas bestätigen‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trudch''' m. ● ''Trutch'' ,Kaffee-Ersatz‘, spöttisch für ,Kaffee‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Drodch'' ,dicke Flüssigkeit, besonders der Bodensatz vom Kaffee‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Truddelbrühe''' ● ''Druddelbrieh'' ,schwacher Kaffee‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trudel''' m. ● ''Drudel'' ,schlechter Kaffee‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drudel''' m. ● ,schlechte Musik‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drudeln''' ● sehr geläufiges Wort, jedoch fast nur in Verbindung mit Adverbien: ''aufdrudeln'', ''herbeidrudeln'', ''zusammendrudeln'' ,auftreiben, herbeischaffen, zusammenbringen‘, mit dem Nebensinn kleinlicher Sorge. (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drudeln''' ● ,schlecht musizieren, dudeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trulatsch''' m. ● ''Drulatsch'' ,dünner, schwacher Kaffee‘, Kassel (Gr. 1894), ''Drullatsch'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trulle''' f. ● abfällige Bezeichnng für einen Frauensperson, Balhorn (Sl. 1901). ● ''Trulle'', von den Grimms gebraucht in dem Märchen „Die Gänsehirtin am Brunnen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trümper''' m. ● ''Drember'', nur in der Redensart ''armer Drember'' ,armer Kerl, armer Teufel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Trümper'', alt für ''Trompeter''; unsicher, ob dies ursprünglich gemeint sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trüpfel''' m. ● ''Dribbel'' ,herabfallender Regentropfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''trüpfeln, tröpfeln''' ● ''dribbeln'', Oberellenbach (Hm. 1926), ''drebbeln'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Druse''' f. ● ,Pferdekrankheit mit Schleimausfluß aus Maul und Nase‘, auch ,Erkältung‘ beim Menschen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trusel''' f. ● ''Drusel'' ,die in den Straßen der Städte befindlichen Rinnsteine, Gossen‘, Althessen, besonders Niederhessen (Vil. 1868);  ''Drusel'' ,Rinnstein, Straßengosse‘, Kassel (Gr. 1894), ,Morast, Sumpf‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Trusel'' ist nicht, wie vielfach angenommen wird, der übertragene, verallgemeinerte Name der ''Drusel'' (alt: ''Trusel''), des Baches, der vom Habichtswald kommt und oberhalb der Kasseler Altstadt in die Fulda fließt. Allerdings sind Name und Begriff etymologisch verwandt. Siehe dazu [[Druselturm]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Truselmährer''' ● ''Druselmährer'' ,einer, der druselt‘, „bezeichnete früher Knaben von der niedrigsten Klasse“, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''truseln''' ● ''druseln'' ,im Schlamm der Straßengossen wühlen (in der Hoffnung auf kleine Funde, etwa Münzen)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drutschel''' f. ● ''Drutschel'', auch ''Drutschelchen'': „so nennt man oft seine gemütliche Frau, auch die eines anderen“, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch ''Dutschel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drutscheln''' ● ''drutscheln'', ''rimmerhärdrutscheln'' ,auf gemütliche Weise im Haushalt nach dem Rechten sehen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tüchelchen''' ● ''Diechelchen'', siehe ''Läppchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tücherseil''' ● ''Diecherseel'' ,Wäscheleine‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tück''' m. ● ''Dick'' ,geheimer Groll, Haß‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. hochdt. ''Tücke''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''duck-duck''' ● ''duck-duck'' oder ''duck-duck-duck'', Lockruf für Hühner, allgemein in Niederhessen (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tucken''' ● ''duggen'' ,ein-, untertauchen‘, ''sich duggen'' ,den Kopf einziehen, eine gekauerte Stellung einnehmen‘, übertragen: ,sich fügen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''düggen'' ,tunken, eintauchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tücken''' ● ''diggen'' trans. ,auf hinterlistige Weise gegen jem. vorgehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Heimtücker''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tuckfett''' ● ''Duggefedd'' ,gekreischtes Rüböl mit gebratenen Zwiebeln darin‘, Kassel (Gr. 1894); ''Duckefett'', ''Duckewerk'' ,Rahm mit Salz und Fett‘, hierein werden die gesottenen Kartoffeln getaucht, Balhorn (Sl. 1901); ''Düggfätt'' ,eine aus Mehl, Rahm und Speck bereitete Tunke‘, sie wird in einer großen Pfanne in die Tischmitte gestellt, die Herumsitzenden tauchen ihre Kartoffelstücke hinein; beliebte Abendmahlzeit. Oberellenbach (Hm. 1926) ● Siehe ''kreischen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tucks''' m. ● ''Tucks'', ''Ducks'' ,Schlag, Stoß, Krankheitsanfall‘ (Vil. 1868). ● Wendung ''Das hot emme d’n Ducks gegäwen.'' ,Das hat ihm den Rest gegeben.‘ Kassel (Gr. 1894, S. 33). ● Vgl. ''tucken'' und ''tucksen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tucksen''' ● ''tucksen'', ''ducksen'' ,einen empfindlichen Schlag geben, niederschlagen, entscheidend demütigen‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''ducksen'' ,demütigen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tuckwerk''' ● ''Duggewerk'' ,Feingebäck zum Kaffee‘, Kassel (Gr. 1894); ''Duckewerk'' = ''Duckefett'' (siehe ''Tuckfett''), Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Düft''' m. ● ''Deft'' ,Reif, kalter Wind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''düftig''' ● ''defdech'' ,schneidend kalt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dukatenschisser''' ● ''Dugadenschisser'', soviel wie ,Goldesel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894) ● ''Ich hon kein Dugahdenschisser; wo sall ich d’s Geld herkrechen?'' (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dulchern''' ● ,mit dem Dolcher verletzen, erdolchen‘, halb scherzhaft‘, Niederhessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dullern''' ● ,ungewöhnlich rasche Umdrehungen um die Achse machen‘; ,taumeln unmittelbar vor dem Hinfallen‘; ,den Kreisel peitschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,jemanden mit raschen Bewegungen prügeln‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: Wentzell Dullerdobb.jpg|thumb|185px|right|G. Wentzell, ''D'r Dullerdobb'']]&lt;br /&gt;
'''Dullertopp''' m. ● ''Dullerdobb'' ,Kreisel, der mit der Peitsche angetrieben wird‘, Kassel 20. Jh. ([[Gustav Wentzell]] 1917). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dummbach''' ● fiktiver Ortsname. ● ''Nit von Dummbach sinn'' ,nicht dumm sein‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tummeln''' ● ''sich tummeln'' ,sich eilen‘ (nie im hochdt. Sinn ,sich herumtummeln“) (Vil. 1868); ''sich dummeln'' ,sich beeilen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''sech dommeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dumpf''' m. ●  ''Domp'', ''Dump'' ,Asthma‘, Niederhessen (Vil. 1968); ''Dump'' m., Nebenform von ''Dampf'', auch ,Luftfeuchtigkeit‘, niederhess. (Pfs.1, 1889); ''Dump'', Asthma, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dümpfchen''' ● ''Dümpchen'' ,leichtes Gewölk‘, bei Kassel (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dune''' Adv. ● ''dune'', ''donne'' ,dicht, gedrängt, fest, straff‘, nur im niederdeutsch sprechenden nördlichen Hessen (Vil. 1868; trifft offensichtlich nicht zu); ''dune'' ,dicht gedrängt, straff, gespannt‘, Oberellenbach (Hm. 1926), ''dunne'' ,recht fest‘, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● ''Stellt üch net su dune zesammen.'' ,Stellt euch nicht so dicht zusammen.‘ ''Des Seel äs dune jezochen.'' ,Das Seil ist straff angezogen.‘ ''Das Fensder äs dune zu.'' ,Das Fenster ist fest geschlossen.‘ (Hm. 1926). In Kassel scheinbar nur die Wendung ''dunne hahlen'' ,recht fest halten‘ belegt (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dünnfett''' ● ''dinnefett sinn'' ,es an der nötigen Höflichkeit fehlen lassen‘; ''dinnefedd sinn'' oder ''duhn'' ,kleinlaut sein‘, Kassel (Gr.  1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dünnfett''' m. ● ''Dennefätt'' ,magerer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dünnschiß''' m. ● ''Dennescheß'' ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894), ''Dinnschiß'', Kassel 20. Jh., ''Dennschäß'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Du sißt üs wie Dennschäß un Wärk'' (''wie Dennschäß un Mährrättch''). ,Du siehst aus wie Dünnschiß und Werg (wie Dünnschiß und Meerrettich)‘, d.h. ,sehr schlecht‘. Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tüpfelchen''' ● ''Dibbelchen'' ,Tüpfelchen, Pünktchen, Kleinigkeit‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Dibbelchen'' ,Pünktchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tüpfeljohannes''' ● ''Dibbelgehannes'' ,einer, der alles bis aufs Dibbelchen erledigt, Kleingkeitskrämer, skrupulöser Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tüpfen''' ● ,Topf‘. ''Töpfen'', ''Tüpfen'', ''Düpfen'', noch gewöhnlicher ''Dübben'', ''Dibben'' gesprochen, in Althessen ausschließlich Bezeichnung für den Topf (Vil. 1868); ''Dibben'' ,Topf‘, Kassel 19. Jh., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Debben'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Althochdt. (westdt.) belegt als ''tuphin'' (Aussprache: ''tüpfin''), Ableitung von älterem ''*dupp-'' ,Topf‘ (&amp;gt; ''dopp''  &amp;gt; ''topf'') durch Diminutiv-Suffix ''-în'', dessen ''i'' den Umlaut ''u'' &amp;gt; ''ü'' bewirkte, regulär: ''*duppīn &amp;gt; tupfin &amp;gt; tüpfin'', hessisch: ''*duppīn &amp;gt; *tuppin &amp;gt; *tüppin &amp;gt; *tüppen'' (hochmittelalterlich) &amp;gt; ''düppen'' (spätmittelalterlich). ● Siehe [[Das „Dippen“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tüpfengücker''' ● ''Dibbengigger'' ,Topfgucker, Neugieriger; einer, der sich um Dinge kümmert, die ihn nichts angehen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tüpfenlecker''' ● ''Dippenlecker'' ,naschhafter Mensch‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tuppern''' ● ''duppern'' ,wankend und stolpernd gehen, wie mit Besorgtheit zu fallen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''dübbern'' ,sich langsam tastend vorbewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dürängeln''' ● ''dürangeln'', ''dürengeln'', hoch- und niederdt., in Hessen auch ''düringeln'' ,durchprügeln, quälen, plagen‘ (DWB 2, 1860); ''thürängeln'', ''dirängeln'', ''direngeln'' ,ängstigen, plagen, quälen‘, (in Hessen) allgemein üblich (Vil. 1868); ''dieringeln'' ,quälen, drangsalieren‘, Kassel (Gr. 1894), ''dierängeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Unterschiedliche Deutungen: DWB vermutet ''durch'' + ''rangeln'', Vil. vermutet als Sinn ,zwischen Tür und Angel bringen‘, Gr. vermutet Ableitung von ''Thüringen''. ● Bereits bei Hans Sachs als ''dürengeln'' belegt: ''o geh nur hin hin, du galgenschwengel, / du dölp, eh das ich dich dürengel''. (DWB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durch, dürch''' ● ''durch'', ''dorch'', Kassel 19., 20. Jh.; ''derch'' (&amp;lt; ''*dürch''), vielfach im übrigen Niederhessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchbringisch''' ● ''derchbrengsch'' ,verschwenderisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchflammen''' ● ''dérchflammen'' ,verprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchmusen''' ● ''dérchmüsen'' ,durchwühlen, durchsuchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchnaß''' ● ''dérchnaß'' ,durch und durch naß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchrustern''' ● ''dérchrosdern'' ,durchrosten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchschlupfern''' ● ''dorchschlubbern'' ,hindurchschlüpfen‘, ''sich dorchschlubbern'' ,sich kümmerlich durchschlagen, durch eine schwierige Situation kommen, evtl. schlau, unauffällig, ohne größere Blessuren‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchsieren''' ● ''dérchsieren'', Part. Perf. ''derchjesorren'' ,durchseihen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Wird bei Hm. 1926 unter „durchsieden“ geführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchwackeln''' ● ''dorchwaggeln'' ,verprügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchwalken''' ● ''durchwalgen'' ,verprügeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchwamschen''' ● ''dérchwamschen'' ,durchprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchwichsen''' ● ,verschwenden; verprügeln‘ , Kassel (Gr. 1894); ,verprügeln‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''turmelig''' ● ''dormelech'' ,taumelnd, schwindlig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''turmeln''' ● ''dormeln'' ,taumeln, sich schwankend bewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''turmeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Turn''' m. ● ''Dorn'' ,Turm‘, neben dem häufigeren ''Dorm'' (''o'' beidemale geschlossen), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dürrländer''' m. ● ''Derrlanger'' ,abgemagerter, flinker Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dürrlitz''' m. ● ''Derrlitz'' ,dürre, kleine Person‘, Kassel (Gr. 1894), ''Derrlatz'' ,magerer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dürrlitzig''' ● ,von magerer, schmächtiger Statur‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''duspeln''' ● ''düsbeln'' ,schläfrig sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dust''' m. und s. ● ''där Dust'' ,schläfriger, träumerischer Mensch‘ (Gr. 1894), ,jemand, der schwer von Begriff ist‘, Kassel 20. Jh.; ''das Düst'' ,dumme Frauensperson‘, meist: ''dommes Düst'', Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tütchenskrämer''' ● ''Diddchenskremer'' ,Tütenkrämer, Kleinkaufmann‘, Kassel (Gr. 1894); ''Dittchenskrämer'' ,kleiner Kaufmann‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tute''' ● ''Dudde'' ,Tüte‘, übetragen: ,Falte‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''Düdde'' ,Tüte‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Die Bluse macht Dudden'' ,schlägt Falten (wo keine hingehören)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tutehorn''' ● ''Duhdehorn'' ,Horn zum Tuten, Nachtwqächterhorn‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tuten''' ● ''dudden'' ,fälteln, in tütenförmige Falten legen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tuten''' ● ''duden'' ,auf dem Tutehorn blasen, ins Horn stoßen; ein Tutgeräusch hören lassen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''duden'', auch ''düden'', ,blasen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dutschel''' f. ● ,Schatz, Schätzchen‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Du bist minne liewe Dutschel'', ''minn liewes Dutschelchen''. Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch „Drutschel“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dutscheln''' ● ''dutscheln'' ,herzen, küssen, ans Herz drücken‘, Kassel (Gr. 1894), ''dütscheln'' ,saugen, lutschen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Duttelding''' ● ''Düddeldänk'' ,kleine, zierliche Person, kleiner Gegenstand‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''duttelig''' ● ''duddelich'' ,unbeholfen; sich unsinnig beschäftigend‘, Kassel (Gr. 1894); ''düddelech'' ,klein, zierlich, winzig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dutteln''' ● ''duddeln'' ,sich unbeholfen benehmen wie ein kleines Kind‘, auch: ,sich mit Spielarbeit beschäftigen, unsinniger Beschäftigung nachgehen‘, Kassel (Gr. 1894); ''düddeln'' ,eine Arbeit an winzigen Gegenständen verrichten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Duttelpeter''' ● ''Duddelbeder'' ,jemand, der fast so unbeholfen ist wie ein kleines Kind, der ohne Sinn herumhantiert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dützchen''' s. ● ''Ditzchen'' ,weibliche Brust‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dutzekopf''' ● ''Dutzekobb'' ● ''Hemme-hemme-Dutzekobb!'' sagt man zu Säuglingen beim Schäkern, indem man bei der Silbe ''Dutz'' mit der Stirn sanft an die des Kindes stößt. Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dutzelig''' ● ''dotzelech'' ,schwankend, schwindlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dutzeln''' ● ''dotzeln'' ,hin und her schwanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dutzen''' m. ● ''Dutzen'' ,Zitze, Brüste, Euter‘, im Hersfeldischen üblich (Vil. 1868); ''Dützen'' ,Euter‘, Oberellenbach (Hm. 1826).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch A – D'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_I_%E2%80%93_L</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L</title>
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				<updated>2015-01-20T09:59:40Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
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:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''I.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Icke''' f. ● ,Frosch‘, Schwalm (Pfs. 1886). ● Pfs. vermutet als Vorform *''Ücke'', verweist auf bair. ''Aukchen'', ''Auchen'' (Pfs., S. 305).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ickengeschlicker''' ● ,Froschlaich‘, Schwalm (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Icker''' m. ● ,Muscheltier‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ickermulde''' f. ● ''Ickermulle'', ''Ickermüllchen'', Pl. ''Ickermüllerchen'' ,Schale der Flußmuschel‘, d.h. die Mulde, in der sich der Icker befindet, an der Schwalm (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ickern''' ● ,necken‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''iggern'' ,necken‘, Kassel 20. Jh.; ,necken, ärgern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Iewest''' ● ''Iwest'' n. ,leinener viereckiger Einsatz n der Vorderseite des Unterrocks Verheirateter‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Iewest'' ,andersfarbiges, in die Vorderseite des Rockes vom Frauenkleide eingenähtes, wie eine Schürze aussehendes Stück Zeug', Kassel (Gr. 1894). ● Der Iewest, mir nur als Maskulinum bekannt, war der Einsatz im (Trachten-)Rock (nicht des Unterrocks), der durch die Schürze verdeckt wurde. (Gt.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''iewest''' ● ''iebes'' (''iewes'', ''iewest'') ,einigermaßen, nur etwa‘, Niederhessen, mit anderen Lautungen und Formen in ganz Hessen (Vil. 1868); iwewes, iewest ,irgendwie, wo nur immer‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''iewest'' ,irgendwie, halbwegs‘, Kassel (Gr. 1894); ''iewest'' ,irgendwie, einigermaßen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''iewesthand''' ● ''iebesthand(s)'' ,zuweilen, mitunter‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''iewesdhaant'' ,häufig, öfters‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''illern''' ● Siehe ''eulern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Imbiß''' m. ● ''Immes'' ,Schmaus‘, Ziegenhain, Oberhessen (Vil. 1868); ''Emmes'' ,geselliges Schmausen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''indärlich''' ● ''indärlech'' ,sanft, treuherzig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. (1868) verzeichnet das Wort für Niederhessen nicht, allerdings als ''indüerlich'' ,mitleiderregend, eindringlich‘ für Schmalkalden und als ''indellig'' für Bereiche südlich des Niederhessischen; er sieht darin ein *''inteuerlich'' ,sehr teuer‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ineinander''' ● ''innanner'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); übertragen: ,aufgeräumt, lebhaft‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''innanner sinn'' ,(sehr) zuvorkommend sein‘, scherzhaft, Steigerung: ''innanner sinn wie Schuhwichse'' (Gr.). ''Hä äs innanner wie ‘ne Kährberschde''. ,Er ist in freudiger Erregung.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''infamicht''' ● ,abscheulich, niederträchtig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ingescheit''' ● ,sehr gescheit, pfiffig‘, äußerst üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''inzweiern''' Adj. ● ''innzweiern'' ,entzwei, zerbrochen, kaputt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''innzweiernes Dibbchen'' ,zerbrochenes Töpfchen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''inzweimachen''' ● ''innzweimachen'' ,entzwei machen, zerbrechen, kaputtmachen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ippen''' ● ''ebben'', ''ibben'' ,kurzen, heftigen Schmerz empfinden‘ (z. B. bei Stoß), ,jucken, brennen‘ (z. B. bei Brennesselberührung, Insektenstich), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Irrgewirr''' n. ● ,Durcheinander‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Irrwisch''' m. ● ,Irrlicht‘, üblichste Benennung, auch: ,unruhige hn und her fegende Person‘ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itsche''' f. ● ,Kröte‘, in Althessen die alleinige Bezeichnung (Vil. 1868); ,Eidechse‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kröte‘, Kassel (Bennecke 1904), ,Kröte, Frosch; zickiges kleines Mädchen‘, Kassel 20. Jh.; ,Kröte, Frosch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Du kleine Idsche'', schwaches Scheltwort, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).  ● Vil. sieht zu Recht in ''Itsche'' entrundetes *''Ütsche'', verweist auf Marburger Hexenprozeßakte 1633: ''Die fraw Eyla hab ein stecken genommen, vnd in ein vtsche oder kröte gestochen.'' Pfs. (1886) verweist auf oberhess. ''Eutsche'', das langes ''ü'' voraussetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itschenditsch''' ● ,das Junge von einem Hasen und einer Ente‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itschengegritsche''' n. ● ''Idschenjegridsche'' ,Froschlaich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itschenquitsch''' m. ● Bezeichnung für ein itschiges Kind, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''itschig''' ● ''itschich'' ,zickig, zänkisch‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itzelei''' ● ,Zänkerei, Keiferei‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''itzeln''' ● ,necken‘ (Vil. 1868); ''sech itzeln'' ,miteinander zanken, keifen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''J.,''' siehe auch '''G.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''jacken''' ● ''jaggen'' ,schnell fahren‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''karjäckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jackern''' ● ,schnell reiten, schnell fahren‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868). ● Vgl. ''karjäckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jagden''' ● ''sech jochden'' ,sich spielend necken, sich neckend umhertummeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jahn''' ● ''Jahne'' f. ,die Reihe, Linie, Strich Arbeit, z.B. beim Kornschnitt, im Heumähen, gerade vor sich hin bei dem, was man sich davon vorgenommen hat‘, in Hessen allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''John'' m., Pl. ''Jehne'' (Dim. ''Jehnchen'') ,bestimmte Arbeitsfläche; Ackerabschnitt, der zu bearbeitet ist‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''in einer Jahne stehen'' ,in gerader Linie stehen‘, z.B. Bäume, aber auch von Menschen gebräuchlich (Vil.); ''fär Johne hen'' ,vor Jahne hin, der Reihe nach‘ (Hm.); ''zejohnehenne'' ,ziemlich, (so) einigermaßen‘, Kassel (Gr. 1894), ''zijohne'' ,langsam‘, Kassel (Lüttebrandt 1919). ● Nach Vil. ursprünglich maskulin, er verweist auf mhd. ''jân''; in Hessen „durchgängig“ feminin – was kaum stimmen kann, vgl. Oberellenbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jähnen''' ● ,gähnen‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jahren''' ● ''sech johren'' ,sich finanzielle erholen, zu Mitteln kommen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jammer''' ● ,Heimweh‘, Balhorn (Sl. 1901); ,Jammer‘, selten, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jammern''' ● ,seufzen, klagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''jimmern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jären''' ● ,gären‘, Kassel (Gr. 1894); ''jären'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jätehäckchen''' ● ''Jädehäckchen'', übertragen: ,hervorstehendes, meist aufwärts gebogenes Kinn‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jährehäggchen'' ,kleine Hacke zum Ausjäten des Unkrauts‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jätsch''' m. ● ''Jädsch'' ,einer, der die Schuhe schief tritt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jätschen''' ● ''jädschen'' ,die Schuhe schief treten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jauker''' ● ''jauger'' ,teuer, gefährlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jaunern''' ● ,winseln (von Menschen und Hunden), beständig nörgeln (von Kindern)‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ,Schmerzlaute von sich geben, weinerlich klagen‘, Kassel (Gr. 1894), ,Schmerzlaute von sich geben (von Menschen und Hunden)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jembern''' ● etwa: ,kläglich, sich sehnend, armrudernd herumgehen‘, Kassel (Gr. 1894) ● Vgl. ''embern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jende''' ● ''dulle Jende'' ,Frauenzimmer, das kein gesetztes Benehmen hat‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jetzunder''' ● ''jitzunner'' ,jetzt‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ''jetzunner'', Kassel (Gr. 1894), ''itzund'', ''gitzund'', ''itzunder'', ''gitzunder''. ● Kürzere Formen: ''jitzt'' (hauptsächlich für ,jetzt‘), Kassel; ''itz'', ''gitz'', ''itzet'', Balhorn (Sl.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jexe''' ● ,Hiebe, Schläge‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jexen''' ● ,hauen, schlagen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jicht''' f. ● ,Gicht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jichtbeere''' ● ,schwarze Johannesbeer‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jichtig''' ● ,eifrig (im Schaffen), jähzornig‘, Gegend von Felsberg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jimmern''' ● ,kläglich, mit einem hohen Ton jammern, winseln‘, ganz Althessen (außer dem niederdt. sprechenden Teil) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jippe''' f. ● ,Kippe; schwankendes Ende‘ (daneben auch ''Kippe'' gebräuchlich) Kasseler Gegend (Pfs. 1886);  ''Jebbe'' ,Kippe‘, Kassel (Gr. 1894). ●  ''uff der Jeppe stehn'' ,auf der Kippe stehen, vor dem Bankrott, vor der Katastrophe stehen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jippe''' f. ●  ''Jebbe'' ,Knabenschlitten‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jippen''' ● ,schwanken, schaukeln‘, Kasseler Gegend (Pfs. 1886); ''jebben'' ,kippen, rasch aus dem Gleichgewicht fallen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jippen''' ● ,Schlitten fahren, wie die Kinder es tun‘, östl. Hessen (Waldkappel) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jippen''' ● ,hell pfeifen‘, von Rädern oder Maschinen, deren Teile sich mit schrillem Ton reiben, Hersfeld (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jirscht''' m. ● ''Jirsch'' ,Schaum, welcher sich beim Gären bildet‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Jirscht'' ,Schaum‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hingegen in Kassel ''Girscht'' (s. d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Juchtelfuchtel''' m. ● ,Schnaps‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jü''' ● Zuruf an das Zugvieh, um dasselbe zum Fortgehen anzutreiben, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''juckeln''' ● ''juggeln'' ,unruhig sitzen, dabei mit dem Stuhl ruckeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''juckern''' ● ,unruhig, erschütternd sitzen‘, Kasseler Gegend (Pfs. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jücken''' ● ''jeggen'' ,jucken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jüde''' ● ''Jidde'' ,Jude‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Balhorn (Sl. 1901); ''Jerre'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jüdenmensch''' n. ● ''Jerrenmönsch'' ,Jüdin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jüdschen''' f. ● ''Jedschen'' ,Jüdin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jumfter''' f. ● ''Jumfder'' ,Jungfer‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jomfder'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''juppern''' ● ''jubbern'' ,unruhig auf etwas sitzen, wie mit Ungeduld sich zum Fortgehen anschicken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''K.,''' siehe auch '''G.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Kabe''' f. ● ,Spreu‘, Niederhessen, nördl. von Fritzlar; an der Schwalm, Amt Frankenberg (Vil. 1868); ''Kowe'' ,Spreu; auch der Spreu ähnlich sehende Teile des Kerngehäuses von Kernobst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kabefresser''' ● ''Kawefresser'' ,jem. der aus Geiz karge Kost genießt; Geizhals‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kowenfrasser'' ,Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kabehals''' ● ''Kawehals'', wie ''Kabefresser'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kabig''' ● ''kawich'' ,geizig, aus Geiz kargend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kabores''' ● ,entzwei, zerstört, kaputt‘, Kassel (Gr. 1894). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kächzebeutel''' ● ''Kächzebiedel'' ,einer, der viel hustet, keucht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kächzen''' ● ,stark stark husten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kahre''' f. ● ''Kohre'' ,Kehre; Wendung mit dem Fuhrwerk, Krümmung des Weges‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kahren''' m. ● ''Kahren'' ,Karren‘, Kassel (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''Korrn'' (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalátsche''' f. ● ''Kalaadsche'' ,eine, die tratscht, alles ausplaudert, Klatschbase‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kalöhdsche'' ,Klatschbase, Schwätzerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Karbatsche''.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''kalátschen''' ● ''kalaadschen'' ,tratschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''kalöhdschen'' ,über jemanden etwas in tadelnder Weise sprechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''karbatschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kälbern''' ● 1) ,sich erbrechen‘, sehr üblich, 2) ,Possen treiben, alberne plumpe Scherze machen‘, ziemlich üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalch''' ●  ,Kalk‘, Hessen (Pfs. 1886), Kassel (Gr. 1894); hingegen ''Kalk'' in Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalfakter''' ● ''Kalfacter'' ,jemand, der überall herumstreicht, horcht, zuträgt und ausplaudert; Spion‘, Schimpfwort (Vil. 1868); ''Kalfagder'' ,Person, die überall herumstreicht, Aushorcher, Zuträger‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kalfaktern, kalfatern''' ● ''kalfactern'' ,überall herumlaufen, horchen, zutragen und ausplaudern‘, oft scherzhaft (Vil. 1868), ''kalfagdern'' ,die Leute aushorchen, ihnen etwas zutragen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''kalfadern'' ,alles auskundschaften‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalopp''' ● ,Galopp‘, Kassel (Gr. 1894), ,schneller Ritt, schnelle Fahrt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kaloppieren''' ● ''kallebieren'' ,galoppieren‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''kallebierende Uszehrunge'' ,galloppierende Schwindsucht‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalummer''' ● ''Kalummer Vauhl'', ''Kalummer'' m. ,Kanarienvogel‘, üblich, Nierhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kamasche''' ● ''Kamasche'' ,Gamasche‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kamösche'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kammbank''' ● Siehe ''Kannbank''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kanal''' s.(!) ● ,Kanalschacht und dessen Deckel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kandel''' f. ● ''Kanel'', ''Kenel'', „jetzt gewöhnlich Kandel gesprochen“, ,Röhre, besonders Dachrinne, Dachröhre‘ (Vil. 1868); ''Kannel'' ,Dachrinne, auch Abfallrohr‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kaanel'' ,Straßengosse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kannbank''' m.(!) ● ''Kannbank'' m., gesprochen ''Kammbank'', ,an der Stubenwand in Manneshöhe angebrachtes Brett, zur Ablage von Bierkrügen, Gläsern, Tassen und Büchern; an der Unterseite des Kammbanks Hakenleiste zum Aufhängen von gesponnenem Garn und Bekleidungsstücken‘, östl. Hessen (Vil. 1868); ''Kammbank'' ,Gerätesims in Küchen und ländlichen Stuben‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''Kammbank'' ,Küchenrepositur‘, Kassel (Gr. 1894), ''Kammbaank'' m. ,an der Wohnzimmerwand angebrachtes Brett, auf dem allerlei kleine Gegenstände aufgestellt werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Pfs. bezweifelt Vil.s (naheliegende) Annahme, daß das Vorderglied als ''Kann(e)'' zu deuten sei; er sieht darin ''Kamm'' und faßt das damit gebildete Kompositum bildlich auf. Mhd. ''banc'' ist fem., aber auch mask., insofern erklärt sich ''der Kannbank''; die Bildung dürfte sehr alt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kannbanksläufer, -laufer''' ● ''Kammbanksläufer'' ,kleiner, unverständiger und zu Geschäften unbrauchbarer Knabe‘, östl. und inneres Hessen (Vil. 1868); ''Kammbankslaufer'' ,Lohnläufer; einer, der sich mit kleinen Aufträgen mühsam durchschlägt‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kammbangsleefer'' ,jemand, der sich die Gunst von anderen zu erwerben weiß, indem er ihnen allerlei kleine Dienste erweist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kannbrett''' ● ''Kambret'', entspricht ''Kannbank'', Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kappenieren''' ● ''kabbenieren'' tr. ,zerbrechen, entzweischlagen; erschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kaprisig''' ●  ''kabrísech'' ,kapriziös, launenhaft, auffahrend, jähzornig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kapuster''' m. ● ,dicker, kurzer Mensch‘, besonders von einem dicken Kind gesagt, scherzhaft, überall verbreitet (Vil. 1868); ''Kabuster'' ,pausbäckige, robuste Person‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vil. vermutet Herkuft von russ. ''Kapustra'' (''Kappus'' ,Weißkraut‘), also Vergleich mit einem Kohlkopf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karbatsche''' f. ●  ''Karwaatsche'' ,aus ledernen Riemen geflochtene Peitsche mit lederüberzogenem Stiel‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vil. (1868) erwähnt zwar ''Karbatsche'', gibt aber keine Bedeutung an, das Wort sei bekannt, aber nur wenig geläufig, meist im östl. Hessen. Nach Gr. von französ. ''cravache'' ,Reitpeitsche‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karbatsche''' f. ● ''Karwöhdsche'' ,Schwätzerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ist wohl ''Karbatsche'' ,Peitsche‘ mit Bedeutungsübertragung von lautlich ähnlichem ''Kalatsche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karbatschen''' ● ''karwaatschen'' ,(ver)prügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karbatschen''' ● ''karwöhdschen'' ,überall umherlaufen, um zu plaudern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''kalatschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karch''' m. ● ''Korch'' ,starker Husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karchen'''  ● ''korchen'' ,stark husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karges'''  ● ''karges machen'' ,Schaden stiften‘, auch: ,listig jemandes Vorhaben vereiteln‘, Felsberg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karjäckerchen''' ● ,Träbchen, kleiner kurzer Trab‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karjäckern''' ● ,traben, laufen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. ''jacken'', ''jackern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karmenade''' ● ,Karbonade‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karnette''' f. ● ''Karnette'', gewöhnlich: ''Karnettchen'', ,Weibermütze‘, diese wurde getragen in Kassel (von älteren Bürgerinnen) bis gegen 1830 und „jetzt“ noch in der näheren Umgebung von Kassel (Vil 1868);&lt;br /&gt;
''Karnette'' ,Spitzbetzel‘ (Pfs. 1886); ''Karrnedde'' ,steife und spitze Haube der Bäuerinnen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Aus französ. ''cornette'' ,Haube der Frauen‘ (Gr.). ● Siehe ''Spitzbetzel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karnuffeln''' ● ''karnuffeln'', ''karnüffeln'', 1) ,stoßen, prügeln‘; besonders „stumpen“ mit Faust oder Ellenbogen, allgemein üblich; 2) ''karniffeln'' ,mit dem Kinderschlitten fahren‘, Gegend von Philippsthal-Kreuzberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kartenrätscher''' ● ''Kaardenrätscher'' ,leidenschaftlicher Kartenspieler‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kartuffelschnipper''' ● ''Gordüffelschnebber'' ,geröstete Kartoffelscheibe‘, beliebt als Zuspeise zum Morgenkaffee, besonders im Winter, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''käsen''' ● ,klatschend werfen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kassel''' ● redensartlicher Spaß, Niederhessen: „Man hebet Kinder hoch, indem man ihren Kopf bei Ohren zwischen Hände nimt, um ihnen angeblich ,Kassel zu zeigen‘.“ (Pfs. 1886) ''Ech wäll dä moh Kassel wiesen!'' Mit diesen Worten pflegt man kleine Kinder am Kopf hochzuheben. Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel, 20. Jh., heißt die Frage an kleine Kinder: „Soll ich dir mal den Herkules zeigen?“ Bei Bejahung folgt dieselbe schmerzliche Prozedur. ● Siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kastaniel''' f. ● ''Kastanjel'' ,Kastanie‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ''Kastanchel'', ebd. (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''Gresdanjel'' (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kastrullbursche''' ● ,Köchin, Küchenmädchen‘(!), scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kastrulle''' f. ● ''Kastrulle'' ,Kasserolle‘, Kassel (Gr. 1894);  ''Kasdrolle'' ,kleiner Blechtopf mit Stiel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''casserole'' ,Tiegel, Schmorpfanne‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käte''' f. ● ''Käde'' ,Schweinsklaue‘, Kassel (Gr. 1894), ''Käden'' ,Schuhe‘, Kassel 20. Jh. (z.B. Bennecke 1904); ''Keede'' f. ,Klaue der Wiederkäuer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die Oberellenbacher Form paßt im Vokalsimus nicht zu der Kasseler Form; Hm. führt sie denn auch unter dem Stichwort ''Köte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''katern''' ● ''kodern'' ,vertraulich miteinander verkehren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kathrine''' ● ,Katharina‘ ● ''De schnelle Katriene'' ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894); diese Wendung muß früher sehr üblich gewesen sein, denn Gr. merkt an: „Einziger Fall, wo der Kasseläner ''schnell'' gebraucht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kätschel''' f. ● ''Kädschel'' ,Mund‘, verächtlich; übertragen: ,Schwätzerin, Person, die dauernd nörgelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kätscheln''' ● ,die Schuhe schieftreten‘, Amt Schönstein, Jesberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kätscheln''' ● ''ketscheln'' ,langsam kauen‘, untere Eder (Pfs. 1886); ,ohne Appetit essen, an etwas herumkauen‘, Kassel 20. Jh.; ''kadscheln'', dasselbe, und übertragen: ,dauernd dummes Zeug reden, dauernd verdrießlich mäkeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kätschelschlette''' f. ● ''Kädschelschlädde'' ,Person, die dauernd unvernünftiges Zeug redet, dauernd nörgelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schlette''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kätschen''' ● ''kädschen'' ,langsam und ohne Appetit an etwas herumkauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Katzenfleisch''' ● ''Katzenfleesch'' ,sehniges Fleisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kauchen''' ● ''kauchen'', gesprochen meist ''kuhchen'' ,niederkauern, niederhocken‘ (Vil. 1868; Vorkommen nach ihm: Oberhessen); ''kuchen'' (''u'' kurz) ,kauern, hocken‘, Kassel (Gr. 1894); ''sech küchen'' (''ü'' kurz) ,sich niederkauern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaule''' f. ● ''Kule'', ''Kaule'' ,Grube‘, im niederdt. sprechenden Niederhessen und fuldaaufwärts bis in die Gegend von Rotenburg vorkommend (Vil. 1868); ''Kulle'' ,Kuhle, Grube, Mulde, Vertiefung‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaule''' ● Siehe auch ''Kulle''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaulert''' m. ● ''Kullert'' ,Kaulbarsch, kleiner Fisch mit Rückenstacheln‘, Kassel (Gr. 1894); ,kleiner, dunkler, häßlicher Stachelflosser‘, ebd. (Lüttebrandt 1919). ● ''Kullert'' &amp;lt; ''Kuller'' + mit Dentalzusatz wie ''Koffert'', ''alst'', ''ebend'' u.a.m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käutchen''' ● ''Kiddchen'' ,Backengrübchen‘, wörtlich: ,kleine ''Kudde'' (''Kaute'')‘, Kassel (Gr. 1894). ● Redensart ''En Kittchen im Backen, en Schelmen im Nacken.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaute''' f. ● ''Kaute'', ''Kutte'' ,Grube, jede Vertiefung‘ (Vil. 1868); ''Kudde'' ,kleine Grube‘, Kassel (Gr. 1894); ''Küdde'' ,Grube, Vertiefung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaute''' f. ● ''Kaute'', ''Kutte'' ,der in einen runden mit einer Spitze versehene Knäuel zusammengedrehten gehechelten Flachses, bereit zur Verarbeitung am Spinnrad‘ (Vil. 1868); ''Kudde'' ,Zopf, Bund (Garn, Flachs), kleine Garbe‘, Kassel (Gr. 1894); ''Küdde'' ,kegelförmig zusammengedrehtes Bündel gehechelten Flachses‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''käuweln''' ● ,kauen‘, niederhess. (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käuzchen''' ● ''Kützchen'' ,die Gestalt eines zusammengekauerten Menschen‘, Niederhessen (Vil. 1868). ●  Redewendung ''Kützchen machen'', ''Kützchen sitzen'' ,niederkauern, sich zusammenkauern‘ (Vil. 1868); ''en Kitzchen machen'' ,in gekauerter Haltung auf dem Eis schurren (''glieden'')‘, Kassel (Gr. 1894), ,niederkauern, sich in die Knie herablassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''kauzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kauzen''' ● ''kuzen'' ,kauern, hocken‘, ''sich kuzen'' ,sich hinhocken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Vil. hat das Wort nicht, verweist aber unter ''Kützchen'' auf verwandtes ''kauchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käwweler''' ● ,jem., der käwwelt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kawweln, käwweln''' ● ''kabbeln'', ''käbbeln'', ''kawweln'' ,beschwerlich (zahnlos) kauen‘; an der Diemel: ,plappern, plaudern‘, abfällig (Vil. 1868); käwweln ,gehaltlos reden (wie aus zahnlosem Mund); mit vergeblichem Speichelaufwand an etwas herumbeißen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Frequentativum von ''kauen'' (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kehrdreck''' ● ,Kehricht‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kährdräck'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kehr''' f. ●  Nur in den Redensarten ''üsser der Kehr'' ,außer der Kehr, abgelegen‘, ''von enger Motz Kehr'' ,von einer Mutz (Schwanz?) Kehr, plötzlich, unerwartet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''keilen''' ● tr. ,(an)treiben, drängen; durch unverschämte Lockungen herbeiziehen‘ (Vil. 1868); ''kielen'' tr. ,jem. zu etwas drängen, andauernd mit Bitten belästigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zu ''Kiel'' ,Keil‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keipe''' f. ● ,Tasche‘, in Niederhessen bis Hünfeld ausschließliche Bezeichnung; ''Tasche'' auf dem Land vielfach unverständlich (Vil. 1868); ''Kibbe'' ,Tasche an der Bekleidung‘, Kassel 19., 20 Jh., auch: ,Umhängetasche‘ (Gr. 1894); ''Kibbe'' ,Tasche (am Kleid)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Kiepe'' im niederdt. (nördlichen) Niederhessen, ''Keipe'' in Oberhessen (Vil. 1868). ● Früher hess. Beleg: „Sie [die Indios] tragen jhre Kinder auf dem rücken, in ''keipen'' von Baumwollen garn gemacht“, so Hans Staden 1567; als Homberger hat er sicherlich ''Kiepen'' gesprochen und das Wort regelhaft hochdeutsch umgesetzt (Aussprache mit Vokalkürzung, ''Kibbe'', erst nach dem 16. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keipengeld''' ● ''Kibbengalt'' ,Taschengeld‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kelleresel''' m. ● ,Kellerassel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kalleräsel'' m., dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kersche''' f. ● ,Kresse, Brunnenkresse‘, ganz Althessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kesper''' f. ● ,Kirsche‘, in ganz Niederhessen die ausschließliche Bezeichnung, nie ''Kirsche'', ''Kersche'' (Vil. 1868); ''Kesber'', dasselbe, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Lüttebrandt, Kassel, bezeichnet 1917 ''Kesbern'' als „bäurisch“, d.h., in Kassel war zu seiner Zeit ''Kesper'' wohl bereits weitgehend durch hochdt. ''Kirsche'' ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kesselwurst''' ● ''Kässelworscht'' ,Leberwurst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keuchbeutel''' ● ''Kichebiedel'' ,einer, der viel keucht, hustet‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. auch ''Kichhusten'' ,Keuchhusten‘ (Gr.). Das beiden Begriffen zugrunde liegende Verb *''kichen'' ,keuchen‘ wird von Grassow nicht aufgeführt, scheint also in Kassel im 19. Jh. bereits erloschen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''keuchen''' ● ''kichen'', bezeichnet auch den Anfall jähzornger Kinder, die rot und keuchend vor Erregung plötzlich in einen Starrkrampf verfallen, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keule''' ● ''Kiele'' ,großes Stück Fleisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kiebitzchen''' ● Pl. ''Kiewitzerchen'', Kassel (Lüttebrandt 1917). ● ''de Kiwiddzerchen hieden'' ,die Kiebitzchen hüten‘, d.h. ,müßig zu Hause bleiben‘ (Lüttebrandt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kienrauch''' ● ''Kinnröhch'': ,Kienruß, schwarze Farbe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kilsen''' ● ,klatschend werfen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kippe''' ● Siehe ''Keipe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kippes''' ● gleichbedeutend mit ''Fickfacker'' ,Schwänkemacher, Aufschneider, Betrüger‘, Schwalm (Pfs.1, 1889). ● Pfs. weist auf Vickvecker hin, vermutet Ableitung von  „Kippe, Keipe, d. ist Tasche oder Vicke, für einen der gleichsam in der Tasche spielt, seine Wippchen macht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kirmese''' f. ● ''Kirmes'' ,Kirchmesse, Kirchweihfest‘, ganz Althessen (Vil. 1868); ''Kirmese'' ,Kirmes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kermese'' ,alljährlich im Herbst stattfindendes Volksfest‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kissenzieche''' f. ● ''Kessenzieche'' ,Kissenüberzug‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kitzen''' ● ,junge Katzen zur Welt bringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Zieche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klabuster''' m. ● ''Klawuster'' ,zähes Klebrig-Breiartiges, z.B. klebriger Schmutz, zäher Leim, Kleister‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klabusterbeeren''' Pl. ●  ,Hämorrhoiden‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klabustern''' ● ''klawustern'' ,die Hände in Klebrig-Breiartigem bewegen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klabustrig''' ● ''klawusterich'' ,zäh-klebrig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klackern''' ● ''klaggern'' ,kleckern‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klackerpapier''' ● ,Löschpapier‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klacks''' m. ● ''Klaggs'' ,Klecks, geringe Menge‘, Kassel 20. Jh.; ,Klecks‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Du host wohl en Klaggs!'' ,Du bist wohl nicht bei Sinnen, bei Trost!‘ Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klacksen''' ● ,klecksen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Dä glaggsd’s wohl!'' ,Dir klackst es wohl! Du bist wohl nicht recht gescheit!‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläffen''' ● ''kleffen'' intrans. ,etwas offen stehen‘, trans. ,etwas öffnen‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); intrans. ,klaffen, auseinanderstehen (z.B Wundränder), einen Spaltbreit offenstehen (z.B. Tür, Fenster)‘, trans. ,etwas zum Klaffen bringen, einen Spaltbreit öffnen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gläffen'' ,nicht ganz geschlossen sein, halb offenstehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klambastern, klabastern''' ● ''klabastern'', auch ''klambastern'' ,sich unruhig bewegen‘, tr. ,jem. in unruhige Bewegung versetzen, hin und her treiben‘ (Vil. 1868);  ''klambastern'', ''klabbastern'' ,holprig gehen‘, auch: ,umständlich arbeiten‘, Kassel (Lüttebrandt 1917); ''glambasdern'' ,mühsam an etwas arbeiten, sich abquälen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Klabastern'' dürfte sicherlich Verkürzung aus ''klambastern'' sein; wenn ursprünglich, wäre die Aussprache ''klawastern'' (vgl. ''klabustern'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klambes''' m. ● ''Glambes'' ,plumper, schwerfälliger Mensch in Gangart und Ausdruck‘, Kassel (Gr. 1894), ''Klampes'', ebd. (Bennecke 1904); ''Glambest'' ,dicker schwerfälliger Mensch,  auch schwerfälliges Tier, unhandlicher Gegenstand‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klamm''' m. ● ''Glaam'' ,Emfindungslosigkeit der Finger‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klammerbeutel''' ● ''Klammerbiedel'' ,dürre Person, bestehend aus Haut und Knochen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klänen''' ● ''glähnen'' ,indiskret weitererzählen, was einem gesagt wurde‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläppern''' ● In der Redewendung ''en Ei kläbbern'' ,ein Ei aufschlagen‘, Kassel (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''glabbern'' ,kleppern, quirlen, mit dem Rührlöffel zerschlagen (Ei)‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klapperschiß''' ● ''Klabberschäß'' ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klapperschulden''' ● ''Glabberscholden'' ,kleine, geringfügige Schuldbeträge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klapperwerk''' ● In der Redewendung ''d’s Klabberwerk hon'' ,krankhaftes bzw. altersbedingtes Zittern haben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klärisch''' ● ''klährsch'' ,wählerisch‘ (nur im Hinblick auf Speisen und Getränke), ''net klährsch'' ,dreist, unverschämt zulangend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klaterig''' ● ,schmutzig und naß (Straße, Wetter, Angelegenheit)‘, in Niederhessen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klatern''' ● Siehe ''vullkladern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klatschen''' ● ''glödschen'' ,angeben, Anzeige machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kläuel''' m. ● ''Glöiwel'' ,Knäuel, Garnknäuel, derb-unförmige Masse‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von mhd. ''kliuwel''. ● Siehe ''Kluchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläuelig''' ● ''glöiwelech'' ,knäuelig, unförmig, schwerfällig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläueln''' ● ''glöiweln'' ,knäueln, zu einer wirren unförmigen Masse zusammenfügen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klaute''' f.● ''Klaute'', gesprochen ''Klude'', ''Kluide'' ,Quaste‘, östl. Niederhessen, z.B. Asbach (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kledasche''' f. ● ''Kledaasche'' ,Bekleidung‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kleiben''' ● ''gleewen'' ,mit Lehm verschmieren; dick auftragen (besonders vom Brotaufstrich)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klemensen''' ● ''klehmensen'' ,beim Essen nicht ordentlich zugreifen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klemenser''' ● ''Klehmenser'' ,einer, der beim Essen nicht ordentlich zugreift‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klemenzen''' ● ,allzu schleppend sprechen‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886). ● Wohl identisch mit ''klemensen''. Gemeinsame Vorstellung vermutlich: ,mit dem Mund langsam sein‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klemme''' f. ● ,ordinäre Wurst‘, Kassel (Gr. 1894), ,minderwertige Leberwurst‘, ebd. (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klemmhölzer''' ● ''Klemmhelzer'', übertragen: ,schiefe Beine‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klengen''' ● ,klingen machen; die Samenkapseln des Spätflachses auf einem Tuch in der Sonne ausbreiten, damit sie klingend aufspringen und den Samen fallen lassen‘ (Vil. 1868); ''glängen'', dasselbe, weiterhin: ,jem. ängstigen, quälen, zu etwas zwingen, mit Bitten in jem. dringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Die „Kliwwer“|'''Klieber''']] f. ● ''Klibber'', ''Kliwwer'' ,Splitter Holz zum Küchengebrauch‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Kliwwer'' ,abgespaltenes Holzstück‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), außerdem: ''die Kliwwern'' ,die Finger‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Glewwer'' ,gespaltenes Holzstück, fertig zum Gebrauch in der Küche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kliebern''' ● ''klibbern'' ,zerschlagen, in Stücke, zumal in Splitter schlagen oder zerbrechen lassen‘ (Vil. 1868); ''kliwwern'' ,Holzklötze in Klibbern schlagen; etwas zerbrechen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Früher Beleg bei Hans Staden aus Homberg (1567): ''kliebern'' ,(gefällten Baum) zu Kleinholz machen‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klimper''' f. ● ,kleine Gattung von Schossern, Murmeln‘, Kassel, in Pfs.s Jungenzeit gebräuchlich (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klimperklein''' ● ,äußerst klein, winzig‘ (Vil. 1868); ''klimberkleine'', Kassel 20. Jh. ● Variante in Oberellenbach ''klumperklein'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klingel''' ● ''Klengel'' ,Kaltpisse‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klinke''' f. ● ''Glingge'' ,Türklinke; Rockfalte, die von der Schneiderin in den Weiberrock gelegt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klittern''' ● ''kleddern'' ,kleckern, klecksen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klopfe''' f. ● ''Klobbe'' (Sg.) ,Schläge, Hiebe, Prügel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klopfechtig''' ●  ,''klóbbächdich''  ,zum Klopfen geeignet‘, z.B. von einem Gegenstand gesagt, der einen Hammer ersetzen kann, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe -''echtig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klöpfen''' ● ''klöppen'' ,mit nur einer Kirchenglocke läuten‘, Amt Frankenberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kloster''' ● ,Irrenanstalt‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''He eß riffe veors Kloster.'' ,Er ist fürs Irrenhaus reif.‘ (Sl.) ●  Bedeutungserweiterung bzw. -verschiebung, da die Klöster Merxhausen und Haina in Pflegeanstalten (Merxhausen für weibliche Schwachsinnige) umgewandelt worden sind (Sl.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klosterbruder''' ● ,Verrückter, Narr‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klosterschwester''' ● ,irrsinige Frauensperson‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klotz''' ● wie hd., dazu: ,Absatz‘, Schwalm (Pfs.1, 1889). ● ''Klötz schlahn'', schwälmerische Eigenheit beim Tanze, indem zum Takte der Musik mit dem rechten Absatz an den linken geschlagen wird, der Brauch ist nahezu geschwunden (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klotzen''' ● ,schlagen, klopfen in einzelnen Stößen oder Schlägen (Pulsschlag, Klopfen bei Geschwüren, zumal am Finger)‘, Oberhessen (Vil. 1868), Schwalm, in Redewendung (Pfs.1, 1889). ● ''Du kreichst des Klotze, bannste net hörst!'' Schwalm. Pfs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[„Klowes“|'''Klowes''']] ● ''Klaus'', auch ''Klas'', gewöhnlich ''Klowes'', Abkürzung von ''Nikolaus'' (Vil. 1868); ''Klowes'' ,ein massiver, tölpelhafter Mensch, Balhorn (Sl. 1901); ''Klowes'' ,Tölpel, dummer, unbeholfener Mann oder Junge; ,zum Klowes-Abend (6. Dez.) verkleidetes Kind‘, Kassel und Umgebung 20. Jh.; ''Glowes'' ,St. Nikolaus; verkleideter Erwachsener, der am Abend des 6. Dez. zu den Kindern kommt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Klowes'', bis ins 18. Jh. in Niederhessen regulärer Vorname, so auch durchaus in den Kirchenbüchern zu finden, bis ins 19. Jh. übliche Rufform für ''Nikolaus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klowes-Abend''' ● Ohne diesen Begriff zu nennen, führt Vil. aus: „Der Umzug des ''Klaus'', ''Klas'', ''Klowes'', ''Niklowes'' am 6. Dezember Abends ist noch jetzt in manchen Gegenden, namentlich in und um Hersfeld, Marburg, Kassel regelmäßig üblich; bis 1840 wurde derselbe noch häufig von Erwachsenen, auch noch mit dem alten Schläge-Austeilen und Nüsse-Werfen, vollzogen; seitdem ist der Umzug zu einer Kindermummerei und einem Gaben-Erbitten Seitens der vermummten Knaben herabgesunken.“ (Vil. 1868) ''Klowes-Owend'': Als ''Klöwese'' vermummte Kinder gehen von Haus zu Haus und erbitten mit dem Aufsagen kleiner Verschen Gaben, Kassel und Umgebung, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kluchen''' ● (''u'' kurz) ,Knäuel‘, z.B. ''en Kluchen Garen'' ,ein Knäuel Garn‘, Kassel (Gr. 1894). ● Eng verwandt mit ''Kläuel'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kluft''' f. ● ,Feuerzange‘,  „durch unser ganzes Gebiet“ (Pfs. 1886), Kassel (Gr. 1894). ● Nach Gr. ausdrücklich nicht ,Bekleidung‘; fehlt in beiden Bedeutungen in Niederellenbach (Hm. 1926); bei Vil. (1868) nicht verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klüftchen''' ● ,dünner, auch schlechter, abgenutzter Rock, besonders wird der Frack so bezeichnet‘, sehr üblich, besonders in den Städten (Vil. 1868); ''Kleftchen'' ,ärmliches Kleid‘, Kassel (Gr. 1894); ''Glefdchen'' ,schlechter abgetragener Rock, schlechter Anzug‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klumper''' ● ''glümber'' ,sehr klein‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klumperklein''' ● ''glümbergleen'' ,sehr klein, winzig, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Siehe auch ''klimperklein''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klunde''' f. ● ''Glonde'' ,liederliches Frauenzimmer‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klunder''' f. ● ,kotiger Ansatz am unteren Rand der Weiberröcke, auch Kotklumpen überhaupt‘, allgemein üblich (Vil. 1868), ''Klunner'', meist im Pl. ''Klunnern'' verwendet: ,kleine feuchte Klumpen, Schmutzklümpchen, Schmutzansatz am unteren Teil der Kleider, an Schuhen usw.‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Glönder'' ,Schmutzansatz am unteren Rand  des Frauenrocks, an der Wolle der Schafe, den Oberschenkeln des Rindviehs usw.; schmutziges Frauenzimmer‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ●  Siehe ''zuklundern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klundermarsch''' ● ''Klunnermarsch'' ,„landverlaufene“ Dirne‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kluppe''' f. ● ''Globbe'' ,Werkzeug mit verstellbarem Schieber zum Messen des Umfang des Baums‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Kluppe'' wird außer im speziell technischen Sinne nur metaphorisch gebraucht: ''einen in die Kluppe kriegen'' ,einen in seine Gewalt bekommen, um ihn zu bedrängen‘, sehr übliche Redensart (Vil. 1868); ''Klubbe'', nur in der Redewendung ''einen in der Klubbe hon'' ,jem. in die Enge getrieben haben, festgenagelt haben, in der Gewalt haben‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Knuppe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klutt''' m. ● ,ein halbgefüllter Sack‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klutzig''' ● ''klutzich'' ,klumpig gewordener Teig oder Kleister‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knabbeln''' ● ''knawweln'' ,knabbern‘, Kassel 19. Jh. (Jonas). ● Siehe ''knauweln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knäckern''' ● ''gnäggern'' ,ein knackendes Geräusch verursachen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knaffen''' ● ''gnaffen'' ,nach etwas schnappen; an etwas herumnagen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knallen'''  ● ''gnallen'' intr. ,knallen‘, tr. ,Beischlaf ausüben mit‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knapp''' ● ,knapp‘, in Kassel fast immer: ,kaum‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnapp'', als Adjektiv ,knapp‘, als Adverb ,kaum‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knappen''' ● ,mit der Geißel [Peitsche] knallen‘, an der mittleren Eder; ,sich den Knöchel vertreten‘, allgemen üblich (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knarbeln''' ● ,an etwas Hartem hörbar nagen‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knarchen''' ● ,knarren‘ (mit tieferem Ton als ''knirchen''), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatsch''' m. ● ,weicher Kot, besonders wie er sich bei Tauwetter bildet‘ (Vil. 1868); ''Knaatsch'' ,nasse, zähe Masse‘, insbesondere ,Straßenschmutz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), übertragen auch: ,Mißhelligkeiten, Dauerstreit‘, Kassel 20. Jh.; ''Gnaadsch'' ,Schmutz, Straßenschmutz‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knatschen''' ● ,weiche Gegenstände zerdrücken, in Weichem die Hände knetend bewegen; hörbar kauen‘ (Vil. 1868); ''knaatschen'' ,beim Essen schmatzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knatschig''' ● ''knaatschich'' ,feucht-schmutzig‘, vor allem in Bezug auf den Straßenzustand,  Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1984); ''gnaadschech'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatschwetter''' ● ,starkes Tauwetter mit Regen‘ (Vil. 1868); ''Knaatschwedder'' ,Wetter, das alles aufweicht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gnaadschwädder'' ,feuchtes, schmutziges Wetter‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatz''' m. ● ''Gnatz'' ,Krätze‘, in ganz Hessen die ausschließliche Bezeichnung; ,Grind, besonders Kopfgrind; schmutziger Geiz‘ (Vil. 1868); ''Gnatz'' ,Krätze, Grind‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● In der hess. Mundart wird mit geringen Ausnahmen ''Knatz'' statt ''Gnatz'' gesprochen (Vil.); Hm. führt ''Gnatz'' unter dem Stichwort ''Knatz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatzkopf''' ● ''Gnatzkopf'' ,Grindkopf‘, meist in übertragener Bedeutung gebraucht: ,eckiger, launischer, eigensinniger, unverträglicher Mensch‘, Tadel- und Scheltwort, allgemein verwendet (Vil. 1868); ''Gnatzkopp'' ,launischer, unverträglicher Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knaubeln''' ● ''knauweln'' ,knaupeln(!), knabbern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knäubeln''' ● ''gnaiweln'' ,mit zahlosem Mund kauen, langsam und mit Mühe kauen; beständog kleinlich, verdrießlich mäkeln‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneif, Kneip''' m. ● ''Kneif'' ,Messer‘; ''Kneif'' im Bereich von Fulda, ''Kniff'' ,Zulegemesser, Taschenmesser; schlechtes Messer‘ im östl. Hessen, ''Knipp'' in Hersfeld und weiter westlich (Vil. 1868); ''Kniff'' ,Messer‘, Kassel (Bennecke 1904); ''Gnipp'' ,schlechtes, stumpfes Messer‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kneipen''' ● ''knibben'' ,kneifen, zwicken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnibben'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneipkuchen''' ● ''Knibbkuchen'' ,Waffeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneipzange''' ● ''Gnibbzange'' ,Kneifzange‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneller''' m. ● ,Tabak übler Sorte‘ (Pfs. 1886); ,minderweriger Tabak‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knellern''' ● ''knällern'' ,Kneller rauchen; einen hohen Preis fordern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knepen''' Pl. ● ''Kneben'' ,Grillen, Launen, Tücken‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gneben'' ,hinterlistige Gedanken‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Es hot sinne Kneben.'' ,Die Sache hat ihre Tücken.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knerbeln''' ● ,unaufhörlich, in widerlichem, verdrießlichen Eigensinn ausdrückenden Ton tadeln‘ (Vil. 1868); ''knerweln'' ,nörgeln, halblaut unzufrieden vor sich hin reden, vor sich hin maulen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnärweln'' ,fortgesetzt vor sich hin knurren, in verdrießlicher Weise tadeln‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vil. verzeichnet ''knerbeln'' beim Stichwort „knarbeln“, sieht es wohl als Nebenform dazu an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knerbelpeter''' ● ''Knerwelpeter'' ,ein unaufhörlich in weinerlichem oder murrendem Tone sich beklagender Mensch, dem nichts rechtzumachen ist‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Gnärwelbeeder'' ,Nörgler‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knerren''' ● ''gnärren'' ,schreien (bei kleinen Kindern), Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetebart''' ● ''Knädebart'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnähreboort'' ,breit und langweilig redender Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetebeutel''' ● ''Knädebiedel'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894), ,einer, der durch dauerndes Daherreden nervt‘, ebd. 20. Jh.; ''Gnährebiddel'' ,breit und langweilig redender Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetemichel''' ● ''Knädemichel'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kneten''' ● ''knäden'' ,kneten; breit und langweilig reden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''kneten'' ,langsam und langweilig reden‘, Balhorn (Sl. 1901); ''gnähren'' ,kneten; breit und langweilig reden‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetepeter''' ● ''Gnährebeeder'' ,breit und langweilig redender Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetesack''' ● ''Knädesack'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetsch''' m. ● ,nasse, zähe Masse‘, insbesondere ,Straßenschmutz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Das ''e'' in ''Knetsch'' ist kurz, im Gegensatz zu dem langen ''a'' in dem verwandten ''Knatsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knetschen''' ● ,quetschen, zerquetschen‘ (Vil. 1868); ,(zusammen)drücken, quetschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''gnäddschen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Quetschen'', ''zerquetschen'' ist hingegen unüblich. (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetscher''' ● ,Weißbinder‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knettern''' ● ''gnäddern'' ,knattern, krachen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knick''' m. ● ''Knick'' ,kleine steile Anhöhe‘, in Nieder- und Oberhessen sehr üblich (Vil. 1868); ''Gneck'' ,Riß, Sprung, Bruch; kleine steile Anhöhe‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knickeln''' ● ''gneggeln'' ,in die Knie fallen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kniegurte''' f. ● ''Gniegorde'' ,Strumpfband‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kniehälsen''' ● ''gniehälsen'' ,erschlagen, um die Ecke bringen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knipsen''' ● ''knipsen'', ''knupsen'' ,mit Wackeln und Schossern schießen‘, Kassel (Pfs. 1886); ''knipsen'', wie hd., dazu: ,mit Wackeln schießen, sie abschnellen‘, Kassel um 1950. ● Siehe ''knupsen'', ''Wackel'', ''Schosse(r)''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knirchen''' ● ''knerchen'' ,knarren‘ (mit höherem Ton als ''knarchen''), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knittern''' ● ''kneddern'' ,knirschen‘, wie z.B. die Wagenräder auf gefrorenem Schnee, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knobelinchen''' ● ''Knowelienchen'' ,Knoblauchwürstchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knöchen''' ● ,peinigen, quälen‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knöpfding''' ● ''Knöppding'', Bezeichnung für die vom Mieder unterschiedenen Leibchen; Gegensatz zum ''Knöpfding'': das ''Ärmelding'', die blaue Jacke der Burschen, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knopfe''' f. ● ''Knopfe'', ''Knoppe'' ,Knospe; Finne im Gesicht‘, allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''Knobbe'' ,Knospe; Gesichtspickel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnobbe'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926); ''Knobbe'' ,Knospe‘, Lohne 2014.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knorschen''' ● ''gnoorschen'' ,mit den Zähnen zerkleinern‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knotenfurz''' ● ''Gnoorenforz'' ,kleiner Kerl, Dreikäsehoch‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel hingegen ''Furzknoden''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knoz''' m. ● ,kleiner, unansehnlicher Mensch‘ (Vil. 1868); ''Knooz'' ,kleines Kind‘, auch: ,ungewöhnlich kleiner Erwachsener‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gnooz'' ,kleiner Kerl‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knozen''' ● ,derb und unordentlich zusammendrücken, namentlich zusammenbinden; sich mit einer Sache abmühen, damit nicht fertig werden können‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''knozen'' ,sich mit (kleiner) Arbeit abmühen, Arbeit unsorgfältig verrichten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnoozen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuffelarbeit''' ● ''Knuffelarweit'' ,schwierig auszuführende (Hand-)Arbeit‘, Kassel 19., 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuffeln''' ● ,kleine Handarbeiten (pfuscherhaft) verrichten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuffig''' ● ''knuffich'' ,übertrieben, übermäßig‘ (z.B. Preis, Benehmen), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knullch''' m. ● ''Gnollch'' ,derber Schuh‘, auch: ,grober unhandlicher Gegenstand‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knullchen''' ● ''gnollchen'' ,derb stoßen, schlagen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knulle''' f. ● ''Knulle'' ,Knolle; großes Stück Brot, großer Knust‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnülle'' ,unförmig großes Stück Brot‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knülle''' ● ,hochgradig besoffen‘, beliebter, wohlmeinender Ausdruck, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''knille'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knullig''' ● ''knullich'' ,ungehörig groß, grob, unverschämt‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnollech'' ,übermäßig, übertrieben‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knüpftuch''' ● ''Knibbeduch'', Dim. ''Knibbediechelchen'' ,kleines Halstuch‘, Kassel 19. Jh. (Herzog, Gr. 1894), 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppe''' f. ● ''Knupe'', ''Knaupe'' ,Auswuchs am Körper, Beule‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppe''' f. ● ''Knubbe'' ,geizige Frau, namentlich Händlerin, die beim Wiegen und Messen abknuppt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppe''' f. ● Redensart ''än inn de Gnübbe grijjen'' ,jem. in die Knuppe kriegen, in seine Gewalt bekommen, jem. seine Überlegenheit fühlen lassen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Umdeutung von ''Kluppe'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppel''' m. ● ,Auswuchs am Körper, Beule‘, Niederhessen (Pfs. 1886), ''Knubbel'' ,knotenartige Verdickung (nicht nur am Körper)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuppen''' ● ''knubben'' ,kargen, abzwacken‘, Kassel (Gr. 1894). ●  Siehe ''abknuppen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperarbeit''' ● ''Knubberarweit'' ,Geduld heischende Arbeit‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperbeinchen''' ● ,die kleinen dünnen „Knöchelerchen“ am Geflügel, wo die Fleisches-Fasern zuletzt nur noch mit den Zähnen gesucht, abgeknuppert werden‘ (Pfs. 1886). ● ''Bis aufs Knupperbeinchen'' ,einer Sache bis auf den tiefsten inneren Grund gehen‘ (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperfleisch''' ● ''Knubberfleisch'' ,Fleisch dicht am Knochen, das nur abgeknuppert werden kann‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnobberfleesch'' ,sehniges, knorpeliges Fleisch, besonders das Fleisch an den Ohrmuscheln‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Bis uffs Knubberfleisch'' ,aufs gründlichste‘ (Gr., auch 20. Jh.). ''Se zänggen sech bis offs Gnobberfleesch'' ,sie zanken sich bis aufs Messer‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knupperig''' ● ,was beim Zerbeißen den Knupperlaut erzeugt (siehe ''knuppern''); scharf gebacken (Brot, Kuchen)‘ (Vil. 1868); ''knubberich'' ,zum Knabbern geeignet (z.B. Gebäck)‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnobberech'', ''gnübberech'' ,nicht leicht zu zerbeißen‘, ''gnübberech'' auch: ,überaus sparsam, geizig‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuppern''' ● ''knuppern'' ,an Hartem mit kleinen Bissen nagen; sich an Hartem mit den Fingern versuchen, um etwas davon abzulösen‘; auch Laut, welchen das Nagen hervorbringt (Vil. 1868); ''knubbern'' ,geräuschvoll kauen, knabbern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnobbern'', ''gnübbern'' ,harte Gegenstände zerbeißen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperwerk''' ● ''Knubberwerk'' ,irgendein feiner Genußgegenstand‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knups''' m. ● ''Knups'', zuweilen auch ''Knupch'', ''Knopch'' ,kleiner Mensch‘, Spottwort (Vil. 1868); ''Knups'' ,kleines Kind‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knups''' m. ● ,Schlag, Stoß‘ (Vil. 1868); ,leichter Stoß, auch: die Folgen davon‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnobs'' ,leichter Stoß, Schlag, meist in scherzhafter Absicht erteilt‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Das Dibben hot en Knubs gekricht''. ,Der Topf hat einen Stoß (Riß, Sprung) bekommen‘. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knupsen''' ● ,schlagen, stoßen‘, aber in  gelinderem Sinn, überwiegend scherzhaft‘ (Vil. 1868); ,schnippen, einen Gegenstand mit Daumen und Zeigefinger anschnippen, auf diese Weise (verstohlen) einem Kind eine Kopfnuß geben‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnobsen'' ,leicht anstoßen, schlagen, meist in scherzhafter Absicht‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''knipsen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knurbel''' m. ● ''Knorwel'' ,kratziger Fusel‘, mancherwärts im Lande gebräuchlich (Pfs. 1886); ''Knurwel'' ,Knorpel‘, Kassel 19., 20. Jh.; auch ,Schnaps‘, ebd. (Gr. 1894); ''Gnorwel'' ,fester Knochenansatz; verwachsener Mensch‘, als Schimpfname sehr gebräuchlich, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knurbeln''' ● ''gnorweln'' ,knurren, murren‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''knerbeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knust''' m. ● ''Knust'' ,Rand des Brotlaibs, Randstück vom Brotlaib‘, in Niederhessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''Knuhst'' ,Anfangs- oder Endstück des Brotlaibs‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Gnühst'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knüstchen''' ● ''Kniestchen'' ,kleiner Knust‘, Pl. ''Kniesderchen'' auch: ,obere Wangen (auf den Wangenknochen), insbesondere wenn gerötet oder gebräunt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knutschelchen''' ● ,jemand, den man gern knutschelt‘, Zärtlichkeitsausdruck, Kassel (Gr. 1894). ● ''Du bist minn liewes Knutschelchen.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutschelig''' ● ''knutschelich'' ,zerknauscht, zerdrückt, voller Falten‘, Kassel 20. Jh.; ''gnüddschelich'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutscheln''' ● ,in den Händen drücken, zusammendrücken; liebkosend drücken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnüddscheln'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutschen''' ● ,drücken, zusammendrücken, zusammenknüllen, in Falten drücken‘; Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnüddschen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutteln''' ● ''knuddeln'' ,knotenartig zusammendrücken, ballen; liebkosen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutterig''' ● ''knudderich'' ,murrend, mäkelnd‘, Kassel 20. Jh.; ''gnodderech'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuttergehannes''' ● ''Knuddergehannes'' ,Knutterjohannes; einer, der viel knuttert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knutterjörge''' ● ''Knudderjerche'' ,einer, der viel knuttert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuttern''' ● ,murren, murrend tadeln, kleinlich tadeln‘ (Vil. 1868); ''knuddern'' ,verhalten Unmut äußern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnoddern'' ,verdrießlich murren, kleinlich mäkeln, ärgerlich brummen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuttersack''' ● ,einer, der viel knuttert‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr.1894); ''Gnoddersack'' ,brummiger, stets nörgelnder Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kochening''' ● ''kochenink'' ,kochend‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Koffert''' m. ● ,Koffer‘, Kassel (Gr. 1894), Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlbütte''' f. ● ''Kohlberre'' ,Holzgefäß zum Aufbewahren des Sauerkrauts‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kohlen''' ● ,flunkern‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlenlips''' ● ,heruntergekommenes Individuum‘, eigentlich ,Kohlenträger‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Lips'' ist alte Kurzform von ''Philippus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlhase''' ● ,Gemüsegärtner‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlvogt''' ● ''Kohlvoocht'' ,Ausrufer‘, übertragen: ,Ausplauderer‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Köpfchen''' ● ,Tasse, Obertasse‘, ganz Hessen (Pfs. 1886). ● Die Untertasse hingegen heißt ''Schälchen''. (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kopfer''' ● ''Kobber'' ,Kupfer, Kupfergeschirr, Kupfergeld‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kupfer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kopfernase''' ● ''Kobbernase'' ,rote Nase‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Koppel''' f. ● ''Kobbel'' ,Aufhaltekette, zweiteilige Kette vorn an der Wagendeichsel, an die ein Gespann angekoppelt wird‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''köppeln''' ● ''sech kebbeln'' ,sich ins Lederzeug, die Ketten oder Stricke verwickeln (vom Zugvieh); sich zanken, sich streiten‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''körisch''' ● ''körsch'' ,wählerisch‘, in ganz Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Körle''' ● Zum ''Körler Esel'' siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Köze''' f. ● ,Rückenkorb mit Tragbändern‘, Niederhessen, Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868); ''Keeze'' ,Tragekorb auf dem Rücken‘, scherzhaft übertragen: ,Bauch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Sich die Köze flicken'' ,sich im Essen ein Gütchen tun‘ (Pfs. 1886); ''sich de Keeze flicken'' ,einen trinken‘, Kassel (Bennecke 1904), ,tüchtig essen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Közengücker''' ● ''Közengucker'' ,Visitator, Mautbeamter, Accisbeamter‘ (Vil. 1868); ''Keezengicker'' ,einer, der gern und oft in die Marktkörbe guckt‘, übertragen: ,einer, der spioniert, aushorcht‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. setzt gleich mit ''Fiskal'' und ''Kalfaktor''; s. d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krabbelig''' ● ''grawwelich'' ,lebhaft, beweglich, äußerst tätig‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grawwelech'' ,lebhaft kriechend, ungemein regsam‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krabbeln''' ● ''krawweln'' ,wimmeln, in großer Zahl kriechen‘, Kassel (Gr. 1894), ,auf allen Vieren (eilig) kriechen‘, Kassel 20. Jh.; ''grawweln'' ,auf Händen und Füßen kriechen, sich lebhaft kriechend bewegen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. „krappeln“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krabbeln''' ● ''krawweln'' ,kraulen, gelinde kratzen, kitzeln‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grawweln'' ,mit den Fingerspitzen dauernd betasten‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kracke''' f. ● ,ganz schlechtes, unbrauchbares Pferd‘ (Vil. 1868); ''Gragge'' ,altes, unbrauchbares Pferd‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krackel''' ● ''Krackel'' m. ,verzogener Schriftzug; irgendwelche mißbildete Gestalt‘, Kassel (Pfs. 1886); ''Kraggel'' f. ,schlechte Handschrift‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krackelig''' ● ''kraggelich'' ,mit schlechter Handschrift geschrieben‘, Kassel 20. Jh.; ''graggelech'' ,schief, verbogen (besonders von schlechter Schrift)‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krackelwerk''' ● ''Graggelwärk'' ,unregelmäßig durcheinanderliegende Gegenstände‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krafts Katze''' ● Nur in der Redensart ''Hä is im Arsche wie Krafts Katze.'' ,Er ist unrettbar verloren, ganz und gar erledigt.‘ Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krakeel''' m. ● ''Krageel'' ,lärmendes Gestreite‘, Kassel 20. Jh.; ''Grageel'' ,Zank, Streit, Lärm‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krakeelisch''' ● ''grageelsch'' ,streitsüchtig‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krambol''' ● ''Krambóhl'' ,Lärm‘, Kassel (Gr. 1894), ,Streit‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krankheit''' ●  ''schlimme Kranket'' ,Epilepsie‘, Balhorn (Sl. 1901); ''de fallninge Graanget'' ,die fallende Krankheit, Epilepsie‘, ''de engelsche Graanget'' ,die englische Krankheit, Rachitis‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kränksch''' ● ,kränkelnd, ungesund‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kranne''' f. ● ''Gronne'' ,Krähe, Rabe‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krapfe''' m. ● ''Krappe'' ,Haken (um etwas aufzuhängen)‘, Schwalm und Oberhessen (Vil. 1868); ''Krabben'' m., dasselbe, Holzhausen am Hahn 20. Jh. (Umbach). ● Vgl. ahd. ''krapfo'' m. ,Haken, Kralle, Krapfen, Widerhaken‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kräpfel, Krapfel''' f. ● ''Kreppel'', ''Krappel'', in Hessen und anderwärts sehr beliebtes Backwerk, das ursprünglich und teilweise noch jetzt die Form eines Hakens hat, gebacken zu Fastnacht, in der Fulda- und Werragegend beim Ende des jährlichen Ausdreschens (Vil. 1868); ''Kräbbel'' ,Krapfen‘, Gebäck, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Zusatz bei Gr.: ‚Fastnachtsgebäck‘; ''Grabbel'' ,Krapfen‘, Gebäck, besonders zu Fasstnacht, Neujahr, zum Ausdreschen des letzten Getreides, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Diminutiv von ''Krappe'', s. ''Krapfe''. ● Vgl. ahd. ''krapfilīn'' (mit doppeltem Dim.-Suffix) ,Häklein, Haken, Widerhaken, Krapfengebäck’.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krappelbauer''' ● ''Krebbelbure'' ,ein ärmlicher, unansehnlicher Bauer, der etwa mit einer Kuh an den Acker zieht‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Grabbelbuhre'' ,Kleinbauer‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krappeln''' ● ,fortkriechen mit eilfertiger, käferartiger Bewegung der Arme und Beine‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''krabbeln'' ,(eilig) kriechen, klettern‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grabbeln'' ,sich langsam und unbeholfen bewegen, kriechen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''sich uffgrabbeln'' ,sich mühsam von einer Krakheit erholen‘ (Gr.). ● Vgl. ''krabbeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kraß''' ● ''graß'' ,starr (vom Blick)‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krätsch''' m. ● ''Krähtsch'' ,Lärm, Aufhebens (um eine Sache)‘, Kassel (Gr. 1894); ,kleines Kind (das noch am Fußboden herumkriecht)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kratzbürste''' ● ,launige, doch auch ernste Schelte für einen zänkischen oder widerborstigen Menschen‘ (Pfs. 1886); ''Kratzbirschde'' ,zänkische Mensch, vor allem Frau oder Mädchen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Gratzbärschde'' ,reizbarer, zanksüchtiger Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krätzer''' ● ''Grätzer'' ,schlechter Branntwein‘; ''ahler Grätzer'' ,alter Kerl‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kraufdingen''' n. ● ''Kruffdingen'' ,Kind, das noch umherkriecht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kraufen''' ● ''krufen'', ''kraufen'', ''kroffen'', ''kröffen'' ,kriechen‘; in Gebrauch vom niederdt. Niederhessen (wo es ''krupen'' heißt) bis südl. in die Gegend von Spangenberg und Wabern, von dort östl. bis Eschwege bzw. Waldkappel (Vil. 1868);  ''kruffen'' ,kriechen‘, Kassel 19., 20. Jh.; ''grüffen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''ich kruffe'', ''du kriffest'', ''hä kriffet'', ''mä kruffen'' usw., ''kroff'', ''gekroffen'', Kassel; die entrundeten Umlautformen ''kriffest'', ''kriffet'' (aus *''krüffest'', *''krüffet'') waren in der 2. Hälfte des 19. Jh. bereits am Erlöschen. ''Grüffen'', ''gröff'', ''gröffen'', Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kraufhühnchen''' ● ''Kruffhühnchen'' ,klein gewachsene Frauensperson‘, Spottwort, in Kassel sehr üblich (Vil. 1868); ''Kruffhienchen'' ,Kriechhühnchen (kleine Art)‘, sehr oft: ,kleines Mädchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kräuschen, Kräuselchen''' ● ''Kries’chen'', ''Krieselchen'' ,kleiner Krug‘, Kassel (Gr. 1894).  ● Abgeleitet von ''Krus'' ,Krug‘, das 1894 in Kassel offenbar bereits außer Gebrauch gekommen war; nach Vil. (1868) als ''Krus'', ''Kraus'', ''Krause'' gebräuchlich in Mittel- und Oberhessen, wenig im niederdt. sprechenden Niederhessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krawaller''' ● ,Krawallmacher‘, insbesondere ,politsch unruhiger Kopf‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kregel''' ● ''kregel'', auch kontrahiert ''kreel'' ,beweglich, munter, rührig‘, besonders von Kindern und Rekonvaleszenten gesagt, in ganz Hessen sehr üblich (Vil. 1868); ''kreechel'' ,gut aufgelegt‘, Kassel (Gr. 1894); ''krichchel'', dasselbe, ebd. 19. Jh. (Herzog); ''greejel'' ,munter, beweglich, gesund‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kreideln''' ● ,sich mit Herd- oder Ofenfeuer zu schaffen machen, es schüren, in Gang bringen oder halten‘, Kassel (Gr. 1894). ● Statt ''kreideln'' oft auch ''kriedeln'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kreideweißchen''' ● ''Kridewißchen'', ''Kriddewißchen'' ,der als Todverkünder gefürchtete Raubvogel Strix noctus, das Käuzchen, Leichenhuhn‘ (Vil. 1868); ''Kriedewißchen'' ,Käuzchen‘, Kassel (Gr. 1894); ''Grierewißchen'' ,Steinkauz, Totenvogel‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Hin und wieder, z.B. in der Umgebung von Fritzlar, heißt der Vogel ''die wisse Kritt'' (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kreisch''' m. ● ''Greesch'' ,Schrei‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Krisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kreischen''' st. ● wie hochdeutsch, dazu in Niederhessen der herrschende Ausdruck für ,weinen‘ (Vil. 1868); ''krischen'' (intr.) ,kreischen, schreien; weinen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''grüschen'' ,weinen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''krischen'', ''krisch'', ''gekrischen'' (im Präs. ''i'' geschlossen, im Imp. und Part. Perf. ''i'' offen), Kassel; ''grüschen'', ''grösch'', ''jegröschen'', Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kreischen''' schw., trans. ● ,Öl zum Sieden bringen, um die herben oder auch widrigen Bestandteile auszuscheiden‘ (Vil. 1868); ''kreischen'' (trans.) ,Öl sieden, Fett auslassen‘, Kassel (Gr. 1894); ''greeschen'' ,(ein Kind) zum Weinen veranlassen; Öl zum Sieden bringen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''kreischen'', ''kreischte'', ''gekreischt'', Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krekeln''' ● neben ''krakeelen'' in gleicher bedeutung, Kassel (Pfs. 1886), ''kreegeln'' ,krakeelen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krellen''' trans. ● ,eine plötzliche, wenn auch vorübergehende Erstarrung und das damit verbundene unangenehme Gefühl hervorbringen (z.B. Frost)‘, überall in Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krepen, krepeln''' ● ,in etwas Hohlem herumstochern‘, z.B. in der Ofenröhre, in der Nase; sehr üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kresten''' ● ''kresten'', Aussprache ''krästen'', ,stöhnen (von Gebärenden)‘, nördl. Hessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kribbel''' m. ● ''Grewwel'' ,Werkzeug zum Stochern‘, z.B. Pfeifenkribbel, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kribbel''' m. ● ''Kriwwel'' ,unangenehmer Kitzel, Jucken‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kribbeln''' ● ''kriwweln'' ,prickeln, jucken, unangenehm kitzeln in Nase, Hand usw., Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grewweln'' ,stochern; jucken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Redensart ''es kriwwelt und wiwwelt'' (von Läusen u. dgl.) (Vil. 1868); ''krewweln un wewweln'' ,kribbeln und wimmeln‘ (Gr.); ''grimmeln un wimmeln'' ,krimmeln und wimmeln‘ (Hm.). ● ''krimmeln'', wohl nur in Verbindung mit ''wimmeln'' vorkommend; die Redensart ''es krimmelt und wimmelt'' erstmals belegt in Schwebda 1673 in Bezug auf einen Heuschreckenschwarm (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kribbsen''' ● Bei Gr. 1894 (Kassel) nur Verweis auf ''gribbsen''; dies Wort fehlt allerdings an entsprechender Stelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kriminal''' ● zur Verstärkung gebraucht, z.B. ''Kremmenahlhersch'' ,Kapitalhirsch‘, ''Kremmenahljunge'' ,ungewöhnlich großer Säugling‘, Kassel (Gr. 1894), ''kriminalscheenes'' Mädchen, Kassel (Bennecke 1904); ''kriminal'' ,sehr stark, übermäßig‘, z.B. ''kriminale Hawer'', Balhorn (Sl. 1901); ''grimmenal'' ,vorzüglich, ausgezeichnet, außergewöhnlich‘, z.B. ''en grimmenales Steck Vieh'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kringel''' m. ● ,der einfache Gebäckring‘, Kassel (Pfs. 1886). ● Der zur Acht verschlungene Gebäckring heißt hingegen ''Bretzel'' (Pfs.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krippengäker''' m. ● ''Grebbengäger'' ,Pferd, das die Vorderzähne auf die Krippe aufzusetzen und die hastig eingeschluckte Luft wieder auszustoßen pflegt; Mensch, der dauernd aufstößt, rülpst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krisch''' m. ● „in unserem ganzen Stammes-Gebiete“ üblichster Ausdruck für hd. ''Schrei'' (Pfs. 1886); ''Kresch'' ,Schrei‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''En luden Kresch duhn'' ,schreien‘ (Gr.). ● Vgl. ''Kreisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krittelkopf''' ● ''Kriddelkopp'' ,einer der zum Kritteln neigt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kritteln''' ● ''kriddeln'' ,(wiederholt) tadeln; tadelnd Unzufriedenheit, üble Laune äußern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kropch''' m. ● ''Kroppich'', ''Krupch'' ,Kropf‘ (Pfs. 1886), ''Kroppich'' ,kleiner unansehnlicher Mensch‘, mittlere Eder (Pfs.); ''Kropch'' ,Kropf, Vogelkehle‘, Kassel (Gr. 1894); ''Grobch'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mundartl. ''pch'' ist keine verunglückte Wiedergabe von hochdt. ''pf''; ''Kropch'' ist *''Krop'' + ''ch''-Suffix (&amp;lt; germ. ''k''-Suffix); siehe auch ''Wiedehopf''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kröpel''' ● ,Krüppel‘ in Hessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''Krebel'' ,Krüppel‘, auch ,etwas, das in der Form mißlungen ist (z.B. Brötchen), Kassel (Gr. 1894), im 20. Jh. in Kassel meist nur noch Schimpfwort für einen widerlichen Menschen; ''Grebel'' ,Krüppel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kröpelig''' ● ''krebelich'' ,krüppelhaft‘, als Scheltwort: ,elend, widerlich‘, z.B. im Hinblick auf Benehmen, Kassel (Gr. 1894); ''greebelech'' ,krüppelig, verkrüppelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krucke''' f. ● ''Kruke'' ,Krug‘, besonders ,Krug mit engem Hals‘, im niederdt. sprechenden Niederhessen (Vil. 1868); ''Kruke'' ,Krug‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Krugge'', Kassel (Gr. 1894). ● Vielfach scherzhaft für ,kleinen scheiben (schiefen) Menschen‘ (Pfs. 1886); ''Du ahle Krugge!'', ''Das is dä ‘ne Krugge!'' Hier ''Krugge'' etwa ,Versager, Taugenichts‘, eher milder Spott, Kassel 20. Jh. Fraglich, ob es sich hier tatsächlich um eine Übertragung handelt und nicht viel eher um eine Altform von ''Krücke''. Dafür spricht, daß man auch anderes, etwas Verkrüppeltes so bezeichnen kann, etwa einen unansehnlichen, krummen Baum (Christbaum), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krulle''' f. ● ''Krolle'', ''Krulle'', zuweilen auch ''Kroll'' m. ,Haarlocke‘ (''Locke'' ist ungebräuchlich, unverständlich) (Vil. 1868); ''Krulle'' ,(enge) Haarlocke‘, Kassel 20. Jh.; ''Grolle'' ,Haarlocke‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''krolle''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krüllen''' ● ,Schoten aufknicken und Erbsen herausstreichen‘, Teile Niederhessens (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krullenkopf''' ● ''Krollkopf'' ,Lockenkopf, Krauskopf‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''Krullenkopp'', dasselbe, Kassel 20. Jh.; ''Grollenkopp'' ,Lockenkopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krullig''' ● ''grollech'' ,lockig, kraus‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krumbel''' f. ● ''Krumpel'' ,unregelmäßige, aus Versehen oder Unordentlichkeit entstandene Falte in Sachen mit regulär glatter, glattgebügelter Oberfläche (Tuch, Papier)‘, ganz Hessen (außer niederdeutschen Gebieten, wo es ''Krünkel'' heißt) (Vil. 1868); ''Krumbel'' ,Falte in Stoff oder Papier, dort wo keine sein sollte‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Grömbel'' ,unregelmäßige Falte, etwa in einem Kleid, durch Unvorsichtigkeit entstanden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krumbelig''' ● ''krumpelig'' ,voll Krumpeln‘ (Vil 1868); ''krumbelich'' ,verknittert‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''grömbelech'' ,voll unregelmäßiger Falten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krumbeln''' ● ''krumpeln'' ,in unregelmäßige und ungehörige Falten drücken‘ (Vil. 1868); ''krumbeln'' ,knittern, faltig werden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''grömbeln'' ,in unregelmäßige Falten drücken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krümmede''' f. ● ''Gremmede'' ,Krümmung, meist Wegbiegung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krumme Not''' ● ,Epilepsie‘, besonders in Niederhessen sehr üblich, ist zum Fluchwort geworden, sehr häufig verwendet (Vil. 1868). ● ''Du sat de Krummenot krechchen!'' ,Du sollt die krumme Not kriegen!‘ Kassel (Gr. 1894); ''Krumme Nott!'' Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krustellieren''' ● ,mit Appetit essen; vespern, kleinen (kalten) Imbiß zu sich nehmen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Von französ. ''croustiller'' ,knuspern, knabbern‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krüsten''' ● ''gräsden'' ,seufzen, stöhnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krutsch''' m. ● ,kleines Kind‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küchel''' n. ● ''Kichel'' (''i'' kurz) ,Küken’, Kassel (Gr. 1894). ● ''Dummes Kichel'' ,dumme, auch: bescheidene Person‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küchen''' n. ● ''Kichen'' (''i'' kurz) ,Küken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küchendragoner''' ● ''Kichendragoner'', bedeutungsgleich mit ''Kastrullbursche'' ,Frau, die übereifrig in der Küche herumfuhrwerkt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuh''' ● ''Kuh'', Pl. ''Kiewe'', Kassel 19. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. (1894) führt ''Kuh'', ''Kiewe'' für Kassel nicht auf; siehe aber die nächsten Einträge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kühchen''' s. ● ''Kiebchen'' ,kleine Kuh‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küheleetscher''' m. ● ''Küweleetscher'' ,schwerfällig nur mit Kühen fahrender Bauer‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küheschelle''' ● ''Kieweschelle'' ,Schnapsglas, ähnlich einer Herdenglocke‘, Kassel (Gr. 1894), ,großes, trichterförmiges Schnapsglas‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kühn''' ● ''kiene'' ,dreist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kukummer''' f. ● ''Kukummer'' ,Gurke‘, das übliche Wort, ''Gurke'' ist kaum bekannt (Vil. 1868), ''Gugummer'', nördl. Hessen (Pfs. 1886), ,''Gugummer'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullarsch''' ● ,Hühnerart ohne Schwanz‘, an Fulda und Werra (Vil. 1868). ● Vgl. ''Kullmutz'' und ''Kupper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kulle''' ● Siehe auch ''Kaule''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kulle''' f. ● ''Kulle'' ,Kugel‘, in ganz Hessen üblich, wohingegen hochdt. ''Kugel'' nicht üblich ist und sich erst in der neuesten Zeit hier und da einbürgert (Vil. 1868). ● Kontraktion von  mhd. ''kugele'' zu ''kūle'', dann im Niederhessischen gekürzt zu ''Kulle''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuller''' m. ● ''Kuller'' ,Koller‘, Kassel 20. Jh. ● Nur Redewendungen: ''Host du dann ’n  Kuller?'' ,Bist du denn verrückt?‘ Kassel 20. Jh. ''Den Koller honn'' ,den Koller haben, verrückt sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926); hierzu auch ''Dä kollert’s wohl?'' ,Du bist wohl verrückt?‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kullerig''' ● ''kullerich'' ,den Koller habend; heftig, ungestüm, cholerisch‘, Kassel 19., 20. Jh.(Gr. 1894); ''kollerech'' ,kollerig, verrückt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kullern''' ● ''kullern'' ,rollen‘, allgemein üblich (Vil. 1868), ''kullern'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kullern''' ● ''kullern'' ,kollern‘, Geräusch, z.B. Stimme des Truthahns, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullmutz''' ● ,Hühnerart ohne Schwanz‘, an Fulda und Werra (Vil. 1868). ● Vgl. ''Kullarsch'' und ''Kupper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullrabe''' f. ● ''Kullerawe'' ,Kohlrabi‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), ''Gullerawe'', ebd. (Gr. 1894); ''Kolrowe'' ,unter der Erde wachsender Kohlrabi‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullskopf''' ● ''Kullkopf'', ''Kullskopf'', 1) ,Kaulquappe‘ 2) der Fisch cottus gobio (Vil. 1868); ''Güllskopp'' ,Kaulquappe‘, Umdeutung in ,Gaulskopf‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullsquappe''' ● ''Kullsquabbe'', Kassel (Gr. 1894); &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kulltüpfen''' ● ''Kulldüppen'' ,bauchiger Topf ohne Beine‘, Kassel (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kulstern''' ● ''kulstern'' ,räuspern, husten, mit Schleimauswurf‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kummer''' m. ● ,Schutt, namentlich Bauschutt, unfruchtbares Erdreich‘ (Vil. 1868); ,Kehricht, Schutt‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kommer'' ,unfruchtbares, sandiges Erdreich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Für ''Kummer'' im hochdt. Sinn ist in Niederhessen ''Brast'' üblich; ''Schutt'' wird nicht gebraucht, kaum verstanden (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kummermann''' ● ,Mann, der die Abfuhr des Kehrichts besorgt‘, Kassel (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kummerwagen''' ● ,Kehrichtwagen‘, Kassel (Pfs. 1886); (städtischer) Kehrichtwagen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumpf''' m. ● ''Kumpf'' ,größerer Napf‘, überall gebräuchlich (Pfs. 1886); ''Kump'' ,größeres Gefäß; der Dorfbrunnen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumpfen, Kumpfe''' m. ● ''Kumpen'' ,großer Trinkbecher, Bierkrug‘, Kassel 20. Jh.; ''Kömbe'' ,Gefäß, große Schüssel, großer Becher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumwiefchen''' s. ● ''Kumwiefchen'', in der Redensart ''das ganze Kumwiefchen'' ,die ganze Gesellschaft‘, im Sinne einer ,Gruppe mit (bedenklichem) innigem Einverständnis untereinander‘, z.B. Stammtisch-, Zech- und Schmausbrüder, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894). ● Von französ. ''convive'' ,Gast, Genosse‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kunterquant''' m. ● ''Kondergwant'' ,Kunterbunt, Durcheinander‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kunte(r)wítte''' f. ● ''Kundewidde'' ,Aufführung, Lebenswandel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Konderwidden'' Pl. ,schlaue Einfälle, hinterlistige Gedanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''conduite''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kunterwittig''' ● ''konderwiddech'' ,schlau, durchtrieben‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kunnerbande''' f. ● ''Kunnerbanne'' ,Schleichhandel, Schmuggelgut‘, nicht bloß von Waren gesagt, sondern auch von etwas heimlich und unerlaubt an irgendeinem Ort Mitgebrachtem, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küppel''' m. ● ''Küppel'', gewöhnlich ''Kippel'' gesprochen, eigentlich ,kleiner Kopf‘, gebraucht gewöhnlich für kleine Feldhügel, mit Buschwerk oder einzelnen Bäumen bestanden  (Vil. 1868); ''Kebbel'' ,Erderhöhung, Hügel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kuppeln''' ● ,rollen, sich wälzen‘, wird von größeren sich abwärts bewegenden Massen gesagt (Vil. 1868); ''kubbeln'' ,kollern, wälzen, rollen (auch von Tränen)‘, Kassel (Gr. 1894); ''kübbeln'' intr. ,rollen, sich wälzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kuppeln''' ●  ''kubbeln'' ,unerlaubte Vereinbarungen treffen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kupper''' m. ● ,Hühnerart ohne Schwanz‘, Umgegend von Fritzlar (Vil. 1868). ● Vgl. ''Kullarsch'' und ''Kullmutz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuren''' Plur. ● ''Küren'' ,Narrenpossen‘, mittlere Werra (Vil. 1868); ''Kuren'' (nur an der Werra mit ''ü'') ,Neigungen, Wunderlichkeiten; Schliche, Kniffe‘, recht üblich, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kurzab''' ● ''korzop'' ,barsch, kurz angebunden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuschemucken''' ● ''Kuschemúggen'' Plur. ,Heimlichtuerei‘, Kassel (Gr. 1894), ,Betrügereien, betrügerisches Spiel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutteln''' ● ''kutteln'' trans. und intrans. ,rollen, rollend fallen‘ (Pfs. 1886); ''kuddeln'' trans. u. intrans. ,wackelnd, ungleichmäßig rollen, kullern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutz''' m. ● ,das zu einem Knäuel zusammengewickelte Haupthaar der Frauen‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Kutz'' ,Haarknoten auf dem Kopf oder am Hinterkopf von Frauen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kütz'' ,das zu einem Knäuel zusammengelegte Haar der Frauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutz, Kutzen''' m. ● ,Menge, Haufen, zumal willkürlich zusammengetragener und unordentlich durcheinanderliegender Dinge‘ (Vil. 1868); ''Kotzen'' ,Menge, Haufen durcheinander liegender Dinge, wirre Masse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutz''' m. ● ''Kotz'' ,Husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzbeutel''' ● ''Kotzbiddel'' ,einer, der dauernd hustet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutze''' f. ● ,Erbrochenes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzel''' f. ● ,verwirrte (verknotete) Stelle in Haar, Garn, Faden; Zusammengeballtes‘, Kasel 19., 20. Jh.; ,wirrer Haarknäuel der Weiber; Person mit unordentlichem Schopf‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Kotzel'' ,Haufen durcheinander geschlungener Fäden, Haare oder dgl.‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzelanke''' f. ● ,verwirrtes Kopfhaar‘, übertragen: ,Person mit ungepflegtem, verkutzeltem Haar‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzelkopf''' ● ,ein Kopf mit ungekämmten Haaren‘ (Vil. 1868); ''Kutzelkopp'' ,verwirrtes Kopfhaar‘, übertragen: ,Person mit ungepflegtem, verkutzeltem Haar‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kotzelkopp'' ,Kopf mit wirrem Haar; dickköpfiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzeln''' ● ,verwirren, durcheinander bringen (Haare, Fäden un dgl.)‘, Kassel 20. Jh.; ''kotzeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzen''' ● ''kotzen'' ,sich übergeben; die Kehle durch Auswurf reinigen (räuspern); (heftig) husten‘ (Vil 1868); ''kutzen'' ,kotzen, sich erbrechen‘, Kassel (Gr. 1894), ''kotzen'' ,husten‘, ''sech kotzen'' ,sich erbrechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzerig''' ● ''kutzerich'' ,vor dem Erbrechen stehend‘ bzw. entsprechendes Gefühl bezeichnend, Kassel (Gr. 1894). ● ''Es wird mä ganz kutzerich.'' ,Es wird mir übel‘, oft auch ironisch gebraucht, um die Worte eines anderen als widerlich zu bezeichnen, also: heftige Ablehnung anzeigend. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzern''' ● ''kutzern'' ,zum Erbrechen reizen‘, Kassel (Gr. 1894), ''kotzern'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).  ● Nur in unpersönl. Redewendungen: ''es kutzert einen'' (Gr.), ''es kotzert mech'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kuzen''' ● Siehe „kauzen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''L.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Laatsch''' m. ● Latsch ,nachlässig gehender Kerl; dünnflüssiger Straßenkot‘ (Pfs. 1886); ,nachlässige Gangart‘, Kassel 20. Jh.; ''Laadsch'' ,nachlässig gehender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laatsche''' f., '''Laatschen''' m. ● ,aus Lappen zusammengenähter oder aus zerschnittenen Salbenden geflochtener Schuh‘, sehr üblich, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Latsche'' f. ,Schuh aus Salbenden, worin man latschig geht; schlunziges Frauenzimmer‘ (Pfs. 1886); ''Laatschen'' m. ,schiefer, ausgetretener Schuh‘, auch scherzhaft oder verächtlich für ,Schuh‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ''Laadschen'' (nur Plur.), ,schiefe, ausgetretene Schuhe‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Letschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laatschen''' ● ,wackelnd und schleppend gehen‘ (Vil. 1868); ,langsam, nachlässig, schleppend gehen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''laadschen'' ,sich nachlässig, schleppend fortbewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laatschen''' ● ,eine Ohrfeige verpassen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''laadschen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ich laadsch dä eine'' (''eenge'') ,ich gebe dir eine Ohrfeige‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laatschhühnchen''' ● ''Laatschhiehnchen'' ,Hühnchen mit Bauschfüßchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laatschmichel''' ● ,(meist langer) phlegmatischer Bursche‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laban''' m. ●  ''langer Lawan'' ,langer Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''labet''' ●  ''lawéht'' ,müde, abgespannt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Labberhannes''' ● ''Lawwerhannes'' ,einer, der gehaltloses Zeug redet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''labberig''' ● ''lawwerich'' ,gehaltlos (von der Rede)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''labbern''' ● ''lawwern'' ,gehaltlos reden, schwatzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Labbes''' m. ● ''Lawwes'' ,plumper Kerl‘, auch durchaus wohlwollend, bei Kindern im Sinn von gesund, kräftig gemeint, in der Kasseler Gegend recht üblich (Pfs. 1886); ''Lawwes'' ,großer Kerl‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lach''' m. ● ,kurzes Auflachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Läche dun'' Pl. ,Läche tun, in Gelächter ausbrechen‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lächerig''' ● ''lächerech'' ,zum Lachen reizend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lächern''' ● ,zum Lachen reizen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es lächert mech.'' ,Es macht mich lachen‘. (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lack''' m. ● ''en Kärle wie Lack'' ,ein tüchtiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lacks''' m. ● ,fauler Mensch‘ (Vil. 1868); ,großes Exemplar von Tier oder Mensch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Laggs'' ,großer starker Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. dürfte sich geirrt haben; er bezieht sich wohl auf den ''Faullacks'' (s.d.), Kassel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lacksen''' ●  ''sich lacksen'' ,sich lümmeln, flegeln, grob betragen‘, weitverbreitet (Pfs. 1886); ''sich lachsen'' ,sich lümmeln, bequem hinsetzen‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), 20. Jh.; ''sech laggsen'' ,sich räkeln, sich flegelhaft benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ladderei''' ● ,Herumtreiberei‘, Kassel 19. Jh. (Gr. 1894), auch: ,oberflächliches Arbeiten, Pfuscherei‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ladderhans''' ● ,ein träger Mensch, Müßiggänger‘ (Vil 1868); ''Ladderhannes'' ,Herumtreiber, Tagedieb‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Ladderhans'' ,leichtsinniger Mensch, Müßiggänger‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ladderig''' ● ''ladderich'' ,unordentlich‘, Kassel 20. Jh.; ''ladderech'' ,leichtsinnig, unordentlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laddern''' ● ,die Zeit müßig hinbringen, vertändeln‘ (Vil. 1868); ,sich müßig hermtreiben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laddersack''' ● wie ''Ladderhans'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lade''' f. ● ,Kleiderkiste der Landbewohner in Althessen‘ (Vil. 1868); ''Ladhe'', ,Kleiderkiste, wie von Vil. angegeben, außerdem ,Sarg‘ (hierfür auch ''Dodenladhe'' in Gebrauch), Balhorn (Sl. 1901); ''Lore'' ,große, schwere Truhe mit Eisenbeschlägen zur Aufbewahrung der Kleidung und namentlich des Leinenvorrats; Sarg‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Größer als die Lade ist in Niederhessen die ''Kiste'', diese ist schwerer und größer, hat Eisenbeschläge. In der Schwalm verhält es sich umgekehrt. (Vil.) ● Siehe ''Totenlade''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laffen''' ● ,mit herausgestreckter Zunge lecken, schlürfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''laffen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laib''' m. ● ''Laib (Brot)'' ,Brotlaib‘, Kassel 19., 20. Jh.; ''Leep'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laibchen''' ● ''Laibchen'', Pl. ''Laiwerchen'', kleine Teigwaren, Brötchen; dazu gehören im 19. Jh. Milchbrötchen, Franzbrötchen, Pariser; Kassel (Gr. 1894), auch Apfellaibchen (s.d.); ''Leebchen'' ,Laibchen, kleiner, runder Kuchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. hat merkwürdigerweise trotz pluralischem ''Leiwerchen'' als Singular ''Libb'', so auch als eigenes Stichwort. ''Libb'' heißt ,Leib‘ und ist von ''Laib'' getrennt zu halten, vgl. Niederellenbach ''Liep'' und ''Leep'' (Hm.) sowie mhd. ''lîp'' ,Leib‘ und ''leip'' ,Laib, geformtes Brot‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lakwerge''' ● ''Lakwerche'' ,Latwerge‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lakrezius''' ● ''Lakrezijus'' ,Lakritz‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lallepatsch''' m. ● ,Tölpel‘, übliches Schimpfwort in den Mittelständen (Vil. 1868);  ''Lallebatsch'' ,großer Tölpel; einer, der schwerfällig geht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lallepatschig''' ● ''lallebatschig'' ,sich benehmend wie ein Lallebatsch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lamberie''' f. ● ,Abschlußbretter unten an den Zimmerwänden, untere Täfelung‘, Kassel 20. Jh.; ,Täfelung der Zimmerwände‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Landviole''' ● ''Landfijohle'' ,Frau, deren Aufmachung die Provinzstädterin verrät‘, Kassel (Gr. 1894), ,Frau vom Lande, der Aufmachung nach‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Längede''' f. ● ''Lengde'' ,Länge‘, in Hessen sehr üblich (Vil. 1868); ''Längede'', dasselbe, Kassel (Gr. 1894); ''Längde'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''lengede''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''langen''' ● ,holen, reichen, darreichen‘ (Vil. 1868); ,herreichen‘, Kassel 20. Jh.; ,holen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die „gemeinhochdeutsche Ausdrücke“ ''holen'', ''reichen'', ''darreichen'' „waren bis um das Jahr 1820 im östlichen und inneren Hessen so gut wie gar nicht bekannt und dem Volke meist schlechthin unverständlich“. (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lapparsch''' ● ,läppischer, schlaffer Kerl, erbärmlicher Kerl‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Labboorsch'' ,erbärmlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läppchen''' ● ''Das es us dem Läbbchen ins Diechelchen''. ,Das ist einerlei‘, Kassel Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lappen''' ● , flicken, ausbessern‘, jetzt fast nur noch von Kleidungsstücken, früher auch von Geräten und Bauwerken (Vil. 1868); ''labben'' ,zerrissen sein, in Fetzen herabhängen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läppisch''' ● ''läbbsch'' ,schlaff, schwach, unbedeutend; fade, abgestanden (z.B. Bier)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ''läbbsch'' ,von fadem Geschmack, saftlos, schlapp, schlaff (von Personen und Gegenständen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Larches''' m. ● ,großer Kerl‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lärmetieren''' ● ''lärmedieren'' ,Lärm machen, lamentieren‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kontamination von ''Lärm'' und ''lamentieren'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lasche''' f. ● ,Prügel‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laschen''' tr. ●,durchprügeln‘ (Vil. 1868); ,schlagen, peitschen, durchprügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,verhauen, durchprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laschig''' ● ''laschech'' ,unordentlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lassen''' ● wie hd. ''lassen'', außerdem ,gut stehen‘, Niederhessen, auch nd. Niederhessen (Pfs.1, 1889), Kassel 20. Jh. ● ''Ähre Farwe läßt. Daaß leßt uch ockert nit.'' ,Dss steht euch nicht gut.‘ (Pfs.1) ''Das läßt dä nitt.'' ,Das steht dir nicht (gut).‘ Kassel 20. Jh. ● Vil. (1868) führt ähnlichen Gebrauch nur für das nd. Niederhessen auf: ''laten'' ,sich geziemen, scheinen, das Ansehen haben‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lattich''' m. ● ''Laddch'' ,Kopfsalat‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Laddich machen'' ,Spaß, Vergnügen machen‘, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● Gr. hat ''Lattich'' wohl nicht als Dialektwort aufgefaßt, insofern auch nicht verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lattichvogel''' ● ''Laddichvochel'' (''o'' kurz) ,Schmetterling; Person im sehr sommerlichem Anzug‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Sommervogel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läube''' f. ● ''Läube'', ''Leibe'' […] ,der obere Teil des Hauses, oberes Stockwerk, Bodenraum‘, in älterer Zeit vorzugsweise die zur Aufbewahrung des Getreides bestimmten oberen Räume des Gebäudes, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Lewe'', Bezeichnung der Zimmer im zweiten Stockwerk eines Bauernhauses‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Man unterscheidet namentlich die Schlachte- oder Wursteläube, die zur Augbewahrung der Schlachtvorräte dient, und die Früchteläube, in der das gedroschene Getreide untergebracht wird. (Hm.) ● ''Läube'' gehört zu ''Laube''; siehe auch ''Borläube''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läubede''' f. ● ''Läubede'', ''Läuwede'', ''Laiwede'', Nebenform von ''Läube'', Niederhessen, davon lautl. Variante ''Laimede'' bei Netra im Ringgau (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lauern''' ● ''luren'' ,lauern, warten‘, Kassel (Gr. 1894); ,warten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läuferchen''' ● ''Leiferchen'' ,kleines Kind, das schon einigermaßen gehen kann‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läuferisch''' ● ''liffersch'' ,was gut und schnell vonstatten geht‘, Niederhessen, äußerst üblich (Vil. 1868); ''liffersch'' ,schnell vonstatten gehen, leicht zu bewältigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läufig''' ● ''leefech'' ,geläufig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lauseding''' ● ''Lüsedänk'' ,vorwitziges Mädchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lausehuttich''' m. ● mit Verweis auf ''Hottich'' erwähnt bei Vil. (1868); ''Lusehuddich'', Bedeutung wie ''Lausejunge'', Kassel 20. Jh.; ''Liesehodch'' ,mit Läusen behafteter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lausejunge''' ● ''Lusejunge'' ,unnützer Bube‘, Scheltwort (Vil. 1868); ,Junge, der Unfug treibt, Ärgernis gibt‘, Kassel 20. Jh.; ''Lüsejönge'' ,vorwitziger Junge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lausert''' m. ● ''Lusert'' ,Lümmel‘, Kassel 20. Jh.; ''Lüsert'' ,vorwitziger Junge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läuten''' ● ''lieden'', Kassel 19. 20. Jh. (Gr. 1894); ''lieren'', Oberellenbach (Hm. 1926). ●  Stammformen: ''lieden – lidd – gelidden'', Kassel (Gr., fehlerhaft); ''lieren – lüdde – lüdden'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lech''' ● ,ausgetrocknet‘, von hölzernen Gefäßen gesagt (Vil. 1868); ,leck‘, Kassel (Gr. 1894); ''läch'' ,leck, ausgetrocknet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lechen''' ● ''lechen'', gewöhnlich ''auslechen'', auch ''verlechen'', ,durchtröpfeln‘, gesagt von hölzernen Gefäßen, deren Dauben eingetrocknet sind, die also für Flüssigkeiten durchlässig geworden sind (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leckebrett''' ● ,Zunge‘, schmähend, besonders kleinen Kindern gegenüber, Niederhessen (Vil. 1868); ''Leggebrett'' ,Zunge‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lecken''' ● ''leggen'' ,lecken, nippen, naschen‘; ,in niederträchtiger Weise schmeicheln‘, Kassel (Gr. 1894); ''läggen'' ,naschen, nippen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lecken''' ● ,besprengen, begießen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''leggen'' ,Wasser vor dem Kehren auf dem Boden aussprengen‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Das Tuch lecken'' ,die zum Bleichen ausgespannte Leinwand begießen‘, ''die Wäsche einlecken'' ,die getrocknete Wäsche leicht besprengen und hiermit zum Bügeln vorbereiten‘ (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leckermaul''' ● ''Leggermull'' ,jem., der gern nascht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leckwerk''' ● ''Läggwark'' ,süße Speisen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ledig''' ● ''leddich'' ,unverheiratet‘, Kassel  (Gr. 1894); ''lärrech'' ,leer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''leddich un lose'' ,unverheiratet‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lege''' ● ,niedrig, kärglich, mager, jämmerlich‘, nd. sprechendes Niederhessen und Gegend um Maden (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lehne''' f. ● ,Abhang, Bergabhang‘, allgemein im Gebrauch (Vil. 1868). ● Siehe nachfolgendes ''lehne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lehne''' Adv. ● ,mäßig abhängig, gelinde abschüssig‘, allgemein im Gebrauch (Vil. 1868); ''lähne'' ,sanft ansteigend‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''lehneruff'' ,mit sanfter Steigung aufwärts‘, Kassel (Gr. 1894); ''lähne nof'' ,bergauf, ein wenig ansteigend‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lehnen''' ● ,leihen, verleihen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); dasselbe, Kassel (Gr. 1894). ● ''leihen'' ist völlig unbekannt (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leibchen''' n. ● ,ärmelloses Bekleidungstück für den weiblichen Oberkörper‘ (Vil. 1868); ''Libbchen'' ,Schnürbrust ohne Steifung‘, Kassel (Gr. 1894); ,Mieder (für die Frau), Weste (für den Mann)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leibchenskeipe''' f. ● ''Libbchenskibbe'' ,Westentasche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leich''' n. ● ,die auf die Spielbahn einzeln aufgesetzte Tonkugel‘, auf die im Frühlingsspiel der Knaben mit Tonkugeln geschossen (geknipst) wird, fast ausschließlich östl. Hessen, wo das Spiel zu Hause ist (Vil. 1868). ● Vgl. ahd. ''leih'' ,Spiel, Melodie, Gesang‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leichdorn''' ● ,Hühnerauge‘, in Hessen ausschließlich geltende Bezeichnung (Vil. 1868); ''Lichdorn'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Eigentliche Bedeutung ist ,Körperdorn‘, vgl. ahd. ''līh'' ,Körper, Leib, Leichnam‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leiche''' ● ''Liche'' (i kurz) ,Begräbnis, Trauerzug‘, seltener: ,Leiche‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,Beerdigung, Leichenbegängnis‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''uff ’ne Liche gehn'' ,an einer Beerdigung teilnehmen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leichenleute''' ● ''Lichenliere'' ,Teilnehmer an einem Begräbnis‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leichmahl''' ● ''Lichmohl'' ,Trauermahl nach dem Begräbnis‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leidmut''' ● ''Leidmut'' f. ,Wehmut‘, volkstümlich, Hessen‘ (Pfs. 1886); ''Leedmut'' m. ,Wehmut, Trauer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''leidmütig''' ● ,wehmütig‘, in der Kasseler Gegend ''lairemürich'' ausgesprochen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leier''' ● ''Liere'', Kassel (Gr. 1894) ● ''emmer de ahle Liere'' ,immer das alte Einerlei‘ (Gr).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leimen''' m. ● ''Leimen'' ,Lehm‘, Kassel (Gr. 1894); ''Lemen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Leimen un Stroh'' ,Kartoffelbrei und Sauerkraut‘, ebd. 19., 20.Jh. (Gr. 1894), übertragen von der Lehm-Stroh-Füllung, mit der die Gefache der Fachwerkhäuser ausgekleidet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leimenkaute''' f. ● ''Lemenküdde'' ,Lehmgrube‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leimrute''' ● ''uff der Limmrude gefangen'' ,durch List überführt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leinwat''' ● n., ,Leintuch‘, selten, in den größten Teilen von Hessen unüblich (Vil. 1864); ''Linnwoot'' f. ,Leinwand‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''lînwât''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leist''' m. ●  ''Leest'' ,Spur, Striemen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lenze''' f. ● ,Lenz, Frühling‘, Balhorn (Pfs. 1886). ● ''In der Lenze'' ,im Frühling‘, besonders in der Zeit der Aussaat, Balhorn (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''leppen''' ● ,nur ganz wenig besprengen, vorsichtig bespritzen‘ (Vil. 1868). ● Vil. faßt ''leppen'' „als eine Art Deminutiv“ zu ''lecken'' auf (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lepperkind''' ● ''Läbberkend'' ,aufgeleppertes Kind‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''leppern''' ● ,in einzelnen kleinen Schlucken trinken‘, allgemein üblich; ''aufleppern'' ,ein Neugeborenes (Mensch oder Tier) durch Einflößen von Milch ohne Mutterbrust aufziehen‘, auch: ,mit Mühe großziehen‘ (Vil. 1868); ''läbbern'' ,ein Kind ohne Muttermilch aufbringen; oft und in kleinen Portionen trinken‘, Kassel (Gr. 1894), ''sich läbbern'' ,sich allmählich ansammeln, vermehren‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ''läbbern'' ,von einer Speise oder einem Getränk nur wenig und in kurzen Zügen genießen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es läbbert sich (zesammen)'' ,aus wenig wird allmählich viel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lerche''' ● neben dem Vogelnamen auch ,liederliches Frauenzimmer‘, allgemein verbreitet (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lerchelchen''' ● ,kleine Lerche‘, Zungenprobe der Nüchternheit: Wer ''Lerchelchen'' nicht mehr sprechen kann, hat zuviel getrunken, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lerchen''' Pl. ● ,die ersten Kinderschuhe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lerchen''' ● ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lernisch''' ● ''lärnsch'' ,gelehrig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Letschen''' m. ● 1) ''Ledschen'' ,Stiefel (Schuhe), die durch Abschneiden des Schaftteils und Anschrägung des Oberleders zu Pantoffeln gemacht worden sind‘, Kassel (Gr. 1894); ''Letschen'' ,Schlappschuh‘, Balhorn (Sl. 1901); ,weicher, ausgetretener Schuh; Pantoffel‘, abfällig für ,Schuh‘, Kassel 20. Jh.; ,Zunge‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr.). ● &lt;br /&gt;
''Kumm heim, din Mutter hat de uf‘m Letschen gepiffen.'' Balhorn; Sl. gibt die Bedeutung ,Zunge‘ nicht an, nimmt also ,Schlappschuh‘ an, sieht also darin humoristischen Gebrauch („scherzhaft“); ''uff dem Letschen piffen'' ,Zungenpfiff machen‘, ebd.,  19., 20. Jh. (u.a. Lüttebrandt 1917); ''en Letschen honn'' ,betrunken sein‘, ebd. (Lüttebrandt), offenbar im Sinne ,schwere Zunge haben‘. ''Einen im Letschen honn'' ,betrunken sein‘, ebd. 20. Jh.; ''en Lädschen machen'' ,ein trauriges Gesicht machen‘, ebd. (Lüttebrandt). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''letterbeinig''' ● ''letterbeenig'' ,eigensinnig, störrisch, ungehorsam‘, besonders für heranwachsene Knaben gebräuchlich, an der Schwalm (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''letzten''' ● ''letzden'' ,kürzlich, neulich, letzthin‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leuchte''' ● ''Lichde'' (''i'' kurz), Kassel (Gr. 1894), ''Liechde'', nur in vereinzelten Redewendungen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''in der Lichde stehn'' ,im Licht stehen, durch Vortreten verdunkeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''geh mo üs der Liechde'' ,geh mal aus dem Licht!‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leuchtefett''' ● ''Lichdefedd'' ,Lampen- und Brennöl‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lewes''' m. ● ,großer Hund‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''libern''' ● ''lübbern'' ,coagulare, gerinnen‘, Niederhessen, allgemein üblich (Pfs. 1886); ''lewwern'' ,gerinnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''liberen'' ,gerinnen‘. ● Siehe ''Lubermilch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Licht, Lichtchen''' ● ,Licht, Kerze‘, Kassel (Gr. 1894), auch: ,Schnutznase‘, ebd. 20. Jh. ● Redensarten, mit Genuswechsel: ''Du stehst mä in der Lichte'', ''geh mä us der Lichte'', Kassel 20. Jh.; siehe dazu ''Weg''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lichterbaum''' ●  „der bei uns häufigere Name für den ,weihnachtlichen Christbaum‘“ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lichterkirche''' ● ,Weihnachtsgottesdienst‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lichterzieher''' m. ● ''Lichderzier'' ,Kind, das den Schnutz offen zur Schau stellt; Schnutznase‘, Kassel (Gr. 1894). ● Der Lichterzieher ist eigentlich der Kerzenzieher, -macher; es handelt sich also um eine humoristische Übertragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lid''' n. ● ''Led'' ,Luke‘, belegt in ''Boddenled'' ,Bodenlid, Bodenluke‘, Kassel (Gr. 1894); ''Läht'' ,Holzverschlag, der eine Öffnung verschließt; Augenlid‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lied''' n. ● ,Glied‘, in Kassel und anderwärts gelegentlich gebräuchlich (Vil. 1868). ● Mhd. ''lit''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''liefern''' ● ''liwwern'' ,liefern, kaputtmachen‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), 20. Jh. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lieser''' Pl. ● meist ''Lieserchen'' ,kleine Pusteln auf der Haut, geringer Ausschlag, Niederhessen (Vil. 1868). ● „Ohne Zweifel der alte Name der Krätze bzw. der Krätzmilbe, im 16. Jh. als ''Lies'' und ''Lisse'' belegt; nach Aufkommen von ''Krätze'', ebenfalls 16. Jh., umgedeutet (Vil.). ● Sing. ''Liese'' steckt möglicherweise in ''Gänseliese'', Kassel, hier aber (Gr.) aufgefaßt als ,Gänseläuse‘ (s. d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Linktatsch''' m. ● ''Linkdatsch'' ,Linkshänder‘, verächtlich (Vil. 1868); dasselbe, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Ländadsch'' (sic) ,Linkshänder‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Tatsche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Livländer''' ● ''Lifflänger'' ,magerer und flinker Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''löchericht''' ● ''lächerecht'' ,voller Löcher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lock''' m. ● ,kleines Fuder‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Loh''' n. ● ''Loh'', Pl. ''Löcher'' ,Hain, kleines Gehölz, Buschwerk, welches einzeln mitten im angebauten Feld liegt‘, als Begriff nur noch selten gebraucht, als Name häufig (Vil. 1868); ,Wald, Gehölz‘, nur noch in zwei Flurbezeichnungen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mh. ''lô''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Löhnchen''' ● ''Lehnchen'' ,kleine Flamme‘, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● ''En Lehnchen in’n Owwen machen'' ,nur wenig Feuer machen‘ (Lüttebrandt) ● Verwandt mit ''Lohe'' ,flammender Brand‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lose''' ● ,locker‘, auch: ,zu wenig gesalzen‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe auch ''ledig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Löwer''' ● ,Lohgerber‘, noch jetzt in mehreren Städten üblich, z.B. in Treysa und Frankenberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lubermilch''' ● ,geronnene, saure (dicke) Milch‘, hin und wieder vorkommend, z.B. auf dem Habichtswald (Vil. 1868). ● Siehe ''libern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Luche''' f. ● ''Lüche'' ,Öffnung in der Scheunendecke, durch die am Luchenseil etwas nach oben befördert werden kann‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Luche'' ist die hd. Entsprechung zu nd. ''Luke'.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lügenfittich''' m. ● ''Liejenfidch'' ,zum Lügen neigender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lügenjohannes''' ● ''Liechengehannes'' ,Lügner‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lügenmajor''' ● ''Liechenmajor'' ,großer Lügner‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lullen, lüllen''' ● ,weinen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lumbe''' f. ● ,Lende, Weiche‘ ● ''Einen in die Lumben hauen'' ,gehörig abprügeln‘, ganz allgemein üblich (Vil. 1868); ''in de Lumben dreden'' ,grob abweisen‘, Kassel (Gr. 1894), ''in de Lumben haun'' ,jem. tätlich angehen‘, ebd. 20. Jh.; wird in Kassel nicht mehr verstanden, sondern auf ''Lumpen'' im Sinne von ''Klamotten'' bezogen; bereits Gr. überträgt ''Lumben'' als ,Lumpen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lumm''' ● ,schlaff, locker, lose‘ (Vil. 1864); ''lomm'' ,locker, lose‘ (z. B. Kuchenteig, Ackerboden), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lumpen''' Pl. ● ''Lumben un Fleh'' ,Lumpen und Flöhe‘, Gericht: Weißkraut mit Kümmel, Kassel 20. Jh. (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lumpensämmler''' ● ,Lumpensammler‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lümper''' ● ''Limberd'' ,Lump‘, Kassel (Lüttebrandt 1917), ,Taugenichts‘, ebd. 20. Jh.; ''Lember'' ,Lumpensammler, zerlumpter Mensch, armer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Limber'' ,Lumpensammler‘, Großenritte 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunke''' ● ''lunke-lunke machen'' ,hinlegen und schlafen‘, Kindersprache, Kassel (Gr. 1894); ''lunke-lunke-lunke!'' ,Leg dich hin, schlaf jetzt!‘, Aufforderung an kleine Kinder, ein Schläfchen zu machen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lunkebettchen''' ● ,Bettchen‘, an kleine Kinder gerichtet, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunken''' ● ''sich lunken'' ,sich zur Ruhe niederlegen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lunzekatze''' f. ● Bezeichnung für jedes schwache, dünne Gewebe, auch Interjektion in abwertendem Sinn, Kassel (Gr. 1894); ''Lönzekatze'' ,wertloses Zeug‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunze''' ● ''lonze-lonz machen'' ,schlummern‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunzen''' ● ,leicht schlummern, halbschlummernd sich im Bett halten, sich behaglich zum Schlummern niederlegen‘ (Vil. 1868); ,schlummern‘, Kassel (Gr. 1894), ''lonzen'', dasselbe, ''sech lonzen'' ,sich schlafen legen‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lurch''' ● ''Lurch'', ''Lorch'' m. und n. ,ein Trunk („Suff“)‘, im Fuldischen üblich (Vil. 1868); ''Lorch'' m. ,Saft von gekeltertem Obst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lusch''' n. ● ,wirres Stroh; im Feld wachsende wilde Halme‘, untere Eder (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lusche''' f. ● ,Kohl, der kein Haupt geschoben hat, sondern in lange Blätter geschossen ist‘, Balhorn (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''luschig''' ● Adj. zu ''Lusch'' (Pfs. 1886); ''lüschech'' ,wirr (vom Stroh), locker, ungefüllt (von Krautköpfen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lüttich''' ● ''lüttig'', ''lüttich'' ,leichtfertig, eilfertig, oberflächlich (von Menschen und deren Verrichtung)‘, in ganz Niederhessen üblich (Vil. 1868); ''lüttich'', ''lütche'', auch im Hinblick auf zu leichte, dünne Kleidung bei rauher Jahreszeit gesagt (Pfs. 1886); ''leddech'' ,schwach, leicht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lutterbaß''' m. ● ''Lodderbaß'' ,unordentlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lutterig''' ● ''lotterig'', ''lodderig'', ''loddericht'' ,zottig, zerlumpt, nachlässig in der Kleidung‘, in Althessen allgemein (Vil. 1868); ''ludderich'' ,lotterig, unordentlich, wackelig, schwankend‘, Kassel (Gr. 1894), ,verlottert, unordentlich‘, ebd. 20. Jh.; ''lodderech'' ,zerlumpt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch I – L'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_I_%E2%80%93_L</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''I.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Icke''' f. ● ,Frosch‘, Schwalm (Pfs. 1886). ● Pfs. vermutet als Vorform *''Ücke'', verweist auf bair. ''Aukchen'', ''Auchen'' (Pfs., S. 305).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ickengeschlicker''' ● ,Froschlaich‘, Schwalm (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Icker''' m. ● ,Muscheltier‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ickermulde''' f. ● ''Ickermulle'', ''Ickermüllchen'', Pl. ''Ickermüllerchen'' ,Schale der Flußmuschel‘, d.h. die Mulde, in der sich der Icker befindet, an der Schwalm (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ickern''' ● ,necken‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''iggern'' ,necken‘, Kassel 20. Jh.; ,necken, ärgern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Iewest''' ● ''Iwest'' n. ,leinener viereckiger Einsatz n der Vorderseite des Unterrocks Verheirateter‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Iewest'' ,andersfarbiges, in die Vorderseite des Rockes vom Frauenkleide eingenähtes, wie eine Schürze aussehendes Stück Zeug', Kassel (Gr. 1894). ● Der Iewest, mir nur als Maskulinum bekannt, war der Einsatz im (Trachten-)Rock (nicht des Unterrocks), der durch die Schürze verdeckt wurde. (Gt.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''iewest''' ● ''iebes'' (''iewes'', ''iewest'') ,einigermaßen, nur etwa‘, Niederhessen, mit anderen Lautungen und Formen in ganz Hessen (Vil. 1868); iwewes, iewest ,irgendwie, wo nur immer‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''iewest'' ,irgendwie, halbwegs‘, Kassel (Gr. 1894); ''iewest'' ,irgendwie, einigermaßen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''iewesthand''' ● ''iebesthand(s)'' ,zuweilen, mitunter‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''iewesdhaant'' ,häufig, öfters‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''illern''' ● Siehe ''eulern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Imbiß''' m. ● ''Immes'' ,Schmaus‘, Ziegenhain, Oberhessen (Vil. 1868); ''Emmes'' ,geselliges Schmausen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''indärlich''' ● ''indärlech'' ,sanft, treuherzig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. (1868) verzeichnet das Wort für Niederhessen nicht, allerdings als ''indüerlich'' ,mitleiderregend, eindringlich‘ für Schmalkalden und als ''indellig'' für Bereiche südlich des Niederhessischen; er sieht darin ein *''inteuerlich'' ,sehr teuer‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ineinander''' ● ''innanner'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); übertragen: ,aufgeräumt, lebhaft‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''innanner sinn'' ,(sehr) zuvorkommend sein‘, scherzhaft, Steigerung: ''innanner sinn wie Schuhwichse'' (Gr.). ''Hä äs innanner wie ‘ne Kährberschde''. ,Er ist in freudiger Erregung.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''infamicht''' ● ,abscheulich, niederträchtig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ingescheit''' ● ,sehr gescheit, pfiffig‘, äußerst üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''inzweiern''' Adj. ● ''innzweiern'' ,entzwei, zerbrochen, kaputt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''innzweiernes Dibbchen'' ,zerbrochenes Töpfchen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''inzweimachen''' ● ''innzweimachen'' ,entzwei machen, zerbrechen, kaputtmachen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ippen''' ● ''ebben'', ''ibben'' ,kurzen, heftigen Schmerz empfinden‘ (z. B. bei Stoß), ,jucken, brennen‘ (z. B. bei Brennesselberührung, Insektenstich), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Irrgewirr''' n. ● ,Durcheinander‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Irrwisch''' m. ● ,Irrlicht‘, üblichste Benennung, auch: ,unruhige hn und her fegende Person‘ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itsche''' f. ● ,Kröte‘, in Althessen die alleinige Bezeichnung (Vil. 1868); ,Eidechse‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kröte‘, Kassel (Bennecke 1904), ,Kröte, Frosch; zickiges kleines Mädchen‘, Kassel 20. Jh.; ,Kröte, Frosch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Du kleine Idsche'', schwaches Scheltwort, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).  ● Vil. sieht zu Recht in ''Itsche'' entrundetes *''Ütsche'', verweist auf Marburger Hexenprozeßakte 1633: ''Die fraw Eyla hab ein stecken genommen, vnd in ein vtsche oder kröte gestochen.'' Pfs. (1886) verweist auf oberhess. ''Eutsche'', das langes ''ü'' voraussetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itschenditsch''' ● ,das Junge von einem Hasen und einer Ente‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itschengegritsche''' n. ● ''Idschenjegridsche'' ,Froschlaich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itschenquitsch''' m. ● Bezeichnung für ein itschiges Kind, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''itschig''' ● ''itschich'' ,zickig, zänkisch‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itzelei''' ● ,Zänkerei, Keiferei‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''itzeln''' ● ,necken‘ (Vil. 1868); ''sech itzeln'' ,miteinander zanken, keifen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''J.,''' siehe auch '''G.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''jacken''' ● ''jaggen'' ,schnell fahren‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''karjäckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jackern''' ● ,schnell reiten, schnell fahren‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868). ● Vgl. ''karjäckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jagden''' ● ''sech jochden'' ,sich spielend necken, sich neckend umhertummeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jahn''' ● ''Jahne'' f. ,die Reihe, Linie, Strich Arbeit, z.B. beim Kornschnitt, im Heumähen, gerade vor sich hin bei dem, was man sich davon vorgenommen hat‘, in Hessen allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''John'' m., Pl. ''Jehne'' (Dim. ''Jehnchen'') ,bestimmte Arbeitsfläche; Ackerabschnitt, der zu bearbeitet ist‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''in einer Jahne stehen'' ,in gerader Linie stehen‘, z.B. Bäume, aber auch von Menschen gebräuchlich (Vil.); ''fär Johne hen'' ,vor Jahne hin, der Reihe nach‘ (Hm.); ''zejohnehenne'' ,ziemlich, (so) einigermaßen‘, Kassel (Gr. 1894), ''zijohne'' ,langsam‘, Kassel (Lüttebrandt 1919). ● Nach Vil. ursprünglich maskulin, er verweist auf mhd. ''jân''; in Hessen „durchgängig“ feminin – was kaum stimmen kann, vgl. Oberellenbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jähnen''' ● ,gähnen‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jahren''' ● ''sech johren'' ,sich finanzielle erholen, zu Mitteln kommen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jammer''' ● ,Heimweh‘, Balhorn (Sl. 1901); ,Jammer‘, selten, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jammern''' ● ,seufzen, klagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''jimmern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jären''' ● ,gären‘, Kassel (Gr. 1894); ''jären'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jätehäckchen''' ● ''Jädehäckchen'', übertragen: ,hervorstehendes, meist aufwärts gebogenes Kinn‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jährehäggchen'' ,kleine Hacke zum Ausjäten des Unkrauts‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jätsch''' m. ● ''Jädsch'' ,einer, der die Schuhe schief tritt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jätschen''' ● ''jädschen'' ,die Schuhe schief treten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jauker''' ● ''jauger'' ,teuer, gefährlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jaunern''' ● ,winseln (von Menschen und Hunden), beständig nörgeln (von Kindern)‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ,Schmerzlaute von sich geben, weinerlich klagen‘, Kassel (Gr. 1894), ,Schmerzlaute von sich geben (von Menschen und Hunden)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jembern''' ● etwa: ,kläglich, sich sehnend, armrudernd herumgehen‘, Kassel (Gr. 1894) ● Vgl. ''embern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jende''' ● ''dulle Jende'' ,Frauenzimmer, das kein gesetztes Benehmen hat‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jetzunder''' ● ''jitzunner'' ,jetzt‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ''jetzunner'', Kassel (Gr. 1894), ''itzund'', ''gitzund'', ''itzunder'', ''gitzunder''. ● Kürzere Formen: ''jitzt'' (hauptsächlich für ,jetzt‘), Kassel; ''itz'', ''gitz'', ''itzet'', Balhorn (Sl.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jexe''' ● ,Hiebe, Schläge‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jexen''' ● ,hauen, schlagen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jicht''' f. ● ,Gicht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jichtbeere''' ● ,schwarze Johannesbeer‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jichtig''' ● ,eifrig (im Schaffen), jähzornig‘, Gegend von Felsberg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jimmern''' ● ,kläglich, mit einem hohen Ton jammern, winseln‘, ganz Althessen (außer dem niederdt. sprechenden Teil) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jippe''' f. ● ,Kippe; schwankendes Ende‘ (daneben auch ''Kippe'' gebräuchlich) Kasseler Gegend (Pfs. 1886);  ''Jebbe'' ,Kippe‘, Kassel (Gr. 1894). ●  ''uff der Jeppe stehn'' ,auf der Kippe stehen, vor dem Bankrott, vor der Katastrophe stehen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jippe''' f. ●  ''Jebbe'' ,Knabenschlitten‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jippen''' ● ,schwanken, schaukeln‘, Kasseler Gegend (Pfs. 1886); ''jebben'' ,kippen, rasch aus dem Gleichgewicht fallen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jippen''' ● ,Schlitten fahren, wie die Kinder es tun‘, östl. Hessen (Waldkappel) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jippen''' ● ,hell pfeifen‘, von Rädern oder Maschinen, deren Teile sich mit schrillem Ton reiben, Hersfeld (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jirscht''' m. ● ''Jirsch'' ,Schaum, welcher sich beim Gären bildet‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Jirscht'' ,Schaum‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hingegen in Kassel ''Girscht'' (s. d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Juchtelfuchtel''' m. ● ,Schnaps‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jü''' ● Zuruf an das Zugvieh, um dasselbe zum Fortgehen anzutreiben, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''juckeln''' ● ''juggeln'' ,unruhig sitzen, dabei mit dem Stuhl ruckeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''juckern''' ● ,unruhig, erschütternd sitzen‘, Kasseler Gegend (Pfs. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jücken''' ● ''jeggen'' ,jucken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jüde''' ● ''Jidde'' ,Jude‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Balhorn (Sl. 1901); ''Jerre'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jüdenmensch''' n. ● ''Jerrenmönsch'' ,Jüdin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jüdschen''' f. ● ''Jedschen'' ,Jüdin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jumfter''' f. ● ''Jumfder'' ,Jungfer‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jomfder'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''juppern''' ● ''jubbern'' ,unruhig auf etwas sitzen, wie mit Ungeduld sich zum Fortgehen anschicken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''K.,''' siehe auch '''G.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Kabe''' f. ● ,Spreu‘, Niederhessen, nördl. von Fritzlar; an der Schwalm, Amt Frankenberg (Vil. 1868); ''Kowe'' ,Spreu; auch der Spreu ähnlich sehende Teile des Kerngehäuses von Kernobst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kabefresser''' ● ''Kawefresser'' ,jem. der aus Geiz karge Kost genießt; Geizhals‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kowenfrasser'' ,Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kabehals''' ● ''Kawehals'', wie ''Kabefresser'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kabig''' ● ''kawich'' ,geizig, aus Geiz kargend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kabores''' ● ,entzwei, zerstört, kaputt‘, Kassel (Gr. 1894). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kächzebeutel''' ● ''Kächzebiedel'' ,einer, der viel hustet, keucht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kächzen''' ● ,stark stark husten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kahre''' f. ● ''Kohre'' ,Kehre; Wendung mit dem Fuhrwerk, Krümmung des Weges‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kahren''' m. ● ''Kahren'' ,Karren‘, Kassel (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''Korrn'' (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalátsche''' f. ● ''Kalaadsche'' ,eine, die tratscht, alles ausplaudert, Klatschbase‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kalöhdsche'' ,Klatschbase, Schwätzerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Karbatsche''.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''kalátschen''' ● ''kalaadschen'' ,tratschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''kalöhdschen'' ,über jemanden etwas in tadelnder Weise sprechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''karbatschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kälbern''' ● 1) ,sich erbrechen‘, sehr üblich, 2) ,Possen treiben, alberne plumpe Scherze machen‘, ziemlich üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalch''' ●  ,Kalk‘, Hessen (Pfs. 1886), Kassel (Gr. 1894); hingegen ''Kalk'' in Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalfakter''' ● ''Kalfacter'' ,jemand, der überall herumstreicht, horcht, zuträgt und ausplaudert; Spion‘, Schimpfwort (Vil. 1868); ''Kalfagder'' ,Person, die überall herumstreicht, Aushorcher, Zuträger‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kalfaktern, kalfatern''' ● ''kalfactern'' ,überall herumlaufen, horchen, zutragen und ausplaudern‘, oft scherzhaft (Vil. 1868), ''kalfagdern'' ,die Leute aushorchen, ihnen etwas zutragen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''kalfadern'' ,alles auskundschaften‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalopp''' ● ,Galopp‘, Kassel (Gr. 1894), ,schneller Ritt, schnelle Fahrt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kaloppieren''' ● ''kallebieren'' ,galoppieren‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''kallebierende Uszehrunge'' ,galloppierende Schwindsucht‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalummer''' ● ''Kalummer Vauhl'', ''Kalummer'' m. ,Kanarienvogel‘, üblich, Nierhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kamasche''' ● ''Kamasche'' ,Gamasche‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kamösche'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kammbank''' ● Siehe ''Kannbank''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kanal''' s.(!) ● ,Kanalschacht und dessen Deckel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kandel''' f. ● ''Kanel'', ''Kenel'', „jetzt gewöhnlich Kandel gesprochen“, ,Röhre, besonders Dachrinne, Dachröhre‘ (Vil. 1868); ''Kannel'' ,Dachrinne, auch Abfallrohr‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kaanel'' ,Straßengosse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kannbank''' m.(!) ● ''Kannbank'' m., gesprochen ''Kammbank'', ,an der Stubenwand in Manneshöhe angebrachtes Brett, zur Ablage von Bierkrügen, Gläsern, Tassen und Büchern; an der Unterseite des Kammbanks Hakenleiste zum Aufhängen von gesponnenem Garn und Bekleidungsstücken‘, östl. Hessen (Vil. 1868); ''Kammbank'' ,Gerätesims in Küchen und ländlichen Stuben‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''Kammbank'' ,Küchenrepositur‘, Kassel (Gr. 1894), ''Kammbaank'' m. ,an der Wohnzimmerwand angebrachtes Brett, auf dem allerlei kleine Gegenstände aufgestellt werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Pfs. bezweifelt Vil.s (naheliegende) Annahme, daß das Vorderglied als ''Kann(e)'' zu deuten sei; er sieht darin ''Kamm'' und faßt das damit gebildete Kompositum bildlich auf. Mhd. ''banc'' ist fem., aber auch mask., insofern erklärt sich ''der Kannbank''; die Bildung dürfte sehr alt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kannbanksläufer, -laufer''' ● ''Kammbanksläufer'' ,kleiner, unverständiger und zu Geschäften unbrauchbarer Knabe‘, östl. und inneres Hessen (Vil. 1868); ''Kammbankslaufer'' ,Lohnläufer; einer, der sich mit kleinen Aufträgen mühsam durchschlägt‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kammbangsleefer'' ,jemand, der sich die Gunst von anderen zu erwerben weiß, indem er ihnen allerlei kleine Dienste erweist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kannbrett''' ● ''Kambret'', entspricht ''Kannbank'', Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kappenieren''' ● ''kabbenieren'' tr. ,zerbrechen, entzweischlagen; erschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kaprisig''' ●  ''kabrísech'' ,kapriziös, launenhaft, auffahrend, jähzornig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kapuster''' m. ● ,dicker, kurzer Mensch‘, besonders von einem dicken Kind gesagt, scherzhaft, überall verbreitet (Vil. 1868); ''Kabuster'' ,pausbäckige, robuste Person‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vil. vermutet Herkuft von russ. ''Kapustra'' (''Kappus'' ,Weißkraut‘), also Vergleich mit einem Kohlkopf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karbatsche''' f. ●  ''Karwaatsche'' ,aus ledernen Riemen geflochtene Peitsche mit lederüberzogenem Stiel‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vil. (1868) erwähnt zwar ''Karbatsche'', gibt aber keine Bedeutung an, das Wort sei bekannt, aber nur wenig geläufig, meist im östl. Hessen. Nach Gr. von französ. ''cravache'' ,Reitpeitsche‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karbatsche''' f. ● ''Karwöhdsche'' ,Schwätzerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ist wohl ''Karbatsche'' ,Peitsche‘ mit Bedeutungsübertragung von lautlich ähnlichem ''Kalatsche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karbatschen''' ● ''karwaatschen'' ,(ver)prügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karbatschen''' ● ''karwöhdschen'' ,überall umherlaufen, um zu plaudern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''kalatschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karch''' m. ● ''Korch'' ,starker Husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karchen'''  ● ''korchen'' ,stark husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karges'''  ● ''karges machen'' ,Schaden stiften‘, auch: ,listig jemandes Vorhaben vereiteln‘, Felsberg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karjäckerchen''' ● ,Träbchen, kleiner kurzer Trab‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karjäckern''' ● ,traben, laufen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. ''jacken'', ''jackern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karmenade''' ● ,Karbonade‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karnette''' f. ● ''Karnette'', gewöhnlich: ''Karnettchen'', ,Weibermütze‘, diese wurde getragen in Kassel (von älteren Bürgerinnen) bis gegen 1830 und „jetzt“ noch in der näheren Umgebung von Kassel (Vil 1868);&lt;br /&gt;
''Karnette'' ,Spitzbetzel‘ (Pfs. 1886); ''Karrnedde'' ,steife und spitze Haube der Bäuerinnen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Aus französ. ''cornette'' ,Haube der Frauen‘ (Gr.). ● Siehe ''Spitzbetzel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karnuffeln''' ● ''karnuffeln'', ''karnüffeln'', 1) ,stoßen, prügeln‘; besonders „stumpen“ mit Faust oder Ellenbogen, allgemein üblich; 2) ''karniffeln'' ,mit dem Kinderschlitten fahren‘, Gegend von Philippsthal-Kreuzberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kartenrätscher''' ● ''Kaardenrätscher'' ,leidenschaftlicher Kartenspieler‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kartuffelschnipper''' ● ''Gordüffelschnebber'' ,geröstete Kartoffelscheibe‘, beliebt als Zuspeise zum Morgenkaffee, besonders im Winter, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''käsen''' ● ,klatschend werfen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kassel''' ● redensartlicher Spaß, Niederhessen: „Man hebet Kinder hoch, indem man ihren Kopf bei Ohren zwischen Hände nimt, um ihnen angeblich ,Kassel zu zeigen‘.“ (Pfs. 1886) ''Ech wäll dä moh Kassel wiesen!'' Mit diesen Worten pflegt man kleine Kinder am Kopf hochzuheben. Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel, 20. Jh., heißt die Frage an kleine Kinder: „Soll ich dir mal den Herkules zeigen?“ Bei Bejahung folgt dieselbe schmerzliche Prozedur. ● Siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kastaniel''' f. ● ''Kastanjel'' ,Kastanie‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ''Kastanchel'', ebd. (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''Gresdanjel'' (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kastrullbursche''' ● ,Köchin, Küchenmädchen‘(!), scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kastrulle''' f. ● ''Kastrulle'' ,Kasserolle‘, Kassel (Gr. 1894);  ''Kasdrolle'' ,kleiner Blechtopf mit Stiel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''casserole'' ,Tiegel, Schmorpfanne‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käte''' f. ● ''Käde'' ,Schweinsklaue‘, Kassel (Gr. 1894), ''Käden'' ,Schuhe‘, Kassel 20. Jh. (z.B. Bennecke 1904); ''Keede'' f. ,Klaue der Wiederkäuer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die Oberellenbacher Form paßt im Vokalsimus nicht zu der Kasseler Form; Hm. führt sie denn auch unter dem Stichwort ''Köte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''katern''' ● ''kodern'' ,vertraulich miteinander verkehren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kathrine''' ● ,Katharina‘ ● ''De schnelle Katriene'' ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894); diese Wendung muß früher sehr üblich gewesen sein, denn Gr. merkt an: „Einziger Fall, wo der Kasseläner ''schnell'' gebraucht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kätschel''' f. ● ''Kädschel'' ,Mund‘, verächtlich; übertragen: ,Schwätzerin, Person, die dauernd nörgelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kätscheln''' ● ,die Schuhe schieftreten‘, Amt Schönstein, Jesberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kätscheln''' ● ''ketscheln'' ,langsam kauen‘, untere Eder (Pfs. 1886); ,ohne Appetit essen, an etwas herumkauen‘, Kassel 20. Jh.; ''kadscheln'', dasselbe, und übertragen: ,dauernd dummes Zeug reden, dauernd verdrießlich mäkeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kätschelschlette''' f. ● ''Kädschelschlädde'' ,Person, die dauernd unvernünftiges Zeug redet, dauernd nörgelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schlette''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kätschen''' ● ''kädschen'' ,langsam und ohne Appetit an etwas herumkauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Katzenfleisch''' ● ''Katzenfleesch'' ,sehniges Fleisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kauchen''' ● ''kauchen'', gesprochen meist ''kuhchen'' ,niederkauern, niederhocken‘ (Vil. 1868; Vorkommen nach ihm: Oberhessen); ''kuchen'' (''u'' kurz) ,kauern, hocken‘, Kassel (Gr. 1894); ''sech küchen'' (''ü'' kurz) ,sich niederkauern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaule''' f. ● ''Kule'', ''Kaule'' ,Grube‘, im niederdt. sprechenden Niederhessen und fuldaaufwärts bis in die Gegend von Rotenburg vorkommend (Vil. 1868); ''Kulle'' ,Kuhle, Grube, Mulde, Vertiefung‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaule''' ● Siehe auch ''Kulle''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaulert''' m. ● ''Kullert'' ,Kaulbarsch, kleiner Fisch mit Rückenstacheln‘, Kassel (Gr. 1894); ,kleiner, dunkler, häßlicher Stachelflosser‘, ebd. (Lüttebrandt 1919). ● ''Kullert'' &amp;lt; ''Kuller'' + mit Dentalzusatz wie ''Koffert'', ''alst'', ''ebend'' u.a.m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käutchen''' ● ''Kiddchen'' ,Backengrübchen‘, wörtlich: ,kleine ''Kudde'' (''Kaute'')‘, Kassel (Gr. 1894). ● Redensart ''En Kittchen im Backen, en Schelmen im Nacken.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaute''' f. ● ''Kaute'', ''Kutte'' ,Grube, jede Vertiefung‘ (Vil. 1868); ''Kudde'' ,kleine Grube‘, Kassel (Gr. 1894); ''Küdde'' ,Grube, Vertiefung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaute''' f. ● ''Kaute'', ''Kutte'' ,der in einen runden mit einer Spitze versehene Knäuel zusammengedrehten gehechelten Flachses, bereit zur Verarbeitung am Spinnrad‘ (Vil. 1868); ''Kudde'' ,Zopf, Bund (Garn, Flachs), kleine Garbe‘, Kassel (Gr. 1894); ''Küdde'' ,kegelförmig zusammengedrehtes Bündel gehechelten Flachses‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''käuweln''' ● ,kauen‘, niederhess. (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käuzchen''' ● ''Kützchen'' ,die Gestalt eines zusammengekauerten Menschen‘, Niederhessen (Vil. 1868). ●  Redewendung ''Kützchen machen'', ''Kützchen sitzen'' ,niederkauern, sich zusammenkauern‘ (Vil. 1868); ''en Kitzchen machen'' ,in gekauerter Haltung auf dem Eis schurren (''glieden'')‘, Kassel (Gr. 1894), ,niederkauern, sich in die Knie herablassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''kauzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kauzen''' ● ''kuzen'' ,kauern, hocken‘, ''sich kuzen'' ,sich hinhocken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Vil. hat das Wort nicht, verweist aber unter ''Kützchen'' auf verwandtes ''kauchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käwweler''' ● ,jem., der käwwelt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kawweln, käwweln''' ● ''kabbeln'', ''käbbeln'', ''kawweln'' ,beschwerlich (zahnlos) kauen‘; an der Diemel: ,plappern, plaudern‘, abfällig (Vil. 1868); käwweln ,gehaltlos reden (wie aus zahnlosem Mund); mit vergeblichem Speichelaufwand an etwas herumbeißen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Frequentativum von ''kauen'' (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kehrdreck''' ● ,Kehricht‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kährdräck'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kehr''' f. ●  Nur in den Redensarten ''üsser der Kehr'' ,außer der Kehr, abgelegen‘, ''von enger Motz Kehr'' ,von einer Mutz (Schwanz?) Kehr, plötzlich, unerwartet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''keilen''' ● tr. ,(an)treiben, drängen; durch unverschämte Lockungen herbeiziehen‘ (Vil. 1868); ''kielen'' tr. ,jem. zu etwas drängen, andauernd mit Bitten belästigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zu ''Kiel'' ,Keil‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keipe''' f. ● ,Tasche‘, in Niederhessen bis Hünfeld ausschließliche Bezeichnung; ''Tasche'' auf dem Land vielfach unverständlich (Vil. 1868); ''Kibbe'' ,Tasche an der Bekleidung‘, Kassel 19., 20 Jh., auch: ,Umhängetasche‘ (Gr. 1894); ''Kibbe'' ,Tasche (am Kleid)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Kiepe'' im niederdt. (nördlichen) Niederhessen, ''Keipe'' in Oberhessen (Vil. 1868). ● Früher hess. Beleg: „Sie [die Indios] tragen jhre Kinder auf dem rücken, in ''keipen'' von Baumwollen garn gemacht“, so Hans Staden 1567; als Homberger hat er sicherlich ''Kiepen'' gesprochen und das Wort regelhaft hochdeutsch umgesetzt (Aussprache mit Vokalkürzung, ''Kibbe'', erst nach dem 16. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keipengeld''' ● ''Kibbengalt'' ,Taschengeld‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kelleresel''' m. ● ,Kellerassel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kalleräsel'' m., dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kersche''' f. ● ,Kresse, Brunnenkresse‘, ganz Althessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kesper''' f. ● ,Kirsche‘, in ganz Niederhessen die ausschließliche Bezeichnung, nie ''Kirsche'', ''Kersche'' (Vil. 1868); ''Kesber'', dasselbe, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Lüttebrandt, Kassel, bezeichnet 1917 ''Kesbern'' als „bäurisch“, d.h., in Kassel war zu seiner Zeit ''Kesper'' wohl bereits weitgehend durch hochdt. ''Kirsche'' ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kesselwurst''' ● ''Kässelworscht'' ,Leberwurst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keuchbeutel''' ● ''Kichebiedel'' ,einer, der viel keucht, hustet‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. auch ''Kichhusten'' ,Keuchhusten‘ (Gr.). Das beiden Begriffen zugrunde liegende Verb *''kichen'' ,keuchen‘ wird von Grassow nicht aufgeführt, scheint also in Kassel im 19. Jh. bereits erloschen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''keuchen''' ● ''kichen'', bezeichnet auch den Anfall jähzornger Kinder, die rot und keuchend vor Erregung plötzlich in einen Starrkrampf verfallen, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keule''' ● ''Kiele'' ,großes Stück Fleisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kiebitzchen''' ● Pl. ''Kiewitzerchen'', Kassel (Lüttebrandt 1917). ● ''de Kiwiddzerchen hieden'' ,die Kiebitzchen hüten‘, d.h. ,müßig zu Hause bleiben‘ (Lüttebrandt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kienrauch''' ● ''Kinnröhch'': ,Kienruß, schwarze Farbe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kilsen''' ● ,klatschend werfen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kippe''' ● Siehe ''Keipe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kippes''' ● gleichbedeutend mit ''Fickfacker'' ,Schwänkemacher, Aufschneider, Betrüger‘, Schwalm (Pfs.1, 1889). ● Pfs. weist auf Vickvecker hin, vermutet Ableitung von  „Kippe, Keipe, d. ist Tasche oder Vicke, für einen der gleichsam in der Tasche spielt, seine Wippchen macht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kirmese''' f. ● ''Kirmes'' ,Kirchmesse, Kirchweihfest‘, ganz Althessen (Vil. 1868); ''Kirmese'' ,Kirmes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kermese'' ,alljährlich im Herbst stattfindendes Volksfest‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kissenzieche''' f. ● ''Kessenzieche'' ,Kissenüberzug‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kitzen''' ● ,junge Katzen zur Welt bringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Zieche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klabuster''' m. ● ''Klawuster'' ,zähes Klebrig-Breiartiges, z.B. klebriger Schmutz, zäher Leim, Kleister‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klabusterbeeren''' Pl. ●  ,Hämorrhoiden‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klabustern''' ● ''klawustern'' ,die Hände in Klebrig-Breiartigem bewegen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klabustrig''' ● ''klawusterich'' ,zäh-klebrig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klackern''' ● ''klaggern'' ,kleckern‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klackerpapier''' ● ,Löschpapier‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klacks''' m. ● ''Klaggs'' ,Klecks, geringe Menge‘, Kassel 20. Jh.; ,Klecks‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Du host wohl en Klaggs!'' ,Du bist wohl nicht bei Sinnen, bei Trost!‘ Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klacksen''' ● ,klecksen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Dä glaggsd’s wohl!'' ,Dir klackst es wohl! Du bist wohl nicht recht gescheit!‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläffen''' ● ''kleffen'' intrans. ,etwas offen stehen‘, trans. ,etwas öffnen‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); intrans. ,klaffen, auseinanderstehen (z.B Wundränder), einen Spaltbreit offenstehen (z.B. Tür, Fenster)‘, trans. ,etwas zum Klaffen bringen, einen Spaltbreit öffnen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gläffen'' ,nicht ganz geschlossen sein, halb offenstehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klambastern, klabastern''' ● ''klabastern'', auch ''klambastern'' ,sich unruhig bewegen‘, tr. ,jem. in unruhige Bewegung versetzen, hin und her treiben‘ (Vil. 1868);  ''klambastern'', ''klabbastern'' ,holprig gehen‘, auch: ,umständlich arbeiten‘, Kassel (Lüttebrandt 1917); ''glambasdern'' ,mühsam an etwas arbeiten, sich abquälen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Klabastern'' dürfte sicherlich Verkürzung aus ''klambastern'' sein; wenn ursprünglich, wäre die Aussprache ''klawastern'' (vgl. ''klabustern'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klambes''' m. ● ''Glambes'' ,plumper, schwerfälliger Mensch in Gangart und Ausdruck‘, Kassel (Gr. 1894), ''Klampes'', ebd. (Bennecke 1904); ''Glambest'' ,dicker schwerfälliger Mensch,  auch schwerfälliges Tier, unhandlicher Gegenstand‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klamm''' m. ● ''Glaam'' ,Emfindungslosigkeit der Finger‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klammerbeutel''' ● ''Klammerbiedel'' ,dürre Person, bestehend aus Haut und Knochen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klänen''' ● ''glähnen'' ,indiskret weitererzählen, was einem gesagt wurde‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläppern''' ● In der Redewendung ''en Ei kläbbern'' ,ein Ei aufschlagen‘, Kassel (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''glabbern'' ,kleppern, quirlen, mit dem Rührlöffel zerschlagen (Ei)‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klapperschiß''' ● ''Klabberschäß'' ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klapperschulden''' ● ''Glabberscholden'' ,kleine, geringfügige Schuldbeträge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klapperwerk''' ● In der Redewendung ''d’s Klabberwerk hon'' ,krankhaftes bzw. altersbedingtes Zittern haben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klärisch''' ● ''klährsch'' ,wählerisch‘ (nur im Hinblick auf Speisen und Getränke), ''net klährsch'' ,dreist, unverschämt zulangend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klaterig''' ● ,schmutzig und naß (Straße, Wetter, Angelegenheit)‘, in Niederhessen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klatern''' ● Siehe ''vullkladern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klatschen''' ● ''glödschen'' ,angeben, Anzeige machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kläuel''' m. ● ''Glöiwel'' ,Knäuel, Garnknäuel, derb-unförmige Masse‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von mhd. ''kliuwel''. ● Siehe ''Kluchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläuelig''' ● ''glöiwelech'' ,knäuelig, unförmig, schwerfällig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläueln''' ● ''glöiweln'' ,knäueln, zu einer wirren unförmigen Masse zusammenfügen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klaute''' f.● ''Klaute'', gesprochen ''Klude'', ''Kluide'' ,Quaste‘, östl. Niederhessen, z.B. Asbach (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kledasche''' f. ● ''Kledaasche'' ,Bekleidung‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kleiben''' ● ''gleewen'' ,mit Lehm verschmieren; dick auftragen (besonders vom Brotaufstrich)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klemensen''' ● ''klehmensen'' ,beim Essen nicht ordentlich zugreifen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klemenser''' ● ''Klehmenser'' ,einer, der beim Essen nicht ordentlich zugreift‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klemenzen''' ● ,allzu schleppend sprechen‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886). ● Wohl identisch mit ''klemensen''. Gemeinsame Vorstellung vermutlich: ,mit dem Mund langsam sein‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klemme''' f. ● ,ordinäre Wurst‘, Kassel (Gr. 1894), ,minderwertige Leberwurst‘, ebd. (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klemmhölzer''' ● ''Klemmhelzer'', übertragen: ,schiefe Beine‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klengen''' ● ,klingen machen; die Samenkapseln des Spätflachses auf einem Tuch in der Sonne ausbreiten, damit sie klingend aufspringen und den Samen fallen lassen‘ (Vil. 1868); ''glängen'', dasselbe, weiterhin: ,jem. ängstigen, quälen, zu etwas zwingen, mit Bitten in jem. dringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Die „Kliwwer“|'''Klieber''']] f. ● ''Klibber'', ''Kliwwer'' ,Splitter Holz zum Küchengebrauch‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Kliwwer'' ,abgespaltenes Holzstück‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), außerdem: ''die Kliwwern'' ,die Finger‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Glewwer'' ,gespaltenes Holzstück, fertig zum Gebrauch in der Küche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kliebern''' ● ''klibbern'' ,zerschlagen, in Stücke, zumal in Splitter schlagen oder zerbrechen lassen‘ (Vil. 1868); ''kliwwern'' ,Holzklötze in Klibbern schlagen; etwas zerbrechen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Früher Beleg bei Hans Staden aus Homberg (1567): ''kliebern'' ,(gefällten Baum) zu Kleinholz machen‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klimper''' f. ● ,kleine Gattung von Schossern, Murmeln‘, Kassel, in Pfs.s Jungenzeit gebräuchlich (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klimperklein''' ● ,äußerst klein, winzig‘ (Vil. 1868); ''klimberkleine'', Kassel 20. Jh. ● Variante in Oberellenbach ''klumperklein'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klingel''' ● ''Klengel'' ,Kaltpisse‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klinke''' f. ● ''Glingge'' ,Türklinke; Rockfalte, die von der Schneiderin in den Weiberrock gelegt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klittern''' ● ''kleddern'' ,kleckern, klecksen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klopfe''' f. ● ''Klobbe'' (Sg.) ,Schläge, Hiebe, Prügel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klopfechtig''' ●  ,''klóbbächdich''  ,zum Klopfen geeignet‘, z.B. von einem Gegenstand gesagt, der einen Hammer ersetzen kann, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe -''echtig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klöpfen''' ● ''klöppen'' ,mit nur einer Kirchenglocke läuten‘, Amt Frankenberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kloster''' ● ,Irrenanstalt‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''He eß riffe veors Kloster.'' ,Er ist fürs Irrenhaus reif.‘ (Sl.) ●  Bedeutungserweiterung bzw. -verschiebung, da die Klöster Merxhausen und Haina in Pflegeanstalten (Merxhausen für weibliche Schwachsinnige) umgewandelt worden sind (Sl.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klosterbruder''' ● ,Verrückter, Narr‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klosterschwester''' ● ,irrsinige Frauensperson‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klotz''' ● wie hd., dazu: ,Absatz‘, Schwalm (Pfs.1, 1889). ● ''Klötz schlahn'', schwälmerische Eigenheit beim Tanze, indem zum Takte der Musik mit dem rechten Absatz an den linken geschlagen wird, der Brauch ist nahezu geschwunden (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klotzen''' ● ,schlagen, klopfen in einzelnen Stößen oder Schlägen (Pulsschlag, Klopfen bei Geschwüren, zumal am Finger)‘, Oberhessen (Vil. 1868), Schwalm, in Redewendung (Pfs.1, 1889). ● ''Du kreichst des Klotze, bannste net hörst!'' Schwalm. Pfs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[„Klowes“|'''Klowes''']] ● ''Klaus'', auch ''Klas'', gewöhnlich ''Klowes'', Abkürzung von ''Nikolaus'' (Vil. 1868); ''Klowes'' ,ein massiver, tölpelhafter Mensch, Balhorn (Sl. 1901); ''Klowes'' ,Tölpel, dummer, unbeholfener Mann oder Junge; ,zum Klowes-Abend (6. Dez.) verkleidetes Kind‘, Kassel und Umgebung 20. Jh.; ''Glowes'' ,St. Nikolaus; verkleideter Erwachsener, der am Abend des 6. Dez. zu den Kindern kommt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Klowes'', bis ins 18. Jh. in Niederhessen regulärer Vorname, so auch durchaus in den Kirchenbüchern zu finden, bis ins 19. Jh. übliche Rufform für ''Nikolaus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klowes-Abend''' ● Ohne diesen Begriff zu nennen, führt Vil. aus: „Der Umzug des ''Klaus'', ''Klas'', ''Klowes'', ''Niklowes'' am 6. Dezember Abends ist noch jetzt in manchen Gegenden, namentlich in und um Hersfeld, Marburg, Kassel regelmäßig üblich; bis 1840 wurde derselbe noch häufig von Erwachsenen, auch noch mit dem alten Schläge-Austeilen und Nüsse-Werfen, vollzogen; seitdem ist der Umzug zu einer Kindermummerei und einem Gaben-Erbitten Seitens der vermummten Knaben herabgesunken.“ (Vil. 1868) ''Klowes-Owend'': Als ''Klöwese'' vermummte Kinder gehen von Haus zu Haus und erbitten mit dem Aufsagen kleiner Verschen Gaben, Kassel und Umgebung, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kluchen''' ● (''u'' kurz) ,Knäuel‘, z.B. ''en Kluchen Garen'' ,ein Knäuel Garn‘, Kassel (Gr. 1894). ● Eng verwandt mit ''Kläuel'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kluft''' f. ● ,Feuerzange‘,  „durch unser ganzes Gebiet“ (Pfs. 1886), Kassel (Gr. 1894). ● Nach Gr. ausdrücklich nicht ,Bekleidung‘; fehlt in beiden Bedeutungen in Niederellenbach (Hm. 1926); bei Vil. (1868) nicht verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klüftchen''' ● ,dünner, auch schlechter, abgenutzter Rock, besonders wird der Frack so bezeichnet‘, sehr üblich, besonders in den Städten (Vil. 1868); ''Kleftchen'' ,ärmliches Kleid‘, Kassel (Gr. 1894); ''Glefdchen'' ,schlechter abgetragener Rock, schlechter Anzug‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klumper''' ● ''glümber'' ,sehr klein‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klumperklein''' ● ''glümbergleen'' ,sehr klein, winzig, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Siehe auch ''klimperklein''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klunde''' f. ● ''Glonde'' ,liederliches Frauenzimmer‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klunder''' f. ● ,kotiger Ansatz am unteren Rand der Weiberröcke, auch Kotklumpen überhaupt‘, allgemein üblich (Vil. 1868), ''Klunner'', meist im Pl. ''Klunnern'' verwendet: ,kleine feuchte Klumpen, Schmutzklümpchen, Schmutzansatz am unteren Teil der Kleider, an Schuhen usw.‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Glönder'' ,Schmutzansatz am unteren Rand  des Frauenrocks, an der Wolle der Schafe, den Oberschenkeln des Rindviehs usw.; schmutziges Frauenzimmer‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ●  Siehe ''zuklundern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klundermarsch''' ● ''Klunnermarsch'' ,„landverlaufene“ Dirne‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kluppe''' f. ● ''Globbe'' ,Werkzeug mit verstellbarem Schieber zum Messen des Umfang des Baums‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Kluppe'' wird außer im speziell technischen Sinne nur metaphorisch gebraucht: ''einen in die Kluppe kriegen'' ,einen in seine Gewalt bekommen, um ihn zu bedrängen‘, sehr übliche Redensart (Vil. 1868); ''Klubbe'', nur in der Redewendung ''einen in der Klubbe hon'' ,jem. in die Enge getrieben haben, festgenagelt haben, in der Gewalt haben‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Knuppe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klutt''' m. ● ,ein halbgefüllter Sack‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klutzig''' ● ''klutzich'' ,klumpig gewordener Teig oder Kleister‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knabbeln''' ● ''knawweln'' ,knabbern‘, Kassel 19. Jh. (Jonas). ● Siehe ''knauweln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knäckern''' ● ''gnäggern'' ,ein knackendes Geräusch verursachen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knaffen''' ● ''gnaffen'' ,nach etwas schnappen; an etwas herumnagen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knallen'''  ● ''gnallen'' intr. ,knallen‘, tr. ,Beischlaf ausüben mit‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knapp''' ● ,knapp‘, in Kassel fast immer: ,kaum‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnapp'', als Adjektiv ,knapp‘, als Adverb ,kaum‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knappen''' ● ,mit der Geißel [Peitsche] knallen‘, an der mittleren Eder; ,sich den Knöchel vertreten‘, allgemen üblich (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knarbeln''' ● ,an etwas Hartem hörbar nagen‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knarchen''' ● ,knarren‘ (mit tieferem Ton als ''knirchen''), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatsch''' m. ● ,weicher Kot, besonders wie er sich bei Tauwetter bildet‘ (Vil. 1868); ''Knaatsch'' ,nasse, zähe Masse‘, insbesondere ,Straßenschmutz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), übertragen auch: ,Mißhelligkeiten, Dauerstreit‘, Kassel 20. Jh.; ''Gnaadsch'' ,Schmutz, Straßenschmutz‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knatschen''' ● ,weiche Gegenstände zerdrücken, in Weichem die Hände knetend bewegen; hörbar kauen‘ (Vil. 1868); ''knaatschen'' ,beim Essen schmatzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knatschig''' ● ''knaatschich'' ,feucht-schmutzig‘, vor allem in Bezug auf den Straßenzustand,  Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1984); ''gnaadschech'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatschwetter''' ● ,starkes Tauwetter mit Regen‘ (Vil. 1868); ''Knaatschwedder'' ,Wetter, das alles aufweicht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gnaadschwädder'' ,feuchtes, schmutziges Wetter‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatz''' m. ● ''Gnatz'' ,Krätze‘, in ganz Hessen die ausschließliche Bezeichnung; ,Grind, besonders Kopfgrind; schmutziger Geiz‘ (Vil. 1868); ''Gnatz'' ,Krätze, Grind‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● In der hess. Mundart wird mit geringen Ausnahmen ''Knatz'' statt ''Gnatz'' gesprochen (Vil.); Hm. führt ''Gnatz'' unter dem Stichwort ''Knatz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatzkopf''' ● ''Gnatzkopf'' ,Grindkopf‘, meist in übertragener Bedeutung gebraucht: ,eckiger, launischer, eigensinniger, unverträglicher Mensch‘, Tadel- und Scheltwort, allgemein verwendet (Vil. 1868); ''Gnatzkopp'' ,launischer, unverträglicher Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knaubeln''' ● ''knauweln'' ,knaupeln(!), knabbern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knäubeln''' ● ''gnaiweln'' ,mit zahlosem Mund kauen, langsam und mit Mühe kauen; beständog kleinlich, verdrießlich mäkeln‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneif, Kneip''' m. ● ''Kneif'' ,Messer‘; ''Kneif'' im Bereich von Fulda, ''Kniff'' ,Zulegemesser, Taschenmesser; schlechtes Messer‘ im östl. Hessen, ''Knipp'' in Hersfeld und weiter westlich (Vil. 1868); ''Kniff'' ,Messer‘, Kassel (Bennecke 1904); ''Gnipp'' ,schlechtes, stumpfes Messer‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kneipen''' ● ''knibben'' ,kneifen, zwicken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnibben'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneipkuchen''' ● ''Knibbkuchen'' ,Waffeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneipzange''' ● ''Gnibbzange'' ,Kneifzange‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneller''' m. ● ,Tabak übler Sorte‘ (Pfs. 1886); ,minderweriger Tabak‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knellern''' ● ''knällern'' ,Kneller rauchen; einen hohen Preis fordern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knepen''' Pl. ● ''Kneben'' ,Grillen, Launen, Tücken‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gneben'' ,hinterlistige Gedanken‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Es hot sinne Kneben.'' ,Die Sache hat ihre Tücken.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knerbeln''' ● ,unaufhörlich, in widerlichem, verdrießlichen Eigensinn ausdrückenden Ton tadeln‘ (Vil. 1868); ''knerweln'' ,nörgeln, halblaut unzufrieden vor sich hin reden, vor sich hin maulen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnärweln'' ,fortgesetzt vor sich hin knurren, in verdrießlicher Weise tadeln‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vil. verzeichnet ''knerbeln'' beim Stichwort „knarbeln“, sieht es wohl als Nebenform dazu an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knerbelpeter''' ● ''Knerwelpeter'' ,ein unaufhörlich in weinerlichem oder murrendem Tone sich beklagender Mensch, dem nichts rechtzumachen ist‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Gnärwelbeeder'' ,Nörgler‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knerren''' ● ''gnärren'' ,schreien (bei kleinen Kindern), Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetebart''' ● ''Knädebart'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnähreboort'' ,breit und langweilig redender Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetebeutel''' ● ''Knädebiedel'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894), ,einer, der durch dauerndes Daherreden nervt‘, ebd. 20. Jh.; ''Gnährebiddel'' ,breit und langweilig redender Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetemichel''' ● ''Knädemichel'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kneten''' ● ''knäden'' ,kneten; breit und langweilig reden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''kneten'' ,langsam und langweilig reden‘, Balhorn (Sl. 1901); ''gnähren'' ,kneten; breit und langweilig reden‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetepeter''' ● ''Gnährebeeder'' ,breit und langweilig redender Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetesack''' ● ''Knädesack'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetsch''' m. ● ,nasse, zähe Masse‘, insbesondere ,Straßenschmutz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Das ''e'' in ''Knetsch'' ist kurz, im Gegensatz zu dem langen ''a'' in dem verwandten ''Knatsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knetschen''' ● ,quetschen, zerquetschen‘ (Vil. 1868); ,(zusammen)drücken, quetschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''gnäddschen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Quetschen'', ''zerquetschen'' ist hingegen unüblich. (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetscher''' ● ,Weißbinder‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knettern''' ● ''gnäddern'' ,knattern, krachen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knick''' m. ● ''Knick'' ,kleine steile Anhöhe‘, in Nieder- und Oberhessen sehr üblich (Vil. 1868); ''Gneck'' ,Riß, Sprung, Bruch; kleine steile Anhöhe‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knickeln''' ● ''gneggeln'' ,in die Knie fallen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kniegurte''' f. ● ''Gniegorde'' ,Strumpfband‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kniehälsen''' ● ''gniehälsen'' ,erschlagen, um die Ecke bringen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knipsen''' ● ''knipsen'', ''knupsen'' ,mit Wackeln und Schossern schießen‘, Kassel (Pfs. 1886); ''knipsen'', wie hd., dazu: ,mit Wackeln schießen, sie abschnellen‘, Kassel um 1950. ● Siehe ''knupsen'', ''Wackel'', ''Schosse(r)''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knirchen''' ● ''knerchen'' ,knarren‘ (mit höherem Ton als ''knarchen''), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knittern''' ● ''kneddern'' ,knirschen‘, wie z.B. die Wagenräder auf gefrorenem Schnee, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knobelinchen''' ● ''Knowelienchen'' ,Knoblauchwürstchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knöchen''' ● ,peinigen, quälen‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knopfe''' f. ● ''Knopfe'', ''Knoppe'' ,Knospe; Finne im Gesicht‘, allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''Knobbe'' ,Knospe; Gesichtspickel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnobbe'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926); ''Knobbe'' ,Knospe‘, Lohne 2014.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knorschen''' ● ''gnoorschen'' ,mit den Zähnen zerkleinern‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knotenfurz''' ● ''Gnoorenforz'' ,kleiner Kerl, Dreikäsehoch‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel hingegen ''Furzknoden''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knoz''' m. ● ,kleiner, unansehnlicher Mensch‘ (Vil. 1868); ''Knooz'' ,kleines Kind‘, auch: ,ungewöhnlich kleiner Erwachsener‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gnooz'' ,kleiner Kerl‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knozen''' ● ,derb und unordentlich zusammendrücken, namentlich zusammenbinden; sich mit einer Sache abmühen, damit nicht fertig werden können‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''knozen'' ,sich mit (kleiner) Arbeit abmühen, Arbeit unsorgfältig verrichten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnoozen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuffelarbeit''' ● ''Knuffelarweit'' ,schwierig auszuführende (Hand-)Arbeit‘, Kassel 19., 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuffeln''' ● ,kleine Handarbeiten (pfuscherhaft) verrichten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuffig''' ● ''knuffich'' ,übertrieben, übermäßig‘ (z.B. Preis, Benehmen), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knullch''' m. ● ''Gnollch'' ,derber Schuh‘, auch: ,grober unhandlicher Gegenstand‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knullchen''' ● ''gnollchen'' ,derb stoßen, schlagen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knulle''' f. ● ''Knulle'' ,Knolle; großes Stück Brot, großer Knust‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnülle'' ,unförmig großes Stück Brot‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knülle''' ● ,hochgradig besoffen‘, beliebter, wohlmeinender Ausdruck, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''knille'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knullig''' ● ''knullich'' ,ungehörig groß, grob, unverschämt‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnollech'' ,übermäßig, übertrieben‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knüpftuch''' ● ''Knibbeduch'', Dim. ''Knibbediechelchen'' ,kleines Halstuch‘, Kassel 19. Jh. (Herzog, Gr. 1894), 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppe''' f. ● ''Knupe'', ''Knaupe'' ,Auswuchs am Körper, Beule‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppe''' f. ● ''Knubbe'' ,geizige Frau, namentlich Händlerin, die beim Wiegen und Messen abknuppt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppe''' f. ● Redensart ''än inn de Gnübbe grijjen'' ,jem. in die Knuppe kriegen, in seine Gewalt bekommen, jem. seine Überlegenheit fühlen lassen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Umdeutung von ''Kluppe'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppel''' m. ● ,Auswuchs am Körper, Beule‘, Niederhessen (Pfs. 1886), ''Knubbel'' ,knotenartige Verdickung (nicht nur am Körper)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuppen''' ● ''knubben'' ,kargen, abzwacken‘, Kassel (Gr. 1894). ●  Siehe ''abknuppen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperarbeit''' ● ''Knubberarweit'' ,Geduld heischende Arbeit‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperbeinchen''' ● ,die kleinen dünnen „Knöchelerchen“ am Geflügel, wo die Fleisches-Fasern zuletzt nur noch mit den Zähnen gesucht, abgeknuppert werden‘ (Pfs. 1886). ● ''Bis aufs Knupperbeinchen'' ,einer Sache bis auf den tiefsten inneren Grund gehen‘ (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperfleisch''' ● ''Knubberfleisch'' ,Fleisch dicht am Knochen, das nur abgeknuppert werden kann‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnobberfleesch'' ,sehniges, knorpeliges Fleisch, besonders das Fleisch an den Ohrmuscheln‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Bis uffs Knubberfleisch'' ,aufs gründlichste‘ (Gr., auch 20. Jh.). ''Se zänggen sech bis offs Gnobberfleesch'' ,sie zanken sich bis aufs Messer‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knupperig''' ● ,was beim Zerbeißen den Knupperlaut erzeugt (siehe ''knuppern''); scharf gebacken (Brot, Kuchen)‘ (Vil. 1868); ''knubberich'' ,zum Knabbern geeignet (z.B. Gebäck)‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnobberech'', ''gnübberech'' ,nicht leicht zu zerbeißen‘, ''gnübberech'' auch: ,überaus sparsam, geizig‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuppern''' ● ''knuppern'' ,an Hartem mit kleinen Bissen nagen; sich an Hartem mit den Fingern versuchen, um etwas davon abzulösen‘; auch Laut, welchen das Nagen hervorbringt (Vil. 1868); ''knubbern'' ,geräuschvoll kauen, knabbern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnobbern'', ''gnübbern'' ,harte Gegenstände zerbeißen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperwerk''' ● ''Knubberwerk'' ,irgendein feiner Genußgegenstand‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knups''' m. ● ''Knups'', zuweilen auch ''Knupch'', ''Knopch'' ,kleiner Mensch‘, Spottwort (Vil. 1868); ''Knups'' ,kleines Kind‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knups''' m. ● ,Schlag, Stoß‘ (Vil. 1868); ,leichter Stoß, auch: die Folgen davon‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnobs'' ,leichter Stoß, Schlag, meist in scherzhafter Absicht erteilt‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Das Dibben hot en Knubs gekricht''. ,Der Topf hat einen Stoß (Riß, Sprung) bekommen‘. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knupsen''' ● ,schlagen, stoßen‘, aber in  gelinderem Sinn, überwiegend scherzhaft‘ (Vil. 1868); ,schnippen, einen Gegenstand mit Daumen und Zeigefinger anschnippen, auf diese Weise (verstohlen) einem Kind eine Kopfnuß geben‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnobsen'' ,leicht anstoßen, schlagen, meist in scherzhafter Absicht‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''knipsen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knurbel''' m. ● ''Knorwel'' ,kratziger Fusel‘, mancherwärts im Lande gebräuchlich (Pfs. 1886); ''Knurwel'' ,Knorpel‘, Kassel 19., 20. Jh.; auch ,Schnaps‘, ebd. (Gr. 1894); ''Gnorwel'' ,fester Knochenansatz; verwachsener Mensch‘, als Schimpfname sehr gebräuchlich, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knurbeln''' ● ''gnorweln'' ,knurren, murren‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''knerbeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knust''' m. ● ''Knust'' ,Rand des Brotlaibs, Randstück vom Brotlaib‘, in Niederhessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''Knuhst'' ,Anfangs- oder Endstück des Brotlaibs‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Gnühst'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knüstchen''' ● ''Kniestchen'' ,kleiner Knust‘, Pl. ''Kniesderchen'' auch: ,obere Wangen (auf den Wangenknochen), insbesondere wenn gerötet oder gebräunt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knutschelchen''' ● ,jemand, den man gern knutschelt‘, Zärtlichkeitsausdruck, Kassel (Gr. 1894). ● ''Du bist minn liewes Knutschelchen.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutschelig''' ● ''knutschelich'' ,zerknauscht, zerdrückt, voller Falten‘, Kassel 20. Jh.; ''gnüddschelich'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutscheln''' ● ,in den Händen drücken, zusammendrücken; liebkosend drücken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnüddscheln'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutschen''' ● ,drücken, zusammendrücken, zusammenknüllen, in Falten drücken‘; Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnüddschen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutteln''' ● ''knuddeln'' ,knotenartig zusammendrücken, ballen; liebkosen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutterig''' ● ''knudderich'' ,murrend, mäkelnd‘, Kassel 20. Jh.; ''gnodderech'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuttergehannes''' ● ''Knuddergehannes'' ,Knutterjohannes; einer, der viel knuttert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knutterjörge''' ● ''Knudderjerche'' ,einer, der viel knuttert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuttern''' ● ,murren, murrend tadeln, kleinlich tadeln‘ (Vil. 1868); ''knuddern'' ,verhalten Unmut äußern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnoddern'' ,verdrießlich murren, kleinlich mäkeln, ärgerlich brummen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuttersack''' ● ,einer, der viel knuttert‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr.1894); ''Gnoddersack'' ,brummiger, stets nörgelnder Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kochening''' ● ''kochenink'' ,kochend‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Koffert''' m. ● ,Koffer‘, Kassel (Gr. 1894), Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlbütte''' f. ● ''Kohlberre'' ,Holzgefäß zum Aufbewahren des Sauerkrauts‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kohlen''' ● ,flunkern‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlenlips''' ● ,heruntergekommenes Individuum‘, eigentlich ,Kohlenträger‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Lips'' ist alte Kurzform von ''Philippus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlhase''' ● ,Gemüsegärtner‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlvogt''' ● ''Kohlvoocht'' ,Ausrufer‘, übertragen: ,Ausplauderer‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Köpfchen''' ● ,Tasse, Obertasse‘, ganz Hessen (Pfs. 1886). ● Die Untertasse hingegen heißt ''Schälchen''. (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kopfer''' ● ''Kobber'' ,Kupfer, Kupfergeschirr, Kupfergeld‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kupfer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kopfernase''' ● ''Kobbernase'' ,rote Nase‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Koppel''' f. ● ''Kobbel'' ,Aufhaltekette, zweiteilige Kette vorn an der Wagendeichsel, an die ein Gespann angekoppelt wird‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''köppeln''' ● ''sech kebbeln'' ,sich ins Lederzeug, die Ketten oder Stricke verwickeln (vom Zugvieh); sich zanken, sich streiten‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''körisch''' ● ''körsch'' ,wählerisch‘, in ganz Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Körle''' ● Zum ''Körler Esel'' siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Köze''' f. ● ,Rückenkorb mit Tragbändern‘, Niederhessen, Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868); ''Keeze'' ,Tragekorb auf dem Rücken‘, scherzhaft übertragen: ,Bauch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Sich die Köze flicken'' ,sich im Essen ein Gütchen tun‘ (Pfs. 1886); ''sich de Keeze flicken'' ,einen trinken‘, Kassel (Bennecke 1904), ,tüchtig essen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Közengücker''' ● ''Közengucker'' ,Visitator, Mautbeamter, Accisbeamter‘ (Vil. 1868); ''Keezengicker'' ,einer, der gern und oft in die Marktkörbe guckt‘, übertragen: ,einer, der spioniert, aushorcht‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. setzt gleich mit ''Fiskal'' und ''Kalfaktor''; s. d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krabbelig''' ● ''grawwelich'' ,lebhaft, beweglich, äußerst tätig‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grawwelech'' ,lebhaft kriechend, ungemein regsam‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krabbeln''' ● ''krawweln'' ,wimmeln, in großer Zahl kriechen‘, Kassel (Gr. 1894), ,auf allen Vieren (eilig) kriechen‘, Kassel 20. Jh.; ''grawweln'' ,auf Händen und Füßen kriechen, sich lebhaft kriechend bewegen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. „krappeln“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krabbeln''' ● ''krawweln'' ,kraulen, gelinde kratzen, kitzeln‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grawweln'' ,mit den Fingerspitzen dauernd betasten‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kracke''' f. ● ,ganz schlechtes, unbrauchbares Pferd‘ (Vil. 1868); ''Gragge'' ,altes, unbrauchbares Pferd‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krackel''' ● ''Krackel'' m. ,verzogener Schriftzug; irgendwelche mißbildete Gestalt‘, Kassel (Pfs. 1886); ''Kraggel'' f. ,schlechte Handschrift‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krackelig''' ● ''kraggelich'' ,mit schlechter Handschrift geschrieben‘, Kassel 20. Jh.; ''graggelech'' ,schief, verbogen (besonders von schlechter Schrift)‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krackelwerk''' ● ''Graggelwärk'' ,unregelmäßig durcheinanderliegende Gegenstände‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krafts Katze''' ● Nur in der Redensart ''Hä is im Arsche wie Krafts Katze.'' ,Er ist unrettbar verloren, ganz und gar erledigt.‘ Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krakeel''' m. ● ''Krageel'' ,lärmendes Gestreite‘, Kassel 20. Jh.; ''Grageel'' ,Zank, Streit, Lärm‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krakeelisch''' ● ''grageelsch'' ,streitsüchtig‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krambol''' ● ''Krambóhl'' ,Lärm‘, Kassel (Gr. 1894), ,Streit‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krankheit''' ●  ''schlimme Kranket'' ,Epilepsie‘, Balhorn (Sl. 1901); ''de fallninge Graanget'' ,die fallende Krankheit, Epilepsie‘, ''de engelsche Graanget'' ,die englische Krankheit, Rachitis‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kränksch''' ● ,kränkelnd, ungesund‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kranne''' f. ● ''Gronne'' ,Krähe, Rabe‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krapfe''' m. ● ''Krappe'' ,Haken (um etwas aufzuhängen)‘, Schwalm und Oberhessen (Vil. 1868); ''Krabben'' m., dasselbe, Holzhausen am Hahn 20. Jh. (Umbach). ● Vgl. ahd. ''krapfo'' m. ,Haken, Kralle, Krapfen, Widerhaken‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kräpfel, Krapfel''' f. ● ''Kreppel'', ''Krappel'', in Hessen und anderwärts sehr beliebtes Backwerk, das ursprünglich und teilweise noch jetzt die Form eines Hakens hat, gebacken zu Fastnacht, in der Fulda- und Werragegend beim Ende des jährlichen Ausdreschens (Vil. 1868); ''Kräbbel'' ,Krapfen‘, Gebäck, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Zusatz bei Gr.: ‚Fastnachtsgebäck‘; ''Grabbel'' ,Krapfen‘, Gebäck, besonders zu Fasstnacht, Neujahr, zum Ausdreschen des letzten Getreides, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Diminutiv von ''Krappe'', s. ''Krapfe''. ● Vgl. ahd. ''krapfilīn'' (mit doppeltem Dim.-Suffix) ,Häklein, Haken, Widerhaken, Krapfengebäck’.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krappelbauer''' ● ''Krebbelbure'' ,ein ärmlicher, unansehnlicher Bauer, der etwa mit einer Kuh an den Acker zieht‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Grabbelbuhre'' ,Kleinbauer‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krappeln''' ● ,fortkriechen mit eilfertiger, käferartiger Bewegung der Arme und Beine‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''krabbeln'' ,(eilig) kriechen, klettern‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grabbeln'' ,sich langsam und unbeholfen bewegen, kriechen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''sich uffgrabbeln'' ,sich mühsam von einer Krakheit erholen‘ (Gr.). ● Vgl. ''krabbeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kraß''' ● ''graß'' ,starr (vom Blick)‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krätsch''' m. ● ''Krähtsch'' ,Lärm, Aufhebens (um eine Sache)‘, Kassel (Gr. 1894); ,kleines Kind (das noch am Fußboden herumkriecht)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kratzbürste''' ● ,launige, doch auch ernste Schelte für einen zänkischen oder widerborstigen Menschen‘ (Pfs. 1886); ''Kratzbirschde'' ,zänkische Mensch, vor allem Frau oder Mädchen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Gratzbärschde'' ,reizbarer, zanksüchtiger Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krätzer''' ● ''Grätzer'' ,schlechter Branntwein‘; ''ahler Grätzer'' ,alter Kerl‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kraufdingen''' n. ● ''Kruffdingen'' ,Kind, das noch umherkriecht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kraufen''' ● ''krufen'', ''kraufen'', ''kroffen'', ''kröffen'' ,kriechen‘; in Gebrauch vom niederdt. Niederhessen (wo es ''krupen'' heißt) bis südl. in die Gegend von Spangenberg und Wabern, von dort östl. bis Eschwege bzw. Waldkappel (Vil. 1868);  ''kruffen'' ,kriechen‘, Kassel 19., 20. Jh.; ''grüffen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''ich kruffe'', ''du kriffest'', ''hä kriffet'', ''mä kruffen'' usw., ''kroff'', ''gekroffen'', Kassel; die entrundeten Umlautformen ''kriffest'', ''kriffet'' (aus *''krüffest'', *''krüffet'') waren in der 2. Hälfte des 19. Jh. bereits am Erlöschen. ''Grüffen'', ''gröff'', ''gröffen'', Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kraufhühnchen''' ● ''Kruffhühnchen'' ,klein gewachsene Frauensperson‘, Spottwort, in Kassel sehr üblich (Vil. 1868); ''Kruffhienchen'' ,Kriechhühnchen (kleine Art)‘, sehr oft: ,kleines Mädchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kräuschen, Kräuselchen''' ● ''Kries’chen'', ''Krieselchen'' ,kleiner Krug‘, Kassel (Gr. 1894).  ● Abgeleitet von ''Krus'' ,Krug‘, das 1894 in Kassel offenbar bereits außer Gebrauch gekommen war; nach Vil. (1868) als ''Krus'', ''Kraus'', ''Krause'' gebräuchlich in Mittel- und Oberhessen, wenig im niederdt. sprechenden Niederhessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krawaller''' ● ,Krawallmacher‘, insbesondere ,politsch unruhiger Kopf‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kregel''' ● ''kregel'', auch kontrahiert ''kreel'' ,beweglich, munter, rührig‘, besonders von Kindern und Rekonvaleszenten gesagt, in ganz Hessen sehr üblich (Vil. 1868); ''kreechel'' ,gut aufgelegt‘, Kassel (Gr. 1894); ''krichchel'', dasselbe, ebd. 19. Jh. (Herzog); ''greejel'' ,munter, beweglich, gesund‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kreideln''' ● ,sich mit Herd- oder Ofenfeuer zu schaffen machen, es schüren, in Gang bringen oder halten‘, Kassel (Gr. 1894). ● Statt ''kreideln'' oft auch ''kriedeln'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kreideweißchen''' ● ''Kridewißchen'', ''Kriddewißchen'' ,der als Todverkünder gefürchtete Raubvogel Strix noctus, das Käuzchen, Leichenhuhn‘ (Vil. 1868); ''Kriedewißchen'' ,Käuzchen‘, Kassel (Gr. 1894); ''Grierewißchen'' ,Steinkauz, Totenvogel‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Hin und wieder, z.B. in der Umgebung von Fritzlar, heißt der Vogel ''die wisse Kritt'' (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kreisch''' m. ● ''Greesch'' ,Schrei‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Krisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kreischen''' st. ● wie hochdeutsch, dazu in Niederhessen der herrschende Ausdruck für ,weinen‘ (Vil. 1868); ''krischen'' (intr.) ,kreischen, schreien; weinen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''grüschen'' ,weinen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''krischen'', ''krisch'', ''gekrischen'' (im Präs. ''i'' geschlossen, im Imp. und Part. Perf. ''i'' offen), Kassel; ''grüschen'', ''grösch'', ''jegröschen'', Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kreischen''' schw., trans. ● ,Öl zum Sieden bringen, um die herben oder auch widrigen Bestandteile auszuscheiden‘ (Vil. 1868); ''kreischen'' (trans.) ,Öl sieden, Fett auslassen‘, Kassel (Gr. 1894); ''greeschen'' ,(ein Kind) zum Weinen veranlassen; Öl zum Sieden bringen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''kreischen'', ''kreischte'', ''gekreischt'', Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krekeln''' ● neben ''krakeelen'' in gleicher bedeutung, Kassel (Pfs. 1886), ''kreegeln'' ,krakeelen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krellen''' trans. ● ,eine plötzliche, wenn auch vorübergehende Erstarrung und das damit verbundene unangenehme Gefühl hervorbringen (z.B. Frost)‘, überall in Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krepen, krepeln''' ● ,in etwas Hohlem herumstochern‘, z.B. in der Ofenröhre, in der Nase; sehr üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kresten''' ● ''kresten'', Aussprache ''krästen'', ,stöhnen (von Gebärenden)‘, nördl. Hessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kribbel''' m. ● ''Grewwel'' ,Werkzeug zum Stochern‘, z.B. Pfeifenkribbel, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kribbel''' m. ● ''Kriwwel'' ,unangenehmer Kitzel, Jucken‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kribbeln''' ● ''kriwweln'' ,prickeln, jucken, unangenehm kitzeln in Nase, Hand usw., Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grewweln'' ,stochern; jucken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Redensart ''es kriwwelt und wiwwelt'' (von Läusen u. dgl.) (Vil. 1868); ''krewweln un wewweln'' ,kribbeln und wimmeln‘ (Gr.); ''grimmeln un wimmeln'' ,krimmeln und wimmeln‘ (Hm.). ● ''krimmeln'', wohl nur in Verbindung mit ''wimmeln'' vorkommend; die Redensart ''es krimmelt und wimmelt'' erstmals belegt in Schwebda 1673 in Bezug auf einen Heuschreckenschwarm (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kribbsen''' ● Bei Gr. 1894 (Kassel) nur Verweis auf ''gribbsen''; dies Wort fehlt allerdings an entsprechender Stelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kriminal''' ● zur Verstärkung gebraucht, z.B. ''Kremmenahlhersch'' ,Kapitalhirsch‘, ''Kremmenahljunge'' ,ungewöhnlich großer Säugling‘, Kassel (Gr. 1894), ''kriminalscheenes'' Mädchen, Kassel (Bennecke 1904); ''kriminal'' ,sehr stark, übermäßig‘, z.B. ''kriminale Hawer'', Balhorn (Sl. 1901); ''grimmenal'' ,vorzüglich, ausgezeichnet, außergewöhnlich‘, z.B. ''en grimmenales Steck Vieh'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kringel''' m. ● ,der einfache Gebäckring‘, Kassel (Pfs. 1886). ● Der zur Acht verschlungene Gebäckring heißt hingegen ''Bretzel'' (Pfs.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krippengäker''' m. ● ''Grebbengäger'' ,Pferd, das die Vorderzähne auf die Krippe aufzusetzen und die hastig eingeschluckte Luft wieder auszustoßen pflegt; Mensch, der dauernd aufstößt, rülpst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krisch''' m. ● „in unserem ganzen Stammes-Gebiete“ üblichster Ausdruck für hd. ''Schrei'' (Pfs. 1886); ''Kresch'' ,Schrei‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''En luden Kresch duhn'' ,schreien‘ (Gr.). ● Vgl. ''Kreisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krittelkopf''' ● ''Kriddelkopp'' ,einer der zum Kritteln neigt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kritteln''' ● ''kriddeln'' ,(wiederholt) tadeln; tadelnd Unzufriedenheit, üble Laune äußern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kropch''' m. ● ''Kroppich'', ''Krupch'' ,Kropf‘ (Pfs. 1886), ''Kroppich'' ,kleiner unansehnlicher Mensch‘, mittlere Eder (Pfs.); ''Kropch'' ,Kropf, Vogelkehle‘, Kassel (Gr. 1894); ''Grobch'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mundartl. ''pch'' ist keine verunglückte Wiedergabe von hochdt. ''pf''; ''Kropch'' ist *''Krop'' + ''ch''-Suffix (&amp;lt; germ. ''k''-Suffix); siehe auch ''Wiedehopf''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kröpel''' ● ,Krüppel‘ in Hessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''Krebel'' ,Krüppel‘, auch ,etwas, das in der Form mißlungen ist (z.B. Brötchen), Kassel (Gr. 1894), im 20. Jh. in Kassel meist nur noch Schimpfwort für einen widerlichen Menschen; ''Grebel'' ,Krüppel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kröpelig''' ● ''krebelich'' ,krüppelhaft‘, als Scheltwort: ,elend, widerlich‘, z.B. im Hinblick auf Benehmen, Kassel (Gr. 1894); ''greebelech'' ,krüppelig, verkrüppelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krucke''' f. ● ''Kruke'' ,Krug‘, besonders ,Krug mit engem Hals‘, im niederdt. sprechenden Niederhessen (Vil. 1868); ''Kruke'' ,Krug‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Krugge'', Kassel (Gr. 1894). ● Vielfach scherzhaft für ,kleinen scheiben (schiefen) Menschen‘ (Pfs. 1886); ''Du ahle Krugge!'', ''Das is dä ‘ne Krugge!'' Hier ''Krugge'' etwa ,Versager, Taugenichts‘, eher milder Spott, Kassel 20. Jh. Fraglich, ob es sich hier tatsächlich um eine Übertragung handelt und nicht viel eher um eine Altform von ''Krücke''. Dafür spricht, daß man auch anderes, etwas Verkrüppeltes so bezeichnen kann, etwa einen unansehnlichen, krummen Baum (Christbaum), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krulle''' f. ● ''Krolle'', ''Krulle'', zuweilen auch ''Kroll'' m. ,Haarlocke‘ (''Locke'' ist ungebräuchlich, unverständlich) (Vil. 1868); ''Krulle'' ,(enge) Haarlocke‘, Kassel 20. Jh.; ''Grolle'' ,Haarlocke‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''krolle''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krüllen''' ● ,Schoten aufknicken und Erbsen herausstreichen‘, Teile Niederhessens (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krullenkopf''' ● ''Krollkopf'' ,Lockenkopf, Krauskopf‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''Krullenkopp'', dasselbe, Kassel 20. Jh.; ''Grollenkopp'' ,Lockenkopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krullig''' ● ''grollech'' ,lockig, kraus‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krumbel''' f. ● ''Krumpel'' ,unregelmäßige, aus Versehen oder Unordentlichkeit entstandene Falte in Sachen mit regulär glatter, glattgebügelter Oberfläche (Tuch, Papier)‘, ganz Hessen (außer niederdeutschen Gebieten, wo es ''Krünkel'' heißt) (Vil. 1868); ''Krumbel'' ,Falte in Stoff oder Papier, dort wo keine sein sollte‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Grömbel'' ,unregelmäßige Falte, etwa in einem Kleid, durch Unvorsichtigkeit entstanden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krumbelig''' ● ''krumpelig'' ,voll Krumpeln‘ (Vil 1868); ''krumbelich'' ,verknittert‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''grömbelech'' ,voll unregelmäßiger Falten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krumbeln''' ● ''krumpeln'' ,in unregelmäßige und ungehörige Falten drücken‘ (Vil. 1868); ''krumbeln'' ,knittern, faltig werden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''grömbeln'' ,in unregelmäßige Falten drücken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krümmede''' f. ● ''Gremmede'' ,Krümmung, meist Wegbiegung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krumme Not''' ● ,Epilepsie‘, besonders in Niederhessen sehr üblich, ist zum Fluchwort geworden, sehr häufig verwendet (Vil. 1868). ● ''Du sat de Krummenot krechchen!'' ,Du sollt die krumme Not kriegen!‘ Kassel (Gr. 1894); ''Krumme Nott!'' Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krustellieren''' ● ,mit Appetit essen; vespern, kleinen (kalten) Imbiß zu sich nehmen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Von französ. ''croustiller'' ,knuspern, knabbern‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krüsten''' ● ''gräsden'' ,seufzen, stöhnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krutsch''' m. ● ,kleines Kind‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küchel''' n. ● ''Kichel'' (''i'' kurz) ,Küken’, Kassel (Gr. 1894). ● ''Dummes Kichel'' ,dumme, auch: bescheidene Person‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küchen''' n. ● ''Kichen'' (''i'' kurz) ,Küken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küchendragoner''' ● ''Kichendragoner'', bedeutungsgleich mit ''Kastrullbursche'' ,Frau, die übereifrig in der Küche herumfuhrwerkt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuh''' ● ''Kuh'', Pl. ''Kiewe'', Kassel 19. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. (1894) führt ''Kuh'', ''Kiewe'' für Kassel nicht auf; siehe aber die nächsten Einträge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kühchen''' s. ● ''Kiebchen'' ,kleine Kuh‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küheleetscher''' m. ● ''Küweleetscher'' ,schwerfällig nur mit Kühen fahrender Bauer‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küheschelle''' ● ''Kieweschelle'' ,Schnapsglas, ähnlich einer Herdenglocke‘, Kassel (Gr. 1894), ,großes, trichterförmiges Schnapsglas‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kühn''' ● ''kiene'' ,dreist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kukummer''' f. ● ''Kukummer'' ,Gurke‘, das übliche Wort, ''Gurke'' ist kaum bekannt (Vil. 1868), ''Gugummer'', nördl. Hessen (Pfs. 1886), ,''Gugummer'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullarsch''' ● ,Hühnerart ohne Schwanz‘, an Fulda und Werra (Vil. 1868). ● Vgl. ''Kullmutz'' und ''Kupper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kulle''' ● Siehe auch ''Kaule''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kulle''' f. ● ''Kulle'' ,Kugel‘, in ganz Hessen üblich, wohingegen hochdt. ''Kugel'' nicht üblich ist und sich erst in der neuesten Zeit hier und da einbürgert (Vil. 1868). ● Kontraktion von  mhd. ''kugele'' zu ''kūle'', dann im Niederhessischen gekürzt zu ''Kulle''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuller''' m. ● ''Kuller'' ,Koller‘, Kassel 20. Jh. ● Nur Redewendungen: ''Host du dann ’n  Kuller?'' ,Bist du denn verrückt?‘ Kassel 20. Jh. ''Den Koller honn'' ,den Koller haben, verrückt sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926); hierzu auch ''Dä kollert’s wohl?'' ,Du bist wohl verrückt?‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kullerig''' ● ''kullerich'' ,den Koller habend; heftig, ungestüm, cholerisch‘, Kassel 19., 20. Jh.(Gr. 1894); ''kollerech'' ,kollerig, verrückt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kullern''' ● ''kullern'' ,rollen‘, allgemein üblich (Vil. 1868), ''kullern'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kullern''' ● ''kullern'' ,kollern‘, Geräusch, z.B. Stimme des Truthahns, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullmutz''' ● ,Hühnerart ohne Schwanz‘, an Fulda und Werra (Vil. 1868). ● Vgl. ''Kullarsch'' und ''Kupper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullrabe''' f. ● ''Kullerawe'' ,Kohlrabi‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), ''Gullerawe'', ebd. (Gr. 1894); ''Kolrowe'' ,unter der Erde wachsender Kohlrabi‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullskopf''' ● ''Kullkopf'', ''Kullskopf'', 1) ,Kaulquappe‘ 2) der Fisch cottus gobio (Vil. 1868); ''Güllskopp'' ,Kaulquappe‘, Umdeutung in ,Gaulskopf‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullsquappe''' ● ''Kullsquabbe'', Kassel (Gr. 1894); &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kulltüpfen''' ● ''Kulldüppen'' ,bauchiger Topf ohne Beine‘, Kassel (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kulstern''' ● ''kulstern'' ,räuspern, husten, mit Schleimauswurf‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kummer''' m. ● ,Schutt, namentlich Bauschutt, unfruchtbares Erdreich‘ (Vil. 1868); ,Kehricht, Schutt‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kommer'' ,unfruchtbares, sandiges Erdreich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Für ''Kummer'' im hochdt. Sinn ist in Niederhessen ''Brast'' üblich; ''Schutt'' wird nicht gebraucht, kaum verstanden (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kummermann''' ● ,Mann, der die Abfuhr des Kehrichts besorgt‘, Kassel (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kummerwagen''' ● ,Kehrichtwagen‘, Kassel (Pfs. 1886); (städtischer) Kehrichtwagen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumpf''' m. ● ''Kumpf'' ,größerer Napf‘, überall gebräuchlich (Pfs. 1886); ''Kump'' ,größeres Gefäß; der Dorfbrunnen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumpfen, Kumpfe''' m. ● ''Kumpen'' ,großer Trinkbecher, Bierkrug‘, Kassel 20. Jh.; ''Kömbe'' ,Gefäß, große Schüssel, großer Becher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumwiefchen''' s. ● ''Kumwiefchen'', in der Redensart ''das ganze Kumwiefchen'' ,die ganze Gesellschaft‘, im Sinne einer ,Gruppe mit (bedenklichem) innigem Einverständnis untereinander‘, z.B. Stammtisch-, Zech- und Schmausbrüder, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894). ● Von französ. ''convive'' ,Gast, Genosse‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kunterquant''' m. ● ''Kondergwant'' ,Kunterbunt, Durcheinander‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kunte(r)wítte''' f. ● ''Kundewidde'' ,Aufführung, Lebenswandel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Konderwidden'' Pl. ,schlaue Einfälle, hinterlistige Gedanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''conduite''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kunterwittig''' ● ''konderwiddech'' ,schlau, durchtrieben‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kunnerbande''' f. ● ''Kunnerbanne'' ,Schleichhandel, Schmuggelgut‘, nicht bloß von Waren gesagt, sondern auch von etwas heimlich und unerlaubt an irgendeinem Ort Mitgebrachtem, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küppel''' m. ● ''Küppel'', gewöhnlich ''Kippel'' gesprochen, eigentlich ,kleiner Kopf‘, gebraucht gewöhnlich für kleine Feldhügel, mit Buschwerk oder einzelnen Bäumen bestanden  (Vil. 1868); ''Kebbel'' ,Erderhöhung, Hügel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kuppeln''' ● ,rollen, sich wälzen‘, wird von größeren sich abwärts bewegenden Massen gesagt (Vil. 1868); ''kubbeln'' ,kollern, wälzen, rollen (auch von Tränen)‘, Kassel (Gr. 1894); ''kübbeln'' intr. ,rollen, sich wälzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kuppeln''' ●  ''kubbeln'' ,unerlaubte Vereinbarungen treffen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kupper''' m. ● ,Hühnerart ohne Schwanz‘, Umgegend von Fritzlar (Vil. 1868). ● Vgl. ''Kullarsch'' und ''Kullmutz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuren''' Plur. ● ''Küren'' ,Narrenpossen‘, mittlere Werra (Vil. 1868); ''Kuren'' (nur an der Werra mit ''ü'') ,Neigungen, Wunderlichkeiten; Schliche, Kniffe‘, recht üblich, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kurzab''' ● ''korzop'' ,barsch, kurz angebunden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuschemucken''' ● ''Kuschemúggen'' Plur. ,Heimlichtuerei‘, Kassel (Gr. 1894), ,Betrügereien, betrügerisches Spiel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutteln''' ● ''kutteln'' trans. und intrans. ,rollen, rollend fallen‘ (Pfs. 1886); ''kuddeln'' trans. u. intrans. ,wackelnd, ungleichmäßig rollen, kullern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutz''' m. ● ,das zu einem Knäuel zusammengewickelte Haupthaar der Frauen‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Kutz'' ,Haarknoten auf dem Kopf oder am Hinterkopf von Frauen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kütz'' ,das zu einem Knäuel zusammengelegte Haar der Frauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutz, Kutzen''' m. ● ,Menge, Haufen, zumal willkürlich zusammengetragener und unordentlich durcheinanderliegender Dinge‘ (Vil. 1868); ''Kotzen'' ,Menge, Haufen durcheinander liegender Dinge, wirre Masse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutz''' m. ● ''Kotz'' ,Husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzbeutel''' ● ''Kotzbiddel'' ,einer, der dauernd hustet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutze''' f. ● ,Erbrochenes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzel''' f. ● ,verwirrte (verknotete) Stelle in Haar, Garn, Faden; Zusammengeballtes‘, Kasel 19., 20. Jh.; ,wirrer Haarknäuel der Weiber; Person mit unordentlichem Schopf‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Kotzel'' ,Haufen durcheinander geschlungener Fäden, Haare oder dgl.‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzelanke''' f. ● ,verwirrtes Kopfhaar‘, übertragen: ,Person mit ungepflegtem, verkutzeltem Haar‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzelkopf''' ● ,ein Kopf mit ungekämmten Haaren‘ (Vil. 1868); ''Kutzelkopp'' ,verwirrtes Kopfhaar‘, übertragen: ,Person mit ungepflegtem, verkutzeltem Haar‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kotzelkopp'' ,Kopf mit wirrem Haar; dickköpfiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzeln''' ● ,verwirren, durcheinander bringen (Haare, Fäden un dgl.)‘, Kassel 20. Jh.; ''kotzeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzen''' ● ''kotzen'' ,sich übergeben; die Kehle durch Auswurf reinigen (räuspern); (heftig) husten‘ (Vil 1868); ''kutzen'' ,kotzen, sich erbrechen‘, Kassel (Gr. 1894), ''kotzen'' ,husten‘, ''sech kotzen'' ,sich erbrechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzerig''' ● ''kutzerich'' ,vor dem Erbrechen stehend‘ bzw. entsprechendes Gefühl bezeichnend, Kassel (Gr. 1894). ● ''Es wird mä ganz kutzerich.'' ,Es wird mir übel‘, oft auch ironisch gebraucht, um die Worte eines anderen als widerlich zu bezeichnen, also: heftige Ablehnung anzeigend. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzern''' ● ''kutzern'' ,zum Erbrechen reizen‘, Kassel (Gr. 1894), ''kotzern'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).  ● Nur in unpersönl. Redewendungen: ''es kutzert einen'' (Gr.), ''es kotzert mech'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kuzen''' ● Siehe „kauzen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''L.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Laatsch''' m. ● Latsch ,nachlässig gehender Kerl; dünnflüssiger Straßenkot‘ (Pfs. 1886); ,nachlässige Gangart‘, Kassel 20. Jh.; ''Laadsch'' ,nachlässig gehender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laatsche''' f., '''Laatschen''' m. ● ,aus Lappen zusammengenähter oder aus zerschnittenen Salbenden geflochtener Schuh‘, sehr üblich, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Latsche'' f. ,Schuh aus Salbenden, worin man latschig geht; schlunziges Frauenzimmer‘ (Pfs. 1886); ''Laatschen'' m. ,schiefer, ausgetretener Schuh‘, auch scherzhaft oder verächtlich für ,Schuh‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ''Laadschen'' (nur Plur.), ,schiefe, ausgetretene Schuhe‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Letschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laatschen''' ● ,wackelnd und schleppend gehen‘ (Vil. 1868); ,langsam, nachlässig, schleppend gehen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''laadschen'' ,sich nachlässig, schleppend fortbewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laatschen''' ● ,eine Ohrfeige verpassen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''laadschen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ich laadsch dä eine'' (''eenge'') ,ich gebe dir eine Ohrfeige‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laatschhühnchen''' ● ''Laatschhiehnchen'' ,Hühnchen mit Bauschfüßchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laatschmichel''' ● ,(meist langer) phlegmatischer Bursche‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laban''' m. ●  ''langer Lawan'' ,langer Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''labet''' ●  ''lawéht'' ,müde, abgespannt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Labberhannes''' ● ''Lawwerhannes'' ,einer, der gehaltloses Zeug redet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''labberig''' ● ''lawwerich'' ,gehaltlos (von der Rede)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''labbern''' ● ''lawwern'' ,gehaltlos reden, schwatzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Labbes''' m. ● ''Lawwes'' ,plumper Kerl‘, auch durchaus wohlwollend, bei Kindern im Sinn von gesund, kräftig gemeint, in der Kasseler Gegend recht üblich (Pfs. 1886); ''Lawwes'' ,großer Kerl‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lach''' m. ● ,kurzes Auflachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Läche dun'' Pl. ,Läche tun, in Gelächter ausbrechen‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lächerig''' ● ''lächerech'' ,zum Lachen reizend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lächern''' ● ,zum Lachen reizen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es lächert mech.'' ,Es macht mich lachen‘. (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lack''' m. ● ''en Kärle wie Lack'' ,ein tüchtiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lacks''' m. ● ,fauler Mensch‘ (Vil. 1868); ,großes Exemplar von Tier oder Mensch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Laggs'' ,großer starker Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. dürfte sich geirrt haben; er bezieht sich wohl auf den ''Faullacks'' (s.d.), Kassel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lacksen''' ●  ''sich lacksen'' ,sich lümmeln, flegeln, grob betragen‘, weitverbreitet (Pfs. 1886); ''sich lachsen'' ,sich lümmeln, bequem hinsetzen‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), 20. Jh.; ''sech laggsen'' ,sich räkeln, sich flegelhaft benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ladderei''' ● ,Herumtreiberei‘, Kassel 19. Jh. (Gr. 1894), auch: ,oberflächliches Arbeiten, Pfuscherei‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ladderhans''' ● ,ein träger Mensch, Müßiggänger‘ (Vil 1868); ''Ladderhannes'' ,Herumtreiber, Tagedieb‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Ladderhans'' ,leichtsinniger Mensch, Müßiggänger‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ladderig''' ● ''ladderich'' ,unordentlich‘, Kassel 20. Jh.; ''ladderech'' ,leichtsinnig, unordentlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laddern''' ● ,die Zeit müßig hinbringen, vertändeln‘ (Vil. 1868); ,sich müßig hermtreiben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laddersack''' ● wie ''Ladderhans'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lade''' f. ● ,Kleiderkiste der Landbewohner in Althessen‘ (Vil. 1868); ''Ladhe'', ,Kleiderkiste, wie von Vil. angegeben, außerdem ,Sarg‘ (hierfür auch ''Dodenladhe'' in Gebrauch), Balhorn (Sl. 1901); ''Lore'' ,große, schwere Truhe mit Eisenbeschlägen zur Aufbewahrung der Kleidung und namentlich des Leinenvorrats; Sarg‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Größer als die Lade ist in Niederhessen die ''Kiste'', diese ist schwerer und größer, hat Eisenbeschläge. In der Schwalm verhält es sich umgekehrt. (Vil.) ● Siehe ''Totenlade''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laffen''' ● ,mit herausgestreckter Zunge lecken, schlürfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''laffen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laib''' m. ● ''Laib (Brot)'' ,Brotlaib‘, Kassel 19., 20. Jh.; ''Leep'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laibchen''' ● ''Laibchen'', Pl. ''Laiwerchen'', kleine Teigwaren, Brötchen; dazu gehören im 19. Jh. Milchbrötchen, Franzbrötchen, Pariser; Kassel (Gr. 1894), auch Apfellaibchen (s.d.); ''Leebchen'' ,Laibchen, kleiner, runder Kuchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. hat merkwürdigerweise trotz pluralischem ''Leiwerchen'' als Singular ''Libb'', so auch als eigenes Stichwort. ''Libb'' heißt ,Leib‘ und ist von ''Laib'' getrennt zu halten, vgl. Niederellenbach ''Liep'' und ''Leep'' (Hm.) sowie mhd. ''lîp'' ,Leib‘ und ''leip'' ,Laib, geformtes Brot‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lakwerge''' ● ''Lakwerche'' ,Latwerge‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lakrezius''' ● ''Lakrezijus'' ,Lakritz‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lallepatsch''' m. ● ,Tölpel‘, übliches Schimpfwort in den Mittelständen (Vil. 1868);  ''Lallebatsch'' ,großer Tölpel; einer, der schwerfällig geht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lallepatschig''' ● ''lallebatschig'' ,sich benehmend wie ein Lallebatsch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lamberie''' f. ● ,Abschlußbretter unten an den Zimmerwänden, untere Täfelung‘, Kassel 20. Jh.; ,Täfelung der Zimmerwände‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Landviole''' ● ''Landfijohle'' ,Frau, deren Aufmachung die Provinzstädterin verrät‘, Kassel (Gr. 1894), ,Frau vom Lande, der Aufmachung nach‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Längede''' f. ● ''Lengde'' ,Länge‘, in Hessen sehr üblich (Vil. 1868); ''Längede'', dasselbe, Kassel (Gr. 1894); ''Längde'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''lengede''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''langen''' ● ,holen, reichen, darreichen‘ (Vil. 1868); ,herreichen‘, Kassel 20. Jh.; ,holen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die „gemeinhochdeutsche Ausdrücke“ ''holen'', ''reichen'', ''darreichen'' „waren bis um das Jahr 1820 im östlichen und inneren Hessen so gut wie gar nicht bekannt und dem Volke meist schlechthin unverständlich“. (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lapparsch''' ● ,läppischer, schlaffer Kerl, erbärmlicher Kerl‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Labboorsch'' ,erbärmlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läppchen''' ● ''Das es us dem Läbbchen ins Diechelchen''. ,Das ist einerlei‘, Kassel Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lappen''' ● , flicken, ausbessern‘, jetzt fast nur noch von Kleidungsstücken, früher auch von Geräten und Bauwerken (Vil. 1868); ''labben'' ,zerrissen sein, in Fetzen herabhängen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läppisch''' ● ''läbbsch'' ,schlaff, schwach, unbedeutend; fade, abgestanden (z.B. Bier)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ''läbbsch'' ,von fadem Geschmack, saftlos, schlapp, schlaff (von Personen und Gegenständen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Larches''' m. ● ,großer Kerl‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lärmetieren''' ● ''lärmedieren'' ,Lärm machen, lamentieren‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kontamination von ''Lärm'' und ''lamentieren'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lasche''' f. ● ,Prügel‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laschen''' tr. ●,durchprügeln‘ (Vil. 1868); ,schlagen, peitschen, durchprügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,verhauen, durchprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laschig''' ● ''laschech'' ,unordentlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lassen''' ● wie hd. ''lassen'', außerdem ,gut stehen‘, Niederhessen, auch nd. Niederhessen (Pfs.1, 1889), Kassel 20. Jh. ● ''Ähre Farwe läßt. Daaß leßt uch ockert nit.'' ,Dss steht euch nicht gut.‘ (Pfs.1) ''Das läßt dä nitt.'' ,Das steht dir nicht (gut).‘ Kassel 20. Jh. ● Vil. (1868) führt ähnlichen Gebrauch nur für das nd. Niederhessen auf: ''laten'' ,sich geziemen, scheinen, das Ansehen haben‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lattich''' m. ● ''Laddch'' ,Kopfsalat‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Laddich machen'' ,Spaß, Vergnügen machen‘, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● Gr. hat ''Lattich'' wohl nicht als Dialektwort aufgefaßt, insofern auch nicht verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lattichvogel''' ● ''Laddichvochel'' (''o'' kurz) ,Schmetterling; Person im sehr sommerlichem Anzug‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Sommervogel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läube''' f. ● ''Läube'', ''Leibe'' […] ,der obere Teil des Hauses, oberes Stockwerk, Bodenraum‘, in älterer Zeit vorzugsweise die zur Aufbewahrung des Getreides bestimmten oberen Räume des Gebäudes, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Lewe'', Bezeichnung der Zimmer im zweiten Stockwerk eines Bauernhauses‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Man unterscheidet namentlich die Schlachte- oder Wursteläube, die zur Augbewahrung der Schlachtvorräte dient, und die Früchteläube, in der das gedroschene Getreide untergebracht wird. (Hm.) ● ''Läube'' gehört zu ''Laube''; siehe auch ''Borläube''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läubede''' f. ● ''Läubede'', ''Läuwede'', ''Laiwede'', Nebenform von ''Läube'', Niederhessen, davon lautl. Variante ''Laimede'' bei Netra im Ringgau (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lauern''' ● ''luren'' ,lauern, warten‘, Kassel (Gr. 1894); ,warten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läuferchen''' ● ''Leiferchen'' ,kleines Kind, das schon einigermaßen gehen kann‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läuferisch''' ● ''liffersch'' ,was gut und schnell vonstatten geht‘, Niederhessen, äußerst üblich (Vil. 1868); ''liffersch'' ,schnell vonstatten gehen, leicht zu bewältigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läufig''' ● ''leefech'' ,geläufig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lauseding''' ● ''Lüsedänk'' ,vorwitziges Mädchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lausehuttich''' m. ● mit Verweis auf ''Hottich'' erwähnt bei Vil. (1868); ''Lusehuddich'', Bedeutung wie ''Lausejunge'', Kassel 20. Jh.; ''Liesehodch'' ,mit Läusen behafteter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lausejunge''' ● ''Lusejunge'' ,unnützer Bube‘, Scheltwort (Vil. 1868); ,Junge, der Unfug treibt, Ärgernis gibt‘, Kassel 20. Jh.; ''Lüsejönge'' ,vorwitziger Junge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lausert''' m. ● ''Lusert'' ,Lümmel‘, Kassel 20. Jh.; ''Lüsert'' ,vorwitziger Junge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läuten''' ● ''lieden'', Kassel 19. 20. Jh. (Gr. 1894); ''lieren'', Oberellenbach (Hm. 1926). ●  Stammformen: ''lieden – lidd – gelidden'', Kassel (Gr., fehlerhaft); ''lieren – lüdde – lüdden'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lech''' ● ,ausgetrocknet‘, von hölzernen Gefäßen gesagt (Vil. 1868); ,leck‘, Kassel (Gr. 1894); ''läch'' ,leck, ausgetrocknet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lechen''' ● ''lechen'', gewöhnlich ''auslechen'', auch ''verlechen'', ,durchtröpfeln‘, gesagt von hölzernen Gefäßen, deren Dauben eingetrocknet sind, die also für Flüssigkeiten durchlässig geworden sind (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leckebrett''' ● ,Zunge‘, schmähend, besonders kleinen Kindern gegenüber, Niederhessen (Vil. 1868); ''Leggebrett'' ,Zunge‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lecken''' ● ''leggen'' ,lecken, nippen, naschen‘; ,in niederträchtiger Weise schmeicheln‘, Kassel (Gr. 1894); ''läggen'' ,naschen, nippen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lecken''' ● ,besprengen, begießen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''leggen'' ,Wasser vor dem Kehren auf dem Boden aussprengen‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Das Tuch lecken'' ,die zum Bleichen ausgespannte Leinwand begießen‘, ''die Wäsche einlecken'' ,die getrocknete Wäsche leicht besprengen und hiermit zum Bügeln vorbereiten‘ (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leckermaul''' ● ''Leggermull'' ,jem., der gern nascht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leckwerk''' ● ''Läggwark'' ,süße Speisen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ledig''' ● ''leddich'' ,unverheiratet‘, Kassel  (Gr. 1894); ''lärrech'' ,leer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''leddich un lose'' ,unverheiratet‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lege''' ● ,niedrig, kärglich, mager, jämmerlich‘, nd. sprechendes Niederhessen und Gegend um Maden (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lehne''' f. ● ,Abhang, Bergabhang‘, allgemein im Gebrauch (Vil. 1868). ● Siehe nachfolgendes ''lehne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lehne''' Adv. ● ,mäßig abhängig, gelinde abschüssig‘, allgemein im Gebrauch (Vil. 1868); ''lähne'' ,sanft ansteigend‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''lehneruff'' ,mit sanfter Steigung aufwärts‘, Kassel (Gr. 1894); ''lähne nof'' ,bergauf, ein wenig ansteigend‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lehnen''' ● ,leihen, verleihen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); dasselbe, Kassel (Gr. 1894). ● ''leihen'' ist völlig unbekannt (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leibchen''' n. ● ,ärmelloses Bekleidungstück für den weiblichen Oberkörper‘ (Vil. 1868); ''Libbchen'' ,Schnürbrust ohne Steifung‘, Kassel (Gr. 1894); ,Mieder (für die Frau), Weste (für den Mann)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leibchenskeipe''' f. ● ''Libbchenskibbe'' ,Westentasche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leich''' n. ● ,die auf die Spielbahn einzeln aufgesetzte Tonkugel‘, auf die im Frühlingsspiel der Knaben mit Tonkugeln geschossen (geknipst) wird, fast ausschließlich östl. Hessen, wo das Spiel zu Hause ist (Vil. 1868). ● Vgl. ahd. ''leih'' ,Spiel, Melodie, Gesang‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leichdorn''' ● ,Hühnerauge‘, in Hessen ausschließlich geltende Bezeichnung (Vil. 1868); ''Lichdorn'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Eigentliche Bedeutung ist ,Körperdorn‘, vgl. ahd. ''līh'' ,Körper, Leib, Leichnam‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leiche''' ● ''Liche'' (i kurz) ,Begräbnis, Trauerzug‘, seltener: ,Leiche‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,Beerdigung, Leichenbegängnis‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''uff ’ne Liche gehn'' ,an einer Beerdigung teilnehmen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leichenleute''' ● ''Lichenliere'' ,Teilnehmer an einem Begräbnis‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leichmahl''' ● ''Lichmohl'' ,Trauermahl nach dem Begräbnis‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leidmut''' ● ''Leidmut'' f. ,Wehmut‘, volkstümlich, Hessen‘ (Pfs. 1886); ''Leedmut'' m. ,Wehmut, Trauer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''leidmütig''' ● ,wehmütig‘, in der Kasseler Gegend ''lairemürich'' ausgesprochen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leier''' ● ''Liere'', Kassel (Gr. 1894) ● ''emmer de ahle Liere'' ,immer das alte Einerlei‘ (Gr).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leimen''' m. ● ''Leimen'' ,Lehm‘, Kassel (Gr. 1894); ''Lemen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Leimen un Stroh'' ,Kartoffelbrei und Sauerkraut‘, ebd. 19., 20.Jh. (Gr. 1894), übertragen von der Lehm-Stroh-Füllung, mit der die Gefache der Fachwerkhäuser ausgekleidet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leimenkaute''' f. ● ''Lemenküdde'' ,Lehmgrube‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leimrute''' ● ''uff der Limmrude gefangen'' ,durch List überführt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leinwat''' ● n., ,Leintuch‘, selten, in den größten Teilen von Hessen unüblich (Vil. 1864); ''Linnwoot'' f. ,Leinwand‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''lînwât''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leist''' m. ●  ''Leest'' ,Spur, Striemen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lenze''' f. ● ,Lenz, Frühling‘, Balhorn (Pfs. 1886). ● ''In der Lenze'' ,im Frühling‘, besonders in der Zeit der Aussaat, Balhorn (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''leppen''' ● ,nur ganz wenig besprengen, vorsichtig bespritzen‘ (Vil. 1868). ● Vil. faßt ''leppen'' „als eine Art Deminutiv“ zu ''lecken'' auf (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lepperkind''' ● ''Läbberkend'' ,aufgeleppertes Kind‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''leppern''' ● ,in einzelnen kleinen Schlucken trinken‘, allgemein üblich; ''aufleppern'' ,ein Neugeborenes (Mensch oder Tier) durch Einflößen von Milch ohne Mutterbrust aufziehen‘, auch: ,mit Mühe großziehen‘ (Vil. 1868); ''läbbern'' ,ein Kind ohne Muttermilch aufbringen; oft und in kleinen Portionen trinken‘, Kassel (Gr. 1894), ''sich läbbern'' ,sich allmählich ansammeln, vermehren‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ''läbbern'' ,von einer Speise oder einem Getränk nur wenig und in kurzen Zügen genießen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es läbbert sich (zesammen)'' ,aus wenig wird allmählich viel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lerche''' ● neben dem Vogelnamen auch ,liederliches Frauenzimmer‘, allgemein verbreitet (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lerchelchen''' ● ,kleine Lerche‘, Zungenprobe der Nüchternheit: Wer ''Lerchelchen'' nicht mehr sprechen kann, hat zuviel getrunken, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lerchen''' Pl. ● ,die ersten Kinderschuhe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lerchen''' ● ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lernisch''' ● ''lärnsch'' ,gelehrig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Letschen''' m. ● 1) ''Ledschen'' ,Stiefel (Schuhe), die durch Abschneiden des Schaftteils und Anschrägung des Oberleders zu Pantoffeln gemacht worden sind‘, Kassel (Gr. 1894); ''Letschen'' ,Schlappschuh‘, Balhorn (Sl. 1901); ,weicher, ausgetretener Schuh; Pantoffel‘, abfällig für ,Schuh‘, Kassel 20. Jh.; ,Zunge‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr.). ● &lt;br /&gt;
''Kumm heim, din Mutter hat de uf‘m Letschen gepiffen.'' Balhorn; Sl. gibt die Bedeutung ,Zunge‘ nicht an, nimmt also ,Schlappschuh‘ an, sieht also darin humoristischen Gebrauch („scherzhaft“); ''uff dem Letschen piffen'' ,Zungenpfiff machen‘, ebd.,  19., 20. Jh. (u.a. Lüttebrandt 1917); ''en Letschen honn'' ,betrunken sein‘, ebd. (Lüttebrandt), offenbar im Sinne ,schwere Zunge haben‘. ''Einen im Letschen honn'' ,betrunken sein‘, ebd. 20. Jh.; ''en Lädschen machen'' ,ein trauriges Gesicht machen‘, ebd. (Lüttebrandt). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''letterbeinig''' ● ''letterbeenig'' ,eigensinnig, störrisch, ungehorsam‘, besonders für heranwachsene Knaben gebräuchlich, an der Schwalm (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''letzten''' ● ''letzden'' ,kürzlich, neulich, letzthin‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leuchte''' ● ''Lichde'' (''i'' kurz), Kassel (Gr. 1894), ''Liechde'', nur in vereinzelten Redewendungen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''in der Lichde stehn'' ,im Licht stehen, durch Vortreten verdunkeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''geh mo üs der Liechde'' ,geh mal aus dem Licht!‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leuchtefett''' ● ''Lichdefedd'' ,Lampen- und Brennöl‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lewes''' m. ● ,großer Hund‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''libern''' ● ''lübbern'' ,coagulare, gerinnen‘, Niederhessen, allgemein üblich (Pfs. 1886); ''lewwern'' ,gerinnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''liberen'' ,gerinnen‘. ● Siehe ''Lubermilch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Licht, Lichtchen''' ● ,Licht, Kerze‘, Kassel (Gr. 1894), auch: ,Schnutznase‘, ebd. 20. Jh. ● Redensarten, mit Genuswechsel: ''Du stehst mä in der Lichte'', ''geh mä us der Lichte'', Kassel 20. Jh.; siehe dazu ''Weg''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lichterbaum''' ●  „der bei uns häufigere Name für den ,weihnachtlichen Christbaum‘“ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lichterkirche''' ● ,Weihnachtsgottesdienst‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lichterzieher''' m. ● ''Lichderzier'' ,Kind, das den Schnutz offen zur Schau stellt; Schnutznase‘, Kassel (Gr. 1894). ● Der Lichterzieher ist eigentlich der Kerzenzieher, -macher; es handelt sich also um eine humoristische Übertragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lid''' n. ● ''Led'' ,Luke‘, belegt in ''Boddenled'' ,Bodenlid, Bodenluke‘, Kassel (Gr. 1894); ''Läht'' ,Holzverschlag, der eine Öffnung verschließt; Augenlid‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lied''' n. ● ,Glied‘, in Kassel und anderwärts gelegentlich gebräuchlich (Vil. 1868). ● Mhd. ''lit''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''liefern''' ● ''liwwern'' ,liefern, kaputtmachen‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), 20. Jh. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lieser''' Pl. ● meist ''Lieserchen'' ,kleine Pusteln auf der Haut, geringer Ausschlag, Niederhessen (Vil. 1868). ● „Ohne Zweifel der alte Name der Krätze bzw. der Krätzmilbe, im 16. Jh. als ''Lies'' und ''Lisse'' belegt; nach Aufkommen von ''Krätze'', ebenfalls 16. Jh., umgedeutet (Vil.). ● Sing. ''Liese'' steckt möglicherweise in ''Gänseliese'', Kassel, hier aber (Gr.) aufgefaßt als ,Gänseläuse‘ (s. d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Linktatsch''' m. ● ''Linkdatsch'' ,Linkshänder‘, verächtlich (Vil. 1868); dasselbe, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Ländadsch'' (sic) ,Linkshänder‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Tatsche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Livländer''' ● ''Lifflänger'' ,magerer und flinker Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''löchericht''' ● ''lächerecht'' ,voller Löcher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lock''' m. ● ,kleines Fuder‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Loh''' n. ● ''Loh'', Pl. ''Löcher'' ,Hain, kleines Gehölz, Buschwerk, welches einzeln mitten im angebauten Feld liegt‘, als Begriff nur noch selten gebraucht, als Name häufig (Vil. 1868); ,Wald, Gehölz‘, nur noch in zwei Flurbezeichnungen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mh. ''lô''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Löhnchen''' ● ''Lehnchen'' ,kleine Flamme‘, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● ''En Lehnchen in’n Owwen machen'' ,nur wenig Feuer machen‘ (Lüttebrandt) ● Verwandt mit ''Lohe'' ,flammender Brand‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lose''' ● ,locker‘, auch: ,zu wenig gesalzen‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe auch ''ledig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Löwer''' ● ,Lohgerber‘, noch jetzt in mehreren Städten üblich, z.B. in Treysa und Frankenberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lubermilch''' ● ,geronnene, saure (dicke) Milch‘, hin und wieder vorkommend, z.B. auf dem Habichtswald (Vil. 1868). ● Siehe ''libern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Luche''' f. ● ''Lüche'' ,Öffnung in der Scheunendecke, durch die am Luchenseil etwas nach oben befördert werden kann‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Luche'' ist die hd. Entsprechung zu nd. ''Luke'.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lügenfittich''' m. ● ''Liejenfidch'' ,zum Lügen neigender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lügenjohannes''' ● ''Liechengehannes'' ,Lügner‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lügenmajor''' ● ''Liechenmajor'' ,großer Lügner‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lullen, lüllen''' ● ,weinen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lumbe''' f. ● ,Lende, Weiche‘ ● ''Einen in die Lumben hauen'' ,gehörig abprügeln‘, ganz allgemein üblich (Vil. 1868); ''in de Lumben dreden'' ,grob abweisen‘, Kassel (Gr. 1894), ''in de Lumben haun'' ,jem. tätlich angehen‘, ebd. 20. Jh.; wird in Kassel nicht mehr verstanden, sondern auf ''Lumpen'' im Sinne von ''Klamotten'' bezogen; bereits Gr. überträgt ''Lumben'' als ,Lumpen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lumm''' ● ,schlaff, locker, lose‘ (Vil. 1864); ''lomm'' ,locker, lose‘ (z. B. Kuchenteig, Ackerboden), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lumpen''' Pl. ● ''Lumben un Fleh'' ,Lumpen und Flöhe‘, Gericht: Weißkraut mit Kümmel, Kassel 20. Jh. (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lumpensämmler''' ● ,Lumpensammler‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lümper''' ● ''Limberd'' ,Lump‘, Kassel (Lüttebrandt 1917), ,Taugenichts‘, ebd. 20. Jh.; ''Lember'' ,Lumpensammler, zerlumpter Mensch, armer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Limber'' ,Lumpensammler‘, Großenritte 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunke''' ● ''lunke-lunke machen'' ,hinlegen und schlafen‘, Kindersprache, Kassel (Gr. 1894); ''lunke-lunke-lunke!'' ,Leg dich hin, schlaf jetzt!‘, Aufforderung an kleine Kinder, ein Schläfchen zu machen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lunkebettchen''' ● ,Bettchen‘, an kleine Kinder gerichtet, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunken''' ● ''sich lunken'' ,sich zur Ruhe niederlegen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lunzekatze''' f. ● Bezeichnung für jedes schwache, dünne Gewebe, auch Interjektion in abwertendem Sinn, Kassel (Gr. 1894); ''Lönzekatze'' ,wertloses Zeug‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunze''' ● ''lonze-lonz machen'' ,schlummern‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunzen''' ● ,leicht schlummern, halbschlummernd sich im Bett halten, sich behaglich zum Schlummern niederlegen‘ (Vil. 1868); ,schlummern‘, Kassel (Gr. 1894), ''lonzen'', dasselbe, ''sech lonzen'' ,sich schlafen legen‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lurch''' ● ''Lurch'', ''Lorch'' m. und n. ,ein Trunk („Suff“)‘, im Fuldischen üblich (Vil. 1868); ''Lorch'' m. ,Saft von gekeltertem Obst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lusch''' n. ● ,wirres Stroh; im Feld wachsende wilde Halme‘, untere Eder (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lusche''' f. ● ,Kohl, der kein Haupt geschoben hat, sondern in lange Blätter geschossen ist‘, Balhorn (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''luschig''' ● Adj. zu ''Lusch'' (Pfs. 1886); ''lüschech'' ,wirr (vom Stroh), locker, ungefüllt (von Krautköpfen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lüttich''' ● ''lüttig'', ''lüttich'' ,leichtfertig, eilfertig, oberflächlich (von Menschen und deren Verrichtung)‘, in ganz Niederhessen üblich (Vil. 1868); ''lüttich'', ''lütche'', auch im Hinblick auf zu leichte, dünne Kleidung bei rauher Jahreszeit gesagt (Pfs. 1886); ''leddech'' ,schwach, leicht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lutterbaß''' m. ● ''Lodderbaß'' ,unordentlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lutterig''' ● ''lotterig'', ''lodderig'', ''loddericht'' ,zottig, zerlumpt, nachlässig in der Kleidung‘, in Althessen allgemein (Vil. 1868); ''ludderich'' ,lotterig, unordentlich, wackelig, schwankend‘, Kassel (Gr. 1894), ,verlottert, unordentlich‘, ebd. 20. Jh.; ''lodderech'' ,zerlumpt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch I – L'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

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		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''E.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
-'''echtig''' ● -''ächdich'', Kassel, Oberellenbach. ● Endung zur Bildung von Adjektiven aus Substantiv oder Adjektiv, um eine Ähnlichkeit mit den darin enthaltenen Begriffen auszudrücken; Suffixkombination aus umgelautetem altem ''-acht'' (&amp;gt; nhd. -''icht'') und –''ig''. ● Siehe ''klopfechtig'', ''rotechtig'', ''schaurechtig'', ''scheuchterechtig'', ''schupperechtig'', ''stickelechtig'', ''wüllenechtig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ecke''' ● ''Egge'', ''Eggchen'' wie hochdt., dazu: ,kurze Entfernung‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''’s äs ogger noch ’ne gleene Egge bis Kassel''. ,Es ist nur noch eine kleine Entfernung bis Kassel.‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ecken''' ● ''sich ecken'' ,sich eilen‘, Niederhessen, sehr üblich (Vil. 1868); ''sech äggen'' ,sich beeilen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ecksaule''' ● ''Ecksulle'' ,Ecksäule‘, Kassel (Gr. 1894), gemeint: ,Eckpfosten am Fachwerkhaus‘; ''Eggsühle'' ,Ecksäule‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä hält de Ecksulle feste, daß se net immefällt'', d.h. ,er ist ein Faulenzer‘ (Gr.). ''Hä hot en Kopp wie ’ne Eggsühle'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Edelmann''' ● ''Ärrelmann'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Duh nur net, wie wänn du ’m Ärrelmann üs dem Oorsch jefallen weerscht''. ,Tu nur nicht, als ob du einem Edelmann aus dem Arsch gefallen wärest‘, d.h. ,von hoher Herkunft wärest.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ege''' f. ● ''Ähje'' ,Egge‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● „Vgl. auch ''Eide''; ''Egge'' ist das jüngere Wort und verdrängt ''Eide'' allmählich.“ (Hm. 1926). ''Egge'' ist im 15. Jh. aus dem Verb ''eggen'' neu gebildet worden. ● Siehe ''Eide''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''egen''' ● ''ähjen'' ,eggen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ehle''' f. ● ''Ähle'' ,Elle‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehnächten''' ● ''ehnächden'' ,vorgestern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehnder''' ● ,eher‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Je ehnder, je liewer'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehr''' Konj. ● ''ehr'', ''ehr daß'' ,ehe, bevor‘, Kassel 20. Jh.; ''ehr'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehrt''' Adv. ● ,erst, bisher nur‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehrten''' Adv. ● ''ehrden'' ,zuvor‘, Kassel 19. Jh. (Gr. 1894); ''ehrten'' ,vorhin‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eichte''' f. ● ''Ichde'' (''i'' kurz) ,der ein Maß oder Gewicht als geeicht bezeichnende Stempel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eichten''' ● ,eichen‘. Die gemeinhochdt. Form ''eichen'' ist „jetzt“ die im Volksmund gebräuchliche, daneben auch ''eichten'', „und soll sogar: ''ichten'' gehört worden sein“ (Vil. 1868); ''ichden'' ,eichen (ein Maß oder Gewicht)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''etwas zu eichten geben'' ,zum Eichen geben‘, Singlis 1569, 1619 (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eide''' f. ● ,Egge‘, Hessen (Vil. 1868); ''Ehre'' ,Egge‘ (älteres Wort für die ''Egge''), Oberellenbach (Hm. 1926).  ● Vgl. mhd. ''egede'' &amp;gt; ''eide'' ,Egge‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eiden''' ● ,eggen‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eige''' ● Soviel wie: ,Ich will nicht, ich mag nicht.‘ Nur von Kindern bzw. Kindern gegenüber gebraucht. Balhorn (Sl. 1901)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einbörtel''' m. ● ''Innbärdel'' ,Umsäumung, Einfassung an Kleidungsstücken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eindemmeln''' ● ''inndämmeln'' ,(etwas) dicht treten‘, z. B. das auf den Wagen geladene Heu, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einduspern''' ● ''inndüsbern'' ,sitzend einschlafen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einhemmen''' ● ''innhämmen'' ,die Hemmkette in das Rad hängen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einhöbeln''' ● ''innheweln'' ,(Kraut) einhobeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einhüten''' ● ''innhieden'' ,unverschämt viel für sich einheimsen, einhamstern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einhuttern''' ● ''sich innhuddern'' ,sich einmummeln (in Kleidungstücke, Bettzeug)‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''huttern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einkacheln''' ● ''innkacheln'' ,(stark) einheizen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926), übertragen: ,tüchtig zechen, jem. Angst machen, jem. Dampf machen‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einkippen''' ● ''innkibben'' ,sich die Taschen füllen, einhamstern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einlappen''' ● ''innlabben'' ,jem. anschwärzen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einlecken''' ● ''innleggen'' ,naßmachen, besprengen (Wäsche)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einmummeln''' ● ''sich innmummeln'' ,sich einmummen, sich einhüllen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einnippen''' ● ''innippen'' ,einnicken, für kurze Zeit in Schlaf fallen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einschenken''' ● Siehe ''Ballschlag''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einschnurbeln''' ● ''innschnurweln'' ,einschrumpfen, zusammenschrupfen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einschnurren''' ● ''innschnurren'' ,einschrumpfen, zusammenschrumpfen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einschulen''' ● ''innschulen'' ,zu einem bestimmten Zweck belehren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einsulpern''' ● ''einsolpern'' ,Schweinefleisch einsalzen‘ (Vil. 1868); ''innsulbern'' ,einpökeln‘, Kassel (Gr. 1894), übertragen: ''sich innsulbern'' ,sich schmutzig machen, einsauen, vollkleckern‘, Kassel 20. Jh.; ''innsolbern'' ,Schweinefleisch einsalzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Loß dich innsulbern!'' Spöttische Abweisung (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einsummen''' ● ,langsam einschlafen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einsutten''' ● ''sich innsudden'' ,sich einsauen mit Feuchtem, Klebrigem‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eintucken''' ● ''innduggen'' ,eintunken, einstippen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eintuckewerk''' ● ''Induckewerk'' ,leichtes Gebäck bein Kaffee- oder Teetrinken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eisch''' ● ,schädlich, giftig, häßlich, widrig‘, nördlichstes Hessen, bis nach Fritzlar (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eisen''' ● Wendung ''nix lichen lossen wie heiß Isen un Mählensteine'' ,nichts liegen lassen außer heißem Eisen und Mühlsteinen‘, in Bezug auf tatkräftige Personen, die nahezu alles in Angriff nehmen, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eisenkuchen''' ● ''Isenkuchen'' ,einfacher Kuchen, der auf einem kleinen, etwa acht bis zehn Zentimeter tiefen Blech gebacken wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eiszacken''' ● ''Iszaggen'' , Eiszapfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eitel''' ● ''itel'', ''idel'', auch ''ittel'' ,unvermischt, ohne Zutaten, bloß‘ (Vil. 1868); ''idel'', auch: ''iddel'' ,bloß, pur, nichts als‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''irel'', dasselbe, Oberellenach (Hm. 1926). ● Gebrauch: 1) Als indeklinables Adj.: ''Hä ißt iddel Brot''. ,Er ißt pures Brot‘, also ,trocken Brot.‘ Kassel 20. Jh. 2) Als Adv.: ''Hä ißt de Wurscht iddel''. ,Er ist die Wurst pur‘, also ohne Brot. Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ekel''' m. ● ''Egel'' ,Abscheu; widerliche, leicht reizbare Person‘, Kassel 20. Jh.; ,ekliger, abscheulicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eklig''' ● ''egelich'' ,abstoßend; zornig, unwirsch‘, Kassel 20. Jh., ,abscheulich, abstoßend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Elendsknochen''' ● ''Ählendsknochen'' ,elender, übler Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''elendig''' Adj. ● ,elend‘, im Volksmund allein gebrächliches Adjektiv; ''elend'' kommt nicht vor (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''elendiglich''' Adv. ● ''ählendiglich'' ,elend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Elter''' f. ● ''Eller'' ,Großmutter, Hebamme‘, gekürzt aus ''Eltermutter'', Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868); ''Äller'' ,Großmutter, Hebamme‘ (in letzterer Bedeutung kaum noch gebräuchlich), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eltermutter''' ● die in Hessen ausschließlich geltende Bezeichnung für die Großmutter (Vil. 1868); ''Ellermodder'' ,Großmutter‘, Kassel (Gr. 1894), ''Ällemodder'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eltervater''' ● die in Hessen ausschließlich geltende Bezeichnung für den Großvater (Vil. 1868); ''Ellervader'' ,Großvater‘, Kassel (Gr. 1894), ''Ällefoder'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''embern''' ● ,matt werden, nach etwas streben‘, hessenweit hier und da, in Kassel auch: ,zappelnd schwimmen (Anfänger)‘ (Pfs. 1886); ''gegen einem''(!) ''empern'' ,sich auflehnen‘ (Pfs. 1, 1889); ''embern'' ,mit Anstrengung schwimmen, mit starken Armbewegungen einherschreiten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''endelich''' ● ''engelich'' ,fleißig, arbeitsam, eilig (dem Ende zustrebend)‘, Niederhessen, sehr üblich (Vil. 1868); ''engelecht'' ,eilfertig, fleißig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''enke''' Adv. ● ''enke'', ''enken'', ''enked'' ,genau‘, Althessen, sehr üblich (Vil. 1868);  ''enkeden'' ,genau, passend‘, Kassel (Gr. 1894, Lüttebrandt 1917); ''enke'' ,genau‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''verwor en enken'' ,fürwahr und gewiß‘, Beteuerungsformel, an der unteren Eder und Schwalm (Vil. 1868). ''Das muß enkeden gemacht wären'', Kassel (Gr. 1894). ● Gr. vermutet, ''enkeden'' sei „wohl mehr bäurisch“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Enkel''' m. ● ,Fußknöchel‘, überall im inneren Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Entenbürzel''' ● ''Endenbirzel'' ,Entensteiß‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''Ähndenberzel'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Des Mull geht emme wie ’n Endenbärzel'' (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eppen''' ● ''eppen'', ''äppen'' , etwas schmerzlich empfinden, von einer Sache unangenehm berührt werden‘ (Vil. 1868); ''äbben'' ,schmerzlich empfinden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''ippen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eppisch''' ● ''eppsch'', ''äbsch'' ,reizbar‘ (von Menschen, aber auch z.B. von Haut) (Vil. 1868); ''äbbsch'' ,empfindlich, reizbar‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''erbsgeel''' ,erbsengelb‘. ● Scheinbar nur in der Wendung ''erwesgäler Wißkobb'' ,Flachskopf‘, Kassel (Lüttebrandt 1919); ''ärwesgaler Wißkopp'' ,erbsgelber Weißkopf, rothaariger Mensch‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erbstüpfen''' n. ● ''Erwesdebben'' ,Erbsentopf‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''ahles Erwesdibben'' ,Person, die stundenlang halblaut schimpft und zankt‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erbszähler''' ● ''Erweszähler'', wie ''Erwesdebben'', mit dem Nebensinn ,Kleinigkeitskrämer‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''erkrimmen und erkratzen''' ● Nur in der Redewendung ''alles, wos se ergrimmen un ergratzen kunn'' ,alles was sie irgendwie zusammenraffen können‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ern''' m. ● ''Ähren'' ,Hausflur‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ersten''' ● ''erschden'' ,zuerst, zunächst‘, Kassel 19., 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''-es''' ● vor allem im nördlichen Hessischen häufiges Suffix zur Bildung von Substantiven, Bezeichnungen für – nicht nur, aber vor allem – männliche Personen; es hat die Funktion, Großes, Ungeschlachtes, Ungefüges, Negatives zu bezeichnen; niederhess. Beispiele: ''Brakes'', ''Brelakes'', ''Flerches'', ''Haches'', ''Kippes'', ''Klambes'', ''Labbes'', ''Larches'', ''Lewes'', ''Quintes'', ''Spulkes'', ''Staches'', ''Stampes'', ''Stülpes'', ''Rülpes''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eulern, eulen''' ● ''eulern'' ,tönern‘ (Vil. 1868); ''illern'' ,irden [aus Ton gebrannt]‘, Kassel (Gr. 1894), ''illen'' ,tönern, irden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''illerne Piffe'' ,irdene  Pfeife‘ [also Tonpfeife] (Gr.); ''illen Wore'' ,Töpferware‘ (Hm.). ● ''Ille(r)n'' &amp;lt; *''üle(r)n'', Adj. zu niederhess. *''Ule'' ,gebrannter Tontopf‘, erhalten z.B. in Flurbezeichnung ''Ulofen'' bei Metze; vgl. auch ''Aulgasse'' in Marburg. Zugrunde liegt mhd. ''ûle'' ,Topf‘, von lat. ''ōlla'' ,Topf‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Euler''' m. ● ''Üller'', ''Iller'' ,Töpfer‘, Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868). ● Mhd. ''ûlner'' ,Töpfer‘. ● Siehe ''eulern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Euler, Auler''' m. ● ''Üller'', zu Kassel ''Uller'', an der Werra ''Iller'', einer der vielen Namen für die ,kleinen Spielkugeln‘ der Kinder (Pfs. 1886). ● Genauer: ,gebrannte Tonkugel‘, siehe ''eulern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''extern''' ● ,(anhaltend) necken, in plagender beschwerlicher Weise necken (im Scherz und im Ernst)‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''exdern'' ,tadeln‘, Kassel (Gr. 1894); ''sech äxdern'' ,sich verdrießlich abmühen, sich beeilen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''F.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Falle''' f. ● ,Falle‘ (Fangwerkzeug), auch ,Bett‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fallning''' ● ,fallend‘; ''de fallninge Graanget'' ,die fallende Krankheit, Epilepsie‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''falsch''' ● ,falsch; zornig, hinterlistig‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894) dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fang''' m. ● ''Fank'' ,Hieb‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fanzen''' ● ,mit den Händen in der Luft herumfahren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fäsel''' f. ● ,dünner Faden‘, ,Härchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fasen''' m. ● wohl bedeutungsgleich mit ''Fasel'' (''Fäsel''), Kassel (Gr. 1894, ebd. ohne Bedeutungsangabe erwähnt unter ''fesseln'', s. „füsseln“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''faselig''' ● ''fosselech'' ,sich schnell vermehrend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fäselig''' ● ''fäselech'' ,aus lauter dünnen Fäden bestehend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fäseln''' ● ,sich in lauter dünne Fäden auflösen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Faß''' ● ''Der eß us ’nem angern Fasse.'' ,Er ist von einer andern (bessern) Art.‘ Balhorn (Sl. 1901). ''Dos kemmt üs em annern Faß.'' ,Das kommt aus einem andern Faß, ist bedeutend schöner, wertvoller als etwa anderes.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Faullacks''' m. ● ''Fullachs'' ,Faulenzer‘, Kassel (Gr. 1894, ebd. verschrieben); ''Fülax'' ,träger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Lacks''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fautsche, Fautschel''' f. ● ''Fautsche'' ,Fehler‘, in den Mittelständen als halbes Scherzwort gebräuchlich, am üblichsten in den Strickschulen (Vil. 1868); ''Fautschel'' ,beim Stricken verfehlte Masche‘, Kassel (Gr. 1894). ● Nachbildung des französ. ''faute'' ,Fehler‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fautscheln''' ● ,Fautscheln machen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Feez''' m. ● ,Spaß, Vergnügen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''Fuldafeez''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''feien''' ● ,Getreide mit einem feinen Sieb reinigen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Feldgücker''' ● ''Feldgigger'' ,Feldgucker, d. h. große, stracke Wurst‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. nd. ''Feldkieker''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''felgen''' ● ''fäljen'' ,Stoppelland umpflügen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fenstern''' ● ''fensdern'' ,werfen, schlagen, durch Hinwerfen zertrümmern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''fänsdern'' ,hinauswerfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fensterschwitz''' m. ● ''Fänsderschwetz'' ,Wasserdampfniederschlag an den Fensterscheiben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fickfacker''' m. ● ,Schwänkemacher, Aufschneider, Betrüger‘, sehr gebräuchlich, Niederhessen (Vil. 1868); ''Feggfägger'' ,Aufschneider, Prahlhans‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Finsel''' f. ● ,Perücke‘, Spottbezeichnung, allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ,Perücke; strenge Miene‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fiskal''' m. ● ''Fischkal'', Kassel 19. Jh. (Herzog), ''Feschgahl'' ,Fiskal, königlicher Sachwalter‘, übertragen: ,Auskundschafter, Spion; jemand, der Personen oder Verhältnisse ausspioniert‘, ebd.(Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fiskalen''' ● ''feschgahlen'' ,alles ausspionieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fisseln''' ● ,fein regnen‘, ganz Althessen (Vil. 1868); Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fist''' m. ● ,leiser Furz‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ,kleiner Junge, Lehrling‘, humoristische Übertragung, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894) . ● Die eigentliche Bedeutung von ''Fist'' war scheinbar bereits im 19. Jh. in Kassel nicht mehr geläufig. ● Siehe ''Bofist'', ''Pechfist'', [[Der „Fist“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fisten''' ● ,leise furzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fitsch''' ● ,quitt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Mä sin fitsch.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fitsch''' ● ''Fiddsch'' ,Leichtfuß‘, Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fittch''' m. ●  ''Fidch'' ,Flügel eines Vogels‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kontraktion von ''Fittich''. ● Siehe ''Flittich''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fitzen''' ● Fachwort der Weber und Tüncher (Vil. 1868, mit Erläuterungen); ,einflechten der Fitzgerten in Schalhölzer‘ (Fachwort der Weißbinder); ,das gewebte Garn durch Fitzfäden in Gebinde aufteilen‘ (Weberei), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fitzen''' ● ,mit der Rute leicht schlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fitzen''' ● ,jem. angeben, bezichtigen (in der Schule)‘, Kassel, „vor Jahrzehnten“ (Pfs. 1886); ,denunzieren (seine Mitschüler)‘, ''ahnfitzen'' ,denunzieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fitzer''' ● ,Denunziant‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fitzgerte''' f. ● ,gespaltene Buchen-, Hasel-, Hainbuchengerte zum Einflechten in die Schalhölzer‘ (Vil. 1868); ''Fitzgerde'' ,dünne, zähe Gerte; Weidenrute‘, Kassel (Gr. 1894); ,gespaltene Hasel- oder Buchenrute, die zum Einflechten in die Schalhölzer dient‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flächsen''' ● ''flässen'' ,aus Flachs gesponnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fladusen''' Pl. ● ,Lügen, Beschönigungen‘, harmloser als ''Schmagucken'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fladusenmacher''' ● ,einer, der ''Fladusen'' macht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fläme''' f. ● ,Weiche, Seite‘, ursprünglich Seite eines Tieres (Ochsens), aber auch die eines Menschen, erniedrigend (Vil. 1868); ,Weiche, Flanke eines Tieres, namentlich beim Rindvieh‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Redensart ''einen in die Fläme hauen'' ,jemandem einen nachdrücklichen Hieb geben‘, vor allem Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flämisch''' ● ''flämisch gucken'', ''flämische Augen machen'' ,unschön, böse oder neidisch blicken‘, an der Schwalm (Pfs. 1886). ● Pfs. bezweifelt Zusammenhang mit der Völkerschaft der ''Flamen'', sieht eher Ableitung von Fläme ,Seite, Flanke‘, also eigentlich vielleicht gemeint: ,schielende, seitliche Blicke‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flammen''' ● ,blitzschnell laufen, sich eilig bewegen; verprügeln‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''sich flammen'' ,sich tüchtig schlagen, prügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''flammen'' ,prügeln, durchhauen‘, Balhorn (Sl. 1901); ,sich eilig bewegen, blitzschnell laufen; durchhauen, verprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flanz''' m. ● ,den Atem benehmender, zumal stinkender Dunst, z.B. von Fett, das auf die heiße Ofenplatte geschüttet wird‘ (Vil. 1868); ,Dunst, schlechte Luft, Gestank‘, Kassel (Gr. 1894, Lüttebrandt 1917), ,starker Abortgeruch‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flarenbart''' m. ● ''Florenbort'' ,einer, der dumme Streiche oder Witze macht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flarjes''' m. ● ''Florjes'' ,Witzbold, Spaßmacher‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Flerches''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flatch''' m. ● ,klatschender Schlag‘, vermutl. ganz Hessen (Pfs. 1886); ,Stoß‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); Plur. Fladdche ,Hiebe‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flatchen''' ● ,klatschend schlagen‘ (Pfs. 1886); ,eine Person mit einem kurzen, heftigen Schlag wegstoßen, ohne daß sie fällt, „so daß sie aufrecht fortwirbelt“‘, auch auf Gegenstände bezogen, Kassel (Gr. 1894), 20. Jh.; ,mit den Flügeln um sich schlagen, flattern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flatsche''' f. ● ''Flatsche'', an der Schwalm ''Fletsche'' ,Lappen, Fetzen‘ (Pfs. 1886); ''Flatsche'' ,Lappen, besonders aber durch schwere Verwundung losgetrenntes Hautstück; dann aber auch ansehnliche Hiebwunde‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Flootsche'' ,abegerissenes größeres Stück Haut‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● En Fletsche Wisse ,ein Stück Land‘, an der Schwalm (Pfs.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flatschen''' m. ● (''a'' lang) ''Flaadschen'' m. ,etwas kleines, flaches Weiches; etwas Breitgetretenes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fleenzemichel''' ● ,Schmeichler in Stimme und Gebärde, übertrieben untertänig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fleenzig''' ● ''fleenzich'' ,schmeichlerisch, untertänig tuend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fleez''' m. ● ,ungefüger, ungesitteter Mensch, was man sonst auch Rekel, Bengel nennt (Vil. 1868); ,Lümmel‘ (Pfs. 1886); ,einer, der sich fleezt‘, etwa bedeutungsgleich mit ''Bankrekel'', Kassel (Gr. 1894). ● ''En Fleez machen'' ,mit aufgestütztem Kopf am Tisch lümmeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fleezen''' ● Verb zu ''Fleez'' (Pfs. 1886); ''sich fleezen'' ,unbescheiden zuviel Platz auf einer Bank oder bei Tisch einnehmen, bei Tisch den Kopf in die Hand stützen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flennbart''' m. ● , ein zum Lachen geneigtes Kind‘ (Vil. 1868); ''Flännbort'' ,Mensch, der dauernd lacht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flenn-Else''' f. ● ,ein zum Weinen geneigtes, tränenreiches Mädchen‘ (Vil. 1868); ''Flännelse'', Name eines Gespenstes, mit dem den kleinen Kindern Angst eingejagt wird, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flennen''' ● 1) ,weinen‘, im Hersfeldischen, Grafschaft Ziegenhain, untere Eder, Efze (Homberg und Umgebung), 2) ,lachen, lächelnde Miene machen, den Mund zum Lachen verziehen‘, östl. Hessen, an der Fulda und Werra (Vil. 1868); ,lachen‘, auch: ,weinen‘, Kassel (Gr. 1894); ,den Mund zum Lachen verziehen, lachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ursprüngliche Bedeutung von ''flennen'': ,den Mund verziehen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flerches''' m. ● ''Flerjes'' ,Schlingel, Bengel‘, Schimpfwort, hin und wieder in Niederhessen (Vil. 1868); ''Flerches'' ,grober, anmaßender Mensch‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Flarjes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flerren''' ● ,die Zähne blecken, höhnisch lachen‘ (zuweilen gebraucht für das ungezogene Weinen der Kinder), ziemlich allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fliegenschnappe''' f. ● ''Fliechenschnabbe'' ,Fliegenklatsche‘, Kassel (Gr. 1894, S. 72).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flitschbogen, Flitzbogen''' ● ,Armbrust‘, „ersteres die für gröber, gemeiner, letzteres die für feiner und edler geltende Benennung“, jetzt nur noch Knabenspielzeug (Vil. 1868); ''Flitzeboochen'' ,Bogen der Kinder zum Abschießen von Pfeilen, Kassel 20. Jh.; dasselbe, dazu: ,Armbrust‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hans Staden aus Homberg (16. Jh.) hat ''Flitschbogen'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flitschen, flitzen''' ● ,mit Pfeilen schießen‘, östl. Hessen, zu Anfang des 19. Jh., von älteren Personen gebraucht (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flittich''' ● ''Fliddich'' ,Flügel‘, weit verbreitete Nebenform von ''Fiddich'' ,Fittich‘ (Pfs. 1886); ''Fliddich'', ''Fleddich'' ,Fittich, Flügel, Arm; leichtfertiger Mensch‘, Kassel 19. Jh. (Jonas, Gr. 1894). ●  Das ''l'' in ''Fliddich'' ist von ''Fliechel'' ,Flügel‘ entlehnt, vergleichbar mit hochdt. ''Geflügel'', mhd. noch ''gevügele'', Kollektivbegriff zu ''vogel''. ● Siehe ''Fittch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flirre''' f. ● ,launenhafter Einfall, Grille, dummer Witz‘, wohl meist im Pl. ''Flirren'' benutzt, Kassel (Gr. 1894); ,Grille, unnütze oder verschrobene Idee, fixe Idee‘, Balhorn (Sl. 1901); nur Pl.: ''Flirren'' ,dumme, Streiche, dumme Witze‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flittergans''' ● ,junges Mädchen, das unaufhörlich lacht‘, Scheltwort, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Floh''' ● ''die Floh'', Kassel (Gr. 1894), ''där Flooch'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flugger''' ● ,schnell, hurtig, eilig‘, untere Eder (Fritzlar und Umgebung) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flutchen''' ● ''flodchen'' ,schlagen, prügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flutsch''' ● ,junges vorwitziges Mädchen, etwa im Backfischalter‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flutschen''' m. ● ''Flüdschen'' ,abgerissenes Stück Haut‘, Oberellenbach (Hm. 1926); vgl. ''Flatsche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Forsche''' f. ● ,Kraft, Tatkraft, Anstrengung, Elan‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kraft, Gewalt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Forsche'' ist Ableitung von dem Adj. ''forsch''; kommt nicht, wie gelegentlich angenommen, von französ. ''force''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Forschede''' f. ● ,Kraft, Tatkraft, Anstrengung, Elan‘, Kassel (Gr. 1894). Nominalableitung von ''forsch'' mittels Suffix ''-ede''; vergleichbare niederhess. Bildungen sind z.B. ''Dickede'', ''Breitede'', ''Längede'', ''Tiefede''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Franzlaibchen''' s. ● Pl. ''Franzlaiwerchen'' ,Franzbrötchen‘, Brötchensorte, nicht so fein wie Pariser, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frasen''' m. ● ,Rasen‘, nördl. Niederhessen, südl. bis Melsungen und Homberg (Vil. 1868). ● Vgl. ''Frasenweg'', Kassel-Rothenditmold 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''frech''' ● ''fräch'' ,verwegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''freide''' ● ''freere'' ,herb, bitter, scharf-säuerlich im Geschmack‘, Oberellenbach (Hm. 1926); vgl. mhd. ''vreide''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''frisch''' ● wie hochdt. ● ''längest fresch'' ,gut genug, mehr als hinreichend‘, Kassel (Gr. 1894); ''’ne fresche Kuh'' ‚eine frischmelkende Kuh‘ (sic), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''frischmelk''' ● ''freschmelk'' ‚gute Milch gebend‘, Niederzwehren 20. Jh. (Müldner).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frist''' f. ● ,Fußrücken, Rist‘ (Vil. 1868), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fromm''' ● ,förderlich, gesetzlich, ein anständiges Leben führend‘ (Vil. 1868); ,ruhig, geduldig, lenksam (z.B. ein Pferd)‘, Oberellenbach (Gr. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frostekatze''' ● ,jemand, der leicht friert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frunzel''' f. ● ,ungepflegte Frauensperson; eine, die sich und ihre Kleidung vernachlässigt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fuckeln''' ● ,nachlässig arbeiten‘, mittlere Eder (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fuldafeez''' m. ● ''Fullefeez'' ,Spaß, Vergnügen auf der Fulda‘, beim Zissel, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füllen''' n. ● ,Fohlen‘, Kasseler Gegend und an der Eder (Pfs. 1886); ''Fellen'' ,junges Pferd‘, Oberellenbach (Gr. 1926). ● Pfs. berichtet, ''Füllen'' sei in seiner Kindheit in Kassel üblich gewesen, ''Fohlen'' habe er erst in der Schule kennen gelernt. Hm. führt für Oberellenbach nur ''Füllen'' auf, nicht ''Fohlen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füllchen''' n. ● ''Fellchen'' ,junges Pferd‘, Oberellenbach (Gr. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füllster''' s. ● ''Fellsder'' ,Füllsel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Funke''' f. ● ,zänkische Frau‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Funsel''' f. ● ,schlecht brennende Lampe‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Funzel'' ,trübes, qualmendes Öllicht‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Funsel'' ,schlecht brennende Lampe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fürtehase''' ● ,furchtsamer Mensch‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fürtekatze''' ● ''Firdekatze'' ,Fürchtekatze, scheue Katze; furchtsame Person, Feigling‘, Kassel (Gr. 1894); ''Färdekatze'' ,furchtsamer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fürten''' ● ''sich firden'' ,sich fürchten‘, Kassel (Gr. 1894), ''sech färden'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fürtening''' ● ''färdenink'' ,fürchtend‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● ''färdenink machen'' ,fürchtend machen, Angst einjagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Furzmulde''' f. ● ''Furzmuhle'' ,Bett‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Mulde''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fusch''' m.● ''Fusch'', Plur. ''Fische'', ,Fisch‘, Kassel (Gr. 1894). ● Der Singular ist vermutlich Rückbildung aus dem Plural analog zu ''Bische'' (= entrundetes ''Büsche''), ''Busch'' ,Büsche, Busch‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fuscheln''' ● ,(an etwas) herumhantieren‘, Kassel 20. Jh.; ''füscheln'' ,(etwas) oberflächlich berühren, leicht über etwas hinfahren, im Dunkeln tasten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füssel''' f. ● ''Fissel'' ,Fasen, Fädchen, Härchen, Stäubchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''füsseln''' ● 1) ''fisseln'' ,ausfransen, so daß sich Stäubchen usw. ansetzen, die nicht leicht der Bürste weichen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füßling''' m. ● ''Fießling'' ,Fußteil des Strumpfes‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''futteln''' ● ,muscheln beim Spiel‘ (Pfs. 1886); ,mit Kleinkram herumhantieren, herumbasteln, evtl. unsorgfältig‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''futterläunisch''' ● ''fudderlingsch'' ,wild, ungestüm durch große Freßgier (von Pferden)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''futtern''' ● ,grollend, fluchend schelten‘, ziemlich ganz Hessen, besonders Niederhessen (Vil. 1868); ''fuddern'' ,fluchen, wettern‘, Kassel (Gr. 1894). ● Verbale Ableitung von französ. ''foudre'' ,Blitz, Donnerschlag‘; obwohl bereits im 18. Jh. einzeln gebraucht, erst 1806 bis 1814 völlig üblich geworden (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''G.,''' siehe auch '''K.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''gabeln''' ● ''gawweln'' oft für ,dingfest machen, jem. festhalten, daß er Rede und Antwort stehen muß‘, Kassel (Gr. 1894); ''gowweln'' ,auf die Gabel nehmen, Heu, Getreide und dgl. mit der Gabel auf den Wagen bringen‘, Oberellenbach (Hm 1926). ● ''Ich hon’n mä gegawwelt.'' ,Ich habe ihn mir vorgeknöpft.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gäbeln''' ● ''sech gäwweln'' ,sich zanken, sich streiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gacke''' f. ● ,Kacke‘, Kassel 19., 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gackel''' f. ● ''Gaggel'' ,einfältige, sich kindisch benehmende Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gackelig''' ● ,unsicher in Bewegungen und Verrichtungen, einfältig, unanstellig‘ (Vil. 1868); ''gaggelech'' ,einfältig, kindisch, beständig lachend (besonders von jungen Mädchen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gackeln''' ● ''gaggeln'' ,einfältig mit etwas herumspielen, sich kindisch benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gackelwerke''' Pl. ● ''Gaggelwärge'' ,einfältiges, kindisches Benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gacken''' ● ,cacare‘, nicht sonderlich volksüblich (Vil. 1868); ''gaggen'' ,kacken‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach, dasselbe (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gak''' m. ● ''Gaak'' ,Schrei‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''en Gaak duhn'' ,laut schreien‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gakehals''' ● ''Gaagehals'' ,Schreihals‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gakelei''' f. ● ''Gagelei'' ,Posse, Narrheit, albernes Scherzen‘, meist im Pl. ''Gageleien'' benutzt, Kassel (Gr. 1894). ● Verb, von dem ''Gakelei'' abgeleitet ist, nur erhalten in ''vergakeln'' (s. d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gakelpossen''' Pl. ● ''Gagelbossen'' ,Narrheiten‘, wie ''Gageleien'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gaken''' ● ,überlaut schreien‘, auch vom Geschrei der Raben, Dohlen, Krähen gebraucht (Vil. 1868); ''gaagen'' ,schreien, zu laut sprechen oder singen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gogen'' ,laut schreien‘, vom Geschrei der Gänse; auf andere Geräusche, zumal das menschliche Schreien übertragen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Galasche''' f. ● ,Prügel, Hiebe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''galaschen''' ● ,prügeln, schlagen‘, als Züchtigung, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gallern''' ● ,laut schreien, besonders von Hunden, wenn sie geschlagen oder von andern Hunden gebissen werden‘ (Vil. 1868); ,überlaut rufen‘, auch: ,ungezogen, übertrieben weinen (von Kindern); bedeutungsgleich mit ''galaschen'', außerdem ,laut schmetternd singen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gamfen, gamschen''' ● ''ganfen'' ,stehlen, mausen‘, östl. Hessen bis in die Grafschaft Ziegenhain, sehr gebräuchlich (Vil. 1868); ''gampfen'' ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894); ''gamschen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus dem Jiddischen; hebr. ''ganaf'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänsegeriffel''' n. ● ,Überbleibsel der gebratenen Gans nach Abschälung der besten Stücke des Bratfleisches‘. ● Siehe ''Geriffel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänseläuse''' Pl. ● ''Gänseliese'' ,Ungeduld, Verlieren der Fassung‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894). ● ''Do krecht me Gänzeliese derrbi.'' (Gr.) ● Grundwort: ''Luß'', ''Liese'' ,Laus, Läuse‘. Möglicherweise liegt jedoch Umdeutung vor, vgl. ''Lieser''. ● Siehe auch ''Bimbelgicht''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänsepfarrer''' ● ''Gänseporr'' ,sich besonders klug dünkender Mensch‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänsepfeffer''' ● ''Gänsepeffer'' ,Gänseklein‘ (Speise), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänsestitz''' ● ,Raum für Gänse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''garstrig''' ● ,garstig‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Garstsack''' ● ''Garschtsack'' ,garstiges Kind‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,unartiges Kind‘, Scheltwort, Balhorn (Sl. 1901); ''Gorschdsack'' ,ungehorsames Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Garstvogel''' ● ,übel aussehender, häßlicher, auch ein unanständiger Mensch‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Garschtvochel'' (''o'' kurz) ,garstiger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Garwurst''' ● ''Gorworscht'', zusammenfassende Bezeichnung für Blut- und Leberwurst, Oberellenbach (Hm 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gaskonnaden''' Pl. ● ''Gasgenaden'' ,Späße, Prahlerei‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Von französ. ''gasconnade'' ,Aufschneiderei, Prahlerei‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gätlich''' Adj. ● ''gatlich'', ''gätlich'' ,angemessen, passend, schicklich‘, selten (Vil. 1868); ''gatlich'' ,geeignet‘ (Pfs. 1886); ''gähdlich'' ,mittelgroß, mitteldick‘, Kassel (Gr. 1894); ''gädlech'', ,nicht zu groß und nicht zu klein, mittelgroß‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''gatliche Kartoffeln'' ,Kartoffeln, die zu jeder Art Zubereitung geeignet sind‘, bei Kassel (Pfs. 1886); ''’ne gädlejje Gordüffel'' ,eine mittelgroße Kartoffel‘, ''en gädlejjer Schobben'' ,ein nicht ganz gefüllter, ein knapper Schoppen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. bringt Belege von 1577, Ziegenhain betreffend: ''gatlich'' ,geeignet‘, ''ungatlich'' ,ungeeignet‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gaucht''' n. ● ,dummes, einfältiges Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zu mhd. ''gouch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gaude''' f. ● ,Spaß, Vergnügen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gauden'' (nur Pl.) ,Scherze, Späße‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von lat. ''gaudium'' ,Freude‘. Zum Geschlecht: vgl. bair. ''die Gaudi''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gausche''' f. ● ,elendes Gesöff, armselige Suppe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gauzen''' ● ,bellen, anbellen, klagend bellen‘, auch auf analoge Töne des Menschen übertragen (Vil. 1868); ,bellen, aufbellen‘, auf den Menschen übertragen: ,Schmerzlaute ausstoßen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,bellen, bellend schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ge-''' ● ein den Infinitiven nach den Modalverben ''können'', ''mögen'', ''wollen'' vorgesetztes Präfix, in Hessen häufig vorkommend (Vil. 1868);  ''je''-, wird stets dem Infinitiv eines Verbs als Präfix vorangestellt, wenn dieser von einer Form von ''können'' oder ''mögen'' abhängig ist, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ech kann’s jemachen''; ''ech muchd’s nett jedunn'' (Hm.) ● Kommt in Kassel nicht vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebäcke''' n. ● ''Jebägge'' ,soviel Brot, als man auf einmal bäckt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebafe''' n. ● ''Jebaafe'' ,fortwährendes Türzuschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebänderze''' n. ● ''Gebännerze'' ,Gebänder als Putz, Schmuck‘, auch: ,großer Vorrat an Bändern‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Gebäuze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebänse''' n. ● ,Aufeinanderschichtung größerer Gegenstände, von Holzstücken, Stroh-, Heubündeln u. dgl.‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebäuze''' n. ● ''Gebäuze'', Kassel (Pfs.1, 1889); ''Gebaize'' ,Gebäude‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Gebäuze'' ist keine Verballhornung von ''Gebäude'', sondern abgeleitet von ''Gebäu'' (so Pfs. zu Recht) mittels Suffix -''ze''; ebenfals mit diesem Suffix gebildete niederhess Wörter: ''Gebänderze'', ''Gebeinze'', ''Gedärmze'', ''Gefüllze'', ''Geköchze'', ''Gemächtze'', ''Gemählze'', ''Getäfelze'', ''Getierze'', ''Gewanerze''. ''Gebänderze'' ist unorganisch, dürfte zurückgehen auf regulär gebildetes *''Gebändeze'', dann angelehnt an ''Bänder''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gebeschnäppisch''' ● ''gebschneppisch'', ''gebschneppsch'' ,mit Geben bei der Hand, voreilig freigebig‘, hin und wieder in Niederhessen (Vil. 1868); ''geweschnäbbsch'' ,freigiebig‘, Kassel (Gr. 1894); ''gäwerschnäbbsch'' (sic) ,zum Geben geneigt, allzu freigiebig‘, Oberellenbach (Hm. 1926)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebeinze''' n. ● ,Gebein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebitze''' n. ● ''Jebetze'' ,Bund Stroh‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geblutetes''' ● ''Geblutetes'' ,Fleisch‘, Niederhessen, Naumburger Gegend (Pfs. 1886); ''Jebluddes'' ,Geschlachtetes, Fleisch und Wurst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gedankenspieler''' ● ''Jedanggenschbäler'' ,zerstreuter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gedärmze''' n. ● ,Gedärm‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jedärmze'' ,Gedärm, Eingeweide‘, Oberellenbach (Hm. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gedibber''' n. ● ''Jedewwere'' ,eifrige Unterhaltung mehrer Personen im Flüsterton‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hebr. (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gedrückt''' ● ''gedrigget'' ,bedruckt‘, z. B. mit Mustern bedruckter Stoff, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gedrudel''' n. ● ,Gedudel, schlechte Musik (besonders von Blasinstrumenten)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geduckst''' ● ,gedemütigt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geele''' ● ''gel'', die ausschließliche Form für ,gelb‘ in Hessen (Vil. 1868); ''gähle'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gale'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geelwurzel''' ● ''Gählwurzel'', ''gähle Wurzel'' ,Möhre‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gefille''' n. ● ''Jefälle'' ,großer, umfangreicher Gegenstand; starke korpulente Persönlichkeit‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Nach Hm. zu ''Fell'' gehörig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geflenne''' n. ● ''Jeflänne'' , dauerndes Lachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gefüllze''' n. ● ''Gefillze'' ,Füllung (im Geflügel)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gefräß''' n. ● ,Fresse‘, noch üblicher als ''Fresse'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gegergel''' n. ● ''Jegärjele'' ,Quälerei‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gegitter''' n. ● ''Gegidder'' ,Gitter‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gegrutze''' n. ● ,Obstschalen und -schnitzelchen, kleinere Abfälle‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Grutz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gehöcke''' n. ● ''Jehegge'' ,Haufe unordentlich durcheinanderliegender Sachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gehurmel''' n. ● ''Jehormele'' ,Gemurmel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geierig''' ● ''gaierech'' ,hoch aufgebaut, aber ohne feste Unterlage, daher ständig umzufallen drohend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geischel''' f. ● 1) ,Geißel, Peitsche‘; ''Geschel'', Hersfeld, Gebirgsteil der Grfsch. Ziegenhain; ''Gischel'', Niederhessen; 2) ,Wagendeichsel‘ (Vil. 1868); ''Göschel'' ,Peitsche, Wagendeichsel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Peitsche'' war im Anfang des 19. Jh. in den meisten niederhessischen Gegenden kaum bekannt; ''Deichsel'' ist in Hessen durchgängig ungebräuchlich, ja unverständlich (Vil.)  ● ''Geischel'' entspricht nhd. ''Geißel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geischelseil''' ● ''Göschelsehl'' ,Peitschenriemen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gekächze''' n. ● ,starker Husten, Gekeuch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geknetscht''' ● ,zusammengedrückt‘, übertragen: ,bekümmert‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geknicke''' n. ''Jegnegge'' ,Genick‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geköchze''' n. ● ''Gekechze'' ,Gekochtes‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gele''' f. ●  in der Redensart ''dumme Gele'' ,Mädchen von dummer, bäurischer Manier‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Gele'' ist alter hessischer Vorname (schon mittelalterl.), Koseform von ''Gertrud''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gelfen''' ● ''galfen'' ,laut und mit hoher Stimme schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geliefert''' ● ''geliwwert'' ,kaputtgemacht‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gelinde''' n. ● in Niederhessen alte berechtigte Nebenform von ,Geländer‘ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gelirre''' n. ● in der Verbindung ''ahles Gelirre'' ,kleineres Gerümpel, Plunder‘, übertragen: ,alte Frauensperson‘, abfällig, Kassel (Gr. 1894); ''Jelerre'' ,altes, baufälliges Haus; alte gebrechliche Person‘, meist ''ahles Jelerre'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gellert''' m. ● ,Sperling‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gelte''' f. ● ''Gelte'' ,hölzernes Gefäß mit zwei Handgriffen‘, die größere Form des Stunzes, Stünzchens, Stützchens, Niederhessen (Vil. 1894); ''Gälde'' ,Kübel, Waschfaß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gelte''' Adj. ● ''gälle'' ,nicht trächtig‘ (von Haustieren), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''gelte'', ''galze'' ,verschnittenes Schwein‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gelünge''' n. ● ''Gelinge'' ,Speise aus Lunge, Leber usw.‘, Kassel Gr. 1894); ''Jelenge'' ,Lunge, Leber und Herz geschlachteter Tiere‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gemächtze''' n. ● ,Unterleibspartie, männl. Geschlechtsteile‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jemächze'' ,männl. Geschlechtsteile; Gegend der männl. Geschlechtsteile‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gemählze''' n. ● ''Gemeelze'' ,Gemälde‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gemäuerze''' n. ● ''Jemierze'' ,Gemäuer, Mauerwerk‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gemücke''' ● ''Gotts Gemücke!'', Fluch, Kassel 20. Jh.; ''Kotz Jemegge!'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geniste''' n. ●  ''Jenesde'' ,häßliches, unordentliches Farauenzimmer‘, meist ''ahles Jenesde'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''genung''' ●  ''genunk'' ,genug‘ Kassel (Gr. 1894); ''jenunk'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geprahlze''' n. ● ''Geprohlze'' ,Geprahle‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gerade''' ● ,rasch‘, nur zeitlich, nicht räumlich-örtlich (dafür ''strack''), Niederhessen (Pfs. 1886); ''grade'' ,zu diesem Zeitpunkt‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geräde''' ● ''jeräre'' voll ,dichtgedrängt voll‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zu ''räden'' gehörig; s. d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gerästet''' ● ,müde‘, mittlere Eder (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geräube''' n. ● ,Eingeweide geschlachteter Tiere‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gergeln''' ● ''gärjeln'' ,quälen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geriffel''' n. ● üblicher Ausdruck für ,Gerippe, Skelett‘ (Vm. 1868). ●  &amp;quot;Hier lieget das Gerüffel eines armen Sünders&amp;quot;, Anfang der Grabinschrift des Pfarrers Joh. Hermann Crajus (1609 - 1664), Kassel (Vm. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geringe''' ● ,minderwertig‘, auch , minderwüchsig‘, Niederhessen (Pfs.). ● ''Die Kinder waren noch geringe.'' ,Die Kinder waren noch klein.‘ (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gern''' m. ● ,Schoß des Weiberkleides, zusammengefaßte Schürze‘ (Vil. 1868); ''Gärn'' ,Schoß‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''gêre'' ,Zwickel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geschlicker''' n. ● ,vornehme Leute, namentlich Damen, die lange Kleider tragen‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Geschligger'' ,unliebsame Mitmenschen, ohne Stil, ohne Benehmen‘, Kassel 20. Jh.; ''Jeschlegger'' ,Stadtleute, vornehme Leute‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geschnurbel''' n. ● ''Jeschnorwele'' ,fortwährendes Knurren, Murren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geschrabbel''' n. ● ''Geschrawwele'' ,Durcheinanderreden vieler Personen; Lallen eines Kindes, Gezwitscher junger Vögel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geschwetter''' n. ● ,dünne Brühe (meist Kaffee)‘, verächtlich, Balhorn (Sl. 1901). ● Gehört zu ''schwetternaß'' (Pfs.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gestältnis''' n. ● ''Jeschdäldnis'' ,übertrieben empfindliches, geziertes, weibisches Benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gester''' ● ''gestert'' , gestern‘, Kassel (Gr. 1894), ''gäsder'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''gestert'': mit sekundärem Schlußdental, wie ''Koffert'', ''ebend'', ''alst'', ''schond'' u.a.m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gestecke''' n. ● ,wenig ansprechende Person beiderlei Geschlechts‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ,Gesteck; jemand von langer, hagerer Gestalt, meist Frauensperson‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gestieke''' n. ● ''Gestieke'', ''langes Gestieke'' ,schmähende Bezeichnung einer Frauensperson‘ (Vil. 1868); ''Jeschdiege'' ,langes, dürres Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gestriffelt''' ● ,gekraust, gefältelt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Getäfelze''' n. ● ''Jedäfelze'' ,Wandtäfelung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Getenne''' n. ● ''Gedenne'' ,Ort, an den gleich von der Erde aus gebänzt wird‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Getierze''' n. ● ''Gedierze'' ,Getier, Ungetüm‘, übertragen: ,(seltsame) Person (Gr. 1894), im 20. Jh. wohl nur auf Frauen bezogen; ''Jedierze'' ,Frauenzimmer‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''getzen''' ● ''gätzen'', das Schreien der Haushenne nach gelegtem Ei (Vil. 1868); ,unfein, auch höhnisch lachen‘, Kassel (Gr. 1894); ''gädsen'', Schreien der Hühner nach dem Eierlegen, übertragen: ,mit hoher Stimme schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Getzer''' m. ● ,Schreihals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewanerze''' n. ● ''Gewaenerz'' (sic) ,Gespenst‘, Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewelme''' n. ● ''Gewälme'' ,Gewölbe‘, Kassel 19. Jh.; ''Jewälme'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''welmen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewende''' n. ● ''Gewenge'' ,eine Reihe von Ländern desselben Besitzers nebeneinander‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Jewenge'' ,Ackerflur, Felder von einem Weg bis zum andern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gewitterisch''' ● ''gewiddersch'' ,seltsam, eigenartig, sonderbar‘, Kassel 20. Jh., Balhorn (Sl. 1901), ''jewiddersch'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewuckel''' n. ● ''Gewuggele'' ,rüttelndes Wackeln; durch plötzliche Erschütterung hervorgebrachte Wackelbewegung‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''wuckeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewulcher''' n. ● ''Gewulchere'' ,Gewühl, Gewimmel‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''wulchern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gewürfelt''' ● ''jewerfelt'' ,schlau, durchtrieben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewurste''' n.● ''Gewurschde'' ,Unordnung, unordentlich Abgelegtes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gickelhahn''' ● ,Haushahn‘ (Vil. 1868); ,Hahn‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Giggelhohn'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gieken''' ● ,stechen‘, besonders mit langem, aber stumpfem Instrument, auch mit dem Finger, sehr oft scherzhaft, ziemlich allgemein (Vil. 1868); ''giegen'' ,stechen‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gieken''' ● ,laut und hell, in hohem Tone aufschreien‘ (Vil 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gieksen''' ● ''giegsen'' ,stechen, pieksen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), auch: ,sticheln‘ (Gr.); ,stechen, schlachten‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bei Gr. als ''kiecksen'' verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gieksen''' ● Intensivum zu ''gieken'', laut und hell, in hohem Ton aufschreien‘, sehr üblich (Vil. 1868); ,quietschen‘, in Bezug auf ungeölte Angeln, Wetterfahnen und dgl., Kassel (Gr. 1894). ● Bei Gr. als „kiecksen“ verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Giekser''' m. ● ,aufjuchzendes Lachen von Säuglingen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gierrach''' m. ● ,habsüchtiger, gieriger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Giftschisser''' ● ,Mensch von galligem Temperament‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Giftzange''' ● ,boshaftes Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gilfen''' ● ,laut und in schrillen Tönen schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gillern''' ● ,scharfer, hoher Ton des Schmerzenslautes von Hunden, auch von Menschen, insbesondere kleinen Kindern‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,hohe Töne von sich geben‘, Kassel 20. Jh.; ,vor Schmerz laute Schreie ausstoßen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gimmening''' ● ''gimmenink'' ,gierig, heißhungrig, unersättlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gimmeratz''' m. ● ,Schwein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gimmerätzchen''' ● ,Schweinchen‘; Pl. ''Gimmerätzerchen'' auch: ,Läuse‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gimmern''' ● Bezeichnung eines juckenden Schmerzgefühls in den Fingerspitzen, meist bei erfrorenen Fingern, aber auch bei Schnittwunden, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gimper''' m. ● ''Gimber'' ,Begierde‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Do gungk emme d’r Gimber d’rnoh'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ginsel''' n. ● ,junge Gans; einfältiges junges Mädchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ginselgeel''' ● ,stark gelb gefärbt, ganz gelb, wie ein Ginsel‘, allgemein üblich (Vil. 1868);  ''ginselgale'' ,ganz gelb‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gipp''' ● ''gipp, gipp, komm!'' Lockruf für die Hühner, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gippchen''' ● ,Huhn‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gippel''' n., '''Gippelchen''' ● ,Hühnchen, Küken’, Lockwort für die Hühner, Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gippelhuhn''' ● ''Gibbelhuhn'' ,Huhn‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Girscht''' m. ● ''Gerscht'' ,Gischt, Schaum von aufbrausenden, auch von gärenden Flüssigkeiten‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jirscht'' ,Schaum‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● ''Der Gerscht stund emme vor’m Mulle'' (Gr.). ''Ha hott immer gleich Jirscht fär der Schladde'', dasselbe (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''girschtig''' ● ''jirschdech'' ,schaumig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glähnen''' ● ,indiskret weitererzählen, was einem gesagt wurde, klatschen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Glander''' f. ● ''Glaner'' ,Glitschbahn‘, Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868); ''Glaaner'' ,Gleitbahn auf dem Eis‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hm. setzt als Stichwort ''Glander'' an, Vil. ''Glaner''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glandern''' ● ''glanern'' ,auf dem Eis gleiten‘, westl. Hessen (Vil. 1868); ''glaanern'' ,auf dem Eis gleiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glanzern''' ● Variante von ''glanern'' (''glandern''), untere Schwalm und Eder (Wabern, Felsberg) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gleich''' ● ,waagrecht, eben, richtig‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gleitbahn''' ● ''Gliedebahne'' ,Eisbahn zum Gleiten‘, Kassel (Pfs. 1886); ''Gliedebahne'' ,Rutschbahn auf dem Eis‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1984).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gleiten''' ● ''glieden'' ,auf der Eisbahn gleiten‘, Niederhessen, Kassel (Pfs. 1886); ''glieden'' ,auf dem Eis gleiten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glitschen''' ● ,(aus)gleiten, (aus)rutschen auf Schlüpfrigem oder auf Eis‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glitscherig''' ● ''glitscherich'' ,glitschig, schlüpfrig‘ (in Bezug auf Straße)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Glühmagen''' m. ● ''Gliehmähng'' ,habgieriger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glühning''' ● ''gliehnink'' ,glühend‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ''glihnig'', Kassel (Gr. 1894), ''glienech'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''gliehnink'' ist das einzige der niederhess. -''ning''-Partizipien, das sich noch im Kasselänschen findet; bei Gr. bereits an die Gruppe der -''ig''-Adjektive angeglichen; so auch in der Oberellenbacher Mundart, die im übrigen noch zahlreiche -''ning''-Partizipien aufweist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Glummer''' m. ● ,glimmende Asche‘, Kassel 20. Jh. ''Glommer'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glummern''' ● ,glimmen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gnatz''' m. ● ,Krätze; Grind, besonders Kopfgrind‘, übertragen: ,schmutziger Geiz‘ (Vil. 1868). ● Vgl. mhd. ''gnaz'', Gen. ''gnatzes'' ,Schorf, Ausschlag‘, bildl.: ,Knauserei, Kargheit‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gnatzkopf''' ● ,Grindkopf; launischer, eigensinniger, unverträgliche Person‘, äußerst häufig, allgemein (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gneist''' m. ● ''Knist'', ''Kneist'', ''Gneist'' ,anklebender Schmutz am menschlichen Körper, an Kleidungsstücken oder Geräten‘ (Vil. 1868); ''Gneist'', Aussprache ''Gniest'', ,fest sitzender klebriger Schmutz oder Dreck an allen Sachen‘, „durchaus nicht etwa nur Grint an der Haut“, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Knist'' ,fester, glänzender anhaftender Schmutz‘, Kassel (Gr. 1894), ''Kniest'', Kassel 20. Jh.; ''Gnist'' (''i'' kurz) ,fest anklebender Schmutz am menschlichen Körper oder an Geräten‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''gnîst'' m. ,Grind‘, mnd. ''gnist'' ,Räude, Hautausschlag‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gneistig''' ● ''kneistig'' ,mit Klebeschmutz behaftet‘ (Vil. 1868); ''kniesdich'' ,voll fest anklebenden Schmutzes‘, Kassel 20. Jh., ''gnisdech'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Göpel''' m. ● ''Gäwel'' ,Triebwerk der Dresch- und Futtermaschine‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gote''' f. ● ,Taufpatin‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gotel''' f. ● ''Goddel'' ,Patin‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gorrel'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gotel''' f. ● ''Gottel'' ,weibliches Patenkind‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Götelchen''' n. ● ''Göddelchen'', ,Kind, von der Gotel über die Taufe gehoben‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gorrelchen'' ,Patenkind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grammel''' m. ● ,Heiserkeit‘, besonders die, in welcher die Stimme tiefrauh tönt (Vil. 1868); ,Heiserkeit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grammelig''' ● ,heiser‘ (Vil. 1868); dasselbe, Kassel (Gr. 1894); ''grammelech'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grammeln''' ● ,mit brummender Stimme schelten‘, auch: ,knerbeln (von kleinen Kindern)‘, (Pfs. 1886)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''granzen''' ● ,weinen, verdrießlich sein‘, hin und wieder in Niederhessen, bis Hersfeld (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''granzern''' ● ''im Halse granzern'' ,im Hals kratzen‘, das Gefühl im Hals, das z. B. beim Zerschmelzen von ranziger Butter oder Speck beim Einatmen entsteht, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gräppeln''' ● ''kräbbeln'' (trans.) ,sich beschäftigen mit, herumarbeiten mit‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Hä hot immer was ze kräbbeln'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grappen''' ● ''grappen'', ''ergrappen'' ,zugreifen, ergreifen, festhalten‘, Nieder- und Oberhessen (Vil. 1868); ''grabben'' ,ergreifen, festhalten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grapschen''' ● ''grapschen'', Nederhessen (Pfs. 1886; s.u.); ''grabschen'' ,rasch zugreifen, rasch nach etwas langen‘, Kassel 20. Jh.; ''grabbschen'' ,mit großer Eile an sich reißen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bei Gr. (1894), Kassel, verzeichnet als ''grabbchen'' [Druckfehler?] ,rasch zugreifen‘, auch: ,gefangen nehmen‘. ● Pfs.: ''grapschen'' ist in Niederhessen viel üblicher als das bei Vil. genannte ''grappen'', was ihm als gebürtigem Kasseler „geradezu fremd“ war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grätsch''' m. ● ''Grähdsch'' ,Umstände, Weitschweifigkeiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grätschel''' m. ● ''Gräddschel'' ,verkrüppelter Mensch, verkrüppeltes Tier‘, auch Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grätschelig''' ● ''gräddschelech'' ,verkrüppelt, schief‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grebe''' m. ● ,Dorfvorsteher‘, Niederhessen, Teile Oberhessens, bis zur Gemeindeordnung v. 23. 10. 1834 (Vil. 1868); Aussprache: ''Gräwe'' (Pfs. 1886). ● Durch die Gemeindeordnung v. 1834 wurde als Bezeichnung für den Dorfvorsteher die Bezeichnung ''Bürgermeister'' eingeführt, die bisher nur dem Oberhaupt der Städte zukam, denn nur die vollberechtigten Städter waren ''Bürger''; die vollberechtigten Dorfbewohner hießen hingegen ''Einwohner''. ● ''Grebe'' ist identisch mit Wort ''Graf''; der hessische ''Landgraf'' wird in älteren Quellen zumeist als ''Landgrebe'' bezeichnet. ● Vgl. mnd. ''greve'' (''grave'') ,Graf; Vorsteher allgemein‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''greibe''' ● ,herb, säuerlich-bitter, scharfsauer‘, Niederhessen, sehr üblich in Kassel (Vil. 1868); ''greiwe'' ,herb von Geschmack‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grell''' ● ''grall'', wie hdt., dazu: ,heftig, lebhaft, jähzornig; überaus rasch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grellen''' ● ''grallen'' ,ein Glied infolge einer raschen Bewegung oder Überanstrengung vorübergehend lähmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Griebe''' f. ● ,Überbleibsel des zerschnittenen und ausgelassenen Speckes, Schmalzes‘ (Vil. 1868); ,Rückstand ausgelassener kleiner Würfel Speck‘ (Pfs. 1886); ''Griewe'' ,häutiges Stückchen beim Auslassen des Specks usw.‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Griewe'', ''Speckgriewe'' ,Lippen-Herpes‘, Kassel 20. Jh.; ,Speckwürfel, ausgebratenes, auch rohes Speckstückchen; Grind am Mund‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''griebe'' f. ,ausgeschmelzter Fettwürfel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''griebetrocken''' ● ,völlig trocken‘ (Vil. 1868);  ''griewedrocken'' ,ganz trocken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''griedeln''' ● ''am Fier griedeln'' ,sich (am Herd, Ofen) mit dem Feuer beschäftigen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grienen''' ● ,den Mund verziehen, weinen‘, Kassel (Vil. 1868); ,grinsen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gries''' ● ,greis (Haar, Zwirn, Leinen)‘, Kassel (Gr. 1894); ''gris'' ,grau‘, Balhorn (Sl. 1901) ● Gr. meint sicherlich ,altersgrau, verblichen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grießelig''' ● ''grisselech'' ,feinkörnig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grießeln''' ● ''grisseln'' ,absetzen (von Milch)‘, Kassel 19., 20. Jh., schwächer als ''hoddeln'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grifte''' ● Zu den Redensarten ''Du bist wohl von Grifte?'', ''Hä (sä) es von Grifte'' u.ä. siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grindatzel''' ● ''Grändatzel'' ,mit Grind behafteter Mensch; jähzornige Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grippsch''' ● ,auffahrend, heftig, mürrisch‘ (eigentlich ,zugreifend‘), ganz Hessen (Vil. 1868); ,zugreifend, eigennützig‘, Kassel 19. Jh. (Herzog); ,bös, niederträchtig, mürrisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grips''' m. ● ,Verstand, Kopf‘, Kassel 19., 20. Jh. ● ''am Gribs krichen'' ,jem. packen‘, auch ,arretieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gripsen''' ● ,stehlen‘, vor allem in Bezug auf Kleinigkeiten, ziemlich überall gebräuchlich (Vil. 1868); ''gribbsen'', ''kribbsen'', Kassel (Gr. 1894, ohne Angabe der Bedeutung); ,Kleinigkeiten klauen, mopsen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gripsfell''' ● ,Fell, Haut im Genick‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894) ● ''am'' (''biem'') ''Gribbsfell packen'' ,jem. packen‘, übertragen: ,sich jem. vorknöpfen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gritz''' m. ● ''Gritz'' ,Verstand, Einsicht, Scharfsinn‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Gritz'' ,Verstand, Witz‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gritze''' f. ● ''Gritze'', ,Verstand usw.‘, Niederhessen, häufiger als ''Gritz'' (Pfs. 1886); ''Gritze'' ,Grütze; scharfer Verstand, Witz‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''He hot Gritze im Koppe.'' Niederhessen (Pfs. 1886), Kassel 20. Jh. ● Die Redewendung ''Grütze im Kopf haben'' ist seit dem 17. Jh. literarisch belegt. ''Grütze'' ,Verstand‘ „ist mundartlich weit verbreitet [...] und beruht vermutlich auf Umbildung von frühnhd. ''Kritz'' (hess. ''Gritz'') ,Verstand, Scharfsinn‘, das eigentl. ,Kitzel‘ bedeutet und zu frühnhd. (heute noch landschaftlichem) ''kritzeln'' [...] im Sinne von ,kratzen, kritzeln‘ gehört.“ (Pff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gritzkopf''' ● ''Gritzekopp'' ,jem., der Verstand hat‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grütze''' ● Siehe ''Gritze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grübbes''' m. ● ''Kribbes'', auch ''Griwwes'', ''Grewes'' gesprochen, ,Kernhülle der Obstarten‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Grübß'', in niederhess. Aussprache meist ''Grüwweß'', ,Kernghäuse des Obstes‘, auch ,Kehlkopf, Adamsapfel‘, dafür in Kassel auch ''Adams-Grüwweß'' (Pfs. 1886); ''Krewwes'' ,Kerngehäuse von Apfel und Birne‘, übertragen: ,Kind von auffällig kleiner Statur, vorlautes Kind‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''Griwwest'' ,Kerngehäuse des Kernobstes; Kehlkopf; kleiner Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''grobiz'', ''grabiz'', ''grubz'', ''grutz'' m. ,Kerngehäuse des Kernobstes‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gruse''' f. ● ,der Saft aus grünen Gewächsen, z.B. Gurken‘, Niederhessen (Vil. 1868); ,das Blähende, der geile Geschmack, der sich bisweilen im Gemüse findet‘, Kassel (Gr. 1894); ,Saft grüner Pflanzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''gruose''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grusig''' ● ,mit grünem Saft versehen, unangenehm herbe‘ (Vil. 1868); Adj. zu ''Gruse'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grutz''' m. ● ,Obstschalen und -schnitzelchen, kleinere Abfälle‘, Kassel (Gr. 1894), auch: ,Bodensatz von Flüssigkeiten‘, z. B. ''Kaffeegrutz'', Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Grübbes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gückeln''' ● ''giggeln'' ,blinzelnd hinsehen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gücker''' ● ''Gigger'' ,Gucker‘, Kassel 19. Jh. ● ''Hä hot mech uff’m Gieker'', Kassel (Gr. 1894) ist wohl dialektale Anpassung der Redensart ''jem. auf dem Kieker haben''. ● Siehe ''Tüpfengücker'', ''Feldgücker''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guckwerk''' ● ''Guggewerk'' ,Gesicht‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Güggwärk'' ,Gesicht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gülden''' ● ,golden‘, war schon in alten Zeiten und ist noch jetzt ein sehr übliches Liebes- und Schmeichelwort von besonderem Nachdruck (Vil. 1868); ''gillen'' ,golden‘, Kassel 19. Jh. (Herzog); ''gellen'', dasselbe, nur noch in erstarrten Verbindungen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gülden Schnitten''' ● ,Weckschnitten in Ei getränkt und in Schmalz gebacken‘, hauptsächlich am Gülden-Schnitten-Sonntag gebacken; dieser soll ursprünglich der „fette Sonntag“ Quinquagesimae gewesen sein; an der Werra bis westlich über Rotenburg hinaus war er schon zu Anfang des 19. Jh. der erste Sonntag in den Fasten, der Sonntag Invocavit (Vil. 1868); ''gellen Schnerren'' ,güldene Schnitten‘, Semmelschnitten, die in Ei getränkt und in Fett gebacken werden, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gunkelbacken''' m. ● ''Gonggelbaggen'' ,Pausbacken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gunkeln''' ● ,sich schwebend hin und her bewegen‘, ziemlich allgemein üblich (Vil. 1868); ''gonggeln'' ,sich schwebend hin und her bewegen (von schweren Gegenständen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gunne''' f. ● ''Gonne'' ,die von jemand zu Recht zu erwartende Ehrerweisung, Gafälligkeit‘ (Vil. 1868); ''Gunne'' ,Gunst, Ehre‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Hä will mä nit die Gunne anduhn un …'' ,Er will mir nicht die Ehre erweisen und …‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gunst''' f. ● ,Freistätte beim Kriegenspielen (Fangen), der Anschlag‘, Kassel und Umgebung (Pfs. 1886), Kassel, Mitte 20. Jh. ● Siehe ''Anschlag''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Günter''' m. ● ,Mastdarm des Schweins‘, ganz Hessen; mit Füllungen: ''Günterwurst'' (Leberwurst), ''Schwartengünter'' (Vil. 1868); ''Gender'' ,Teil des Schweinedarms, der mit Leberwurst oder Schwartenmagen gefüllt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Gendersch Brurer'' ,Günters Bruder: Blinddarm des Schweins‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gunterarsch''' ● ''Gonderorsch'' ,korpulente Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gurre''' f. ● ,altes, schlechtes, abgetriebenes Pferd‘, ohne Rücksicht auf Geschlecht (Vil. 1868); ''ahle Gurre'' ,schlechtes, altes Messer‘, Kassel (Gr. 1894); ,altes, abgemagertes Pferd‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''gurre''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gutz''' m. ● ''Gütz'' ,kurzer abgehackter Schrei‘, Oberellenbach (Hm. 1926; ebd. unter „Gauz“ aufgeführt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''H.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''haar''' ● Zurufswort an das Zugvieh, sich links zu halten, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868); Zuruf an das Vieh, nach links zu gehen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In der Grafsch. Ziegenhain, z.T. schon im Hersfeldischen, lautet das Wort ''haur'', ''aur'', meist mit ''um'' verbunden: ''aurüm''. Im östl. Hessen gilt ''haar'' bloß den Pferden, nicht den Ochsen, für welche vielmehr ''west'' ausschließlich gebraucht wird; im westl. Hessen findet sich dieser Unterschied nicht. (Vil.) ● Siehe ''hott''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haar''' ● ''das Haar'' n. ,das gesamte Haupthaar‘, ''die Haare'' (f. Sing.) ,das Einzelhaar‘ (mit ''Haare'' als Plur. für beides), Niederhessen (Pfs. 1886), ''das Hoor'', ''die Hoore'' (f. Sing.) (wie von Pfs. angeben), Kassel 20. Jh.; nur: ''die Hoore'' f. Sing. und Plur., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haarwurm''' ● ''Hoorworm'' ,flechtenartiger, um sich fressender Ausschlag‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''hârwurm''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haber''' ● ,Hafer‘, im östlichen Hessen mask., im westlichen fem. (Vil. 1868); ''Haber'', in Niederhessen ausschließlich fem. (Pfs. 1886). ''die Howwer'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Häberling''' m. ● ''Häwerling'' ,Bund Haferstroh‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Habersack''' ● ''walscher Howwersack'' ,welscher Hafersack, unverständlich redender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''welsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Habitchen''' n. ● ''Hawitchen'' ,Jäckchen und Höschen an einem Stück für einen kleinen Jungen‘, Kassel (Gr. 1894); ''Howidchen'' ,kleines Besitztum, kleines Bauerngut‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hachelig''' ● ''hachelech'' ,rauh, stachelig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hache''' m. ● ,habsüchtiger und seine Habgier in plumper Weise blicken lassender Mensch‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hachen''' ● ,grob habgierig nach etwas streben‘, Niederhessen, Grafsch. Ziegenhain (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haches''' m. ● ,habsüchtiger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hachig''' ● ,in grober Weise habgierig‘, überall gebräuchlich (Vil. 1868); ''hachech'' ,habgierig, geizig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hachigkeit''' ● ,Habsucht‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hachechkeet'' ,Habgier, Geldgier‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hachwanst''' m. ● ''Hachewanst'' ,habgieriger Mensch, Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hächzen''' ● ''hechzen'' ,laut und schwer atmen‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''hächzen'' ,keuchen‘, auch: ,nach etwas streben‘, Kassel (Gr. 1894); ''hächden''(!) ,schwer oder schnell atmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hackerchen''' ● ,die ersten Zähne‘, scherzhaft, nördl. Hessen (Pfs. 1886), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hadern''' ● an der Schwalm das ausschließlich übliche Wort für ,streiten‘, auch für ,prozessieren‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hahl''' ● ,trocken, mager, dürr, abgemagert, austrocknend‘, südl. Niederhessen, Stift Hersfeld, Grafsch. Ziegenhain (Vil. 1868). ● Nebenform ''hehl''. ● Mhd. ''hâl'' ,trocken, dürr‘. ● Siehe ''Hehlschwein''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hahlgans''' ● ,dürre Gans, die noch nicht gemästet ist‘, (Vil. 1868); ''Halgans'' ,ungemästete Gans‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Heelegans'' ,unerwachsenes, vorlautes Mädchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hahnebambel''' m. ● ,ein in Gang, Bewegungen und Handlungen lässiger, ein ungeschickter, alberner Mensch‘, Niederhessen, im Hersfeldischen (Vil. 1868); ,einer, der sich alles bieten läßt und allem nachkommt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hahnsklöße''' ● ''Hohnsgleeße'', kleine Klöße aus gehacktem Schweinefleisch, die in Mehl getunkt werden (beliebt als Frühstück auf dem Schlachtfest), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''häkeln''' ● ''heegeln'', Kassel 20. Jh.; übertragen auch: ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''halbwierig''' ● ''halbwirig'' ,irgendwie‘, bedeutungsgleich mt iewest; ''halwierich'' ,halbwegs, mittelmäßig, einigermaßen‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Halsabschnitter''' ● ''Halsobschnedder'' ,Halsabschneider, Geldverleiher, Wucherer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''halslieb''' ● ''jem. halselieb haben'' ,jem. umarmen‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hambutte''' ● ,Hagebutte‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''Hambutte'' &amp;lt; *''Hagenbutte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hamel''' m. ● ''Hamel'', Pl. ''Hämel'' ,Hammel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hämel'', Sing. u. Plur., dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hamel''' m. ● ''Hammel'', südl. Hessen (Rhein und Wetterau), „was sonst in Hessen Klunder genannt wird“ [also ,Schmutz, Straßendreck am unteren Saum der Bekleidung‘] (Pfs. 1886). ● Muß früher auch im nördl. Hessen vorgekommen sein, vgl. ''sech zuhameln'' (s.d.) ,sich zuklundern‘, Kassel 19. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hamer''' m. ● ,Hammer‘ (Gr. 1894); ''Homer'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Der Hamer es owen.'' ,Es ist Feierabend.‘ Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hammerten''' m. ●''Hámmärden'' ,einfältiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ist Kontraktionsform des Vornamens ''Johann Martin'', früher in Niederhessen verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hämstern''' ● ,hämmern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Handschlag''' ● ''Haandschlook'' ,Verlobung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hänfterling''' ● ''Hämfderling'' ,Hänfling, schmächtige Person‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Grohenfterling'' ,der graue Hänfling‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Hämfderlink'' ,Hänfling‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hannaden''' m. ● ''Hánnaden'' ,einer der schwer von Begriff ist und sich entsprechend anstellt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Ist Kontraktionsform des Vornamens ''Johann Adam'', früher in Niederhessen verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hannjost''' m. ● ''Hánnjoost'' ,einfältiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ist Kontraktionsform des Vornamens ''Johann Jost'' (''Johann Justus'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hansch, Hänschen''' m.● ''Haansch'', Pl. ''Haansche'' ,Handschuh kleiner schwächlicher Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Hänschen'', Sing. u. Plur. ,Handschuh(e)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Hansch'' ist verkürzt aus ''Handschuh''. In Kassel ist der Plur. ''Hänschen'' auf den Sing. übertragen worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hänseln''' ● ,durch Anbinden eines Bandes in eine Gemeinschaft aufnehmen‘; ''hänseln'' wird im Volk gleichbedeutend mit ''anbinden'' verstanden und vertauscht (Vil. 1868). ● Vil. macht konkrete Angaben dazu, wobei und wie gehänselt wird; weist hin auf das Sontraer Hänselbuch 1572 - 1596; weist weiterhin darauf hin, daß ''hänseln'' im Sinne von ,verspotten, verhöhnen‘ beim Volke fast gänzlich unüblich ist. ● Vgl. got. ''hansa'' f. ,Schar, Menge‘, ahd. ''hansa'' f. ,Schar, Kriegerschar, Gefolge‘, mnd. ''hanse'', ''hense'' f. ,Gesellschaft, besonders Gilde der Kaufleute und Handwerker, vor allem die ''Hanse'', der norddeutsche Städtebund. Vgl. auch ''Hansegreben'' ,Angehörige der Kasseler Kaufmannsgilde‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hänselwerk''' ● ''das Hänselwerk verzehren'': früher an der unteren Eder üblicher Brauch, der darin bestand, daß auf einer Hochzeit die jüngste anwesende Frau ''gehänselt'' wurde, welche dann gehalten war, am nächsten Sonntag die Frauen einzuladen zu Kaffee und Kuchen, dort wurde also ''das Hänselwerk verzehrt'' (Pfs. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Happel''' f. ●,eine übereilt handelnde, oberflächlich und ungenau arbeitende Person‘ (Vil. 1868); ''Habbel'' ,überstürzt redende oder sich überstürzt bewegende Person‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''happelig''' ● ,übereilt handelnd‘ (Vil. 1868); ''habbelich'' ,überstürzt redend und sich bewegend‘, Kassel (Gr. 1894); ''habbelech'' ,übereilt redend oder handelnd‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''happeln''' ● ,übereilt handeln‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''habbeln'' ,überstürzt reden oder handeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Happelsack''' ● ''Habbelsack'' ,jemand, der happelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Happster''' m. ● ,Kuchen aus geriebenen Kartoffeln mit etwas Öl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''haren''' ● ,dengeln‘, in Oberhessen und einem Teil von Niederhessen (Wabern und Umgegend) (Vil. 1868); ''horen'' ,dengeln‘, d.h. die Sense mit dem Hammer schärfen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hasenschaden''' ● ''Hasenschaden'' m. ,Hasenscharte‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hosenschore'' f.(!), dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hasig''' ● ''haasech'' ,nicht bei Sinnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haucht''' m. ● ''Hücht'' (''ü'' kurz) ,mit geöffnetem Mund ausgestoßener Atem‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hauchten''' m. ● ''hüchden'' ,mit geöffnetem Mund Atem ausstoßen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hauchzen''' ● ''huchzen'' ,hauchen, anhauchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haus-Eren''' m. ● ''Husähren'' ,Hausflur‘, Kassel (Gr. 1894), ''Hüsähren'' ,der mit Backsteinen gepflasterte Hausflur‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Eren''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''haußen''' ● ''hussen'' ,hier außen‘, Gegensatz zu: ''drussen'' ,dort außen‘, Kassel (Gr. 1894); ''hüssen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''hussen'' in Kassel wohl um 1900 erloschen; Ersatz: ''hier drussen''. ● Mhd. ''hie'' ''ûze'', ''hûze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Häut''' n. ● ,Haupt‘; das Wort ''Haupt'' wird in Hessen nur vom Krauthaupt (Kohlkopf) gebraucht, nicht vom menschlichen Haupt (dafür: ''Kopf''); die Aussprache ist ''Häubt'', ''Häud'', ''Heid'' (Vil. 1868); ''Heet'', Pl. ''Heeder'' ,Krauthaupt, Kohlkopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Basiert im ganzen auf Umlautform von mhd. ''houbet'' ,Haupt‘: ''*höubet'' &amp;gt; frühneuzeitl. niederhess. *''Häubet'', ''Heubet'', gesprochen *''Heuwet'' &amp;gt; *''Häuet'', *''Heut'', dann unterschiedliche regionale Weiterentwicklungen (u.a. Entrundung). In Oberellenbach gibt es die Nebenform ''Höbt'', entstanden aus nichtumgelautetem ''houbet'', mit Kürzung der 2. Silbe, wie nhd., dann mundartl. Weiterentwicklung; nur in festen Verbindungen wie ''Höbdhohn'' ,Haupthahn‘, ''Höbdkarle'' ,tüchtiger Kerl‘ (''ö'' lang).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Häutersalat''' ● ''Heedersaloot'' ,Kopfsalat‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hebekirmes''' f. ● ,Richtfest‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Hewekermesse'', Kassel (Gr. 1894, ohne Erläuterung); ''Häwekermese'' ,Feier beim Richten eines neuen Hauses‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hehkirmes''' f. ● ,geräuschvoller Auflauf von Menschen‘, Naumburg (Pfs. 1886). ● Soll nach Pfs.s Gewährsmann nicht identisch sein mit ''Hebekirmes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hehlfäßchen''' ● ,naive, ohne Arg etwas ausplaudernde Person‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''hahl''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hehlschwein''' ● ,halbwüchsiges, noch nicht zum Mästen geeignetes Schwein‘, Schwalm, Stift Hersfeld (Vil. 1868). ● Frühe Belege: heleswyn, Grebenstein 1462, helswyn, Felsberg 1462 und öfter. ● Siehe ''hahl'', ''Hahlgans''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hehr''' ● ,ehrwürdig‘ u.ä., wie gemeinhochdt., außerdem ,fein, zart, sorgfältig gearbeitet‘, in beiden Bedeutungen überall in Hessen (Vil. 1868); ''hehre'', in der Redewendung ''hehre duhn'' ,hehr, hoch, erhaben auftreten‘ (stets ironisch gebraucht), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hehrheit''' ● ,übertrieben vornehmes Auftreten‘, Kassel (Gr. 1894); ''Heerheet'' ,auffällige Freundschaftsbekundung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heide''' m. ● die in Niederhessen gewöhnlichste Bezeichnung für ,Zigeuner‘ (Pfs.1, 1889); ''Heere'' ,Zigeuner‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heidenmensch''' f. ● ''Heerenmönsch'' ,Zigeunerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heidenpack''' ● ''Heerenpack'' ,Zigeunerpack‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heidimmes''' m. ● ,beschränkter (wenn auch nicht vollmäuliger) Wichtigtuer‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heidsche''' f. ● ''Heedsche'' ,Zigeunerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heikse''' ● ,Hiebe, Schläge‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heiligenland''' ● ''Hiljenlaant'' ,die der Kirche gehörigen Ländereien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heimtücker''' m. ● ''Heimdicker'' ,heimtückische Person‘, Kassel 19. Jh. (Jonas); ''Heemdigger'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''heint''' ● ,heute Nacht‘, an der Schwalm, Aussprache ''hengt''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''heisch''' ● ,heiser‘ (Vil. 1868); dasselbe, Kassel (Gr. 1894), ''heesch'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heite''' m. ● ''Heide'', ''Hede'' ,Vater‘; sehr alte Bezeichnung, jetzt noch üblich an der Schwalm, an der unteren Eder (Fritzlar, Gudensberg), an der Werra (Eschwege, Jestädt) (Vil. 1868); Haite, „eigens hessischer Ausdruck für Vater“ (Pfs. 1886); ''Heide'' ,Vater‘, noch gebräuchlich, aber selten, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hemme''' f. ● ,Bremsvorrichtung am Wagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hemmen''' ● ,bremsen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Henkel''' ● ''Henkel-ze-Kerbchen drahn'' ,Henkel-zu-Körbchen tragen‘: zwei Personen tragen ein Kind auf den beiderseits verschlungenen Händen wie einer Sänfte, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Henne''' ● männl. Vorname, schon mittelalterlich belegt, in Niederhessen bis ins 18. Jh. vorkommend (wird von Pfarrern in den Kirchenbüchern gern mit ''Johannes'' wiedergegeben, ist aber keine Kurzform davon). ●  Redensartlich in: ''Gott henne'', Niederhessen (Pfs. 1886); ''Ach Gott henne! Ach du henne!'', [richtiger: ''Ach Gott, Henne! Ach, du Henne!''], sehr gebräuchlich, Balhorn (Sl. 1901); ''Du liewer Gott, Henne!'' Kassel 20. Jh. ● Die eigentlich humoristisch gemeinten Ausrufe entsprechen etwa dem modernen ''Mein Gott, Walter!'', sind aber nach Erlöschen des Namens nicht mehr verstanden worden, daher bei Pfs. und Sl. Kleinschreibung. Pfs. erwägt, ob ''Henne'' ,weibl. Huhn‘ oder der Vornamen ''Henne''). Sl. weist draufhin, daß ''henne'' nichts mit ''hin'' zu tun haben kann wegen unterschiedlicher Aussprache; in Kassel ebenfalls unterschieden (bei ''Henne'' ''ä''-Ausprache des ersten ''e''). Vil. (1868) führt auf: ''Henn'' ,alberner Mensch‘, schmähend, Oberhessen. ● Siehe ''Mädehenne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hepe''' f. ● ''Hebe'' ,Sichel‘, Kassel (Gr. 1894). ● Bei Vil. als ''Heppe'' verzeichnet, nur nördl. Niederhessen, südl. nur vereinzelt, mit Aussprache „mitunter“ um Kassel „auch“ ''Hewwe'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hera''' ● feierlicher Ausruf, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Pfs.: „Hier muß eines wunderbaren Kehrreimes gedacht werden, der bis in die [achtzehnhundert-]dreißiger Jahre zu Zwehren bei Kassel noch im Gange war; bei neckenden scherzhaften Liedern, die von Weibern aus dem Stegreife gedichtet, zum Bleichen und Wachen gesungen wurden. Solche Strofen [...] gleichen als lose Gelegenheits-Scherze den Schnaderhüpfeln.“ Pfs. führt zwei solcher Strophen auf; Refrain: ''hera, wol unter dem grünen Baum‘ / hera, wol unter dem Baum‘''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hernach''' ● ''härnoh'' ,nachher‘, Kassel 19. Jh.; ''hanooch'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hernachgehends''' ● ''härnohgehnds'' ,nachher, anschließend‘, Kassel 19. Jh. (Herzog). ● Siehe auch „nachgehends“.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''hernieder''', siehe ''reer''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''herzgepuppert''' ● ''herzegebobbertes Nußkernchen'', Zärtlichkeitsausdruck, Kassel 19. Jh. (Herzog), ''herzgebubberter Nussekern'', dasselbe, Kassel (Gr. 1894); ''Min herzgepupperter Nußkern'', Ausdruck innigster Liebe, zumal im Mund niederhess. Mütter (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Herzkaute''' f. ● ''Härzküdde'' ,Magengegend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hespe''' f. ● ,Türangel, Klammer‘, in Niederhessen die übliche Bezeichnung (Vil. 1868); nur ,Türband‘ oder ,Schleife‘ der Türangel, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Wendungen: ''Er riß mich, daß der Rock mir aus allen Hespen ging. Junge, deine Hosen sind ja aus allen Hespen''. Übertragen: ''Es geht aus allen Hespen''. ,Alle Ordnung löst sich auf, es tritt Anarchie ein.‘ (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hessen-Groschen''' ● ''bei Hessen-Groschen bzw. nicht bei Hessen-Groschen sein'' ,vernünftig bzw. unvernünftig sich benehmen‘ (Pfs. 1868); ''nit bie Hessen-Groschen sinn'' ,nicht ganz gescheit, nicht bei Trost sein‘, Kassel 20. Jh.; ''Du bst wohl net bei Hässengröschen?'' ,Du bist wohl nicht recht gescheit?‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hessisch''' ● ''heßsch'', Kassel 19. Jh.; ''hässesch'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aussprache ohne ''i'' hat sich in Kassel in den deklinierten Formen z. T. bis nach dem 2. Weltkrieg gehalten, etwa: ''de Heßschen Nachrichten'' (Zeitung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heuhüpfer''' ● ''Hauhepper'' ,Heuschrecke‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heuspringer''' ● ''Hausprenger'' ,Heuschrecke‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''heulen''' ● ''hillen'' ,weinen‘, Kassel (Gr. 1894); ''hielen'' ,laut weinen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heulfritz''' ● ''Hillfritze'' ,weinerlicher Junge, Mann‘, Kassel (Gr.1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heuljost''' ● ''Hilljoost'' ,weinerlicher Junge, Mann‘, Kassel (Gr.1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heuochse''' ● ,dummer, ungeschickter Mensch‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''Heiochse'' ,großer Schafskopf‘, auch: ,plump gebauter Mensch‘, Kassel 19. Jh. (Jonas, Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hichel''' f. ● ,Stirnrunzel‘, Niederhessen (Vil. (1868); ,weinerlicher oder mißvergnügter Gesichtsausdruck‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''’ne Hichel schnieden'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hicheln''' ● ,hell auflachen, wiehernd lachen‘, auch vom Wiehern der Pferde gebraucht, ziemlich überall üblich (Vil. 1868); ,wiehern (vom Pferde); wiehernd lachen, lachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hichelziege''' ● ''Hichelzäje'' ,dauernd lachendes Mädchen‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hickeln''' ● ,etwas hinken‘, in ganz Herssen sehr üblich (Vil. 1868); ''higgeln'' ,hinken, auf einem Bein hüpfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), dazu: ,Hickelhäuschen spielen‘, Kassel 20. Jh.; ''heggeln'' ,leicht hinken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hicken''' ● ''heggen'' ,hinken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hier, hie''' ● ''hier'', Kassel 19., 20. Jh.; ''hie'', ländlich, z.B. Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hiller''' m. ● ,Penis‘, in ganz Hessen die üblichste und allgemeinste Bezeichnung (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Himmel und Erde''' ● ''Himmel un Ähre'', Gericht: ,Äpfel und Kartoffeln untereinandergekocht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Ist „Kasseler Nationalgericht“ (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hinfällisch''' ● ''hännefällsch'' ,kränklich, gebrechlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hinkel''' n. ● ,albernes Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die eigentlich Bedeutung ,(kleines) Huhn‘ ist in Oberellenbach nicht vorhanden (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hinkelbein''' ● ,einfältiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hinne''' ● ,hier innen‘, Kassel (Gr. 1894), Gegensatz zu: ''drinne'' ,dort innen‘; ''henne'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''hinne'' ist in Kassel wohl um 1900 erloschen, Ersatz: ''hier drinne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hippeln''' ● ,hinken; zapplend laufen‘, scherzhaft, ziemlich allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hippelnase''' ● ,gebogegen bzw. gekrümmte Nase‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirnwurst''' ● ''Hernworscht'', Kassel (Gr. 1894); ,Zervelatwurst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirse''' ● ''Hersche'', Kassel (Gr. 1894; ''Härsche'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirsekörner''' ● ''Hersche(n)kerner'', Kassel (Gr. 1894). ● ''Ich schlah alles in Herschenkerner, zu Herschenkernern'' ,Ich schlage gleich alles kurz und klein‘, ähnlich Oberellenbach (Hm. 1926); ähnlich: ''in Herschekerner schmissen'' (grimmige Drohung), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirsenbrei''' ● ''Herschenbrei'', gilt als Delikatesse, Balhorn (Sl. 1901)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirte''' ● nur ,Kuhhirte‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirz''' m. ● oft ''Herz'' gesprochen, in Hessen überall, mit Ausnahme weniger Städte, der üblich alte Name des Hirsches (Vil. 1868);  ''Härz'' ,Hirsch‘, Altform, heute nur noch in der Redensart ''du werscht noch en Härz'' ,du verlierst noch den Verstand‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirzbock''' ● ''Härzbock'' ,planlos umherrennender Mensch‘ (in seiner eigentlichen Bedeutung ,männlicher Hirsch‘ ausgestorben), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hitzen''' ● ''hetzen'' ,heizen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hob''' m. ● ''Hof'', Bedeutung im größten Teil von Niederhessen wie gemeinhochdt.; in den niederdt. Bezirken Niederhessen sowie an der ganzen Werra, an der Eder und den Zuflüssen der Schwalm ist die Bedeutung: ,Garten‘ (das Wort ''Garten'' ist hier fast ganz unüblich); das bäuerleiche Anwesen heißt hingegen, wie auch sonst in Hessen, ''Hofreite'' (Vil. 1868); ''Hob'', Dat. ''Howe'' ,Hof', Kassel (Chr. Müller 1926); ''Hoop'', Pl. ''Heewe'' ,Hofraum, Gehöft, größeres Gut‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. und Hm. haben ihre Artikel unter dem Stichwort ''Hof'', die eigentliche niederhess. Form ''Hob'' fehlt bei Vil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hobch''' m. ● ''Hupch'' ,Habicht‘ (neben dem gemeindeutschen Wort gebräuchlich), Balhorn (Sl. 1901); ''Hobch'' (''o'' offen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hoberei''' f. ● ''Howerei'' (mit Betonung auf der letzten Silbe) ,Hofraum, Hofstätte‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hm. hat als Stichwort ''Hofreite''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hobereise''' f. ● ''Hofereise'', Nebenform von ''Hofreite'', in und um Wolfhagen (Vil. 1868); ''Howeraiße'' ,Hofreite‘, Sprengel Schützeberg (Pfs. 1886); ''Howereise'', Niederzwehren 1. Hälfte 20. Jh. (Müldner).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hobereite''' f. ● ''Hofreite'' ,Der unbebaute und zu ökonomischen Zwecken benutzte Raum an dem Bauerngute und dem Haus überhaupt‘, ganz Hessen, Nebenform: ''Hofereise'' (Vil. 1868). ● Nach älteren niederhessischen Quellen kann mit ''Hofreite'' zwar der freie Hofplatz gemeint sein, mehr aber noch die bäuerliche Hofstelle insgesamt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''höbeln''' ● ''hewweln'' ,jem. die Meinung sagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hoch''' ● Das ''ch'' bleibt in allen grammat. Formen erhalten: ''hooches Hus''; ''heecher'', ''am heechesten'', Kassel 19. Jh., Anf. 20. Jh. (Gr. 1894); ähnlich Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hochbeinig''' ● ,stolz‘ (iron.), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Höchede''' f. ● ''Heechede'', ''Heechde'' ,Höhe‘, Kassel, 19. Jh. (Jonas, Gr. 1894); ''Hächde'' (''ä'' kurz) ,Höhe‘: Höhe eines Gegenstandes im Gegensatz zur Länge und Breite, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Neben ''Heech(e)de'', ''Hächde'' gibt es auch die einfache Form ''Heh'' ,Höhe, Anhöhe‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hochseicher''' ● ,Hochmutsnarr‘, metaphorische Verwendung einer unter Knaben sehr gewöhnliche Prozedur, Ausdruck in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868); ,stolzer, hochmütiger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Höckersweiber''' ● ''Heckerschwiewer'' ,Hökerinnen‘, Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hokerer''' ● ''Hogerer'' ,ein Kind, das gern hokert‘ (s.d.), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hokerlißchen''' ● ''Hogerlißchen'' ,ein Mädchen, das gern hokert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hokern''' ● ,klettern, besonders von Kindern, die auf Bänken und Stühlen herumklettern, auch von Ziegen gesagt‘ (Vil. 1868); ''hogern'' ,in den Ecken herumkriechen und -klettern‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''huckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hopfenstange''' ● ''lange Hobbenstange'' ,schlanke, sehr große Frauensperson‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hobbstange'' ,lange, schmale weibliche Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hopperloppopp''' ● ''hobberlobbobb'', Interjektion, stolpernde Übereile bezeichnend, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hopperloppopp''' ● ''Hobberlobbobb'' ,Person, die sich durch stolpernde Übereile auszeichnet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hornaffe''' m. ● ,halbmondförmiges Weizengebäck‘, Kassel und anderwärts (Vil. 1868); ,Gebäck: großer Weihnachtskringel von ovaler Form‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hörnen''' ● ''hernen'' ,ins Horn blasen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hörnse''' f. ● ''Hernse'' ,Hornisse‘, auch: ,Wespe‘, Kassel (Gr. 1894); ''Härnse'' ,Hornisse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hosenkippe''' f. ● ''Hosenkibbe'' ,Hosentasche‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hosenlid''' n. ● ''Hosenläht'' ,Klappe der Knabehosen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Keipe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hoselümper''' m. ● ,Lumpensammler‘ (Vil. 1868); ''Hosselimber''(!) ,Lumpensammler‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hosenlember'' ,Mensch mit zerrissenen Hosen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Lümper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hott''' ● Zuruf ans Zugvieh (Pferde, Ochsen), sich rechts zu halten, in Hessen wie in ganz Deutschland (Vil. 1868); Zuruf an das Vieh, nach rechts zu gehen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Dar weeß öh nett hott orre haar''. ,Der weiß auch nicht hott oder har; er ist ein unentschlossener Mensch.‘ (Hm.) ● Siehe ''haar''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hottchen''' ● ''hoddchen'' ,gerinnen (Zusammenlaufen der Milch)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hotteln''' ● ''hotteln'', den Scheidungsprozeß der Milch bezeichnend, wenn sie zusammenläuft (Vil. 1868);  ''hoddeln'', den Scheidungsprozeß der Milch bei oder nach dem Sieden bezeichnend, Kassel (Gr. 1894); ''huddeln'', dasselbe, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hübsch''' ● ''hebsch'' ,schön‘, Kassel 19., 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ●  Der zugehörige Komparativ und Superlativ werden durch ''schenner'', ''der schennsde'' ersetzt, Kassel, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hucke''' f. ● ,Rücken‘, in Redensarten (Pfs.1, 1889); ''Hucke'' ,Rücken‘, in Redensarten, Kassel 19., 20. Jh.; dasselbe, nur in Redensarten, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''jem. die Hucke voll lügen'' (Pfs.1, 1889), Kassel 20. Jh., ''einem auf der Hucke sitzen'' ,jem. zur Last fallen‘ (Pfs.1, 1889), ''uff de Hugge kummen'' ,jem. beschwerlich werden‘, Kassel (Gr. 1894), ''uff der Hucke leggen (lichen)'' ,jem. beschwerlich sein‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''de Hugge vollhaun'' ,verprügeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huckeln''' ● ''huckeln'', ''hockeln'', ''aufhuckeln'' ,auf den Rücken setzen oder auf demselben tragen‘ (Vil. 1868); ''huggeln'' ,jem. auf dem Rücken davontragen‘, Kassel (Gr. 1894); ''hoggeln'' ,kleine Kinder auf dem Rücken tragen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huckern''' ● ''hoggern'' ,mühsam klettern (zumal von kleinen Kindern, die auf Bänken und Stühlen herumklettern)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''hokern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huckern''' ● ,einhüllen und wärmen‘ (Vil. 1868); ,kauernd, hockend sitzen‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''hüggern'' ,einhüllen, wärmen (namentlich von der Henne, die ihre Küken unter die Flügel nimmt)‘, ''sech hüggern'' ,sich zusammenkauern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Nach Vil. nur in Oberhessen, in Niederhessen entspreche ''huttern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huckersack''' ● ''Hoggersack'' ,kleines Kind, das auf Tische und Stühle klettert‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hudel''' f. ● ,Lumpen; schmutzige, vernachlässigte Frauensperson‘‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hufas''' m. ● ,Grobian‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886); ,plumper und grober Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huft''' f. ● ''Hoft'' ,Hüfte‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hulle''' f. ● ''Holle'' ,Haube auf dem Kopf der Vögel‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Hulle'' ,Holle, Kamm, Federbusch mancher Vögel‘, Kassel (Gr. 1894); ,Tolle, eingedrehter Haarschopf auf dem Scheitel der Mädchen‘, Kassel 20. Jh.; ''Holle'' ,Federhaube der Vögel, aufgekämmtes Haar‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hullerkopf''' ● ''Hullerkobb'' ,ungekämmtes Haar‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''’s äs noch im Hullerkobb'' ,sie hat sich das Haare noch nicht gekämmt, geordnet‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Humme''' f. ● ,Hummel‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Humme''' f. ● ,aus der Rinde der Weide verfertigte Pfeife‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), Balhorn (Sl. 1901), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Sl. zitiert ein Kinderlied, das beim Herstellen der Pfeife (durch Weichklopfen der Rinde) gesungen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hummen''' ● ''hommen'', ''hummen'', gesagt vom Brüllen des Rindviehs, besonders von dessen tieftonigem Brüllen (Vil. 1868); ''hummen'' ,ein dumpfes, summendes Geräusch hören lassen‘, namentlich das dumpfe Brüllen des Rindviehs, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hungerwanst''' ● ''Höngerwanst'' ,Hungerleider, Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hunten''' ● ''höngen'' ,hier unten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hüpferling''' ● ''Hebberling'' 1) ,Grashüpfer‘, übertragen: ,mageres, bewegliches Kind, kleine lebhafte Person‘, 2) „ein bestimmtes Käferchen“ [gemeint ist ,Grashüpfer‘], 3) ,ein bestimmter Knochen an der Gans‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hebberlink'' ,lebhaftes, munteres Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hüpfüber''' m. ● ''Hebb-ewwer'' ,leichtlebige, unfertige, meist junge Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huppch''' m. ● ''Hobbsch'', meist ''lohmer Hobbsch'' ,hinkender Mensch‘, Schimpfwort‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huppchen''' ● ''hobbchen'' ,hinken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hurmel''' m. ● ''Hormel'' ,Rausch, Betäubtheit, Koller, Rappel im Kopf‘, sehr allgemein üblich (Vil. 1868); ''Hurmel'' ,Rausch‘, Kassel (Gr. 1894); ,jem., der mit einem Spleen behaftet ist‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hurmeln''' ● ''hormeln'' ,brummen, summen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hurzelig''' ● ,runzlig, gedörrt, verschrumpelt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huschchen''' ● .Pferd‘, kosend, in Niederhessen allgemein üblich (Pfs. 1868)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huschepferdchen''' ● ''Huschepärdchen'' ,Pferd(chen)‘, Kindersprache, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huschel''' f. ● ,unordentliche Frauensperson; eine, die huschelt‘ (s.d.) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huschelig''' ● ,unordentlich (in Bezug auf Frauen)‘ (Vil. 1868); ''huschelich'' ,unordentlich, oberflächlich‘, Kassel 20. Jh.; ''hüschelech'', dasselbe (besonders im Bezug auf Frauen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huscheln''' ● ,eilfertig, ungenau arbeiten‘ (Vil. 1868); ,unordentlich, oberflächlich arbeiten‘, Kassel 20. Jh.; ''hüscheln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Drüber hin huscheln'' ,etwas oberflächlich erledigen‘ (Vil.; Kassel 20. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hutchen''' ● ,kränkeln‘, Niederhessen (Pfs. 1868); ,zum Weinen ansetzen‘, auch wohl: ,schluchzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hutelos''' ● ,ohne Beaufsichtigung, in ungeziemender Freiheit sich befindend‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''hurelos'' ,ohne Aufsicht‘, Kinder oder Vieh, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huttern''' ● ,einhüllen und wärmen‘ (Vil. 1868). ● ''Das Huhn huttert die Küchlein unter den Flügeln''; ''sich ins Bett huttern, einhuttern'' (Vil.) ● Siehe ''einhuttern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huttich, Huttch''' m. ● ''Hottich'', ''Hutch'' ,ein armseliger, lumpiger, bettelhafter Mensch‘, Schimpfwort, vorzugsweise Niederhessen (Vil. 1868); ''Huddich'' ,vorlautes, anspruchsvoll auftretendes Kind‘, Kassel (Gr. 1894), ,Schlitzohr, Taugenichts‘, Kassel 20. Jh.; ''Hodch'' ,Taugenichts‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hutzel''' f. ● ''Hotzel'', auch ''Hutzel'' ,getrocknete Birne‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Hutzel'' ,getrocknete Zwetsche‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hotzel'' ,getrocknete Birne‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hutzelig''' ● ''hutzelich'' ,verschrumpelt, runzelig‘, Kassel 20. Jh.; ''hotzelech'' ,eingetrocknet, zusammengeschrumpft, runzelig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hutzelmännchen''' ● ,altes, dürres Männchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hutzeln''' ● ''hotzeln'' ,zusammenschrumpfen, eintrocknen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch E – H'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_M_%E2%80%93_Q</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q</title>
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				<updated>2015-01-19T15:48:19Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch M – Q'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
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:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''M.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Machuller''' ● ,Wacholder‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Macht''' ● ''Moocht'' ,Kraft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mächtig''' ● ''mächdech'' ,kräftig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Macke''' f. ● ,Leiden, Fehler‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Magge'' ,Krankheit, Gebrechen֯‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mackelig''' ● ''mackelicht'', gewöhnlich ''mackelig'' ,dick, fleischig, rundlich (vom menschlichen Körper, am meisten für kleine Kinder)‘, lobend, gleichsam zärtlich, ganz Hessen, besonders Niederhessen (Vil. 1868); ''maggelich'' ,drall, von üppiger Figur‘; Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''maggelech'' ,fleischig, fett‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mad''' f. ● ''Mahd'', Plur. ''Maidhe'' ,Magd‘, Balhorn (Sl. 1901) ;''Mäht'', Plur. ''Mähre'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mädchen''' ● ''Mähchen'', Pl. ''Mäderchen'' ,Mädchen‘, auch ,Tochter‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Mäjen'', Pl. ''Maidhe'', Balhorn (Sl. 1901); ''Mähng'', Pl. ''Mähre'' ,Mädchen, Tochter‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● „Die Mägde pflegen jetzt die Bezeichnung Magd als erniedrigend, wo nicht gar als ehrenrührig zu betrachten, und verlangen, nur […] mit Mädchen bezeichnet zu werden.“ (Vil. 1868)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mädchenlecker''' ● ''Maidhelecker'' ,ein Bursch, der gern den Mädchen nachgeht und sie abküßt‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Mährenlägger'' ,Knabe, der besonders gern mit Mädchen spielt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mädchensding''' ● ''Mähngsdänk'' ,Mädchen‘, verächtlich, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mädehenne''' ● ,Junge, der lieber mit Mädchen als mit Jungen spielt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Henne'', ''Henn'' ist alter hess. Männername, bereits mittelalterlich belegt (keine Kurzform von ''Henner'' oder ''Johannes''), im 18. Jh. erloschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mähen''' ● ''meen'', nur in Bezug auf Gras (Getreide wird geschnitten), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mahl''' n. ● ''Mahl'' ,Mehl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel und andernorts ''Mähl''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mährbart''' ● ''Mährboort'' ,langweiliger Erzähler, Schwätzer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mähreln''' ●  ''märreln'' ,im Schmutz herumwühlen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mähren''' ● ''mären'' ,in nassen, kotigen, klebrigen Sachen herumwühlen‘, fast nur in Niederhessen gebräuchlich (Vil. 1868); ''mähren'' ,in Dreck, Matsch, Dreckbrühe herumwühlen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,in feuchten, schmutzigen Gegenständen herumwühlen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mähren''' ● ''mären'' ,langsam, ziehend, unzusammenhängend und mit lässiger Breite reden und erzählen‘, besonders in Niederhessen üblich (Vil. 1868); ,langweilig, gehaltlos reden; an alten Groll erinnern, verdrossen reden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,langsam und langweilig erzählen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mährsack''' ● ,langweilig erzählender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mährschledde''' ● ,langweiliger Erzähler, Schwätzer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maiklader''' ● ,Maikäfer‘, auch: ''Maikäwer'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''maiweln''' ● ,miauen; kläglich weinen, weinerlich reden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mäkeln''' ● ''mägeln'' ,makeln, kleinen Zwischenhandel treiben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mäkelsmann''' ● ''Meegelsmann'' ,Makler‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mal, -mal''' ● ''Mohl'', in Zusammensetzungen zu ''moh'' gekürzt: ''eimoh'', ''zweimoh'', ''dißmoh'', ''efdersch'' ''moh''; hingegen ''domohls'' (da ''l'' durch ''s'' gedeckt), Kassel 19., 20. Jh.; ähnlich Oberellenbach (Hm. 1926); Form von ''damals'' ebd. nicht belegt. ● ''En Mohler dreie'' (''viere'' usw.) ,so etwa dreimal (viermal usw.)‘, Kassel (Gr. 1894); ''’ne Mohler dreie'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Malstein''' ● ''Mohlsteeng'' ,Grenzstein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mampeln''' ● ''mambeln'' ,essen, kauen‘, scherzhaft, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''mampeln'', Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mänch''' ● ,manch‘, Kassel (Gr. 1894), restweise 20. Jh. (Gr. 1894); ''mänch'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''mäncher'', ''mänchmo'' (Gr., Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mang''' ● oft ''dermang'', ''dermank'' ,daruntergemischt, zwischen eingebracht, dazwischen eintretend oder befindlich, in der Diemelgegend und an der Schwalm (Vil. 1868);  ''mank'', oft für ''dermáng'' (-''mank'') ,dazwischen, darunter (unter, zwischen mehr als zweien)‘, ''midden dermang'', ''middenmang'' ,mitten dazwischen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Männerchen''' ● ,Männchen‘ (Plur.). ● ''Männerchen machen'' ,Männchen machen‘, d. h. ,aufrichten, aufbäumen (Pferd)‘, übertragen: ,sich wogegen sträuben‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''manschen''' ● ,zerwühlen zu flüssiger Speisen, bei Kindern, welchen die Speise nicht mundet‘ (Vil. 1868); ,Breiiges vermischen; darin (z.B. mit den Händen) herumrühren, auch: ''unnernannermanschen'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''marren''' ● ,knurren (von Hunden)‘, gutgemeintes Knurren, besonders wenn junge Hunde knurrend miteinander spielen, Ober- und Niederhessen (Vil. 1868); ,kreischen, weinen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Marucken''' Pl. ● ,Mucken, Verschrobenheiten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maruschel''' f. ● ,Frauenzimmer, dem man das Vagabundieren ansieht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Masch''' m. ● ''Möhsch'', auch ''Maasch'' ,Wirrwarr, Durcheinander‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Masche''' f. ● ''Maasche'' ,Masche, im Netz- oder Strickwerk‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Muschel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''maschen''' ● ''möhschen'' ,in Wirrwarr bringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''maschig''' ● ''möhschech'' ,durcheinander, verwirrt (von Fäden, Halmen und dgl.)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''maschinen''' ● ,mit der  Dreschmaschine dreschen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); Kirchberg 2014.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Massematten''' Pl. ● ''Massemadden'' ,Geschäfte‘, Kassel (Gr.  1894). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Matsch''' ● ,schmierige, unreinliche Halbflüssigkeit, z. B. Straßenkot, schmelzender Schnee, durch fehlerhaftes Kochen zu Brei und damit ungenießbar gewordene Speisen‘; übertragen ,ein unselbständiger Mensch‘, Althessen (Vil. 1868); ,flüssiger Dreck, flüssiger Straßenschmutz, schmelzender Schnee und dgl.‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''matschen''' ● ,in unreinlicher Weise in etwas Flüssigem, Weichen herumwühlen‘, Althessen (Vil. 1868); ,in Breiigem (Schmutz, Teig, Brei) herumrühren, herumhantieren‘, übertragen: ,beim Essen schmatzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mätschelig''' ● ''mädschelech'' ,weich, locker‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''matschig''' ● ''matschich'' ,weich, schlammig‘, Kassel 20. Jh., ''madschech'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mauen''' ● ,miauen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maul''' ● ''Mull'' ,Mund‘, nicht abwertend, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); auch ,Kuß‘ (Gr.), ''Müll'' ,Mund‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mäulchen''' ● ''Millchen'' ,kleiner Mund; Küßchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maulhübel''' m. ● ''Müllhebbel'' ,Maulwurfshügel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maulorgel''' ● ''Mullorjel'' ,Mundharmonika‘, Kassel 20. Jh.; ''Müllorjel'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maulschwätzer''' ● ''Müllschwätzer'' ,einer, der den Leuten nach dem Mund redet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Maultrumpe''' ● ''Mulldrumbe'' ,Maultrommel, Maultrompete‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mausefallskerl''' ● ''Musefallskerle'' ,slovakischer Drahtwarenhändler‘, Balhorn (Sl. 1901); ,Ialiener‘, Kassel 20. Jh.; ''Müsefallskärle'' ,einer der Mausefallen umherträgt; Hausierer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mäusemutterstill''' ●  ''miesemodderstelle'' ,ganz still‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mausen''' ● ''müsen'' ,Mäuse fangen; in etw. herumwühlen, herumsuchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mausen''' ● ''sech müsen'' ,sich mausern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Melden''' Pl. ● ''Mählen un Beißen'' ,Melden und Bete, frühester Schnittkohl‘ (Gericht), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mellezin''' f. ● ,Medizin‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mengefett''' ● in Niederhessen beliebtes Zugebröte aus heißgemachtem Samenfett, ausgelassenem Speck sowie etwas Talg oder Schmalz (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mensch''' m. ● ''Mensch'', Pl. ''Menschen'', Kassel 20. Jh.; ''Mönsch'', Pl. ''Mönschen'', im Sing. fast ungebräuchlich, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Offenbar Angleichung ans Hochdeutsche, älter: ''Mensche'', erhalten in ''kimmensche'' (aus ''kinn Mensche'') ,niemand, kein Mensch‘, Kassel 19. Jh.; ''kämmönsche'', dasselbe (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mensch''' n. ● sehr häufig auch ''Wibesmensch'', ''Weibsmensch'' ,Frauensperson‘, ohne erniedrigenden oder gehässigen Nebensinn (Vil. 1868); ''Mensche'', Pl. ''Menscher'' ,weibliche Person‘, kann abwertend gebraucht werden, aber auch familiär-vertraulich ohne abwertenden Nebensinn, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Mönsch'', Pl. ''Mönscher'' ,weibliche Person‘, oft verächtlich, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Menschenspiel'''  ● ''Mönschenschbähl'' ,Menschenmenge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Menschheit''' ● ''Menscheet'' ,Menschenmenge‘ (sic), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''merkisch''' ● ''merksch'' ,aufpasserisch, alles beobachtend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''merrelich''' ● ,widerwärtig‘, Schwalm (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Merten''' ● ''Merden'' ,Martin‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mertensabend''' ● ''Merdensowend'' ,Martinsabend (Kasseler Gärtnerball)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''meschant''' ● ,boshaft, schlecht, unangenehm, mißlich‘, Kassel (Gr. 1894), ''mischant'' ,böse, schlecht, nichtsnutzig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''méchant'' ,boshaft‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Meß''' s. ● ,Messer‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Messe''' ● ,Jahrmarkt‘, Kassel 20. Jh.; dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Meßware''' ● ,Jahrmarktsware, schlechte Ware überhaupt; Jahrmarktsgesindel‘; dazu ''Meßmaruschel'' (s. ''Maruschel''), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Meste''' f. ● Maßeinheit: 1 Meste = 1/8 Malter, außerdem in Niederhessen Ausdruck für beliebiges Gefäß in der Zusamensetzung ''Salzmeste'' (Pfs. 1886). ● Siehe ''Salzmeste''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Metzenkopf''' ● ''Mätzenkopp'' ,Dickkopf‘, d.h. jem. mit einem Kopf, so dick wie das Getreidemaß Metze, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mexter''' ● ''Mekster'' ,Metzger‘, üblich im Norden wie im Süden (Pfs. 1886); ''Mexder'', Kassel (Gr. 1894), Gudensberg 20. Jh. ● In Oberellenbach hingegen ''Mätzjer'' (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mickeln''' ● ''meggeln'' ,meckern; meckernd lachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mickelziege''' ● ''Meggelzäje'' ,Mädchen, das dauernd lacht‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mieken''' ● ''miegen'' ,weinen‘, in verächtlichem Sinn, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Miekmerten''' ● ''Miegmärden'' ,zum Weinen neigender Knabe‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Merten''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Miekschlette''' f. ● ''Miegschlädde'' ,Kind, das dauernd weint‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Milchert''' m. ● ''Melchert'' ,männlicher Hering‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''milde''' ● ''melle'' ,locker, weich (besonders vom Erdboden)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mißgünnisch''' ● ''mißgennsch'' ,mißgünstig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mist''' m. ● ,Mist, Dünger‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Mäst'' ,Dung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Miste''' f. ● ,Misthaufen, Stelle zur Mistablage‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Mesde'' ,Dungstätte, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mistkaule''' f. ● ''Mestekulle'' ,Mistgrube‘, Kassel 19. Jh. (Jonas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mitte''' f. ● ''Medde'' ,Lebensmitte, Taille‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mittel''' n. ● ''Meddel'' ,Mitte, Mittel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Möbelwerk''' ● ''Mewelwerk'' ,die Möbel‘, Kassel 19. Jh. (Jonas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mudderig''' ● ,moderig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Möhle''' f. ● ''Mähle'' ,Mühle‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Meele'', Oberellenbach (Hm. 1926); ''Mälle'', Kirchberg 20. Jh. ● Älteres ''Möle'' erscheint in Oberellenbach regulär entrundet als ''Meele''; diese Entrundungsform in Kassel angeglichen an ''Mähl'' ,Mehl‘ zu ''Mähle''; in Kirchberg dieselbe Entwicklung mit nachfolgender Vokalkürzung zu ''Mälle''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Möhlenstein''' ● ''Mählenstein'' ,Mühlstein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mohren und Türken''' ● ''Kotz Mohren un Derken!'' Fluchwort, Kassel (Gr. 1894). ● ''Kotz'' ist emphatisches ''Gotts'', wie in ''Kotzgemigge'' und ähnlichen Fluchwörtern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Möhrenwurst''' f. ● ''Meerenwurst'', Balhorn (Sl. 1901). ● „Eine absonderliche, von den Kindern für eine besondere Leckerei gehaltene Wurstart, die ich nirgens sonst angetroffen habe. Unter das Wurstfleisch werden Möhren gemengt.“ (Sl.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Moost''' n. ● ,Moos‘, Kassel (Gr. 1894). ● In Oberellenbach hingegen ''Moos'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mootch''' ● ,Sumpf‘, untere Eder (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mördisch, mordisch''' ● ''mördsch'', meist ''mertsch'' gesprochen, „Superlativ der Verwunderung“, Mittelhessen (Vil. 1868);  ''mordsch'' ,vortrefflich, tüchtig‘, oft ironisch gemeint; Adv. ,überaus, sehr‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mor morgen''' ● ''more morgen'' ,morgen früh‘, inneres Hessen: Homberg, Wabern (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mörsel''' m. ● ''Merschel'' ,Mörser zum Zerstoßen des Zuckers‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''mörsel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''morzekabores''' ● auch: ''morzekaborze'' ,kaputt‘, stärker als ''kabores'', Kassel (Gr. 1894). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mucheln''' ● ,heimlich miteinander sprechen‘, östl. Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''müchen''' ● ,modern, faulen; modrigen Geruch von sich geben, östl. Hessen (Werragegend) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''müchzen''' ● ''michzen'', wie ''müchen'', Frequentativum dazu, in der Werragegend üblicher als ''müchen'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''müchzening''' ● ,modrig, einen Modergeruch von sich gebend‘, im östl. Hessen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mucke''' f. ● ''Muck'' ,Visier, Korn der der Flinte‘ (Vil. 1868), ziemlich allgemein üblich. ● Meist übertragen gebraucht: ''jem. auf der Muck haben'' ,jem. scharf, kontrollierend beobachten‘ (Vil.). In Oberellenbach scheinbar nur noch in übertragener Verwendung: ''Ech honn en of der Mogge.'' ,Ich habe ihn auf der Mucke; ich kann ihn nicht leiden.‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mucke''' ● ''mugge'' ,gescheit, schlau‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Muckeblock''' m. ● ,mürrischer Mensch, jem. von nicht offenem Wesen‘, Kassel (Gr. 1894); ''Moggeblock'' ,mürrischer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mucken''' ● meist reflex.: ''sich mucken'' ,sich regen, leisen Protest erheben (eventuell auch nur Gestik und Mienenspiel)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Der Maikäwer mucket'' ,Der Maikäfer ruckt die Flügel zum Wegfliegen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mucken''' Pl. ● ,Grillen, Launen‘ (Pfs. 1886); ,Streiche, Hinterlist; Widrigkeiten, Hindernisse‘, Kassel 19., 20. Jh. ● ''Hä hot sinne Mucken.'' ,Ihm ist nicht zu trauen‘. ''’s hot sinne Mucken'' ,die Sache ist voller Widrigkeiten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mudern''' ● ''mürern'' ,schwach regnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''muffeln''' ● ,einen Speise, vor allem eine trockene, kauen; eilfertig und gierig etwas kauen‘ (Vil. 1868); ,mit vollen Backen essen‘, Kassel (Gr. 1894); ''müffeln'' ,hastig kauen, viel essen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''muffen''' ● ''müffen'', ''miffen'' ,modrig, faulig riechen oder schmecken‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''muffen'' ,schlecht, abgestanden riechen; ungelüftet riechen (Zimmer)‘, Kassel 20. Jh.; ''sech müffen'' ,Winde ablassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''müffzen''' ● wie '''müffen''', Frequentativum dazu, sehr gebräuchlich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''müffzening''' ● ''miffzening'' ,einen Modergeruch oder Modergeschmack an sich tragend‘, sehr üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mügen''' ● ''miejen'' ,mögen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''müglich''' ● ''miechelich'' ,möglich‘, Kassel (Gr. 1894); ''maijelich'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Müglichkeit''' ● ''Miechelichkeit'' ,Möglichkeit‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Es äs dann de Menschenmiechelichkeit!'' Ausruf des Erstaunens (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Muhkuh''' ● ,Kuh‘, Kindersprache, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Muhkühchen''' ● ''Muhkiebchen'' ,kleine Muhkuh‘, übertragen: 1) ,einfältige Frauensperson, dummes Gänschen‘, Kassel (Gr. 1894). 2) ,Marienkäfer‘, Kassel 20. Jh. ● Zur Lautform siehe ''Kühchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mulch''' ● ,Molch‘, auch: ,kleines wohlgenährtes Kind‘, Kassel 20. Jh. ● Vgl. ''Schlammulch'' ,Säufer‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mulchert''' m. ● ''Molchert'' ,Feuersalamander‘, ''degger Molchert'' ,dicker, plumper Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mulde''' f. ● ''Muhle'' ,flacher Trog‘, Kassel (Gr. 1894), Gr. gibt als Bedeutung ,Mulde‘ an, womit er dasselbe meint); ''Mulle'' ,kleiner Fleischtrog‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Äs schettet wie met Muhlen vum Hemmel'' ,es regnet in Strömen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mull''' ● ''moll'', sehr oft ''mull'' gesprochen, ,weich, mild, feucht (z.B. Wäsche, Obst)‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''mull'' ,weich (z.B. Obst)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mummeln''' ● ''mummeln'' ,murmeln, mit geschlossenen Zähnen sprechen‘, Kassel (Gr. 1894), ,vor sich hin brummeln‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mumpch''' m. ● ''Momch'' ,Entzündung der Ohrspeicheldrüse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mümmeln''' ● ''memmeln'' ,mit geschlossenen Lippen sprechen; brummen (von Kühen)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mürmel''' m. ● ''Mermel'' ,feiner Staub‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mürmelig''' ● ''mermelich'' ,krümelig, aufgerührt, getrübt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mürmeln''' ● ''mermeln'', gesagt vom Bodensatz, der aufgerührt wird und in einer Flüssigkeit herumtreibt, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''murmelstutzig''' ● „in Niederhessen zumal recht üblich für einen Menschen, dem etwas quer gegangen, der übeler Laune, sodaß keine Worte aus ihm heraus zu bringen sind“ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mürmelwerk''' ● ''Mermelwerk'' ,Krümeliges, Aufgerührtes‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Murrkutz''' m. ● ,mürrische Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''murzeln''' ● ,etwas kurz und ungeschickt, mit stumpfem Instrument abschneiden‘ (Vil. 1868); ,(eine Sache) zerschneiden, zerlegen, verstümmeln‘, Kassel (Gr. 1894); ''morzeln'' ,mit einem stumpfen Werkzeug schneiden‘. ● Ein Junge, eine Bestrafung wegen eines Diebstahls fürchtend, hatte sich „mit einem ganz schlechten Kniff langsam den Hals abgemurzelt“, Nentershausen 1815 (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Muschel''' f. ● ''Müschel'' ,Masche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''muscheln''' ● ,heimlich, betrügerisch verfahren‘, sehr häufig im Spiel, besonders beim Kartenspiel, Niederhessen (Vil. 1868); „gilt an der unteren Edder ausschließlich für vorgesehenes redliches Mischen der Karten“ (Pfs. 1886); ,etwas durch Durcheinanderbringen verschleiern‘, z.B. ,beim Kartenspiel betrügen‘, Kassel 20. Jh.; ''müscheln'' ,durcheinandermengen, mischen (namentlich Karten)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''muschpeln''' ● ''müschbeln'' ,geräuschlos in etwas herumsuchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''musen''' ● ,kramen, suchend herumwühlen‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Unmus'' und ''mausen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Must''' m. ● ''Mus'' ,aus Zwetschen, Birnen, Äpfeln gekochter Brei (Kompott), welcher sich über den Winter aufbewahren läßt, beliebtes Zugebröte für Kinder und Gesinde‘, dafür die Bezeichnung ''Mus'' nur in Niederhessen, Hersfeld, Fulda (Vil. 1868); ''Muhst'' ,Mus‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Muhst'' ,Mus (Zwetschenmus, Birnenmus)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bedeutung ,Gehacktes‘ scheinbar nur in ''Mustenwecke''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mustbart''' ●  ''Muhsdboort'' ,Kind, das sich beim Essen beschmutzt hat‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mustenwecke''' m. ● ''Muhstenwegge'' ,mit Gehacktem belegtes Brötchen‘, Kassel 20. Jh. ● Gr. 1894, führt für Kassel auf: ''Muhstenbrot'', -''wecke'' ,Brot, Semmel, mit Mus beschmiert‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Muster''' n. ● Muster m. (sic) ,nichtswürdiger Mensch‘, „Inbegriff aller Nichtswürdigkeiten“, in neuerer Zeit häufiges Scheltwort (Vil. 1868); n. ,merkwürdiger, eigenwilliger Mensch mit abzulehnenden Gewohnheiten‘, Kassel 20. Jh.; ''Mosder'' n. ,Muster, auch Schimpfwort‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mutchig''' ● ,modrig, Moderduft von sich gebend‘, überall gebräuchlich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mutte''' f. ● ''Mudde'' ,Motte‘, Kassel (Gr. 1894), Pl. ''de Modden'' ,Schwindsucht‘, ebd. 20. Jh.; ''Modde'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ach, du krichst de Modden!'' Ausruf der Bestürzung, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Muttenkopf''' ● ''Muddenkopp'', etwa: ,kleiner Schelm‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''muttelig''' ● ''muddelich'' ,unrein‘ (in Bezug auf Getränke), Kassel 19. Jh. (Jonas).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Muttich, Mutch''' m. ● ''Muttich'', ''Mutch'' ,Verwahrsam für Obst (zum Mürbewerden), meist aus Bettstroh bestehend; (heimlicher) Aufbewahrungsort für Geld und dgl.‘ (Vil. 1868); Motch ,Gewahrsam‘, untere Eder (Pfs. 1886); ''Muddich'' ,Sparecke, Versteck für Ersparnisse‘, Kassel (Gr. 1894); ''Modch'' ,(verborgener) Aufbewahrungsort für Obst oder Geld; Vorrat‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Was em Muddich lechchen hon'' ,Ersparnisse haben‘ (Gr.). ''Hä hott Gäld im Modch'' (Hm.) ● Gr. deutet das Wort – sicherlich unzutreffend – als ,„mottiges“ (modriges) Plätzchen, weil nie gelüftet‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mutz''' m. ● fem. (sic) ,weibliches Geschlechtsteil‘, sehr üblich (Vil. 1894); ,Bereich zwischen den Beinen: (weibliches) Geschlechtsteil, auch: Gesäß‘, Kassel 20. Jh.; ,unreine Luft‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Den Mutz lifden'' ,den Mutz lüften, die Sparpfennige angreifen‘ (Gr.), ''einem den Mutz lifden'' ,jem. vehement die Meinung sagen‘, Kassel 20. Jh. ''Dä wäll ech den Motz lifden''. ,Ich werde dich durchprügeln.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mutz''' m. ● ,etwas Abgestumpftes, ein abgebrochenes Stück‘ (Vil. 1868); ''Motz'' ,abgebrochenes Stück, (gestutzter) Schwanz‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''vermutzen''.	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mutzen''' ● ,faulig riechen‘ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mützening''' ● ''metzenink'' ,moderig riechend oder schmeckend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''mutzig''' ● ''mutzig'', ''motzig'' ,faulig, besonders fauligen Geruch, Verwesungsgeruch von sich gebend‘, ''mutzig'' ''riechen'', sehr üblich (Vil. 1868); ''mutzich riechen'' ,nach modriger, unreiner Luft riechen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mutzpfeife''' ● ''Motzpiffe'' ,kleine Tabakpfeife‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Mutzpiffchen'' ,kurze Tabakpfeife‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Mutzschwanz''' ● ''Motzschwanz'' ,gestutzter Schwanz, kurzer Schwanz‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''N.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''nachgehends''' ● ''nohgehnds'' ,nachher, hierauf‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch ''hernachgehends''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nachstehen''' ● ''noochstenn'' ,eine Schuldenforderung tilgen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nächten''' ● ''nächt'', auch ''nächten'' ,gestern‘, d.h. übernacht, so daß eine Nacht dazwischen liegt (Vil. 1868); ''nähchden'' ,gestern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hm. merkt an, daß das Wort fast völlig ausgestorben ist. ● Vgl. mhd. ''nehten'' ,in vergangener Nacht, gestern abend‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''närlich''' ● ,dürftig, sparsam, kaum‘, in ganz Hessen (Vil. 1868); ''nählech'' (sic) ,knapp, kaum‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nachtmahl''' ● ''Noochmohl'' (sic) ,kirchliches Abendmahl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nachtwerk''' ● ,Nachtkleidung‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nachtzeug''' ● ''Nachtzigg'' (Aussprache: ''Nachtzich'') ,Nachtkleidung‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nählen''' ● ,nörgelnd dahinreden‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nähler''' ● ,einer, der nörgelnd dahinredet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nählepeter''' ● ''Nählebeeder'' ,einer, der nörgelnd dahinredet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Namen''' Sg. u. Pl. ● ''Namen'' ,Name‘, Kassel 20. Jh.; ''Nomen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nappen''' m. ● ''Nabben'' ,Gelenkpfanne‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Narrenhaus''' ● ,Gefängnis‘, in ganz Hessen, besonders Niederhessen, bis 1806 ausschließlich, seit 1816 kaum noch gehört; in Kassel verschwand der Name mit dem Brande des Residenzschlosses 1811, das ein angebautes Narrenhäuschen hatte. (Vil. 1868)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''narrig''' ● ''norrech'' ,närrisch, töricht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''närrisch''' ● ''närrsch'' ,närrisch, komisch, eigenartig, sonderbar‘, Kassel 20. Jh., Balhorn (Sl. 1901), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Näselbart''' ● ,einer, der nörgelnd dahinredet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''näseln''' ● ,nörgelnd dahinreden‘, Kassel (Gr. 1894). ● Nach Gr. ist  ''näseln'' etwa mit ''nählen'' gleichzusetzen, „an das eigentliche Durch-die-Nase-Sprechen denken wir Kasselaner dabei nicht.“ ● Siehe ''nusseln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nasenbast''' m. ● ''Nosenbast'' ,naseweiser Bube‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zusammensetzung mit dem Vornamen ''Bast'', Kurzform von ''Sebastian''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nasenbaster''' m. ● ''Nasenbastert'' ,dicknäsiger, übermütiger Mensch‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Nasenbaster''  ,Naseweis; einer, der andere geringschätzig traktiert‘, Kassel (Gr. 1894). ● Offensichtlich Erweiterung von ''Nasenbast''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nasenquetscher''' ● ,Sarg, besonders ein ärmlicher, enger Sarg‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nast''' m. ● ,Ast‘, sehr gewöhnliche hessische Form (Vil. 1868); ''Nost'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''näufeln''' ● ''näufeln'', meist ''neifeln'' gesprochen, ,Hülsenfrüchte (auch Nüsse) aus der Schale nehmen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''nefeln'' ,enthülsen, aus der Schale nehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nauspelzen''' ● ''nüßbälzen'' ,hinautreiben, hinausjagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nauswischen''' ● ''nüßwöschen'' ,geräuschlos und hastig hinausgehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''necksen''' ● ,necken‘, allerwärts üblich (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''neer''' ● ,hinunter‘, Balhorn (Sl. 1901). ● Entwicklung vermutlich: *''neder'' ,nieder, abwärts‘ &amp;gt; *''nerer'' (''d''-Rhotazisimus) &amp;gt; ''neer''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Neffen''' Pl. ● ,Blattläuse‘, sehr üblich, am meisten in Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Neidhamel''' m. ● Nidhamel ,mißgünstiger Mensch‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''neinlappen''' ● ''ninnlabben'' ,sich auf hinterlistige Weise, durch Verleumdung Nachteil verschaffen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''neinwursten''' ● ''ninnwurschden'', siehe ''zusammenwursten''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nestern''' ● ''nähsdern'' ,das Nest zurechtmachen; emsig im Verschwiegenen arbeiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nestkauz''' m., ''-käuzchen'' n. ● ''Nestkützchen'' n. ,der jüngste, der kleinste Vogel im Nest, unter einer Brut (von Hühnern, Enten, Gänsen); das letzte Kind in der Ehe‘, allein üblicher Ausdruck durch ganz Ober- und Niederhessen (Vil. 1868); ''Nähsdkütz'' ,das zuetzt ausgebrütete Vöglein einer Brut; das jüngste Kind einer Familie‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von ''kauzen'' (''kuzen'') ,hocken‘, also Nesthocker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nestpuddel''' s. ●  ''Nestpuddelchen'', gleicbedeutend mit ''Nestkauz''-, ''käuzchen'', in der Kasseler Gegend (Pfs. 1886); ,Nestküken, Nestling; jüngstes, letztes Kind‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nete''' f. ● allein übliche Bezeichnung für ,Tonkugel‘, das bekannte Kinderspiel, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Netze''' f. ● ,nasse Stelle im Feld, Pfuhl; Urin‘, in letzterer Bedeutung in Oberhessen sehr gewöhnlich (Vil. 1868); ,Nässe, Feuchtigkeit; Urin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kommt in Oberellenbach in der allgemeinen Bedeutung ,Nässe, Feuchtigkeit‘ nur in einigen Komposita, wie ''Netzetüpfchen'' (''Nätzedebbchen''), ''Netzewasser'', als Vorderglied vor (Hm.). ● Vgl. mhd. ''netze'' ,Urin‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''netzen''' ● ,anfeuchten‘, in „neuerer Zeit“ auch: ,Branntwein trinken‘ (Vil. 1868); ,anfeuchten (den zu spinnenden Flachsfaden)‘, das dazu nötige ''Netzewasser'' befindet sich im ''Netzetüpfchen'', einem Blechgefäß, das am Spinnrad hängt, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Neufang''' m. ● ''Neifank'' ,neugieriger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); ''Nöifank'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''neufängisch''' ● ''neufängisch'', ''neufängsch'' ,neugierig‘ (Vil. 1868); ''neifängksch'', Kassel (Gr. 1894); ''nöifängsch'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''neuschierig''' ● ,neugierig‘, im östlichen Hessen die übliche Form (Vil. 1868); ''nöischierech'' ,neugierig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Nach Pfs. (1886) gibt es entsprechende Formen auch im Holländischen und Dänischen. Pfs. hat für die eigenartige Form eine plausible Erklärung gefunden: gebildet vermutlich aus ''gierig'' mit vorangestelltem Gen. ''neues'' (gekürzt zu ''neus''): in ''neus-gierig'' habe sich aus der Verbindung ''sg'' - wie aus ''sk'' - regelrecht ''sch'' gebildet. Wenn Pfs. recht hat, müßte der Vorgang vor der mhd. Phase liegen: ahd. *''niuwes girig'' &amp;gt; ahd. *''niuwe-sgirig'' (-''skirig'') (Verlagerug der Silbengrenze) &amp;gt; mhd. *''niuschiric''. Dies hypothetische Wort ist im Mhd. nicht belegt, auch Mnd. keine Entsprechung belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Neuntöter''' ● Vogelart, metaphorisch: ,versteckter, kleinlicher, auch hämischer und tückischer Mensch‘ (sehr gewöhnlich gebraucht) (Vil. 1868); ''Ninndeeder'', Vogelart, übertragen: ,begriffsstutziger, unbeholfener Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); ''Ningdeeder'', Vogelart, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nibeln''' ● ''niwweln'', unpersönl. Fügung: ''Es niwwelt.'' ,Es regnet nicht, aber die Luft näßt.‘ Allgemein verbreitet. ● Vgl. mhd. ''nibelen'' ,nebelig machen, dunkel machen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nichts''' ● ''nix'', Kassel und Umgebung 19., 20. Jh.; ''nüscht'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nickchen''' ● ''Neggchen'' ,Schläfchen (im Sitzen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nickel''' m. ● ''Neggel'' ,Taugenichts‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hm. vermutet darin Kurzform des Vornamens ''Nikolaus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''niederrucken''' ● ,wiederkäuen‘, Grafschaft Ziegenhain, auch in Niederhessen nicht unbekannt (Vil. 1868); ''neereroggen'' ,wiederkäuen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''niederträchtig''' ● ,herablassend, demütig‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''niesten''' ● ,niesen‘, in Niederhessen allgemein (Pfs. 1886), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Niet''' m. ● ,abstehendes Hautstückchen am Nagelbett‘, Kassel 20. Jh. ● Ist gleicher Herkunft wie der im Handwerk gebräuchliche ''Niet'', der im Dialekt allerdings ''Niete'' f. lautet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Niethaken''' ● ''Niethake'', ''Neidhake'' ,seitlich an den Nägeln sich abstoßende Haut, die aber noch haftet und bei Berührung entzündlich schmerzt‘, Hessen (Pfs. 1886); ''Niedhoogen'' ,die an den Fingernägeln sich lösende Haut, die oft teilweise hängen bleibt und einreißt und so zu empfindlichen Schmerzen Anlaß gibt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bei Hm. als ''Neidhaken'' verzeichnet, vermutl. in Anlehnung an Pfs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''niftelig''' ● ''nifdelich'' ,klein und armselig‘ (in Bezug auf Sachen, Garderobe), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nippchen''' s. ● ''Nebbchen'' ,Schläfchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nippen''' ● wie hd., dazu: ,die Lieder senken zu leichtem Schlummer‘ (Pfs. 1886); ''nebben'', ''nibben'', ,von einem Getränk nur ein wenig schmecken‘, dazu: ,leicht schlummern, halb schlafen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nispeln''' ● ''nesbeln'' ,nur wenig fressen, im Fressen wählerisch sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nissel, Nischel''' m. ● ,Kopf‘, abwertend, Kassel (Gr. 1894), im 20. Jh. scheinbar nur noch ''Nischel'', abwertend, scherzhaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nißkopf''' ● ,eigensinniger, störrischer Mensch‘, eigentlich: ,Kopf voller Nisse (Läuseeier)‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nixchen''' n. ● ''Nigschen'' ,ein kleines Nichts; Nichtigkeit‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Nechschen'' ,ein kleines Nichts‘, Kassel (Gr. 1894). ● Niederhess. Redensart, um die Geringfügigkeit oder Nichtigkeit einer Sache zu kennzeichnen: ''Ein silbernes Büchschen und ein goldenes Nigschen.'' (Pf.) Neckend: ''Ech hon dä en guldenes Nechschen medde gebracht.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nöte''' Adv. ● ,mit Not, schwer, ungern, widerwillig‘ (Vil. 1868); ''neede'' ,notdürftig, kaum‘(?), Kassel (Gr. 1894); ''neere'' ,mit Not, ungern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. versieht die von ihm angegebene Bedeutung mit Fragezeichen; offenbar war das Wort zu seiner Zeit in Kassel am Erlöschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nück''' m. ● ,heimlicher Groll, Tücke‘, mehr im Plural als im Singular gebraucht, überall vorkommend, am üblichsten in Oberhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nücken''' ● ''niggen'' ,in heimtückischer Weise necken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nückisch''' ● ''niggsch'' ,heimtückisch, anderen Böses gönnend, neidisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nudeltute''' ● ''Nudeldudde'' ,Nudeltüte‘, übertragen: ,begriffsstutziger, unbeholfener Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nulle''' f. ● ''Nolle'' ,Nadel‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Nolle'' ,Nadel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nuppe''' f. ● fast nur im Plural gebraucht, ,Schwierigkeit‘ (sehr üblich); ,Eigensinn, Störrischkeit‘, auch ,Tücke‘ (Vil. 1868); ''Nubben'' Pl. ,Launen, üble Laune‘, auch: ,arge Gedanken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Nobben''  Pl. ,Launen, Grillen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nur''' ● kommt in Hessen nur erweitert vor: ''nurt'', ''nurter'', ''nurst'' (gesprochen ''nurscht''), ''nurent'' (Vil. 1868); ''nuhrt'', auch ''nuhrscht'', Kassel 19. Jh. (Gr. 1894); ''nur'', ''nuhrt'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nüßchen''' ● ,valeriana olitoria‘, Ober- und Niederhessen (Pfs. 1886); ''Nißchen'' ,Feldsalat‘, Kassel 20. Jh.; ''Neßchen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nusselbart''' ● ''Nosselboort'' ,undeutlich sprechender, näselnder Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nusseln''' ● ''nosseln'' ,undeutlich sprechen, näseln‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. (1868) zusammenfassend: ''nöseln'', auch ''nösseln'', ''nusseln'', ''nüsseln'', ''nisseln'' ,in den Speisen herumstochern (mit der Gabel)‘; ,undeutlich, namentlich durch die Nase sprechen, halblaut (wie Unzufriedene und Hinterhältige tun) und kritisch‘, sehr üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nussen''' ● ''nossen'' ,herumstöbern, kleinliche Arbeiten verrichten‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''nusseln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nußhächer''' m. ● (''ä'' lang) ,Eichelhäher‘, Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Nußpicker''' m. ● ''Nussebicker'' ,Nußknacker‘, übertragen: ,jem. mit zwischen den Schultern steckendem Kopf und mit breitem Mund‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''nutscheln''' ● ,saugen (an Äpfeln, Birnen)‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''O.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Ochse''' ● ''Ochse'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Osse'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stadtkasselänsch ''Ochse'', ''wachsen'', ''Flachs'' (wie hochdeutsch) gegenüber ''Osse'', ''wassen'', ''Flaß'' im nächsten Umland, auch in nach Kassel eingemeindeten Dörfern. Spitzname der Harleshäuser: ''Ossen''. Die -''chs''-Formen (Aussprache: ''x'') sind keine Angleichung ans Hochdeutsche, sondern authentischer Dialekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ochsen''' ● von der Kuh gesagt, ,hitzig sein, nach dem Faselochsen begehren‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ochsenbottich''' ● ''Ossenboddch'' ,Ochsendarm (der mit Leberwurst gefüllt wird)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ochsenkopf''' ● ''Ochsenkopp'' ,geistig schwerfälliger Mensch‘, stärker als ,Schafskopf‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ochsensack''' ● ''Ossensack'' 1) ,Ochsendarm‘, 2) ,Acker-Witwenblume‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''öchsisch''' ● ''eßsch'' ,nach dem Ochsen verlangend, brünstig (von Kühen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ocker''' Adv. ● ''ockers'', ''ockerst'', auch ''ackerst'', zuweilen auch ''ockert'' ,nur‘, Althessen, außer dem niederdt. sprechenden Norden (Vil. 1868);  ''ogger'' ,nur, bloß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ohleibig''' ● Siehe ''ahleibig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ohmacht''' ● Siehe ''Ahmacht''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ohmächtig''' ● Siehe ''ahmächtig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ohmaden''' ● Siehe ''Ahmaden''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ohnamen''' ● Siehe ''Ahnamen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ohnamen''' ● Siehe ''ahnamen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Öhr''' s. ● ''Ehre'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Ehr'' ,Nadelöhr; Henkel oder Handgriff kleinerer Gegenstände (z.B. einer Tasse)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Für das Altkasselänsche galt offenbar dieselbe weite Bedeutung wie in Oberellenbach, siehe ''Zweiöhrentüpfen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ohrlitze''' f. ● ''Ohrlitze'' f., auch ''Ohrschlitz'' m. ,Ohrwurm‘ (Vil. 1868); ''Ohrletze'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Olei''' n. ● ,Öl‘ (Vil. 1868); ,Rüböl (aus Raps)‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ,Rüböl‘, Kassel (Gr. 1894), ,Öl‘, ebd. (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Oleianke''' f. ● ,Spottbezeichnung für einen, der sein Haar übertrieben pflegt‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Anke''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Opfermann''' ● ''Oppermann'' ,Küster, Kirchner, Meßner‘, volkstümlich, durch ganz Hessen (Pfs. 1886); ''Obbermann'' ,Küster‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Osterwasser''' ● ,in der Osternacht geholtes Wasser‘, es steht im Ruf der Heilkraft, vertreibt Sommersprossen und Hautunreinigkeiten, Flechte, Ausschlag usw., Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ozen''' ● ,angebotenes Futter nicht fressen (vom Vieh), eine Speise nicht mögen, zögernd darin herumstochern oder -löffeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''P.,''' siehe auch '''B.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''paaschen''' ● ''böhschen'' ,sich geschäftig hin und her bewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Panser''' m. ● ''Baanser'' ,Pansen; erster Magen der Wiederkäuer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Papoller''' m. ● ,Schmetterling‘, ''Papiller'', die oberhessische, ''Papoller'' die niederhessische an der Eder und nordwärts übliche Form; im östlichen Hessen, zwischen Fulda und Werra heißt der Schmetterling ''Buttervogel'', im niederdt. sprechenden Niederhessen ''Pipoldern'', ''Pipoltern'' (Vil. 1868). ● In Kassel heißt er ''Sommervogel'', ''Lattichvogel'', s.d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pappe''' m. ● ,Pfeife‘, Amt Netra (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pappen''' ● ,paffen, schmauchen‘, Amt Netra (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Papps''' m. ● ''Bapps'', ''Praps'' ,dicker Brei‘ (Vil. 1868); ''Babbs'' ,dick und steif Gekochtes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pappsack''' ● ''Babbsack'' ,dicke, schwerfällige Person‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pappstoffel''' ● ''Babbstoffel'' ,Tölpel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pariser''' ● ''Bariser'', Brötchensorte, feiner als 'Franzlaibchen, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Parücke''' ● ''Barricke'' ,Perücke‘, Kassel (Gr. 1894), ''Barigge'' ,Perücke; dichtes und langes Haar männlicher Personen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''De Barricke steht mä net d’rnach.'' ,Ich bin nicht dazu aufgelegt.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''päschen''' ● ''pähschen'' ,andere mit gutem Essen (Schmeckewöhlchen) traktieren und das Mahl mit ihnen teilen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''passening''' ● ''bassenink'' ,passend, sitzend (von Kleidung)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pätscheln''' ● ''pädscheln'' ,verzärteln, verweichlichen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Patschen''' m. ● ''Badschen'' ,Hausschuh, weicher Schuh, wollener Schuh‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pechfist''' m. ● ''Bechfist'' ,Schusterjunge‘, Kassel 19. Jh. (Jonas). ● Siehe [[ Der „Fist“|Fist]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pechkavalier''' ● ''Bechkawwelier'', Spitzname für Schuster, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pelmen''' ● ''pälmen'' ,Hitze ausströmen‘, Kassel (Gr. 1894); ''pelmen'' ,rauchen, qualmen; Tabak rauchen; tüchtig trinken, bis man angetrunken ist‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''Es pälmet.'' ,Es ist drückend heiß.‘ ''De Stuwwe is pälmend heiß.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pelzen''' ● ''bälzen'' ,hinaustreiben, hinausjagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''penterbieren''' ● ''penterwieren'' ,quälen‘, Niederhessen (ausgestorben, vor Jahrzehnten noch von älteren Leuten gebraucht) (Pfs. 1886); ''pänderwieren'' ,durch dauerndes Bitten oder Fragen belästigen, quälen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von lat. ''perturbare''? (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfalzgräfin''' ● ''Palzgräfen'', in der Redensart ''uffgedunnert wie ’ne Palzgräfen'' ,übertrieben herausgeputzt sein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfännchen''' ● Sehr übliche Redensart: ''Es geht Pännchen fett'', d.h. ,es wird allezeit gut und reichlich gegessen, geschmaust‘ (Vil. 1868); ''Pännchen fett läwen'' ,gut und reichlich essen, schmausen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.). ● Die Redensart erscheint in Oberellenbach abgewandelt als ''Bie uns gädd’s Blimmchen bloh un Kännchen fätt.'' ,Bei uns geht es Blümchen blau und Kännchen fett, wir leben herrlich und in Freuden.‘ (Hm. 1926) ● ''Pännchen fett'' = ''fettes Pfännchen'', mit altertümlicher Nachstellung des undeklinierten Adjektivs wie im Mittelhochdeutschen vorkommend; die Redensart dürfte demnach sehr hohen Alters sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfarr''' m. ● ''Parr'' ,Pfarrer‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Porr'', Pl. ''Perner'', dasselbe, ''Porrschen'' ,die Frau des Pfarrers‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zu ''Perner'' siehe ''Pferner''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfeifendeckel''' ● ''Piffendeggel!'' Ausruf der Ablehnung, der Verneinung, Kassel 20. Jh.; ''jo Piffendeggel!'' ,durchaus nicht!‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ● Als Anspielung auf diese Redensart ist ''Henner Piffendeckel'' zu verstehen, das Pseudonym, unter dem Philipp Scheidemann Geschichten in Kasseler Mundart veröffentlichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfeiler''' ● ''Pillert'', Kassel (Gr. 1894); ''Piller'' ,Säule‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pferd''' ● ''Pährd'' (ungebräuchlich), Pl. ''Pähre'', Kassel 19., 20. Jh.; singularische Form fehlt, Pl. ''Pähre'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Der Singular ist ''Gull'', Kassel, und ''Güll'', Oberellenbach (Hm.). Der alte Singular ''Pährd'' hat sich in Kassel wohl nur in Zusammensetzungen wie (kindersprachlich) ''Huschepährd(chen)'' (Gr. 1894) erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pferdezeh''' ● ''Pährezeh'' ,Pferdehuf‘, Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pferner''' ● ''Perrner'' ,Pfarrer‘, in Mittelhessen (nicht an der Fulda und Werra) und Oberhessen die ausschließliche Bezeichnung, im Volk gebräuchlich, gilt aber als „unedel“, so daß man den Pfarrer aus Höflichkeit nicht damit anredet. ● ''Perner'', in Dokumenten auch in der verhochdeutschten Form ''Pferner'', war in früheren Jahrhunderten weiter verbreitet (z.B. Kassel), ohne negative Konnotation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfetter''' m. ● ''Petter'', Pedder ,männlicher Pate‘, nördl. und westl. Niederhessen, Grafschaft Ziegenhain, Oberhessen, nicht aber an der oberen Fulda und in der Gegend zwischen Fulda und Werra, wo ''Gevatter'' die ausschließliche Bezeichnung ist oder ''Pate'' oder ''Dode''; wird im nördlichen Niederhessen auch für den männlichen Täufling gebraucht (Vil. 1868); ''Pedder'' ,Pate‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel hingegen ''Padde'', 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Mhd. ''pfetter'' ,Taufpate, Taufkind‘, von mittellat. ''patrinus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pfetzen''' ●  ''pätzen'' ,gewohnheitsmäßig viel Schnaps, Rum oder dgl. trinken‘, Kassel (Gr. 1894). ● Sicherlich Zusammenhang mit ''pitzen'' ,zwicken‘ u.ä. (siehe ''pfitzen''), Oberellenbach, und mhd. ''pfetzen'', dasselbe. Zumindest deutet darauf die Kasseler Redewendung en ''Wirfchen zwicken'' ,einen Schnaps trinken‘ hin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfetzer''' ● ''Pätzer'' ,jem., der oft und viel Schnaps u.ä. trinkt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pfitzen''' ● ''pitzen'' ,kneifen, zwicken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''pitzen'' sowie ''Pitzisen'' ,Waffeleisen‘, ''Pitzkuchen'' ,Waffel‘, Oberellenbach, werden von Hm. unter dem Stichwort ''pfetzen'' aufgeführt, da Zusammenhang mit mhd. ''pfetzen'' ,zupfen, zwicken, kitzeln‘. ● Siehe auch ''pfetzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfiff''' ● ''Piff'' (''i'' offen); Pl. ''Piffe'' ,Pfiffe; Tricks, Listen‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Ich kenne sinne Piffe.'' ,Ich kenne seine Tricks, Verschlagenheit.‘ (Gr.) ''En Piff!'' ,Durchaus nicht!‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pflanzholz''' ● ''Planzeholz'', übertragen: Spitzname des Gärtners, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pflaume''' ● Gegenüber üblichem ''Blumme'', ''Plumme'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Blümme'', Oberellenbach (Hm. 1926) heißt es in einigen niederhess. Gegenden, z.B. bei Felsberg ''Prume'' (Pfs.1, 1889). ● Aus dem Plur. der vulgärlat. *''prumum'', Nebenform zu lat. ''prunum'' ,Pflaume‘. Übernahme ins Germanische uneinheitlich, teils mit ''r'', teils ''r'' &amp;gt; ''l''; vgl. ahd. ''phrūma'', ''phlūma'', mhd. ''phlûme'', mnd. ''prūme'', niederländ. ''pruim'', engl. ''plum'' (mhd. ''ph'' ist als ''pf'' zu lesen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pflock''' ● Siehe ''verpflöcken''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pflügen''' ● ''pliechen'', ,pflügen; ,miteinander klatschen in innigem Einverständnis‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pföhl''' m. ● ''Peel'' ,Pfühl, kopfkeilähnliches Doppelkissen, das unter dem Kopfkissen liegt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfuhl''' m. ● ''Pful'', ''Puhl'', meistens nicht im Sinne von ,Sumpf, Lache, Pfütze‘ gebraucht, sondern speziell für ,Jauche vom Vieh‘, Niederhessen und südlch des Mains, für letzteres (,Jauche‘) im Norden doch eher ''Adelsudde'' (Pfs. 1886); ''Puhl'', Kassel (Gr. 1894). ● Gr. gibt als Bedeutung von ''Puhl'' hochdt. ''Pfuhl'' an, gemeint ist ,kleiner morastiger Teich‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfühlchen''' ● ''Piehlchen'' ,kleiner Pfuhl‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pfütsche''' f. ● ''Pfütsche'', ''Pütsche'', ''Pitsche'' ,Pfütze‘ (Vil. 1868); ''Pitsche'' ,Pfütze‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Pödsche'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pieken''' ● ''biegen'' ,stochern, stecken‘, kindersprachlich, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Piepelding''' ● ''Biebeldenk'' ,piepsendes Kind und Tier; schwächliches Geschöpf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''piepeln''' ● ''biebeln'' ,piepsen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pinne''' f. ● ''Pinne'', ''Schuhpinne'' ,eiserner Schuhnagel mit kurzer Spitze und breitem runden Kopf‘ (Vil. 1868); ,dicker Schuhnagel, spitzer Nagel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Penn'' ,eiserner Schuhnagel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pinnschuh''' ● ''Pennschuch'' ,mit Nägeln beschlagener Schuh‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pips''' m. ● ''Bibs'' ,Kränklichkeit‘, Kassel (Gr. 1894); ''Bebbs'' ,Hühnerkrankheit, Verhärtung der Zunge; Erkrankung (in Redensarten)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Den Bibs hon'' ,gebrochene Gesundheit haben‘ (Gr.). ''Do hon ech mä den Bebs jelangt.'' ,Da habe ich mir den Pips geholt.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pischpeln, pispeln''' ● ''pispeln'', wohl meistens ''pischpeln'' gesprochen, ,flüstern‘; das hochdt. ''flüstern'' ist dem Volke völlig unbekannt (Vil. 1868); ''bisbeln'' ,von Natur mit leiser Stimme reden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''puschpeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pitschen''' ● ''pitschen'', auch wohl ''pütschen'' ,gelinde zischend knallen‘, Schießpulver ''pitscht'', der flach aufs Wasser geworfenen Stein ''pitscht'' (Vil. 1868); ''pitschen'' ,das Geräusch von abbrennendem Pulver, das Knistern von Salz, wenn es ins Feuer geworfen wird; feines schwaches Sprühen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pitzeln''' ● ''pitzeln'' ,prickeln‘ (wie z.B. das Salz auf der Zunge), Kassel (Gr. 1894), ''bitzeln'' ,prickeln‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pitzen''' ● ''pitzen'' ,den Schmerz bezeichnend, den z.B. ein scharfer Schlag mit einer dünnen Gerte hervorruft‘, Kassel (Gr. 1894), ''bitzen'' ,kurzen, brennenden Schmerz auf der Haut verursachen‘ (z.B. Schlag, Feuer- oder Brennesselberührung), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Plaatschen''' = ''Flaatschen'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Plage''' ● ''Plage'' n. ,Kind‘, zumal ,kleines Kind‘, keineswegs übel gemeint (Vil. 1868); ''Plage'' n., seltener m. ,halbwüchsiges Kind, zumal kleines Mädchen‘, nicht übel gemeint, Kassel und wohl im größten Teil Niederhessens (Pfs. 1886); ''Blaache'', ''Plaache'' ,Kind‘, Kassel 19. Jh. (Gr. 1894), 20. Jh. ● Gr. meint, ''Plage'' solle Genervtheit durch Kindergeschrei usw. andeutend, wie ''Balg'', ''Wanst''. Pfs. möchte ''Plage'' eher zum Verb ''pflegen'' ,warten‘ stellen, da Anknüpfung an hd. ''Plage'' lautlich, aber auch semantisch ncht paßt. Wahrscheinlich hat er recht. Mhd. ''pflegen'' ,wofür sorgen, sich mit freundlicher Sorge annehmen, behüten‘ u.a.m. hat die Stammformen mhd. ''pflege'', ''pflac'', Pl. ''pflâgen'', ''gepflegen'' (auch ''gepflogen''): Wegen des dialektal erhaltenen ''a'' könnte ''Plage'' abgeleitet sein von dem kurzvokalischen Präteritalstamm (spätmittelalterl. gelängt) und könnte dann etwa ,Pflegling, Schützling‘ bedeuten. Zu mhd. ''pflege'' ,Fürsorge, Obhut‘ gibt es übrigens die (offenbar seltene) Variante ''pflâge''; hiervon kann das Dialektwort ''Plage'' allerdings nicht kommen, da sich mhd. ''â'' spätmittelalterl. zu niederhess. langem offenem ''o'' entwickelt hat, erhalten in Kassel und Umgebung, sich im übrigen Nierhess. zu geschlossenem ''o'' weiterentwickelt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Plagenwerk''' ● ''Blagenwerk'' ,Art und Weise der Kinder‘, auch ,deren (unvollkommenen Arbeitsweise)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Plarr, Plärr''' ●  Siehe ''Blarr'', ''Blärr''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''plarren, plärren''' ● Siehe ''blarren'', ''blärren''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Platsch, Plätsch'''  ● Siehe ''Blatsch'', ''Blätsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''plätschen''' ● Siehe ''blätschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''plattfüßen''' ● benennt den Vorgang, wenn Vögel mit dem Schnabel sich Haut oder Schmutz unterm Fuß hinwegpicken, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Plemper'''  ● ''Plember'' ,dünne, fade Flüssigkeit (Kaffee, Brühe, Suppe)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Plemperbrühe'''  ● ''Plemberbrieh'' ,dünne, gehaltlose Flüssigkeit‘, Kassel 20. Jh., ''Blämberbrieh'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''plemperig''' ● ''plämberig'', sehr üblicher Ausdruck, um die unbehagliche Empfindung beginnenden Hungers zu bezeichnen (Vil. 1868); ''plemperig'' ,Eigenschaft dünner Brühe‘, abfällig, ,gehaltloses, wässeriges Reden‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''blemberig'', Gefühl der Magenleere bezeichnend, auch Gefühl bei fadem Geschwätz, Kassel 19. Jh. (Gr. 1894), ''plemberich'', Gefühl der Magenleere bezeichnend, auch den Geschmack dünner, gehaltloser, evtl. verwässerter Getränke, Kassel 20. Jh.; ''blämberech'', Bezeichnung für den Geschmack dünner, gehaltloser Flüssigkeiten, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''plempern''' ● ,in der Suppe zögernd herumlöffeln‘, wie es Kinder tun, wenn sie nicht essen wollen, Niederhessen (Pfs. 1886); ''blembern'' ,planschen; verdünnen‘, auch: ,ungereimtes Zeug reden‘, Kassel (Gr. 1894), ,planschen (mit oder in geringen Flüssigkeitsmengen)‘, Kassel 20. Jh. ●  ''Das Hern blembert emme vor Hitze.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Plocke''' f. ● ''Plocke'', ''Blocke'' ,Flocke‘ (Vil. 1868); ''Blogge'', dasselbe, kommt nur in ''Schnaiblogge'' ,Schneeflocke‘ vor, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Drauf schlagen, daß die Blocken stieben'', sehr übliche Redensart (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''plümpisch''' ● ''blemsch'' ,plump‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''plusterig''' ● ''blusderich'' ,aufgedunsen‘, eigentlich ,aufgeplustert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pökeln''' ● ''sich beegeln'' ,sich am Ofen oder Feuer ordentlich durchwärmen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Popel, Pöpel''' m. ● ''Pepel'' ,verhärteter Nasenschleim‘ (Vil. 1868); ''Bobel'', dasselbe, Kassel 20. Jh., ''Bobel'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''popeln, pöpeln''' ● ''pepeln'' ,mit dem Finger in der Nase wühlen‘ (Vil. 1868); ''bebeln'' ,popeln, den Finger oft in der Nase haben‘, Kassel (Gr. 1894), ''bobeln'' ,in der Nae bohren‘, ebd. 20 Jh.; ''bobeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pöpelnase''' ● ''Bebelnase'' ,Popelnase‘, übetragen: ,kein guter Gesellschafter‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Porläube''' ● Siehe ''Borläube''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Prahl''' m. ● ''Prohl'' ,Prahlerei‘, Balhorn (Sl. 1901). ● Sl. kennt nur Vorkommen des Wortes in der Redewendung ''us’n Prohl'' ,aus Großtuerei‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''preismachen''' ● ''jemanden preis (pries) machen'' ,verhöhnen, verfehmen, betäuben‘; ''briesmachen'' ,jem. in Aufregung versetzen, in Verwirrung bringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Prieme''' ● ,Schore Kautabak‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Prophete''' ● ,Abort‘, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Entstellt aus französ. ''privet'' ,heimliches Gemach, Abort‘ (Pfs.). ● Pfs. teilt folgende Anekdote mit: „Nach den kleinen und großen Propheten befraget, antwortet der Junge in der Schule: mä hon kinnen Prophete, mä schissen üwwern Knüppel.“ (S. 210)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''protzen''' ● Siehe ''brutzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''prutscheln''' ● ,um sich spritzen‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''puddeln''' ● ''puddeln'' ,sich im Wasser schütteln und reichlich abspülen‘, Kassel (Gr. 1894); s''ech borreln'' ,sich im Staub unter Flügelschlagen behaglich sonnen (von den Hühnern)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pudel''' m. ● ''Pürel'' ,Pudelhund; weibliche Person mit struppigem Haar‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Den Pudel machen'' ,im Hauswesen die geringsten Arbeiten verrichten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pudel''' m. ● ,Fehlwurf beim Kegeln‘ (Vil. 1868); ''Purel'' ,Fehler, Verstoß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pumpelbacken''' ● ''Bumbelbacken'' ,Hängebacken, Pausbacken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Pumpelbrunnen''' ● ''Bumbelbrunnen'' ,Pumpbrunnen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''pumpeln''' ● ''bumbeln'' ,pumpen‘, auch: ''bumben'', Kassel (Gr. 1894); ''bomben'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Puppel''' f. ● ''Bubbel'' ,Puppe‘, ''Bebbelchen'' ,Püppchen‘, Kassel (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''Bobbe'', ''Bäbbchen'' (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''puppern''' ● ''poppern'' ,klopfen‘, vom Herzen allgemein und fast ausschließlich gebraucht, auch vom Abfallen des Obstes, zumal beim Obstschütteln (Vil. 1868); ''bubbern'' ,zittern, schnell klopfen, hüpfend aufschlagen, mit geringem Gräusch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''bobbern'' ,in zitternder Bewegung sein, pochen (namentlich vom Herzen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Das Herze bubbert mä'' ,das Herz klopft mir (vor Angst oder Freude)‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''purenzig''' ● Betonung auf der zweiten Silbe; ''purenzig'' ,rein‘, Kassel 19. Jh. (Jonas); ''poränzech'' ,rein, unvermischt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Es ist, wie Pfs. (1886) sicherlich richtig sieht, Kompositum aus ''pur'' und ''einzig''. Er gibt als Bedeutung ,totum solum, einzig und allein‘ an, bezieht sich, wie sein angegebenes Beispiel zeigt, eher auf den oberhess. Gebrauch des Wortes (''E purenzicher Appel hung om Baam'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''puschen''' ● ''püschen'' ,blasen, fauchen; pusten, schwer atmen, stöhnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''puschpeln''' ● ''büschbeln'' ,absichtlich mit flüsternder Stimme reden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''pischpeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Putch''' m. ● ,ein kleines dreckiges Kerlchen, das weder körperlich noch geistig recht gedeihen will‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''putchen''' ● ,kränkeln, sich unwohl befinden, ohne eigentlich krank zu sein‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,kränkeln‘, Kassel (Gr. 1894); ''podchen'' ,kränkeln, sich unwohl fühlen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Äs putcht un putcht.'' ,Sie kränkelt immerzu.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''putschenaß, pütschenaß''' ● ''putschnaß'', ''pütschnaß'' ,durch und durch naß‘, sehr üblich (Vil. 1868);  ''butschenaß'' ,ganz durchnäßt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''bitschenaß'', dasselbe, ebd. 20 Jh.; ''pödschenaß'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Auch erweitert: ''putschedribbelnaß'', ''putschehagelnaß'' (Gr.); ''pütschepudelnaß'' (Aussprache: ''pödschepurerlnaß'') (Hm.). ● Bei Hm. aufgeführt unter den Stichworten ''pfütznaß'', ''pfützpudelnaß''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Q.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''quackelig''' ● als Eigenschaft von Kindern: ,lebendig, beweglich, auch; unruhig‘, als Eigenschaft Erwachsener: ,unstet, unselbständig, faselig‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''gwaggelech'' ,undeutlich, unverständlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quackeln''' ● ,niederdt. Mundart sprechen‘, konkret: bezogen auf jem., der aus Wolfhagen stammte, Kirchberg 17. Jh. (Prozeßakten, Dorfarch.); ''quaggeln'' ,eine fremde Sprache radebrechen‘, Kassel (Gr. 1894) ,schnell und undeutlich sprechen‘, Kassel 20. Jh.; ''quackeln'' ,niederdt. sprechen (auf den benachbarten Dörfern, z.B. Istha, Bründersen)‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quaddel''' f. ● ,mit Wasser untersetzte Hautschwellung‘, allgemein üblich (Pfs. 1886); ,Blase, Pustel, enstanden durch Brennessel, Insektenstich und dgl.‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quäken''' ● ''quägen'' ,schreien (von kleinen Kindern)‘, Kassel 20. Jh.; ''gwägen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quälholz''' ● ,Quälgeist; übermäßig lebhaftes Kind, lästige Person‘, Kassel (Gr. 1894); ,Kind, das den Eltern mit Fragen, Bitten und dgl. zusetzt‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Gwälholz'' ,Quälgeist, Mensch, der durch dauerndes Bitten, Drängen lästig wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quallerdocke''' f. ● ,dicke unflätige Frauensperson‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Docke''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Qualster''' f. ● ,zäher Auswurf, dicker ausgespuckter Schleimklumpen; jemand, der sich sehr spreizt und dadurch widerlich macht‘, Kassel (Gr. 1894), ,dicker, ausgespuckter Schleimklumpen‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Qualster''' f. ● ''Gwalsder'' ,Beerenwanze (cimex baccarum)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''qualstern''' ● ,Schleimklumpen hochwürgen und ausspucken‘, ''sich qualstern'' ,sich durch gespreiztes Benehmen widerlich machen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Qualstersack''' ● ''Gwalsdersack'' ,Schreihals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quankeln''' ● ,Gegenstände gegeneinander eintauschen, in der Absicht ein Geschäft zu machen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quanzen''' ● ,handeln, schachern, zumal im Kleinen und Kleinsten (besonders von Kindern) (Vil. 1868); ''gwaanzen'' ,handeln, im Kleinen Handel treiben (z.B. Kinder untereinander)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quappe''' ● ''Quabbe'' ,dicke, feiste Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quarr''' m. ● ''Gwarr'' ,plötzlich ausgestoßener Schrei‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quärren, quarren''' ● ''quarren'', ''quärren'' ,halbschreiend weinen (von Kindern)‘ (Vil. 1868); ''quärren'', ''quarren'' ,halblaut weinen, einem meist aus Ärger die Ohren vollquärren‘, Kassel (Gr. 1894), ''quärren'', dasselbe, ebd. 20. Jh.; ''gwarren'' ,halbschreiend weinen (besonders von kleinen Kindern)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quarrsack''' ● ,stets weinendes Kind‘ (Vil. 1868); ''Gwarrsack'' ,schreiendes Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quarrwanst, Quärrwanst''' ● ''Quarrwanst'' ,Kind, das viel und laut schreit‘, Kassel (Gr. 1894), ''Quärrwanst'', ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quaßen''' ● ''quaßen'', gesprochen ''quoßen'' ,schlemmen, vertun, über Gebühr essen‘, im Sprengel Schützeberg üblich (Pfs. 1886); ''quosen'', ''verquosen'' (''o'' offen) ,verschwenden, (mit Essen) verschwenderisch umgehen‘, Kassel (Gr. 1894). ● In nd. Lautform ''quoten'' bei Wolfhagen, Zierenberg (Pfs.). ● Vgl. mhd. ''quâzen'' ,schlemmen, prassen‘, ''quaz'' m. ,Gastmahl, Schlemmerei‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quat, Quaat''' m. ● ,Schlamm, Kot‘, im Haungrund, Eitragrund (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quatch''' m. ● ''Gwoodch'' ,feuchter Kot, tiefer nasser Schlamm; große Menge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quatchen''' ● ''gwoodchen'' ,aufspritzen (von feuchtem Schmutz oder Wasser)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quatsch''' ● ,langweiliges, verworrenes Geschwätz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gwadsch'' ,dummes Zeug, Unsinn‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quatsch''' ● Schallwort, Geräusch bezeichnend: wenn man nasse Wäsche hinwirft, tut es einen ''Quatsch''; wenn das Richtschwert durch den Hals des Hinzurichtenden fährt, tut es einen hellen ''Quatsch'' (Vil. 1868); ,Geräusch beim Aufschlagen eines Gegenstandes auf etwas Härteres als er selbst‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gwaadsch'' ,Geräusch, das entsteht, wenn man nasse Gegenstände hinwirft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quatschen''' ● ,langweiliges, verworrenes Geschwätz machen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quatschen''' ● den Laut bezeichnend, den von Feuchtigkeit durchdrungene Gegenstände hören lassen, wenn sie mit härteren, trockenen in Berührung kommen‘, auch ,Geräusch, wenn man Wasser in den Schuhen hat oder wenn man im Sumpf, in tiefem Kot watet‘ (Vil. 1868); ,mit einem plumpsenden Geräusch (Quatsch) aufschlagen‘, Kassel (Gr. 1894); ''gwaadschen'' ,im nassen Schmutz herumwaten oder ein ähnliches Geräusch hervorrufen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quatschetrüpfelnaß''' ● ''quaddschedribbelnaß'' ,ganz durchnäßt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quatsen''' ● gesprochen quoodsen ,schwer atmen infolge von Beleibtheit‘, Niederhessen, z.B. bei Naumburg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quelchen''' ● trans. ,aufquellen, Eingetrocknetes quellen lassen, hölzerne Gefäße wieder durch Flüssigkeit dicht machen‘, Kassel (Gr. 1894); ''quellchen'' ,etwas zum Quellen bringen; kochen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quellfleisch''' ● ''Gwallfleesch'' ,das Schweinefleisch, das gekocht und dann zu der Garwurst verwendet wird‘, als Frühstück am Tag des Schlachtfestes sehr beliebt, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quenzel''' m. ● ,dicker Bauch‘, halb scherzhaft, hin und wieder in Niederhessen gebräuchlich (Vil. 1868); ,vorgestreckter (dicker) Bauch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quenzeln''' ● ,den Bauch vorstrecken, besonders beim Sitzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''querch''' ● ,quer; verkehrt‘, überall üblich (Vil. 1868); ,quer; verkehrt, abwegig, unsinnig‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gwärch'' ,quer, verkehrt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Querchpfeife''' ● ''Querchpiffe'' ,Querpfeife‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quere''' f. ● ''Quäre'', Kassel 20. Jh.; ''Gwär'', Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''questen''' ● ''quästen'' ,prassen, ''Pännchen fett'' leben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''questen''' ● ''gwäsden'' ,drücken, zwängen‘, ''sech gwäsden'' ,sich drücken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. got. ''fraqistjan'' ,verderben‘, ''usqistjan'' ,zugrunde richten‘, ahd. ''fir''-, ''arquisten'' ,verderben‘, got. ''qisteins'' f., ahd. mnd. ''quist'' f. ,Verderben‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quetsche''' ●  ,Zwetsche‘, in ganz Hessen ausschließlich gebrauchte Form (Vil. 1868); Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gwädsche'' ,Zwetsche; weibl. Geschlechtsteil‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quetschenbeutel''' ● ''Quetschenbiedel'' ,kleiner, unreifer Mensch, entsprechendes Kind‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quetschenfresser''' ● ''Gwädschenfrässer'' ,kleiner Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quieksen''' ● ,kurze, hohe Schreie ausstoßen‘, Kassel 20. Jh.; ''gwiegsen'' ,laut und mit hoher Stimme schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quiele''' f. ● ,Sickerquelle; Quelle in weichem, morastigen Boden, die ihr Wasser nicht über die Bodenoberfläche hinaustreibt‘, Niederhessen (Vil. 1868). ● Das Wort ''Quelle'' ist nicht in Gebrauch, statt dessen heißt es ''Born'' (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quienen''' ● ''quinen'', ''verquinen'' ,schwinden, verschwinden‘, Niederhessen, namentlich noch im Waldeckischen lebendig (Pfs. 1886). ● Vgl. mhd. ''verquînen'', ''quînen'' ,dahinschwinden‘. ● Siehe ''Quintes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quintes, Quinte''' m. ● Name einer niederhessischen mythischen Sagengestalt, auch Schreckfigur, im und am Odenberg bie Gudensberg. ● ''Quintes'' (J. Grimm, Dt. Mythologie II, 2. Aufl. 1854, S. 890 ff.); ''Quinte'' (Pfs. 1886). ● Grimm hat mehrfach die Form ''Quintes'', einmal ''Quinte'', Pfs. nur ''Quinte''. Volkstümlich bis zur Gegenwart scheint die Form ''Quintes'' zu sein. ● Pfs. möchte ''Quinte'', den Namen des „sagenhaften chattischen Fürsten, der gebannet im Odenberg bei Besse“ weilt, mit dem Verb ''quienen'' ,(ver)schwinden)‘ in Verbindung bringen und deutet ihn als ,Schatten, Schemen‘, wozu allerdings Vorausetzung wäre, daß das starke Verb bereits im Ahd. eine schwache Variante ausgebildet hätte. In der Tat kann der Name nur an ''quienen'' angeschlossen werden, eine andere Ableitungsmöglichkeit ist nicht gegeben (ahd. ''quena'', got. ''qino'' ,Frau‘, vgl. neuengl. ''queen'', entfällt gewiß). Der Umweg über eine hypothetische schwache Variante des Verbs, offenbar um ein ''t''-haltiges Part. Perf. zu erzielen, das dem Namen zugrunde liegen könnte, ist unnötig. Die Stammformen des Verbs sind mhd. ''quînen'', ''quein'', ''gequinen''. Auszugehen wäre von kurzvokalischem ''quin''- (siehe 3. Stammform), damit Nominalbildung mittels eines Dentalsuffixes. Da ''Quinte'', ahd. sicherlich *''Quinto'', vokalisch endet (die auf ''s'' endende Form sei hier zunächst beiseite gelassen), kommt unter den zahlreichen Dentalsuffixen nur ein bestimmtes (mit Erweiterung) in Frage: Es „bildete im Nord- und Westgerm[anischen] maskuline Abstrakta, unter denen Bezeichnungen für Krankheiten oder andere körperliche und seelische Zustände den zentralen Platz einnehmen. Die [.]-Erweiterung ist hier Ausdruck einer beseelten Auffassung dieser Begriffe.“ (Krahe/Meid, German. Sprachwiss. III, 1969, S. 146 f.) ''Quinte'' müßte demnach etwa ,Schwindung, Verschwundenheit' (nota bene: maskulin) bedeuten, personalisiert etwa ,der Schwindende, Geschwundene‘, als Name (in freier Übertragung) vielleicht anzusetzen als „der Schwind“. Da das zugrunde liegende Verb nicht primär aufs Wegsein abzielt, sondern auf das Schwinden bzw. Verschwinden selbst, darf angenommen werden, daß es sich bei Quinte um die Gestalt eines germanischen Mythos handelt (so bereits Grimm), die aus irgendwelchen, uns heute unbekannten Gründen dahinschwindet, konkret: verschwindet - nämlich in einem Berg, hier: im Odenberg, aus dem sie alle sieben Jahre mit ihrem Heer herauskommt, um besorgt nach dem rechten zu sehen (vgl. Barbarossa im Kyffhäuser). Dann „schwindet“ Quinte wieder, verflüchtigt sich gewissermaßen, muß zurück in den Berg. Der Name dürfte als Euphemismus zu vestehen sein, um den eigentlichen Namen der mythischen Gestalt zu vermeiden. Die auf ''s'' auslautende Namenform ''Quintes'' kann nur sekundär sein. Vermutlich liegt hier dieselbe suffixale Erweiterung vor wie in diversen niederhess. Bezeichnungen, nicht nur, aber vor allem für männliche Personen: ''Brakes'', ''Brelakes'', ''Flerches'', ''Haches'', ''Kippes'', ''Klambes'', ''Labbes'', ''Larches'', ''Lewes'', ''Spulkes'', ''Staches'', ''Stampes'', ''Stülpes'', ''Rülpes''. Das Suffix -''es'' hat hier die Funktion, Großes, Ungeschlachtes, Ungefüges, Negatives zu bezeichnen. Da die übermenschliche Sagengestalt Quintes zugleich eine Schreckfigur ist, für Kinder etwa eine Art gefährlicher Buhmann, würde diese Erklärungsmöglichkeit gut passen. (W.G. 2013) ● Siehe ''quienen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quitsch''' m. ● ,kleines (munteres) Kind‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quittengelb''' ● ''quiddegäle'' ,leuchtend gelb‘, Kassel 20. Jh., ''gwiddengaale'' ,ganz gelb‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quittelieren''' ● ''quiddelieren'' ,zwitschern (in Bezug auf Singvögel); seiner Freude Ausdruck geben, juchzen‘ (von kleinen Kindern, die noch nicht sprechen können), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Quulch''' m. ● ,(dicker) Dampf, Rauch; Dampf- oder Rauchwolke‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quulchen''' ● ,(dicken) Dampf oder Rauch ausstoßen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quulchern''' ● ,gedrängt hervorquellen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quullern''' ● ''quullern'', ''quollern'' ,stark hervorquellen, mit Geräusch hervorsprudeln; im Leibe (in den Gedärmen) rumpeln‘, in beiden Bedeutungen überall üblich (Vil. 1868); ,gurgelnden Ton von sich geben (z. B. im Gedärm)‘, Niederhessen (Pfs. 1886, S. 82); ,brodelndes Geräusch machen; schnell und geräuschvoll aufquellen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gwollern'' ,ein sprudelndes, quellendes Geräusch hören lassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ''● Es quullert mä im Liewe'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ''Es quullert im Dibben'' (beim Kochen)‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''quutschen''' ● ,quullern, mit Schnalzgeräusch verbunden‘, Kassel (Gr. 1894), ''quutschen'' (''u'' lang) ,quetschendes Geräusch machen‘ (in Bezug auf Flüssigkeit oder Breiiges), Kassel 20. Jh. ● ''Es quuhtscht'', wenn man z.B. Wasser in den Schuhen hat oder wenn man durch Schlamm watet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch M – Q'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_I_%E2%80%93_L</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L</title>
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				<updated>2015-01-19T15:43:24Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch I – L'''&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''I.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Icke''' f. ● ,Frosch‘, Schwalm (Pfs. 1886). ● Pfs. vermutet als Vorform *''Ücke'', verweist auf bair. ''Aukchen'', ''Auchen'' (Pfs., S. 305).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ickengeschlicker''' ● ,Froschlaich‘, Schwalm (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Icker''' m. ● ,Muscheltier‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ickermulde''' f. ● ''Ickermulle'', ''Ickermüllchen'', Pl. ''Ickermüllerchen'' ,Schale der Flußmuschel‘, d.h. die Mulde, in der sich der Icker befindet, an der Schwalm (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ickern''' ● ,necken‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''iggern'' ,necken‘, Kassel 20. Jh.; ,necken, ärgern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Iewest''' ● ''Iwest'' n. ,leinener viereckiger Einsatz n der Vorderseite des Unterrocks Verheirateter‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Iewest'' ,andersfarbiges, in die Vorderseite des Rockes vom Frauenkleide eingenähtes, wie eine Schürze aussehendes Stück Zeug', Kassel (Gr. 1894). ● Der Iewest, mir nur als Maskulinum bekannt, war der Einsatz im (Trachten-)Rock (nicht des Unterrocks), der durch die Schürze verdeckt wurde. (Gt.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''iewest''' ● ''iebes'' (''iewes'', ''iewest'') ,einigermaßen, nur etwa‘, Niederhessen, mit anderen Lautungen und Formen in ganz Hessen (Vil. 1868); iwewes, iewest ,irgendwie, wo nur immer‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''iewest'' ,irgendwie, halbwegs‘, Kassel (Gr. 1894); ''iewest'' ,irgendwie, einigermaßen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''iewesthand''' ● ''iebesthand(s)'' ,zuweilen, mitunter‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''iewesdhaant'' ,häufig, öfters‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''illern''' ● Siehe ''eulern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Imbiß''' m. ● ''Immes'' ,Schmaus‘, Ziegenhain, Oberhessen (Vil. 1868); ''Emmes'' ,geselliges Schmausen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''indärlich''' ● ''indärlech'' ,sanft, treuherzig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. (1868) verzeichnet das Wort für Niederhessen nicht, allerdings als ''indüerlich'' ,mitleiderregend, eindringlich‘ für Schmalkalden und als ''indellig'' für Bereiche südlich des Niederhessischen; er sieht darin ein *''inteuerlich'' ,sehr teuer‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ineinander''' ● ''innanner'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); übertragen: ,aufgeräumt, lebhaft‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''innanner sinn'' ,(sehr) zuvorkommend sein‘, scherzhaft, Steigerung: ''innanner sinn wie Schuhwichse'' (Gr.). ''Hä äs innanner wie ‘ne Kährberschde''. ,Er ist in freudiger Erregung.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''infamicht''' ● ,abscheulich, niederträchtig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ingescheit''' ● ,sehr gescheit, pfiffig‘, äußerst üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''inzweiern''' Adj. ● ''innzweiern'' ,entzwei, zerbrochen, kaputt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''innzweiernes Dibbchen'' ,zerbrochenes Töpfchen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''inzweimachen''' ● ''innzweimachen'' ,entzwei machen, zerbrechen, kaputtmachen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ippen''' ● ''ebben'', ''ibben'' ,kurzen, heftigen Schmerz empfinden‘ (z. B. bei Stoß), ,jucken, brennen‘ (z. B. bei Brennesselberührung, Insektenstich), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Irrgewirr''' n. ● ,Durcheinander‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Irrwisch''' m. ● ,Irrlicht‘, üblichste Benennung, auch: ,unruhige hn und her fegende Person‘ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itsche''' f. ● ,Kröte‘, in Althessen die alleinige Bezeichnung (Vil. 1868); ,Eidechse‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kröte‘, Kassel (Bennecke 1904), ,Kröte, Frosch; zickiges kleines Mädchen‘, Kassel 20. Jh.; ,Kröte, Frosch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Du kleine Idsche'', schwaches Scheltwort, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).  ● Vil. sieht zu Recht in ''Itsche'' entrundetes *''Ütsche'', verweist auf Marburger Hexenprozeßakte 1633: ''Die fraw Eyla hab ein stecken genommen, vnd in ein vtsche oder kröte gestochen.'' Pfs. (1886) verweist auf oberhess. ''Eutsche'', das langes ''ü'' voraussetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itschenditsch''' ● ,das Junge von einem Hasen und einer Ente‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itschengegritsche''' n. ● ''Idschenjegridsche'' ,Froschlaich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itschenquitsch''' m. ● Bezeichnung für ein itschiges Kind, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''itschig''' ● ''itschich'' ,zickig, zänkisch‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itzelei''' ● ,Zänkerei, Keiferei‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''itzeln''' ● ,necken‘ (Vil. 1868); ''sech itzeln'' ,miteinander zanken, keifen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''J.,''' siehe auch '''G.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''jacken''' ● ''jaggen'' ,schnell fahren‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''karjäckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jackern''' ● ,schnell reiten, schnell fahren‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868). ● Vgl. ''karjäckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jagden''' ● ''sech jochden'' ,sich spielend necken, sich neckend umhertummeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jahn''' ● ''Jahne'' f. ,die Reihe, Linie, Strich Arbeit, z.B. beim Kornschnitt, im Heumähen, gerade vor sich hin bei dem, was man sich davon vorgenommen hat‘, in Hessen allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''John'' m., Pl. ''Jehne'' (Dim. ''Jehnchen'') ,bestimmte Arbeitsfläche; Ackerabschnitt, der zu bearbeitet ist‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''in einer Jahne stehen'' ,in gerader Linie stehen‘, z.B. Bäume, aber auch von Menschen gebräuchlich (Vil.); ''fär Johne hen'' ,vor Jahne hin, der Reihe nach‘ (Hm.); ''zejohnehenne'' ,ziemlich, (so) einigermaßen‘, Kassel (Gr. 1894), ''zijohne'' ,langsam‘, Kassel (Lüttebrandt 1919). ● Nach Vil. ursprünglich maskulin, er verweist auf mhd. ''jân''; in Hessen „durchgängig“ feminin – was kaum stimmen kann, vgl. Oberellenbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jähnen''' ● ,gähnen‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jahren''' ● ''sech johren'' ,sich finanzielle erholen, zu Mitteln kommen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jammer''' ● ,Heimweh‘, Balhorn (Sl. 1901); ,Jammer‘, selten, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jammern''' ● ,seufzen, klagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''jimmern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jären''' ● ,gären‘, Kassel (Gr. 1894); ''jären'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jätehäckchen''' ● ''Jädehäckchen'', übertragen: ,hervorstehendes, meist aufwärts gebogenes Kinn‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jährehäggchen'' ,kleine Hacke zum Ausjäten des Unkrauts‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jätsch''' m. ● ''Jädsch'' ,einer, der die Schuhe schief tritt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jätschen''' ● ''jädschen'' ,die Schuhe schief treten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jauker''' ● ''jauger'' ,teuer, gefährlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jaunern''' ● ,winseln (von Menschen und Hunden), beständig nörgeln (von Kindern)‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ,Schmerzlaute von sich geben, weinerlich klagen‘, Kassel (Gr. 1894), ,Schmerzlaute von sich geben (von Menschen und Hunden)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jembern''' ● etwa: ,kläglich, sich sehnend, armrudernd herumgehen‘, Kassel (Gr. 1894) ● Vgl. ''embern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jende''' ● ''dulle Jende'' ,Frauenzimmer, das kein gesetztes Benehmen hat‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jetzunder''' ● ''jitzunner'' ,jetzt‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ''jetzunner'', Kassel (Gr. 1894), ''itzund'', ''gitzund'', ''itzunder'', ''gitzunder''. ● Kürzere Formen: ''jitzt'' (hauptsächlich für ,jetzt‘), Kassel; ''itz'', ''gitz'', ''itzet'', Balhorn (Sl.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jexe''' ● ,Hiebe, Schläge‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jexen''' ● ,hauen, schlagen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jicht''' f. ● ,Gicht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jichtbeere''' ● ,schwarze Johannesbeer‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jichtig''' ● ,eifrig (im Schaffen), jähzornig‘, Gegend von Felsberg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jimmern''' ● ,kläglich, mit einem hohen Ton jammern, winseln‘, ganz Althessen (außer dem niederdt. sprechenden Teil) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jippe''' f. ● ,Kippe; schwankendes Ende‘ (daneben auch ''Kippe'' gebräuchlich) Kasseler Gegend (Pfs. 1886);  ''Jebbe'' ,Kippe‘, Kassel (Gr. 1894). ●  ''uff der Jeppe stehn'' ,auf der Kippe stehen, vor dem Bankrott, vor der Katastrophe stehen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jippe''' f. ●  ''Jebbe'' ,Knabenschlitten‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jippen''' ● ,schwanken, schaukeln‘, Kasseler Gegend (Pfs. 1886); ''jebben'' ,kippen, rasch aus dem Gleichgewicht fallen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jippen''' ● ,Schlitten fahren, wie die Kinder es tun‘, östl. Hessen (Waldkappel) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jippen''' ● ,hell pfeifen‘, von Rädern oder Maschinen, deren Teile sich mit schrillem Ton reiben, Hersfeld (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jirscht''' m. ● ''Jirsch'' ,Schaum, welcher sich beim Gären bildet‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Jirscht'' ,Schaum‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hingegen in Kassel ''Girscht'' (s. d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Juchtelfuchtel''' m. ● ,Schnaps‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jü''' ● Zuruf an das Zugvieh, um dasselbe zum Fortgehen anzutreiben, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''juckeln''' ● ''juggeln'' ,unruhig sitzen, dabei mit dem Stuhl ruckeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''juckern''' ● ,unruhig, erschütternd sitzen‘, Kasseler Gegend (Pfs. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jücken''' ● ''jeggen'' ,jucken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jüde''' ● ''Jidde'' ,Jude‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Balhorn (Sl. 1901); ''Jerre'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jüdenmensch''' n. ● ''Jerrenmönsch'' ,Jüdin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jüdschen''' f. ● ''Jedschen'' ,Jüdin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jumfter''' f. ● ''Jumfder'' ,Jungfer‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jomfder'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''juppern''' ● ''jubbern'' ,unruhig auf etwas sitzen, wie mit Ungeduld sich zum Fortgehen anschicken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''K.,''' siehe auch '''G.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Kabe''' f. ● ,Spreu‘, Niederhessen, nördl. von Fritzlar; an der Schwalm, Amt Frankenberg (Vil. 1868); ''Kowe'' ,Spreu; auch der Spreu ähnlich sehende Teile des Kerngehäuses von Kernobst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kabefresser''' ● ''Kawefresser'' ,jem. der aus Geiz karge Kost genießt; Geizhals‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kowenfrasser'' ,Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kabehals''' ● ''Kawehals'', wie ''Kabefresser'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kabig''' ● ''kawich'' ,geizig, aus Geiz kargend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kabores''' ● ,entzwei, zerstört, kaputt‘, Kassel (Gr. 1894). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kächzebeutel''' ● ''Kächzebiedel'' ,einer, der viel hustet, keucht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kächzen''' ● ,stark stark husten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kahre''' f. ● ''Kohre'' ,Kehre; Wendung mit dem Fuhrwerk, Krümmung des Weges‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kahren''' m. ● ''Kahren'' ,Karren‘, Kassel (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''Korrn'' (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalátsche''' f. ● ''Kalaadsche'' ,eine, die tratscht, alles ausplaudert, Klatschbase‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kalöhdsche'' ,Klatschbase, Schwätzerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Karbatsche''.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''kalátschen''' ● ''kalaadschen'' ,tratschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''kalöhdschen'' ,über jemanden etwas in tadelnder Weise sprechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''karbatschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kälbern''' ● 1) ,sich erbrechen‘, sehr üblich, 2) ,Possen treiben, alberne plumpe Scherze machen‘, ziemlich üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalch''' ●  ,Kalk‘, Hessen (Pfs. 1886), Kassel (Gr. 1894); hingegen ''Kalk'' in Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalfakter''' ● ''Kalfacter'' ,jemand, der überall herumstreicht, horcht, zuträgt und ausplaudert; Spion‘, Schimpfwort (Vil. 1868); ''Kalfagder'' ,Person, die überall herumstreicht, Aushorcher, Zuträger‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kalfaktern, kalfatern''' ● ''kalfactern'' ,überall herumlaufen, horchen, zutragen und ausplaudern‘, oft scherzhaft (Vil. 1868), ''kalfagdern'' ,die Leute aushorchen, ihnen etwas zutragen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''kalfadern'' ,alles auskundschaften‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalopp''' ● ,Galopp‘, Kassel (Gr. 1894), ,schneller Ritt, schnelle Fahrt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kaloppieren''' ● ''kallebieren'' ,galoppieren‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''kallebierende Uszehrunge'' ,galloppierende Schwindsucht‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalummer''' ● ''Kalummer Vauhl'', ''Kalummer'' m. ,Kanarienvogel‘, üblich, Nierhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kamasche''' ● ''Kamasche'' ,Gamasche‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kamösche'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kammbank''' ● Siehe ''Kannbank''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kanal''' s.(!) ● ,Kanalschacht und dessen Deckel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kandel''' f. ● ''Kanel'', ''Kenel'', „jetzt gewöhnlich Kandel gesprochen“, ,Röhre, besonders Dachrinne, Dachröhre‘ (Vil. 1868); ''Kannel'' ,Dachrinne, auch Abfallrohr‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kaanel'' ,Straßengosse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kannbank''' m.(!) ● ''Kannbank'' m., gesprochen ''Kammbank'', ,an der Stubenwand in Manneshöhe angebrachtes Brett, zur Ablage von Bierkrügen, Gläsern, Tassen und Büchern; an der Unterseite des Kammbanks Hakenleiste zum Aufhängen von gesponnenem Garn und Bekleidungsstücken‘, östl. Hessen (Vil. 1868); ''Kammbank'' ,Gerätesims in Küchen und ländlichen Stuben‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''Kammbank'' ,Küchenrepositur‘, Kassel (Gr. 1894), ''Kammbaank'' m. ,an der Wohnzimmerwand angebrachtes Brett, auf dem allerlei kleine Gegenstände aufgestellt werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Pfs. bezweifelt Vil.s (naheliegende) Annahme, daß das Vorderglied als ''Kann(e)'' zu deuten sei; er sieht darin ''Kamm'' und faßt das damit gebildete Kompositum bildlich auf. Mhd. ''banc'' ist fem., aber auch mask., insofern erklärt sich ''der Kannbank''; die Bildung dürfte sehr alt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kannbanksläufer, -laufer''' ● ''Kammbanksläufer'' ,kleiner, unverständiger und zu Geschäften unbrauchbarer Knabe‘, östl. und inneres Hessen (Vil. 1868); ''Kammbankslaufer'' ,Lohnläufer; einer, der sich mit kleinen Aufträgen mühsam durchschlägt‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kammbangsleefer'' ,jemand, der sich die Gunst von anderen zu erwerben weiß, indem er ihnen allerlei kleine Dienste erweist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kannbrett''' ● ''Kambret'', entspricht ''Kannbank'', Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kappenieren''' ● ''kabbenieren'' tr. ,zerbrechen, entzweischlagen; erschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kaprisig''' ●  ''kabrísech'' ,kapriziös, launenhaft, auffahrend, jähzornig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kapuster''' m. ● ,dicker, kurzer Mensch‘, besonders von einem dicken Kind gesagt, scherzhaft, überall verbreitet (Vil. 1868); ''Kabuster'' ,pausbäckige, robuste Person‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vil. vermutet Herkuft von russ. ''Kapustra'' (''Kappus'' ,Weißkraut‘), also Vergleich mit einem Kohlkopf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karbatsche''' f. ●  ''Karwaatsche'' ,aus ledernen Riemen geflochtene Peitsche mit lederüberzogenem Stiel‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vil. (1868) erwähnt zwar ''Karbatsche'', gibt aber keine Bedeutung an, das Wort sei bekannt, aber nur wenig geläufig, meist im östl. Hessen. Nach Gr. von französ. ''cravache'' ,Reitpeitsche‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karbatsche''' f. ● ''Karwöhdsche'' ,Schwätzerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ist wohl ''Karbatsche'' ,Peitsche‘ mit Bedeutungsübertragung von lautlich ähnlichem ''Kalatsche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karbatschen''' ● ''karwaatschen'' ,(ver)prügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karbatschen''' ● ''karwöhdschen'' ,überall umherlaufen, um zu plaudern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''kalatschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karch''' m. ● ''Korch'' ,starker Husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karchen'''  ● ''korchen'' ,stark husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karges'''  ● ''karges machen'' ,Schaden stiften‘, auch: ,listig jemandes Vorhaben vereiteln‘, Felsberg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karjäckerchen''' ● ,Träbchen, kleiner kurzer Trab‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karjäckern''' ● ,traben, laufen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. ''jacken'', ''jackern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karmenade''' ● ,Karbonade‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karnette''' f. ● ''Karnette'', gewöhnlich: ''Karnettchen'', ,Weibermütze‘, diese wurde getragen in Kassel (von älteren Bürgerinnen) bis gegen 1830 und „jetzt“ noch in der näheren Umgebung von Kassel (Vil 1868);&lt;br /&gt;
''Karnette'' ,Spitzbetzel‘ (Pfs. 1886); ''Karrnedde'' ,steife und spitze Haube der Bäuerinnen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Aus französ. ''cornette'' ,Haube der Frauen‘ (Gr.). ● Siehe ''Spitzbetzel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karnuffeln''' ● ''karnuffeln'', ''karnüffeln'', 1) ,stoßen, prügeln‘; besonders „stumpen“ mit Faust oder Ellenbogen, allgemein üblich; 2) ''karniffeln'' ,mit dem Kinderschlitten fahren‘, Gegend von Philippsthal-Kreuzberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kartenrätscher''' ● ''Kaardenrätscher'' ,leidenschaftlicher Kartenspieler‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kartuffelschnipper''' ● ''Gordüffelschnebber'' ,geröstete Kartoffelscheibe‘, beliebt als Zuspeise zum Morgenkaffee, besonders im Winter, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''käsen''' ● ,klatschend werfen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kassel''' ● redensartlicher Spaß, Niederhessen: „Man hebet Kinder hoch, indem man ihren Kopf bei Ohren zwischen Hände nimt, um ihnen angeblich ,Kassel zu zeigen‘.“ (Pfs. 1886) ''Ech wäll dä moh Kassel wiesen!'' Mit diesen Worten pflegt man kleine Kinder am Kopf hochzuheben. Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel, 20. Jh., heißt die Frage an kleine Kinder: „Soll ich dir mal den Herkules zeigen?“ Bei Bejahung folgt dieselbe schmerzliche Prozedur. ● Siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kastaniel''' f. ● ''Kastanjel'' ,Kastanie‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ''Kastanchel'', ebd. (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''Gresdanjel'' (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kastrullbursche''' ● ,Köchin, Küchenmädchen‘(!), scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kastrulle''' f. ● ''Kastrulle'' ,Kasserolle‘, Kassel (Gr. 1894);  ''Kasdrolle'' ,kleiner Blechtopf mit Stiel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''casserole'' ,Tiegel, Schmorpfanne‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käte''' f. ● ''Käde'' ,Schweinsklaue‘, Kassel (Gr. 1894), ''Käden'' ,Schuhe‘, Kassel 20. Jh. (z.B. Bennecke 1904); ''Keede'' f. ,Klaue der Wiederkäuer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die Oberellenbacher Form paßt im Vokalsimus nicht zu der Kasseler Form; Hm. führt sie denn auch unter dem Stichwort ''Köte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''katern''' ● ''kodern'' ,vertraulich miteinander verkehren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kathrine''' ● ,Katharina‘ ● ''De schnelle Katriene'' ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894); diese Wendung muß früher sehr üblich gewesen sein, denn Gr. merkt an: „Einziger Fall, wo der Kasseläner ''schnell'' gebraucht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kätschel''' f. ● ''Kädschel'' ,Mund‘, verächtlich; übertragen: ,Schwätzerin, Person, die dauernd nörgelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kätscheln''' ● ,die Schuhe schieftreten‘, Amt Schönstein, Jesberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kätscheln''' ● ''ketscheln'' ,langsam kauen‘, untere Eder (Pfs. 1886); ,ohne Appetit essen, an etwas herumkauen‘, Kassel 20. Jh.; ''kadscheln'', dasselbe, und übertragen: ,dauernd dummes Zeug reden, dauernd verdrießlich mäkeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kätschelschlette''' f. ● ''Kädschelschlädde'' ,Person, die dauernd unvernünftiges Zeug redet, dauernd nörgelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schlette''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kätschen''' ● ''kädschen'' ,langsam und ohne Appetit an etwas herumkauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Katzenfleisch''' ● ''Katzenfleesch'' ,sehniges Fleisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kauchen''' ● ''kauchen'', gesprochen meist ''kuhchen'' ,niederkauern, niederhocken‘ (Vil. 1868; Vorkommen nach ihm: Oberhessen); ''kuchen'' (''u'' kurz) ,kauern, hocken‘, Kassel (Gr. 1894); ''sech küchen'' (''ü'' kurz) ,sich niederkauern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaule''' f. ● ''Kule'', ''Kaule'' ,Grube‘, im niederdt. sprechenden Niederhessen und fuldaaufwärts bis in die Gegend von Rotenburg vorkommend (Vil. 1868); ''Kulle'' ,Kuhle, Grube, Mulde, Vertiefung‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaule''' ● Siehe auch ''Kulle''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaulert''' m. ● ''Kullert'' ,Kaulbarsch, kleiner Fisch mit Rückenstacheln‘, Kassel (Gr. 1894); ,kleiner, dunkler, häßlicher Stachelflosser‘, ebd. (Lüttebrandt 1919). ● ''Kullert'' &amp;lt; ''Kuller'' + mit Dentalzusatz wie ''Koffert'', ''alst'', ''ebend'' u.a.m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käutchen''' ● ''Kiddchen'' ,Backengrübchen‘, wörtlich: ,kleine ''Kudde'' (''Kaute'')‘, Kassel (Gr. 1894). ● Redensart ''En Kittchen im Backen, en Schelmen im Nacken.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaute''' f. ● ''Kaute'', ''Kutte'' ,Grube, jede Vertiefung‘ (Vil. 1868); ''Kudde'' ,kleine Grube‘, Kassel (Gr. 1894); ''Küdde'' ,Grube, Vertiefung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaute''' f. ● ''Kaute'', ''Kutte'' ,der in einen runden mit einer Spitze versehene Knäuel zusammengedrehten gehechelten Flachses, bereit zur Verarbeitung am Spinnrad‘ (Vil. 1868); ''Kudde'' ,Zopf, Bund (Garn, Flachs), kleine Garbe‘, Kassel (Gr. 1894); ''Küdde'' ,kegelförmig zusammengedrehtes Bündel gehechelten Flachses‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''käuweln''' ● ,kauen‘, niederhess. (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käuzchen''' ● ''Kützchen'' ,die Gestalt eines zusammengekauerten Menschen‘, Niederhessen (Vil. 1868). ●  Redewendung ''Kützchen machen'', ''Kützchen sitzen'' ,niederkauern, sich zusammenkauern‘ (Vil. 1868); ''en Kitzchen machen'' ,in gekauerter Haltung auf dem Eis schurren (''glieden'')‘, Kassel (Gr. 1894), ,niederkauern, sich in die Knie herablassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''kauzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kauzen''' ● ''kuzen'' ,kauern, hocken‘, ''sich kuzen'' ,sich hinhocken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Vil. hat das Wort nicht, verweist aber unter ''Kützchen'' auf verwandtes ''kauchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käwweler''' ● ,jem., der käwwelt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kawweln, käwweln''' ● ''kabbeln'', ''käbbeln'', ''kawweln'' ,beschwerlich (zahnlos) kauen‘; an der Diemel: ,plappern, plaudern‘, abfällig (Vil. 1868); käwweln ,gehaltlos reden (wie aus zahnlosem Mund); mit vergeblichem Speichelaufwand an etwas herumbeißen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Frequentativum von ''kauen'' (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kehrdreck''' ● ,Kehricht‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kährdräck'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kehr''' f. ●  Nur in den Redensarten ''üsser der Kehr'' ,außer der Kehr, abgelegen‘, ''von enger Motz Kehr'' ,von einer Mutz (Schwanz?) Kehr, plötzlich, unerwartet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''keilen''' ● tr. ,(an)treiben, drängen; durch unverschämte Lockungen herbeiziehen‘ (Vil. 1868); ''kielen'' tr. ,jem. zu etwas drängen, andauernd mit Bitten belästigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zu ''Kiel'' ,Keil‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keipe''' f. ● ,Tasche‘, in Niederhessen bis Hünfeld ausschließliche Bezeichnung; ''Tasche'' auf dem Land vielfach unverständlich (Vil. 1868); ''Kibbe'' ,Tasche an der Bekleidung‘, Kassel 19., 20 Jh., auch: ,Umhängetasche‘ (Gr. 1894); ''Kibbe'' ,Tasche (am Kleid)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Kiepe'' im niederdt. (nördlichen) Niederhessen, ''Keipe'' in Oberhessen (Vil. 1868). ● Früher hess. Beleg: „Sie [die Indios] tragen jhre Kinder auf dem rücken, in ''keipen'' von Baumwollen garn gemacht“, so Hans Staden 1567; als Homberger hat er sicherlich ''Kiepen'' gesprochen und das Wort regelhaft hochdeutsch umgesetzt (Aussprache mit Vokalkürzung, ''Kibbe'', erst nach dem 16. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keipengeld''' ● ''Kibbengalt'' ,Taschengeld‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kelleresel''' m. ● ,Kellerassel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kalleräsel'' m., dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kersche''' f. ● ,Kresse, Brunnenkresse‘, ganz Althessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kesper''' f. ● ,Kirsche‘, in ganz Niederhessen die ausschließliche Bezeichnung, nie ''Kirsche'', ''Kersche'' (Vil. 1868); ''Kesber'', dasselbe, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Lüttebrandt, Kassel, bezeichnet 1917 ''Kesbern'' als „bäurisch“, d.h., in Kassel war zu seiner Zeit ''Kesper'' wohl bereits weitgehend durch hochdt. ''Kirsche'' ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kesselwurst''' ● ''Kässelworscht'' ,Leberwurst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keuchbeutel''' ● ''Kichebiedel'' ,einer, der viel keucht, hustet‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. auch ''Kichhusten'' ,Keuchhusten‘ (Gr.). Das beiden Begriffen zugrunde liegende Verb *''kichen'' ,keuchen‘ wird von Grassow nicht aufgeführt, scheint also in Kassel im 19. Jh. bereits erloschen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''keuchen''' ● ''kichen'', bezeichnet auch den Anfall jähzornger Kinder, die rot und keuchend vor Erregung plötzlich in einen Starrkrampf verfallen, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keule''' ● ''Kiele'' ,großes Stück Fleisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kiebitzchen''' ● Pl. ''Kiewitzerchen'', Kassel (Lüttebrandt 1917). ● ''de Kiwiddzerchen hieden'' ,die Kiebitzchen hüten‘, d.h. ,müßig zu Hause bleiben‘ (Lüttebrandt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kienrauch''' ● ''Kinnröhch'': ,Kienruß, schwarze Farbe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kilsen''' ● ,klatschend werfen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kippe''' ● Siehe ''Keipe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kippes''' ● gleichbedeutend mit ''Fickfacker'' ,Schwänkemacher, Aufschneider, Betrüger‘, Schwalm (Pfs.1, 1889). ● Pfs. weist auf Vickvecker hin, vermutet Ableitung von  „Kippe, Keipe, d. ist Tasche oder Vicke, für einen der gleichsam in der Tasche spielt, seine Wippchen macht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kirmese''' f. ● ''Kirmes'' ,Kirchmesse, Kirchweihfest‘, ganz Althessen (Vil. 1868); ''Kirmese'' ,Kirmes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kermese'' ,alljährlich im Herbst stattfindendes Volksfest‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kissenzieche''' f. ● ''Kessenzieche'' ,Kissenüberzug‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kitzen''' ● ,junge Katzen zur Welt bringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Zieche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klabuster''' m. ● ''Klawuster'' ,zähes Klebrig-Breiartiges, z.B. klebriger Schmutz, zäher Leim, Kleister‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klabusterbeeren''' Pl. ●  ,Hämorrhoiden‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klabustern''' ● ''klawustern'' ,die Hände in Klebrig-Breiartigem bewegen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klabustrig''' ● ''klawusterich'' ,zäh-klebrig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klackern''' ● ''klaggern'' ,kleckern‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klackerpapier''' ● ,Löschpapier‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klacks''' m. ● ''Klaggs'' ,Klecks, geringe Menge‘, Kassel 20. Jh.; ,Klecks‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Du host wohl en Klaggs!'' ,Du bist wohl nicht bei Sinnen, bei Trost!‘ Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klacksen''' ● ,klecksen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Dä glaggsd’s wohl!'' ,Dir klackst es wohl! Du bist wohl nicht recht gescheit!‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläffen''' ● ''kleffen'' intrans. ,etwas offen stehen‘, trans. ,etwas öffnen‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); intrans. ,klaffen, auseinanderstehen (z.B Wundränder), einen Spaltbreit offenstehen (z.B. Tür, Fenster)‘, trans. ,etwas zum Klaffen bringen, einen Spaltbreit öffnen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gläffen'' ,nicht ganz geschlossen sein, halb offenstehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klambastern, klabastern''' ● ''klabastern'', auch ''klambastern'' ,sich unruhig bewegen‘, tr. ,jem. in unruhige Bewegung versetzen, hin und her treiben‘ (Vil. 1868);  ''klambastern'', ''klabbastern'' ,holprig gehen‘, auch: ,umständlich arbeiten‘, Kassel (Lüttebrandt 1917); ''glambasdern'' ,mühsam an etwas arbeiten, sich abquälen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Klabastern'' dürfte sicherlich Verkürzung aus ''klambastern'' sein; wenn ursprünglich, wäre die Aussprache ''klawastern'' (vgl. ''klabustern'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klambes''' m. ● ''Glambes'' ,plumper, schwerfälliger Mensch in Gangart und Ausdruck‘, Kassel (Gr. 1894), ''Klampes'', ebd. (Bennecke 1904); ''Glambest'' ,dicker schwerfälliger Mensch,  auch schwerfälliges Tier, unhandlicher Gegenstand‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klamm''' m. ● ''Glaam'' ,Emfindungslosigkeit der Finger‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klammerbeutel''' ● ''Klammerbiedel'' ,dürre Person, bestehend aus Haut und Knochen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klänen''' ● ''glähnen'' ,indiskret weitererzählen, was einem gesagt wurde‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläppern''' ● In der Redewendung ''en Ei kläbbern'' ,ein Ei aufschlagen‘, Kassel (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''glabbern'' ,kleppern, quirlen, mit dem Rührlöffel zerschlagen (Ei)‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klapperschiß''' ● ''Klabberschäß'' ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klapperschulden''' ● ''Glabberscholden'' ,kleine, geringfügige Schuldbeträge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klapperwerk''' ● In der Redewendung ''d’s Klabberwerk hon'' ,krankhaftes bzw. altersbedingtes Zittern haben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klärisch''' ● ''klährsch'' ,wählerisch‘ (nur im Hinblick auf Speisen und Getränke), ''net klährsch'' ,dreist, unverschämt zulangend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klaterig''' ● ,schmutzig und naß (Straße, Wetter, Angelegenheit)‘, in Niederhessen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klatern''' ● Siehe ''vullkladern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klatschen''' ● ''glödschen'' ,angeben, Anzeige machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kläuel''' m. ● ''Glöiwel'' ,Knäuel, Garnknäuel, derb-unförmige Masse‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von mhd. ''kliuwel''. ● Siehe ''Kluchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläuelig''' ● ''glöiwelech'' ,knäuelig, unförmig, schwerfällig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläueln''' ● ''glöiweln'' ,knäueln, zu einer wirren unförmigen Masse zusammenfügen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kledasche''' f. ● ''Kledaasche'' ,Bekleidung‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kleiben''' ● ''gleewen'' ,mit Lehm verschmieren; dick auftragen (besonders vom Brotaufstrich)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klemensen''' ● ''klehmensen'' ,beim Essen nicht ordentlich zugreifen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klemenser''' ● ''Klehmenser'' ,einer, der beim Essen nicht ordentlich zugreift‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klemenzen''' ● ,allzu schleppend sprechen‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886). ● Wohl identisch mit ''klemensen''. Gemeinsame Vorstellung vermutlich: ,mit dem Mund langsam sein‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klemme''' f. ● ,ordinäre Wurst‘, Kassel (Gr. 1894), ,minderwertige Leberwurst‘, ebd. (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klemmhölzer''' ● ''Klemmhelzer'', übertragen: ,schiefe Beine‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klengen''' ● ,klingen machen; die Samenkapseln des Spätflachses auf einem Tuch in der Sonne ausbreiten, damit sie klingend aufspringen und den Samen fallen lassen‘ (Vil. 1868); ''glängen'', dasselbe, weiterhin: ,jem. ängstigen, quälen, zu etwas zwingen, mit Bitten in jem. dringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Die „Kliwwer“|'''Klieber''']] f. ● ''Klibber'', ''Kliwwer'' ,Splitter Holz zum Küchengebrauch‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Kliwwer'' ,abgespaltenes Holzstück‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), außerdem: ''die Kliwwern'' ,die Finger‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Glewwer'' ,gespaltenes Holzstück, fertig zum Gebrauch in der Küche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kliebern''' ● ''klibbern'' ,zerschlagen, in Stücke, zumal in Splitter schlagen oder zerbrechen lassen‘ (Vil. 1868); ''kliwwern'' ,Holzklötze in Klibbern schlagen; etwas zerbrechen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Früher Beleg bei Hans Staden aus Homberg (1567): ''kliebern'' ,(gefällten Baum) zu Kleinholz machen‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klimper''' f. ● ,kleine Gattung von Schossern, Murmeln‘, Kassel, in Pfs.s Jungenzeit gebräuchlich (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klimperklein''' ● ,äußerst klein, winzig‘ (Vil. 1868); ''klimberkleine'', Kassel 20. Jh. ● Variante in Oberellenbach ''klumperklein'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klingel''' ● ''Klengel'' ,Kaltpisse‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klinke''' f. ● ''Glingge'' ,Türklinke; Rockfalte, die von der Schneiderin in den Weiberrock gelegt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klittern''' ● ''kleddern'' ,kleckern, klecksen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klopfe''' f. ● ''Klobbe'' (Sg.) ,Schläge, Hiebe, Prügel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klopfechtig''' ●  ,''klóbbächdich''  ,zum Klopfen geeignet‘, z.B. von einem Gegenstand gesagt, der einen Hammer ersetzen kann, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe -''echtig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klöpfen''' ● ''klöppen'' ,mit nur einer Kirchenglocke läuten‘, Amt Frankenberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kloster''' ● ,Irrenanstalt‘, Balhorn (Sl. 1901). ● He eß riffe veors Kloster. ,Er ist fürs Irrenhaus reif.‘ (Sl.) ●  Bedeutungserweiterung bzw. -verschiebung, da die Klöster Merxhausen und Haina in Pflegeanstalten (Merxhausen für weibliche Schwachsinnige) umgewandelt worden sind (Sl.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klosterbruder''' ● ,Verrückter, Narr‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klosterschwester''' ● ,irrsinige Frauensperson‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[„Klowes“|'''Klowes''']] ● ''Klaus'', auch ''Klas'', gewöhnlich ''Klowes'', Abkürzung von ''Nikolaus'' (Vil. 1868); ''Klowes'' ,ein massiver, tölpelhafter Mensch, Balhorn (Sl. 1901); ''Klowes'' ,Tölpel, dummer, unbeholfener Mann oder Junge; ,zum Klowes-Abend (6. Dez.) verkleidetes Kind‘, Kassel und Umgebung 20. Jh.; ''Glowes'' ,St. Nikolaus; verkleideter Erwachsener, der am Abend des 6. Dez. zu den Kindern kommt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Klowes'', bis ins 18. Jh. in Niederhessen regulärer Vorname, so auch durchaus in den Kirchenbüchern zu finden, bis ins 19. Jh. übliche Rufform für ''Nikolaus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klowes-Abend''' ● Ohne diesen Begriff zu nennen, führt Vil. aus: „Der Umzug des ''Klaus'', ''Klas'', ''Klowes'', ''Niklowes'' am 6. Dezember Abends ist noch jetzt in manchen Gegenden, namentlich in und um Hersfeld, Marburg, Kassel regelmäßig üblich; bis 1840 wurde derselbe noch häufig von Erwachsenen, auch noch mit dem alten Schläge-Austeilen und Nüsse-Werfen, vollzogen; seitdem ist der Umzug zu einer Kindermummerei und einem Gaben-Erbitten Seitens der vermummten Knaben herabgesunken.“ (Vil. 1868) ''Klowes-Owend'': Als ''Klöwese'' vermummte Kinder gehen von Haus zu Haus und erbitten mit dem Aufsagen kleiner Verschen Gaben, Kassel und Umgebung, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kluchen''' ● (''u'' kurz) ,Knäuel‘, z.B. ''en Kluchen Garen'' ,ein Knäuel Garn‘, Kassel (Gr. 1894). ● Eng verwandt mit ''Kläuel'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kluft''' f. ● ,Feuerzange‘,  „durch unser ganzes Gebiet“ (Pfs. 1886), Kassel (Gr. 1894). ● Nach Gr. ausdrücklich nicht ,Bekleidung‘; fehlt in beiden Bedeutungen in Niederellenbach (Hm. 1926); bei Vil. (1868) nicht verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klüftchen''' ● ,dünner, auch schlechter, abgenutzter Rock, besonders wird der Frack so bezeichnet‘, sehr üblich, besonders in den Städten (Vil. 1868); ''Kleftchen'' ,ärmliches Kleid‘, Kassel (Gr. 1894); ''Glefdchen'' ,schlechter abgetragener Rock, schlechter Anzug‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klumper''' ● ''glümber'' ,sehr klein‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klumperklein''' ● ''glümbergleen'' ,sehr klein, winzig, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Siehe auch ''klimperklein''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klunde''' f. ● ''Glonde'' ,liederliches Frauenzimmer‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klunder''' f. ● ,kotiger Ansatz am unteren Rand der Weiberröcke, auch Kotklumpen überhaupt‘, allgemein üblich (Vil. 1868), ''Klunner'', meist im Pl. ''Klunnern'' verwendet: ,kleine feuchte Klumpen, Schmutzklümpchen, Schmutzansatz am unteren Teil der Kleider, an Schuhen usw.‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Glönder'' ,Schmutzansatz am unteren Rand  des Frauenrocks, an der Wolle der Schafe, den Oberschenkeln des Rindviehs usw.; schmutziges Frauenzimmer‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ●  Siehe ''zuklundern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klundermarsch''' ● ''Klunnermarsch'' ,„landverlaufene“ Dirne‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kluppe''' f. ● ''Globbe'' ,Werkzeug mit verstellbarem Schieber zum Messen des Umfang des Baums‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Kluppe'' wird außer im speziell technischen Sinne nur metaphorisch gebraucht: ''einen in die Kluppe kriegen'' ,einen in seine Gewalt bekommen, um ihn zu bedrängen‘, sehr übliche Redensart (Vil. 1868); ''Klubbe'', nur in der Redewendung ''einen in der Klubbe hon'' ,jem. in die Enge getrieben haben, festgenagelt haben, in der Gewalt haben‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Knuppe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klutt''' m. ● ,ein halbgefüllter Sack‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klutzig''' ● ''klutzich'' ,klumpig gewordener Teig oder Kleister‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knabbeln''' ● ''knawweln'' ,knabbern‘, Kassel 19. Jh. (Jonas). ● Siehe ''knauweln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knäckern''' ● ''gnäggern'' ,ein knackendes Geräusch verursachen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knaffen''' ● ''gnaffen'' ,nach etwas schnappen; an etwas herumnagen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knallen'''  ● ''gnallen'' intr. ,knallen‘, tr. ,Beischlaf ausüben mit‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knapp''' ● ,knapp‘, in Kassel fast immer: ,kaum‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnapp'', als Adjektiv ,knapp‘, als Adverb ,kaum‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knappen''' ● ,mit der Geißel [Peitsche] knallen‘, an der mittleren Eder; ,sich den Knöchel vertreten‘, allgemen üblich (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knarbeln''' ● ,an etwas Hartem hörbar nagen‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knarchen''' ● ,knarren‘ (mit tieferem Ton als ''knirchen''), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatsch''' m. ● ,weicher Kot, besonders wie er sich bei Tauwetter bildet‘ (Vil. 1868); ''Knaatsch'' ,nasse, zähe Masse‘, insbesondere ,Straßenschmutz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), übertragen auch: ,Mißhelligkeiten, Dauerstreit‘, Kassel 20. Jh.; ''Gnaadsch'' ,Schmutz, Straßenschmutz‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knatschen''' ● ,weiche Gegenstände zerdrücken, in Weichem die Hände knetend bewegen; hörbar kauen‘ (Vil. 1868); ''knaatschen'' ,beim Essen schmatzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knatschig''' ● ''knaatschich'' ,feucht-schmutzig‘, vor allem in Bezug auf den Straßenzustand,  Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1984); ''gnaadschech'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatschwetter''' ● ,starkes Tauwetter mit Regen‘ (Vil. 1868); ''Knaatschwedder'' ,Wetter, das alles aufweicht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gnaadschwädder'' ,feuchtes, schmutziges Wetter‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatz''' m. ● ''Gnatz'' ,Krätze‘, in ganz Hessen die ausschließliche Bezeichnung; ,Grind, besonders Kopfgrind; schmutziger Geiz‘ (Vil. 1868); ''Gnatz'' ,Krätze, Grind‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● In der hess. Mundart wird mit geringen Ausnahmen ''Knatz'' statt ''Gnatz'' gesprochen (Vil.); Hm. führt ''Gnatz'' unter dem Stichwort ''Knatz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatzkopf''' ● ''Gnatzkopf'' ,Grindkopf‘, meist in übertragener Bedeutung gebraucht: ,eckiger, launischer, eigensinniger, unverträglicher Mensch‘, Tadel- und Scheltwort, allgemein verwendet (Vil. 1868); ''Gnatzkopp'' ,launischer, unverträglicher Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knaubeln''' ● ''knauweln'' ,knaupeln(!), knabbern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knäubeln''' ● ''gnaiweln'' ,mit zahlosem Mund kauen, langsam und mit Mühe kauen; beständog kleinlich, verdrießlich mäkeln‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneif, Kneip''' m. ● ''Kneif'' ,Messer‘; ''Kneif'' im Bereich von Fulda, ''Kniff'' ,Zulegemesser, Taschenmesser; schlechtes Messer‘ im östl. Hessen, ''Knipp'' in Hersfeld und weiter westlich (Vil. 1868); ''Kniff'' ,Messer‘, Kassel (Bennecke 1904); ''Gnipp'' ,schlechtes, stumpfes Messer‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kneipen''' ● ''knibben'' ,kneifen, zwicken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnibben'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneipkuchen''' ● ''Knibbkuchen'' ,Waffeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneipzange''' ● ''Gnibbzange'' ,Kneifzange‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneller''' m. ● ,Tabak übler Sorte‘ (Pfs. 1886); ,minderweriger Tabak‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knellern''' ● ''knällern'' ,Kneller rauchen; einen hohen Preis fordern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knepen''' Pl. ● ''Kneben'' ,Grillen, Launen, Tücken‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gneben'' ,hinterlistige Gedanken‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Es hot sinne Kneben.'' ,Die Sache hat ihre Tücken.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knerbeln''' ● ,unaufhörlich, in widerlichem, verdrießlichen Eigensinn ausdrückenden Ton tadeln‘ (Vil. 1868); ''knerweln'' ,nörgeln, halblaut unzufrieden vor sich hin reden, vor sich hin maulen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnärweln'' ,fortgesetzt vor sich hin knurren, in verdrießlicher Weise tadeln‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vil. verzeichnet ''knerbeln'' beim Stichwort „knarbeln“, sieht es wohl als Nebenform dazu an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knerbelpeter''' ● ''Knerwelpeter'' ,ein unaufhörlich in weinerlichem oder murrendem Tone sich beklagender Mensch, dem nichts rechtzumachen ist‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Gnärwelbeeder'' ,Nörgler‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knerren''' ● ''gnärren'' ,schreien (bei kleinen Kindern), Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetebart''' ● ''Knädebart'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnähreboort'' ,breit und langweilig redender Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetebeutel''' ● ''Knädebiedel'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894), ,einer, der durch dauerndes Daherreden nervt‘, ebd. 20. Jh.; ''Gnährebiddel'' ,breit und langweilig redender Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetemichel''' ● ''Knädemichel'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kneten''' ● ''knäden'' ,kneten; breit und langweilig reden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''kneten'' ,langsam und langweilig reden‘, Balhorn (Sl. 1901); ''gnähren'' ,kneten; breit und langweilig reden‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetepeter''' ● ''Gnährebeeder'' ,breit und langweilig redender Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetesack''' ● ''Knädesack'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetsch''' m. ● ,nasse, zähe Masse‘, insbesondere ,Straßenschmutz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Das ''e'' in ''Knetsch'' ist kurz, im Gegensatz zu dem langen ''a'' in dem verwandten ''Knatsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knetschen''' ● ,quetschen, zerquetschen‘ (Vil. 1868); ,(zusammen)drücken, quetschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''gnäddschen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Quetschen'', ''zerquetschen'' ist hingegen unüblich. (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetscher''' ● ,Weißbinder‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knettern''' ● ''gnäddern'' ,knattern, krachen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knick''' m. ● ''Knick'' ,kleine steile Anhöhe‘, in Nieder- und Oberhessen sehr üblich (Vil. 1868); ''Gneck'' ,Riß, Sprung, Bruch; kleine steile Anhöhe‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knickeln''' ● ''gneggeln'' ,in die Knie fallen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kniegurte''' f. ● ''Gniegorde'' ,Strumpfband‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kniehälsen''' ● ''gniehälsen'' ,erschlagen, um die Ecke bringen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knipsen''' ● ''knipsen'', ''knupsen'' ,mit Wackeln und Schossern schießen‘, Kassel (Pfs. 1886); ''knipsen'', wie hd., dazu: ,mit Wackeln schießen, sie abschnellen‘, Kassel um 1950. ● Siehe ''knupsen'', ''Wackel'', ''Schosse(r)''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knirchen''' ● ''knerchen'' ,knarren‘ (mit höherem Ton als ''knarchen''), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knittern''' ● ''kneddern'' ,knirschen‘, wie z.B. die Wagenräder auf gefrorenem Schnee, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knobelinchen''' ● ''Knowelienchen'' ,Knoblauchwürstchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knöchen''' ● ,peinigen, quälen‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knopfe''' f. ● ''Knopfe'', ''Knoppe'' ,Knospe; Finne im Gesicht‘, allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''Knobbe'' ,Knospe; Gesichtspickel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnobbe'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926); ''Knobbe'' ,Knospe‘, Lohne 2014.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knorschen''' ● ''gnoorschen'' ,mit den Zähnen zerkleinern‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knotenfurz''' ● ''Gnoorenforz'' ,kleiner Kerl, Dreikäsehoch‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel hingegen ''Furzknoden''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knoz''' m. ● ,kleiner, unansehnlicher Mensch‘ (Vil. 1868); ''Knooz'' ,kleines Kind‘, auch: ,ungewöhnlich kleiner Erwachsener‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gnooz'' ,kleiner Kerl‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knozen''' ● ,derb und unordentlich zusammendrücken, namentlich zusammenbinden; sich mit einer Sache abmühen, damit nicht fertig werden können‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''knozen'' ,sich mit (kleiner) Arbeit abmühen, Arbeit unsorgfältig verrichten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnoozen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuffelarbeit''' ● ''Knuffelarweit'' ,schwierig auszuführende (Hand-)Arbeit‘, Kassel 19., 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuffeln''' ● ,kleine Handarbeiten (pfuscherhaft) verrichten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuffig''' ● ''knuffich'' ,übertrieben, übermäßig‘ (z.B. Preis, Benehmen), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knullch''' m. ● ''Gnollch'' ,derber Schuh‘, auch: ,grober unhandlicher Gegenstand‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knullchen''' ● ''gnollchen'' ,derb stoßen, schlagen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knulle''' f. ● ''Knulle'' ,Knolle; großes Stück Brot, großer Knust‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnülle'' ,unförmig großes Stück Brot‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knülle''' ● ,hochgradig besoffen‘, beliebter, wohlmeinender Ausdruck, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''knille'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knullig''' ● ''knullich'' ,ungehörig groß, grob, unverschämt‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnollech'' ,übermäßig, übertrieben‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knüpftuch''' ● ''Knibbeduch'', Dim. ''Knibbediechelchen'' ,kleines Halstuch‘, Kassel 19. Jh. (Herzog, Gr. 1894), 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppe''' f. ● ''Knupe'', ''Knaupe'' ,Auswuchs am Körper, Beule‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppe''' f. ● ''Knubbe'' ,geizige Frau, namentlich Händlerin, die beim Wiegen und Messen abknuppt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppe''' f. ● Redensart ''än inn de Gnübbe grijjen'' ,jem. in die Knuppe kriegen, in seine Gewalt bekommen, jem. seine Überlegenheit fühlen lassen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Umdeutung von ''Kluppe'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppel''' m. ● ,Auswuchs am Körper, Beule‘, Niederhessen (Pfs. 1886), ''Knubbel'' ,knotenartige Verdickung (nicht nur am Körper)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuppen''' ● ''knubben'' ,kargen, abzwacken‘, Kassel (Gr. 1894). ●  Siehe ''abknuppen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperarbeit''' ● ''Knubberarweit'' ,Geduld heischende Arbeit‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperbeinchen''' ● ,die kleinen dünnen „Knöchelerchen“ am Geflügel, wo die Fleisches-Fasern zuletzt nur noch mit den Zähnen gesucht, abgeknuppert werden‘ (Pfs. 1886). ● ''Bis aufs Knupperbeinchen'' ,einer Sache bis auf den tiefsten inneren Grund gehen‘ (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperfleisch''' ● ''Knubberfleisch'' ,Fleisch dicht am Knochen, das nur abgeknuppert werden kann‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnobberfleesch'' ,sehniges, knorpeliges Fleisch, besonders das Fleisch an den Ohrmuscheln‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Bis uffs Knubberfleisch'' ,aufs gründlichste‘ (Gr., auch 20. Jh.). ''Se zänggen sech bis offs Gnobberfleesch'' ,sie zanken sich bis aufs Messer‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knupperig''' ● ,was beim Zerbeißen den Knupperlaut erzeugt (siehe ''knuppern''); scharf gebacken (Brot, Kuchen)‘ (Vil. 1868); ''knubberich'' ,zum Knabbern geeignet (z.B. Gebäck)‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnobberech'', ''gnübberech'' ,nicht leicht zu zerbeißen‘, ''gnübberech'' auch: ,überaus sparsam, geizig‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuppern''' ● ''knuppern'' ,an Hartem mit kleinen Bissen nagen; sich an Hartem mit den Fingern versuchen, um etwas davon abzulösen‘; auch Laut, welchen das Nagen hervorbringt (Vil. 1868); ''knubbern'' ,geräuschvoll kauen, knabbern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnobbern'', ''gnübbern'' ,harte Gegenstände zerbeißen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperwerk''' ● ''Knubberwerk'' ,irgendein feiner Genußgegenstand‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knups''' m. ● ''Knups'', zuweilen auch ''Knupch'', ''Knopch'' ,kleiner Mensch‘, Spottwort (Vil. 1868); ''Knups'' ,kleines Kind‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knups''' m. ● ,Schlag, Stoß‘ (Vil. 1868); ,leichter Stoß, auch: die Folgen davon‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnobs'' ,leichter Stoß, Schlag, meist in scherzhafter Absicht erteilt‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Das Dibben hot en Knubs gekricht''. ,Der Topf hat einen Stoß (Riß, Sprung) bekommen‘. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knupsen''' ● ,schlagen, stoßen‘, aber in  gelinderem Sinn, überwiegend scherzhaft‘ (Vil. 1868); ,schnippen, einen Gegenstand mit Daumen und Zeigefinger anschnippen, auf diese Weise (verstohlen) einem Kind eine Kopfnuß geben‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnobsen'' ,leicht anstoßen, schlagen, meist in scherzhafter Absicht‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''knipsen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knurbel''' m. ● ''Knorwel'' ,kratziger Fusel‘, mancherwärts im Lande gebräuchlich (Pfs. 1886); ''Knurwel'' ,Knorpel‘, Kassel 19., 20. Jh.; auch ,Schnaps‘, ebd. (Gr. 1894); ''Gnorwel'' ,fester Knochenansatz; verwachsener Mensch‘, als Schimpfname sehr gebräuchlich, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knurbeln''' ● ''gnorweln'' ,knurren, murren‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''knerbeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knust''' m. ● ''Knust'' ,Rand des Brotlaibs, Randstück vom Brotlaib‘, in Niederhessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''Knuhst'' ,Anfangs- oder Endstück des Brotlaibs‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Gnühst'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knüstchen''' ● ''Kniestchen'' ,kleiner Knust‘, Pl. ''Kniesderchen'' auch: ,obere Wangen (auf den Wangenknochen), insbesondere wenn gerötet oder gebräunt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knutschelchen''' ● ,jemand, den man gern knutschelt‘, Zärtlichkeitsausdruck, Kassel (Gr. 1894). ● ''Du bist minn liewes Knutschelchen.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutschelig''' ● ''knutschelich'' ,zerknauscht, zerdrückt, voller Falten‘, Kassel 20. Jh.; ''gnüddschelich'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutscheln''' ● ,in den Händen drücken, zusammendrücken; liebkosend drücken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnüddscheln'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutschen''' ● ,drücken, zusammendrücken, zusammenknüllen, in Falten drücken‘; Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnüddschen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutteln''' ● ''knuddeln'' ,knotenartig zusammendrücken, ballen; liebkosen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutterig''' ● ''knudderich'' ,murrend, mäkelnd‘, Kassel 20. Jh.; ''gnodderech'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuttergehannes''' ● ''Knuddergehannes'' ,Knutterjohannes; einer, der viel knuttert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knutterjörge''' ● ''Knudderjerche'' ,einer, der viel knuttert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuttern''' ● ,murren, murrend tadeln, kleinlich tadeln‘ (Vil. 1868); ''knuddern'' ,verhalten Unmut äußern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnoddern'' ,verdrießlich murren, kleinlich mäkeln, ärgerlich brummen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuttersack''' ● ,einer, der viel knuttert‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr.1894); ''Gnoddersack'' ,brummiger, stets nörgelnder Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kochening''' ● ''kochenink'' ,kochend‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Koffert''' m. ● ,Koffer‘, Kassel (Gr. 1894), Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlbütte''' f. ● ''Kohlberre'' ,Holzgefäß zum Aufbewahren des Sauerkrauts‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kohlen''' ● ,flunkern‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlenlips''' ● ,heruntergekommenes Individuum‘, eigentlich ,Kohlenträger‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Lips'' ist alte Kurzform von ''Philippus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlhase''' ● ,Gemüsegärtner‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlvogt''' ● ''Kohlvoocht'' ,Ausrufer‘, übertragen: ,Ausplauderer‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Köpfchen''' ● ,Tasse, Obertasse‘, ganz Hessen (Pfs. 1886). ● Die Untertasse hingegen heißt ''Schälchen''. (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kopfer''' ● ''Kobber'' ,Kupfer, Kupfergeschirr, Kupfergeld‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kupfer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kopfernase''' ● ''Kobbernase'' ,rote Nase‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Koppel''' f. ● ''Kobbel'' ,Aufhaltekette, zweiteilige Kette vorn an der Wagendeichsel, an die ein Gespann angekoppelt wird‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''köppeln''' ● ''sech kebbeln'' ,sich ins Lederzeug, die Ketten oder Stricke verwickeln (vom Zugvieh); sich zanken, sich streiten‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''körisch''' ● ''körsch'' ,wählerisch‘, in ganz Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Körle''' ● Zum ''Körler Esel'' siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Köze''' f. ● ,Rückenkorb mit Tragbändern‘, Niederhessen, Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868); ''Keeze'' ,Tragekorb auf dem Rücken‘, scherzhaft übertragen: ,Bauch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Sich die Köze flicken'' ,sich im Essen ein Gütchen tun‘ (Pfs. 1886); ''sich de Keeze flicken'' ,einen trinken‘, Kassel (Bennecke 1904), ,tüchtig essen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Közengücker''' ● ''Közengucker'' ,Visitator, Mautbeamter, Accisbeamter‘ (Vil. 1868); ''Keezengicker'' ,einer, der gern und oft in die Marktkörbe guckt‘, übertragen: ,einer, der spioniert, aushorcht‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. setzt gleich mit ''Fiskal'' und ''Kalfaktor''; s. d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krabbelig''' ● ''grawwelich'' ,lebhaft, beweglich, äußerst tätig‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grawwelech'' ,lebhaft kriechend, ungemein regsam‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krabbeln''' ● ''krawweln'' ,wimmeln, in großer Zahl kriechen‘, Kassel (Gr. 1894), ,auf allen Vieren (eilig) kriechen‘, Kassel 20. Jh.; ''grawweln'' ,auf Händen und Füßen kriechen, sich lebhaft kriechend bewegen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. „krappeln“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krabbeln''' ● ''krawweln'' ,kraulen, gelinde kratzen, kitzeln‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grawweln'' ,mit den Fingerspitzen dauernd betasten‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kracke''' f. ● ,ganz schlechtes, unbrauchbares Pferd‘ (Vil. 1868); ''Gragge'' ,altes, unbrauchbares Pferd‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krackel''' ● ''Krackel'' m. ,verzogener Schriftzug; irgendwelche mißbildete Gestalt‘, Kassel (Pfs. 1886); ''Kraggel'' f. ,schlechte Handschrift‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krackelig''' ● ''kraggelich'' ,mit schlechter Handschrift geschrieben‘, Kassel 20. Jh.; ''graggelech'' ,schief, verbogen (besonders von schlechter Schrift)‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krackelwerk''' ● ''Graggelwärk'' ,unregelmäßig durcheinanderliegende Gegenstände‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krafts Katze''' ● Nur in der Redensart ''Hä is im Arsche wie Krafts Katze.'' ,Er ist unrettbar verloren, ganz und gar erledigt.‘ Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krakeel''' m. ● ''Krageel'' ,lärmendes Gestreite‘, Kassel 20. Jh.; ''Grageel'' ,Zank, Streit, Lärm‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krakeelisch''' ● ''grageelsch'' ,streitsüchtig‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krambol''' ● ''Krambóhl'' ,Lärm‘, Kassel (Gr. 1894), ,Streit‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krankheit''' ●  ''schlimme Kranket'' ,Epilepsie‘, Balhorn (Sl. 1901); ''de fallninge Graanget'' ,die fallende Krankheit, Epilepsie‘, ''de engelsche Graanget'' ,die englische Krankheit, Rachitis‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kränksch''' ● ,kränkelnd, ungesund‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kranne''' f. ● ''Gronne'' ,Krähe, Rabe‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krapfe''' m. ● ''Krappe'' ,Haken (um etwas aufzuhängen)‘, Schwalm und Oberhessen (Vil. 1868); ''Krabben'' m., dasselbe, Holzhausen am Hahn 20. Jh. (Umbach). ● Vgl. ahd. ''krapfo'' m. ,Haken, Kralle, Krapfen, Widerhaken‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kräpfel, Krapfel''' f. ● ''Kreppel'', ''Krappel'', in Hessen und anderwärts sehr beliebtes Backwerk, das ursprünglich und teilweise noch jetzt die Form eines Hakens hat, gebacken zu Fastnacht, in der Fulda- und Werragegend beim Ende des jährlichen Ausdreschens (Vil. 1868); ''Kräbbel'' ,Krapfen‘, Gebäck, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Zusatz bei Gr.: ‚Fastnachtsgebäck‘; ''Grabbel'' ,Krapfen‘, Gebäck, besonders zu Fasstnacht, Neujahr, zum Ausdreschen des letzten Getreides, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Diminutiv von ''Krappe'', s. ''Krapfe''. ● Vgl. ahd. ''krapfilīn'' (mit doppeltem Dim.-Suffix) ,Häklein, Haken, Widerhaken, Krapfengebäck’.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krappelbauer''' ● ''Krebbelbure'' ,ein ärmlicher, unansehnlicher Bauer, der etwa mit einer Kuh an den Acker zieht‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Grabbelbuhre'' ,Kleinbauer‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krappeln''' ● ,fortkriechen mit eilfertiger, käferartiger Bewegung der Arme und Beine‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''krabbeln'' ,(eilig) kriechen, klettern‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grabbeln'' ,sich langsam und unbeholfen bewegen, kriechen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''sich uffgrabbeln'' ,sich mühsam von einer Krakheit erholen‘ (Gr.). ● Vgl. ''krabbeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kraß''' ● ''graß'' ,starr (vom Blick)‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krätsch''' m. ● ''Krähtsch'' ,Lärm, Aufhebens (um eine Sache)‘, Kassel (Gr. 1894); ,kleines Kind (das noch am Fußboden herumkriecht)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kratzbürste''' ● ,launige, doch auch ernste Schelte für einen zänkischen oder widerborstigen Menschen‘ (Pfs. 1886); ''Kratzbirschde'' ,zänkische Mensch, vor allem Frau oder Mädchen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Gratzbärschde'' ,reizbarer, zanksüchtiger Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krätzer''' ● ''Grätzer'' ,schlechter Branntwein‘; ''ahler Grätzer'' ,alter Kerl‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kraufdingen''' n. ● ''Kruffdingen'' ,Kind, das noch umherkriecht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kraufen''' ● ''krufen'', ''kraufen'', ''kroffen'', ''kröffen'' ,kriechen‘; in Gebrauch vom niederdt. Niederhessen (wo es ''krupen'' heißt) bis südl. in die Gegend von Spangenberg und Wabern, von dort östl. bis Eschwege bzw. Waldkappel (Vil. 1868);  ''kruffen'' ,kriechen‘, Kassel 19., 20. Jh.; ''grüffen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''ich kruffe'', ''du kriffest'', ''hä kriffet'', ''mä kruffen'' usw., ''kroff'', ''gekroffen'', Kassel; die entrundeten Umlautformen ''kriffest'', ''kriffet'' (aus *''krüffest'', *''krüffet'') waren in der 2. Hälfte des 19. Jh. bereits am Erlöschen. ''Grüffen'', ''gröff'', ''gröffen'', Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kraufhühnchen''' ● ''Kruffhühnchen'' ,klein gewachsene Frauensperson‘, Spottwort, in Kassel sehr üblich (Vil. 1868); ''Kruffhienchen'' ,Kriechhühnchen (kleine Art)‘, sehr oft: ,kleines Mädchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kräuschen, Kräuselchen''' ● ''Kries’chen'', ''Krieselchen'' ,kleiner Krug‘, Kassel (Gr. 1894).  ● Abgeleitet von ''Krus'' ,Krug‘, das 1894 in Kassel offenbar bereits außer Gebrauch gekommen war; nach Vil. (1868) als ''Krus'', ''Kraus'', ''Krause'' gebräuchlich in Mittel- und Oberhessen, wenig im niederdt. sprechenden Niederhessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krawaller''' ● ,Krawallmacher‘, insbesondere ,politsch unruhiger Kopf‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kregel''' ● ''kregel'', auch kontrahiert ''kreel'' ,beweglich, munter, rührig‘, besonders von Kindern und Rekonvaleszenten gesagt, in ganz Hessen sehr üblich (Vil. 1868); ''kreechel'' ,gut aufgelegt‘, Kassel (Gr. 1894); ''krichchel'', dasselbe, ebd. 19. Jh. (Herzog); ''greejel'' ,munter, beweglich, gesund‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kreideln''' ● ,sich mit Herd- oder Ofenfeuer zu schaffen machen, es schüren, in Gang bringen oder halten‘, Kassel (Gr. 1894). ● Statt ''kreideln'' oft auch ''kriedeln'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kreideweißchen''' ● ''Kridewißchen'', ''Kriddewißchen'' ,der als Todverkünder gefürchtete Raubvogel Strix noctus, das Käuzchen, Leichenhuhn‘ (Vil. 1868); ''Kriedewißchen'' ,Käuzchen‘, Kassel (Gr. 1894); ''Grierewißchen'' ,Steinkauz, Totenvogel‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Hin und wieder, z.B. in der Umgebung von Fritzlar, heißt der Vogel ''die wisse Kritt'' (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kreisch''' m. ● ''Greesch'' ,Schrei‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Krisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kreischen''' st. ● wie hochdeutsch, dazu in Niederhessen der herrschende Ausdruck für ,weinen‘ (Vil. 1868); ''krischen'' (intr.) ,kreischen, schreien; weinen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''grüschen'' ,weinen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''krischen'', ''krisch'', ''gekrischen'' (im Präs. ''i'' geschlossen, im Imp. und Part. Perf. ''i'' offen), Kassel; ''grüschen'', ''grösch'', ''jegröschen'', Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kreischen''' schw., trans. ● ,Öl zum Sieden bringen, um die herben oder auch widrigen Bestandteile auszuscheiden‘ (Vil. 1868); ''kreischen'' (trans.) ,Öl sieden, Fett auslassen‘, Kassel (Gr. 1894); ''greeschen'' ,(ein Kind) zum Weinen veranlassen; Öl zum Sieden bringen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''kreischen'', ''kreischte'', ''gekreischt'', Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krekeln''' ● neben ''krakeelen'' in gleicher bedeutung, Kassel (Pfs. 1886), ''kreegeln'' ,krakeelen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krellen''' trans. ● ,eine plötzliche, wenn auch vorübergehende Erstarrung und das damit verbundene unangenehme Gefühl hervorbringen (z.B. Frost)‘, überall in Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krepen, krepeln''' ● ,in etwas Hohlem herumstochern‘, z.B. in der Ofenröhre, in der Nase; sehr üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kresten''' ● ''kresten'', Aussprache ''krästen'', ,stöhnen (von Gebärenden)‘, nördl. Hessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kribbel''' m. ● ''Grewwel'' ,Werkzeug zum Stochern‘, z.B. Pfeifenkribbel, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kribbel''' m. ● ''Kriwwel'' ,unangenehmer Kitzel, Jucken‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kribbeln''' ● ''kriwweln'' ,prickeln, jucken, unangenehm kitzeln in Nase, Hand usw., Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grewweln'' ,stochern; jucken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Redensart ''es kriwwelt und wiwwelt'' (von Läusen u. dgl.) (Vil. 1868); ''krewweln un wewweln'' ,kribbeln und wimmeln‘ (Gr.); ''grimmeln un wimmeln'' ,krimmeln und wimmeln‘ (Hm.). ● ''krimmeln'', wohl nur in Verbindung mit ''wimmeln'' vorkommend; die Redensart ''es krimmelt und wimmelt'' erstmals belegt in Schwebda 1673 in Bezug auf einen Heuschreckenschwarm (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kribbsen''' ● Bei Gr. 1894 (Kassel) nur Verweis auf ''gribbsen''; dies Wort fehlt allerdings an entsprechender Stelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kriminal''' ● zur Verstärkung gebraucht, z.B. ''Kremmenahlhersch'' ,Kapitalhirsch‘, ''Kremmenahljunge'' ,ungewöhnlich großer Säugling‘, Kassel (Gr. 1894), ''kriminalscheenes'' Mädchen, Kassel (Bennecke 1904); ''kriminal'' ,sehr stark, übermäßig‘, z.B. ''kriminale Hawer'', Balhorn (Sl. 1901); ''grimmenal'' ,vorzüglich, ausgezeichnet, außergewöhnlich‘, z.B. ''en grimmenales Steck Vieh'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kringel''' m. ● ,der einfache Gebäckring‘, Kassel (Pfs. 1886). ● Der zur Acht verschlungene Gebäckring heißt hingegen ''Bretzel'' (Pfs.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krippengäker''' m. ● ''Grebbengäger'' ,Pferd, das die Vorderzähne auf die Krippe aufzusetzen und die hastig eingeschluckte Luft wieder auszustoßen pflegt; Mensch, der dauernd aufstößt, rülpst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krisch''' m. ● „in unserem ganzen Stammes-Gebiete“ üblichster Ausdruck für hd. ''Schrei'' (Pfs. 1886); ''Kresch'' ,Schrei‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''En luden Kresch duhn'' ,schreien‘ (Gr.). ● Vgl. ''Kreisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krittelkopf''' ● ''Kriddelkopp'' ,einer der zum Kritteln neigt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kritteln''' ● ''kriddeln'' ,(wiederholt) tadeln; tadelnd Unzufriedenheit, üble Laune äußern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kropch''' m. ● ''Kroppich'', ''Krupch'' ,Kropf‘ (Pfs. 1886), ''Kroppich'' ,kleiner unansehnlicher Mensch‘, mittlere Eder (Pfs.); ''Kropch'' ,Kropf, Vogelkehle‘, Kassel (Gr. 1894); ''Grobch'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mundartl. ''pch'' ist keine verunglückte Wiedergabe von hochdt. ''pf''; ''Kropch'' ist *''Krop'' + ''ch''-Suffix (&amp;lt; germ. ''k''-Suffix); siehe auch ''Wiedehopf''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kröpel''' ● ,Krüppel‘ in Hessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''Krebel'' ,Krüppel‘, auch ,etwas, das in der Form mißlungen ist (z.B. Brötchen), Kassel (Gr. 1894), im 20. Jh. in Kassel meist nur noch Schimpfwort für einen widerlichen Menschen; ''Grebel'' ,Krüppel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kröpelig''' ● ''krebelich'' ,krüppelhaft‘, als Scheltwort: ,elend, widerlich‘, z.B. im Hinblick auf Benehmen, Kassel (Gr. 1894); ''greebelech'' ,krüppelig, verkrüppelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krucke''' f. ● ''Kruke'' ,Krug‘, besonders ,Krug mit engem Hals‘, im niederdt. sprechenden Niederhessen (Vil. 1868); ''Kruke'' ,Krug‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Krugge'', Kassel (Gr. 1894). ● Vielfach scherzhaft für ,kleinen scheiben (schiefen) Menschen‘ (Pfs. 1886); ''Du ahle Krugge!'', ''Das is dä ‘ne Krugge!'' Hier ''Krugge'' etwa ,Versager, Taugenichts‘, eher milder Spott, Kassel 20. Jh. Fraglich, ob es sich hier tatsächlich um eine Übertragung handelt und nicht viel eher um eine Altform von ''Krücke''. Dafür spricht, daß man auch anderes, etwas Verkrüppeltes so bezeichnen kann, etwa einen unansehnlichen, krummen Baum (Christbaum), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krulle''' f. ● ''Krolle'', ''Krulle'', zuweilen auch ''Kroll'' m. ,Haarlocke‘ (''Locke'' ist ungebräuchlich, unverständlich) (Vil. 1868); ''Krulle'' ,(enge) Haarlocke‘, Kassel 20. Jh.; ''Grolle'' ,Haarlocke‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''krolle''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krüllen''' ● ,Schoten aufknicken und Erbsen herausstreichen‘, Teile Niederhessens (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krullenkopf''' ● ''Krollkopf'' ,Lockenkopf, Krauskopf‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''Krullenkopp'', dasselbe, Kassel 20. Jh.; ''Grollenkopp'' ,Lockenkopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krullig''' ● ''grollech'' ,lockig, kraus‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krumbel''' f. ● ''Krumpel'' ,unregelmäßige, aus Versehen oder Unordentlichkeit entstandene Falte in Sachen mit regulär glatter, glattgebügelter Oberfläche (Tuch, Papier)‘, ganz Hessen (außer niederdeutschen Gebieten, wo es ''Krünkel'' heißt) (Vil. 1868); ''Krumbel'' ,Falte in Stoff oder Papier, dort wo keine sein sollte‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Grömbel'' ,unregelmäßige Falte, etwa in einem Kleid, durch Unvorsichtigkeit entstanden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krumbelig''' ● ''krumpelig'' ,voll Krumpeln‘ (Vil 1868); ''krumbelich'' ,verknittert‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''grömbelech'' ,voll unregelmäßiger Falten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krumbeln''' ● ''krumpeln'' ,in unregelmäßige und ungehörige Falten drücken‘ (Vil. 1868); ''krumbeln'' ,knittern, faltig werden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''grömbeln'' ,in unregelmäßige Falten drücken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krümmede''' f. ● ''Gremmede'' ,Krümmung, meist Wegbiegung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krumme Not''' ● ,Epilepsie‘, besonders in Niederhessen sehr üblich, ist zum Fluchwort geworden, sehr häufig verwendet (Vil. 1868). ● ''Du sat de Krummenot krechchen!'' ,Du sollt die krumme Not kriegen!‘ Kassel (Gr. 1894); ''Krumme Nott!'' Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krustellieren''' ● ,mit Appetit essen; vespern, kleinen (kalten) Imbiß zu sich nehmen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Von französ. ''croustiller'' ,knuspern, knabbern‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krüsten''' ● ''gräsden'' ,seufzen, stöhnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krutsch''' m. ● ,kleines Kind‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küchel''' n. ● ''Kichel'' (''i'' kurz) ,Küken’, Kassel (Gr. 1894). ● ''Dummes Kichel'' ,dumme, auch: bescheidene Person‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küchen''' n. ● ''Kichen'' (''i'' kurz) ,Küken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küchendragoner''' ● ''Kichendragoner'', bedeutungsgleich mit ''Kastrullbursche'' ,Frau, die übereifrig in der Küche herumfuhrwerkt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuh''' ● ''Kuh'', Pl. ''Kiewe'', Kassel 19. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. (1894) führt ''Kuh'', ''Kiewe'' für Kassel nicht auf; siehe aber die nächsten Einträge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kühchen''' s. ● ''Kiebchen'' ,kleine Kuh‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küheleetscher''' m. ● ''Küweleetscher'' ,schwerfällig nur mit Kühen fahrender Bauer‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küheschelle''' ● ''Kieweschelle'' ,Schnapsglas, ähnlich einer Herdenglocke‘, Kassel (Gr. 1894), ,großes, trichterförmiges Schnapsglas‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kühn''' ● ''kiene'' ,dreist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kukummer''' f. ● ''Kukummer'' ,Gurke‘, das übliche Wort, ''Gurke'' ist kaum bekannt (Vil. 1868), ''Gugummer'', nördl. Hessen (Pfs. 1886), ,''Gugummer'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullarsch''' ● ,Hühnerart ohne Schwanz‘, an Fulda und Werra (Vil. 1868). ● Vgl. ''Kullmutz'' und ''Kupper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kulle''' ● Siehe auch ''Kaule''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kulle''' f. ● ''Kulle'' ,Kugel‘, in ganz Hessen üblich, wohingegen hochdt. ''Kugel'' nicht üblich ist und sich erst in der neuesten Zeit hier und da einbürgert (Vil. 1868). ● Kontraktion von  mhd. ''kugele'' zu ''kūle'', dann im Niederhessischen gekürzt zu ''Kulle''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuller''' m. ● ''Kuller'' ,Koller‘, Kassel 20. Jh. ● Nur Redewendungen: ''Host du dann ’n  Kuller?'' ,Bist du denn verrückt?‘ Kassel 20. Jh. ''Den Koller honn'' ,den Koller haben, verrückt sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926); hierzu auch ''Dä kollert’s wohl?'' ,Du bist wohl verrückt?‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kullerig''' ● ''kullerich'' ,den Koller habend; heftig, ungestüm, cholerisch‘, Kassel 19., 20. Jh.(Gr. 1894); ''kollerech'' ,kollerig, verrückt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kullern''' ● ''kullern'' ,rollen‘, allgemein üblich (Vil. 1868), ''kullern'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kullern''' ● ''kullern'' ,kollern‘, Geräusch, z.B. Stimme des Truthahns, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullmutz''' ● ,Hühnerart ohne Schwanz‘, an Fulda und Werra (Vil. 1868). ● Vgl. ''Kullarsch'' und ''Kupper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullrabe''' f. ● ''Kullerawe'' ,Kohlrabi‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), ''Gullerawe'', ebd. (Gr. 1894); ''Kolrowe'' ,unter der Erde wachsender Kohlrabi‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullskopf''' ● ''Kullkopf'', ''Kullskopf'', 1) ,Kaulquappe‘ 2) der Fisch cottus gobio (Vil. 1868); ''Güllskopp'' ,Kaulquappe‘, Umdeutung in ,Gaulskopf‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullsquappe''' ● ''Kullsquabbe'', Kassel (Gr. 1894); &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kulltüpfen''' ● ''Kulldüppen'' ,bauchiger Topf ohne Beine‘, Kassel (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kulstern''' ● ''kulstern'' ,räuspern, husten, mit Schleimauswurf‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kummer''' m. ● ,Schutt, namentlich Bauschutt, unfruchtbares Erdreich‘ (Vil. 1868); ,Kehricht, Schutt‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kommer'' ,unfruchtbares, sandiges Erdreich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Für ''Kummer'' im hochdt. Sinn ist in Niederhessen ''Brast'' üblich; ''Schutt'' wird nicht gebraucht, kaum verstanden (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kummermann''' ● ,Mann, der die Abfuhr des Kehrichts besorgt‘, Kassel (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kummerwagen''' ● ,Kehrichtwagen‘, Kassel (Pfs. 1886); (städtischer) Kehrichtwagen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumpf''' m. ● ''Kumpf'' ,größerer Napf‘, überall gebräuchlich (Pfs. 1886); ''Kump'' ,größeres Gefäß; der Dorfbrunnen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumpfen, Kumpfe''' m. ● ''Kumpen'' ,großer Trinkbecher, Bierkrug‘, Kassel 20. Jh.; ''Kömbe'' ,Gefäß, große Schüssel, großer Becher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumwiefchen''' s. ● ''Kumwiefchen'', in der Redensart ''das ganze Kumwiefchen'' ,die ganze Gesellschaft‘, im Sinne einer ,Gruppe mit (bedenklichem) innigem Einverständnis untereinander‘, z.B. Stammtisch-, Zech- und Schmausbrüder, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894). ● Von französ. ''convive'' ,Gast, Genosse‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kunterquant''' m. ● ''Kondergwant'' ,Kunterbunt, Durcheinander‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kunte(r)wítte''' f. ● ''Kundewidde'' ,Aufführung, Lebenswandel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Konderwidden'' Pl. ,schlaue Einfälle, hinterlistige Gedanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''conduite''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kunterwittig''' ● ''konderwiddech'' ,schlau, durchtrieben‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kunnerbande''' f. ● ''Kunnerbanne'' ,Schleichhandel, Schmuggelgut‘, nicht bloß von Waren gesagt, sondern auch von etwas heimlich und unerlaubt an irgendeinem Ort Mitgebrachtem, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küppel''' m. ● ''Küppel'', gewöhnlich ''Kippel'' gesprochen, eigentlich ,kleiner Kopf‘, gebraucht gewöhnlich für kleine Feldhügel, mit Buschwerk oder einzelnen Bäumen bestanden  (Vil. 1868); ''Kebbel'' ,Erderhöhung, Hügel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kuppeln''' ● ,rollen, sich wälzen‘, wird von größeren sich abwärts bewegenden Massen gesagt (Vil. 1868); ''kubbeln'' ,kollern, wälzen, rollen (auch von Tränen)‘, Kassel (Gr. 1894); ''kübbeln'' intr. ,rollen, sich wälzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kuppeln''' ●  ''kubbeln'' ,unerlaubte Vereinbarungen treffen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kupper''' m. ● ,Hühnerart ohne Schwanz‘, Umgegend von Fritzlar (Vil. 1868). ● Vgl. ''Kullarsch'' und ''Kullmutz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuren''' Plur. ● ''Küren'' ,Narrenpossen‘, mittlere Werra (Vil. 1868); ''Kuren'' (nur an der Werra mit ''ü'') ,Neigungen, Wunderlichkeiten; Schliche, Kniffe‘, recht üblich, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kurzab''' ● ''korzop'' ,barsch, kurz angebunden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuschemucken''' ● ''Kuschemúggen'' Plur. ,Heimlichtuerei‘, Kassel (Gr. 1894), ,Betrügereien, betrügerisches Spiel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutteln''' ● ''kutteln'' trans. und intrans. ,rollen, rollend fallen‘ (Pfs. 1886); ''kuddeln'' trans. u. intrans. ,wackelnd, ungleichmäßig rollen, kullern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutz''' m. ● ,das zu einem Knäuel zusammengewickelte Haupthaar der Frauen‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Kutz'' ,Haarknoten auf dem Kopf oder am Hinterkopf von Frauen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kütz'' ,das zu einem Knäuel zusammengelegte Haar der Frauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutz, Kutzen''' m. ● ,Menge, Haufen, zumal willkürlich zusammengetragener und unordentlich durcheinanderliegender Dinge‘ (Vil. 1868); ''Kotzen'' ,Menge, Haufen durcheinander liegender Dinge, wirre Masse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutz''' m. ● ''Kotz'' ,Husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzbeutel''' ● ''Kotzbiddel'' ,einer, der dauernd hustet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutze''' f. ● ,Erbrochenes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzel''' f. ● ,verwirrte (verknotete) Stelle in Haar, Garn, Faden; Zusammengeballtes‘, Kasel 19., 20. Jh.; ,wirrer Haarknäuel der Weiber; Person mit unordentlichem Schopf‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Kotzel'' ,Haufen durcheinander geschlungener Fäden, Haare oder dgl.‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzelanke''' f. ● ,verwirrtes Kopfhaar‘, übertragen: ,Person mit ungepflegtem, verkutzeltem Haar‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzelkopf''' ● ,ein Kopf mit ungekämmten Haaren‘ (Vil. 1868); ''Kutzelkopp'' ,verwirrtes Kopfhaar‘, übertragen: ,Person mit ungepflegtem, verkutzeltem Haar‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kotzelkopp'' ,Kopf mit wirrem Haar; dickköpfiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzeln''' ● ,verwirren, durcheinander bringen (Haare, Fäden un dgl.)‘, Kassel 20. Jh.; ''kotzeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzen''' ● ''kotzen'' ,sich übergeben; die Kehle durch Auswurf reinigen (räuspern); (heftig) husten‘ (Vil 1868); ''kutzen'' ,kotzen, sich erbrechen‘, Kassel (Gr. 1894), ''kotzen'' ,husten‘, ''sech kotzen'' ,sich erbrechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzerig''' ● ''kutzerich'' ,vor dem Erbrechen stehend‘ bzw. entsprechendes Gefühl bezeichnend, Kassel (Gr. 1894). ● ''Es wird mä ganz kutzerich.'' ,Es wird mir übel‘, oft auch ironisch gebraucht, um die Worte eines anderen als widerlich zu bezeichnen, also: heftige Ablehnung anzeigend. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzern''' ● ''kutzern'' ,zum Erbrechen reizen‘, Kassel (Gr. 1894), ''kotzern'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).  ● Nur in unpersönl. Redewendungen: ''es kutzert einen'' (Gr.), ''es kotzert mech'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kuzen''' ● Siehe „kauzen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''L.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Laatsch''' m. ● Latsch ,nachlässig gehender Kerl; dünnflüssiger Straßenkot‘ (Pfs. 1886); ,nachlässige Gangart‘, Kassel 20. Jh.; ''Laadsch'' ,nachlässig gehender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laatsche''' f., '''Laatschen''' m. ● ,aus Lappen zusammengenähter oder aus zerschnittenen Salbenden geflochtener Schuh‘, sehr üblich, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Latsche'' f. ,Schuh aus Salbenden, worin man latschig geht; schlunziges Frauenzimmer‘ (Pfs. 1886); ''Laatschen'' m. ,schiefer, ausgetretener Schuh‘, auch scherzhaft oder verächtlich für ,Schuh‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ''Laadschen'' (nur Plur.), ,schiefe, ausgetretene Schuhe‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Letschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laatschen''' ● ,wackelnd und schleppend gehen‘ (Vil. 1868); ,langsam, nachlässig, schleppend gehen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''laadschen'' ,sich nachlässig, schleppend fortbewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laatschen''' ● ,eine Ohrfeige verpassen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''laadschen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ich laadsch dä eine'' (''eenge'') ,ich gebe dir eine Ohrfeige‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laatschhühnchen''' ● ''Laatschhiehnchen'' ,Hühnchen mit Bauschfüßchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laatschmichel''' ● ,(meist langer) phlegmatischer Bursche‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laban''' m. ●  ''langer Lawan'' ,langer Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''labet''' ●  ''lawéht'' ,müde, abgespannt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Labberhannes''' ● ''Lawwerhannes'' ,einer, der gehaltloses Zeug redet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''labberig''' ● ''lawwerich'' ,gehaltlos (von der Rede)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''labbern''' ● ''lawwern'' ,gehaltlos reden, schwatzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Labbes''' m. ● ''Lawwes'' ,plumper Kerl‘, auch durchaus wohlwollend, bei Kindern im Sinn von gesund, kräftig gemeint, in der Kasseler Gegend recht üblich (Pfs. 1886); ''Lawwes'' ,großer Kerl‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lach''' m. ● ,kurzes Auflachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Läche dun'' Pl. ,Läche tun, in Gelächter ausbrechen‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lächerig''' ● ''lächerech'' ,zum Lachen reizend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lächern''' ● ,zum Lachen reizen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es lächert mech.'' ,Es macht mich lachen‘. (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lack''' m. ● ''en Kärle wie Lack'' ,ein tüchtiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lacks''' m. ● ,fauler Mensch‘ (Vil. 1868); ,großes Exemplar von Tier oder Mensch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Laggs'' ,großer starker Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. dürfte sich geirrt haben; er bezieht sich wohl auf den ''Faullacks'' (s.d.), Kassel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lacksen''' ●  ''sich lacksen'' ,sich lümmeln, flegeln, grob betragen‘, weitverbreitet (Pfs. 1886); ''sich lachsen'' ,sich lümmeln, bequem hinsetzen‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), 20. Jh.; ''sech laggsen'' ,sich räkeln, sich flegelhaft benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ladderei''' ● ,Herumtreiberei‘, Kassel 19. Jh. (Gr. 1894), auch: ,oberflächliches Arbeiten, Pfuscherei‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ladderhans''' ● ,ein träger Mensch, Müßiggänger‘ (Vil 1868); ''Ladderhannes'' ,Herumtreiber, Tagedieb‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Ladderhans'' ,leichtsinniger Mensch, Müßiggänger‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ladderig''' ● ''ladderich'' ,unordentlich‘, Kassel 20. Jh.; ''ladderech'' ,leichtsinnig, unordentlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laddern''' ● ,die Zeit müßig hinbringen, vertändeln‘ (Vil. 1868); ,sich müßig hermtreiben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laddersack''' ● wie ''Ladderhans'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lade''' f. ● ,Kleiderkiste der Landbewohner in Althessen‘ (Vil. 1868); ''Ladhe'', ,Kleiderkiste, wie von Vil. angegeben, außerdem ,Sarg‘ (hierfür auch ''Dodenladhe'' in Gebrauch), Balhorn (Sl. 1901); ''Lore'' ,große, schwere Truhe mit Eisenbeschlägen zur Aufbewahrung der Kleidung und namentlich des Leinenvorrats; Sarg‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Größer als die Lade ist in Niederhessen die ''Kiste'', diese ist schwerer und größer, hat Eisenbeschläge. In der Schwalm verhält es sich umgekehrt. (Vil.) ● Siehe ''Totenlade''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laffen''' ● ,mit herausgestreckter Zunge lecken, schlürfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''laffen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laib''' m. ● ''Laib (Brot)'' ,Brotlaib‘, Kassel 19., 20. Jh.; ''Leep'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laibchen''' ● ''Laibchen'', Pl. ''Laiwerchen'', kleine Teigwaren, Brötchen; dazu gehören im 19. Jh. Milchbrötchen, Franzbrötchen, Pariser; Kassel (Gr. 1894), auch Apfellaibchen (s.d.); ''Leebchen'' ,Laibchen, kleiner, runder Kuchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. hat merkwürdigerweise trotz pluralischem ''Leiwerchen'' als Singular ''Libb'', so auch als eigenes Stichwort. ''Libb'' heißt ,Leib‘ und ist von ''Laib'' getrennt zu halten, vgl. Niederellenbach ''Liep'' und ''Leep'' (Hm.) sowie mhd. ''lîp'' ,Leib‘ und ''leip'' ,Laib, geformtes Brot‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lakwerge''' ● ''Lakwerche'' ,Latwerge‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lakrezius''' ● ''Lakrezijus'' ,Lakritz‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lallepatsch''' m. ● ,Tölpel‘, übliches Schimpfwort in den Mittelständen (Vil. 1868);  ''Lallebatsch'' ,großer Tölpel; einer, der schwerfällig geht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lallepatschig''' ● ''lallebatschig'' ,sich benehmend wie ein Lallebatsch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lamberie''' f. ● ,Abschlußbretter unten an den Zimmerwänden, untere Täfelung‘, Kassel 20. Jh.; ,Täfelung der Zimmerwände‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Landviole''' ● ''Landfijohle'' ,Frau, deren Aufmachung die Provinzstädterin verrät‘, Kassel (Gr. 1894), ,Frau vom Lande, der Aufmachung nach‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Längede''' f. ● ''Lengde'' ,Länge‘, in Hessen sehr üblich (Vil. 1868); ''Längede'', dasselbe, Kassel (Gr. 1894); ''Längde'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''lengede''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''langen''' ● ,holen, reichen, darreichen‘ (Vil. 1868); ,herreichen‘, Kassel 20. Jh.; ,holen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die „gemeinhochdeutsche Ausdrücke“ ''holen'', ''reichen'', ''darreichen'' „waren bis um das Jahr 1820 im östlichen und inneren Hessen so gut wie gar nicht bekannt und dem Volke meist schlechthin unverständlich“. (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lapparsch''' ● ,läppischer, schlaffer Kerl, erbärmlicher Kerl‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Labboorsch'' ,erbärmlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läppchen''' ● ''Das es us dem Läbbchen ins Diechelchen''. ,Das ist einerlei‘, Kassel Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lappen''' ● , flicken, ausbessern‘, jetzt fast nur noch von Kleidungsstücken, früher auch von Geräten und Bauwerken (Vil. 1868); ''labben'' ,zerrissen sein, in Fetzen herabhängen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läppisch''' ● ''läbbsch'' ,schlaff, schwach, unbedeutend; fade, abgestanden (z.B. Bier)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ''läbbsch'' ,von fadem Geschmack, saftlos, schlapp, schlaff (von Personen und Gegenständen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Larches''' m. ● ,großer Kerl‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lärmetieren''' ● ''lärmedieren'' ,Lärm machen, lamentieren‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kontamination von ''Lärm'' und ''lamentieren'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lasche''' f. ● ,Prügel‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laschen''' tr. ●,durchprügeln‘ (Vil. 1868); ,schlagen, peitschen, durchprügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,verhauen, durchprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laschig''' ● ''laschech'' ,unordentlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lassen''' ● wie hd. ''lassen'', außerdem ,gut stehen‘, Niederhessen, auch nd. Niederhessen (Pfs.1, 1889), Kassel 20. Jh. ● ''Ähre Farwe läßt. Daaß leßt uch ockert nit.'' ,Dss steht euch nicht gut.‘ (Pfs.1) ''Das läßt dä nitt.'' ,Das steht dir nicht (gut).‘ Kassel 20. Jh. ● Vil. (1868) führt ähnlichen Gebrauch nur für das nd. Niederhessen auf: ''laten'' ,sich geziemen, scheinen, das Ansehen haben‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lattich''' m. ● ''Laddch'' ,Kopfsalat‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Laddich machen'' ,Spaß, Vergnügen machen‘, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● Gr. hat ''Lattich'' wohl nicht als Dialektwort aufgefaßt, insofern auch nicht verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lattichvogel''' ● ''Laddichvochel'' (''o'' kurz) ,Schmetterling; Person im sehr sommerlichem Anzug‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Sommervogel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läube''' f. ● ''Läube'', ''Leibe'' […] ,der obere Teil des Hauses, oberes Stockwerk, Bodenraum‘, in älterer Zeit vorzugsweise die zur Aufbewahrung des Getreides bestimmten oberen Räume des Gebäudes, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Lewe'', Bezeichnung der Zimmer im zweiten Stockwerk eines Bauernhauses‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Man unterscheidet namentlich die Schlachte- oder Wursteläube, die zur Augbewahrung der Schlachtvorräte dient, und die Früchteläube, in der das gedroschene Getreide untergebracht wird. (Hm.) ● ''Läube'' gehört zu ''Laube''; siehe auch ''Borläube''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läubede''' f. ● ''Läubede'', ''Läuwede'', ''Laiwede'', Nebenform von ''Läube'', Niederhessen, davon lautl. Variante ''Laimede'' bei Netra im Ringgau (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lauern''' ● ''luren'' ,lauern, warten‘, Kassel (Gr. 1894); ,warten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läuferchen''' ● ''Leiferchen'' ,kleines Kind, das schon einigermaßen gehen kann‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läuferisch''' ● ''liffersch'' ,was gut und schnell vonstatten geht‘, Niederhessen, äußerst üblich (Vil. 1868); ''liffersch'' ,schnell vonstatten gehen, leicht zu bewältigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läufig''' ● ''leefech'' ,geläufig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lauseding''' ● ''Lüsedänk'' ,vorwitziges Mädchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lausehuttich''' m. ● mit Verweis auf ''Hottich'' erwähnt bei Vil. (1868); ''Lusehuddich'', Bedeutung wie ''Lausejunge'', Kassel 20. Jh.; ''Liesehodch'' ,mit Läusen behafteter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lausejunge''' ● ''Lusejunge'' ,unnützer Bube‘, Scheltwort (Vil. 1868); ,Junge, der Unfug treibt, Ärgernis gibt‘, Kassel 20. Jh.; ''Lüsejönge'' ,vorwitziger Junge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lausert''' m. ● ''Lusert'' ,Lümmel‘, Kassel 20. Jh.; ''Lüsert'' ,vorwitziger Junge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läuten''' ● ''lieden'', Kassel 19. 20. Jh. (Gr. 1894); ''lieren'', Oberellenbach (Hm. 1926). ●  Stammformen: ''lieden – lidd – gelidden'', Kassel (Gr., fehlerhaft); ''lieren – lüdde – lüdden'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lech''' ● ,ausgetrocknet‘, von hölzernen Gefäßen gesagt (Vil. 1868); ,leck‘, Kassel (Gr. 1894); ''läch'' ,leck, ausgetrocknet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lechen''' ● ''lechen'', gewöhnlich ''auslechen'', auch ''verlechen'', ,durchtröpfeln‘, gesagt von hölzernen Gefäßen, deren Dauben eingetrocknet sind, die also für Flüssigkeiten durchlässig geworden sind (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leckebrett''' ● ,Zunge‘, schmähend, besonders kleinen Kindern gegenüber, Niederhessen (Vil. 1868); ''Leggebrett'' ,Zunge‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lecken''' ● ''leggen'' ,lecken, nippen, naschen‘; ,in niederträchtiger Weise schmeicheln‘, Kassel (Gr. 1894); ''läggen'' ,naschen, nippen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lecken''' ● ,besprengen, begießen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''leggen'' ,Wasser vor dem Kehren auf dem Boden aussprengen‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Das Tuch lecken'' ,die zum Bleichen ausgespannte Leinwand begießen‘, ''die Wäsche einlecken'' ,die getrocknete Wäsche leicht besprengen und hiermit zum Bügeln vorbereiten‘ (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leckermaul''' ● ''Leggermull'' ,jem., der gern nascht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leckwerk''' ● ''Läggwark'' ,süße Speisen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ledig''' ● ''leddich'' ,unverheiratet‘, Kassel  (Gr. 1894); ''lärrech'' ,leer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''leddich un lose'' ,unverheiratet‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lege''' ● ,niedrig, kärglich, mager, jämmerlich‘, nd. sprechendes Niederhessen und Gegend um Maden (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lehne''' f. ● ,Abhang, Bergabhang‘, allgemein im Gebrauch (Vil. 1868). ● Siehe nachfolgendes ''lehne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lehne''' Adv. ● ,mäßig abhängig, gelinde abschüssig‘, allgemein im Gebrauch (Vil. 1868); ''lähne'' ,sanft ansteigend‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''lehneruff'' ,mit sanfter Steigung aufwärts‘, Kassel (Gr. 1894); ''lähne nof'' ,bergauf, ein wenig ansteigend‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lehnen''' ● ,leihen, verleihen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); dasselbe, Kassel (Gr. 1894). ● ''leihen'' ist völlig unbekannt (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leibchen''' n. ● ,ärmelloses Bekleidungstück für den weiblichen Oberkörper‘ (Vil. 1868); ''Libbchen'' ,Schnürbrust ohne Steifung‘, Kassel (Gr. 1894); ,Mieder (für die Frau), Weste (für den Mann)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leibchenskeipe''' f. ● ''Libbchenskibbe'' ,Westentasche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leich''' n. ● ,die auf die Spielbahn einzeln aufgesetzte Tonkugel‘, auf die im Frühlingsspiel der Knaben mit Tonkugeln geschossen (geknipst) wird, fast ausschließlich östl. Hessen, wo das Spiel zu Hause ist (Vil. 1868). ● Vgl. ahd. ''leih'' ,Spiel, Melodie, Gesang‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leichdorn''' ● ,Hühnerauge‘, in Hessen ausschließlich geltende Bezeichnung (Vil. 1868); ''Lichdorn'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Eigentliche Bedeutung ist ,Körperdorn‘, vgl. ahd. ''līh'' ,Körper, Leib, Leichnam‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leiche''' ● ''Liche'' (i kurz) ,Begräbnis, Trauerzug‘, seltener: ,Leiche‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,Beerdigung, Leichenbegängnis‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''uff ’ne Liche gehn'' ,an einer Beerdigung teilnehmen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leichenleute''' ● ''Lichenliere'' ,Teilnehmer an einem Begräbnis‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leichmahl''' ● ''Lichmohl'' ,Trauermahl nach dem Begräbnis‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leidmut''' ● ''Leidmut'' f. ,Wehmut‘, volkstümlich, Hessen‘ (Pfs. 1886); ''Leedmut'' m. ,Wehmut, Trauer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''leidmütig''' ● ,wehmütig‘, in der Kasseler Gegend ''lairemürich'' ausgesprochen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leier''' ● ''Liere'', Kassel (Gr. 1894) ● ''emmer de ahle Liere'' ,immer das alte Einerlei‘ (Gr).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leimen''' m. ● ''Leimen'' ,Lehm‘, Kassel (Gr. 1894); ''Lemen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Leimen un Stroh'' ,Kartoffelbrei und Sauerkraut‘, ebd. 19., 20.Jh. (Gr. 1894), übertragen von der Lehm-Stroh-Füllung, mit der die Gefache der Fachwerkhäuser ausgekleidet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leimenkaute''' f. ● ''Lemenküdde'' ,Lehmgrube‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leimrute''' ● ''uff der Limmrude gefangen'' ,durch List überführt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leinwat''' ● n., ,Leintuch‘, selten, in den größten Teilen von Hessen unüblich (Vil. 1864); ''Linnwoot'' f. ,Leinwand‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''lînwât''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leist''' m. ●  ''Leest'' ,Spur, Striemen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lenze''' f. ● ,Lenz, Frühling‘, Balhorn (Pfs. 1886). ● ''In der Lenze'' ,im Frühling‘, besonders in der Zeit der Aussaat, Balhorn (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''leppen''' ● ,nur ganz wenig besprengen, vorsichtig bespritzen‘ (Vil. 1868). ● Vil. faßt ''leppen'' „als eine Art Deminutiv“ zu ''lecken'' auf (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lepperkind''' ● ''Läbberkend'' ,aufgeleppertes Kind‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''leppern''' ● ,in einzelnen kleinen Schlucken trinken‘, allgemein üblich; ''aufleppern'' ,ein Neugeborenes (Mensch oder Tier) durch Einflößen von Milch ohne Mutterbrust aufziehen‘, auch: ,mit Mühe großziehen‘ (Vil. 1868); ''läbbern'' ,ein Kind ohne Muttermilch aufbringen; oft und in kleinen Portionen trinken‘, Kassel (Gr. 1894), ''sich läbbern'' ,sich allmählich ansammeln, vermehren‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ''läbbern'' ,von einer Speise oder einem Getränk nur wenig und in kurzen Zügen genießen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es läbbert sich (zesammen)'' ,aus wenig wird allmählich viel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lerche''' ● neben dem Vogelnamen auch ,liederliches Frauenzimmer‘, allgemein verbreitet (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lerchelchen''' ● ,kleine Lerche‘, Zungenprobe der Nüchternheit: Wer ''Lerchelchen'' nicht mehr sprechen kann, hat zuviel getrunken, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lerchen''' Pl. ● ,die ersten Kinderschuhe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lerchen''' ● ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lernisch''' ● ''lärnsch'' ,gelehrig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Letschen''' m. ● 1) ''Ledschen'' ,Stiefel (Schuhe), die durch Abschneiden des Schaftteils und Anschrägung des Oberleders zu Pantoffeln gemacht worden sind‘, Kassel (Gr. 1894); ''Letschen'' ,Schlappschuh‘, Balhorn (Sl. 1901); ,weicher, ausgetretener Schuh; Pantoffel‘, abfällig für ,Schuh‘, Kassel 20. Jh.; ,Zunge‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr.). ● &lt;br /&gt;
''Kumm heim, din Mutter hat de uf‘m Letschen gepiffen.'' Balhorn; Sl. gibt die Bedeutung ,Zunge‘ nicht an, nimmt also ,Schlappschuh‘ an, sieht also darin humoristischen Gebrauch („scherzhaft“); ''uff dem Letschen piffen'' ,Zungenpfiff machen‘, ebd.,  19., 20. Jh. (u.a. Lüttebrandt 1917); ''en Letschen honn'' ,betrunken sein‘, ebd. (Lüttebrandt), offenbar im Sinne ,schwere Zunge haben‘. ''Einen im Letschen honn'' ,betrunken sein‘, ebd. 20. Jh.; ''en Lädschen machen'' ,ein trauriges Gesicht machen‘, ebd. (Lüttebrandt). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''letterbeinig''' ● ''letterbeenig'' ,eigensinnig, störrisch, ungehorsam‘, besonders für heranwachsene Knaben gebräuchlich, an der Schwalm (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''letzten''' ● ''letzden'' ,kürzlich, neulich, letzthin‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leuchte''' ● ''Lichde'' (''i'' kurz), Kassel (Gr. 1894), ''Liechde'', nur in vereinzelten Redewendungen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''in der Lichde stehn'' ,im Licht stehen, durch Vortreten verdunkeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''geh mo üs der Liechde'' ,geh mal aus dem Licht!‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leuchtefett''' ● ''Lichdefedd'' ,Lampen- und Brennöl‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lewes''' m. ● ,großer Hund‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''libern''' ● ''lübbern'' ,coagulare, gerinnen‘, Niederhessen, allgemein üblich (Pfs. 1886); ''lewwern'' ,gerinnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''liberen'' ,gerinnen‘. ● Siehe ''Lubermilch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Licht, Lichtchen''' ● ,Licht, Kerze‘, Kassel (Gr. 1894), auch: ,Schnutznase‘, ebd. 20. Jh. ● Redensarten, mit Genuswechsel: ''Du stehst mä in der Lichte'', ''geh mä us der Lichte'', Kassel 20. Jh.; siehe dazu ''Weg''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lichterbaum''' ●  „der bei uns häufigere Name für den ,weihnachtlichen Christbaum‘“ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lichterkirche''' ● ,Weihnachtsgottesdienst‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lichterzieher''' m. ● ''Lichderzier'' ,Kind, das den Schnutz offen zur Schau stellt; Schnutznase‘, Kassel (Gr. 1894). ● Der Lichterzieher ist eigentlich der Kerzenzieher, -macher; es handelt sich also um eine humoristische Übertragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lid''' n. ● ''Led'' ,Luke‘, belegt in ''Boddenled'' ,Bodenlid, Bodenluke‘, Kassel (Gr. 1894); ''Läht'' ,Holzverschlag, der eine Öffnung verschließt; Augenlid‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lied''' n. ● ,Glied‘, in Kassel und anderwärts gelegentlich gebräuchlich (Vil. 1868). ● Mhd. ''lit''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''liefern''' ● ''liwwern'' ,liefern, kaputtmachen‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), 20. Jh. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lieser''' Pl. ● meist ''Lieserchen'' ,kleine Pusteln auf der Haut, geringer Ausschlag, Niederhessen (Vil. 1868). ● „Ohne Zweifel der alte Name der Krätze bzw. der Krätzmilbe, im 16. Jh. als ''Lies'' und ''Lisse'' belegt; nach Aufkommen von ''Krätze'', ebenfalls 16. Jh., umgedeutet (Vil.). ● Sing. ''Liese'' steckt möglicherweise in ''Gänseliese'', Kassel, hier aber (Gr.) aufgefaßt als ,Gänseläuse‘ (s. d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Linktatsch''' m. ● ''Linkdatsch'' ,Linkshänder‘, verächtlich (Vil. 1868); dasselbe, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Ländadsch'' (sic) ,Linkshänder‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Tatsche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Livländer''' ● ''Lifflänger'' ,magerer und flinker Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''löchericht''' ● ''lächerecht'' ,voller Löcher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lock''' m. ● ,kleines Fuder‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Loh''' n. ● ''Loh'', Pl. ''Löcher'' ,Hain, kleines Gehölz, Buschwerk, welches einzeln mitten im angebauten Feld liegt‘, als Begriff nur noch selten gebraucht, als Name häufig (Vil. 1868); ,Wald, Gehölz‘, nur noch in zwei Flurbezeichnungen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mh. ''lô''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Löhnchen''' ● ''Lehnchen'' ,kleine Flamme‘, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● ''En Lehnchen in’n Owwen machen'' ,nur wenig Feuer machen‘ (Lüttebrandt) ● Verwandt mit ''Lohe'' ,flammender Brand‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lose''' ● ,locker‘, auch: ,zu wenig gesalzen‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe auch ''ledig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Löwer''' ● ,Lohgerber‘, noch jetzt in mehreren Städten üblich, z.B. in Treysa und Frankenberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lubermilch''' ● ,geronnene, saure (dicke) Milch‘, hin und wieder vorkommend, z.B. auf dem Habichtswald (Vil. 1868). ● Siehe ''libern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Luche''' f. ● ''Lüche'' ,Öffnung in der Scheunendecke, durch die am Luchenseil etwas nach oben befördert werden kann‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Luche'' ist die hd. Entsprechung zu nd. ''Luke'.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lügenfittich''' m. ● ''Liejenfidch'' ,zum Lügen neigender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lügenjohannes''' ● ''Liechengehannes'' ,Lügner‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lügenmajor''' ● ''Liechenmajor'' ,großer Lügner‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lullen, lüllen''' ● ,weinen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lumbe''' f. ● ,Lende, Weiche‘ ● ''Einen in die Lumben hauen'' ,gehörig abprügeln‘, ganz allgemein üblich (Vil. 1868); ''in de Lumben dreden'' ,grob abweisen‘, Kassel (Gr. 1894), ''in de Lumben haun'' ,jem. tätlich angehen‘, ebd. 20. Jh.; wird in Kassel nicht mehr verstanden, sondern auf ''Lumpen'' im Sinne von ''Klamotten'' bezogen; bereits Gr. überträgt ''Lumben'' als ,Lumpen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lumm''' ● ,schlaff, locker, lose‘ (Vil. 1864); ''lomm'' ,locker, lose‘ (z. B. Kuchenteig, Ackerboden), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lumpen''' Pl. ● ''Lumben un Fleh'' ,Lumpen und Flöhe‘, Gericht: Weißkraut mit Kümmel, Kassel 20. Jh. (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lumpensämmler''' ● ,Lumpensammler‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lümper''' ● ''Limberd'' ,Lump‘, Kassel (Lüttebrandt 1917), ,Taugenichts‘, ebd. 20. Jh.; ''Lember'' ,Lumpensammler, zerlumpter Mensch, armer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Limber'' ,Lumpensammler‘, Großenritte 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunke''' ● ''lunke-lunke machen'' ,hinlegen und schlafen‘, Kindersprache, Kassel (Gr. 1894); ''lunke-lunke-lunke!'' ,Leg dich hin, schlaf jetzt!‘, Aufforderung an kleine Kinder, ein Schläfchen zu machen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lunkebettchen''' ● ,Bettchen‘, an kleine Kinder gerichtet, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunken''' ● ''sich lunken'' ,sich zur Ruhe niederlegen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lunzekatze''' f. ● Bezeichnung für jedes schwache, dünne Gewebe, auch Interjektion in abwertendem Sinn, Kassel (Gr. 1894); ''Lönzekatze'' ,wertloses Zeug‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunze''' ● ''lonze-lonz machen'' ,schlummern‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunzen''' ● ,leicht schlummern, halbschlummernd sich im Bett halten, sich behaglich zum Schlummern niederlegen‘ (Vil. 1868); ,schlummern‘, Kassel (Gr. 1894), ''lonzen'', dasselbe, ''sech lonzen'' ,sich schlafen legen‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lurch''' ● ''Lurch'', ''Lorch'' m. und n. ,ein Trunk („Suff“)‘, im Fuldischen üblich (Vil. 1868); ''Lorch'' m. ,Saft von gekeltertem Obst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lusch''' n. ● ,wirres Stroh; im Feld wachsende wilde Halme‘, untere Eder (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lusche''' f. ● ,Kohl, der kein Haupt geschoben hat, sondern in lange Blätter geschossen ist‘, Balhorn (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''luschig''' ● Adj. zu ''Lusch'' (Pfs. 1886); ''lüschech'' ,wirr (vom Stroh), locker, ungefüllt (von Krautköpfen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lüttich''' ● ''lüttig'', ''lüttich'' ,leichtfertig, eilfertig, oberflächlich (von Menschen und deren Verrichtung)‘, in ganz Niederhessen üblich (Vil. 1868); ''lüttich'', ''lütche'', auch im Hinblick auf zu leichte, dünne Kleidung bei rauher Jahreszeit gesagt (Pfs. 1886); ''leddech'' ,schwach, leicht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lutterbaß''' m. ● ''Lodderbaß'' ,unordentlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lutterig''' ● ''lotterig'', ''lodderig'', ''loddericht'' ,zottig, zerlumpt, nachlässig in der Kleidung‘, in Althessen allgemein (Vil. 1868); ''ludderich'' ,lotterig, unordentlich, wackelig, schwankend‘, Kassel (Gr. 1894), ,verlottert, unordentlich‘, ebd. 20. Jh.; ''lodderech'' ,zerlumpt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch I – L'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_I_%E2%80%93_L</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L</title>
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				<updated>2015-01-19T14:41:37Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch I – L'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''I.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Icke''' f. ● ,Frosch‘, Schwalm (Pfs. 1886). ● Pfs. vermutet als Vorform *''Ücke'', verweist auf bair. ''Aukchen'', ''Auchen'' (Pfs., S. 305).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ickengeschlicker''' ● ,Froschlaich‘, Schwalm (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Icker''' m. ● ,Muscheltier‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ickermulde''' f. ● ''Ickermulle'', ''Ickermüllchen'', Pl. ''Ickermüllerchen'' ,Schale der Flußmuschel‘, d.h. die Mulde, in der sich der Icker befindet, an der Schwalm (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ickern''' ● ,necken‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''iggern'' ,necken‘, Kassel 20. Jh.; ,necken, ärgern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Iewest''' ● ''Iwest'' n. ,leinener viereckiger Einsatz n der Vorderseite des Unterrocks Verheirateter‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Iewest'' ,andersfarbiges, in die Vorderseite des Rockes vom Frauenkleide eingenähtes, wie eine Schürze aussehendes Stück Zeug', Kassel (Gr. 1894). ● Der Iewest, mir nur als Maskulinum bekannt, war der Einsatz im (Trachten-)Rock (nicht des Unterrocks), der durch die Schürze verdeckt wurde. (Gt.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''iewest''' ● ''iebes'' (''iewes'', ''iewest'') ,einigermaßen, nur etwa‘, Niederhessen, mit anderen Lautungen und Formen in ganz Hessen (Vil. 1868); iwewes, iewest ,irgendwie, wo nur immer‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''iewest'' ,irgendwie, halbwegs‘, Kassel (Gr. 1894); ''iewest'' ,irgendwie, einigermaßen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''iewesthand''' ● ''iebesthand(s)'' ,zuweilen, mitunter‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''iewesdhaant'' ,häufig, öfters‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''illern''' ● Siehe ''eulern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Imbiß''' m. ● ''Immes'' ,Schmaus‘, Ziegenhain, Oberhessen (Vil. 1868); ''Emmes'' ,geselliges Schmausen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''indärlich''' ● ''indärlech'' ,sanft, treuherzig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. (1868) verzeichnet das Wort für Niederhessen nicht, allerdings als ''indüerlich'' ,mitleiderregend, eindringlich‘ für Schmalkalden und als ''indellig'' für Bereiche südlich des Niederhessischen; er sieht darin ein *''inteuerlich'' ,sehr teuer‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ineinander''' ● ''innanner'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); übertragen: ,aufgeräumt, lebhaft‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''innanner sinn'' ,(sehr) zuvorkommend sein‘, scherzhaft, Steigerung: ''innanner sinn wie Schuhwichse'' (Gr.). ''Hä äs innanner wie ‘ne Kährberschde''. ,Er ist in freudiger Erregung.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''infamicht''' ● ,abscheulich, niederträchtig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ingescheit''' ● ,sehr gescheit, pfiffig‘, äußerst üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''inzweiern''' Adj. ● ''innzweiern'' ,entzwei, zerbrochen, kaputt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''innzweiernes Dibbchen'' ,zerbrochenes Töpfchen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''inzweimachen''' ● ''innzweimachen'' ,entzwei machen, zerbrechen, kaputtmachen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ippen''' ● ''ebben'', ''ibben'' ,kurzen, heftigen Schmerz empfinden‘ (z. B. bei Stoß), ,jucken, brennen‘ (z. B. bei Brennesselberührung, Insektenstich), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Irrgewirr''' n. ● ,Durcheinander‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Irrwisch''' m. ● ,Irrlicht‘, üblichste Benennung, auch: ,unruhige hn und her fegende Person‘ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itsche''' f. ● ,Kröte‘, in Althessen die alleinige Bezeichnung (Vil. 1868); ,Eidechse‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kröte‘, Kassel (Bennecke 1904), ,Kröte, Frosch; zickiges kleines Mädchen‘, Kassel 20. Jh.; ,Kröte, Frosch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Du kleine Idsche'', schwaches Scheltwort, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).  ● Vil. sieht zu Recht in ''Itsche'' entrundetes *''Ütsche'', verweist auf Marburger Hexenprozeßakte 1633: ''Die fraw Eyla hab ein stecken genommen, vnd in ein vtsche oder kröte gestochen.'' Pfs. (1886) verweist auf oberhess. ''Eutsche'', das langes ''ü'' voraussetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itschenditsch''' ● ,das Junge von einem Hasen und einer Ente‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itschengegritsche''' n. ● ''Idschenjegridsche'' ,Froschlaich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itschenquitsch''' m. ● Bezeichnung für ein itschiges Kind, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''itschig''' ● ''itschich'' ,zickig, zänkisch‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Itzelei''' ● ,Zänkerei, Keiferei‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''itzeln''' ● ,necken‘ (Vil. 1868); ''sech itzeln'' ,miteinander zanken, keifen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''J.,''' siehe auch '''G.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''jacken''' ● ''jaggen'' ,schnell fahren‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''karjäckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jackern''' ● ,schnell reiten, schnell fahren‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868). ● Vgl. ''karjäckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jagden''' ● ''sech jochden'' ,sich spielend necken, sich neckend umhertummeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jahn''' ● ''Jahne'' f. ,die Reihe, Linie, Strich Arbeit, z.B. beim Kornschnitt, im Heumähen, gerade vor sich hin bei dem, was man sich davon vorgenommen hat‘, in Hessen allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''John'' m., Pl. ''Jehne'' (Dim. ''Jehnchen'') ,bestimmte Arbeitsfläche; Ackerabschnitt, der zu bearbeitet ist‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''in einer Jahne stehen'' ,in gerader Linie stehen‘, z.B. Bäume, aber auch von Menschen gebräuchlich (Vil.); ''fär Johne hen'' ,vor Jahne hin, der Reihe nach‘ (Hm.); ''zejohnehenne'' ,ziemlich, (so) einigermaßen‘, Kassel (Gr. 1894), ''zijohne'' ,langsam‘, Kassel (Lüttebrandt 1919). ● Nach Vil. ursprünglich maskulin, er verweist auf mhd. ''jân''; in Hessen „durchgängig“ feminin – was kaum stimmen kann, vgl. Oberellenbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jähnen''' ● ,gähnen‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jahren''' ● ''sech johren'' ,sich finanzielle erholen, zu Mitteln kommen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jammer''' ● ,Heimweh‘, Balhorn (Sl. 1901); ,Jammer‘, selten, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jammern''' ● ,seufzen, klagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''jimmern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jären''' ● ,gären‘, Kassel (Gr. 1894); ''jären'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jätehäckchen''' ● ''Jädehäckchen'', übertragen: ,hervorstehendes, meist aufwärts gebogenes Kinn‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jährehäggchen'' ,kleine Hacke zum Ausjäten des Unkrauts‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jätsch''' m. ● ''Jädsch'' ,einer, der die Schuhe schief tritt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jätschen''' ● ''jädschen'' ,die Schuhe schief treten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jauker''' ● ''jauger'' ,teuer, gefährlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jaunern''' ● ,winseln (von Menschen und Hunden), beständig nörgeln (von Kindern)‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ,Schmerzlaute von sich geben, weinerlich klagen‘, Kassel (Gr. 1894), ,Schmerzlaute von sich geben (von Menschen und Hunden)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jembern''' ● etwa: ,kläglich, sich sehnend, armrudernd herumgehen‘, Kassel (Gr. 1894) ● Vgl. ''embern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jende''' ● ''dulle Jende'' ,Frauenzimmer, das kein gesetztes Benehmen hat‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jetzunder''' ● ''jitzunner'' ,jetzt‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ''jetzunner'', Kassel (Gr. 1894), ''itzund'', ''gitzund'', ''itzunder'', ''gitzunder''. ● Kürzere Formen: ''jitzt'' (hauptsächlich für ,jetzt‘), Kassel; ''itz'', ''gitz'', ''itzet'', Balhorn (Sl.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jexe''' ● ,Hiebe, Schläge‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jexen''' ● ,hauen, schlagen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jicht''' f. ● ,Gicht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jichtbeere''' ● ,schwarze Johannesbeer‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jichtig''' ● ,eifrig (im Schaffen), jähzornig‘, Gegend von Felsberg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jimmern''' ● ,kläglich, mit einem hohen Ton jammern, winseln‘, ganz Althessen (außer dem niederdt. sprechenden Teil) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jippe''' f. ● ,Kippe; schwankendes Ende‘ (daneben auch ''Kippe'' gebräuchlich) Kasseler Gegend (Pfs. 1886);  ''Jebbe'' ,Kippe‘, Kassel (Gr. 1894). ●  ''uff der Jeppe stehn'' ,auf der Kippe stehen, vor dem Bankrott, vor der Katastrophe stehen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jippe''' f. ●  ''Jebbe'' ,Knabenschlitten‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jippen''' ● ,schwanken, schaukeln‘, Kasseler Gegend (Pfs. 1886); ''jebben'' ,kippen, rasch aus dem Gleichgewicht fallen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jippen''' ● ,Schlitten fahren, wie die Kinder es tun‘, östl. Hessen (Waldkappel) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jippen''' ● ,hell pfeifen‘, von Rädern oder Maschinen, deren Teile sich mit schrillem Ton reiben, Hersfeld (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jirscht''' m. ● ''Jirsch'' ,Schaum, welcher sich beim Gären bildet‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Jirscht'' ,Schaum‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hingegen in Kassel ''Girscht'' (s. d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Juchtelfuchtel''' m. ● ,Schnaps‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jü''' ● Zuruf an das Zugvieh, um dasselbe zum Fortgehen anzutreiben, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''juckeln''' ● ''juggeln'' ,unruhig sitzen, dabei mit dem Stuhl ruckeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''juckern''' ● ,unruhig, erschütternd sitzen‘, Kasseler Gegend (Pfs. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''jücken''' ● ''jeggen'' ,jucken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jüde''' ● ''Jidde'' ,Jude‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Balhorn (Sl. 1901); ''Jerre'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jüdenmensch''' n. ● ''Jerrenmönsch'' ,Jüdin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jüdschen''' f. ● ''Jedschen'' ,Jüdin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Jumfter''' f. ● ''Jumfder'' ,Jungfer‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jomfder'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''juppern''' ● ''jubbern'' ,unruhig auf etwas sitzen, wie mit Ungeduld sich zum Fortgehen anschicken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''K.,''' siehe auch '''G.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Kabe''' f. ● ,Spreu‘, Niederhessen, nördl. von Fritzlar; an der Schwalm, Amt Frankenberg (Vil. 1868); ''Kowe'' ,Spreu; auch der Spreu ähnlich sehende Teile des Kerngehäuses von Kernobst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kabefresser''' ● ''Kawefresser'' ,jem. der aus Geiz karge Kost genießt; Geizhals‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kowenfrasser'' ,Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kabehals''' ● ''Kawehals'', wie ''Kabefresser'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kabig''' ● ''kawich'' ,geizig, aus Geiz kargend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kabores''' ● ,entzwei, zerstört, kaputt‘, Kassel (Gr. 1894). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kächzebeutel''' ● ''Kächzebiedel'' ,einer, der viel hustet, keucht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kächzen''' ● ,stark stark husten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kahre''' f. ● ''Kohre'' ,Kehre; Wendung mit dem Fuhrwerk, Krümmung des Weges‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kahren''' m. ● ''Kahren'' ,Karren‘, Kassel (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''Korrn'' (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalátsche''' f. ● ''Kalaadsche'' ,eine, die tratscht, alles ausplaudert, Klatschbase‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kalöhdsche'' ,Klatschbase, Schwätzerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Karbatsche''.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''kalátschen''' ● ''kalaadschen'' ,tratschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''kalöhdschen'' ,über jemanden etwas in tadelnder Weise sprechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''karbatschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kälbern''' ● 1) ,sich erbrechen‘, sehr üblich, 2) ,Possen treiben, alberne plumpe Scherze machen‘, ziemlich üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalch''' ●  ,Kalk‘, Hessen (Pfs. 1886), Kassel (Gr. 1894); hingegen ''Kalk'' in Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalfakter''' ● ''Kalfacter'' ,jemand, der überall herumstreicht, horcht, zuträgt und ausplaudert; Spion‘, Schimpfwort (Vil. 1868); ''Kalfagder'' ,Person, die überall herumstreicht, Aushorcher, Zuträger‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kalfaktern, kalfatern''' ● ''kalfactern'' ,überall herumlaufen, horchen, zutragen und ausplaudern‘, oft scherzhaft (Vil. 1868), ''kalfagdern'' ,die Leute aushorchen, ihnen etwas zutragen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''kalfadern'' ,alles auskundschaften‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalopp''' ● ,Galopp‘, Kassel (Gr. 1894), ,schneller Ritt, schnelle Fahrt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kaloppieren''' ● ''kallebieren'' ,galoppieren‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''kallebierende Uszehrunge'' ,galloppierende Schwindsucht‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kalummer''' ● ''Kalummer Vauhl'', ''Kalummer'' m. ,Kanarienvogel‘, üblich, Nierhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kamasche''' ● ''Kamasche'' ,Gamasche‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kamösche'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kammbank''' ● Siehe ''Kannbank''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kanal''' s.(!) ● ,Kanalschacht und dessen Deckel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kandel''' f. ● ''Kanel'', ''Kenel'', „jetzt gewöhnlich Kandel gesprochen“, ,Röhre, besonders Dachrinne, Dachröhre‘ (Vil. 1868); ''Kannel'' ,Dachrinne, auch Abfallrohr‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kaanel'' ,Straßengosse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kannbank''' m.(!) ● ''Kannbank'' m., gesprochen ''Kammbank'', ,an der Stubenwand in Manneshöhe angebrachtes Brett, zur Ablage von Bierkrügen, Gläsern, Tassen und Büchern; an der Unterseite des Kammbanks Hakenleiste zum Aufhängen von gesponnenem Garn und Bekleidungsstücken‘, östl. Hessen (Vil. 1868); ''Kammbank'' ,Gerätesims in Küchen und ländlichen Stuben‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''Kammbank'' ,Küchenrepositur‘, Kassel (Gr. 1894), ''Kammbaank'' m. ,an der Wohnzimmerwand angebrachtes Brett, auf dem allerlei kleine Gegenstände aufgestellt werden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Pfs. bezweifelt Vil.s (naheliegende) Annahme, daß das Vorderglied als ''Kann(e)'' zu deuten sei; er sieht darin ''Kamm'' und faßt das damit gebildete Kompositum bildlich auf. Mhd. ''banc'' ist fem., aber auch mask., insofern erklärt sich ''der Kannbank''; die Bildung dürfte sehr alt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kannbanksläufer, -laufer''' ● ''Kammbanksläufer'' ,kleiner, unverständiger und zu Geschäften unbrauchbarer Knabe‘, östl. und inneres Hessen (Vil. 1868); ''Kammbankslaufer'' ,Lohnläufer; einer, der sich mit kleinen Aufträgen mühsam durchschlägt‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kammbangsleefer'' ,jemand, der sich die Gunst von anderen zu erwerben weiß, indem er ihnen allerlei kleine Dienste erweist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kannbrett''' ● ''Kambret'', entspricht ''Kannbank'', Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kappenieren''' ● ''kabbenieren'' tr. ,zerbrechen, entzweischlagen; erschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kaprisig''' ●  ''kabrísech'' ,kapriziös, launenhaft, auffahrend, jähzornig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kapuster''' m. ● ,dicker, kurzer Mensch‘, besonders von einem dicken Kind gesagt, scherzhaft, überall verbreitet (Vil. 1868); ''Kabuster'' ,pausbäckige, robuste Person‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vil. vermutet Herkuft von russ. ''Kapustra'' (''Kappus'' ,Weißkraut‘), also Vergleich mit einem Kohlkopf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karbatsche''' f. ●  ''Karwaatsche'' ,aus ledernen Riemen geflochtene Peitsche mit lederüberzogenem Stiel‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vil. (1868) erwähnt zwar ''Karbatsche'', gibt aber keine Bedeutung an, das Wort sei bekannt, aber nur wenig geläufig, meist im östl. Hessen. Nach Gr. von französ. ''cravache'' ,Reitpeitsche‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karbatsche''' f. ● ''Karwöhdsche'' ,Schwätzerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ist wohl ''Karbatsche'' ,Peitsche‘ mit Bedeutungsübertragung von lautlich ähnlichem ''Kalatsche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karbatschen''' ● ''karwaatschen'' ,(ver)prügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karbatschen''' ● ''karwöhdschen'' ,überall umherlaufen, um zu plaudern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''kalatschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karch''' m. ● ''Korch'' ,starker Husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karchen'''  ● ''korchen'' ,stark husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karges'''  ● ''karges machen'' ,Schaden stiften‘, auch: ,listig jemandes Vorhaben vereiteln‘, Felsberg (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karjäckerchen''' ● ,Träbchen, kleiner kurzer Trab‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karjäckern''' ● ,traben, laufen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. ''jacken'', ''jackern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karmenade''' ● ,Karbonade‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Karnette''' f. ● ''Karnette'', gewöhnlich: ''Karnettchen'', ,Weibermütze‘, diese wurde getragen in Kassel (von älteren Bürgerinnen) bis gegen 1830 und „jetzt“ noch in der näheren Umgebung von Kassel (Vil 1868);&lt;br /&gt;
''Karnette'' ,Spitzbetzel‘ (Pfs. 1886); ''Karrnedde'' ,steife und spitze Haube der Bäuerinnen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Aus französ. ''cornette'' ,Haube der Frauen‘ (Gr.). ● Siehe ''Spitzbetzel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''karnuffeln''' ● ''karnuffeln'', ''karnüffeln'', 1) ,stoßen, prügeln‘; besonders „stumpen“ mit Faust oder Ellenbogen, allgemein üblich; 2) ''karniffeln'' ,mit dem Kinderschlitten fahren‘, Gegend von Philippsthal-Kreuzberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kartenrätscher''' ● ''Kaardenrätscher'' ,leidenschaftlicher Kartenspieler‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kartuffelschnipper''' ● ''Gordüffelschnebber'' ,geröstete Kartoffelscheibe‘, beliebt als Zuspeise zum Morgenkaffee, besonders im Winter, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''käsen''' ● ,klatschend werfen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kassel''' ● redensartlicher Spaß, Niederhessen: „Man hebet Kinder hoch, indem man ihren Kopf bei Ohren zwischen Hände nimt, um ihnen angeblich ,Kassel zu zeigen‘.“ (Pfs. 1886) ''Ech wäll dä moh Kassel wiesen!'' Mit diesen Worten pflegt man kleine Kinder am Kopf hochzuheben. Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel, 20. Jh., heißt die Frage an kleine Kinder: „Soll ich dir mal den Herkules zeigen?“ Bei Bejahung folgt dieselbe schmerzliche Prozedur. ● Siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kastaniel''' f. ● ''Kastanjel'' ,Kastanie‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ''Kastanchel'', ebd. (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''Gresdanjel'' (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kastrullbursche''' ● ,Köchin, Küchenmädchen‘(!), scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kastrulle''' f. ● ''Kastrulle'' ,Kasserolle‘, Kassel (Gr. 1894);  ''Kasdrolle'' ,kleiner Blechtopf mit Stiel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''casserole'' ,Tiegel, Schmorpfanne‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käte''' f. ● ''Käde'' ,Schweinsklaue‘, Kassel (Gr. 1894), ''Käden'' ,Schuhe‘, Kassel 20. Jh. (z.B. Bennecke 1904); ''Keede'' f. ,Klaue der Wiederkäuer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die Oberellenbacher Form paßt im Vokalsimus nicht zu der Kasseler Form; Hm. führt sie denn auch unter dem Stichwort ''Köte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''katern''' ● ''kodern'' ,vertraulich miteinander verkehren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kathrine''' ● ,Katharina‘ ● ''De schnelle Katriene'' ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894); diese Wendung muß früher sehr üblich gewesen sein, denn Gr. merkt an: „Einziger Fall, wo der Kasseläner ''schnell'' gebraucht.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kätschel''' f. ● ''Kädschel'' ,Mund‘, verächtlich; übertragen: ,Schwätzerin, Person, die dauernd nörgelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kätscheln''' ● ,die Schuhe schieftreten‘, Amt Schönstein, Jesberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kätscheln''' ● ''ketscheln'' ,langsam kauen‘, untere Eder (Pfs. 1886); ,ohne Appetit essen, an etwas herumkauen‘, Kassel 20. Jh.; ''kadscheln'', dasselbe, und übertragen: ,dauernd dummes Zeug reden, dauernd verdrießlich mäkeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kätschelschlette''' f. ● ''Kädschelschlädde'' ,Person, die dauernd unvernünftiges Zeug redet, dauernd nörgelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Schlette''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kätschen''' ● ''kädschen'' ,langsam und ohne Appetit an etwas herumkauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Katzenfleisch''' ● ''Katzenfleesch'' ,sehniges Fleisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kauchen''' ● ''kauchen'', gesprochen meist ''kuhchen'' ,niederkauern, niederhocken‘ (Vil. 1868; Vorkommen nach ihm: Oberhessen); ''kuchen'' (''u'' kurz) ,kauern, hocken‘, Kassel (Gr. 1894); ''sech küchen'' (''ü'' kurz) ,sich niederkauern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaule''' f. ● ''Kule'', ''Kaule'' ,Grube‘, im niederdt. sprechenden Niederhessen und fuldaaufwärts bis in die Gegend von Rotenburg vorkommend (Vil. 1868); ''Kulle'' ,Kuhle, Grube, Mulde, Vertiefung‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaule''' ● Siehe auch ''Kulle''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaulert''' m. ● ''Kullert'' ,Kaulbarsch, kleiner Fisch mit Rückenstacheln‘, Kassel (Gr. 1894); ,kleiner, dunkler, häßlicher Stachelflosser‘, ebd. (Lüttebrandt 1919). ● ''Kullert'' &amp;lt; ''Kuller'' + mit Dentalzusatz wie ''Koffert'', ''alst'', ''ebend'' u.a.m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käutchen''' ● ''Kiddchen'' ,Backengrübchen‘, wörtlich: ,kleine ''Kudde'' (''Kaute'')‘, Kassel (Gr. 1894). ● Redensart ''En Kittchen im Backen, en Schelmen im Nacken.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaute''' f. ● ''Kaute'', ''Kutte'' ,Grube, jede Vertiefung‘ (Vil. 1868); ''Kudde'' ,kleine Grube‘, Kassel (Gr. 1894); ''Küdde'' ,Grube, Vertiefung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kaute''' f. ● ''Kaute'', ''Kutte'' ,der in einen runden mit einer Spitze versehene Knäuel zusammengedrehten gehechelten Flachses, bereit zur Verarbeitung am Spinnrad‘ (Vil. 1868); ''Kudde'' ,Zopf, Bund (Garn, Flachs), kleine Garbe‘, Kassel (Gr. 1894); ''Küdde'' ,kegelförmig zusammengedrehtes Bündel gehechelten Flachses‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''käuweln''' ● ,kauen‘, niederhess. (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käuzchen''' ● ''Kützchen'' ,die Gestalt eines zusammengekauerten Menschen‘, Niederhessen (Vil. 1868). ●  Redewendung ''Kützchen machen'', ''Kützchen sitzen'' ,niederkauern, sich zusammenkauern‘ (Vil. 1868); ''en Kitzchen machen'' ,in gekauerter Haltung auf dem Eis schurren (''glieden'')‘, Kassel (Gr. 1894), ,niederkauern, sich in die Knie herablassen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''kauzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kauzen''' ● ''kuzen'' ,kauern, hocken‘, ''sich kuzen'' ,sich hinhocken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Vil. hat das Wort nicht, verweist aber unter ''Kützchen'' auf verwandtes ''kauchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Käwweler''' ● ,jem., der käwwelt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kawweln, käwweln''' ● ''kabbeln'', ''käbbeln'', ''kawweln'' ,beschwerlich (zahnlos) kauen‘; an der Diemel: ,plappern, plaudern‘, abfällig (Vil. 1868); käwweln ,gehaltlos reden (wie aus zahnlosem Mund); mit vergeblichem Speichelaufwand an etwas herumbeißen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Frequentativum von ''kauen'' (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kehrdreck''' ● ,Kehricht‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kährdräck'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kehr''' f. ●  Nur in den Redensarten ''üsser der Kehr'' ,außer der Kehr, abgelegen‘, ''von enger Motz Kehr'' ,von einer Mutz (Schwanz?) Kehr, plötzlich, unerwartet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''keilen''' ● tr. ,(an)treiben, drängen; durch unverschämte Lockungen herbeiziehen‘ (Vil. 1868); ''kielen'' tr. ,jem. zu etwas drängen, andauernd mit Bitten belästigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zu ''Kiel'' ,Keil‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keipe''' f. ● ,Tasche‘, in Niederhessen bis Hünfeld ausschließliche Bezeichnung; ''Tasche'' auf dem Land vielfach unverständlich (Vil. 1868); ''Kibbe'' ,Tasche an der Bekleidung‘, Kassel 19., 20 Jh., auch: ,Umhängetasche‘ (Gr. 1894); ''Kibbe'' ,Tasche (am Kleid)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Kiepe'' im niederdt. (nördlichen) Niederhessen, ''Keipe'' in Oberhessen (Vil. 1868). ● Früher hess. Beleg: „Sie [die Indios] tragen jhre Kinder auf dem rücken, in ''keipen'' von Baumwollen garn gemacht“, so Hans Staden 1567; als Homberger hat er sicherlich ''Kiepen'' gesprochen und das Wort regelhaft hochdeutsch umgesetzt (Aussprache mit Vokalkürzung, ''Kibbe'', erst nach dem 16. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keipengeld''' ● ''Kibbengalt'' ,Taschengeld‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kelleresel''' m. ● ,Kellerassel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kalleräsel'' m., dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kersche''' f. ● ,Kresse, Brunnenkresse‘, ganz Althessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kesper''' f. ● ,Kirsche‘, in ganz Niederhessen die ausschließliche Bezeichnung, nie ''Kirsche'', ''Kersche'' (Vil. 1868); ''Kesber'', dasselbe, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Lüttebrandt, Kassel, bezeichnet 1917 ''Kesbern'' als „bäurisch“, d.h., in Kassel war zu seiner Zeit ''Kesper'' wohl bereits weitgehend durch hochdt. ''Kirsche'' ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kesselwurst''' ● ''Kässelworscht'' ,Leberwurst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keuchbeutel''' ● ''Kichebiedel'' ,einer, der viel keucht, hustet‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. auch ''Kichhusten'' ,Keuchhusten‘ (Gr.). Das beiden Begriffen zugrunde liegende Verb *''kichen'' ,keuchen‘ wird von Grassow nicht aufgeführt, scheint also in Kassel im 19. Jh. bereits erloschen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''keuchen''' ● ''kichen'', bezeichnet auch den Anfall jähzornger Kinder, die rot und keuchend vor Erregung plötzlich in einen Starrkrampf verfallen, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Keule''' ● ''Kiele'' ,großes Stück Fleisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kiebitzchen''' ● Pl. ''Kiewitzerchen'', Kassel (Lüttebrandt 1917). ● ''de Kiwiddzerchen hieden'' ,die Kiebitzchen hüten‘, d.h. ,müßig zu Hause bleiben‘ (Lüttebrandt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kienrauch''' ● ''Kinnröhch'': ,Kienruß, schwarze Farbe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kilsen''' ● ,klatschend werfen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kippe''' ● Siehe ''Keipe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kippes''' ● gleicbedeutend mit ''Fickfacker'' ,Schwänkemacher, Aufschneider, Betrüger‘, Schwalm (Pfs.1, 1889). ● &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kirmese''' f. ● ''Kirmes'' ,Kirchmesse, Kirchweihfest‘, ganz Althessen (Vil. 1868); ''Kirmese'' ,Kirmes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kermese'' ,alljährlich im Herbst stattfindendes Volksfest‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kissenzieche''' f. ● ''Kessenzieche'' ,Kissenüberzug‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kitzen''' ● ,junge Katzen zur Welt bringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Zieche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klabuster''' m. ● ''Klawuster'' ,zähes Klebrig-Breiartiges, z.B. klebriger Schmutz, zäher Leim, Kleister‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klabusterbeeren''' Pl. ●  ,Hämorrhoiden‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klabustern''' ● ''klawustern'' ,die Hände in Klebrig-Breiartigem bewegen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klabustrig''' ● ''klawusterich'' ,zäh-klebrig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klackern''' ● ''klaggern'' ,kleckern‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klackerpapier''' ● ,Löschpapier‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klacks''' m. ● ''Klaggs'' ,Klecks, geringe Menge‘, Kassel 20. Jh.; ,Klecks‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Du host wohl en Klaggs!'' ,Du bist wohl nicht bei Sinnen, bei Trost!‘ Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klacksen''' ● ,klecksen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Dä glaggsd’s wohl!'' ,Dir klackst es wohl! Du bist wohl nicht recht gescheit!‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläffen''' ● ''kleffen'' intrans. ,etwas offen stehen‘, trans. ,etwas öffnen‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); intrans. ,klaffen, auseinanderstehen (z.B Wundränder), einen Spaltbreit offenstehen (z.B. Tür, Fenster)‘, trans. ,etwas zum Klaffen bringen, einen Spaltbreit öffnen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gläffen'' ,nicht ganz geschlossen sein, halb offenstehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klambastern, klabastern''' ● ''klabastern'', auch ''klambastern'' ,sich unruhig bewegen‘, tr. ,jem. in unruhige Bewegung versetzen, hin und her treiben‘ (Vil. 1868);  ''klambastern'', ''klabbastern'' ,holprig gehen‘, auch: ,umständlich arbeiten‘, Kassel (Lüttebrandt 1917); ''glambasdern'' ,mühsam an etwas arbeiten, sich abquälen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Klabastern'' dürfte sicherlich Verkürzung aus ''klambastern'' sein; wenn ursprünglich, wäre die Aussprache ''klawastern'' (vgl. ''klabustern'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klambes''' m. ● ''Glambes'' ,plumper, schwerfälliger Mensch in Gangart und Ausdruck‘, Kassel (Gr. 1894), ''Klampes'', ebd. (Bennecke 1904); ''Glambest'' ,dicker schwerfälliger Mensch,  auch schwerfälliges Tier, unhandlicher Gegenstand‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klamm''' m. ● ''Glaam'' ,Emfindungslosigkeit der Finger‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klammerbeutel''' ● ''Klammerbiedel'' ,dürre Person, bestehend aus Haut und Knochen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klänen''' ● ''glähnen'' ,indiskret weitererzählen, was einem gesagt wurde‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläppern''' ● In der Redewendung ''en Ei kläbbern'' ,ein Ei aufschlagen‘, Kassel (Gr. 1894); in Oberellenbach hingegen ''glabbern'' ,kleppern, quirlen, mit dem Rührlöffel zerschlagen (Ei)‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klapperschiß''' ● ''Klabberschäß'' ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klapperschulden''' ● ''Glabberscholden'' ,kleine, geringfügige Schuldbeträge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klapperwerk''' ● In der Redewendung ''d’s Klabberwerk hon'' ,krankhaftes bzw. altersbedingtes Zittern haben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klärisch''' ● ''klährsch'' ,wählerisch‘ (nur im Hinblick auf Speisen und Getränke), ''net klährsch'' ,dreist, unverschämt zulangend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klaterig''' ● ,schmutzig und naß (Straße, Wetter, Angelegenheit)‘, in Niederhessen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klatern''' ● Siehe ''vullkladern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klatschen''' ● ''glödschen'' ,angeben, Anzeige machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kläuel''' m. ● ''Glöiwel'' ,Knäuel, Garnknäuel, derb-unförmige Masse‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von mhd. ''kliuwel''. ● Siehe ''Kluchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläuelig''' ● ''glöiwelech'' ,knäuelig, unförmig, schwerfällig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kläueln''' ● ''glöiweln'' ,knäueln, zu einer wirren unförmigen Masse zusammenfügen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kledasche''' f. ● ''Kledaasche'' ,Bekleidung‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kleiben''' ● ''gleewen'' ,mit Lehm verschmieren; dick auftragen (besonders vom Brotaufstrich)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klemensen''' ● ''klehmensen'' ,beim Essen nicht ordentlich zugreifen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klemenser''' ● ''Klehmenser'' ,einer, der beim Essen nicht ordentlich zugreift‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klemenzen''' ● ,allzu schleppend sprechen‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886). ● Wohl identisch mit ''klemensen''. Gemeinsame Vorstellung vermutlich: ,mit dem Mund langsam sein‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klemme''' f. ● ,ordinäre Wurst‘, Kassel (Gr. 1894), ,minderwertige Leberwurst‘, ebd. (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klemmhölzer''' ● ''Klemmhelzer'', übertragen: ,schiefe Beine‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klengen''' ● ,klingen machen; die Samenkapseln des Spätflachses auf einem Tuch in der Sonne ausbreiten, damit sie klingend aufspringen und den Samen fallen lassen‘ (Vil. 1868); ''glängen'', dasselbe, weiterhin: ,jem. ängstigen, quälen, zu etwas zwingen, mit Bitten in jem. dringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Die „Kliwwer“|'''Klieber''']] f. ● ''Klibber'', ''Kliwwer'' ,Splitter Holz zum Küchengebrauch‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Kliwwer'' ,abgespaltenes Holzstück‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), außerdem: ''die Kliwwern'' ,die Finger‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Glewwer'' ,gespaltenes Holzstück, fertig zum Gebrauch in der Küche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kliebern''' ● ''klibbern'' ,zerschlagen, in Stücke, zumal in Splitter schlagen oder zerbrechen lassen‘ (Vil. 1868); ''kliwwern'' ,Holzklötze in Klibbern schlagen; etwas zerbrechen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Früher Beleg bei Hans Staden aus Homberg (1567): ''kliebern'' ,(gefällten Baum) zu Kleinholz machen‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klimper''' f. ● ,kleine Gattung von Schossern, Murmeln‘, Kassel, in Pfs.s Jungenzeit gebräuchlich (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klimperklein''' ● ,äußerst klein, winzig‘ (Vil. 1868); ''klimberkleine'', Kassel 20. Jh. ● Variante in Oberellenbach ''klumperklein'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klingel''' ● ''Klengel'' ,Kaltpisse‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klinke''' f. ● ''Glingge'' ,Türklinke; Rockfalte, die von der Schneiderin in den Weiberrock gelegt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klittern''' ● ''kleddern'' ,kleckern, klecksen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klopfe''' f. ● ''Klobbe'' (Sg.) ,Schläge, Hiebe, Prügel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klopfechtig''' ●  ,''klóbbächdich''  ,zum Klopfen geeignet‘, z.B. von einem Gegenstand gesagt, der einen Hammer ersetzen kann, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe -''echtig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klöpfen''' ● ''klöppen'' ,mit nur einer Kirchenglocke läuten‘, Amt Frankenberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kloster''' ● ,Irrenanstalt‘, Balhorn (Sl. 1901). ● He eß riffe veors Kloster. ,Er ist fürs Irrenhaus reif.‘ (Sl.) ●  Bedeutungserweiterung bzw. -verschiebung, da die Klöster Merxhausen und Haina in Pflegeanstalten (Merxhausen für weibliche Schwachsinnige) umgewandelt worden sind (Sl.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klosterbruder''' ● ,Verrückter, Narr‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klosterschwester''' ● ,irrsinige Frauensperson‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[„Klowes“|'''Klowes''']] ● ''Klaus'', auch ''Klas'', gewöhnlich ''Klowes'', Abkürzung von ''Nikolaus'' (Vil. 1868); ''Klowes'' ,ein massiver, tölpelhafter Mensch, Balhorn (Sl. 1901); ''Klowes'' ,Tölpel, dummer, unbeholfener Mann oder Junge; ,zum Klowes-Abend (6. Dez.) verkleidetes Kind‘, Kassel und Umgebung 20. Jh.; ''Glowes'' ,St. Nikolaus; verkleideter Erwachsener, der am Abend des 6. Dez. zu den Kindern kommt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Klowes'', bis ins 18. Jh. in Niederhessen regulärer Vorname, so auch durchaus in den Kirchenbüchern zu finden, bis ins 19. Jh. übliche Rufform für ''Nikolaus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klowes-Abend''' ● Ohne diesen Begriff zu nennen, führt Vil. aus: „Der Umzug des ''Klaus'', ''Klas'', ''Klowes'', ''Niklowes'' am 6. Dezember Abends ist noch jetzt in manchen Gegenden, namentlich in und um Hersfeld, Marburg, Kassel regelmäßig üblich; bis 1840 wurde derselbe noch häufig von Erwachsenen, auch noch mit dem alten Schläge-Austeilen und Nüsse-Werfen, vollzogen; seitdem ist der Umzug zu einer Kindermummerei und einem Gaben-Erbitten Seitens der vermummten Knaben herabgesunken.“ (Vil. 1868) ''Klowes-Owend'': Als ''Klöwese'' vermummte Kinder gehen von Haus zu Haus und erbitten mit dem Aufsagen kleiner Verschen Gaben, Kassel und Umgebung, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kluchen''' ● (''u'' kurz) ,Knäuel‘, z.B. ''en Kluchen Garen'' ,ein Knäuel Garn‘, Kassel (Gr. 1894). ● Eng verwandt mit ''Kläuel'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kluft''' f. ● ,Feuerzange‘,  „durch unser ganzes Gebiet“ (Pfs. 1886), Kassel (Gr. 1894). ● Nach Gr. ausdrücklich nicht ,Bekleidung‘; fehlt in beiden Bedeutungen in Niederellenbach (Hm. 1926); bei Vil. (1868) nicht verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klüftchen''' ● ,dünner, auch schlechter, abgenutzter Rock, besonders wird der Frack so bezeichnet‘, sehr üblich, besonders in den Städten (Vil. 1868); ''Kleftchen'' ,ärmliches Kleid‘, Kassel (Gr. 1894); ''Glefdchen'' ,schlechter abgetragener Rock, schlechter Anzug‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klumper''' ● ''glümber'' ,sehr klein‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klumperklein''' ● ''glümbergleen'' ,sehr klein, winzig, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Siehe auch ''klimperklein''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klunde''' f. ● ''Glonde'' ,liederliches Frauenzimmer‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klunder''' f. ● ,kotiger Ansatz am unteren Rand der Weiberröcke, auch Kotklumpen überhaupt‘, allgemein üblich (Vil. 1868), ''Klunner'', meist im Pl. ''Klunnern'' verwendet: ,kleine feuchte Klumpen, Schmutzklümpchen, Schmutzansatz am unteren Teil der Kleider, an Schuhen usw.‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Glönder'' ,Schmutzansatz am unteren Rand  des Frauenrocks, an der Wolle der Schafe, den Oberschenkeln des Rindviehs usw.; schmutziges Frauenzimmer‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ●  Siehe ''zuklundern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klundermarsch''' ● ''Klunnermarsch'' ,„landverlaufene“ Dirne‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kluppe''' f. ● ''Globbe'' ,Werkzeug mit verstellbarem Schieber zum Messen des Umfang des Baums‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Kluppe'' wird außer im speziell technischen Sinne nur metaphorisch gebraucht: ''einen in die Kluppe kriegen'' ,einen in seine Gewalt bekommen, um ihn zu bedrängen‘, sehr übliche Redensart (Vil. 1868); ''Klubbe'', nur in der Redewendung ''einen in der Klubbe hon'' ,jem. in die Enge getrieben haben, festgenagelt haben, in der Gewalt haben‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Knuppe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Klutt''' m. ● ,ein halbgefüllter Sack‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''klutzig''' ● ''klutzich'' ,klumpig gewordener Teig oder Kleister‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knabbeln''' ● ''knawweln'' ,knabbern‘, Kassel 19. Jh. (Jonas). ● Siehe ''knauweln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knäckern''' ● ''gnäggern'' ,ein knackendes Geräusch verursachen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knaffen''' ● ''gnaffen'' ,nach etwas schnappen; an etwas herumnagen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knallen'''  ● ''gnallen'' intr. ,knallen‘, tr. ,Beischlaf ausüben mit‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knapp''' ● ,knapp‘, in Kassel fast immer: ,kaum‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnapp'', als Adjektiv ,knapp‘, als Adverb ,kaum‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knappen''' ● ,mit der Geißel [Peitsche] knallen‘, an der mittleren Eder; ,sich den Knöchel vertreten‘, allgemen üblich (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knarbeln''' ● ,an etwas Hartem hörbar nagen‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knarchen''' ● ,knarren‘ (mit tieferem Ton als ''knirchen''), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatsch''' m. ● ,weicher Kot, besonders wie er sich bei Tauwetter bildet‘ (Vil. 1868); ''Knaatsch'' ,nasse, zähe Masse‘, insbesondere ,Straßenschmutz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), übertragen auch: ,Mißhelligkeiten, Dauerstreit‘, Kassel 20. Jh.; ''Gnaadsch'' ,Schmutz, Straßenschmutz‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knatschen''' ● ,weiche Gegenstände zerdrücken, in Weichem die Hände knetend bewegen; hörbar kauen‘ (Vil. 1868); ''knaatschen'' ,beim Essen schmatzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knatschig''' ● ''knaatschich'' ,feucht-schmutzig‘, vor allem in Bezug auf den Straßenzustand,  Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1984); ''gnaadschech'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatschwetter''' ● ,starkes Tauwetter mit Regen‘ (Vil. 1868); ''Knaatschwedder'' ,Wetter, das alles aufweicht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gnaadschwädder'' ,feuchtes, schmutziges Wetter‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatz''' m. ● ''Gnatz'' ,Krätze‘, in ganz Hessen die ausschließliche Bezeichnung; ,Grind, besonders Kopfgrind; schmutziger Geiz‘ (Vil. 1868); ''Gnatz'' ,Krätze, Grind‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● In der hess. Mundart wird mit geringen Ausnahmen ''Knatz'' statt ''Gnatz'' gesprochen (Vil.); Hm. führt ''Gnatz'' unter dem Stichwort ''Knatz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knatzkopf''' ● ''Gnatzkopf'' ,Grindkopf‘, meist in übertragener Bedeutung gebraucht: ,eckiger, launischer, eigensinniger, unverträglicher Mensch‘, Tadel- und Scheltwort, allgemein verwendet (Vil. 1868); ''Gnatzkopp'' ,launischer, unverträglicher Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knaubeln''' ● ''knauweln'' ,knaupeln(!), knabbern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knäubeln''' ● ''gnaiweln'' ,mit zahlosem Mund kauen, langsam und mit Mühe kauen; beständog kleinlich, verdrießlich mäkeln‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneif, Kneip''' m. ● ''Kneif'' ,Messer‘; ''Kneif'' im Bereich von Fulda, ''Kniff'' ,Zulegemesser, Taschenmesser; schlechtes Messer‘ im östl. Hessen, ''Knipp'' in Hersfeld und weiter westlich (Vil. 1868); ''Kniff'' ,Messer‘, Kassel (Bennecke 1904); ''Gnipp'' ,schlechtes, stumpfes Messer‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kneipen''' ● ''knibben'' ,kneifen, zwicken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnibben'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneipkuchen''' ● ''Knibbkuchen'' ,Waffeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneipzange''' ● ''Gnibbzange'' ,Kneifzange‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kneller''' m. ● ,Tabak übler Sorte‘ (Pfs. 1886); ,minderweriger Tabak‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knellern''' ● ''knällern'' ,Kneller rauchen; einen hohen Preis fordern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knepen''' Pl. ● ''Kneben'' ,Grillen, Launen, Tücken‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gneben'' ,hinterlistige Gedanken‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Es hot sinne Kneben.'' ,Die Sache hat ihre Tücken.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knerbeln''' ● ,unaufhörlich, in widerlichem, verdrießlichen Eigensinn ausdrückenden Ton tadeln‘ (Vil. 1868); ''knerweln'' ,nörgeln, halblaut unzufrieden vor sich hin reden, vor sich hin maulen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnärweln'' ,fortgesetzt vor sich hin knurren, in verdrießlicher Weise tadeln‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vil. verzeichnet ''knerbeln'' beim Stichwort „knarbeln“, sieht es wohl als Nebenform dazu an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knerbelpeter''' ● ''Knerwelpeter'' ,ein unaufhörlich in weinerlichem oder murrendem Tone sich beklagender Mensch, dem nichts rechtzumachen ist‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Gnärwelbeeder'' ,Nörgler‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knerren''' ● ''gnärren'' ,schreien (bei kleinen Kindern), Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetebart''' ● ''Knädebart'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnähreboort'' ,breit und langweilig redender Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetebeutel''' ● ''Knädebiedel'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894), ,einer, der durch dauerndes Daherreden nervt‘, ebd. 20. Jh.; ''Gnährebiddel'' ,breit und langweilig redender Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetemichel''' ● ''Knädemichel'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kneten''' ● ''knäden'' ,kneten; breit und langweilig reden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''kneten'' ,langsam und langweilig reden‘, Balhorn (Sl. 1901); ''gnähren'' ,kneten; breit und langweilig reden‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetepeter''' ● ''Gnährebeeder'' ,breit und langweilig redender Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetesack''' ● ''Knädesack'' ,einer, der langweilig redet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetsch''' m. ● ,nasse, zähe Masse‘, insbesondere ,Straßenschmutz‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Das ''e'' in ''Knetsch'' ist kurz, im Gegensatz zu dem langen ''a'' in dem verwandten ''Knatsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knetschen''' ● ,quetschen, zerquetschen‘ (Vil. 1868); ,(zusammen)drücken, quetschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''gnäddschen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Quetschen'', ''zerquetschen'' ist hingegen unüblich. (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knetscher''' ● ,Weißbinder‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knettern''' ● ''gnäddern'' ,knattern, krachen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knick''' m. ● ''Knick'' ,kleine steile Anhöhe‘, in Nieder- und Oberhessen sehr üblich (Vil. 1868); ''Gneck'' ,Riß, Sprung, Bruch; kleine steile Anhöhe‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knickeln''' ● ''gneggeln'' ,in die Knie fallen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kniegurte''' f. ● ''Gniegorde'' ,Strumpfband‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kniehälsen''' ● ''gniehälsen'' ,erschlagen, um die Ecke bringen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knipsen''' ● ''knipsen'', ''knupsen'' ,mit Wackeln und Schossern schießen‘, Kassel (Pfs. 1886); ''knipsen'', wie hd., dazu: ,mit Wackeln schießen, sie abschnellen‘, Kassel um 1950. ● Siehe ''knupsen'', ''Wackel'', ''Schosse(r)''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knirchen''' ● ''knerchen'' ,knarren‘ (mit höherem Ton als ''knarchen''), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knittern''' ● ''kneddern'' ,knirschen‘, wie z.B. die Wagenräder auf gefrorenem Schnee, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knobelinchen''' ● ''Knowelienchen'' ,Knoblauchwürstchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knöchen''' ● ,peinigen, quälen‘, allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knopfe''' f. ● ''Knopfe'', ''Knoppe'' ,Knospe; Finne im Gesicht‘, allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''Knobbe'' ,Knospe; Gesichtspickel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnobbe'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926); ''Knobbe'' ,Knospe‘, Lohne 2014.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knorschen''' ● ''gnoorschen'' ,mit den Zähnen zerkleinern‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knotenfurz''' ● ''Gnoorenforz'' ,kleiner Kerl, Dreikäsehoch‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● In Kassel hingegen ''Furzknoden''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knoz''' m. ● ,kleiner, unansehnlicher Mensch‘ (Vil. 1868); ''Knooz'' ,kleines Kind‘, auch: ,ungewöhnlich kleiner Erwachsener‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gnooz'' ,kleiner Kerl‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knozen''' ● ,derb und unordentlich zusammendrücken, namentlich zusammenbinden; sich mit einer Sache abmühen, damit nicht fertig werden können‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''knozen'' ,sich mit (kleiner) Arbeit abmühen, Arbeit unsorgfältig verrichten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnoozen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuffelarbeit''' ● ''Knuffelarweit'' ,schwierig auszuführende (Hand-)Arbeit‘, Kassel 19., 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuffeln''' ● ,kleine Handarbeiten (pfuscherhaft) verrichten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuffig''' ● ''knuffich'' ,übertrieben, übermäßig‘ (z.B. Preis, Benehmen), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knullch''' m. ● ''Gnollch'' ,derber Schuh‘, auch: ,grober unhandlicher Gegenstand‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knullchen''' ● ''gnollchen'' ,derb stoßen, schlagen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knulle''' f. ● ''Knulle'' ,Knolle; großes Stück Brot, großer Knust‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnülle'' ,unförmig großes Stück Brot‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knülle''' ● ,hochgradig besoffen‘, beliebter, wohlmeinender Ausdruck, ganz Hessen (Pfs. 1886); ''knille'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knullig''' ● ''knullich'' ,ungehörig groß, grob, unverschämt‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnollech'' ,übermäßig, übertrieben‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knüpftuch''' ● ''Knibbeduch'', Dim. ''Knibbediechelchen'' ,kleines Halstuch‘, Kassel 19. Jh. (Herzog, Gr. 1894), 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppe''' f. ● ''Knupe'', ''Knaupe'' ,Auswuchs am Körper, Beule‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppe''' f. ● ''Knubbe'' ,geizige Frau, namentlich Händlerin, die beim Wiegen und Messen abknuppt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppe''' f. ● Redensart ''än inn de Gnübbe grijjen'' ,jem. in die Knuppe kriegen, in seine Gewalt bekommen, jem. seine Überlegenheit fühlen lassen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Umdeutung von ''Kluppe'' (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuppel''' m. ● ,Auswuchs am Körper, Beule‘, Niederhessen (Pfs. 1886), ''Knubbel'' ,knotenartige Verdickung (nicht nur am Körper)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuppen''' ● ''knubben'' ,kargen, abzwacken‘, Kassel (Gr. 1894). ●  Siehe ''abknuppen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperarbeit''' ● ''Knubberarweit'' ,Geduld heischende Arbeit‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperbeinchen''' ● ,die kleinen dünnen „Knöchelerchen“ am Geflügel, wo die Fleisches-Fasern zuletzt nur noch mit den Zähnen gesucht, abgeknuppert werden‘ (Pfs. 1886). ● ''Bis aufs Knupperbeinchen'' ,einer Sache bis auf den tiefsten inneren Grund gehen‘ (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperfleisch''' ● ''Knubberfleisch'' ,Fleisch dicht am Knochen, das nur abgeknuppert werden kann‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnobberfleesch'' ,sehniges, knorpeliges Fleisch, besonders das Fleisch an den Ohrmuscheln‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Bis uffs Knubberfleisch'' ,aufs gründlichste‘ (Gr., auch 20. Jh.). ''Se zänggen sech bis offs Gnobberfleesch'' ,sie zanken sich bis aufs Messer‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knupperig''' ● ,was beim Zerbeißen den Knupperlaut erzeugt (siehe ''knuppern''); scharf gebacken (Brot, Kuchen)‘ (Vil. 1868); ''knubberich'' ,zum Knabbern geeignet (z.B. Gebäck)‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnobberech'', ''gnübberech'' ,nicht leicht zu zerbeißen‘, ''gnübberech'' auch: ,überaus sparsam, geizig‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuppern''' ● ''knuppern'' ,an Hartem mit kleinen Bissen nagen; sich an Hartem mit den Fingern versuchen, um etwas davon abzulösen‘; auch Laut, welchen das Nagen hervorbringt (Vil. 1868); ''knubbern'' ,geräuschvoll kauen, knabbern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnobbern'', ''gnübbern'' ,harte Gegenstände zerbeißen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knupperwerk''' ● ''Knubberwerk'' ,irgendein feiner Genußgegenstand‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knups''' m. ● ''Knups'', zuweilen auch ''Knupch'', ''Knopch'' ,kleiner Mensch‘, Spottwort (Vil. 1868); ''Knups'' ,kleines Kind‘, Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knups''' m. ● ,Schlag, Stoß‘ (Vil. 1868); ,leichter Stoß, auch: die Folgen davon‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gnobs'' ,leichter Stoß, Schlag, meist in scherzhafter Absicht erteilt‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Das Dibben hot en Knubs gekricht''. ,Der Topf hat einen Stoß (Riß, Sprung) bekommen‘. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knupsen''' ● ,schlagen, stoßen‘, aber in  gelinderem Sinn, überwiegend scherzhaft‘ (Vil. 1868); ,schnippen, einen Gegenstand mit Daumen und Zeigefinger anschnippen, auf diese Weise (verstohlen) einem Kind eine Kopfnuß geben‘, Kassel (Gr. 1894); ''gnobsen'' ,leicht anstoßen, schlagen, meist in scherzhafter Absicht‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''knipsen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knurbel''' m. ● ''Knorwel'' ,kratziger Fusel‘, mancherwärts im Lande gebräuchlich (Pfs. 1886); ''Knurwel'' ,Knorpel‘, Kassel 19., 20. Jh.; auch ,Schnaps‘, ebd. (Gr. 1894); ''Gnorwel'' ,fester Knochenansatz; verwachsener Mensch‘, als Schimpfname sehr gebräuchlich, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knurbeln''' ● ''gnorweln'' ,knurren, murren‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''knerbeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knust''' m. ● ''Knust'' ,Rand des Brotlaibs, Randstück vom Brotlaib‘, in Niederhessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''Knuhst'' ,Anfangs- oder Endstück des Brotlaibs‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Gnühst'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knüstchen''' ● ''Kniestchen'' ,kleiner Knust‘, Pl. ''Kniesderchen'' auch: ,obere Wangen (auf den Wangenknochen), insbesondere wenn gerötet oder gebräunt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knutschelchen''' ● ,jemand, den man gern knutschelt‘, Zärtlichkeitsausdruck, Kassel (Gr. 1894). ● ''Du bist minn liewes Knutschelchen.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutschelig''' ● ''knutschelich'' ,zerknauscht, zerdrückt, voller Falten‘, Kassel 20. Jh.; ''gnüddschelich'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutscheln''' ● ,in den Händen drücken, zusammendrücken; liebkosend drücken‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnüddscheln'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutschen''' ● ,drücken, zusammendrücken, zusammenknüllen, in Falten drücken‘; Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnüddschen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutteln''' ● ''knuddeln'' ,knotenartig zusammendrücken, ballen; liebkosen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knutterig''' ● ''knudderich'' ,murrend, mäkelnd‘, Kassel 20. Jh.; ''gnodderech'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuttergehannes''' ● ''Knuddergehannes'' ,Knutterjohannes; einer, der viel knuttert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knutterjörge''' ● ''Knudderjerche'' ,einer, der viel knuttert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''knuttern''' ● ,murren, murrend tadeln, kleinlich tadeln‘ (Vil. 1868); ''knuddern'' ,verhalten Unmut äußern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gnoddern'' ,verdrießlich murren, kleinlich mäkeln, ärgerlich brummen‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Knuttersack''' ● ,einer, der viel knuttert‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr.1894); ''Gnoddersack'' ,brummiger, stets nörgelnder Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kochening''' ● ''kochenink'' ,kochend‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Koffert''' m. ● ,Koffer‘, Kassel (Gr. 1894), Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlbütte''' f. ● ''Kohlberre'' ,Holzgefäß zum Aufbewahren des Sauerkrauts‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kohlen''' ● ,flunkern‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlenlips''' ● ,heruntergekommenes Individuum‘, eigentlich ,Kohlenträger‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Lips'' ist alte Kurzform von ''Philippus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlhase''' ● ,Gemüsegärtner‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kohlvogt''' ● ''Kohlvoocht'' ,Ausrufer‘, übertragen: ,Ausplauderer‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Köpfchen''' ● ,Tasse, Obertasse‘, ganz Hessen (Pfs. 1886). ● Die Untertasse hingegen heißt ''Schälchen''. (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kopfer''' ● ''Kobber'' ,Kupfer, Kupfergeschirr, Kupfergeld‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kupfer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kopfernase''' ● ''Kobbernase'' ,rote Nase‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Koppel''' f. ● ''Kobbel'' ,Aufhaltekette, zweiteilige Kette vorn an der Wagendeichsel, an die ein Gespann angekoppelt wird‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''köppeln''' ● ''sech kebbeln'' ,sich ins Lederzeug, die Ketten oder Stricke verwickeln (vom Zugvieh); sich zanken, sich streiten‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''körisch''' ● ''körsch'' ,wählerisch‘, in ganz Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Körle''' ● Zum ''Körler Esel'' siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Köze''' f. ● ,Rückenkorb mit Tragbändern‘, Niederhessen, Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868); ''Keeze'' ,Tragekorb auf dem Rücken‘, scherzhaft übertragen: ,Bauch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''Sich die Köze flicken'' ,sich im Essen ein Gütchen tun‘ (Pfs. 1886); ''sich de Keeze flicken'' ,einen trinken‘, Kassel (Bennecke 1904), ,tüchtig essen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Közengücker''' ● ''Közengucker'' ,Visitator, Mautbeamter, Accisbeamter‘ (Vil. 1868); ''Keezengicker'' ,einer, der gern und oft in die Marktkörbe guckt‘, übertragen: ,einer, der spioniert, aushorcht‘, Kassel (Gr. 1894). ● Gr. setzt gleich mit ''Fiskal'' und ''Kalfaktor''; s. d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krabbelig''' ● ''grawwelich'' ,lebhaft, beweglich, äußerst tätig‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grawwelech'' ,lebhaft kriechend, ungemein regsam‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krabbeln''' ● ''krawweln'' ,wimmeln, in großer Zahl kriechen‘, Kassel (Gr. 1894), ,auf allen Vieren (eilig) kriechen‘, Kassel 20. Jh.; ''grawweln'' ,auf Händen und Füßen kriechen, sich lebhaft kriechend bewegen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. „krappeln“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krabbeln''' ● ''krawweln'' ,kraulen, gelinde kratzen, kitzeln‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grawweln'' ,mit den Fingerspitzen dauernd betasten‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kracke''' f. ● ,ganz schlechtes, unbrauchbares Pferd‘ (Vil. 1868); ''Gragge'' ,altes, unbrauchbares Pferd‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krackel''' ● ''Krackel'' m. ,verzogener Schriftzug; irgendwelche mißbildete Gestalt‘, Kassel (Pfs. 1886); ''Kraggel'' f. ,schlechte Handschrift‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krackelig''' ● ''kraggelich'' ,mit schlechter Handschrift geschrieben‘, Kassel 20. Jh.; ''graggelech'' ,schief, verbogen (besonders von schlechter Schrift)‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krackelwerk''' ● ''Graggelwärk'' ,unregelmäßig durcheinanderliegende Gegenstände‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krafts Katze''' ● Nur in der Redensart ''Hä is im Arsche wie Krafts Katze.'' ,Er ist unrettbar verloren, ganz und gar erledigt.‘ Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krakeel''' m. ● ''Krageel'' ,lärmendes Gestreite‘, Kassel 20. Jh.; ''Grageel'' ,Zank, Streit, Lärm‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krakeelisch''' ● ''grageelsch'' ,streitsüchtig‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krambol''' ● ''Krambóhl'' ,Lärm‘, Kassel (Gr. 1894), ,Streit‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krankheit''' ●  ''schlimme Kranket'' ,Epilepsie‘, Balhorn (Sl. 1901); ''de fallninge Graanget'' ,die fallende Krankheit, Epilepsie‘, ''de engelsche Graanget'' ,die englische Krankheit, Rachitis‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kränksch''' ● ,kränkelnd, ungesund‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kranne''' f. ● ''Gronne'' ,Krähe, Rabe‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krapfe''' m. ● ''Krappe'' ,Haken (um etwas aufzuhängen)‘, Schwalm und Oberhessen (Vil. 1868); ''Krabben'' m., dasselbe, Holzhausen am Hahn 20. Jh. (Umbach). ● Vgl. ahd. ''krapfo'' m. ,Haken, Kralle, Krapfen, Widerhaken‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kräpfel, Krapfel''' f. ● ''Kreppel'', ''Krappel'', in Hessen und anderwärts sehr beliebtes Backwerk, das ursprünglich und teilweise noch jetzt die Form eines Hakens hat, gebacken zu Fastnacht, in der Fulda- und Werragegend beim Ende des jährlichen Ausdreschens (Vil. 1868); ''Kräbbel'' ,Krapfen‘, Gebäck, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Zusatz bei Gr.: ‚Fastnachtsgebäck‘; ''Grabbel'' ,Krapfen‘, Gebäck, besonders zu Fasstnacht, Neujahr, zum Ausdreschen des letzten Getreides, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Diminutiv von ''Krappe'', s. ''Krapfe''. ● Vgl. ahd. ''krapfilīn'' (mit doppeltem Dim.-Suffix) ,Häklein, Haken, Widerhaken, Krapfengebäck’.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krappelbauer''' ● ''Krebbelbure'' ,ein ärmlicher, unansehnlicher Bauer, der etwa mit einer Kuh an den Acker zieht‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Grabbelbuhre'' ,Kleinbauer‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krappeln''' ● ,fortkriechen mit eilfertiger, käferartiger Bewegung der Arme und Beine‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''krabbeln'' ,(eilig) kriechen, klettern‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grabbeln'' ,sich langsam und unbeholfen bewegen, kriechen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● ''sich uffgrabbeln'' ,sich mühsam von einer Krakheit erholen‘ (Gr.). ● Vgl. ''krabbeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kraß''' ● ''graß'' ,starr (vom Blick)‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krätsch''' m. ● ''Krähtsch'' ,Lärm, Aufhebens (um eine Sache)‘, Kassel (Gr. 1894); ,kleines Kind (das noch am Fußboden herumkriecht)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kratzbürste''' ● ,launige, doch auch ernste Schelte für einen zänkischen oder widerborstigen Menschen‘ (Pfs. 1886); ''Kratzbirschde'' ,zänkische Mensch, vor allem Frau oder Mädchen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Gratzbärschde'' ,reizbarer, zanksüchtiger Mensch‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krätzer''' ● ''Grätzer'' ,schlechter Branntwein‘; ''ahler Grätzer'' ,alter Kerl‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kraufdingen''' n. ● ''Kruffdingen'' ,Kind, das noch umherkriecht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kraufen''' ● ''krufen'', ''kraufen'', ''kroffen'', ''kröffen'' ,kriechen‘; in Gebrauch vom niederdt. Niederhessen (wo es ''krupen'' heißt) bis südl. in die Gegend von Spangenberg und Wabern, von dort östl. bis Eschwege bzw. Waldkappel (Vil. 1868);  ''kruffen'' ,kriechen‘, Kassel 19., 20. Jh.; ''grüffen'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''ich kruffe'', ''du kriffest'', ''hä kriffet'', ''mä kruffen'' usw., ''kroff'', ''gekroffen'', Kassel; die entrundeten Umlautformen ''kriffest'', ''kriffet'' (aus *''krüffest'', *''krüffet'') waren in der 2. Hälfte des 19. Jh. bereits am Erlöschen. ''Grüffen'', ''gröff'', ''gröffen'', Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kraufhühnchen''' ● ''Kruffhühnchen'' ,klein gewachsene Frauensperson‘, Spottwort, in Kassel sehr üblich (Vil. 1868); ''Kruffhienchen'' ,Kriechhühnchen (kleine Art)‘, sehr oft: ,kleines Mädchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kräuschen, Kräuselchen''' ● ''Kries’chen'', ''Krieselchen'' ,kleiner Krug‘, Kassel (Gr. 1894).  ● Abgeleitet von ''Krus'' ,Krug‘, das 1894 in Kassel offenbar bereits außer Gebrauch gekommen war; nach Vil. (1868) als ''Krus'', ''Kraus'', ''Krause'' gebräuchlich in Mittel- und Oberhessen, wenig im niederdt. sprechenden Niederhessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krawaller''' ● ,Krawallmacher‘, insbesondere ,politsch unruhiger Kopf‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kregel''' ● ''kregel'', auch kontrahiert ''kreel'' ,beweglich, munter, rührig‘, besonders von Kindern und Rekonvaleszenten gesagt, in ganz Hessen sehr üblich (Vil. 1868); ''kreechel'' ,gut aufgelegt‘, Kassel (Gr. 1894); ''krichchel'', dasselbe, ebd. 19. Jh. (Herzog); ''greejel'' ,munter, beweglich, gesund‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kreideln''' ● ,sich mit Herd- oder Ofenfeuer zu schaffen machen, es schüren, in Gang bringen oder halten‘, Kassel (Gr. 1894). ● Statt ''kreideln'' oft auch ''kriedeln'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kreideweißchen''' ● ''Kridewißchen'', ''Kriddewißchen'' ,der als Todverkünder gefürchtete Raubvogel Strix noctus, das Käuzchen, Leichenhuhn‘ (Vil. 1868); ''Kriedewißchen'' ,Käuzchen‘, Kassel (Gr. 1894); ''Grierewißchen'' ,Steinkauz, Totenvogel‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Hin und wieder, z.B. in der Umgebung von Fritzlar, heißt der Vogel ''die wisse Kritt'' (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kreisch''' m. ● ''Greesch'' ,Schrei‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Krisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kreischen''' st. ● wie hochdeutsch, dazu in Niederhessen der herrschende Ausdruck für ,weinen‘ (Vil. 1868); ''krischen'' (intr.) ,kreischen, schreien; weinen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''grüschen'' ,weinen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''krischen'', ''krisch'', ''gekrischen'' (im Präs. ''i'' geschlossen, im Imp. und Part. Perf. ''i'' offen), Kassel; ''grüschen'', ''grösch'', ''jegröschen'', Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kreischen''' schw., trans. ● ,Öl zum Sieden bringen, um die herben oder auch widrigen Bestandteile auszuscheiden‘ (Vil. 1868); ''kreischen'' (trans.) ,Öl sieden, Fett auslassen‘, Kassel (Gr. 1894); ''greeschen'' ,(ein Kind) zum Weinen veranlassen; Öl zum Sieden bringen‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''kreischen'', ''kreischte'', ''gekreischt'', Kassel (Gr. 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krekeln''' ● neben ''krakeelen'' in gleicher bedeutung, Kassel (Pfs. 1886), ''kreegeln'' ,krakeelen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krellen''' trans. ● ,eine plötzliche, wenn auch vorübergehende Erstarrung und das damit verbundene unangenehme Gefühl hervorbringen (z.B. Frost)‘, überall in Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krepen, krepeln''' ● ,in etwas Hohlem herumstochern‘, z.B. in der Ofenröhre, in der Nase; sehr üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kresten''' ● ''kresten'', Aussprache ''krästen'', ,stöhnen (von Gebärenden)‘, nördl. Hessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kribbel''' m. ● ''Grewwel'' ,Werkzeug zum Stochern‘, z.B. Pfeifenkribbel, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kribbel''' m. ● ''Kriwwel'' ,unangenehmer Kitzel, Jucken‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kribbeln''' ● ''kriwweln'' ,prickeln, jucken, unangenehm kitzeln in Nase, Hand usw., Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''grewweln'' ,stochern; jucken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Redensart ''es kriwwelt und wiwwelt'' (von Läusen u. dgl.) (Vil. 1868); ''krewweln un wewweln'' ,kribbeln und wimmeln‘ (Gr.); ''grimmeln un wimmeln'' ,krimmeln und wimmeln‘ (Hm.). ● ''krimmeln'', wohl nur in Verbindung mit ''wimmeln'' vorkommend; die Redensart ''es krimmelt und wimmelt'' erstmals belegt in Schwebda 1673 in Bezug auf einen Heuschreckenschwarm (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kribbsen''' ● Bei Gr. 1894 (Kassel) nur Verweis auf ''gribbsen''; dies Wort fehlt allerdings an entsprechender Stelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kriminal''' ● zur Verstärkung gebraucht, z.B. ''Kremmenahlhersch'' ,Kapitalhirsch‘, ''Kremmenahljunge'' ,ungewöhnlich großer Säugling‘, Kassel (Gr. 1894), ''kriminalscheenes'' Mädchen, Kassel (Bennecke 1904); ''kriminal'' ,sehr stark, übermäßig‘, z.B. ''kriminale Hawer'', Balhorn (Sl. 1901); ''grimmenal'' ,vorzüglich, ausgezeichnet, außergewöhnlich‘, z.B. ''en grimmenales Steck Vieh'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kringel''' m. ● ,der einfache Gebäckring‘, Kassel (Pfs. 1886). ● Der zur Acht verschlungene Gebäckring heißt hingegen ''Bretzel'' (Pfs.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krippengäker''' m. ● ''Grebbengäger'' ,Pferd, das die Vorderzähne auf die Krippe aufzusetzen und die hastig eingeschluckte Luft wieder auszustoßen pflegt; Mensch, der dauernd aufstößt, rülpst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krisch''' m. ● „in unserem ganzen Stammes-Gebiete“ üblichster Ausdruck für hd. ''Schrei'' (Pfs. 1886); ''Kresch'' ,Schrei‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''En luden Kresch duhn'' ,schreien‘ (Gr.). ● Vgl. ''Kreisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krittelkopf''' ● ''Kriddelkopp'' ,einer der zum Kritteln neigt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kritteln''' ● ''kriddeln'' ,(wiederholt) tadeln; tadelnd Unzufriedenheit, üble Laune äußern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kropch''' m. ● ''Kroppich'', ''Krupch'' ,Kropf‘ (Pfs. 1886), ''Kroppich'' ,kleiner unansehnlicher Mensch‘, mittlere Eder (Pfs.); ''Kropch'' ,Kropf, Vogelkehle‘, Kassel (Gr. 1894); ''Grobch'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mundartl. ''pch'' ist keine verunglückte Wiedergabe von hochdt. ''pf''; ''Kropch'' ist *''Krop'' + ''ch''-Suffix (&amp;lt; germ. ''k''-Suffix); siehe auch ''Wiedehopf''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kröpel''' ● ,Krüppel‘ in Hessen allgemein üblich (Vil. 1868); ''Krebel'' ,Krüppel‘, auch ,etwas, das in der Form mißlungen ist (z.B. Brötchen), Kassel (Gr. 1894), im 20. Jh. in Kassel meist nur noch Schimpfwort für einen widerlichen Menschen; ''Grebel'' ,Krüppel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kröpelig''' ● ''krebelich'' ,krüppelhaft‘, als Scheltwort: ,elend, widerlich‘, z.B. im Hinblick auf Benehmen, Kassel (Gr. 1894); ''greebelech'' ,krüppelig, verkrüppelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krucke''' f. ● ''Kruke'' ,Krug‘, besonders ,Krug mit engem Hals‘, im niederdt. sprechenden Niederhessen (Vil. 1868); ''Kruke'' ,Krug‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Krugge'', Kassel (Gr. 1894). ● Vielfach scherzhaft für ,kleinen scheiben (schiefen) Menschen‘ (Pfs. 1886); ''Du ahle Krugge!'', ''Das is dä ‘ne Krugge!'' Hier ''Krugge'' etwa ,Versager, Taugenichts‘, eher milder Spott, Kassel 20. Jh. Fraglich, ob es sich hier tatsächlich um eine Übertragung handelt und nicht viel eher um eine Altform von ''Krücke''. Dafür spricht, daß man auch anderes, etwas Verkrüppeltes so bezeichnen kann, etwa einen unansehnlichen, krummen Baum (Christbaum), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krulle''' f. ● ''Krolle'', ''Krulle'', zuweilen auch ''Kroll'' m. ,Haarlocke‘ (''Locke'' ist ungebräuchlich, unverständlich) (Vil. 1868); ''Krulle'' ,(enge) Haarlocke‘, Kassel 20. Jh.; ''Grolle'' ,Haarlocke‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''krolle''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krüllen''' ● ,Schoten aufknicken und Erbsen herausstreichen‘, Teile Niederhessens (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krullenkopf''' ● ''Krollkopf'' ,Lockenkopf, Krauskopf‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''Krullenkopp'', dasselbe, Kassel 20. Jh.; ''Grollenkopp'' ,Lockenkopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krullig''' ● ''grollech'' ,lockig, kraus‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krumbel''' f. ● ''Krumpel'' ,unregelmäßige, aus Versehen oder Unordentlichkeit entstandene Falte in Sachen mit regulär glatter, glattgebügelter Oberfläche (Tuch, Papier)‘, ganz Hessen (außer niederdeutschen Gebieten, wo es ''Krünkel'' heißt) (Vil. 1868); ''Krumbel'' ,Falte in Stoff oder Papier, dort wo keine sein sollte‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Grömbel'' ,unregelmäßige Falte, etwa in einem Kleid, durch Unvorsichtigkeit entstanden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krumbelig''' ● ''krumpelig'' ,voll Krumpeln‘ (Vil 1868); ''krumbelich'' ,verknittert‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''grömbelech'' ,voll unregelmäßiger Falten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krumbeln''' ● ''krumpeln'' ,in unregelmäßige und ungehörige Falten drücken‘ (Vil. 1868); ''krumbeln'' ,knittern, faltig werden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''grömbeln'' ,in unregelmäßige Falten drücken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krümmede''' f. ● ''Gremmede'' ,Krümmung, meist Wegbiegung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krumme Not''' ● ,Epilepsie‘, besonders in Niederhessen sehr üblich, ist zum Fluchwort geworden, sehr häufig verwendet (Vil. 1868). ● ''Du sat de Krummenot krechchen!'' ,Du sollt die krumme Not kriegen!‘ Kassel (Gr. 1894); ''Krumme Nott!'' Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krustellieren''' ● ,mit Appetit essen; vespern, kleinen (kalten) Imbiß zu sich nehmen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Von französ. ''croustiller'' ,knuspern, knabbern‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''krüsten''' ● ''gräsden'' ,seufzen, stöhnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Krutsch''' m. ● ,kleines Kind‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küchel''' n. ● ''Kichel'' (''i'' kurz) ,Küken’, Kassel (Gr. 1894). ● ''Dummes Kichel'' ,dumme, auch: bescheidene Person‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küchen''' n. ● ''Kichen'' (''i'' kurz) ,Küken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küchendragoner''' ● ''Kichendragoner'', bedeutungsgleich mit ''Kastrullbursche'' ,Frau, die übereifrig in der Küche herumfuhrwerkt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuh''' ● ''Kuh'', Pl. ''Kiewe'', Kassel 19. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. (1894) führt ''Kuh'', ''Kiewe'' für Kassel nicht auf; siehe aber die nächsten Einträge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kühchen''' s. ● ''Kiebchen'' ,kleine Kuh‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küheleetscher''' m. ● ''Küweleetscher'' ,schwerfällig nur mit Kühen fahrender Bauer‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küheschelle''' ● ''Kieweschelle'' ,Schnapsglas, ähnlich einer Herdenglocke‘, Kassel (Gr. 1894), ,großes, trichterförmiges Schnapsglas‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kühn''' ● ''kiene'' ,dreist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kukummer''' f. ● ''Kukummer'' ,Gurke‘, das übliche Wort, ''Gurke'' ist kaum bekannt (Vil. 1868), ''Gugummer'', nördl. Hessen (Pfs. 1886), ,''Gugummer'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullarsch''' ● ,Hühnerart ohne Schwanz‘, an Fulda und Werra (Vil. 1868). ● Vgl. ''Kullmutz'' und ''Kupper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kulle''' ● Siehe auch ''Kaule''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kulle''' f. ● ''Kulle'' ,Kugel‘, in ganz Hessen üblich, wohingegen hochdt. ''Kugel'' nicht üblich ist und sich erst in der neuesten Zeit hier und da einbürgert (Vil. 1868). ● Kontraktion von  mhd. ''kugele'' zu ''kūle'', dann im Niederhessischen gekürzt zu ''Kulle''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuller''' m. ● ''Kuller'' ,Koller‘, Kassel 20. Jh. ● Nur Redewendungen: ''Host du dann ’n  Kuller?'' ,Bist du denn verrückt?‘ Kassel 20. Jh. ''Den Koller honn'' ,den Koller haben, verrückt sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926); hierzu auch ''Dä kollert’s wohl?'' ,Du bist wohl verrückt?‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kullerig''' ● ''kullerich'' ,den Koller habend; heftig, ungestüm, cholerisch‘, Kassel 19., 20. Jh.(Gr. 1894); ''kollerech'' ,kollerig, verrückt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kullern''' ● ''kullern'' ,rollen‘, allgemein üblich (Vil. 1868), ''kullern'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kullern''' ● ''kullern'' ,kollern‘, Geräusch, z.B. Stimme des Truthahns, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullmutz''' ● ,Hühnerart ohne Schwanz‘, an Fulda und Werra (Vil. 1868). ● Vgl. ''Kullarsch'' und ''Kupper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullrabe''' f. ● ''Kullerawe'' ,Kohlrabi‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), ''Gullerawe'', ebd. (Gr. 1894); ''Kolrowe'' ,unter der Erde wachsender Kohlrabi‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullskopf''' ● ''Kullkopf'', ''Kullskopf'', 1) ,Kaulquappe‘ 2) der Fisch cottus gobio (Vil. 1868); ''Güllskopp'' ,Kaulquappe‘, Umdeutung in ,Gaulskopf‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kullsquappe''' ● ''Kullsquabbe'', Kassel (Gr. 1894); &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kulltüpfen''' ● ''Kulldüppen'' ,bauchiger Topf ohne Beine‘, Kassel (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kulstern''' ● ''kulstern'' ,räuspern, husten, mit Schleimauswurf‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kummer''' m. ● ,Schutt, namentlich Bauschutt, unfruchtbares Erdreich‘ (Vil. 1868); ,Kehricht, Schutt‘, Kassel (Gr. 1894); ''Kommer'' ,unfruchtbares, sandiges Erdreich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Für ''Kummer'' im hochdt. Sinn ist in Niederhessen ''Brast'' üblich; ''Schutt'' wird nicht gebraucht, kaum verstanden (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kummermann''' ● ,Mann, der die Abfuhr des Kehrichts besorgt‘, Kassel (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kummerwagen''' ● ,Kehrichtwagen‘, Kassel (Pfs. 1886); (städtischer) Kehrichtwagen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumpf''' m. ● ''Kumpf'' ,größerer Napf‘, überall gebräuchlich (Pfs. 1886); ''Kump'' ,größeres Gefäß; der Dorfbrunnen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumpfen, Kumpfe''' m. ● ''Kumpen'' ,großer Trinkbecher, Bierkrug‘, Kassel 20. Jh.; ''Kömbe'' ,Gefäß, große Schüssel, großer Becher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kumwiefchen''' s. ● ''Kumwiefchen'', in der Redensart ''das ganze Kumwiefchen'' ,die ganze Gesellschaft‘, im Sinne einer ,Gruppe mit (bedenklichem) innigem Einverständnis untereinander‘, z.B. Stammtisch-, Zech- und Schmausbrüder, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894). ● Von französ. ''convive'' ,Gast, Genosse‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kunterquant''' m. ● ''Kondergwant'' ,Kunterbunt, Durcheinander‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kunte(r)wítte''' f. ● ''Kundewidde'' ,Aufführung, Lebenswandel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Konderwidden'' Pl. ,schlaue Einfälle, hinterlistige Gedanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von französ. ''conduite''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kunterwittig''' ● ''konderwiddech'' ,schlau, durchtrieben‘, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kunnerbande''' f. ● ''Kunnerbanne'' ,Schleichhandel, Schmuggelgut‘, nicht bloß von Waren gesagt, sondern auch von etwas heimlich und unerlaubt an irgendeinem Ort Mitgebrachtem, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Küppel''' m. ● ''Küppel'', gewöhnlich ''Kippel'' gesprochen, eigentlich ,kleiner Kopf‘, gebraucht gewöhnlich für kleine Feldhügel, mit Buschwerk oder einzelnen Bäumen bestanden  (Vil. 1868); ''Kebbel'' ,Erderhöhung, Hügel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kuppeln''' ● ,rollen, sich wälzen‘, wird von größeren sich abwärts bewegenden Massen gesagt (Vil. 1868); ''kubbeln'' ,kollern, wälzen, rollen (auch von Tränen)‘, Kassel (Gr. 1894); ''kübbeln'' intr. ,rollen, sich wälzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kuppeln''' ●  ''kubbeln'' ,unerlaubte Vereinbarungen treffen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kupper''' m. ● ,Hühnerart ohne Schwanz‘, Umgegend von Fritzlar (Vil. 1868). ● Vgl. ''Kullarsch'' und ''Kullmutz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuren''' Plur. ● ''Küren'' ,Narrenpossen‘, mittlere Werra (Vil. 1868); ''Kuren'' (nur an der Werra mit ''ü'') ,Neigungen, Wunderlichkeiten; Schliche, Kniffe‘, recht üblich, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kurzab''' ● ''korzop'' ,barsch, kurz angebunden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kuschemucken''' ● ''Kuschemúggen'' Plur. ,Heimlichtuerei‘, Kassel (Gr. 1894), ,Betrügereien, betrügerisches Spiel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutteln''' ● ''kutteln'' trans. und intrans. ,rollen, rollend fallen‘ (Pfs. 1886); ''kuddeln'' trans. u. intrans. ,wackelnd, ungleichmäßig rollen, kullern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutz''' m. ● ,das zu einem Knäuel zusammengewickelte Haupthaar der Frauen‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Kutz'' ,Haarknoten auf dem Kopf oder am Hinterkopf von Frauen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kütz'' ,das zu einem Knäuel zusammengelegte Haar der Frauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutz, Kutzen''' m. ● ,Menge, Haufen, zumal willkürlich zusammengetragener und unordentlich durcheinanderliegender Dinge‘ (Vil. 1868); ''Kotzen'' ,Menge, Haufen durcheinander liegender Dinge, wirre Masse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutz''' m. ● ''Kotz'' ,Husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzbeutel''' ● ''Kotzbiddel'' ,einer, der dauernd hustet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutze''' f. ● ,Erbrochenes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzel''' f. ● ,verwirrte (verknotete) Stelle in Haar, Garn, Faden; Zusammengeballtes‘, Kasel 19., 20. Jh.; ,wirrer Haarknäuel der Weiber; Person mit unordentlichem Schopf‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Kotzel'' ,Haufen durcheinander geschlungener Fäden, Haare oder dgl.‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzelanke''' f. ● ,verwirrtes Kopfhaar‘, übertragen: ,Person mit ungepflegtem, verkutzeltem Haar‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kutzelkopf''' ● ,ein Kopf mit ungekämmten Haaren‘ (Vil. 1868); ''Kutzelkopp'' ,verwirrtes Kopfhaar‘, übertragen: ,Person mit ungepflegtem, verkutzeltem Haar‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Kotzelkopp'' ,Kopf mit wirrem Haar; dickköpfiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzeln''' ● ,verwirren, durcheinander bringen (Haare, Fäden un dgl.)‘, Kassel 20. Jh.; ''kotzeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzen''' ● ''kotzen'' ,sich übergeben; die Kehle durch Auswurf reinigen (räuspern); (heftig) husten‘ (Vil 1868); ''kutzen'' ,kotzen, sich erbrechen‘, Kassel (Gr. 1894), ''kotzen'' ,husten‘, ''sech kotzen'' ,sich erbrechen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzerig''' ● ''kutzerich'' ,vor dem Erbrechen stehend‘ bzw. entsprechendes Gefühl bezeichnend, Kassel (Gr. 1894). ● ''Es wird mä ganz kutzerich.'' ,Es wird mir übel‘, oft auch ironisch gebraucht, um die Worte eines anderen als widerlich zu bezeichnen, also: heftige Ablehnung anzeigend. (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kutzern''' ● ''kutzern'' ,zum Erbrechen reizen‘, Kassel (Gr. 1894), ''kotzern'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).  ● Nur in unpersönl. Redewendungen: ''es kutzert einen'' (Gr.), ''es kotzert mech'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''kuzen''' ● Siehe „kauzen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''L.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Laatsch''' m. ● Latsch ,nachlässig gehender Kerl; dünnflüssiger Straßenkot‘ (Pfs. 1886); ,nachlässige Gangart‘, Kassel 20. Jh.; ''Laadsch'' ,nachlässig gehender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laatsche''' f., '''Laatschen''' m. ● ,aus Lappen zusammengenähter oder aus zerschnittenen Salbenden geflochtener Schuh‘, sehr üblich, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Latsche'' f. ,Schuh aus Salbenden, worin man latschig geht; schlunziges Frauenzimmer‘ (Pfs. 1886); ''Laatschen'' m. ,schiefer, ausgetretener Schuh‘, auch scherzhaft oder verächtlich für ,Schuh‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ''Laadschen'' (nur Plur.), ,schiefe, ausgetretene Schuhe‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Letschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laatschen''' ● ,wackelnd und schleppend gehen‘ (Vil. 1868); ,langsam, nachlässig, schleppend gehen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''laadschen'' ,sich nachlässig, schleppend fortbewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laatschen''' ● ,eine Ohrfeige verpassen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''laadschen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ich laadsch dä eine'' (''eenge'') ,ich gebe dir eine Ohrfeige‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laatschhühnchen''' ● ''Laatschhiehnchen'' ,Hühnchen mit Bauschfüßchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laatschmichel''' ● ,(meist langer) phlegmatischer Bursche‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laban''' m. ●  ''langer Lawan'' ,langer Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''labet''' ●  ''lawéht'' ,müde, abgespannt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Labberhannes''' ● ''Lawwerhannes'' ,einer, der gehaltloses Zeug redet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''labberig''' ● ''lawwerich'' ,gehaltlos (von der Rede)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''labbern''' ● ''lawwern'' ,gehaltlos reden, schwatzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Labbes''' m. ● ''Lawwes'' ,plumper Kerl‘, auch durchaus wohlwollend, bei Kindern im Sinn von gesund, kräftig gemeint, in der Kasseler Gegend recht üblich (Pfs. 1886); ''Lawwes'' ,großer Kerl‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lach''' m. ● ,kurzes Auflachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Läche dun'' Pl. ,Läche tun, in Gelächter ausbrechen‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lächerig''' ● ''lächerech'' ,zum Lachen reizend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lächern''' ● ,zum Lachen reizen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es lächert mech.'' ,Es macht mich lachen‘. (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lack''' m. ● ''en Kärle wie Lack'' ,ein tüchtiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lacks''' m. ● ,fauler Mensch‘ (Vil. 1868); ,großes Exemplar von Tier oder Mensch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Laggs'' ,großer starker Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. dürfte sich geirrt haben; er bezieht sich wohl auf den ''Faullacks'' (s.d.), Kassel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lacksen''' ●  ''sich lacksen'' ,sich lümmeln, flegeln, grob betragen‘, weitverbreitet (Pfs. 1886); ''sich lachsen'' ,sich lümmeln, bequem hinsetzen‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), 20. Jh.; ''sech laggsen'' ,sich räkeln, sich flegelhaft benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ladderei''' ● ,Herumtreiberei‘, Kassel 19. Jh. (Gr. 1894), auch: ,oberflächliches Arbeiten, Pfuscherei‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ladderhans''' ● ,ein träger Mensch, Müßiggänger‘ (Vil 1868); ''Ladderhannes'' ,Herumtreiber, Tagedieb‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Ladderhans'' ,leichtsinniger Mensch, Müßiggänger‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ladderig''' ● ''ladderich'' ,unordentlich‘, Kassel 20. Jh.; ''ladderech'' ,leichtsinnig, unordentlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laddern''' ● ,die Zeit müßig hinbringen, vertändeln‘ (Vil. 1868); ,sich müßig hermtreiben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laddersack''' ● wie ''Ladderhans'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lade''' f. ● ,Kleiderkiste der Landbewohner in Althessen‘ (Vil. 1868); ''Ladhe'', ,Kleiderkiste, wie von Vil. angegeben, außerdem ,Sarg‘ (hierfür auch ''Dodenladhe'' in Gebrauch), Balhorn (Sl. 1901); ''Lore'' ,große, schwere Truhe mit Eisenbeschlägen zur Aufbewahrung der Kleidung und namentlich des Leinenvorrats; Sarg‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Größer als die Lade ist in Niederhessen die ''Kiste'', diese ist schwerer und größer, hat Eisenbeschläge. In der Schwalm verhält es sich umgekehrt. (Vil.) ● Siehe ''Totenlade''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laffen''' ● ,mit herausgestreckter Zunge lecken, schlürfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''laffen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laib''' m. ● ''Laib (Brot)'' ,Brotlaib‘, Kassel 19., 20. Jh.; ''Leep'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Laibchen''' ● ''Laibchen'', Pl. ''Laiwerchen'', kleine Teigwaren, Brötchen; dazu gehören im 19. Jh. Milchbrötchen, Franzbrötchen, Pariser; Kassel (Gr. 1894), auch Apfellaibchen (s.d.); ''Leebchen'' ,Laibchen, kleiner, runder Kuchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Gr. hat merkwürdigerweise trotz pluralischem ''Leiwerchen'' als Singular ''Libb'', so auch als eigenes Stichwort. ''Libb'' heißt ,Leib‘ und ist von ''Laib'' getrennt zu halten, vgl. Niederellenbach ''Liep'' und ''Leep'' (Hm.) sowie mhd. ''lîp'' ,Leib‘ und ''leip'' ,Laib, geformtes Brot‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lakwerge''' ● ''Lakwerche'' ,Latwerge‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lakrezius''' ● ''Lakrezijus'' ,Lakritz‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lallepatsch''' m. ● ,Tölpel‘, übliches Schimpfwort in den Mittelständen (Vil. 1868);  ''Lallebatsch'' ,großer Tölpel; einer, der schwerfällig geht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lallepatschig''' ● ''lallebatschig'' ,sich benehmend wie ein Lallebatsch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lamberie''' f. ● ,Abschlußbretter unten an den Zimmerwänden, untere Täfelung‘, Kassel 20. Jh.; ,Täfelung der Zimmerwände‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Landviole''' ● ''Landfijohle'' ,Frau, deren Aufmachung die Provinzstädterin verrät‘, Kassel (Gr. 1894), ,Frau vom Lande, der Aufmachung nach‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Längede''' f. ● ''Lengde'' ,Länge‘, in Hessen sehr üblich (Vil. 1868); ''Längede'', dasselbe, Kassel (Gr. 1894); ''Längde'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''lengede''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''langen''' ● ,holen, reichen, darreichen‘ (Vil. 1868); ,herreichen‘, Kassel 20. Jh.; ,holen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die „gemeinhochdeutsche Ausdrücke“ ''holen'', ''reichen'', ''darreichen'' „waren bis um das Jahr 1820 im östlichen und inneren Hessen so gut wie gar nicht bekannt und dem Volke meist schlechthin unverständlich“. (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lapparsch''' ● ,läppischer, schlaffer Kerl, erbärmlicher Kerl‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Labboorsch'' ,erbärmlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läppchen''' ● ''Das es us dem Läbbchen ins Diechelchen''. ,Das ist einerlei‘, Kassel Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lappen''' ● , flicken, ausbessern‘, jetzt fast nur noch von Kleidungsstücken, früher auch von Geräten und Bauwerken (Vil. 1868); ''labben'' ,zerrissen sein, in Fetzen herabhängen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läppisch''' ● ''läbbsch'' ,schlaff, schwach, unbedeutend; fade, abgestanden (z.B. Bier)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ''läbbsch'' ,von fadem Geschmack, saftlos, schlapp, schlaff (von Personen und Gegenständen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Larches''' m. ● ,großer Kerl‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lärmetieren''' ● ''lärmedieren'' ,Lärm machen, lamentieren‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kontamination von ''Lärm'' und ''lamentieren'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lasche''' f. ● ,Prügel‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laschen''' tr. ●,durchprügeln‘ (Vil. 1868); ,schlagen, peitschen, durchprügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,verhauen, durchprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''laschig''' ● ''laschech'' ,unordentlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lassen''' ● wie hd. ''lassen'', außerdem ,gut stehen‘, Niederhessen, auch nd. Niederhessen (Pfs.1, 1889), Kassel 20. Jh. ● ''Ähre Farwe läßt. Daaß leßt uch ockert nit.'' ,Dss steht euch nicht gut.‘ (Pfs.1) ''Das läßt dä nitt.'' ,Das steht dir nicht (gut).‘ Kassel 20. Jh. ● Vil. (1868) führt ähnlichen Gebrauch nur für das nd. Niederhessen auf: ''laten'' ,sich geziemen, scheinen, das Ansehen haben‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lattich''' m. ● ''Laddch'' ,Kopfsalat‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Laddich machen'' ,Spaß, Vergnügen machen‘, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● Gr. hat ''Lattich'' wohl nicht als Dialektwort aufgefaßt, insofern auch nicht verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lattichvogel''' ● ''Laddichvochel'' (''o'' kurz) ,Schmetterling; Person im sehr sommerlichem Anzug‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Sommervogel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läube''' f. ● ''Läube'', ''Leibe'' […] ,der obere Teil des Hauses, oberes Stockwerk, Bodenraum‘, in älterer Zeit vorzugsweise die zur Aufbewahrung des Getreides bestimmten oberen Räume des Gebäudes, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Lewe'', Bezeichnung der Zimmer im zweiten Stockwerk eines Bauernhauses‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Man unterscheidet namentlich die Schlachte- oder Wursteläube, die zur Augbewahrung der Schlachtvorräte dient, und die Früchteläube, in der das gedroschene Getreide untergebracht wird. (Hm.) ● ''Läube'' gehört zu ''Laube''; siehe auch ''Borläube''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läubede''' f. ● ''Läubede'', ''Läuwede'', ''Laiwede'', Nebenform von ''Läube'', Niederhessen, davon lautl. Variante ''Laimede'' bei Netra im Ringgau (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lauern''' ● ''luren'' ,lauern, warten‘, Kassel (Gr. 1894); ,warten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Läuferchen''' ● ''Leiferchen'' ,kleines Kind, das schon einigermaßen gehen kann‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läuferisch''' ● ''liffersch'' ,was gut und schnell vonstatten geht‘, Niederhessen, äußerst üblich (Vil. 1868); ''liffersch'' ,schnell vonstatten gehen, leicht zu bewältigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läufig''' ● ''leefech'' ,geläufig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lauseding''' ● ''Lüsedänk'' ,vorwitziges Mädchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lausehuttich''' m. ● mit Verweis auf ''Hottich'' erwähnt bei Vil. (1868); ''Lusehuddich'', Bedeutung wie ''Lausejunge'', Kassel 20. Jh.; ''Liesehodch'' ,mit Läusen behafteter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lausejunge''' ● ''Lusejunge'' ,unnützer Bube‘, Scheltwort (Vil. 1868); ,Junge, der Unfug treibt, Ärgernis gibt‘, Kassel 20. Jh.; ''Lüsejönge'' ,vorwitziger Junge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lausert''' m. ● ''Lusert'' ,Lümmel‘, Kassel 20. Jh.; ''Lüsert'' ,vorwitziger Junge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''läuten''' ● ''lieden'', Kassel 19. 20. Jh. (Gr. 1894); ''lieren'', Oberellenbach (Hm. 1926). ●  Stammformen: ''lieden – lidd – gelidden'', Kassel (Gr., fehlerhaft); ''lieren – lüdde – lüdden'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lech''' ● ,ausgetrocknet‘, von hölzernen Gefäßen gesagt (Vil. 1868); ,leck‘, Kassel (Gr. 1894); ''läch'' ,leck, ausgetrocknet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lechen''' ● ''lechen'', gewöhnlich ''auslechen'', auch ''verlechen'', ,durchtröpfeln‘, gesagt von hölzernen Gefäßen, deren Dauben eingetrocknet sind, die also für Flüssigkeiten durchlässig geworden sind (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leckebrett''' ● ,Zunge‘, schmähend, besonders kleinen Kindern gegenüber, Niederhessen (Vil. 1868); ''Leggebrett'' ,Zunge‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lecken''' ● ''leggen'' ,lecken, nippen, naschen‘; ,in niederträchtiger Weise schmeicheln‘, Kassel (Gr. 1894); ''läggen'' ,naschen, nippen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lecken''' ● ,besprengen, begießen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''leggen'' ,Wasser vor dem Kehren auf dem Boden aussprengen‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Das Tuch lecken'' ,die zum Bleichen ausgespannte Leinwand begießen‘, ''die Wäsche einlecken'' ,die getrocknete Wäsche leicht besprengen und hiermit zum Bügeln vorbereiten‘ (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leckermaul''' ● ''Leggermull'' ,jem., der gern nascht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leckwerk''' ● ''Läggwark'' ,süße Speisen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ledig''' ● ''leddich'' ,unverheiratet‘, Kassel  (Gr. 1894); ''lärrech'' ,leer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''leddich un lose'' ,unverheiratet‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lege''' ● ,niedrig, kärglich, mager, jämmerlich‘, nd. sprechendes Niederhessen und Gegend um Maden (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lehne''' f. ● ,Abhang, Bergabhang‘, allgemein im Gebrauch (Vil. 1868). ● Siehe nachfolgendes ''lehne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lehne''' Adv. ● ,mäßig abhängig, gelinde abschüssig‘, allgemein im Gebrauch (Vil. 1868); ''lähne'' ,sanft ansteigend‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''lehneruff'' ,mit sanfter Steigung aufwärts‘, Kassel (Gr. 1894); ''lähne nof'' ,bergauf, ein wenig ansteigend‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lehnen''' ● ,leihen, verleihen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); dasselbe, Kassel (Gr. 1894). ● ''leihen'' ist völlig unbekannt (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leibchen''' n. ● ,ärmelloses Bekleidungstück für den weiblichen Oberkörper‘ (Vil. 1868); ''Libbchen'' ,Schnürbrust ohne Steifung‘, Kassel (Gr. 1894); ,Mieder (für die Frau), Weste (für den Mann)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leibchenskeipe''' f. ● ''Libbchenskibbe'' ,Westentasche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leich''' n. ● ,die auf die Spielbahn einzeln aufgesetzte Tonkugel‘, auf die im Frühlingsspiel der Knaben mit Tonkugeln geschossen (geknipst) wird, fast ausschließlich östl. Hessen, wo das Spiel zu Hause ist (Vil. 1868). ● Vgl. ahd. ''leih'' ,Spiel, Melodie, Gesang‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leichdorn''' ● ,Hühnerauge‘, in Hessen ausschließlich geltende Bezeichnung (Vil. 1868); ''Lichdorn'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Eigentliche Bedeutung ist ,Körperdorn‘, vgl. ahd. ''līh'' ,Körper, Leib, Leichnam‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leiche''' ● ''Liche'' (i kurz) ,Begräbnis, Trauerzug‘, seltener: ,Leiche‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,Beerdigung, Leichenbegängnis‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''uff ’ne Liche gehn'' ,an einer Beerdigung teilnehmen‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leichenleute''' ● ''Lichenliere'' ,Teilnehmer an einem Begräbnis‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leichmahl''' ● ''Lichmohl'' ,Trauermahl nach dem Begräbnis‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leidmut''' ● ''Leidmut'' f. ,Wehmut‘, volkstümlich, Hessen‘ (Pfs. 1886); ''Leedmut'' m. ,Wehmut, Trauer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''leidmütig''' ● ,wehmütig‘, in der Kasseler Gegend ''lairemürich'' ausgesprochen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leier''' ● ''Liere'', Kassel (Gr. 1894) ● ''emmer de ahle Liere'' ,immer das alte Einerlei‘ (Gr).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leimen''' m. ● ''Leimen'' ,Lehm‘, Kassel (Gr. 1894); ''Lemen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Leimen un Stroh'' ,Kartoffelbrei und Sauerkraut‘, ebd. 19., 20.Jh. (Gr. 1894), übertragen von der Lehm-Stroh-Füllung, mit der die Gefache der Fachwerkhäuser ausgekleidet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leimenkaute''' f. ● ''Lemenküdde'' ,Lehmgrube‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leimrute''' ● ''uff der Limmrude gefangen'' ,durch List überführt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leinwat''' ● n., ,Leintuch‘, selten, in den größten Teilen von Hessen unüblich (Vil. 1864); ''Linnwoot'' f. ,Leinwand‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''lînwât''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leist''' m. ●  ''Leest'' ,Spur, Striemen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lenze''' f. ● ,Lenz, Frühling‘, Balhorn (Pfs. 1886). ● ''In der Lenze'' ,im Frühling‘, besonders in der Zeit der Aussaat, Balhorn (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''leppen''' ● ,nur ganz wenig besprengen, vorsichtig bespritzen‘ (Vil. 1868). ● Vil. faßt ''leppen'' „als eine Art Deminutiv“ zu ''lecken'' auf (s.d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lepperkind''' ● ''Läbberkend'' ,aufgeleppertes Kind‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''leppern''' ● ,in einzelnen kleinen Schlucken trinken‘, allgemein üblich; ''aufleppern'' ,ein Neugeborenes (Mensch oder Tier) durch Einflößen von Milch ohne Mutterbrust aufziehen‘, auch: ,mit Mühe großziehen‘ (Vil. 1868); ''läbbern'' ,ein Kind ohne Muttermilch aufbringen; oft und in kleinen Portionen trinken‘, Kassel (Gr. 1894), ''sich läbbern'' ,sich allmählich ansammeln, vermehren‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.); ''läbbern'' ,von einer Speise oder einem Getränk nur wenig und in kurzen Zügen genießen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Es läbbert sich (zesammen)'' ,aus wenig wird allmählich viel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lerche''' ● neben dem Vogelnamen auch ,liederliches Frauenzimmer‘, allgemein verbreitet (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lerchelchen''' ● ,kleine Lerche‘, Zungenprobe der Nüchternheit: Wer ''Lerchelchen'' nicht mehr sprechen kann, hat zuviel getrunken, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lerchen''' Pl. ● ,die ersten Kinderschuhe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lerchen''' ● ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lernisch''' ● ''lärnsch'' ,gelehrig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Letschen''' m. ● 1) ''Ledschen'' ,Stiefel (Schuhe), die durch Abschneiden des Schaftteils und Anschrägung des Oberleders zu Pantoffeln gemacht worden sind‘, Kassel (Gr. 1894); ''Letschen'' ,Schlappschuh‘, Balhorn (Sl. 1901); ,weicher, ausgetretener Schuh; Pantoffel‘, abfällig für ,Schuh‘, Kassel 20. Jh.; ,Zunge‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr.). ● &lt;br /&gt;
''Kumm heim, din Mutter hat de uf‘m Letschen gepiffen.'' Balhorn; Sl. gibt die Bedeutung ,Zunge‘ nicht an, nimmt also ,Schlappschuh‘ an, sieht also darin humoristischen Gebrauch („scherzhaft“); ''uff dem Letschen piffen'' ,Zungenpfiff machen‘, ebd.,  19., 20. Jh. (u.a. Lüttebrandt 1917); ''en Letschen honn'' ,betrunken sein‘, ebd. (Lüttebrandt), offenbar im Sinne ,schwere Zunge haben‘. ''Einen im Letschen honn'' ,betrunken sein‘, ebd. 20. Jh.; ''en Lädschen machen'' ,ein trauriges Gesicht machen‘, ebd. (Lüttebrandt). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''letterbeinig''' ● ''letterbeenig'' ,eigensinnig, störrisch, ungehorsam‘, besonders für heranwachsene Knaben gebräuchlich, an der Schwalm (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''letzten''' ● ''letzden'' ,kürzlich, neulich, letzthin‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leuchte''' ● ''Lichde'' (''i'' kurz), Kassel (Gr. 1894), ''Liechde'', nur in vereinzelten Redewendungen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''in der Lichde stehn'' ,im Licht stehen, durch Vortreten verdunkeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''geh mo üs der Liechde'' ,geh mal aus dem Licht!‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Leuchtefett''' ● ''Lichdefedd'' ,Lampen- und Brennöl‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lewes''' m. ● ,großer Hund‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''libern''' ● ''lübbern'' ,coagulare, gerinnen‘, Niederhessen, allgemein üblich (Pfs. 1886); ''lewwern'' ,gerinnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''liberen'' ,gerinnen‘. ● Siehe ''Lubermilch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Licht, Lichtchen''' ● ,Licht, Kerze‘, Kassel (Gr. 1894), auch: ,Schnutznase‘, ebd. 20. Jh. ● Redensarten, mit Genuswechsel: ''Du stehst mä in der Lichte'', ''geh mä us der Lichte'', Kassel 20. Jh.; siehe dazu ''Weg''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lichterbaum''' ●  „der bei uns häufigere Name für den ,weihnachtlichen Christbaum‘“ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lichterkirche''' ● ,Weihnachtsgottesdienst‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lichterzieher''' m. ● ''Lichderzier'' ,Kind, das den Schnutz offen zur Schau stellt; Schnutznase‘, Kassel (Gr. 1894). ● Der Lichterzieher ist eigentlich der Kerzenzieher, -macher; es handelt sich also um eine humoristische Übertragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lid''' n. ● ''Led'' ,Luke‘, belegt in ''Boddenled'' ,Bodenlid, Bodenluke‘, Kassel (Gr. 1894); ''Läht'' ,Holzverschlag, der eine Öffnung verschließt; Augenlid‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lied''' n. ● ,Glied‘, in Kassel und anderwärts gelegentlich gebräuchlich (Vil. 1868). ● Mhd. ''lit''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''liefern''' ● ''liwwern'' ,liefern, kaputtmachen‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), 20. Jh. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lieser''' Pl. ● meist ''Lieserchen'' ,kleine Pusteln auf der Haut, geringer Ausschlag, Niederhessen (Vil. 1868). ● „Ohne Zweifel der alte Name der Krätze bzw. der Krätzmilbe, im 16. Jh. als ''Lies'' und ''Lisse'' belegt; nach Aufkommen von ''Krätze'', ebenfalls 16. Jh., umgedeutet (Vil.). ● Sing. ''Liese'' steckt möglicherweise in ''Gänseliese'', Kassel, hier aber (Gr.) aufgefaßt als ,Gänseläuse‘ (s. d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Linktatsch''' m. ● ''Linkdatsch'' ,Linkshänder‘, verächtlich (Vil. 1868); dasselbe, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Ländadsch'' (sic) ,Linkshänder‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Tatsche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Livländer''' ● ''Lifflänger'' ,magerer und flinker Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''löchericht''' ● ''lächerecht'' ,voller Löcher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lock''' m. ● ,kleines Fuder‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Loh''' n. ● ''Loh'', Pl. ''Löcher'' ,Hain, kleines Gehölz, Buschwerk, welches einzeln mitten im angebauten Feld liegt‘, als Begriff nur noch selten gebraucht, als Name häufig (Vil. 1868); ,Wald, Gehölz‘, nur noch in zwei Flurbezeichnungen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mh. ''lô''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Löhnchen''' ● ''Lehnchen'' ,kleine Flamme‘, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● ''En Lehnchen in’n Owwen machen'' ,nur wenig Feuer machen‘ (Lüttebrandt) ● Verwandt mit ''Lohe'' ,flammender Brand‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lose''' ● ,locker‘, auch: ,zu wenig gesalzen‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe auch ''ledig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Löwer''' ● ,Lohgerber‘, noch jetzt in mehreren Städten üblich, z.B. in Treysa und Frankenberg (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lubermilch''' ● ,geronnene, saure (dicke) Milch‘, hin und wieder vorkommend, z.B. auf dem Habichtswald (Vil. 1868). ● Siehe ''libern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Luche''' f. ● ''Lüche'' ,Öffnung in der Scheunendecke, durch die am Luchenseil etwas nach oben befördert werden kann‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Luche'' ist die hd. Entsprechung zu nd. ''Luke'.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lügenfittich''' m. ● ''Liejenfidch'' ,zum Lügen neigender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lügenjohannes''' ● ''Liechengehannes'' ,Lügner‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lügenmajor''' ● ''Liechenmajor'' ,großer Lügner‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lullen, lüllen''' ● ,weinen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lumbe''' f. ● ,Lende, Weiche‘ ● ''Einen in die Lumben hauen'' ,gehörig abprügeln‘, ganz allgemein üblich (Vil. 1868); ''in de Lumben dreden'' ,grob abweisen‘, Kassel (Gr. 1894), ''in de Lumben haun'' ,jem. tätlich angehen‘, ebd. 20. Jh.; wird in Kassel nicht mehr verstanden, sondern auf ''Lumpen'' im Sinne von ''Klamotten'' bezogen; bereits Gr. überträgt ''Lumben'' als ,Lumpen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lumm''' ● ,schlaff, locker, lose‘ (Vil. 1864); ''lomm'' ,locker, lose‘ (z. B. Kuchenteig, Ackerboden), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lumpen''' Pl. ● ''Lumben un Fleh'' ,Lumpen und Flöhe‘, Gericht: Weißkraut mit Kümmel, Kassel 20. Jh. (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lumpensämmler''' ● ,Lumpensammler‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lümper''' ● ''Limberd'' ,Lump‘, Kassel (Lüttebrandt 1917), ,Taugenichts‘, ebd. 20. Jh.; ''Lember'' ,Lumpensammler, zerlumpter Mensch, armer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Limber'' ,Lumpensammler‘, Großenritte 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunke''' ● ''lunke-lunke machen'' ,hinlegen und schlafen‘, Kindersprache, Kassel (Gr. 1894); ''lunke-lunke-lunke!'' ,Leg dich hin, schlaf jetzt!‘, Aufforderung an kleine Kinder, ein Schläfchen zu machen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lunkebettchen''' ● ,Bettchen‘, an kleine Kinder gerichtet, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunken''' ● ''sich lunken'' ,sich zur Ruhe niederlegen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lunzekatze''' f. ● Bezeichnung für jedes schwache, dünne Gewebe, auch Interjektion in abwertendem Sinn, Kassel (Gr. 1894); ''Lönzekatze'' ,wertloses Zeug‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunze''' ● ''lonze-lonz machen'' ,schlummern‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lunzen''' ● ,leicht schlummern, halbschlummernd sich im Bett halten, sich behaglich zum Schlummern niederlegen‘ (Vil. 1868); ,schlummern‘, Kassel (Gr. 1894), ''lonzen'', dasselbe, ''sech lonzen'' ,sich schlafen legen‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lurch''' ● ''Lurch'', ''Lorch'' m. und n. ,ein Trunk („Suff“)‘, im Fuldischen üblich (Vil. 1868); ''Lorch'' m. ,Saft von gekeltertem Obst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lusch''' n. ● ,wirres Stroh; im Feld wachsende wilde Halme‘, untere Eder (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lusche''' f. ● ,Kohl, der kein Haupt geschoben hat, sondern in lange Blätter geschossen ist‘, Balhorn (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''luschig''' ● Adj. zu ''Lusch'' (Pfs. 1886); ''lüschech'' ,wirr (vom Stroh), locker, ungefüllt (von Krautköpfen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lüttich''' ● ''lüttig'', ''lüttich'' ,leichtfertig, eilfertig, oberflächlich (von Menschen und deren Verrichtung)‘, in ganz Niederhessen üblich (Vil. 1868); ''lüttich'', ''lütche'', auch im Hinblick auf zu leichte, dünne Kleidung bei rauher Jahreszeit gesagt (Pfs. 1886); ''leddech'' ,schwach, leicht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Lutterbaß''' m. ● ''Lodderbaß'' ,unordentlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''lutterig''' ● ''lotterig'', ''lodderig'', ''loddericht'' ,zottig, zerlumpt, nachlässig in der Kleidung‘, in Althessen allgemein (Vil. 1868); ''ludderich'' ,lotterig, unordentlich, wackelig, schwankend‘, Kassel (Gr. 1894), ,verlottert, unordentlich‘, ebd. 20. Jh.; ''lodderech'' ,zerlumpt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch I – L'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_E_%E2%80%93_H</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H</title>
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				<updated>2015-01-19T14:18:35Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch E – H'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
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:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''E.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
-'''echtig''' ● -''ächdich'', Kassel, Oberellenbach. ● Endung zur Bildung von Adjektiven aus Substantiv oder Adjektiv, um eine Ähnlichkeit mit den darin enthaltenen Begriffen auszudrücken; Suffixkombination aus umgelautetem altem ''-acht'' (&amp;gt; nhd. -''icht'') und –''ig''. ● Siehe ''klopfechtig'', ''rotechtig'', ''schaurechtig'', ''scheuchterechtig'', ''schupperechtig'', ''stickelechtig'', ''wüllenechtig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ecke''' ● ''Egge'', ''Eggchen'' wie hochdt., dazu: ,kurze Entfernung‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''’s äs ogger noch ’ne gleene Egge bis Kassel''. ,Es ist nur noch eine kleine Entfernung bis Kassel.‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ecken''' ● ''sich ecken'' ,sich eilen‘, Niederhessen, sehr üblich (Vil. 1868); ''sech äggen'' ,sich beeilen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ecksaule''' ● ''Ecksulle'' ,Ecksäule‘, Kassel (Gr. 1894), gemeint: ,Eckpfosten am Fachwerkhaus‘; ''Eggsühle'' ,Ecksäule‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä hält de Ecksulle feste, daß se net immefällt'', d.h. ,er ist ein Faulenzer‘ (Gr.). ''Hä hot en Kopp wie ’ne Eggsühle'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Edelmann''' ● ''Ärrelmann'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Duh nur net, wie wänn du ’m Ärrelmann üs dem Oorsch jefallen weerscht''. ,Tu nur nicht, als ob du einem Edelmann aus dem Arsch gefallen wärest‘, d.h. ,von hoher Herkunft wärest.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ege''' f. ● ''Ähje'' ,Egge‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● „Vgl. auch ''Eide''; ''Egge'' ist das jüngere Wort und verdrängt ''Eide'' allmählich.“ (Hm. 1926). ''Egge'' ist im 15. Jh. aus dem Verb ''eggen'' neu gebildet worden. ● Siehe ''Eide''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''egen''' ● ''ähjen'' ,eggen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ehle''' f. ● ''Ähle'' ,Elle‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehnächten''' ● ''ehnächden'' ,vorgestern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehnder''' ● ,eher‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Je ehnder, je liewer'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehr''' Konj. ● ''ehr'', ''ehr daß'' ,ehe, bevor‘, Kassel 20. Jh.; ''ehr'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehrt''' Adv. ● ,erst, bisher nur‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehrten''' Adv. ● ''ehrden'' ,zuvor‘, Kassel 19. Jh. (Gr. 1894); ''ehrten'' ,vorhin‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eichte''' f. ● ''Ichde'' (''i'' kurz) ,der ein Maß oder Gewicht als geeicht bezeichnende Stempel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eichten''' ● ,eichen‘. Die gemeinhochdt. Form ''eichen'' ist „jetzt“ die im Volksmund gebräuchliche, daneben auch ''eichten'', „und soll sogar: ''ichten'' gehört worden sein“ (Vil. 1868); ''ichden'' ,eichen (ein Maß oder Gewicht)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''etwas zu eichten geben'' ,zum Eichen geben‘, Singlis 1569, 1619 (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eide''' f. ● ,Egge‘, Hessen (Vil. 1868); ''Ehre'' ,Egge‘ (älteres Wort für die ''Egge''), Oberellenbach (Hm. 1926).  ● Vgl. mhd. ''egede'' &amp;gt; ''eide'' ,Egge‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eiden''' ● ,eggen‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eige''' ● Soviel wie: ,Ich will nicht, ich mag nicht.‘ Nur von Kindern bzw. Kindern gegenüber gebraucht. Balhorn (Sl. 1901)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einbörtel''' m. ● ''Innbärdel'' ,Umsäumung, Einfassung an Kleidungsstücken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eindemmeln''' ● ''inndämmeln'' ,(etwas) dicht treten‘, z. B. das auf den Wagen geladene Heu, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einduspern''' ● ''inndüsbern'' ,sitzend einschlafen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einhemmen''' ● ''innhämmen'' ,die Hemmkette in das Rad hängen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einhöbeln''' ● ''innheweln'' ,(Kraut) einhobeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einhüten''' ● ''innhieden'' ,unverschämt viel für sich einheimsen, einhamstern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einhuttern''' ● ''sich innhuddern'' ,sich einmummeln (in Kleidungstücke, Bettzeug)‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''huttern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einkacheln''' ● ''innkacheln'' ,(stark) einheizen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926), übertragen: ,tüchtig zechen, jem. Angst machen, jem. Dampf machen‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einkippen''' ● ''innkibben'' ,sich die Taschen füllen, einhamstern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einlappen''' ● ''innlabben'' ,jem. anschwärzen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einlecken''' ● ''innleggen'' ,naßmachen, besprengen (Wäsche)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einmummeln''' ● ''sich innmummeln'' ,sich einmummen, sich einhüllen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einnippen''' ● ''innippen'' ,einnicken, für kurze Zeit in Schlaf fallen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einschenken''' ● Siehe ''Ballschlag''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einschnurbeln''' ● ''innschnurweln'' ,einschrumpfen, zusammenschrupfen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einschnurren''' ● ''innschnurren'' ,einschrumpfen, zusammenschrumpfen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einschulen''' ● ''innschulen'' ,zu einem bestimmten Zweck belehren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einsulpern''' ● ''einsolpern'' ,Schweinefleisch einsalzen‘ (Vil. 1868); ''innsulbern'' ,einpökeln‘, Kassel (Gr. 1894), übertragen: ''sich innsulbern'' ,sich schmutzig machen, einsauen, vollkleckern‘, Kassel 20. Jh.; ''innsolbern'' ,Schweinefleisch einsalzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Loß dich innsulbern!'' Spöttische Abweisung (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einsummen''' ● ,langsam einschlafen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einsutten''' ● ''sich innsudden'' ,sich einsauen mit Feuchtem, Klebrigem‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eintucken''' ● ''innduggen'' ,eintunken, einstippen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eintuckewerk''' ● ''Induckewerk'' ,leichtes Gebäck bein Kaffee- oder Teetrinken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eisch''' ● ,schädlich, giftig, häßlich, widrig‘, nördlichstes Hessen, bis nach Fritzlar (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eisen''' ● Wendung ''nix lichen lossen wie heiß Isen un Mählensteine'' ,nichts liegen lassen außer heißem Eisen und Mühlsteinen‘, in Bezug auf tatkräftige Personen, die nahezu alles in Angriff nehmen, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eisenkuchen''' ● ''Isenkuchen'' ,einfacher Kuchen, der auf einem kleinen, etwa acht bis zehn Zentimeter tiefen Blech gebacken wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eiszacken''' ● ''Iszaggen'' , Eiszapfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eitel''' ● ''itel'', ''idel'', auch ''ittel'' ,unvermischt, ohne Zutaten, bloß‘ (Vil. 1868); ''idel'', auch: ''iddel'' ,bloß, pur, nichts als‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''irel'', dasselbe, Oberellenach (Hm. 1926). ● Gebrauch: 1) Als indeklinables Adj.: ''Hä ißt iddel Brot''. ,Er ißt pures Brot‘, also ,trocken Brot.‘ Kassel 20. Jh. 2) Als Adv.: ''Hä ißt de Wurscht iddel''. ,Er ist die Wurst pur‘, also ohne Brot. Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ekel''' m. ● ''Egel'' ,Abscheu; widerliche, leicht reizbare Person‘, Kassel 20. Jh.; ,ekliger, abscheulicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eklig''' ● ''egelich'' ,abstoßend; zornig, unwirsch‘, Kassel 20. Jh., ,abscheulich, abstoßend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Elendsknochen''' ● ''Ählendsknochen'' ,elender, übler Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''elendig''' Adj. ● ,elend‘, im Volksmund allein gebrächliches Adjektiv; ''elend'' kommt nicht vor (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''elendiglich''' Adv. ● ''ählendiglich'' ,elend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Elter''' f. ● ''Eller'' ,Großmutter, Hebamme‘, gekürzt aus ''Eltermutter'', Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868); ''Äller'' ,Großmutter, Hebamme‘ (in letzterer Bedeutung kaum noch gebräuchlich), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eltermutter''' ● die in Hessen ausschließlich geltende Bezeichnung für die Großmutter (Vil. 1868); ''Ellermodder'' ,Großmutter‘, Kassel (Gr. 1894), ''Ällemodder'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eltervater''' ● die in Hessen ausschließlich geltende Bezeichnung für den Großvater (Vil. 1868); ''Ellervader'' ,Großvater‘, Kassel (Gr. 1894), ''Ällefoder'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''embern''' ● ,matt werden, nach etwas streben‘, hessenweit hier und da, in Kassel auch: ,zappelnd schwimmen (Anfänger)‘ (Pfs. 1886); ''gegen einem''(!) ''empern'' ,sich auflehnen‘ (Pfs. 1, 1889); ''embern'' ,mit Anstrengung schwimmen, mit starken Armbewegungen einherschreiten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''endelich''' ● ''engelich'' ,fleißig, arbeitsam, eilig (dem Ende zustrebend)‘, Niederhessen, sehr üblich (Vil. 1868); ''engelecht'' ,eilfertig, fleißig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''enke''' Adv. ● ''enke'', ''enken'', ''enked'' ,genau‘, Althessen, sehr üblich (Vil. 1868);  ''enkeden'' ,genau, passend‘, Kassel (Gr. 1894, Lüttebrandt 1917); ''enke'' ,genau‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''verwor en enken'' ,fürwahr und gewiß‘, Beteuerungsformel, an der unteren Eder und Schwalm (Vil. 1868). ''Das muß enkeden gemacht wären'', Kassel (Gr. 1894). ● Gr. vermutet, ''enkeden'' sei „wohl mehr bäurisch“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Enkel''' m. ● ,Fußknöchel‘, überall im inneren Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Entenbürzel''' ● ''Endenbirzel'' ,Entensteiß‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''Ähndenberzel'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Des Mull geht emme wie ’n Endenbärzel'' (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eppen''' ● ''eppen'', ''äppen'' , etwas schmerzlich empfinden, von einer Sache unangenehm berührt werden‘ (Vil. 1868); ''äbben'' ,schmerzlich empfinden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''ippen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eppisch''' ● ''eppsch'', ''äbsch'' ,reizbar‘ (von Menschen, aber auch z.B. von Haut) (Vil. 1868); ''äbbsch'' ,empfindlich, reizbar‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''erbsgeel''' ,erbsengelb‘. ● Scheinbar nur in der Wendung ''erwesgäler Wißkobb'' ,Flachskopf‘, Kassel (Lüttebrandt 1919); ''ärwesgaler Wißkopp'' ,erbsgelber Weißkopf, rothaariger Mensch‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erbstüpfen''' n. ● ''Erwesdebben'' ,Erbsentopf‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''ahles Erwesdibben'' ,Person, die stundenlang halblaut schimpft und zankt‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erbszähler''' ● ''Erweszähler'', wie ''Erwesdebben'', mit dem Nebensinn ,Kleinigkeitskrämer‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''erkrimmen und erkratzen''' ● Nur in der Redewendung ''alles, wos se ergrimmen un ergratzen kunn'' ,alles was sie irgendwie zusammenraffen können‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ern''' m. ● ''Ähren'' ,Hausflur‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ersten''' ● ''erschden'' ,zuerst, zunächst‘, Kassel 19., 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eulern, eulen''' ● ''eulern'' ,tönern‘ (Vil. 1868); ''illern'' ,irden [aus Ton gebrannt]‘, Kassel (Gr. 1894), ''illen'' ,tönern, irden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''illerne Piffe'' ,irdene  Pfeife‘ [also Tonpfeife] (Gr.); ''illen Wore'' ,Töpferware‘ (Hm.). ● ''Ille(r)n'' &amp;lt; *''üle(r)n'', Adj. zu niederhess. *''Ule'' ,gebrannter Tontopf‘, erhalten z.B. in Flurbezeichnung ''Ulofen'' bei Metze; vgl. auch ''Aulgasse'' in Marburg. Zugrunde liegt mhd. ''ûle'' ,Topf‘, von lat. ''ōlla'' ,Topf‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Euler''' m. ● ''Üller'', ''Iller'' ,Töpfer‘, Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868). ● Mhd. ''ûlner'' ,Töpfer‘. ● Siehe ''eulern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Euler, Auler''' m. ● ''Üller'', zu Kassel ''Uller'', an der Werra ''Iller'', einer der vielen Namen für die ,kleinen Spielkugeln‘ der Kinder (Pfs. 1886). ● Genauer: ,gebrannte Tonkugel‘, siehe ''eulern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''extern''' ● ,(anhaltend) necken, in plagender beschwerlicher Weise necken (im Scherz und im Ernst)‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''exdern'' ,tadeln‘, Kassel (Gr. 1894); ''sech äxdern'' ,sich verdrießlich abmühen, sich beeilen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''F.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Falle''' f. ● ,Falle‘ (Fangwerkzeug), auch ,Bett‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fallning''' ● ,fallend‘; ''de fallninge Graanget'' ,die fallende Krankheit, Epilepsie‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''falsch''' ● ,falsch; zornig, hinterlistig‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894) dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fang''' m. ● ''Fank'' ,Hieb‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fanzen''' ● ,mit den Händen in der Luft herumfahren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fäsel''' f. ● ,dünner Faden‘, ,Härchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fasen''' m. ● wohl bedeutungsgleich mit ''Fasel'' (''Fäsel''), Kassel (Gr. 1894, ebd. ohne Bedeutungsangabe erwähnt unter ''fesseln'', s. „füsseln“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''faselig''' ● ''fosselech'' ,sich schnell vermehrend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fäselig''' ● ''fäselech'' ,aus lauter dünnen Fäden bestehend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fäseln''' ● ,sich in lauter dünne Fäden auflösen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Faß''' ● ''Der eß us ’nem angern Fasse.'' ,Er ist von einer andern (bessern) Art.‘ Balhorn (Sl. 1901). ''Dos kemmt üs em annern Faß.'' ,Das kommt aus einem andern Faß, ist bedeutend schöner, wertvoller als etwa anderes.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Faullacks''' m. ● ''Fullachs'' ,Faulenzer‘, Kassel (Gr. 1894, ebd. verschrieben); ''Fülax'' ,träger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Lacks''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fautsche, Fautschel''' f. ● ''Fautsche'' ,Fehler‘, in den Mittelständen als halbes Scherzwort gebräuchlich, am üblichsten in den Strickschulen (Vil. 1868); ''Fautschel'' ,beim Stricken verfehlte Masche‘, Kassel (Gr. 1894). ● Nachbildung des französ. ''faute'' ,Fehler‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fautscheln''' ● ,Fautscheln machen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Feez''' m. ● ,Spaß, Vergnügen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''Fuldafeez''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''feien''' ● ,Getreide mit einem feinen Sieb reinigen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Feldgücker''' ● ''Feldgigger'' ,Feldgucker, d. h. große, stracke Wurst‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. nd. ''Feldkieker''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''felgen''' ● ''fäljen'' ,Stoppelland umpflügen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fenstern''' ● ''fensdern'' ,werfen, schlagen, durch Hinwerfen zertrümmern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''fänsdern'' ,hinauswerfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fensterschwitz''' m. ● ''Fänsderschwetz'' ,Wasserdampfniederschlag an den Fensterscheiben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fickfacker''' m. ● ,Schwänkemacher, Aufschneider, Betrüger‘, sehr gebräuchlich, Niederhessen (Vil. 1868); ''Feggfägger'' ,Aufschneider, Prahlhans‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Finsel''' f. ● ,Perücke‘, Spottbezeichnung, allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ,Perücke; strenge Miene‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fiskal''' m. ● ''Fischkal'', Kassel 19. Jh. (Herzog), ''Feschgahl'' ,Fiskal, königlicher Sachwalter‘, übertragen: ,Auskundschafter, Spion; jemand, der Personen oder Verhältnisse ausspioniert‘, ebd.(Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fiskalen''' ● ''feschgahlen'' ,alles ausspionieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fisseln''' ● ,fein regnen‘, ganz Althessen (Vil. 1868); Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fist''' m. ● ,leiser Furz‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ,kleiner Junge, Lehrling‘, humoristische Übertragung, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894) . ● Die eigentliche Bedeutung von ''Fist'' war scheinbar bereits im 19. Jh. in Kassel nicht mehr geläufig. ● Siehe ''Bofist'', ''Pechfist'', [[Der „Fist“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fisten''' ● ,leise furzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fitsch''' ● ,quitt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Mä sin fitsch.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fitsch''' ● ''Fiddsch'' ,Leichtfuß‘, Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fittch''' m. ●  ''Fidch'' ,Flügel eines Vogels‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kontraktion von ''Fittich''. ● Siehe ''Flittich''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fitzen''' ● Fachwort der Weber und Tüncher (Vil. 1868, mit Erläuterungen); ,einflechten der Fitzgerten in Schalhölzer‘ (Fachwort der Weißbinder); ,das gewebte Garn durch Fitzfäden in Gebinde aufteilen‘ (Weberei), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fitzen''' ● ,mit der Rute leicht schlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fitzen''' ● ,jem. angeben, bezichtigen (in der Schule)‘, Kassel, „vor Jahrzehnten“ (Pfs. 1886); ,denunzieren (seine Mitschüler)‘, ''ahnfitzen'' ,denunzieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fitzer''' ● ,Denunziant‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fitzgerte''' f. ● ,gespaltene Buchen-, Hasel-, Hainbuchengerte zum Einflechten in die Schalhölzer‘ (Vil. 1868); ''Fitzgerde'' ,dünne, zähe Gerte; Weidenrute‘, Kassel (Gr. 1894); ,gespaltene Hasel- oder Buchenrute, die zum Einflechten in die Schalhölzer dient‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flächsen''' ● ''flässen'' ,aus Flachs gesponnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fladusen''' Pl. ● ,Lügen, Beschönigungen‘, harmloser als ''Schmagucken'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fladusenmacher''' ● ,einer, der ''Fladusen'' macht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fläme''' f. ● ,Weiche, Seite‘, ursprünglich Seite eines Tieres (Ochsens), aber auch die eines Menschen, erniedrigend (Vil. 1868); ,Weiche, Flanke eines Tieres, namentlich beim Rindvieh‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Redensart ''einen in die Fläme hauen'' ,jemandem einen nachdrücklichen Hieb geben‘, vor allem Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flämisch''' ● ''flämisch gucken'', ''flämische Augen machen'' ,unschön, böse oder neidisch blicken‘, an der Schwalm (Pfs. 1886). ● Pfs. bezweifelt Zusammenhang mit der Völkerschaft der ''Flamen'', sieht eher Ableitung von Fläme ,Seite, Flanke‘, also eigentlich vielleicht gemeint: ,schielende, seitliche Blicke‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flammen''' ● ,blitzschnell laufen, sich eilig bewegen; verprügeln‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''sich flammen'' ,sich tüchtig schlagen, prügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''flammen'' ,prügeln, durchhauen‘, Balhorn (Sl. 1901); ,sich eilig bewegen, blitzschnell laufen; durchhauen, verprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flanz''' m. ● ,den Atem benehmender, zumal stinkender Dunst, z.B. von Fett, das auf die heiße Ofenplatte geschüttet wird‘ (Vil. 1868); ,Dunst, schlechte Luft, Gestank‘, Kassel (Gr. 1894, Lüttebrandt 1917), ,starker Abortgeruch‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flarenbart''' m. ● ''Florenbort'' ,einer, der dumme Streiche oder Witze macht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flarjes''' m. ● ''Florjes'' ,Witzbold, Spaßmacher‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Flerches''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flatch''' m. ● ,klatschender Schlag‘, vermutl. ganz Hessen (Pfs. 1886); ,Stoß‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); Plur. Fladdche ,Hiebe‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flatchen''' ● ,klatschend schlagen‘ (Pfs. 1886); ,eine Person mit einem kurzen, heftigen Schlag wegstoßen, ohne daß sie fällt, „so daß sie aufrecht fortwirbelt“‘, auch auf Gegenstände bezogen, Kassel (Gr. 1894), 20. Jh.; ,mit den Flügeln um sich schlagen, flattern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flatsche''' f. ● ''Flatsche'', an der Schwalm ''Fletsche'' ,Lappen, Fetzen‘ (Pfs. 1886); ''Flatsche'' ,Lappen, besonders aber durch schwere Verwundung losgetrenntes Hautstück; dann aber auch ansehnliche Hiebwunde‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Flootsche'' ,abegerissenes größeres Stück Haut‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● En Fletsche Wisse ,ein Stück Land‘, an der Schwalm (Pfs.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flatschen''' m. ● (''a'' lang) ''Flaadschen'' m. ,etwas kleines, flaches Weiches; etwas Breitgetretenes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fleenzemichel''' ● ,Schmeichler in Stimme und Gebärde, übertrieben untertänig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fleenzig''' ● ''fleenzich'' ,schmeichlerisch, untertänig tuend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fleez''' m. ● ,ungefüger, ungesitteter Mensch, was man sonst auch Rekel, Bengel nennt (Vil. 1868); ,Lümmel‘ (Pfs. 1886); ,einer, der sich fleezt‘, etwa bedeutungsgleich mit ''Bankrekel'', Kassel (Gr. 1894). ● ''En Fleez machen'' ,mit aufgestütztem Kopf am Tisch lümmeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fleezen''' ● Verb zu ''Fleez'' (Pfs. 1886); ''sich fleezen'' ,unbescheiden zuviel Platz auf einer Bank oder bei Tisch einnehmen, bei Tisch den Kopf in die Hand stützen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flennbart''' m. ● , ein zum Lachen geneigtes Kind‘ (Vil. 1868); ''Flännbort'' ,Mensch, der dauernd lacht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flenn-Else''' f. ● ,ein zum Weinen geneigtes, tränenreiches Mädchen‘ (Vil. 1868); ''Flännelse'', Name eines Gespenstes, mit dem den kleinen Kindern Angst eingejagt wird, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flennen''' ● 1) ,weinen‘, im Hersfeldischen, Grafschaft Ziegenhain, untere Eder, Efze (Homberg und Umgebung), 2) ,lachen, lächelnde Miene machen, den Mund zum Lachen verziehen‘, östl. Hessen, an der Fulda und Werra (Vil. 1868); ,lachen‘, auch: ,weinen‘, Kassel (Gr. 1894); ,den Mund zum Lachen verziehen, lachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ursprüngliche Bedeutung von ''flennen'': ,den Mund verziehen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flerches''' m. ● ''Flerjes'' ,Schlingel, Bengel‘, Schimpfwort, hin und wieder in Niederhessen (Vil. 1868); ''Flerches'' ,grober, anmaßender Mensch‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Flarjes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flerren''' ● ,die Zähne blecken, höhnisch lachen‘ (zuweilen gebraucht für das ungezogene Weinen der Kinder), ziemlich allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fliegenschnappe''' f. ● ''Fliechenschnabbe'' ,Fliegenklatsche‘, Kassel (Gr. 1894, S. 72).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flitschbogen, Flitzbogen''' ● ,Armbrust‘, „ersteres die für gröber, gemeiner, letzteres die für feiner und edler geltende Benennung“, jetzt nur noch Knabenspielzeug (Vil. 1868); ''Flitzeboochen'' ,Bogen der Kinder zum Abschießen von Pfeilen, Kassel 20. Jh.; dasselbe, dazu: ,Armbrust‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hans Staden aus Homberg (16. Jh.) hat ''Flitschbogen'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flitschen, flitzen''' ● ,mit Pfeilen schießen‘, östl. Hessen, zu Anfang des 19. Jh., von älteren Personen gebraucht (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flittich''' ● ''Fliddich'' ,Flügel‘, weit verbreitete Nebenform von ''Fiddich'' ,Fittich‘ (Pfs. 1886); ''Fliddich'', ''Fleddich'' ,Fittich, Flügel, Arm; leichtfertiger Mensch‘, Kassel 19. Jh. (Jonas, Gr. 1894). ●  Das ''l'' in ''Fliddich'' ist von ''Fliechel'' ,Flügel‘ entlehnt, vergleichbar mit hochdt. ''Geflügel'', mhd. noch ''gevügele'', Kollektivbegriff zu ''vogel''. ● Siehe ''Fittch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flirre''' f. ● ,launenhafter Einfall, Grille, dummer Witz‘, wohl meist im Pl. ''Flirren'' benutzt, Kassel (Gr. 1894); ,Grille, unnütze oder verschrobene Idee, fixe Idee‘, Balhorn (Sl. 1901); nur Pl.: ''Flirren'' ,dumme, Streiche, dumme Witze‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flittergans''' ● ,junges Mädchen, das unaufhörlich lacht‘, Scheltwort, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Floh''' ● ''die Floh'', Kassel (Gr. 1894), ''där Flooch'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flugger''' ● ,schnell, hurtig, eilig‘, untere Eder (Fritzlar und Umgebung) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flutchen''' ● ''flodchen'' ,schlagen, prügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flutsch''' ● ,junges vorwitziges Mädchen, etwa im Backfischalter‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flutschen''' m. ● ''Flüdschen'' ,abgerissenes Stück Haut‘, Oberellenbach (Hm. 1926); vgl. ''Flatsche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Forsche''' f. ● ,Kraft, Tatkraft, Anstrengung, Elan‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kraft, Gewalt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Forsche'' ist Ableitung von dem Adj. ''forsch''; kommt nicht, wie gelegentlich angenommen, von französ. ''force''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Forschede''' f. ● ,Kraft, Tatkraft, Anstrengung, Elan‘, Kassel (Gr. 1894). Nominalableitung von ''forsch'' mittels Suffix ''-ede''; vergleichbare niederhess. Bildungen sind z.B. ''Dickede'', ''Breitede'', ''Längede'', ''Tiefede''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Franzlaibchen''' s. ● Pl. ''Franzlaiwerchen'' ,Franzbrötchen‘, Brötchensorte, nicht so fein wie Pariser, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frasen''' m. ● ,Rasen‘, nördl. Niederhessen, südl. bis Melsungen und Homberg (Vil. 1868). ● Vgl. ''Frasenweg'', Kassel-Rothenditmold 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''frech''' ● ''fräch'' ,verwegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''freide''' ● ''freere'' ,herb, bitter, scharf-säuerlich im Geschmack‘, Oberellenbach (Hm. 1926); vgl. mhd. ''vreide''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''frisch''' ● wie hochdt. ● ''längest fresch'' ,gut genug, mehr als hinreichend‘, Kassel (Gr. 1894); ''’ne fresche Kuh'' ‚eine frischmelkende Kuh‘ (sic), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''frischmelk''' ● ''freschmelk'' ‚gute Milch gebend‘, Niederzwehren 20. Jh. (Müldner).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frist''' f. ● ,Fußrücken, Rist‘ (Vil. 1868), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fromm''' ● ,förderlich, gesetzlich, ein anständiges Leben führend‘ (Vil. 1868); ,ruhig, geduldig, lenksam (z.B. ein Pferd)‘, Oberellenbach (Gr. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frostekatze''' ● ,jemand, der leicht friert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frunzel''' f. ● ,ungepflegte Frauensperson; eine, die sich und ihre Kleidung vernachlässigt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fuckeln''' ● ,nachlässig arbeiten‘, mittlere Eder (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fuldafeez''' m. ● ''Fullefeez'' ,Spaß, Vergnügen auf der Fulda‘, beim Zissel, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füllen''' n. ● ,Fohlen‘, Kasseler Gegend und an der Eder (Pfs. 1886); ''Fellen'' ,junges Pferd‘, Oberellenbach (Gr. 1926). ● Pfs. berichtet, ''Füllen'' sei in seiner Kindheit in Kassel üblich gewesen, ''Fohlen'' habe er erst in der Schule kennen gelernt. Hm. führt für Oberellenbach nur ''Füllen'' auf, nicht ''Fohlen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füllchen''' n. ● ''Fellchen'' ,junges Pferd‘, Oberellenbach (Gr. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füllster''' s. ● ''Fellsder'' ,Füllsel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Funke''' f. ● ,zänkische Frau‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Funsel''' f. ● ,schlecht brennende Lampe‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Funzel'' ,trübes, qualmendes Öllicht‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Funsel'' ,schlecht brennende Lampe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fürtehase''' ● ,furchtsamer Mensch‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fürtekatze''' ● ''Firdekatze'' ,Fürchtekatze, scheue Katze; furchtsame Person, Feigling‘, Kassel (Gr. 1894); ''Färdekatze'' ,furchtsamer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fürten''' ● ''sich firden'' ,sich fürchten‘, Kassel (Gr. 1894), ''sech färden'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fürtening''' ● ''färdenink'' ,fürchtend‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● ''färdenink machen'' ,fürchtend machen, Angst einjagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Furzmulde''' f. ● ''Furzmuhle'' ,Bett‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Mulde''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fusch''' m.● ''Fusch'', Plur. ''Fische'', ,Fisch‘, Kassel (Gr. 1894). ● Der Singular ist vermutlich Rückbildung aus dem Plural analog zu ''Bische'' (= entrundetes ''Büsche''), ''Busch'' ,Büsche, Busch‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fuscheln''' ● ,(an etwas) herumhantieren‘, Kassel 20. Jh.; ''füscheln'' ,(etwas) oberflächlich berühren, leicht über etwas hinfahren, im Dunkeln tasten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füssel''' f. ● ''Fissel'' ,Fasen, Fädchen, Härchen, Stäubchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''füsseln''' ● 1) ''fisseln'' ,ausfransen, so daß sich Stäubchen usw. ansetzen, die nicht leicht der Bürste weichen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füßling''' m. ● ''Fießling'' ,Fußteil des Strumpfes‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''futteln''' ● ,muscheln beim Spiel‘ (Pfs. 1886); ,mit Kleinkram herumhantieren, herumbasteln, evtl. unsorgfältig‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''futterläunisch''' ● ''fudderlingsch'' ,wild, ungestüm durch große Freßgier (von Pferden)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''futtern''' ● ,grollend, fluchend schelten‘, ziemlich ganz Hessen, besonders Niederhessen (Vil. 1868); ''fuddern'' ,fluchen, wettern‘, Kassel (Gr. 1894). ● Verbale Ableitung von französ. ''foudre'' ,Blitz, Donnerschlag‘; obwohl bereits im 18. Jh. einzeln gebraucht, erst 1806 bis 1814 völlig üblich geworden (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''G.,''' siehe auch '''K.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''gabeln''' ● ''gawweln'' oft für ,dingfest machen, jem. festhalten, daß er Rede und Antwort stehen muß‘, Kassel (Gr. 1894); ''gowweln'' ,auf die Gabel nehmen, Heu, Getreide und dgl. mit der Gabel auf den Wagen bringen‘, Oberellenbach (Hm 1926). ● ''Ich hon’n mä gegawwelt.'' ,Ich habe ihn mir vorgeknöpft.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gäbeln''' ● ''sech gäwweln'' ,sich zanken, sich streiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gacke''' f. ● ,Kacke‘, Kassel 19., 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gackel''' f. ● ''Gaggel'' ,einfältige, sich kindisch benehmende Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gackelig''' ● ,unsicher in Bewegungen und Verrichtungen, einfältig, unanstellig‘ (Vil. 1868); ''gaggelech'' ,einfältig, kindisch, beständig lachend (besonders von jungen Mädchen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gackeln''' ● ''gaggeln'' ,einfältig mit etwas herumspielen, sich kindisch benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gackelwerke''' Pl. ● ''Gaggelwärge'' ,einfältiges, kindisches Benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gacken''' ● ,cacare‘, nicht sonderlich volksüblich (Vil. 1868); ''gaggen'' ,kacken‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach, dasselbe (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gak''' m. ● ''Gaak'' ,Schrei‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''en Gaak duhn'' ,laut schreien‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gakehals''' ● ''Gaagehals'' ,Schreihals‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gakelei''' f. ● ''Gagelei'' ,Posse, Narrheit, albernes Scherzen‘, meist im Pl. ''Gageleien'' benutzt, Kassel (Gr. 1894). ● Verb, von dem ''Gakelei'' abgeleitet ist, nur erhalten in ''vergakeln'' (s. d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gakelpossen''' Pl. ● ''Gagelbossen'' ,Narrheiten‘, wie ''Gageleien'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gaken''' ● ,überlaut schreien‘, auch vom Geschrei der Raben, Dohlen, Krähen gebraucht (Vil. 1868); ''gaagen'' ,schreien, zu laut sprechen oder singen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gogen'' ,laut schreien‘, vom Geschrei der Gänse; auf andere Geräusche, zumal das menschliche Schreien übertragen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Galasche''' f. ● ,Prügel, Hiebe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''galaschen''' ● ,prügeln, schlagen‘, als Züchtigung, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gallern''' ● ,laut schreien, besonders von Hunden, wenn sie geschlagen oder von andern Hunden gebissen werden‘ (Vil. 1868); ,überlaut rufen‘, auch: ,ungezogen, übertrieben weinen (von Kindern); bedeutungsgleich mit ''galaschen'', außerdem ,laut schmetternd singen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gamfen, gamschen''' ● ''ganfen'' ,stehlen, mausen‘, östl. Hessen bis in die Grafschaft Ziegenhain, sehr gebräuchlich (Vil. 1868); ''gampfen'' ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894); ''gamschen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus dem Jiddischen; hebr. ''ganaf'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänsegeriffel''' n. ● ,Überbleibsel der gebratenen Gans nach Abschälung der besten Stücke des Bratfleisches‘. ● Siehe ''Geriffel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänseläuse''' Pl. ● ''Gänseliese'' ,Ungeduld, Verlieren der Fassung‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894). ● ''Do krecht me Gänzeliese derrbi.'' (Gr.) ● Grundwort: ''Luß'', ''Liese'' ,Laus, Läuse‘. Möglicherweise liegt jedoch Umdeutung vor, vgl. ''Lieser''. ● Siehe auch ''Bimbelgicht''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänsepfarrer''' ● ''Gänseporr'' ,sich besonders klug dünkender Mensch‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänsepfeffer''' ● ''Gänsepeffer'' ,Gänseklein‘ (Speise), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänsestitz''' ● ,Raum für Gänse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''garstrig''' ● ,garstig‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Garstsack''' ● ''Garschtsack'' ,garstiges Kind‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,unartiges Kind‘, Scheltwort, Balhorn (Sl. 1901); ''Gorschdsack'' ,ungehorsames Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Garstvogel''' ● ,übel aussehender, häßlicher, auch ein unanständiger Mensch‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Garschtvochel'' (''o'' kurz) ,garstiger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Garwurst''' ● ''Gorworscht'', zusammenfassende Bezeichnung für Blut- und Leberwurst, Oberellenbach (Hm 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gaskonnaden''' Pl. ● ''Gasgenaden'' ,Späße, Prahlerei‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Von französ. ''gasconnade'' ,Aufschneiderei, Prahlerei‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gätlich''' Adj. ● ''gatlich'', ''gätlich'' ,angemessen, passend, schicklich‘, selten (Vil. 1868); ''gatlich'' ,geeignet‘ (Pfs. 1886); ''gähdlich'' ,mittelgroß, mitteldick‘, Kassel (Gr. 1894); ''gädlech'', ,nicht zu groß und nicht zu klein, mittelgroß‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''gatliche Kartoffeln'' ,Kartoffeln, die zu jeder Art Zubereitung geeignet sind‘, bei Kassel (Pfs. 1886); ''’ne gädlejje Gordüffel'' ,eine mittelgroße Kartoffel‘, ''en gädlejjer Schobben'' ,ein nicht ganz gefüllter, ein knapper Schoppen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. bringt Belege von 1577, Ziegenhain betreffend: ''gatlich'' ,geeignet‘, ''ungatlich'' ,ungeeignet‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gaucht''' n. ● ,dummes, einfältiges Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zu mhd. ''gouch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gaude''' f. ● ,Spaß, Vergnügen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gauden'' (nur Pl.) ,Scherze, Späße‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von lat. ''gaudium'' ,Freude‘. Zum Geschlecht: vgl. bair. ''die Gaudi''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gausche''' f. ● ,elendes Gesöff, armselige Suppe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gauzen''' ● ,bellen, anbellen, klagend bellen‘, auch auf analoge Töne des Menschen übertragen (Vil. 1868); ,bellen, aufbellen‘, auf den Menschen übertragen: ,Schmerzlaute ausstoßen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,bellen, bellend schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ge-''' ● ein den Infinitiven nach den Modalverben ''können'', ''mögen'', ''wollen'' vorgesetztes Präfix, in Hessen häufig vorkommend (Vil. 1868);  ''je''-, wird stets dem Infinitiv eines Verbs als Präfix vorangestellt, wenn dieser von einer Form von ''können'' oder ''mögen'' abhängig ist, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ech kann’s jemachen''; ''ech muchd’s nett jedunn'' (Hm.) ● Kommt in Kassel nicht vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebäcke''' n. ● ''Jebägge'' ,soviel Brot, als man auf einmal bäckt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebafe''' n. ● ''Jebaafe'' ,fortwährendes Türzuschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebänderze''' n. ● ''Gebännerze'' ,Gebänder als Putz, Schmuck‘, auch: ,großer Vorrat an Bändern‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Gebäuze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebänse''' n. ● ,Aufeinanderschichtung größerer Gegenstände, von Holzstücken, Stroh-, Heubündeln u. dgl.‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebäuze''' n. ● ''Gebäuze'', Kassel (Pfs.1, 1889); ''Gebaize'' ,Gebäude‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Gebäuze'' ist keine Verballhornung von ''Gebäude'', sondern abgeleitet von ''Gebäu'' (so Pfs. zu Recht) mittels Suffix -''ze''; ebenfals mit diesem Suffix gebildete niederhess Wörter: ''Gebänderze'', ''Gebeinze'', ''Gedärmze'', ''Gefüllze'', ''Geköchze'', ''Gemächtze'', ''Gemählze'', ''Getäfelze'', ''Getierze'', ''Gewanerze''. ''Gebänderze'' ist unorganisch, dürfte zurückgehen auf regulär gebildetes *''Gebändeze'', dann angelehnt an ''Bänder''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gebeschnäppisch''' ● ''gebschneppisch'', ''gebschneppsch'' ,mit Geben bei der Hand, voreilig freigebig‘, hin und wieder in Niederhessen (Vil. 1868); ''geweschnäbbsch'' ,freigiebig‘, Kassel (Gr. 1894); ''gäwerschnäbbsch'' (sic) ,zum Geben geneigt, allzu freigiebig‘, Oberellenbach (Hm. 1926)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebeinze''' n. ● ,Gebein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebitze''' n. ● ''Jebetze'' ,Bund Stroh‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geblutetes''' ● ''Geblutetes'' ,Fleisch‘, Niederhessen, Naumburger Gegend (Pfs. 1886); ''Jebluddes'' ,Geschlachtetes, Fleisch und Wurst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gedankenspieler''' ● ''Jedanggenschbäler'' ,zerstreuter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gedärmze''' n. ● ,Gedärm‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jedärmze'' ,Gedärm, Eingeweide‘, Oberellenbach (Hm. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gedibber''' n. ● ''Jedewwere'' ,eifrige Unterhaltung mehrer Personen im Flüsterton‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hebr. (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gedrückt''' ● ''gedrigget'' ,bedruckt‘, z. B. mit Mustern bedruckter Stoff, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gedrudel''' n. ● ,Gedudel, schlechte Musik (besonders von Blasinstrumenten)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geduckst''' ● ,gedemütigt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geele''' ● ''gel'', die ausschließliche Form für ,gelb‘ in Hessen (Vil. 1868); ''gähle'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gale'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geelwurzel''' ● ''Gählwurzel'', ''gähle Wurzel'' ,Möhre‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gefille''' n. ● ''Jefälle'' ,großer, umfangreicher Gegenstand; starke korpulente Persönlichkeit‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Nach Hm. zu ''Fell'' gehörig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geflenne''' n. ● ''Jeflänne'' , dauerndes Lachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gefüllze''' n. ● ''Gefillze'' ,Füllung (im Geflügel)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gefräß''' n. ● ,Fresse‘, noch üblicher als ''Fresse'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gegergel''' n. ● ''Jegärjele'' ,Quälerei‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gegitter''' n. ● ''Gegidder'' ,Gitter‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gegrutze''' n. ● ,Obstschalen und -schnitzelchen, kleinere Abfälle‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Grutz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gehöcke''' n. ● ''Jehegge'' ,Haufe unordentlich durcheinanderliegender Sachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gehurmel''' n. ● ''Jehormele'' ,Gemurmel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geierig''' ● ''gaierech'' ,hoch aufgebaut, aber ohne feste Unterlage, daher ständig umzufallen drohend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geischel''' f. ● 1) ,Geißel, Peitsche‘; ''Geschel'', Hersfeld, Gebirgsteil der Grfsch. Ziegenhain; ''Gischel'', Niederhessen; 2) ,Wagendeichsel‘ (Vil. 1868); ''Göschel'' ,Peitsche, Wagendeichsel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Peitsche'' war im Anfang des 19. Jh. in den meisten niederhessischen Gegenden kaum bekannt; ''Deichsel'' ist in Hessen durchgängig ungebräuchlich, ja unverständlich (Vil.)  ● ''Geischel'' entspricht nhd. ''Geißel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geischelseil''' ● ''Göschelsehl'' ,Peitschenriemen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gekächze''' n. ● ,starker Husten, Gekeuch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geknetscht''' ● ,zusammengedrückt‘, übertragen: ,bekümmert‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geknicke''' n. ''Jegnegge'' ,Genick‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geköchze''' n. ● ''Gekechze'' ,Gekochtes‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gele''' f. ●  in der Redensart ''dumme Gele'' ,Mädchen von dummer, bäurischer Manier‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Gele'' ist alter hessischer Vorname (schon mittelalterl.), Koseform von ''Gertrud''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gelfen''' ● ''galfen'' ,laut und mit hoher Stimme schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geliefert''' ● ''geliwwert'' ,kaputtgemacht‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gelinde''' n. ● in Niederhessen alte berechtigte Nebenform von ,Geländer‘ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gelirre''' n. ● in der Verbindung ''ahles Gelirre'' ,kleineres Gerümpel, Plunder‘, übertragen: ,alte Frauensperson‘, abfällig, Kassel (Gr. 1894); ''Jelerre'' ,altes, baufälliges Haus; alte gebrechliche Person‘, meist ''ahles Jelerre'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gellert''' m. ● ,Sperling‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gelte''' f. ● ''Gelte'' ,hölzernes Gefäß mit zwei Handgriffen‘, die größere Form des Stunzes, Stünzchens, Stützchens, Niederhessen (Vil. 1894); ''Gälde'' ,Kübel, Waschfaß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gelte''' Adj. ● ''gälle'' ,nicht trächtig‘ (von Haustieren), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''gelte'', ''galze'' ,verschnittenes Schwein‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gelünge''' n. ● ''Gelinge'' ,Speise aus Lunge, Leber usw.‘, Kassel Gr. 1894); ''Jelenge'' ,Lunge, Leber und Herz geschlachteter Tiere‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gemächtze''' n. ● ,Unterleibspartie, männl. Geschlechtsteile‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jemächze'' ,männl. Geschlechtsteile; Gegend der männl. Geschlechtsteile‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gemählze''' n. ● ''Gemeelze'' ,Gemälde‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gemäuerze''' n. ● ''Jemierze'' ,Gemäuer, Mauerwerk‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gemücke''' ● ''Gotts Gemücke!'', Fluch, Kassel 20. Jh.; ''Kotz Jemegge!'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geniste''' n. ●  ''Jenesde'' ,häßliches, unordentliches Farauenzimmer‘, meist ''ahles Jenesde'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''genung''' ●  ''genunk'' ,genug‘ Kassel (Gr. 1894); ''jenunk'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geprahlze''' n. ● ''Geprohlze'' ,Geprahle‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gerade''' ● ,rasch‘, nur zeitlich, nicht räumlich-örtlich (dafür ''strack''), Niederhessen (Pfs. 1886); ''grade'' ,zu diesem Zeitpunkt‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geräde''' ● ''jeräre'' voll ,dichtgedrängt voll‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zu ''räden'' gehörig; s. d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gerästet''' ● ,müde‘, mittlere Eder (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geräube''' n. ● ,Eingeweide geschlachteter Tiere‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gergeln''' ● ''gärjeln'' ,quälen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geriffel''' n. ● üblicher Ausdruck für ,Gerippe, Skelett‘ (Vm. 1868). ●  &amp;quot;Hier lieget das Gerüffel eines armen Sünders&amp;quot;, Anfang der Grabinschrift des Pfarrers Joh. Hermann Crajus (1609 - 1664), Kassel (Vm. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geringe''' ● ,minderwertig‘, auch , minderwüchsig‘, Niederhessen (Pfs.). ● ''Die Kinder waren noch geringe.'' ,Die Kinder waren noch klein.‘ (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gern''' m. ● ,Schoß des Weiberkleides, zusammengefaßte Schürze‘ (Vil. 1868); ''Gärn'' ,Schoß‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''gêre'' ,Zwickel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geschlicker''' n. ● ,vornehme Leute, namentlich Damen, die lange Kleider tragen‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Geschligger'' ,unliebsame Mitmenschen, ohne Stil, ohne Benehmen‘, Kassel 20. Jh.; ''Jeschlegger'' ,Stadtleute, vornehme Leute‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geschnurbel''' n. ● ''Jeschnorwele'' ,fortwährendes Knurren, Murren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geschrabbel''' n. ● ''Geschrawwele'' ,Durcheinanderreden vieler Personen; Lallen eines Kindes, Gezwitscher junger Vögel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geschwetter''' n. ● ,dünne Brühe (meist Kaffee)‘, verächtlich, Balhorn (Sl. 1901). ● Gehört zu ''schwetternaß'' (Pfs.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gestältnis''' n. ● ''Jeschdäldnis'' ,übertrieben empfindliches, geziertes, weibisches Benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gester''' ● ''gestert'' , gestern‘, Kassel (Gr. 1894), ''gäsder'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''gestert'': mit sekundärem Schlußdental, wie ''Koffert'', ''ebend'', ''alst'', ''schond'' u.a.m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gestecke''' n. ● ,wenig ansprechende Person beiderlei Geschlechts‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ,Gesteck; jemand von langer, hagerer Gestalt, meist Frauensperson‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gestieke''' n. ● ''Gestieke'', ''langes Gestieke'' ,schmähende Bezeichnung einer Frauensperson‘ (Vil. 1868); ''Jeschdiege'' ,langes, dürres Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gestriffelt''' ● ,gekraust, gefältelt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Getäfelze''' n. ● ''Jedäfelze'' ,Wandtäfelung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Getenne''' n. ● ''Gedenne'' ,Ort, an den gleich von der Erde aus gebänzt wird‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Getierze''' n. ● ''Gedierze'' ,Getier, Ungetüm‘, übertragen: ,(seltsame) Person (Gr. 1894), im 20. Jh. wohl nur auf Frauen bezogen; ''Jedierze'' ,Frauenzimmer‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''getzen''' ● ''gätzen'', das Schreien der Haushenne nach gelegtem Ei (Vil. 1868); ,unfein, auch höhnisch lachen‘, Kassel (Gr. 1894); ''gädsen'', Schreien der Hühner nach dem Eierlegen, übertragen: ,mit hoher Stimme schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Getzer''' m. ● ,Schreihals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewanerze''' n. ● ''Gewaenerz'' (sic) ,Gespenst‘, Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewelme''' n. ● ''Gewälme'' ,Gewölbe‘, Kassel 19. Jh.; ''Jewälme'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''welmen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewende''' n. ● ''Gewenge'' ,eine Reihe von Ländern desselben Besitzers nebeneinander‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Jewenge'' ,Ackerflur, Felder von einem Weg bis zum andern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gewitterisch''' ● ''gewiddersch'' ,seltsam, eigenartig, sonderbar‘, Kassel 20. Jh., Balhorn (Sl. 1901), ''jewiddersch'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewuckel''' n. ● ''Gewuggele'' ,rüttelndes Wackeln; durch plötzliche Erschütterung hervorgebrachte Wackelbewegung‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''wuckeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewulcher''' n. ● ''Gewulchere'' ,Gewühl, Gewimmel‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''wulchern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gewürfelt''' ● ''jewerfelt'' ,schlau, durchtrieben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewurste''' n.● ''Gewurschde'' ,Unordnung, unordentlich Abgelegtes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gickelhahn''' ● ,Haushahn‘ (Vil. 1868); ,Hahn‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Giggelhohn'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gieken''' ● ,stechen‘, besonders mit langem, aber stumpfem Instrument, auch mit dem Finger, sehr oft scherzhaft, ziemlich allgemein (Vil. 1868); ''giegen'' ,stechen‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gieken''' ● ,laut und hell, in hohem Tone aufschreien‘ (Vil 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gieksen''' ● ''giegsen'' ,stechen, pieksen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), auch: ,sticheln‘ (Gr.); ,stechen, schlachten‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bei Gr. als ''kiecksen'' verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gieksen''' ● Intensivum zu ''gieken'', laut und hell, in hohem Ton aufschreien‘, sehr üblich (Vil. 1868); ,quietschen‘, in Bezug auf ungeölte Angeln, Wetterfahnen und dgl., Kassel (Gr. 1894). ● Bei Gr. als „kiecksen“ verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Giekser''' m. ● ,aufjuchzendes Lachen von Säuglingen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gierrach''' m. ● ,habsüchtiger, gieriger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Giftschisser''' ● ,Mensch von galligem Temperament‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Giftzange''' ● ,boshaftes Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gilfen''' ● ,laut und in schrillen Tönen schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gillern''' ● ,scharfer, hoher Ton des Schmerzenslautes von Hunden, auch von Menschen, insbesondere kleinen Kindern‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,hohe Töne von sich geben‘, Kassel 20. Jh.; ,vor Schmerz laute Schreie ausstoßen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gimmening''' ● ''gimmenink'' ,gierig, heißhungrig, unersättlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gimmeratz''' m. ● ,Schwein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gimmerätzchen''' ● ,Schweinchen‘; Pl. ''Gimmerätzerchen'' auch: ,Läuse‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gimmern''' ● Bezeichnung eines juckenden Schmerzgefühls in den Fingerspitzen, meist bei erfrorenen Fingern, aber auch bei Schnittwunden, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gimper''' m. ● ''Gimber'' ,Begierde‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Do gungk emme d’r Gimber d’rnoh'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ginsel''' n. ● ,junge Gans; einfältiges junges Mädchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ginselgeel''' ● ,stark gelb gefärbt, ganz gelb, wie ein Ginsel‘, allgemein üblich (Vil. 1868);  ''ginselgale'' ,ganz gelb‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gipp''' ● ''gipp, gipp, komm!'' Lockruf für die Hühner, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gippchen''' ● ,Huhn‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gippel''' n., '''Gippelchen''' ● ,Hühnchen, Küken’, Lockwort für die Hühner, Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gippelhuhn''' ● ''Gibbelhuhn'' ,Huhn‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Girscht''' m. ● ''Gerscht'' ,Gischt, Schaum von aufbrausenden, auch von gärenden Flüssigkeiten‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jirscht'' ,Schaum‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● ''Der Gerscht stund emme vor’m Mulle'' (Gr.). ''Ha hott immer gleich Jirscht fär der Schladde'', dasselbe (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''girschtig''' ● ''jirschdech'' ,schaumig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glähnen''' ● ,indiskret weitererzählen, was einem gesagt wurde, klatschen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Glander''' f. ● ''Glaner'' ,Glitschbahn‘, Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868); ''Glaaner'' ,Gleitbahn auf dem Eis‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hm. setzt als Stichwort ''Glander'' an, Vil. ''Glaner''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glandern''' ● ''glanern'' ,auf dem Eis gleiten‘, westl. Hessen (Vil. 1868); ''glaanern'' ,auf dem Eis gleiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glanzern''' ● Variante von ''glanern'' (''glandern''), untere Schwalm und Eder (Wabern, Felsberg) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gleich''' ● ,waagrecht, eben, richtig‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gleitbahn''' ● ''Gliedebahne'' ,Eisbahn zum Gleiten‘, Kassel (Pfs. 1886); ''Gliedebahne'' ,Rutschbahn auf dem Eis‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1984).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gleiten''' ● ''glieden'' ,auf der Eisbahn gleiten‘, Niederhessen, Kassel (Pfs. 1886); ''glieden'' ,auf dem Eis gleiten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glitschen''' ● ,(aus)gleiten, (aus)rutschen auf Schlüpfrigem oder auf Eis‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glitscherig''' ● ''glitscherich'' ,glitschig, schlüpfrig‘ (in Bezug auf Straße)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Glühmagen''' m. ● ''Gliehmähng'' ,habgieriger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glühning''' ● ''gliehnink'' ,glühend‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ''glihnig'', Kassel (Gr. 1894), ''glienech'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''gliehnink'' ist das einzige der niederhess. -''ning''-Partizipien, das sich noch im Kasselänschen findet; bei Gr. bereits an die Gruppe der -''ig''-Adjektive angeglichen; so auch in der Oberellenbacher Mundart, die im übrigen noch zahlreiche -''ning''-Partizipien aufweist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Glummer''' m. ● ,glimmende Asche‘, Kassel 20. Jh. ''Glommer'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glummern''' ● ,glimmen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gnatz''' m. ● ,Krätze; Grind, besonders Kopfgrind‘, übertragen: ,schmutziger Geiz‘ (Vil. 1868). ● Vgl. mhd. ''gnaz'', Gen. ''gnatzes'' ,Schorf, Ausschlag‘, bildl.: ,Knauserei, Kargheit‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gnatzkopf''' ● ,Grindkopf; launischer, eigensinniger, unverträgliche Person‘, äußerst häufig, allgemein (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gneist''' m. ● ''Knist'', ''Kneist'', ''Gneist'' ,anklebender Schmutz am menschlichen Körper, an Kleidungsstücken oder Geräten‘ (Vil. 1868); ''Gneist'', Aussprache ''Gniest'', ,fest sitzender klebriger Schmutz oder Dreck an allen Sachen‘, „durchaus nicht etwa nur Grint an der Haut“, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Knist'' ,fester, glänzender anhaftender Schmutz‘, Kassel (Gr. 1894), ''Kniest'', Kassel 20. Jh.; ''Gnist'' (''i'' kurz) ,fest anklebender Schmutz am menschlichen Körper oder an Geräten‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''gnîst'' m. ,Grind‘, mnd. ''gnist'' ,Räude, Hautausschlag‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gneistig''' ● ''kneistig'' ,mit Klebeschmutz behaftet‘ (Vil. 1868); ''kniesdich'' ,voll fest anklebenden Schmutzes‘, Kassel 20. Jh., ''gnisdech'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Göpel''' m. ● ''Gäwel'' ,Triebwerk der Dresch- und Futtermaschine‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gote''' f. ● ,Taufpatin‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gotel''' f. ● ''Goddel'' ,Patin‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gorrel'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gotel''' f. ● ''Gottel'' ,weibliches Patenkind‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Götelchen''' n. ● ''Göddelchen'', ,Kind, von der Gotel über die Taufe gehoben‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gorrelchen'' ,Patenkind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grammel''' m. ● ,Heiserkeit‘, besonders die, in welcher die Stimme tiefrauh tönt (Vil. 1868); ,Heiserkeit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grammelig''' ● ,heiser‘ (Vil. 1868); dasselbe, Kassel (Gr. 1894); ''grammelech'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grammeln''' ● ,mit brummender Stimme schelten‘, auch: ,knerbeln (von kleinen Kindern)‘, (Pfs. 1886)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''granzen''' ● ,weinen, verdrießlich sein‘, hin und wieder in Niederhessen, bis Hersfeld (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''granzern''' ● ''im Halse granzern'' ,im Hals kratzen‘, das Gefühl im Hals, das z. B. beim Zerschmelzen von ranziger Butter oder Speck beim Einatmen entsteht, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gräppeln''' ● ''kräbbeln'' (trans.) ,sich beschäftigen mit, herumarbeiten mit‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Hä hot immer was ze kräbbeln'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grappen''' ● ''grappen'', ''ergrappen'' ,zugreifen, ergreifen, festhalten‘, Nieder- und Oberhessen (Vil. 1868); ''grabben'' ,ergreifen, festhalten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grapschen''' ● ''grapschen'', Nederhessen (Pfs. 1886; s.u.); ''grabschen'' ,rasch zugreifen, rasch nach etwas langen‘, Kassel 20. Jh.; ''grabbschen'' ,mit großer Eile an sich reißen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bei Gr. (1894), Kassel, verzeichnet als ''grabbchen'' [Druckfehler?] ,rasch zugreifen‘, auch: ,gefangen nehmen‘. ● Pfs.: ''grapschen'' ist in Niederhessen viel üblicher als das bei Vil. genannte ''grappen'', was ihm als gebürtigem Kasseler „geradezu fremd“ war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grätsch''' m. ● ''Grähdsch'' ,Umstände, Weitschweifigkeiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grätschel''' m. ● ''Gräddschel'' ,verkrüppelter Mensch, verkrüppeltes Tier‘, auch Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grätschelig''' ● ''gräddschelech'' ,verkrüppelt, schief‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grebe''' m. ● ,Dorfvorsteher‘, Niederhessen, Teile Oberhessens, bis zur Gemeindeordnung v. 23. 10. 1834 (Vil. 1868); Aussprache: ''Gräwe'' (Pfs. 1886). ● Durch die Gemeindeordnung v. 1834 wurde als Bezeichnung für den Dorfvorsteher die Bezeichnung ''Bürgermeister'' eingeführt, die bisher nur dem Oberhaupt der Städte zukam, denn nur die vollberechtigten Städter waren ''Bürger''; die vollberechtigten Dorfbewohner hießen hingegen ''Einwohner''. ● ''Grebe'' ist identisch mit Wort ''Graf''; der hessische ''Landgraf'' wird in älteren Quellen zumeist als ''Landgrebe'' bezeichnet. ● Vgl. mnd. ''greve'' (''grave'') ,Graf; Vorsteher allgemein‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''greibe''' ● ,herb, säuerlich-bitter, scharfsauer‘, Niederhessen, sehr üblich in Kassel (Vil. 1868); ''greiwe'' ,herb von Geschmack‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grell''' ● ''grall'', wie hdt., dazu: ,heftig, lebhaft, jähzornig; überaus rasch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grellen''' ● ''grallen'' ,ein Glied infolge einer raschen Bewegung oder Überanstrengung vorübergehend lähmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Griebe''' f. ● ,Überbleibsel des zerschnittenen und ausgelassenen Speckes, Schmalzes‘ (Vil. 1868); ,Rückstand ausgelassener kleiner Würfel Speck‘ (Pfs. 1886); ''Griewe'' ,häutiges Stückchen beim Auslassen des Specks usw.‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Griewe'', ''Speckgriewe'' ,Lippen-Herpes‘, Kassel 20. Jh.; ,Speckwürfel, ausgebratenes, auch rohes Speckstückchen; Grind am Mund‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''griebe'' f. ,ausgeschmelzter Fettwürfel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''griebetrocken''' ● ,völlig trocken‘ (Vil. 1868);  ''griewedrocken'' ,ganz trocken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''griedeln''' ● ''am Fier griedeln'' ,sich (am Herd, Ofen) mit dem Feuer beschäftigen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grienen''' ● ,den Mund verziehen, weinen‘, Kassel (Vil. 1868); ,grinsen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gries''' ● ,greis (Haar, Zwirn, Leinen)‘, Kassel (Gr. 1894); ''gris'' ,grau‘, Balhorn (Sl. 1901) ● Gr. meint sicherlich ,altersgrau, verblichen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grießelig''' ● ''grisselech'' ,feinkörnig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grießeln''' ● ''grisseln'' ,absetzen (von Milch)‘, Kassel 19., 20. Jh., schwächer als ''hoddeln'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grifte''' ● Zu den Redensarten ''Du bist wohl von Grifte?'', ''Hä (sä) es von Grifte'' u.ä. siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grindatzel''' ● ''Grändatzel'' ,mit Grind behafteter Mensch; jähzornige Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grippsch''' ● ,auffahrend, heftig, mürrisch‘ (eigentlich ,zugreifend‘), ganz Hessen (Vil. 1868); ,zugreifend, eigennützig‘, Kassel 19. Jh. (Herzog); ,bös, niederträchtig, mürrisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grips''' m. ● ,Verstand, Kopf‘, Kassel 19., 20. Jh. ● ''am Gribs krichen'' ,jem. packen‘, auch ,arretieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gripsen''' ● ,stehlen‘, vor allem in Bezug auf Kleinigkeiten, ziemlich überall gebräuchlich (Vil. 1868); ''gribbsen'', ''kribbsen'', Kassel (Gr. 1894, ohne Angabe der Bedeutung); ,Kleinigkeiten klauen, mopsen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gripsfell''' ● ,Fell, Haut im Genick‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894) ● ''am'' (''biem'') ''Gribbsfell packen'' ,jem. packen‘, übertragen: ,sich jem. vorknöpfen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gritz''' m. ● ''Gritz'' ,Verstand, Einsicht, Scharfsinn‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Gritz'' ,Verstand, Witz‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gritze''' f. ● ''Gritze'', ,Verstand usw.‘, Niederhessen, häufiger als ''Gritz'' (Pfs. 1886); ''Gritze'' ,Grütze; scharfer Verstand, Witz‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''He hot Gritze im Koppe.'' Niederhessen (Pfs. 1886), Kassel 20. Jh. ● Die Redewendung ''Grütze im Kopf haben'' ist seit dem 17. Jh. literarisch belegt. ''Grütze'' ,Verstand‘ „ist mundartlich weit verbreitet [...] und beruht vermutlich auf Umbildung von frühnhd. ''Kritz'' (hess. ''Gritz'') ,Verstand, Scharfsinn‘, das eigentl. ,Kitzel‘ bedeutet und zu frühnhd. (heute noch landschaftlichem) ''kritzeln'' [...] im Sinne von ,kratzen, kritzeln‘ gehört.“ (Pff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gritzkopf''' ● ''Gritzekopp'' ,jem., der Verstand hat‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grütze''' ● Siehe ''Gritze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grübbes''' m. ● ''Kribbes'', auch ''Griwwes'', ''Grewes'' gesprochen, ,Kernhülle der Obstarten‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Grübß'', in niederhess. Aussprache meist ''Grüwweß'', ,Kernghäuse des Obstes‘, auch ,Kehlkopf, Adamsapfel‘, dafür in Kassel auch ''Adams-Grüwweß'' (Pfs. 1886); ''Krewwes'' ,Kerngehäuse von Apfel und Birne‘, übertragen: ,Kind von auffällig kleiner Statur, vorlautes Kind‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''Griwwest'' ,Kerngehäuse des Kernobstes; Kehlkopf; kleiner Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''grobiz'', ''grabiz'', ''grubz'', ''grutz'' m. ,Kerngehäuse des Kernobstes‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gruse''' f. ● ,der Saft aus grünen Gewächsen, z.B. Gurken‘, Niederhessen (Vil. 1868); ,das Blähende, der geile Geschmack, der sich bisweilen im Gemüse findet‘, Kassel (Gr. 1894); ,Saft grüner Pflanzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''gruose''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grusig''' ● ,mit grünem Saft versehen, unangenehm herbe‘ (Vil. 1868); Adj. zu ''Gruse'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grutz''' m. ● ,Obstschalen und -schnitzelchen, kleinere Abfälle‘, Kassel (Gr. 1894), auch: ,Bodensatz von Flüssigkeiten‘, z. B. ''Kaffeegrutz'', Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Grübbes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gückeln''' ● ''giggeln'' ,blinzelnd hinsehen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gücker''' ● ''Gigger'' ,Gucker‘, Kassel 19. Jh. ● ''Hä hot mech uff’m Gieker'', Kassel (Gr. 1894) ist wohl dialektale Anpassung der Redensart ''jem. auf dem Kieker haben''. ● Siehe ''Tüpfengücker'', ''Feldgücker''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guckwerk''' ● ''Guggewerk'' ,Gesicht‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Güggwärk'' ,Gesicht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gülden''' ● ,golden‘, war schon in alten Zeiten und ist noch jetzt ein sehr übliches Liebes- und Schmeichelwort von besonderem Nachdruck (Vil. 1868); ''gillen'' ,golden‘, Kassel 19. Jh. (Herzog); ''gellen'', dasselbe, nur noch in erstarrten Verbindungen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gülden Schnitten''' ● ,Weckschnitten in Ei getränkt und in Schmalz gebacken‘, hauptsächlich am Gülden-Schnitten-Sonntag gebacken; dieser soll ursprünglich der „fette Sonntag“ Quinquagesimae gewesen sein; an der Werra bis westlich über Rotenburg hinaus war er schon zu Anfang des 19. Jh. der erste Sonntag in den Fasten, der Sonntag Invocavit (Vil. 1868); ''gellen Schnerren'' ,güldene Schnitten‘, Semmelschnitten, die in Ei getränkt und in Fett gebacken werden, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gunkelbacken''' m. ● ''Gonggelbaggen'' ,Pausbacken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gunkeln''' ● ,sich schwebend hin und her bewegen‘, ziemlich allgemein üblich (Vil. 1868); ''gonggeln'' ,sich schwebend hin und her bewegen (von schweren Gegenständen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gunne''' f. ● ''Gonne'' ,die von jemand zu Recht zu erwartende Ehrerweisung, Gafälligkeit‘ (Vil. 1868); ''Gunne'' ,Gunst, Ehre‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Hä will mä nit die Gunne anduhn un …'' ,Er will mir nicht die Ehre erweisen und …‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gunst''' f. ● ,Freistätte beim Kriegenspielen (Fangen), der Anschlag‘, Kassel und Umgebung (Pfs. 1886), Kassel, Mitte 20. Jh. ● Siehe ''Anschlag''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Günter''' m. ● ,Mastdarm des Schweins‘, ganz Hessen; mit Füllungen: ''Günterwurst'' (Leberwurst), ''Schwartengünter'' (Vil. 1868); ''Gender'' ,Teil des Schweinedarms, der mit Leberwurst oder Schwartenmagen gefüllt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Gendersch Brurer'' ,Günters Bruder: Blinddarm des Schweins‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gunterarsch''' ● ''Gonderorsch'' ,korpulente Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gurre''' f. ● ,altes, schlechtes, abgetriebenes Pferd‘, ohne Rücksicht auf Geschlecht (Vil. 1868); ''ahle Gurre'' ,schlechtes, altes Messer‘, Kassel (Gr. 1894); ,altes, abgemagertes Pferd‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''gurre''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gutz''' m. ● ''Gütz'' ,kurzer abgehackter Schrei‘, Oberellenbach (Hm. 1926; ebd. unter „Gauz“ aufgeführt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''H.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''haar''' ● Zurufswort an das Zugvieh, sich links zu halten, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868); Zuruf an das Vieh, nach links zu gehen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In der Grafsch. Ziegenhain, z.T. schon im Hersfeldischen, lautet das Wort ''haur'', ''aur'', meist mit ''um'' verbunden: ''aurüm''. Im östl. Hessen gilt ''haar'' bloß den Pferden, nicht den Ochsen, für welche vielmehr ''west'' ausschließlich gebraucht wird; im westl. Hessen findet sich dieser Unterschied nicht. (Vil.) ● Siehe ''hott''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haar''' ● ''das Haar'' n. ,das gesamte Haupthaar‘, ''die Haare'' (f. Sing.) ,das Einzelhaar‘ (mit ''Haare'' als Plur. für beides), Niederhessen (Pfs. 1886), ''das Hoor'', ''die Hoore'' (f. Sing.) (wie von Pfs. angeben), Kassel 20. Jh.; nur: ''die Hoore'' f. Sing. und Plur., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haarwurm''' ● ''Hoorworm'' ,flechtenartiger, um sich fressender Ausschlag‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''hârwurm''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haber''' ● ,Hafer‘, im östlichen Hessen mask., im westlichen fem. (Vil. 1868); ''Haber'', in Niederhessen ausschließlich fem. (Pfs. 1886). ''die Howwer'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Häberling''' m. ● ''Häwerling'' ,Bund Haferstroh‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Habersack''' ● ''walscher Howwersack'' ,welscher Hafersack, unverständlich redender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''welsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Habitchen''' n. ● ''Hawitchen'' ,Jäckchen und Höschen an einem Stück für einen kleinen Jungen‘, Kassel (Gr. 1894); ''Howidchen'' ,kleines Besitztum, kleines Bauerngut‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hachelig''' ● ''hachelech'' ,rauh, stachelig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hache''' m. ● ,habsüchtiger und seine Habgier in plumper Weise blicken lassender Mensch‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hachen''' ● ,grob habgierig nach etwas streben‘, Niederhessen, Grafsch. Ziegenhain (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haches''' m. ● ,habsüchtiger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hachig''' ● ,in grober Weise habgierig‘, überall gebräuchlich (Vil. 1868); ''hachech'' ,habgierig, geizig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hachigkeit''' ● ,Habsucht‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hachechkeet'' ,Habgier, Geldgier‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hachwanst''' m. ● ''Hachewanst'' ,habgieriger Mensch, Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hächzen''' ● ''hechzen'' ,laut und schwer atmen‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''hächzen'' ,keuchen‘, auch: ,nach etwas streben‘, Kassel (Gr. 1894); ''hächden''(!) ,schwer oder schnell atmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hackerchen''' ● ,die ersten Zähne‘, scherzhaft, nördl. Hessen (Pfs. 1886), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hadern''' ● an der Schwalm das ausschließlich übliche Wort für ,streiten‘, auch für ,prozessieren‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hahl''' ● ,trocken, mager, dürr, abgemagert, austrocknend‘, südl. Niederhessen, Stift Hersfeld, Grafsch. Ziegenhain (Vil. 1868). ● Nebenform ''hehl''. ● Mhd. ''hâl'' ,trocken, dürr‘. ● Siehe ''Hehlschwein''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hahlgans''' ● ,dürre Gans, die noch nicht gemästet ist‘, (Vil. 1868); ''Halgans'' ,ungemästete Gans‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Heelegans'' ,unerwachsenes, vorlautes Mädchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hahnebambel''' m. ● ,ein in Gang, Bewegungen und Handlungen lässiger, ein ungeschickter, alberner Mensch‘, Niederhessen, im Hersfeldischen (Vil. 1868); ,einer, der sich alles bieten läßt und allem nachkommt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hahnsklöße''' ● ''Hohnsgleeße'', kleine Klöße aus gehacktem Schweinefleisch, die in Mehl getunkt werden (beliebt als Frühstück auf dem Schlachtfest), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''häkeln''' ● ''heegeln'', Kassel 20. Jh.; übertragen auch: ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''halbwierig''' ● ''halbwirig'' ,irgendwie‘, bedeutungsgleich mt iewest; ''halwierich'' ,halbwegs, mittelmäßig, einigermaßen‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Halsabschnitter''' ● ''Halsobschnedder'' ,Halsabschneider, Geldverleiher, Wucherer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''halslieb''' ● ''jem. halselieb haben'' ,jem. umarmen‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hambutte''' ● ,Hagebutte‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''Hambutte'' &amp;lt; *''Hagenbutte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hamel''' m. ● ''Hamel'', Pl. ''Hämel'' ,Hammel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hämel'', Sing. u. Plur., dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hamel''' m. ● ''Hammel'', südl. Hessen (Rhein und Wetterau), „was sonst in Hessen Klunder genannt wird“ [also ,Schmutz, Straßendreck am unteren Saum der Bekleidung‘] (Pfs. 1886). ● Muß früher auch im nördl. Hessen vorgekommen sein, vgl. ''sech zuhameln'' (s.d.) ,sich zuklundern‘, Kassel 19. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hamer''' m. ● ,Hammer‘ (Gr. 1894); ''Homer'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Der Hamer es owen.'' ,Es ist Feierabend.‘ Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hammerten''' m. ●''Hámmärden'' ,einfältiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ist Kontraktionsform des Vornamens ''Johann Martin'', früher in Niederhessen verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hämstern''' ● ,hämmern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Handschlag''' ● ''Haandschlook'' ,Verlobung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hänfterling''' ● ''Hämfderling'' ,Hänfling, schmächtige Person‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Grohenfterling'' ,der graue Hänfling‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Hämfderlink'' ,Hänfling‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hannaden''' m. ● ''Hánnaden'' ,einer der schwer von Begriff ist und sich entsprechend anstellt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Ist Kontraktionsform des Vornamens ''Johann Adam'', früher in Niederhessen verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hannjost''' m. ● ''Hánnjoost'' ,einfältiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ist Kontraktionsform des Vornamens ''Johann Jost'' (''Johann Justus'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hansch, Hänschen''' m.● ''Haansch'', Pl. ''Haansche'' ,Handschuh kleiner schwächlicher Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Hänschen'', Sing. u. Plur. ,Handschuh(e)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Hansch'' ist verkürzt aus ''Handschuh''. In Kassel ist der Plur. ''Hänschen'' auf den Sing. übertragen worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hänseln''' ● ,durch Anbinden eines Bandes in eine Gemeinschaft aufnehmen‘; ''hänseln'' wird im Volk gleichbedeutend mit ''anbinden'' verstanden und vertauscht (Vil. 1868). ● Vil. macht konkrete Angaben dazu, wobei und wie gehänselt wird; weist hin auf das Sontraer Hänselbuch 1572 - 1596; weist weiterhin darauf hin, daß ''hänseln'' im Sinne von ,verspotten, verhöhnen‘ beim Volke fast gänzlich unüblich ist. ● Vgl. got. ''hansa'' f. ,Schar, Menge‘, ahd. ''hansa'' f. ,Schar, Kriegerschar, Gefolge‘, mnd. ''hanse'', ''hense'' f. ,Gesellschaft, besonders Gilde der Kaufleute und Handwerker, vor allem die ''Hanse'', der norddeutsche Städtebund. Vgl. auch ''Hansegreben'' ,Angehörige der Kasseler Kaufmannsgilde‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hänselwerk''' ● ''das Hänselwerk verzehren'': früher an der unteren Eder üblicher Brauch, der darin bestand, daß auf einer Hochzeit die jüngste anwesende Frau ''gehänselt'' wurde, welche dann gehalten war, am nächsten Sonntag die Frauen einzuladen zu Kaffee und Kuchen, dort wurde also ''das Hänselwerk verzehrt'' (Pfs. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Happel''' f. ●,eine übereilt handelnde, oberflächlich und ungenau arbeitende Person‘ (Vil. 1868); ''Habbel'' ,überstürzt redende oder sich überstürzt bewegende Person‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''happelig''' ● ,übereilt handelnd‘ (Vil. 1868); ''habbelich'' ,überstürzt redend und sich bewegend‘, Kassel (Gr. 1894); ''habbelech'' ,übereilt redend oder handelnd‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''happeln''' ● ,übereilt handeln‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''habbeln'' ,überstürzt reden oder handeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Happelsack''' ● ''Habbelsack'' ,jemand, der happelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Happster''' m. ● ,Kuchen aus geriebenen Kartoffeln mit etwas Öl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''haren''' ● ,dengeln‘, in Oberhessen und einem Teil von Niederhessen (Wabern und Umgegend) (Vil. 1868); ''horen'' ,dengeln‘, d.h. die Sense mit dem Hammer schärfen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hasenschaden''' ● ''Hasenschaden'' m. ,Hasenscharte‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hosenschore'' f.(!), dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hasig''' ● ''haasech'' ,nicht bei Sinnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haucht''' m. ● ''Hücht'' (''ü'' kurz) ,mit geöffnetem Mund ausgestoßener Atem‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hauchten''' m. ● ''hüchden'' ,mit geöffnetem Mund Atem ausstoßen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hauchzen''' ● ''huchzen'' ,hauchen, anhauchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haus-Eren''' m. ● ''Husähren'' ,Hausflur‘, Kassel (Gr. 1894), ''Hüsähren'' ,der mit Backsteinen gepflasterte Hausflur‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Eren''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''haußen''' ● ''hussen'' ,hier außen‘, Gegensatz zu: ''drussen'' ,dort außen‘, Kassel (Gr. 1894); ''hüssen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''hussen'' in Kassel wohl um 1900 erloschen; Ersatz: ''hier drussen''. ● Mhd. ''hie'' ''ûze'', ''hûze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Häut''' n. ● ,Haupt‘; das Wort ''Haupt'' wird in Hessen nur vom Krauthaupt (Kohlkopf) gebraucht, nicht vom menschlichen Haupt (dafür: ''Kopf''); die Aussprache ist ''Häubt'', ''Häud'', ''Heid'' (Vil. 1868); ''Heet'', Pl. ''Heeder'' ,Krauthaupt, Kohlkopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Basiert im ganzen auf Umlautform von mhd. ''houbet'' ,Haupt‘: ''*höubet'' &amp;gt; frühneuzeitl. niederhess. *''Häubet'', ''Heubet'', gesprochen *''Heuwet'' &amp;gt; *''Häuet'', *''Heut'', dann unterschiedliche regionale Weiterentwicklungen (u.a. Entrundung). In Oberellenbach gibt es die Nebenform ''Höbt'', entstanden aus nichtumgelautetem ''houbet'', mit Kürzung der 2. Silbe, wie nhd., dann mundartl. Weiterentwicklung; nur in festen Verbindungen wie ''Höbdhohn'' ,Haupthahn‘, ''Höbdkarle'' ,tüchtiger Kerl‘ (''ö'' lang).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Häutersalat''' ● ''Heedersaloot'' ,Kopfsalat‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hebekirmes''' f. ● ,Richtfest‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Hewekermesse'', Kassel (Gr. 1894, ohne Erläuterung); ''Häwekermese'' ,Feier beim Richten eines neuen Hauses‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hehkirmes''' f. ● ,geräuschvoller Auflauf von Menschen‘, Naumburg (Pfs. 1886). ● Soll nach Pfs.s Gewährsmann nicht identisch sein mit ''Hebekirmes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hehlfäßchen''' ● ,naive, ohne Arg etwas ausplaudernde Person‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''hahl''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hehlschwein''' ● ,halbwüchsiges, noch nicht zum Mästen geeignetes Schwein‘, Schwalm, Stift Hersfeld (Vil. 1868). ● Frühe Belege: heleswyn, Grebenstein 1462, helswyn, Felsberg 1462 und öfter. ● Siehe ''hahl'', ''Hahlgans''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hehr''' ● ,ehrwürdig‘ u.ä., wie gemeinhochdt., außerdem ,fein, zart, sorgfältig gearbeitet‘, in beiden Bedeutungen überall in Hessen (Vil. 1868); ''hehre'', in der Redewendung ''hehre duhn'' ,hehr, hoch, erhaben auftreten‘ (stets ironisch gebraucht), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hehrheit''' ● ,übertrieben vornehmes Auftreten‘, Kassel (Gr. 1894); ''Heerheet'' ,auffällige Freundschaftsbekundung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heide''' m. ● die in Niederhessen gewöhnlichste Bezeichnung für ,Zigeuner‘ (Pfs.1, 1889); ''Heere'' ,Zigeuner‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heidenmensch''' f. ● ''Heerenmönsch'' ,Zigeunerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heidenpack''' ● ''Heerenpack'' ,Zigeunerpack‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heidimmes''' m. ● ,beschränkter (wenn auch nicht vollmäuliger) Wichtigtuer‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heidsche''' f. ● ''Heedsche'' ,Zigeunerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heikse''' ● ,Hiebe, Schläge‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heiligenland''' ● ''Hiljenlaant'' ,die der Kirche gehörigen Ländereien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heimtücker''' m. ● ''Heimdicker'' ,heimtückische Person‘, Kassel 19. Jh. (Jonas); ''Heemdigger'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''heint''' ● ,heute Nacht‘, an der Schwalm, Aussprache ''hengt''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''heisch''' ● ,heiser‘ (Vil. 1868); dasselbe, Kassel (Gr. 1894), ''heesch'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heite''' m. ● ''Heide'', ''Hede'' ,Vater‘; sehr alte Bezeichnung, jetzt noch üblich an der Schwalm, an der unteren Eder (Fritzlar, Gudensberg), an der Werra (Eschwege, Jestädt) (Vil. 1868); Haite, „eigens hessischer Ausdruck für Vater“ (Pfs. 1886); ''Heide'' ,Vater‘, noch gebräuchlich, aber selten, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hemme''' f. ● ,Bremsvorrichtung am Wagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hemmen''' ● ,bremsen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Henkel''' ● ''Henkel-ze-Kerbchen drahn'' ,Henkel-zu-Körbchen tragen‘: zwei Personen tragen ein Kind auf den beiderseits verschlungenen Händen wie einer Sänfte, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Henne''' ● männl. Vorname, schon mittelalterlich belegt, in Niederhessen bis ins 18. Jh. vorkommend (wird von Pfarrern in den Kirchenbüchern gern mit ''Johannes'' wiedergegeben, ist aber keine Kurzform davon). ●  Redensartlich in: ''Gott henne'', Niederhessen (Pfs. 1886); ''Ach Gott henne! Ach du henne!'', [richtiger: ''Ach Gott, Henne! Ach, du Henne!''], sehr gebräuchlich, Balhorn (Sl. 1901); ''Du liewer Gott, Henne!'' Kassel 20. Jh. ● Die eigentlich humoristisch gemeinten Ausrufe entsprechen etwa dem modernen ''Mein Gott, Walter!'', sind aber nach Erlöschen des Namens nicht mehr verstanden worden, daher bei Pfs. und Sl. Kleinschreibung. Pfs. erwägt, ob ''Henne'' ,weibl. Huhn‘ oder der Vornamen ''Henne''). Sl. weist draufhin, daß ''henne'' nichts mit ''hin'' zu tun haben kann wegen unterschiedlicher Aussprache; in Kassel ebenfalls unterschieden (bei ''Henne'' ''ä''-Ausprache des ersten ''e''). Vil. (1868) führt auf: ''Henn'' ,alberner Mensch‘, schmähend, Oberhessen. ● Siehe ''Mädehenne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hepe''' f. ● ''Hebe'' ,Sichel‘, Kassel (Gr. 1894). ● Bei Vil. als ''Heppe'' verzeichnet, nur nördl. Niederhessen, südl. nur vereinzelt, mit Aussprache „mitunter“ um Kassel „auch“ ''Hewwe'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hera''' ● feierlicher Ausruf, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Pfs.: „Hier muß eines wunderbaren Kehrreimes gedacht werden, der bis in die [achtzehnhundert-]dreißiger Jahre zu Zwehren bei Kassel noch im Gange war; bei neckenden scherzhaften Liedern, die von Weibern aus dem Stegreife gedichtet, zum Bleichen und Wachen gesungen wurden. Solche Strofen [...] gleichen als lose Gelegenheits-Scherze den Schnaderhüpfeln.“ Pfs. führt zwei solcher Strophen auf; Refrain: ''hera, wol unter dem grünen Baum‘ / hera, wol unter dem Baum‘''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hernach''' ● ''härnoh'' ,nachher‘, Kassel 19. Jh.; ''hanooch'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hernachgehends''' ● ''härnohgehnds'' ,nachher, anschließend‘, Kassel 19. Jh. (Herzog). ● Siehe auch „nachgehends“.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''hernieder''', siehe ''reer''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''herzgepuppert''' ● ''herzegebobbertes Nußkernchen'', Zärtlichkeitsausdruck, Kassel 19. Jh. (Herzog), ''herzgebubberter Nussekern'', dasselbe, Kassel (Gr. 1894); ''Min herzgepupperter Nußkern'', Ausdruck innigster Liebe, zumal im Mund niederhess. Mütter (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Herzkaute''' f. ● ''Härzküdde'' ,Magengegend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hespe''' f. ● ,Türangel, Klammer‘, in Niederhessen die übliche Bezeichnung (Vil. 1868); nur ,Türband‘ oder ,Schleife‘ der Türangel, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Wendungen: ''Er riß mich, daß der Rock mir aus allen Hespen ging. Junge, deine Hosen sind ja aus allen Hespen''. Übertragen: ''Es geht aus allen Hespen''. ,Alle Ordnung löst sich auf, es tritt Anarchie ein.‘ (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hessen-Groschen''' ● ''bei Hessen-Groschen bzw. nicht bei Hessen-Groschen sein'' ,vernünftig bzw. unvernünftig sich benehmen‘ (Pfs. 1868); ''nit bie Hessen-Groschen sinn'' ,nicht ganz gescheit, nicht bei Trost sein‘, Kassel 20. Jh.; ''Du bst wohl net bei Hässengröschen?'' ,Du bist wohl nicht recht gescheit?‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hessisch''' ● ''heßsch'', Kassel 19. Jh.; ''hässesch'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aussprache ohne ''i'' hat sich in Kassel in den deklinierten Formen z. T. bis nach dem 2. Weltkrieg gehalten, etwa: ''de Heßschen Nachrichten'' (Zeitung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heuhüpfer''' ● ''Hauhepper'' ,Heuschrecke‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heuspringer''' ● ''Hausprenger'' ,Heuschrecke‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''heulen''' ● ''hillen'' ,weinen‘, Kassel (Gr. 1894); ''hielen'' ,laut weinen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heulfritz''' ● ''Hillfritze'' ,weinerlicher Junge, Mann‘, Kassel (Gr.1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heuljost''' ● ''Hilljoost'' ,weinerlicher Junge, Mann‘, Kassel (Gr.1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heuochse''' ● ,dummer, ungeschickter Mensch‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''Heiochse'' ,großer Schafskopf‘, auch: ,plump gebauter Mensch‘, Kassel 19. Jh. (Jonas, Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hichel''' f. ● ,Stirnrunzel‘, Niederhessen (Vil. (1868); ,weinerlicher oder mißvergnügter Gesichtsausdruck‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''’ne Hichel schnieden'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hicheln''' ● ,hell auflachen, wiehernd lachen‘, auch vom Wiehern der Pferde gebraucht, ziemlich überall üblich (Vil. 1868); ,wiehern (vom Pferde); wiehernd lachen, lachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hichelziege''' ● ''Hichelzäje'' ,dauernd lachendes Mädchen‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hickeln''' ● ,etwas hinken‘, in ganz Herssen sehr üblich (Vil. 1868); ''higgeln'' ,hinken, auf einem Bein hüpfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), dazu: ,Hickelhäuschen spielen‘, Kassel 20. Jh.; ''heggeln'' ,leicht hinken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hicken''' ● ''heggen'' ,hinken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hier, hie''' ● ''hier'', Kassel 19., 20. Jh.; ''hie'', ländlich, z.B. Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hiller''' m. ● ,Penis‘, in ganz Hessen die üblichste und allgemeinste Bezeichnung (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Himmel und Erde''' ● ''Himmel un Ähre'', Gericht: ,Äpfel und Kartoffeln untereinandergekocht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Ist „Kasseler Nationalgericht“ (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hinfällisch''' ● ''hännefällsch'' ,kränklich, gebrechlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hinkel''' n. ● ,albernes Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die eigentlich Bedeutung ,(kleines) Huhn‘ ist in Oberellenbach nicht vorhanden (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hinkelbein''' ● ,einfältiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hinne''' ● ,hier innen‘, Kassel (Gr. 1894), Gegensatz zu: ''drinne'' ,dort innen‘; ''henne'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''hinne'' ist in Kassel wohl um 1900 erloschen, Ersatz: ''hier drinne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hippeln''' ● ,hinken; zapplend laufen‘, scherzhaft, ziemlich allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hippelnase''' ● ,gebogegen bzw. gekrümmte Nase‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirnwurst''' ● ''Hernworscht'', Kassel (Gr. 1894); ,Zervelatwurst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirse''' ● ''Hersche'', Kassel (Gr. 1894; ''Härsche'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirsekörner''' ● ''Hersche(n)kerner'', Kassel (Gr. 1894). ● ''Ich schlah alles in Herschenkerner, zu Herschenkernern'' ,Ich schlage gleich alles kurz und klein‘, ähnlich Oberellenbach (Hm. 1926); ähnlich: ''in Herschekerner schmissen'' (grimmige Drohung), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirsenbrei''' ● ''Herschenbrei'', gilt als Delikatesse, Balhorn (Sl. 1901)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirte''' ● nur ,Kuhhirte‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirz''' m. ● oft ''Herz'' gesprochen, in Hessen überall, mit Ausnahme weniger Städte, der üblich alte Name des Hirsches (Vil. 1868);  ''Härz'' ,Hirsch‘, Altform, heute nur noch in der Redensart ''du werscht noch en Härz'' ,du verlierst noch den Verstand‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirzbock''' ● ''Härzbock'' ,planlos umherrennender Mensch‘ (in seiner eigentlichen Bedeutung ,männlicher Hirsch‘ ausgestorben), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hitzen''' ● ''hetzen'' ,heizen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hob''' m. ● ''Hof'', Bedeutung im größten Teil von Niederhessen wie gemeinhochdt.; in den niederdt. Bezirken Niederhessen sowie an der ganzen Werra, an der Eder und den Zuflüssen der Schwalm ist die Bedeutung: ,Garten‘ (das Wort ''Garten'' ist hier fast ganz unüblich); das bäuerleiche Anwesen heißt hingegen, wie auch sonst in Hessen, ''Hofreite'' (Vil. 1868); ''Hob'', Dat. ''Howe'' ,Hof', Kassel (Chr. Müller 1926); ''Hoop'', Pl. ''Heewe'' ,Hofraum, Gehöft, größeres Gut‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. und Hm. haben ihre Artikel unter dem Stichwort ''Hof'', die eigentliche niederhess. Form ''Hob'' fehlt bei Vil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hobch''' m. ● ''Hupch'' ,Habicht‘ (neben dem gemeindeutschen Wort gebräuchlich), Balhorn (Sl. 1901); ''Hobch'' (''o'' offen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hoberei''' f. ● ''Howerei'' (mit Betonung auf der letzten Silbe) ,Hofraum, Hofstätte‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hm. hat als Stichwort ''Hofreite''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hobereise''' f. ● ''Hofereise'', Nebenform von ''Hofreite'', in und um Wolfhagen (Vil. 1868); ''Howeraiße'' ,Hofreite‘, Sprengel Schützeberg (Pfs. 1886); ''Howereise'', Niederzwehren 1. Hälfte 20. Jh. (Müldner).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hobereite''' f. ● ''Hofreite'' ,Der unbebaute und zu ökonomischen Zwecken benutzte Raum an dem Bauerngute und dem Haus überhaupt‘, ganz Hessen, Nebenform: ''Hofereise'' (Vil. 1868). ● Nach älteren niederhessischen Quellen kann mit ''Hofreite'' zwar der freie Hofplatz gemeint sein, mehr aber noch die bäuerliche Hofstelle insgesamt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''höbeln''' ● ''hewweln'' ,jem. die Meinung sagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hoch''' ● Das ''ch'' bleibt in allen grammat. Formen erhalten: ''hooches Hus''; ''heecher'', ''am heechesten'', Kassel 19. Jh., Anf. 20. Jh. (Gr. 1894); ähnlich Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hochbeinig''' ● ,stolz‘ (iron.), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Höchede''' f. ● ''Heechede'', ''Heechde'' ,Höhe‘, Kassel, 19. Jh. (Jonas, Gr. 1894); ''Hächde'' (''ä'' kurz) ,Höhe‘: Höhe eines Gegenstandes im Gegensatz zur Länge und Breite, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Neben ''Heech(e)de'', ''Hächde'' gibt es auch die einfache Form ''Heh'' ,Höhe, Anhöhe‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hochseicher''' ● ,Hochmutsnarr‘, metaphorische Verwendung einer unter Knaben sehr gewöhnliche Prozedur, Ausdruck in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868); ,stolzer, hochmütiger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Höckersweiber''' ● ''Heckerschwiewer'' ,Hökerinnen‘, Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hokerer''' ● ''Hogerer'' ,ein Kind, das gern hokert‘ (s.d.), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hokerlißchen''' ● ''Hogerlißchen'' ,ein Mädchen, das gern hokert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hokern''' ● ,klettern, besonders von Kindern, die auf Bänken und Stühlen herumklettern, auch von Ziegen gesagt‘ (Vil. 1868); ''hogern'' ,in den Ecken herumkriechen und -klettern‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''huckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hopfenstange''' ● ''lange Hobbenstange'' ,schlanke, sehr große Frauensperson‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hobbstange'' ,lange, schmale weibliche Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hopperloppopp''' ● ''hobberlobbobb'', Interjektion, stolpernde Übereile bezeichnend, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hopperloppopp''' ● ''Hobberlobbobb'' ,Person, die sich durch stolpernde Übereile auszeichnet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hornaffe''' m. ● ,halbmondförmiges Weizengebäck‘, Kassel und anderwärts (Vil. 1868); ,Gebäck: großer Weihnachtskringel von ovaler Form‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hörnen''' ● ''hernen'' ,ins Horn blasen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hörnse''' f. ● ''Hernse'' ,Hornisse‘, auch: ,Wespe‘, Kassel (Gr. 1894); ''Härnse'' ,Hornisse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hosenkippe''' f. ● ''Hosenkibbe'' ,Hosentasche‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hosenlid''' n. ● ''Hosenläht'' ,Klappe der Knabehosen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Keipe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hoselümper''' m. ● ,Lumpensammler‘ (Vil. 1868); ''Hosselimber''(!) ,Lumpensammler‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hosenlember'' ,Mensch mit zerrissenen Hosen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Lümper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hott''' ● Zuruf ans Zugvieh (Pferde, Ochsen), sich rechts zu halten, in Hessen wie in ganz Deutschland (Vil. 1868); Zuruf an das Vieh, nach rechts zu gehen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Dar weeß öh nett hott orre haar''. ,Der weiß auch nicht hott oder har; er ist ein unentschlossener Mensch.‘ (Hm.) ● Siehe ''haar''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hottchen''' ● ''hoddchen'' ,gerinnen (Zusammenlaufen der Milch)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hotteln''' ● ''hotteln'', den Scheidungsprozeß der Milch bezeichnend, wenn sie zusammenläuft (Vil. 1868);  ''hoddeln'', den Scheidungsprozeß der Milch bei oder nach dem Sieden bezeichnend, Kassel (Gr. 1894); ''huddeln'', dasselbe, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hübsch''' ● ''hebsch'' ,schön‘, Kassel 19., 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ●  Der zugehörige Komparativ und Superlativ werden durch ''schenner'', ''der schennsde'' ersetzt, Kassel, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hucke''' f. ● ,Rücken‘, in Redensarten (Pfs.1, 1889); ''Hucke'' ,Rücken‘, in Redensarten, Kassel 19., 20. Jh.; dasselbe, nur in Redensarten, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''jem. die Hucke voll lügen'' (Pfs.1, 1889), Kassel 20. Jh., ''einem auf der Hucke sitzen'' ,jem. zur Last fallen‘ (Pfs.1, 1889), ''uff de Hugge kummen'' ,jem. beschwerlich werden‘, Kassel (Gr. 1894), ''uff der Hucke leggen (lichen)'' ,jem. beschwerlich sein‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''de Hugge vollhaun'' ,verprügeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huckeln''' ● ''huckeln'', ''hockeln'', ''aufhuckeln'' ,auf den Rücken setzen oder auf demselben tragen‘ (Vil. 1868); ''huggeln'' ,jem. auf dem Rücken davontragen‘, Kassel (Gr. 1894); ''hoggeln'' ,kleine Kinder auf dem Rücken tragen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huckern''' ● ''hoggern'' ,mühsam klettern (zumal von kleinen Kindern, die auf Bänken und Stühlen herumklettern)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''hokern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huckern''' ● ,einhüllen und wärmen‘ (Vil. 1868); ,kauernd, hockend sitzen‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''hüggern'' ,einhüllen, wärmen (namentlich von der Henne, die ihre Küken unter die Flügel nimmt)‘, ''sech hüggern'' ,sich zusammenkauern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Nach Vil. nur in Oberhessen, in Niederhessen entspreche ''huttern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huckersack''' ● ''Hoggersack'' ,kleines Kind, das auf Tische und Stühle klettert‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hudel''' f. ● ,Lumpen; schmutzige, vernachlässigte Frauensperson‘‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hufas''' m. ● ,Grobian‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886); ,plumper und grober Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huft''' f. ● ''Hoft'' ,Hüfte‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hulle''' f. ● ''Holle'' ,Haube auf dem Kopf der Vögel‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Hulle'' ,Holle, Kamm, Federbusch mancher Vögel‘, Kassel (Gr. 1894); ,Tolle, eingedrehter Haarschopf auf dem Scheitel der Mädchen‘, Kassel 20. Jh.; ''Holle'' ,Federhaube der Vögel, aufgekämmtes Haar‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hullerkopf''' ● ''Hullerkobb'' ,ungekämmtes Haar‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''’s äs noch im Hullerkobb'' ,sie hat sich das Haare noch nicht gekämmt, geordnet‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Humme''' f. ● ,Hummel‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Humme''' f. ● ,aus der Rinde der Weide verfertigte Pfeife‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), Balhorn (Sl. 1901), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Sl. zitiert ein Kinderlied, das beim Herstellen der Pfeife (durch Weichklopfen der Rinde) gesungen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hummen''' ● ''hommen'', ''hummen'', gesagt vom Brüllen des Rindviehs, besonders von dessen tieftonigem Brüllen (Vil. 1868); ''hummen'' ,ein dumpfes, summendes Geräusch hören lassen‘, namentlich das dumpfe Brüllen des Rindviehs, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hungerwanst''' ● ''Höngerwanst'' ,Hungerleider, Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hunten''' ● ''höngen'' ,hier unten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hüpferling''' ● ''Hebberling'' 1) ,Grashüpfer‘, übertragen: ,mageres, bewegliches Kind, kleine lebhafte Person‘, 2) „ein bestimmtes Käferchen“ [gemeint ist ,Grashüpfer‘], 3) ,ein bestimmter Knochen an der Gans‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hebberlink'' ,lebhaftes, munteres Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hüpfüber''' m. ● ''Hebb-ewwer'' ,leichtlebige, unfertige, meist junge Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huppch''' m. ● ''Hobbsch'', meist ''lohmer Hobbsch'' ,hinkender Mensch‘, Schimpfwort‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huppchen''' ● ''hobbchen'' ,hinken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hurmel''' m. ● ''Hormel'' ,Rausch, Betäubtheit, Koller, Rappel im Kopf‘, sehr allgemein üblich (Vil. 1868); ''Hurmel'' ,Rausch‘, Kassel (Gr. 1894); ,jem., der mit einem Spleen behaftet ist‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hurmeln''' ● ''hormeln'' ,brummen, summen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hurzelig''' ● ,runzlig, gedörrt, verschrumpelt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huschchen''' ● .Pferd‘, kosend, in Niederhessen allgemein üblich (Pfs. 1868)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huschepferdchen''' ● ''Huschepärdchen'' ,Pferd(chen)‘, Kindersprache, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huschel''' f. ● ,unordentliche Frauensperson; eine, die huschelt‘ (s.d.) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huschelig''' ● ,unordentlich (in Bezug auf Frauen)‘ (Vil. 1868); ''huschelich'' ,unordentlich, oberflächlich‘, Kassel 20. Jh.; ''hüschelech'', dasselbe (besonders im Bezug auf Frauen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huscheln''' ● ,eilfertig, ungenau arbeiten‘ (Vil. 1868); ,unordentlich, oberflächlich arbeiten‘, Kassel 20. Jh.; ''hüscheln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Drüber hin huscheln'' ,etwas oberflächlich erledigen‘ (Vil.; Kassel 20. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hutchen''' ● ,kränkeln‘, Niederhessen (Pfs. 1868); ,zum Weinen ansetzen‘, auch wohl: ,schluchzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hutelos''' ● ,ohne Beaufsichtigung, in ungeziemender Freiheit sich befindend‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''hurelos'' ,ohne Aufsicht‘, Kinder oder Vieh, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huttern''' ● ,einhüllen und wärmen‘ (Vil. 1868). ● ''Das Huhn huttert die Küchlein unter den Flügeln''; ''sich ins Bett huttern, einhuttern'' (Vil.) ● Siehe ''einhuttern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huttich, Huttch''' m. ● ''Hottich'', ''Hutch'' ,ein armseliger, lumpiger, bettelhafter Mensch‘, Schimpfwort, vorzugsweise Niederhessen (Vil. 1868); ''Huddich'' ,vorlautes, anspruchsvoll auftretendes Kind‘, Kassel (Gr. 1894), ,Schlitzohr, Taugenichts‘, Kassel 20. Jh.; ''Hodch'' ,Taugenichts‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hutzel''' f. ● ''Hotzel'', auch ''Hutzel'' ,getrocknete Birne‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Hutzel'' ,getrocknete Zwetsche‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hotzel'' ,getrocknete Birne‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hutzelig''' ● ''hutzelich'' ,verschrumpelt, runzelig‘, Kassel 20. Jh.; ''hotzelech'' ,eingetrocknet, zusammengeschrumpft, runzelig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hutzelmännchen''' ● ,altes, dürres Männchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hutzeln''' ● ''hotzeln'' ,zusammenschrumpfen, eintrocknen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch E – H'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
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		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''E.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
-'''echtig''' ● -''ächdich'', Kassel, Oberellenbach. ● Endung zur Bildung von Adjektiven aus Substantiv oder Adjektiv, um eine Ähnlichkeit mit den darin enthaltenen Begriffen auszudrücken; Suffixkombination aus umgelautetem altem ''-acht'' (&amp;gt; nhd. -''icht'') und –''ig''. ● Siehe ''klopfechtig'', ''rotechtig'', ''schaurechtig'', ''scheuchterechtig'', ''schupperechtig'', ''stickelechtig'', ''wüllenechtig''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ecke''' ● ''Egge'', ''Eggchen'' wie hochdt., dazu: ,kurze Entfernung‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''’s äs ogger noch ’ne gleene Egge bis Kassel''. ,Es ist nur noch eine kleine Entfernung bis Kassel.‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ecken''' ● ''sich ecken'' ,sich eilen‘, Niederhessen, sehr üblich (Vil. 1868); ''sech äggen'' ,sich beeilen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ecksaule''' ● ''Ecksulle'' ,Ecksäule‘, Kassel (Gr. 1894), gemeint: ,Eckpfosten am Fachwerkhaus‘; ''Eggsühle'' ,Ecksäule‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä hält de Ecksulle feste, daß se net immefällt'', d.h. ,er ist ein Faulenzer‘ (Gr.). ''Hä hot en Kopp wie ’ne Eggsühle'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Edelmann''' ● ''Ärrelmann'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Duh nur net, wie wänn du ’m Ärrelmann üs dem Oorsch jefallen weerscht''. ,Tu nur nicht, als ob du einem Edelmann aus dem Arsch gefallen wärest‘, d.h. ,von hoher Herkunft wärest.‘ (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ege''' f. ● ''Ähje'' ,Egge‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● „Vgl. auch ''Eide''; ''Egge'' ist das jüngere Wort und verdrängt ''Eide'' allmählich.“ (Hm. 1926). ''Egge'' ist im 15. Jh. aus dem Verb ''eggen'' neu gebildet worden. ● Siehe ''Eide''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''egen''' ● ''ähjen'' ,eggen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ehle''' f. ● ''Ähle'' ,Elle‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehnächten''' ● ''ehnächden'' ,vorgestern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehnder''' ● ,eher‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Je ehnder, je liewer'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehr''' Konj. ● ''ehr'', ''ehr daß'' ,ehe, bevor‘, Kassel 20. Jh.; ''ehr'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehrt''' Adv. ● ,erst, bisher nur‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ehrten''' Adv. ● ''ehrden'' ,zuvor‘, Kassel 19. Jh. (Gr. 1894); ''ehrten'' ,vorhin‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eichte''' f. ● ''Ichde'' (''i'' kurz) ,der ein Maß oder Gewicht als geeicht bezeichnende Stempel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eichten''' ● ,eichen‘. Die gemeinhochdt. Form ''eichen'' ist „jetzt“ die im Volksmund gebräuchliche, daneben auch ''eichten'', „und soll sogar: ''ichten'' gehört worden sein“ (Vil. 1868); ''ichden'' ,eichen (ein Maß oder Gewicht)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''etwas zu eichten geben'' ,zum Eichen geben‘, Singlis 1569, 1619 (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eide''' f. ● ,Egge‘, Hessen (Vil. 1868); ''Ehre'' ,Egge‘ (älteres Wort für die ''Egge''), Oberellenbach (Hm. 1926).  ● Vgl. mhd. ''egede'' &amp;gt; ''eide'' ,Egge‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eiden''' ● ,eggen‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eige''' ● Soviel wie: ,Ich will nicht, ich mag nicht.‘ Nur von Kindern bzw. Kindern gegenüber gebraucht. Balhorn (Sl. 1901)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einbörtel''' m. ● ''Innbärdel'' ,Umsäumung, Einfassung an Kleidungsstücken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eindemmeln''' ● ''inndämmeln'' ,(etwas) dicht treten‘, z. B. das auf den Wagen geladene Heu, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einduspern''' ● ''inndüsbern'' ,sitzend einschlafen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einhemmen''' ● ''innhämmen'' ,die Hemmkette in das Rad hängen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einhöbeln''' ● ''innheweln'' ,(Kraut) einhobeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einhüten''' ● ''innhieden'' ,unverschämt viel für sich einheimsen, einhamstern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einhuttern''' ● ''sich innhuddern'' ,sich einmummeln (in Kleidungstücke, Bettzeug)‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''huttern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einkacheln''' ● ''innkacheln'' ,(stark) einheizen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926), übertragen: ,tüchtig zechen, jem. Angst machen, jem. Dampf machen‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einkippen''' ● ''innkibben'' ,sich die Taschen füllen, einhamstern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einlappen''' ● ''innlabben'' ,jem. anschwärzen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einlecken''' ● ''innleggen'' ,naßmachen, besprengen (Wäsche)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einmummeln''' ● ''sich innmummeln'' ,sich einmummen, sich einhüllen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einnippen''' ● ''innippen'' ,einnicken, für kurze Zeit in Schlaf fallen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einschenken''' ● Siehe ''Ballschlag''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einschnurbeln''' ● ''innschnurweln'' ,einschrumpfen, zusammenschrupfen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einschnurren''' ● ''innschnurren'' ,einschrumpfen, zusammenschrumpfen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einschulen''' ● ''innschulen'' ,zu einem bestimmten Zweck belehren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einsulpern''' ● ''einsolpern'' ,Schweinefleisch einsalzen‘ (Vil. 1868); ''innsulbern'' ,einpökeln‘, Kassel (Gr. 1894), übertragen: ''sich innsulbern'' ,sich schmutzig machen, einsauen, vollkleckern‘, Kassel 20. Jh.; ''innsolbern'' ,Schweinefleisch einsalzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Loß dich innsulbern!'' Spöttische Abweisung (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einsummen''' ● ,langsam einschlafen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''einsutten''' ● ''sich innsudden'' ,sich einsauen mit Feuchtem, Klebrigem‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eintucken''' ● ''innduggen'' ,eintunken, einstippen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eintuckewerk''' ● ''Induckewerk'' ,leichtes Gebäck bein Kaffee- oder Teetrinken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eisch''' ● ,schädlich, giftig, häßlich, widrig‘, nördlichstes Hessen, bis nach Fritzlar (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eisen''' ● Wendung ''nix lichen lossen wie heiß Isen un Mählensteine'' ,nichts liegen lassen außer heißem Eisen und Mühlsteinen‘, in Bezug auf tatkräftige Personen, die nahezu alles in Angriff nehmen, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eisenkuchen''' ● ''Isenkuchen'' ,einfacher Kuchen, der auf einem kleinen, etwa acht bis zehn Zentimeter tiefen Blech gebacken wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eiszacken''' ● ''Iszaggen'' , Eiszapfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eitel''' ● ''itel'', ''idel'', auch ''ittel'' ,unvermischt, ohne Zutaten, bloß‘ (Vil. 1868); ''idel'', auch: ''iddel'' ,bloß, pur, nichts als‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''irel'', dasselbe, Oberellenach (Hm. 1926). ● Gebrauch: 1) Als indeklinables Adj.: ''Hä ißt iddel Brot''. ,Er ißt pures Brot‘, also ,trocken Brot.‘ Kassel 20. Jh. 2) Als Adv.: ''Hä ißt de Wurscht iddel''. ,Er ist die Wurst pur‘, also ohne Brot. Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ekel''' m. ● ''Egel'' ,Abscheu; widerliche, leicht reizbare Person‘, Kassel 20. Jh.; ,ekliger, abscheulicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eklig''' ● ''egelich'' ,abstoßend; zornig, unwirsch‘, Kassel 20. Jh., ,abscheulich, abstoßend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Elendsknochen''' ● ''Ählendsknochen'' ,elender, übler Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''elendig''' Adj. ● ,elend‘, im Volksmund allein gebrächliches Adjektiv; ''elend'' kommt nicht vor (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''elendiglich''' Adv. ● ''ählendiglich'' ,elend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Elter''' f. ● ''Eller'' ,Großmutter, Hebamme‘, gekürzt aus ''Eltermutter'', Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868); ''Äller'' ,Großmutter, Hebamme‘ (in letzterer Bedeutung kaum noch gebräuchlich), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eltermutter''' ● die in Hessen ausschließlich geltende Bezeichnung für die Großmutter (Vil. 1868); ''Ellermodder'' ,Großmutter‘, Kassel (Gr. 1894), ''Ällemodder'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Eltervater''' ● die in Hessen ausschließlich geltende Bezeichnung für den Großvater (Vil. 1868); ''Ellervader'' ,Großvater‘, Kassel (Gr. 1894), ''Ällefoder'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''embern''' ● ,matt werden, nach etwas streben‘, hessenweit hier und da, in Kassel auch: ,zappelnd schwimmen (Anfänger)‘ (Pfs. 1886); ''gegen einem''(!) ''empern'' ,sich auflehnen‘ (Pfs. 1, 1889); ''embern'' ,mit Anstrengung schwimmen, mit starken Armbewegungen einherschreiten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''endelich''' ● ''engelich'' ,fleißig, arbeitsam, eilig (dem Ende zustrebend)‘, Niederhessen, sehr üblich (Vil. 1868); ''engelecht'' ,eilfertig, fleißig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''enke''' Adv. ● ''enke'', ''enken'', ''enked'' ,genau‘, Althessen, sehr üblich (Vil. 1868);  ''enkeden'' ,genau, passend‘, Kassel (Gr. 1894, Lüttebrandt 1917); ''enke'' ,genau‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''verwor en enken'' ,fürwahr und gewiß‘, Beteuerungsformel, an der unteren Eder und Schwalm (Vil. 1868). ''Das muß enkeden gemacht wären'', Kassel (Gr. 1894). ● Gr. vermutet, ''enkeden'' sei „wohl mehr bäurisch“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Enkel''' m. ● ,Fußknöchel‘, überall im inneren Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Entenbürzel''' ● ''Endenbirzel'' ,Entensteiß‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''Ähndenberzel'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Des Mull geht emme wie ’n Endenbärzel'' (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eppen''' ● ''eppen'', ''äppen'' , etwas schmerzlich empfinden, von einer Sache unangenehm berührt werden‘ (Vil. 1868); ''äbben'' ,schmerzlich empfinden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''ippen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eppisch''' ● ''eppsch'', ''äbsch'' ,reizbar‘ (von Menschen, aber auch z.B. von Haut) (Vil. 1868); ''äbbsch'' ,empfindlich, reizbar‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''erbsgeel''' ,erbsengelb‘. ● Scheinbar nur in der Wendung ''erwesgäler Wißkobb'' ,Flachskopf‘, Kassel (Lüttebrandt 1919); ''ärwesgaler Wißkopp'' ,erbsgelber Weißkopf, rothaariger Mensch‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erbstüpfen''' n. ● ''Erwesdebben'' ,Erbsentopf‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''ahles Erwesdibben'' ,Person, die stundenlang halblaut schimpft und zankt‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Erbszähler''' ● ''Erweszähler'', wie ''Erwesdebben'', mit dem Nebensinn ,Kleinigkeitskrämer‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''erkrimmen und erkratzen''' ● Nur in der Redewendung ''alles, wos se ergrimmen un ergratzen kunn'' ,alles was sie irgendwie zusammenraffen können‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ern''' m. ● ''Ähren'' ,Hausflur‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ersten''' ● ''erschden'' ,zuerst, zunächst‘, Kassel 19., 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''eulern, eulen''' ● ''eulern'' ,tönern‘ (Vil. 1868); ''illern'' ,irden [aus Ton gebrannt]‘, Kassel (Gr. 1894), ''illen'' ,tönern, irden‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''illerne Piffe'' ,irdene  Pfeife‘ [also Tonpfeife] (Gr.); ''illen Wore'' ,Töpferware‘ (Hm.). ● ''Ille(r)n'' &amp;lt; *''üle(r)n'', Adj. zu niederhess. *''Ule'' ,gebrannter Tontopf‘, erhalten z.B. in Flurbezeichnung ''Ulofen'' bei Metze; vgl. auch ''Aulgasse'' in Marburg. Zugrunde liegt mhd. ''ûle'' ,Topf‘, von lat. ''ōlla'' ,Topf‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Euler''' m. ● ''Üller'', ''Iller'' ,Töpfer‘, Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868). ● Mhd. ''ûlner'' ,Töpfer‘. ● Siehe ''eulern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Euler, Auler''' m. ● ''Üller'', zu Kassel ''Uller'', an der Werra ''Iller'', einer der vielen Namen für die ,kleinen Spielkugeln‘ der Kinder (Pfs. 1886). ● Genauer: ,gebrannte Tonkugel‘, siehe ''eulern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''extern''' ● ,(anhaltend) necken, in plagender beschwerlicher Weise necken (im Scherz und im Ernst)‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''exdern'' ,tadeln‘, Kassel (Gr. 1894); ''sech äxdern'' ,sich verdrießlich abmühen, sich beeilen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''F.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Falle''' f. ● ,Falle‘ (Fangwerkzeug), auch ,Bett‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fallning''' ● ,fallend‘; ''de fallninge Graanget'' ,die fallende Krankheit, Epilepsie‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''falsch''' ● ,falsch; zornig, hinterlistig‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894) dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fang''' m. ● ''Fank'' ,Hieb‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fanzen''' ● ,mit den Händen in der Luft herumfahren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fäsel''' f. ● ,dünner Faden‘, ,Härchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fasen''' m. ● wohl bedeutungsgleich mit ''Fasel'' (''Fäsel''), Kassel (Gr. 1894, ebd. ohne Bedeutungsangabe erwähnt unter ''fesseln'', s. „füsseln“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''faselig''' ● ''fosselech'' ,sich schnell vermehrend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fäselig''' ● ''fäselech'' ,aus lauter dünnen Fäden bestehend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fäseln''' ● ,sich in lauter dünne Fäden auflösen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Faß''' ● ''Der eß us ’nem angern Fasse.'' ,Er ist von einer andern (bessern) Art.‘ Balhorn (Sl. 1901). ''Dos kemmt üs em annern Faß.'' ,Das kommt aus einem andern Faß, ist bedeutend schöner, wertvoller als etwa anderes.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Faullacks''' m. ● ''Fullachs'' ,Faulenzer‘, Kassel (Gr. 1894, ebd. verschrieben); ''Fülax'' ,träger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Lacks''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fautsche, Fautschel''' f. ● ''Fautsche'' ,Fehler‘, in den Mittelständen als halbes Scherzwort gebräuchlich, am üblichsten in den Strickschulen (Vil. 1868); ''Fautschel'' ,beim Stricken verfehlte Masche‘, Kassel (Gr. 1894). ● Nachbildung des französ. ''faute'' ,Fehler‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fautscheln''' ● ,Fautscheln machen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Feez''' m. ● ,Spaß, Vergnügen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''Fuldafeez''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''feien''' ● ,Getreide mit einem feinen Sieb reinigen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Feldgücker''' ● ''Feldgigger'' ,Feldgucker, d. h. große, stracke Wurst‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. nd. ''Feldkieker''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''felgen''' ● ''fäljen'' ,Stoppelland umpflügen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fenstern''' ● ''fensdern'' ,werfen, schlagen, durch Hinwerfen zertrümmern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''fänsdern'' ,hinauswerfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fensterschwitz''' m. ● ''Fänsderschwetz'' ,Wasserdampfniederschlag an den Fensterscheiben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Finsel''' f. ● ,Perücke‘, Spottbezeichnung, allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ,Perücke; strenge Miene‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fiskal''' m. ● ''Fischkal'', Kassel 19. Jh. (Herzog), ''Feschgahl'' ,Fiskal, königlicher Sachwalter‘, übertragen: ,Auskundschafter, Spion; jemand, der Personen oder Verhältnisse ausspioniert‘, ebd.(Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fiskalen''' ● ''feschgahlen'' ,alles ausspionieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fisseln''' ● ,fein regnen‘, ganz Althessen (Vil. 1868); Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fist''' m. ● ,leiser Furz‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ,kleiner Junge, Lehrling‘, humoristische Übertragung, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894) . ● Die eigentliche Bedeutung von ''Fist'' war scheinbar bereits im 19. Jh. in Kassel nicht mehr geläufig. ● Siehe ''Bofist'', ''Pechfist'', [[Der „Fist“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fisten''' ● ,leise furzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fitsch''' ● ,quitt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Mä sin fitsch.'' (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fitsch''' ● ''Fiddsch'' ,Leichtfuß‘, Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fittch''' m. ●  ''Fidch'' ,Flügel eines Vogels‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ● Kontraktion von ''Fittich''. ● Siehe ''Flittich''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fitzen''' ● Fachwort der Weber und Tüncher (Vil. 1868, mit Erläuterungen); ,einflechten der Fitzgerten in Schalhölzer‘ (Fachwort der Weißbinder); ,das gewebte Garn durch Fitzfäden in Gebinde aufteilen‘ (Weberei), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fitzen''' ● ,mit der Rute leicht schlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fitzen''' ● ,jem. angeben, bezichtigen (in der Schule)‘, Kassel, „vor Jahrzehnten“ (Pfs. 1886); ,denunzieren (seine Mitschüler)‘, ''ahnfitzen'' ,denunzieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fitzer''' ● ,Denunziant‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fitzgerte''' f. ● ,gespaltene Buchen-, Hasel-, Hainbuchengerte zum Einflechten in die Schalhölzer‘ (Vil. 1868); ''Fitzgerde'' ,dünne, zähe Gerte; Weidenrute‘, Kassel (Gr. 1894); ,gespaltene Hasel- oder Buchenrute, die zum Einflechten in die Schalhölzer dient‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flächsen''' ● ''flässen'' ,aus Flachs gesponnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fladusen''' Pl. ● ,Lügen, Beschönigungen‘, harmloser als ''Schmagucken'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fladusenmacher''' ● ,einer, der ''Fladusen'' macht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fläme''' f. ● ,Weiche, Seite‘, ursprünglich Seite eines Tieres (Ochsens), aber auch die eines Menschen, erniedrigend (Vil. 1868); ,Weiche, Flanke eines Tieres, namentlich beim Rindvieh‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Redensart ''einen in die Fläme hauen'' ,jemandem einen nachdrücklichen Hieb geben‘, vor allem Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flämisch''' ● ''flämisch gucken'', ''flämische Augen machen'' ,unschön, böse oder neidisch blicken‘, an der Schwalm (Pfs. 1886). ● Pfs. bezweifelt Zusammenhang mit der Völkerschaft der ''Flamen'', sieht eher Ableitung von Fläme ,Seite, Flanke‘, also eigentlich vielleicht gemeint: ,schielende, seitliche Blicke‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flammen''' ● ,blitzschnell laufen, sich eilig bewegen; verprügeln‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''sich flammen'' ,sich tüchtig schlagen, prügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''flammen'' ,prügeln, durchhauen‘, Balhorn (Sl. 1901); ,sich eilig bewegen, blitzschnell laufen; durchhauen, verprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flanz''' m. ● ,den Atem benehmender, zumal stinkender Dunst, z.B. von Fett, das auf die heiße Ofenplatte geschüttet wird‘ (Vil. 1868); ,Dunst, schlechte Luft, Gestank‘, Kassel (Gr. 1894, Lüttebrandt 1917), ,starker Abortgeruch‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flarenbart''' m. ● ''Florenbort'' ,einer, der dumme Streiche oder Witze macht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flarjes''' m. ● ''Florjes'' ,Witzbold, Spaßmacher‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Flerches''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flatch''' m. ● ,klatschender Schlag‘, vermutl. ganz Hessen (Pfs. 1886); ,Stoß‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); Plur. Fladdche ,Hiebe‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flatchen''' ● ,klatschend schlagen‘ (Pfs. 1886); ,eine Person mit einem kurzen, heftigen Schlag wegstoßen, ohne daß sie fällt, „so daß sie aufrecht fortwirbelt“‘, auch auf Gegenstände bezogen, Kassel (Gr. 1894), 20. Jh.; ,mit den Flügeln um sich schlagen, flattern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flatsche''' f. ● ''Flatsche'', an der Schwalm ''Fletsche'' ,Lappen, Fetzen‘ (Pfs. 1886); ''Flatsche'' ,Lappen, besonders aber durch schwere Verwundung losgetrenntes Hautstück; dann aber auch ansehnliche Hiebwunde‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Flootsche'' ,abegerissenes größeres Stück Haut‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● En Fletsche Wisse ,ein Stück Land‘, an der Schwalm (Pfs.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flatschen''' m. ● (''a'' lang) ''Flaadschen'' m. ,etwas kleines, flaches Weiches; etwas Breitgetretenes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fleenzemichel''' ● ,Schmeichler in Stimme und Gebärde, übertrieben untertänig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fleenzig''' ● ''fleenzich'' ,schmeichlerisch, untertänig tuend‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fleez''' m. ● ,ungefüger, ungesitteter Mensch, was man sonst auch Rekel, Bengel nennt (Vil. 1868); ,Lümmel‘ (Pfs. 1886); ,einer, der sich fleezt‘, etwa bedeutungsgleich mit ''Bankrekel'', Kassel (Gr. 1894). ● ''En Fleez machen'' ,mit aufgestütztem Kopf am Tisch lümmeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fleezen''' ● Verb zu ''Fleez'' (Pfs. 1886); ''sich fleezen'' ,unbescheiden zuviel Platz auf einer Bank oder bei Tisch einnehmen, bei Tisch den Kopf in die Hand stützen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flennbart''' m. ● , ein zum Lachen geneigtes Kind‘ (Vil. 1868); ''Flännbort'' ,Mensch, der dauernd lacht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flenn-Else''' f. ● ,ein zum Weinen geneigtes, tränenreiches Mädchen‘ (Vil. 1868); ''Flännelse'', Name eines Gespenstes, mit dem den kleinen Kindern Angst eingejagt wird, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flennen''' ● 1) ,weinen‘, im Hersfeldischen, Grafschaft Ziegenhain, untere Eder, Efze (Homberg und Umgebung), 2) ,lachen, lächelnde Miene machen, den Mund zum Lachen verziehen‘, östl. Hessen, an der Fulda und Werra (Vil. 1868); ,lachen‘, auch: ,weinen‘, Kassel (Gr. 1894); ,den Mund zum Lachen verziehen, lachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ursprüngliche Bedeutung von ''flennen'': ,den Mund verziehen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flerches''' m. ● ''Flerjes'' ,Schlingel, Bengel‘, Schimpfwort, hin und wieder in Niederhessen (Vil. 1868); ''Flerches'' ,grober, anmaßender Mensch‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Flarjes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flerren''' ● ,die Zähne blecken, höhnisch lachen‘ (zuweilen gebraucht für das ungezogene Weinen der Kinder), ziemlich allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fliegenschnappe''' f. ● ''Fliechenschnabbe'' ,Fliegenklatsche‘, Kassel (Gr. 1894, S. 72).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flitschbogen, Flitzbogen''' ● ,Armbrust‘, „ersteres die für gröber, gemeiner, letzteres die für feiner und edler geltende Benennung“, jetzt nur noch Knabenspielzeug (Vil. 1868); ''Flitzeboochen'' ,Bogen der Kinder zum Abschießen von Pfeilen, Kassel 20. Jh.; dasselbe, dazu: ,Armbrust‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hans Staden aus Homberg (16. Jh.) hat ''Flitschbogen'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flitschen, flitzen''' ● ,mit Pfeilen schießen‘, östl. Hessen, zu Anfang des 19. Jh., von älteren Personen gebraucht (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flittich''' ● ''Fliddich'' ,Flügel‘, weit verbreitete Nebenform von ''Fiddich'' ,Fittich‘ (Pfs. 1886); ''Fliddich'', ''Fleddich'' ,Fittich, Flügel, Arm; leichtfertiger Mensch‘, Kassel 19. Jh. (Jonas, Gr. 1894). ●  Das ''l'' in ''Fliddich'' ist von ''Fliechel'' ,Flügel‘ entlehnt, vergleichbar mit hochdt. ''Geflügel'', mhd. noch ''gevügele'', Kollektivbegriff zu ''vogel''. ● Siehe ''Fittch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flirre''' f. ● ,launenhafter Einfall, Grille, dummer Witz‘, wohl meist im Pl. ''Flirren'' benutzt, Kassel (Gr. 1894); ,Grille, unnütze oder verschrobene Idee, fixe Idee‘, Balhorn (Sl. 1901); nur Pl.: ''Flirren'' ,dumme, Streiche, dumme Witze‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flittergans''' ● ,junges Mädchen, das unaufhörlich lacht‘, Scheltwort, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Floh''' ● ''die Floh'', Kassel (Gr. 1894), ''där Flooch'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flugger''' ● ,schnell, hurtig, eilig‘, untere Eder (Fritzlar und Umgebung) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''flutchen''' ● ''flodchen'' ,schlagen, prügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flutsch''' ● ,junges vorwitziges Mädchen, etwa im Backfischalter‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Flutschen''' m. ● ''Flüdschen'' ,abgerissenes Stück Haut‘, Oberellenbach (Hm. 1926); vgl. ''Flatsche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Forsche''' f. ● ,Kraft, Tatkraft, Anstrengung, Elan‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kraft, Gewalt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Forsche'' ist Ableitung von dem Adj. ''forsch''; kommt nicht, wie gelegentlich angenommen, von französ. ''force''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Forschede''' f. ● ,Kraft, Tatkraft, Anstrengung, Elan‘, Kassel (Gr. 1894). Nominalableitung von ''forsch'' mittels Suffix ''-ede''; vergleichbare niederhess. Bildungen sind z.B. ''Dickede'', ''Breitede'', ''Längede'', ''Tiefede''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Franzlaibchen''' s. ● Pl. ''Franzlaiwerchen'' ,Franzbrötchen‘, Brötchensorte, nicht so fein wie Pariser, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frasen''' m. ● ,Rasen‘, nördl. Niederhessen, südl. bis Melsungen und Homberg (Vil. 1868). ● Vgl. ''Frasenweg'', Kassel-Rothenditmold 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''frech''' ● ''fräch'' ,verwegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''freide''' ● ''freere'' ,herb, bitter, scharf-säuerlich im Geschmack‘, Oberellenbach (Hm. 1926); vgl. mhd. ''vreide''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''frisch''' ● wie hochdt. ● ''längest fresch'' ,gut genug, mehr als hinreichend‘, Kassel (Gr. 1894); ''’ne fresche Kuh'' ‚eine frischmelkende Kuh‘ (sic), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''frischmelk''' ● ''freschmelk'' ‚gute Milch gebend‘, Niederzwehren 20. Jh. (Müldner).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frist''' f. ● ,Fußrücken, Rist‘ (Vil. 1868), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fromm''' ● ,förderlich, gesetzlich, ein anständiges Leben führend‘ (Vil. 1868); ,ruhig, geduldig, lenksam (z.B. ein Pferd)‘, Oberellenbach (Gr. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frostekatze''' ● ,jemand, der leicht friert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Frunzel''' f. ● ,ungepflegte Frauensperson; eine, die sich und ihre Kleidung vernachlässigt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fuckeln''' ● ,nachlässig arbeiten‘, mittlere Eder (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fuldafeez''' m. ● ''Fullefeez'' ,Spaß, Vergnügen auf der Fulda‘, beim Zissel, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füllen''' n. ● ,Fohlen‘, Kasseler Gegend und an der Eder (Pfs. 1886); ''Fellen'' ,junges Pferd‘, Oberellenbach (Gr. 1926). ● Pfs. berichtet, ''Füllen'' sei in seiner Kindheit in Kassel üblich gewesen, ''Fohlen'' habe er erst in der Schule kennen gelernt. Hm. führt für Oberellenbach nur ''Füllen'' auf, nicht ''Fohlen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füllchen''' n. ● ''Fellchen'' ,junges Pferd‘, Oberellenbach (Gr. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füllster''' s. ● ''Fellsder'' ,Füllsel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Funke''' f. ● ,zänkische Frau‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Funsel''' f. ● ,schlecht brennende Lampe‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Funzel'' ,trübes, qualmendes Öllicht‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Funsel'' ,schlecht brennende Lampe‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fürtehase''' ● ,furchtsamer Mensch‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fürtekatze''' ● ''Firdekatze'' ,Fürchtekatze, scheue Katze; furchtsame Person, Feigling‘, Kassel (Gr. 1894); ''Färdekatze'' ,furchtsamer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fürten''' ● ''sich firden'' ,sich fürchten‘, Kassel (Gr. 1894), ''sech färden'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fürtening''' ● ''färdenink'' ,fürchtend‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● ''färdenink machen'' ,fürchtend machen, Angst einjagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Furzmulde''' f. ● ''Furzmuhle'' ,Bett‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Mulde''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fusch''' m.● ''Fusch'', Plur. ''Fische'', ,Fisch‘, Kassel (Gr. 1894). ● Der Singular ist vermutlich Rückbildung aus dem Plural analog zu ''Bische'' (= entrundetes ''Büsche''), ''Busch'' ,Büsche, Busch‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''fuscheln''' ● ,(an etwas) herumhantieren‘, Kassel 20. Jh.; ''füscheln'' ,(etwas) oberflächlich berühren, leicht über etwas hinfahren, im Dunkeln tasten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füssel''' f. ● ''Fissel'' ,Fasen, Fädchen, Härchen, Stäubchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''füsseln''' ● 1) ''fisseln'' ,ausfransen, so daß sich Stäubchen usw. ansetzen, die nicht leicht der Bürste weichen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Füßling''' m. ● ''Fießling'' ,Fußteil des Strumpfes‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''futteln''' ● ,muscheln beim Spiel‘ (Pfs. 1886); ,mit Kleinkram herumhantieren, herumbasteln, evtl. unsorgfältig‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''futterläunisch''' ● ''fudderlingsch'' ,wild, ungestüm durch große Freßgier (von Pferden)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''futtern''' ● ,grollend, fluchend schelten‘, ziemlich ganz Hessen, besonders Niederhessen (Vil. 1868); ''fuddern'' ,fluchen, wettern‘, Kassel (Gr. 1894). ● Verbale Ableitung von französ. ''foudre'' ,Blitz, Donnerschlag‘; obwohl bereits im 18. Jh. einzeln gebraucht, erst 1806 bis 1814 völlig üblich geworden (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''G.,''' siehe auch '''K.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''gabeln''' ● ''gawweln'' oft für ,dingfest machen, jem. festhalten, daß er Rede und Antwort stehen muß‘, Kassel (Gr. 1894); ''gowweln'' ,auf die Gabel nehmen, Heu, Getreide und dgl. mit der Gabel auf den Wagen bringen‘, Oberellenbach (Hm 1926). ● ''Ich hon’n mä gegawwelt.'' ,Ich habe ihn mir vorgeknöpft.‘ (Gr.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gäbeln''' ● ''sech gäwweln'' ,sich zanken, sich streiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gacke''' f. ● ,Kacke‘, Kassel 19., 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gackel''' f. ● ''Gaggel'' ,einfältige, sich kindisch benehmende Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gackelig''' ● ,unsicher in Bewegungen und Verrichtungen, einfältig, unanstellig‘ (Vil. 1868); ''gaggelech'' ,einfältig, kindisch, beständig lachend (besonders von jungen Mädchen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gackeln''' ● ''gaggeln'' ,einfältig mit etwas herumspielen, sich kindisch benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gackelwerke''' Pl. ● ''Gaggelwärge'' ,einfältiges, kindisches Benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gacken''' ● ,cacare‘, nicht sonderlich volksüblich (Vil. 1868); ''gaggen'' ,kacken‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach, dasselbe (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gak''' m. ● ''Gaak'' ,Schrei‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''en Gaak duhn'' ,laut schreien‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gakehals''' ● ''Gaagehals'' ,Schreihals‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gakelei''' f. ● ''Gagelei'' ,Posse, Narrheit, albernes Scherzen‘, meist im Pl. ''Gageleien'' benutzt, Kassel (Gr. 1894). ● Verb, von dem ''Gakelei'' abgeleitet ist, nur erhalten in ''vergakeln'' (s. d.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gakelpossen''' Pl. ● ''Gagelbossen'' ,Narrheiten‘, wie ''Gageleien'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gaken''' ● ,überlaut schreien‘, auch vom Geschrei der Raben, Dohlen, Krähen gebraucht (Vil. 1868); ''gaagen'' ,schreien, zu laut sprechen oder singen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gogen'' ,laut schreien‘, vom Geschrei der Gänse; auf andere Geräusche, zumal das menschliche Schreien übertragen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Galasche''' f. ● ,Prügel, Hiebe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''galaschen''' ● ,prügeln, schlagen‘, als Züchtigung, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gallern''' ● ,laut schreien, besonders von Hunden, wenn sie geschlagen oder von andern Hunden gebissen werden‘ (Vil. 1868); ,überlaut rufen‘, auch: ,ungezogen, übertrieben weinen (von Kindern); bedeutungsgleich mit ''galaschen'', außerdem ,laut schmetternd singen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gamfen, gamschen''' ● ''ganfen'' ,stehlen, mausen‘, östl. Hessen bis in die Grafschaft Ziegenhain, sehr gebräuchlich (Vil. 1868); ''gampfen'' ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894); ''gamschen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus dem Jiddischen; hebr. ''ganaf'' (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänsegeriffel''' n. ● ,Überbleibsel der gebratenen Gans nach Abschälung der besten Stücke des Bratfleisches‘. ● Siehe ''Geriffel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänseläuse''' Pl. ● ''Gänseliese'' ,Ungeduld, Verlieren der Fassung‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894). ● ''Do krecht me Gänzeliese derrbi.'' (Gr.) ● Grundwort: ''Luß'', ''Liese'' ,Laus, Läuse‘. Möglicherweise liegt jedoch Umdeutung vor, vgl. ''Lieser''. ● Siehe auch ''Bimbelgicht''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänsepfarrer''' ● ''Gänseporr'' ,sich besonders klug dünkender Mensch‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänsepfeffer''' ● ''Gänsepeffer'' ,Gänseklein‘ (Speise), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gänsestitz''' ● ,Raum für Gänse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''garstrig''' ● ,garstig‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Garstsack''' ● ''Garschtsack'' ,garstiges Kind‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,unartiges Kind‘, Scheltwort, Balhorn (Sl. 1901); ''Gorschdsack'' ,ungehorsames Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Garstvogel''' ● ,übel aussehender, häßlicher, auch ein unanständiger Mensch‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Garschtvochel'' (''o'' kurz) ,garstiger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Garwurst''' ● ''Gorworscht'', zusammenfassende Bezeichnung für Blut- und Leberwurst, Oberellenbach (Hm 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gaskonnaden''' Pl. ● ''Gasgenaden'' ,Späße, Prahlerei‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Von französ. ''gasconnade'' ,Aufschneiderei, Prahlerei‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gätlich''' Adj. ● ''gatlich'', ''gätlich'' ,angemessen, passend, schicklich‘, selten (Vil. 1868); ''gatlich'' ,geeignet‘ (Pfs. 1886); ''gähdlich'' ,mittelgroß, mitteldick‘, Kassel (Gr. 1894); ''gädlech'', ,nicht zu groß und nicht zu klein, mittelgroß‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''gatliche Kartoffeln'' ,Kartoffeln, die zu jeder Art Zubereitung geeignet sind‘, bei Kassel (Pfs. 1886); ''’ne gädlejje Gordüffel'' ,eine mittelgroße Kartoffel‘, ''en gädlejjer Schobben'' ,ein nicht ganz gefüllter, ein knapper Schoppen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. bringt Belege von 1577, Ziegenhain betreffend: ''gatlich'' ,geeignet‘, ''ungatlich'' ,ungeeignet‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gaucht''' n. ● ,dummes, einfältiges Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zu mhd. ''gouch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gaude''' f. ● ,Spaß, Vergnügen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gauden'' (nur Pl.) ,Scherze, Späße‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von lat. ''gaudium'' ,Freude‘. Zum Geschlecht: vgl. bair. ''die Gaudi''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gausche''' f. ● ,elendes Gesöff, armselige Suppe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gauzen''' ● ,bellen, anbellen, klagend bellen‘, auch auf analoge Töne des Menschen übertragen (Vil. 1868); ,bellen, aufbellen‘, auf den Menschen übertragen: ,Schmerzlaute ausstoßen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,bellen, bellend schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ge-''' ● ein den Infinitiven nach den Modalverben ''können'', ''mögen'', ''wollen'' vorgesetztes Präfix, in Hessen häufig vorkommend (Vil. 1868);  ''je''-, wird stets dem Infinitiv eines Verbs als Präfix vorangestellt, wenn dieser von einer Form von ''können'' oder ''mögen'' abhängig ist, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Ech kann’s jemachen''; ''ech muchd’s nett jedunn'' (Hm.) ● Kommt in Kassel nicht vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebäcke''' n. ● ''Jebägge'' ,soviel Brot, als man auf einmal bäckt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebafe''' n. ● ''Jebaafe'' ,fortwährendes Türzuschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebänderze''' n. ● ''Gebännerze'' ,Gebänder als Putz, Schmuck‘, auch: ,großer Vorrat an Bändern‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Gebäuze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebänse''' n. ● ,Aufeinanderschichtung größerer Gegenstände, von Holzstücken, Stroh-, Heubündeln u. dgl.‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebäuze''' n. ● ''Gebäuze'', Kassel (Pfs.1, 1889); ''Gebaize'' ,Gebäude‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Gebäuze'' ist keine Verballhornung von ''Gebäude'', sondern abgeleitet von ''Gebäu'' (so Pfs. zu Recht) mittels Suffix -''ze''; ebenfals mit diesem Suffix gebildete niederhess Wörter: ''Gebänderze'', ''Gebeinze'', ''Gedärmze'', ''Gefüllze'', ''Geköchze'', ''Gemächtze'', ''Gemählze'', ''Getäfelze'', ''Getierze'', ''Gewanerze''. ''Gebänderze'' ist unorganisch, dürfte zurückgehen auf regulär gebildetes *''Gebändeze'', dann angelehnt an ''Bänder''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gebeschnäppisch''' ● ''gebschneppisch'', ''gebschneppsch'' ,mit Geben bei der Hand, voreilig freigebig‘, hin und wieder in Niederhessen (Vil. 1868); ''geweschnäbbsch'' ,freigiebig‘, Kassel (Gr. 1894); ''gäwerschnäbbsch'' (sic) ,zum Geben geneigt, allzu freigiebig‘, Oberellenbach (Hm. 1926)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebeinze''' n. ● ,Gebein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gebitze''' n. ● ''Jebetze'' ,Bund Stroh‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geblutetes''' ● ''Geblutetes'' ,Fleisch‘, Niederhessen, Naumburger Gegend (Pfs. 1886); ''Jebluddes'' ,Geschlachtetes, Fleisch und Wurst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gedankenspieler''' ● ''Jedanggenschbäler'' ,zerstreuter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gedärmze''' n. ● ,Gedärm‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jedärmze'' ,Gedärm, Eingeweide‘, Oberellenbach (Hm. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gedibber''' n. ● ''Jedewwere'' ,eifrige Unterhaltung mehrer Personen im Flüsterton‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hebr. (Hm.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gedrückt''' ● ''gedrigget'' ,bedruckt‘, z. B. mit Mustern bedruckter Stoff, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gedrudel''' n. ● ,Gedudel, schlechte Musik (besonders von Blasinstrumenten)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geduckst''' ● ,gedemütigt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geele''' ● ''gel'', die ausschließliche Form für ,gelb‘ in Hessen (Vil. 1868); ''gähle'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''gale'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geelwurzel''' ● ''Gählwurzel'', ''gähle Wurzel'' ,Möhre‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gefille''' n. ● ''Jefälle'' ,großer, umfangreicher Gegenstand; starke korpulente Persönlichkeit‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Nach Hm. zu ''Fell'' gehörig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geflenne''' n. ● ''Jeflänne'' , dauerndes Lachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gefüllze''' n. ● ''Gefillze'' ,Füllung (im Geflügel)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gefräß''' n. ● ,Fresse‘, noch üblicher als ''Fresse'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gegergel''' n. ● ''Jegärjele'' ,Quälerei‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gegitter''' n. ● ''Gegidder'' ,Gitter‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gegrutze''' n. ● ,Obstschalen und -schnitzelchen, kleinere Abfälle‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Grutz''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gehöcke''' n. ● ''Jehegge'' ,Haufe unordentlich durcheinanderliegender Sachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gehurmel''' n. ● ''Jehormele'' ,Gemurmel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geierig''' ● ''gaierech'' ,hoch aufgebaut, aber ohne feste Unterlage, daher ständig umzufallen drohend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geischel''' f. ● 1) ,Geißel, Peitsche‘; ''Geschel'', Hersfeld, Gebirgsteil der Grfsch. Ziegenhain; ''Gischel'', Niederhessen; 2) ,Wagendeichsel‘ (Vil. 1868); ''Göschel'' ,Peitsche, Wagendeichsel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Peitsche'' war im Anfang des 19. Jh. in den meisten niederhessischen Gegenden kaum bekannt; ''Deichsel'' ist in Hessen durchgängig ungebräuchlich, ja unverständlich (Vil.)  ● ''Geischel'' entspricht nhd. ''Geißel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geischelseil''' ● ''Göschelsehl'' ,Peitschenriemen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gekächze''' n. ● ,starker Husten, Gekeuch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geknetscht''' ● ,zusammengedrückt‘, übertragen: ,bekümmert‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geknicke''' n. ''Jegnegge'' ,Genick‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geköchze''' n. ● ''Gekechze'' ,Gekochtes‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gele''' f. ●  in der Redensart ''dumme Gele'' ,Mädchen von dummer, bäurischer Manier‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Gele'' ist alter hessischer Vorname (schon mittelalterl.), Koseform von ''Gertrud''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gelfen''' ● ''galfen'' ,laut und mit hoher Stimme schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geliefert''' ● ''geliwwert'' ,kaputtgemacht‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gelinde''' n. ● in Niederhessen alte berechtigte Nebenform von ,Geländer‘ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gelirre''' n. ● in der Verbindung ''ahles Gelirre'' ,kleineres Gerümpel, Plunder‘, übertragen: ,alte Frauensperson‘, abfällig, Kassel (Gr. 1894); ''Jelerre'' ,altes, baufälliges Haus; alte gebrechliche Person‘, meist ''ahles Jelerre'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gellert''' m. ● ,Sperling‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gelte''' f. ● ''Gelte'' ,hölzernes Gefäß mit zwei Handgriffen‘, die größere Form des Stunzes, Stünzchens, Stützchens, Niederhessen (Vil. 1894); ''Gälde'' ,Kübel, Waschfaß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gelte''' Adj. ● ''gälle'' ,nicht trächtig‘ (von Haustieren), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''gelte'', ''galze'' ,verschnittenes Schwein‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gelünge''' n. ● ''Gelinge'' ,Speise aus Lunge, Leber usw.‘, Kassel Gr. 1894); ''Jelenge'' ,Lunge, Leber und Herz geschlachteter Tiere‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gemächtze''' n. ● ,Unterleibspartie, männl. Geschlechtsteile‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jemächze'' ,männl. Geschlechtsteile; Gegend der männl. Geschlechtsteile‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gemählze''' n. ● ''Gemeelze'' ,Gemälde‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gemäuerze''' n. ● ''Jemierze'' ,Gemäuer, Mauerwerk‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gemücke''' ● ''Gotts Gemücke!'', Fluch, Kassel 20. Jh.; ''Kotz Jemegge!'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geniste''' n. ●  ''Jenesde'' ,häßliches, unordentliches Farauenzimmer‘, meist ''ahles Jenesde'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''genung''' ●  ''genunk'' ,genug‘ Kassel (Gr. 1894); ''jenunk'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geprahlze''' n. ● ''Geprohlze'' ,Geprahle‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gerade''' ● ,rasch‘, nur zeitlich, nicht räumlich-örtlich (dafür ''strack''), Niederhessen (Pfs. 1886); ''grade'' ,zu diesem Zeitpunkt‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geräde''' ● ''jeräre'' voll ,dichtgedrängt voll‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Zu ''räden'' gehörig; s. d.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gerästet''' ● ,müde‘, mittlere Eder (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geräube''' n. ● ,Eingeweide geschlachteter Tiere‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gergeln''' ● ''gärjeln'' ,quälen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geriffel''' n. ● üblicher Ausdruck für ,Gerippe, Skelett‘ (Vm. 1868). ●  &amp;quot;Hier lieget das Gerüffel eines armen Sünders&amp;quot;, Anfang der Grabinschrift des Pfarrers Joh. Hermann Crajus (1609 - 1664), Kassel (Vm. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''geringe''' ● ,minderwertig‘, auch , minderwüchsig‘, Niederhessen (Pfs.). ● ''Die Kinder waren noch geringe.'' ,Die Kinder waren noch klein.‘ (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gern''' m. ● ,Schoß des Weiberkleides, zusammengefaßte Schürze‘ (Vil. 1868); ''Gärn'' ,Schoß‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''gêre'' ,Zwickel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geschlicker''' n. ● ,vornehme Leute, namentlich Damen, die lange Kleider tragen‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Geschligger'' ,unliebsame Mitmenschen, ohne Stil, ohne Benehmen‘, Kassel 20. Jh.; ''Jeschlegger'' ,Stadtleute, vornehme Leute‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geschnurbel''' n. ● ''Jeschnorwele'' ,fortwährendes Knurren, Murren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geschrabbel''' n. ● ''Geschrawwele'' ,Durcheinanderreden vieler Personen; Lallen eines Kindes, Gezwitscher junger Vögel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Geschwetter''' n. ● ,dünne Brühe (meist Kaffee)‘, verächtlich, Balhorn (Sl. 1901). ● Gehört zu ''schwetternaß'' (Pfs.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gestältnis''' n. ● ''Jeschdäldnis'' ,übertrieben empfindliches, geziertes, weibisches Benehmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gester''' ● ''gestert'' , gestern‘, Kassel (Gr. 1894), ''gäsder'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''gestert'': mit sekundärem Schlußdental, wie ''Koffert'', ''ebend'', ''alst'', ''schond'' u.a.m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gestecke''' n. ● ,wenig ansprechende Person beiderlei Geschlechts‘, ganz Hessen (Pfs. 1886); ,Gesteck; jemand von langer, hagerer Gestalt, meist Frauensperson‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gestieke''' n. ● ''Gestieke'', ''langes Gestieke'' ,schmähende Bezeichnung einer Frauensperson‘ (Vil. 1868); ''Jeschdiege'' ,langes, dürres Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gestriffelt''' ● ,gekraust, gefältelt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Getäfelze''' n. ● ''Jedäfelze'' ,Wandtäfelung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Getenne''' n. ● ''Gedenne'' ,Ort, an den gleich von der Erde aus gebänzt wird‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Getierze''' n. ● ''Gedierze'' ,Getier, Ungetüm‘, übertragen: ,(seltsame) Person (Gr. 1894), im 20. Jh. wohl nur auf Frauen bezogen; ''Jedierze'' ,Frauenzimmer‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''getzen''' ● ''gätzen'', das Schreien der Haushenne nach gelegtem Ei (Vil. 1868); ,unfein, auch höhnisch lachen‘, Kassel (Gr. 1894); ''gädsen'', Schreien der Hühner nach dem Eierlegen, übertragen: ,mit hoher Stimme schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Getzer''' m. ● ,Schreihals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewanerze''' n. ● ''Gewaenerz'' (sic) ,Gespenst‘, Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewelme''' n. ● ''Gewälme'' ,Gewölbe‘, Kassel 19. Jh.; ''Jewälme'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''welmen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewende''' n. ● ''Gewenge'' ,eine Reihe von Ländern desselben Besitzers nebeneinander‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Jewenge'' ,Ackerflur, Felder von einem Weg bis zum andern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gewitterisch''' ● ''gewiddersch'' ,seltsam, eigenartig, sonderbar‘, Kassel 20. Jh., Balhorn (Sl. 1901), ''jewiddersch'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewuckel''' n. ● ''Gewuggele'' ,rüttelndes Wackeln; durch plötzliche Erschütterung hervorgebrachte Wackelbewegung‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''wuckeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewulcher''' n. ● ''Gewulchere'' ,Gewühl, Gewimmel‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''wulchern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gewürfelt''' ● ''jewerfelt'' ,schlau, durchtrieben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gewurste''' n.● ''Gewurschde'' ,Unordnung, unordentlich Abgelegtes‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gickelhahn''' ● ,Haushahn‘ (Vil. 1868); ,Hahn‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Giggelhohn'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gieken''' ● ,stechen‘, besonders mit langem, aber stumpfem Instrument, auch mit dem Finger, sehr oft scherzhaft, ziemlich allgemein (Vil. 1868); ''giegen'' ,stechen‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gieken''' ● ,laut und hell, in hohem Tone aufschreien‘ (Vil 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gieksen''' ● ''giegsen'' ,stechen, pieksen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), auch: ,sticheln‘ (Gr.); ,stechen, schlachten‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bei Gr. als ''kiecksen'' verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gieksen''' ● Intensivum zu ''gieken'', laut und hell, in hohem Ton aufschreien‘, sehr üblich (Vil. 1868); ,quietschen‘, in Bezug auf ungeölte Angeln, Wetterfahnen und dgl., Kassel (Gr. 1894). ● Bei Gr. als „kiecksen“ verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Giekser''' m. ● ,aufjuchzendes Lachen von Säuglingen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gierrach''' m. ● ,habsüchtiger, gieriger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Giftschisser''' ● ,Mensch von galligem Temperament‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Giftzange''' ● ,boshaftes Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gilfen''' ● ,laut und in schrillen Tönen schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gillern''' ● ,scharfer, hoher Ton des Schmerzenslautes von Hunden, auch von Menschen, insbesondere kleinen Kindern‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,hohe Töne von sich geben‘, Kassel 20. Jh.; ,vor Schmerz laute Schreie ausstoßen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gimmening''' ● ''gimmenink'' ,gierig, heißhungrig, unersättlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gimmeratz''' m. ● ,Schwein‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gimmerätzchen''' ● ,Schweinchen‘; Pl. ''Gimmerätzerchen'' auch: ,Läuse‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gimmern''' ● Bezeichnung eines juckenden Schmerzgefühls in den Fingerspitzen, meist bei erfrorenen Fingern, aber auch bei Schnittwunden, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gimper''' m. ● ''Gimber'' ,Begierde‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Do gungk emme d’r Gimber d’rnoh'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ginsel''' n. ● ,junge Gans; einfältiges junges Mädchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ginselgeel''' ● ,stark gelb gefärbt, ganz gelb, wie ein Ginsel‘, allgemein üblich (Vil. 1868);  ''ginselgale'' ,ganz gelb‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gipp''' ● ''gipp, gipp, komm!'' Lockruf für die Hühner, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gippchen''' ● ,Huhn‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gippel''' n., '''Gippelchen''' ● ,Hühnchen, Küken’, Lockwort für die Hühner, Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gippelhuhn''' ● ''Gibbelhuhn'' ,Huhn‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Girscht''' m. ● ''Gerscht'' ,Gischt, Schaum von aufbrausenden, auch von gärenden Flüssigkeiten‘, Kassel (Gr. 1894); ''Jirscht'' ,Schaum‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● ''Der Gerscht stund emme vor’m Mulle'' (Gr.). ''Ha hott immer gleich Jirscht fär der Schladde'', dasselbe (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''girschtig''' ● ''jirschdech'' ,schaumig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glähnen''' ● ,indiskret weitererzählen, was einem gesagt wurde, klatschen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Glander''' f. ● ''Glaner'' ,Glitschbahn‘, Grafschaft Ziegenhain (Vil. 1868); ''Glaaner'' ,Gleitbahn auf dem Eis‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hm. setzt als Stichwort ''Glander'' an, Vil. ''Glaner''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glandern''' ● ''glanern'' ,auf dem Eis gleiten‘, westl. Hessen (Vil. 1868); ''glaanern'' ,auf dem Eis gleiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glanzern''' ● Variante von ''glanern'' (''glandern''), untere Schwalm und Eder (Wabern, Felsberg) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gleich''' ● ,waagrecht, eben, richtig‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gleitbahn''' ● ''Gliedebahne'' ,Eisbahn zum Gleiten‘, Kassel (Pfs. 1886); ''Gliedebahne'' ,Rutschbahn auf dem Eis‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1984).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gleiten''' ● ''glieden'' ,auf der Eisbahn gleiten‘, Niederhessen, Kassel (Pfs. 1886); ''glieden'' ,auf dem Eis gleiten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glitschen''' ● ,(aus)gleiten, (aus)rutschen auf Schlüpfrigem oder auf Eis‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glitscherig''' ● ''glitscherich'' ,glitschig, schlüpfrig‘ (in Bezug auf Straße)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Glühmagen''' m. ● ''Gliehmähng'' ,habgieriger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glühning''' ● ''gliehnink'' ,glühend‘, Kassel 19. Jh. (Jonas), ''glihnig'', Kassel (Gr. 1894), ''glienech'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''gliehnink'' ist das einzige der niederhess. -''ning''-Partizipien, das sich noch im Kasselänschen findet; bei Gr. bereits an die Gruppe der -''ig''-Adjektive angeglichen; so auch in der Oberellenbacher Mundart, die im übrigen noch zahlreiche -''ning''-Partizipien aufweist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Glummer''' m. ● ,glimmende Asche‘, Kassel 20. Jh. ''Glommer'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''glummern''' ● ,glimmen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gnatz''' m. ● ,Krätze; Grind, besonders Kopfgrind‘, übertragen: ,schmutziger Geiz‘ (Vil. 1868). ● Vgl. mhd. ''gnaz'', Gen. ''gnatzes'' ,Schorf, Ausschlag‘, bildl.: ,Knauserei, Kargheit‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gnatzkopf''' ● ,Grindkopf; launischer, eigensinniger, unverträgliche Person‘, äußerst häufig, allgemein (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gneist''' m. ● ''Knist'', ''Kneist'', ''Gneist'' ,anklebender Schmutz am menschlichen Körper, an Kleidungsstücken oder Geräten‘ (Vil. 1868); ''Gneist'', Aussprache ''Gniest'', ,fest sitzender klebriger Schmutz oder Dreck an allen Sachen‘, „durchaus nicht etwa nur Grint an der Haut“, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Knist'' ,fester, glänzender anhaftender Schmutz‘, Kassel (Gr. 1894), ''Kniest'', Kassel 20. Jh.; ''Gnist'' (''i'' kurz) ,fest anklebender Schmutz am menschlichen Körper oder an Geräten‘, Niederellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''gnîst'' m. ,Grind‘, mnd. ''gnist'' ,Räude, Hautausschlag‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gneistig''' ● ''kneistig'' ,mit Klebeschmutz behaftet‘ (Vil. 1868); ''kniesdich'' ,voll fest anklebenden Schmutzes‘, Kassel 20. Jh., ''gnisdech'', dasselbe, Niederellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Göpel''' m. ● ''Gäwel'' ,Triebwerk der Dresch- und Futtermaschine‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gote''' f. ● ,Taufpatin‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gotel''' f. ● ''Goddel'' ,Patin‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Gorrel'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gotel''' f. ● ''Gottel'' ,weibliches Patenkind‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Götelchen''' n. ● ''Göddelchen'', ,Kind, von der Gotel über die Taufe gehoben‘, Kassel (Gr. 1894); ''Gorrelchen'' ,Patenkind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grammel''' m. ● ,Heiserkeit‘, besonders die, in welcher die Stimme tiefrauh tönt (Vil. 1868); ,Heiserkeit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grammelig''' ● ,heiser‘ (Vil. 1868); dasselbe, Kassel (Gr. 1894); ''grammelech'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grammeln''' ● ,mit brummender Stimme schelten‘, auch: ,knerbeln (von kleinen Kindern)‘, (Pfs. 1886)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''granzen''' ● ,weinen, verdrießlich sein‘, hin und wieder in Niederhessen, bis Hersfeld (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''granzern''' ● ''im Halse granzern'' ,im Hals kratzen‘, das Gefühl im Hals, das z. B. beim Zerschmelzen von ranziger Butter oder Speck beim Einatmen entsteht, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gräppeln''' ● ''kräbbeln'' (trans.) ,sich beschäftigen mit, herumarbeiten mit‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Hä hot immer was ze kräbbeln'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grappen''' ● ''grappen'', ''ergrappen'' ,zugreifen, ergreifen, festhalten‘, Nieder- und Oberhessen (Vil. 1868); ''grabben'' ,ergreifen, festhalten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grapschen''' ● ''grapschen'', Nederhessen (Pfs. 1886; s.u.); ''grabschen'' ,rasch zugreifen, rasch nach etwas langen‘, Kassel 20. Jh.; ''grabbschen'' ,mit großer Eile an sich reißen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bei Gr. (1894), Kassel, verzeichnet als ''grabbchen'' [Druckfehler?] ,rasch zugreifen‘, auch: ,gefangen nehmen‘. ● Pfs.: ''grapschen'' ist in Niederhessen viel üblicher als das bei Vil. genannte ''grappen'', was ihm als gebürtigem Kasseler „geradezu fremd“ war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grätsch''' m. ● ''Grähdsch'' ,Umstände, Weitschweifigkeiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grätschel''' m. ● ''Gräddschel'' ,verkrüppelter Mensch, verkrüppeltes Tier‘, auch Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grätschelig''' ● ''gräddschelech'' ,verkrüppelt, schief‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grebe''' m. ● ,Dorfvorsteher‘, Niederhessen, Teile Oberhessens, bis zur Gemeindeordnung v. 23. 10. 1834 (Vil. 1868); Aussprache: ''Gräwe'' (Pfs. 1886). ● Durch die Gemeindeordnung v. 1834 wurde als Bezeichnung für den Dorfvorsteher die Bezeichnung ''Bürgermeister'' eingeführt, die bisher nur dem Oberhaupt der Städte zukam, denn nur die vollberechtigten Städter waren ''Bürger''; die vollberechtigten Dorfbewohner hießen hingegen ''Einwohner''. ● ''Grebe'' ist identisch mit Wort ''Graf''; der hessische ''Landgraf'' wird in älteren Quellen zumeist als ''Landgrebe'' bezeichnet. ● Vgl. mnd. ''greve'' (''grave'') ,Graf; Vorsteher allgemein‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''greibe''' ● ,herb, säuerlich-bitter, scharfsauer‘, Niederhessen, sehr üblich in Kassel (Vil. 1868); ''greiwe'' ,herb von Geschmack‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grell''' ● ''grall'', wie hdt., dazu: ,heftig, lebhaft, jähzornig; überaus rasch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grellen''' ● ''grallen'' ,ein Glied infolge einer raschen Bewegung oder Überanstrengung vorübergehend lähmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Griebe''' f. ● ,Überbleibsel des zerschnittenen und ausgelassenen Speckes, Schmalzes‘ (Vil. 1868); ,Rückstand ausgelassener kleiner Würfel Speck‘ (Pfs. 1886); ''Griewe'' ,häutiges Stückchen beim Auslassen des Specks usw.‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Griewe'', ''Speckgriewe'' ,Lippen-Herpes‘, Kassel 20. Jh.; ,Speckwürfel, ausgebratenes, auch rohes Speckstückchen; Grind am Mund‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''griebe'' f. ,ausgeschmelzter Fettwürfel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''griebetrocken''' ● ,völlig trocken‘ (Vil. 1868);  ''griewedrocken'' ,ganz trocken‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''griedeln''' ● ''am Fier griedeln'' ,sich (am Herd, Ofen) mit dem Feuer beschäftigen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grienen''' ● ,den Mund verziehen, weinen‘, Kassel (Vil. 1868); ,grinsen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gries''' ● ,greis (Haar, Zwirn, Leinen)‘, Kassel (Gr. 1894); ''gris'' ,grau‘, Balhorn (Sl. 1901) ● Gr. meint sicherlich ,altersgrau, verblichen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grießelig''' ● ''grisselech'' ,feinkörnig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grießeln''' ● ''grisseln'' ,absetzen (von Milch)‘, Kassel 19., 20. Jh., schwächer als ''hoddeln'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grifte''' ● Zu den Redensarten ''Du bist wohl von Grifte?'', ''Hä (sä) es von Grifte'' u.ä. siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grindatzel''' ● ''Grändatzel'' ,mit Grind behafteter Mensch; jähzornige Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grippsch''' ● ,auffahrend, heftig, mürrisch‘ (eigentlich ,zugreifend‘), ganz Hessen (Vil. 1868); ,zugreifend, eigennützig‘, Kassel 19. Jh. (Herzog); ,bös, niederträchtig, mürrisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grips''' m. ● ,Verstand, Kopf‘, Kassel 19., 20. Jh. ● ''am Gribs krichen'' ,jem. packen‘, auch ,arretieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gripsen''' ● ,stehlen‘, vor allem in Bezug auf Kleinigkeiten, ziemlich überall gebräuchlich (Vil. 1868); ''gribbsen'', ''kribbsen'', Kassel (Gr. 1894, ohne Angabe der Bedeutung); ,Kleinigkeiten klauen, mopsen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gripsfell''' ● ,Fell, Haut im Genick‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894) ● ''am'' (''biem'') ''Gribbsfell packen'' ,jem. packen‘, übertragen: ,sich jem. vorknöpfen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gritz''' m. ● ''Gritz'' ,Verstand, Einsicht, Scharfsinn‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Gritz'' ,Verstand, Witz‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gritze''' f. ● ''Gritze'', ,Verstand usw.‘, Niederhessen, häufiger als ''Gritz'' (Pfs. 1886); ''Gritze'' ,Grütze; scharfer Verstand, Witz‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''He hot Gritze im Koppe.'' Niederhessen (Pfs. 1886), Kassel 20. Jh. ● Die Redewendung ''Grütze im Kopf haben'' ist seit dem 17. Jh. literarisch belegt. ''Grütze'' ,Verstand‘ „ist mundartlich weit verbreitet [...] und beruht vermutlich auf Umbildung von frühnhd. ''Kritz'' (hess. ''Gritz'') ,Verstand, Scharfsinn‘, das eigentl. ,Kitzel‘ bedeutet und zu frühnhd. (heute noch landschaftlichem) ''kritzeln'' [...] im Sinne von ,kratzen, kritzeln‘ gehört.“ (Pff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gritzkopf''' ● ''Gritzekopp'' ,jem., der Verstand hat‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grütze''' ● Siehe ''Gritze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grübbes''' m. ● ''Kribbes'', auch ''Griwwes'', ''Grewes'' gesprochen, ,Kernhülle der Obstarten‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''Grübß'', in niederhess. Aussprache meist ''Grüwweß'', ,Kernghäuse des Obstes‘, auch ,Kehlkopf, Adamsapfel‘, dafür in Kassel auch ''Adams-Grüwweß'' (Pfs. 1886); ''Krewwes'' ,Kerngehäuse von Apfel und Birne‘, übertragen: ,Kind von auffällig kleiner Statur, vorlautes Kind‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''Griwwest'' ,Kerngehäuse des Kernobstes; Kehlkopf; kleiner Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''grobiz'', ''grabiz'', ''grubz'', ''grutz'' m. ,Kerngehäuse des Kernobstes‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gruse''' f. ● ,der Saft aus grünen Gewächsen, z.B. Gurken‘, Niederhessen (Vil. 1868); ,das Blähende, der geile Geschmack, der sich bisweilen im Gemüse findet‘, Kassel (Gr. 1894); ,Saft grüner Pflanzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''gruose''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''grusig''' ● ,mit grünem Saft versehen, unangenehm herbe‘ (Vil. 1868); Adj. zu ''Gruse'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Grutz''' m. ● ,Obstschalen und -schnitzelchen, kleinere Abfälle‘, Kassel (Gr. 1894), auch: ,Bodensatz von Flüssigkeiten‘, z. B. ''Kaffeegrutz'', Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Grübbes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gückeln''' ● ''giggeln'' ,blinzelnd hinsehen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gücker''' ● ''Gigger'' ,Gucker‘, Kassel 19. Jh. ● ''Hä hot mech uff’m Gieker'', Kassel (Gr. 1894) ist wohl dialektale Anpassung der Redensart ''jem. auf dem Kieker haben''. ● Siehe ''Tüpfengücker'', ''Feldgücker''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Guckwerk''' ● ''Guggewerk'' ,Gesicht‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Güggwärk'' ,Gesicht‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gülden''' ● ,golden‘, war schon in alten Zeiten und ist noch jetzt ein sehr übliches Liebes- und Schmeichelwort von besonderem Nachdruck (Vil. 1868); ''gillen'' ,golden‘, Kassel 19. Jh. (Herzog); ''gellen'', dasselbe, nur noch in erstarrten Verbindungen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gülden Schnitten''' ● ,Weckschnitten in Ei getränkt und in Schmalz gebacken‘, hauptsächlich am Gülden-Schnitten-Sonntag gebacken; dieser soll ursprünglich der „fette Sonntag“ Quinquagesimae gewesen sein; an der Werra bis westlich über Rotenburg hinaus war er schon zu Anfang des 19. Jh. der erste Sonntag in den Fasten, der Sonntag Invocavit (Vil. 1868); ''gellen Schnerren'' ,güldene Schnitten‘, Semmelschnitten, die in Ei getränkt und in Fett gebacken werden, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gunkelbacken''' m. ● ''Gonggelbaggen'' ,Pausbacken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''gunkeln''' ● ,sich schwebend hin und her bewegen‘, ziemlich allgemein üblich (Vil. 1868); ''gonggeln'' ,sich schwebend hin und her bewegen (von schweren Gegenständen)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gunne''' f. ● ''Gonne'' ,die von jemand zu Recht zu erwartende Ehrerweisung, Gafälligkeit‘ (Vil. 1868); ''Gunne'' ,Gunst, Ehre‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Hä will mä nit die Gunne anduhn un …'' ,Er will mir nicht die Ehre erweisen und …‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gunst''' f. ● ,Freistätte beim Kriegenspielen (Fangen), der Anschlag‘, Kassel und Umgebung (Pfs. 1886), Kassel, Mitte 20. Jh. ● Siehe ''Anschlag''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Günter''' m. ● ,Mastdarm des Schweins‘, ganz Hessen; mit Füllungen: ''Günterwurst'' (Leberwurst), ''Schwartengünter'' (Vil. 1868); ''Gender'' ,Teil des Schweinedarms, der mit Leberwurst oder Schwartenmagen gefüllt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Gendersch Brurer'' ,Günters Bruder: Blinddarm des Schweins‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gunterarsch''' ● ''Gonderorsch'' ,korpulente Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gurre''' f. ● ,altes, schlechtes, abgetriebenes Pferd‘, ohne Rücksicht auf Geschlecht (Vil. 1868); ''ahle Gurre'' ,schlechtes, altes Messer‘, Kassel (Gr. 1894); ,altes, abgemagertes Pferd‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''gurre''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Gutz''' m. ● ''Gütz'' ,kurzer abgehackter Schrei‘, Oberellenbach (Hm. 1926; ebd. unter „Gauz“ aufgeführt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''H.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''haar''' ● Zurufswort an das Zugvieh, sich links zu halten, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868); Zuruf an das Vieh, nach links zu gehen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In der Grafsch. Ziegenhain, z.T. schon im Hersfeldischen, lautet das Wort ''haur'', ''aur'', meist mit ''um'' verbunden: ''aurüm''. Im östl. Hessen gilt ''haar'' bloß den Pferden, nicht den Ochsen, für welche vielmehr ''west'' ausschließlich gebraucht wird; im westl. Hessen findet sich dieser Unterschied nicht. (Vil.) ● Siehe ''hott''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haar''' ● ''das Haar'' n. ,das gesamte Haupthaar‘, ''die Haare'' (f. Sing.) ,das Einzelhaar‘ (mit ''Haare'' als Plur. für beides), Niederhessen (Pfs. 1886), ''das Hoor'', ''die Hoore'' (f. Sing.) (wie von Pfs. angeben), Kassel 20. Jh.; nur: ''die Hoore'' f. Sing. und Plur., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haarwurm''' ● ''Hoorworm'' ,flechtenartiger, um sich fressender Ausschlag‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''hârwurm''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haber''' ● ,Hafer‘, im östlichen Hessen mask., im westlichen fem. (Vil. 1868); ''Haber'', in Niederhessen ausschließlich fem. (Pfs. 1886). ''die Howwer'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Häberling''' m. ● ''Häwerling'' ,Bund Haferstroh‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Habersack''' ● ''walscher Howwersack'' ,welscher Hafersack, unverständlich redender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''welsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Habitchen''' n. ● ''Hawitchen'' ,Jäckchen und Höschen an einem Stück für einen kleinen Jungen‘, Kassel (Gr. 1894); ''Howidchen'' ,kleines Besitztum, kleines Bauerngut‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hachelig''' ● ''hachelech'' ,rauh, stachelig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hache''' m. ● ,habsüchtiger und seine Habgier in plumper Weise blicken lassender Mensch‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hachen''' ● ,grob habgierig nach etwas streben‘, Niederhessen, Grafsch. Ziegenhain (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haches''' m. ● ,habsüchtiger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hachig''' ● ,in grober Weise habgierig‘, überall gebräuchlich (Vil. 1868); ''hachech'' ,habgierig, geizig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hachigkeit''' ● ,Habsucht‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hachechkeet'' ,Habgier, Geldgier‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hachwanst''' m. ● ''Hachewanst'' ,habgieriger Mensch, Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hächzen''' ● ''hechzen'' ,laut und schwer atmen‘, Niederhessen (Vil. 1868); ''hächzen'' ,keuchen‘, auch: ,nach etwas streben‘, Kassel (Gr. 1894); ''hächden''(!) ,schwer oder schnell atmen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hackerchen''' ● ,die ersten Zähne‘, scherzhaft, nördl. Hessen (Pfs. 1886), Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hadern''' ● an der Schwalm das ausschließlich übliche Wort für ,streiten‘, auch für ,prozessieren‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hahl''' ● ,trocken, mager, dürr, abgemagert, austrocknend‘, südl. Niederhessen, Stift Hersfeld, Grafsch. Ziegenhain (Vil. 1868). ● Nebenform ''hehl''. ● Mhd. ''hâl'' ,trocken, dürr‘. ● Siehe ''Hehlschwein''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hahlgans''' ● ,dürre Gans, die noch nicht gemästet ist‘, (Vil. 1868); ''Halgans'' ,ungemästete Gans‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Heelegans'' ,unerwachsenes, vorlautes Mädchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hahnebambel''' m. ● ,ein in Gang, Bewegungen und Handlungen lässiger, ein ungeschickter, alberner Mensch‘, Niederhessen, im Hersfeldischen (Vil. 1868); ,einer, der sich alles bieten läßt und allem nachkommt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hahnsklöße''' ● ''Hohnsgleeße'', kleine Klöße aus gehacktem Schweinefleisch, die in Mehl getunkt werden (beliebt als Frühstück auf dem Schlachtfest), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''häkeln''' ● ''heegeln'', Kassel 20. Jh.; übertragen auch: ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''halbwierig''' ● ''halbwirig'' ,irgendwie‘, bedeutungsgleich mt iewest; ''halwierich'' ,halbwegs, mittelmäßig, einigermaßen‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Halsabschnitter''' ● ''Halsobschnedder'' ,Halsabschneider, Geldverleiher, Wucherer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''halslieb''' ● ''jem. halselieb haben'' ,jem. umarmen‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hambutte''' ● ,Hagebutte‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''Hambutte'' &amp;lt; *''Hagenbutte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hamel''' m. ● ''Hamel'', Pl. ''Hämel'' ,Hammel‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hämel'', Sing. u. Plur., dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hamel''' m. ● ''Hammel'', südl. Hessen (Rhein und Wetterau), „was sonst in Hessen Klunder genannt wird“ [also ,Schmutz, Straßendreck am unteren Saum der Bekleidung‘] (Pfs. 1886). ● Muß früher auch im nördl. Hessen vorgekommen sein, vgl. ''sech zuhameln'' (s.d.) ,sich zuklundern‘, Kassel 19. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hamer''' m. ● ,Hammer‘ (Gr. 1894); ''Homer'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Der Hamer es owen.'' ,Es ist Feierabend.‘ Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hammerten''' m. ●''Hámmärden'' ,einfältiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ist Kontraktionsform des Vornamens ''Johann Martin'', früher in Niederhessen verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hämstern''' ● ,hämmern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Handschlag''' ● ''Haandschlook'' ,Verlobung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hänfterling''' ● ''Hämfderling'' ,Hänfling, schmächtige Person‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Grohenfterling'' ,der graue Hänfling‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Hämfderlink'' ,Hänfling‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hannaden''' m. ● ''Hánnaden'' ,einer der schwer von Begriff ist und sich entsprechend anstellt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Ist Kontraktionsform des Vornamens ''Johann Adam'', früher in Niederhessen verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hannjost''' m. ● ''Hánnjoost'' ,einfältiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ist Kontraktionsform des Vornamens ''Johann Jost'' (''Johann Justus'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hansch, Hänschen''' m.● ''Haansch'', Pl. ''Haansche'' ,Handschuh kleiner schwächlicher Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Hänschen'', Sing. u. Plur. ,Handschuh(e)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● ''Hansch'' ist verkürzt aus ''Handschuh''. In Kassel ist der Plur. ''Hänschen'' auf den Sing. übertragen worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hänseln''' ● ,durch Anbinden eines Bandes in eine Gemeinschaft aufnehmen‘; ''hänseln'' wird im Volk gleichbedeutend mit ''anbinden'' verstanden und vertauscht (Vil. 1868). ● Vil. macht konkrete Angaben dazu, wobei und wie gehänselt wird; weist hin auf das Sontraer Hänselbuch 1572 - 1596; weist weiterhin darauf hin, daß ''hänseln'' im Sinne von ,verspotten, verhöhnen‘ beim Volke fast gänzlich unüblich ist. ● Vgl. got. ''hansa'' f. ,Schar, Menge‘, ahd. ''hansa'' f. ,Schar, Kriegerschar, Gefolge‘, mnd. ''hanse'', ''hense'' f. ,Gesellschaft, besonders Gilde der Kaufleute und Handwerker, vor allem die ''Hanse'', der norddeutsche Städtebund. Vgl. auch ''Hansegreben'' ,Angehörige der Kasseler Kaufmannsgilde‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hänselwerk''' ● ''das Hänselwerk verzehren'': früher an der unteren Eder üblicher Brauch, der darin bestand, daß auf einer Hochzeit die jüngste anwesende Frau ''gehänselt'' wurde, welche dann gehalten war, am nächsten Sonntag die Frauen einzuladen zu Kaffee und Kuchen, dort wurde also ''das Hänselwerk verzehrt'' (Pfs. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Happel''' f. ●,eine übereilt handelnde, oberflächlich und ungenau arbeitende Person‘ (Vil. 1868); ''Habbel'' ,überstürzt redende oder sich überstürzt bewegende Person‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''happelig''' ● ,übereilt handelnd‘ (Vil. 1868); ''habbelich'' ,überstürzt redend und sich bewegend‘, Kassel (Gr. 1894); ''habbelech'' ,übereilt redend oder handelnd‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''happeln''' ● ,übereilt handeln‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''habbeln'' ,überstürzt reden oder handeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Happelsack''' ● ''Habbelsack'' ,jemand, der happelt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Happster''' m. ● ,Kuchen aus geriebenen Kartoffeln mit etwas Öl‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''haren''' ● ,dengeln‘, in Oberhessen und einem Teil von Niederhessen (Wabern und Umgegend) (Vil. 1868); ''horen'' ,dengeln‘, d.h. die Sense mit dem Hammer schärfen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hasenschaden''' ● ''Hasenschaden'' m. ,Hasenscharte‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hosenschore'' f.(!), dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hasig''' ● ''haasech'' ,nicht bei Sinnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haucht''' m. ● ''Hücht'' (''ü'' kurz) ,mit geöffnetem Mund ausgestoßener Atem‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hauchten''' m. ● ''hüchden'' ,mit geöffnetem Mund Atem ausstoßen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hauchzen''' ● ''huchzen'' ,hauchen, anhauchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Haus-Eren''' m. ● ''Husähren'' ,Hausflur‘, Kassel (Gr. 1894), ''Hüsähren'' ,der mit Backsteinen gepflasterte Hausflur‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Eren''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''haußen''' ● ''hussen'' ,hier außen‘, Gegensatz zu: ''drussen'' ,dort außen‘, Kassel (Gr. 1894); ''hüssen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''hussen'' in Kassel wohl um 1900 erloschen; Ersatz: ''hier drussen''. ● Mhd. ''hie'' ''ûze'', ''hûze''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Häut''' n. ● ,Haupt‘; das Wort ''Haupt'' wird in Hessen nur vom Krauthaupt (Kohlkopf) gebraucht, nicht vom menschlichen Haupt (dafür: ''Kopf''); die Aussprache ist ''Häubt'', ''Häud'', ''Heid'' (Vil. 1868); ''Heet'', Pl. ''Heeder'' ,Krauthaupt, Kohlkopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Basiert im ganzen auf Umlautform von mhd. ''houbet'' ,Haupt‘: ''*höubet'' &amp;gt; frühneuzeitl. niederhess. *''Häubet'', ''Heubet'', gesprochen *''Heuwet'' &amp;gt; *''Häuet'', *''Heut'', dann unterschiedliche regionale Weiterentwicklungen (u.a. Entrundung). In Oberellenbach gibt es die Nebenform ''Höbt'', entstanden aus nichtumgelautetem ''houbet'', mit Kürzung der 2. Silbe, wie nhd., dann mundartl. Weiterentwicklung; nur in festen Verbindungen wie ''Höbdhohn'' ,Haupthahn‘, ''Höbdkarle'' ,tüchtiger Kerl‘ (''ö'' lang).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Häutersalat''' ● ''Heedersaloot'' ,Kopfsalat‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hebekirmes''' f. ● ,Richtfest‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Hewekermesse'', Kassel (Gr. 1894, ohne Erläuterung); ''Häwekermese'' ,Feier beim Richten eines neuen Hauses‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hehkirmes''' f. ● ,geräuschvoller Auflauf von Menschen‘, Naumburg (Pfs. 1886). ● Soll nach Pfs.s Gewährsmann nicht identisch sein mit ''Hebekirmes''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hehlfäßchen''' ● ,naive, ohne Arg etwas ausplaudernde Person‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''hahl''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hehlschwein''' ● ,halbwüchsiges, noch nicht zum Mästen geeignetes Schwein‘, Schwalm, Stift Hersfeld (Vil. 1868). ● Frühe Belege: heleswyn, Grebenstein 1462, helswyn, Felsberg 1462 und öfter. ● Siehe ''hahl'', ''Hahlgans''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hehr''' ● ,ehrwürdig‘ u.ä., wie gemeinhochdt., außerdem ,fein, zart, sorgfältig gearbeitet‘, in beiden Bedeutungen überall in Hessen (Vil. 1868); ''hehre'', in der Redewendung ''hehre duhn'' ,hehr, hoch, erhaben auftreten‘ (stets ironisch gebraucht), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hehrheit''' ● ,übertrieben vornehmes Auftreten‘, Kassel (Gr. 1894); ''Heerheet'' ,auffällige Freundschaftsbekundung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heide''' m. ● die in Niederhessen gewöhnlichste Bezeichnung für ,Zigeuner‘ (Pfs.1, 1889); ''Heere'' ,Zigeuner‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heidenmensch''' f. ● ''Heerenmönsch'' ,Zigeunerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heidenpack''' ● ''Heerenpack'' ,Zigeunerpack‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heidimmes''' m. ● ,beschränkter (wenn auch nicht vollmäuliger) Wichtigtuer‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heidsche''' f. ● ''Heedsche'' ,Zigeunerin‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heikse''' ● ,Hiebe, Schläge‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heiligenland''' ● ''Hiljenlaant'' ,die der Kirche gehörigen Ländereien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heimtücker''' m. ● ''Heimdicker'' ,heimtückische Person‘, Kassel 19. Jh. (Jonas); ''Heemdigger'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''heint''' ● ,heute Nacht‘, an der Schwalm, Aussprache ''hengt''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''heisch''' ● ,heiser‘ (Vil. 1868); dasselbe, Kassel (Gr. 1894), ''heesch'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heite''' m. ● ''Heide'', ''Hede'' ,Vater‘; sehr alte Bezeichnung, jetzt noch üblich an der Schwalm, an der unteren Eder (Fritzlar, Gudensberg), an der Werra (Eschwege, Jestädt) (Vil. 1868); Haite, „eigens hessischer Ausdruck für Vater“ (Pfs. 1886); ''Heide'' ,Vater‘, noch gebräuchlich, aber selten, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hemme''' f. ● ,Bremsvorrichtung am Wagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hemmen''' ● ,bremsen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Henkel''' ● ''Henkel-ze-Kerbchen drahn'' ,Henkel-zu-Körbchen tragen‘: zwei Personen tragen ein Kind auf den beiderseits verschlungenen Händen wie einer Sänfte, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Henne''' ● männl. Vorname, schon mittelalterlich belegt, in Niederhessen bis ins 18. Jh. vorkommend (wird von Pfarrern in den Kirchenbüchern gern mit ''Johannes'' wiedergegeben, ist aber keine Kurzform davon). ●  Redensartlich in: ''Gott henne'', Niederhessen (Pfs. 1886); ''Ach Gott henne! Ach du henne!'', [richtiger: ''Ach Gott, Henne! Ach, du Henne!''], sehr gebräuchlich, Balhorn (Sl. 1901); ''Du liewer Gott, Henne!'' Kassel 20. Jh. ● Die eigentlich humoristisch gemeinten Ausrufe entsprechen etwa dem modernen ''Mein Gott, Walter!'', sind aber nach Erlöschen des Namens nicht mehr verstanden worden, daher bei Pfs. und Sl. Kleinschreibung. Pfs. erwägt, ob ''Henne'' ,weibl. Huhn‘ oder der Vornamen ''Henne''). Sl. weist draufhin, daß ''henne'' nichts mit ''hin'' zu tun haben kann wegen unterschiedlicher Aussprache; in Kassel ebenfalls unterschieden (bei ''Henne'' ''ä''-Ausprache des ersten ''e''). Vil. (1868) führt auf: ''Henn'' ,alberner Mensch‘, schmähend, Oberhessen. ● Siehe ''Mädehenne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hepe''' f. ● ''Hebe'' ,Sichel‘, Kassel (Gr. 1894). ● Bei Vil. als ''Heppe'' verzeichnet, nur nördl. Niederhessen, südl. nur vereinzelt, mit Aussprache „mitunter“ um Kassel „auch“ ''Hewwe'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hera''' ● feierlicher Ausruf, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Pfs.: „Hier muß eines wunderbaren Kehrreimes gedacht werden, der bis in die [achtzehnhundert-]dreißiger Jahre zu Zwehren bei Kassel noch im Gange war; bei neckenden scherzhaften Liedern, die von Weibern aus dem Stegreife gedichtet, zum Bleichen und Wachen gesungen wurden. Solche Strofen [...] gleichen als lose Gelegenheits-Scherze den Schnaderhüpfeln.“ Pfs. führt zwei solcher Strophen auf; Refrain: ''hera, wol unter dem grünen Baum‘ / hera, wol unter dem Baum‘''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hernach''' ● ''härnoh'' ,nachher‘, Kassel 19. Jh.; ''hanooch'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hernachgehends''' ● ''härnohgehnds'' ,nachher, anschließend‘, Kassel 19. Jh. (Herzog). ● Siehe auch „nachgehends“.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''hernieder''', siehe ''reer''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''herzgepuppert''' ● ''herzegebobbertes Nußkernchen'', Zärtlichkeitsausdruck, Kassel 19. Jh. (Herzog), ''herzgebubberter Nussekern'', dasselbe, Kassel (Gr. 1894); ''Min herzgepupperter Nußkern'', Ausdruck innigster Liebe, zumal im Mund niederhess. Mütter (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Herzkaute''' f. ● ''Härzküdde'' ,Magengegend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hespe''' f. ● ,Türangel, Klammer‘, in Niederhessen die übliche Bezeichnung (Vil. 1868); nur ,Türband‘ oder ,Schleife‘ der Türangel, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Wendungen: ''Er riß mich, daß der Rock mir aus allen Hespen ging. Junge, deine Hosen sind ja aus allen Hespen''. Übertragen: ''Es geht aus allen Hespen''. ,Alle Ordnung löst sich auf, es tritt Anarchie ein.‘ (Vil.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hessen-Groschen''' ● ''bei Hessen-Groschen bzw. nicht bei Hessen-Groschen sein'' ,vernünftig bzw. unvernünftig sich benehmen‘ (Pfs. 1868); ''nit bie Hessen-Groschen sinn'' ,nicht ganz gescheit, nicht bei Trost sein‘, Kassel 20. Jh.; ''Du bst wohl net bei Hässengröschen?'' ,Du bist wohl nicht recht gescheit?‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hessisch''' ● ''heßsch'', Kassel 19. Jh.; ''hässesch'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aussprache ohne ''i'' hat sich in Kassel in den deklinierten Formen z. T. bis nach dem 2. Weltkrieg gehalten, etwa: ''de Heßschen Nachrichten'' (Zeitung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heuhüpfer''' ● ''Hauhepper'' ,Heuschrecke‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heuspringer''' ● ''Hausprenger'' ,Heuschrecke‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''heulen''' ● ''hillen'' ,weinen‘, Kassel (Gr. 1894); ''hielen'' ,laut weinen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heulfritz''' ● ''Hillfritze'' ,weinerlicher Junge, Mann‘, Kassel (Gr.1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heuljost''' ● ''Hilljoost'' ,weinerlicher Junge, Mann‘, Kassel (Gr.1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Heuochse''' ● ,dummer, ungeschickter Mensch‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''Heiochse'' ,großer Schafskopf‘, auch: ,plump gebauter Mensch‘, Kassel 19. Jh. (Jonas, Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hichel''' f. ● ,Stirnrunzel‘, Niederhessen (Vil. (1868); ,weinerlicher oder mißvergnügter Gesichtsausdruck‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''’ne Hichel schnieden'' (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hicheln''' ● ,hell auflachen, wiehernd lachen‘, auch vom Wiehern der Pferde gebraucht, ziemlich überall üblich (Vil. 1868); ,wiehern (vom Pferde); wiehernd lachen, lachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hichelziege''' ● ''Hichelzäje'' ,dauernd lachendes Mädchen‘, Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hickeln''' ● ,etwas hinken‘, in ganz Herssen sehr üblich (Vil. 1868); ''higgeln'' ,hinken, auf einem Bein hüpfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), dazu: ,Hickelhäuschen spielen‘, Kassel 20. Jh.; ''heggeln'' ,leicht hinken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hicken''' ● ''heggen'' ,hinken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hier, hie''' ● ''hier'', Kassel 19., 20. Jh.; ''hie'', ländlich, z.B. Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hiller''' m. ● ,Penis‘, in ganz Hessen die üblichste und allgemeinste Bezeichnung (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Himmel und Erde''' ● ''Himmel un Ähre'', Gericht: ,Äpfel und Kartoffeln untereinandergekocht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Ist „Kasseler Nationalgericht“ (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hinfällisch''' ● ''hännefällsch'' ,kränklich, gebrechlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hinkel''' n. ● ,albernes Frauenzimmer‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die eigentlich Bedeutung ,(kleines) Huhn‘ ist in Oberellenbach nicht vorhanden (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hinkelbein''' ● ,einfältiger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hinne''' ● ,hier innen‘, Kassel (Gr. 1894), Gegensatz zu: ''drinne'' ,dort innen‘; ''henne'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''hinne'' ist in Kassel wohl um 1900 erloschen, Ersatz: ''hier drinne''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hippeln''' ● ,hinken; zapplend laufen‘, scherzhaft, ziemlich allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hippelnase''' ● ,gebogegen bzw. gekrümmte Nase‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirnwurst''' ● ''Hernworscht'', Kassel (Gr. 1894); ,Zervelatwurst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirse''' ● ''Hersche'', Kassel (Gr. 1894; ''Härsche'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirsekörner''' ● ''Hersche(n)kerner'', Kassel (Gr. 1894). ● ''Ich schlah alles in Herschenkerner, zu Herschenkernern'' ,Ich schlage gleich alles kurz und klein‘, ähnlich Oberellenbach (Hm. 1926); ähnlich: ''in Herschekerner schmissen'' (grimmige Drohung), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirsenbrei''' ● ''Herschenbrei'', gilt als Delikatesse, Balhorn (Sl. 1901)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirte''' ● nur ,Kuhhirte‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirz''' m. ● oft ''Herz'' gesprochen, in Hessen überall, mit Ausnahme weniger Städte, der üblich alte Name des Hirsches (Vil. 1868);  ''Härz'' ,Hirsch‘, Altform, heute nur noch in der Redensart ''du werscht noch en Härz'' ,du verlierst noch den Verstand‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hirzbock''' ● ''Härzbock'' ,planlos umherrennender Mensch‘ (in seiner eigentlichen Bedeutung ,männlicher Hirsch‘ ausgestorben), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hitzen''' ● ''hetzen'' ,heizen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hob''' m. ● ''Hof'', Bedeutung im größten Teil von Niederhessen wie gemeinhochdt.; in den niederdt. Bezirken Niederhessen sowie an der ganzen Werra, an der Eder und den Zuflüssen der Schwalm ist die Bedeutung: ,Garten‘ (das Wort ''Garten'' ist hier fast ganz unüblich); das bäuerleiche Anwesen heißt hingegen, wie auch sonst in Hessen, ''Hofreite'' (Vil. 1868); ''Hob'', Dat. ''Howe'' ,Hof', Kassel (Chr. Müller 1926); ''Hoop'', Pl. ''Heewe'' ,Hofraum, Gehöft, größeres Gut‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vil. und Hm. haben ihre Artikel unter dem Stichwort ''Hof'', die eigentliche niederhess. Form ''Hob'' fehlt bei Vil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hobch''' m. ● ''Hupch'' ,Habicht‘ (neben dem gemeindeutschen Wort gebräuchlich), Balhorn (Sl. 1901); ''Hobch'' (''o'' offen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hoberei''' f. ● ''Howerei'' (mit Betonung auf der letzten Silbe) ,Hofraum, Hofstätte‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hm. hat als Stichwort ''Hofreite''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hobereise''' f. ● ''Hofereise'', Nebenform von ''Hofreite'', in und um Wolfhagen (Vil. 1868); ''Howeraiße'' ,Hofreite‘, Sprengel Schützeberg (Pfs. 1886); ''Howereise'', Niederzwehren 1. Hälfte 20. Jh. (Müldner).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hobereite''' f. ● ''Hofreite'' ,Der unbebaute und zu ökonomischen Zwecken benutzte Raum an dem Bauerngute und dem Haus überhaupt‘, ganz Hessen, Nebenform: ''Hofereise'' (Vil. 1868). ● Nach älteren niederhessischen Quellen kann mit ''Hofreite'' zwar der freie Hofplatz gemeint sein, mehr aber noch die bäuerliche Hofstelle insgesamt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''höbeln''' ● ''hewweln'' ,jem. die Meinung sagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hoch''' ● Das ''ch'' bleibt in allen grammat. Formen erhalten: ''hooches Hus''; ''heecher'', ''am heechesten'', Kassel 19. Jh., Anf. 20. Jh. (Gr. 1894); ähnlich Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hochbeinig''' ● ,stolz‘ (iron.), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Höchede''' f. ● ''Heechede'', ''Heechde'' ,Höhe‘, Kassel, 19. Jh. (Jonas, Gr. 1894); ''Hächde'' (''ä'' kurz) ,Höhe‘: Höhe eines Gegenstandes im Gegensatz zur Länge und Breite, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Neben ''Heech(e)de'', ''Hächde'' gibt es auch die einfache Form ''Heh'' ,Höhe, Anhöhe‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hochseicher''' ● ,Hochmutsnarr‘, metaphorische Verwendung einer unter Knaben sehr gewöhnliche Prozedur, Ausdruck in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868); ,stolzer, hochmütiger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Höckersweiber''' ● ''Heckerschwiewer'' ,Hökerinnen‘, Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hokerer''' ● ''Hogerer'' ,ein Kind, das gern hokert‘ (s.d.), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hokerlißchen''' ● ''Hogerlißchen'' ,ein Mädchen, das gern hokert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hokern''' ● ,klettern, besonders von Kindern, die auf Bänken und Stühlen herumklettern, auch von Ziegen gesagt‘ (Vil. 1868); ''hogern'' ,in den Ecken herumkriechen und -klettern‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''huckern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hopfenstange''' ● ''lange Hobbenstange'' ,schlanke, sehr große Frauensperson‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hobbstange'' ,lange, schmale weibliche Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hopperloppopp''' ● ''hobberlobbobb'', Interjektion, stolpernde Übereile bezeichnend, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hopperloppopp''' ● ''Hobberlobbobb'' ,Person, die sich durch stolpernde Übereile auszeichnet‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hornaffe''' m. ● ,halbmondförmiges Weizengebäck‘, Kassel und anderwärts (Vil. 1868); ,Gebäck: großer Weihnachtskringel von ovaler Form‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hörnen''' ● ''hernen'' ,ins Horn blasen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hörnse''' f. ● ''Hernse'' ,Hornisse‘, auch: ,Wespe‘, Kassel (Gr. 1894); ''Härnse'' ,Hornisse‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hosenkippe''' f. ● ''Hosenkibbe'' ,Hosentasche‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hosenlid''' n. ● ''Hosenläht'' ,Klappe der Knabehosen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Keipe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hoselümper''' m. ● ,Lumpensammler‘ (Vil. 1868); ''Hosselimber''(!) ,Lumpensammler‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hosenlember'' ,Mensch mit zerrissenen Hosen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Lümper''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hott''' ● Zuruf ans Zugvieh (Pferde, Ochsen), sich rechts zu halten, in Hessen wie in ganz Deutschland (Vil. 1868); Zuruf an das Vieh, nach rechts zu gehen, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Dar weeß öh nett hott orre haar''. ,Der weiß auch nicht hott oder har; er ist ein unentschlossener Mensch.‘ (Hm.) ● Siehe ''haar''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hottchen''' ● ''hoddchen'' ,gerinnen (Zusammenlaufen der Milch)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hotteln''' ● ''hotteln'', den Scheidungsprozeß der Milch bezeichnend, wenn sie zusammenläuft (Vil. 1868);  ''hoddeln'', den Scheidungsprozeß der Milch bei oder nach dem Sieden bezeichnend, Kassel (Gr. 1894); ''huddeln'', dasselbe, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hübsch''' ● ''hebsch'' ,schön‘, Kassel 19., 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ●  Der zugehörige Komparativ und Superlativ werden durch ''schenner'', ''der schennsde'' ersetzt, Kassel, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hucke''' f. ● ,Rücken‘, in Redensarten (Pfs.1, 1889); ''Hucke'' ,Rücken‘, in Redensarten, Kassel 19., 20. Jh.; dasselbe, nur in Redensarten, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''jem. die Hucke voll lügen'' (Pfs.1, 1889), Kassel 20. Jh., ''einem auf der Hucke sitzen'' ,jem. zur Last fallen‘ (Pfs.1, 1889), ''uff de Hugge kummen'' ,jem. beschwerlich werden‘, Kassel (Gr. 1894), ''uff der Hucke leggen (lichen)'' ,jem. beschwerlich sein‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''de Hugge vollhaun'' ,verprügeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huckeln''' ● ''huckeln'', ''hockeln'', ''aufhuckeln'' ,auf den Rücken setzen oder auf demselben tragen‘ (Vil. 1868); ''huggeln'' ,jem. auf dem Rücken davontragen‘, Kassel (Gr. 1894); ''hoggeln'' ,kleine Kinder auf dem Rücken tragen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huckern''' ● ''hoggern'' ,mühsam klettern (zumal von kleinen Kindern, die auf Bänken und Stühlen herumklettern)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''hokern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huckern''' ● ,einhüllen und wärmen‘ (Vil. 1868); ,kauernd, hockend sitzen‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''hüggern'' ,einhüllen, wärmen (namentlich von der Henne, die ihre Küken unter die Flügel nimmt)‘, ''sech hüggern'' ,sich zusammenkauern‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Nach Vil. nur in Oberhessen, in Niederhessen entspreche ''huttern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huckersack''' ● ''Hoggersack'' ,kleines Kind, das auf Tische und Stühle klettert‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hudel''' f. ● ,Lumpen; schmutzige, vernachlässigte Frauensperson‘‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hufas''' m. ● ,Grobian‘, Naumburger Gegend (Pfs. 1886); ,plumper und grober Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huft''' f. ● ''Hoft'' ,Hüfte‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hulle''' f. ● ''Holle'' ,Haube auf dem Kopf der Vögel‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Hulle'' ,Holle, Kamm, Federbusch mancher Vögel‘, Kassel (Gr. 1894); ,Tolle, eingedrehter Haarschopf auf dem Scheitel der Mädchen‘, Kassel 20. Jh.; ''Holle'' ,Federhaube der Vögel, aufgekämmtes Haar‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hullerkopf''' ● ''Hullerkobb'' ,ungekämmtes Haar‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''’s äs noch im Hullerkobb'' ,sie hat sich das Haare noch nicht gekämmt, geordnet‘ (Gr.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Humme''' f. ● ,Hummel‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Humme''' f. ● ,aus der Rinde der Weide verfertigte Pfeife‘, Kassel 19. Jh. (Herzog), Balhorn (Sl. 1901), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Sl. zitiert ein Kinderlied, das beim Herstellen der Pfeife (durch Weichklopfen der Rinde) gesungen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hummen''' ● ''hommen'', ''hummen'', gesagt vom Brüllen des Rindviehs, besonders von dessen tieftonigem Brüllen (Vil. 1868); ''hummen'' ,ein dumpfes, summendes Geräusch hören lassen‘, namentlich das dumpfe Brüllen des Rindviehs, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hungerwanst''' ● ''Höngerwanst'' ,Hungerleider, Geizhals‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hunten''' ● ''höngen'' ,hier unten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hüpferling''' ● ''Hebberling'' 1) ,Grashüpfer‘, übertragen: ,mageres, bewegliches Kind, kleine lebhafte Person‘, 2) „ein bestimmtes Käferchen“ [gemeint ist ,Grashüpfer‘], 3) ,ein bestimmter Knochen an der Gans‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hebberlink'' ,lebhaftes, munteres Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hüpfüber''' m. ● ''Hebb-ewwer'' ,leichtlebige, unfertige, meist junge Person‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huppch''' m. ● ''Hobbsch'', meist ''lohmer Hobbsch'' ,hinkender Mensch‘, Schimpfwort‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huppchen''' ● ''hobbchen'' ,hinken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hurmel''' m. ● ''Hormel'' ,Rausch, Betäubtheit, Koller, Rappel im Kopf‘, sehr allgemein üblich (Vil. 1868); ''Hurmel'' ,Rausch‘, Kassel (Gr. 1894); ,jem., der mit einem Spleen behaftet ist‘, Kassel (Bennecke 1904).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hurmeln''' ● ''hormeln'' ,brummen, summen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hurzelig''' ● ,runzlig, gedörrt, verschrumpelt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huschchen''' ● .Pferd‘, kosend, in Niederhessen allgemein üblich (Pfs. 1868)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huschepferdchen''' ● ''Huschepärdchen'' ,Pferd(chen)‘, Kindersprache, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huschel''' f. ● ,unordentliche Frauensperson; eine, die huschelt‘ (s.d.) (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huschelig''' ● ,unordentlich (in Bezug auf Frauen)‘ (Vil. 1868); ''huschelich'' ,unordentlich, oberflächlich‘, Kassel 20. Jh.; ''hüschelech'', dasselbe (besonders im Bezug auf Frauen), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huscheln''' ● ,eilfertig, ungenau arbeiten‘ (Vil. 1868); ,unordentlich, oberflächlich arbeiten‘, Kassel 20. Jh.; ''hüscheln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Drüber hin huscheln'' ,etwas oberflächlich erledigen‘ (Vil.; Kassel 20. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hutchen''' ● ,kränkeln‘, Niederhessen (Pfs. 1868); ,zum Weinen ansetzen‘, auch wohl: ,schluchzen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hutelos''' ● ,ohne Beaufsichtigung, in ungeziemender Freiheit sich befindend‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''hurelos'' ,ohne Aufsicht‘, Kinder oder Vieh, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''huttern''' ● ,einhüllen und wärmen‘ (Vil. 1868). ● ''Das Huhn huttert die Küchlein unter den Flügeln''; ''sich ins Bett huttern, einhuttern'' (Vil.) ● Siehe ''einhuttern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Huttich, Huttch''' m. ● ''Hottich'', ''Hutch'' ,ein armseliger, lumpiger, bettelhafter Mensch‘, Schimpfwort, vorzugsweise Niederhessen (Vil. 1868); ''Huddich'' ,vorlautes, anspruchsvoll auftretendes Kind‘, Kassel (Gr. 1894), ,Schlitzohr, Taugenichts‘, Kassel 20. Jh.; ''Hodch'' ,Taugenichts‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hutzel''' f. ● ''Hotzel'', auch ''Hutzel'' ,getrocknete Birne‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''Hutzel'' ,getrocknete Zwetsche‘, Kassel (Gr. 1894); ''Hotzel'' ,getrocknete Birne‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hutzelig''' ● ''hutzelich'' ,verschrumpelt, runzelig‘, Kassel 20. Jh.; ''hotzelech'' ,eingetrocknet, zusammengeschrumpft, runzelig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Hutzelmännchen''' ● ,altes, dürres Männchen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''hutzeln''' ● ''hotzeln'' ,zusammenschrumpfen, eintrocknen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D|'''Wörterbuch A – D''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch E – H'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_A_%E2%80%93_D</id>
		<title>Wörterbuch der niederhessischen Mundart, A – D</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.kasselwiki.de/index.php?title=W%C3%B6rterbuch_der_niederhessischen_Mundart,_A_%E2%80%93_D"/>
				<updated>2015-01-19T10:46:56Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Carolus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
[[Bild: Hessenwappen 3.jpg|thumb|150px|right|]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch A – D'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''A.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abblaten''' ● Siehe ''blaten''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abgergeln''' ● ''sech obgärjeln'' ,sich mit einer schweren Arbeit abmühen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abkappen''' ● ''obkabben'' ,jem. derb zurechtweisen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abknuppen''' ● ''abknubben'' ,abzwacken, abkneifen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abknuppsen''' ● ''abknubbsen'' ,abknipsen, abschnipsen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abkribbeln''' ● ''obgrewweln'' ,etwas durch fortgesetztes Stochern von etwas anderem entfernen, lösen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Abrahämchen''' n. ● ''Awerämchen'' ,Kartoffelschälmesser, Küchenmesser‘, Kassel 1919 (Lüttebrandt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abschoren''' ● ,absehen, in der Schule vom Banknachbarn abschreiben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abstrippen''' ● ''abstribben'' ,herunterstreifen (z. B. Johannisbeeren)‘, Kassel 20. Jh.; ''obstrebben'' ,etw. nachlässig von etw. anderem herunterstreifen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abtribbeln''' ● ''obdrewweln'' ,durch dauerndes Drehen (zwischen Daumen und Zeigefinger) etw. abtrennen (z.B. Faden, Draht)‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''abdriwweln'', dasselbe, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''abtun''' ● ''obdunn'' ,eine Kopfbedeckung absetzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''acheln''' ● ,essen‘, scherzhaft, besonders im östl. Hessen (Vil. 1868); ,(mit gutem Appetit) essen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Aus dem Jiddischen und der Gaunersprache (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''achtpassen''' ● ''Acht passen'' ,achtgeben, aufpassen‘, durch ganz Hessen üblich (Pfs. 1886); ''achdepassen'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Affenschwanz''' ● ,jem., der alles nachäfft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Affenstreich''' ● ''Affenstreech'' ,Dummerjungenstreich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Afterkuchen, -mehl, -wecke''' ● ,minderwertiger Kuchen bzw. Mehl, Wecke‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ah-''' Präfix ● ''oh''-. ● geht zurück auf mhd. ''â''- zur Bezeichnung des Gegensatzes, der Trennung (Lex.), nach Grimm auch Böses bezeichnend (Pfs. 1886); erscheint im Niederhess. durchweg als geschlossenes langes ''o''-, auch in Kassel, wo ''â'' gewöhnlich als offenes langes ''o'' erscheint. Damit gebildet die folgenden Wörter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ahleibig''' ● ''olibig'' ,klein, schmächtig, schwächlich‘, sehr üblich, Niederhessen (Vil. 1868); ''ohliewich'' ,schwach, elend, halb verhungert‘, Kassel (Gr. 1894), ,unwohl (im Sinne von Leibschmerzen)‘, Kassel 20. Jh.; ''ohliewech'' ,unwohl, fast ohnmächtig, kraftlos, schwächlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Mä is ganz ohliewich.'' ,Mir ist flau im Magen, mich befällt Schwäche.‘ Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ahmacht''' ● ''Ohmacht'' ,Ohnmacht‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''âmaht'' ,Mangel an Kraft, Ohnmacht‘; vgl. auch mnd. ''amacht'' ,Ohnmacht, Schwäche‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ahmächtig''' ● ''ohmächdich'', Kassel 20. Jh.; ''ohmächdech'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''âmehtec'' ,schwach, ohnmächtig‘; vgl. auch mnd. ''amachtich'' ,ohnmächtig‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ahmaden''' ● ''Omaden'', ''Ömde'' n. ,Nachheu, Grummet‘, an der Efze und an der unteren Schwalm, Eder und Fulda üblich (Vil. 1868); ''Ohmade(n)'' f. ,Grummet‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. mhd. ''âmât'' n. ,das zweite Mähen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ahnamen''' ● ''Ohnamen'' Sing. und Plur. ,Spitzname‘, Kassel (Gr. 1894). ● Vgl. mhd. ''âname'' ,Spitzname‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ahnamen''' ● ''ohnomen'' ,jem. mit Schimpfnamen belegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''beohnamen'', dasselbe, Kassel 20. Jh. ● Bei Hm. verzeichnet unter ''annamen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ahräßig''' ● ''ohreeßech'' ,überdrüssig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Sech wos ohreeßech ässen'' ,sich etwas überdrüssig essen‘ (Hm.). ● Vgl. ''verohräsen'' ,verderben, vergeuden; von Speise und Futter die Reste unbenutzt verderben lassen‘,  Kassel (Gr. 1894). ● Zu mhd. ''ræze'' ,scharf von Geschmack, herbe, ätzend‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Albert''' ● ''ein alberner Mensch'', Balhorn (Sl. 1901); ''Olwert'' 1) Name, 2) ,jem., der sich albern benimmt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''alberig''' ● ''albern'' ,kindisch‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Alberjan''' ● ''Alwerjahn'' ,jem., der sich albern benimmt‘, Kassel 20. Jh.; ''Olwerjohn'' ,alberner Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Albrigkeit''' ● ''Olwerechkeet'' ,Albernheit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Albschuß''' m. ● ,alberner Mensch, Trottel‘, an der Eder und anderwärts, ''Albschoß'', Hersfeld, (Pfs. 1886); ''Albschoß'' ,Dummkopf‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''alchen''' ● ''sich alchen'' ,sich drücken, fortgehen‘, Kassel (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Alexterchen''' ● Nur in der Redensart ''Hä äs'' (''sprengt doremm'') ''wie ’n Alägsderchen''. ,Er ist äußerst munter und fidel.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''alleweile''' ● ,jetzt, eben, im Augenblick‘, ganz Hessen (Vil. 1868), ''allewille'', Kassel (Gr. 1894), ''awülle'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Wendung ''jetzunner un allewille'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''allmächtig''' ● ,sehr groß, sehr stark‘ (neben der gemeindeutschen Bedeutung), Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''als''' Adv. ● 1) ,allezeit, beständig‘, 2) ,immerhin, weiter‘ (''als zu'', ''als fort''), 3) ,einstweilen‘, 4) ,zuweilen‘ (''als einmal'', gesprochen: ''alstemal''), 5) ,je‘ (Vil. 1868); ''als'', ''alst'', ''alsten'' ,immer‘, ''alszu'' ,immerzu‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''alsemoh'' ,immer mal wieder, bisweilen‘, ebd. 20. Jh. (Herwig); ''als'' ,fortwährend, beständig‘ (''alszu'', ''als onne'', dasselbe in verstärkter Form), ,immer‘, ,einstweilen, inzwischen (''alsemoh'')‘; ,immerhin‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''als'' ist im Niederhessischen nie temporale Nebensatzkonjunktion; diese ist ''wie'', etwa: ''Wie hä kam, ...''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Amsel''' ● ''Amschel'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''an-''' ● als Vorderglied von Substantiven und Verben: (alte) Aussprache in Kassel lang (''aan''), im 20. Jh. zunehmend kurz wie die Präposition ''an''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anballern''' ● ,jem. laut und barsch anfahren‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anblinzen''' ● ''oonblenzen'' ,jem. durch Blinzeln etw.zu verstehen geben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''andätschen''' ● ''andätschen'' ,anstoßen‘, stärker als ''anditschen'', Kassel 20. Jh. ● Siehe ''dätschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anditschen''' ● ''anditschen'' ,anstoßen‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''ditschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anfitzen''' ● ''ahnfitzen'' ,denunzieren‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''fitzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''angeflammt''' ● ''angeflammt kommen'' ,heraneilen, heranstürmen‘, Kassel 20. Jh.; ''oonjeflammt kommen'', ,mit großer Geschwindigkeit herankommen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ängsterlich''' ● ,ängstlich‘, Kassel (Chr. Müller 1925/26).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anhältig''' Adv. ●  ''oonhälich'' ,andauernd‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Anke''' f. ● ,Hinterkopf, Nacken, Genick‘ (Vil. 1868); ,Nacken‘, Kassel 19., 20. Jh., (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe [[Die „Anke“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anken''' ● ,stöhnen, seufzen‘ (Vil. 1868);  Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe [[„anken“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ankohlen''' ● ,jem. anlügen, durch Flunkerei zum Hänschen halten‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anne''' Adv. ● ,fort, weg‘, niederhess., südl. bis Hersfeld (Vil. 1868); ''onne'' ,weg, fort, mit bestimmtem Ziel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''annebringen''' ● ''onnebrengen'' ,fortbringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''annefahren''' ● ''onnefohren'' ,jem. auf einem Gefährt wegbringen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''annegehen''' ● ''onnegenn'' ,fortgehen, hingehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''annemachen''' ● ''onnemachen'' ,abreisen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''annespringen''' ● ''onnesprengen'' ,fortlaufen, hinlaufen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''annetragen''' ● ''onnedräjen'' ,forttragen, hintragen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anranzen''' ● ''aanranzen'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''oonranzen'', Oberellenbach (Hm. 1926) ,derb anfahren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Anschlag''' m. ● ,Freistätte beim Kriegenspielen (Fangen), die Gunst‘; wer dort anschlägt und ruft: „Anschlag für mich!“, darf ruhen und verschnaufen, Kassel und Umgebung (Pfs. 1886); so auch in Kassel Mitte 20. Jh., der Ruf bei Erreichen der Gunst war: „Anschlag!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anspenneln''' ● ''oonspänneln'' ,mit Stecknadeln befestigen‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● Siehe ''Spennel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anstreichen''' ● ''oonstrichen'' ,aufs Kerbholz setzen, sich merken, heimzahlen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''anstrippen''' ● ''oonstribben'' ,nachlässig etwas überstreifen‘ (z.B. Schuhe, Handschuhe‘), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''antätscheln''' ● ''oondädscheln'' ,anfassen, mit der Hand berühren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''antun''' ● ''oondunn'' ,ein Kleidungsstück anlegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Anwand''' f., '''Anwender''' m. ● ,Acker, auf dessen lange Seite mehrere Äcker mit ihrer Schmalseite (Stirnseite) stoßen‘, sehr üblich (Vil. 1868). ● Beide Wörter im 19. Jh. erloschen, als die langen, schmalen Ackerbeete im Zuge der Verkoppelung (Flurbereinigung) zugunsten flächigerer Äcker beseitigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Apfellaibchen''' n. ● ''Abbellaibchen'', Pl. ''Abbellaiwerchen'', auch ''Äbbellaibchen'' ,Apfel in Teigumhüllung gebacken, Kassel 19. Jh. (Herzog; Gr. 1894 fehlerhaft); ''Appellaibchen'' ,ein bei Kindern sehr beliebtes Gebäck‘, ein ganzer Apfel wird mit Teig umhüllt und gebacken, Balhorn (Sl. 19019:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Armen''' m. Sg. u. Pl. ● ''Armen'' ,Arm‘, Kassel (Gr. 1894), ''Oormen'' ,Arm‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Armetei''' f. ● ''Armedei'' ,armselige Hauswirtschaft, armseliges Gewerbe‘; so schon im 16. Jh. (Hans Sachs), früher auch anstrakt ‚Armut‘ (Vil. 1868). ''Armedei'' ,ärmliche Verhältnisse‘, Kassel (Gr. 1894), ''Oormedei'' ,armselige, elende Wirtschaft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Arschdarm''' ● ''Oorschdorm'' ,Mastdarm eines geschlachteten Stück Viehs‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Arschkippe''' f. ● ''Arschkibbe'' ,Gesäßtasche an der Hose‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Keipe''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Arschkrotte''' f. ●  ''Oorschgrodde'' ,kleiner, unansehnlicher Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''artlich''' ● ''-oordlech'', entspricht hochdt -''artig'', um Ähnlichkeit auszudrücken. ● ''Der Rähng äs schnaioordlech''. ,Der Regen ist schneeartig.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ase''' f. ● ,Balken oder Holzgestell im Rauchfang, an welches Speck und Würste zum Räuchern aufgehängt werden‘, in und bei Wetter (Vil. 1868). ● Vil. gibt nach Landau ein Liedchen wieder, das die Kinder in um Wetter zur Fastnacht singen, wenn sie mit hälzernen Spießen umherziehen und Speck und Würste oder dgl. erbetteln: ''Liebe, liebe Wasen / Steig se in de Asen, / Lang se me en Stück Speck armeslang, / Kann se’s nit geschneide, / Lang se me de ganze Seiten.'' Pfs. weist auf eine weitere Verbreitung des Wortes Ase hin, er habe das von Landau gebotene Lied in seiner Kindheit in Kassel gehört (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ast''' ● ,Ast; Buckel (als Gebrechen), Rücken‘, Kassel 20. Jh. ● ''Hä hot en Ast''. ,Er ist bucklig.‘ ''Nämm’s uffen Ast''. ,Nimm’s auf den Rücken.‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''asten''' ● ,schwer tragen, schwer arbeiten, sich abmühen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''atchen''' ● ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atel''' s. ● ''Adel'' ,Mistbrühe, Jauche‘, in ganz Hessen gebräuchlich, oft zusammengesetzt mit ''Sutte'' (Vil. 1868). Je nach Mundartbereich auch ''Arel'', ''Orel'' ausgesprochen. ● Siehe [[Das „Adel“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atelsutte''' f. ● ''Adelsutte'', ''Adelsotte'', ''Adelsette'', ''Aalsutte'' ,Mistbrühe, Jauche‘ (Vil. 1868); ''Adelsudde'' ,(Mist-)Jauche, schmutziges Wasser, schmutziges Seifenwasser‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Sutte''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atzel''' f. ● ,Elster‘, vereinzelt östl. Hessen, Kassel um 1600 (Vil. 1868). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atzel''' f. ● ,zänkische Person‘ (Vil. 1868); ,griesgrämlicher, ärgerlicher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); ,leicht reizbarer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atzel''' f. ● ,(schlechte) Perücke‘, scherzhaft (Vil. 1868); ''Atzel'', ''Atzelbarricke'' ,Perücke‘, Kassel (Gr. 1894); ''Atzel'' ,Schopf, Perücke‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ●  ''Ech grick dech on der Atzel''. ,Ich pack’ dich (gleich) bei den Haaren.‘, Oberellenbach (Hm.) ● Ist offensichtlich ''Atzel'' ,Elster‘ in metaphorischer Verwendung für die im 18. Jh. getragenen kleinen enganliegenden weißen Perücken mit schwarzer Schleife im Zopf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atzel''' f. ● ,Raude, Hundekrankheit‘, östl. Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Atzelbürste''' ● ''Atzelbärschde'' ,jähzorniger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''atzelig''' ● ''atzelich'' ,leicht reizbar, zänkisch‘ (Vil. 1868); dasselbe, Kassel 19., 20. Jh.(Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''atzeln''' ● ,necken‘ (Vil. 1868); „Verbum zu Atzel“, Kassel (Gr. 1894); ''sich atzeln'' ,sich streiten, mit Worten zanken‘ (Vil.), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auern''' ● ,laut jammern, wehklagen, weinerlich-klagend bitten (von kleinen Kindern)‘, in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868); ,unruhige Bewegungen machen‘, Kassel (Gr. 1894); ''zesammen auern'' ,unter vier Augen intensiv etwas besprechen (in redlicher und unredlicher Absicht)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Wendung ''ahler Auerjidde'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufbansen''' ● ''uffbansen'' ,aufhäufen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufdemmeln''' ● ''offdämmeln'' intrans. ,derb, plump auftreten‘, trans. ,durch Treten öffnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufdingen''' ● ''uffdingen'' ,als Lehrjungen in die Gilde aufnehmen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufgrutzen''' ● ''uffgrutzen'' ,(aus dem Magen) aufstoßen‘, Kassel (Gr. 1894), ''offgrotzen'' intr. ,aufstoßen‘ , Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Das sall emme noch iwwel uffgrutzen''. ,Das wird ihm noch übel bekommen.‘ Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufhenken''' ● ''uffhenken'' ,(etwas) aufhängen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufhuckeln''' ● ''uffhuggeln'' ,jem. oder sich selbst etwas aufladen, Beschwernis verursachen‘, Kassel 20. Jh.; ''offhoggeln'' ,auf den Rücken nehmen, namentlich kleine Kinder‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufhuppchen''' ● ''offhobbchen'' ,(ein Tier) veranlassen, den Fuß zu heben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufknuppern''' ● ''offgnübbern'' ,mit den Fingernägeln oder den Zähnen etwas nach einiger Mühe öffnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''uffknubbern'', dasselbe, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufkommen''' ● ''offkommen'' ,sich vom Boden erheben, von einer Krankheit genesen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufkrappeln''' ● ''sech offgrabbeln'' ,zum ersten Mal das Bett verlassen (von Genesenden)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe auch ''bekrappeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufkribbeln''' ● ''offgrewweln'' ,durch dauerndes Stochern etw. öffnen, z.B. ein Geschwür‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufkrullen''' ● ''uffkrullen'' ,die Haare aufkräuseln‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufläbbern''' ● ''uffläbbern'' ,hochpäppeln (kleines Kind ohne Mutter)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufliegen''' ● ''offlejjen'', nur in der Redensart ''Äs leit mä off''. ,Es liegt mir auf‘, d.h. ,Das tue ich nicht, ich lasse das bleiben.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufpassen''' ● ''uffbassen'' ,aufpassen‘, jem. ,auflauern’, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aufpässer''' m. ● ''Uffbässer'' ,Aufpasser, Aufseher‘, aber stets im ungüstigen Sinn, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufriffeln''' ● ''offreffeln'' ,das Maschenwerk von etw. Gestricktem lösen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''uffriffeln'', dasselbe, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Riffel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftruseln''' ● ''uffdruseln'' ,aufstöbern, nach langem Suchen etwas finden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1984). ● Siehe „truseln“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufsagen''' ● ''uffsahn'' ,kündigen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufschlubbern''' ● ''uffschlubbern'' ,aufschlabbern, geräuschvoll aufschlürfen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aufschnitter''' ● ''Offschnedder'' ,Aufschneider, Prahler‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Uffschnieder'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894) entspricht der hdt. Form ''Aufschneider''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufschnuffeln''' ● ''offschnüffeln'' ,nach großer Mühe etwas ausfindig machen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufschnüffeln''' ● ''uffschniffeln'' ,etwas herausfinden‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufschuben''' ● ''offschüwen'' ,aufschieben‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Offschüwen äs färsch Beddschissen'' ,Aufschieben ist fürs Bettscheißen‘, d.h. ,unvorteilhaft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufsteigen''' ● ''offstijjen'' ,aufstehen, sich erheben, namentlich aus dem Bett; sich von einer Krankheit erholen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufstiefeln''' ● ''uffstiwweln'' ,jem. anstiften‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufstützig''' ● ,unwohl, unpäßlich‘, Niederhessen (Vil. 1868), ''offstetzich'' ,leicht erkrankt‘ (vom Vieh), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftappchen''' ● ''offdappchen'' ,derb, plump auftreten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftappen''' ● ''uffdabben'' ,fest auftreten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftribbeln''' ● ''offdrewweln'', ,durch dauerndes Drehen (zwischen Daumen und Zeigefinger) etw. in seine Teile zerlegen (z.B. einen Faden)‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''uffdriwweln'', Kassel 20. Jh., bedeutungsgleich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftrocknen''' ● ''uffdrockenen'' ,austrocknen, hinschwinden, einschrumpfen (was Säfte hat)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftrudeln''' ● ''offdrureln'' ,etw. auftreiben, mit großer Mühe auffinden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftruseln''' ● ''aufdruseln'' ,im Rinnstein (''Drusel'') etwas aufstöbern; unerwartet etwas auffinden‘, Kassel Pfs. 1886); ''uffdruseln'' ,unter schwierigen Umständen etw. finden, etw. aufstöbern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''truseln'', ''Trusel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auftun''' ● ''offdunn'' ,öffnen; (eine Kopfbedeckung) aufsetzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufuzen''' ● ''uffuzen'' ,jem. etwas aufschwätzen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aufwachs''' m. ● ''der jönge Offwoß'' ,die heranwachsende Jugend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufwäschen''' ● ''uffwäschen'' ,aufwaschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); hingegen ''offwöschen'' (= Entsprechung zu hochdt. ''aufwaschen''), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufwürgen''' ● ''offwärjen'' ,nach großer Anstrengung etw. öffnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Aufzug''' m. ● ''Offzook'' ,Schuhlöffel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aufzupfeln''' ● ''uffzubbeln'' ,aufzupfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''äugen''' ● ''sech eejen'' ,sich zeigen, umgehen (von Gespestern)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Augenstecher''' ● ''Libelle'', Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausätschen''' ● ''usähtschen'' etwa: ,jemanden lächerlich machen, dem Spott preisgeben‘, Kassel (Gr. 1894). ● Von der Interjektion ''ätsch!'' ,reingefallen, ausgetrickst!‘&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausdechseln''' ● ''ühsdässeln'' ,einem Schweinetrog, einer Mulde u. dgl. mit Hilfe der Dechsel die richtige Form geben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ausfahrt''' ● ,Frühling‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ausgeheckter''' m. ● ''en Ühsjehäggder'' ,ein durchtriebener, in allen Schlichen bewanderter Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausglitschen''' ● ''usglitschen'' ,ausgleiten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''ühsglödschen'', Oberellenbach (Hm. 1926) ,ausgleiten, ausrutschen und hinfallen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausklugieren''' ● ''ühsglojieren'' ,ersinnen, erdenken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausknöcheln''' ● ''ühsgnecheln'' ,sämtliche Flüssigkeit aus einem Gegenstand entweichen lassen, austrocknen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auskraufen''' ● ''ühsgrüffen'' ,aus dem Ei auskriechen (von Vögeln)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausnäufeln''' ● ''ühsnefeln'' tr. ,etw. aus Schale herausnehmen (besonders Nüsse)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auspatschen''' ● ''ußbadschen'' (neben ''ußbaden'') ,etwas ausbaden‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auspitzen''' ● ''ühspitzen'' ,den Inhalt von etw. durch Pitzen völlig entfernen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausrücken''' ● ''ußriggen'' ,sich davonmachen‘, Kassel 20. Jh.; ''ühsreggen'' ,(ein Glied) ausrenken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausrütschen''' ● ''ußritschen'' ,ausrutschen’, Kassel (Gr. 1894), ''ühsrödschen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausschluddern''' ● ''ußschluddern'' ,mit kurzen Stößen etwas aus- oder abschütteln, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''außen''' ● ''ussen'', ''üssen'', siehe ''haußen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aussimulieren''' ● ''ühssimbelieren'' ,etw. erdenken, ersinnen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausspeuzen''' ● ''ühsspidsen'' ,ausspucken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''aussplissen''' ● ''ühssplissen'' intr. ,Knospen und Blätter treiben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''austappchen''' ● ''ühsdabbchen'' tr. ,unangenehme, schmutzige Arbeit verrichten., Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä muß alles ühsdabbchen''. ,Er muß alles ausbaden.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''austragen''' ● jemanden ''ühsdreejen'' ,nachteilige Äußerungen über jem. verbreiten, jem. verleumden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''austratschen''' ● ''ühsdraadschen'' ,etw. ausplaudern, an die große Glocke hängen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''austun''' ● ''ühsdunn'' ,ein Kleidungsstück ausziehen; Kartoffeln, Rüben u. dgl. ausgraben; eine Schuldforderung tilgen, im Schuldbuch streichen‘; ''sech ühsdunn'' ,sich entkleiden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ausverschämt''' ● ''ühsverschämt'' ,unverschämt, besonders: unverschämte Forderungen, Ansprüche machend‘ , Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Auswart''' m. ● ''Auswart'' (''Auswärts, Auswert'') ,Frühling, Vorfrühling‘, früher ganz Hessen, jetzt nur noch im Amt Netra und im Amt Spangenberg, hier in der Form ''Ausfahrt'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''auswatscheln''' ● ''ühswadscheln'' ,durch zu vieles Drehen ausweiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Auszöger''' ● ''Ühszeejer'' ,Auszüger; Bauer, der seinen Hof übergeben hat, Altenteiler‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''B.,''' siehe auch '''P.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Backsbeere''' f. ● ''Backsbeere'' ,gedörrte (gebackene) Birnen‘, auch ,getrocknete Äpfel, Zwetschen, Birnen‘, übertragen: ,kleines Gepäck, kleine Gerätschaften‘ (Vil. 1868); ''Baxbäre'' ,gebackene, gedörrte Birne, dann kleinere Menge‘, Kassel (Herzog 19. Jh.); ''Backsbere'' oder ''Hutzel'' (Pfs. 1886); ''Backsbeere'' ,Krembel, Kram, eine Partie von Waren, alten Gegenständen‘, ebd. (Gr. 1894); ''Baggebäre'', auch ''Baggsbäre'' ,wertloser Kram‘ (verächtlich), Oberellenbach (Hm 1926). ● ''Was kustet dann dann de ganze Baxbeere?'' Kassel (Gr. 1894). ● Siehe „Beere“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Backwerk''' ● ,Gebäck‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''baden''' ● ,baden‘, siehe auch ''verbaden''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''baf!''' ● ''baaf!'' Interjektion, das Geräusch eines mit großer Heftigkeit hingeworfenen Gegenstands nachahmend, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bafen''' ● ,hart zuschlagen, hart niederwerfen‘,ganz Althessen, neuerdings auch: ,Branntwein saufen‘ (Vil. 1868); ,mit großer Heftigkeit hinwerfen, die Tür zuschlagen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Wendung ''einen bafen'' (Vilm. 1868), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''änn bafen'', Oberellenbach (Hm. 1926) ,einen heben, zechen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bafian''' m. ● ''Bafejoon'' ,Grobian‘ , Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Balbier''' ● ''Ballewier'' ,Barbier, Friseur‘, Kassel (Gr. 1894). ● Scherzhaft umgeformt zu ''Ballewutz'', Kassel 20. Jh. ●  Zu der dissimilatorischen ''l''-Form von ''Balbier'' vgl. die hochdt. Redewendung ''über den Löffel balbieren''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Balbiersflügel''' ● ''Ballewierschfliechel'' ,Gitarre‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Balg''' ● ''Balch'' m. und n. ,Balg; ungezogenes Kind‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach, mask. (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Balken''' ● ''Balke'' m. ,Oberboden unterm Dach‘, in einigen Gebieten Niederhessens (Pfs. 1886); ''Balgen'' ,Balken; Boden, Speicher‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''balláken''' ● ''balloogen'' ,Lärm machen, schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ballern''' ● ,dröhnen, donnern, dröhnend sprechen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ballewutz''' m. ● (Betonung auf der letzten Silbe) ,Friseur‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''Balbier''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ballschlag''' m. ● Bezeichnung eines Ballspiels, Kassel (und andernorts) 19. Jh. (Pfs. 1886) ● Ein sog. ''Schenk'', dessen Amt wechselt, ''schenkt ein'', das heißt, er wirft den Ball mit möglichstem Geschick mäßig hoch, und der, der zum Schlagen an der Reihe ist, schlägt den Ball im Niederfallen mit dem ''Treiber'' aus der Luft. (Pfs.) ● Dasselbe Ballspiel, auch mit der Bezeichnung ''einschenken'', kennt Pfs. aus Darmstadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bambelhannes''' ● ,ein langsamer Mensch, der sich gern verspätet‘, Balhorn (Sl. 1901)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bambelmaul''' ● ''Bambelmull'' ,Hängelippe, Schmollmund; Person mit Schmollgesicht‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''Maul''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bambeln''' ● ,schlaff herabhängen, herabhängen lassen, in schwankender Bewegung sein oder in dieselbe bringen‘ (Vil. 1868); ''bambeln'', Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (hier auch: ''baambeln'') ,baumeln, herabhängen, sich schaukelnd hin und her bewegen‘ (Hm. 1926). ● Früher Beleg: ''pampeln'', Frankenberg 1697 (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bändel''' m. ● ''Bengel'' ,der engere Vorsatz vorn an Hemd oder Kittel‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Bängel'' ,Garderobeband (Hemd, Kittel)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Einen am Bendel haben'' ,jem. am Narrenseil herumführen; jem. in Abhängigkeit halten, ihn mißbrauchen‘ (Sl.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bankrekel''' m. ● ''Bankrägel'' ,grober Mensch ohne Manieren‘, ursprünglich ,einer, der sich bei Tisch herumrekelt (''sich ragelt'')‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bannen''' ● ,Gewalt über jem. haben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Banschlauch''' m. ● ,Porree‘, Kassel, 20. Jh.. ●  Eigentlich ''Spanschlauch'' &amp;lt; ''Spansch Lauch'' (siehe ''Spanisch'' ''Lauch''); dissimilator. Verlust des ersten ''sch''-Lauts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Banschlauchbeutel''' ● ''Banschlauchbiedel'', Übername des Gärtners, Kassel 20. Jh. (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Banschrohrstock''' ● ,Stock aus Spanisch Rohr‘, Kassel, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Banschröhrchen''' ● ''Banschrehrchen'' ,Stöckchen aus Spanisch Rohr‘, Kassel (Lüttebrandt 1919).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Banse''' [f.] ● ,Nebenraum der Scheune‘ Kassel (Gr. 1894, S. 43).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bansen''' ● ,Heu, getrockneten Klee, Getreide in Garben, Strohgebunde auf den Scheunenboden (die Bühne) zusammendrängen‘, auch metaphorisch, etwa: ''den Ranzen vollbansen'' (Vil. 1868); ,mühsam Gegenstände aufschichten, auftürmen‘, Kassel (Gr. 1894); ,Getreide, Stroh u. dgl. aufschichten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bansen''' m. ● ,Haufe, zumal von Getreidegarben, Strohgebunden oder Holz, besonders wenn die Garben, Hozscheite usw. aufgeschichtet sind‘, vereinzelt vorkommend (Vil. 1868); ,aufgeschichteter Haufen von Garben; Menge, große Anzahl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● (Undurchsichtige) Redensart: ''Hobben un Bansen hon'' ,in Hülle und Fülle haben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bappelmaul''' ● ''Babbelmull'' ,Schwätzer, Plaudertasche‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''Maul''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bappelwasser''' ● ''Babbelwasser'' ,Schnaps‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bappeln''' ● ''babbeln'' ,ausdauernd schwatzen‘, Kassel, 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,fortgesetzt schwatzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''barbarisch''' ● ''barwarsch'' Adj. und Adv. ,stark, groß, bedeutend, mächtig‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bare''' f. ● ,Milchtopf (weit und niedrig), in welchem die Milch zum Gerinnen geschüttet wird‘, nördl. Niederhessen (Vil. 1868); ,Milchschüssel‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bärenzucker''' ● ,Lakritz‘, zumal Kndern gegenüber, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bärendreck''' ● ,Lakritz‘, Kassel (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''barfuß''' ● ''barwes'' ,barfuß‘, Kassel (Gr. 1894), ''borwest'' ,barfuß (Adv.); ohne etwas dazu (Adj.)‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● ''Barwes gehn'' ,sehr arm sein, am Bettelstab gehen‘, Kassel (Gr. 1894). ''Mä ässen borwesde Gordüffeln''. ,Wir essen lediglich Kartoffeln, ohne etwas dazu.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Barfußpatsch''' m. ● ''Borwesdbadsch'' ,Kind, welches barfuß läuft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bärgel''' m. ● ''Bärgel, Börgel'' ,verschnittenes männliches Schwein‘, Hessen, besonders Niederhessen (Vil. 1868); ''Bärjel'' ,verschnittenes männliches Schwein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bartschrapper''' ● ,Barbierer‘, verächtlich (Vil. 1868); ''Bartschrabber'' ,Friseur‘, humoristisch, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''baselig''' ● ,zerstreut, ohne Überlegung‘, in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868). ● Siehe ''verbaseln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''baspeln''' ● ''basbeln'' tr. ,ein Kleidungsstück umsäumen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von hdt. ''Paspel'' ,Zierstreifen, farbiger Vorstoß an Kanten und Nähten, Biese‘ &amp;lt; franz. ''passepoil''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bate''' f. ● ''Bade'' ,Nutzen, Vorteil, Hilfe‘, ganz Hessen (Vil. 1868); ''Bade'' ,Zuwendung, Hilfe‘, Kassel 19. Jh., ''Badde'' ,Summe Geld‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Redensarten: ''alle Bade hilft'' (Vil. 1868), Kassel  (Jonas, 19. Jh.), ''’ne hebsche Badde'' ,eine beträchtliche Summe Geldes‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Unbaten''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Batsch''' m. ● ,kotiges, nasses Wetter‘ (Vil. 1868); ,durch Regen oder Schnee aufgeweichter Straßendreck‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Batsche, batsche...''' ● ''Badsche-badsche-Kiechelchen'' ,Batsche, batsche, Küchelchen‘, Aufforderung an den Säugling, in die Hände zu schlagen, Kassel (Gr. 1894). ● ''Kiechelchen'' ,kleiner Kuchen‘; die Aufforderung entspricht also dem bekannten ''Backe, backe Kuchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Batschehändchen''' ● ,Hand, Hände kleiner Kinder‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''batschen''', '''bätschen''' ● ''bätschen'', wie hd. ,patschen‘, ,im Wasser mit den Händen, im Kot und schmelzenden Schnee mit den Füßen sich bewegen‘ (Vil. 1868); ''batschen'', ''betschen'', wie Vil. (Pfs. 1886); ''badschen'' ,patschen, plump einherschreiten, durch dick und dünn gehen‘, Kassel (Gr. 1894), ''batschen'' ,schwerfällig auftretend durch Feuchtes, Schlammiges gehen; mit der Hand woraufschlagen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Batschen''' ● f. Plur., ,die immer mehr ausdem Brauch komenden Hausschuhe, die aus zerschnittenen Salbenden geflochten sind‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Badschen'' Sing. ,plumper wollener Schuh‘, Kassel (Gr. 1894), Plur. ,Hände der kleinen Kinder‘, Kassel (Bennecke 1904); m. ,grober, weicher Hausschuh‘, Kassel 20. Jh. ● Dim. ''Bätscherchen'' Plur. ,Hände der kleinen Kinder‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Batschwetter''' ● ,Schlackwetter, halb Schnee, halb Regen‘ (Vil. 1868), schneeiges, regnerisches Wetter, das Batsch auf der Straße bildet‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bauchbläsig''' ● ''büchbleesich'' ,schweren Atem und Husten habend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bauerei''' ● ''Burei'' ,Bauernwirtschaft, Bauerngut‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bauersklunder''' ● ''Buhrschglunner'' ,Bauerntrampel, derbe Frauensperson ohne Manieren‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Klunder''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bauerswerk''' ● ''Buhrschwärk'' ,Bauerngut‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bausch''' m. ● ''Busch'' ,Gebund Stroh‘, Knüllgegend (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''baxen''' ● ''(sich) bagsen'' ,(sich) boxen‘, verstreutes Vorkommen, Kassel (Pfs. 1886); ''baxen'' ,boxen‘, auch: ,saufen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Nach Pfs. galt in seiner Kindheit in Kassel Boxen und Treten beim Ringkampf als unehrenhaft. Er bedauert, daß man sich statt des einheimischen Wortes des englischen ''box'' bedient.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Baxer''' ● ,einer, der viel trinkt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Baxhorn''' ● ,ein Rehhörnchen als Waffe der Schuljungen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bebern''' ● ''bäwern'' ,beben‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bedappeln''' ● ,begreifen, einsehen, verstehen‘, allgemein üblich, meist im Scherz, aber nicht selten auch ernsthaft gebraucht (Vil. 1868); ''bedabbeln'' ,begreifen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bedumpfen''' Adj. ● ''bedumpe, bedompe'' ,dumpfig (Häuser, Zimmer), dumpf im Kopf, beginnende Engbrüstigkeit‘ (Vil. 1868); ''bedumben'' ,dumpf‘ , von Luft und Atmung, Kassel (Gr. 1894), ''bedömben'' ,dumpf, beklommen, schwül‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Bedömbene Loft'' ,schwüle Luft‘, ''bedömbenes Kobbwih'' ,dumpfer Kopfschmerz‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beed''' ● scheinbar nur in der Redewendung ''beed nähmen'' ,gefangen nehmen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Beere''' f. ● ''Beere'' ,Beere‘, Kassel (Gr. 1894), ''Bäre'' ,Beere‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Beere''' f. ● ''Bire'' (auch ''Bere'') ,Birne‘, in Hessen die einzig gebräuchliche Form, ''Birne'' bis vor nicht allzu langer Zeit unverstanden (Vil. 1868); ''Beere'', Kassel (Gr. 1894), ''Bodderbeeren'' ,Butterbirnen‘, Kassel (Gr. 1894), ''Baxbäre'' ,Backsbeere‘, Kassel (Herzog 19. Jh.); ''Bäre'' ,Birne‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''begacken''' ● ''sich begaggen'' ,sich bekacken, d.h. Bedenken tragen, Einwände machen‘, ironisch, wie umgangssprachl. ,sich in die Hose machen‘, Kassel (Gr. 1894), dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Begebenheit''' ● ''Begäwenheet'' ,Aufbauschung, Wichtigmachen einer Sache‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''begímmening''' Adj. ● ''begimmenink'' ,gierig, unersättlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beglissen''' ● nur in der Redensart ''Owen beglessen, öngen beschessen'' ,oben beglissen, unten beschissen‘, d.h. ,nach außen hin trägt er Reichtum zur Schau, während er in Wirklichkeit ein armer Teufel ist‘ , Oberellenbach (Hm. 1926).● Vgl. hochdt. ''gleißen'' ,strahlen, scheinen, glänzen‘; ''beglissen'' also etwa ,(vom Glück) bestrahlt‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''begrasen''' ● ''sech begrasen'' ,tüchtig zugreifen, wo etwas billig oder umsonst zu haben ist‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''begrußen''' ● jem. zu etw. ''begrußen'' ,an jem. eine Aufforderung oder Einladung richten, die für ihn eine Ehrung bedeutet‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''behaltisch''' ● ''behaalsch'' ,leicht etw. im Gedächtnis behaltend‘, Oberellenbach (Hm. 1926) ● ''Hä hot en bahaalschen Kopp''. ,Er hat ein gutes Gedächtnis.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beheben''' Adj. ● ''beheewen'' ,von sanftem Wesen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''behen''' ● ''bähen'' ,Stöcke im heißen Backofen rösten, so daß sich die Rinde ablöst und das dann mit Öl eingeriebene Holz braun färbt‘, östl. Hessen (Vil. 1868); Aussprache: ''behe(n)'' ,Erweichen harter Geschwulste durch heiße Aufschläge‘, Umgebung von Kassel (Pfs. 1886). ● Vgl. mhd. ''bæhen'' ,durch Überschläge erwärmen‘; mhd. ''æ'' (= langes ''ä'') wurde nhd. zu langem geschlossenen ''e''; Vil. folgt mit ''bähen'' also der mhd. Schreibweise, nicht der nhd. bzw. mundartlichen Aussprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''behöhnen''' ● ''behehnen'' ,verspotten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beibeln''' ● ''beiweln'' ,fortgesetzt mit hoher piepsender Stimme unnützes Zeug reden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Beilen''' n. ● ''Billen'' ,Beil mit breiter Schneide, Werkzeug des Schreiners und Metzgers‘, Oberellenbach (Hm. 1926): sonst in Niederhess. ''Bill'' ,Beil‘ ● Vorform von ''Billen'' sicherlich  ''*bîlin'' n., von nicht belegtem mhd. ''*bîlîn'' ,Beilchen‘, zu mhd. ''bîl'' &amp;lt; ''bihel'' ,Beil‘, Ableitung durch Verkleinerungssuffix ''–în''; vgl. Bildung von ''Düppen'' (''Tüpfen'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Beißen un Mehlen''' ● ,Beete und Melden‘, ,frühester Schnittkohl‘ (Gericht), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beißig''' ● ''bissech'' ,von beißendem Geschmack‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beitun''' ● ''sich beituen'', in der niederhess. Wendung ,due dich bi‘ ,mach dich klein und bescheiden‘ (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bekennt''' ● ,bekannt‘; ''Bekennte'' ,Bekannte‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bekenntlich''' ,bekannt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Nur in Redewendungen wie ''hä kemmt mä bekänntlich vähr'', sonst: ''bekaant'' , Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beklicken''' ● ''begliggen'' ,beklecksen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bekomeln''' ● ''sich bekomeln'' ,wieder in die Reihe kommen‘, Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bekrappeln''' ● ''sich bekrabbeln'' ,sich von etwas halbwegs erholen, einigermaßen wieder auf die Beine kommen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''belfern''' ● ,mattes, unentschiedenes, halb winselndes Bellen, zumal junger Hunde‘, Niederhessen, Kasseler Gegend (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beluchsen''' ● ,jem. übel mitspielen‘; ''sech beluchsen'' ,sich selbst einen Streich spielen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beniesten''' ● ''beniesden'' ,beniesen‘, d.h. ,durch Niesen die Wahrheit einer Aussage bestätigen‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''benschen''' ● intr. ,mit großer Emsigkeit kleinere Arbeiten verrichten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ber''' m. ● ,Eber‘, nördl. niederhess. Mundartgebiet, bis Homberg (Vil. 1868); ''Beer'' ,Zuchteber‘, gebrächlicher ist ''Watz'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bereis''' m. ● ''Berees'' (Betonung auf der 2. Silbe) ,Kram; Wichtigtuerei, Übertreibung‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Der ganze Berees'' ,der ganze Kram, Bettel‘. ''Hä macht äwer en Berees dervonne''. ,Er übertreibt die Sache‘. Oberellenbach (Hm. 1926).  ● Vgl. ''Bereitschaft'', ''Hofreise''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bereitschaft''' f. ● ''Bereedschaft'' ,Gerätschaft, eine Anzahl zusammengehöriger Gegenstände (meist iron.); Wichtigtuerei, Übertreibung‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Bei ''Bereis'' und ''Bereit-schaft'' ist es offensichtlich zur Vermischung zweier Wörter bzw. Wortstämme gekommen (vgl. ''Hofreite'' – ''Hofreise''): 1) ''reit''- ,bereiten‘; 2) ''reis''- ,steigen usw.‘, vgl. mhd. ''rîsen'', Imperf. ''reis''/''risen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bernen''' ● ''bernen (birnen)'' ,brennen‘, die in Althessen übliche Normalform, doch vor allem vom Ofenfeuer gebraucht, sonst (z.B. bei Krankheitszuständen) ''brennen'' (Vil. 1868); ''brennen'' intrans. ,brennen‘, Niederhessen (Pfs. 1886); „ältere, jetzt fast ausgestorbene Form für ''brennen''“, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammformen: ''birne'', ''barn'', ''gebornen'', diese Formen sind im Schwinden begriffen; keine Metathese (r-Umstellung) beim Transitiv; Stammformen: ''brenne'', ''brannde'', ''gebrannt'' (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bernnessel''' ,Brennessel‘. ''Wille Bernnessel'' ,wilde Bernnessel, Taubnessel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''bernen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''besaibeln''' ● ''beseiweln'' tr. ,betrügen, übers Ohr hauen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beschlabbern''' ● 1) ,durch viele Worte überreden‘, 2) ,zu früh über eine Sache sprechen und diese damit gefährden‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beschnatern''' ● ''beschnoodern'' ,durch Hersagen eines Zauberspruches jem. Unheil antun‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von mhd. ''snateren'' ,schnattern, schwatzen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Besse''' ● '',Ich muß‘, sprach die Braut von Besse.'' Hierzu siehe [[Nordhessische Orte in Redensarten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Besserung''' ● ''Besseringe'' ,der bessere Teil eines Ganzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ●  ''Hä hot de Besseringe wäck''. ,Er hat die Besserung weg, er hat das Beste davon an sich genommen.‘ (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''bezzerunge'' ,Besserung, Entschädigung, Buße; Vorteil‘, niederhess. 16. Jh.: ''Besserung'' ,Gewinn, Ertrag (z.B. eines Ackers)‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betätscht''' ● ''bedätscht'' ,geistig minderbemittelt, beschränkt‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''tätschen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betruddeln''' ● ''sich bedruddeln'' ,sich lächerlich machen, jemanden hofieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betrüpfelt''' ● ''bedribbelt'' ,niedergeschlagen‘, eigentlich ,betröpfelt‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bett''' ● ''Bedd'', Pl. ''Bedder'', Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bettspanne''' ● ,Bett, Bettgestell‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bettwerk''' n. ● ,Bettzeug, Ober- und Unterbett‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bettzieche''' f. ● ,Bettüberzug‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Zieche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betuppchen''' ● ''bedobbchen'' ,bezahlen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betuppen''' ● ''bedubben'' ,jem. betupfen, d.h. betrügen, übervorteilen (beim Verrechnen)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Betzel''' f. ● ,Mütze‘, in ganz Althessen der gewöhnliche Ausdruck für Kopfbedeckungen von Männern und Frauen (Vil. 1868); ,weiche Mütze, Kappe‘, wenn sie sich ohne Schaden ganz klein zusammenpressen läßt, Kassel (Gr. 1894); ,Haube, Mütze‘, früher allgemeine Bezeichnung der männlichen und weiblichen Kopfbedeckung‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Strumpfbetzel'', ''Ziehbetzel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betzeln''' ● ''sich batzeln'' (''bätzeln'') ,sich streiten, zanken, bis nahe an Tätlichkeiten‘, Althessen, außer niederdt. Bereich (Vil. 1868); ''sech betzeln'' ,Wortwechsel haben‘, Kassel (Gr. 1894), ,sich streiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''betzeln''' tr. ● ,mit Betzel versehen‘; am Hochzeitsmontag wurde zu Zeiten der Tracht die junge Frau ''gebetzelt'', d.h. der Kranz wurde ihr abgenommen und die ''Betzel'', das Wahrzeichen der Frau, wurde ihr aufgesetzt, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''beutelig''' ● ''biddelich'' ,Beutel bildend (in Bezug auf schlecht sitzende, zu weite Kleider)‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bewaberung''' ● Redewendung ''in der Bewawerunge sin'' ,in der Entstehung, im Vorhaben sein‘, Kassel (Gr. 1894); ''Bewaberung'' ,Bewegung‘, Balhorn (Sl. 1901). ● ''He eß alseweg in Bewaberunge.'' (Sl.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bibbelhuhn''' ● ,Huhn‘, kindersprachl., Kassel 19., 20. Jh., ''dummes Bibbelhuhn'' ,dumme Frauensperson‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bibberelse''' ● ,Frauensperson, die bald über dies, bald über jenes Übel klagt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bibberig''' ● ''bibberich'' ,verweichlicht, furchtsam‘, Kassel (Gr. 1894), schwächlich, empfindlich gegen Kälte‘, Kassel (Jonas 19. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bickel''' m. ● ,Spitzhacke‘, Hessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bickelfest''' ● ''bickelfest schlafen'' ,ungewöhnlich fest schlafen‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bickelhart''' ● bezeichnet gewisse Arten von Härte, z.B. hartgefrorenen Boden, durchgetrockneten Zement (Vil. 1868); ''beggelhorde'' ,ungewöhnlich hart‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''’s äs beggelhorde jefroren''. ,Es ist ungewönlich hart gefroren.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bickelstein''' ● ,behauener Quader‘, in Redensarten, bezeichnet evtl. auch den Abfall, der beim Behauen der Quader entsteht (Vil. 1868). ● ''Äs friert Biggelsteenge''. ,Es friert Bickelstein, d.h. ungewöhnlich hart.‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''bickelstein'' ,Würfel‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bicken''' ● ''beggen'' ,in kleine Stücke zerhacken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Biele''' f. ● ,Ente‘, im inneren und nördlichen Hessen die gewöhnliche Bezeichnung, auch komponiert ''Bielentchen'', bisweilen ''Bieler'' ,Enterich‘, ''Biele'' auch Lockruf (Vil. 1868); ''Biele Biele!'' ,Lockruf für die Enten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bien''' m. ● ,Bienenschwarm, Bienenstock‘, Schwalm (Vil. 1868); ''Bänn'' ,Bienenschwarm‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Biene''' f. ● ''Bähne'', Kassel (Gr. 1894); ''Bänn'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bienenraße''' f. ● ''Bennroße'' ,Bienenwabe‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''râze'' ,Honigwabe‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Billen''' n. ● ,einfacher Kuchen in Hufeisenform, aus Weizenmehl und etwa mit Rosinen darin‘, in niederhess. Gegenden, z.B. bei Melsungen (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bimbelgicht''' f. ● ''Bimbelgicht'', Kassel (Gr. 1894), ''Bembeljecht'' ,Ungeduld, Verlieren der Fassung‘, scherzhaft, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Do grecht me wohl de Bembeljecht''. ,Da fährt man doch aus der Haut.‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ● Nach Gr. gleichbedeutend mit ''Gänseläuse''; siehe das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bimbeln''' ● ,läuten‘, abschätzig, Kassel (Gr. 1894); ,eintönig in hellem Ton klingen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bindseil''' ●  ,Bindfaden‘, üblich, die Bezeichnung ''Bindfaden'' ist völlig ungebräuchlich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''birnen''' ● ,wallen, sprudeln‘, Balhorn (Sl. 1901)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bispeln''' ● Siehe ''pispeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bitzeln''' ● Siehe ''pitzeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bitzen''' ● Siehe ''pitzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blaatsche''' f. ● ''Blöhdsche'' ,angestochene Zwetsche, die grün bleibt und keinen Kern enthält, aber bedeutend größer ist als die normale Zwetsche‘, Oberellenbach (Hm. 1926); Pl. ''Blöhdschen'' ,große Füße‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blacken''' m. ● ,Lappen, Flicken; Fleck, Schmutzstelle an Kleidungsstücken‘, Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blaff''' m. ● ,Augenstarre, das Gaffen‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''den Blaff krichen'' ,gaffen, Maulaffen feilhalten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blaffen''' ● ,gaffen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bläffen''' ● ''bleffen'' ,verblüffen, erschrecken‘, ganz Althessen (Vil. 1868); ''bläffen'', ''verbläffen'' ,verblüfft machen, einschüchtern‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blähen''' ● ''bleewen'' ,blähen, Blähungen haben (Kuh)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''blæwen'' ,blähen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blarr''' m. ● eigentlich ,Starblindheit‘, so aber kaum noch üblich, desto gebräuchlicher in Redensarten (Vil. 1868). ● ''den Blarr kriegen'', ''den Blarr haben'' ,vor Verwunderung starr und stumm stehen‘ (Vil. (1868); ''den Blärr'' (''Blarr'') ''krichen'' ,Mund und Nase aufsperren‘, Kassel (Gr. 1894), ''den Blarr krichen'' ,vor Verwunderung oder Schrecken erstarren und Mund und Nase aufsprerren‘, Kassel 20. Jh. ''Ech honn en Blärr (sic) grecht'' ,ich war starr vor Staunen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blärr''' m. ● ,plärrendes Geschrei‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blarren''' ● ,etwas vor Verwunderung oder Schrecken mit stillstehenden Augen anstarren‘, hin und wieder gebräuchlich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blärren''' ● ''blarren'', üblicher als ''blärren'', ''blerren'' ,einen unartikulierten lauten, rauhen Ton von sich geben (von Menschen, weniger von Tieren, am meisten von jungen Kälbern); weinen (von ungezogegen Kindern)‘ (Vil. 1868); ''blärren'' ,plärren, schreien, kreischen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''blärren'' ,blöken; blökend schreien, schreien (von kleinen Kindern), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blärrwanst''' m. ● ,Kind, das viel schreit‘,  20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blasenkopf''' ● ,Hohlkopf; einer der großtut und sich brüstet‘ (Vil. 1868); ''Blosenkopp'' ,Dummkopf‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blasrohr''' ● ''Blosrohr'' ,Dummkopf , Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blästern, bläsern''' ● ''sech bleesdern'', auch: ''sech bleesern'' ,Blasen werfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blaten''' ● ,die Außenblätter der heranwachsenden Kohlpflanzen zur Viehfütterung ablesen‘ (Vil 1868); ''abblaaden'' ,abblättern‘, Kassel (Gr. 1894); ''blooren'' ,die Blätter der Runkelrüben als Viehfutter abpflücken‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blatsch, Blatz''' m. ● ''Blatz'' ,Knall, besonders Peitschenknall‘ (Vil. 1868); ''Blatsch'' ,platschendes, klatschendes Geräusch‘, Kassel 20. Jh. ● Vgl. die Wechselformen ''Blutz'', ''Blutsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blätsch''' m. ● ''Bletsch'' ,leichtes Schlagen, zumal der Kinder‘, Niederhessen (Pfs. 1886);  ''Blätsch'' ,Ohrfeige, Schlag‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blätschbreit''' ● ''blädschbreet'' ,breit, wie mit einem schweren Gegenstand zusammengeschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blätschen''' ●  ''pletschen'', ''plätschen'' ,Geräusch von niederfallendem Regen bezeichnend oder von Wasser, in dem hantiert wird; breitdrücken‘ (Vil. 1868); ''bletschen'' ,einen leichten Schlag geben, besonders den Kindern‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''blädschen'' tr. ,klatschend schlagen, breitschlagen‘, auch ,ohrfeigen‘, intr. ,klatschend aufschlagen‘ (auch Regen auf die Erde), Kassel 20. Jh.; ''blädschen'' ,mit klatschendem Gräusch niederfallen (z.B. Regen); klatschend schlagen, breitschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blatt''' ● ''Bladd'', Pl. ''Bläder'', Kassel 19. Jh. (Jonas); ''Blood'', Pl. ''Bleeder'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blau''' ● ''blau'', Kassel; ''bloh'', Oberellenbach. ● ''De Finger blau machen'' ,stehlen‘, Kassel (Gr. 1894). ''Nu kannsde bloh jepiffen''. ,Nun kannst du blau pfeifen.‘ Redensart, mit der man ausdrückt, daß ein Wunsch oder eine Absicht nicht zu verwirklichen ist. Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Blümchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blaue''' f. ● ''Bluche'' ,Keile, Hiebe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blauel, Bleuel''' m. ● ,Schlagbrett‘; Vil. unterscheidet ''Flachsblauel'' zur Flachsbearbeitung nach dem Brechen, ''Garn''- und ''Waschblauel'' (Vil. 1868); ''Blöiwel'' ,Werkzeug zum Schlagen des Flachses‘, Oberellenbach (Hm. 1926). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blauen, bleuen''' ● ,schlagen‘; nur in Bezug auf Flachs-, Garn- und Wäscheschlagen mittels eines ''Blauels'' (Vil. 1868); ''blöiwen'' ,Flachs schlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''bluchen'' (u kurz) ,schlagen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blaulappen''' ● Redenwendung: ''Äs blaulabbet sech'' ,die Wolken teilen sich, der blaue Himmel kommt stellenweise zum Vorschein‘, Kassel (Gr. 1894); ''der Himmel blohlabbt sech'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blaxbüchse''' ● Kinderspielzeug: aus Lehm geknetete Büchse mit Steinstöpsel zum An-die-Wand-werfen; Holzzylinder mit Korkverschluß, auch gefüllter Schlüssel; Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blaxe''' f. ● Kinderspielzeug: ausgehöhltes Holunderstück, aus der Wergstopfen durch Druck verschossen werden; Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blaxen''' ● ''blecksen'' ,schießen, Kasseler Gegend‘ (Pfs.1, 1889); ''blaxen'' ,knallen, mit der Blaxbüchse (Schlüsselbüchse) oder einem Kleingewehr schießen‘, Kassel (Gr. 1894); ''blaxen'' ,mit der Blaxe spielen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blecken''' ● ,hohnlächeln, boshaft lachen‘, Schwalm (Vil. 1868). ● Nur in der Wendung ''de Zönge rüßbleggen'' ,die Zunge herausstrecken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bleifeder''' ● ''Bleifedder'' ,Bleistift‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bleischen''' ● ,zerstreuen‘, z.B. Stroh oder gemähtes Gras, damit es dürre wird, Niederhessen, allg. üblich (Vil. 1868); ''bleeschen'' ,Getreidehalme, Stroh und dgl. infolge nachlässiger Behandlung umherstreuen‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''verbleischen'' ‚etwas so zerstreuen, daß es sich nicht wieder zusammenbringen läßt‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bleß''' m., '''Bleßkopf''' ● ''Bläß'', ''Bläßkopp'' ,Kuh mit weißem Flecken auf der Stirn; Dummkopf‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bletzen''' ● ,flüchtiges, anderen unangenehmes Hin-und-her-Rennen im Hause, von Zimmer zu Zimmer‘, Kasseler Gegend (Pfs. 1886); ,häufig die Tür auf- und zumachen, sie zuschlagen‘, Kassel (Gr. 1894); ''pletzen'' ,die Tür oder auch das Fenster öfters und heftig in andern belästigender Weise zuschlagen‘, Balhorn (Sl. 10901). ● Vielleicht Wechselform zu ''blätschen''. Sl. vermutet darin ein entrundetes ''plötzen'', Faktitiv zu dem anderwärts vorkommenden ''plotzen'' ,hart aufschlagen‘, weist hin auf ''Plotz'', ''Blutz''. Pfs. erwägt ''bletzen'', altes Trabsitiv zu ''blitzen'', oder Zusammenhang mit ''platzen'', ''blatzen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blind''' ● ''blenk'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Besser schaal wie blenk'' ,besser scheel als blind‘, d.h., ,besser weniger als gar nichts‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blindschleife''' f. ● ''Blindschleife'', ,Blindschleiche‘, übertragen: ,Bratwurst‘, Kassel (Gr. 1894); ''Blängschleefe'' ,Blindschleiche‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Blindschleife'' ist keine Verballhornung von hdt. ''Blindschleiche'', vgl. mhd. ''slîfen'', ''sleif'', ''gesliffen'' ,gleiten‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blinzen''' ● ,blinzeln, zwinkern‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blinzening''' Adj. ● ''blinzening'', selten ''blinzeling'' ,mit zugekniffenen Augen, blindlings‘, allgemein gebräuchlich (Vil. 1868); ''blenzenink'' ,mit geschlossenen Augen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blinzer''' ● ,jem., der dauernd zwinkert‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blispern''' ● ''blispern'' ,leise reden‘ (Pfs. 1886); ''blisbern'' ,flüstern‘, Kassel (Gr. 1894); ''blispern'' ,flüstern, leise reden‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blöde''' ● ''bleere'' ,schüchtern, furchtsam‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bloßtun''' ● Wendung ''sech wos bloßdunn'' ,sich etw. anmerken lassen, was verborgen bleiben sollte‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bluddern''' ● ,durch stoßweise Erschütterung von Luft, Wasser, Sand  enstehender Laut‘ (Vil. 1868); ''blorrern'' intr. ,durch kurze Stöße etw. in Bewegung versetzen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Der Wend blorrert''. ,Der Wind weht stoßweise.‘ ''De Hinner blorrern im Saane''. ,Die Hühner bluddern (baden) im Sand.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blümchen blau''' ● ''Da gehts blümchen blau'' ,herrlich und in Freuden, unbesorgt um den eigentlich zu großen Aufwand, unbekümmert um eine vielleicht bedenkliche Zukunft‘, sehr übliche hessische Redensart (Vil. 1868); ''Bei uns gedd’s ,Blimmchen bloh‘''. ,Bei uns geht es ,Blümchen blau‘, d.h. ,wir leben herrlich und in Freuden.‘ Oberellenbach (Hm. 1926). ''Bliemchen blau un Pännchen fett'' ,Wohlleben, Prassen‘, Kassel 20. Jh.; siehe ''Pfännchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blummen''' Pl. ● ,Flaum(schmalz)‘, Kassel (Gr. 1894), ,Flomen, Bauch- und Nierenfett der Schweine‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blunze''' f. ● ,bunte Troddel als Schmuck der Betzel‘, übertragen: ,aus Band gemachte Schleife‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blunze''' f. ● ,Geld‘; meist nur im Plur. (Vil. 1868); ''Blunse'', Kassel, dasselbe (Herzog 19. Jh.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blut''' f. ● ,Blüte, das Blühen allgemein‘ (nicht die einzelne Blüte), ganz Hessen, besonders östl. Hessen, Ziegenhain (Vil. 1868); ,die Blüte als Gesamtheit‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bluterig''' ● ''bluderich'' ,blutig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blutigel''' ● ''Bludijel'' ,Blutegel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blutt''' ● ,federlos, jung‘ (Vil. 1868). ● In Kassel scheinbar nur in der Wendung ''hä es noch en bludder Junge'' (Gr. 1894). ● Bei Großenritte liegen nebeneinander zwei Hügel, der eine, bewaldete, heißt Holzbürgel, der andere, unbewaldete, der ''blotte Bürgel''. (Vil. 1868). ● Vgl. mhd. ''blut'' ,nackt, bloß‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blutz, Blutsch''' m. ● ''Blutz'' ,Fall, besonders starker Fall‘ (Vil. 1868); ''Blutsch'' ,platschendes Geräusch‘, nicht so hell oder knallend wie ein ''Blatsch'', ,Fall mit dumpfem Klatschlaut‘, Kassel (Gr. 1894); ''Plotz'' ,Schlag, Knall‘, schallnachahmend, Balhorn (Sl. 1901); ''Blotz'' ,Fall eines schweren Körpers‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blutzen, blutschen''' ● ''blutzen'', seltener ''blotzen'' ,hart und schwer auffallen, zu Boden fallen‘, überall gebräuchlich (Vil. 1868); ''blutschen'', ''hinblutschen'' ,(hin)fallen‘, Kassel (Gr. 1894); ''blotzen'' tr. ,jem. prügeln, durchhauen‘; intr. ,schwer hinfallen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''blutzen''' ● ,stark, auch viel rauchend, dabei viel Dampf erzeugend‘ (Vil. 1868); intrans. ,stark rauchen, dabei dicke Rauschwolken ausstoßend‘, Kassel (Gr. 1894), ''blotzen'' ,rauchen‘, Oberelllenbach (Hm. 1926). ● Trans. in der Wendung ''eine blutzen'' ,eine (Zigarette) rauchen‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blutzer''' m. ● ,Raucher, starker Raucher‘ (Vil. 1868), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Blutzer, Blützer''' m. ● ''Blutzer'' ,kurz uund dicke gewachsener Mensch (Vil. 1868); ''Blutzer'' ,gedrungene Gestalt, dickes Kind‘, Kassel (Gr. 1894); ''Bletzer'' ,dicker und kurzer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bock''' ● ''Es kimmet emme wie ’m Bogge de Milch''. ,Es kommt ihm wie dem Bock die Milch, d.h. er begreift ganz langsam (oder gar nicht).‘ Kassel, 20. Jh., entsprechend Oberellenbach (Hm. 1926). ''Däm kannsde ö färmachen, der Bock hätt eenge'' … ,Dem kannst du auch vormachen, der Bock hätte eine …(zu ergänzen: Vulva)‘, d.h. ,dem kannst du ein X für ein U vormachen.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bocken''' ● ,laut, ungestüm, unziemend rufen, brüllen‘ (von Rindvieh und Mensch), in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''böckisch''' ● ''beggsch'' ,nach dem Bock verlangend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bofist''' m. ● ''Bófist'' ,kleiner Kerl‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Ist offenbar scherzhafte Erweiterung von ''Fist'': Übertragung des Pilznamens ''Bovist'' (richtig ausgesprochen: ''Bófist''), der auf mhd. ''vâhenvist'' ,Füchsinnenfürzchen‘ zurückgeht (&amp;gt; ''*Foh(n)fist'' &amp;gt; ''Bofist'', dissimilator. Änderung des Anlauts). ● Siehe ''Fist'' und [[Der „Fist“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''böken''' ● ''beegen'' ,laut rufen, schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''bocken''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bolganke''' f. ● ,ein Wust von Haaren im Nacken (in der ''Anke''). „Das Wort ist meines Wissen noch nicht gebucht.“ Balhorn (Sl. 1901); ''Polka-Anke'', Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bölken''' ● ,laut und grob rufen, ungeschlacht schreien‘, in Niederhessen sehr üblich (Vil. 1868); ''belken'' (mit Verweis auf ''ballern''): ,überlaut sprechen, rufen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bollchen''' ● Pl. ''Bollerchen'' ,Bonbon‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Borde''' f. ● (''o'' lang) ,bäuerliche Hofstelle, Hofreite‘, früher in Besse und wohl anderen Dörfern am Odenberg (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Borläube''' f. ● ''Borlaiwe'' ,Kirchenempore‘, Kassel (Gr. 1894); ''Borlewe'', dasselbe, ''Borschenborlewe'' ,Kirchenempore für die Burschen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Born''' m. ● 1) ,Quelle‘; (Vil. 1868); 2) ,Quellwasser, Trinkwasser‘ (Vil.), Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hochdt. ''Brunnen'' wird fast nur im Sinne von ,Quellenbehälter, Brunnenkammer, Ziehbrunnen, einen Brunnen graben‘ gebraucht (Vil.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bornkerse''' f. ● ''Bornkersche'' ,Brunnenkresse‘, Oberellenbach (Hm. 1926), ''Brunnenkerschen'' (halbverhochdeutscht und wohl an ''Kirschen'' angelehnt), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bornstande''' f. ● ''Bornstanne'' ,Faß in der Küche, in welche das mit Eimern oder Butten geholte Brunnenwasser, der Born, gegossen wird (Vil. 1868); ''Bornstanne'' ,Bornständer; Faß mit abhebbarem Deckel als Wasserbehälter in der Küche‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe ''Born'' und ''Stande''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Borzellin''' n. ● ''Borzellihn'' ,Porzellan‘, Kassel (Gr. 1894); ''Borzelin'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''borzellinen''' ● ''borzellihnern'' ,aus Porezellan‘, auch ,zimperlich, schwächlich, zerbrechlich‘, Kassel (Gr. 1894); ''borzellin'' ,aus Porzellan; zerbrechlich, empfindlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bosheitskropch''' m. ● ''Boseedsgrobch'' ,Bosheitskropf‘, d.h. ,leicht reizbarer, jähzorniger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bosheitswanst''' ● ''Boseedswanst'' ,jähzorniger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Botter''' ● ''Bodder'' (mit offenem ''o'') ,Butter‘, Kassel 19., 20. Jh. (Jonas, Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Botterhund''' ● ''Bodderhund'' ,Zughund der ehemals zu Fuß nach Kassel kommenden Butterführer aus der Schwalm‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bottern''' ● ''boddern'' ,buttern, Butter bereiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''’s wäll nett boddern'' ,es will nicht gelingen‘ (Hm.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bozemann''' ● ,Gespenst, Schreckbild‘, Niederhessen (Vil. 1868); ,jem., der bedrohlich blickt, evtl. grollend, weil er etwas nicht versteht oder ablehnt‘, Kassel (Gr. 1894); ''Bozemann'', auch ''Bozelmann'' ,Gespenst, Schreckbild‘, Oberellenbach (Hm. 1926),). ● Siehe ''bözen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bözen''' ● ,in Schrecken setzen, Furcht einjagen‘, allgemein üblich, Schwebda 1664 (Vil. 1868); ''beezen'' ,einschüchtern‘, Kassel (Gr. 1894), ,jem. in Furcht versetzen, besonders kleine Kinder‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Die Kinder werden mit einem ''Bozemann'', Niklas und dgl. ''gebözt'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brabalisch''' ● ''brawaalsch'' ,großsprecherisch, gewalttätig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Von hochdt. ''barbarisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brakes''' m. ● ''Brages'' ,einer, der sich breit macht, der sich’s bequem macht‘, Kassel (Gr. 1894); ''Bragest'' ,großer und starker Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brall''' m. ● ,aufgebrachtes Schreien‘, Kassel 20. Jh., ,kurz und heftig herausgestoßener Schrei‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brallen''' ● ,laut schreien‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bralluden''' m. ● ,aufschneiderisches Prahlen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brämisch''' ● ''brämmsch'' ,nach dem Eber verlangend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brammen''' ● ,zum Gebet läuten‘: die Glocke wird nicht geschwungen, sondern nur zu einzelnen Schlägen angezogen (Vil. 1868). ● Gilt scheinbar nur für Fritzlar, hier: ''es brammt''; nach Vil. heißt es anderwärts ''stimmen'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brappeln''' ● ''brabbeln'' ,schnell und undeutlich sprechen, mit geringer Lautstärke‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brapps''' m. ● ,steifer Brei, zäher Straßendreck‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brassel''' m. ● ,Haufen wertloser Gegenstände; Schutt und Trümmer‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894). ● Siehe ''verbrasseln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brast''' m. ● ,große Verlegenheit, Beschwernis, schwere Sorge, Druck, Kummer‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,Sorge, innerer Druck‘, Kassel (Gr. 1894), ,Kummer, Sorge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bratabend''' m. ● ''Brohrowed'', Abend vor Aschermittwoch, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brausche''' f. ● ''Bruhsche'' ,Brause der Gießkanne oder des Duschbads‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''’s es in der Bruhsche'' ,es (sie) ist in den Brausejahren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brausen''' ● ''brusen'', Kassel 19. Jh.; ''brüsen'', ,brausen‘, auch ,brünstig sein‘ (von Schweinen gesagt), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Breitede''' f. ● ''Breidede'' ,Breite‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Breitmaul''' ● ''Breedmüll'' ,leicht zum Weinen neigendes Kind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brede''' f. ● ,Mütze, Kappe, Haube‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Ich gäwe dä einen uffs Bredenmuster''. ,Ich schlage dich auf die Bredenstickerei‘, also auf den Kopf. Kassel (Gr. 1894). ● Gr. erwägt Ableitung von ''Barett''. ''Prete'' ,Mütze‘, Diemelgegend (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brekelei''' ● ''Bregelei'' ,anhaltendes Nörgeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brekeln''' ● ''prekeln'', ''brekeln'' ,unaufhörliche, kleinliche Vorwürfe machen‘, in ganz Niederhessen üblich (Vil. 1868); ''bregeln'' ,anhaltend nörgeln‘, Kassel (Gr. 1894); ,verdrießlich tadeln, nörgeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brekelsuppe''' ● ''Bregelsobbe'' ,Strafpredigt in brekelnder Art‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brelaken''' ● ''brelaagen'' ,das große Wort führen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brelakes''' m. ● ''Prelackes'' ,großer, schwerfälliger Mensch‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''Brelages'' ,einer, der das große Wort führt‘, meist aber: ,ungeschlachter, lauter Mensch; einer ohne Benehmen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Breme''' f. ● ''Bräme'' ,Bremse, große Stechfliege‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''brëm(e)'' m. ,Bremse, Stechfliege‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brenne''' f. ● ,Feuerstätte mit dem darauf brennenden Feuer, auch ein Haufen glühender Kohlen‘ (Vil. 1868). ● Redensart ''um die Brenne herumgehn'' ,um etwas oder um jemanden herumgehen, ohne sich zu trauen näherzukommen‘ (Vil. 1868); ''imme de Bränne rimmergehen'', Kassel (Gr. 1894); ''em de Bränge rem gänn'' ,wie die Katze um den heißen Brei herumgehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brennhorn''' ● ,Säufer‘, Anspielung auf die rote Nase, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brenzerig''' ● ''brenzerich'' ,brenzlich‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bretten''' ● ''bretten'', ''aufbretten'' ,Tischtuch und Teller werden ''aufgebrettet'', d.h. werden auf den Tisch gelegt bzw. gestellt‘, unterschiedlich in Althessen (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brettern''' ● Ausdruck für das Bestecken der Frauen am Rücken mit etwa dreifingerbreiten, unterschiedlich farbigen Bändern, die wie Besätze anliegen, Schwalm (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bretzel''' f. ● ,zur Acht geformtes Gebäck‘, Kassel (Pfs. 1886), 20. Jh. ● Das einfache runde Gebäck heißt hingegen ''Kringel''. (Pfs.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brieb''' m. ● ''Brieb'', Pl. ''Briewe'' ,Brief‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brill''' m. ● ''där Brill'' ,die Brille‘, Kassel (Gr. 1894), ''där Brell'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brippel''' m. ● ''Bribbel'' ,wässriger Straßen- und anderer dünner Dreck‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Britsche''' f. ● Britsche, Pritsche, Bezeichnung für jeden ,Gang (Flur) im Hause‘, an der Schwalm (Pfs.1, 1889); ''Brödsche'' ,Fläche, die den oberen Teil einer Treppe begrenzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''britschen''' ● intrans. ,unruhig hin und her rennen‘, trans. ,betrügen, jem. um etwas Erwartetes bringen‘, Niederhessen (Pfs. 1886); ''brödschen'', trans. ,jem. einen Schlag versetzen, jem. demütigen‘; intrans. ,dauernd hin und her laufen und dabei die Türen auf und zu schlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''britzeln''' ● ''bretzeln'' ,beim Braten hörbare Geräusche vernehmen lassen (Fett)‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Das Fätt bretzelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brocke''' f. ● ''Brogge'' ,Brocken‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''broseln''' ● ,geräuschvollen Stuhlgang haben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bröten''' ● Redewendung ''das bredet gut'', d.h. dazu kann man viel Brot essen; Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bruppelei''' ● ''Brubbelei'' ,unzufriedenes Vor-sich-hin-Brummen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bruppelig''' ● ''pruppelig'' ,ungehalten‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bruppeln''' ● ''pruppeln'' ,schelten, schmählen‘ (Vil. 1868); ''brubbeln'' ,murren, nörgeln‘, Kassel (Gr. 1894), ''brobbeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brüppeln''' ● ''brebbeln'' ,über etw. murren, schelten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brüppelsuppe''' ● ''Brebbelsobbe'' ,dauerndes Schimpfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brunzen''' ● ,urinieren‘, weit verbreitet, in Hessen fast nur vom weiblichen Geschlecht und kleinen Knaben üblich, sonst ''seichen'' (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brummen''' ● ,brummen‘, auch ,schmollen‘, Kassel, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brutsche, Brotze''' f. ● ''Prutsche'' ,aufgeworfenes Maul; trotziges Maul oder Gesicht‘ (Vil. 1868); ''Brotze'' ,schmollendes Antlitz‘; ''Brutsche'' ,Schmollgesicht‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brutzen''' ● ''brotzen'', in Niederhessen ''brutzen'', ,großtun, schmollend die Lippen aufwerfen‘ (Pfs. 1886); ''brutzen'' ,protzen, schmollen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''brotzen'' ,schmollen, maulen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''brutzig''' ● ,zum Schmollen geneigt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brutzkasten''' ● ''Brotzkoosden'' ,Kind, das dauernd mault‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Brutzkopf''' ● ''Brotzkopp'' ,Kind, das dauernd mault‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''büber''' ● ,oberhalb, darüber‘, in unterschiedlichen mundartlichen Formen überall üblich (Vil. 1868);  ''biwwer'' ,über, oberhalb‘,  Kassel (Gr. 1894); ''bewwer'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926),. ● In der hess. Schriftsprache als ''bober'' bis Anfang 18. Jh. gebräuchlich (Vil 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Buchde''' f. ● ''Bughde'' ,armseliges Gelaß‘, auch scherzhaft, Niederhessen (Pfs. 1886). ● Von ''buchen'', im Niederhessischen vorkommende Form von ''bauen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Büche''' f. ● ''Bieche'' ,Buche‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Buckelinchen''' s. ● ''Buggelienchen'' ,verwachsene weibliche Person‘, Kassel 20. Jh.; ''Boggelienchen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926) .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Buckelkamel''' ● ''Buggelkameel'' ,Kamel; verwachsener Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''buckern''' ● ,geheimnisvoll miteinander sprechen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''büchen''' ● ,die zu reinigende Wäsche in heißer Lauge einweichen‘ (Vil. 1868); (die Wäsche) ''bichen'' (Erklärung fehlt), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Buff''' m. ● ,Schlag, Stoß, Faustschlag, Fauststoß‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bühne''' ● ,Zimmerdecke‘, Kassel (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bulge''' f. ● ,Welle, zumal größere Welle, Wasserschwall, Woge‘, Niederhessen (Vil 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bullen''' ● ''bollen'' ,bellen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. mhd. ''bullen'' ,bellen, heulen, brüllen‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bullerhans''' ● ,Penis‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bullerjahn''' m. ● ''Bollrian'' ,Polterer, Hitzkopf‘, an der Eder und anderwärts (Vil. 1868); ''Bullerjahn'' ,polternder, ungestümer Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); ''Bollerjohn'', Oberellenbach (Hm. 1926), dasselbe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bullern''' ● ''bollern'' ,wild auffahren‘, Niederhessen, sehr üblich (Vil. 1868); ''bullern'' (''u'' offen) ,poltern, laut losschimpfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''bollern'' (''o'' geschlossen) ,poltern, fortgesetzt laut schelten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bullern''' ● ''bullern'', auch ''büllern'', ''billern'' ,urinieren‘ (hauptsächlich von Kindern, namentlich kleinen Knaben) (Vil. 1868); ''bullern'' (''u'' geschlossen) ,urinieren‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bullertüpfen''' s. ● ''Bullerdibben'', Kassel 20. Jh., ''Bullerdebben'', Oberellenbach (Hm. 1926) ,Nachttopf‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bullewatz''' m. ● ,dicke Person‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bullhexe''' f. ● ''Bulläxe'' ,weibl. Geschlechtsteil‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bullhusten''' ● ''Bollhuhsden'' ,bellender Husten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bulzen''' m. ● ''Bulzen'' ,Bolzen‘, Kassel 20. Jh.; ''Bülzen'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Bülzen stärzen'' ,Bolzen stürzen‘, d.h. ,Purzelbaum schlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bulzenkopf''' ● ''Bulzenkopp'' ,sehr dicker Kopf (auf niedrigem Hals)‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bulzenstrack''' ● ''bolzenstrack'' ,steif aufrecht‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''bulzenstrack'' ,bolzengerade‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bumme''' f. ● ,große bauchige Flasche‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bumme''' f. ● ,Pauke‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bummen''' ● ''bummen'' ,dumpf auf etwas schlagen, pauken‘, Kassel (Gr. 1894); ''bommen'' ,stoßen, schlagen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bummern''' ● ,wiederholt auf etwas dumpf und heftig schlagen, klopfen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bums''' m. ● ,Furz‘, in Niederhessen der gewöhnlichste Ausdruck dafür (Pfs. 1886); ,Furz‘, Kassel 20. Jh.; ''Boms'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bumsen''' ● ''bumsen'' ,furzen‘ Kassel 20. Jh.; ''bomsen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bundriemen''' ● nur in der Redensart ''wänn’s on den Bönkrimmen gätt'' ,wenn’s an den Bundriemen geht‘, d.h. ,wenn die Sache ernst wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bunter, bünter''' ● ''bunger'' ,unterhalb, darunter‘, in ganz Hessen üblich (Vil. 1868); ''benger'' ,unter, unterhalb‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''dabunter''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''bupsen''' ● ''bobsen'' ,herunterfallen‘ (nur in Bezug auf Obst, das vom Baum fällt), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''buschpeln''' ● Siehe ''puschpeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Bussel''' m. ● ,jemand, der niedere Arbeiten verrichtet, ein „Aschenbrödel“ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''busseln''' ● ''bosseln'', auch: ''busseln'' (Kassel) ,kleine geringfügige, verhältnismäßig mühsame Arbeit verrichten, besonders klopfen, hämmern, schnitzen‘ (Vil. 1868); ''busseln'' ,mit der Hand geschäftig kleine Arbeiten verrichten‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Butzebock''' ● ''den Bützebock machen'' ,in scherzhafter Weise mit der Stirn gegen die eines Kindes stoßen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''butzen''' ● ''sech bützen'' ,sich stoßen; anstoßen mit dem Kopf‘, Kindersprache, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Butzen''' m. ● ,Haufen, Klumpen (Werg, Gras)‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,Klumpen‘, oft: ,Klumpen, der etwas Hohles verstopft‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''D.''' und '''T.'''&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im späten Mittelalter sind im Niederhessischen anlautende ''t'' und ''d'' in ''d'' zusammengefallen. Die entsprechenden Wörter werden im folgenden – trotz Trennung bzw. Trennungsversuchen bei den hochdeutschen Stichwörtern – gemeinsam aufgelistet.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Daacht''' n. ● ''Doocht'' ,Lampendocht‘,  Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Daachtnase''' ● ''Doochtnase'' (''o'' offen) ,Dochtnase: beschränkter, schwerfälliger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dabberig''' ● ''dawwerig'' ,weich geworden‘ (z.B. Obst), ziemlich allgemein üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dabüber''' ● ''derbiwwer'' ,darüber‘, Kassel (Gr. 1894), ''derbéwwer'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''büber''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dabunter''' ● ''derbunner'' ,darunter‘, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch ''bunter''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dachhase''' ● Übername des Dachdeckers, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dachtel''' f. ● ,Ohrfeige‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Pl. ,Hiebe, Prügel‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dachteln''' ● ,verhauen, durchprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tägerung''' ● ''Dajeringe'' ,Morgendämmerung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dakel''' ● ''Daagel'' ,freche, liederliche Frauensperson‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Talbauer''' ● ''Daalbure'' ,jem., der sich grob, plump benimmt‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dalles''' m. ● ,Verderben, Untergang‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ,der Garaus‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Hä hot den Dalles.'' ,Es ist aus mit ihm.‘ Kassel (Gr. 1894). ● Aus dem Jiddischen, ,Totenkleid‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dalmen''' ● ,manibus contrectare‘ (Vil. 1868); ,(im Scherz) balgen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''sech dalmen'' ,sich im Scherz streiten, necken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dalmern''' ● ,liebkosen‘, von einem Liebespaar gesagt, etwa: ''Die zweie dalmern'', Kassel (Gr. 1894), ,im Scherz miteinander rangeln‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dämelschneider''' ● ''Dämelschnierer'' ,Dummkopf, Träumer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dämern''' ● ,dämmern; vor sich hin träumen, mit den Gedanken woanders sein‘, Kassel (Gr. 1894); ,dämmern (im Sinn von hereinbrechender Dunkelheit); im Halbschlaf sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dämerung''' ● ''Dämerunge'', Kassel (Gr. 1894), ''Dämeringe'' ,Abenddämmerung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dämerig''' ● ''dämerich'' Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dämpfen''' ● ''dämben'', wie hd., dazu: ,Atembeklemmung verursachen‘, Kassel (Gr. 1894); ''dämpen'' ,dämpfen; jem. bezwingen, niederzwingen‘, Balhorn (Sl. (1901); ''dämben'', wie hd., dazu: ,Atembeklemmung verursachen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä hott en gedämbet.'' ,Er hat ihn gewürgt.‘ Kassel (Gr.). ''Der Röhch dämbt mech''. ,Der Rauch nimmt mir die Luft.‘ Oberellenbach (Hm.). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dämpfisch''' ● ''dämbsch'' ,schweratmig, asthmatisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dampfschiff''' ● ''Dammscheff'', neben ,Dampfschiff‘ auch ,korpulente Frau‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dankverdiener''' ● ,Person, die sich stets den Dank anderer zu erwerben sucht, Schmeichler‘, Oberellenbach (Hm. 1926); ''Dankverdienersche'', die weibliche Form dazu, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tannenapfel''' ● ''Dannenabbel'' ,Tannenzapfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tappchen''' ● ''tappchen'', ''dappchen'' ,fest und hart, plump auftreten‘ (Vil. 1868); ''dabchen'' ,plump und schwerfällig auftreten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tappchig''' ● ,plump, schwerfällig, tölpelhaft‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tappe''' f., '''Tappen''' m. ● ,Socke, aus Salbenden, Lumpen usw. verfertigter weiter Schuh‘, allgemein üblich (Vil. 1868.) ●  In Niederhessen neben ''Tappe'' auch ''Laatsche'' und ''Tatsche'' üblich (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tappen''' m. ● ''Dabben'' ,Schritt‘, übertragen: ,Maß, Portion‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Hä hot sinnen Dabben rus'' ,er hat es erledigt, hat genug gearbeitet, getrunken usw.‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tappen''' ● ''dappen'' (neben ,schwerfällig aufteten‘:) ,ertappen‘, Balhorn (Sl. 1901); ''dabben'' ,schwerfällig auftreten‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tappich, Tappch''' m. ● ''Tapch'', ''Dapch'' ,ein plumper Mensch‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''Dabbich'' ,unbeholfener, schwerfälliger Mensch‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Dabch'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''täppisch''' ● ''däbbsch'', Kassel 19. Jh. (Herzog).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tappmichel''' m.● ''Dabbmichel'' ,unbeholfener, schwerfälliger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tappmichelei''' ● ''Dabbmichelei'' ,Unbeholfenheit, Schwerfälligkeit‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''darren''' ● ,dörren‘ (von Obst, Malz, Flachs), Niederhessen (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dasselbichte''' ● ''dasselwichde'' ,dasselbe‘, Kassel 19. Jh., ''doossalwechde'' (neben ''doossalwe'', ''dessalwe''), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Entsprechend ''derselbichte'', ''dieselbichte'' usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Daster, Dester''' m. ● ''Daster'' ,klebriger, fettiger Überzug an Gegenständen durch Beschäftigung mit Fett oder an Kleidungsstücken durch langen Gebrauch‘ (Vil. 1868); ''Desder'' ,glänzender, fettiger Schmutz auf abgenutzter Bekleidung‘, Kassel (Gr. 1894); ''Dasder'' ,Schmutzrinde, die sich im Laufe der Zeit an Gegenstände ansetzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dasterig''' ● ''dasderech'' ,mit einer Schmutzrinde bedeckt, klebrig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''datern''' ● ''dattern'', ''daddern'', oft auch ''daadern'', in Hessen das gewöhnlich Wort für ,schnattern‘, d.h. ,viel und Unnützes sprechen‘ (Vil. 1868); ''dadern'' ,müßig schwätzen, recht schnell schwätzen‘, Kassel (Gr. 1894). ● Dazu: ''Getater'', 1731 (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Daterkalatsche''' ● ''Daderkalaadsche'' ,gehässige übermäßige Schwätzerin‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tatsche''' f. ● ''Datsche'' ,Tatze‘; ,Hand‘ (verächtlich); übertragen: aus Lumpen oder Selbenden zusammengenähte oder -geflochtene Schuhe (Überschuhe) der ärmeren Leute, vor allem Frauen, sonst auch ''Laatsche(n)'' genannt (Vil. 1868); ''Datsche'' ,große (ungeschickte) Hand‘, seltener ,Tatze‘, scherzhaft, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Datschen von Bären'' ,Bärentatzen‘, 1584 brieflich von Landgraf Wilhelm IV. erwähnt (Vil. 1868). ● Davon ''Linkdatsch'', ''dätscheln'', ''dätschen'', ''Dätscher'', ''dätschern''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tätscheln''' ● ''dätscheln'' ,dauernd anfassen, betasten‘, Kassel 20. Jh., ''dädscheln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tätschen''' ● ''dätschen'', trans.: ,etwas leicht (an)stoßen, so daß eventuell ein kleiner Schaden entsteht‘ (etwa: ''ein Ei dätschen'') Kassel, 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tätscher''' m. ● ''Dätscher'' ,Kuchen aus geriebenen Kartoffeln mit etwas Öl‘, Kassel Gr. 1894); ,mißratener Kuchen, besonders wenn er zu steif geblieben ist‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tätschern''' ● ''dädschern'' ,mit den Händen knetend etw. bereiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dättelig''' ● ''däddelech'' ,unsicher in der Bewegung, zitternd; zum Tändeln neigend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dätteln''' ● ''däddeln'' 1) ,sich unsicher bewegen, zittern; tändelnd mit etw. spielen‘, Oberellenbach (Hm. 1926);  2) ,Kleinkindersprache reden‘, z.B. ''k'' wie ''d'' oder ''t'' aussprechen, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tatterich''' m. ● ''Dadderich'' ,Zittern‘, auch: ,krankhaftes bzw. altersbedingtes Zittern‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tauber, Täuber''' ● ''Dubbert'' ,Täuberich‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Dibber'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''schäler Dubbert'' ,jemand, der schielt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Dubbert'' mit dem in Niederhessen häufigen schließenden Dental, vgl. ''Koffert'', ''Dewest'', ''ebend'', ''alst'', ''schond'', ''immert'', ''nurt''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Taum''' m. ● ''Döhm'' ,Lichtdunst‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''taumen''' ● ''dehmen'' ,rußen‘ (nur Lampe), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tausche''' f. ● ''Düsche'' ,Tausch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dechsel''' f. ● ''Dässel'' ,Werkzeug zum Herstellen von Mulden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Deez''' m. ● ,Kopf‘, scherzhaft, Kassel 20. Jh. ● Vermutlich humoristische Verkürzung von ''Deezelkopf''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''deezelig''' ● ''deezelich'' ,dusselig, jemand mit „langer Leitung“‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Hä hot en dumm un deezelig geschlahn'' (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Deezelkopf''' ● ''Deezelkobb'' ,jem., der deezelig ist‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Deibhenker''' m. ● ''Deiphenker'', wird als Übername des Teufels verstanden (Vil. 1868); ,Teufel‘, Kassel (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● In Wendungen: ''Den Deiphenker auch!'' (Vil. 1868) ''Zum Deibhenker!'' (Gr.); ''Zum Deibhenker no mo ninn!'' ,Zum Teufel noch mal hinein!‘ ''Der Deibhenker sall dech holen!'' Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Teigaffe''' ● ''Deichaffe'', auch: ''Deichaffengesichde'' ,Gaffer mit trägem Gesichtsausdruck‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Teigblock , -pflock''' ● ''Deichblock'' ,Teigblock oder auch Teigpflock’ (gleiche mundartliche Aussprache), Übername des Bäckers, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Deise''' f. ● ''Deise'', ''Deese'' ,Rauchfang, Holzgestell im Rauchfang zum Räuchern von Schinken und Würsten‘, Umgebung von Spangenberg (Vil. 1868); ''Deise'' ,hölzernes Gestell um den Kachelofen in ländlichen Stuben‘, Gegend von Wabern (Pfs. 1886); ''Deese'' ,Hühnerschlag, Hühnerstall‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''demmeln''' ● ,hart und oft mit den Füßen aufstampfen‘ (Vil. 1868) ,mit den Füßen fest auftreten‘, auch tr. ,fest treten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dermedeutsch''' ● Nur belegt in der Redewendung ''Dermeditsch drunnermachen'' ,Verwirrung, Verundeutlichung daruntermachen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''derweilst''' ● ''därwillst'' ,unterdessen, inzwischen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dester''' m. ● ''Desder'' ,glänzender, fettiger Schmutz auf fadenscheiniger Kleidung‘ (KS 1894), ''Dasder'' ,Schmutzrinde, die sich im Laufe der Zeit an Gegenstände ansetzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Detsche''' f. ● ,durch Inektenstich mißbildete Zwetsche‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''deutsch''' ● ''ditsch'', Kassel (Gr. 1894). ● Dazu: ''Kirchditschenbach'', scherzhaft für ,Kirchditmold‘, Kassel 20 Jh.; siehe auch ''Dermedeutsch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''deutschweg''' ● ''dittschwéck'' ,gerade heraus, freimütig‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dewes''' m. ● ,Hirnkasten‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Ich schlah dä den Dewes inn''. Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dewes''' m. ● ,dummer, schläfriger Mensch‘, Kassel (Gr. 1894); ''Dewest'', Pl. ''Dewesder'' ,kleiner Kerl‘. ● ''Dewes'' ist hessische Kurzform des Vornamens ''Matthäus''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dickede''' f. ● ''Diggede'' ,die Dicke, Stärke‘, Kassel (Gr. 1894); ''Deggde'' ,Ausdehnung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dickedurch''' ● ,mit Schwierigkeiten fertig geworden sein, reüssiert haben‘, Kassel (Gr. 1894) ● ''Hä es dickedorch''. ,Er hat seine Schwierigkeiten, den beschwerlichsten Weg hinter sich.‘ Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dicksack''' ● ,dicke Person‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dickwanst''' m. ● ,dicke Person‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dickwatz''' m. ● ,dicke Person‘ (Gr. 1894, S. 86).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dickwurzel''' ● ,Runkelrübe‘, Kassel 20. Jh.; ''Deggworzel'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dibbern''' ● ''dewwern'', in der Redewendung ''des Mull dewwern'' ,Schläge aufs Maul geben‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tiefede''' f. ● ''Diefede'' ,Tiefe‘, Kassel (Gr. 1894), ''Diffde'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Diele''' ● ''Dähle'' ,langes Brett‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dielenwand''' ● ''Dilenwand'' ,Bretterzaun‘, in Niederhessen ausschließliche Bezeichnung (Pfs. 1886); ''Dählenwand'' ,Holzwand, Bretterzaun‘, auch: ,großer, platter Kuchen, Streuselkuchen‘, scherzhaft, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dilltopp''' m. ● ''Dilltop'' ,kleiner Kreisel, Knopfform mit durchgestecktem Hölzchen‘, sehr übliches Winterspiel der Kinder in den Stuben und auf den Tischen, übertragen: ,ein läppischer, linkischer, überall anrennender Mensch‘ (Vil. 1868); ''Dilldobb'' ,Kreisel‘, ältere Bezeichnung für ''Dullerdobb'', Kassel (Lüttebrandt 1917). ● Siehe ''Dullertopp''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ding''' ● ''Dink'', Pl. ''Dinger'' ,Ding, Gegenstand, Sache, Angelegenheit‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''Dänk'', Pl. ''Dänger'', Bezeichnung für alles, was man nicht näher bestimmen will oder wofür der passende Ausdruck fehlt bzw. nicht parat ist, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dingelchen''' ● ,kleines Ding‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dingen''' s. ● Nebenform von ''Ding'' in gleicher Bedeutung, ohne Plur.-Form, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dinsebiest''' ● ,einer, der anstrengende Arbeit verrichtet‘, eigentlich: ,einer, der immer schwere Handwagen zieht‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dinsen''' ● ,mit Kraftanstrengung ziehen‘, ganz Althessen (Vil. 1868), Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926). ● Stammf.: ''dinsen'', ''duns'', ''gedunsen'', Kassel; ''dinsen'', ''dons'', ''jedonsen'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tintemichel''' ● ''Dindemichel'' ,blöder, untertäniger, nicht freimütiger Mensch‘, ursprünglich ,der Schreiber, Scribax‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dispen''' ● ''disben'' ,dämpfen, lindern, unterdrücken, demütigen‘, Althessen, vor allem Niederhessen (Vil. 1868); daaselbe, Kassel (Gr. 1894); ''desben'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''disputieren''' ● ''disbedieren'' ,sich zanken, sich mit Worten streiten‘, Kassel (Gr. 1894); ''sech desbedieren'' ,sich mit Worten streiten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''disteln''' ● ''desdeln'' ,sich mit kleinen Schritten leise und schnell bewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Hä kemmt jedesdelt''. ,Er kommt in trippelnden Schritten heran.‘ Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ditschen''' ● ,(mit hellem Geräusch) anstoßen, aneinanderstoßen‘, Kassel 20. Jh. ● ''einem eine ditschen'' ,jem. eine Kopfnuß verpassen‘, ''Waggeln ditschen'', ein Murmelspiel, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tob''' m. ● ''Doob'' (neben das ''Dowen'') ,Toben, Lärm, lautes Wüten‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Docke''' f. ● ,Mutterschwein, Sau‘, ganz Althessen (Vil. 1868); ''Dogge'' ,Mutterschwein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tod''' ● Redensart ''Er sieht aus wie der Tod von Ypern'', bezeichnet totenähnliches Aussehen, Niederhessen, sehr üblich Anfang des 19. Jh., „seit 1830 wol gänzlich erloschen“ (Vil. 1868); in Kassel jedfoch noch im 20. Jh. bekannt. ● Nach Vil. althergebrachte Redensart; in seiner Kindheit habe es die Deutung gegeben, „daß die Gefangennehmung hessischer Truppenteile in Ypern (1793) das alte Sprichwort habe wahr machen müßen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dohle''' f. ● ,Dohle‘, Übertragungen des Vogelnamens: ,(Zylinder)hut, insbesondere ein altmodischer oder schlechter, ferner jeder ärmliche, schlechte Hut‘, Kassel (Gr. 1894), ,magere, hässliche Frauensperson‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. ''Dolde''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dohlenkopf''' ● ''Dohlenkobb'' ,jem. mit abstoßender Physiognomie, entsprechendem Teint usw.‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dokes''' m. ● ,Gesäß‘, halb scherzhaft, Osthessen (Vil. 1868); ''Doges'', dasselbe, scherzhaft, Kassel 20. Jh.; ''Dogest'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Aus dem Jiddischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''doktern''' ● ''dogdern'' ,in ärztlicher Behandlung sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dolde''' f. ● ''Dolle'' ,Baumwipfel‘ (Vil. 1868); ''Dohle'' ,ein mit Früchten behängter Zweig eines Baumes‘, Dim. ''Dehlchen'' ,kleine Dolde‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tölpel''' ● ''Dilbel'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tölpelig''' ● ''dilbelich'' ,tölpelhaft‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dombank''' ● ''Dohmbank'' ,Tresen, Ladentisch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Donnerletter!''' ● ''Dunnerledder!'' Kassel (Gr. 1894), ''Donnerlädder!'' Oberellenbach (Hm. 1926), Fluch. ● Abscwächung des Fluches ''Donnerwetter!'' Wird in Kassel zugleich als ,Donnerleder‘ verstanden; nicht so in Oberellenbach möglich, wo Leder nicht ''Ledder'', sondern ''Lärrer'' heißt. In Kassel Weiterentwicklung zu ''Dunnerlittchen'', 20. Jh., und ''Dunnerwiddchen'' (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Topch''' m. ● ''Dobch'' ,großer Topf, in den Herd eingemauerter Kessel‘, Oberellenbach (Hm.). ● Siehe ''Tüpfen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dorfteufel''' ● ''Dorfdeiwel'' ,hinterlistiger Mensch; armer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dorn''' ● wie hdt., außerdem: ,mit Dornen besetzter Strauch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dörnerig''' ● ''dernerich'' ,dornig, stachelig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Totenlade''' ● ,gewöhnliche Benennung des Sargs‘ (''Sarg'' unbekannt, zumindest ungeläufig) (Vil. 1868); ''Dodenlade'' ,Sarg‘, Kassel (Gr. 1894), ''Dodenladhe'' (auch nur: ''Ladhe'') ,Sarg‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Dorenlore'', Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Lade''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Totenhof''' ● ''Dorenhoop'' ,Friedhof‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''totschmeißen''' ● ''dodschmissen'' ,erschlagen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''schmeißen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dotterarsch''' ● ''Dodderoorsch'' ,unterentwickeltes Küken oder Gänschen; schwerfällig sich bewegender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dotterig''' ● ''dodderech'' ,langsam und schwankend sich bewegend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dottern''' ● ''doddern'' ,sich langsam und schwankend bewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dottersack''' ● ''Doddersack'' ,langsam und schwankend gehender Mensch; Stotterer‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tour''' f. ● ''Dure'', Kassel (Gr. 1894). ● ''in einer Dure'' ,fortwährend‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''traben''' ● ''drowen'' ,fortwährend hin und her laufen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''träbisch''' ● ''drähbsch'' ,träge, ungern an eine Arbeit herangehend‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trafatsche''' f. ● ''Drafaatsche'' ,Schwätzerin, Wortführerin‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tralatsch''' m. ● ''scheiwer Tralatsch'', ohne Erläuterung erw. (Pfs. 1886); ''Dralaatsch'' ,großer Schwatz‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tralatschen''' ● ''dralaatschen'' ,längeren Schwatz halten‘; Nebenform: ''draraatschen'', Kassel (Gr. 1894); ''draloodschen'' ,klatschen, überall dummes Zeug reden‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tralje''' f. ● ''Dralche'' ,Treppengeländer‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Dralje'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Hochdt. ''Tralje'' ,Gitter-, Geländerstab‘, mittelniederdt. ''trallie'', dasselbe; aus dem Altfranzösischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drällern''' ● 1) ,Fäden und dgl. zu fest drehen, flechten‘, 2) ,trällern (ein Lied)‘, Kassel (Gr. 1894) ● Siehe ''drillern''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tramm''' ● ,faul, arbeitsunlustig‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drämer''' ● ,langsamer, zögerlicher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trant''' m. ● ''Trant'', ursprünglich ,ruhiger, gemessener Schritt, Gang‘, dann ,Gewohnheit, ungefähr Vergleichbares‘, ganz Althessen, besonders Niederhessen, nur in formelhaften Wendungen (Vil. 1868); ''Drand'' ,Trant‘ Kassel (Gr. 1894); ''Drant'' ,Schritt, Gang, Lebensgang, Gewohnheit‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Wie d’s Lehnchen starb, do war‘sch im Lawieschen sin’n Drande'' ,so alt, so groß wie ’s Louischen‘ (Gr. 1894). ''Es geht emmer em ahlen Drand'' ,nach alter Gewohnheit‘, ''die zwee senn en emm Drand'' ,in demselben Alter‘, ''em Drand remm'' ,um den Trant herum, ungefähr‘ (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''traratschen''' ● = ''tralatschen'' (siehe oben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''traschaken''' ● ''traschaaken'' ,durchprügeln‘, hierzulande sehr üblich (Vil. 1868); ''draschaagen'' ,verprügeln‘, Kassel (Gr. 1894), ''draschoogeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Das Wort bedeutete ursprünglich das Hazardspiel ''Tréjaques'' (richtiger ''tre sciacchi'') spielen, jemandem dadurch das Geld abnehmen. Das Spiel wurde in Hessen durch Edikte von 1733 und 1774 schärfstens verboten. (Vil. 1868)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''trassaten''' ● ''trassaten gehn'' ,auf die Gasse laufen, müßig umherlaufen‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''trätschen''' ● ''trätschen'' ,rauschend, platzend niederfallen, vom Regen, auch vom ausgeschütteten Wasser (Vil. 1868); ''drätschen'' ,stark regnen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926) .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Traubel''' f. ● ''Druwel'' ,Traube‘, Kassel (Gr. 1894), ''Drüwel'' ,Traube (Wein-, Johannesbeertraube), Bündel Ähren‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''draufflammen''' ● ''drufflammen'' ,fest draufschlagen, prügeln‘, Kassel 20. Jh. ● Siehe ''flammen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trausche''' f. ● ''Drausche'' ,Regenschauer‘, Kassel (Gr. 1894).● Siehe ''Treisch''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''trawatschen''' ● ''drawaatschen'' ,hin und her laufen, rennen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dreckerig''' ● ''dreggerich'' ,dreckig‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dreckkalt''' ● ''dräckkaalt'' ,naßkalt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Treff''' m. ● ''Dräff'' ,Schlag, körperliche Verletzung‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drehpeter''' ● ''Drehbeeder'' ,langsamer und träger Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dreidrähtig''' ● ''dreidrehdich'', z.B. ,Garn aus drei verdrillten Fäden‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''En dreidrehdicher Kaffee'' ,ein starker, kräftiger Kaffee‘ (Gr. 1894):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dreieckt''' ● ''dreieggt'' ,dreieckig‘ (neben ''dreieggech''), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Treisch''' m. ● ''Dreesch'' ,heftiger Regenguß‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Trausche''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dreist''' ● ''drisde'' ,furchtlos, beherzt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''drîste'' ,beherzt, kühn, wagemutig‘, auch ,frech‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trendeler''' ● ''Drendeler'' ,zögerlicher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''trendeln''' ● ''trändeln'' ,langsam gehen, zögern‘, tadelnd (Vil. 1868); ''drendeln'' ,langsam sein, trödeln, zögern, im Entschluß wanken‘, Kassel (Gr. 1894). ● Könnte Ableitung von ''Trant'' sein (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trendelpeter''' ● Drendelbeder ,zögerlicher Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drete''' ● ''treede'' Adj., Adv. ,dicht, häufig‘, Niederhessen, sehr üblich (Vil. 1868); ''dreere'' ,dicht, häufig‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Das Korn steht treede''. ''Die Stiche am Saum müssen treede gemacht werden''. ''Die Schläge fielen treede''. (Vil. 1868) ● Von mhd. ''dræte'' ,schnell‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tribbeln''' ● ''driwweln'' ,zwischen den Fingern oder Händen drehen, reiben‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''drewweln'', nur in den Zusammensetzungen ''auftribbeln'', ''zusammentribbeln'', Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tribulieren''' ● ''driwwelieren'' tr. ,jem. ängstigen, quälen‘, intr. ,nörgeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Triesch''' s. ● ''Driesch'' ,unbebautes Land, das meist zur Schafweide benutzt wird‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''triesch''' ● ''driesch'' ,dickfällig, träge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drillchskerl''' ● ''Drelchskerl'' ,der mit Drillich-Sachen hausierende Händler; jemand, der unablässig um etwas anhält‘, hier und da in Niederhessen (Pfs. 1886).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drillern''' ● ''drellern'' ,drillen, stark und schnell drehen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drillitz''' ● ''Drellitz'' m. ,kleiner Kreisel: Schwefelhölzchen, halb in einer Knopfform steckend‘, Kassel (Gr. 1894); Drillitz n. ,Hosenknopf, durch den ein Streichholz gesteckt ist‘, primitives Kinderspielzeug, Balhorn (S. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tripsdrill''' m. ●  ''Drebsdréll'' ,einer, der sich alles bieten läßt und allem nachkommt‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Einen zum Drebbsdrell machen'' ,jem. allerlei niedrige Verrichtungen und Arbeiten aufhalsen‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tripsdrille''' ● ''Dripsdrille'': fiktiver Ortsname, Quentel 20. Jh. ● ''Mach dich nach Dripsdrille!'' ,Hau ab!‘ Quentel 20 Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drisch''' ● ,gewandt, hurtig‘, am Knüll (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tristekutz''' m. ● ''Dristekutz'' ,melancholischer, mürrischer (auch schmollender) Mensch‘, wörtlich ,Kauz‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trittlinge''' ● ''Driddlinge'' ,Schuhe‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trübetrost''' ● ''Triewetrost'' ,ein trauriger Mensch‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Driewedroost'' ,Trauerkloß‘, Kassel 20. Jh.; ,Mensch, der stets traurig ist und den Kopf hängen läßt‘, Kassel 20. Jh., Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''trübetrostig''' ● ''triewetrostig'' ,traurig, niedergeschlagen‘, Balhorn (Sl. 1901); ''driewedroosdech'' ,betrübt; langsam sich bewegend, träge‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Truche''' f. ● nur in der Redensart ''ha äs in der Drüche'' ,er befindet sich in großer Verlegenheit, sitzt in der Klemme‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Truchenkater''' ● ''Drüchenkoder'' ,finster dreinblickender Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drückdrauf''' m. ● ,Nachdruck, Entscheidung‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''Dreckdruff'' ,Bestätigung‘, eigentlich ,Besiegelung‘, Kassel (Gr. 1894); ''Dreggdroff'' ,Person, die alles, was sie erzählt, mit einem gewissen Nachdruck vorträgt‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Den Dreckdruff gäwen'' ,etwas bestätigen‘ (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trudch''' m. ● ''Trutch'' ,Kaffee-Ersatz‘, spöttisch für ,Kaffee‘, Balhorn (Sl. 1901); ''Drodch'' ,dicke Flüssigkeit, besonders der Bodensatz vom Kaffee‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Truddelbrühe''' ● ''Druddelbrieh'' ,schwacher Kaffee‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trudel''' m. ● ''Drudel'' ,schlechter Kaffee‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drudel''' m. ● ,schlechte Musik‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drudeln''' ● sehr geläufiges Wort, jedoch fast nur in Verbindung mit Adverbien: ''aufdrudeln'', ''herbeidrudeln'', ''zusammendrudeln'' ,auftreiben, herbeischaffen, zusammenbringen‘, mit dem Nebensinn kleinlicher Sorge. (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drudeln''' ● ,schlecht musizieren, dudeln‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trulatsch''' m. ● ''Drulatsch'' ,dünner, schwacher Kaffee‘, Kassel (Gr. 1894), ''Drullatsch'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trulle''' f. ● abfällige Bezeichnng für einen Frauensperson, Balhorn (Sl. 1901). ● ''Trulle'', von den Grimms gebraucht in dem Märchen „Die Gänsehirtin am Brunnen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trümper''' m. ● ''Drember'', nur in der Redensart ''armer Drember'' ,armer Kerl, armer Teufel‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Trümper'', alt für ''Trompeter''; unsicher, ob dies ursprünglich gemeint sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trüpfel''' m. ● ''Dribbel'' ,herabfallender Regentropfen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''trüpfeln, tröpfeln''' ● ''dribbeln'', Oberellenbach (Hm. 1926), ''drebbeln'', Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Druse''' f. ● ,Pferdekrankheit mit Schleimausfluß aus Maul und Nase‘, auch ,Erkältung‘ beim Menschen, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Trusel''' f. ● ''Drusel'' ,die in den Straßen der Städte befindlichen Rinnsteine, Gossen‘, Althessen, besonders Niederhessen (Vil. 1868);  ''Drusel'' ,Rinnstein, Straßengosse‘, Kassel (Gr. 1894), ,Morast, Sumpf‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Trusel'' ist nicht, wie vielfach angenommen wird, der übertragene, verallgemeinerte Name der ''Drusel'' (alt: ''Trusel''), des Baches, der vom Habichtswald kommt und oberhalb der Kasseler Altstadt in die Fulda fließt. Allerdings sind Name und Begriff etymologisch verwandt. Siehe dazu [[Druselturm]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Truselmährer''' ● ''Druselmährer'' ,einer, der druselt‘, „bezeichnete früher Knaben von der niedrigsten Klasse“, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''truseln''' ● ''druseln'' ,im Schlamm der Straßengossen wühlen (in der Hoffnung auf kleine Funde, etwa Münzen)‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Drutschel''' f. ● ''Drutschel'', auch ''Drutschelchen'': „so nennt man oft seine gemütliche Frau, auch die eines anderen“, Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch ''Dutschel''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''drutscheln''' ● ''drutscheln'', ''rimmerhärdrutscheln'' ,auf gemütliche Weise im Haushalt nach dem Rechten sehen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tüchelchen''' ● ''Diechelchen'', siehe ''Läppchen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tücherseil''' ● ''Diecherseel'' ,Wäscheleine‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tück''' m. ● ''Dick'' ,geheimer Groll, Haß‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Vgl. hochdt. ''Tücke''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''duck-duck''' ● ''duck-duck'' oder ''duck-duck-duck'', Lockruf für Hühner, allgemein in Niederhessen (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tucken''' ● ''duggen'' ,ein-, untertauchen‘, ''sich duggen'' ,den Kopf einziehen, eine gekauerte Stellung einnehmen‘, übertragen: ,sich fügen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''düggen'' ,tunken, eintauchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tücken''' ● ''diggen'' trans. ,auf hinterlistige Weise gegen jem. vorgehen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Siehe ''Heimtücker''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tuckfett''' ● ''Duggefedd'' ,gekreischtes Rüböl mit gebratenen Zwiebeln darin‘, Kassel (Gr. 1894); ''Duckefett'', ''Duckewerk'' ,Rahm mit Salz und Fett‘, hierein werden die gesottenen Kartoffeln getaucht, Balhorn (Sl. 1901); ''Düggfätt'' ,eine aus Mehl, Rahm und Speck bereitete Tunke‘, sie wird in einer großen Pfanne in die Tischmitte gestellt, die Herumsitzenden tauchen ihre Kartoffelstücke hinein; beliebte Abendmahlzeit. Oberellenbach (Hm. 1926) ● Siehe ''kreischen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tucks''' m. ● ''Tucks'', ''Ducks'' ,Schlag, Stoß, Krankheitsanfall‘ (Vil. 1868). ● Wendung ''Das hot emme d’n Ducks gegäwen.'' ,Das hat ihm den Rest gegeben.‘ Kassel (Gr. 1894, S. 33). ● Vgl. ''tucken'' und ''tucksen''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tucksen''' ● ''tucksen'', ''ducksen'' ,einen empfindlichen Schlag geben, niederschlagen, entscheidend demütigen‘, sehr üblich (Vil. 1868); ''ducksen'' ,demütigen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tuckwerk''' ● ''Duggewerk'' ,Feingebäck zum Kaffee‘, Kassel (Gr. 1894); ''Duckewerk'' = ''Duckefett'' (siehe ''Tuckfett''), Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Düft''' m. ● ''Deft'' ,Reif, kalter Wind‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''düftig''' ● ''defdech'' ,schneidend kalt‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dukatenschisser''' ● ''Dugadenschisser'', soviel wie ,Goldesel‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894) ● ''Ich hon kein Dugahdenschisser; wo sall ich d’s Geld herkrechen?'' (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dulchern''' ● ,mit dem Dolcher verletzen, erdolchen‘, halb scherzhaft‘, Niederhessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dullern''' ● ,ungewöhnlich rasche Umdrehungen um die Achse machen‘; ,taumeln unmittelbar vor dem Hinfallen‘; ,den Kreisel peitschen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ,jemanden mit raschen Bewegungen prügeln‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild: Wentzell Dullerdobb.jpg|thumb|185px|right|G. Wentzell, ''D'r Dullerdobb'']]&lt;br /&gt;
'''Dullertopp''' m. ● ''Dullerdobb'' ,Kreisel, der mit der Peitsche angetrieben wird‘, Kassel 20. Jh. ([[Gustav Wentzell]] 1917). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dummbach''' ● fiktiver Ortsname. ● ''Nit von Dummbach sinn'' ,nicht dumm sein‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tummeln''' ● ''sich tummeln'' ,sich eilen‘ (nie im hochdt. Sinn ,sich herumtummeln“) (Vil. 1868); ''sich dummeln'' ,sich beeilen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''sech dommeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dumpf''' m. ●  ''Domp'', ''Dump'' ,Asthma‘, Niederhessen (Vil. 1968); ''Dump'' m., Nebenform von ''Dampf'', auch ,Luftfeuchtigkeit‘, niederhess. (Pfs.1, 1889); ''Dump'', Asthma, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dümpfchen''' ● ''Dümpchen'' ,leichtes Gewölk‘, bei Kassel (Pfs.1, 1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dune''' Adv. ● ''dune'', ''donne'' ,dicht, gedrängt, fest, straff‘, nur im niederdeutsch sprechenden nördlichen Hessen (Vil. 1868; trifft offensichtlich nicht zu); ''dune'' ,dicht gedrängt, straff, gespannt‘, Oberellenbach (Hm. 1926), ''dunne'' ,recht fest‘, Kassel (Lüttebrandt 1917). ● ''Stellt üch net su dune zesammen.'' ,Stellt euch nicht so dicht zusammen.‘ ''Des Seel äs dune jezochen.'' ,Das Seil ist straff angezogen.‘ ''Das Fensder äs dune zu.'' ,Das Fenster ist fest geschlossen.‘ (Hm. 1926). In Kassel scheinbar nur die Wendung ''dunne hahlen'' ,recht fest halten‘ belegt (Lüttebrandt 1917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dünnfett''' ● ''dinnefett sinn'' ,es an der nötigen Höflichkeit fehlen lassen‘; ''dinnefedd sinn'' oder ''duhn'' ,kleinlaut sein‘, Kassel (Gr.  1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dünnfett''' m. ● ''Dennefätt'' ,magerer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dünnschiß''' m. ● ''Dennescheß'' ,Durchfall‘, Kassel (Gr. 1894), ''Dinnschiß'', Kassel 20. Jh., ''Dennschäß'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Du sißt üs wie Dennschäß un Wärk'' (''wie Dennschäß un Mährrättch''). ,Du siehst aus wie Dünnschiß und Werg (wie Dünnschiß und Meerrettich)‘, d.h. ,sehr schlecht‘. Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tüpfelchen''' ● ''Dibbelchen'' ,Tüpfelchen, Pünktchen, Kleinigkeit‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Dibbelchen'' ,Pünktchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tüpfeljohannes''' ● ''Dibbelgehannes'' ,einer, der alles bis aufs Dibbelchen erledigt, Kleingkeitskrämer, skrupulöser Mensch‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tüpfen''' ● ,Topf‘. ''Töpfen'', ''Tüpfen'', ''Düpfen'', noch gewöhnlicher ''Dübben'', ''Dibben'' gesprochen, in Althessen ausschließlich Bezeichnung für den Topf (Vil. 1868); ''Dibben'' ,Topf‘, Kassel 19. Jh., 20. Jh. (Gr. 1894), ''Debben'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Althochdt. (westdt.) belegt als ''tuphin'' (Aussprache: ''tüpfin''), Ableitung von älterem ''*dupp-'' ,Topf‘ (&amp;gt; ''dopp''  &amp;gt; ''topf'') durch Diminutiv-Suffix ''-în'', dessen ''i'' den Umlaut ''u'' &amp;gt; ''ü'' bewirkte, regulär: ''*duppīn &amp;gt; tupfin &amp;gt; tüpfin'', hessisch: ''*duppīn &amp;gt; *tuppin &amp;gt; *tüppin &amp;gt; *tüppen'' (hochmittelalterlich) &amp;gt; ''düppen'' (spätmittelalterlich). ● Siehe [[Das „Dippen“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tüpfengücker''' ● ''Dibbengigger'' ,Topfgucker, Neugieriger; einer, der sich um Dinge kümmert, die ihn nichts angehen‘, Kassel (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tüpfenlecker''' ● ''Dippenlecker'' ,naschhafter Mensch‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tuppern''' ● ''duppern'' ,wankend und stolpernd gehen, wie mit Besorgtheit zu fallen‘, allgemein üblich (Vil. 1868); ''dübbern'' ,sich langsam tastend vorbewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dürängeln''' ● ''dürangeln'', ''dürengeln'', hoch- und niederdt., in Hessen auch ''düringeln'' ,durchprügeln, quälen, plagen‘ (DWB 2, 1860); ''thürängeln'', ''dirängeln'', ''direngeln'' ,ängstigen, plagen, quälen‘, (in Hessen) allgemein üblich (Vil. 1868); ''dieringeln'' ,quälen, drangsalieren‘, Kassel (Gr. 1894), ''dierängeln'', dasselbe, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Unterschiedliche Deutungen: DWB vermutet ''durch'' + ''rangeln'', Vil. vermutet als Sinn ,zwischen Tür und Angel bringen‘, Gr. vermutet Ableitung von ''Thüringen''. ● Bereits bei Hans Sachs als ''dürengeln'' belegt: ''o geh nur hin hin, du galgenschwengel, / du dölp, eh das ich dich dürengel''. (DWB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durch, dürch''' ● ''durch'', ''dorch'', Kassel 19., 20. Jh.; ''derch'' (&amp;lt; ''*dürch''), vielfach im übrigen Niederhessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchbringisch''' ● ''derchbrengsch'' ,verschwenderisch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchflammen''' ● ''dérchflammen'' ,verprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchmusen''' ● ''dérchmüsen'' ,durchwühlen, durchsuchen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchnaß''' ● ''dérchnaß'' ,durch und durch naß‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchrustern''' ● ''dérchrosdern'' ,durchrosten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchschlupfern''' ● ''dorchschlubbern'' ,hindurchschlüpfen‘, ''sich dorchschlubbern'' ,sich kümmerlich durchschlagen, durch eine schwierige Situation kommen, evtl. schlau, unauffällig, ohne größere Blessuren‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchsieren''' ● ''dérchsieren'', Part. Perf. ''derchjesorren'' ,durchseihen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Wird bei Hm. 1926 unter „durchsieden“ geführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchwackeln''' ● ''dorchwaggeln'' ,verprügeln‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchwalken''' ● ''durchwalgen'' ,verprügeln‘, Kassel 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchwamschen''' ● ''dérchwamschen'' ,durchprügeln‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''durchwichsen''' ● ,verschwenden; verprügeln‘ , Kassel (Gr. 1894); ,verprügeln‘, ebd. 20. Jh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''turmelig''' ● ''dormelech'' ,taumelnd, schwindlig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''turmeln''' ● ''dormeln'' ,taumeln, sich schwankend bewegen‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● Mhd. ''turmeln''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Turn''' m. ● ''Dorn'' ,Turm‘, neben dem häufigeren ''Dorm'' (''o'' beidemale geschlossen), Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dürrländer''' m. ● ''Derrlanger'' ,abgemagerter, flinker Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dürrlitz''' m. ● ''Derrlitz'' ,dürre, kleine Person‘, Kassel (Gr. 1894), ''Derrlatz'' ,magerer Mensch‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dürrlitzig''' ● ,von magerer, schmächtiger Statur‘ (Vil. 1868).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''duspeln''' ● ''düsbeln'' ,schläfrig sein‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dust''' m. und s. ● ''där Dust'' ,schläfriger, träumerischer Mensch‘ (Gr. 1894), ,jemand, der schwer von Begriff ist‘, Kassel 20. Jh.; ''das Düst'' ,dumme Frauensperson‘, meist: ''dommes Düst'', Schimpfwort, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tütchenskrämer''' ● ''Diddchenskremer'' ,Tütenkrämer, Kleinkaufmann‘, Kassel (Gr. 1894); ''Dittchenskrämer'' ,kleiner Kaufmann‘, Balhorn (Sl. 1901).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tute''' ● ''Dudde'' ,Tüte‘, übetragen: ,Falte‘, Kassel 19., 20 Jh. (Gr. 1894); ''Düdde'' ,Tüte‘, Oberellenbach (Hm. 1926). ● ''Die Bluse macht Dudden'' ,schlägt Falten (wo keine hingehören)‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Tutehorn''' ● ''Duhdehorn'' ,Horn zum Tuten, Nachtwqächterhorn‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tuten''' ● ''dudden'' ,fälteln, in tütenförmige Falten legen‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''tuten''' ● ''duden'' ,auf dem Tutehorn blasen, ins Horn stoßen; ein Tutgeräusch hören lassen‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894); ''duden'', auch ''düden'', ,blasen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dutschel''' f. ● ,Schatz, Schätzchen‘, Kassel (Gr. 1894). ● ''Du bist minne liewe Dutschel'', ''minn liewes Dutschelchen''. Kassel (Gr. 1894). ● Siehe auch „Drutschel“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dutscheln''' ● ''dutscheln'' ,herzen, küssen, ans Herz drücken‘, Kassel (Gr. 1894), ''dütscheln'' ,saugen, lutschen‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Duttelding''' ● ''Düddeldänk'' ,kleine, zierliche Person, kleiner Gegenstand‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''duttelig''' ● ''duddelich'' ,unbeholfen; sich unsinnig beschäftigend‘, Kassel (Gr. 1894); ''düddelech'' ,klein, zierlich, winzig‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dutteln''' ● ''duddeln'' ,sich unbeholfen benehmen wie ein kleines Kind‘, auch: ,sich mit Spielarbeit beschäftigen, unsinniger Beschäftigung nachgehen‘, Kassel (Gr. 1894); ''düddeln'' ,eine Arbeit an winzigen Gegenständen verrichten‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Duttelpeter''' ● ''Duddelbeder'' ,jemand, der fast so unbeholfen ist wie ein kleines Kind, der ohne Sinn herumhantiert‘, Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dützchen''' s. ● ''Ditzchen'' ,weibliche Brust‘, Kassel 19., 20. Jh. (Gr. 1894), Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dutzekopf''' ● ''Dutzekobb'' ● ''Hemme-hemme-Dutzekobb!'' sagt man zu Säuglingen beim Schäkern, indem man bei der Silbe ''Dutz'' mit der Stirn sanft an die des Kindes stößt. Kassel (Gr. 1894).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dutzelig''' ● ''dotzelech'' ,schwankend, schwindlich‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''dutzeln''' ● ''dotzeln'' ,hin und her schwanken‘, Oberellenbach (Hm. 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Dutzen''' m. ● ''Dutzen'' ,Zitze, Brüste, Euter‘, im Hersfeldischen üblich (Vil. 1868); ''Dützen'' ,Euter‘, Oberellenbach (Hm. 1826).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Verweise:'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, Grundseite|'''Wörterbuch Grundseite''']]&lt;br /&gt;
:'''Wörterbuch A – D'''&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, E – H|'''Wörterbuch E – H''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, I – L|'''Wörterbuch I – L''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, M – Q|'''Wörterbuch M – Q''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, R|'''Wörterbuch R''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, S|'''Wörterbuch S''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, T – V|'''Wörterbuch T – V''']]&lt;br /&gt;
:[[Wörterbuch der niederhessischen Mundart, W – Z|'''Wörterbuch W – Z''']]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Carolus</name></author>	</entry>

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